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  Der Marktplatz von Drachenauge
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   Autor  Thema: Der Marktplatz von Drachenauge (Gelesen 3037 mal)
Secundus M. Hora

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #150 am: Montag 13 November 2017, 20:17 » Antwort mit Zitat

„Wenn das nicht die hübsche Cailín ist“, ertönte eine samtweiche Frauenstimme hinter der Bardin. Rosett balancierte gerade gewagt auf dem gegenüberliegenden Brunnenrand und machte große Augen, als sich die Angesprochene zu ihr umdrehte. „Nanu, was ist denn mir Dir passiert?“, fragte sie mit einem vielsagenden Blick auf die Schlinge. „Du musst lernen besser auf Dich aufzupassen. Das Leben ist gefährlich und wenn es nach Dir schlägt, solltest Du bereit sein nochmal so fest zurückzuschlagen.“
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Cailín

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #151 am: Montag 13 November 2017, 22:47 » Antwort mit Zitat

Aus Verblüffung, wer in einer fremden Stadt ihren Namen kannte, wurde ein breites Lächeln. "Rosett, welch freudige Überraschung."

Die Bardin senkte den Blick auf Schulter und Armschlinge. "Das? Ich habe mich mit Tarosianischen Spähern in den Wäldern vor der Hauptstadt angelegt. Besser gesagt, sie mit mir. Sie haben völlig überrascht. Wer rechnet denn mit einem Pfeil aus dem Hinterhalt. Aber du hast schon Recht, ich sollte lernen mich unsichtbar zu machen." Cailín lachte. "Du weißt schon, Tarnung ist das halbe Überleben. Das andere ist, ohne Gold im Beutel auszukommen."
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Secundus M. Hora

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #152 am: Dienstag 14 November 2017, 13:07 » Antwort mit Zitat

„Du sollst doch nicht ohne mich mit feindlichen Spionen spielen“, beschwerte sich Rosett und zog einen Schmollmund. Warum hatte sie nie solches Glück? In einer solchen Situation hätte nicht einmal Suitbald sich darüber beschweren können, wenn sie etwas Blut vergossen hätte.

„Du kannst Dich nicht unsichtbar machen?“, staunte sie über die nächsten Worte der Bardin. „Da sehe ich aber Nachholbedarf. Was das Leben ohne Gold betrifft: Willst Du es etwa machen wie diese Waldläufer und im Boden nach irgendwelchen Wurzeln scharren, bis Du lauter Dreck unter den Fingernägeln hast?“ Das Gesicht, das sie bei diesem Gedanken zog, verriet deutlich was sie davon hielt.
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Cailín

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #153 am: Dienstag 14 November 2017, 13:21 » Antwort mit Zitat

Cailíns amüsiertes Lachen schwang über den Brunnen. Um nicht vor aller Ohren über gewisse Fertigkeiten zu sprechen, die niemanden etwas angingen, erhob sich die Bardin und spazierte zu Rosett hinüber. Ihre Stimme klang immer noch amüsiert, war aber deutlich gedämpft.

"Ich? Im Dreck wühlen? Wonach sehe ich aus, nach einer Bäuerin ja wohl eher nicht. Suitbald hat mich übrigens ertappt, damals, ehe ich dir die Botschaft überbracht habe. Nur deshalb hat er sie mir überhaupt mitgegeben. Außer ihm hat niemand bemerkt, dass ich ein Dokument aus Tamir von Salis Schreibtisch entwendet habe. Was bedeutet, dass ich noch nicht gut genug bin. Zeig mir, wie du es machst, Rosett. Ich bin sehr gespannt, wie du dich vor anderen verbirgst und dir beschaffst, was der Besitzer ungern freiwillig hergibt."
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Secundus M. Hora

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #154 am: Dienstag 14 November 2017, 23:05 » Antwort mit Zitat

„Du warst mit einem Sinn im Raum und hast versucht zu stehlen?“, kicherte Rosett heiter. „Wusstest Du denn nicht mit wem Du es zu tun hattest? Offen gesagt wäre ich überrascht gewesen, wenn es der Alte nicht bemerkt hätte. Und ich kann Dir nicht versprechen, dass ich Dir beibringen kann so gut zu werden, dass Du ihn damit täuschen kannst. Aber wie man sich vor ihm versteckt… Das kann ich Dir vielleicht irgendwann zeigen. Heute sollten wir uns damit begnügen uns vor normalen Leuten zu verbergen.“

Einen Augenblick schien sie darüber nachzudenken, wie sie die Lehrstunde beginnen sollte. „Gib mir drei Herzschläge lang Vorsprung und versuche dann mir zu folgen.“ Was nicht so schwer wirkte. Schließlich drängte sie sich in gerader Linie und mit aufreizend wiegenden Hüften zwischen die übrigen Marktbesucher. Diesen Gang konnte man kaum verkennen… Doch dann, sie schlängelte sich gerade an einem großgewachsenen Mann vorbei, ließ sie die Schultern fallen. Allein diese Haltungsänderung ließ sie ganz anders wirken.

Wenige Schritte weiter war die Sicht zu ihr verdeckt und sie nutze die Gelegenheit, um sich das schwarze Tuch, das sie um die Schulter trug, über ihre samtweichen Locken zu schieben. Außerdem ging sie plötzlich gebeugt wie eine alte Vettel und neigte sich so tief dem Straßenpflaster entgegen, dass unter dem Kopftuch nicht mehr als ihre Nasenspitze von ihrem jungen Gesicht zu erkennen war.

Dann verschwand sie hinter dem Stand eines Tuchhändlers. Als sie kaum zwei Herzschläge später auf der gleichen Seite wieder hervorkam, war sie ein paar Münzen ärmer, trug ein rotes Kopftuch und war wieder jung – vielleicht sogar jünger als zu Anfang. Eher verspielt als verführerisch.

Diese Gestalt nutzte sie, um im Zickzackkurs den ganzen Marktplatz zu überqueren, bis sie auf der anderen Seite in einer schmalen Gasse verschwand. Dort war es auch jetzt bei hellem Sonnenschein ziemlich düster und so war die noch schmalere Tür, durch die sie sich schob, kaum zu erkennen.

1 – Du bekommst die Haltungänderung noch mit und verlierst sie dann aus dem Blick
2 – Du bemerkst noch die Verwandlung zur alten Vettel
3 – Du siehst auch das Rotkäppchen noch
4 – Du verlierst sie während des Zickzackkurses
5 – Du übersiehst wie sie in der schmalen Gasse verschwindet
6 – Du folgst ihr bis in die Gasse, wo sie aber plötzlich verschwunden zu sein scheint
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Cailín

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #155 am: Mittwoch 15 November 2017, 10:59 » Antwort mit Zitat

"Nun, ehrlich gesagt waren mir der Name und die Person Suitbald zu jenem Zeitpunkt kein Begriff. Das hat sich schnell geändert. Für sein fortgeschrittenes Alter sind seine Sinne immer noch recht... brauchbar." Cailín lachte. Es hätte schlimmer enden können. Der Alte hatte sie weder vor den anderen bloßgestellt noch bestraft.

Rosett war eine ausnehmend hübsche Person. Umso überraschter war die Bardin, wie geschickt sich die ehemalige Sinne zu verwandeln wusste. Sich zwischen all den Marktbesuchern rasch und unauffällig zu tarnen war vollendete Kunst, selbst wenn es einfach wirkte. Cailín zweifelte nicht daran, dass ihr dies ebenfalls gelingen konnte. Im Schauspiel war sie mehr als nur bewandert. Dem Zickzackkurs zu folgen war für eine Kleptomanin nicht weiter schwierig. Zu beobachten hatte Cailín während ihrer Wanderjahren gelernt. Doch dann, plötzlich, war Rosett verschwunden. Zwei Gassen zweigten von der Stelle ab, an der die Bardin den Anschluss an die junge Frau verlor. Wohin war sie verschwunden? In eine der Gassen? Oder zurück auf den Markt?

Cailín versuchte sich möglichst unauffällig umzusehen, um nicht selbst aufzufallen. Jemand rempelte sie an, als sie so abrupt stehen blieb, entschuldigte sich, eilte weiter. Die Bardin griff nach Tasche und Gürtel. Nein, kein Dieb, alles war noch an seinem Platz.

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Secundus M. Hora

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #156 am: Mittwoch 15 November 2017, 23:56 » Antwort mit Zitat

Während Cailín ratlos in die beiden verlassenen Gassen spähte, wurde sie plötzlich von hinten angetippt. „Du bist weiter gekommen, als ich gedacht hätte“, meinte Rosett fröhlich. „Ich glaube ich bin etwas eingerostet. Willst Du es auch mal versuchen? Ich wette, dass Du es nicht schaffst mich abzuhängen.“ Sie schien sich ihrer Sache sehr sicher und das vermutlich nicht ohne Grund. Schließlich hatte sie einstmals zur Spionageorganisation des Königs gehört. Damals als sie noch einen Monarchen gehabt hatten, der den Nutzen einer solchen eingesehen hatte.
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Cailín

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #157 am: Donnerstag 16 November 2017, 10:45 » Antwort mit Zitat

Cailín erschreckte sich nicht, war aber dennoch überrascht Rosett plötzlich hinter sich zu haben. "Was, eingerostet? Du bist richtig gut. Bloß dass ich keine einfache Bäuerin bin, sondern Kleptomanin. Wenn auch keine besonders Herausragende. Mehrfach bin ich in dunklen Verliesen gelandet, das war alles andere als angenehm. Nun denn, lass es mich versuchen."

Die Bardin lächelte bezaubernd, wandte sich dann dem Marktplatz zu und spazierte gemächlich in die Menge. An dem einen oder anderen Stand blieb sie kurz stehen, schenkte dem einen oder anderen Marktbesucher ein freundliches Lächeln und sah sich scheinbar unbeteiligt um. Was sie suchte, fand sie schließlich ein paar Stände weiter. Abrupt brach die Druidin den Blickkontakt zu allen Umstehenden ab. Sie wurde allein dadurch unauffälliger, kaum jemand beachtete eine Person, die gedankenverloren den Erdboden betrachtete. Einzig Rosett würde sie weiterhin beobachten.

Cailíns Vorteil war, dass sie klein und zart gebaut war. Ein Schritt zur Seite, schob sie sich in den breiten Rücken eines Metzgers mit blutiger Schürze. Als sie wieder auftauchte, hatte sie die Kapuze des Umhangs hochgeschlagen. Sie ging etwas rascher, den Schritt weniger wiegend, sondern leicht schleppend.

Wieder schob sich die Bardin in eine Gruppe von Menschen, verschwand zwischen fuchtelnden Armen und sich herumdrehenden Leibern. Wieder änderte sie Gangweise und zog eine Schulter hoch, als wäre sie schief gebaut. Dann war sie an dem Stand angelangt, an dem sie ausgemacht hatte was sie suchte. Eine hübsche junge Person, mit ähnlichem Umhang und... schwarzem Haar. Die Unbekannte beendete eben ihren Einkauf, wandte sich ab, war nur von hinten zu sehen. Mit einem weiten Schritt war Cailín an ihr vorbei, bückte sich nach etwas, das scheinbar auf dem Boden lag, verschwand hinter den Kisten mit Obst und Gemüse. Als sie wieder auftauchte, schritt sie knapp an der Unbekannten vorbei, schnitt ihr den Weg ab und brachte sie dazu, auszuweichen. Wischte sich selbst die Kapuze vom Kopf. Zwei Frauen mit schwarzem Haar. Eine geflüsterte Entschuldigung, dann war Cailín vorbei und von hinten aus der Ferne nicht eindeutig ersichtlich, wer von ihnen wer war.

Die Bardin spazierte zwischen einigen Männern den Weg zurück, überließ die Unbekannte ihrem Weg und hoffte, Rosett auf die falsche Spur gelockt zu haben. Cailíns Schritt wurde wieder weich und steuerte die dunkle Gasse an. Solch ein Tuch, wie Rosett eines besaß, um das Aussehen wechseln zu können, stach Cailín an einem der Stände ins Auge. Sie überlegte ernsthaft es zu stehlen, solange in der Menge niemand sonst auf sie achtete. Sie stülpte die Kapuze zurück auf den Kopf, zuerst weit nach vorn gezogen, umd sie nach ein paar Schritten ein Stück weit aus dem Gesicht zu schieben. Die Bardin stellte sich auf die Zehenspitzen und sah sich um, als suche sie nach jemandem, während sie sich wie zufällig näher an die Tücher schob, die an einem Stand mit Kleidung hingen. Aus dem Augenwinkel beobachtete sie den zugehörigen Händler.



(schon mal für die HDB
Cailin erlernt Stehlen auf Experte
Cailin erlernt Verstecken und Tarnen auf Normal
  )
« Letzte Änderung: Donnerstag 16 November 2017, 22:41 von Silvana » Gespeichert
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Secundus M. Hora

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #158 am: Montag 20 November 2017, 21:03 » Antwort mit Zitat

„Ich würde ja dafür bezahlen“, erklang Rosetts amüsierte Stimme dicht an Cailíns Ohr. „Es ist nichts ärgerlicher als ein aufgebrachter Händler, der die ganze Aufmerksamkeit auf einen zieht, wenn man sich gerade verstecken will. Diese Kerle sind aufmerksamer als man meint. Schließlich leben sie davon Dinge zu verkaufen und nicht davon bestohlen zu werden.“

Trotz ihres neckischen Tonfalls war sie durchaus beeindruckt von dem Talent, das die Bardin gezeigt hatte. „Das mit der anderen Frau war gut gemacht. Die Wahrscheinlichkeit euch zu verwechseln war etwa so groß, wie sich für die richtige Cailín zu entscheiden. Aber hast Du schon wieder vergessen, wie ich damals erkannt habe, dass Du eine Botschaft des alten Suitbalds für mich hast?“

Mit spitzen Fingern zupfte sie einen einzelnen Silberfaden von dem dunklen Mantel der Musikerin. „Nicht zu spüren und kaum zu sehen. Außer wenn sich das Licht darin fängt“, erklärte sie während sie die Faser zwischen ihren Fingern drehte, um besagten Effekt zu demonstrieren. Dann ließ sie den Faden zusammen mit drei Goldmünzen in einem Beutel verschwinden, den sie an ihrem Gürtel befestigte. „Gehen wir jetzt zur nächsten Übung über“, meinte sie verschmitzt, ehe sie gemütlich und scheinbar unbedarft zwischen die übrigen Besucher des Marktes schlenderte. Ganz so als wäre sie eine gewöhnliche Besucherin.

1&2: Rosett spöttelt über den ungeschickten Versuch
3&4: Rosett hat ein anerkennendes Nicken für Cailín übrig
5&6: Rosett findet lobende Worte
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Cailín

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #159 am: Dienstag 21 November 2017, 14:28 » Antwort mit Zitat

Diesmal erschrak Cailín. Sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. Rosett hatte sie schneller gefunden als erwartet. Den Trick mit dem Silberfaden hatte sie tatsächlich wieder vergessen.

"Von dir kann ich eine Menge lernen, liebste Rosett. Woher hast du diesen höchst nützlichen Tand?"

Die Bardin schmunzelte. Rosett bereitete eine andere Aufgabe vor. Mit den Augen folgte Cailín dem Beutel, der sich am Gürtel der Schwarzhaarigen wippend langsam von ihr fort bewegte. Zwar war die Druidin keine Anfängerin in Sachen Kleptomanie, doch direkt an der Person hatte sie noch nie geborgt. Ihr Metier war das Entwenden von Gegenständen und Schriftstücken aus Räumen oder von Marktständen.

Sie drehte den Kopf, weil sie das Starren einer Person im Rücken spürte. Der Händler war auf sie aufmerksam geworden. Rosett hatte also recht gehabt. Cailín lächelte bezaubernd, deutete auf eines der Tücher, in gedeckten Farben, so überhaupt nicht ihr Stil. Drei Münzen wechselten den Besitzer.

Cailín wand sich das Tuch um Kopf und Schultern, verbarg rasch das Haar darunter und tauchte in der Menge unter. Rosett sollte nur glauben, die Bardin würde ihr folgen. Stattdessen schlug sie einen Bogen um einige Stände herum. Sie würde von vorne auf die Schwarzhaarige zukommen. Lieber wäre es ihr gewesen, den Beutel ohne Körperkontakt einfach abzusäbeln, doch die Sichel war dafür ungeeignet. Also blieb nur das unabsichtliche Anrempeln.

Den Kopf gesenkt, das Tuch weit in die Stirn gezogen, verborgen zwischen den Marktbesuchern, spazierte Cailín auf Rosett zu. Die Schwarzhaarige wandte eben den Blick ab, die Konzentration nach hinten und zur Seite gerichtet. Eine Hand unter dem Umhang bereit zum Zugriff, schob sich die Bardin an ihrem Opfer vorbei. Streifte Rosett an der Schulter. Eine gemurmelte Entschuldigung. Der Beutel lag ihn ihrer Hand verborgen als sie ohne sich umzuwenden weiterging und einen dicken Kerl als Deckung nahm. Aus dem Augenwinkel sah sie Rosett den Kopf wenden. Ein wissendes Lächeln.

Verdammt, sie hat es bemerkt, dachte Cailín, bog um einen der Marktstände herum und wartete. Das hässliche Tuch vom Kopf gestülpt, nahm sie drei Goldmünzen aus dem Beutel und ließ diese in eigenen Beutel verschwinden, ehe Rosett sie erreichte und ein Lob aussprach. Cailin wand das neu erworbene Tuch um ihren Hals und verbarg es unter dem Umhang.

"Du hattest recht, es war besser es zu bezahlen." Verschmitzt grinste sie die Schwarzhaarige an.

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« Letzte Änderung: Dienstag 21 November 2017, 14:29 von Silvana » Gespeichert
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Secundus M. Hora

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #160 am: Mittwoch 22 November 2017, 20:31 » Antwort mit Zitat

„Suitbald mag ein garstiger alter Tattergreis sein, aber er versteht sein Handwerk“, meinte Rosett ohne wirklich darauf einzugehen, wo man solche Fäden nun herbekam. Dann verschwand sie auch schon in der Menge. Sie war ehrlich gespannt, wie Cailín die Sache angehen würde. Die Bardin nutzte dann eine recht grundlegende Technik des Taschendiebstahls, führte diese aber durchaus geschickt aus: Das Anrempeln. Doch auch Rosett war mit diesem Trick vertraut. Er eignete sich auch hervorragend, um jemandem auf offener – im Idealfall belebter – Straße ein Messer zwischen die Rippen zu rammen.

Deshalb durchschaute sie das Spiel, drehte sich direkt nach dem Zusammenstoß zu der Bardin um und lächelte gefährlich liebreizend. „Gut gemacht. Neun von zehn Leuten hier hätten nichts gemerkt. Ach was rede ich, mehr noch. Was ich mich aber frage: Ist diese hübsche goldene Sichel drei Goldmünzen und einen Silberfaden wert?“, mit triumphierendem Lächeln zweigte sie die besagte Waffe.
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Cailín

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #161 am: Donnerstag 23 November 2017, 13:33 » Antwort mit Zitat

Cailín riss die Augen auf. Rosetts breites Grinsen brachte die Bardin zum Lachen.

„Du bist ein ziemlich raffiniertes Mädchen.“ Sie streckte die Hand nach der Sichel aus. Die ehemalige Sinn hielt aber wenig davon ihre Beute kampflos abzugeben. Rosett sprang lachend hinaus auf die Gasse und hielt die Sichel über den Kopf, als die Bardin versuchte sie ihr zu entwinden. Das Hol-sie-dir-doch erinnerte Cailín an ihre Kindheit.

„Rosett, gib es zurück. Du ungezogenes Mädchen.“

Lachend lief Cailín hinter der Schwarzhaarigen her, fing die ehemalige Sinn zwar ein, konnte aber aufgrund der kürzeren Arme die Sichel nicht erreichen. Lachend tanzten die beiden umeinander. Einige der Marktbesucher wandten ihnen die Gesichter zu, so mancher schüttelte missbilligend den Kopf über diese Kinderei, andere wieder lachten mit ihnen.

„Du bekommst sie nur, wenn du mich noch einmal überlistest“, forderte Rosett frech und schob den Griff der Sichel unter ihren Gürtel. „Diesmal ohne rempeln. Also los.“

Sofort schlenderte sie los und suchte erneut den Markt auf. Cailín seuftze. Worauf hatte sie sich da bloß eingelassen. Diesmal ging sie einfach hinter Rosett her. Keine Tricks. Die Schwarzhaarige kannte sowieso alle. Es ging diesmal darum ohne Berührung sich eines Gegenstands zu bemächtigen. Den Schritt beschleunigend holte die Bardin auf und spazierte neben der Schwarzhaarigen her.

„Na gut, du hast gewonnen. Ich werde dir die Sichel wohl überlassen müssen. Ein ungehöriger Preis für deinen Unterricht. Aber du hast ihn dir verdient. Das meine ich ehrlich.“ An einem der Stände mit Schmuckstücken blieb Cailin stehen. „Sieh nur, diese Halskette. Was meinst du, würde mir die stehen? Diese mit dem blauen Stein in der Silberfassung.“

Die blitzblauen Augen blickten Rosett direkt an. Der Stein hatte fast dieselbe Farbe. Die ehemalige Sinn ließ sich tatsächlich ablenken, als sie lapidar meinte: „Denkst du, du kannst dir das leisten?“

Cailin zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Viel wichtiger ist mir, ich habe meine Sichel wieder.“ Und lächelte entzückend.

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Shikra

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #162 am: Dienstag 13 Februar 2018, 16:48 » Antwort mit Zitat

Nachdem Shikra der Bibliothek der Akademie einen kurzen Besuch abgestattet hatte, war sie auf dem Weg zurück in den Apothekenturm. Das Wetter war sonnig und gut, also ließ sie sich zu einem Abstecher Richtung Marktplatz hinreißen.
Nach nichts Speziellem suchend schlenderte sie von einem Marktstand zum nächsten und dachte über die Informationen nach, die sie gerade gelesen hatte.

Myriel von Alandyos hatte den Turm vor Jahren erbauen lassen. Das hatte sie überrascht, so hatte sie die Erzmagierin nicht eingeschätzt. Irgendwie konnte sich Shikra die Zauberin nicht in einem Verkaufsgespräch vorstellen, dann schon eher beim Herstellen verschiedener Tränke. Ob Cailin das wohl wusste?

Die Druidin war doch im selben Orden, wie Myriel. Allerdings wusste die Elfe auch nicht sehr viel über die anderen Hohentürmler.

An einem Stand, an dem Tongeschirr verkauft wurden blieb die junge Heilerin ein wenig länger stehen und betrachtete die schön gearbeiteten Trinkgefäße.
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Cailín

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #163 am: Mittwoch 14 Februar 2018, 09:37 » Antwort mit Zitat

"Hübsch, nicht wahr? Das hier gefällt mir besonders."

Cailín zeigte auf eines der goldfarbenen, ziselierten Trinkgefäße. Es juckte sie in den Fingern es einfach mitzunehmen. Doch in letzter Zeit waren die Händler auf dem Marktplatz aufmerksamer als sonst. Keine gute Zeit für Elstern.

Die Bardin äugte unter der Kapuze zu der Elfe hin, neben der sie wie aus dem Nichts aufgetaucht war. Cailín lächelte lieblich.

"Seid mir gegrüßt, werte Shikra. Schön Euch wiederzusehen. Ich darf Euch meinen herzlichsten Dank aussprechen. Der Arm lässt sich wieder schmerzfrei bewegen. Die Narbe an der Schulter ist gänzlich verschwunden."

Was wenig verwunderlich war bei ihrem druidischen Heilfleisch .

"Werdet Ihr einen dieser hübschen Becher erwerben." Cailín beugte sich zu der Elfe hin und senkte die Stimme, so dass der Händler sie nicht verstehen konnte. "Die Preise sind wahrlich geschmalzen, aber so einen Becher hat man immerhin sein Leben lang."

In normalem Tonfall fügte sie hinzu. "Ich kannte ein altes Pärchen, das benutzte seit seiner Jugendzeit dieselben Trinkgefäße, die es zu ihrer Hochzeit bekommen hatte. Das Metall war nur ein wenig matt geworden. Wie gute alte Freunde, immer zuverlässig, immer dort wohin sie gestellt wurden. Ihr ahnt es schon, sie gehörten meinen Großeltern."

Was nicht stimmte, aber es war eine nette Geschichte.
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Shikra

Re:Der Marktplatz von Drachenauge
« Antwort #164 am: Donnerstag 15 Februar 2018, 23:32 » Antwort mit Zitat

Shikra hatte gerade für sich beschlossen bei diesem Stand nichts zu kaufen, weil ihr spontan kein Lieblingsstück ins Auge gestochen war. Doch eine Stimme neben ihr war da anderer Meinung.

Die junge Elfe erschrak, machte einen kleinen Satz zur Seite und hielt die Luft an. Sie sollte es sich dringend abgewöhnen, sich von Stimmen, die plötzlich neben oder hinter ihr auftauchen erschrecken zu lassen.
Die Situation löste sich mit einem befreiten Lachen auf, nachdem die Heilerin erkannt hatte, wer zu der Stimme gehörte.
"Werte Cailin, wie schön Euch gesund und munter wieder zu sehen. Ich glaube," sagte sie mit einem Lächeln, "Ihr habt Euch schon genügend für die Behandlung Eurer Schulter bedankt. Es freut mich, dass es narbenfrei verheilt ist. Da habt Ihr Glück gehabt."

"Das ist eine schöne Geschichte, werte Bardin! Nein, ich denke nicht, dass ich hier und heute einen Becher erwerbe. Ich war vorhin in der Akademie und habe versucht, die Informationen, die ich dort gelesen habe bei einem Bummel über den Marktplatz nochmals durchzugehen und zu verarbeiten," erklärte Shikra mit einer wegwischenden Handbewegung.

"Was hat Euch nach Drachenauge verschlagen? Kauft ihr für Euer Heim in Nuru ein?" Eigentlich ging das die Elfe nichts an, aber da Cailin in die gleiche Richtung gefragt hatte, konnte die Heilerin adäquat kontern.

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