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   Autor  Thema: Das Geheimnis des Wolfsfelsens (Gelesen 1612 mal)
Secundus M. Hora

Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« am: Montag 31 Oktober 2016, 21:58 »

Das Geheimnis des Wolfsfelsens


Runde 1


Laut hallte ein Wolfsheulen durch die Dunkelheit und durchbrach die Stille der Nacht. Selbst in Nurus Gassen war es noch zu hören, und es ließ Menschen und Orks gleichermaßen frösteln. Sie schlossen die Fensterläden, verriegelten die Türen und blieben in ihren Häusern. Zwar hatte Grosh, der Statthalter von Nuru, ein Abkommen mit dem Rest der wilden Jagd getroffen, der noch in den umliegenden Wäldern hauste, aber heute Nacht war etwas anders als sonst, das konnten alle spüren. Und so rückten sie ein Stück näher an die wärmenden Feuer und warteten darauf, das die endlose Nacht vorüber ging...

Ein großer, weißer Wolf saß auf der Spitze eines Hügels und blickte um sich. Er hatte es so lange wie möglich hinaus gezögert, doch nun gab es keine Wahl mehr. In dieser Nacht würde er aufbrechen, und sein Rudel würde ihm folgen. Die Alten, die Jungen, die Starken und die Schwachen. Sie alle würden dem Ruf folgen, den Shir Khan ihnen gesandt hatte.

Die Schnauze von Endris zuckte nervös. Eine aus seinem Rudel fehlte noch. Serafina. Sie hatte ihn gefragt wie der Anführer der wilden Jagd sei, hatte ihn kennen lernen wollen und nun? Hatte sie ihn nicht gehört? Spürte sie nicht den Drang zum Wolfsfelsen zu laufen? Erneut hob Endris den Kopf und heulte, dass einem die Haare zu Berge stehen konnten. Bald würde Phelan mit seinem Rudel eintreffen, und dann würden sie gemeinsam aufbrechen...

~ ~ ~


In Nurus Kaserne brannte unterdessen in einem Zimmer noch Licht. Es war nur eine kleine Gruppe, die sich hier versammelt hatte, denn vor ein paar Tagen hatte Tarlyn vom Silberwald beschlossen, dass es an der Zeit war Darius und Runshak in die Informationen einzuweihen, die Serafina ihr besorgt hatte. Nach vielen Überlegungen hatten die Leiter der Nuruer Kaserne nach zwei weiteren Personen geschickt: Dragoniter Asarra aus Drachenauge, um jemanden mit einer unvoreingenommenen militärischen Sicht auf die Dinge dabei zu haben, und Sir Christian di Asturien, der als Retter des Drachenauges und hervorragender Heiler und Magier die Kämpfer unterstützen sollte.

Nun saßen die fünf an einem Tisch und besprachen die letzten Einzelheiten. Serafina selbst war beim ersten lauten Wolfsheulen in der Nacht derart nervös geworden, das Tarlyn sie zum Wolfsrudel geschickt hatte. Sie sollte mit ihnen ziehen und Spuren hinterlassen, so dass die Soldaten den Wölfen mit genügend Abstand folgen konnten um unentdeckt zu bleiben. Tarlyns Blick wanderte von einem zum Anderen und blieb schließlich an Asarra hängen. Eine Frau unter den Soldaten zu sehen, war gerade hier in Nuru immer noch eine Seltenheit, doch das die Amazone sich zu wehren wusste, sah man ihr deutlich an.

Ich fasse noch einmal zusammen: Serafina sagte Shir Khan lauert am Wolfsfelsen in Aramon. Wir müssen uns also auf ein bis zwei Tagesmärsche gefasst machen und genügend Proviant mitnehmen. Unsere ungefähre Richtung ist damit klar, aber wir werden versuchen den Spuren der Wölfe zu folgen, und den Zeichen, die Serafina uns hinterlässt. Wir wissen, dass Shir Khan alle Lykantrophen der wilden Jagd zu sich ruft – nur warum, das wissen wir nicht. Es gilt also heraus zu finden, was der alte Wolf vor hat, und ob wir dem Wort von Endris trauen können, der mit uns einen Pakt geschlossen hat. Und das möglichst ohne aufzufallen, damit der Überraschungsmoment für einen eventuellen späteren Angriff auf unserer Seite liegt. So weit, so gut. Hat noch jemand Fragen? Wenn nicht würde ich vorschlagen, wir machen uns bereit zum Aufbruch.
« Letzte Änderung: Montag 31 Oktober 2016, 22:14 von Myriel » Gespeichert
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Phelan

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #1 am: Dienstag 01 November 2016, 21:25 »

Während in anderen Häusern die Fensterläden geschlossen wurden, klapperten die vor einem der Fenster im ersten Stock der Roten Laterne ungestört im Wind. Der Pächter hatte seine Kammer auf diesem Weg bereits in der Abenddämmerung verlassen und war über das Dächermeer aus der Stadt geschlichen. Von einer versteckten Lichtung aus lauschte auch er dem Heulen. Konnte es wirklich sein, dass Endris sein Rudel noch nicht beisammen hatte? Die Wölfe, die Phelan umringten, waren vor Ungeduld kaum mehr zu halten.

Anders als beim weißen Alpha gab es hier zum Glück nur wenige Welpen und alte Lykantrophen, um die sie sich kümmern mussten. Trotzdem konnte er nur hoffen dass sie alle das Ziel wohlbehalten erreichen würden. Ein Ziel, zu dem ihn abgesehen von den Ketten, die ihm seine Position im Rudel auferlegt hatte, kaum etwas zog. Dafür wären ihm auf Anhieb ein Duzend Gründe eingefallen zu bleiben.

Doch die Macht Shir Khans war einfach zu stark und so gab er mit einem unwilligen Knurren den Befehl zum Aufbruch. Er spürte förmlich, dass dieser Mangel an Begeisterung bei einigen im Rudel nicht gut aufgenommen wurde, aber das interessierte ihn im Moment wenig. Und so setzte er sich ohne darauf einzugehen in Bewegung. Ihr Weg führte auf gewundenen Wildwechseln und durch dichtes Unterholz bis zu dem Hügel, auf dem Endris bereits wartete.

Ganz selbstverständlich ließ Phelan seine Begleiter am Fuß der Anhebung zurück, während er selbst mühelos hinaufspurtete, um seinen Platz an der Seite des großen weißen Wolfes einzunehmen. Sein Rudel nochmal auf diese Reise ins Ungewisse einzustimmen war nicht nötig. Schließlich waren sie Teil der Wilden Jagd und sich durchaus bewusst, was das bedeutete. Dennoch mochten einigen von ihnen in diesen Momenten ähnliche Gedanken durch den Kopf gehen, wie ihm. Denn wirklich viel über das, was ihnen bevorstand, wusste keiner von ihnen.
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Serafina

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #2 am: Donnerstag 03 November 2016, 18:16 »

Die Trauer um Lykhe lenkte Serafina immer wieder von der Besprechung ab. Viel lieber wäre sie losgelaufen um ihn zu suchen. Ob er in die Fänge von Shir Khans Schergen geraten war? Auch Svarog war schon eine ganze Weile abgängig und beide Lykaner hatten oft zusammen Nachtwache geschoben. Stimmte die Befürchtung, dass der wortkarge Svarog ein Spion gewesen sein konnte? Oder waren sie beide in eine Falle geraten? Serafinas Gedanken gerieten durcheinander. Von Taryln wegen ihrer Unaufmerksamkeit ermahnt redete sich die Dragoleutnant darauf hinaus, über die Wegmarkierungen nachzudenken, welche sie für die Verfolger anbringen sollte. Wie sehr vermisste sie Lykhes Rat. Eines seiner Märchen kam ihr in den Sinn, in dem zwei Lykanerwelpen eine Nachtwanderung unternahmen und den Rückweg mit kleinen Fleischbröckchen markierten. Leider fraßen die bösen Füchse die Markierungen ratzefatz auf und so fanden die Welpen nicht mehr den Weg zurück und verirrten sich im Wald. Füchse, ein lästiges Volk.

Fleisch stand also außer Frage. Brotkrumen ebenfalls, die würden von Krähen gefressen. Für Kieselsteine, wie einer der Orks vorschlug, hätte sie einen ganzen Rucksack voll Steine mit sich herumschleppen müssen. Von wegen Unauffälligkeit und so.

Der Treffpunkt des Rudels war zwar bekannt, doch niemand wusste, an welcher Stelle Endris den Wald verlassen und den Malyefluss überqueren würde. Voraussichtlich an einer seichten und nicht allzu breiten Stelle. Auch war unsicher, ob die beiden Rudel bis zum Wolfsfelsen laufen würden oder ob Shir Khan die Lykaner an einem anderen Ort in Aramon empfangen würde. Denn die Wanderung eines derart großen Lykanerrudels würde Aufmerksamkeit erregen und Neugierige anlocken. Das Letzte, das Shir Khan gebrauchen konnte, waren schaulustige Zeugen und Schnüffler.

Serafina hatte Hauptmann Darius erzählt, was sie von Endris erfahren hatte. Sie hatten abgesprochen, was Taryln erfahren sollte und was nicht. Vor allem blieb es ihrer beider Geheimnis, dass Endris nicht in allem mit seinem Erschaffer einer Meinung war. Bisher jedoch war es für den weißen Alpha nie in Frage gekommen Shir Khan zu widersprechen, wenn er überlebe wollte.

Glaub mir, Du willst ihn nicht besuchen, er ist weder gesellig noch sehr gesprächig, und er setzt seine Forderungen recht brutal um, hatte Endris zu ihr gesagt. Die Worte ließen sie die Nackenhaare sträuben, wenn sie daran dachte dem brutalsten der Alten in wenigen Tagen gegenüber zu stehen. Ob er unbesiegbar war?

Tarlyn riss Serafina erneut aus ihren Gedanken. "Ja, Hauptmann, ich weiß nun welche Markierungen ich setzen werde. Sie werden sich abwechseln. Bis ich in Sichtweise des Treffpunkts gerate, werde ich kleine bunte Stoffstreifen neben den Weg zum Wald hin werfen. Zwischen Bäumen folgt den Spuren der Waldläufer: Ich werde immer zwei Äste direkt nebeneinander brechen. Das Rudel wird zudem reichlich Pfotenspuren hinterlassen. Sollten wir felsigen Untergrund erreichen, achtet auf spezielle Kratzspuren im Stein." Mit Kohle zeichnete die Dragoleutnant auf ein Blatt Leinenpapier, welches Zeichen sie meinte. "Außerdem rate ich davon ab, dass Hauptmann Darius uns in seiner Drachengestalt folgt. Dies wird Endris alarmieren. Er ist nicht dumm und weiß genau, dass die Schwarzklaue einen Eisdrachen in seinen Reihen hat."

Das drängende Geheul des weißen Alphas ließ sie zunehmend unruhig werden. Warum nur hatte Taryln die Besprechung so spät angesetzt? "Verzeiht, Hauptmann, ich muss los, wenn ich nicht auffallen soll. Es ist der dritte Ruf. Der vierte wird Misstrauen oder eine Strafe nach sich ziehen."

Damit packte Serafina die wenigen Habseligkeiten, die in Beuteln an ihrem Brustgeschirr befestigt wurden, und raste los. Auf allen Vieren jagte sie in ihrer Wolfsgestalt dahin, ja, sie flog schier über die abgemähten Wiesen. Bereits auf dem Weg querfeldein Richtung Wald ließ sie einzelne Stofffetzen fallen. Kaum in den Wald eingetaucht, verteilte sie ein paar mehr in den Sträuchern neben dem Wildpfad, dem sie folgte. Als der konzentrierte Geruch der versammelten Lykantrophen strenger wurde, änderte Serafina ihre Markierungen. Hier zwei Äste, dort wieder zwei. Hastig bahnte sie sich ihren Weg, bis das Rudel von Phelan in Sichtweite kam.

Serafina brummte eine Begrüßung, links, rechts, und trabte mit erhobenem Schädel weiter, an dem Rudel ihres Gildenmeisters vorbei hin zu dem von Endris. Lyressa freute sich tierisch, die Wolfsschwester zu sehen. Hatte die Rotbraune geglaubt, Serafina würde zurückblieben? Genau wie Herma, der regelrecht erleichtert aussah. Endris hingegen verzog kein Barthaar. Srafina blieb unterhalb des Hügels stehen, die lange Zunge baumelte hechelnd aus dem Maul, und erklärte schnaufend: "Verzeiht die Verspätung, ehrwürdiger Endris, es war schwierig sich aus der Kaserne zu entfernen, ohne dass meine Abwesenheit misstrauisch beäugt wird. Doch ich habe vorgesorgt. Die nächsten Stunden wird mich niemand vermissen. Äh, und... verzeiht mir bitte, dies sagen zu müssen: Ich kann immer noch nicht schwimmen."
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Hibernus

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #3 am: Sonntag 06 November 2016, 15:38 »

Die späte Versammlung in der Kaserne war etwas, dass er schon seit einiger Zeit erwartet hatte, seit dem Tag an dem Serafina ihm mitgeteilt hatte, dass Shir Khan sich möglicherweise beim Wolfsfelsen in Aramon aufhielt und die Rudel der Wilden Jagd dorthin rief.

Was ihn an der Versammlung überraschte war die Anwesenheit von Asarra und Christian. Bei Christian konnt er es durchaus verstehen, da dieser in ganz Dragonia bekannt und ein mächtiger Magier, Heiler und Kämpfer war. Auch Asarra gehörte zu den starken Kriegern und war wohl einer der Besten aus der Kaserne von Drachenauge... Tarlyn musste sich schon etwas dabei gedacht haben und er persönlich begrüßte ihre Anwesenheit.

Jedenfalls waren für ihn die Eröffnungen von Tarlyn nichts Neues, besonders wenn er ihren letzten Bericht bedachte. "Ähnliches habe ich von Serafina ebenfalls gehört. Endris hat sein Rudel hier so lange gelassen, weil die 'Welpen' die Reise sonst nicht schaffen würden. Ich nehme an dass es Kinder sind, die nach der großen Schlacht in den umliegenden Dörfern infiziert wurden und erst jetzt für diese Reise bereit sind. Das sollte uns die Sache erleichtern, da es sie etwas verlsangsamen wird, besonders wenn sie den Malyefluss überqueren..."  Er tippte auf die Karte, wo der Fluss Dragonia und Aramon trennte und zog eine ziemlich gerade Linie zwischen Nuru und dem Wolfsfelsen.

"Im Falle eines Überraschungsangriffs sollten wir vorher herausfinden was Shir Khan vorhat und uns dann auf ihn konzentrieren. Sollte er getötet oder schwer verletzt werden, könnte die Wilde Jagd bedeutend geschwächt werden. Viele der Alphas folgen ihm aus Furcht, statt aus Überzeugung. Serafina wird euch dies sicher auch mitgeteilt haben Tarlyn." Der Elfdrache blickte kühl zu der Frau hinüber, welche die Kaserne in der schweren Zeit der Besetzung durch Taros angeführt hatte. An ihrem Verstädnis oder ihren Fähigkeiten die Gelegenheiten zu erkennen hatte er keinen Zweifel. Kurz überlegte er ob es nicht noch etwas gab, dass sie übersahen...

"Es... könnte auch sein dass es da noch jemanden gibt, der ihn herausfordern könnte, sollte er geschwächt werden, außer Endris." , begann er zögerlich, da er sich in dieser Sache nicht sicher war. "Phelan, der Besitzer der Roten Laterne, ist ebenfalls einer der Alphas der Wilden Jagd und wird sein Rudel wohl auch zum Wolfsfelsen führen. Über seine Loyalitäten bin ich mir nicht ganz im Klaren, doch wirkte er nie wie jemand auf mich, der sich gerne in große Konflikte einmischte. Es könnte sich lohnen ihn ebenfalls zu kontaktieren. Was meint ihr Runshak? Ihr habt ebenfalls schon mit ihm zusamen gekämpft Christian und ihr seid mit ihm im Orden des Seins Asarra." Nacheinander sah er die Anderen Anwesenden erwartungsvoll an. Ihre Einschätzung wäre hierbei wertvoll, da er selbst nur selten mit Phelan zu tun hatte.
« Letzte Änderung: Sonntag 06 November 2016, 15:43 von Darius » Gespeichert
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Christian

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #4 am: Sonntag 06 November 2016, 18:26 »

Christian war etwas überrascht gewesen, als er die Nachricht von Tarlyn erhalten hatte, aber da es um Shir Khan ging und dieser recht zäh war, brauchte man wohl etwas magische Unterstützung, um ihn kleinzukriegen. So saß auch der Retter des Drachenauges im Besprechungszimmer. Mit Asarra und Darius hatte er bereits einige Kämpfe überstanden, nur der Ork war ihm noch relativ fremd, aber da es sich bei diesem um einen der hiesigen Hauptleute handelte, würde der Magier ihm wohl vertrauen können. Und Tarlyn war immerhin diejenige, die ihn um Hilfe ersucht hatte. So wie er die Lage verstand, ging es darum, Shir Khan zumindest soweit zu schwächen, dass ein Dragonia gegenüber neutraler eingestellter Rudelführer die Wilde Jagd übernehmen konnte. Nur dass Phelan ebenfalls ein Alpha der Wilden Jagd war, ließ den Magier leicht ungläubig dreinblicken.

Phelan ist...ja, wir haben bereits Seite an Seite gekämpft, weswegen mich diese Offenbarung nun doch überrascht. Aber wenn wir zwei uns gewogene Kandidaten haben, ist das nur umso besser.

Auch wenn sich der Hohentürmler fragte, wie er dem bekannten Lycantrophen in Zukunft gegenübertreten würde. Aber solange dadurch unschuldige Leben geschützt wurden, sollte man sich arrangieren können.

Nun, wenn nichts dagegen spricht, würde ich mein Kamel gerne hier in der Kaserne lassen, das riechen unsere befellten 'Freunde' bestimmt einige Meilen gegen den Wind. Den Weg selbst werde ich dann als Fischadler zurücklegen, wenn nichts dagegen spricht.

Immerhin könnte er so auch einen guten Späher abgeben, ohne gleich aufzufallen wie Darius in seiner Drachengestalt.

Ansonsten können wir von mir aus aufbrechen.
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Asarra

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #5 am: Sonntag 06 November 2016, 20:16 »

Die Amazone war einigermassen überrascht gewesen, als ein Brief sie in Nighton erreicht hatte. Das Siegel der Stadtwache aus Nuru war dann ebenfalls nicht unbedingt dazu geeignet, viel zu erklären. Die Notiz ihres eigenen Hauptmannes allerdings schon. Die Nuruer Kaserne hatte um ihren Beistand in einer Sache gebeten, die gut und gerne bald auch das ganze Königreich betreffen konnte. Daher - und auch weil von Salis es vermutlich begrüsste wenn jemand seiner Leute überall die Nase drin hatte - wurde sie einmal mehr vom regulären Dienst freigestellt um der Sachen nachzugehen.

Asarra reiste also nach Nuru, was ihr ohnehin gelegen kam, plante sie doch schon lange Naveen dem Schneider einen Besuch abzustatten. Mal sehen ob er die Nachfolge von Amras verdient angetreten hatte. Ihren Hengst stellte sie in die Kaserne und bald fand sie sich in einem Besprechungszimmer wieder, in dem viele bekannte Gesichter ernste Pläne erörterten.

Die grosse Schwarzhaarige stand stumm am Kartentisch, die Arme vor der Brust verschränkt. Aufmerksam hörte sie den anderen zu. Sie hatte bisher nicht viel Erfahrungen mit der wilden Jagd gemacht, allerdings schon viel von ihr gehört. Im Moment hegte sie Zweifel, wie ihr kleines Grüppchen am Wolfsfelsen mitten in die Lykantrophenschar eindringen und ausgerechnet den wohl grausamsten Alpha aller Zeiten umlegen sollte. Andererseits hatten sie Christian dabei, der konnte vermutlich alle Wölfchen zu Asche werden lassen, den Felsen gleich mit. Und daraus dann ein Blümchen wachsen lassen oder so.

Daher nickte sie als Christian geendet hatte. "Die Wölfe werden trotz der Kleinen vermutlich erheblich besser zu Fuss sein, daher werden wir wohl schon jetzt einen genügend grossen Abstand haben, um die Verfolgung aufnehmen zu können."
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Runshak

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #6 am: Montag 07 November 2016, 00:14 »

Zu Runshaks Überraschung fand an diesem Abend noch eine Besprechung statt. Hatte es womöglich mit den Fällen von verschwundenem Kasernenpersonal zu tun. Soweit er wusste waren ihnen im Verlauf des letzten Jahres ein Ork – der Koch – und zwei Lykaner abhanden gekommen. War es etwa doch nicht nur natürliche Fluktuation und es steckte mehr dahinter. Oder es hing mit dem Wolfsgeheul zusammen, das seit Einbruch der Nacht zu hören war. Jedenfalls machte es keinen Sinn, sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Schließlich würde der Hauptmann in Kürze die Antwort erfahren.

Im Besprechungszimmer traf er außer Tarlyn und Darius auch zwei Leute von außerhalb: Dragoniter Asarra aus der Hauptstadt sowie den Magier di Asturien. Der Ork wusste zwar, dass sich die beiden in der Stadt aufhielten, jedoch hätte er nicht gedacht, dass sie in die Kaserne kommen würden. „Ach Moment mal... hatte mir mein Schreiber vorgestern nicht irgendetwas in der Richtung vorgelesen? Ich sollte mir wohl angewöhnen, ihm besser zu zu hören...“ Als alle am Tisch Platz genommen hatten, resümierte die ehemalige Leiterin der Schwarzklaue noch einmal die Situation für alle Anwesenden. Die fünf Krieger würden sich auf eine Aufklärungsmission zum Wolfsfelsen in Aramon begeben, um heraus zu finden, was der Anführer der Wilden Jagd im Schilde führte und um Informationen für einen eventuellen Überraschungsangriff zu sammeln.

Darius begann schon mit der Planung für den Angriff selbst und für dessen mögliche Folgen. Phelans Verbindung zur Wilden Jagd war Runshak neu. Oder gehörten am Ende alle Lykaner zu der Gruppe? Der Offizier würde sich auf jeden Fall nicht die Blöße geben, es als einziger nicht gewusst zu haben und versuchte so informiert wie möglich zu wirken. „Ich glaube nicht, dass Phelan irgendwelche Bestrebungen hat, Shir Khans Platz einzunehmen.“ antwortete er auf Darius Frage „So wie ich ihn kenne, wäre ihm die Rolle als oberster Leitwolf zu lästig. Die Frage, wer in dieser Situation auf wessen Seite steht, halte ich für wichtiger. Was wissen wir über Shir Khan? Welche Art von Einfluss hat er auf die anderen Lykaner? Dieser übergroße Flohzirkus könnte womöglich den Willen der anderen Lykaner beeinflussen - so ähnlich wie Vampire das mit ihren Opfern machen. Sollte das der Fall sein, weiß ich nicht, ob wir überhaupt Serafina trauen können.“ Die Grünhaut wusste von was er sprach. Würden sie gegen Baal selbst in die Schlacht ziehen, könnte er nicht mit Sicherheit sagen ob er oder irgendein anderer Ork dem Einfluss des dunklen Herrschers widerstehen könnte.

„Wie wollen wir sie verfolgen? Wenn wir zu viele Pferde dabei haben, könnten sie womöglich ihre Witterung aufnehmen.“
« Letzte Änderung: Montag 07 November 2016, 00:25 von Runshak » Gespeichert
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Amarok

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #7 am: Montag 07 November 2016, 01:42 »

Nacheinander legten Christian, Asarra und Runshak ihre Ansichten zu der Situation dar. Am überraschendesten schien die Verbindung Phelans zu der Wilden Jagd zu sein. Er selbst würde es auch nicht an die große Glocke hängen, wenn er ein Teil davon wäre und in Ruhe gelassen werden wollte. Von Runshak bekam er die wohl beste Einschätzung von Phelans Charakter und sie deckte sich mit dem, was er selbst von ihm wusste und was Serafina ihm erzählt hatte.

Trotzdem schüttelte er verneinend seinen Kopf, als sein Runshak seine Mutmaßungen bezüglich Serafina zum Besten gab. "Die Verbindung der Lykantrophen untereinander ist eine andere, als die zwischen einem Meistervampir und seinen Schöpfungen. Auch Wölfe besitzen noch einen eigenen Willen, selbst wenn sie sich einem Alpha untergeordnet haben. Eurer Einschätzung nach wird Phelan also keinen Kampf mit Shir Khan anfangen, solange es sich vermeiden lässt. Das kann uns wohl auch recht sein, solange wir ihn davon überzeugen können von Shir Khan Abstand zu nehmen. Was ich über den Lykantrophen weiß sind folgende Dinge:

Er gehört zu jenen ersten Werwölfen, die von den Drow erschaffen wurden. Daher ist er sehr langlebig und um einiges stärker als normale Lykantrophen und wilder als diese. Außerdem hat er vor der... Wiedererweckung Côrs, hier in Nuru, als eines seiner Gefäße gedient. Dies weiß ich dank einer Aussage von Silvana da Remyth, der Statthalterin von Nighton, und er ist seinem Patron gegenüber loyal. Wir müssen also mit einer Verbindung zwischen diesen beiden rechnen. Was ich nicht weiß ist, wie lange er schon die Wilde Jagd anführt, doch nicht alle Lykantrophen gehören zu ihnen. Es gibt meines Wissens nach auch eine Gruppe freier Lykantrophen im Norden, die nicht den gefallenen Sänger verehren.

Shir Khan ist also für die Lykantrophen eine Art Vaterfigur und er hält seine Position mit roher Gewalt. Die wenigsten werden sich ihm widersetzen, daher ist Endris Position in diesem Konflikt ungewiss, auch weil wir nicht wissen, ob das Büdnis mit Nuru ernst gemeint war oder nur ein Vorwand um für Taros zu spionieren."


Das waren schon eine ganze Menge Informationen die er hier ausbreitete. Doch es war nicht alles, was er über diesen Konflikt wusste. Seine stramme militärische Haltung hatte er während dieser ganze Rede auch nicht verändert, da Körpersprache und Haltung ja eine bewusste Handlung in dieser Gestalt waren und nicht natürlich für ihn kamen. Momentan sah er jedenfalls fest zu Runshak, aber auch die anderen sah er kurz an.

"Was die Verfolgung angeht werde ich..." , begann er und seine ganze Erscheinung schien unscharf zu werden, die Rüstung begann Fell zu spriesen und in wenigen Sekunden war aus dem Elfen ein zwei Meter großer Lykantroph mit hellem Fell geworden. "wohl helfen können." , kamen die letzten Worte etwas knurrig. "So geübt wie Serafina bin ich nicht, aber die Spur eines ganzen Rudels aufzunehemen ist nicht schwierig. Weit genug dürften sie wohl mittlerweile sein, damit wir die Spur aufnehmen können ohne entdeckt zu werden, wie ihr sagtet Asarra."

Seine Ohren waren dabei aufmerksam nach vorne gestellt und sein Schweif wedelte sachte, da er sich teilweise durchaus auf diese Jagd freute und seine Schnauze zuckte leicht, als er die Gerüche der Anwesenden aufnahm um sie später von den Spuren getrennt halten zu können.

-3 Mana für Verwandlungen und gepatzten Wandlungsversuch
« Letzte Änderung: Montag 07 November 2016, 04:45 von Darius » Gespeichert
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Secundus M. Hora

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #8 am: Montag 07 November 2016, 21:02 »

Runde 2


Endris hörte sie kommen, bevor er sie sah: das Knacken eines Zweiges hier und da, Blätter, die über den Boden raschelten, leises Gebrummel, wenn sie sich miteinander unterhielten. Dann tauchte Phelans Rudel aus dem Unterholz auf, mit seinem Alpha an der Spitze. Zufrieden bemerkte Endris, dass die Wölfe sich ohne Murren an Phelans Anweisung hielten unten am Hügel zu warten. Noch vor einigen Monden wäre das undenkbar gewesen, doch Phelan hatte inzwischen gelernt die Rolle des Rudelführers zu übernehmen.

Endris begrüßte den anderen Alpha angemessen, doch seine Gedanken waren bei Serafina. Er wollte die junge Lykanerin nur ungern bei den Menschen zurücklassen, wenn er selbst nicht wusste, ob und wann das Rudel zurück kehren würde. Dennoch, es nutzte nichts, sie konnten nicht länger warten. Da näherten sich schnelle Schritte, und Endris Ohren zuckten nach oben. Es war tatsächlich Serafina, die sich zu ihrem Glück nicht lang damit aufhielt die anderen Rudelmitglieder zu begrüßen, sondern recht zügig zu ihm hinauf eilte um ihm ihre Verspätung zu erklären.

Der große, weiße Wolf ließ sich seine Erleichterung nicht anmerken, immerhin stand Phelan neben und zwei Rudel Lykantrophen in unmittelbarer Umgebung von ihm. So brummte er nur ein:

Es wird Zeit das Du kommst. Die Menschen werden ohnehin bemerken, dass Du fort bist, denn ich bezweifle das wir so schnell wieder zurückkehren werden. Und was das Schwimmen betrifft: damit befassen wir uns, sobald es nötig ist.Vermisst Du noch jemanden Phelan, oder können wir aufbrechen?

Er schaute Phelan fragend an, wartete kurz auf seine Zustimmung, dann setzte er sich gemeinsam mit dem anderen Alpha in Bewegung und trabte los. Ihr Tempo war nicht allzu schnell, damit auch die jungen Wölfe, die inzwischen ein ganzes Stück gewachsen waren, gut mithalten konnten.

Der Weg, den die Lykaner wählten, war einsam und führte durch die Wälder, die um Nuru lagen. Solange sie noch in ihrem Revier waren, würden sie unbemerkt bleiben, da war sich Endris sicher, und das war vorerst der Fall, bis sie das Ufer des Malyeflusses erreichen würden. So gab es beim Laufen noch keine festen Strukturen in dem nun doppeltem Wolfsrudel, und die Lykantrophen liefen in einem lockeren Verband durch den Wald. Endris trabte eine Weile schweigend neben Phelan, bevor er fast beiläufig eine Frage stellte:

Wie lange hörst Du seinen Ruf schon? Ich hatte gehofft wir könnten hier bleiben – aber das Rudel ist zu unruhig geworden. Rastlos, nervös... und aggressiv.

fasste er in wenigen Worten seine Beobachtungen der letzten Tage zusammen. Mehr als einmal waren harmlose Balgereien zu bitterem Ernst geworden und selbst die jüngsten Männchen des Rudels hatten mit Rangkämpfen angefangen, die normalerweise etwas länger auf sich warten ließen.

Lyressa hatte sich unterdessen neben Serafina eingereiht, sichtlich erleichtert und erfreut, dass die junge Lykan es noch rechtzeitig geschafft hatte.

Ich hatte schon Angst das Du doch nicht mitkommst und in dieser Kaserne bleibst, Serafina. Endlich geht es los. Was glaubst Du, warum Endris so lange mit dem Aufbruch gewartet hat? Ich war schon drauf und dran allein aufzubrechen. Warum Shir Khan uns wohl gerufen hat? Es muss irgendetwas sehr wichtiges sein...

~ ~ ~


Tarlyn hörte sich in aller Ruhe an, was die Andren zu sagen hatten. Sie stimmte Ihnen in den meisten Dingen zu, doch einer von Darius Vorschlägen ließ eine Falte auf ihrer Stirn entstehen.

Ich bezweifle, dass wir die Gelegenheit bekommen werden Shir Khan anzugreifen. Wenn ich Serafina richtig verstanden habe, ruft er die gesamte wilde Jagd zu sich – das werden mehrere hundert Lykaner sein. Wir sollten keinerlei Risiko eingehen, unser wichtigster Auftrag ist es die Informationen heil nach Nuru zu bringen. Trotzdem verstehe ich Euren Hinweis Hauptmann Darius, sollte sich wider Erwarten doch eine Chance ergeben, sollten wir sie nutzen.
Sir Christian, Ihr könnt Euer Kamel selbstverständlich in der Kaserne lassen. Ich würde vorschlagen wir gehen zu Fuß, da unser Weg über den Malyefluss und durch die Schwanenmarschen führen wird. Ein sumpfiges Gebiet – Pferde werden uns dort nur behindern. Durch unser Training sollte der Marsch für uns kein Problem darstellen, und unser Zivilist wird ja ohnehin fliegen. Lasst uns also aufbrechen.


Nachdem alle ihr Marschgepäck geschnürt hatten und bereit für den Aufbruch waren, ging es los. Welches Stadttor sie nehmen sollten, hatte Serafina ihnen vor ihrem Aufbruch noch mitgeteilt. Und auch welchem Pfad sie folgen sollten war zumindest für den Anfang klar. Tarlyns Augen gewöhnten sich nur langsam an die Dunkelheit.

Meint Ihr wir können es riskieren Fackeln anzuzünden?

fragte sie in die Runde, als der Pfad immer schmaler wurde, und sie sich zum wiederholtem Mal von einer Brombeerranke befreien musste. Schließlich war der Weg kaum mehr als ein Wildwechsel. Als dieser von einem zweiten Wildwechsel gekreuzt wurde, blieb die Gruppe unschlüssig stehen. Wo hatte Serafina bloß ihre Zeichen gesetzt?
« Letzte Änderung: Montag 07 November 2016, 21:03 von Myriel » Gespeichert
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Phelan

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #9 am: Dienstag 08 November 2016, 23:19 »

„Alle haben sich eingefunden und ich hätte sie kaum davon abhalten können“, erwiderte Phelan einem bestätigenden Nicken. Es war schon bezeichnend, dass ausgerechnet die beiden Alphas dem Aufbruch am wenigsten entgegenzufiebern schienen. Dennoch gaben sie den stummen Befehl und keiner der beiden unternahm einen Versuch den anderen davon abzuhalten.

Eine gute Weile folgten sie ihrem Weg schweigend und das schwierige Terrain stellte dabei kein Hindernis für sie dar. Dann fragte Endris nach dem Ruf. „Ein paar Tage. Ich vermute etwa so lange wie Du.“ Anfangs hatte der Krieger noch versucht dieses innere Zerren zu ignorieren und im Nachhinein war es schwer zu sagen, wie erfolgreich er darin gewesen war sich selbst zu belügen und ob er es schon vorher vernehmen hätte können.

Auch den weiteren Beobachtungen des weißen Wolfes pflichtete er mit einem Nicken bei. Es hatte Reibereien in seinem Rudel gegeben und er hatte mehr Zeit als gewöhnlich in den Wäldern verbringen müssen, um es am Laufen zu halten. Selbst sein letzter Besuch in der Roten Laterne hatte eigentlich nur dazu gedient ein paar Sachen zu holen und eine Nachricht für seine Gefährtin zu hinterlassen.

Und Endris Wölfe waren zahlreicher und tendenziell stärker, als die seinen. Nur bedeutete das größere Potential in diesem Fall vor allem mehr Konfliktpotential. Zudem musste er sich um weit mehr und vor allem jüngeren Nachwuchs sorgen. Zumal sich die meisten Nachzügler, die vor den Strapazen der Reise zum Wolfsfelsen zurückgeschreckt waren, ihm angeschlossen hatten.

Auch wenn sich der weiße Alpha diesbezüglich nicht äußerte, konnte sich Phelan nachvollziehen, was ihm in den letzten Tagen abverlangt worden war. Auch wenn er es gut zu verbergen wusste machte er einen müden Eindruck auf seinen Leidensgefährten. „Doch jetzt, da wir zu unserem Ziel aufgebrochen sind, scheinen sie sich zu beruhigen“, bemerkte der schwarze Wolf mit einer Spur von Bitterkeit in seiner Stimme.
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Serafina

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #10 am: Freitag 11 November 2016, 18:11 »

Der Rangordnung entsprechend präsentierte Serafina auch vor Phelan die Kehle. Im Gegensatz zu Endris fehlte Griesgram die majestätische Eleganz und Geschmeidigkeit. Wie konnte ein Lykan wie der weiße Alpha der Sohn eines Schlächters wie Shir Khan sein? Serafina himmelte Endris stumm an und wünschte sich einmal mehr, er wäre wie Wamblee – frei und unabhängig. Es tat ihr in der Seele weh ihn zu hintergehen. Ihm Verfolger auf die Spur zu lenken. Doch es ging nicht um Endris. Der weiße Lykan war bloß derjenige, der die Soldaten Nurus zum eigentlichen Ziel führen sollte. Inständig betete Serafina, Endris möge niemals ihr Doppelspiel durchschauen. In ihrer höchst eigenen Vorstellung bestand die Hoffnung, dass sich der weiße Alpha von seinem „Vater“ distanzieren würde.

Ebenfalls der Rangordnung entsprechend reihte sich Serafina weiter hinten im Rudel ein. Es war ihr nur recht, so konnte sie leichter ihre Markierungen setzen. Wenn es auch alles andere als einfach war, unbeobachtet Zweige zu knicken. Die Spuren der beiden Rudel waren trotz der große Anzahl Lykaner schwer auszumachen. Es hatte wenig geregnet, der Boden war fest und die Wölfe bewegten sich auf "leisen" Pfoten durch den Wald. Im Gegensatz zu Menschen und Orks trampelten Wölfe eben nicht wie dumpfe Ochsen durch die Gegend. Daher animierte Serafina die inzwischen halbwüchsigen Welpen dazu wild drauflos zu tollen, damit sie möglichst viele Zweige abrissen oder den Farn zertrampelten. Das sollten selbst sinnesarme Stümper wie Orks oder Menschen durchaus schaffen zu "lesen".

Herma war von seinen männlichen Rudelgenossen abgelenkt, daher reihte sich Serafina unbehelligt neben Lyressa ein. Die Grauweiße mochte die Rotfellige gern. Serafina musste sich eingestehen, dass sie viel mehr Zeit mit dem Rudel der Wilden Jagd verbrachte als mit jenem von Wamblee, und dass sie weit mehr Zuneigung zu den Wölfen von Endris empfand, wohl auch, weil sie die Lykaner Nurus länger kannte.

„Ach ja, weißt du, Lyressa…“ Serafina strauchelte, als sie von einem der Jungtiere anrempelt wurde, und nutzte die Gelegenheit zum Setzen einer Markierung. „… ich bin wirklich gerne bei den Nachtjägern. So eine Aufgabe zu haben, das ist eine tolle Sache. Immerhin bin ich inzwischen Dragoleutnant und brauche mir von den kaltschnäuzigen Spitzohren nichts mehr gefallen zu lassen. Aber ich könnte niemals ohne euch zurückbleiben. Nein, das könnte ich nicht, ich habe es mir überlegt. Auch wenn ich nur selten beim Rudel sein kann, ihr seid mir ans Herz gewachsen.“

Was leider stimmte. Sie hatte es nicht geschafft, völlig unberührt von ihrer Spionagetätigkeit zu bleiben. Sie hätte sich emotional besser distanzieren müssen. Und ohne Lykhe, der sie zärtlich "Ponika" genannt hatte, gab es tatsächlich keinen Grund mehr in Nuru zu bleiben.

„Mir hat Endris gesagt, er wollte den Welpen die Möglichkeit geben, stark genug für die Reise zu werden. Wenn ich mir die drei Rabauken so ansehe, ist der Zeitpunkt gut gewählt. Die strotzen ja nur so vor Abenteuerlust. Die wird ihnen spätestens vergehen, wenn sie den Fluss sehen. Mir übrigens auch. Ich stehe auf Kriegspfote mit Wasser.“

Die Lykana schüttelte sich, als wollte sie unsichtbare Nässe aus dem Fell schleudern. „Ich bin schon so sehr auf Shir Khan gespannt. Wie ist er denn so? In der Kaserne zittern alle, wenn sie nur seinen Namen hören. Selbst todesmutige Orks wie Hauptmann Runshak scheinen vor unserem stärksten Alpha Respekt zu haben. Vielleicht ruft er uns, weil er seine Rudel wieder vereint haben möchte? Oder weil es in Aramon viel schöner ist als hier in Dragonia? Warst du schon mal in Aramon? Ich hatte da mal einen Auftrag, in Naha…“

Und so plauderte Serafina dahin und vergaß für eine Weile, die Markierungen zu setzen.
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Christian

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #11 am: Samstag 12 November 2016, 13:08 »

Der Magier nickte sachte zu der Bestätigung, dass er Daodra in der Kaserne lassen durfte und sah Tarlyn anschließend nur leicht nachdenklich an, denn offensichtlich hatte sie ihm mit der Bezeichnung "Zivilist" gemeint. Streng genommen war er das wohl inzwischen, auch wenn er dennoch über die soldatischen Gepflogenheiten durch seine eigene frühere Tätigkeit als Mitglied der Stadtwache seiner Geburtsstadt und als ehemaliger Statthalter von Nighton ausreichend informiert war, um im Notfall das Kommando zu übernehmen, selbst wenn er das ungern tat. Doch mit den ganzen erfahrenen Offizieren hier würde er wohl kaum in diese Verlegenheit kommen.

Da Christian ohnehin immer Proviant für mehrere Tage dabei hatte, stockte er diesen nur unwesentlich auf, bevor er sich wie angekündigt in einen Fischadler verwandelte und schonmal etwas vorausflog, um zu schauen, ob er Serafinas Markierungen entdecken konnte. Allerdings war er ja kein Waldläufer oder ähnlich ausgebildeter Spurenleser, so fand er nichts Wegweisendes und flog daher nur die Route ab, welche geplant war, ehe er auf die restlichen Gefährten wartete. Doch auch diese schienen an der Wildwechselkreuzung nicht mehr weiter zu wissen, weswegen er schauen wollte, welches der kürzeste Weg zum Malye wäre, denn er ging davon aus, dass die Lycantrophen es eilig haben würden, zu Shir Khan zu gelangen.



5 Brot und 5 Dörr-Äpfel ausgeliehen
-4 Mana für Verwandlung in Fischadler -> 50/61 MP
« Letzte Änderung: Samstag 12 November 2016, 13:18 von Christian » Gespeichert
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Amarok

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #12 am: Samstag 12 November 2016, 18:07 »

"Ein Angriff würde ein großes Risiko bedeuten, ganz wie ihr sagt Tarlyn. Vorerst wird es daher wohl unser Ziel bleiben herauszufinden was beim Wolfsfelsen genau vor sich geht und was die Wilde Jagd für die Zukunft plant."  Gab er mit einem zögerlichen Nicken nach. Es wäre ihm lieber gleich mit dieser Gefahr abrechnen zu können, aber so war es wohl besser zumindest mehr über die Pläne ihrer Feinde in Erfahrung zu bringen.

Besonders viel brauchte er nicht zu packen, daher reichte ihm etwas Proviant aus gepöckelten Fleisch aus der Küche, doch ihm fiel noch etwas ins Auge oder in diesem Fall, in die Nase, als er sich den Proviant besorgte und er nahm noch eine großzügige Menge an Pfefferpulver in einem Säckchen mit. Im Notfall konnte sie damit ziemlich gut ihre Spuren verwischen oder sich eine Gelegenheit zur Flucht schaffen.

Gemeinsam mit den Anderen brach er dann auf in Richtung Westen, entlang der abgemachen Richtung. Die Dunkleheit machte es nicht gerade einfach dem Weg zu folgen, auch wenn er es eher gewohnt war in der freien Wildnis umherzustreifen und sich zudem noch seine Nase bedienen konnte. "Wir dürften weit genug entfernt sein, dass Fackeln uns nicht verraten, aber wir verderben uns durch das Licht unsere Nachtsicht" , brummte er auf Tarlyns Frage, während er auf dem Wildwechsel voran ging. Allerdings war auch er ratlos, als sie auf den zweiten Wildwechsel trafen. Er schnüffelte etwas am Boden und an Blättern und Bäumen in der Nähe, doch Serafinas Geruch konnte er nicht genau verfolgen... und eines der Kräuter am Wegesrand kitzelte seine Nase so heftig, dass er einige Male niesen musste.

"Sie ist hier durchgekommen, aber ich kann nicht herausfinden, in welche Richtung sie weitergegangen ist."
, gab er schließlich ratlos zu und sah zu den Anderen. Von denen hatte aber auch keiner eine bessere Wahrnehmung. Falls es hier eine Spur gab, dann konnten sie diese nicht finden. Nocheinmal sah er sich suchend um, aber er konnte nichts entdecken. So zuckte er mit seinen Ohren, was einem Schulterzucken entsprach und schlug vor: "Wir sollten weiter zum Malyefluss gehen, vielleicht finden wir dort Spuren von Serafina."

+ Dörrfleisch, +Säckchen mit Pfefferpulver
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Asarra

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #13 am: Sonntag 13 November 2016, 20:31 »

Die Amazone war froh gewesen, als sich auch Tarlyn gegen die Angriffspläne von Darius aussprach. Obwohl sie den Drachen verstehen konnte, war es dennoch mehr als nur gewagt den Alpha inmitten des grössten Rudels von Werwölfen umbringen zu wollen, dass wohl jemals den Kontinent unsicher gemacht hatte. Schliesslich konnten sich nicht alle Anwesenden im Notfall verwandeln und den Mannwölfen davonfliegen.

Asarra nickte dankbar auf den Hinweis, dass Proviant ausgeliehen werden könne. So packte sie wie ihre Gefährten haltbares Pöckelfleisch, einige schrumpelige Winteräpfel und ein paar kleine, harte, aber dafür haltbare Brötchen ein sowie einen Wasserschlauch, den sie sich in der Kasernenküche mit Bier füllen liess. Man wusste ja schliesslich nie. Zudem sah sie sich den Trick des Pfeffers bei Darius ab und fragte ebenfalls nach einem kleinen Säckchen des scharfen Pulvers.

Die Gruppe marschierte durch das Stadttor und liess bald die letzten Lichter der Zivilisation hinter sich. Dunkelheit umfing sie, als sie bald darauf den Wald erreichten. Obwohl Serafina Stoffstreifen und umgeknickte Äste hinterlassen wollte, fand niemand aus der Gruppe auch nur ein einziges Zeichen. Trotzdem brummte Asarra zustimmend, als Darius Tarlyns Vorschlag kritisch kommentierte. "Darius hat Recht. Selbst wenn wir vielleicht hie und da ein Zeichen von Serafina finden würden, bekämen wir sonst nicht mehr viel mit. Und wenn der Wind plötzlich dreht oder einer der Wölfe aus irgendeinem Grund zurückbleibt und den Feuerschein entdeckt... Wir wissen ja, wohin sie in etwa wollen."

+ Pöckelfleisch, + Winteräpfel, + kleine Brötchen, + Wasserschlauch mit Bier, + Pfeffersäckchen
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Runshak

Re:Das Geheimnis des Wolfsfelsens
« Antwort #14 am: Montag 14 November 2016, 00:50 »

„Also hab ich das richtig verstanden? Wir müssen uns wohl keine Sorgen machen, dass unsere verbündeten Lykaner manipuliert werden könnten und uns deshalb verraten, wenn sie Shir Khan gegenüberstehen, weil dieser Flohzirkus so was nicht kann.“ resümierte der Ork das was Darius über den Anführer der Wilden Jagd erzählt hatte. Eine Sache gefiel ihm jedoch nicht: Die Verbindung zu Baal. Hieß das womöglich, dass sie auch auf Truppen aus Taros stoßen konnten. Sollte das der Fall sein, konnte die Mission gefährlicher werden, als bisher angenommen.

Da die Reise einige Tage dauern würde, mussten die Krieger natürlich Proviant mitnehmen. Runshak holte sich so viel Dörrfleisch, wie er noch in seine Tasche stopfen konnte. Das und einen Schlauch voll Wasser. Sauberes Wasser ist unterwegs immer von unschätzbarem Wert. Als die Grünhaut dann ihren Rucksack gepackt hatte, traf er sich wieder mit den anderen. Schließlich brach die Gruppe in Richtung Westen auf.

+ (viel) Dörrfleisch; + 1 Schlauch Wasser

Schon kurz nach beginn des Marschs kam die Frage auf, ob sie Fackeln benutzen sollten. Runshak war, wie Darius und Asarra auch, dagegen. Der Rauch, den sie verursachten, war zu verräterisch. Sollte der Wind drehen, würde man sie sehr schnell bemerken. Außerdem würden Fackeln verhindern, dass sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen und so ihre Sicht eher behindern. Der Mond würde ohnehin für ausreichend Licht Sorgen.

Nach einiger Zeit erreichte die Gruppe eine Kreuzung zweier Wildwechsel. Dummerweise fand sich jedoch kein Anhaltspunkt, welchen Pfad Serafinas Rudel genommen hatte. Asarra stellte fest, dass dies kein Problem darstellte, da sie wussten, wohin die Lycantrophen liefen. „Wissen wir vielleicht, wo die nächste Furt des Flusses ist? Da wahrscheinlich nicht alle Lykaner schwimmen können, werden sie ihn sicher an so einer Stelle überqueren wollen.“ fügte der orkische Krieger hinzu.
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