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  [Abenteuer] Verbannung
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   Autor  Thema: [Abenteuer] Verbannung (Gelesen 1146 mal)
Myriel

Re:[Abenteuer] Verbannung
« Antwort #105 am: Donnerstag 06 April 2017, 17:00 »

Myriel war wachsam, während sie sich dem Turm näherte. Die Vögel waren nicht ganz normal gewesen, das hatte sie spüren können, und laut den Aufzeichnungen war das Wesen, das sich durch den Riss hatte drängen wollen äußerst mächtig gewesen. Die Berechnungen des Magiers, der den Bannkreis angelegt hatte, waren korrekt, und daher wusste die Schwarzmagierin, dass es eigentlich noch zu früh war um den Riss in der Realität gefahrlos schließen zu können. Sie wartete also auf einen weiteren Angriff, der, wenn auch anders als erwartet, kam. Ein Ring aus schwarzen Blitzen legte sich um den Turm um ihn zu schützen, und hin und wieder zuckte einer von ihnen gefährlich in Richtung des Vogels, der auf den Turm zuflog. Doch die Möwe schaffte es ein ums andere mal den Blitzen auszuweichen, und erreichte die Turmspitze ohne das ihr eine Feder gekrümmt worden war.

Dort angekommen, verwandelte sich die Druidin zurück in ihre wahre Gestalt. Der Rock ihrer Robe flatterte um ihre Beine, die langen schwarzen Locken tanzten im Wind. Sie spürte die Entität mehr als das sie sie sah, während sie ein Gespür für den bereits existierenden Bannkreis entwickelte und ihn mit ihrer Magie verstärkte. Das fremde Wesen bäumte sich erneut auf, versuchte mit aller Macht sie zurückzudrängen. Der Wind wurde stärker und drohte die zierliche Druidin vom Dach des Turmes zu fegen. Doch diese reagierte sofort. Zwei der Pflanzen, die in den Ritzen des Turms ihre Wurzeln geschlagen hatten, begannen mit extremer Geschwindigkeit zu wachsen und rankten sich um die Zinnen. Zwei der Ranken schlossen sich rasch auch um die Beine der Schwarzmagierin und fesselten sie so an den Turm. Ein überlegenes Lächeln zeigte sich auf den Lippen der Druidin.

Wenn Du mich loswerden willst, musst Du Dir schon etwas besseres einfallen lassen.

Sie breitete die Arme aus und vollführte einige ausladende Bewegungen.

Briga aidu vi dolo, svel troccos !*

Ein Bannkreis aus Feuer legte sich um den Riss, ähnlich dem, den der Magier vor vielen Jahren in größerem Ausmaß hier erschaffen hatte, flackernde Runen entstanden auf den Steinen, nur genährt von Myriels Magie. Sie spürte wie das Wesen begann sich zu winden, wie es gegen ihre Macht ankämpfte und nicht dagegen ankam. Sie drängte es zurück in seine Welt, indem sie den Kreis immer enger zog, bis es schließlich verschwunden war und sie den Riss ganz schließen konnte. Das Feuer erlosch, als die Druidin die arme schließlich sinken ließ. Der Wind hatte aufgehört und auf einen Fingerzeig der Druidin lösten sich die Ranken von ihren Beinen. Das war leichter gewesen, als sie gedacht hatte, aber sie war inzwischen auch eine äußerst mächtige Magierin geworden, die nicht umsonst den Orden der Weisen und den Schwarzmagierzirkel führte. Sie warf einen letzten Blick zu der Stelle, an dem das Wesen und der Riss gewesen waren, dann machte sie sich auf den Weg in das Innere des Turmes.


*Macht des Feuers, gehe auf das Geschöpf los und kehre den Riss um!
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Cranneg Koglarn

Re:[Abenteuer] Verbannung
« Antwort #106 am: Freitag 07 April 2017, 17:36 »

Eifrig arbeitete Cranneg an der Maschine, lud Pfeile nach und justierte wo er konnte um von Muesig zu helfen. Er konnte den Menschen nicht besonders leiden, aber das brauchte er diesem nicht direkt zu sagen. Wahrscheinlich beruhte diese Abneigung auf Gegenseitigkeit. Das Splittern von Holz war nicht direkt zu hören, aber ihm genügten die Erschütterungen, welche die Balliste auf dem Deck auslösten. Zwischendurch bekamen sie sogar Verstärkung durch einige Schützen, aber darauf konnte er nicht achten. Gerade noch so bekam er die Reling zu fassen und krallte sich daran fest, als das Schiff auf den Strand auflief und er gegen das harte Holz gepresst wurde. Verfluchte Seereisen... grummelnd richtete sich der halb gefallene Zwerg wieder auf. Schon erklang der erste Kampfeslärm. Sollte er mithelfen? Für 200 Goldmünzen und einen weiteren ungewissen Lohn?

Kurz suchten seine Augen das Deck nach Randolph ab, aber dieser war nirgends zu sehen. Der Ältere Zwerg hatte sich doch nicht etwa schon in die Schlacht gestürzt? Dann blieb ihm nichts anderes ürbig. Mühsam kletterte er auf die Reling des Schiffes und hoppste auf den Strand hinunter. Der Sand gab knirschend unter seinen Stiefeln nach und er ging in die Knie. Mit den Armen rudernd verhinderte er es gerade noch umzufallen - diese ganze Kämpferei und Akrobatik sah bei Anderen immer so leicht aus - dann stand er auf und zog seine Axt aus dem Gürtel. Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht, doch er wollte nicht ganz unzwergisch wirken. Entschlossen suchte er sich einen der Piraten heraus, sprintete los, hielt seine Waffe mit beiden Händen fest zum Schlag ausgeholt und rief aus voller Kehle den Schlachtruf der Krieger der Zwergenberge:

"Baruk Khazâd! Khazâd ai-mênu!"

Zu seiner größten Enttäuschung ließ der anvisierte Pirat bei seinem Anblick die Waffe fallen und floh Hals über Kopf. "Bleib stehen du langer Feigling!" , brüllte er, schwang wild seine Axt und rannte dem Fliehenden hinterher. 
« Letzte Änderung: Freitag 07 April 2017, 17:47 von Darius » Gespeichert
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Phelan

Re:[Abenteuer] Verbannung
« Antwort #107 am: Samstag 08 April 2017, 13:29 »

Verbannung
Epilog


Aikgrimm grinste zufrieden. Er gehörte nicht zu den Leuten, die sich ihre Freude oft anmerken ließen. Doch dieser Angriff war fast wie im Lehrbuch verlaufen und Mut der Verzweiflung schien nicht zum Vokabular der Piraten zu gehören. Dass sie bereits gegen die Fernkämpfer fast die Hälfte ihrer Leute verloren hatten, hatte ihn einen Schlag versetzt, von dem sie sich nicht mehr erholten. Die übrigen gefangen zu nehmen war nur noch eine Geduldsfrage. Und wenn sich jemand nicht die Mühe machte seinem Gegner die Gelegenheit zu lassen sich zu ergeben, sollte das auch nicht seine Sorge sein.

Dem Kapitän war sich durchaus bewusst, dass sich der wahrlich kritische Teil der Unternehmung auf der benachbarten Insel abspielte. Doch auch deshalb hatte er keine großen Bedenken. Er hatte sich schließlich nicht umsonst die Mühe gemacht die vermutlich beste Magierin des Landes anzuwerben. Sobald er sich ihrer Hilfe sicher gewesen war, hatte er deutlich ruhiger geschlafen.

Nur dass die hungrige Hyäne vollkommen unnötigen Schaden genommen hatte, war ein Wermutstropfen. Schließlich würde ihm Tamir die Seeroute zu den singenden Inseln nicht kampflos überlassen. Und für den bevorstehenden Handelskrieg zählte jedes Schiff. „Die bekommen wir schon wieder flott“, versicherte er den dunkelhäutigen Kriegern, die das Wrack mit einer Mischung aus Zorn und Resignation betrachteten. Es würde jedoch wertvolle Zeit und beinahe ebenso wertvolle Ressourcen kosten. Schließlich musst jedes Stück Holz vom Festland hierher gebracht werden.

Aber das war wohl der Preis, den er dafür zu bezahlen hatte, dass er jede Landratte mit auf das Schiff genommen hatte. Dadurch hatte er vielleicht seine Konkurrenz in falscher Sicherheit gewägt und sie in dem Glauben gelassen er hätte nicht die Kontakte in kurzer Zeit eine bessere Crew zusammenzustellen. Doch der Plan hatte auch ein gewisses Risiko geborgen und da durfte er sich über Schäden an dem Piratenschiff wohl nicht beklagen. Zumal er die Möglichkeit gehabt hätte in Jorka einen größeren Teil der Mannschaft auszutauschen.

~<@>~


Es war vielleicht etwas unbefriedigend eine so weite Strecke zurückzulegen um Piraten zu bekämpfen und dann kaum dazu zu kommen die Klingen zu kreuzen. Doch zumindest ersparte der mangelnde Kampfgeist der Piraten unnötiges Blutvergießen. Und manche von ihnen erweckten den Eindruck, als wüssten sie nicht einmal so genau, was sie hier taten. So als wäre etwas dunkles, das an der Grenze ihres Bewusstseins lauerte und sie zu taten Trieb, vor denen sie unter normalen Umständen zurückgeschreckt wären, für immer aus dieser Welt verschwunden.

Die Banditen flehten und bettelten um ihre kümmerlichen Leben und einer bot dem Herr von Muesig eine kostbare Degenscheide an, wenn dieser ihn verschonte. Dass er selbst noch vor einer Stunde für ein solches Kleinod einfach getötet hätte und dass das eine genauso wirksame Methode war in den Besitz der Scheide zu kommen, schien er vollkommen vergessen zu haben.

Wer wollte beteiligte sich an der recht systematisch organisierten Jagd auf die Seeräuber, die die Flucht angetreten hatten und ehe der Morgen graute hatte man jeden lebenden Menschen der Insel nahe des Hafenbeckens versammelt. Wer verwundet war, wurde zumindest provisorisch versorgt und Aikgrimm befragte sie geduldig der Reihe nach, bis er sich ein Bild zu den Verhältnissen auf der Insel gemacht hatte.

Juppes hatte nach dem errungenen Sieg nicht viel Zeit verloren und eines der Lämmer, die sie auf der Insel vorgefunden hatten, geschlachtet. Zusammen mit Lisann bereitete er nun das beste Mahl seit langem zu und der Geruch von frisch gebratenem Fleisch ließ Ungeduld unter ihren Mitreisenden aufkommen. „Den hast Du Dir verdient!“, verkündete der dicke Koch feierlich und reichte einen Kochlöffel mit Spuren langen Gebrauchs an die Halbelfe weiter. „Das hier ist mein bester.“

~<@>~


Stockwerk für Stockwerk führte die schmale Wendeltreppe hinab und die angrenzenden Räume offenbarten wenig unerwartetes. Die Wohnräume eines Adeligen, die mehr als ein halbes Jahrhundert ungenutzt verfielen. Dicker Staub am Boden, schimmlige Wandteppiche an den Wänden und Ziergegenstände, deren Glanz unter alten Schmutz verborgen lag. Kammern und Stuben für das Gesinde, die mit grob aus Holz gezimmerten Möbeln ausgestattet waren. Einfache Betten, mit modrigen Strohsäcken.

Einem einfachen Dieb wäre es wohl nicht schwer gefallen sich in diesem nun unbewachten Gemäuer die Taschen zu füllen. Doch das Interesse einer Erzmagierin hatte bisher keiner der Gegenstände wecken können. Schließlich wurde das grobfugige Mauerwerk durch natürliches Gestein abgelöst. Die Keller und Gewölbe waren wohl direkt in den harten Fels der Insel getrieben worden.

Hier ruhten alte Fässer und lange verdorbene Essenvorräte, deren Haltbarkeitsgrenze zum Glück schon so lange überschritten war, dass sie schon wieder aufgehört hatten zu stinken. In einer noch tieferen Ebene waren kleine feuchte Zellen in den Stein geschlagen und gewisse rostige Instrumente verrieten, dass zumindest einer der alten Turmherren eine gewisse Vorliebe für die peinliche Befragung gehabt hatte.

Auch hier wäre es schwer gewesen einen brauchbaren Hinweis zu finden, hätte sich nicht jemand die Mühe gemacht den geheimen Durchgang im Feld magisch zu versiegeln. Für eine mächtige Magierin war dieser altersschwache Bannspruch eher eine Einladung und ein Wegweiser, als ein Hindernis.

Dahinter fand sich ein großzügiger Kellerraum, in dem die Zeit scheinbar stehengeblieben war. Staub und Fäulnis hatten die hier gelagerten Gegenstände verschont. Es wurde aus den Aufzeichnungen schnell ersichtlich, dass mehr als ein früherer Turmbesitzer eifrig geforscht hatte. Hier umgeben von endloser See hatten sie wohl viel Zeit und wenig Ablenkung gehabt. Doch während sich die meisten mit dem Wetter, dem verhalten der Seevögel oder der Fauna der umliegenden See befasst hatten, hatte mindestens einer in der Ahnenreihe ein ungesundes Interesse an schwarzer Magie entwickelt. Vermutlich hatte es eines der Bücher aus dieser Sammlung irgendwie ans Festland geschafft und Hano zu seinen eigenen dummen Spielereien veranlasst.

Und auch das Experiment, das den Riss über der Insel verursacht hatte, war hier feinsäuberlich dokumentiert. Die Ansätze mochten einfallreich, vielleicht sogar gut gewesen sein. Doch es gab genug kleine aber gravierende Fehler, dass jeder erfahrene Magier nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen hätte. Dieser Text taugte wohl bestenfalls dazu Adepten zu prüfen und nach Fehlern suchen zu lassen.

Doch es fanden sich auch andere Schriftstücke hier. Unter den zahlreichen Büchern waren 42, die wohl die Bezeichnung Zauberbuch verdienten. Einige davon enthielten machtvolle schwarzmagische Formeln während andere eher zu den Standartwerken für Magieanfänger zählen. Ähnlich verhielt es sich bei den sieben Ritualdolchen, die in der Sammlung zu finden waren. Auch bei ihnen reichte das Spektrum von ziemlich simpel bis hin zu einem mächtigen schwarzmagischen Artefakt.

Wohl eher als Kuriosum zu betrachten war das anderthalb Meter lange ausgestopfte Krokodil, das unter der Decke hing. Der Wirbelknochen eines Drachen mochte da schon mehr nutzen für eine wirkliche Magierin haben. Und die Aura eines kleinen angelaufenen Messingglöckchens war für sie nicht zu übersehen. Schließlich zogen leise Schritte die Aufmerksamkeit Mariels auf eine Treppe, die noch tiefer führte. „Ich bin es“, verkündete die bekannte Stimme des Kapitäns.

Aikgrimm hatte die Aufregung während der Piratenjagd genutzt und war alleine mit einem der Fischerboote zu einem Ankerplatz in einer verstecken Bucht der verfluchten Insel gefahren. Von dort führte ein Tunnel zu dem Kellergewölbe. Auf diese Weise würden sie den Inhalt heimlich abtransportieren können.

Inhalt, von dem sich der Seefahrer nur zu gerne trennte. In den Händen Unwissender war er einfach zu gefährlich. Das hatte allein seine Familiengeschichte bereits zweimal bewiesen. Und magische Gegenstände zu vernichten war auch keine einfache und ungefährliche Angelegenheit. Sie jemanden anzuvertrauen, der wusste wie man damit umging, war also die beste Option. Vor allem wenn damit auch gleich die Hilfe bei der Unternehmung erkauft war. Denn wieviel Gold notwendig gewesen wäre, um das Interesse einer Erzmagierin zu wecken, wollte er sich gar nicht vorstellen.

~<@>~


Aikgrimms Abwesenheit auf der Hauptinsel war wohl nicht groß aufgefallen und auch dass Sören irgendwann wieder da war, überraschte niemanden. Schließlich hatte jeder gesehen, dass der Nordmann mühelos die Gestalt eines Vogels annehmen konnte.

Nachdem die Mannschaft ihr morgendliches Festmahl eingenommen hatte erklärte der Kapitän wie es weitergehen sollte. Nicht alle Bewohner der Insel seien Seeräuber gewesen und die Bauern und Handwerker sollen auch weiterhin hier wohnen dürfen. Er konnte sie schließlich gut genug gebrauchen. Schließlich sollte die Inselgruppe künftig als Stützpunkt für seinen Seehandel dienen.

Auch bei den Piraten nahm er sich die Freiheit einige, die seiner Aussage nach keine skrupellosen Mörder waren, zu begnadigen. Die hungrige Hyäne die künftig unter den Namen Geschenk des Meeres und unter dem Kommando der schwarzen Krieger (und der Flagge der von Dasecs) segeln würde, brauchte schließlich auch eine Besatzung. Nur die Köpfe der Piratenbande und die schlimmsten Verbrecher aus ihren Reihen wollte der Kapitän nach Drachenauge schaffen um sie dort hängen zu sehen.

Dass es ihm gelungen war Leute mit aktuellen Verbindungen zu den singenden Inseln anzuwerben, war ein außerordentlicher Glücksfall. Auch wenn es Wochen dauern würde, bis das demolierte Schiff wieder in See stechen konnte. Dennoch war der Kapitän in ausreichend guter Laune um sogar noch zwei Geschenke zu verteilen. Der Zwergenschmied bekam einen besonders feinkörnigen Wetzstein – natürlich an die Bitte geknüpft den Handwerkern in dem Zeitraum bis die Sturmschwalbe ihre Heimreise antrat ein wenig zu helfen – und der elfische Schneider bekam eine kleine Schatulle die Aikgrimm von Zraka und Nemuch gekauft hatte.

„Es ist nur ein kleines Stück, aber dieses Kästchen enthält etwas Seide der Tiegerspinne. Sie gilt als der widerstandsfähigste Stoff. Einst trugen Könige Hemden aus diesem Material und es eignet sich um Lederrüstungen zu verstärken, ohne dass sie wirklich schwerer werden. Ich bin mir sicher ihr könnt etwas damit anfangen“, erklärte er. Und wenn der Handel mit den Singenden Inseln erst einmal anlief und es ihm gelang mehr von diesem edlen Material in die Finger zu bekommen, war es nicht schlecht wenn er schon einen Schneider kannte, der Erfahrung in der Verarbeitung hatte.

~<@>~


Wie weitreichend die Planung Aikgimms war, zeigte sich als am Abend des gleichen Tages die Segel zweier Schiffe gesichtet wurden. Das eine gehörte dem Adeligen selbst und segelte derzeit unter dem Kommando seines ersten Offiziers, das andere gehörte seinem ältesten Sohn. Sie brachten weitere Fischer, Bauern und Handwerker um die Inseln wieder aufblühen zu lassen und Material für den Wiederaufbau. Auch Ballisten waren dabei und zusammen mit den zweien, die schon die Sturmschwalbe in ihrem Rumpf verborgen gehalten hatte, und der einen, die erbeutet worden war ohne dabei zu verbrenne,n ergab sich eine ziemlich beeindruckende Bewaffnung für die Inselgruppe.

Nachdem sie Leute und einen Teil der Ladung ausgespuckt hatten, waren die beiden Schiffe bereit den singenden Inseln entgegen zu segeln. Die Gruppe von dunklen Kriegern sowie Krun und Juppes, die sich ihrer Crew anschließen wollten, verabschiedeten sich von der Mannschaft der Sturmschwalbe. Da sie auf ihr eigenes Schiff, das Geschenk des Meeres ohnehin warten mussten, würden sie in der Zwischenzeit helfen Handelskontakte mit den Bewohnern der fernen Inseln zu knüpfen. Der dicke Koch verabschiedete sich recht herzlich von Lisann, während Solana nur noch kalte Blicke für den Herrn von Muesig übrig hatte, seit dieser auf das Schiff gefeuert hatte.

Die begnadigten Piraten wurden auf die beiden abreisenden Schiffe verteilt. Offenbar wollte man es vermeiden, dass zu viele von ihnen auf einem Fleck waren. Und auf der Sturmschwalbe, die die Gefangenen transportierte, war es besser wenn keine ehemaligen Kammeraden mit an Bord waren.

„Denk daran, dass Dir Deine Familie immer helfen wird während Tamir nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und glaubt uns in der Hand zu haben“, schärfte Aikgrimm seinem Neffen am folgenden Morgen noch ein, dann war es an der Zeit ihn mit bangen Gefühlen zurückzulassen. Hoffentlich würde Hano auf den Vogelfelsen mehr Geschick beweisen, als bisher. Doch es war immer noch besser als einen der eigenen Söhne an diesen verlassenen Ort mitten in den endlosen Weiten des Meeres zu verlieren.
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Myriel

Re:[Abenteuer] Verbannung
« Antwort #108 am: Samstag 22 April 2017, 23:59 »

Myriel schlenderte fast durch den Turm, während sie sich nach brauchbaren Gegenständen umsah. Viel brauchbares fand sie nicht, bis sie den magisch versiegelten Eingang fand. Es war ein leichtes hindurch zu gelangen und dahinter fand sie endlich das, von dem der Kapitän erzählt hatte. Sie hatte gerade etwa ein halbes Dutzend Bücher durchgesehen, als sie Schritte auf der Treppe hörte. Angespannt machte die Schwarzmagierin sich zum Angriff bereit, doch es war nur Aikgrimm, der ihr helfen wollte ihren Lohn fortzuschaffen. Myriel nahm alles nit, was auch nur im entferntesten mit Magie zu tun hatte, denn diesem Hano traute sie nach der Totenbeschwörerei so ziemlich jeden Blödsinn zu. Besser war es, wenn ihm überhaupt nichts in die Hände fiel. Die meisten der simpleren Bücher hatten für Myriel zwar keinen wirklichen Wert, aber im Schwarzmagierzirkel oder im Orden der Weisen würden sie zur Ausbildung der Adepten ihren Nutzen haben. Auch die Ritualdolche nahm sie mit, auch wenn die eher für den Zirkel von Wert waren. Es folgten der Drachenknochen, Daumenschrauben und der Runenstein und die Kristalle, weil die Druidin verhindern wollte das Hano Unfug damit trieb. Dem Kapitän schien das nur Recht zu sein, bereitwillig packte er alles in zwei große Kisten und schleppte sie an Bord des kleinen Bootes, mit dem er gekommen war. Zufrieden folgte die Druidin ihm, nicht ohne sich zuvor zu Sören zurück zu verwandeln. Es brauchte niemand zu wissen, wer hier tatsächlich geholfen hatte, sonst würden in Zukunft alle Nasen lang irgendwelche Leute bei ihr vorsprechen. Nein, sie zog es vor wie alle anderen mit einem der Schiffe nach Drachenauge zurück zu fahren, zufrieden mit der Ausbeute, die sie bei diesem kleinen Ausflug gemacht hatte.
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Lisann

Re:[Abenteuer] Verbannung
« Antwort #109 am: Montag 22 Mai 2017, 23:59 »

Die neue Ausrichtung der Balliste nahm mehr Zeit in Anspruch, als Lisann geschätzt hätte. Sie hätte nicht den Fehler begehen sollen, auf immer neue Ziele umzuschwenken… Doch für Reue war es nun zu spät. Mit einem weithin hörbaren Knirschen lief die Seeschwalbe auf Grund und der Ruck, der dabei durch das Schiff ging, sorgte dafür, dass die Halbelfe ihren dürftigen Halt an der Belagerungswaffe verlor.

Fluchend, wenn auch unverletzt, rappelte sie sich auf und versuchte sich neu zu orientieren. Ein Großteil der Ruderer hatte sich mittlerweile mit handlichen Waffen ausgestattet. Auch der Bäckerin wurde ein Bogen gereicht – wenn sie sich nicht täuschte durch den Matrosen, der sie in Drachenauge angeheuert hatte.

Da all die erfahreneren Abenteurer es für eine gute Idee zu halten schienen, von Bord zu springen und die bereits dezimierten Piraten unter Druck zu setzen, schloss sich Lisann ihnen ohne große Überlegungen an. Es wäre klüger gewesen, ihre eigenen Kampffertigkeiten zu bedenken, denn als sich die Halbelfe nach einer eher unsanften Landung im Flachwasser aufrichtete, sah sie sich einem vernarbten Haudegen gegenüber, der sie um einen Kopf überragte und mit einem fast spielerisch wirkenden Tritt dafür sorgte, dass sie schmerzhaft gegen einen Felsen prallte und anschließend in für sie hüfthohem Wasser landete.
Salzwasser spuckend griff Lisann nach einem Pfeil und legte ihn so schnell sie konnte auf die Sehne. Das schiefe Grinsen auf dem Gesicht des Piraten verschwand augenblicklich. Offensichtlich hatte er genauso wenig damit gerechnet, wie die Bäckerin selbst, dass sie ihre Waffe unbeschadet in der Hand behalten könnte.

Einen kurzen Augenblick lang schien der Mann an Flucht zu denken, doch dann stürmte er auf die Halbelfe los. Der tropfnasse Pfeil verließ die Sehne mit einem leisen Surren und bohrte sich in den Oberschenkel des Piraten, was diesen jedoch kaum verlangsamte.
Panisch erkannte Lisann, dass ihr keine Zeit mehr blieben würde, um einen weiteren Pfeil abzufeuern. So schnell sie konnte, hechtete sie sich zur Seite und kämpfte sich durch die Wellen in Richtung Strand, von wo sie die Stimmen ihrer Verbündeten hörte.
Ein Pirat kam ihr entgegengelaufen, der in ebenso kopfloser Flucht gefangen schien, wie sie selbst.
Erst, als sie die ersten Matrosen, einen der Zwerge und die Amazone passiert hatte, wagte es die Halbelfe, sich umzudrehen.
Offenbar war sie keine Gegnerin gewesen, die einer Verfolgung wert gewesen wäre, denn sie konnte den Piraten nicht mehr ausmachen. Zu ihrem eigenen Erstaunen enttäuschte sie dieser Umstand ein wenig. Immerhin hatte man ihr erlaubt eine der Ballisten zu bedienen und verletzt hatte sie den Kerl auch! So blieb ihr jedenfalls nicht viel mehr zu tun, als eine auf dem Markt erstandene Wundwurz an ihren Blessuren zu testen.

Der Kampf war bereits jetzt entschieden und es blieb den motivierteren und schnelleren Besatzungsmitgliedern vorbehalten, die letzten Gefangenen einzutreiben.
Irgendwann tauchte auch der Nordmann wieder auf, der sich in einen Vogel verwandelt hatte und seine Aufgabe, die Seeschwalbe vor den Belagerungswaffen zu schützen, sichtbar erfolgreich erfüllt hatte. Dennoch machten die meisten jetzt, da sie wussten, dass Sören ein Magier war, einen Bogen um ihn. Auch Lisann fand Zauberei unheimlich. Unsichtbare Kräfte, die schlagartig töten konnten und das auf allerlei schreckliche Weise, wenn man den Gerüchten traute… Das waren Dinge, von denen sie nichts verstand. Zwar hatte es unter den Einwohner der Dörfer ihrer Heimat auch den ein oder anderen Magiebegabten gegeben, aber das war kaum mehr gewesen als einfache Heilzauber oder das Entzünden einer Fackel. So etwas wie Gestaltwandeln dagegen…

Durch ihre zahlreichen Aufgaben in der Kombüse und rund um die Essensausgabe, wurde der Bäckerin auch auf der Heimreise nicht langweilig und sie fand es am Ende wirklich schade, sich von den anderen Besatzungsmitgliedern verabschieden zu müssen.
“Das wäre doch nicht nötig gewesen“, murmelte sie beschämt, als ihr Juppes seinen besten Kochlöffel überließ – denn sie konnte tatsächlich bestätigen, dass er keinen besseren hatte; zumindest auf der Seeschwalbe nicht.
Richtig abenteuerlich wurde es für die Halbelfe aber, als sie das Gold zählte, das man ihr als Belohnung zugestand. So viel Reichtum auf einmal hatte sie noch nie bewusst gesehen, geschweige denn besessen – und sie war überzeugt davon, dass sie auch nie wieder annähernd so viel Gewinn auf einmal machen würde…

- 4 LP (11/15)
-   1 Wundwurz => volle LP

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