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  [Abenteuer] Die Schatzsuche
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   Autor  Thema: [Abenteuer] Die Schatzsuche (Gelesen 1765 mal)
Lisann

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #75 am: Mittwoch 12 Juli 2017, 13:58 »

"Keine Ursache", meinte die Halbelfe, während sich der gestrauchelte Nordmann wieder aufrichtete und wollte den Vorfall schon vergessen, als Lasse lobende Worte über ihr Essen hinzufügte. Beinahe hätte es Lisann die Sprache verschlagen - der Fuhrmann musste einem wirklich leid tun, wenn das die beste Mahlzeit seit langem für ihn gewesen war!
"Äh... man brät ein bisschen Zwiebeln an...", fing sie an, unterbrach sich aber. "Sicherlich ist es besser, wenn ich Euch das bei der Rückfahrt in Ruhe erkläre. Hier zwischen all den Dornbüschen und Wurzeln kann man sich schlecht konzentrieren."
Wenigstens einem in der Truppe schien der Weg über Stock und Stein Spaß zu machen - oder Rizzel freute sich auf seinen baldigen Schatzfund. Lisann hätte jedenfalls auf die frechen Sprüche des Goblins verzichten können.
"Dass Ihr so klein seid, dass Ihr nicht einmal einem Zwergen die Aussicht auf mein Hinterteil verstellt, muss mir entgangen sein. Hoffen wir für Euch, dass ich nicht auf das Angebot mit dem Auffangen zurückkomme und Euch genauso begrabe, wie es Askladd oder Samul getan hätten..."
Vermutlich stachelten derartige Kommentare ihren Auftraggeber nur weiter an, doch die Bäckerin konnte sich die Antwort einfach nicht verkneifen.

Auf der Lichtung angekommen fand tatsächlich ein kurzes Gespräch mit Shikra statt. Die Waldelfe erwies sich als vorsichtig mit ihren Aussagen - aber das konnte ihr wirklich niemand verdenken.
"Beides ist gut. Es könnte sein, dass wir darauf zurückgreifen müssen", meinte Lisann daher mit einem angedeuteten Lächeln. Da sich die Truppe wieder in Bewegung setzte, mussten weitere Fragen allerdings warten.

Vor einer nur dürftig mit Efeu verdeckten Höhle wurde Halt gemacht. Das klaffende Loch in der Vegetation wirkte nicht gerade vertrauenserweckend, aber auch nicht so frisch, dass man mögliche Diebe dahinter vermuten musste.
Vorerst sorgte sowieso ein entbrennender Streit zwischen den beiden Stadtwächtern für Probleme...
"Ich finde Ragno Todbringer nicht verdächtiger als all die anderen hier", mischte sich die Halbelfe ungefragt in das Gespräch der Männer ein. Sie wollte nicht in noch mehr Mord und Totschlag verwickelt werden - und selbst wenn der Kampf gegen die Räuber noch als Notwehr anzusehen war, würde man vor den Toren Nurus nicht über einen toten Soldaten der Stadt hinwegsehen.
"Wenn es hilft, euren Streit beizulegen, kann auch ich als zweite Fernkämpferin vorangehen. Ich sehe im Dunkeln recht gut. Berufskrankheit." Normalerweise war Lisann niemand, der sich freiwillig Risiken aussetzte - aber Dunkelheit war tatsächlich nichts, das ihr Furch bereitete. Und es gab bei einer Schatzsuche schlimmeres, als eine Vorsprung auf der Zielgeraden...
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Ragno Todbringer

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #76 am: Mittwoch 12 Juli 2017, 19:33 »

Ein Zwerg gab nichts auf lächelnde Menschengesichter. Die Mimik der Langbeiner abzulesen war ähnlich schwierig wie die von Flugechsen. Der Blick des Burschen gefiel Ragno nicht. Der heckte etwas aus. Er konnte es förmlich riechen.

Es kam so richtig dick. Samul aus Drachenauge kooperierte nicht. Sein verbaler Angriff trieb Ragno das Blut in den Kopf. Auf dem Weg durch den Wald hatte der Zwerg einen Bolzen in seine Armbrust geschoben und sie schussbereit gemacht. Noch war sie gesichert. Mit jedem Satz, den Samul ausstieß, machte Ragno einen Schritt rückwärts, bis ihm der Abstand zu dem Menschen besser gefiel. Samul legte die Hand auf den Säbel und Ragno hob die Armbrust. Sein Gesicht war hochrot geworden.

"Der Arsch soll mich jucken, wenn nicht du derjenige bist, der sich mit einem Mal in der hintersten Reihe versteckt. Was planst du? Gestehe! Eine Wache, die ein Gemetzel nicht verhindert, ist allemal verdächtig. Da liegen verstümmelte Leichen in ihrem Blut und die Stadtwache hockt bequem am Feuer und schlägt sich die Wampe voll. Wenn du zur Wache von Drachenauge gehörst, fresse ich meine Armbrust, Bürschchen. Zieh dein Messerchen nur eine Handbreit, und du wirst gespickt wie ein Schwein am Spieß. Ich meine es ernst. Der Schatz bleibt, wo er ist. Wir marschieren jetzt alle schön brav zurück nach Nuru oder ich hole tatsächlich Verstärkung."


Die Köchin mit der guten Figur mischte sich ein. Sie schlug vor die Höhle als erste zu betreten. Was immer noch nicht das Problem löste. Ragno würde keinen Schritt mit diesem blonden Halunken im Rücken tun.
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Cailín

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #77 am: Mittwoch 12 Juli 2017, 20:05 »

Samuls Gefluche brachte Cailín nur noch mehr zum Lachen. Die beleidigenden Worte des Krähenmanns tönten wirkungslos zu einem Ohr hinein und beim anderen wieder hinaus. Auf der Lichtung drängten sich die Männer um die Karte, daher gesellte sich Cailín zu Lisann und Shikra. Schweigend beobachtete sie das Geschehen. Das Ziel wurde ausgemacht und angesteuert. Prompt war das Versteck bereits geöffnet. Was Rizzel keineswegs zu hindern schien in die Dunkelheit stürmen zu wollen.

Cailíns Ambitionen reichten nicht bis zum Heldentum. Lieber ließ sie andere die Drecksarbeit erledigen. Sie verzog den Mund und neigte sich zu den beiden Frauen hin.

"Unserer Goldnase wird die Goldgier noch zum Verhängnis werden. Wozu braucht er einen ganzen Trupp Helfer, wenn er dann doch allein in die Höhle rennt?"

Das fand offenbar auch der Zwerg aus Nuru. Er winkte Samul aus der Gruppe. Was auch immer das Goldauge dem Schrecklichen zu sagen hatte, es artete in einen Streit aus. Einer beschuldigte den anderen, eine falsche Wache zu sein. Cailín verdrehte die Augen. War klar. Die Bardin konnte die Argumente durchaus nachvollziehen, doch sie musste Ragno recht geben, dass Samul nicht zu trauen war. Dabei wusste der Zwerg noch nicht einmal, WER für die Verstümmlungen der Toten verantwortlich war. Gute Spürnase. Cailin überlegte angestrengt, ob sie den kleinen Kerl schon mal in der Laterne gesehen hatte. Es kamen nicht viele Zwerge und Ragno trug seine Haartracht sehr auffällig. Kurzer geflochtener Bart, viele Zöpfe, das wäre ihr bestimmt aufgefallen.

Entschlossen, dem männlichen Kampfhahn-Gehabe ein Ende zu setzen, trat Cailín neben Lisann. Der Mut der Bäckerin imponierte ihr.

"Hier draußen, im Wald, meine Herren, wird niemand irgendwessen Abzeichen bestätigen. Ich schlage daher Waffenstillstand vor. Herr Ragno Todbringer, darf ich mich vorstellen, ich bin Cailin, die Bardin der Roten Laterne. Ihr habt in der Kaserne bestimmt von mir gehört. Die Soldaten sind gern gesehene Gäste in unserer Schenke."

Sie zählte ein paar Namen von Gästen auf, von denen sie wusste, dass sie zur Stadtwache gehörten. Meinte sie ein Aufblitzen des Erkennens in Ragnos Augen zu sehen? Besser eine Stadtwache zum Freund als zum Feind.

"Ihr kennt die Soldaten? Schön. Ich vertraue Euch, Ragno Todbringer." So weit wie ich spucken kann, dachte sie indes und setzte ihr hinreißendes Bardenlächeln auf.

"Ich bin hier, weil Rizzel Goldnase um Unterstützung gebeten hat. Wir alle hier sind unbescholtene Bürger." Cailín senkte die Stimme. "Von Rizzel weiß ich es allerdings nicht, nachdem er die Leichen der Räuber..."

Sie räusperte sich und sprach in normalem Tonfall weiter. "Wie Ihr seht, bin ich unbewaffnet und im Kampf gegen Banditen keine große Hilfe. Ich bin mehr der harmlose Denker, Ihr versteht?", log sie so hinreißend wie möglich. "Da die Öffnung im Fels breit genug zu sein scheint, schlage ich vor, es gehen immer zwei Personen nebeneinander hinein. Lisann hat sich angeboten vorne zu sein, Askladd oder Lasse könnten ihr Unterstützung geben. Wenn die ehrenwerte Stadtwache schon unbedingt zuletzt gehen will."

So wie sie das Wort zuletzt betont hatte, schwebte das Wort feige anklagend in der Luft. Cailín warf Ragno einen beschwörenden und Samul einen warnenden Blick zu. Die wenigsten Anwesenden würden dulden, dass es eine derart brisante Leiche bei dieser Suche gab.


« Letzte Änderung: Mittwoch 12 Juli 2017, 20:14 von Silvana » Gespeichert
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Askladd

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #78 am: Mittwoch 12 Juli 2017, 23:59 »

Auf der Lichtung angekommen war es erschreckend einfach die geheime Höhle zu finden. Die Lücke im tarnenden Efeu war etwa so auffällig wie ein Wegweiser mit Aufschrift: „Hier geht’s zum Schatz!“ Und dann ging es erneut um die elende Frage nach der Marschreihenfolge. „Er will uns Zivilisten“, Askladd war sich nicht ganz sicher, was das Wort bedeutete, „also beschützen indem er hinter uns herläuft,“ Der abfällige Tonfall in der Stimme des Nordmanns war kaum zu überhören und er machte sich nicht die Mühe leise zu sprechen. „Sehr freundlich, aber ich glaube ich kann auf solchen Schutz verzichten.“

Eine Auffassung, die auch Sâmul zu teilen schien wie er gewohnt hitzig kundtat. Das wiederum gefiel dem Gevatter nicht und ein Streit bahnte sich an. Zur Eröffnung die üblichen Drohgebärden: Die Hand am Griff des Säbels, Wahrung der für die jeweilige Waffengattung vorteilhaften Distanz, die Armbrust im Anschlag. Die Frauen versuchten zu vermitteln. Für Askladd stellte sich unterdessen die Frage, wem mehr zu trauen war, gar nicht. Der blonde Jüngling und er waren inzwischen Waffenbrüder. Über das Glitzerauge wusste er hingegen nichts.

„Ich würde vorschlagen, dass Du die Armbrust runternimmst, Kurzer“, meinte er betont ruhig und legte eine schwere Hand auf die Schulter des nuruer Stadtwächters, während er mit der anderen den eigenen Schwertgriff tätschelte. „Und wenn ich es richtig verstanden habe, befinden wir uns nicht im Einflussbereich der drachenaugener Wache. Typen wie Du mögen es doch gewiss nicht, wenn man sich in ihre Kompetenzen einmischt. Mein Freund Sâmul hier war deshalb so rücksichtsvoll davon abzusehen. Ich sage wir bleiben bei unserem Plan: Zuerst holen wir den Schatz und dann setzen wir uns hin um in aller Ruhe zu überlegen, was wir mit den toten Halunken anfangen sollen. Und keine Sorge, Dir passiert nichts. Du hast mein Wort. Ich werde Dir in der Höhle sogar eigenhändig den Rücken freihalten. Und falls Dir die Armbrust zu schwer wird, bin ich bereit sie für Dich zu tragen.“
« Letzte Änderung: Donnerstag 13 Juli 2017, 00:00 von Phelan » Gespeichert
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Cailín

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #79 am: Donnerstag 13 Juli 2017, 19:29 »

Cailín hätte Askladd erwürgen mögen. Die Bezeichnung Kurzer trug ganz bestimmt nicht zur Deeskalation der Situation bei. Die Götter hatten wahrlich vergessen, den Männern ein Gehirn zu schenken. In ihrem Schädel war nichts als Fett und eine aufgeplusterte Masse aus Schaum.

Was sollte das überhaupt? Verbrüderung zur Drachenaugener Bürgerwehr in Nurus Wäldern? Wieso konnte Askladd nicht warten, bis Ragno auf die Vorschläge der Frauen geantwortet hatte? Nein, er machte mit seinem Starker-Mann-Gehabe  alles zunichte. Die Bardin schnaubte, marschierte zurück zu Shikra und verschränkte die Arme vor der Brust.

"Ich warte auf jeden Fall hier draußen. Sollen sich diese Idioten dort drinnen von mir aus gegenseitig die Schädel einschlagen. Dann habt Ihr wenigstens hinterher ein bisschen Arbeit. Rizzel wird Euch dafür entlohnen, dafür sorge ich."

Cailín zwinkerte Shikra zu und grinste.
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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #80 am: Donnerstag 13 Juli 2017, 22:26 »

»Wenn der Arsch juckt, dann solltest du dich vielleicht mal wieder waschen, Herr Zwerg!«, meinte Sâmul schmunzelnd und schien sich über die doch eher gewöhnliche Ausdrucksweise des Zwergs zu belustigen. Vielleicht amüsierte er sich auch über den hochroten Kopf des Zwergs, als ihm der Zorn das Blut in den Schädel trieb. »Aber selbstverständlich gestehe ich dir jetzt meinen finsteren Plan. Ja ich bekenne mich schuldig!«

Sâmul machte eine kurze Pause und fügte dann frech grinsend hinzu: »Ich bekenne mich schuldig, dir nicht weiter zu trauen, als ich dich werfen kann. Und glaub mir, beim Zwergenweitwurf war ich immer der Letzte. Ich bekenne mich außerdem schuldig, nicht in einer schäbigen Höhle mit einem Bolzen im Hinterkopf enden zu wollen. Als Letztes bekenne ich mich schuldig, auf deine Befehle zu pissen. Und das meine ich ernst. Du bist hier nicht unser Hauptmann, sondern nur ein dahergelaufener Typ im Wald.«

Kurz wanderte Sâmuls Blick herüber zur Halbelfe und ein Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen. »Sobald der gute Herr Todesbringer seine Aggressionen wieder unter Kontrolle und seine Waffe niedergelegt hat, wird Sâmul gerne direkt neben Lisann in die Höhle treten. Da besteht auch nicht die Gefahr, einen Pfeil in den Rücken zu bekommen. Außerdem mag Sâmul tapfere Frauen. Vor allem wenn sie so gut kochen können wie du.«

Mit einem kühlen Lächeln registrierte Sâmul, wie Askladd dem Zwerg die Hand von hinten au die Schulter legte. Jetzt war es Zeit den Druck zu erhöhen. »Wenn du deine Waffe jetzt niederlegst, garantieren wir alle dir deine körperliche Unversehrtheit. Nachdem wir den Schatz geborgen haben, ich betone es noch einmal für dich: NACHDEM wir den Schatz gehoben haben, werden wir allesamt zurück nach Nuru gehen. Aber erst dann. Keinen Augenblick vorher.« Mit diesem Worten nahm Sâmul die Hand wieder vom Säbelgriff und löste dann den Gürtel mit der Säbelscheide, so dass dieser mitsamt der Waffe zu Boden fiel. Glücklicherweise machte das auf dem weichen Waldboden nicht sonderlich viel Lärm.

Unbewaffnet hob Sâmul dann seine Arme und ging langsam auf den Zwerg zu. »Wenn du mich also erschießen willst, dann tu es doch jetzt gleich. Du fängst nämlich an uns alle zu langweilen.« Dabei deutete der blonde Jüngling auf die anderen Schatzsucher und fügte hinzu: »Hm, Zeugen haben wir hier doch mehr als genug, nicht wahr? Vielleicht schaffst du es ja sogar mir einen Bolzen in den Schädel oder in die Brust zu jagen. Aber ich garantierte dir, danach hast du ein Schwert im Rücken. Also, ich bitte dich noch einmal ganz freundlich, leg die Armbrust sofort nieder!«
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Shikra

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #81 am: Freitag 14 Juli 2017, 08:24 »

Shikra hätte nicht gedacht, dass das Betreten der Höhle das größte Problem der Schatzsuche darstellen würde.
Die beiden hatten wirklich einen tollen Zeitpunkt für ihre Auseinandersetzung gefunden. Als die Situation zu eskalieren schien, griffen die anderen ein. Die Elfe bewunderte Lisann. So viel Mut und auch Lust sich in so eine Unterhaltung einzumischen hätte sie der Halbelfe nicht zugetraut. Auch von Askladd hätte sie ein so konkretes Einmischen nicht erwartet, der Mann konnte ja richtig bedrohlich wirken.
Von der Bardin wiederum hatte sie nichts anderes erwartet. Mit ihrer bezaubernden Art hätte sie wohl auch zwei wilde Tiger voneinander trennen können.
Doch am meisten überraschte Samul die Elfin, als er seinen Säbel fallen ließ. Damit hatte sie, nach dem Gemetzel an den Räubern wirklich nicht gerechnet. Wahrscheinlich hält er irgendwo noch eine Waffe versteckt, sonst hätte er sich bestimmt nicht so schnell von seinem Säbel getrennt. Hoffentlich verhielt sich jetzt auch der Zwerg halbwegs vernünftig.
Da verstehe einer die Männer: im einen Moment, komm ich bringe dich um und im nächsten Moment, komm lass uns ein Bier trinken.
An Cailin gewandt fragte die Elfin: "Ihr wollt wirklich draußen warten? Am Ende machen sich die anderen ohne uns mit dem Schatz davon?!" Eigentlich hatte Shikra keine große Lust in eine Höhle zu gehen, aber irgendwie fühlte sich sich der Gruppe langsam angehörig und draußen abwarten, während die anderen in der Höhle unterwegs sind, war auch keine schöne Vorstellung. "Ich denke wir sollten uns die ganze Sache doch mitansehen! Von hinterster Reihe natürlich, aber trotzdem am Geschehen. Wenn es gefährlich wird können wir immer noch als Erste den strategischen Rückzug antreten und dann komme ich gerne auf Euer Angebot zurück"
« Letzte Änderung: Freitag 14 Juli 2017, 08:26 von Shikra » Gespeichert
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Ragno Todbringer

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #82 am: Freitag 14 Juli 2017, 12:27 »

Ragno behielt den Blonden im Auge. Die Bardin redete auf ihn ein. Einige der Namen kannte er bereits, also nickte er. Menschenweiber interessierten ihn nicht, ihr Lächeln aber hätte ihm gehobene Mundwinkel entlockt und ihn zum einlenken bewegt, wenn nicht in diesem Moment jemand seine Hand schwer auf seine Schulter gelegt hatte.

"Nimm dein Pranke da weg, Langer",  knurrte der Zwerg. Seine Laune sank unter den Gefrierpunkt.

Der Blonde reagierte auf die Verstärkung, wie es zu erwarten war. Er spuckte große Töne. Die Beleidigungen prallten an Ragno ab wie Wasser an Granit. Doch der Zwerg erkannte, wann er verloren hatte. Als der Säbel zu Boden fiel, ließ Todbringer die Armbrust sinken, duckte sich unter den Hand des Nordmanns weg und ging ein paar Schritte rückwärts.

"Ich schieße nicht auf Großmäuler. Bleib auf Abstand, sonst überlege ich es mir anders. Nimm dein Messerchen und geh voran, der Lange hier",  er deutete auf Askladd, "von mir aus neben mir gleich hinter euch. Die Weiber zuletzt. Einverstanden?"
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Cailín

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #83 am: Freitag 14 Juli 2017, 20:08 »

Cailín ließ sich von Shikra überreden. Weniger, weil sie Angst hatte von dem Schatz nichts abzubekommen. Dies konnte nur geschehen, wenn die Höhle einen zweiten Ausgang hatte, was selten der Fall war bei bewachsenen Felshügeln im Wald. Im Gebirge sähe die Sachlage natürlich anders aus, da führten Felsrisse und Aushöhlungen oft tiefer in den Berg hinein und anderswo wieder raus. Nein, sie wollte nicht verpassen, wie sich die Männer darum prügelten, wer Rizzels Schatz tragen durfte. Die Bardin grinste in sich hinein, während die Gruppe um Samul die Reihenfolge festzulegen versuchte, wer mit wem an welcher Stelle mit welcher Waffe... Mit einem Seufzen ließ sich Cailín gegen die Efeu berankte Felswand sinken und bereute dies in dem Augenblick, in dem ihr eine Handvoll Insekten in den Nacken krabbelte, die zwischen den Blättern hausten.

Schließlich ging es doch noch los. Cailín reihte sich an Shikras Seite in die Marschkolonne ein. Wenigstens ging die Stadtwache jetzt vorne. Und blieb so abrupt wieder stehen, dass Cailín ihrem Vordermann unabsichtlich in die Ferse trat. Ehe sie "Was ist los?" fragen konnte, schnappte sie ein leise gesprochenes "Bär" auf. Die Druidin warf Shikra einen besorgten Blick zu. "Oje", formten ihre Lippen stumm. Das fand auch Rizzel, drängte sich nach vorn um besser zu sehen und scheuchte dabei ganz andere Höhlenbewohner auf.

Plötzlich war die Luft erfüllt von hektischem rauschendem Flattern. Greifbare Schatten schossen über ihre Köpfe hinweg. In dem Versuch, sich zu schützen, riss Cailín instinktiv die Arme über den Kopf. Scharfe Krallen bohrten sich in ihre nackten Unterarme. Womöglich wurde sie sogar gebissen. Schmerz flammte auf. Die Bardin duckte sich zum felsigen Höhleneingang hin und machte sich so klein wie möglich. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde es still, dabei hatte der Schreckmoment nur wenige Momente lang gedauert. Mit einem Auge schielte Cailín zwischen ihre Arme hindurch. Blut lief aus tiefen Kratzern. Zwischen den anderen hindurch erkannte sie die Umrisse des Bären. Und einer kleineren Gestalt. Ein Junges? Licht fiel von oben in die Höhle herab. Vermutlich eine ausgewaschene Öffnung auf der Oberseite des Felsens.

"Wir könnten versuchen den oder die Bären aus der Höhle scheuchen", flüsterte sie in die Stille hinein. "Indem wir von oben etwas nach unten werfen. Oder wir warten, bis sie die Höhle von selbst verlassen. Irgendwann werden sie hungrig sein."

-2 LP
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Askladd

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #84 am: Samstag 15 Juli 2017, 00:03 »

Erleichtert atmete Askladd auf, als beide Stadtwächter ein Stück weit nachgaben und sich die Situation etwas beruhigte. Nun wurde eine Reihenfolge festgelegt, mit der jeder leben konnte. Dabei waren so viele Abhängigkeiten zu beachten, dass dem Nordmann bald der Kopf schwirrte. Also ließ er andere reden und sich am Ende seinen Platz zuweisen. Vor ihm Lisann, neben ihr Sâmul und an Askladds Seite der Zwerg. Die Plätze an der Spitze, schienen plötzlich so begehrt, dass sich Rizzel, ihr Auftragsgeber, schwer tat noch einen zu erhaschen.

In der dunklen Höhle fühlte der Bogner seltene Unruhe in sich aufsteigen und so zog er vorsichtshalber sein Schwert. Wenige Augenblicke später murmelte Lisann auch schon etwas von einem Bären und hielt an. Der blonde Hüne folgte ihrem Beispiel und kam kaum eine Daumenbreite hinter ihr zu stehen. „Wir sollten uns langsam zurückz…“, raunte er als etwas Unruhe in die Gruppe kam und dadurch ein Schwarm Fledermäuse aufgeschreckt wurde.

Da der Respekt vor der Bärin schwerer wog, entwich dem Nordmann gerade einmal ein Grunzen. Für einen so großen Burschen schaffte er es erstaunlich gut, den kleinen Tieren auszuweichen. Vielleicht hing es damit zusammen, dass er sich flach an die Höhlenwand drückte und so nicht als eigenständiges Hindernis wahrgenommen wurde. Erst als das letzte Flatterwesen an ihnen vorüber war, konnten sie den Plan mit dem langsamen Rückzug umsetzen. Oder es zumindest versuchen. Denn der Bogenbauer war sich nicht ganz sicher, ob sich da weiter im Höhleninneren etwas bewegt hatte. Hatten sie Meister Petz im Schlaf gestört?

„Ich bin ja dafür abzuwarten“, erwiderte er ebenso leise wie die Bardin und hoffte, dass ihm sein angespannter Verstand nur einen Streich gespielt hatte. „Normalerweise sind Bären ja recht gutmütig, aber wenn sie sehr hungrig sind, wenn man sie im Schlaf stört, oder wenn sie Junge zu verteidigen haben, soll das anders sein…“

-1 Leben (24/21 LP)
« Letzte Änderung: Samstag 15 Juli 2017, 01:05 von Phelan » Gespeichert
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Shikra

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #85 am: Samstag 15 Juli 2017, 00:09 »

Endlich kam Bewegung in die Sache. Ragno und Samul hatten sich auf einen Waffenstillstand "geeinigt". Und gefühlte Stunden später war sogar eine Reihenfolge fest gelegt worden, um die Höhle zu betreten bei der sich Shikra in vorletzter Reihe neben Cailin wiederfand. Die Bardin hatte wohl doch Lust die Höhle zu erkunden beziehungsweise wollte sie die Gruppe im Auge behalten.
Das war zumindest der Grund, warum Shikra mitwollte. Interesse an der dunklen, muffigen Höhle war es sicher nicht. Sie wagten einige Schritte in die Dunkelheit hinein, bis Shikras Vordermann abrupt stehen blieb und die Elfin ihn anrumpelte.
"Bär"? Hatte sie richtig gehört? Cailins besorgtem Blick zufolge hatte wirklich jemand "Bär" geflüstert. Das fehlte jetzt gerade noch, dass es sich ein Bär hier in der Höhle bequem gemacht hatte. Einer ähnlichen Meinung war wohl auch Rizzel, denn der Goblin stürmte nach vorne.
Dabei schaffte es Rizzel eine ganze Horde von Fledermäusen aufzuscheuchen, die sich wie eine dunkle Wolke um die Schatzsucher legte. Shikra sank instinktiv auf die Knie und rieß die Hände über den Kopf, um diesen zu schützen. Die Luft war erfüllt mit dem Schlagen der kleinen Flügelchen. Die Waldelfe konnte erkennen, dass Cailin ganz schön mit den Fledermäusen zu kämpfen hatte. Wie sich die anderen mit den Biestern schlugen vermochte Shikra nicht zu erkennen. Sie selbst hatte Glück, die Viecher ließen sie in Ruhe.
Doch da hatte sie sich zu früh gefreut. Eine besonders mutige Fledermaus, wobei die Elfin sie eher als dumm bezeichnen wollen würde, landete auf ihrer linken Hand und grub ihre Krallen tief in die Haut hinein. Shikra stöhnte auf, konnte aber, angesichts der gefährlichen Lage, in der sie sich befanden, einen Aufschrei vermeiden.
So schnell wie der Spuk begonnen hatte, war er auch vorbei. Shikra betrachtete ihre blutige Hand und ließ ihren Blick über die Gruppe schweifen. Der ein oder andere hatte ganz schön was abbekommen. Hinter der Gruppe konnte sie einen großen Bären samt Nachwuchs erkennen. Cailins Idee, draußen zu warten, bis der Bär von alleine die Höhle verlassen würde, kam ihr sehr vernünftig vor.

-1 LP
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Lisann

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #86 am: Samstag 15 Juli 2017, 19:54 »

Der Streit drohte trotz ihres Eingreifens zu eskalieren. Von den Mitreisenden, die sie am besten kannte, stellten sich gleich beide auf die Seite des Krähenmannes, was für Lisann völlig überraschend kam. Hatte sie irgendetwas verpasst? Oder war Samuls Verhalten derart einschüchtern gewesen? Womöglich fürchteten die zwei auch nur den Verlust des Schatzes...

Wirklich vernünftig benahm sich der Zwerg zugegeben nicht. Mit einer Armbrust konnte er maximal einen Gegner ausschalten und der Stadtwächter aus Drachenauge war bestimmt wahnsinnig genug, es darauf ankommen zu lassen.
Doch wieder wurde die Halbelfe überrascht: Samul benahm sich plötzlich sehr zuvorkommend und vernünftig - er hatte sogar Komplimente für sie übrig.
Verdattert und mit leicht geröteten Wangen erwiderte sie das Lächeln des Blondschopfs und betrat an seiner Seite die Höhle - natürlich erst, nachdem die genaue Reihenfolge festgelegt worden war.

In der Kaverne war es weniger dunkel als erwartet. Irgendwo weiter vorne musste Licht einfallen. Was sie wenig später im Zwielicht ausmachen konnte, war leider nicht der erhoffte Schatz.
"Ein Bär!", raunte sie den hinter ihr Stehenden zu und deute einen Rückzug an. Das weitere Vorgehen besprach man besser nicht in Hörweite des Tieres.

Die Gruppe wurde unruhig. Für Lisanns Geschmack wurde viel zu viel geredet und Rizzel drängte sich nach vorne.
Immerhin gab ihr das die Zeit, die Situation genauer zu analysieren: Ein Loch in der Decke, mehrere Jungtiere, bislang wie die Mutter schlafend.
Vielleicht sah Lisann deshalb die Fledermäuse kommen, ehe das panische Fiepen unüberhörbar wurde. Jedenfalls verhinderte ein Sprung zur Seite, dass sie mit einem der Insektenfresser kollidierte  - oder hatte Samul die Tiere auf sich gezogen?

Unterdrücktes Stöhnen deutete darauf hin, dass nicht alle so glimpflich davongekommen waren.
Energisch drängte die Bäckerin zurück in Richtung Ausgang.
"Wir müssen reden!", flüsterte sie. Im Halbdunkel auf eine in die Ecke gedrängte Bärenmutter zu treffen war jedenfalls in ihren Augen keine Option.
« Letzte Änderung: Samstag 15 Juli 2017, 19:56 von Landolin » Gespeichert
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Lasse Bluten

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #87 am: Samstag 15 Juli 2017, 22:12 »

So gelangten sie alle nach einiger Zeit auf eine Lichtung und das riesige Loch im Efeubewuchs war wirklich nicht zu übersehen.

Lasse Bluten wartete nur darauf, dass es weiter ging... nachdem der Zwerg in der Gruppe war wollte er der Ganz möglichst schnell hinter sich bringen, denn auch wenn er sich nicht bewusst war etwas unrechtes getan zu haben wollte er der Stadtwache einfach aus dem Weg gehen und scheinbar traut ihm Ragno nicht wirklich.
Er meinte eben noch einen licht abfälliges Nicken von Todbringer in seine Richtung gesehen zu haben, da eskalierte die Situation zwischen Ragno und Samul schon zu einem ausgewachsenen Streit.
Solche Momente kannte Lasse leider nur zu gut aus durchzechten Nächten... doch irgendwie war das nie gut ausgegangen. Das war auch der Grund dafür weshalb er sich nicht einmischen wollte. Erst recht nicht als nun auch Askladd begann Ragno "gut" zuzusprechen.

So stellte sich der gute Bluten eher zu den Frauen der Gruppe und betrachtete das Treiben.

Als der Streit scheinbar geklärt war ging es in die Höhle.
Auch wenn er als Minenarbeiter sich untertage prinzipiell nicht unwohl fühlte behielt er seine Position am Ende der Gruppe jedoch, da er sich nicht ganz sicher war, ob der Frieden WIRKLICH wieder hergestellt war zwischen den Streithähnen. Außerdem war es für Ihn, aufgrund seiner Größe, kein Problem über die meisten anderen mal mehr mal weniger gut drüber zu schauen, sobald sich eine Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt hatten.
Seiner Meinung nach waren sie alle noch gar nicht wirklich in der Höhle drinnen als sich Rizzel scheinbar etwas ungeschickt anstellte und einen Schwarm Fledermäuse aufschreckte.
Die Tiere wuselten um Ihre Köpfe und Lasse duckte sich, beide Hände seinen Kopf schützend. Eines der Tiere schien ganz besonders angriffslustig zu sein und flog genau vor seinem Gesicht. Wild fiepte es ihn an und versuchte mit seinen Krallen nach ihm zu schlagen. Sehr genervt und etwas ungestüm haute Lasse die Fledermaus mit der Rückhand seiner Linken weg... doch leider etwas zu ungestüm, denn er schlug gegen die schroffe, zerklüftete Felswand und zog sich eine kleine, aber nicht weniger schmerzhafte Verletzung zu.

-1 LP

Mit einem Blick, dem man selbst bei diesen Lichtverhältnissen ansehen konnte, dass Lasse Bluten sehr genervt war, wartete er darauf dass weiter ins Dunkle ging.
Doch nach nur sehr wenigen Schritten schienen seine Mitstreiter wieder die Höhle verlassen zu wollen
"Bär" und "Wir müssen reden!" fiel. Zumindest letzteren Satz kannte er nur zu gut...
So drehte sich Lasse um ging wieder Richtung Tageslicht und wartete auf die Anderen.
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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #88 am: Sonntag 16 Juli 2017, 00:07 »

Sâmul verdrehte seine Augen bei den Worten des Zwergs. »Selbstverständlich gehe ich voraus, du kannst dich jetzt wieder beruhigen. Du machst mich ja ganz krank mit dieser Zurschaustellung von Feigheit vor einem unbewaffneten Mann. Was sollen denn die anderen denken, wenn sie dich so sehen? Stolz und aufrecht musst du allen Gefahren ins Auge sehen, sonst verliert man doch jeden Respekt vor dir!«

Der blonde Mann macht dem Zwerg demonstrativ vor wie man sich zu halten hat. »Genau so wie ich, siehst du? Du solltest dir das wirklich zu Herzen nehmen. Vor allem als Stadtwache. Was sollen denn die Leute denken...«

Langsam schlenderte der Jüngling zurück zu dem Gürtel mit der Säbelscheide und hob sie wieder auf, um sie sich erneut umzuschnallen. Dann gesellte er sich an die Seite der Halbelfe und zwinkerte ihr vergnügt zu, während sich die Gruppe in Bewegung setzte, um die finstere Höhle zu erobern und den Schatz endlich zu bergen. Dabei verließ sich Sâmul offenbar voll und ganz auf die Sehkraft der Bäckerin neben ihm, doch das konnte natürlich auch täuschen.

Plötzlich wurde eine ganze Meute Fledermäuse aufgescheucht und flog wild um die Köpfe der Schatzsucher herum. Lisann neben ihm schaffte es sich rechtzeitig an die Höhlenwand zu drücken, so dass sie vollkommen unversehrt davonkam, doch auch dem Krähenmann gelang es schnell sich auf der anderen Seite an die Wand zu drücken, wobei er nicht ganz so viel Glück oder Geschick wie die Halbelfe hatte, denn an seiner Stirn würde sich später ein blutiger Kratzer zeigen.

»Erst einmal raus hier!« raunte Sâmul dann in die Richtung der Bäckerin, als der Schwarm vorbeigezogen war und deutete Ragno und Askladd hinter sich Kehrt zu machen. »So einfach kommen wir jedenfalls nicht an den Schatz...« murmelte der blonde Jüngling und schüttelte ärgerlich den Kopf, während er wieder ans Tageslicht strebte.

-1 Leben (18/15 LP)
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Secundus M. Hora

Re:[Abenteuer] Die Schatzsuche
« Antwort #89 am: Sonntag 16 Juli 2017, 21:35 »

Runde 8


Rizzel konnte es kaum fassen: da gingen sich die zwei Stadtwachen fast gegenseitig an den Kragen. Er war gerade drauf und dran selbst einzugreifen und Samul um Vernunft und Zurückhaltung zu bitten – schließlich brauchte er keinen Ärger mit der Nuruer Stadtwache – da lenkte der junge Mann von selbst ein und Rizzel atmete erleichtert auf. Nach einigen weiteren Sticheleien war endlich auch eine Reihenfolge festgelegt und sie betraten die Höhle. Rizzel fand sich zu seinem Bedauern relativ weit hinten wieder, aber um des lieben Friedens Willen protestierte er nicht dagegen.
Das nächste Problem folgte jedoch auf dem Fuß: in der Höhle hatte es sich eine Bärenfamilie gemütlich gemacht. Der Goblin fluchte, zwar leise, aber scheinbar laut genug um ein paar Fledermäuse aufzuschrecken. Wenigstens schafften es die Damen nicht wie Schweine am Spieß los zu quietschen, und so traten sie den strategischen Rückzug aus der Höhle an ohne die Bärenmutter aufzuwecken. Vor der Höhle sah Rizzel von einem zum anderen und verdrehte dann seine Augen. Wenn er etwas überhaupt nicht leiden konnte, dann war es tatenlos herum zu sitzen und abzuwarten. Drei gestandene, bewaffnete Mannsbilder und ein Zwerg – von sich selbst einmal ganz abgesehen – zwei davon bei der Stadtwache und kampferprobt - und sie machten sich vor einem Bären ins Hemd. Wie verhätschelt konnten Stadtbewohner eigentlich sein? Vielleicht hätte er doch besser in der schwarzen Klinge nach Helfern suchen sollen, anstatt auf dem Marktplatz. Bei den Damen konnte er die Reaktion ja noch verstehen...

Es nutzte nichts, alleine würde er es nicht mit einer ganzen Bärenfamilie aufnehmen können und so fügte er sich zähneknirschend. Man zog sich von dem Höhleneingang zurück so weit es ging ohne ihn aus dem Sichtbereich zu verlieren. Und dann warteten sie... und warteten... und warteten... und warteten...

Allmählich brach die Dämmerung herein. Erst jetzt, als die Sonne schon fast am Horizont verschwunden war, hörte man Geräusche, die aus dem Höhleninneren kamen. Dann wurde ein großer Schatten im Höhleneingang sichtbar, der sich als Muttertier entpuppte. Sie streckte die Schnauze in die Höhe und schnupperte. Dann drehte sie sich in die Richtung eines Trampelpfades, der zum Glück nicht an den Schatzsuchern vorbei führte, und ihre drei Jungen folgten ihr, nicht ohne dabei miteinander spielerisch zu balgen.

Na endlich!

Rizzel hatte schon geglaubt er würde hier Wurzeln schlagen. Nun, da die Gefahr gebannt war, würde sich wohl kaum jemand dagegen sträuben die Höhle zu betreten. Es roch noch immer nicht sonderlich gut, aber empfindliche Nasen waren dem Goblin gerade schnurzpiepegal. Er stieg über ein paar Knochen hinweg, die vermutlich die Überreste einer Bärenmahlzeit waren, und ertastete sich mehr oder weniger seinen Weg an der Höhlenwand entlang, denn das einfallende Licht von oben war deutlich weniger geworden und würde in kurzer Zeit wohl völlig erloschen sein.

Ich hab sie gefunden!

Tatsächlich stand der Goblin vor einer großen Truhe, zu groß und zu schwer um nur von einem Mann getragen zu werden. Er griff nach seinem Hals und fummelte ein Lederband unter seinem Wams hervor, an dem ein Schlüssel hing. Dann sah er zweifelnd nach oben.

Es wird bereits dunkel. Wir sollten lieber zusehen, dass wir hier weg kommen.

Wie um seine Worte zu bestätigen, hörte man in einiger Entfernung einen Wolf heulen...
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