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  [Abenteuer] Geheimniskrämer
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   Autor  Thema: [Abenteuer] Geheimniskrämer (Gelesen 3172 mal)
Phelan

[Abenteuer] Geheimniskrämer
« am: Montag 31 Juli 2017, 20:37 »

Prolog


Obwohl die Sonne schon vor einer ganzen Weile hinter dem Horizont verschwunden war, saß Tamir von Salis noch immer im Licht flackernder Kerzen an seinem Schreibtisch. Für einen Mann mit seinen Talenten gab es immer etwas zu tun und den Luxus wirklich auszuschlafen gönnte er sich selten. Überrascht blickte er auf, als zu so später Stunde noch jemand an die schwere Eichentür seines Arbeitszimmers klopfte. Mit einer beinahe automatischen Handbewegung deckte er das Pergament, das er gerade so aufmerksam studiert hatte, mit einem Schriftstück, von dem er wusste, dass der Inhalt unverfänglich war, ab. Erst nach dieser kaum wahrnehmbaren Verzögerung ertönte ein deutlich vernehmbares „Herein!“

Etwas weniger selbstgefällig und deutlich aufmerksamer, als es sonst seine Art war, lächelte er dem schlicht gekleideten Mann, der auf seine Aufforderung hin eingetreten war, zu. „Kommandeur Javelin, was verschafft mir die Ehre?“, fragte er nachdem sein Besucher ihn förmlich gegrüßt und das Lächeln schmallippig erwidert hatte.

„Es handelt sich um eine etwas delikate Angelegenheit“, eröffnete dieser und setzte sich erst einmal auf den gepolsterten Stuhl, der ihm mit einer stummen Geste angeboten worden war. Ein Schlückchen Weinbrand wurde ebenso lautlos offeriert und ausgeschlagen, dann erst fuhr der Offizier fort: „Herr Gregor von Elberonth bat mich um Hilfe. Ihr wisst von wem ich spreche?“ Natürlich war das der Fall. In Adelskreisen kannte man einander. Noch dazu wenn es um den Kommandeur einer Unterstützungstruppe ging. Mit einem Wink bedeutete er seinem späten Gast fortzufahren. „Ihm sind einige Papiere abhandengekommen, die nicht in falsche Hände geraten sollten. Da er seine Majestät den König nicht damit belasten wollte, kam er auf mich zu.“

„Eine naheliegende Wahl. Als einstiger Offizier der Sinne habt ihr gewiss Kontakte, die sich in solchen Fällen als nützlich erweisen dürften.“

„Aber nein, wo denkt Ihr hin? Unser junger Monarch ist voller Ideale und lehnt es ab, dass sein geliebtes und treues Volk bespitzelt wird. Niemals würde ich gegen seinen Willen handeln. Zumal ich als Kommandeur der Leibgarde und Palastwache mehr als genug zu tun habe.“

„Selbstverständlich, mein Irrtum“, bestätigte Tamir. „Also habt ihr den Vorfall an unseren Herrscher gemeldet, damit er ihn auf seine Art regeln kann.“

„Aber nicht doch! Soll ich so das Vertrauen eines Kameraden in mich belohnen? Und soll ich unseren vielbeschäftigten König wegen so einer Lappalie um seinen Schlaf bringen? Ich habe auf Eure Hilfe gehofft. Mir ist zu Ohren gekommen, dass einige meiner besten Männer inzwischen für Euch arbeiten.“

„Das mag sein. Aber sie können ihre Talente nicht mehr ausleben. Den offensichtlich tuen sie nichts mehr, dass seiner Majestät missfallen könnte. Die kunstvoll gewobenen Netzwerke von einst gibt es nicht mehr. Sie sind zerrissen, zerschlissen und vom Winde verweht.“

„Selbstverständlich, dennoch bin ich mir sicher, dass sie und andere ihren Pflichten als treue Bürger nachkommen und alles unternehmen würden, um drohendes Unheil von ihrem geliebten Heimatland abzuwenden. Und natürlich würde es sich das Heimatland der Tradition gemäß nicht nehmen lassen solch vorbildliches Verhalten entsprechend zu belohnen. Ich dachte mir, dass Ihr als… gut vernetzter Geschäftsmann die richtige Person wärt, um eine Gruppe… fähiger Patrioten zusammenzustellen.“

Tamir von Salis fuhr sich mit den Fingern durch den rabenschwarzen Kinnbart und nickte schließlich bedächtig. „Ihr seid ein scharfsinniger Mann. So wollen wir es halten. Ich kümmere mich um alles Weitere und Ihr könnt Euch heute Nacht unbesorgt zur Ruhe legen, um zumindest ein paar Stunden Schlaf zu finden, ehe Ihr am Morgen wieder anderen Verpflichtungen nachkommen zu müsst.“

„Sehr edelmütig von Euch, doch eines sollte ich vielleicht noch erwähnen. Es mag ein seltsamer Zufall sein, aber…“
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Phelan

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #1 am: Montag 31 Juli 2017, 20:38 »

Runde I

Im morgendlichen Zwielicht näherte sich Olruun der Schattenfänger dem Turm der Schwarzmagier zu Nuru. Er hatte die Strecke von Drachenauge hierher in rekordverdächtig kurzer Zeit hinter sich gebracht. Es war leicht schnell voranzukommen, wenn man nicht an die Last eines Körpers gebunden war. Und er war dankbar dafür angekommen zu sein, solange die Düsternis noch wie ein schützender Mantel über der Garnison lag. Verschleierte sie doch großzügig wie durchscheinend er war oder dass er mehr über den Boden zu gleiten als zu laufen schien. Ohne Aufsehen erregt zu haben erreichte er das Portal und drückte sich, nachdem er einen Blick über die Schulter geworfen hatte, durch haarfeine Risse in den dicken Holzplanken hindurch.

Im Inneren angekommen, wo ein ähnliches Zwielicht wie außerhalb des Gemäuers herrschte, das durch an Öldochten züngelnden Flammen aufrecht erhalten wurde, wandte er sich an einen der Adepten. Zum Glück war er hier Bekannt, war er doch selbst langjähriges Mitglied. Auch wenn ihn andere Verpflichtungen stets davon abgehalten hatten seine Karriere beim Zirkel voranzutreiben. Es reichte, um seinen Worten Gewicht zu verleihen: „Ich wünsche mit der Ordensführerin zu sprechen. Beeilung, mir bleibt nicht viel Zeit.“

Tatsächlich saß – oder schwebte – er eine Weile später Myriel von Alandyos gegenüber. “Meinen Ehrerbietigsten Gruß!“, nahm er sich die Zeit für ein Mindestmaß an Höflichkeit. “Wie Euch sicher nicht entgangen ist, habe ich unlängst das Zeitliche gesegnet. Lange werde ich meine astrale Erscheinungsform nicht mehr aufrechterhalten können. Also verzeiht wenn ich auf Förmlichkeiten verzichte. Man macht Jagd auf uns. Ich spreche nicht vom Zirkel, sondern von meiner anderen Funktion, oder sollte ich sagen ehemaligen Funktion? Der Handschrift der Häscher nach stammen sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus Taros. Und mindestens einer von ihnen ist ein beachtlicher Schwarzmagier. Ich dachte das könnte Euch interessieren.“ Noch während er die letzten Worte aussprach, begannen die Konturen des Schattenfängers langsam zu verschwimmen wie Tinte im Regen.

~~~

Am frühen Morgen des folgenden Tages, noch ehe die hektische Betriebsamkeit des Tages die Stille der Nacht von den Straßen Drachenauges vertrieben hatte, unterbrach nahe des Marktplatzes ein schriller Schrei die Ruhe. Dann wurde das Rufen nach einem Heiler laut. Wer ihnen folgte, weil er glaubte helfen zu können oder weil ihn die bloße menschliche Neugier trieb, gelangte in eine schmale Seitengasse. Ein wirklicher Heiler würde es wohl, trotz der wenigen Leute, die zu solch früher Stunde unterwegs waren, nicht leicht haben, bis zum eigentlichen Ort des Geschehens durchzukommen. Und wer auf ein grausiges Spektakel gehofft hatte, wurde nicht enttäuscht.

Zwei gekrümmte Gestalten lagen in dunklen Pfützen ihres eigenen Blutes auf dem schmutzigen unebenen Pflaster. „Wer tut so etwas?“, jammerte die Frau, aus deren Kehle wohl auch der Schrei entsprungen war, und versetzte einem der Männer, der allem Anschein nach tot war, einen Tritt. Dann begann sie beruhigend auf den anderen, in dem sich noch ein Funken Leben zu regen schien, einzureden. „Es wird alles gut. Einfach so einen harmlosen Gemüseverkäufer wie Dich zu überfallen. Es gibt so viel Schlechtigkeit auf dieser Welt…“

Der außenstehende Beobachter mochte sich über ihre Worte wundern. Denn das Bild, das sich ihm bot, deutete eher auf einen blutigen und ausgewogenen Kampf zweier Meister der Klinge, als auf einen harmlosen Gemüsehändler hin. Und das blutbesudelte Messer, das besagter Mann noch immer umklammert hielt, schien nicht gerade zum Putzen von Krautköpfen geschmiedet worden zu sein. Es hatte eine lange schmale Klinge, die wohl unzählige Male geschliffen worden war, bis ihre Schärfe einem Rasiermesser Konkurrenz machte und sie einen bösartigen Glanz angenommen hatte. Es war ein Werkzeug um damit zu töten, zu verstümmeln und grausige Schmerzen zu bereiten.

Der Tote jedoch, schien noch deplatzierter, als diese grausige Gerätschaft zu sein. Halb Schwarzork und halb Dunkelelf wäre er selbst in den finsteren Winkeln Taros ein Ausgestoßener und keinen halben Schritt neben seinen danach ausgestreckten Fingern lag ein Dolch mit sägezahnartiger Klinge, die nicht minder unheilvoll aussah. Seine Finger hatten das Heft nicht mehr erreicht, weil ihm zuvor die Kehle durchtrennt worden war.

~~~

Unterdessen erreichte ein Bote das Kasernentor der Hauptstadt. Er hatte einen Brief, der an einen einfachen Wachmann adressiert war. Dennoch ließ er sich nicht davon abbringen diesen persönlich auszuhändigen. Als ihm die Diskussion mit den diensthabenden Soldaten zu lange dauerte, zeigte er einen Siegelring vor, der diese sofort verstummen ließ. Gemeinsam machten sie sich auf die Suche und fanden Sâmul von Gor schließlich beim Frühstück sitzend vor. Einer der Wächter, der neugierig war, was es mit dieser ach so wichtigen Nachricht auf sich hatte, beugte sich vor, um einen Blick auf das Schriftstück zu erhaschen. Als Absender stand dort in geschwungenen Buchstaben: von Deinem lieben Onkel

„Lies ihn Dir in Ruhe durch“, riet der Überbringer der Nachricht und zog die Torwachen mit sich, als er sich zum Gehen wandte. Im Inneren des gründlich, aber ohne aussagekräftiges Wappen versiegelten Schreibens, fand der blonde Jüngling folgende Zeilen:

Geliebter Neffe,

so wie ich den Hauch des Besonderen an Dir wahrnahm, fühle ich, dass auch Du über die Gabe verfügst Leute, die außergewöhnliches Interesse verdienen, zu erkennen. Ich bitte Dich darum, nach solchen Personen Ausschau zu halten und mit ihnen noch vor der Mittagsstunde den Freiherren von Salis in seinem Wohnhaus aufzusuchen. Die Angelegenheit ist äußerst dringlich.

Dein geliebter Onkel
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Myriel

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #2 am: Dienstag 01 August 2017, 18:06 »

Der Besuch, den sie im Morgengrauen bekam, war mehr als ungewöhnlich. Olruun der Schattenfänger war aufgetaucht, oder besser gesagt das, was nach seinem Tod von ihm übrig war. Myriel schaffte es gerade noch so ihm zuzunicken, bevor er sich in Rauch auflöste.

Ich werde mich darum kümmern, Olruun.

versprach sie dem leeren Raum, auch wenn sie glaubte, das sein Geist es noch vernommen haben könnte.

Es dauerte nicht lange um alles Benötigte zusammen zu packen. Sie schickte einen der Bediensteten nach ihrer Kutsche, stieg ein, und ließ sie zur roten Laterne fahren. Zwar war es eigentlich ihre Art solche Dinge allein zu regeln, aber in diesem speziellen Fall hatte sie äußerst wenige Informationen. Also hatte sie beschlossen Cailín mitzunehmen, denn die Bardin hatte sich im Orden der Weisen als äußerst einfallsreich erwiesen und würde es vielleicht schaffen an die ein oder andere Information zu kommen ohne eine Spur von Leichen zu hinterlassen. Nicht, das Myriel es gestört hätte jemanden zu töten, aber in der Hauptstadt gab es mehr Wachen als anderswo und sie musste aufpassen was sie dort tat.

So klopfte es in der frühen Morgenstunde an der Tür der Laterne, die vermutlich erst vor kurzem geschlossen hatte. Eine verschlafene Bre öffnete ihr und murmelte etwas von „Rion ist oben“, doch Myriel winkte ab und erklärte mit Cailín sprechen zu wollen – allein. Sie ließ sich den Weg zu der Kammer der Bardin beschreiben und klopfte kräftig an die Tür.

Cailín? Ich muss Euch sprechen. Sofort.

Als die Bardin öffnete, verlor Myriel nicht viele Worte sondern trat ein und schloss die Tür, auch wenn das die Lykantrophenohren unter diesem Dach vermutlich nicht davon abhalten würden jedes Wort zu verstehen, falls sie lauschten.

Ein Magier des Schwarzmagierzirkels ist in Drachenauge ermordet worden. Soweit ich weiß steckt mindestens ein mächtiger Schwarzmagier aus Taros dahinter. Wir müssen sofort nach Drachenauge reisen und herausfinden wer es war – und warum er es getan hat. Zieht Euch an und packt Eure Sachen zusammen, schlafen könnt ihr auf der Hinfahrt noch genug. Es wird Eure Feuerprobe Cailín – hoffen wir das ihr sie ebenso gut besteht wie Eure Aufnahme in den Orden.

Kurze Zeit später waren die beiden Frauen in der Kutsche unterwegs nach Drachenauge. Unterwegs wurden sie angehalten, doch Myriel verscheuchte den angeblichen Fremdenführer. Das sie dadurch einem Überfall entkamen, würden sie vermutlich nie erfahren. In Drachenauge angekommen, führte sie ihr erster Weg zum Hafen.

Ich will sehen ob sie einige Edelsteine verkaufen – eine Währung, die in allen Ländern gilt, ganz gleich wo. Wir werden sie eventuell noch brauchen. Was haltet Ihr davon, wenn wir danach beim Statthalter vorsprechen und uns nach dem Tod von Olruun dem Schattenfänger erkundigen? Ganz offiziell im Namen des Ordens der Weisen natürlich.
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Cailín

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #3 am: Dienstag 01 August 2017, 18:55 »

Als der Morgen graute, lag Cailín noch nicht lange im Bett. Ihr Traum führte sie zum Waldhaus auf der Lichtung und zu jenem Mann, der sie dort jede Nacht aufs Neue verführte. Sie ärgerte sich über das ungebührliche Hämmern, das diesmal die Zweisamkeit störte. Cailín murmelte im Schlaf, da rief jemand ihren Namen. Erschrocken fuhr sie aus dem Schlaf auf und fand sich aufrecht sitzend im Bett. Die forsche Stimme vor ihren Tür ließ sie blinzeln. Benommen kletterte sie von der Matratze und öffnete die Tür. Draußen stand Lady Myriel, wenn sie den verschleierten Umriss richtig interpretierte.

Ohne Gegenwehr ließ sich die Bardin zurück in die Kammer schieben. Statt eines Grußes gähnte sie herzhaft und blinzelte Myriel aus müden Augen an. Ehe sie fragen konnte, was denn passiert sei, wurde sie in Kenntnis gesetzt.

"Reisen? Jetzt? Rion wird ungehalten sein, wenn ich einfach verschwinde. Sollte ich heute abend nicht zurück sein..."

Ihr blieb keine Zeit über die Folgen einer unangekündigten Abwesenheit nachzudenken. Sie wurde zum Aufbruch gedrängt. Überhastet packte Cailín ihre Sachen zusammen und schlüpfte in Reisekleidung und Umhang. Myriel würde Rion schon alles erklären. Erst nach und nach begriff ihr verschlafenes Gehirn, worum es ging. Die Kutsche ratterte bereits durch das Stadttor, bis sie endlich klar denken konnte. Trotz des überstürzten Aufbruch fühlte sich Cailín von Myriels Vertrauen in ihre Fähigkeiten geschmeichelt. Ihre Mentorin war eine schwer durchschaubare Frau, doch die Bardin mochte die eigenwillige Schwarzmagierin.

"Ein Schwarzmagier, ermordet. Ist es jemand, den ich aus dem Zirkel kenne? Cornmandl etwa?"

Dem vermutlich kaum jemand eine Träne nachweinen würde. Der Name, den Myriel nannte, war ihr allerdings unbekannt. Olruun, der Schattenfänger. Interessanter Beiname. Direkt schade, dass er tot im Dreck lag.

"Olruun war Mitglied im Orden der Weisen? Wie viele Schwarzmagier befinden sich eigentlich inkognito in der Gilde der Hüter des Lichts, abgesehen von Lady Neome? Ist sie die einzige edle Erzmagierin dort? Und weiß nichts davon, nehme ich an."

Cailín wirkte amüsiert. Wenn Sir Christian wüsste, von welchen "Kollegen" seine Frau umgeben war.

"Lasst Euch von mir nicht abhalten. Mit etwas Glück findet sich im Hafen auch für mich etwas Brauchbares. Ich bin nicht das erste Mal hier. Sagt, der Statthalter von Drachenauge, das ist ein Mann namens Raimar von Salis, soweit ich gehört habe. Kennt Ihr ihn persönlich?"
« Letzte Änderung: Dienstag 01 August 2017, 19:03 von Silvana » Gespeichert
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Myriel

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #4 am: Donnerstag 03 August 2017, 12:36 »

Olruun? Ein Mitglied des Ordens der Weisen?

Myriel schüttelte mit dem Kopf, während die Kutsche sich auf den Weg vom Hafen zum Statthaltersitz machte.

Nein, natürlich nicht. Aber ihr solltet eins nie vergessen Cailín: der Orden der Weisen ist eine angesehene Gilde und seine Mitglieder haben dem Königshaus in mehr als einer Krise mit Rat und Tat beiseite gestanden. Wir haben einen gewissen Einfluss – ich habe Euch nicht umsonst gesagt, das der Siegelring Euch die ein oder andere Tür öffnen wird. Abgesehen davon ist es gewiss nicht das Schlechteste dem Statthalter den Eindruck zu vermitteln, das wir das Wirken und Tun von Schwarzmagiern in Aylann überwachen und daher von Olruuns Tod erfahren haben. Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir stärken das Bild des Ordens und wir werden alles in Erfahrung bringen, was der Statthalter über Olruuns Tod weiß.

Das kühle Lächeln machte deutlich, das es nicht das erste Mal war das Myriel derart überlegt im Hintergrund die Fäden zog. Sie hatte auch den ehemaligen Statthalter Nurus stark beeinflusst – zu schade das der Marquis sich mit dem kleinen Königssohn hatte duellieren müssen.

Was Lady Neome betrifft, so glaube ich das sie mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie war besessen, und es ist nicht leicht das ohne Veränderungen zu überstehen. Wenn Ihr nach einem wahrlich edlen und gutem Erzmagier sucht, so würde ich Fjalladis Radran vermutlich noch vor Lady Neome nennen.

Inzwischen wurde die Kutsche langsamer und hielt schließlich ganz an.

Ich glaube wir sind da. Ja, der Statthalter heißt Reimar von Salis, ich bin ihm bereits einmal begegnet, auch wenn ich nicht behaupten würde ihn wirklich zu kennen. Wir werden sehen, ob er sich an mich erinnert.

Myriel stieg aus und steuerte auf das Haus zu, in dem der Statthalter seinen Sitz hatte. Sie würde den erstbesten Diener sie zu Reimar von Salis zu bringen.   
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Kaira

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #5 am: Donnerstag 03 August 2017, 17:37 »

 Es war noch früh am Morgen als die Amazone sich auf den Weg machte, den Markt ausfindig zu machen. Ihr war ein Stand empfohlen, worden an dem bereits früh am Morgen Heilkräuter aus fernen Landen verkauft werden. Sie waren sehr beliebt und schnell vergriffen. So wollte sie die erste sein, da sie nach einem bestimmten Kraut Ausschau hielt. Sie ging durch die Gassen, als das Licht langsam über den Horizont schlich und summte vor sich hin. An den Straßenecken lag der ein oder andere bierbäuchige verdreckte Mann, der die Nacht zuvor über den Durst getrunken hatte. Der eine brabbelte noch, der andere schnarchte schon. Sie war froh, dass sie sich mit soetwas nicht rumschlagen musste.
 
Dann hörte sie eine hohe Frauenstimme um Hilfe nach einem Heiler rufen, es schien gerade um die Ecke zu sein. Sie ging mit großen Schritten auf die schnale Gasse zu, die bereits mit einigen Gaffern gefüllt war. Sie seufzte, da gab es nur eine Möglichkeit für sie. Kurzerhand drückte sie sich ihren weg frei. Da sie sehr groß und von Natur aus kräftig war, sagte sie nur mit einem herrschaftlichen Ton "Aaus dem Weg... Ich kann helfen" und drückte den ein oder anderen Schaulustigen zur Seite, wenn er nicht freiwillig aus dem Weg ging. "He was soll das" hörte sie einen Angetrunkenen sagen. Sie drehte sich um und sah wie der schwankende Mann seine Fäuste ballte. Sie schenkte ihm einen scharfen Blick. Dann erkannte er plötzlich, dass es sich bei seinem Gegenüber um eine Amazone handelte und verdrückte sich so schnell es ging mit einem verängstigten "Ohhh...besser nicht".
 
Sie näherte sich dem Ziel und sah wie sich eine Frau zu zwei Gestalten gebeugt hatte und zu ihnen sprach. Eine Gestalt vor ihr stütze sich sogar auf die Schultern zweier anderer, um noch irgenwie mitzubekommen, was passiert war. Die Amazone versuchte, sich an der Seite nahe der Hauswand der Gasse durchzudrücken. Eine kleine dickliche Frau mit einem grünen Kleid und weißer Schürze stand dort press an die Wand. Sie hielt einen geflochtenen Korb in der Hand, der wohl mit  Einkäufen gefüllt werden sollte. Die Amazone sprach sie diesmal sanft an "Werte Dame ich kann helfen, lassen sie mich bitte vorbei". Die Amazone konnte über ihren Kopf hinweg blicken und erschrak über das Ausmaß des Ereignisses.
 
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Christian

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #6 am: Donnerstag 03 August 2017, 21:49 »

Christian war mal wieder als schwarzer Kater in Drachenauge unterwegs, um nicht von jedem in ein Gespräch verwickelt zu werden, der meinte, ihn zu kennen. Nachdem im Hafen nichts Interessantes zu erstehen gewesen war, wollte er sich auf dem Marktplatz umsehen, allerdings war es selbst als Kater nicht gerade einfach, dort durchzukommen. Gerade war er wieder durch die Beine vom einem hoch gewachsenen Mann geschlupft, als die Rufe nach einem Heiler ertönten. Da die Katerform zum Durchkommen immer noch besser war als seine natürliche Gestalt, eilte er in dieser an den Ort des Geschehens, doch da er fast am anderen Ende des Marktes gewesen war, dauerte es doch einige Zeit, bis er dort war.

Landolin war bereits dabei, sich um den Verletzten zu kümmern, während dem anderen nur noch ein Sänger des Schöpfungsliedes würde helfen können. Allerdings bezweifelte der Magier, dass einer der Sänger dies machen würde, von Côr vielleicht abgesehen. Doch auch der Verletzte war wohl kein Unschuldslamm, wie dessen Waffe zeigte, die ganz und gar nicht nach einem primär zum Schneiden von Gemüse gedachten Werkzeug ausah. Unter die nahen Zuschauer hatte sich eine Elfe gesellt, der der Magier in seiner Katergestallt gerade um die Beine wuselte, während er versuchte, das Geschehen genauer zu beobachten. Machte vielleicht einer der Zuschauer den Eindruck, als ob er mehr darüber wusste, was sich hier zugetragen hatte?



-4 MP für Verwandlung in schwarzen Kater -> 55/61 MP
« Letzte Änderung: Mittwoch 09 August 2017, 03:02 von Christian » Gespeichert
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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #7 am: Mittwoch 09 August 2017, 11:48 »

Sâmul saß gerade am Frühstückstisch im großen Speisesaal der Kaserne, als plötzlich mehrere Wachen mit einem Boten im Schlepptau an ihn herantraten. Im ersten Augenblick war der blonde Jüngling kurz davor die Männer unwirsch anzublaffen, schließlich war das Frühstück ja nun wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages und da wollte man einfach nicht gestört werden, doch als er den Brief erblickte, besann er sich schnell eines besseren. Schließlich bekam er hier niemals private Post, es war also sonnenklar, dass es sich dabei um eine eminent wichtige Botschaft von exorbitant wichtiger Stelle handeln musste.

Er brach das Siegel an und wollte gerade anfangen die Zeilen zu studieren, als ihm der allzu neugierige Blick eines der Wachmänner auffiel. Sâmul lupfte ein wenig pikiert die Augenbraue und hielt den Schrieb dann schließlich so, dass nur noch er den Inhalt sehen konnte. Er legte eben einfach auch ein wenig wert auf seine Privatsphäre, so weit das hier in der Kaserne denn überhaupt möglich war, wo er sich den Schlafsaal mit einem dutzend anderer Männer teilen musste. Als der Bote die Torwachen wieder mit sich nach draußen zog, hatte der blonde Bursche genügend Zeit sich mit dem Inhalt der Nachricht zu beschäftigen.

Einen Augenblick lang dachte er nach, wen er für diese Sache anwerben konnte. Eigentlich fiel ihm als erstes Askladd ein, doch den Nordmann wollte er nicht unbedingt in derartige Sachen reinziehen, so es nicht unbedingt notwendig war. Seine Kameraden konnte er auch nicht mitbringen, es war viel leichter sie auszuhorchen, wenn sie nichts von seinen Kontakten wussten. Viel mehr Leute kannte er hier nicht in Drachenauge.

Wäre er in Nuru gewesen, hätte er jetzt erst einmal den Friedhof aufgesucht, um die blasse Zauberlady zu suchen. Oder diese Bardin von der Schatzsuche, die arbeitete dort in einer Taverne, wenn er sich richtig erinnerte. Dem ›Grünen Lampenschirm‹, oder so ähnlich. Die war sicherlich für derartige Aufgaben geeignet. Aber das würde eindeutig zu lange dauern. Er zuckte kurz mit den Schultern, faltete den Brief, steckte ihn in seine Tasche und beendete erst einmal seine Frühstücksmahlzeit. Schließlich ging er rüber in den Schlafsaal, schnappte sich seinen Rucksack und machte sich auf den Weg. Dann musste er heute wohl improvisieren.

Einige Zeit später schlenderte der junge Blonde über den Marktplatz und schaute sich suchend um. Die Stimmung war etwas angespannter als sonst. In einer der umliegenden Gasse hatte es wohl heute Morgen nach einem Kampf einen Toten gegeben und einen Schwerverletzten. Einer seiner Kameraden hatte ihn vorhin kurz über die Umstände unterrichtet, als er bei dem Menschenauflauf vorbeigekommen war, doch seine Gedanken kreisten gerade um andere Dinge. Er beschloss einen kurzen Zwischenstopp bei dem alten Kräuterweib zu machen. Eine dampfende Tasse Xzshayrkrauttee würde ihm jetzt sicher gut tun...
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Naveen

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #8 am: Mittwoch 09 August 2017, 11:55 »

Tilana Germklos war eine Seele von Mensch. Den Elf Naveen Nebeltau, Inhaber der Schneiderei "Heiße Nadel" in Nuru und gleichermaßen ihr Nachbar, schien sie zu eine Art Ziehsohn erkoren zu haben. Und Tilana hatte eine große Leidenschaft. Tag ein, Tag aus stand sie vor ihrem großen Herd und kochte und buk was das Zeug hielt. Ihr Mann Rupert hatte mittlerweile das Ausmaß eines mittelgroßen Weinfasses und an dieser Stelle kam Nebeltau ins Spiel.
Er hatte sich nämlich bereiterklärt, dem guten Rupert ab und an eine Naht zu lösen oder einen Keil in den Hosenbund einzusetzen. Und dafür wurde er geradezu fürstlich von Tilana umsorgt und bekocht.

Und so geschah es, dass eines schönen Tages Tilana mit einem halben Spanferkel um die Ecke kam (welches schlussendlich bei Lotte und ihrer Sippschaft dankbare Abnehmer fand) und der Schneider sich zu dem Satz "Wie kann ich mich bloß erkenntlich zeigen?" hinreißen ließ.
Freudig erzählte Tilana von ihrem Wunsch doch etwas Rotes Ribeschkraut zu erwerben. Ein Kraut, was es laut ihren Erzählungen nur bei einer Kräuterfrau in Drachenauge gäbe und das der Schneider ihr doch bei seinem nächsten Hauptstadtbesuch mitbringen könnte.

Ein wenig überrumpelt hatte Naveen eingewilligt und so hatte er sich am heutigen Tag am besagten Stand der Kräuterfrau wiedergefunden. Es war ungewöhnlich voll - irgendeine Art Tumult wegen eines Verbrechens, von dem Naveen jedoch nicht näheres mitbekam oder bekommen wollte. So hielt er nach kurzer Zeit schon in der einen Hand ein Bündel Ribeschkraut, in der anderen etwas Tausengüldenkraut für Rupert wollte er sich gerade wieder auf den Weg machen, als zügigen Schrittes ein blonder Jüngling auf ihn (oder die den Stand der Kräuterhexe zukam), ihn fast unwirsch zur Seite schob und seine Bestellung bei der Frau abgeben wollte.
Der Mann selbst erweckte dabei nicht des Schneiders Aufmerksamkeit. Aber der Rucksack, den er trug... war das nicht.. konnte das sein?
Dieser Rucksack sah aus, wie sein eigener! Ja, ganz sicher! Dies war die Tasche, die er nach dem Abend in der roten Laterne nicht wiederfinden konnte. Er erkannte seine eigenen Nähte.

"He," sprach der Schneider und packte Sâmul an der Schulter. "kennen wir uns nicht? Mir gefällt euer Rucksack! Ist der aus Nuru?"
Ihm fiel nichts Unverfänglicheres ein - würde er den Blonden fragen, woher er die Tasche hatte, käme im Falle eines Diebstahles ja doch nur eine Lüge aus ihm heraus. Und Naveen wollte erst einmal einschätzen können, ob er es hier mit einem Dieb zu tun hatte, der so dumm war, sein Diebesgut auf dem Rücken zu tragen - oder einer armen Wurst, die einem Hehler auf den Leim gegangen war. Und zu guter Letzt bliebe ja auch noch die Möglichkeit, dass es gar nicht sein Rucksack war, den der Mann dort trug, sondern nur einer aus seiner Werkstatt.
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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #9 am: Mittwoch 09 August 2017, 12:21 »

Mit einer faszinierend eleganten Bewegung seiner Schulter wirbelte der blonde Mann schwungvoll herum, als er von hinten berührt wurde und seine Hand wanderte dabei instinktiv zum Säbelgriff, auch wenn er hier mitten auf dem Marktplatz keinen hinterhältigen Angriff auf seine Person vermuten musste. Allerdings, nach dem blutigen Intermezzo in der Gasse heute morgen, musste man wohl auf alles vorbereitet sein.

Doch als er des Elfen vor sich gewahr wurde, zog er die Hand augenblicklich wieder zurück, als würde er ihn für keine große Bedrohung halten. Stattdessen lupfte er etwas irritiert die Augenbraue und beäugte den Mann vor sich einen Augenblick lang sehr auffällig, er ließ sich dabei offensichtlich recht viel Zeit und es war ihm egal, ob Naveen dies womöglich als unangenehm oder unpassend empfinden mochte. Es wirkte fast so, als würde der blonde Jüngling tatsächlich in diesem Augenblick darüber nachgrübeln, ob er den Elf vor sich bereits einmal getroffen hatte. Schließlich schüttelte er nur schwach mit dem Kopf und zuckte kurz mit den Schultern.

»Nein, Sâmul kennt diesen Elfen mit Sicherheit nicht und ist ihm noch nie zuvor begegnet. Eigentlich kennt Sâmul kaum Elfen. Du musst wissen, Sâmul interessiert sich herzlich wenig für Bäume, Dichtkunst und Gesang, er ist ein Stadtmensch durch und durch. Die meisten Elfen können mit Personen wie Sâmul nicht viel anfangen.«

Der blonde Bursche plapperte wie ein Wasserfall und wirkte nicht so, als würde er sich dabei irgendwelche Hintergedanken machen. Als der Elf dann von seinem Rucksack zu sprechen anfing, schüttelte der blonde Jüngling allerdings sofort den Kopf und wedelte mit dem Finger direkt vor Naveens Nase herum. »Das ist ja alles gut und schön, aber Sâmuls Rucksack ist nicht verkäuflich. Wenn du auch solch einen schönen Rucksack willst, musst du woanders suchen.«
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Naveen

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #10 am: Mittwoch 09 August 2017, 12:24 »

Einen Augenblick lang wirkte Naveen total verdutzt. Dann verstand er. Das lange Mustern, reden in der dritten Person, kindliches Geplapper - sein Gegenüber war offensichtlich geistig nicht ganz gesund, zurückgeblieben oder hatte wahrscheinlich den ein oder anderen festen Schlag auf den Kopf zu viel bekommen. Wahrscheinlich ein Soldat. Da hatte man es nicht immer unbedingt mit der geistigen Elite zu tun.

Der Elf zuckte mit den Schultern.
"Oh, wie unglaublich schade.. er gefällt mir doch so." versuchte er sich auf Sâmuls geistige Ebene zu begeben.
"Weißt du nicht, wo du ihn her hast? Es könnte nämlich sein, dass ein böser, böser Mann ihn mir weggenommen hat." fügte er noch hinzu, hatte dabei den Rucksack gedanklich aber bereits abgeschrieben. Wer wusste schon, wie dieser Tor übers Ohr gehauen worden war. Und so trunken, wie er an dem Abend gewesen war, geschah es Naveen wahrscheinlich nur recht.

"Du bist doch ein Soldat, oder?" Sah er den Blonden an und zeigte auf den Tumult. "Weißt du, was da passiert ist?"
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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #11 am: Mittwoch 09 August 2017, 12:32 »

Der blonde Jüngling lupfte abermals irritiert die Augenbraue. Dieser Elf schien ja wirklich ziemlich fasziniert von seinem Rucksack, das war ja nicht mehr so ganz normal. Allerdings erfuhr Sâmul nur einen Augenblick später, warum dieser Elf so begierig war, mehr über diesem Rucksack zu erfahren. Offenbar handelte es sich um den eigentlichen Besitzer des guten Stücks, der ihn unachtsam in einer Ecke in diesem seltsames Etablissement in Nuru vergessen hatte. Viel Mitleid musste man also nicht mit ihm haben, wobei Sâmul derartige Gefühle sowieso ziemlich fremd waren.

»Der Rucksack war ein Geschenk«, log er dann auch ohne mit der Wimper zu zucken oder rot zu werden. »Ein Bekannter aus Nuru hat ihn mir gegeben, dafür hab ich ihm seine Spielschulden erlassen. Du musst wissen, normalerweise hat Sâmul nie Glück, aber in dem Fall...naja, Ausnahmen bestätigen die Regel, sagt man doch so schön, nicht wahr?« Der blonde Mann setzte sein strahlendes Lächeln auf, um den Elfen von seinem Geplapper zu überzeugen.

»Soldat?« fragte er etwas irritiert, schließlich war er ja derzeit nicht uniformiert. Dieser Elf hatte eine fantastische Menschenkenntnis oder konnte verdammt gut raten. Er zuckte kurz mit den Schultern. Wie auch immer, warum sollte er es verschweigen? »Ja, ohja, Sâmul ist Stadtgardist. Momentan jedoch nicht in Dienst.«

Kurz nur blickte er in Richtung des Tumults. »Da drüben? Ein Toter, ein Schwerverletzter. Vermutlich nach einem Kampf. Kein Duell zwischen Amateuren. Mehr wissen sie noch nicht. Hast du etwa was damit zu schaffen?«
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Naveen

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #12 am: Mittwoch 09 August 2017, 12:35 »

Naveen sah in die Richtung und nickte. Ein Schwerletzter, ein Toter. Kein Wunder, dass sich die Leute dort tummelten. Die Sensationsgier machte doch selten vor der breiten Masse halt.
Der Schneider fühlte sich allerdings nicht dazu veranlasst Näheres über diesen Kampf herauszufinden. Er war nicht involviert und das war auch gut so. Und da er das Ribeschkraut bereits hatte, konnte er sich jetzt auch auf den Heimweg machen.

"Nun denn, dann wünsche ich dir noch einen schönen, dienstfreien Tag, Stadtgardist Sâmul." grüßte er den Blonden, warf noch einmal einen letzten Blick auf seinen Rucksack und ging dann. Oder doch nicht. Er drehte sich noch einmal zu Sâmul um.
"Wenn er Spielschulden bei Sâmul hatte, weiß Sâmul dann seinen Namen? Ich hab es nämlich nicht ganz so gerne, wenn man mich bestiehlt und würde mit demjenigen vielleicht auch gern mal ein kleines Spielchen spielen." Naveens Augen funkelten merkwürdig und nur wenn man darauf achtete, erkannte man, wie er vorsichtig über seinen Schwertknauf strich.
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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #13 am: Mittwoch 09 August 2017, 12:55 »

»Jaja, dir auch einen schönen Tag, bei wasauchimmer«, meinte Sâmul leichthin und war zufrieden diesen Elfen endlich abgefertigt zu haben, offenbar hatte er seine Ausrede gefressen. Das war meistens so bei noch Unbekannten, die meisten hielten ihn nach dem ersten Eindruck für einen gutmütigen Tölpel und das war ja auch gut so. So wendete sich der blonde Jüngling wieder dem Marktstand zu und wollte das alte Kräuterweib gerade ansprechen, als es sich der Elf wohl doch wieder anders überlegt hatte.

Er verdrehte etwas genervt die Augen, was der Elf hinter ihm glücklicherweise nicht sehen konnte, da er ihm gerade den Rücken zugekehrt hatte. Wendete sich dann jedoch wieder mit dem typisch überfreudlichen Lächeln auf den Lippen um. Der Elf hielt Sâmul offenbar für ein wenig zurückgeblieben, so wie er mit ihm redete und die selben Sprachmuster wie er nutzte oder machte sich einfach über ihn lustig.

Doch dann fiel sein Blick auf die Hand die Elfen, die über den Schwertknauf strich. Eigentlich eine Geste, die bei einem Dieb eher einschüchternd wirken sollte, allerdings zeigte sie auch, dass offenbar mehr in diesem Elf stecke als die elfentypische Überheblichkeit. Das fiel ihm ein, er brauchte ja noch Verstärkung, vielleicht konnte man die Situation entsprechend ausnutzen. Der blonde Bursche grinste leicht.

»So einer bist du also?« meinte Samul und betrachtete den Mann vor sich interessiert. »Sâmul macht dir einen Vorschlag, der uns beiden nutzt. Du scheint nicht nur ein Mann schöner Worte zu sein, sondern auch ein einer der Tat, was dich von den meisten anderen Baumkuschlern wohltuend abhebt. Ich bin auf dem Weg zu meinem Onkel, der meine Hilfe braucht. Er hat mich gebeten, weitere gute Leute mitzubringen. Du solltest Sâmul begleiten, es wird sich für dich lohnen...«

Lächelnd betrachtete der blonde Junge den Elfen vor sich und meinte dann, bevor dieser antworten konnte: »Wenn du mich begleitest, wird Sâmul sicher auch wieder der Name des Mannes einfallen, dann hat Sâmul schließlich genügend Zeit zum nachgrübeln, nicht wahr? Sei unbesorgt, Sâmul will dir nichts Böses. Falls du es dir später anders überlegen solltest, nachdem wir bei meinem Onkel waren, wäre ich dir auch nicht böse.«
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Naveen

Re:[Abenteuer] Geheimniskrämer
« Antwort #14 am: Mittwoch 09 August 2017, 13:17 »

Glaubte dieser Jüngling wirklich, dass Naveen darauf reinfiel? Und das er den Namen des vermeintlichen Diebes bekam tatsächlich, wenn er dem Onkel Sâmuls half? Nein, zum einen war der Rucksack dem Schneider dann doch nicht soviel wert, als das es sich der Mühe lohnte (das enthaltene Geld würde er ja so oder so nicht wieder sehen). Und zum anderen machte dieser Gardist nicht unbedingt einen sonderlich vertrauenserweckenden Eindruck auf den Schneider. Selbst wenn er freundlich und scheinbar etwas minderbemittelt war, irgendetwas an ihm verleitete Naveen zur Vorsicht.

Aber dennoch war da auch wieder der Reiz des Abenteuers. Der Schneider war nie einer lohnenden Unternehmung abgeneigt (und wurde aus den Konsequenzen daraus auch bisher nicht klug).

"Dein Onkel sagst du? Hmm..?" Er strich sich über das Kinn, beschloss dann aber erneut jeglichen Zweifel zu ignorieren.

"In Ordnung, ich folge dir, Sâmul. Ich bin sehr gespannt auf deinen Onkel und wie ich ihm helfen kann. Und noch mehr auf den Namen, den du mir nennen wirst."
Um das Gesagte zu besiegeln und seinen Entschluss mitzukommen zu untermauern, streckte er dem Stadtgardisten die Hand zum Einschlagen entgegen.
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