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  [Abenteuer] Stein der verlorenen Seelen
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   Autor  Thema: [Abenteuer] Stein der verlorenen Seelen (Gelesen 1900 mal)
LethiaVeritas

Re:[Abenteuer] Stein der verlorenen Seelen
« Antwort #105 am: Sonntag 15 April 2018, 13:46 »

Syrena drückte die Steine in die Vertiefungen und die Höhle begann zu erzittern. Lethia duckte sich aus Furcht die Höhlendecke könnte einstürzen und sie würden unter der Erde begraben werden. Doch es rieselte nur Staub und einige kleine Kiesel auf ihr Haupt. Das Vibrieren der Höhle hielt immer noch an und die Elfe wollte sich in ihrer Angst Richtung Ausgang wenden. Doch ihre Beine bewegten sich nicht. Eine unsichtbare Kraft schien ihre Füße am Boden zu halten. Sie schaute sich nach ihren Gefährten um, doch diese konnten sich ebenfalls nicht bewegen. Panik stieg in ihr hoch und mischte sich mit Verzweiflung.

Werde ich nun hier sterben, tief im Bauch der Erde getrennt von Himmel und Wind? Nie wieder die Musik der Welt hören?

Da wurde die Kammer plötzlich von einem gleisenden Licht erhellt, dass vom Altar seinen Ursprung zu nehmen schien. Die Bardin kniff die Augen zusammen um sie vor dem Licht zu schützen. Die Intensität nahm etwas ab und Lethia konnte erkennen, dass sie umringt waren von Feinden. Doch die vermummten Gestalten waren bewegungslos und schienen zu schlafen. Ein starker Wind kam auf und zerrte an ihren Kleidern und Haaren. Ihr Körper hatte die Vibration der Höhle aufgenommen und es schien als ob alles im Einklang war. Erstaunt sahen die Abenteurer wie die schwarzen Gestalten sich auflösten und verschwanden. Größere Gesteinsbrocken lösten sich von den Wänden und ein erneuter Versuch ihre Beine zu bewegen blieb fruchtlos.
Das Licht wurde wieder intensiver und alles verblasste um die Bardin. Mit ihrer Umgebung verschwanden auch die Geräusche und Lethia konnte die Anwesenheit ihrer Reisegefährten nicht mehr spüren. Sie war allein in dem Weiß.

"Hallo?", fragte sie zögerlich in die Stille hinein. Wie zur Antwort wurde plötzlich alles Schwarz um sie. Sie blinzelte verwundert und versuchte mit ihren Augen in der Dunkelheit etwas zu erkennen.
Ob die Höhle eingestürzt ist und ich nun im Dunkeln gefangen bin?, fragte sie sich kurz. Doch sie verspürte keinerlei Angst. Innerlich vollkommen ruhig wartete sich auf das, was da kommen mochte.

Kleine Lichtpunkte flackerten einer nach dem anderen auf. Sie umringten die Elfe und schienen sich bis ins Unendliche auszubreiten. Inmitten dieses Sternenmeers beobachtete Lethia die schillernden Gebilde verzückt und sah wie ganze Galaxie entstanden. Mit ihrer Hand fing sie einen der Sterne ein und im Inneren ihrer geschlossenen Hand leuchtete und funkelte es. Das Funkeln des Sterns wurde begleitet von einer Art Melodie und sie lauschte. Allmählich vernahm sie nicht nur Töne aus ihrer Hand, sondern auch aus ihrer Umgebung. Die Töne verbanden sich zu einer Art Melodie die anschwoll.
Berauscht von der Stille des Alls und dem Crescendo der Sternenmusik fühlte die Bardin wie in ihrem Inneren eine Melodie entstand, welche fast greifbar für sie war. Ihre innere Melodie perfektionierte sich in ihrer Seele und strömte dann aus ihr heraus. Sie floss ein in das große ganze Konzert, welches sich aus verschiedenen individuellen Melodien bildete.
Die Musik der Welt. Das Lied des Lebens. Die Melodie des Universums. Lethia wusste nicht, welchen Namen sie diesem Konzert geben sollte. Doch war dies nicht so wichtig. Sie war ein Teil davon und sie fühlte sich im Einklang mit Allem.

Ihr Geist und ihre Wahrnehmung kehrten wieder in die Höhle zurück. Innerlich noch immer erfüllt von dieser tiefen Erfahrung wusste sie einfach, dass sie eines Tages ihre innere Melodie wiederfinden würde.
Wenn ich mein Seelenlied gefunden habe werde ich die Herzen Aller wirklich mitreißen und begeistern können., dachte sie und vertraute darauf.

Die Dunkelheit und Stille drückten wieder auf ihre Sinne. Es dauerte einige Sekunden, bis sich ihre Augen wieder an das spärliche Licht in der Kammer gewöhnt hatten. Ein Geräusch durchbrach die Stille, das Aneinander Reiben von Stein. Es kam vom Altar. Lethia sah wie die beiden Steine in die Vorrichtung gezogen wurden und sich eine magische Aura über den Altar legte. So schnell würden die Steine nicht wieder die Höhle verlassen, da war sie sich ziemlich sicher.

Die Elfe spürte eine Wärme in ihrer Hand ruhen. Als sie diese öffnete lag darin ein Ring mit einem Edelstein. Er war wie ein Versprechen aus ihrer Vision und so streifte sie ihn gleich über ihren Finger. Mit einem zufriedenen Lächeln betrachtete sie den Stein, der wie ein kleiner Stern funkelte.

Dann sah sie sich nach ihren Freunden um. Es schien als ob alle ein ähnliches Erlebnis wie Lethia gehabt hatten. Sie sah wie Hände kleine Gegenstände in Manteltaschen und Rucksäcken verstauten. Auch Zeno schien glücklich zu sein. Mit einem Lächeln auf den Lippen betrachtete er eine Phiole, die er in Händen hielt.
Nachdem sich alle wieder gesammelt hatten, bahnten sie sich ihren Weg aus der Höhle. Es lagen zwar mehrere größere Gesteinsbrocken im Weg, doch konnten sie ohne größere Schwierigkeiten den Ausgang erreichen. Die Bardin sog genüsslich die Abendluft vor der Höhle ein und strich dann den Staub der Höhle von Haupt und Kleidung.
Zeno wies ihnen den Weg Richtung Evol und verabschiedete sich dann von den Gefährten. Als er gefragt wurde, was er nun tun würde, sagte er nur, dass er zum Leben im Wald zurückkehren würde. Und so verschwand der Hüter zwischen den Bäumen.

~~~


Am nächsten Abend kehrten die Gefährten nach Nighton zurück. Dort waren die Feierlichkeiten zu Ehren der Sonnenwende schon in vollem Gange. Am Stadttor trennten sie sich und jeder ging seiner Wege.

Die Bardin nahm sich vor Shikra in ihrer Apotheke zu besuchen, wenn sie bald nach Drachenauge reisen würde. Auch ein Besuch in Syrenas Gasthaus würde sich dann anbieten. Während sie durch das Lichtermeer der Straßen Richtung Markplatz schritt, dachte sie an Rorokpal. Am Anfang war sie der Magierin auf Schritt und Tritt gefolgt. Die Elfe schüttelte den Kopf über ihr eigenes Verhalten. Sie musste bestimmt ziemlich aufdringlich gewirkt haben. Und doch war sie dem Geheimnis in der Stimme der Magierin nicht nähergekommen.
Vielleicht bei einer anderen Gelegenheit., dachte sie. Zum Beispiel bei einem Besuch in ihrer Gärtnerei, wenn sie diese geöffnet hat.

Die Straßen waren zum Zentrum hin immer voller geworden und so musste sie sich ganz auf ihren Weg konzentrieren. Am Marktplatz angekommen staunte die Elfe über die Massen an Menschen und die Festliche Stimmung. Sie bahnte sich leichtfüßig einen Weg zum Stadtbrunnen. Hier war ein guter Platz um mit ihren Liedern die Menschen zu unterhalten. Einige Kinder hatten die Ohren der Elfe interessiert angestarrt und waren ihr gefolgt. Nun hatte sie einen Ring aus kleinen Menschen um sich. Lethia strahlte ihre Zuhörer an. Mit ihrer beringten Hand strich sie sich die Haare hinters Ohr und fing an zu Singen.

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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Stein der verlorenen Seelen
« Antwort #106 am: Montag 16 April 2018, 11:32 »

Etwas geschah, als Syrena die Steine an ihren vorbestimmten Ort ankamen. Die uralte Magie entfaltete sich in einem Maßstab, der sie alle einfach überrollte. Wenn es zu ihrem Schaden wäre, wären sie nun verloren. Andernfalls würde sich nun etwas Wundervolles ereignen. Dieser Erkenntnis folgte eine Welle, die auf ihr Bewusstsein wirkte. Sie konnte sich dem nur ergeben ...

Ihr wart treue Freunde, ihr wart Retter und furchtlose Krieger, sanfte Mütter und schützende Väter. Feuer.
Du bist nun stark, Rorokpal. Stärker als ich. Ich verneige mich vor deiner Kraft und wünsche dir viel Erfolg.
Luft.
Du kennst alle Winkelzüge und Methoden, Wissenschaften und Lehren, die ich kenne und mehr. Du bist schlauer und vernünftiger als ich es je sein könnte. Ich verneige mich vor deinem Verstand und wünsche dir Glück.
Wasser.
Der Abschied ist nicht meine Stärke, Rorokpal. Ich bin sehr traurig und voller Liebe für dich. Deine Emotionen haben mich berührt, und ich trage sie mit mir schon seit einer Ewigkeit. Ich verneige mich vor deinem Herzen und wünsche dir alle Liebe der Welten.
Erde
Du hast dir viel Zeit gelassen, mich zu akzeptieren. Und es ist gut so, denn nun bist du bodenständig und unerschütterlich. Und du weißt, das ein Ende dazugehört, ebenso wie ein Anfang. Ich bin stolz auf dich und verneige mich vor deiner Weisheit. Leb Wohl, Rorokpal. Du bist nun erwachsen und wir werden deine Kinder. Der Kreis schließt sich.
Ich danke euch vielmals. Lebt wohl, meine Kinder.

Und dann war Rorokpal frei. Zum ersten Mal seit so vielen Jahren - richtig und wahrhaftig frei.

Rorokpal erwachte in der dunklen Höhle und weinte. Doch nicht lange. Es war ein Blick in die Zukunft. Und als Versprechen hielt sie einen Trank in ihrer Hand, der ihr für einen Tag eben dieses Geschenk schon einmal zeigen konnte. Es war wunderschön.

Nachdenklich und in sich gekehrt ob dieser Vision, die vielleicht gar keine gewesen war, folgte sie den anderen, die offenbar ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Die Steine hatten ihnen allen ein Geschenk gemacht.

Sie kehrten nach Nighton zurück, wo in Kürze das Sonnenwendest begann. Sie feierte ausgelassen und aß und trank und vergass die Details der Vision, nicht jedoch, dass sie eines Tages wahrlich glücklich und frei sein würde.
Ich glaube, Feuer, die Zukunft wird schön.
Es gab nichts, was ihr treuer Begleiter darauf antworten konnte, denn Rorokpal war froh.
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Shikra

Re:[Abenteuer] Stein der verlorenen Seelen
« Antwort #107 am: Montag 23 April 2018, 22:14 »

Nur schwer fand Shikra aus der Dunkelheit in die Wirklichkeit zurück. Sie hatte einen fantastischen Traum gehabt. Zusammen mit Elfen und Menschen hatte sie gelacht, gegessen, gefeiert und den Sonnenuntergang angesehen. Eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit hatte sie erfasst und ein kleiner Gegenstand in ihrer Hand ließ sie daran zweifeln, ob es ein Traum gewesen war – in ihrer Hand lag immer noch das Geschenk des kleinen Mädchens.
Langsam nahm sie in der Höhle Schatten wahr, die mehr zu ihren Reisegefährten wurden. Sie waren immer noch alle in der Halle, in deren Altar Syrena die Steine platziert hatte. Dennoch strahlte der Raum jetzt eine magische Sicherheit aus, die davor durch die Angreifer nicht existiert hatte. Die Waldelfe stand auf, versuchte durch ein Kopfschütteln vollends wieder wach zu werden und beobachtete ihre Begleiter, die ebenfalls seltsam verträumt erschienen.
Shikra war nicht unglücklich, dass sie die Höhle zügig verließen. Tief atmete sie ein, als sie den Felsvorsprung durchschritten und wieder im Wald waren. Hier fühlte sie sich gleich viel besser und sie bestaunte die untergehende Sonne.

In Nighton wurde das Sonnwendfest ausgiebig gefeiert. Ein Meer aus Lichtern lud zum Staunen, Feiern und zum Tanzen ein. Obwohl Shikra nicht an diesem Fest teilnehmen wollte, ließ sie die Aura der Lichter nicht los. Sie schlenderte durch die fein hergerichteten Gassen, probierte Speisen und Getränke und genoss den schönen Abend. Von ihren Mitabenteurern hatte sie sich kurz nach dem Stadttor getrennt. Sie war sich aber sicher, dass sie den ein oder anderen wiedersehen würde und auch gerne wollte. Die Wirtin aus Drachenauge würde sie sicher mal wieder in der Stadt treffen.
Glücklich und in Gedanken noch in ihrem erlebten Abenteuer und bei ihren Reisegefährten, verbrachte sie einen schönen Abend in Nighton und brach dann am nächsten Morgen in die Hauptstadt auf.
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