Thema Zusammenfassung
Thema Zusammenfassung: Die Drachenburg
Autor: Aramon Datum/Zeit: Dienstag 05 Oktober 2004, 22:05
Die Dracheburg ist eines der ältesten und prächtigsten Gebäude die es in der Stadt Drachenauge zu sehen gibt. Diese Burg zu finden ist wahrlich nicht schwer, es überragt alle anderen Gebäude dieser Stadt um weiten. Die hohen Turmspitzen aus blutroten Zinnen sind auch in den umliegenden  Dörfern außerhalb der Stadt sehr gut zu erkennen.

Das Gemäuer dieser prachtvollen Burg besteht zu größten Teilen aus einem weißen und sehr feinen Gestein dessen Herkunft nur Aramon und seinem getreuen  Zwergenberater Drax bekannt ist.  Man munkelt das jenes weiße Gestein reines Mana sei, welches sich in einem chemischen Verfahren verfestigt hat.

Doch die Drachenburg ist nicht nur äußerlich ein prachtvolles Gebäude, auch der Innenraum versetzt viele Besucher in großes Staunen. Gigantische Hallen die sich teilweise über mehrere hundert Meter erstrecken und Räume die so prächtig gestaltet sind, lassen jedes Herz höher schlagen. Die Türen bestehen aus kostbaren dunklen Edelhölzern die in liebevoller Handarbeit mit Drachen, Elfen und anderen Motiven verziert sind. 

Der Boden besteht aus feinen weißen Marmorplatten und die Wände aus wunderschönen Malereien die eine Entstehungsgeschichte der Welt bildet. Jede Epoche wurde in künstlerischer Handarbeit wiedergeben.


Die gesamte Burg verfügt über 1980 Zimmer die sich in  4 Stockwerke aufteilen. Im ersten Stockwerk befindet sich die königliche Bibliothek die das gesamte Wissen und die gesamte
Geschichte der Welt beherbergt.

Im zweiten Stockwerk befinden sich die königlichen Speisekammern und der Thronsaal in dem sich König Aramon zusammen mit seinen Rittern beratschlagen.

Im dritten Stockwerk finden sich die Gästezimmer sowie einige Trainingshallen.

In der vierten Etage befinden sich Aramons private Gemächer, die Schatzkammer und ein Drachenhort der von einer blauen Drachin bewohnt wird. Man sagt, die Drachin sei die Wächterin über den Schatz und Aramons Beschützerin. Schon oft hat man Aramon auf dem Rücken der blauen Drachin über diese Stadt kreisen  sehen.  Weder die Rasse noch die Herkunft über den Drachen ist bekannt. In den umliegenden Wirtshäusern erzählt man sich das jene blaue Drachin die Tochter des Schwarzdrachen Kyarasath sei. Nachdem Aramon den Schwarzdrachen Kyarasath besiegte und die Ländereien von der Tyrannei des Drachen befreite, fand er die blaue Drachin hilflos in der Drachenhöhle von Kyarasath liegen. Aramon bekam Mitleid mit dem Drachenbaby und nahm Sie bei sich auf. Inzwischen sind weit mehr als Hundert Jahre vergangen, und Aramon ist um keinen Tag gealtert.

Auch hierüber sind Gerüchte laut geworden. Es heißt das Aramon durch das Drachenblut des Schwarzdrachen Kyarasath ewiges Leben bekam. Die Götter selbst haben ihm dieses Geschenk für diese kühne Tat gegeben. Auch den Göttern war dieser Schwarzdrache ein Dorn im Auge, doch Sie konnten nicht in das Geschehen der Welt eingreifen.











Autor: Irumitheus Datum/Zeit: Freitag 08 Oktober 2004, 19:41
In weiten Kreisen näherte sich Irumitheus der Drachenburg aus der Luft.
Er umsegelte die Türme, flog unter brückenartigen Verbindungen hindurch und schoß fast senkrecht die Mauern empor um sich auf der anderen Seite mit den Windströmen fallen zu lassen.
Diese Festung war ein Spielplatz für einen geübten Flieger wie ihn.
Und er konnte es spüren - die reine Energie die von der gesamten Anlage ausging. Es roch nach Magie und nach Drachen.

Diese Gerüche waren in letzter Zeit selten geworden.
Im Lande Aramons gab es nur noch wenige Geschuppte. Man hatte sie entweder erschlagen oder vertrieben.
Irumitheus gehörte zu den wenigen die noch da waren.
Der Orden der Drachen verlor in den letzten Jahren immer stärker an Einfluss in der Gildenpolitik.
Auch gab es nur sehr selten Jungdrachen. Und wenn es schonmal zu jener mysteriösen Paarung zwischen zwei Drachen kam, dann wurden die Eier meist von Alchimisten oder Abenteurern gestohlen oder zerschlagen.
Die Zukunft sah nicht rosig aus für die Drachen ...
Selbst in den Drachengebirgen wurden sie langsam rar. Nur noch im fernen Taros konnte man viele Schwarz- und Flugdrachen finden.
Doch diese waren feindselig und böse.

Irumitheus landete nun vor den großen Toren und bat um Einlass.
Im Inneren durchschritt er die hohen Hallen und weiten Gänge zielstrebig.
Sein letzter Besuch war nun schon länger her.
Der Drache stieg nun in den zweiten Stock empor und wartete vor dem Thronsaal.
Er sprach eine Wache an.
"Hat seine Majestät Zeit für mich? Es geht um Dinge von höchster Wichtigkeit."   
Autor: Aramon Datum/Zeit: Samstag 09 Oktober 2004, 17:52
Die Wache stellt sich vor Irumitheus.
Mit seiner langen Axt verwehrt er dem Drachen den Weitergang zum Saal.

Entschlossen sagte die Wache:
"Es tut mir leid, unser König wird zur Zeit keine Gäste empfangen.
Ein wichtiges Gespräch mit Altarion und einer Elfe findet gerade statt. Ich sage dir, es richt nach einer gewaltigen Veränderung in Drachenauge und in ganz Dragonia. Doch ich habe jetzt schon mehr gesagt als ich überhaupt sagen dürfte. Und nun verschwindet."
Autor: Irumitheus Datum/Zeit: Samstag 09 Oktober 2004, 19:34
"Veränderungen? Oh, ja die wird es sicherlich geben. Das ist ja auch der Grund meines Erscheinens!" sagte der Drache leicht empört über die entblößte Axt.
"Und nun steck deine kleine Waffe weg, Freund." sagte er und schob die Axt langsam aber bestimmt nach unten.
"Sag dem König das ich hier war und ..." der Drache hielt kurz inne.
Sollte er dieses Geheimnis einer einfältigen Wache anvertrauen?
"Und sag ihm das mich seine Boten in Dragonias Zentrum finden werden - dort wo sich die vier Wege Kreuzen! Sag ihm das! Und es wäre gut wenn der Vizekönig und seine Lady das ebenfalls hören würden." sagte der Drache dann eindringlich.

Schließlich wandte er sich ab und flog davon, in Richtung Nuru. 
Autor: Aramon Datum/Zeit: Montag 11 Oktober 2004, 10:34
Die Wache schaute den Drachen tief in die Augen.
Ich hoffe das Euer Anliegen wirklich wichtig ist. Denn sonst kann Aramon wirklich unangenehm werden, wenn man ihm aus einem wichtigen Treffen holt. Ich werde euer Anliegen sofort Aramon melden, versprechen kann ich aber nichts. Ich werde Aramon außerdem mitteilen wo er euch finden kann. Vielleicht habt ihr ja Glück und Aramon kommt euch besuchen.
Autor: Aramon Datum/Zeit: Dienstag 12 Oktober 2004, 10:06
Ein Brief liegt auf dem Thronsaal, auf dem Sir Aramon sonst immer saß. Es wird kein Empfänger genannt, auch ist dieser Brief nicht versiegelt. Er liegt offen für jeden Besucher der die Drachenburg besucht.


Ich grüße euch Volk von Dragonia,

lange weile ich bereits in diesem Land, und regiere über dieses Land. Doch nun ist der Tag des Abschieds gekommen. Ich werde die Stadt und das Land Dragonia verlassen. Doch sollte irgendwann einmal die Zeit kommen indem das Land und die Bewohner mich brauchen, könnt ihr auf mich zählen.

Hiermit überschreibe ich alle Ländereien und die Stadt an Altarion und  Varnayrah.

Ich wünsche dem Volk und den zukünftigen Herrschern alles Gute für die Zukunft.

Aramon



Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 12 Oktober 2004, 11:47
Eine der Wachen fand am einige Zeit später Aramons Brief und sofort begannen die Burgwachen nach einer Spur auf Aramons Verbleib zu suchen, doch vergebens. Ihr König war verschwunden.
Sofort wurde ein Bote zu Altarions Anwesen gesandt um ihm die Nachricht zu überbringen. Er sollte als erster erfahren was hier geschehen war.
Autor: Smaug Datum/Zeit: Mittwoch 20 Oktober 2004, 16:02
Smaug flog wieder einmal zur Drachenburg um den König wieder zu sehen. Als er in der Drachenburg ankommt wird ihm gesagt das Aramon verschwunden ist. Er verschrak als er das hört und fragte wer denn jetzt regiert.
Autor: Aramon Datum/Zeit: Freitag 22 Oktober 2004, 11:08
Sir Altarion und Varnayrah sind jetzt verantwortlich für Dragon.
Autor: Smaug Datum/Zeit: Freitag 22 Oktober 2004, 20:31
Hab ich meine Beruf noch?
Autor: Farraid Datum/Zeit: Samstag 23 Oktober 2004, 19:20
wieso solltest du ihn nicht mehr haben?
Autor: Smaug Datum/Zeit: Sonntag 24 Oktober 2004, 21:15
Einfach so ne frage.
Autor: Aramon Datum/Zeit: Montag 25 Oktober 2004, 08:57
Durch den Rücktritt hat sich nichts für die Spieler geändert. Jeder Spieler behält seine Werte und kann so weiter spielen wie sonst auch.
Autor: Smaug Datum/Zeit: Samstag 30 Oktober 2004, 22:22
Wann gibt es eigentlich wieder Arbeit?
Autor: Ohtar Datum/Zeit: Montag 01 November 2004, 15:55
Eva bezahlt 20 GM Steuern für Oktober und November
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Samstag 06 November 2004, 17:45
[Bitte die Steuern, Abgaben usw. ab jetzt ins Steuerhaus bringen
Danke!]
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Samstag 13 November 2004, 16:42
Drax und Erol kamen langsam aber sicher der Drachenburg immer näher. Schon von Weitem war es ein absolut prachtvolles Gebäude. Majestätisch reckten sich die Türme in die Höhe. Und ganz hoch oben wachte das legendäre Drachenauge. In immer enger werdenden Schleifen umrundeten die beiden in der Kutsche die Burg. Dabei erzählte der Zwerg seinen jungen Begleiter von der Belagerung Drachenauges und wie am Ende die Tarosianer durch eben jenes Drachenauge besiegt wurden.

Siehst Du das Portal dort? Da müssten wir hinein, wenn wir zum König wollten. Aber vorher musst Du an unzähligen Wachen vorbei und durch einige prachtvolle Gänge und Säle. Du kannst Dir die Verzierungen und den Prunk nicht vorstellen. Gemälde, vergoldete Skulpturen und Marmor, soweit das Auge reicht. Die erstem Male geht man immer mit offenem Mund durch die Räume, weil man förmlich erschlagen ist von dem Reichtum.

Da hinten siehst Du die Stallungen und Wirtschaftsgebäude. Es gibt ja Unmengen von Bediensteten und Wachen. Die müssen ja auch irgendwo untergebracht werden.


Und Drax erzählte Erol von der Seuche und wie sie damals die Erkrankten in den Burghof gebracht hatten.
Autor: Black Rose Datum/Zeit: Samstag 13 November 2004, 20:35
Erol hing förmlich an den Lippen des Zwerges als er ihm von dem Angriff der terosianer erzählte. Er war fasziniert von seinen Ausführungen und bis zum Schluss war er gebannt wie das ganze in Drachenauge dann enden würde.

Er liebte solche Geshcichten, auch wenn er bei Ethlind schnell gelernt hatte, dass er diese Faszination ein wenig zurück halten musste. Sie schien manchmal etwas blauäugig in dieser Hinsicht zu sein, und erst gar nicht wissen zu wollen was rund um sie passierte. Er jedoch war fasziniert von den Kämpfen, aber auch von Waffen und deren Gebrauch. Nich wenig oft trainierte er des Abend im Garten noch ein wenig.

Das Bild der gewaltigen Burg untermalte Drax Worte noch und das eindrucksvolle Gebäude war einfach fantastisch an zu sehen. Es war ein gewaltiges Gebäude, eindrucksvoll und pompös - wunderbar. Wie gerne hätte er den Prunk selber einmal gesehen, aber er sah ein, dass man in die Burg nicht einfach so gehen konnte, und nickte deswegen nur, ohne aber das enttäuscte Glitzern aus seinen Augen ganz bannen zu können.

Die erzählungen von der Seuche interessierten Erol weniger, denn der gedanke an eine mit Soldaten gefüllte Burg, die kämpften und gegen Gegner antraten war wesentlich erbauender als die einen Hof voller Kranker zu haben, wo man nciht wusste wogegen man eigentlcih ankämpfte. Einmal hatte Ethlidn ihn ins Armenviertel in ein Lazarett mitgenommen, danach hatte er sich strickt geweigert. Der Geruch nach Krankheit alleine schon drehte ihm den Magen um.
- Und das konnte man auch zu deutlich an seinem Gesicht sehen.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Samstag 13 November 2004, 20:58
Drax beobachtete genau das Mienenspiel des Jungen. Und er lächelte. Erol war so jung, so enthusiastisch. Aber sicher auch ein wenig naiv.

Mir scheint, Du willst ein großer Krieger werden, was? Und einmal in der Drachenburg ein und ausgehen? Stimmt's?

Natürlich stimmte es. Welcher Jugendliche träumte denn nicht von späteren Heldentaten? Mochte er nun Mensch oder Zwerg sein. Selbst bei den Orks mochte das so sein. Bei den Elfen? Wer wusste das schon.

Nun, den Zahn will ich Dir gleich ziehen. Glaube mir - Ruhm bezahlt man sehr oft viel zu teuer. Am Ende ziehst Du für irgendeinen König in irgendeine Schlacht. Verlierst Gliedmaßen wie Barth zum Beispiel. Oder gar das eigene Leben. Was anderes ist es natürlich, seine Heimat oder seine Familie und die Freunde zu schützen. Aber nicht jedem ist das Los des Kriegers vorbestimmt. Auch ein Heiler oder ein Landwirt, ein einfacher Schmied oder Wirt sind ehrbare Berufe.

Drax legte Erol die schwielige Hand auf die Schulter.

Du bist noch jung und wer weiß, eines Tages gewährst Du einem alten Zwergen, der ich dann bin, vielleicht einmal Audienz?

Aber lasst uns weiterziehen. Ich will Dir noch die Akademie zeigen.


Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 13:33
[Örks - das war natürlich nicht beabsichtigt, so einen pösen Doppelpost zu erzeugen]

Rodrigues war auf dem Weg zum König. Er hatte gute Neuigkeiten im Gepäck. Das Schiff war fertig und der Stapellauf konnte beginnen.

Immer noch fasziniert von dem prachtvollen Gebäude unterrichtete er die Wachen von seiner Bitte um eine Audienz bei König Altarion.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 14:04
Die Wache nickte und verschwand in einem der Gänge. (Jeder der dieses Gebäude nicht kannte fragte sich wie es die Bediensteten schafften sich nicht zu verlaufen. Jeder der es kannte wusste das sich die Bediensteten regelmässig verlaufen.)

Es dauerte eine kleine Weile bis ein Hofbeamter auf Rodrigues zukam und ihn informierte der König habe gleich Zeit. Er bat ihn darum ihm zu folgen und führte den Kapitän in eines der Audienzzimmer.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 14:11
Geduldig wartete der Kapitän und bestaunte derweil den Schmuck und die Pracht, die überall zu sehen war. So verging ihm auch die Zeit wie im Fluge, ehe ein Bediensteter auf ihn zukam.

Aber selbstverständlich! Geht nur voraus. Ich habe keine Eile.

Neugierig sah er sich im Audienzzimmer um. Diese wunderschönen Tapeten mit den goldenen Ornamenten! Es hatte ihn schon immer interessiert, woraus die Sache überhaupt bestand. Also ging er näher an die Wand und prüfte mit den Händen, um welches Material es sich bei diesen Tapeten wohl handelte.
Autor: Thirijak Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 14:52
Thirijak betratt die Drachenburg, er durschritt die Tore und war hin und weg von der schönheit des Gebäudes, nicht nur die Gebäude Einrichtung oder das Gebäude selbst liessen ihn staunen, sondern was alles Überwog war der Respekt den Bauherren und seinen Arbeitskräften gegenüber, er hatte in seinem kurzen Leben noch nicht allzuviel gesehen aber dieses Bild was er gerade vorsich hatte würde seinen Kopf nie wieder verlassen.

Thirijak tratt zur nächsten Wache vor, verbeugte sich und fragte

Seit gegrüsst meine Name ist Thirijak und ich wollte den Statthalter von Drachenauge sprechen und zwar geht es darum das ich mit dem Gedanke spiele mich in Drachenauge niederzulassen und hier eine Aphoteke zu eröffnen, von meinen derzeitigen Wissenstand her, fehlt dieser kleine aber umso notwendigere Laden in Drachenauge nähmlich

Thirijak ging zwei Schritte zurück und wartete auf eine Antwort von der Wache



Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 15:31
Während Rodrigues wartete besah er sich die reich verziehrte Tapete etwas näher. Er erkannte das die Wände mit einer Art Teppichmaterial verkleidet waren, die die Räume vor dem Auskühlen schützten. Sie bestanden aus edlen Stoffen, die an den Stellen der Ornamente nachträglich mit Gold beschichtet wurden.

Es dauerte nicht lange und Altarion betrat den Raum.
"Ah werter Kapitän. Es freut mich sie wiederzusehen. Wie kann ich euch helfen?" begrüsste der König Rodrigues und bot ihm einen Platz an dem - aus feinsten Hölzern gearbeiteten - Schreibtisch an hinter dem er selber auf einem Sessel Platz nahm.

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Die Wache drehte sich zu Thirijak um als er sich mit der Frage an sie wandte.
"Zur Statthalterin wollt ihr? Nun da seid ihr hier falsch. Der Sitz des Statthalters liegt dort hinten." mit seinem Arm deutete die Wache auf ein ebenfalls grosses Gebäude, das in einem Park am Rande des Stadtviertels lag. "Es ist die Residenz ihrer Majestäten Altarion des I und Varnayrah. Dort ist Königin Varnayrah meist anzutreffen, die die Verwaltungsgeschäfte der Hauptstadt übernommen hat."

[poste in Altarions Herrensitz. Varnayrah ist die Statthalterin ]
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 16:03
'Doch aus Stoff. Ich hörte schon von Tapeten, die aus feinsten Ledern gefertigt waren' dachte Rodrigues so bei sich, als er plötzlich angesprochen wurde.

Wie ein ertappter Schuljunge fuhr er herum, verbeugte sich und grüßte den König.

Sire! Ich danke Euch, dass ihr mir so unangemeldet eine Audienz gewährt. Ich werde versuchen, Euch nur so kurz als möglich zu belästigen. Aber die Botschaft ist es wert denke ich.

Das Schiff ist fertig! Nach Monaten der Arbeit ist es geschafft. Dragonia verfügt über sein erstes Großschiff! Es sind noch ein paar Rechnungen offen, aber es wurden mir noch Gelder aus anderen Städten in Aussicht gestellt, so dass ich mit Meister Drax zusammen erst noch einmal die Bücher gründlich prüfen wollte, ehe ich um die Begleichung der offenen Summe bitten wollte.

Nun steht ein Stapellauf an, aber das kennt Ihr ja schon. Ich hatte da das Ende dieser Woche im Auge, denn ich möchte das Schiff im Wasser sehen, ehe die ersten wirklichen Fröste kommen. Ich hatte ja schon mit Eurer Gattin gesprochen, nach dem Stapellauf der Yacht und sie hatte sich bereit erklärt auch diesmal die Taufpatin zu sein. Ich finde, sie hat ihre Aufgabe das letzte Mal ganz hervorragend gelöst.

Außerdem wollte ich die anschließende Jungfernfahrt nutzen, um mit einigen ausgewählten Soldaten der verschiedenen Städte das Schiff ein wenig auf Herz und Nieren zu prüfen. Außerdem mangelt es Dragonia an erfahrenen Seeleuten, so dass es sicher nicht verkehrt ist, wenn die Soldaten ein wenig in die Grundzüge der Schifffahrt eingewiesen werden.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 16:15
"Danke werter Rodrigues. Ihr bringt gute Nachrichten. Endlich haben wir ein eigenes Schiff. Wir können nun auch endlich Handel treiben und die Welt entdecken." ein Hauch von Sehnsucht stahl sich in Altarions Blick "Was den Stapellauf angeht so werde ich natürlich gerne zustimmen. Auch das finanzielle soll uns keine Probleme bereiten meine ich. Nachdem wir soviel an dem Projekt gearbeitet haben bin ich hoch erfreut es zu einem guten Ende zu führen. Wieviele Soldaten würdet ihr denn gerne zu Seeleuten ausbilden werter Kapitän?"
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 16:19
Ich dachte weniger an eine dauerhafte Umschulung, als vielmehr eine Einweisung der Soldaten aus den Kasernen. Im Ernstfall sollten sie sie sich auch ein wenig auf dem Schiff auskennen.

Rodrigues verbeugte sich leicht.

Wieviele Soldaten ihr dauerhaft auf dem Schiff stationieren wollt, überlasse ich ganz Euch und Euren Strategen. Diese sollten dann aber nach Möglichkeit beides beherrschen - das Seemännische und das Soldatische.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 16:22
"Wieviele Männer benötigt das Schiff denn als Besatzung?" wollte Altarion wissen. Schliesslich hatte er selber keine Ahnung von maritimen Dingen.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 16:34
Oh verzeiht Sire! Ich wollte Euch nicht in Verlegenheit bringen.

Alles in allem denke ich, mit einer Grundbesatzung von 10 Leuten, einschließlich mir und einem Maat ist das Schiff voll einsatzfähig. Im Ernstfall kann und muss natürlich kräftig aufgestockt werden. Da sind uns letztlich nur durch die Räumlichkeiten und die Menge an Proviant Grenzen gesetzt.
Autor: Thirijak Datum/Zeit: Dienstag 16 November 2004, 17:07
Thirijak verneigte sich vor der Wache und sagte

Verzeihung da muss ich eine falsche Information bekommen haben ich werde gleich dorthin gehen, habt Dank für die Auskunft und einen schönen Tag noch

Thirijak drehte sich um schwenkte seinen Blick nochmals über das Gebäude und verliess es.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Donnerstag 09 Dezember 2004, 13:43
Kapitän Rodrigues und Drax Hammerhall betraten gemeinsam den Sitz des herrschenden Königs. Man kannte sie und es dauerte nicht lange, bis sie zum König vorgelassen wurden.

Beide verneigten sich und der Kapitän erstattete Meldung:

Sire, das Schiff ist einsatzbereit. Es hat sich bei dem durchgeführten Manöver gezeigt, dass sämtliche Vorgaben erfüllt oder gar übererfüllt wurden. Damit steht dem Reich ein wendiges bewaffnetes Schiff zur Verfügung. Die >Perle von Ynis Eldea< liegt voll ausgerüstet im Hafen und wartet auf ihre Einsatzbefehle.

Stolz schwang in den Worten Rodrigues' mit. Drax sah die Sache etwas nüchterner und kam auf das Wesentliche zurück.

Wir haben uns erlaubt, die Endabrechnung durchzuführen. Bauzeit des Schiffes war ein knappes halbes Jahr. Es wurden Rohstoffe für 8.740 GM verbaut und 1.200 GM an Lohn ausgezahlt. Je 2.000 GM kamen von der Stadt Nighton und Nuru. Sha'Nurdra hat sich mit 1.000 GM am Bau beteiligt und Drachenauge steuerte über die Einnahmen des Hafens stolze 3.000 GM zu. Die Gewinne aus dem Yachtbau Eurer königlichen Hoheit betrugen 680 GM und kamen ebenfalls dem Großsegler zugute. Sir Christian di Asturien hat weiterhin 100 Holz für den Schiffsbau gespendet.

Alles in allem wurden Kosten in Höhe von 9.940 GM verursacht. Davon sind noch 1.260 GM zu begleichen.

Wie abgesprochen, möchte ich Euch darum bitten Sire!
Autor: Farraid Datum/Zeit: Freitag 10 Dezember 2004, 09:37
Altarion war erfreut über die Nachrichten die Rodrigues und Drax ihm überbrachten.
"Mit Freude werde ich euch diese Summe übergeben. Nun hat auch Dragonia ein eigenes Schiff um die Küste zu verteidigen und Handel zu treiben. Möge es der Grundstein einer kleinen Flotte sein. Was die Befehle angeht, so denke ich sollte die Crew sich noch ein paar Wochen an ihren neuen Arbeitsort gewöhnen."

Auf einen Wink hin kam einer der Diener auf die drei zu und Altarion trug ihm auf die beiden zu Sir Geldorn zu bringen, der ihnen das Gold aus der Staatskasse aushändigen würde.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Freitag 10 Dezember 2004, 09:42
Seid bedankt Sire!

Drax und Rodrigues verneigten sich und nahmen das ausstehende Gold in Empfang. Nun konnte Pfennigfuchser die Bücher schließen.

Werft + 1.260 GM
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 16 Dezember 2004, 15:11
Elwing Frühwind betrat die äußeren Bereiche der Drachenburg und sah sich skeptisch um. Was eine Anlage... riesig, steinern und unübersichtlich. Es dauerte einige Zeit, bis sie sich zum Audienzsaal des Königs durchgefragt hatte, und dann dauerte es noch etwas länger, bis sie vorgelassen wurde.

Dann ging sie jedoch geradewegs auf Altarion zu.
"Sanyasala, Cwene!", grüßte sie. "Wir müssen reden..."
Die Waldläuferin ging hinüber zu einem der Fenster, lehnte sich an die Fensterbank und verschränkte die Arme vor der Brust.

"Es geht um Varnayrah. Ich nehme an, Ihr habt es bemerkt - die Statthalterschaft in Drachenauge setzt ihr ziemlich zu. Dies ist nicht die kleine Elfenstadt Sha'Nurdra, wo alle Bewohner sich untereinander persönlich kennen. Ich denke nicht, dass sie etwas sagen wird, um... niemanden... zu enttäuschen, aber ich weiß nicht, wie lange sie noch durchhalten wird. Wir Laer'fey'e sind nunmal weder zum Herrschen geboren noch dazu, in Menschenstädten zwischen Steinen zu leben.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Freitag 17 Dezember 2004, 21:04
Altarion sass hinter seinem schweren Schreibtisch und ging mit seinem Secretarius gerade einige Schreiben durch die dieser Aufgesetzt hatte als Elwing den Raum betrat.
Nach so einer langen Zeit mit Varnayrah konnte Altarion in den Gesichtern der Elfen zumindest Ansätze von Mimik erkennen und so schickte er Thelkor in einen der angrenzenden Räume.
Elwing ging direkt auf ihn zu und sprach ihn ob seiner Sorgen über Varnayrah an.
"Auch ich habe diese Anzeichen von Sorge schon gesehen, doch wusste ich nicht woran es liegen könnte. Doch das was ihr sagt macht durchaus Sinn. Ich verlange ja schon viel von ihr mit mir hier in dieser Stadt zu leben, doch die Last der Regentschaft wiegt zu schwer auf ihr. Ich denke ich werde mit ihr über diese Sache reden. Als Königin braucht sie nicht arbeiten wenn sie es nicht wünscht. Sobald ich diese Dokumente unterzeichnet habe werde ich zu unserem Anwesen reiten und mit ihr sprechen. Und vielen Dank für euer Vertrauen. Manchmal habe ich immer noch Schwierigkeiten die Sichtweise der Elfen zu verstehen. Und ganz wird es mir wohl nie gelingen."
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Montag 20 Dezember 2004, 12:07
Elwing nickte leicht.
"Ich danke Euch. Ich denke, dies wird das beste sein. Was die, hm, Vertsändnisprobleme angeht - Macht Euch mal keine Sorgen deswegen. Erstens habt Ihr noch genug Zeit, nehme ich an, zweitens geht es uns Elfewn umgekehrt auch nicht anders." Elwing lächelte leicht und wandte sich dann zum Gehen.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Montag 20 März 2006, 10:58
Nachdem Altarion nach Cormyr in den Krieg gezogen war und Varnayrah, mehr tot las lebendig, von ihren Leibwachen nach Sha'Nurdra gebracht worden war, zögerte General Adunakhor, Befehlshaber im dragonischen Heer und zuständig für die Grenzbefestigungen nicht lange, seine Offiziere und Berater zu einer Besprechung in die Drachenburg einzuberufen. In seinen Augen spitzte sich die Lage dramatisch zu, und dass der König so kurz nach seiner Rückkehr erneut aufgebrochen war, um einen Krieg in einem fremden Land zu führen, bestätigte dies. Erst Königin Varnayrahs Entführung, von Isua ausgehend, nun Krieg in den Ostreichen... ihm war bewusst, dass er damit an Sir Georg vorbeihandelte, doch um ehrlich zusein, hielt er den Vizekönig für zu schwach, um zu erkennen und durchzusetzen, was nötig war.

Als alle versammelt waren, erhob General Adunakhor mit ernster Miene das Wort. "Wie es aussieht, müssen wir eine weitere Zeit dieses Land ohne seinen rechtmäßigen König vor Schaden bewahren. Dabei scheint die Bedrohung des Landes sich zuzuspitzen, das Eindringen von Schlangenmagiern vor wenigen Monaten, zahlreiche Übergriffe von Dunkelelfen und aus Taros bestätigen dies. Wir müssen Entscheidungen treffen, wie wir das Land weiter befestigen können. Meiner Meinung nach eindeutig der Schwachpunkt unserer Verteidigung ist die Ostgrenze... die Elfenwälder. Schnelle Truppenbewegungen sind dort unmöglich, und die Waldelfen sind in meinen Augen zu unsichere Verbündete - unsere Königin Varnayrah ist ein Beispiel, dass uns tagtäglich vor Augen führt, dass diese Wesen sich einfach in Staatsgebilde nicht einfügen lassen. Als erste Maßnahme schlage ich dringend vor, endlich eine Militärstraße durch die Elfenwälder zu bauen und eine Kette von befestigten Stützpunkten entlang der Ostgrenze einzurichten. Ich weiß, dass Seine Majestät König Altarion sich mit solchen Plänen trug. Leider sind weder er noch die Königin in der Lage, eine Entscheidung zu fällen, also ist es an uns. Sir Georg hat mir dabei freie Hand gegeben. Wie ist Eure Meinung, meine Herren?"

General Adunakhor setzte sich wieder und sah abwartend in die Gesichter der Versammelten. Er wusste genau, dass die Königin einem solchen Plan nie zugestimmt hätte, doch war er ebenso der Meinung, dass eine Waldelfe niemals die nötige Weitsicht entwickeln würde, um die Notwendigkeit solcher Befestigungen zu verstehen. Ein König hatte in seinen Augen eben nicht nur aus Liebe zu heiraten...und diese Heirat war in seinen Augen eindeutig ein Fehler gewesen. Außerdem war ihm sehr wohl auch bewusst, dass er die Offiziere vorsätzlich getäuscht hatte, was seine Beauftragung durch Sir Georg betraf. Aber musste er nicht tun, was das Beste für das Land war?

Während er seinen Gedanken nachhing, ging die Diskussion hin udn her. Einige Einwände, das Einverständnis der Elfen betreffend, wurden genannt, doch letztendlich schien er alle von der Notwendigkeit seines Planes überzeugt zu haben. General Adunakhor nickte befriedigt; er war wirklich davon überzeugt, dass es für das Reich das Beste sei. "Nun gut, meine Herren... so ist es beschlossen. Ich werde mit den Ingenieuren sprechen, wie sich dieser Plan am Besten umsetzen lässt, und dann den Stadtrat von Sha'Nurdra benachrichtigen. Nun zur Finanziereung des Projektes..."

Damit wandte die Versammlung sich den Einzelheiten zu. Sie tagten noch lange; einer der Diener jedoch, die mit Wein und Wasser herumgegangen waren, verließ bald darauf unbemerkt den Raum...
Autor: LadyPatricia Datum/Zeit: Montag 10 Juli 2006, 19:32
Nachdem sie mehr als unsanft auf einen Wagen gepackt worden war und nicht einmal Zeit hatte sich genauer umzusehen, da direkt eine Wache zu ihr stieg fügt Annwyn sich fürs erste in ihr Schicksal. Der Wagen rumpelte durch den Wald und den Geräuschen nach zu urteilen war einen größere Gruppe Menschen in der Nähe, auch wenn sie nicht wirklich jemanden sehen konnte. Als der Wagen anhielt und sie herausgezerrt wurde konnte sie für einen kurzen Augenblick in der Ferne eine belagerte Stadt erkennen. Dies musste Drachenauge – die Hauptstadt des Landes sein wenn sie Akhendruhs Ausführungen richtig verstanden hatte. Noch bevor Annwyn irgendwie reagieren konnte schnappte auch schon wieder die verhasste Kette um ihr Handgelenk. Das Gegenstück befand sich irgendwo an der Kutsche, wo konnte sie leider nicht erkennen. Noch immer kochend ob ihrer eigenen Unfähigkeit stierte sie die 4 schwarzen Ritter, die ihr als Wache geblieben waren, mit blitzenden Augen an.

Da sich diese nicht durch Annwyns Anwesenheit stören ließen, sondern sie im Gegenteil eher ignorierten ohne jedoch in der Wachsamkeit nachzulassen, blieb ihr nichts anderes übrig, als der Schlacht zu lauschen und ihren Gedanken nachzuhängen. Der Schrei des Nachtdämons riss sie aus ihren Überlegungen und sie wollte sich schon freuen, als ein zweiter verzweifelter Schrei den Lärm übertönte. Das hörte sich nicht gut für sie an… als einige Zeit später auch noch der König mit einigen anderen Kriegern zwar erschöpft und zum Teil verletzt beim Wagen auftauchte wusste Annwyn, dass der Krieg verloren war. Sie hatte wohl einfach kein Glück. Als ihre Bewacher anfingen die Pferde erneut vor den Wagen zu spannen konnte sie einen Blick auf den König erhaschen, wie er sich mit einem anderen Ritter zu streiten schien. Das Thema der Unterhaltung wurde ihr nur zu schnell klar – es ging wohl um sie. Mit einem Kopfnicken wandte sich der Ritter ab und der König gab einen Wink, woraufhin sie erneut in den Wagen geschupst wurde.

Während der nicht allzu langen Fahrt überlegte Annwyn, was ihr wohl für ein Schicksal blühen mochte. Die Menschen mögen von Natur aus nicht so gewalttätig sein, wie es einige der Dunkelelfen waren, aber sie neigten definitiv zu Gewalttätigkeit und Foltern. Das bisschen hatte auch sie mit ihren jungen Jahren bereits gelernt.

Im Hof vor der Burg angekommen wurde sie, wieder einmal von 4 Wachen begleitet, in die Tiefen der Burg geführt. Der Weg war recht sauber und die Treppen, die sich nach unten wanden waren alle sehr gut ausgeleuchtet, so dass keiner der Ritter eine Fackel tragen musste und alle Hände frei waren. Wie es schien, wurden die Keller doch noch genutzt, aber ob sie sich das wirklich wünschen sollte wusste Annwyn nicht. Endlich unten angekommen wurde sie zu ihrem Erstaunen nur an einen Stuhl gefesselt, auch wenn die Wand hinter ihr nur so vor Folterinstrumenten strotzte. Vielleicht wollte man einfach noch warten bis niemand mehr auf der Suche nach dem König hier herunter käme… oder er wollte sich den Spaß nicht nehmen lassen selber Hand anzulegen. Bei dem Gedanken rief Annwyn sich zur Vernunft. Dieser König bestimmt nicht, schließlich hatte er eine Waldelfe geheiratet und so sehr konnte sich ihrer Meinung nach nicht einmal ein Mensch verstellen. Aber sie würde es wohl herausfinden. Bei diesem Gedanken kräuselte ein leichtes Lächeln ihre Lippen.

Die Fragen der Wachen, die im Raum geblieben waren überhörte Annwyn, da es ihr zu müßig war auf banale Fragen doppelt zu antworten. Schließlich würden sie sicherlich nochmals gestellt werden und dann konnte sie sich immer noch überlegen zu antworten. Es war noch nicht allzu viel Zeit verstrichen nachdem ihre Wächter aufgehört hatten, sie mit Fragen zu bombardieren, als die Tür sich öffnete und der König in Begleitung zweier weiterer Männer den Raum betrat. Nach einem kurzen hin und her richtete der König schließlich seine Fragen an sie. Die Andeutung über die Folterinstrumente die er gekonnt einstreute ignorierte Annwyn einfach. Er würde schon machen was er für richtig hielt.
„Nun werter Herr vielleicht verratet ihr mir erst einmal euren Namen, wenn ihr doch so viele Fragen an mich habt. Außerdem wäre ein Glas Wasser für mich nicht zu verachten meine Kehle fühlt sich so trocken an“ meinte Annwyn mit einem leicht spöttischen Tonfall und blickte Altarion, dessen Namen sie bereits in Sha’Nurdra aufgeschnappt hatte, frech in die Augen. Soweit es die Ketten zuließen verschränkte sie die Arme vor sich und machte es sich auf dem Stuhl bequem. Es würde sicherlich eine spannende Unterhaltung werden auch wenn die Ketten mehr als störend waren.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 11 Juli 2006, 09:39
Altarion lächelte leicht belustigt ob der Frechheit der Dunkelelfin. Das würde ein unterhaltsamer Abend werden.

"Nun verzeiht einem Mann seine Unhöflichkeit. Ich bin Sir Altarion von Eldersheim, König Dragonias und Ordensoberhaupt des Ordens der Drachenritter." seine Stimme und sein Tonfall ließen es offen ob dies ernst gemeint war oder ob er sich über Annwyn lustig machte. Lange Jahre der diplomatischen Ausbildung zahlten sich manchmal eben doch aus.
Auf einen Wink hin stellte man einen Krug mit Wasser auf den Tisch.
"Und wenn ich deinen Namen erfahren dürfte wirst du sogar etwas von deinem Wasser trinken dürfen." kommentierte Altarion.
Autor: LadyPatricia Datum/Zeit: Dienstag 11 Juli 2006, 19:22
Als Annwyn ihren Satz beendet hatte umspielte ein Lächeln Altarions Lippen und seine Antwort auf Ihre Frage konnte auf mehrere Arten aufgefasst werden. Innerlich rügte sie sich für ihre scharfe Zunge, die sie wieder einmal nicht hatte zügeln können. Aber da musste sie wohl durch und hoffen wenigstens den längeren Atem zu haben, auch wenn der König bestimmt nicht dumm war und seine Vorteile nutzen würde.

"Es ist mir eine Ehre Euer Hoheit, dass Sie sich die Mühe geben nach mir zu sehen uns selbstverständlich vergebe ich Euch Eure Vergesslichkeit. Aber ich fürchte ich bin nicht in der besten Verfassung und diese Fesseln verhindern leider jegliche Art der Verbeugung." begann Annwyn nach einem langen Blick auf den Krug. Ihr Tonfall war vielleicht nicht mehr ganz so schnippisch, doch ihre Betonung ließ keinen Zweifel an der Bedeutung ihrer Worte offen. "Aber da wir anscheinend schon beim Du sind will ich dir gerne meinen Namen verraten. Er lautet Annwyn Y Fajro; leider kann ich keine Titel oder sonstiges hinzufügen." Bei den letzten Worten war ihre Zunge wiedereinmal mit ihr durchgegangen aber trotzdem lächelte Annwyn Altarion an und griff nach dem Krug der in der Mitte des Tisches stand.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Donnerstag 13 Juli 2006, 18:04
Die Dunkelelfe versprach in der Tat sehr interessant zu werden. Trotz der Umstände verließ sie ihre spöttische Art nicht. Und das Bild das sie abgab als sie feststellen musste das ihre Ketten jenen kleinen Hauch zu kurz waren um an den Krug zu gelangen war auch nett. Doch Altarion war nicht hier um sie unnötig zu quälen. Auf einen Wink von ihm hin stelle eine der Wachen den Krug so nahe an den Rand das Annwyn relativ bequem daraus trinken konnte.

"Y Fairo...Y Fairo. Irgendwo habe ich diesen Namen schon einmal gehört. Aber nicht im Zusammenhang mit einer jungen Dunkelelfin. Könnt ihr mir vielleicht sagen woher das kommen könnte?"
Autor: LadyPatricia Datum/Zeit: Dienstag 18 Juli 2006, 18:36
Noch während Annwyn die Bewegung ausführte merkte sie, dass die Ketten zu kurz waren. Ein Ausdruck der zwischen Ärger, Verzweiflung und blanker Wut hin und her wankte zeichnete ihr Gesicht als sie Altarion anblickte. Als dieser mit einem Wink den Krug in Annwyns Reichweite schieben ließ verklang zumindest die Wut und etwas das man als Dankbarkeit auslegen konnte huschte für kurze Sekunden über ihr Gesicht.
Gierig griff Annwyn nach dem Krug und leerte ihn fast bis zur Hälfte bevor sie ihn vorsichtig abstellte und sich erneut an Altarion wandte.

„Diese Frage kann ich leider nicht beantworten“ meinte Annwyn mit einem leicht spöttischen Tonfall bevor sie ungerührt fortfuhr „Da ich nicht denke, dass du schon einmal in Taros warst um dir dort Gewänder schneidern zu lassen, auch wenn meine Großmutter und Mutter die besten Schneider sind, fällt mir kein Grund ein, aus dem du meinen Familiennamen schon gehört haben solltest. Aber ich bin sicher, dass es euch noch einfallen wird, wenn ihr nur angestrengt nachdenkt“ Bei dem letzten Satz hatte Annwyn unbewusst wieder in die Höflichkeitsform gewechselt, auch wenn ihre Betonung alles andere als höflich war, so wie schon zu Beginn des Gespräches.

„Wenn euch keine weiteren Fragen einfallen würde ich gerne selber einiges Fragen, zum Beispiel, warum ihr euch die Mühe macht, mich hier unten zu beherbergen, wo es doch augenscheinlich deshalb zu Streitereien kommt.“ Bei dieser Frage blitzten Annwyns Augen vor Neugier geradezu auf und es kostete sie einige Mühe sich ihre Neugier nicht noch deutlicher anmerken zu lassen.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Freitag 29 September 2006, 09:44
Nach dem Abenteuer waren Annwyn und Altarion erneut in die Drachenburg geritten. Altarion würde hier jedoch nur kurz verweilen. Dringende Geschäfte riefen ihn nach Sha'Nurdra.

Annwyn war mittlerweile nicht mehr in den Verliesen untergebracht. Ihr wurde stattdessen ein Zimmer in einem der Gästeflügel zugewiesen. Dennoch waren immer zwei Wachen in ihrer näheren Umgebung anzutreffen.
Am Abend wurde sie von einem Soldaten abgeholt. Der König erwarte sie. Auf dem Weg von ihrem Zimmer zum Treffen mit Altarion fiel ihr auf wie riesig die Burg doch war. Ohne den Soldaten hätte sie sich wohl unweigerlich verlaufen. Doch schließlich kamen sie zu dem Raum in dem Altarion auf sie wartete.
Es schien sich um das Amtszimmer Altarions zu handeln. Die Wände waren hinter Bücherschränken verschwunden und der König selber saß hinter einem gewaltigen Schreibtisch.

"Ich grüße euch Annwyn. Es gibt etwas zu besprechen. In den letzten Wochen seit ihr an meiner Seite durch ganz Dragonia gereist und habt gesehen wie mein Volk durch den Krieg leiden musste, aber auch, dass es nach wie vor nicht gebrochen ist. Es ist nun an der Zeit eine Entscheidung zu treffen was mit euch weiter geschehen soll. Und es liegt mit an euch wie eure Zukunft aussehen wird. Wenn es euch nach eurer Heimat sehnt so werde ich euch mit Freuden ausliefern, denn ich weiß wie Taros seine Verräter behandelt. Sollte es euch danach sein hier zu bleiben so habt ihr zwei Möglichkeiten. Als Gefangene im Kerker weiter über eure Taten nachzudenken oder aber euch anzupassen und ein neues Leben hier in Dragonia zu beginnen. Ihr seid noch jung und ich kenne einige Drow die diesen Sprung geschafft haben. Nur deshalb seid ihr noch am Leben. Ich werde morgen nach Sha'Nurdra aufbrechen um dort einige Dinge zu klären. Während meiner Abwesenheit könnt ihr in Ruhe über alles nachdenken. Wenn ich zurückgekehrt bin möchte ich jedoch eine Antwort hören. Ich finde dies ist ein faires Angebot. Was meint ihr?"
Autor: LadyPatricia Datum/Zeit: Mittwoch 25 Oktober 2006, 10:44
Nachdem Annwyn mehr oder weniger freiwillig mit Altarion durch Dragonia gereist war und auch einige Abenteuer bestanden hatte ging es zurück nach Drachenauge.
Dort wurde ihr ein Zimmer im Gästeflügel zugewiesen, anstatt wie sie fast erwartet hatte wieder der Kerker. Sie nutzte diese Gelegenheit endlich mal ein paar Minuten für sich zu haben um über ihre Lage nachzudenken. Wirklich unglücklich war sie hier ja nicht - und besser als von ihrem Vater an irgendeinen adligen Dunkelelfen verheiratet zu werden war es alle mal. Sie war mit ihren Gedanken noch nicht wirklich zu Ende gekommen, geschweige denn das sie eine Idee gehabt hätte, wie sie das gewünschte erreichen könnte, als es an der Tür klopfte und mehr oder weniger direkt eine der zwei obligatorischen Wachen eintrat um sie abzuholen.
Auf ihre Frage hin, wo es denn hingehe erhielt sie nur die knappe Antwort, dass der König mit ihr zu reden wünsche. Mit einem Schulterzucken schloß Annwyn sich den Wachen an. Schon nach den ersten Abzweigungen war sie froh, nicht alleine gehen zu müssen - sie hätte sich zweifellos verlaufen.

In Altarions Arbeitszimmer angekommen begrüßte dieser sie und ging mehr oder weniger direkt zum Grund des Gespräches über.
"Das ich nicht nach Taros zurück möchte sollte Euch inzwischen aufgegangen sein. Bevor ich mich allerdings zu etwas entscheide, dass nicht ganz meiner Überzeugung entspricht würde ich doch gerne mit wenigstens einer dieser von Euch angeführten Dunkelelfen sprechen."
Unbewußt war Annwyn während des Gespräches in die Höflichkeitsform verfallen und auch vom Ton her nicht so schnippisch wie bei den ersten Gesprächen im Kerker. Lediglich Altarions Bemerkung über die hier lebenden Drow ließ sie leicht mit den Lippen zucken und sie betonte das Wort Dunkelelfen in ihrer Antwort bewußt so, dass Altarion ein Unterschied auffallen sollte.
"Wenn Ihr mir die Gelegenheit dazu während Eurer Abwesenheit gebt, denke ich zumindest kurz nach Eurer Rückkehr eine Antwort zu haben.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Donnerstag 26 Oktober 2006, 15:16
Dem Kapitän war es schon ein wenig peinlich, die königlichen Beamten solange warten zu lassen. Aber die Anforderungen an die beiden neuen Schiffe waren so vage formuliert - er hatte sich mit den Schiffszimmerleuten die Köpfe heiß diskutiert. Schnell und wendig, im Hafenbecken einzusetzen. Das war die Forderung des Beamten oder vielleicht sogar direkt des Königs gewesen. Der war jedoch kein Seemann und so war die Forderung wohl ausschließlich militärisch bestimmt gewesen.

Sollten die Schiffe trotzdem noch tauglich sein, sich auf hohe See hinaus zu wagen? Oder sollten sie ausschließlich im Küstenbereich agieren? Ohne nochmalige Diskussion mit dem König oder seinen Beamten würde man wohl nur spekulieren können.

Rodrigues betrat die Drachenburg und meldete einer Wache sein Begehr, wegen den Schiffsplänen vorzusprechen.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Montag 30 Oktober 2006, 11:07
Die Wache erkundigte sich kurz ob solche Pläne angefordert worden waren und führte Rodrigues in ein Besprechungszimmer. Es dauerte nicht lange und ein Hofbeamter kam herein.

"Seid gegrüßt Kapitän Rodrigues. Leider kann euch Sir Altarion derzeit nicht selber empfangen, doch ich bin über dieses Projekt im Bild und befugt den Bau der Schiffe durchzuführen. Bedeutet euer Erscheinen hier am Hofe, dass ihr die Pläne erfolgreich erstellt habt?"
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Montag 26 Februar 2007, 20:55
"Genau das bedeutet es.

Der Kapitän nickte und breitete die mitgebrachten Pläne aus.

"Nach langer reiflicher Diskussion haben wir uns entschlossen, diese Einmastsegler zu bauen. Sie sind kleiner, schneller und dabei doch wendiger als die <<Perle>>. Der Nachteil ist, dass sie zwar noch hochseetauglich sind, jedoch über eine geringere Lastkapazität verfügen, so dass nur begrenzt Proviant und Waren mitgenommen werden können. Längere Seereisen verbieten sich damit. Wir sind aber davon ausgegangen, dass die <<Perle<< als Flaggschiff ja aber die Versorgung mit übernehmen könnte."

Stefano Rodrigues erläuterte die Pläne, wies auf die Vorzüge und auch Nachteile der angedachten Konstruktion hin.

"Die Bauzeit sollte sich in Grenzen halten. Mein Schiffsbaumeister war so frei, mir eine erste grobe Kalkulation mitzugeben."

Pro Schiff:
30 Holz
15 Stoffe
20 Torf
10 Eisen
1 Seil

"Das macht bei den heutigen Marktpreisen gute 2.000 GM pro Schiff. Noch nicht enthalten sind Löhne und die Ausstattung mit Waffen. Ich schätze, Ihr müsst für beide Schiffe mit 5.000 bis 6.000 GM rechnen."

Rodrigues wartete ab, was der beamte erwidern mochte. Er und Gonzales hatten lange hin und hergerrechnet und immer wieder neu geplant. Es liessen sich allenfalls nennenswerte Summen einsparen, wenn man mit den Geschäftsleuten bessere Preise aushandeln konnte.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Montag 26 Februar 2007, 22:29
Es war eine der seltenen Angelegenheiten, dass Varnayrah die Drachenburg betrat - sie konnte sich mit dem Gebäude einfach nicht anfreunden. Es war zu groß, zu steinern und zu unübersichtlich - nicht zu vergessen, dass hier noch mehr Gehabe um sie gemacht wurde als überall sonst. Doch Björn Oleson, der nun wieder ihr Privatsekretarius war, hatte sie sehr dringend gebenten, zu kommen, da sie sich eh grade in der Hauptstadt aufgehalten hatte. Altarion war zur Zeit verhindert, und es galt eine recht dringende Entscheidung zu fällen...

Nun saß sie in Altarions Arbeitszimmer ihrem Sekretär gegenüber und lauschte mit ernstem Gesicht seinen Nachrichten, und auch der Vizekönig Sir Georg war auf ihren Wunsch gerufen worden. Wie es aussah, hatte die Hauptstadt wirklich kein Glück mit ihren Statthaltern. Kein Wunder, dass die Spuren des Krieges hier noch so deutlich waren. Sir Tybald, der dieses Amt als Letzter übernommen hatte, war bei den Angriffen der Untoten ums Leben gekommen. Schon wieder war die Hauptstadt verwaist und es galt, den Posten neu zu besetzen.

Varnayrah überlegte lange, wem sie diese Bürde auflegen konnte. Zwar fiel ihr recht schnell ein geeigneter kandidat ein, aber ob sie wirklich einen ihrer ältesten Freunde damit belasten sollte? Sie äußerte ihre Überlegung laut. Björn lächelte. "Nunja, Varnayrah - fragen kannst du ihn immerhin. Vielleicht sieht er das als Zwerg ein bisschen anders. Wenn er wirklich nicht will, werden wir eben weiterüberlegen."

"Dann frage ich dich - oder noch besser, ich befehle es dir.", antwortete Varnayrah mit einem Lächeln und einem Zwinkern. Björn lachte. "Nein danke. Ich tu viel für dich, aber das nicht. Also, soll ich einen Brief an Drax schreiben?" Varnayrah warf Sir Georg einen raschen Blick zu. Der Vizekönig war zwar leicht zusammengezuckt, als er hörte, wie ein Diener die Königin duzte, doch er nickte zustimmend. "Ich denke auch, dass Ihr damit eine gute Wahl trefft, meine Königin.", sagte er.

"Dann schreib bitte den Brief...", wandte Varnayrah sich an Björn. "Doch mach es bitte so, dass es nicht wie ein Befehl klingt oder sowas. Er soll wissen, dass er die freie Wahl hat, ob er das übernehmen möchte oder nicht."

"Das kriege ich schon hin. Ich werde ihm einfach drohen, ihn mit dem ersten Garderegiment nach Drachenauge zu holen, wenn er nicht freiwilig kommt."
, erwiderte Björn mit völlig ernstem Gesicht, nur in seinen Augen blitzte es. Nun lachte Varnayrah, während sie sich gleichzietig bei der Vorstellung daran, wie der Axtmeister reagieren würde, schüttelte. "Wehe dir!"[I], rief sie, und fuhr dann fort: [i]"Na, du wirst das schon richtig formulieren können... bitte leg das noch dazu." Sie zupfte eine der Rosen aus ihrem Kranz und reichte sie Björn. Da sie ja nicht schreiben konnte, würde dies als eine Art Unterschrieft herhalten müssen. Björn nahm die Rose und machte sich daran, den Brief aufzusetzten. Einige Zeit später ritt ein Bote nach Nuru...
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 27 Februar 2007, 20:38
"Ich möchte zu Björn Oleson oder direkt zur Königin" begehrte Drax Einlass. Er war schon des öfteren hier gewesen, mal als Bittsteller, mal als eine Art Berater, mal als Vermittler. Aber heute war er trotzdem etwas nervös, so als sei es das erste Mal, dass er die Burg betrat.

Er kannte den Weg, als er dem Bediensteten folgte. Auf dem Weg durch die Stadt war ihm aufgefallen, dass die Spuren des Krieges doch noch sehr deutlich zu sehen waren. Teile der Stadtmauer und der daran liegenden Häuser sahen sehr mitgenommen aus, dabei hätte doch die Zeit reichen müssen, alles wenigstens halbwegs wieder zu richten. Es schien ihm auch, als hätte er mehr bettelndes Volk gesehen als üblich. Die Straßen sahen schmutziger aus, als er es in Erinnerung hatte. Aber vielleicht täuschte er sich ja auch. Vielleicht war er zu lange nicht mehr in der Stadt gewesen und deswegen seine Erinnerung getrübt.

Aber er würde ja gleich Klarheit haben. Und ein paar Fragen hatte er auch.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 27 Februar 2007, 21:12
Der Bedienstete, der Drax in Empfang genommen hatte, führte ihn durch die endlos scheinenden, verschlungenen Wege der Drachenburg und hielt schließlich vor einer schweren Tür aus nachdeunkeltem Eichenholz an. Er klopfte respektvoll, wartete einige Augenblicke und öffnete dann die Tür, um den Zwergen hereinzubitten.

Drax fand sich in einem Arbeitszimmer wieder, das er noch nicht kannte. Es war klein, aber hell und mit Büchern ziemlich zugestopft; ein großer schreibtisch und ein schwerer Stuhl dahinter waren neben einer erstaunlich gemütlich wirkenden Bank an einer Wand neben den Bücherregalen die einzigen Einrichtungsgegenstände. Hier hatte Björn sein Domizil aufgeschlagen, seit er sein altes Amt wieder angetreten hatte - auch wenn er, da er ja Varnayrahs Sekretär war, die meiste Zeit bei ihr in Sha'Nurdra war. Nun jedoch stand der hochgewachsene Nordmann an seinen Schreibstisch gelehnt da und war, als Drax eintrat, in ein Gespräch mit Varnayrah vertieft, die auf der Fensterbank saß, mit Tan'les Ohren spielte und in ihrem Jagdhemd aus hellgrauem Wildleder hier so fehl am Platze wirkte wie eine wilde Rose in einem sorgsam gepflegten Garten.

Als sie den Zwerg sah, leuchtete ein strahlendes Lächeln in ihrem Gesicht auf, und sie sprang von der Fensterbank und lief zu Drax hinüber, um ihn in den Arm zu nehmen. "Drax! Ich freue mich, dich zu sehen. Darf ich dir Björn Oleson vorstellen? Ich glaube, du kennst ihn noch nicht, oder?"

Der Nordmann reichte dem Axtmeister mit einem freundlichen Lächeln die Hand, während Varnayrah mit einem leisen lachen fortfuhr: "Nun - bist du gekommen, um mir den Brief um die Ohren zu hauen oder weil du tatsächlich Statthalter werden willst?"
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 27 Februar 2007, 21:48
Drax kannte diese Ecke der Burg nicht. Der Bedienstete war irgendwann einmal abgebogen und hatte damit die dem Zwergen bekannten Wege verlassen. Schließlich fand er sich in einem kleinen Arbeitszimmmer wieder.

"Varnayrah! Wie schön, Dich zu sehen." Drax nahm sie vorsichtig in den Arm. Nach der Sache in den Elfenwäldern hätte er mit so einer Reaktion nicht gerechnet.

"Björn Oleson? Nein, wir hatten noch nicht das Vergnügen." Der Zwerg begrüßte auch den Nordmann.

"Als ich den Brief das erste Mal las, wusste ich noch nicht recht, was ich tun sollte." antwortete Drax ganz ehrlich. "Doch nach einigem Überlegen - ich würde mich der Herausforderung stellen wollen. Allerdings hätte ich noch ein paar Fragen."

Der Axtmeister schaute Varnayrah und Björn an. "Drachenauge ist wohl ein wenig eigen, was die Politik angeht. Wie weit gehen die Befugnisse des Statthalters? Wem untersteht die Armee? Inwieweit mischt sich das Königshaus in die Stadtgeschäfte ein? Sind die Beamten der Stadt allesamt zu übernehmen oder stünde es mir frei, mir selbst vertrauenswürdiges Personal zu suchen? Gibt es sonst noch etwas, was ich wissen sollte?"

Der Minenbesitzer fragte frei heraus, ganz ohne Scheu. Geradlinig und direkt wie immer. Es war nunmal einer seiner Sorgen, dass die vorhandene Beamten gegen ihn als Zwergen arbeiten könnten. Schließlich war es nicht gerade natürlich, dass die Geschicke von Hauptstadt und Königssitz von einem Schmied und Minenarbeiter geleitet werden sollten. Wenn er die Langbeiner richtig einschätzte, dann stiess dies sicher so manchem Langbeiner sauer auf.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 28 Februar 2007, 21:32
"Erstmal danke, dass du das machen willst." Varnayrahs Stimme klang ehrlich erleichtert. "Nun, zu deinen Fragen... aber setz dich doch erstmal." Die Waldelfe wies auf die Bank, ging kurz vor die Tür, schickte einen Diener nach Erfrischungen und einem Bier und setzte sich dann selbst wieder auf die Fensterbank, während Björn hinter seinem Schreibtisch Platz nahm.

Dann fuhr sie fort: "Die Belange der Stadt könntest du ganz allein regeln, mit Ausnahme dessen, was die Drachenburg und den Privatsitz nebenan angeht. Die Armee... Dragonias Armee untersteht dem König, oder dessen Stellvertreter Sir Georg vom Drachenstein vielmehr. Aber Drachenauge hat eine eigene Stadtwache, wie alle anderen Städte auch, die dir unterstünde. Die einzige Besonderheit ist, dass beide Truppen in der Kaserne hier in Ynis Eldea stationiert sind. Aber es gibt getrennte Bereiche darin und natürlich hat jede Truppe ihre eigenen Hauptleute und so. Und dann gibt es noch die Garden hier in der Burg und die persönliche Leibache von Altarion, aber die gehören auch nicht zur Stadtwache und unterstehen eben dem König - sind aber auch nicht in der Kaserne untergebracht.
Die Beamten der Stadt - nun, natürlich kannst du neue suchen, wenn du willst. Du wirst schon selbst wissen, allerdings, ob es klug ist, auf einen Schlag alle auszuwechseln. Hm, was noch?"
Die Waldelfe sah ihren Sekretär an. "Fällt dir noch was ein, Björn?"

Der Nordmann nickte. "Da wäre noch der Hafen.", sagte er. "Das ist ein bisschen kompliziert, weil es der einzige Hafen Dragonias und gleichzeitig Kriegshafen und Handelshafen ist. Nun, die Kriegsschiffe - naja, oder das Kriegsschiff -  gehören zur Armee und unterstehen folglich Sir Georg. Der Handelshafen dahingegen gehört eher zur Stadt, aber die Zölle gehen zu gleichen Teilen an die Stadt und in die Staatskasse. Desgleichen wird der Hafen auch gleichzeitig von Angehörigen der Armee und der Stadtwache bewacht. Das wären so die technischen Details, denke ich.

Ansonsten wirkt es sich natürlich aus, dass die Stadt Hauptstadt ist. Jede Menge niederer und nicht so niedriger Adel tummelt sich hier, und die fühlen sich erstens über die Bürger der Stadt erhaben, zweitens zählen sie sich eher zum Hofstaat und zur Drachenburg, so dass sie sich eher nicht als Bürger der Stadt unter der Autorität eines Statthalters begreifen. Und die reichen Kaufleute der Stadt versuchen einerseits, ihren Lebenstil dem Adel anzugleichen, andererseits aber ihre Unabhängigkeit zu wahren - die Zünfte der Handwerker und Kaufleute sind eine Macht, die Ihr nicht unterschätzen dürft. Alles in Allem kann man aber mit ihnen reden. Übrigens..."
, ein etwas schiefes Lächeln huschte über Björns Gesicht, "braucht Ihr nicht allzusehr befürchten, als Zwerg Schwierigkeiten zu haben. Die Menschen in der Stadt kommen mit den Zwergen aus Umraschkor im Allgemeinen besser zurechtals mit den Elfen aus Shiya'taî, doch insgesamt - nachdem man sich an eine waldelfische Königin gewöhnt hat - gibt es eh wenige Ressentiments in dieser Richtung."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Freitag 02 März 2007, 19:01
"Du klingst ja geradezu verzweifelt" grinste Drax. "Aber das müsst Du und Altarion auch sein, wenn ihr ausgerechnet mich fragt."

Den angebotenen Stuhl nahm er ebenso dankend an, wie die Erfrischungen. Gern hätte er sich eine Pfeife angesteckt - er nestelte auch daran herum - ließ es dann aber bleiben. Wer wusste schon, ob es den beiden genehm war, wenn er die kleine Kammer hier zunebelte. So also spielte er nur mit der Pfeife und hörte zu.

Das klang alles ein klein wenig kompliziert. Das Argument mit den Beamten leuchtete dem Zwergen ein. "Nein, nein. Alle Auswechseln würde ich nicht wollen, aber vielleicht ein oder zwei wirklich wichtige Positionen mit Leuten besetzen, denen ich vertraue. Nichts weiter. Und ansonsten denke ich, habe ich verstanden, was ihr mir sagen wollt - ich soll ein wenig aufpassen, wem ich wann auf die Füße steige. Aber Du kennst mich Varnayrah - früher oder später werde ich das so oder so. Aber danke für die Warnung." Drax musste breit grinsen bei dem Gedanken, vielleicht irgendwann einmal gezwungen zu sein, so einem langbeinigem Adligen die Axt über den Schädel zu ziehen.

"Nun gut. Dann ist es also besiegelt, ich werde das Amt annehmen. Dann will ich mal schauen, was mir mein Vorgänger so an Trümmern hinterlassen hat. Und ob ich in der Mine wohne, oder in der Statthalterburg."

Drax verneigte sich ein klein wenig - mehr ein Zeichen von Respekt denn Unterwerfung - und wollte sich zum Gehen wenden. Es gab viel zu tun und wenn er gleich heute noch etwas erledigen konnte, dann sollte er das tun. Dann fiel ihm noch etwas ein.

"Varnayrah, mir scheint, Du vertraust Björn. Kann ich auf seine Unterstützung zählen, sollten sich unerwartet Probleme in der Stadt ergeben? Ich nehme an, als Waldelfe werde ich Dich eher selten in Drachenauge zu Gesicht bekommen?" Ein verschmitztes Lächeln huschte über sein Gesicht. Er wusste um der Königin Unbehagen in kalten  Mauern. Ihr fehlte einfach das Verständnis dafür, dass Stein nicht nur kalt war. "Und bevor ich es vergesse - gibt es etwas, was unbedingt als erstes erledigt werden sollte? So wie ich das sehe, sind die Wohnverhältnisse und der Zustand der Stadtmauern nicht gerade berauschend. Ich würde schnell dafürsorgen wollen, dass die Spuren des Krieges verschwinden. Ich denke auch, dass ich dafür genau den richtigen  Zwergen habe, wenn ich ihn denn finde. Der alte Grimmbart wäre für diese Aufgabe genau der Richtige."
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Montag 05 März 2007, 14:08
Varnayrah lachte leise. "Naja, so verzweifelt war ich noch nicht. Vielleicht besteht ja jetzt endlich mal die Möglichkeit, dass ein Statthalter länger durchhält als ein paar Monate." Die Waldelfe grinste den Zwergen an. "Vielleicht hilft da auch die sprichwörtliche Sturheit der Zwerge weiter. Und mach dir keine Sorgen, dass du jemandem auf die Füße treten könntest. Vielleicht tut den Herrschaften das hier sogar ganz gut." Ein klein wenig verzog sie das Gesicht beimGedanken an die Hofschranzen, die einem Emporkömmling wie ihr das Leben ganz schön schwer machen konnten. Zusätzlich zu dem ganzen Anderen.Drax hatte natürlich ins Schwarze getroffen, als er annahm, sie sei nicht oft in Drachenauge anzutreffen. Nur, dass er nach Björns Unterstützung fragte, was bedeutete, dass er hier bleiben musste, behagte ihr nicht ganz so.

"Natürlich vertraue ich Björn." Sie antwortete etwas zögernd. "Er war immer sehr zuverlässig und deiskret und durchschaut außerdem manche Zusammenhänge in den Regierungsgeschäften besser als ich. Weshalb ich eigentlich gehofft hatte, dass er mich nach Sha'Nurdra begleitet - wo Altarion, hm, ziemlich überraschend mit dem Bau einer Residenz begonnen hat." Ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht. "Irgendjemand muss mir doch meine Briefe vorlesen."

Das wiederum brachte Björn zum Lachen. "Naja, Varnayrah, vielleicht solltest du doch irgendwann mal lesen lernen. Aber ansonsten... hast du schonmal darüber nachgedacht, dass sowohl Finarfin als auch Ancalagon in dieser schwierigen Kunst unterwiesen sind und außerdem Elessar nur ein paar Schritte wegwohnt? Also, irgendwer wird dir schon weiterhelfen können, und vielleicht ist es nicht ganz schlecht, wenn jemand in Drachenauge auch deine Interessen vertritt, wenn du nicht da bist.
Nun, Meister Drax, Ihr könnt natürlich auf meine Unterstützung zählen. Und um zu Eurer Frage zu kommen, ich denke, als Erstes sollten tatsächlich die Kriegsspuren beseitigt werden, und auch ich würde da die Wohnverhältnisse und Verteidigungsanlagen an erste Stelle setzen. Wenn Ihr schon einen geeigneten Mann dafür wisst, umso besser. Als dann wäre es vielleicht auch, wenn möglich, nicht schlecht, die Kanalisation und Wasserversorgung auch in den ärmeren Vierteln Drachenauges auszubauen. Aber,"
, der Nordmann grinste, "Diese Entscheidungen liegen nun bei Euch."

Varnayrah lachte ebenfalls udn meinte:"Nun gut, wer bin ich, dass ich meinem Privatsekretär widersprechen würde. Also bleib in Drachenauge, Björn, wenn es dir hier so gut gefällt... und als Strafe erwarte ich, dass du mir regelmäßig Berichte schickst, was Wichtiges geschehen ist." Björn verneigte sich scherzhaft und sagte nichts.

Varnayrah wandte sich nochmal zu Drax und sagte nun ernster: "Ich hoffe sehr, dass du mit diesem bestimmt nicht ganz einfachen Amt nicht unglücklich wirst.  Vielen Dank nochmal, dass du das machen willst."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Sonntag 11 März 2007, 18:38
So ganz glücklich schien Varnayrah nicht zu sein, dass er nach Björns Unterstützung fragte, doch schließlich fand man eine Lösung. "Nun, ich hoffe, ich werde Euch nicht zu oft beanspruchen. Ich will nur sicher gehen, dass sich Drachenauge ganz nach Wunsch des Königspaares entwickelt." sagte er zum Nordmann.

Und zu Varnayrah gewandt grinste er: " Ich bin kein Zwerg von Traurigkeit, ich werde die Sache schon auf die Reihe kriegen. Zur Not gibt es ein paar öffentliche Hinrichtungen..." Jetzt musste er laut lachen. "Das war natürlich ein Scherz. Ich denke, es gibt am Anfang soviel zu tun, dass mir wohl keine Zeit bleibt, unglücklich zu werden. Und sollte ich Grimmbart überreden können, als Baumeister in Drachenauge zu arbeiten, dann ist mir nicht bange, dass die Stadt bald wieder aussieht, wie es einer Hauptstadt würdig ist. Doch nun genug geredet, ich denke, ich habe mehr als genug zu tun. Wenn ihr mich also entschuldigt?"

Drax nickte und schickte sich an zu gehen.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 21 März 2007, 13:28
Varnayrah nickte und lächelte. "Noch einmal vielen Dank, Drax.  Ich wünsch Dir alles Gute, und vielleicht bis bald."
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 18 Juli 2007, 18:47
Endlich hatte er etwas Zeit, um sich um das Anliegen eines Mitarbeiters des Apothekenbesitzers von Nighton zu kümmern. Auch wenn er nicht mehr Statthalter dort war, diese Sache sah er als so etwas wie seine letzte Amtshandlung an, bevor er sich auch inoffiziell von dem Amt trennte. Im Gasthaus fand er Palin und auch den besagten Mitarbeiter, einen Lykantrophen, so dass sie sich gemeinsam auf den Weg zur Drachenburg machen konnten.

Etwas später trafen sie dort auch ein und wurden sogleich von den Wachen in Empfang genommen. Hier sollte er noch das Reden übernehmen, später kam es darauf an, wer sie in Empfang nahm. Was sie hier wollten? Wenigstens erinnerten die Wächter sich noch, um wen es sich bei dem Magier handelte.


Wir haben meiner Meinung nach wichtige Informationen für den König. Im Falle der Abwesenheit des Landesherren nehmen wir aber natürlich auch mit dessen Stellvertreter vorlieb, da es um recht zeitkritische Angelegenheiten geht.

Außerdem wollte der Apotheker seine Angestellte sicher nicht allzu lange alleine lassen.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 20 Juli 2007, 06:47
Der Wachhabende deutete eine respektvolle Verbeugung gegenüber Christian an und nickte. "Ich werde sehen, was ich tun kann, seine Majestät Altarion hat so viel zu tun, dass er selten zu sprechen ist. Wartet hier, bitte." Damit verschwand er in einem der zahlreichen Gänge. Es dauerte einige - eigentlich sogar viele - Minuten, ehe er wiederkam.

"Es tut mir sehr leid, Sir Christian, aber weder der König noch Sir Georg sind im Moment anwesend. Vielleicht könnt Ihr Eure Informationen ja auch an den Stellvertreter der Königin, Sir Björn Oleson, weitergeben? Er besitzt das volle Vertrauen ihrer Majestät Königin Varnayrahs, wie ich Euch versichern kann, und ist befugt, wenn nötig, entsprechende Schritte einzuleiten. Folgt mir bitte!"

Damit führte er Christian und Palin in die Drachenburg hinein, die wirklich sehr unübersichtlich aufgebaut war. Nach einiger Zeit hielt er vor einer der zahlreichen Eichentüren an, die von dem Gang abgingen. Er klopfte an, und auf ein "Herein" von drinnnen öffnete er die Tür, bedeutete Christian und Palin einzutreten und entfernte sich dann, um auf seinen Posten zurückzukehren. In dem Büro, welches nun vor den beiden Besuchern lag (ein kleines, nicht besonders aufsehenerregendes Büro mit einem reichlich überladenen Schreibtisch, aber einem großen Fenster mit nettem Blick auf den Garten), erhob sich ein Hühne von einem Nordmann mit sehr gepflegter, aber keineswegs protziger Erscheinung von seinem Stuhl und lächelte ein freundlich, wenn auch ein wenig knapp. "Seid gegrüßt, Sir Christian, mein Herr...?", fragend sah er Palin an. "Was kann ich für euch tun?"
Autor: Palin Silver Datum/Zeit: Montag 30 Juli 2007, 10:32
"Wir würden gerne mit jemandem reden der uns weiterhelfen kann, es geht um Taros, gibt es da jemand der Zeit hat oder müssen wir auf Altarion warten?"
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 02 August 2007, 17:41
Björn maß Palin mit einem undeutbaren Blick. Der junge Mann hatte es also nicht nötig sich vorzustellen, schien andererseits ihm aber nicht zu vertrauen, sondern wollte direkt den König sprechen. Hatt der Wachhabende denn die Situation nicht erklärt?

"Nun, Ihr könnt gern auf Seine Majestät warten, aber ich fürchte, dann werdet Ihr länger warten müssen.", antwortete er jedoch ruhig. "Besonders wenn es um eine Gefährdung aus Taros geht, so nehme ich an, dass Eure Nachricht dringlich ist? Ich kann Euch aber versichern, dass ich das volle Vertrauen der Königin genieße und Ihr Euch also in dieser Angelegenheit ohne Bedenken an mich wenden könnt."
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 02 August 2007, 19:23
Weder der König, noch dessen Stellvertreter waren da. Aber der Stellvertreter der Königin war dem Magier ebenfalls recht, wenn nicht sogar noch lieber als der Vizekönig, was er jedoch kaum jemandem mitteilen würde.

So folgte auch der Hohentürmler der Wache und trat schließlich in den Raum des anwesenden Würdenträgers. Mit einem Lächeln nickte Christian dem Nordmann zu, doch bevor er ein Wort an Björn richten konnte, äußerte sich bereits der Apotheker in einer etwas respektlos anmutenden Weise.


Natürlich können wir es mit Euch besprechen, allerdings sieht es wohl so aus, als ob wir ein wehrhaftes Schiff bräuchten, wenn wir der Sache nachgehen möchten. Soweit ich das mitbekommen habe, geht es um nach Freiheit strebende Werwölfe, die sich jetzt noch unter der Gewalt der Dunkelelfen befinden. Wie dringend die Sache ist, weiß wohl kaum jemand, aber es sollte doch innerhalb der nächsten Monate durchgeführt werden, damit die Werwölfe nicht noch länger leiden.

Somit hatte er seine Darstellung zu der Sache preisgegeben, aber vielleicht konnte der Lycantroph die Sache noch genauer ausführen, damit man wusste, in welcher Größenordnung das Vorhaben anzusiedeln war.
Autor: Palin Silver Datum/Zeit: Montag 06 August 2007, 10:46
Palin folgte den dem Wachabenden und dem Magier durch die Gänge der Burg. Christian umriss kurz um was es ging und er hoffte Kraxx könnte sich noch detailierter ordnen. Es wäre bestimmt von Vorteil wenn er ein paar Orte angeben könnte an denen sich die Werwölfe aufhielten.

Würde Taros seine Werwöfe verlieren, zumindest einen Teil, würde sie das schwächen und sie hätten eine größere Chance auf den Sieg sollte es wieder zu ener Invasion oder auch nur einem Überfall.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Mittwoch 15 August 2007, 19:14
König Altarion war gerade aus Sha'Nurdra zurück gekommen wo er den Fortschritt der Arbeiten an seiner neuen Residenz begutachtet hatte. Dank seiner tüchtigen Beamten wartete nicht viel Arbeit auf ihn und so war er nicht lange im Audienzzimmer bevor er sich in seine Amtsräume zurück zog.

Derweil wurden die königlichen Banner auf der Burg, dem Anwesen des Königs und der Kaserne gehisst um die Anwesenheit des Königs in der Stadt zu verkünden auf das alles Volk zur Burg komme welches ein Anliegen gegenüber dem König hat.
Autor: LadyPatricia Datum/Zeit: Mittwoch 15 August 2007, 19:37
Nachdem Annwyn sich einige Tage ihre zukünftige Heimat angeschaut hatte und langsam ungeduldig auf Altarion wartete sah sie wie die Flaggen auf den öffentlichen Gebäuden gehißt wurden. Mit einem erleichterten seufzen, dass die Wartezeit endlich vorbei war machte sie sich schnellen Schrittes zur Drachenburg auf.
Je näher sie den stattlichen Mauern kam, desto langsamer wurden ihre Schritte, dachte sie doch an den Kerker und seine Bewohner zurück, deren Gastfreundschaft sie genießen durfte. Kurz bevor sie durch das Tor treten müsste blieb Annwyn schließlich ganz stehen bis eine der beiden Wachen sie nicht unfreundlich ansprach und nach ihrem Begehr fragte. Vorsichtig blickte Annwyn sich um, ob auch wirklich sie gemeint sei, doch da außer ihr niemand zu sehen war meinte sie "Ich würde gerne mit dem König sprechen."
Mit einem leichtem nicken wies die Wache, die sie angesprochen hatte, ihr den Weg und so machte Annwyn sich denn diesmal als richtiger Gast auf in die Burg. Getreu der Wegbeschreibung folgend die sie erhalten hatte blieb Annwyn schließlich vor einer leicht verzierten Holztür stehen vor der eine weitere Wache stand.
"Ich würde gerne mit dem König sprechen." wandte Annwyn sich an den Soldaten und wartete darauf, dass er ihr die Tür öffnete.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Donnerstag 16 August 2007, 08:10
"Nun dann nennt eueren Namen und euer Begehr." verlangte der Soldat und als Annwyn ihm beides nannte öffnete er kurz die Tür und sprach etwas in den Raum hinein. Es dauerte nicht lange und die Tür wurde von innen geöffnet. Annwyn betrat einen Vorraum in dem eine weitere Wache Dienst hatte und welche ihr die Tür zum Amtszimmer des Königs öffnete.

Annwyn betrat ein recht schlichtes Zimmer. Ein massiver Schreibtisch beherbergte Berge von Papieren und an den Wänden standen ebenfalls gut gefüllte Regale. Schmuck suchte man hier vergebens. Alles war schlicht und praktisch gehalten.
"Ah da seid ihr ja." begrüßte sie der König. "Ich habe bereits eine Liste möglicher Gebäude zusammenstellen lassen. Wir können gleich aufbrechen und sie uns ansehen wenn ihr nichts dagegen habt." Ohne wirklich auf ihre Antwort zu warten gab der König der Wache im Vorraum ein Zeichen damit alles für den Ausritt vorbereitet würde.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 16 August 2007, 08:14
Björn sah den Lykantrophen, der die beiden begleitete, fragend an. Es wunderte ihn ein bisschen, dass die wachen ihn einfach so vorgelassen hatten, andererseits war er ja in Begleitung Sir Christians - der wohl für ihn gebürgt hatte.Kraxx schien jedoch zu eingeschüchtert zu sein, um den Mund aufzubekommen. So ließ der Sekretär der Königin sich nocheinmal von Christian genauer erklären, was denn nun vorgefallen war. Dann sah er Kraxx nachdenklich an. "Wenn die Werwölfe in Taros tatsächlich versuchen, ihr Joch abzuschütteln, so wäre das natürlich ein herber Schlag für den Feind, den wir tunlichst uns zunutze machen sollten. Meine Herren, ich werde die Sache mit den Ratgebern des Königs besprechen und auch Königin Varnayrah informieren - natürlich auch den König, sobald er eintrifft. Wir werden und überlegen, wie wir diese Chance für uns nutzen können. Was ich jedenfalls sofort unternehmen werde, ist, Kundschafter zu suchen und auszusenden - es gibt ein oder zwei uns wohlgesonnene Lykantrophen in der Armee, die diesen Auftrag vielleicht übernehmen könnten. Ich danke Euch, dass Ihr mich von dieser Tatsache unterrichtet habt." Björn Oleson neigte höflich den Kopf und  schien zu warten, ob einer der drei doch noch etwas hinzufügen wollte.
Autor: Palin Silver Datum/Zeit: Freitag 17 August 2007, 15:52
Palin wandte sich an den Wachabenden Offizier:"Sollen wir hier warten, oder werden wir solange in dieser Stadt bleiben das es vieleicht angebracht wäre wenn wir uns ein Zimmer in einer Schenke suchen?" Palin versuchte ein wenig höflicher zu sein als vorher, aber wahrscheinlich gelang Ihm das nicht. Wenn man im Wald aufwuchs lernte man Höflichkeit mal nicht eben hinter der dritten Eiche links kennen.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 17 August 2007, 19:00
Warum erzählte Kraxx dem Vertrauten der Königin nichts? Christian wusste ja auch nicht so viel darüber, erzählte es Björn aber nochmal genau so, wie er es von dem Lycantrophen geschildert bekommen hatte. Als der Sekretär meinte, dass er dies erst mit den Majestäten und deren Beratern besprechen musste, nickte der Magier nur kaum merklich, ehe er ebenfalls seinen Kopf neigte.

Es war uns eine Ehre. Entbietet der Königin bitte meinen Gruß.

Dabei zwinkerte er dem Sekretär kurz zu, bevor er sich standesgemäß verabschiedete und sich zum Gehen wandte, seine beiden Gefährten jedoch nochmal ansah. Als Palin fragte, ob sie hier oder besser gleich in einer Schänke warten wollten, hätte der Hohentürmler fast gegrinst, konnte sich aber doch noch beherrschen, weswegen nur ein breites Lächeln auf seinem Gesicht erschien.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 17 August 2007, 22:12
Björn lächelte leicht und erwiderte: "Ich werde der Königin Euren Gruß ausrichten, Sir Christian." Dann verabschiedete er sich ebenfalls von seinen Besuchern. Als sie gegangen waren und die Tür sich hinter ihnen geschlossen hatte, trat er zum Fenster und sah nachdenklich auf den Garten hinaus. Er konnte von hier aus bis zu Altarions Wohnsitz in Drachenauge sehen; früher wäre die Königin wahrscheinlich durch ebendiesen Garten gestrolcht, aber heutzutage hielt sie sich so viel wie möglich in Sha'Nurdra auf. Deswegen war auch der kleine Thronprinz häufiger dort anzutreffen als in der Hauptstadt. Der Sekretär seufzte und machte sich daran, eine Nachricht an Varnayrah zu verfassen, in der Hoffnung, dass sie jemanden finden würde, der sie ihr vorlas. Es passte ihm eigentlich gar nicht, dass er nicht in Sha'Nurdra an ihrer Seite sein konnte, wie es seine Pflichten eigentlich erfordert hätten, aber jemand musste ihre Interessen in der Hauptstadt wahren.

Er schickte einen Boten los und wollte sich grade auf den Weg zu Sir Georg machen, den er wohl ebenfalls benachrichtigen sollte, als einiger Aufruhr entstand: der König war aus Sha'Nurdra zurückgekehrt. Damit musste Björn natürlich ihm persönlich von den Werwölfen in Taros erzählen. Er ließ sich allerdings ein wenig Zeit, bis er sich zu dessen Amtsräumen aufmachte. Vor der Tür, die zu des Königs Arbeitszimmer führte, stand wie immer eine Wache, und so beauftragte Björn Oleson den Soldaten, König Altarion den Privatsekretär seiner Gemahlin zu melden.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 11 September 2007, 13:13
Die Wache ließ kurz nachfragen ob der König Zeit habe bevor sie sich wieder Björn Oleson zuwandte.
"Verzeiht, doch König Altarion ist die nächsten Stunden beschäftigt. Er wird ihnen Bescheid geben sobald er Zeit hat."

Kurz darauf verließen der König, Annwyn sowie einige Hofbeamte und Soldaten die Burg.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 11 September 2007, 18:39
Björn verzog bei dem Bescheid des Soldaten keine Miene, sondern dankte dem Wachhabenden für die Auskunft und machte sich auf den Weg zurück in seine Amtsräume. Dann würde er eben warten, auch wenn ihm die Angelegenheit doch recht dringend erschien. Möglicherweise ergab sich aber auch noch die Gelegenheit, mit Varnayrah darüber zu sprechen.
Autor: Menir Al Men Datum/Zeit: Mittwoch 31 Oktober 2007, 18:40
Nachdem er am Marktplatz gewesen war, ritt Menir direkt zum Königshof. Dort stieg er ab, übergab seine Echse einem Stallburschen und bat um eine Audienz beim König und der Königin.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 08 November 2007, 13:06
Björn war noch nicht lange wieder in seinen Büro9räumen, als ein neuer Besucher gemeldet wurde. Da weder Königin Varnayrah noch Altarion zu sprechen waren, empfing der Privatsecetär der Königin Menir. Freundlich begrüßte er den Halbelementar und wies er ihm einen Stuhl (kräftiger Bauart), und fragtedann: "Womit kann ich Euch helfen? Es tut mir leid, dass keiner der Majestäten zur Zeit zu sprechen ist, aber ich kann Euch versichern, dass Königin Varnayrah vollstes Vertrauen in mich hat und ich absolut befugt bin, in ihrem Namen zu sprechen und zu handeln."
Autor: Menir Al Men Datum/Zeit: Donnerstag 08 November 2007, 13:26
Menir lies sich von dem Mann hereinbitten und nahm Platz. Dann nickte er und sagte.

Nun, ich möchte den Herrschaften eine Einladung mündlicher Art zum Einweihungsfest des Tempels des Orden des Seins einladen. Vielleicht haben sie Lust teilzuhaben.

Menir erklärte wo das Fest stattfinden würde und verabschiedete sich dann.
Autor: Akulatraxas Datum/Zeit: Sonntag 18 November 2007, 04:05
Kalt war es geworden.
Aku hatte seinen Sommer auswärts dieser Länder verbracht. Keine Familie oder zugehörigkeiten zu haben hat nunmal zwei Seite. Die einsame, und die freihe.
Der rote Drache hatte lange darrüber philosophiert und war eigentlich gestimmt die Gilde der Drachen aufzulösen die seine einzige Art Verplichtung hier darstellte und er von niemanden darfür auch nur irgenteine Art von Anerkennung erhielt.

Nun kam langsam die Landesgrenze in Sicht, die das Meer wie eine Mauer zurückzuhalten schien. Er freute sich endlich den langen Flug beenden zu können, denn die Flügel schmerzten ihm, straften ihn darfür an der letzten Möglichkeit die ihm bot nicht Rast gemacht zu haben. Aber er spürte das es für ihn Zeit wurde einen einigermassen warmen Platz zu finden bevor der Winter vollständig einzug hielt.
Es fror ihm trotz der Anstregung die der Flug inzwischen bereitete, er sah seinen eigenen Atem durchsichtigen Rauch bilden. Am liebsten würde er sein Feuer verwenden um sich selbst zu wärmen, aber nun kam er dem Land inzwischen Nahe und das würde nur auf ihn aufmerksam machen.
Genau nun fiel ihm ein, dass er sich vielleicht wieder hier irgentwo anmelden sollte wieder zurück zu sein. Drachen waren selbst hier kein gewohntes Bild und er wusste nicht inwieweit die Menschen ihn als bekannten Drachen wiedeerkennen würden.
Er schwenkte etwas um und nahm sich nun Drachenauge als Ziel vor, nachdem er eigentlich zurück in die Gilde wollte.
Aber vielleicht, dachte er bei sich, hätte er dort auch einen größere Chance einen Platz zu finden der etwas wärmer war als der zunächst eingepeilte Ort.

Er segelte inzwischen lautlos im Schutze der herrschenden Dunkelheit des sehr jungen Tages über die Dächer der Stadt und sah inzwischen die Burg vor sich.
Die armen... die hätten keine Möglichkeit mich zu entdecken...
Da er keine Ahnung hatte wo er sich sonst anmelden sollte hielt er einfach darauf zu.

Irgendjemand wird mich schon empfangen   

Nachdem er das Gebäude einmal umrundet hatte musste er eingestehen dass es wohl schwerer werden würde, als er dachte. Alles absolut gesichert und 'abgeschlossen'.
Ein großer Balkon vor einem hoch gelegenen doppeltürigen 'Zimmer' erschien dem Drachen ein Landeplatz zu sein wo er auch morgen zunächst unentdeckt bleiben würde. - Dass er damit wahrscheinlich ein Zimmer des Königs erwischt hatte, wusste er nicht -
Er näherte sich und verlangsamte seine Geschwindigkeit immer weiter bis er knapp neben, über dem Balkon schwebte. Wind trieb ihn weiter an das Gebäude und sein linker Flügel schlug erst gegen die Wand, dann an die Tür. Sofort sackte er ab und landete etwas unsanft mit dem Bauch und Brust auf dem breiten steinigen Geländer des Balkons.  Ihm entfuhr ein lautes merkwürdiges Geräusch und fauchte danach die Tür und das Geländer an.
Einen Moment blieb er liegen, mit geöffneten Flügeln, rutschte dann aber von dem Geländer herunter auf den Balkon.
Er versuchte gar nicht erst die Türen zu öffnen sondern legte sich, soweit das hier möglich war, auf den kalten Boden und schloss die Augen.


(Zur Not schmeisst mich runter )
Autor: Farraid Datum/Zeit: Mittwoch 05 Dezember 2007, 14:10
Die frühe Sonne schien durch die Fenster in das Schlafzimmer des Königs. Langsam erwachte der Monarch und stand gähnend auf. Nachdem er sich in einen Hausmantel gehüllt hatte öffnete er die Tür zu seinem Salon...und erstarrte. Der erste Impuls lies ihn nach seinen Wachen rufen als er tatsächlich einen Drachen auf seinem Balkon sah. Wie hatte dieses Wesen es geschafft unentdeckt dorthin zu gelangen? Erst auf den zweiten Blick erkannte Altarion den Drachen. War das nicht Akulatraxas? Rasch ging Altarion zur Tür um sie zu öffnen.
"Wenn das nicht Akulatraxas ist der hier faul auf meinem Balkon herumlungert. Was führt dich zurück in unsere Gegend?" fragte Altarion sichtbar erfreut einen alten Freund wiederzutreffen.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 14 März 2008, 13:57
Es waren nur noch wenige Stunden Zeit bis zu diesem ominösen Ball. Varnayrah war grade auf dem weg in ihre Gemächer, um sich noch ein wenig auszuruhen und dann fertig zu machen, als Björn Oleson auf sie zukam, mit einem Brief in der Hand. Fragend sah sie ihren Privatsekretär an. "Der ist für dich, Varnayrah.", sagte er und winkte mit dem Schreiben. "Aber ich nehme mal an, Du möchtest dich erst nach dem Ball darum kümmern?"

Varnayrah seufzte leicht und erwiderte: "Naja, lies mal vor... vielleicht ist es ja wichtig." Der Inhalt lautete:

Hochehrenwerte Königin des Landes, das sich Dragonia nennt!

Verzeiht meine vielleicht aufdringlich zu nennende Bitte, die ich in den folgenden Zeilen zu formulieren gedenke. Ich bin mir bewusst, dass das nicht der Weg ist, den ein treuer Volksgenosse einzuschlagen hat, doch manchmal sind meine Taten eben unverschämt ungewöhnlich zu nennen.

Nachdem ich mit eigen Ohren Zeuge eines ungewöhnlichen Gesangsvortrages geworden bin, habe ich das Bedürfnis die Bitte, eine Einladung zu einer (oder besser mehreren)  Gesangsstunde zu empfangen.
Wäre es Euch möglich, einen Barden, dessen bescheidenen außerordentlichen Fähigkeiten, Ihr bereits gewahr geworden seid, Eure Gesangskunst  unterrichtsmässig weiterzugeben.

Auf Ihre Antwort wartend
In Treue Barde Suffix


Varnayrah glaubte erst, nicht richtig gehört zu haben, dann lachte sie leise. "Also das ist ja... eine ziemlich ungewöhnliche Bitte.", meinte sie. "Ich soll einem Menschen das Singen beibringen? Aberwenn er meint... schreib ihm doch einfach, dass er mal herkommen soll, wenn er die Zeit findet." Sie lächelte. "Bestimmt kannst du das in die passenden Worte kleiden." Björn grinste und nickte, und während Varnayrah ihren Weg fortsetzte, machte er sich daran, folgende Antwort zu verfassen:

Wertgeschätzter Herr Suffix!

Königin Varnayrah steht Eurer Bitte wohlwollend gegenüber und ist bereit, Euch in die höhere Gesangskunst einzuweihen, soweit es für einen Menschen möglich ist. Wenn es Eure Zeit erlaubt, dürft Ihr sie in der Drachenburg zu Ynis Eldea, Drachenauge, aufsuchen.

Mögen die Götter mit Euch sein,
im Auftrage ihrer Majestät Königin Varnayrah I. Elentári von Eldersheim,
Björn Oleson, Privatsekretär
Autor: Menir Al Men Datum/Zeit: Samstag 03 Mai 2008, 16:12
Menir war n die Hauptstadt gereist, um den Befehlshabern und vielleicht sogar dem König von der neuen Spähtruppe Nightons zu berichten, so das diese durch das Wissen um sie leichter ihrer Arbeit nachgehen konnten. So betrat er die Drachenburg und bat um Audienz.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Montag 19 Mai 2008, 19:06
Frohen Mutes betrat Kapitän Stefano Rodrigues die Drachenburg. Er hatte gute Neuigkeiten für den König oder einen seiner Beamten.

Die beiden bestellten Schiffe waren fertig und warteten auf ihre Indienststellung.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Montag 26 Mai 2008, 13:52
[nach Absprache wird in der Drachenburg wieder normaler Betrieb aufgenommen ]

Zeitlinie Menir:

Eine der Palastwachen erkannte Menir und ließ ihn in die Vorhalle der Burg. Dort fragte ihn ein Diener womit man ihm helfen könne.




Zeitlinie Drax:

Als Kapitän Rodrigues die Burg betrat wurde er von einem der Bediensteten in ein kleines Audienzzimmer geleitet welches zu den Amtszimmern des Königs gehörte. Dort musste er nicht lange warten bevor König Altarion sowie ein militärischer Berater den Raum betraten.
"Seid gegrüßt Kapitän. Ich hörte sie kommen mit Neuigkeiten bezüglich der beiden Schiffe? Darf ich annehmen das die Arbeiten beendet wurden?"
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Donnerstag 29 Mai 2008, 18:46
"So ist es der Herr. Die Schiffe sind bereit zum Stapellauf. Ich wollte nur wissen, ob es eine offizielle Zeremonie geben soll und wie die Namen der beiden Schiffe lauten sollen.

Proviant und Ausrüstung ist an Bord. Es bedarf dann noch einiger Tests und einiger Übungen für die Mannschaft, ehe die Schiffe vollends einsatzbereit sind."


Präzise und knapp schilderte der Kapitän die Ergebnisse seiner Anstrengungen.

"Es ist uns gelungen, die AUfgabe billiger zu erledigen, als zuerst angenommen. Daher möchte ich Euch 473 GM zurückgeben"
Autor: Menir Al Men Datum/Zeit: Montag 02 Juni 2008, 18:49
Als man ihn fragte, was er möchte, bat er um eine Audienz beim König oder dem Vizekönig.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 08 Juli 2008, 12:38
Zeitlinie Drax:

"Das sind doch erfreuliche Nachrichten. Ich werde dann einen Termin für die Schiffstaufe festlegen. Eine kleine Feierlichkeit halte ich bei diesem Anlass für angebracht. Die Namen der beiden Schiffe sollen Sealgair und Dòchas heißen." mit einem erfreuten Gesicht nahm Altarion den Beutel mit Goldmünzen entgegen. So waren die beiden Schiffe doch nicht teurer geworden als gedacht.

Freundlich verabschiedete Altarion Rodrigues. Er würde in den nächsten Tagen einen Boten mit Informationen bezüglich der Schiffstaufe senden.




Zeitlinie Menir:

Die Wachen baten Menir kurz zu warten und fragten in welchen Angelegenheiten man eine Audienz arrangieren solle.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Sonntag 20 Juli 2008, 12:45
"Sealgair und Dòchas? Aye Sire, ich werde den Stapellauf vorbereiten und Einladungen an alle Würdenträger der Stadt verschicken."

Kapitän verbeugte sich formvollendet und ging, die Aufgabe zu erledigen. Er mochte die knappe präzise Art des Königs. Kein Gerede, klare Anweisungen.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 19 August 2008, 20:44
Aus Nighton kam ein Bote angeritten, und dem Zustand seines Pferdes nach zu urteilen hatte er es ziemlich eilig. Zu seiner großen Enttäuschung musste er jedoch hören, dass weder König Altarion noch Königin Varnayrah in der Stadt waren. So musste er sich damit begnügen, sein Anliegen Björn Oleson und Sir Georg vorzutragen, die zufällig in einem Gespräch miteinander waren. Der Bote eilte in das Amtszimmer und verneigte sich kurz vor den Stellvertretern des Königspaares, und sprudelte dann los.

"In Nighton wird bald das Chaos regieren, wenn nicht etwas geschieht, meine Herren! Statthalter MGDiablo ist nun schon seit Wochen ohne Nachricht einfach so verschwunden. Natürlich tun wir in der Feste alles, um die Stadt unter Kontrolle zu halten, doch so kann es nicht weitergehen. Ich komme mit der dringenden Bitte um Ernennung eines neuen Statthalters!" Damit verneigte der Bote sich erneut und wartete die Antwort ab.

Sir Georg und Björn jedoch zogen sich ersteinmal kurz zurück, um die Sache zu diskutieren. Allzuviele Kandidaten gab es ja nicht, besonders, wenn man sich traditionsgemäß um einen Drachenritter in dem Amt bemühen wollte. Schließlich schlug Björn Silvana, die Wallonin und Schmiedin vor. Sir Georg nickte. Silvana hatte sich ihne Zweifel um das Land verdient gemacht. Sie war zwar manchmal eher respektlos, was das Königspaar anging, aber sie mochte wohl als zuverlässig gelten. So einigte man sich darauf, dass Björn nach Sha'Nurdra reisen solle, um dem Königspaar diesen Vorschlag zu unterbreiten. Der Nordmann machte sich unverzüglich auf den Weg. Der Bote aus Nighton aber wurde in seine Heimatstadt zurückgeschickt mit dem Bescheid, man werde dieses Problem so schnell wie möglich lösen.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 14 April 2009, 23:16
Wie lang war sie nicht mehr in der Drachenburg gewesen? Varnayrah wusste es ganz genau - seit jenem unseligen Ball, der in einer unglaublichen Katastrophe geendet hatte, nicht mehr. Und die Burg hatte sich deutlich verändert - wo früher mal ein Bergfried sich in den Himmel gereckt hatte, erhob sich nun die Halle König Sirayions, des Hochelfenherrschers, mittlerweile restauriert und wieder hergestellt, in wahrhaft majestätischem Glanz, mit dem Teich und der Insel und dem verwaisten Drachenthron in der Mitte.

Und genau diese Halle hatte Varnayrah als Ort für den Rat der Statthalter und Kasernenleiter und ihrer Berater ausgewählt, die nun zusammenkommen und über das Schicksal Dragonias entscheiden sollten, nachdem Altarion fort war. Nahe beim Rosentor war ein runder Tisch augestellt worden, wo alle, die ander Beratung teilnehmen würden, Platz fänden. Jeder Sessel glich exakt dem anderen, so dass es keinen Ehrenplatz gab, auch für sie, die Königin, nicht. Doch das Diadem, die Krone aus Silbergeflecht und Perlen, mit der Siraiyon sie mehr oder weniger zur Königin gekrönt hatte - was Altarion damals unterlassen hatte, trotz der Wünsche seines Vorgängers Aramon - die trug sie zum Zeichen der ihr auferlegten Verantwortung.

Natürlich war auch für das leibliche Wohl der Berater gesorgt worden, denn wer wusste schon, wie lange sich die Gespräche hinziehen würden. Es gab genug Käse, frisches Brot, kalten und warmen Braten, Obst und Kuchen  für alle, dazu Fruchtsaft, Wasser und Tee und ein Fässchen Zwergenbier, Met und Wein - die alkoholischen Getränke jedoch nur in maßvollen Mengen.

Varnayrah begrüßte alle Ankömmlinge freundlich und lud sie dann, als alle versammelt waren, ein, sich an den runden Tisch zu setzen. Sie selbst blieb an einem der Plätze stehen. Als alle saßen, began sie mit leiser, aber klarer und deutlich vernehmbarer Stimme zu sprechen. "Ich danke allen, die hierher gekommen sind.", sagte sie. "Ihr wisst, warum ich euch gerufen habe. Es geht um nicht weniger als die Zukunft des Landes, nachdem König Altarion sich entschlossen hat, Dragonia für immer zu verlassen. Es ist schnell erklärt, worum genau es geht. Der Bruder des Königs, der Thronerbe von Cormyr, starb bei einem Sturz vom Pferd. Nun ist König Altarion rechtmäßger Erbe des Reiches Cormyr, und er gedenkt, dieses Erbe auch anzutreten und ist deshalb in die Heimat zurückgereist. Nach seinem Willen bliebe er gleichzeitig König von Dragonia, und dieses Land soll von einem Truchsess verwaltet werden. Für dieses Amt hat er Björn Oleson, meinen Kämmerer, Ratgeber und treuen Freudn vorgeschlagen, aber er möchte dies lieber nicht annehmen, wenn es sich vermeiden lässt.

Nun, nach meinem Verständnis, das natürlich von den Vorstellungen der Menschen oder Zwerge abweichen mag, gehört ein König zu seinem Volk, und König Altarion hat Dragonia... verlassen und sich dem Volk seiner Heimat zugewandt."
Hatte Varnayrah bisher völlig emotionslos und sachlich berichtet, so mochte der eine oder andere, der die Waldelfe wirklich kannte, nun bemerken, dass der Blick ihrer Rubinaugen härter wurde und ihre Stimme ein wenig flacher klang. "Dies ist natürlich sein Recht, sowie die Entscheidung, seine Familie, die er hier gegründet hat, zu verlassen. Mir ist jedoch nicht klar, ob er weiterhin das Recht besitzt, in Dragonia König zu sein. Er hinterlässt einen rechtmäßigen Erben, seinen und meinen Sohn Taliesin Thar'Vaiyon, doch ist er noch ein Kind, zu jung, um ein Land zu regieren. Nach dem Willen König Aramons, der der letzte König Dragonias war, bin ich gleichberechtigt mit Altarion in der Regierung des Landes, doch wie ihr alle wisst, habe ich aus guten Gründen dieses Recht kaum in Anspruch genommen, und so soll es auch bleiben. Wir müssen also heute entscheiden, wer in Zukunft die Geschicke Dragonais lenkt. Erfüllen wir König Altarions Wunsch, König Dragonais zu bleiben, obwohl er diesem Land den Rückenkehrt, oder geht dieses Amt auf seinen Erben über? Im ersten Fall müssten wir einen Truchsess für König Altarion finden, im zweiten fall einen Prinzregenten für Thar'Vaiyon. Gibst es vielleicht eine dritte, ganz andere Möglichkeit? Wie steht ihr dazu? Jenachdem, wie wir uns entscheiden, werden wohl auch andere Posten ... neu zu besetzen sein, doch dazu später mehr."

Von den Dingen, die nach seinem Verlassen des Reiches auch noch deutlich gegen König Altarion sprachen - dem Ausspionieren des eigenen Volkes durch die sogenannten Sinne Dragonais und dem Ehebruch an seiner Königin - erwähnte Varnayrah zunächst nichts. Ersteinmal wollte sie hören, wie die anderen die Lage überhaupt einschätzen. Sie setzte sich und wartete auf die Reaktionen der Anwesenden. Wer würde sie unterstützen, wer würde eher gegen sie arbeiten?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 16 April 2009, 14:50
Viel hatte sich verändert. Hier war sie zuletzt zusammen mit Fenmor gewesen. Im Kampf gegen einen Schwarzdrachen und die Wilde Jagd. Silvana erinnerte sich, als ob es gestern gewesen wäre. Ihr Blick wanderte über den Drachenthron durch die restaurierte Halle. Welch ein Pomp. Ähnlich majestätisch hatte es ihre älteste Schwester geliebt. Silvana seufzte. Wie es wohl in ihrer Heimat aussah. Ob auch dort vieles verändert worden war? Oder lebte ihre Mutter, die Königin, noch?

Das menschliche Blut in der Halb-Amazone drängte es allerdings wenig, in die Heimat zurückzukehren. Deshalb war sie wohl immer noch in Aylann. Um heute, hier und jetzt, über die weitere Zukunft des Landes zu entscheiden. So hatte sie es verstanden. Zwar wäre lieber Hartmut von Rotberg statt ihrer angereist, aber die Statthalterin hatte den Stadtverwalter erstmals in seine Schranken gewiesen. Es war ihre Verantwortung, nicht seine, auch wenn er dies ungern sah.

Auch Phelan war zugegen. Wohl als Vertretung von Erik Hartmann, dem Hauptmann der Nightoner Kaserne. Silvana begab sich an die Seite des Lykaners, nickte ihm mit einem freundlichen Lächeln zu und reichte ihm die Hand zum Kriegergruß hin. "Der Göttin zum Gruße, geschätzter Rion. Wie schön, dich anstelle von Hartmann anzutreffen. Hat unseren Hauptmann der Mut verlassen, oder warum verschont er uns mit seiner Erscheinung?"

Hartmann war hart und konsequent. Eigenschaften, die Silvana normalerweise sehr schätzte. Doch der Kerl war ihr unsympathisch, in seiner herrischen, respektlosen Art. Etwas, das sie selbst nur zu gern auslebte und nun erstmals am eigenen Leib zu spüren bekam. DAS behagte ihr so überhaupt nicht.

Varnayrah - zart und hüsch wie immer - begrüßte die Delegationen und bat Platz zu nehmen. Silvana blieb an Phelans Seite und ließ einen Blick über die Anwesenden schweifen. Bis auf den Marquis, den sie nur vom Sehen kannte, waren ihr die Personen mehr oder weniger vertraut. Silvana nickte zu Chiamara zu und schenkte ihr ein anzügliches Lächeln, das ihr rasch verging, als sie Suffix erkannte. Ihre Stirn legte sich in Falten. Was, bei der Göttin, tat denn der Barde hier am Tisch der Statthalter und Kasernenleiter? War der Kerl etwa...? Nein, Drax weilte noch unter den Lebenden. Erleichtert atmete sie aus und schickte dem Waffenbruder mit einem Nicken einen Gruß.

Die Königin erklärte mit kühlen Worten, warum sie die Versammlung einberufen hatte. Silvana war von Freiherr von Rotberg bereits darüber informiert worden. Die Abwesenheit des Königs  hätte sie ansonsten wohl gar nicht bemerkt. Viel hatte die Wallonin zu der Situation vorerst nicht zu sagen, bis auf eines:

"Amazonen regieren stets nur ein einziges Königreich. Es gibt keine Ersatzverwaltung für abwesende Regentinnen. Diejenige, die das Volk leitet und beschützt, herrscht über das Reich. Wer nicht aktiv regiert hat keinerlei Anspruch. Ein Reich, eine Königin! Mehr ist dazu nicht zu sagen. Wenn sich Altarion entschlossen hat, Cormyr zu regieren, verliert er das Recht auf Dragonia. Alles andere wäre unsinnig und führt zu Unsicherheit und Aufrührerei. Ein Reich ohne Herrscher schlittert unweigerlich ins Chaos, weil sich sehr bald der eine oder andere Ritter bemüßitgt fühlen wird, Dragonia an sich zu reißen. Einem abwesenden Herrscher hält niemand die Treue. Es würde mich jedoch wenig wundern, wenn die Menschen anderer Ansicht sind. Ich habe schon ihre Gerichtsbarkeit kennengelernt und mich über die verweichlichte Rechtsprechung mehr als einmal gewundert."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Donnerstag 16 April 2009, 20:04
Er hatte von allen Statthaltern den kürzesten Weg, also legte er ihn gleich zu Fuß zurück. War auch wieder mal ein guter Anlass, sich in der Stadt blicken zu lassen und zu schauen, worüber sich die Leute derzeit ereiferten. Denn irgendwas war ja immer. Gerüchte hatten die Runde gemacht, Altarion hätte das Land Hals über Kopf verlassen. Natürlich hatte Drax beim Hafen nachgefragt - schließlich unterstand dieser ihm ja direkt - und das Gerücht war als wahr bestätigt worden. Also ging der Zwerg doch recht neugierig zu der einberaumten Versammlung.

Er grüßte die Statthalter und Stadträte, war aber gleichermaßen verwundert, eine Menge Militär hier zu sehen. Sicher - es ging am Ende des Tages auch um die Sicherheit des Reiches, aber waren die Befehle nicht immer über die Statthalter an die Kasernen weitergeleitet worden? Und der Rest der "Zuschauer"? Was zum Henker machte sein Barde hier? Das konnte ja nur wieder Scherereien geben, denn Suffix' loses Mundwerk konnte enormen Schaden anrichten, das war inzwischen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Varnayrah hielt eine Art erklärende Eröffnungsrede und obwohl Drax aus den Elfen nicht schlau wurde, schien die ausgesprochene Sachlichkeit nur eine Maskerade zu sein. War sicherlich nicht leicht, so vollkommen emotionslos über die Dinge zu reden. Wenn es schlecht lief, wurden doch eine Menge private Dinge ins Rampenlicht gezerrt - man entsinne sich nur an die anhaltenden Gerüchte, dass der Erbe gar nicht Altarions Sohn sein etc. Das konnte noch ein schmutziges Wäschewaschen werden.

Silvana sah die Sache wieder wallonisch typisch praktisch. Und im Prinzip hatte sie nicht ganz unrecht. Auch unter den Zwergen war der Königstitel nicht unbedingt ein Geburtsrecht. Vielmehr wurde der Regent aus dem Rat heraus ernannt und musste in aller Regel seine Qualitäten unter Beweis gestellt haben. Dass gar ein Knabe, und sei es mit Hilfe von Beratern, ein Land regierte, war einfach unvorstellbar. Aber noch äußerte sich Drax nicht, was ihm zugegebenermaßen nicht ganz leicht fiel. Aber erst wollte er noch ein paar Gedanken mehr hören. Die ganze Geschichte war in der Tat geeignet, das Reich auseinanderbrechen zu lassen. Und so wie er die Adligen Dragonias einschätzte, gab es sicher schon Bestrebungen, den einen oder anderen Vorteil aus Altarions Abreise zu ziehen.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 16 April 2009, 22:52
Wie mit Suffix verabredet ging sie direkt zu der Burg. Sie informierte die Wachen darüber, dass er ihre Begleitung wäre und eintreten dürfe, nachdem sie ihre Einladung vorgezeigt hatte.
Sie schritt durch die Burg und dachte an den unsäglichen Ball.
Ob auch die anderen daran denken würden, die damals anwesend gewesen waren. Suffix, Silvana, Drax, Phelan, Varnayrah die Arme und auch Björn.
Shir Khan…wo war er wohl abgeblieben?

Dann erreichte sie die Halle, die so anders aussah, als damals. Ein runder Tisch statt ein Tanzparkett.
Offenbar kamen alle ziemlich gleichzeitig an. Sie hatte kaum Zeit Björn zu begrüßen und lächelte ihm nur zu, als Varnayrah schon an den Tisch bat.
Jetzt bemerkte sie Suffix in ihrem Schatten.
Ich muss verrückt gewesen sein, dachte sie, aber lächelte.
<<Sei gegrüßt, werter Suffix. Und nun walte Deines Amtes und setze Dich neben mich. Ich werde hier sicher nur eine Randfigur sein und mehr den anderen lauschen. Aber ich höre mir gerne an, wenn Du mir etwas raten möchtest.>>
Am Tisch blickte sie in die Runde. Jeden nickte sie freundlich zu. Selbst Myriel war anwesend und Elessar, den sie lange nicht gesehen hatte. Auch Phelan erblickte sie, obwohl er doch gar nicht mehr die Stadtwachen von Nighton befehligte. Bei dem Marquis verharrte ihr Blick etwas länger.
Unbewusst spielte sie mit dem Ring. Dann senkte sie den Blick mit einem Schmunzeln auf den Lippen und versuchte sich auf die gesprochenen Worte zu konzentrieren

Erstaunt aber erfreut vernahm die Soldatin, dass Björn den Posten eines Truchsess ablehnte.
Sie drehte sich zu ihm und fragte sich, was ihn dazu bewogen hatte. War nicht jeder Mann auf Macht aus? Obwohl seine Macht in seinem Wissen lag.
Dass die Elfe ihrem Gatten nicht folgen wollte, konnte sie verstehen und doch auch wieder nicht. Wäre sie Aaron gefolgt, wenn er woanders hätte hinziehen müssen. Sie konnte es nicht sagen. Er war tot und daher alles hypothetisch.
Die Wallonin sah offenbar alles sehr pragmatisch: Der König ist weg, also folge der nächste Herrscher. Sicher würde dies das Land schnell zur Ruhe bringen. Obwohl der falsche  König auch ein Aufstand bedeuten konnte.
Sie saß wie immer zwischen den Stühlen. Erst versuchte sie in Björn Gesichtzügen ihre Antwort lesen zu können. Nein, sie dürfte sich von dem nicht beeinflussen lassen.
Was wollte sie eigentlich?
Der Hauptmann von Drachenauge muss nur die Verteidigung des Landes vor Augen haben.
Und was war das Beste fürs Land. Varnayrah würde die Wogen nicht glätten. Der Junge? Wie alt war er wohl? Sie hasste solche politische Spielchen.
Langsam schaute sie in die Runde um zu sehen, wer noch sprechen wollte.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Freitag 17 April 2009, 09:24
Etwas gehetzt kam Phelan in der Hauptstadt an. Hätte ihm der Hauptmann nicht etwas früher sagen können, dass er ihn auf irgendeiner Versammlung vertreten sollte? Und musste dann auch noch so dichter Neben aufziehen?

Als der Lykantroph dann endlich die Halle betrat sah er sich erst einmal staunend um. Dieser Saal war ja schon damals recht beeindruckend gewesen, aber jetzt da kaum mehr etwas an die verbitterten Kämpfe erinnerte, wenn man nicht darum wusste...

Lange hielt sich der Wolfsmensch allerdings nicht mit Architektur auf, denn dafür entdeckte er zu viele bekannte Gesichter, die seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Es war schon erstaunlich wie viele Hochrangige Leute er inzwischen kannte. Grüßend nickte der Offizier Hauptleuten, Statthaltern und schließlich gar der Königin zu.

Dann trat jemand an seine Seite und Phelans Herz schlug ein wenig höher. Es war schon erstaunlich, dass er sich so freute die Amazone zu sehen, nach all den Schwierigkeiten, den er ihretwegen gehabt hatte. “Einen guten Tag werte Silvana.“, sagte der Lykaner und erwiderte ihren Kriegsgruß. “Nun der Hauptmann lässt sich entschuldigen weil er Magenprobleme hat. Vielleicht hat ihm der Gedanke, dass ich in seiner Abwesenheit seine Autorität untergraben könnte, aufs Gemüt geschlagen und zwar ziemlich heftig will ich meinen. Es fällt ihm gewiss ziemlich schwer darauf zu verzichten sich heute wichtig zu machen und noch schwerer fiel es ihm seinen Stellvertreter zu einem solch wichtigen Rat zu schicken. Doch immerhin hat er so die Gelegenheit meine Autorität ungestört zu untergraben und das dürfte ein kleiner Ausgleich sein.“

An der Seite von Silvana schritt der Wolfsmann an den Tisch und achtete darauf sich nicht zu nahe zu Myriel oder den Barden, der ihm Sheherazades Worten nach zu urteilen noch immer ein bisschen böse war, zu setzen.

Nachdem alle Platz genommen hatten erklärte Varnayrah kurz warum sie sich überhaupt versammelt hatten und gab dann den Anwesenden Gelegenheit sich zu Wort zu melden. Vorerst hatte der Oberleutnant allerdings nichts zu sagen. Ihm sollte jede Lösung, die die Sicherheit seiner Stadt nicht irgendwie gefährdete, recht sein. Außerdem hätte er eh nur seiner Statthalterin beipflichten können. Ein Monarch irgendwo jenseits des Meeres half in seinen Augen reichlich wenig.
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Freitag 17 April 2009, 10:00
Wie er es im Aiyeona Varnayrah versprochen hatte, war Elessar nach Drachenauge gereist, um an der Versammlung teilzunehmen. Eigentlich ließen seine Aufgaben und seine mangelnde Zeit diese Reise nicht zu, aber es war nicht nur seine Pflicht als derzeit alleiniger Stadtrat von Sha'Nurdra, sondern auch als Freund der Königin, ihr und dem Reich in dieser Situation mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Als er den Saal betrat, blickte er in die Runde und nickte den Anwesenden, von denen er die meisten mehr als gut kannte, grüßend zu. Es war auch das eine oder andere unbekannte Gesicht darunter, doch da die Königin ihre Stimme erhob, sobald alle anwesend schienen, die sie erwartete, blieb keine Zeit für Vorstellungen. So lauschte er noch einmal den Worten, die er bereits einige Tage zuvor in der Stadt vernommen hatte.

Wie Drax entschied der Paladin sich erst einmal dazu, seine Meinung nicht zu äußern, wenn auch möglicherweise aus anderen Gründen. Das Wohl des Reiches stand an erster Stelle und so würde er möglicherweise die Vermittlerrolle übernehmen müssen, wenn sich die Gemüter in dieser Runde zu sehr erhitzen sollten.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 17 April 2009, 11:59
Als der Tag der Versammlung gekommen machte sich Suffix früh auf den Weg, kein Wunder, er war aufgeregt. Zum ersten Mal war er in quasi offizieller Mission unterwegs. Um diesem Umstand standesgemäß Rechnung zu tragen, hatte er von Magdalena sein Kostüm machen lassen, was die ihm dafür wieder alles an den Kopf geworfen hatte, verbal natürlich nur, wollte er gar nicht gehört haben. So glänzten seine Schellen und seine Gewand war fleckenfrei, frisch gewaschen und gestärkt.
Auf dem Weg zur Drachenburg improvisierte er frei:

Oh Du Versammlung mein
suche ich Dich heim
werden Reden geschwungen
über neue Regierungen.

Dem König geht’s an den Kragen
Wer würde es dann wagen
Ein Nachfolger zu benennen
Mit dem dann alle können


Suffix hatte wirklich vor seinen Auftrag, der da hieß Chiamara zu beraten, gewissenhaft zu erfüllen und sonst nichts. Was er ganz bestimmt nicht wollte, dass er selbst das Wort ergriff, nicht dass er sich dazu nicht befähigt fühlte, aber er hielt es in zweifacher Hinsicht nicht angebracht, wobei ihn die erste weniger kratzte, die Etikette, die andere aber sehr wohl, er wollte die Soldatin nicht kompromittieren. Er hielt es doch ein wenig als einen Vertrauensvorschuss, dass sie ihn da mitnahm und wenn er sie dann bloßstellen würde, das wäre ihm auch nicht recht.

Der Weg zur Drachenburg war nicht weit und er war doch tatsächlich unter den ersten, die Einlass begehrten und denen er gewährt wurde. Lächelnd spazierte er an den Wachen vorbei, sich erinnernd wie er sich schon einmal eingeschlichen hatte und welche Folgen das dann gehabt hatte. Nein, nicht dass er sich eingeschlichen hatte, sondern einfach was sich dann daran anschließend zugetragen hatte. Es gruselte Suffix, wenn er daran dachte.

Aha, da war ja auch schon Chiamara, die ihn freundlich begrüßte. Der arglose Suffix grüßte ebenso herzlich zurück „[/i]Schönen Tag, werte Chiamara, ach sei nicht so der bescheidenen Einer, Dragonia zählt auf Dich.[/i] er wurde an seinen Platz mehr bugsiert, als ihm recht war, denn er hätte gerne noch Varnayrah begrüßt, aber das ging sich dann nicht mehr aus. Als er saß machte er das was alle machten. Er musterte die Anwesenden. Silvana, als sich ihre Blicke kreuzten vermeinte er eine gewisse überhebliche Abneigung gegen seine Anwesenheit zu verspüren. Wie er darauf kam. Nun, so zuckersüß sie zuvor gelächelt hatte, als sie ihn sah, war es so schnell weg, wie eine Flamme der Kerze, der abrupt der Sauerstoff entzogen wird. Ausgegangen. Suffix dachte nur: „Du mich auch… behielt aber sein freundliches Gesicht bei. Überhaupt schienen die meisten erstaunt ihn hier in dieser würdevollen Runde zu entdecken, was ihn noch ein wenig aufwertete. Drax, Myriel, Björn und wie sie alle hießen, die einflussreichen Bewohner. Es war anscheinend Wert auf Pünktlichkeit gelegt worden, denn es dauerte nicht lange, da waren schon alle Plätze besetzt.
Varnayrah sprach die einleitenden Worte, die ihm nahegingen, da er teilweise nähere Informationen hatte, worauf er sich nichts einbildete, dazu war das ganze nicht geeignet. Es war eine trauriger Sache. Suffix wäre es lieber gewesen, der König wäre ein Guter gewesen, so wie sie es in den Kindertagen immer erzählt bekommen hatten, wo die Regenten immer weise, einsichtig, göttergefällig, volksnah und was auch immer waren und fremd gingen die schon gar nicht, die Kinderheitserinnerungskönige. Vor allem Letzteres war ja nur ein Gerücht, aber ein ziemlich nachhaltiges.
Björn lehnte es also ab, als Truchsess – Titel gibt’s… dachte Suffix dabei  bei sich – zu sein. Er versuchte einen Blick des verhinderten Truchsess’ zu erhaschen - vergebens.

Der Sohn also, aber der war damit natürlich noch überfordert, da musste jemand als Übergangslösung her. Er war gespannt, wer sich da empfehlen würde.
Seine nächste Eingebung war wohl nicht so gut, wie es ihm spontan eingefallen war: „He, Chiamara“ flüsterte er „weißt Du noch was hier…“ er kam gar nicht weiter, da spürte er einen stechenden Schmerz in seinem Fuß… Er unterdrückte den Schmerzensschrei aber ein Röcheln konnte er nicht mehr ganz zurückhalten.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 17 April 2009, 12:14
Überrascht war der ehemalige Statthalter von Nighton schon, dass Elessar ihn als Berater bei einer Versammlung in Drachenauge aufgrund einer höchst dringlichen Angelegenheit dabeihaben wollte. Der König war also in sein Geburtsland abgereist, um dort ebenfalls König zu werden? Noch immer war der Magier darüber verwirrt, denn er hatte Altarion als aufrichtigen und Dragonia gegenüber loyalen Mann kennengelernt. Aber es half alles nichts, so traf Christian relativ zeitnah mit den anderen in der Halle des einstigen Hochelfenherrschers ein, wo er, nachdem er alle begrüßt hatte, neben Elessar Platz nahm, da er ja dessen Berater war. Als alle Plätze belegt waren, erklärte Varnayrah, worum es ging. Es stimmte also wirklich. Mit einem doch leicht hörbaren Seufzen, dermaßen von seinem Amtsvorgänger der Statthalterschaft von Nighton enttäuscht worden zu sein, kommentierte er die Aussage der Königin, bevor Silvana ihre Meinung kundtat.

Wollte sich sonst niemand dazu äußern? Zumindest blieb es für seinen Geschmack etwas zu ruhig nach der Rede der Wallonin, selbst Elessar, den er als recht redegewandt in Erinnerung hatte, schien vorerst nichts sagen zu wollen. So räusperte Christian sich kurz, auch wenn es ihm doch etwas unangenehm war, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, da er ja eigentlich nur als Berater gekommen war. Aber immerhin kannte er so ziemlich alle Anwesenden und er war ja lange genug Statthalter von Nighton gewesen, um sich ein Bild machen zu können. Er versuchte, die Situation einigermaßen objektiv zu sehen, aber ein bisschen seiner Enttäuschung über Altarions Abreise klang doch mit bei seinen Worten.


Da nur ein präsenter König überhaupt die Gelegenheit hat, sich selbst über die Lage des Reiches zu informieren und dementsprechend zu regieren, jedoch unklar ist, ob Sir Altarion jemals wieder dragonischen Boden betreten wird, halte ich es ebenfalls für das Beste, wenn jemand anderes die Regierungsgeschäfte übernimmt, solange der Kronprinz noch nicht über die nötigen Kenntnisse verfügt. Ich nehme mal an, das bisher noch kein ähnlicher Vorfall eingetreten ist, auf den man sich eventuell berufen könnte?

Wenig sprach dafür, denn die meisten der bisherigen Könige dürften in Dragonia geboren worden sein und hatten somit auch keine entsprechenden Ambitionen. Damit hatte er seine Einschätzung, was wohl seiner Meinung nach das Beste für das Reich wäre, abgegeben und wartete ab, ob sich die anderen, besonders die eigentlichen Entscheider, nun ebenfalls zu einigen Worten durchringen konnten.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 17 April 2009, 14:12
Björn hatte sich auf diese Versammlung so gut wie möglich vorbereitet, hatte Gesetzessammlungen und historische Aufzeichnungen gewälzt, besonders natürlich die "Historia Dragonica" des Barden Taliesin, doch ob all dies im vorliegenden Fall wirklich weiterhelfen konnte, war ihm noch nicht klar. Es versprach jedenfalls alles mehr als interessant zu werden. Alle, die zur Versammlung erschienen, musterte er nachdenklich. Was sie wohl denken, wie sie entscheiden würden? Doch zuguterletzt würde die Entscheidung wohl auf den zierlichen Schultern einer Waldelfe ruhen. Sie tat ihm ziemlich leid.

Dass Chiamara ihn nur mit einem flüchtigen Lächeln begrüßte, wollte er allerdings trotz der knappen Zeit wirklich nicht durchgehen lassen. Wenigstens einen Kuss musste sie ihm schon gewähren, und so stand er auf, nahm sie fest in die Arme und küsste sie sanft, ehe er sie anlächelte. "Chiamara - ich bin so froh, Dich hier zu sehen.", flüsterte er ihr rasch ins Ohr, ehe er sich wieder neben Varnayrah setzte und seine Geliebte ohne Umstände auf den anderen Platz neben sich zog. Dann jedoch galt seine Aufmerkamkeit ganz dem Verlauf der Gespräche. Weit kamen die nicht, denn außer Silvana und Christian schien zunächst keiner der Anwesenden den Mund auftun zu wollen. Schließlich erhob der Skalde sich und bat förmlich darum, sprechen zu dürfen.

"Ich habe die Gesetze Dragonais sorgfältig studiert und versucht, daraus einen Hinweis darauf zu gewinnen, wie wir vorgehen klönnen. Das Ergebnis ist leider ein wenig enttäuschend - für einen Fall wie diesen gibt es tatsächlich keine Beispiele, wie Ihr schon sagt, Sir Christian. Bisher hat noch jeder König das Land von hier aus regiert und nicht für sich in Anspruch genommen, zwei Reiche auf einmal beherrschen zu wollen. Aus ebendiesem Grund gab es bisher auch keinerlei Notwendigkeiten für das Amt eines Truchsess. Sogar das Amt des Vizekönigs, der den Herrscher zeitweise vertritt und berät, ist eher neu, es wurde mit damals Vizekönig Altarion von König Aramon erstmals eingeführt. Wie dem auch sei, auch Altarions Vizekönig Georg vom Drachenstein hat das Land ja verlassen, so dass wir auch auf diese... Vertretung nicht zurückgreifen können. Prinzregenten für minderjährige Könige hat es aber sehr wohl gegeben: in den dunklen Jahren, während der Erbfolgestreitigkeiten mehrmals, doch in diesen Fällen wurde der junge Herrscher eigentlich als Marionette für Machtgelüste einiger Adeliger missbraucht. Es gab jedoch einen Prinzregenten, Leon den Starken, der nach König Lluths Tod im Jahre 99 nach Dragon für dessen damals sechsjährigen einzigen Sohn Sirlon die Regentschaft übernahm und  das Reich tatsächlich 12 Jahre später in die Hände des dann volljährigen Königs übergab. Alle diese Fälle haben jedoch gemein, dass der Vorgänger dieser minderjährigen Herrscher nicht mehr lebte und das Erbe tatsächlich überging. Jetzt haben wir jedoch einen noch lebenden König, der den Anspruch aufrecht erhält, Dragonia auch weiterhin beherrschen zu düfen.

Langer Rede kurzer Sinn - nichts von dem lässt sich wirklich mit der Situation jetzt vergleichen. Ich darf aber noch anmerken, dass es in unseren Nachbarreichen Aramon und Isua  sowie in meiner Heimat Thorwal und in den Reichen der Highlander ebenfalls so ist, wie Lady Silvana es schon beschrieben hat: Der Herrscher gehört zu seinem Volk (ob man ihn jetzt König, Hetmann, Drachenkönig oder Clanführer nennt) und kann nicht für sich in Anspruch nehmen, über mehrere Reiche gleichzeitig zu regieren. Bei den Beni Tahauri liegt die Sache ein wenig anders, denn der Kalif ist nominell kein Herrscher und übt keine solche Gewalt aus, sein Amt ist mehr religiöser, lehrender und richterlicher Natur - aber auch der Kalif darf sich nicht auf immer von seinem Volk entfernen, ohne sein Amt zu verlieren. Einzig bei den Sassenach scheint es anders zu sein, dort gibt es tatsächlich Könige, die über mehrere Reiche herrschen. Andererseits sind die Königtümer der Sassenach sehr klein."


Björn lächelte schwach. "Auf den Singenden Inseln kenne ich mich nicht so gut aus, und in Cormyr scheint ja ganz offenbar Ähnliches üblich zu sein wie bei den Sassenach, wenn Altarion den Anspruch auf beide Reiche erhebt. Ob uns all dieses Wissen jetzt allerdings wirklich weiterhilft, müsst ihr entscheiden." Der Skalde setzte sich wieder.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Freitag 17 April 2009, 15:06
Der Marquis traf gemeinsam mit Myriel und Oberleutnant von Falkenstein in der Drachenburg ein. Er trug einen dunklen Anzug, der mit kunstvollen schwarzen Stickereien verziert war und dessen silberne Knöpfe wie poliert glänzten. In der weiß behandschuhten Hand hielt er einen eleganten Spazierstock, der - ebenso wie der schwarze Hut - wohl eher der Komplettierung der Gesamterscheinung diente als Gehhilfe zu sein. De Lesthat ging zielstrebig auf die Königin zu, nahm den Hut ab und begrüßte Varnayrah mit einem angedeutetem Handkuss und einer tiefen Verbeugung.

Majestät, ich freue mich Euch wiederzusehen. Und ich sehe es schon - auch wenn der Anlass zu dem Ihr uns hergerufen habt ein ernster ist, so geht es Euch doch wesentlich besser als bei unserer letzten Begegnung - Ihr seht bezaubernd aus.

Das tat die zierliche Elfe in der Tat, auch wenn sie ernst wirkte und aufgrund der Krone die sie sonst nicht trug einen würdevolleren Eindruck machte als sonst.

Ich nehme an Ihr kennt Myriel von Alandyos, sie begleitet mich als Beraterin - und dies hier ist Oberleutnant von Falkenstein, er vertritt Hauptmann Ingrimmsch.

stellte er kurz seine Begleiter vor, dann trat er zur Seite um den anderen geladenen Gästen die Gelegenheit zu geben die Königin zu begrüßen. Er selbst ließ es sich ebenfalls nicht nehmen alle Anwesenden mit den üblichen Floskeln zu begrüßen, die Herren inklusive Phelan mit einer höflichen angedeuteten Verbeugung und einem Händedruck, Silvana und Chiamara hingegen mit angedeuteten Handküssen. Der Marquis bemerkte sehr wohl das Chiamara sein Geschenk trug, sagte jedoch nichts dazu und hielt nur ihre Hand einen Moment länger fest als nötig, während seine dunklen Augen ihren Blick suchten. Das leichte Lächeln wich nicht von seinen Lippen, auch nicht als Björn Chiamara mit einem Kuss begrüßte. Er suchte sich seinen Platz am Tisch, legte Hut und Stock beiseite und setzte sich um die Gespräche zu verfolgen und sich hin und wieder zu Myriel hinüber zu beugen um flüsternd ihre Meinung zu erfragen. Die Druidin selbst hatte die ihr bekannten Gesichter mit einem Kopfnicken begrüßt und war ansonsten schweigsam gewesen.

Nach etlichen Erklärungen und Bemerkungen hatte schließlich Björn Oleson das Wort ergriffen und etwas zur bisherigen Gesetzeslage vorgetragen. Nach ihm ergriff der Marquis das Wort, der - für ihn typisch - die Fingerspitzen aneinandergelegt hatte und jetzt den Blick darüber hinweg schweifen ließ.

Ich sehe es ähnlich wie meine Vorredner. Ein König, der nicht in seinem Land verweilt, kann nicht herrschen. Früher oder später würde an den Kompetenzen des Truchsess gezweifelt werden - oder an den Entscheidungen die er fällt. Nein, nur ein starker, präsenter Monarch kann ein Land so führen, das es aufblüht und es ihm wohl ergeht.

Er hielt einen Augenblick inne während seine Fingerspitzen aneinander klopften.

Was mich zu dem nächsten Problem bringt. Euer Sohn, Hoheit, ist noch zu jung um selbst zu regieren. Auch er würde einen Stellvertreter brauchen - was die gleichen Probleme mit sich bringt. Aber sagt mir Majestät - warum übernehmt ihr nicht die Aufgabe dieses Land zu regieren? Ihr seid die Mutter des gesetzlichen Erbfolgers, was läge näher als Euch mit der Aufgabe zu betrauen sein Erbe zu behüten bis er alt genug ist es selbst zu tun?
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Sonntag 19 April 2009, 21:59
Womit fing der Barde denn jetzt an? Er faselte etwas von „damals“ und „hier“.
Chiamara war verwirrt. Suffix sollte ihr beiseite stehen – so wie offenbar die ehemalige Apothekerin Drachenauges den Marquis beriet.
Mit geteilten Gefühlen schaute die Frau zu der Rothaarigen und dem so aalglatt wirkenden Armande. Ob er auch sie berührt hatte, wie sie. Oder war dort gar mehr?
Die Soldatin war gereizt und trat wütend unter dem Tisch nach Suffix und traf sogar.
’Suffix. Ich würde jetzt gerne keine deiner Geschichten hören. Also könntest…’

Die angenehme Stimme des Skalden unterbrach sie. Er hatte sich gewissenhaft vorbereitet und trug jetzt diverse Dinge vor. Konzentriert hörte die Soldatin zu. Jedenfalls versuchte sie es und sie dachte über Altarion nach.
Altarion war tatsächlich zu weit weg. Ihr Kriegerherz sagte ihr das. Und die ganzen Taktikgespräche mit den Elfen in Sha’Nurdra.
Cormyr war eben nicht einfach das Nachbarland, von wo man mal schnell in Dragonia war.
Doch sie kam sich wie eine Verräterin vor bei dem Gedanken. Zwei Herzen schlugen in ihrer Brust. Die Ostlande, das Land, indem sie – unter Altarions Vater - groß geworden war. Aber dann war da Dragonia, das Land ihrer Mutter. Aber sie fühlte dass sie noch mehr an dieses Land band.
Inzwischen hatte Björn die Ausführungen beendet und Chiamaras Hand legte sich sanft auf seinen Oberschenkel.
Armande übernahm das Wort und sie betrachtete ihn nicht als interessierte Zuhörerin, sondern als eine ehemalige Bettgespielin. An diesem Tag wieder fast zu vornehm gekleidet und kontrolliert in seinem Verhalten. Aber sie kannte ihn auch anders. Ihre Augen fielen auf seine Hemd und gedanklich öffnete sie dieses wieder. Ihre Träumereien gingen weiter zurück zu dieser Nacht. Seine Berührungen waren wie ein feiner Nieselregen auf ihrer Haut.
Und so war es auch wieder in diesem Saal, als er ihre Hand hielt. Er hatte etwas in ihr geweckt, was sie nicht kannte. Und sie hatte es nicht unter der Kontrolle. Eher kam es ihr so vor, als würde er ihre Gefühle kontrollieren.

Dann kamen Worte, die sie aufschrecken ließen. Ihre Hand zuckte auf Björns Bein.
Hatte Lesthat tatsächlich vorgeschlagen, dass Varnayrah sich so lange den Thron nehmen soll, bis ihr Sohn alt genug war? Das durfte nicht sein. Hauptmann de Lorn wusste um die Stimmung vieler Menschen zu den Elfen.
Plötzlich war Suffix vergessen. Ihre Hand wich von Björn, ihr Blick auf Armande war etwas härter als noch kurz davor. Sie fragte sich, ob er damit etwas bezweckte. Doch auch wenn sie sein Bett geteilt hatte, sie konnte ihm nicht den Willen lassen – jedenfalls nicht, wenn es um die Sicherheit des Landes ging. Sie war jetzt nicht mehr nur Frau, sondern auch wieder ein Offizier.
Ihre ganze Körperhaltung war angespannt und sie atmete kurz durch, bevor sie antwortete:
’Da muss ich leider widersprechen Marquis de Lesthat. Mit einer Elfenkönigin, die ganz Dragonia regieren wird, bis ihr Junge alt genug ist, damit werden sich die Menschen nicht zufrieden stellen lassen. Es tut mir leid, Varnayrah. Sicher klingt es plausibel die Mutter einzusetzen, aber nicht wenn sie schon bei den Elfen die Königin ist. Es gibt Interessenunterschiede. Die Menschen nehmen die Elfenkönigin nach meinen Einschätzungen nicht an. Und die Feinde Dragonias nutzen genau solche Schwachstellen aus.
Der Junge wird soundso viel von seiner Mutter lernen können, da sie ein Volk, nämlich das ihre regiert.
Mir widerstrebt ein Kind, das den Thron noch nicht besteigen kann und auf andere angewiesen ist.
Die Situation ist für mich genauso unkontrollierbar, wie ein König der mehrere Ritt- und Schiffstage von Dragonia herrschen möchte. Und mir als Osterländerin fällt es nicht einfach Altarion abzulehnen. Aber ich bin auch Hauptmann von dieser Stadt.
Wenn schon Taliesin Thar’Vaiyon Thronerbe ist, sollte jemand ihn vertreten und führen, der auch beim nicht elfischen Volk beliebt ist, Autorität besitzt und Varnayrahs Ausbildung ergänzt.
Aber leider muss der Junge nicht nur herrschen und regieren lernen. Jetzt muss er alles schneller einstudieren, als es wohl geplant war. Seine Kindheit ist nun vorbei. Er braucht die Lehre über allgemeines Landeswissen, Sprachen, Taktik, Kampfkunst, Rhetorik und.. und.. und. Aber das wäre schon der nächste Schritt.
Ich würde vorschlagen einen äußerst fähigen Mann oder eine fähige Frau zu suchen, die der Aufgabe gewachsen sind. Und jeder hier im Saal muss hinter der Entscheidung stehen, denn auf einem Stuhl mit drei festen und einem wackligen Stuhlbein kann man nicht in Ruhe essen.’

Si wandte sich an Suffix.
’Und, soll ich jetzt noch etwas von den Worten streichen, die ich schon gesagt habe?’
Leider wollte ihr bei einem äußerst fähigen Mann nur Björn einfallen. Aber den würde sie sicher nicht vorschlagen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 20 April 2009, 14:23
Schon während Chiamara ihren Einwand lauthals formulierte, versuchte Suffix ihr Zeichen zu geben, Einhalt zu gebieten. Doch die war so in ihrem Element, dass sie ihn glatt übersah oder absichtlich ignorierte, wer weiß das schon so genau. Zu deutlich durfte er natürlich auch nicht gestikulieren. Indes weiter und tiefer ritt sich Chiamara ins Fettnäpfchen des glatten politischen Parketts. Suffix konnte nur mehr tief durchatmen und schlug die Hände vor das Gesicht. Tja und dann war sie endlich fertig.
Und stellte zudem eine Frage, die aus Suffix’ Sicht gar nicht dämlicher sein konnte.

Resigniert aber ruhig antwortete Suffix leise: „Was Du streichen kannst, sind keine Worte sondern das Ansinnen nach einem geruhsamen Sitzungsverlauf. Wie soll ich…Du hast mich…“ Suffix winkte ab und atmete tief durch, er wollte jetzt nicht auch noch beleidigen und weiter eskalieren, das hatte wenig Sinn.
Du batest um meine Hilfe, aber dann wenn ich sie geben will, bist Du nicht gewillt sie abzurufen.“ Suffix musste sich beeilen, denn auf diese spontane Rede würde nach der Minute der Sprachlosigkeit bestimmt gleich eine oder eher mehrere heftige Reaktionen erfolgen.
Ohne auf Einzelheiten einzugehen, kann ich das meiste unterschreiben, was Du gesagt hast, aber bei den hohen Göttern, warum hast nicht eine Sprache benützt, wie sie in diesen Kreisen üblich ist? Du kannst da nicht Klartext sprechen, wie Dir der Schnabel gewachsen oder wie man es in anderen Gesellschaften gewohnt. Du solltest das wissen. Ich weiß es ganz bestimmt und…sie werden jetzt über Dich herfallen.
Es gibt dafür sogar einen Fachbegriff, er nennt sich Diplomatie. Das ist so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was Du eben gemacht hast. Das nennt man: ‚Mit der Tür ins Haus fallen’. Diplomatie hingegen ist die Kunst der Übertünchung von dem was man eigentlich sagen will, ein Hinpusten, ein Andeuten einer Andeutung, der Verschleierung seiner Meinung und doch Deutlichmachung
“ der hoffte, dass Chiamara verstand, dass er sie nicht kritisieren wollte, aber wollte wirklich helfen. Und dass obwohl sie ihn getreten hatte...aber das war eine andere Geschichte.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 20 April 2009, 15:50
Der Marquis schien amüsiert über Chiamaras Reaktion zu sein, denn seine dunklen Augen, die nun jede Bewegung des Hauptmanns verfolgten, funkelten belustigt während er sich entspannt zurücklehnte und ihren Worten lauschte. Erst als sie fertig war ergriff er wieder das Wort, wobei sich das amüsierte Lächeln immer wieder auf seine Lippen schleichen wollte:

Ich wusste noch nicht das ich Euch mit Euer Majestät anreden muss verehrte Lady de Lorn. Auch wenn ich zugeben muss das Ihr eine äußerst temperamentvolle Königin abgeben würdet.

Das er das nicht nur auf ihre impulsive Rede bezog, konnte wohl nur Chiamara selbst ahnen.

Trotzdem würde ich gern hören was unsere Herrscherin dazu zu sagen hat. Teilt Ihr die Ansichten von Lady de Lorn? Und wenn ja - wer würde sich dafür eignen den Prinzen so lange auf dem Thron zu vertreten bis er alt genug ist selbst darauf zu sitzen?
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Montag 20 April 2009, 22:20
Während des Gesprächs war Chiamara ganz ruhig. Sie war nicht aufgesprunge, was eine Leistung war bei der Euphorie, die sie vorlegte. Und sie schaute in die Runde, suchte Widerspruch oder Zustimmung in den Blicken.
Sie bemerkte das wilde Gezappel von dem Barden neben ihr und auch den Blick Armandes. Und fast wäre sie aus dem Konzept geraten, so entspannt, wie er in dem Stuhl lehnte und sie genau anblickte.
Und andauernd spielte sie mit ihrem Daumen an dem Ring.

Und nach ihrer Rede erzählte ihr Suffix was von Diplomatie. Sie bemerkte ihn kaum, blickte nur zu Lesthat, der offenbar etwas erwidern wollte.
'Suffix, jetzt ist es zu spät. Das hättest du mir sagen sollen, während du hier neben mir rumgehampelt hast um Fliegen zu verjagen', flüstert sie leise zu ihrem Platznachbarn.

Und dann kamen zwei Sätze des Marquis, die ihr das Blut in die Wangen schießen lies. Sie senkte kurz den Blick.
Ihr Mund wurde trocken und sie suchte nach einem Glas Wasser.

Er machte sich lustig über sie. Nur weil sie... Ja sie hatte einfach vor der Königin geredet, obwohl diese vom Marquis angesprochen wurde.
Und dann noch die versteckte Andeutung wegen der etwas stürmischen und langen Nacht.
Sie sollte besser schweigen. Aber vielleicht wollte der Marquis auch genau das - mundtot machen. Verfolgte er hier andere Ziele?
Stolz hob sie ihren Kopf und blickte ihn an. Und wieder kam sie sich vor, wie in einem Spiel zwischen ihnen beiden.
Und die Osterländerin mochte seine Spielchen.

Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 21 April 2009, 18:19
Was machte ein König, wenn er ein zweites Königreich eroberte? Wer regierte es dann? Diese und andere Fragen schossen dem Zwergen durch den Kopf, während er den anderen Ausführungen lauschte. Aus Björns Darlegungen ging er keinen Deut schlauer heraus, und Chiamara sprach eine wichtige Sache an - das Rassenproblem. Und zu leugnen, dass es ein solches Problem gab, hieß die Augen vor der Realität zu verschließen. Schließlich passte er einen Moment ab und meldete sich selbst zu Wort. Wie es üblich war, stand er auf und erklärte:

"Ich bin kein Diplomat und kein Rechtsgelehrter. Geschweige denn ein König. Trotzdem erscheint mir eines merkwürdig: Die Thronfolge in Dragonia ist offensichtlich über eine Erbfolge geregelt. Die Geburt als Kind eines Königs bringt gleichermaßen ein Anrecht auf den Thron mit sich. Ein Umstand, der uns Zwergen fremd ist. Wenn aber ein Anrecht per Geburt besteht, dann ist es gleichermaßen müßig darüber zu debattieren, dass nur ein aktiver König, einer der sein Volk beschützt und präsent ist, das Recht hat, ein König zu sein. Dann aber können wir den König nicht einfach absetzen. Das ist Hochverrat, soweit ich das begreife. Ihr versteht, worin ich den Widerspruch sehe? Welches Recht ist denn höher zu bewerten? Ich weiß nicht, wie das in Dragonia geregelt ist. Altarion IST mein Waffenbruder, daran ändert sich nichts durch seine Entscheidung, so sehr ich sie auch bedaure. Und haben insbesondere wir Statthalter nicht auch vom König unsere Privilegien erhalten, nur um jetzt in seiner Abwesenheit über ihn zu richten?! - Das ist der Punkt, der mich am meisten stört; Altarion sollte eigentlich hier sein und sprechen!

Aber eines weiß ich so sicher wie ich einen Bart habe: Die Feinde des Landes werden diese momentane Schwäche des Reiches nutzen. Und geschwächt ist dieses Land, egal wie wir hier am Tisch entscheiden. Würde eine elfische Königin akzeptiert? Würde ein Erbe Altarions akzeptiert? Würde man nicht trotzdem an der Legitimation des Kindes zweifeln? Ich weigere mich, dem Klatsch auf den Straßen Glauben zu schenken, das Volk aber vielleicht nicht? Riskieren wir nicht unter Umständen einen Bürgerkrieg? Wie steht das Militär zu der Sache? Was, wenn ausgerechnet jetzt ein äußerer Feind zuschlägt? Sind wir noch gewappnet?

Ihr seht, ich habe mehr Fragen, als ich Antworten habe. Ich kann euch zwar beruhigen: aus berufenem Munde weiß ich, dass die Zwerge in Frieden mit dem Reich leben wollen. Aber die anderen Nachbarn?

Ich werde die Entscheidung dieses Rates akzeptieren und unterstützen. Sei es nun Varnayrah, die weiterhin regieren wird, schließlich ist sie schon Königin oder seien es ihre Kinder. Wobei ich eines auch befürchte - die Königskinder sind in großer Gefahr. Mit ihnen endet die Linie Altarions und damit das Anrecht auf den Thron, auch das sollte man nicht außer Acht lassen, wenn sich der Königsanspruch tatsächlich auf die königliche Geburt gründet."


Drax brauchte erst einmal einen Schluck. Er war kein Redner und so hatte er in der Tat einige Dinge schlichtweg vergessen, in seinen Vortrag einzubauen. Was, wenn Altarion weitere Kinder hatte? Könnten die Anspruch auf den Thron erheben? Irgendwie war die Regelung der Zwerge und Amazonen doch praktischer - Taten machten Dich zum König.

Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 22 April 2009, 09:31
Varnayrah hörte sich die Beiträge der verschiedenen Redner unbewegt an. Von irgendwem hatte sie den Vorschlag erwartet, dass sie selbst die Regentschaft übernehmen sollte. Björn hatte diese Möglichkeit selbst schon erwähnt. Nun, das kam natürlich nicht in Frage. Dass augerechnet der Marquis damit kam - nun, das war vielleicht gar nicht so überraschend. Er war, sah man von Falkenstein ab, der den Mund nicht auftat, derjenige, der sie am wenigsten kannte und der sie am ehesten so behandelte, wie es einer Königin zukam. Für die anderen schien sie eher Varnayrah zu sein, eine Gefährtin aus gemeinsam bestandenen Kämpfen, und dafür war sie dankbar. Und im Grunde konnte sie Chiamara nur zustimmen. Wie diplomatisch die Soldatin das verpackte, war ihr eher egal, im Gegenteil, es war besser, so etwas direkt auszusprechen. Speichellecker, die meinten, ihr etwas durch die Blume beibringen zu müssen - die konnte sie bei Hofe genug haben. Erst, als Drax das Wort Hochverrat aussprach, zeigte sich eine Gemütsregung im Gesicht der Waldelfe: sie wurde deutlich blasser, ihre Augen aber hart wie Glas.

Als Drax geendet hatte, erhob sie sich daher, um auf die Beiträge zu antworten.
"Ich danke Euch für das Vertrauen, Marquis. Aber ich muss Chiamara recht geben. Ich bin absolut ungeeignet dazu, ein Menschenreich zu regieren. Oh, ich weiß, dass das Volk mir zujubelt, bei besonderen Anlässen, wie in Nuru beri Eurer Einführung. Ich frage mich aber, was sie wirklich in mir sehen. Wirklich mehr als nur eine hübsche Erscheinung an der Seite des Königs? Ich glaube nicht, dass die Menschen des Reiches eine Elfe als Regentin akzeptieren würden, ebenso wenig, wie die Waldelfen im Grunde bereit waren, einene Menschen zu akzeptieren. Die Waldelfen haben sich nicht weiter daran gestört, solange sie ihr Leben in den Wäldern ungestört leben durften, aber ihr wisst ja alle, was passiert ist, als sie ihren Frieden gefährdet sahen. Außerdem bin ich weder durch Geburt oder Erziehung, noch durch meine Lebensweise und Einstellung darauf vorbereitet, eine Königin zu sein, und nach all den Jahren ist mir die Welt der Menschen immer noch zu fremd, um alles zu verstehen, und von dem, was ich verstehe, bin ich längst nicht bereit, alles als richtig zu akzeptieren. Nein. Ich kann und werde Dragonia nicht regieren. Es bleibt hier nur zu entscheiden, ob wir Altarions Anspruich weiter anerkennen und einen Truchseß bestimmen zur Reichsverwaltung oder ... nicht. Gewiss ist, dass Thar'Vaiyon sein rechtmäßger Erbe ist. Keiner, der meine Kinder sieht, wird dies bezweifeln können. Sie sind  Halbelfen, und Thar'Vaiyon trägt so offensichtlich Altarions Züge...ich frage mich, ob ein Halbelf als König nicht sogar die größte Chance ist, die dieses zerrissene Land bekommen kann. Ein König, der die beiden größten Bevölkerungsgruppen verstehen könnte... wenn er ersteinmal alt genug dafür ist. "

Varnayrah atmete tief durch. Was sie nun erzählen musste, tat ihr weh, aber es musste so sein, glaubte sie. Der Rat sollte die ganze Wahrheit wissen. Als sie weitersprach, war ihre Stime wieder flach und tonlas geworden. "Nun, Drax hat einen Namen dafür genannt, wenn wir Altarions Anspruch nicht anerkennen. Hochverrat. Wenn ich es richtig verstehe, könnte man es so nennen. Er ist gekrönt worden als Dragonias König, und er lebt noch. Allerdings ist er hier nicht König aus Geburtsrecht, sondern auf Anweisung König Aramons. Ob man das gleichsetzen kann oder soll, weiß ich nicht. Ob wir einen Hochverrat begehen würden oder nicht - es gibt offenbar bei den Menschen noch einen weiteren Tatbestand, der als Hochverrat gilt: Wenn einer des Königspaares Ehebruch begeht." Bei diesen Worten sprühten Varnayrahs Augen plötzlich Feuer. "Natürlich kennt auch Altarion die Gerüchte von den Marktplätzen. Er hat mir klargemacht, was es für mich heißt, wenn da auch nur ein Fünkchen Wahrheit daran wäre. Nun, Altarion hat noch einen weiteren Sohn, wenige Monate alt, der ganz und gar menschlich ist, in Cormyr. Natürlich sollten meine persönlichen Gefühle in dieser Angelegenheit keine Rolle spielen, aber wenn er alle seine Versprechen so hält wie sein Eheversprechen und sein Versprechen, Dragonia zu schützen - dann möchte ich den Anspruch eines Königs, der seinem Reich den Rücken kehrt, nur mit Vorsicht anerkennen, grade jetzt, wo das Reich geschwächt ist."

Varnayrah machte noch eine Pause, sie wirkte nun müde und erschöpft. "Aber wie es dem Frieden des Landes am besten dient, so sollten wir entscheiden, und ich glaube, es ist am Besten, wenn wir klare Verhältnisse schaffen. Das ist wichtiger als Hochverrat, Legitimationen oder Gerüchte in den Straßen. Natürlich wäre es allemal besser, wenn Altarion noch hier wäre, denn was man auch immer über ihn sagen kann, er war sicherlich kein Schwächling. Aber er ist nicht hier. Was sollen wir nun tun? Er sagte selbst, seine Zukunft liege in Cormyr. Kann er Dragonia noch den nötigen Schutz bieten oder ist es nicht besser, wenn wir jemanden Vertrauenswürdigen finden, jemanden, der das Reich zusammenhalten kann, bis Thar'Vaiyon alt genug ist? Ein König muss nicht nur regieren, er muss auch jemand sein, der ein Symbol sein kann, er muss greifbar und sichtbar für das Volk, wenn ich eins begriffen habe, dann das... die alltäglichen Staatsgeschäfte werden oft genug von Beratern und Räten geregelt. Ich glaube, dass Thar'Vaiyon ein solches Symbol sein könnte, so sehr es die Waldelfe in mir auch schmerzt, das meinem eigenen Sohn anzutun. Aber er hat viel von Altarions Temperament in sich, ich glaube, er ist ihm ähnlicher als mir. Wenn er die richtrigen menschlichen und elfischen Lehrer findet..."
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 22 April 2009, 13:18
Aber wieder kam nicht die Königin dazu Lesthats Fragen zu beantworten. Der Statthalter Drachenauges wollte erhört werden.
Dass Drax Hochverrat erwähnte, passte ihr jetzt einfach gar nicht. Da wurde Chiamara fast schon übel bei dem Gedanken. Scharf sog sie Luft ein.
Aber er wiederholte auch das, was sie schon angedeutet hatte.
’ Ja, da hat er einfach recht.’ murmelte sie leise vor sich hin.
Dragonia stand auf wackeligen Beinen, was jeder, der ein großes Machtstreben hatte, ausnutzen konnte.

Und endlich sprach auch Varnayrah. Die Ostländerin verzog keine Miene, auch wenn sie innerlich vor Freude tobte, dass die Elfenkönigin offenbar verstanden hatte, was das Problem der Menschen sein würde.
Die Worte der zierlichen Frau hörten sich traurig an, vielleicht auch enttäuscht oder ängstlich. Sie konnte es nicht richtig zuordnen.
Und als Varnayrah dann eröffnete, dass Altarion dort in Cormyr noch einen Sohn hatte, platzte ihr ein erschrockenes ’Uih’ heraus.
Das war jetzt wieder eine ganz neue Ausgangslage.

Was wenn Altarion sterben würde? Hatte der andere Junge dann ein Anrecht auf den Thron von Dragonia? Er war nicht der Älteste der Söhne, aber darum streiten könnte er im Notfall immer.
Wie alt war Thar'Vaiyon? Der andere war nach Aussage der Königin noch sehr klein.
Da werde ich schon alt sein, wenn die beiden vielleicht Machtkämpfe unter Halbgeschwistern austragen dachte sie egoistisch und schämte sich fast wieder dafür.
Woher wusste es Die Waldelfe eigentlich? Sie zweifelte es nicht an, so desinteressiert wie Altarion manchmal war. Er war in Gedanken sicher in einem anderen Land bei einer anderen Frau. Aber das gehörte nicht hierher.

Es musste eine ordentliche Lösung her.
’Der Junge ist noch sehr jung. Hoffentlich kommt da nicht so ein alter Kerl her, der Prinzregent wird. Ansonsten sitzen wir allzu schnell wieder hier um jemand neuen zu suchen, weil der alte hinüber ist.’
Das sprach sie nur leise, dass es wohl nur Suffix und Björn hören konnten.
Sie blickte Björn an. Wieder kam ihr der Thorwaler in den Sinn. Ob er sich auch schon Gedanken darüber gemacht hatte? Musste er ja, denn Truchsess wollte er ja auch nicht werden. Sie war wissbegierig.
Sie beugte sich zu dem Skalden hinüber und flüsterte ihm ins Ohr:
’Darf ich fragen, wie Du dazu stehst? Möchtest Du eine solche Verantwortung tragen? Und warum hast Du es abgelehnt als Truchsess eingesetzt zu werden.’
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 22 April 2009, 14:56
Ihm zum Vorwurf machen, dass er Fliegen…das konnte auch nur Chiamara einfallen, ein Unrechtsbewusstsein wie ein Laib Brot. Aber er war nicht hier um sich zu ärgern, sie wollte ja was von ihm und so blieb er halt still, sah ihr zu wie sie einen Mann musterte, ja fast so wie trotzig ‚Dir zeig ich es’. Ach ja, das war doch der Mann…Suffix überlegt, ja der neue Statthalter von Nuru. Was verband die beiden? Ach, egal, was ging’s Suffix an? Nichts, eben.

Trotzdem musste Suffix lachen, ohne es sich allerdings anmerken zu lassen, dass - de Lestath so hieß der Mann - Chiamara wie eine Anfängerin abkanzelte.

Als nächster sprach sein Brötchengeber und der nahm den Mund dann kräftig voll, als er von Hochverrat sprach. Dieses Wort hatte seit einer Ewigkeit keiner mehr – offiziell – ausgesprochen. Da wo das Wort ‚Hochverrat’ genannt wurde, war das Wort ‚Bestrafung’ mit dem Zusatz ‚ohne Schulderlass’ nicht fern. Nicht dass es dadurch noch zu Progromen käme. Aber der Zwerg sprach manch wahres Wort. Dragonia war tatsächlich so oder so in einer recht unangenehmen Situation.

Eine Variante schied spätestens dann aus, als Varnayrah erneut das Wort ergriff. Sie selbst sah sich nicht in der Rolle der Platzhalterin. Insgesamt gab ihr Suffix wohl recht, aber doch niocht so ganz. Seit der Stink… weg war, ist schon eine Verwandlung mit der Königin geschehen. Das war nicht mehr die stille und ergebene Frau, sie war sichtlich selbstbewusster geworden. Was dann kam, war nur zum Teil neu, abstoßend war es aber auf jeden Fall. Altarion, nicht nur dass er sich in fremde Betten gelegt hatte, war er in diesen weder allein noch untätig geblieben und hatte solcher Art ein weiteres Kind gezeugt. Was für ein Hohn, da wird Varnayrah im Volksmund als Ehebrecherin gehandelt ohne dass sie sich etwas zuschulden kommen hatte lassen und der werte Herr König treibt derweil sein eigenes bösartig Spiel, in dem er seine Frau auf’s schändlichste hintergeht.

Da entfuhr es sogar Suffix einmal: „Das sieht dem Hu...b.ck[unverständlich, Anm.] ähnlich“ Normalerweise würde Suffix sagen, privat und Dienst das hat nicht miteinander zu tun, doch in diesem Fall war das anders, das passte so gut zu dem Bild das er von Altarion hatte, dass er gar keine Zweifel hegte.
Auch Chiamara war überrascht zu hören, dass es da noch einen Sohn Altarions gab, wie ihr plötzlicher Ausruf belegte.

Und sie legte auch gleich nach, indem sie kundtat, was sie von einem betagteren Regenten hielt. Am liebsten hätte ihr Suffix den Mund zugehalten. Was aber zum Glück nicht nötig war, weil es nur für ihre unmittelbare Nachbarschaft hörbar war. Weiter entfernt Sitzende hätten schon die Kunst des Lippenablesens beherrschen müssen. „Öhm, ja, Chiamara? Ja? Also das jetzt, wenn Du meine Meinung hören willst, gerade mit dem alten Kerl, das würde ich unter uns behalten, wenn das möglich wäre.“ flüsterte Suffix, lächelte zwar dabei meinte es aber dennoch ernst.
Während sich Chiamara dann schon wieder ihrem rechten Nachbar zuwandte, überlegte Suffix, ob es nicht auch möglich wäre ein Konsortium oder so etwas in der Richtung einzusetzen. Ein 3 Personen Gremium, oder 2 oder 4. Jedoch waren das Suffix’ ganz persönliche Einstellung, die er auch gar nicht publik zu machen gedachte. Er war dazu hier und heute nicht eingeladen worden. Er war nur Ratgeber und daran wollte er sich unbedingt halten.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 23 April 2009, 21:27
Björn hatte von Altarions unehelichem Sohn gewusst - natürlich hatte Varnayrah ihn in Kenntnis gesetzt. Daher war er von dieser Neuigkeit nicht überrascht worden und konnte sich nun die Zeit nehmen, die Reaktion der anderen zu beobachten und abzuschätzen. Darin war er so konzentriert, dass es ein wenig dauerte, bis er auf Chiamaras Fragen antwortete.

"Thar'Vaiyon wird im Sommer 4 Jahre alt. Der Prinzregent müsste also ein gutes dutzend Jahre aushalten. Ich habe da so eine Idee, wer sich eignen könnte, aber ich möchte erstmal hören, ob es andere Vorschläge gibt. Und nein, ich möchte diese Verantwortung nicht tragen. Oder vielmehr, ich glaube nicht, dass ich für Dragonia eine Symbolfigur sein kann. Ich komme nicht von hier. Man könnte denken, dass auch meine Loyalität irgendwann  wieder mehr meiner Heimat gehören wird, wie das bei Altarion war. Dragonia braucht jemanden, dessen es sich sicher sein kann. Ich denke, ich bleibe lieber als Ratgeber und Lehrer im Hintergrund. Aus diesem Grund wollte ich auch nicht Truchsess sein. Und speziell als Truchsess wäre ich Altarion direkt verantwortlich gewesen. Das will ich nicht." Die Stimme des Skalden hatte bei den letzten Worten sehr entschieden geklungen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 27 April 2009, 12:53
Von Erbrecht und Thronfolge war die Rede, von Hochverrat und Ehebruch. Silvana enthielt sich der Stimme und hörte sich die verschiedenen Standpunkte an. Hinter ihrer Stirn arbeitete es. Die Gepflogenheiten der Menschen kamen ihr nach wie vor fremd vor. Zwar hatten bei ihrem Volk auch die Nachkommen der Königin das Vorrecht auf die Führung, doch eine Stärkere konnte jederzeit das Recht darauf streitig machen. Schwache Königinnen hielten sich nie lange auf dem Thron. Kindern die Regentschaft aufzusparen wäre undenkbar.

All ihre Bedenken wurden von den Vorrednern aufgerollt. Eine Lösung erschien insofern schwierig, als Varnayrah nicht daran zu denken schien, die Regentschaft ihres Sohnes in Frage zu stellen, sobald die Zeit dafür reif war. Silvana fand diese Forderung dreist und problematisch zugleich. Bürgerkriege entstanden aus eben diesem Grund. Stellvertreter gaben sich meist nur für kurze Zeit damit zufrieden, lediglich der Sesselwärmer für einen viel zu jungen Nachfolger zu sein.

"Ich denke, eines ist klar", warf Silvana ein, nachdem Björn seine Rede beendet hatte. "Es gibt in Dragonia kein Geburtsrecht, denn Altarion war laut Varnayrahs Aussage zufolge mit Aramon nicht verwandt. Weiters regiert kein König zwei Reiche, selbst wenn er eines davon gewaltsam erobert und sich selbst dort als Regent einsetzt. Üblicherweise wird die Führung eines der beiden Reiche in die Hände von Söhnen oder Töchtern oder eines Vertrauten gelegt. Wie ich aus dieser Beratung ersehe, hat Altarion dies verabsäumt. Weder seine Nachfolge noch die Fortführung einer stabilen Regentschaft wurde von ihm geregelt. Aus meiner Sicht zeigt dies deutlich, dass ihm an Dragonia wenig liegt oder dass er arrogant genug ist zu glauben, niemand würde ihm sein Königsrecht während seiner Abwesenheit streitig machen, selbst die Feinde des Landes nicht."

"Hochverrat sehe ich demnach keinen, wenn wir dem König gegenüber nicht loyal sind. Altarion war auch MEIN Waffenbruder, doch wir waren einandern nie sonderlich verbunden. Meine Statthalterposition erhielt ich von der Königin, nicht von unserem Regenten." 

Silvana räusperte sich, richtete sich im Sessel etwas auf und streckte den Rücken durch. "Ich bin dagegen, einem Kind die Regentschaft aufzusparen, denn dies wird das Land ins Chaos stürzen", äußerte sie gerade heraus und ihr kühler Blick wanderte über die Teilnehmer der Beratungsgruppe. Kurz blieb sie bei Varnayrah hängen. "Ich kenne die Menschen inzwischen gut genug um behaupten zu können, dass sich keine Marionette finden lassen wird, welche die Regierungsgeschäfte nach einer gewissen Zeitspanne wieder aus den Händen gibt. Macht macht aus Menschen korrupte, gierige Bestien."

Sich wohl bewusst, dass am Tisch nicht nur Zwerge, Elfen und Amazonen saßen, reckte die Wallonin kampflustig das Kinn. "Der Geeigneste soll das Land regieren. Hier und jetzt, bis ein Besserer kommt und ihn herausfordert."
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 28 April 2009, 11:48
Silvanas Wortmeldung verwiirte Suffix. Ihre Argumentation hatte Hand, Fuß und Kopf, aber die Schlussfolgerung daraus konnte Suffix nicht nachvollziehen. Und so gab er Chiamara zu verstehen: „Wie immer sehr pragmatisch unsere Statthalterin von Nighton, aber ich stimme ihr nur in der Analyse zu - nicht im Resultat. Wenn wir das so machen, haben wir ständige Kämpfe der Rehböcke und zum Regieren kommt niemand mehr. Und wenn immer der Stärkere gewinnt, wo bleiben dann die Rechte der Armen, Behinderten, Geschundenen…Nein, so kann es auch nicht sein, wenn die Rolle und Verträge verständlich und nachvollziehbar abgefasst sind, muss es nicht zu den von Silvana geschilderten Vorgängen kommen. Meine Meinung: nicht zustimmen“ Suffix hatte seine Sicht der Dinge dargelegt und was Chiamara daraus machte, war ihre Sache, er hatte Kohldampf und wollte sich eine kleinen Happen gönnen. Zum Glück war für solche Fälle vorgesorgt worden. Geschwind schlüpfte Suffix aus dem Versammlungsraum, grapschte sich ein paar der Köstlichkeiten die da zugriffsbereit lagen und eilte zurück in den Saal, ohne größere Aufmerksamkeit zu erregen.
Wieder auf seinem Platz stopfte er sogleich seine Esssachen in seinen Rachen und kaute ungeniert, vielleicht hätte er ein wenig mehr auf seine Essgeräusche acht legen sollen…
Mit vollem Mund fragte er Chiamara, ob sie auch was wolle, aber schon leise genug um nicht die Versammlung zu stören.
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 28 April 2009, 20:50
Auch Christian verfolgte den weiteren Verlauf konzentriert und wartete darauf, dass auch Elessar sich zu dem bisher vorgebrachten äußerte. Als Varnayrah schließlich sinngemäß eröffnete, dass Altarion Ehebruch begangen hatte, musste er sich sehr darum bemühen, nicht alle seine Gesichtszüge entgleisen zu lassen. Hatte die Macht den Ritter so sehr korrumpiert, dass er sogar soweit gegangen war? Oder was hatte ihn dazu getrieben? Wenn es nicht aus Varnayrahs Mund gekommen wäre, hätte er es als dreiste Lüge abgetan, aber so? Noch immer recht aus der Fassung gebracht, versuchte er die Reaktionen darauf abzuschätzen. Silvana erwähnte, den Geeignesten zum König zu machen. Aber wer war das oder was machte denjenigen so geeignet?

Fast verzweifelt blickte der Hohentürmler zu dem Paladin an seiner Seite, aber noch immer schien dieser nicht reden zu wollen. So erhob dann doch noch einmal der ehemalige Statthalter von Nighton und Retter des Drachenauges das Wort und stand dabei gar auf, um die Bedeutung seiner Worte zu unterstreichen. Endlich konnte er sogar die 'Götter', bei welchen es sich ja um die Sänger des Liedes der Schöpfung handelte, in seine Rede mit einfließen lassen. Damals hatte er die Anrufung der 'Götter' bei der königlichen Eheschließung noch als übertrieben angesehen, er konnte dort ja nicht ahnen, dass es sich jetzt doch noch auszahlen würde. Denn gegen diese war selbst ein König nur ein Windhauch im Sturm der Gezeiten. Er hoffte, damit auch Elessar etwas aus der Reserve zu locken, denn eigentlich war das ja dessen Gebiet.


Mit seinem willentlichen Bruch der durch die Götter gesegneten Ehe hat Sir Altarion eindeutig bewiesen, dass er keinesfalls mehr eines Königs würdig ist und hat somit nicht nur als Symbol, welches das Vertrauen aller hier lebenden Wesen in ein friedliches Miteinander repräsentieren soll, sein Recht verwirkt, weiterhin König dieses Landes zu sein. Oder gelten für den König etwa schon andere Rechte als für die anderen Bewohner dieses Landes, seien es Adelige oder Bauern?

Mit nun äußerst neutraler, eher schon ernst zu nennender Miene, schaute der Hohentürmler sich in der Runde um. Bis auf diesen redegewandten Marquis, der noch recht neue Statthalter von Nuru, und den Vertreter aus der Kaserne Nurus waren ihm alle mehr oder weniger gut bekannt.

Somit bleibt es den verbliebenen ranghöchsten Mitgliedern der Gesellschaft vorbehalten, in diesem Fall den Statthaltern und Stadträten, einen diesmal wirklich würdigen König zu finden, weil Varnayrah die Königswürde für sich selbst ablehnt. Da die derzeitige Lage, wie bereits ausgeführt, alles andere als sicher ist, sollte diese Wahl, wie von Lady de Lorn so bildlich formuliert, einstimmig erfolgen, damit die nötige Unterstützung signalisiert wird. Wenn es sich dabei um Thar'Vaiyon handeln sollte, muss ein ebenfalls vertrauenswürdiger Vertreter gefunden werden, solange der Junge noch nicht alle nötigen Kenntnisse besitzt. Wer wird von den Mitgliedern dieses Rates noch als würdig genug angesehen, König dieses Landes zu werden? Natürlich ist mir klar, dass jeder seine eigene Vorstellung eines für ihn würdigen König hat, doch bedenkt, dass es hier nicht nur um einzelne Personen geht, sondern alle Bewohner dieses Landes den König akzeptieren können sollen, wenn wir nicht bald einen handfesten innerdragonischen Konflikt haben möchten.

Bei den letzten Worten sah er besonders die Wallonin an, denn was diese sich unter einem König, oder besser einer Königin, vorstellte, hatte sie soeben nur zu deutlich erkennen lassen.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 29 April 2009, 14:02
Langsam hatte Chiamara die Befürchtung, dass es sich länger hinziehen konnte.
Denn das was jetzt Silvana einbrachte, würde in dem Land einen ständigen Krieg hervorrufen, weil jeder den König herausfordern würde, um selber die Macht zu übernehmen. Wem sollte man dann noch trauen, wer ernährte einen den nächsten Tag?
Die Amazone brachte die Ostländerin so aus dem Konzept, dass sie auf Björn gar nicht mehr antwortete.
Aber dieser schien auch eher gespannt den Worten der Statthalterin zu folgen.
Suffix wiederum schmückte eben die Nachteile etwas aus, aber er sagte das, was sie auch empfand.
Nicht der Stärkste gehörte auf den Thron, sondern der Fähigste. Und dazu gehörte sicher eine gewisse Ausgewogenheit zwischen Kraft und Intelligenz.
Während sich auch Sir Christian dahingehend äußerte, war Suffix weg und kam mit Speisen zurück an den Tisch um etwas zu laut seinen Hunger zu stillen. Auch ihr Magen knurrte, als sie ihn so essen sah, glaubte aber sich beherrschen zu können, als er ihr auch etwas anbot.
’Nein danke und du solltest dabei etwas leiser sein, wenn du schon so einen Hunger hast.’
Und dann sah sie wieder so etwas kleines Süßes auf Suffix’ Teller.
’Vielleicht doch das da, wo es mich so süß anlächelt.’
Und schon war es von seinem Teller verschwunden.
Erst blickte sie Björn leicht schuldbewusst an und dann schaute sie zu Armande, der sich bei seinem fest belustigt war, weil sie gerne süße Speisen zu sich nahm.
Was würde der Marquis zu den neuen Wendungen sagen, wo er doch Varnayrah als Königin vorgeschlagen hatte.
Sie mochte kein Kind auf dem Thron sehen, mit jemanden der für den Jungen sprach Zur sehr war er beeinflussbar.
Sie würde sich der Entscheidung der Anwesenden fügen, auch wenn sie nicht glücklich damit sein würde. Die Veränderungen gefielen ihr gar nicht.
Sie beugte sich noch mal zu Suffix.
’Der Junge. Was meinst du dazu, dass ein Junge den Thron erben soll, obwohl es offiziell doch noch keine Erbfolge gab. Ich habe erstmal Bedenken wegen dem Kind und zweitens könnten neue Sitten, die wir hier einführen zu Unruhen führen. Ich fühle mich nicht wohl bei dem Ganzen. Soll ich dazu was sagen oder lieber schweigen?’
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Mittwoch 29 April 2009, 18:58
Drax' Befürchtungen bewahrheiteten sich. Das machte alles nur komplizierter - Altarion hatte weitere Kinder. Und Silvanas Einwurf zeigte ebenfalls sehr deutlich, dass das Reich von Einigkeit weiter weg war, als gedacht. Und egal, wie sie sich hier und heute entschieden - es war ja nicht einmal klar, dass heute eine Entscheidung fiel - der Beschluss würde immer angezweifelt werden können, da eben die Rechtslage alles andere als klar war.

Dann kam ihm eine Idee. Die war zugegebenermaßen kühn und würde sicher nicht sofort und bei allen auf offene Ohren stoßen.

"Nun, wo wir die Legitimation von Königen diskutieren und darüber streiten, wer woraus ein Anrecht auf den Thron hat oder haben könnte...." erhob er erneut das Wort. "Wer sagt, dass dieses Reich unbedingt einen König braucht? Was, wenn dieses Reich von einem Rat regiert wird? Zum Beispiel vom Rat der Statthalter? Jede der vier Städte wählt einen Repräsentanten. Ich denke, damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe - in der derzeitigen Konstellation ist jedes der großen Völker vertreten, seien es Menschen, Elfen oder wir Zwerge. Und zum anderen gehen wir der leidigen Königsfrage geschickt aus dem Weg."

Er sah sich um, die Reaktionen auf seinen Vorschlag abschätzend.
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 07:31
Gerade als die Diskussion aus dem Ruder zu laufen wähnte und Elessar mit seinem Vorschlag eingreifen wollte, ergriff Drax das Wort und machte einen Vorschlag, wie er brillanter nicht sein konnte. Der Paladin kannte den Zwergenmeister als alten Haudegen und nicht nur von ihrer gemeinsamen Reise in das Zwergenreich wusste er, dass dieser nicht unbedingt ein Freund von Diplomatie war, doch seine jetzige Idee war ein Meisterstück der Diplomatie und Demokratie. Der Zwerg hatte ihm sicher oft genug in mancher Gefahr das Leben gerettet, doch in diesem Moment war Elessar mehr als einmal stolz, Drax als einen Freund bezeichnen zu dürfen, was unter Elfen und Zwergen ohnehin sehr selten vorkam.

Nachdem der Zwerg gesprochen hatte, erhob der Paladin sich und ergriff nun ebenfalls das Wort:

"Ich denke, Drax hat ein wahres Wort gesprochen! Besser könnten wir unsere derzeitigen Probleme nicht lösen und da die Statthalter und Stadträte sich alle seit vielen Jahren kennen und einander vertrauen gelernt haben oder haben sollten, würde ich sogar soweit gehen, dass wir möglicherweise auf einen Repräsentanten verzichten sollten, denn damit hätten wir wieder eine Möglichkeit, wie unsere Feinde unser Bündnis untergraben könnten."

Der Elf suchte den Blickkontakt zu Varnayrah. Da er nicht sicher war, ob sie seine Zustimmung auch über das salasandra spüren würde, nickte er ihr unmerklich zu, so dass außer ihr es niemand gewahren konnte. Wenn dieser Vorschlag nicht einstimmig beschlossen werden sollte, könnte sie noch immer mit ihrem Wort als Königin diesen Beschluss fassen und wenn es der letzte Beschluss wäre, den sie in ihrem Amt offiziell tätigen würde.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 10:20
Auf der gegenüberliegenden Seite wurde getuschelt. Silvana schob eine Augenbraue die Stirn hinauf und warf Chiamara und Suffix einen schrägen Blick zu. Christian stimmte ihr im Prinzip zu, auch wenn er das Kind immer noch als möglichen Thronfolger nannte. Seinen Blick konnte sie allerdings nicht deuten und runzelte irritiert die Stirn. Zu ihrer Überraschung kam von Drax ein Vorschlag, der einer gewissen Sinnhaftigkeit nicht entbehrte. Silvana nickte leicht und dachte darüber nach, während Elessar den Vorschlag aufnahm und präzisierte.

"Nun", warf die Wallonin nachdenklich ein. "Es stellt sich die Frage: Wird von den verschiedenen Städten aus regiert? Es wäre möglich, die Gebiete rund um die Städte werden auf die jeweiligen Statthalter aufgeteilt und von dort aus verwaltet. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, wie ein solcher Rat über ein ganzes Reich regieren soll. Was, wenn nicht jeder Statthalter bei Entscheidungen, die über die Gebietsverwaltung hinaus geht, anwesend sein kann? Wie werden Entscheidungen getroffen, wenn keine Einigkeit besteht? In einer Mehrheit? Es kann einen Gleichstand bei Abstimmungen geben, bei VIER Statthaltern. Und ALLE kennen wir uns so gut nun auch nicht." Silvana sah dem Marquis direkt in die Augen, ehe sie sie scharf zu Chiamara und Suffix hinübersah.

"Was haben denn unser werter Herr Barde, der wichtig genug ist an dieser Besprechung teilzunehmen, und unsere Frau Hauptmann aus Drachenauge dazu zu sagen? Ich wäre erfreut, die hinter vorgehaltener Hand ausgetauschte Meinung der beiden ebenfalls zu hören."

Silvana lehnte sich nach vor und verschränkte die Unterarme auf dem Tisch. "Nun?"

Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 11:45
Suffix amüsierte es wie Chiamara sich das kleine Süße stibitzte. Sollte er ihr sagen, dass er das ganz absichtlich so gemacht hatte, es mit zu nehmen. Süß soll angeblich ja glücklich machen.

Suffix überlegte noch, was er auf Chiamaras Fragen antworten solle - es war wirklich schwierig - da vernahm er die vertraute Stimme seine Arbeitgebers. Und der Zwerg – man höre und staune – hatte eine nachgerade vor Einfachheit strotzenden Vorschlag, der aber auch leicht durchführbar war. Die Strukturen waren vorhanden. Suffix hatte nie so recht gewusst, was er von dem Zwerg halten sollte, jetzt aber hatte er an intellektueller Strahlkraft gewonnen. Der Zwerg blickte sich fragend um, wohl um die Zustimmung oder Ablehnung zu taxieren, aber Suffix blieb teilnahmslos, er hätte es anmaßend gefunden seinem Statthalter gegenüber seine Meinung zu seinem Vorschlag zu signalisieren. Witz, Ironie, Spott war eine Sache, das hier war eine andere, da kam auf  jeden Fall die nötige Ehrfurcht und der Respekt hinzu.

Elessar, der als nächster der Wort ergriffen hatte, schlug in die gleiche Kerbe und unterstützte den Vorschlag Drax’. Er trieb es noch ein Stück weiter.

Anfangs hörten sich die Argumente von Silvana – die nächste Rednerin – noch recht vernünftig an, vor allem wenn es wirklich zum Patt kommen sollte, was ja öfter mal der Fall sein konnte…er nickte in Richtung Chiamara „Sie hat recht, wir brauchen jemanden, der am Ende sagt: das Pferd gewinnt“ da glaubte er seinen Ohren nicht zu trauen, die Wallonin war mal wieder von Sinnen. Anders konnte er das nicht auffassen. was ging ihr das Getuschel an

Ihrem provokanten „Nun“ folgte Stille.

Auf einmal wallte ihn Suffix das Blut, er nahm gar nicht mehr wahr ob ihn Chiamara zurückzuhalten versuchte, er jedenfalls sprang auf, deutete auf Silvana: „Bei allem Respekt Frau Statthalterin, der Euch zu Recht geschuldet, auch wenn Ihr schnell mit Euren Händen an anderer Leute Kehlen, entnehme ich Euren Worten, dass es Euch wenig genehm ist, meine Anwesenheit ertragen zu müssen. Doch sind wir’s nicht hier um gegenseitige Missachtungen auszuteilen und kundzutun, sondern um für das Reich eine Lösung zu finden, die dessen Überleben nach der Regentschaft dieses – verzeiht meine despektierliche Ausdrucksweise – Hallodris und Popanz garantiert.. Das ist doch der Punkt“ heischte er um Zustimmung indem er beim letzten Satz die Lautstärke der Stimme erhöhte.

Und nochmals  verzeiht mir, aber es gibt in diesem Land Leute, auch wenn Ihr das nicht verstehen könnt, die legen Wert auf meine Meinung und ich bin so frei diese mitzuteilen. Ob ich sie aber lautstark verkünde, das überaus geschätzte und sehr verehrte Statthalterin, das müsst ihr schon mir selbst überlassen. Dazu bedarf es keinerlei hingerotzter Aufforderungen. Aber gut, ja, auch ich halte den Vorschlag von Drax, meinem…äh, einem der Statthalter für sehr gut und bevor nun neunmal kluge Bedenkenträger schon wieder den Vorschlag  schon im Keim zerreden wollen, bevor er noch auf seine Tauglichkeit geprüft worden ist“ das bereitete Suffix Freude, jawohl „schlage ich vor, dass eine überparteiliche Instanz bei Parität entscheidet. Vielleicht  kann ja auch der Vorsitzende der Statthalter 2 Stimmen haben, nein, nicht erschrecken, der Vorsitz sollte natürlich alternierend von allen geführt werden. Nach einer Zeitspanne tritt der eine den Vorsitz an den nächsten ab. Das war es, was wir besprochen haben und auch ohne Gepolter und Gedöns hätte dieser Vorschlag den Tisch erreicht. Und im übrigen hätte sich unser Gedankenaustausch hinter vorgehaltener Hand, wie ihr es zu bezeichnen gedachtet, auch um Eure heutige Gardarobe drehen können oder einfach darüber, dass Ihr heute etwas abgespannt und blässlich ausseht oder sehrt perfide, dass Ihr an gewissenunvorteilhaften Stellen Gewichjt zugelegt habt, aber natürlich haben wir das alles nicht getan, behütet nein.“ zufrieden setzte sich Suffix wieder, aber wie würde Chiamara das sehen, dass er sich hinreißen hatte lassen?
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 15:04
Nachdem Varnayrah von Altarions anderem Kind in Cormyr erzählt hatte, hatte sie sich erst einmal schweigend hingesetzt und den weiteren Diskussionen nur zugehört. Schnell wurde klar, dass man es eigentlich ablehnte, Thar'Vaiyon zum König zu machen und ihn durch einen Prinzregenten vertreten zu lassen, bis er alt genug war. Um seiner selbst Willen hätte die Waldelfe es auch so gemacht. Es lag ihr nichts daran, ihrem Sohn diese Bürde aufzuladen. Aber die Versammelten wussten nicht alles, was sie wusste.

Silvanas Vorschlag, dass immer der Stärkste regieren sollte, war trotzdem nicht durchführbar. Außerdem ging die Wallonin von falschen Tatsachen aus. Leise korrigierte Varnayrah: "In Dragonia gibt es sehr wohl das Erbkönigtum. Die Nachfolgeregelung Aramons war eine große Ausnahme. Sonst ging die Krone vom König auf seine Nachkommenschaft über. Meistens zumindest. Aber ich bin sicherlich die Letzte, die daran festhält, denn niemand wird bloß durch seine Geburt zum guten Herrscher. Dennoch möchte ich eigentlich nicht, dass immer der Stärkste regiert, bis er wieder von jemand anderem herausgefordert und besiegt wird. Mit solch einer Regelung werden wir eins ganz gewiss nicht erreichen: Stabilität und geordnete Verhältnisse. Wir müssen schon eine etwas langfristigere Lösung anstreben."

Der rettende Vorschlag kam von Drax. Varnayrahs Augen leuchteten auf, als der Zwerg die Idee mit dem Rat einbrachte, und er wurde auch sogleich von Mehreren unterstützt. Suffix führte das ganze sogar noch weiter aus, plante schon, wie der Rat strukturiert sein sollte. Varnayrah blickte kurz zu Elessar hinüber, der ihr aufmunternd zunickte. Hier lag die Erfüllung all ihrer Träume greifbar vor ihr: Sie wäre die Bürde des Königstitels endgültig los und könnte mit Ancalagon in Freiheit leben. Bessere, Fähigere würden sich um die Geschicke des Reiches kümmern. Sie hätte damit nichts mehr zu tun.

Wäre da nicht diese Prophezeiung gewesen...

Nachdem Suffix seine etwas langatmige Rede beendet hatte, stand Varnayrah wieder auf. Vermutlich wurde von ihr erwartet, dass sie sich auch dazu äußerte, außerdem musste sie alle Versammelten wenigstens über die Prophezeiung in Kenntnis setzen, die nach den Ereignissen um den Ball in Dragonia entdeckt worden war.

"Die Idee des Städterates wäre für mich ideal.", sagte sie ruhig. "Ich bin nach wie vor als Waldelfe der Meinung, dass kein Einzelner ein ganzes Land regieren kann. Außerdem könnte ich die Verantwortung dann wirklich guten Gewissens abgeben. Suffix' Plan, den Ratsvorsitz mit einer zusätzlichen Stimme auszustatten und den Vorsitz wechseln zu lassen - wie oft? Alle drei Mondläufe, so dass jede Stadt einmal im Jahr den Vorsitz hat? finde ich gradezu genial. Ich kann der Idee von Drax eigentlich nur zustimmen. Es gibt nur eines, das ihr wissen solltet: Unter den Schriften, die Graf de Bourgh gesamelt hat und die während der Ereignisse um ... seine kurze Machtübernahme ans Licht kamen, fand sich auch eine alte, elfische Prophezeiung. Deren Wortlaut solltet ihr bei der Entscheidung für den Rat unbedingt kennen. Sie war wie folgt..."

Varnayrah schloss die Augen und rezitierte aus dem Gedächtnis.

Es wird aber der Tag kommen, an dem Côrs Grab geöffnet, er selbst scheinbar besiegt und seine Essenz in die vier Winde verstreut wird. Doch er wird willige Träger finden und zurückkehren, und dies wird geschehen in der Zeit, in der sich der Thron seines Widersachers von einem Menschen und einer Elfe geteilt wird. Und nur die Geheimnisse der alten Völker, der Drachen und Elfen, tief verborgen unter dem Drachenberg und unter dem Ewigen Baum werden offenbaren, wie verhindert werden kann, dass sich seine Essenz jemals wieder zu einer einzigen Entität vereinen kann. Damit wird der erste Schritt zu seiner vollständigen Vernichtung getan sein, denn sind die vier Träger seiner Essenz getrennt, so verringert sich seine Macht um ein vielfaches  . Das Geheimnis seiner endgültigen Niederlage jedoch liegt in seiner dunklen Feste im Lande Taros, und nur dem Halbelfen auf dem Königsthron kann es gelingen, dieses Geheimnis zu lüften.

Die Elfe legte eine kleine Pause ein, ehe sie fortfuhr. "Versteht ihr? Vieles davon ist schon geschehen. Die alte Halle Siraiyon Sturmtänzers, in der wir sitzen, ist der Beweis dafür. Doch der letzte Satz - es deutet Vieles darauf hin, dass er sich auf Thar'Vaiyon bezieht. Wird er also nicht eines Tages König, vergeben wir uns möglicherweise für immer oder zumindest für lange Zeit die Möglichkeit, Côr endgültig zu besiegen. Vielleicht ist beides aber nicht unvereinbar." Varnayrah lächelte schwach. "Nirgendwo in der Prophezeiung steht geschrieben, der Halbelf auf dem Königsthron müsse absolute Macht ausüben. Sagt mir, ist ein König denkbar, dessen Entscheidungen von einem Rat mitgetragen werden müssen? Ein König als weiteres Ratsmitglied, sozusagen, der gleichzeitig die Symbolfigur sein kann, die das zerrissene Reich meiner Meinung nach immer noch braucht?" Varnayrah holte tief Luft. "Wäre es weiterhin denkbar, dass Björn und ... Siraiyon Sturmtänzer ihn im Rat vertreten, bis er alt genug ist? Ein Elf und ein Mensch, und beide wissen, wie man Entscheidungen für ein Reich trifft. Zusammen würden diese beiden nur eine Stimme in Anspruch nehmen. Allerdings gäbe es dann im Rat wiederum sechs Stimmen. Entweder man schafft die zweite Stimem des Ratsvorsitzenden ab, oder man gewährt dem König, beziehungsweise seinen beiden Vertretern, ebenfalls eine zweite Stimme, da er nicht für die einzelnen Städte eintritt, sondern für das ganze Reich, dann wären wir wieder bei einer ungraden Anzahl an Stimmen.

Wenn ihr mich fragt, würde ich diese zweite Lösung bevorzugen, denn ich denke, es ist wichtig, dass jemand, der an keine Stadt im Besonderen gebunden ist, auch über ein wenig Gewicht im Rat verfügt. Was sagt ihr?"


Nach einer weiteren Pause fügte sie hinzu: "Was werden wir tun, sollte Altarion versuchen, sienen Anspruch auf den Thron Dragonias irgendwann doch durchzusetzen? Ganz können wir uns um die Königsfrage leider nicht drücken."
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 15:29
Plötzlich war etwas Schwung in die Diskussion gekommen, als Drax einen eher ungewöhnlichen Vorschlag machte. Ein Rat aus mehreren Personen als Ohr, Auge, Mund und vielleicht auch Nase des Jungen.
Der Paladin ging sogar noch einen Schritt weiter und schlug vor, dass nur die Statthalter diesen Rat bildeten.
Und es war Silvana, die ein fünftes Mitglied befürwortete, damit Abstimmungen nicht im Sande verliefen.
Die Diskussion an sich hätte Chiamara zufrieden gestellt. Es belebte, es führte vielleicht auch zu einem Ziel, wenn nicht die Wallonin immer wieder anecken würde.
Diesmal konnte sie es sich nicht verkneifen, auf die anzusprechen, die hier eher unbekannt und vielleicht auch unerwünscht waren. Die Soldatin war jedoch gewappnet und schaute der Schmiedin genauso direkt in die Augen.
Aber Chiamaras Blutdruck stieg gewaltig. Angestachelt von dieser Pose, die Silvana ihnen gegenüber einnahm.
Bevor sie loslegen konnte, sprach jedoch Suffix und das nicht ohne Hingabe.
Chiamara musste grinsen, wie er sich plötzlich ereiferte.
Das war doch eigentlich ihr Part, also mit dem Kopf durch die Tür und danach erst anklopfen.
Bald hörte sie nur noch halbherzig zu.
Sie machte sich Gedanken zu dem ganzen Konstrukt von Statthaltern und Rat und zusammen regieren.
Kam es absichtlich von Drax, wurde es bewusst von Elessar aufgegriffen? Bei Silvana kam ihr gar nichts komisch vor – dass sie neben der Hau-Drauf-Methode sicher auch gerne nach Macht strebte war klar.
Sah denn niemand, dass so das Land in vier Teile zerbrechen konnte? Vier Städte, die ihre eigenen Herrscher hatten. Jeder für sich. Wenn schon ein Rat, dann vielleicht nicht einer, der sich selbst einsetzt?
Hoffnungsvoll blickte sie Armande an, der bisher noch gar nichts zu der Wendung gesagt hatte. Aber fast meinte sie zu glauben, dass auch er es so wollte.
Waren denn alle verrückt hier und nur sie bei Verstand? Oder war sie gerade dabei sich von dem Land, was sie mal verteidigt hatte zu lösen. Würde sie auch für Drachenauge kämpfen und nicht mehr für Dragonia? War sie es noch würdig Hauptmann von Drachenauge zu sein?
Ihr wurde alles zu viel.
Als Suffix geendet hatte, sprach Varnayrah und schien mit ihrer Rede wohl auch die letzten Zweifler umstimmen zu können. Auch sie begann zu schwanken. Der Junge als Retter gegen Côr?
Doch im Moment wusste sie nicht, ob sie sich dem anschließen könnte. Er würde lange brauchen um zu wachsen. Bis dahin könnte Drachenauge schon korrumpiert worden sein und Sha’Nurdra verwachsen unter Schlingpflanzen.
Vorsichtig stand sie auf.
’Bitte entschuldigt. Es kommt vielleicht gerade nicht gelegen. Aber ich glaube dieses süße Etwas ist mir nicht bekommen’, log Chiamara. ’Ich brauche etwas frische Luft.’
Damit schob sie den Stuhl nach hinten und verließ den Saal mit großen Schritten.
Vor der Tür atmete sie tief durch und lehnte den Kopf gegen eine kalte Wand. Was war nur mit ihr los?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 16:46
Sie hätte Drax küssen mögen. Das war ja leichter vonstatten gegangen, als erhofft. Das Reich wurde aufgeteilt, und Silvana erhielt ein Viertel Dragonias zur Verwaltung. Die Wallonenkriegerin unterdrückte ein zufriedenes Grinsen und lehnte sich wieder entspannt zurück. Suffix' Ausbruch nahm sie nicht allzu ernst. Der Barde war bekannt für unangemessenes Verhalten und ausufernde Reden. Sie hörte ihm gar nicht richtig zu, sondern musterte Chiamara eine Weile. Warum die Soldatin Hals über Kopf aus dem Raum stürzte, wusste Silvana nicht einzuordnen. An einem Konfekt lag dies bestimmt nicht.

Was der Kriegerin weniger behagte, war der Vorschlag, den Ratsvorsitz regelmäßig zu wechseln. Sich dagegen zu stellen, würde wenig bringen und höchstens Verdacht erregen. Die Prophezeiung allerdings war ihr neu. Silvana schob die Unterlippe vor und legte die Stirn in Falten. Auf die Frage Varnayrahs gab es eine einfache Antwort - aus Amazonensicht.

"Welche Königsfrage? Der König hat seine Ehefrau so wie das Reich betrogen und verlassen. Es gibt einen potentiellen Nachfolger. Sein Recht ist verwirkt, und wenn es Gewalt kostet, ihm dies deutlich zu machen."
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 19:09
Der Vorschlag von Drax stieß nicht grundlos auf Zustimmung von vielen Seiten. Der Gedanke war ebenso Einfach wie Einleuchtend und Phelan war vermutlich nicht der einzige, der sich fragte wieso er nicht von selbst darauf gekommen war. Sofern sich die Statthalter nicht überwerfen würden, wäre eine stabile Regierung gefunden und die Bevölkerung aus allen Teilen des Landes würde sich wohl damit identifizieren können.

Doch danach kamen einige Vorschläge und Einwände, bei denen es dem Lykaner die Nackenhaare aufstellte. So beschloss er sich – auch wenn hinreichend bekannt war, dass er die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen hatte – zu Wort zu melden. Jetzt da er schon einmal hier war konnte er zumindest versuchen zu einer Lösung, die ihm behagte, beizutragen.

“Ich wüsste nicht was dagegen spricht, wenn die Statthalter, die ohnehin die Verantwortung über große Teile des Landes tragen, gemeinsam auch die Geschicke des ganzes Reiches lenken.“, meinte er. “Doch gebe ich zu bedenken, dass zu viele Köche den Brei verderben. In diesem Reich gibt es vier große Städte und so scheinen mir vier Ratsmitglieder bestehend aus den drei Statthaltern und einem Stadtrat aus Sha’Nurdra angemessen. Warum die Anwesenheit eines Kindes und seiner Aufpasser nötig sein sollte ist mir ebenso unklar wie der Einfluss, den diese Prophezeiung angeblich auf die heutige Entscheidung haben soll. Falls sich diese Weissagung auf den Prinzen bezieht werden wir sie wohl kaum daran hindern sich zu erfüllen. Aus einigen Geschichten, die ich gehört habe, glaube ich entnommen zu haben, dass es ebenso gefährlich wie sinnlos ist Einfluss auf das Eintreten wahrer Prophezeiungen nehmen zu wollen. Ich halte es von daher für unnötig besondere Rücksicht darauf zu nehmen.“
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2009, 20:27
Nachdem Christian sich geäußert und wieder gesetzt hatte, schlug Drax eine andere Lösung vor, die sich erstmal nicht schlecht anhörte. Elessar stimmte mit dem Gevatter soweit überein, weswegen der Hohentürmler sich nun heraushielt, solange die Diskussion der eigentlich Stimmberechtigten lief. Zwar hatte so ein Rat auch den Nachteil, dass sich die Statthalter vor wichtigen Entscheidungen zuerst zusammensetzen mussten, aber durch die Kommunikationskristalle, die die Städte und das Königspaar damals von Tar'Ciriyatan erhalten hatte, waren auch dringende Fälle schnell lösbar. So nickte der Magier schließlich nur leicht, die Feinheiten überließ er dann doch den derzeitigen Amtsträgern.

Als Varnayrah von einer Prophezeiung erzählte, nach der Thar'Vaiyon wohl eines Tages König sein sollte, wenn man Côr wirklich bezwingen wollte, wurde der Blick des ehemaligen Statthalter wieder nachdenklich. Nun, man würde sehen, wie sich das neue Herrschaftsmodell schlagen würde. Im Notfall konnte Varnayrah immer noch mit der Unterstützung des Magiers rechnen, um Dragonia selbst zu beschützen, sei es vor äußeren oder inneren Gefahren.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Freitag 01 Mai 2009, 13:00
De Lesthat hatte die Diskussion schweigend verfolgt und seine Aufmerksamkeit mehr darauf gelegt Chiamara immer wieder mit einem feinen Lächeln zu beobachten. Jetzt allerdings hatte sie den Raum verlassen und ihm somit die Möglichkeit genommen Einfluss auf sie zu nehmen. Der Marquis ließ seinen Blick über die Runde wandern. Der Vorschlag des Rates spielte ganz in seine Hände. Umso größer würde sein Einfluss werden - und der Silvanas. Wenn alles gut lief würde auch sie bald ein dunkler Teil dieses Spiels werden, und damit hätte sich Côrs Einfluss schon auf die Hälfte des Landes ausgebreitet. Er musste nur zusehen, das ihr Einfluss auch groß genug wurde und das sie es letztendlich schaffen konnten das der Prinz seinen Thron niemals bestieg.

Der Einfall des Statthalters Hammerhall ist geradezu grandios. Ein Rat von Statthaltern wird sicherlich vom Volk anerkannt, da es sich gut vertreten fühlt. Doch sollte an dessen Spitze der Herrscher des Volkes stehen. Ich halte nichts von wechselnden Ratsvorsitzenden. Stellt Euch vor die Stimme des Ratsvorsitzenden würde eine Entscheidung bringen - drei Monde später würde der nächste Vorsitzende sie wieder umstoßen. Nein, wir brauchen eine klare Linie, so das einmal gefällte Entscheidungen immer ihre Gültigkeit behalten.

Er nahm sein Glas und trank einen Schluck Wein, bevor er fortfuhr.

Allerdings halte ich Thar'Vaiyon immer noch für zu jung um wichtige Entscheidungen zu treffen und somit halte ich es für falsch ihm schon eine Stimme zu geben. Ich bin immer noch dafür, das die Königin seine Position so lange übernimmt bis er alt genug ist - doch wenn Ihr zwei andere Vertreter vorzieht Majestät, so gebt diesen beiden gemeinsam eine Stimme, so das sich der Rat auf fünf Stimmen beläuft.

Was König Altarin angeht - so schließe ich mich meiner Vorrednerin an. Er hat das Land und seine Frau schändlich im Stich gelassen und für ihn galt auch niemals das Erbrecht - er wird dieses Land nicht mehr regieren, ganz gleich wie sehr er es auch versucht. Und Lady Silvana, Ihr habt ebenso Recht damit das sich nicht alle Statthalter gut kennen - doch wir werden sicherlich Mittel und Wege finden dies zu ändern.


Er warf der Amazone ein charmantes Lächeln zu und lehnte sich wieder in seinem Stuhl zurück.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Sonntag 03 Mai 2009, 10:10
Vor dem Saal hörte die Soldatin gedämpfte Stimmen. Nichts war wahrnehmbar von dem was dort drinnen vorging. Und je mehr sich Chiamara einbildete, dass dort eine Entscheidung zugunsten der vier Statthalter getroffen wurde, je mehr verkrampfte sich ihr Magen.
Sie war doch nur Hauptmann. Auf ewig den Befehlen anderer ausgeliefert.
Auch das kotzte sie an. Aber gehörig.
Die Ostländerin hatte es satt. Dabei war sie doch nur hierher gekommen um den oder die Mörder ihrer Tochter zu finden.
Und nun wurde sie hineingezogen in irgendwelche Spielchen darum, wer was zu sagen hatte.
Nochmal atmete sie tief durch, schlug ihre Stirn zwei- dreimal gegen die Wand, auch wenn die Wachen sie sehr wahrscheinlich schräg dabei anschauten.
Und dann, so plötzlich, wie sie aus dem Saal gestürmt war, kam sie wieder zurück.
Offenbar hatte Lesthat gerade geendet zu sprechen. Sie vernham noch seine samtene Stimme.

Chiamara räusperte sich und begab sich zu ihrem Platz, blieb aber hinter dem Stuhl stehen.
'Ich habe - glaube ich - schon zu vielen gehrochen müssen. Und allzu oft war ich mir nicht sicher, ob die Entscheidungen getroffen wurden so richtig waren. Teilweise haben sie sich im nachhinein auch mal als totaler Reinfall entpuppt.
Nun, diesmal möchte ich nicht diejenige sein, die immer alles hinnimmt und einfach gehörcht. Immerhin geht es hier auch um das Land meiner Mutter.'

Dabei blickte sie eindeutig Armande an, auch wenn ihr Blick nicht böse oder trotzig wirkte.
'Die Idee einen Rat zu gründen, der den Jungen hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen, halte ich für weise. So kann nicht nur einer seinen Einfluss auf Thar'Vaiyon ausüben. Für etwas unglücklich halte ich, dass sich die Statthalter selbst für einen solchen Posten vorschlagen. Kommen da Belange der Stadt nicht in Konkurrenz mit denen des Landes. Haben vielleicht nachher die Statthalter ihren Blick für das wesentliche der Stadt verloren. Ich glaube da gibt es immer ein entweder oder, ein für und wider.'
Dabei hatte sie jeden anderen an diesem Tisch angesehen. Jeden Statthalter.
'Ich möchte mich nicht gegen die Entscheidung für die Statthalterregelung und eventuell eines fünften Ratsmitgliedes stellen. Vielleicht ist es ja auch die beste Lösung. Aber wem unterstehe dann ich. Dem Statthalter Drachenauges? Was, wenn sich die Städte dann doch zerstreiten, sich innerhalb des Rates Unstimmigkeiten auftun. Muss ich dann gegen einen Freund zum Beispiel aus der Nightoner Kaserne...', dabei blickte sie zu Phelan
'..kämpfen, weil es mein Statthalter so befiehlt? Dann würde ich gegen einen meines Volkes kämpfen, ein Teil von dem was mich ausmacht. Dagegen wehre ich mich. Ich möchte, dass darüber nachgedacht wird, dass jede Städtekaserne nicht ihren Statthaltern unterstellt sind, sondern auch nur dem Rat. Und ich werde nur das ausführen, was im Rat einstimmig beschlossen wird. Vielleicht kann das auch besser geregelt werden, aber so ist meine erste unter Bauchschmerzen entwickelte Version. Ich danke fürs zuhören!'
Damit setzte sie sich endlich auf ihren Stuhl und schaute mit zitternden Händen in die Runde.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sonntag 03 Mai 2009, 19:08
Phelan und der Marquis sprachen aus, was sich Silvana dachte. Erleichtert und höchst zufrieden streckte sie die Beine von sich und lehnte sich bequem gegen die Sessellehne. Sie nickte dem Statthalter von Nuru zustimmend zu und erwiderte sein Lächeln, auch wenn es weitaus weniger charmant wirkte. Vielmehr ein klein wenig wölfisch.

Da kehrte Chiamara in den Saal zurück und gab ihre Meinung zum Besten. Silvanas Gesicht umwölkte sich. Die Hauptmännin aus Drachenauge hatte sich kaum gesetzt, als Silvanas sich wieder nach vorn lehnte und gegen den Vorschlag aufbegehrte.

"Ich bin dagegen, dass sich die Kasernenleitung von den Statthaltern freizumachen versucht. Wenn ich als Statthalterin die Interessen der Stadt vertrete und für denen Wohlergehen und Sicherheit verantwortlich bin, dann kann ich unmöglich eine Stadtwache in meiner Stadt dulden..." Silvanas Stimme wurde lauter. "...die ihre eigenen Interessen und Ansichten vertritt und jeden Auftrag von meiner Seite erst mit dem Rat diskutieren muss. Da wäre jede Stadt schneller vom Feind überrannt, als die Frau Hauptmann den Rat einberufen hat. Da ist die Gefahr groß, dass die Armee im Falle eines Angriffs die Führung über die Stadt übernimmt und die Statthalter die Spielbälle der Kasernen werden und keinerlei M..." Sie schluckte das Wort Macht, ehe es ihr über die Lippen rutschen konnte. "...Verantwortung mehr tragen."
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2009, 14:19
Chiamara war jetzt so richtig in Fahrt. Silvana hatte genau das angedeutet, worum es hier offenbar wirklich ging.
'Das ist es doch, wonach hier offenbar ein paar hier in der Runde lechzen: MACHT! Sprecht es ruhig aus, Silvana. Genau darum geht es doch. Macht in dem Rat und damit über Dragonia und Macht über die eignen Stadtwachen und damit über die Stadt. Und die Soldaten sollen schön still halten und gehorchen.'
Sie schluckte die Galle hinunter, die ihr unangenehm aufstieß.

'Ich weiß, dass es für einen Hauptmann nicht einfach wäre in einem Ernstfall erst auf die Entscheidung des Rates zu warten. ich wollte nur darauf hinweisen, wie gefährlich es ist, dass die Statthalter auch gleichzeitig Ratsmitglieder wären. Unstimmigkeiten im Rat würden sich hochschaukeln, bis ein Bürgerkrieg ausbricht, weil die Fronten verhärtet sind. Was tut man nicht alles für ein bisschen mehr MACHT.'
Sie blickte zu Phelan. Dann zu Björn. 'Verzeih' sagte sie leise zu ihm. Entschlossen blickte sie auf.

'Ich weiß, dass es sein kann, dass vielleicht die Jahre bis der Junge groß genug ist, nichts passiert. Aber vielleicht kommt auch schon im nächsten Frühjahr der große Krach. Und mir will doch keiner erzählen, dass die Statthalter hier immer alle friedlich zusammen auskommen?' Dabei schaute sie direkt Silvana an, die ja bekannt war für ihre Unbeherrschtheit. 'Ich kann und will keinem in meinem Kasernenhof zumuten, gegen seinesgleichen zu kämpfen. Da finden sich sicher andere, skrupellosere Menschen. Dann, werter Statthalter Hammerhall, würde ich die Kaserne so lange leiten, bis ich meinen Posten unbesorgt meinem Nachfolger übergeben kann und ziehe mich lieber irgendwohin zurück, wo ich mit dem Theater nichts zu tun habe.'

Und weil sie gerade so richtig in Stimmung war zischte sie auch noch Suffix an, so dass es alle mitbekamen:
’Und jetzt sag du mir nicht, was ich alles nicht hätte sagen sollen. Und ich weiß, dass ich morgen früh die Hälfte davon bereuen werde.’
Jetzt war es das wohl also mit dem Hauptmann. Vorbei. Übergabe und dann wohl erstmal im Orden zur Ruhe finden. Einige würden sich sicher darüber freuen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2009, 14:31
Der Marquis erwiderte Chiamaras Blick ohne wegzusehen. Hatte die Soldatin zuvor noch sehr temperamentvoll gesprochen, so klang sie jetzt ruhig, auch wenn sie den Tanz auf dem politischen Parkett noch immer nicht gut beherrschte, wie sich bei ihren Worten heraus stellte. Denn schon Silvanas Antwort brachte ihr Temperament dazu wieder auszubrechen. Schlichtend hob der Marquis die Hände. Er lächelte Chiamara zu und beugte sich leicht zu ihr vor während er in einem sehr sanften Tonfall zu ihr sprach:

Aber Lady de Lorn - ich glaube Ihr seid Euch nicht darüber bewusst, was Ihr  da sagt. Nehmt einmal die momentane Situation. Ihr seid dem Statthalter Drax Hammerhall unterstellt obwohl es einen König gibt, nicht wahr? Würde Euer Statthalter aus welchem Grund auch immer befehlen Nighton anzugreifen - würdet Ihr es nicht tun? Falkenstein, würdet Ihr mir den Gehorsam verweigern wenn ich Euch gegen Drachenauge schicken würde?

Er warf seinem Oberleutnant einen kurzen Blick zu.

Selbstverständlich nicht Marquis. Ihr würdet gute Gründe dafür haben.

De Lesthat sah wieder Chiamara an.

Seht Ihr. Er vertraut mir. Aber warum sollte sich an dieser Situation etwas ändern, nur weil ich Mitglied eines Rates werde der über Dinge entscheidet die das ganze Land betreffen? Misstraut Ihr Sir Hammerhall wirklich so sehr, das Ihr ihm die richtigen Entscheidungen nicht mehr zutraut sobald er Teil des Rates ist?

Der Marquis schüttelte leicht mit dem Kopf.

Das mag ich nicht glauben. Abgesehen davon das Lady da Remyth Recht hat - die Städte brauchen die Soldaten um sich schnell verteidigen zu können - gerade Nuru das an der Grenze zu Taros liegt würde überrannt werden. Wenn ein Angriff erfolgt habe ich nicht die Zeit eine Versammlung einzuberufen sondern muss schnell handeln können, sonst liegt die Stadt in Schutt und Asche bevor die Versammlung stattgefunden hat..
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2009, 14:36
"Genug damit Panik zu schüren!" Silvana schlug mit der Faust auf den Tisch und streckte dann den Zeigefinger nach Chiamara aus. "IHR seid es doch, die für die Armee Eigenständigkeit verlangt. Ihr wollt uns weismachen, dass Ihr damit keine Macht in Händen hieltet? Nichts leichter als Statthalter und Ratsmitglieder abzusetzen, wenn die Soldaten keinem unterstehen außer sich selbst. Ihr tut ja gerade so, als gäbe es unter Euresgleichen niemanden, der skrupellos genug wäre die Macht des Reiches an sich zu reißen."

Silvana brauchte da nur an Hartmann zu denken. Wenn diesem Kerl nur ein Fünkchen Freiraum gewährt würde, war Nighton schneller ohne Statthalter als die Wallonin Puh sagen konnte. Ihr Blick wanderte zu Phelan hinüber. "Seid Ihr derselben Meinung, werter Herr Oberleutnant?"

Sie vermied es ihn zu duzen oder gar Rion zu nennen, um ihn nicht zu kompromittieren. Eine zu enge Vertrautheit mit der Statthalterin konnte dem Vertreter des Hauptmanns mehr schaden als nutzen.

Der Marquis sprang zur Verteidigung der Idee ein. Silvana kam nicht umhin, seine Ruhe zu bewundern. Und seine Redegewandheit. Schon allein dafür hätte sie ihm auf die Schulter klopfen mögen. Wenn er mit seinen Worten es nicht schaffen konnte, Chiamara zu besänftigen, dann hatte Drax die falsche Entscheidung mit seiner neuen Hauptmännin getroffen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2009, 14:55
Genau so hätte er es sich auch denken können. Die ganze Beherrschung fiel von Chiamara ab, Suffix fiel in sich zusammen, so wird das nie was mit ihr, dachte er dabei resignierend. Und zu guter Letzt fauchte sie ihn auch noch an.

Womit wieder bewiesen wär', wie sehr ihre meine Ratschläge beherzigen wolllt’" doch es war eh vergebens.
Dabei hatte sie ja nicht einmal so unrecht mit ihrem Argumenten, aber musste sie in diesem Fischbecken so auftreten? Was konnte sie damit gewinnen. Obwohl, Silvana war da von gleichem Holz gefertigt. Ganz im Gegensatz zum Marquis,d er die feinere Klinge führet und damit immer wieder einmal punktete.
Er persönlich hielt nach wie vor, die Varnayrahlösung mit den 2 zusätzlichen Stimmen und den 4 Statthaltern + abwechselnden 2 für einen von ihnen als die beste Lösung, aber er hatte das nicht zu bestimmen. Die Argumente von Silvana, dass da immer wieder alles vom zuvor bestimmten zurückgenommen werde, war lächerlich. Diese Gefahr bestand doch immer, wenn man es mit wechselnden Personen zu tun hatte. Wirklich schlecht musste das nicht sein und früher oder später würde sich das mit dem zurücknehmen schon einspielen. So etwas brauchte Zeit. Und so war auch garantiert, dass sich niemand zu sehr an seine Macht gewöhnen konnte.
Alles in allem waren die Entscheidungsträger nicht zu beneiden. Suffix bereute es nicht mitgekommen zu sein und so etwas mal miterlebt zu haben, auch wenn Silvana keinen Hehl daraus machte, dass sie seine Anwesenheit zutiefst missbilligte. Aber hatte ihn das zu kümmern? Nein, ganz bestimmt nicht.
Und wenn, werte Chiamara, Ihr Euch beim nächsten Mal wieder so tolle beraten lassen wollt’, stehe ich gerne zur Verfügung, allein, dass diese Wallonin wieder Gift und Galle spukt“ und das fand Suffix dann sogar wieder ein wenig komisch.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2009, 15:26
Silvanas Worte trafen sie in keiner Weise.
Doch was mischte sich jetzt Lesthat in die Sache ein und warf ihr noch vor, dass sie Drax misstrauen würde?
’Ich vertraue Drax voll und ganz, aber…’ Das: „sonst keinem“ ließ sie offen im Raum stehen.
In Gedanken fügte sie noch hinzu:
Auch dir Armande, der sich wie ein Schlange um alles herum schlängelt und dabei offenbar deinem Ziel immer näher kommst
Selbst Suffix sprach spöttische Worte und langsam hatte sie den Verdacht, dass sie sich verändert hatte und nicht die anderen am Tisch. Sie war nicht mehr die stille, pflichtgemäße Frau.
Hart und unbeugsam, waren die Eigenschaften, die ihr einfielen. Nicht aufopfernd oder auch liebevoll.
Was hatte sie bloß dazu werden lassen. Sie beruhigte sich und sprach ganz gelassen:
’Bei meinem Statthalter weiß ich, dass er seine Leute auch nicht einfach opfern würde. Drax, ich entschuldige mich, Euch mit meinen Worten angeschuldigt zu haben.
Dabei beließ sie es.
’Ich glaube, der Königin ist sich über das Risiko bewusst und wird überlegte handeln. Denn immerhin geht es um ihren Sohn und um die Prophezeiung.’
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2009, 15:51
Der Marquis schien zufrieden damit, die drohende Eskalation abgewendet zu haben.

Sicherlich Lady de Lorn, die letztendliche Entscheidung liegt nicht in unserer Hand.

Er lächelte erneut und sah Varnayrah an, offensichtlich war er der Meinung das es nun an ihr wäre das Wort zu ergreifen. Da diese scheinbar noch einen Moment brauchte um sich zu sammeln, wandte sich de Lesthat noch ein weiteres Mal an Chiamara, jetzt allerdings leiser, so das klar war das seine Worte nicht zur momentanen Debatte gehörten sondern an sie persönlich gerichtet waren.

Ich habe im Übrigen noch ein Anliegen an Euch Lady de Lorn.

Seine dunklen Augen suchten ihren Blick und versuchten ihn einzufangen.

Ich würde mir gern im Anschluss an diese Sitzung die Kaserne Drachenauges von Euch zeigen lassen, wenn ihr und Eure Zeit...

er warf Björn einen kurzen Seitenblick zu

...  es erlauben. Ihr wisst ich bin noch nicht lange im Amt und würde mir gern die unterschiedlichen Kasernen ansehen - vielleicht gibt es Verbesserungen, die wir uns in Nuru auch aneignen können.

Noch immer lag das unverbindlich höfliche Lächeln auf seinen Lippen, das nicht verriet ob er wirklich die Kaserne besichtigen wollte - oder ob etwas anderes der Grund für sein Anliegen war.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2009, 22:56
Während die Anwesenden, allen voran Chiamara und Silvana, anfingen schön über die Kompetenzen von Rat und Militär zu streiten und Phelan die Prophezeieung in den Wind schlug, wurden Varnayrahs Augen hart wie Glas. Hier gaben die Versammelten wirklich ein schönes Beipsiel davon ab, wie gut dieser Rat funktionieren würde. Es war wirklich kaum zu glauben. Offenbar hatten die meisten Menschen tatsächlich nichts anders im Kopf als ihren persönlichen Machtgewinn. Es war kaum zu ertragen. Nun, für sie wäre das bald alles vorbei. Sie würde sich nach Sha'Nurdar zurückziehen und dann... sollten sie sich doch alle gegenseitig zerfleischen, die unbeherrschte Chiamara, die arrogante Wallonin und der aalglatte Marquis! Jetzt war sie es, die eine Pause dringend brauchte. Ziemlich abrupt stand sie auf. "Ich denke, wir unterbrechen die Diskussionen hier für eine Weile.", sagte sie kühl. "Ich danke allen für eure ehrlichen Beiträge. Ich werde mich mit Björn beraten und entscheiden, wie wir den Rat am besten umsetzen können. Dessen Einsetzung wird meine letzte Amtshandlung als Königin sein. Nun, ich denke, Getränke und Essen stehen genug bereit, wenn ihr sonst noch etwas braucht, sagt Bescheid."

Varnayrahs Tonfall war weiterhin höflich, auch wenn sie grade bestimmt dem einen oder anderen über den Muind gefahren war. Sie hatte auch zu Anfang keineswegs vorgehabt, die Entscheidung letztendlich an sich zu reißen, aber anders kam man wohl nicht mehr weiter. Mit Björn und Ancalagon zog sie sich in den Garten der Burg zurück, wo sie sich lange berieten. Es fiel der Waldelfe sehr schwer, zu entscheiden, was das Richtige für das Reich sein könnte, und letztendlich stimmte sie dem zu, was Björn für das Klügste hielt. Dann wurden rasch ein paar Boten ausgesandt, zu einigen Leuten, die sie nun dringend brauchen würde.

Nach etwa einer Stunde gingen Bedienstete herum, um die Ratsmitglieder wieder in den Saal Siraiyons zu rufen. Als alle wieder Platz genommen hatten, traten auch Varnayrah, Ancalagon und Björn wieder ein, und begleitet wurden sie von der ehrfurchtgebietenden Gestalt Siraiyon Sturmtänzers und einem nicht grade vornehm wirkenden Soldaten, den wohl nur einige hier kannten - Sir Samuel Mumm, den Komandeur der Stadtwache von Drachenauge. Und dann war da noch der völlig unauffällige Javelin, der Mann, den man eigentlich sofort wieder vergessen würde, kaum dass man ihn gesehen hatte - ihn kannte nur Silvana näher. Varnayrah wartete, bis es ruhig wurde, ehe sie das Wort ergriff.

"Ihr alle habt mir viel zu denken gegeben, und ich habe versucht, aus allen gemachten Vorschlägen und Bedenken das Beste für Dragonias Zukunft herauszuholen. Nun, so habe ich entschieden:
Dragonia wird von einem Rat regiert, nicht mehr von einem einzelnen König. Dem Rat werden angehören: Die drei Statthalter Drachenauges, Nightons und Nurus sowie ein Vertreter des Stadtrates von Sha'Nurdra. Es wäre mir ... eine große Erleichterung, wenn Du das machen würdest, Elessar. Weiterhin wird dem Rat Sir Samuel Mumm angehören, der der neue Heerführer des dragoniaschen Heeres sein wird. Da Sir Georg vom Drachenstein mit Altarion ging, musste dieses Amt ja neu besetzt werden. Sir Samuel ist für seine Unbestechlichkeit und sein natürliches Misstrauen jeglicher Autorität gegenüber bekannt, so dass er für den Rat hervorragend geeignet sein dürfte."
Die Königin lächelte knapp. "Den Ratsvorsitz hat der jeweilige König oder die jeweilige Königin inne. Der König hat zwei Stimmen im Rat, alle anderen Mitglieder eine, so dass bei einem Gleichstand der König die letzte Entscheidung trifft. Damit entfallen vier Stimmen auf die Vertreter der Städte und drei auf von den Städten unabhängige Entscheidungsträger. Jedes Ratsmitglied darf sich natürlich von Beratern helfen lassen, diese haben jedoch keine eigene Stimme im Rat. Über die Nachfolge der einzelnen Ratsmitglieder entscheidet der Rat gemeinsam, und das gilt auch für den nächsten König. Es kann nicht sein, dass Herrschaft allein von den Zufällen der Geburt abhängt. Jedoch hat jedes Ratsmitglied das Recht, seinen direkten Nachfolger vorzuschlagen. Der Rat hat dann über diesen Vorschlag abzustimmen."

Varnayrah trank einen Schluck und sah den Anwesenden in die Augen, ehe sie fortfuhr. Sie versuchte, abzuschätzen, wie sie da gesagte aufnahmen. "Altarion wird das Recht, über Dragonia als König zu herrschen, aberkannt. Seine Nachfolge tritt ab sofort Taliesin Thar'Vaiyon an, doch da er noch zu jung ist, werden ihn bis zur Reife Björn Oleson und Siraiyon Sturmtänzer im Rat vertreten. Die Stadtwachen, Hauptmann de Lorn, unterstehen natürlich weiterhin den einzelnen Statthaltern, wie das schon immer der Fall war, jedoch übernimmt in Kriegszeiten, wenn das ganze Land bedroht ist, Sir Samuel als Heerführer den Oberbefehl über alle Streitkräfte des Landes, zu denen auch die Stadtwachen gehören - das ist aber auch nichts Neues.

Nun, dann gibt es noch ein paar Dinge zu regeln, ehe der Rat zu seiner ersten Sitzung zusammenkomt... es gibt ein paar Positionen, die ich zur Sicherheit meines Sohnes und des Landes neu besetzt haben möchte. Die Ämter der Geheimräte, der persönlichen Berater des Königs, werden von Björn und Siraiyon übernommen, die Taliesin ja auch im Rat vertreten. Das Kommando über die Palastwache einschließlich der königlichen Garde erhält Javelin. Die von Altarion eingeführte Oragnisation, die sich die Sinne Dragonais nennt und die den allermeisten hier nicht bekannt sein dürfte, wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Eine Organisation, die nur dazu dient, die eigenen Bürger auszuspionieren, hat in einem freien Land nichts verloren. Und zuguterletzt..."


die Waldelfe sank ein bisschen in sich zusammen, dies hier war fast zuviel für sie gewesen, "möchte ich noch bekanntgeben, dass meine Ehe mit Altarion vor dem Abt der Kathedrale hier aufgelöst werden wird. Da ich nun nicht mehr die Frau eines Königs bin, sondern nur noch die Mutter eines Kindkönigs, der noch nicht selbst entscheidet, lege ich das Amt der Königin von Dragonia nieder. Diejenigen unter euch, die mich kennen, wissen, dass ich es überhaupt nur widerwillig auf mich genommen habe. Da ich bin, was ich bin, die Windsängerin und Botin Vardas, werde ich weiterhin allerdings für die Clans der Elfenwälder sprechen, wenn es nötig wird. Außerdem werde ich natürlich weiterhin, zusammen mit Björn, Sir Samuel und Siraiyon, versuchen, Taliesin Thar'Vaiyon so gut wie möglich auf seine Zukunft vorzubereiten. Seine Krönung wird Anfang des nächsten Mondes stattfinden - dies geschieht, damit wir klare Verhältnisse haben, sollte es Altarion doch irgendwann einmal einfallen, hier im Land wieder Macht zu beanspruchen. Ich denke, damit wäre das Wichtigste geregelt. Ab jetzt überlasse ich alles dem neuen Rat." Die Waldelfe lächelte. "Einschließlich der Entscheidung, was mit den Würdenträgern geschehen soll, die Altarion am meisten ergeben waren - den ehemaligen Geheimräten Belethar von Eschweiler und Gunnar von Norgathrond, dem Anführer der Sinne Lord Vetinari, dem ehemaligen Kommandeur der Garde Jergan von Durenald und dem ehemaligen Hauptmann der Palastwache Eorl von Weidenfels. Wenn es keine Fragen mehr an mich gibt, werde ich mich auch zurückziehen."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 05 Mai 2009, 13:14
Königstreue schien ein Fremdwort in diesen Landen zu sein. Die Diskussion, die der Zwerg wohl erwartet hatte, entzündete sich an ganz anderen Punkten als vermutet. Wieviel Macht sollten die Städte, wieviel das Militär haben?

Unangenehm fiel ihm Silvana auf, die es durch ihre Art schaffte, seine Hauptfrau jegliches diplomatisches Gespür vermissen zu lassen. Impulsiv und in seinen Augen auch ein wenig kurzsichtig sprang Chiamara auf die offensichtlichen Provokationen an. Wenn Drax da an Theremon zurückdachte... hatte der alte Haudegen mit seinem Vertrauen in Chiamara doch unrecht gehabt? Drax verwarf diesen Gedanken schnell wieder. Es war eine gute Wahl, zu der auch er voll und ganz stand. Sie war schlicht und ergreifend noch sehr jung und unerfahren. Und er selbst war auch kein Diplomat und brachte es trotzdem manchmal ganz gut hin, wie einer zu erscheinen. Daher ging er über ihren persönlichen Angriff auch einfach hinweg und quittierte ihre Entschuldigung mit einem gutmütigen Lächeln. "Es ist keine Entschuldigung notwendig. Ich weiß, dass Ihr gute Arbeit leistet und mir persönlich ist ein offenes Wort tausendmal lieber, als nichtssagendes Herumwinden. Ich weiß, dass ich mich auf Euch verlassen kann."

Mit diesen Worten stärkte er Chiamara ganz offen den Rücken, denn es war ihm nicht verborgen geblieben, dass ihr impulsiver Ausbruch für das ein oder andere Stirnrunzeln gesorgt hatte.

Varnayrah kam wieder mit ihrer Entscheidung. Drax wusste, dass sie nie Königin sein wollte und doch war sie es in diesem Moment stärker als er es jemals zuvor erlebt hatte. Die ganze Sache mit Altarion nahm sie mit - das wusste er irgendwie, auch wenn man es der Waldelfe nicht unbedingt ansah - und doch vermochte diese zierliche Person Dinge auszuhalten, an denen jeder andere gescheitert wäre. Als die scheidende Königin geendet hatte verneigte sich der Zwerg. Nicht Unterwürfigkeit, sondern tief empfundener Respekt veranlasste ihn dazu.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 05 Mai 2009, 22:44
Sir Samuell Mumm, der frischgebackene Kommandeur des dragonischen Heeres, war ein erfahrener Kämpfer von ungefähr 40 Sommern. Er hatte sich im Heer von unten hochgearbeitet anstatt wie viele Offiziere aus adeligen Familien direkt in höheren Positionen einzusteigen - seine Herkunft war auch ganz und gar nicht edel, er war der Sohn eines Zimmermädchens einer eher preiswerteren Hafenschenke und eines unbekannten Seemannes. So hatte er das Soldatenleben in allen seinen Facetten kennengelernt und besaß nun einen wirklich reichen Schatz an Erfahrungen. Dazu kam ein wacher Verstand, scharfe Beobachtungsgabe, eine gute Menschenkenntnis, und eine gesunde Skepsis gegenüber Adel, Geburtsrecht und überhaupt jeder Autorität sowie eine Abscheu gegen Speichelleckerei. Blinder Gehorsam war ihm fremd, er hinterfragte grundsätzlich alle Befehle und war seinen Vorgesetzten regelmäßig derartig auf die Nerven gegangen, dass sie keinen anderen Ausweg sahen, als ihn immer weiter die Karriereleiter hochzuschieben, wo er seiner Varnatwortung zu ihrem Ärger mehr als gerecht wurde. Samuel Mumm war ein Fußkämpfer, der alle Tricks beherrschte und auch anwandte - von Ehre im Kampf hielt er nicht allzuviel, letztendlich ging es immer nur um eins: ums Überleben. Seine Taktiken als Truppenführer waren gradlinig und sehr wirkungsvoll.
In Drachenauge hatte Björn ihn kennen und schätzen gelernt und ihn schließlich Varnayrah für den neuen Posten vorgeschlagen. Varnayrah hatte nach einem kurzen Gespräch mit dem Mann zugestimmt.

Nun saß er also als Ratsmitglied in der Regierung Dragonias. Darüber konnte er sich eigentlich nur wundern - wenn er einmal Zeit zum Nachdenken hatte. Er wartete stumm auf seinem Platz ab, bis alle Varnayrah eventuelle Fragen gestellt und die ehemalige Königin verabschiedet hatten. Erst als sie mit Ancalagon den Saal verließ, stand er auf und sah die Versammelten der Reihe nach an, ehe er das Wort egriff.

"Ich werde keine langen Reden schwingen. Ich bin als Heerführer und Soldat hier, und als solcher werde ich im Rat entscheiden und stimmen. Mein Rat, was die ... scheidenden Würdenträger Altarions angeht: findet für sie irgendwelche netten, bequemen Außenposten auf den Singenden Inseln, beispielsweise. Dort sind sie keinem im Wege und können nicht viel Unheil anrichten. Ich würde ihnen aber zuverlässige Begleiter mitschicken - nicht, dass sie sich auf dem Weg verirren und zufällig in Cormyr landen. Wir wollen seine gewesene Majestät doch nicht mit dem nächsten Schiff und einem Heer aus Cormyr wieder hier haben, um Dragonia für sich zurückzuerobern.
Und da wäre noch etwas - wir sollten dem Volk Einigkeit demonstrieren. Zwischen den Städten, meine ich. Das Volk dürfte verunsichert genug sein, und das ist nie gut. Ich möchte meienn Teil dazu mit einer Reform der Heerstrukturen und der Strukturen der Stadtwachen beitragen. Sie bieten im Moment ein Musterbeispiel an Unordentlichkeit und Unübersichtlichkeit, was die einzelnen Ränge angeht. Ein Feldwebel in Drachenauge ist etwas ganz anderes als in Nighton oder im stehenden Heer, beispielsweise. Ziemlich unpraktisch, wenn es mal zu einer echten Bedrohung kommt, was ja gar nicht mal so selten geschieht. Mein Vorschlag: Fünf einfach gegliederte Ränge, deren Kompetenzen klar untergliedert sind, die für sämtliche Truppen des Landes Landes gelten und überall im gleichen Rahmen besoldet werden:

Wache, 100-150 GM Sold,
Kämpe, 150-200 GM Sold,
Dragoniter: Vorgesetzter einer Gruppe von ca. 5-10 rangniedrigeren Soldaten , 250-300 GM Sold
Dragoleutnant: von 2-3 Lanzen, 400-450 GM Sold
Hauptmann: Anführer der Stadtwache oder einer größeren Einheit im Heer (zb der gesammten leichten Infanterie), 500-550 GM Sold

Dazu kommt meien Wenigkeit als oberster Heerführer. Klar, einfach, zweckmäßig, verständlich. Gibt es bessere Lösungen?"


Samuel Mumm sah nicht so aus, als erwarte er dies, als er sich wieder setzte.
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 06 Mai 2009, 19:01
Die Diskussion schien aus dem Ruder zu laufen, als Silvana und Chiamara, zum Glück letztendlich nur verbal, sich in die Wolle bekamen und auch der Marquis eher Silvanas Position scheinbar stärkte. Doch als Varnayrah schließlich aufstand und bekanntgab, sich für eine endgültige Entscheidung zurückzuziehen, nickte Christian der Waldelfe aufmunternd zu, bevor er selbst sich an Speis und Trank gütlich tun wollte.

Nach gut einer Stunde wurden sie wieder zur Verkündung zusammengerufen. Die Entscheidung der Windsängerin hätte kaum besser sein können, zumindest aus der momentanen Sicht des Hohentürmlers. Am liebsten würde er die Waldelfe dafür umarmen, doch das wäre in diesem Kreis etwas zu viel des Guten gewesen, weswegen er es lediglich bei einem Lächeln in ihre Richtung beließ.

Als der soeben ernannte Heerführer schließlich gleich mit seiner Meinung zu Altarions Vertrauten und einer Militärreform auf sich aufmerksam machte, wusste Christian nicht, ob der ernste Gesichtsausdruck des Soldaten nur gespielt oder ernst gemeint war. Aber da es hier im Rat eigentlich um ernste Angelegenheiten gehen sollte, nahm auch der ehemalige Statthalter Nightons eine ernstere Miene an. Für Sha'Nurdra waren militärische Ränge ohnehin nur eine unbedeutende Sache, da die dort zahlenmäßig vorherrschenden Waldelfen sich nichts daraus machten. So flüsterte er Elessar nur wenige Worte als Berater zu.


Aus Gründen der Einigkeitsdemonstration sollte Sha'Nurdra hier zustimmen, sonst heißt es noch, wir interessieren uns nicht für das Reich.

Aber auch ohne diesen Hinweis hatte der Magier keine Bedenken, dass Elessar dieses Vorgehen ohnehin wählen würde.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 07 Mai 2009, 16:47
Der Marquis war gerissen und nicht aus der Ruhe zu bekommen. Er wusste genau was er wollte und er war sich seiner Sache sicher. Ein klein wenig keimt Hass gegen ihn, aber mehr war es die Wut.
Wut gegen sich selbst und jeden hier in der Runde, ein paar jedoch ausgenommen.

Drax hingegen war souverän. Er gehörte zu denen, denen die Soldatin immer beiseite stehen würde. Und er reagierte auf ihre Äußerungen sehr gelassen.
Sie hoffte dass er es auch so meinte und nicht vorher nur etwas zu viel getrunken hatte.

Und während sie auf eine Reaktion der Elfenkönigin wartete, spürte sie einen Blick auf sich ruhen. Es war Lesthat. Sie hielt seinem Blick stand als er ein Anliegen andeutete. Verwirrt nahm sie wahr, dass er sich die Kaserne anschauen wollte.
Fast hätte sie ihm einen Korb gegeben mit einer zynischen Bemerkung, dass sich Kasernen sicher zu ähnlich sind, mit nach Schweiß riechenden Männern und Kampfplätzen und Ratten, die sich in den ecken der Gebäude verkrochen.
Aber sie sah es in seinen Augen, dass es nicht die Kaserne war.
Seit dieser Nacht hatte sich zwischen ihnen etwas verändert und sie spürte es immer noch tief in ihr.
Sie schaffte es noch kurz mit einem Nicken zu bestätigen, bevor Varnayrah sich zu Beratungen zurück zog.

Als sie alleine waren, ohne der Königin, Ancalagon und Björn, lief sie wie beiläufig an dem Statthalter Nightons vorbei.
’Um auf Ihre Bitte zurückzukommen, Marquis, die zu beantworten ich nicht mehr die Zeit hatte. Gerne kann ich Euch die Kaserne zeigen. Ich hoffe doch, dass ich jetzt nicht noch schnell einen Reinigungstrupp herbestellen muss.’
Ihr Herz schlug wild. Sie hoffte, dass niemand die besondere Beziehung zwischen ihnen auffiel. Flüsternd jedoch fragte sie:’Meinst Du wirklich, dass es gut wäre? Ich bin im Moment wohl keine erfreuliche Begleitung, besonders wenn ich in deine Spielchen mit einbezogen werde.’


Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 10 Mai 2009, 15:32
Der Marquis war wie die anderen aufgestanden als Varnayrah sich mit ihren Beratern zurück zog. Er schlenderte mit einem Glas Wein in der Hand durch den Raum, plauderte hier, wechselte ein paar Worte dort, und landete irgendwann unauffällig an Chiamaras Seite.

Nein, nein, ein Reinigungstrupp ist nicht vonnöten. Es geht mir eher um die Aufteilung der Soldaten in verschiedene Gruppen, das Verhältnis der berittenen zu unberittenen Soldaten, den Übungsplatz und die Verpflegung der Männer.

Sein Lächeln und sein Tonfall blieb distanziert und höflich, er beugte sich leicht an Chiamara vorbei um etwas vom Buffettisch zu nehmen und wisperte ihr dabei ins Ohr:

Wer spielt hier Spielchen? Hast Du nicht damit angefangen?

Jetzt stand er ihr wieder gegenüber und sah sie immer noch unverbindlich lächelnd aus seinen dunklen Augen an.

Ein hübscher Ring Lady de Lorn. Hat Sir Oleson ihn Euch geschenkt?

~ ~ ~


Später kehrten Varnayrah und ihre Begleiter zurück und die Königin eröffnete Ihnen wie sie sich entschieden hatte. De Lesthat bemühte sich ein ernstes Gesicht aufrecht zu erhalten. Wie viel mehr Macht hatte er heute gewonnen? Als er angereist war hatte er damit gerechnet den Prinzen als neuen Herrscher und für ihn einen Vertreter küren zu müssen - jetzt war er selbst ein Teil eines herrschenden Rates. Und auch wenn er nur eine von sieben Stimmen inne hatte, so würden doch mit ein bisschen Geschick und Glück bald zwei weitere Stimmen zumindest teilweise von ihm beeinflussbar sein. Viel besser hätte diese Versammlung für ihn nicht laufen können. Und so erhob er auch keine Einwände gegen Sir Mumms Vorschläge. Sollte er sich ruhig in Sicherheit wiegen. Ein erster einstimmiger Beschluss der Ratsversammlung konnte da sicher nicht schaden.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 13 Mai 2009, 09:38
Beinahe hätte sie erstaunt gefragt, warum er sich selbst um den Aufbau einer Kaserne kümmerte, wo er doch so ein paar Lakaien hatte, die alles für ihn und seine Stadt tun würden. Aber sie verkniff sich die zynischen Worte.

Als er aber leise auf gewisse Spielchen ansprach, verschlug es ihr dann doch die Sprache. Die Soldatin bekam einen solchen Schrecken, dass ihr etwas aus der Hand fiel, was sie sich von den Essenleckereien ausgesucht hatte.
Sie schluckte kurz. Und versuchte sich zu fassen. Sollte sie auf so was eingehen?

Aber Chiamara kam gar nicht dazu ihm etwas zu antworten, als er sie auch noch in normaler Lautstärke provokativ auf den Ring ansprach. Hätte sie diesen doch nur in der Kaserne gelassen.
’Nein, Marquis. Von Björn erhalte ich viel schönere Geschenke, als so einen Ring. Auch wenn er wunderschön ist. Ein materielles Geschenk ist doch oft nur eine Erinnerung an etwas, von dem der Schenkende denkt, man könnte es vergessen. Das was ich mit Björn erlebe bleibt mir auch so im Herzen, ohne Geschenk.’
Ihre Worte klangen vielleicht für jemand anderen verletzend. Wie Lesthat es aufnahm konnte sie nicht erahnen. Aber sie war enttäuscht von Armande wie er versuchte… Nein, er versuchte es nicht nur. Es gelang ihm, sie in die Ecke zu drängen. Vielleicht hoffte der Statthalter sogar, dass sie einen Fehler machte und alle hier wissen würden: “Chiamara hat eine ganze Nacht in Leidenschaft mit diesem Mann verbracht.“
Ihr wurde schlecht, zwang sich aber dazu nicht hinaus zu stürmen um sich zu übergeben. Sondern sie versuchte es zu überspielen.
’Nun aber, diesen außerordentliche Ring habe ich von einem Mann bekommen, als Erinnerung an eine von Sinnesfreuden beherrschte Nacht.’
Dann lachte sie amüsiert auf um ihren Worten den gewissen Ernst zu entziehen.
Und der, der sie neugierig anschauen würde weil dieser die Worte auch vielleicht vernommen hatte, würde sie belustigt anzwinkern. Die meisten wussten, dass sie in den Abenteuern immer wieder auf ungewöhnliche Schmuckstücke gestoßen waren. Wer würde schon wissen, woher der Ring tatsächlich kam.

Anmutig griff Chiamara nach einem Glas Wasser und trank einen kleinen Schluck.
’Marquis de Lesthat, Ihr könnt mich gerne nach dieser Versammlung in die Kaserne begleiten, wenn es Euch nicht zu spät wird. Ich werde Euch natürlich alles zeigen. Ein gewisser Austausch zwischen den Städten kann nur hilfreich sein.’
Mit einem Lächeln und einem kurzen Kopfnicken wandte sie sich mehr der anderen Gesellschaft zu. In ihrem Magen drehte sich immer noch alles.


~ ~ ~



Nach einer längeren Beratungsphase kamen sie endlich wieder und Varnayrah stellte knapp ihre Entscheidung vor. Chiamara konnte dies nur bewundern.
Sie lächelte die Waldelfe an und klatschte leise und zustimmend ihre Hände.
Danach begann die erste Ratsversammlung, Chiamara hörte kaum zu, fragte sich nur immer wieder, was Lesthat von ihr wollte.
Und was er vorhatte. Aber auch Silvanas Verhalten beunruhige sie.
Es würde zeit werden, nicht mehr nur die brave Soldatin zu sein.
Auch sie musste ihre Krallen zeigen.

Ihre Aufmerksamkeit erregte dann Bis Sir Mumm, der eine Umstrukturierung der Kaserne vorschlug. Es hörte sich alles einfacher an, weniger Ränge. Würde ihr aber erstmal mehr Arbeit bringen. Manche müsste sie herab stufen, andere würden einen besseren Posten erhalten. Aber gut, sie musste es schaffen. Sie war Hauptmann.
Leise sprach sie zum Barden.
’Suffix? ich sollte mich jetzt raushalten oder? Auch wenn ich den Vorschlag gut finde. Ich gehöre ja nicht zum Rat. Dann höre ich einfach mal weg.'
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 13 Mai 2009, 13:39
Björn hatte sich wirklich bemüht, eine Lösung für Varnayrah vorzubreiten, die der Situation wenigstens einigermaßen gerecht wurde. Mehr als einmal fluchte er dabei innerlich über den König, der sein Land einfach so verließ. In was für ein Chaos er sie alle gestürzt hatte! Und am Ende kam auch noch dabei heraus, dass er selbst einer der beiden Vertreter des neuen Kindkönigs sein sollte. Nun, objektiv betrachtet war das vernünftig, denn er verstand durch seine bisherige Arbeit viel vom Staatsgeschäft, und er besaß das Vertrauen von Mutter und Kind. Und es war immer noch besser, als alleiniger Prinzregent zu sein. Er fragte sich trotzdem, was Chiamara wohl davon halten würde. Bestimmt wäre es ihr nicht so recht. Immerhin - seine Arbeit würde ihn in Zukunft häufiger nach Drachenauge führen als bisher.

Nachdem er und Varnayrah sich entschieden hatten, ging es zurück in den Ratssaal. Er sah sich nach seiner Liebsten um, und da stand sie - beim Marquis. Das hatte gewiss nichts zu bedeuten, sagte er sich. Trotzdem war ihm ein wenig unbehaglich. Ehe alle wieder Platz nahmen, schritt er zu Chiamara hinüber, umarmte sie kurz und gab ihr einen Kuss. Den Marquis begrüßte er mit einem höflichen Nicken. "Es ist mir eine Freude, Marquis... Chiamara, ich fürchte, ich muss Dich schonmal im Vorhinein um Verzeihung bitten. Vielleicht gefällt Dir nicht alles, was Du gleich hörst, aber es gab kaum eine Alternative...nun denn." Er nahm sanft ihren Arm und begleitete sie zurück zu ihrem Platz, ehe er sich selbst auch niederließ und Varnayrahs Ankündigung lauschte.

Er kannte deren Inhalt natürlich, weswegen er nun Gelegenheit hatte, sich auf Ausdruck und Stimmung der ehemaligen Königin zu konzentrieren. Sie machte ihre Sache gut, aber wer sie kannte, der wusste, dass es sie fast ihre ganzen Kräfte kostete. So oder so würde es für sie allerdings bald überstanden sein.

Als sie abtrat und von den Anwesenden Respekt und Zustimmung erntete, lächelte der Nordmann. Diese zierliche Elfe hatte sicherlich ihr Bestes gegeben, aber sie war wirklich nicht dazu geschaffen, Königin zu sein und ein Land zu regieren. Dann wanderte sein Blick zu Chiamara weiter, während Sir Samuel seinen Vorschlag unterbreitete. Wie nahm sie es auf? Dass er nun doch zu denen gehörte, die das Land regieren sollten?

Zum Vorschlag Mumms gab es nicht viel zu sagen. Er war vernünftig und durchführbar, also sollten sie es so machen. Mit einem knappen "Ich bin einverstanden" gab der Thorwaler seine Zustimmung kund.
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Sonntag 17 Mai 2009, 19:24
Die Diskussionen um die neuen Machtverhältnisse schienen erneut aus dem Ruder zu laufen und dies musste bei Varnayrah auch sogleich einen schlechten Eindruck erwecken, wie gut der Rat harmonieren würde, wenn er erst die Regierungsgeschäfte übernommen hatte. Noch hielt Elessar sich zurück und verzichtete darauf, schlichtend einzugreifen, doch er behielt Recht: die Königin zog die Konsequenzen aus dem, was sie da erleben musste und zog sich mit Ancalagon und ihrem Secretarius zur Beratung zurück, um ihrerseits eine Entscheidung zu treffen.

Als die drei wieder erschienen, gab Varnayrah dann ihre letzte Entscheidung als Königin des Landes bekannt und der Paladin musste neidlos anerkennen, dass diese nicht besser hätte ausfallen können. Sicherlich war es nicht unbedacht, ohne weiteres einer Prophezeiung nachzukommen, doch letztendlich mussten auch die Gefahren eines Bürgerkrieges in Betracht gezogen und möglichst schon im Vorfeld ausgeschlossen werden. Mit ihrer Entscheidung sollte es gelingen.

Als sie ihn bat, die Vertretung des Stadtrates Sha'Nurdras zu übernehmen, nickte er zustimmend, ohne ein Wort zu sagen und lehnte sich zurück, um den Worten der anderen zu lauschen. SOllte es notwendig sein, dass er doch noch das Wort ergriff, konnte er das im Nachhinein noch immer tun, ansonsten würde der Rat beendet werden, so dass er sich mit der Freundin auf den Weg zur Kathedrale machen konnte, um sie auf einem weiteren schweren Gang zu begleiten.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 18 Mai 2009, 11:52
Suffix meinte in dem einen oder anderen Gesicht Enttäuschung zu erkennen, als Varnayrah nach Beratung zurückkam und ihre Entscheidung kundtat. Da dies aber seine ganz persönlicher Eindruck war, der auch fehlerbehaftet sein konnte, sagte er darüber nicht einmal Chiamara etwas.
Sie schien im übrigen ganz zufrieden zu sein, wie es ausgegangen war.
Ich hoffe Dragonia ist für so viele Neuerungen und Freizügigkeit schon gereift“ Suffix vermerkte das eigentlich mehr zu sich selbst, der trotzdem hoffte, dass es so sei.

Plötzlich fiel sein Blick auf ihre Hand. „Oh, ich wusste gar nicht, dass Du Ringe trägst. Den jedenfalls habe ich noch nicht gesehen, oder irre ich mich? Wo hast Du gekauft?“ das war natürlich wieder der Suffix, wie man ihn kennt, der beim Reden nicht nachdachte sondern einfach drauflos plapperte.

Zuhören solltest Du schon, zu Wort melden, tät ich lieber nicht. Ein Informationsvorsprung hat noch nie jemanden geschadet. Und – ja, ja ich weiß, das trifft auf mich ganz bestimmt nicht zu, aber es war ein bedeutender und kluger Mann, der einst – wenn auch erst danach bemerkt hatte, ich zitiere: ‚Wenn ich geschwiegen hätte, wäre ich ein Weiser geblieben’“ Suffix liebte diesen Spruch.

Dafür, dass die Frau Hauptmann wenig politischer Ränke und Geplänkels kundig war, hielt sie sich nach Suffix Meinung sehr gut. Sie schien auch eine gute Verbindung zum Marquies aus Nuru zu haben, was ganz und gar nicht schaden musste, und auch mit dem neben ihr sitzenden Björn, der ja ein wesentlicher Faktor im Umfeld der Königin war. Tja, Nochkönigin. Ein wenig bedauerte Suffix es, wie es gekommen war, aber es lag alles an diesem Hu…, aber so war das Leben nun mal. Hart und unbequem, gerade wie in Zeiten wie diesen.

Ich denke, die Versammlung wird sowieso bald zu Ende sein. Alles wichtigen und relevanten Entscheidungen, die zu fällen waren, sind es auch. Viel kann jetzt nicht mehr kommen.“ es war eine Feststellung, keine Frage.

Ich danke Dir, mich da einmal mitgenommen zu haben. Es geschieht nicht oft, dass man mich…ich hoffe Du warst auch mit meinen Ratschlägen gut beratschlagt.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 18 Mai 2009, 15:06
Es war die Königin, welche die Besprechung unterbrach, um die erhitzten Gemüter abzukühlen. Silvana schickte Chiamara einen undeutbaren und äußerst distanzierten Blick über den Tisch, ehe sie sich erhob und nach Trinkbarem suchte. Ihr Mund war trocken und sie brauchte dringend frische Luft. Er war stickig und heiß in der Ratshalle - zumindest kam es der Kriegerin so vor.

Nach der Pause gab Varnayrah ihren Rücktritt bekannt. Sie regelte als letzte Amtshandlung die Zusammensetzung des Rates und beließ die Stadtwachen in der Obhut der Statthalter. Einzig das stehende Heer erhielt einen neuen Vorgesetzten, Samuel Mumm, der im Ernstfall den Oberbefehl über sämtliche Truppen befehligte. Als erste Amtshandlung seinerseits ordnete der Heerführer neue Soldatenränge an. Silvana war dies einerlei. Mit der Hierarchie und Disziplinversessenheit der menschlichen Rasse konnte sie noch immer wenig anfangen. Sollte Phelan sich darum kümmern. Oder Hartmann. Die Amazone warf dem Lykaner einen Blick zu und neigte leicht den Kopf. "Bist du damit einverstanden?", flüsterte sie ihm zu, um ihre Zustimmung zu dem Vorschlag nicht ohne seine Einwilligung zu geben.

Ihre Gedanken wanderten inzwischen in eine ganz andere Richtung. Der Marquis sah sehr selbstzufrieden aus, und sie ahnte auch warum. Es erging ihr nicht anders. Die Sache lief gut für sie. Für erste galt es Verbündete zu finden. Ihr Blick glitt zu Myriel hinüber. Shir Khan würde ihr bestimmt dabei helfen, Nuru auf ihre Seite zu ziehen.



Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Dienstag 19 Mai 2009, 22:11
Drax akzeptierte die Entscheidungen. Auch gegendie Reformen der Milizen hatte er ganz und gar ncihts einzuwenden, schließlich brauchte er sich damit ja nicht herumzuschlagen. Inwieweit der Rat fähig war, weise Entscheidungen zum Wohle des Reiches zu treffen, blieb abzuwarten, fürs Erste schien jedoch eine Krise verhindert. Den Rest würde die Zeit mit sich bringen.

Er langte noch schnell bei den bereitgestellten Erfrischungen zu und verabschiedete sich dann. Für heute war genug Politik gemacht worden.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 20 Mai 2009, 14:21
Etwas verwundert blickte Chiamara Björn an, als dieser vorab für etwas um Verzeihung bat, wobei sie nicht wusste worum es ging.
Etwas was sie hören würde.
Ihre Augenbrauen hoben sich fragend, doch er schob sie nur sanft zu ihrem Platz.

Was sie zu hören bekam war in der Tat teilweise überraschend.
Chiamara konnte sich nicht damit durchsetzen, dass sie nicht doch irgendwann ein Lakai eines vielleicht mal machtbesessenen Statthalters werden würde.
Die Andeutungen Drax, dass er auch nicht wisse, warum er da in seinem Arbeitszimmer sitzt, machte sie diesbezüglich doch stutzig.
Aber da hatte sie hinsichtlich des Gegenwindes auch nicht mit gerechnet. daher war sie froh, dass der Rat verstärkt wurde mit Leuten, die an einer Stadt alleine nicht interessiert zu sein schienen.
Auch wenn die Auswahl dieser Personen eben der Grund war, warum sich der Skalde schon vorab entschuldigt hatte.
Die Soldatin legte ihre hand auf die seine und drückte diese vorsichtig, als Zeichen, dass sie es ihm nicht übel nahm.
War sie nicht selbst immer wieder auf Björn gestoßen in ihren Gedankengängen, wer würdig genug sein könnte.
Nur hatte es sehr viel geändert. Nicht nur an seiner Stellung, sein Ansehen, die Außenwirkung, seine Reisen, Besprechungen und Erziehung.

Plötzlich fühlte sich Chiamara so fehl am Platz. Eine gewisse Melancholie machte sich in ihrem Herzen breit.
Doch Suffix riss sie aus den Gedanken.
Der Ring! Warum musste gerade er darauf ansprechen, wo sie ihn doch zu den Rängen etwas gefragt hatte. Und doch wollte sie nicht damit auffallen, dass sie gar nicht antwortete. So sagte sie leise, damit sie nicht wieder jemanden stören würden:
’Nicht gekauft, Suffix. Er ist eine Eroberung aus einen meiner Abenteuer. Da warst du nicht dabei.’
Es war nicht gelogen.
Danach versuchte sie sich angestrengt den Reaktionen der anderen Ratsmitglieder zu widmen.
Ihr Blick war leer und emotionslos, als sie Silvana und Phelan betrachtete. Silvana hatte sich verändert. Aber ebenso Phelan war nicht mehr der nette Bursche mit dem sie in den Bergen klettern war. Ihr war es die gesamte Versammlung auch schon aufgefallen, dass Phelan die Schmiedin nicht so anschaute, wie es ein Oberleutnant bei seiner Statthalterin machen würde. Da war mehr.
Und geschockt blickte sie nieder, damit andere ihre Blicke auf den Marquis nicht auch so deuten könnten.

Sie nickte nur zu des Barden Vorschlag jetzt besser nichts zu sagen und betete, dass er recht haben möge und diese Veranstaltung bald zu Ende gehen würde.
<<Danke Suffix, du hast es versucht, aber ich war wie immer zu unbeherrscht. Vielleicht sollte ich mal Unterricht in Diplomatie nehmen.>>
War das einzige, was sie jetzt noch heraus brachte.

Drax Hammerhall verließ als Erster die Runde und Chiamara nutze die Gelegenheit auch entschwinden zu können.
Noch mal bedankte sie sich bei ihrem Gildenbruder.
Kurz sprach sie ein paar verabschiedende Schlussworte des Danks an die Elfenkönigin und die anderen verbliebenen Anwesenden. Lesthat ließ sie wissentlich aus und auch Björn bedachte sie erst als vorletzten.
Sie nahm ihn in den Arm und hauchte einen Kuss auf seine Lippen.
’Wie lange bist Du hier in der Stadt? Hast Du vielleicht noch etwas Zeit für mich? Den restlichen Tag werde ich jetzt wohl mit dem Kasernenrundgang des Marquis beschäftigt sein. Aber vielleicht hast Du morgen für mich einen Augenblick. Ich wollte… Ach nein, lass uns in Ruhe drüber reden.’
Fast wünschte sie sich Björn in der Kaserne mit dabei zu haben. Aber sie wusste, dass Lesthat mit ihr alleine sein wollte. Und das konnte und wollte sie ihm nicht abschlagen.
Wieder gab sie dem Nordländer einen zärtlichen Kuss.

Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 21 Mai 2009, 16:12
Es schien keine weiteren Fragen zu geben. Zumindest nicht an sie. Man akzeptierte ihre Entscheidung und ihren Rücktritt ohne Widerspruch. Varnayrah atmete erleichtert auf. Das war nun endgültig vorbei. Ob es richtig gewesen war oder nicht, diesen Rat einzusetzen - sie hatte ihre Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen getroffe. Die Varantwortung lag nun in fähigeren Händen. Die teilweise respektvollen Grüße ihrer Freunde erwiderte sie mit ernstem Gesicht, die Erleichterung darüber, das Amt nun los zu sein, stand jedoch in ihren Augen.

Ehe sie den Saal endgültig verließ, richtete sie noch einmal das Wort an die Versammelten. "Ich danke euch für euer Vertrauen, meine Freunde. Zum Schluss möchte ich noch eine persönliche Bitte an alle Versammelten richten: Was ich über Altarions anderen Sohn sagte - überhaupt, dass er existiert, und dass der ehemalige König mir solcherart die Treue brach - dieses Wissen darf den Raum nicht verlassen. Bitte erzählt es niemandem weiter - wirklich niemandem. Das Volk würde es nur beunruhigen, wüsste es, dass es irgendwo einen möglichen zweiten Anwärter auf den Thron gäbe, und sei sein Anspruch noch so klein.  Und zum anderen... "

Die Waldelfe senkte den Blick, doch ihre Stimme blieb klar und fest. "Zum anderen möchte ich es für mich selbst, es muss nicht jeder wissen, dass ich betrogen worden bin, und zum dritten - verband Altarion und mich einmal sehr viel. Und auch, wenn das alles zerbrochen ist, möchte ich ihn nicht öffentlich bloßgestellt sehen ... wegen dem, was einmal war und den Erinnerungen an schönere Zeiten. Gewährt die Bitte einer Waldelfe, die einmal Königin war..."

Varnayrah hielt den Blick eines jeden im Raum für kurze Zeit gefangen. Dann lächelte sie. Mit einem letzten Abschiedgruß verließ sie den Saal zusammen mit Ancalagon.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Freitag 22 Mai 2009, 19:41
Als sich die Königin zurück zog nutzte Phelan die Zeit, um sich der Verpflegung zuzuwenden. Der kalte Braten war nicht schlecht, doch was die Getränke anging gab es schon etwas zu bemängeln. “Kaum ein Tropfen Bier oder Met!“, murrte der Oberleutnant. “Wollen die hohen Herrschaften, dass ich den Heimweg durstig antrete.“

Es dauerte eine ganze Weile bis Varnayrah verkündete, wie es mit dem Land weitergehen würde. Während dieser Ansprache war der Wolfsmensch ganz froh darüber, dass es den meisten hier wohl schwer fiel in seinen Gesichtszügen zu lesen. “Prophezeiungen und ähnlicher Hokuspokus entscheiden also über unsere Zukunft.“, raunte er Silvana zu. “Offensichtlich geht es auch bei den Waldelfen vorrangig darum die Macht in der Familie zu halten.“

Der Vorschlag von Sir Mumm war da schon eher nach seinem Geschmack. Da würde Hartmann seine bürokratische Veranlagung ausleben können ohne ihm damit auf die Nerven zu gehen und für irgendetwas musste der neue Hauptmann doch gut sein. “Ich habe nichts dagegen einzuwenden.“, teilte er seiner Vorgesetzten daher mit. “Damit scheint der Teil in dem meine Meinung gefragt war, falls es so einen Teil überhaupt gab, auch schon vorbei zu sein. Wenn Ihr also nichts dagegen habt würde ich mich nun zurückziehen.“
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 26 Mai 2009, 17:26
"Mit dem Marquis, soso..." Björn musterte seine Geliebte aus blauen Augen nachdenklich. Der aalglatte, galante Marquis. So recht gefiel ihm das nicht, dass Chiamara den Nachmittag mit ihm verbringen wollte. Dann schalt er sich einen eifersüchtigen Narren. Es sprach schließlich nichts dafür, dass es eben mehr war als ein geschäftliches Treffen. Die Angelegenheiten einer Kaswernenleiterin und eines Statthalters. Trotzdem blieb ein Rest Ungemütlichkeit zurück. Und worüber wolte sie reden? Nun, vermutlich über die neue Situation, die sich heute ergeben hatte. Er war nun doch sowas wie ein Regent, wenn auch nur in einem Rat, einer von mehreren. Mit einem leisen Seufzer nahm er Chiamara in den Arm. "Natürlich habe ich morgen Zeit für Dich. Ich kann mir vorstellen, dass es viel zu besprechen gibt. Chiamara, wirklich, es tut mir leid... aber was sollte ich denn machen? Ja... lass uns morgen in Ruhe über alles reden." Er erwiderte Chiamaras Kuss und verlängerte ihn ein bisschen über das Maß hinaus, das in der Öffentlichkeit wohl noch schicklich gewesen wäre. "Wenn Du magst, kannst Du aber auch heute abend nach diesem Kasernenerundgang zu mir kommen. Oder ich komme zu Dir.", flüsterte er ihr ins Ohr und fügte lautwer hinzu: "Dann wünsche ich Dir viel Spaß, Liebste... ein bisschen werde ich hier noch zu tun haben, aber nicht zu lange.."
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 26 Mai 2009, 18:16
Der Marquis verbeugte sich galant vor Chiamara und antwortete mit einem Lächeln:

Da die Versammlung ohnehin beendet ist, würde ich Euch gern gleich begleiten Lady de Lorn.

Er wandte sich in Richtung Björn und warf ihm einen fragenden Blick zu.

Sir Oleson wird uns nicht begleiten? Ich rechnete damit, das er keine Minute länger als zwingend nötig von Eurer Seite weicht. Wer würde schon freiwillig auf die Gesellschaft einer bezaubernden Frau verzichten?

Erst als ihm signalisiert wurde, das Björn nicht mitkommen würde setzte er seinen Hut auf, nahm den Stock und reichte Chiamara formvollendet seinen Arm. Er verabschiedete sich höflich von den anderen Anwesenden, dann verwickelte er Chiamara noch während sie den Raum verließen in ein unverfängliches Gespräch.

Sagt, wie viele Soldaten leben in der Kaserne in Drachenauge? Ich habe sie noch nie gesehen und überhaupt keine Vorstellung davon, wie sie aufgebaut ist. Wisst Ihr, mit dem Kriegshandwerk habe ich mich bislang nie beschäftigen müssen, aber nun als Statthalter sollte ich mich wohl wenigstens mit den grundlegenden Dingen die die Kaserne und die Soldaten betreffen vertraut machen.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 09 Juni 2009, 14:36
Fast sanftmütig schaute die Ostländerin ihren Begleiter an.
Sein Kuss übertrug die Wärme, die sich gerade noch in seinen Augen wieder gespiegelt hatte, auf sie und kurzzeitig war sie verwirrt und erstaunt.
Björn schaffte es immer noch sie von Dingen abzulenken, die sie beschäftigte und dafür schätzte sie ihn. Dann hatte sie aber etwas Mitleid, weil sie ihn nicht so liebte, wie es bei ihm zu sein schien. Aber sie versuchte es – erstmal aus dem reinen Zweckgedanken heraus. Und dieser Zweck erweiterte sich mit jedem Ereignis.
Ihre Hand strich liebevoll seinen Arm entlang, als sich ihre Lippen lösten.
’Gerne kannst Du auch zu mir in die Kaserne kommen heute Abend. Ich denke, dass der Marquis und ich bis dahin mit der Führung fertig sein werden. Die Kaserne ist ja nicht riesig. Ich freue mich auf dich.’
Björn hatte ein starkes Bedürfnis seine Zuneigung zu ihr in der Öffentlichkeit nur allzu deutlich zu zeigen. Und argwöhnisch erschienen auch manche seiner Worte. Aber hatte er nicht allen Grund dazu eifersüchtig zu sein? Nur wusste er zum Glück nichts von der Nacht. Dieses kurze Abenteuer für eine Nacht, an das sie immer noch dachte.
Als er ihr viel Spaß wünschte, stahl sich ein breites Grinsen auf ihre Gesichtszüge, beugte sich zu ihm und sagte leise.
’Den Rundgang sehe ich als Teil meiner Arbeit. Spaß ist etwas anderes.’ Sie zwinkerte ihm noch zu und dreht sich dann zum Marquis um.

Ihre Mimik änderte sich ziemlich schnell sobald sie den anderen den Rücken zugedreht hatte - die Augen kühl dreinblickend, die Lippen leicht aneinander gepresst. Aber niemand als vielleicht Lesthat hätten dies bemerken können, da sie selbst ihn noch kurz freundlich zunickte bevor sie ihren Arm auf den Seinen legte.
Und auch nur er hätte bemerken können, dass ihr Arm leicht zitterte.
Es war ein gefährliches Spiel, auf das sie sich eingelassen hatte.
’Oh, Ihr stellt mir recht unangenehme Fragen. Ich sollte es genauer wissen, aber ich kann nur sagen, dass es ungefähr 40 Wachsoldaten gibt, für die Sicherheit der Stadt, des näheren Umlandes und ihrer Bewohner. Aber die Kaserne beherbergt hier in Drachenauge ja noch das Heer, Da kenne ich nicht die genauen Zahlen. Sir Mumm wird da sicher bald genauer Auskunft erteilen können.’
Während sie im normalen Tempo den Saal verließen versuchte sie sein unverfängliches Gespräch locker weiter zu führen.
’Ja, vielleicht ist es als Statthalter sogar ratsam zu wissen, wie die Mühlen der Kaserne….’
Damit schlug sie die Tür des Saales hinter sich zu.


[OT] Ich glaube ich muss hier noch einen kurzen Abschluss bringen, damit ich auch mal aus dem Saal raus bin.[/OT]

Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 03 September 2009, 20:25
Heute war es soweit: Dragonia sollte einen neuen König bekommen. Über ein halbes Jahr war es nun her, dass Altarion von Eldersheim in seine Heimat Cormyr abgreist war, um dort seinen Platz als Thornerbe einzunehmen. Seitdem hatte man von ihm keine Nachricht mehr erhalten. Varnayrah hatte den Termin der Krönung weit über den zuerst angekündigten Termin hinausgezögert, doch jedes weitere Warten würde dem reich schaden. Nun war also der Tag gekommen, der das Schicksal ihres Sohnes endgültig besiegeln würde. Die Waldelfe hatte wider alle Vernunft gehofft, dass es sich noch irgendwie würde abwenden lassen - gleichzeitig war sie sich dessen bewusst, wie sehr der Junge seinem Vater glich; vielleicht würde es ihm gar nicht so schwer fallen, die Bürde des Königtums zu schultern, wenn er erst erwachsen war. Bis dahin aber würden noch viele Jahre vergehen, und bis dahin war er lediglich nominell König. An seiner Stelle würden Björn Oleson und Siraiyon Sturmtänzer im Rat sitzen. Einen kleinen Aufschub gab es also noch für den grade mal vier Jahre alten Jungen mit den etwas eigenwilligen dichten schwarzen Haaren und den tiefblauen Augen. Mit ernstem Gesicht saß er nun vor seinem Mutter im Sattel. Die eigensinnige Waldelfe hatte sich sogar für diese Gelegenheit fürs Reiten entschieden. Flankiert wurde sie von den Mitgliedern ihrer Leibwache und von den beiden Geheimräten und Prinzregenten, Björn und Siraiyon. Vorweg und hinter ihr ritten die Mitglieder der königlichen Garde - Björn hatte Varnayrah überzeugen können, dass dies einfach besser sei.

Die Stadt hatte sich herausgeputzt, überall flatterten Fahnen und Wimpel, und die Bewohner, die die Straßen in ihren besten Kleidern säumten, gaben ein buntes Bild ab. Doch die Stimmung war eher gedämpft. Niemand schien so recht zu wissen, was die Zukunft nun bringen mochte. Und das Land brauchte doch nichts so sehr wie Stabilität und Ruhe - ob eine gemeinschaftliche Regierung durch einen Rat unter der Führung eines Kindkönigs und seiner beiden Stellvertreter das gewährleisten konnte? Schon waren sie vor dem Tor der Kathedrale angelangt. Im Innern der Halle waren schon viele der geladenen Gäste versammelt. Getuschel kam auf, als Taliesin Thar'Vaiyon mit seiner Mutter, den beiden Geheimräten und den Mitgliedern von Varnayrahs persönlicher Leibwache im Portal erschien. Die Garde bezog auf der Treppe Aufstellung. Dann erklang Musik aus dem Inneren der Kathedrale, eine getragene, feierliche Melodie.  Varnyrah holte tief Luft, lächelte dann ihrem Sohn ermutigend zu und legte ihm einen Arm um die schmalen schultern. Zusammen schritten sie den langen Gang hinunter. Doch die letzten paar Schritte musste der Junge allein gehen. Ohne zu zögern stieg er die Stufen zum Altarraum empor und wandte sich den Menschen zu. Ein wenig bleich wirkte er, aber gefasst und so, als sei er sich der Situation und ihrer Tragweite durchaus bewusst.

Die Musik klang irgendwann aus, und Abt Gregorius trat vor, der vor gar nicht so vielen Jahren erst Altarion gekrönt hatte. Der ehrwürdige Priester hatte der Waldelfe zugesagt, die Zeremonie schlicht und nicht übermäßig lang zu halten. So hielt er nur eine kurze Ansprache über die Pflichten, die dem Königsamt innewohnten. Anschließend verlas er die Ergebnisse des großen Rates, womit nun auch der Rat offiziell bestätigt war und fragte den jungen Prinzen, ob er mit allem einverstanden sei. Dann forderte er ihn auf, den Eid zu leisten, der ihn an sein reich binden würde. Taliesins Stimme klang hell und klar durch die Kathedrale, nur einmal stockte der kleine Junge, suchte Varnayrahs Blick und fuhr dann fort. "Hiermit bestätige ich, dass ich mit den Beschlüssen des Großen Rates, wie das Reich Dragonia fürderhin regiert werden soll, einverstanden bin. Ich gelobe feierlich, das Reich Dragonia zusammen mit dem Rat nach bestem Wissen und Gewissen zu regieren und  das Land und seine Bewohner zu schützen, dass ihnen kein Unheil widerfahre. Ich gelobe weiterhin, jeden Bewohner dieses Reiches gleich zu achten, egal, welcher Herkunft, Rasse oder Geburt er sei." An dieser Stelle erhob sich noch einmal deutliches Gemurmel, besonders unter den anwesenden Adeligen. "Ich verspreche, mich stets um ein gerechtes Urteil zu bemühen und in Allem aufrichtig und ehrenvoll zu handeln. Dazu mögen Paladin, Varda und die gütigen Götter mir beistehen."

Der Abt nickte und erwiderte: "Das höre ich und diesen Schwur bestätige ich im Namen Paladins, Vardas und aller gütigen Götter. Erinnert Euch an diesen Tag und an Euer Gelöbnis! Und so kröne ich Euch, Taliesin I. von Eldersheim, zum Herrscher von Dragonia." Feierlich senkte er die Krone von Dragonia auf das Haupt des jungen Königs hinab, wo sie schwer und zu groß für den kleinen Jungen ruhte. Taliesin zeigte mit keiner Miene, was er grade fühlte oder dachte, als er Abt Gregorius förmlich dankte und dann noch einmal das Wort ergriff. "Es ist vom Großen Rat beschlossen worden, dass der König im Rat zwei Stimmen haben soll. Da ich noch zu jung bin, um diese Aufgabe selbst wahrzunehmen, lege ich meine Stimmen im Rat vertrauensvoll in die Hände von Björn Oleson und Siraiyon Sturmtänzer. Sie bindet der gleiche Schwur, den ich geleistet habe, und sie werden im Rat an meiner Stelle sitzen, bis ich alt genug bin, dies selbst zu tun." Diese Passage verlangte einige Konzentration von dem Kind, und er lächelte ein kleines, erleichtertes Lächeln, als damit alles gesagt war, was er sagen musste. Es war vorbei. Dragonia hatte einen neuen König, ein Kind noch, und einen Rat, es zu regieren. Den Rest würde die Zukunft erweisen.

Beifall erklang, dazu auch Hochrufe, dann spielte die Musik wieder auf, und Taliesin stieg die Stufen wieder herunter. Er musste an sich halten, um nicht zu seiner Mutter zu rennen. Wieder legte sie ihm einen Arm um die Schultern und lächelte ihm zu. Dann verließ die Prozession die Kathedrale. Die Adeligen und ein paar besondere, geladene Gäste würden sich in die Drachenburg zum Krönungsball begeben, und die Bürger Drachenauges und Gäste aus anderen Städten würden sich bei einem Straßenfest vergnügen können.

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Die alte Thronhalle des Siraiyon Sturmtänzer, die so unverhofft aus den Tiefen des alten Ynis Eldea aufgetaucht war, erstrahlte in neuem Glanz. Diesen Ort hatte Varnayrah für den Maskenball festgelegt, weil er groß genug war, alle Gäste zu fassen, und weil ein ganz eigener Zauber von dieser alten hochelfischen Halle ausging. Von riesigen Ausmaßen war sie, sodass sie den Hof der Drachenburg fast zur Gänze ausfüllte und nur einen schmalen Gartenstreifen zwischen ihr und dem umgebenden Oktogon freiließ. Bestimmt achtzig Schritt maß sie im Durchmesser. Erbaut war sie aus hellem alabasterähnlichen Gestein, das ein wenig durchscheinend war und so viel Licht von außen selbst durch die Wände hereinließ. Vier Tore führten ins Innere, jedes von Doppelspitzbögen flankiert: Das Seerosentor, das Kirschblütentor, das Rosentor und das Lilientor. Die Tore waren mit Blumenreliefs reich geschmückt und öffneten sich trotz ihrer Größe geräuschlos dem leisesten Druck. Drinnen fand man sich in einer verzauberten, lichterfüllten Welt wieder: hoch oben wölbte sich eine Decke aus dem gleichen, lichtdurchlässigen Material wie die Wände. Fünf Schritt von den äußeren Wänden entfernt zog sich ein Säulenring durch die ganze Halle, der die Decke trug, und auch die Säulen waren mit Reliefs von Seerosen, Kirschblüten, Lilien und Rosen geschmückt. Und obwohl die Säulen wirklich gewaltig waren, wirkten sie in der riesigen Halle leicht und nahezu filigran. Nocheinmal zehn Schritt von den Säulen entfernt aber lag ein kreisrunder See mitten in der Halle, fünfzig Schritt im Durchmesser. Eine Insel erhob sich wiederum in der Mitte des Sees. Vier schlanke Brücken führten hinüber, die jeweils den Toren gegenüberlagen. Und dort erhob sich der Drachenthron, ein Thronsessel mit hohen Lehnen, geschmückt mit den allgegenwärtigen Blumenreliefs und einem Wappen, das einen Drachen zeigte, dessen Schlangenleib ein Schwert umwand.

War die Halle beim Kampf um Drachenauge noch mehr oder weniger verfallen gewesen, so war sie mittlerweile kunstvoll wieder instand gesetzt worden. Nur Altarions Plan, einen Bergfried oben auf die Kuppel zu setzen, war noch nicht zur Ausführung gekommen. Bisher war noch keine Möglichkeit gefunden worden, ein so schweres Bauwerk auf das leichte Kuppeldach der Halle zu setzen, ohne diese zu gefährden. Für den heutigen Anlass war die Halle prächtig geschmückt worden, Blumengirlanden aus den letzten, duftenden Rosen des Spätsommers zogen sich an den Wänden entlang, und Seerosen tanzten auf dem Wasser. Unzählige winzige gläserne Boote waren auf die Oberfläche des Sees gesetzt worden, und in jedem Boot brannte eine kleine Kerze, deren Licht von der reflektierenden Wasseroberfläche verstärkt wurde. Im äußeren Ring der Halle zwischen den Säulen und den Wänden waren runde Tische aufgebaut worden - und ein Buffet, das wirklich seinesgleichen suchte. Die elfischen und menschlichen Köche der Drachenburg hatten sich selbst übertroffen. Auch die Vielzahl an Getränken ließ nichts zu wünschen übrig.
Der Raum zwischen den Säulen und dem See war zum Tanzen freigehalten worden. Ein Orchester aus Elfen und Menschen spielte auf der Insel, von wo aus der Klang sich mühelos und klar durch die ganze Halle ausbreitete.

Taliesin I., nun König von Dragonia, nahm zum ersten Mal seinen Platz auf dem Drachenthron ein, der so lange verwaist gewesen war. Klein und ein wenig verloren wirkte der Junge auf dem riesigen Thron. Björn, der für den Jungen besonders seit Altarions Abreise ein väterlicher Mentor geworden war, blieb unaufdringlich in seiner Nähe, Siraiyon jedoch hielt sich ein wenig im Hintergrund. Was der Hochelf dachte, als er seinen Thron wieder besetzt sah, war nicht zu erkennen. Als alle Gäste eingetroffen waren, erhob Taliesin sich, und kindliche Würde lag in seinen Worten, mit denen er seine Mutter bat, an seiner Stelle den Tanz zu eröffnen. Dies tat sie - Raunen wurde laut, als sie sich von Ancalagon Schattentanz auf die Tanzfläche führen ließ. Zu den Klängen der Musik schwebten die beiden mit der Anmut, die den Elfen gegeben war, über den Boden und kümmerten sich nicht um vorgegebene Schritte und Figuren. Nach einigen Minuten, in denen die Tanzfläche ganz allein den beiden Elfen gehörte, gesellten sich ihnen nach und nach andere Paare hinzu.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 04 September 2009, 09:13
Stolzer, nein, stolzer und mit breitere Brust hätte Suffix nicht daherkommen können. Wirklich nicht. Was war geschehen?
Er hatte eine Einladung erhalten zur Krönung des Jungkönigs. Das alleine wäre zwar ganz nett, aber mehr auch nicht. Er wäre vor allem wegen des Klatsch und Tratsches - wer wieder mit wem, wo der Storch im nächsten Jahr wieder landet, wer in pekuniären Problemen ist und dergleichen (un)Wichtiges mehr – hingegangen, hätte sich am Buffet gelabt und wäre irgendwann wieder nach ein paar wenig klugen salbungsvollen Gesprächen unaufgeregt verschwunden.
Gegessen und vorbei und alles anders. Heute war ein ganz besonderer Tag. Er würde sich heute erstmals mit Syrena auf das gesellschaftliche Parkett begeben. Es bleibt dahingestellt, wer darob aufgeregter war. Zwar waren Syrena und Suffix bereits bei der Eröffnung des Teehause zusammen gesichtet worden und manche Auguren und Teeblätterleser hatten sich ihren Teil gedacht, aber das war ein ‚Kein Ereignis’ zu dem das jetzt anstand. Die Krönung war ein Fest, das neben der Regententrauung, der Geburt des Erstgebornen oder dem Tod eines der Regenten zur Kategorie Triple A gehörte. Die Zeremonie in der Kathedrale hatten sie geschwänzt, da Suffix’ Skepsis in solch diffizilen Glaubensfragen anerkannt bekannt ist.
Doch den Maskenball wollten sie sich nicht entgehen lassen.
Syrena, ich kann Dir versprechen, etwas Ähnliches hast Du bestimmt noch nicht gesehen. Der Prunkt, der Protz, einzigartig, großartig. Und wir, also wir beide mittendrin, Du musst unbedingt mit mir tanzen. Hab keine Sorge, ich kann’s auch nicht. In der Masse sieht man uns nicht [bei Suffix’ Outfit eine etwas gewagte Behauptung], nicht jeder hat es mit der Tänzerei wie unsere, na Du weißt schon wer…
Sie bewegten sich bereits in Richtung des Eingangstores, an dem die Einladungen, schließlich hatte man nicht vor dem Mob und dem Pöbel den Zutritt  zu gewähren, kontrolliert wurden. Suffix griff in seine Tasche seines prächtig aufgeputzten gelben Kostüms, zog sie enttäuscht zurück und wiederholte es in der gegenüberliegenden Tasche. Langsam wurde er unruhig…Er flüsterte zu Syrena: "Ich kann diese Sch...Einladung nicht finden, dabei hatte ich sie heute früh..."
Würden die Herrschaften bitte Ihre Einladungen vorweisen“ hörte er die Stimme freundlich aber bestimmt sagen und unterbrach Suffix' Flüsterei.
Nun wurde die Suche hektischer, er sah Syrena an, aber die konnte ihm auch nicht helfen, langsam wurde es zur Gewissheit, er hatte die Karte vergessen und er wandte sich an den Einlassdienst: „Mann, Sie kennen mich doch bestimmt, Suffix, der Barde, Nein? Das gibt es doch nicht. Jeder…“ der Mann beharrte stur, wie der sprichwörtlixche Esel, auf seiner Forderung, ohne Einladung, kein Zutritt. Suffix zeigte das Lied, dass er für den neuen König geschrieben hatte, er heulte, er schrie, er…es nützte alles nichts und da die Nachfolgenden auch nicht eintreten konnten, da er alles blokierte, wurde es laut, hektisch, teilweise sogar aggressiv, es wurde geschoben, gestoßen, getreten, auch verbal. Kurz es entwickelte sich am Eingang ein massiger Tumult, der so wahrscheinlich, nein ganz sicher nicht, vorgesehen und beileibe nicht eingeplant gewesen war. Von dem Getobe wurde die Wache alamiert…
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Freitag 04 September 2009, 23:35
Geringschätzig beobachtete Fjalladis das rege Treiben, das man anlässlich der Krönung auf den Straßen Drachenauges vorzufinden vermochte. In Eldanor wimmelte es vor Leuten wie in einem Ameisenhaufen. Nur dass Ameisen für gewöhnlich organisiert und planvoll wimmeln, was man von den Schaulustigen nicht behaupten konnte. Die Menschen, aber auch Zwerge und Vertreter anderer Völker hatten sich bereits Stunden vor der Zeremonie in Eldanor eingefunden um einen möglichst guten Platz ergattern zu können. Gegen die Krönung selbst hatte die Priesterin nicht viel einzuwenden, obschon sie nicht unbedingt dafür gewesen wäre – sie betrachtete es nicht als ihre Angelegenheit – doch die Art und Weise behagte ihr nicht gerade und zeigte ihr zudem einmal mehr, wie fehl sie sich in dieser Stadt am Platze fühlte. Auch Hochelfen setzten ihre Herrscher mit Zeremonien und ähnlichem ein – doch auf eine würdige Weise und ohne dabei mit Fähnchen zu winken. Mit einer gewissen Missbilligung wandte sie sich ab und kehrte in die vergleichsweise ruhige Kathedrale zurück, die sicher schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr so gut gefüllt gewesen war.

Die nicht allzu lange dauernde Zeremonie selbst verfolgte Fjalladis in ungewöhnlich gereizter Stimmung, was sie den zahlreichen Leuten in der Kathedrale und den Massen vor dem Tor zuschrieb. Wie auch immer – sie war froh, als die Zeremonie beendet war und das Publikum sich träge nach draußen zu schieben begann. Sie hielt nicht viel davon, ein kleines Kind zu krönen, jemanden, der sich durch nichts auszeichnete als womöglich seine Abstammung. Aber was erwartete man von Menschen, und Elfen, die so lange in menschlicher Gesellschaft gelebt hatten, dass unweigerlich etwas auf sie abgefärbt haben musste?
Als Fjalladis ihre Kammer aufsuchte, um sich auf den Ball vorzubereiten, verspürte sie zum ersten Mal seit langem wieder eine starke Sehnsucht nach geordneten, hochelfischen Verhältnissen. Geistesabwesend kleidete sie sich um und warf einen letzten Blick auf ihr zitterndes Spiegelbild in einer Wasserschale. Nach Kleidung für diesen so bedeutenden Anlass hatte sie lange suchen müssen, aber schließlich war es ihr doch gelungen, ein angemessenes Gewand ausfindig zu machen. Es war von elfischer Machart – schlicht auf den ersten Blick, doch mit anmutigen Details auf den zweiten: An den Rändern des Gewandes zierten dezente, in mühevoller Arbeit angefertigte, verschlungene Muster edlen, in einem dunklen Türkis gefärbten Seidenbrokat. Ein mattes, silbriges Schimmern ging von ihnen aus, doch schon aus geringer Entfernung gesehen, schienen sie fast mit dem Hintergrund zu verschmelzen, sodass sie nur noch zu erahnen waren und das Gesamtwerk in menschlichen Augen womöglich geradezu langweilig wirkte. Langweilig und vielleicht auch recht steif, mit den langen, weiten Ärmeln und dem hohen Kragen. Doch die Hochelfe war davon so begeistert, wie jemand, der sich herzlich wenig für Kleidung interessiert, begeistert von ihr sein kann. Das Gewand traf zweifellos ihren Geschmack und würde wohl auch für die Menschen einen erträglichen Anblick bieten. Was die Maske anbelangte: Sie war schlicht, mit einem dünnen Stoffüberzug in der Farbe des Gewandes, der obere Rand mit kleinen weißen Federn verziert. Zudem hatte Fjalladis das filigrane Diadem angelegt, welches sie bei einem Legendenwettberb in Sha'Nurdra gewonnen hatte.

Die Elfe griff nach ihrem Umhang und einem kleinen Lederbeutel, der unter anderem ihre Einladung und nun auch ihre Maske enthielt, und atmete tief durch. Als sie sich bereit fühlte, schritt sie hinaus, überließ es den Adepten, die Kathedrale von liegengelassenen Wimpeln und ähnlichem zu säubern, und schob sich durch die noch immer gut gefüllten Straßen hinauf zur Burg. Schon von weitem wurde sie auf Lautes Geschrei aufmerksam, das direkt vom Portal zu kommen schien. Vermutlich stammte es von jemandem, der versucht hatte, sich heimlich hinein zu schummeln – als könne jemand derartiges tatsächlich anstreben! – einem Bestohlenen oder Unzufriedenen. Bei den Menschen – und der Hauptakteur klang nach einem solchen, dessen Stimme auch noch ausgesprochen gut geschult zu sein schien; zumindest war sie laut – kam so ziemlich alles in Frage. In der sich langsam aber sicher stauenden Menge konnte Fjalladis das eine oder andere bekannte Gesicht ausmachen, und höflich grüßte sie jeden, dessen Blick sich mit ihrem begegnete.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Samstag 05 September 2009, 21:07
Manchmal hieß es man würde das Badehaus als neuer Mensch verlassen und in Phelans Fall war es in gewisser Weise wirklich so. Erst heißes Wasser und die geschickte Hand eines Barbiers hatten seine Verwandlung vervollständigt.

“Na, was denkst Du?“, fragte er Landolin und holte einen Rasierspiegel hervor. “Ich glaube der Zauber ist noch ausbaufähig.“, bemerkte er nach einem prüfenden Blick. “Aber für den Anfang ist das Ergebnis nicht schlecht. Vermutlich würde mich nicht einmal meine Mutter wieder erkennen. Ich sehe überhaupt nicht aus wie ein Rion. Vielleicht sollte ich mir einen anderen Namen zulegen…“

Als sie in der Nähe der Drachenburg auf die anderen geladenen Gäste stießen fühlte der Gestaltwandler, dass es an der Zeit war den Bann zu erneuern. Doch halt, seit wann spürte er denn so etwas? Vielleicht hatte er diese Fertigkeit ja bisher zu stiefmütterlich behandeln und sie so daran gehindert sich zu entwickeln.

Vielleicht hatte die für seine Verhältnisse relativ regelmäßige Ausübung des Zaubers ja weitere positive Auswirkungen. Zu hoffen war es jedenfalls, denn wenn er weiterhin so viele Versuche brauchen würde – die Anzahl der Phiolen, die er mit sich trug war immerhin begrenzt.

Offensichtlich hatte er sich zu viel erwartet, denn der Lykan brauchte ganze drei Anläufe, aber immerhin stellte ihn das Ergebnis diesmal zufrieden.

An der Tür zum Ballsaal stockte es. Offenbar hatte der Barde Suffix seine Einladung vergessen und sorgte auf diese Weise wieder einmal für Verwirrung. Phelan konnte das nur recht sein, denn so waren zumindest die Wachen abgelenkt. Vorsichtig schob sich der Offizier an einigen Gaffern, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten, vorbei und zog Landolin dabei mit sich.

“Komm schon, das ist unsere Chance nicht die richtigen Namen nennen zu müssen.“, raunte er diesem dabei zu. “Ich habe auch schon eine Idee wie ich mich nenne. Was hältst Du von…“

“Darcia.“, sagte der große Mann mit dem wölfischen Lächeln, das seine Maskerade erst komplettierte, und hielt einem verwirrten Soldaten eine Einladung unter die Nase. Den Namen des Adressaten verdeckte er dabei aus ‚reinem Versehen’. “Ach und lasst den Hofnarren doch rein. Ohne ihn wäre der Abend sicher nur halb so amüsant.“ Ohne eine antwort abzuwarten betrat er den Saal und wäre dieses leichte Hinken nicht gewesen hätten seine Schritte vielleicht eine gewisse raubtierhafte Eleganz ausgestrahlt.

- 2 Manatränke
menschliche Gestalt für eine Stunde; + 12 Charisma für eine Stunde => Charisma: 24
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 02:53
Die Wache am Eingang musterte Suffix misstrauisch. Maurice war noch nicht lange in Drachenauge und kannte den Barden daher nicht. Aus demselben Grund wusste er auch nicht, dass ein Darcia gar nicht geladen war, und so erregte dieser Name keinen Verdacht - hier war eine Einladung ja offenbar vorhanden. Er wollte ihn schon durchwinken, als ein mittelgroßer Mann in der Galauniform des Hauptmannes der königlichen Garde aus dem Saal zum Tor trat, um zu sehen, was der Tumult hier bedeuten sollte. Irritiert musterte auch Javelin (um ihn handelte es sich - Phelan und Suffix  müssten ihn erkennen, da er beim großen Rat anwesend gewesen war) Suffix, allerdings war ihm der Barde sehr wohl bekannt. "Lasst ihn schon durch, Gardist.", knurrte er ein wenig ungehalten. "Ich kenne ihn - er ist ein Freund der Königinmutter und natürlich ein geladener Gast und außerdem der, der behauptet zu sein. Und sie junge Frau an seiner Seite ist Syrena, Wirtin aus Nuru, und ebenfalls eingeladen. Was allerdings Euch betrifft...", er musterte den verwandelten Phelan eingehend und hielt ihn zurück, als dieser grade den Saal betreten wollte, "so bin ich mir sicher, dass ein Herr Darcia nicht auf der Gästeliste steht... Euer Gesicht kommt mir auch nicht bekannt vor. Darf ich erfahren, wer Ihr seid und wessen Einladung Ihr da vorweist?" Javelins Tonfall war höflich, doch machte er deutlich, dass Phelan ohne eine überzeugende Erklärung nicht in den Saal kommen würde.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 03:32
Die ganze Zeit auf dem Weg zur Kathedrale fragte Varnayrah sich, ob sie hier wirklich das Richtige taten. War es das Beste für Dragonia, oder war sie zu sehr von persönlichen Gefühlen beeinflusst? So sehr sie auch hin und herüberlegte, sie kam zu keiner klaren Antwort. Als Trost blieb nur, dass es ja keineswegs eine einsame Entscheidung gewesen war. Björn hatte ihr dazu geraten, und seinem Urteil vertraute sie in solchen Dingen mehr als ihrem eigenen. Doch es schmerzte sie, ihrem Sohn das anzutun. Er war noch viel zu jung... doch zunächst würde dies hier nur ein formaler Akt sein. Die Regierugsgeschäfte würden in anderen Händen liegen. Taliesin hatte Zeit, zu lernen.

Um sie herum säumten Bürger in farbenfohen Gewändern die Straßen, und Adelige in steifen Roben folgten ihrer Garde. Varnayrah selbst hatte wie immer jegliche Modeströmung Drachenauges in der Wahl ihrer Garderobe missachtet und trug ein fließendes Kleid aus leichter Seide, vom Stil her waldelfisch und für menschliche Verhältnisse vielleicht ein wenig freizügig. Das schulterfreie, dunkelgrüne Oberteil lag bis zur Hüfte eng an und wirkte, als bestünde es aus lebendigen Blättern, doch der Rock aus weißer Seide fiel lose herab. Darüber lag ein kürzerer, dunkelgrüner Überrock aus langen, schmalen Blättern. Gegen künstliche Farbe im Gesicht und eine aufwendige Frisur hatte sie sich wie immer zur Wehr gesetzt: Ihr langes Haar fiel offen herab, gehalten nur durch Finarfins Rosenkranz und das Diadem, das Siraiyon ihr geschenkt hatte. Und Vardas Zeichen, silbrige Fäden und rubinrote Federn, waren ein lebendiger Schmuck in der silbrigen Fülle. Die Maske, die sie später tragen würde, war die gleiche, die sie schon bei der Einsetzung des Marquis de Lestaht getragen hatte: ein filigranes Gebilde aus Silberdraht, das ihre feinen Züge in keiner Weise verbarg.

Wie sie den Aufruhr und den Trubel um sie her hasste! Die Mitglieder ihrer ganz persönlichen Leibwache waren um sie her, und das bedeutete, dass Ancalagon ohne Aufsehen zu erregen an ihrer Seite reiten konnte. Immer wieder warf sie ihm einen raschen Blick zu. Der Schattentänzer blickte ernst zurück, doch einmal zuckte ein Lächeln um seine Mundwinkel. Dies war der letzte öffentliche Auftritt für sie beide. Danach würden sie frei sein - zumindest soweit es die Verantwortung für Thar'Vayion zuließ. Irgendwo unter den Reitern der königlichen Garde war Thorongil, und die Waldelfe fragte sich kurz, was der Gondorrim wohl von der ganzen Angelegenheit halten mochte.

Der Krönungsakt in der Kathedrale war erfreulich kurz. Sie beobachtete ihren Sohn besorgt, doch Taliesin I., rechtmäßig, wenn auch nur formell, König von Dragonia nun, hielt sich tapfer. Wahrscheinlich sahen nicht viele außer ihr die kleinen Zeichen von Unsicherheit - wie sein Blick den ihren suchte, wie seine helle Stimme einmal stockte. In diesem Moment war sie überzeugt, dass er wirklich das Zeug hatte, ein guter König für sein Volk zu werden. Für beide Völker - Menschen und Elfen, deren Wesen er in sich vereinte. Aufmunternd lächelte sie ihm zu.

Dann war es vorbei, und die Schar der Gäste machte sich auf den Weg zur Drachenburg. Der neu wiederhergestellte Thronsaal des Siraiyon glänzte in aller Pracht. Varnayrah fand das Bauwerk durchaus beeindruckend, und die vielen schwimmenden Kerzen verbreiteten ein warmes Licht, und die runden, elfischen Formen ließen ihn im Kontrast zur trutzigen Drachenburg leicht und elegant erscheinen. Doch Varnayrah war weit davon entfernt, sich hier wohlzufühlen. Ihr Sohn wirkte so klein und verloren, als er auf dem Drachenthron Platz nahm, und dennoch strahlte er eine kindliche Würde aus, als wisse er schon ganz genau, welche Bedeutung dieser Tag für ihn hatte. Am liebsten wäre sie an seiner Seite geblieben. Doch er bat sie, den Tanz zu eröffnen, und dieser Bitte würde sie natürlich entsprechen.

Varnayrah nahm Ancalagons Hand und ließ sich von ihm auf die Tanzfläche führen. Sie war sich der Blicke, die auf ihnen beiden ruhten, und des Getuschels zunächst deutlich bewusst, als sie zusammen die ersten Schritte taten. Sie tanzten ein wenig enger, als es sich für die Königinmutter und ihren Leibwächter eigentlich gehörte, und unentwegt sahen sie sich in die Augen. Ancalagons Berührung vergieß Sicherheit und Geborgenheit, und Varnayrah war entschlossen, sich nicht mehr zu verstecken. Sollten die Leute denken, was sie wollten - ihre Ehe mit Altarion existierte nicht mehr. Nie hatte sie mit einem Mann so getanzt wie mit dem Schattentänzer an diesem Tag, dem ihr Herz  und ihre Seele angehörte, der sie verstand wie kein anderer - der sie liebte und trotz aller Schwierigkeiten davon nicht abgelassen hatte. Um vorgeschriebene Schritte kümmerten sie sich nicht - im vollkommenen Einklang mit der Musik und sich selbst schwebten sie über die Tanzfläche. Nach ein paar Minuten hatten sie beide tatsächlich die Welt um sich her vergessen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 10:01
Syrena war aufgeregt - eigentlich sogar mehr als das. Wenn sie dem heftigen Klopfen ihres Herzens glauben durfte, so fehlte nicht mehr viel und sie würde entweder einen Herzinfarkt erleiden oder in Ohnmacht fallen. Sie - Syrena - sollte - nein sie durfte - auf den königlichen Krönungsball gehen! Nie hätte die junge Frau es sich zu träumen gewagt, das es einmal so weit kommen würde. Sicherlich, Suffix hatte sie der Königsmutter vorgestellt, und die bezaubernde Elfe war auch furchtbar freundlich zu ihr gewesen - trotzdem hätte sie nie im Leben geglaubt das sie eine Einladung von ihr erhalten würde. Und so steckte das Stück Papier, das sie in ihrer Kammer wieder und wieder ungläubig gelesen hatte in ihrem schwarzen Stoffbeutelchen. Auch wenn sie es eigentlich nicht brauchen würde, denn Suffix hatte sie gefragt ob sie ihn zum Maskenball begleiten wollte. Verliebt hatten die rehbraunen Augen der Wirtin den Barden angestrahlt, und natürlich hatte sie begeistert zugestimmt - ohne ihm auf die Nase zu binden das sie selbst auch eine Einladung zu der Veranstaltung besaß. Trotzdem hatte sie ihr Pergament mitgenommen und es gehütet wie einen  Schatz - bis sie ihre Freundin Jenna getroffen hatte. Diebischen Spaß hatte es ihr gemacht das verdutzte Gesicht zu beobachten, als sie die Einladung las. Dann hatte sich die beiden Frauen lachend umarmt und waren für Stunden in Gespräche über die neuste Mode verfallen, und darüber, was Syrena passendes anziehen sollte.

Und nun stand sie endlich neben Suffix vor dem Tor der Drachenburg und wollte neben ihm wie die Adeligen um sie herum den Ballsaal betreten. Ihren hochfliegenden Gespräche mit Jenna war rasch die Erkenntnis gefolgt, dass sie sich die teuren Ballkleider die in den Schneidereien ausgestellt waren nicht leisten konnte. Also hatte sie sich mit etwas schlichtem begnügen müssen: ein eng geschnürtes schwarzes Mieder, unter dem sie eine weiße Bluse trug, und ein weit fallender dunkelgrüner Rock - alles aus recht einfachen Stoffen geschneidert. Auf eine Maske hatte Syrena bewusst verzichtet - zum einen waren die meisten viel zu aufwendig hergestellt um zu ihren Sachen zu passen - und zum anderen würde Suffix in seiner knalligen Garderobe ohnehin auffallen wie ein bunter Hund - und damit jeglichen Versuch sich zu maskieren zunichte machen.

Doch jetzt galt es erst einmal hinein zu kommen, was sich als problematischer erwies als es hätte sein sollen, denn Suffix hatte scheinbar seine Einladung vergessen. Er durchwühlte sämtliche Taschen und fing an zu lamentieren während sich langsam aber sicher eine bekannte Wärme in Syrenas Wangen schlich. Wie unangenehm, sämtliche Leute ringsherum starrten sie an als ob sie dahergelaufene Betrüger wären die sich auf den Ball einschleichen wollten. Langsam zupfte die junge Frau an der Kordel ihres Beutels und steckte die Hand hinein. Zögernd schlossen sich ihre Finger um ihre eigene Einladung, die Suffix und sie problemlos hineinbringen würde. Aber sollte sie ihrem Liebsten das wirklich antun? Er hatte sich so gefreut sie einladen zu können und war den ganzen Weg hierher mit so stolz geschwellter Brust herum gelaufen das sie immer wieder unwillkürlich anfangen musste zu kichern. Jetzt jedoch sah er fast schon verzweifelt aus und das gab schließlich den Ausschlag.

Suffix...

Syrenas Stimme erklang leise, doch ehe sie ihm ihre Einladung geben konnte kam ein Mann der dafür sorgte, dass sie hereingelassen wurden. Erleichtert ließ Syrena das Stück Pergament wo es war, zog den Beutel wieder zu und nickte Javelin mit einem Lächeln und einem artigem Knicks zu.

Ich danke ihnen mein Herr.

Dann griff sie nach Suffixs Hand und sah ihn an.

Gehen wir?
Autor: Amras Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 11:31
Das Schicksal schien es nicht anders gewollt zu haben. Amras verpasste den ersten Teil der Krönungszeremonie in der Kathedrale und bekam so gerade noch den Eid des neuen Königs mit. Aber hätte er den Druiden einfach so im Wald umherirren lassen sollen? Und das sein Pferd auf dem Weg über eine Wurzel gestolpert war und es erst nach einem großen Heiltrank weiter laufen konnte war auch nicht seine Absicht gewesen. Viel verpasst hatte er anscheinend eh nicht und zumindest einen Teil konnte er stehend direkt beim Eingang doch noch erleben. Das Raunen einiger Adeliger als Talisien davon sprach alle Bürger Aylanns gleich zu behandeln ließ den Elf innerlich schmunzeln. Dieser ganze Geburtsadel widerte ihn an. Wie konnten vernünftig denkende Wesen bloß daran glauben, dass jemand etwas Besonderes war, nur weil er von einer Adelsfrau geboren wurde? Es war ja nicht so, als hätte das Kind eine Wahl gehabt und nur die klugen Kinder wählten sich die reichen Familien aus. So manch ein Fürstensohn schien eher das Gegenteil beweisen zu wollen und führte ganze Ländereien mit dummen Entscheidungen in den Ruin. Nein Intelligenz hatte mit Sicherheit nichts mit Adel zu tun. Es konnte zufällig zusammenfallen, aber mehr auch nicht.

Die Veranstaltung in der Kathedrale war zu Ende und da Amras so nah am Eingang gestanden hatte, war er einer der Ersten der das Gebäude verließ. Sein Pferd hatte er nur notdürftig in der Nähe angebunden und so nahm er es nun und führte es zu den Ställen der Kirche wo er es unterstellen konnte. Der Weg zur Drachenburg war nicht weit und trotzdem dauerte es eine ganze Weile bis der Elf sich durch die überfüllten Gassen bis zum Eingang durchgekämpft hatte. Es schien hier ein ähnliches Volksfest zu geben, wie bei der Ernennung des Marquis in Nuru. Wo wohl die interessantere Veranstaltung stattfinden würde, musste sich noch zeigen. Der Paladin konnte es ja nun direkt vergleichen.

Eine lange Schlange hatte sich vor dem Burgtor gebildet und einige schimpften über einen Barden der wohl glaube sich alles erlauben zu können. Ob es sich bei eben jenem Barden wohl um Suffix handeln konnte? Die Beschreibung traf wohl auf ihn zu und Amras meinte das bunte Kostüm erkennen zu können, was man zwischen den Menschen erkennen konnte. Direkt vor ihm beschwerte sich eine Dame in feinsten Stoffen darüber wie tief das Land schon gesunken sei, wenn einfache Barden zu solchen exklusiven Veranstaltungen eingeladen seien und Amras musste sich zusammenreißen um keinen bissigen Kommentar abzugeben. Er wusste auch nicht warum er so gereizt war, aber irgendwie verspürte er keine große Lust sich den ganzen Abend anhören zu müssen, das nur bestimmte Familien ein Recht haben sollten die Königsfamilie zu sehen und Diskussionen darüber zu hören, ob denn nun filigrane Goldohrringe einen Diamantring gleichkommen konnten oder nicht. Aber wenn man schon eingeladen war musste man sich wenigstens dort zeigen und wenn es ihm zu bunt wurde, konnte er immer noch wieder verschwinden. Die Anwesenheit von Suffix ließ ihn aber darauf hoffen, dass der Abend doch noch etwas interessanter wurde. Und wenn Landolin in den Gewändern auftauchte, die er ihm geschneidert hatte, war es eigentlich gewiss, dass es nicht nur langweilig werden würde.

Endlich bewegte sich die Schlange wieder und schon bald durfte nun Amras seine Einladung vorzeigen. Die Wache musterte ihn und fragte sich wohl, wie ein einfacher Schneider an eine Einladung zu einem solchen Ereignis kommen konnte - Amras hatte sich diese Frage auch immer wieder gestellt, denn auch wenn er Varnayrah zwar von einigen Abenteuern kannte, so verstand er nicht den Unterschied zum Ball des Marquis zu dem er nicht eingeladen worden war - doch da sich der Elf in polierter Rüstung, mit einem sauberen silbernen Paladinumhang und einem feinem tiefblauen Waffenrock präsentierte gab es wohl nichts an seinem Äußeren auszusetzen und so konnte der Elf ohne weitere Diskussion in die Burg eintreten. Der Abend hatte begonnen...
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 13:58
Die Krönungszeremonie war nicht der Mühe wert gewesen. Zweifellos, der kleine junge Kronprinz hatte seinen Text tadellos gelernt, aber dennoch …
Die hiesige Kathedrale, an der Kain früher immer vorbeigegangen war und welche er nur zweimal in seinem Leben aus tiefster Verzweiflung zum Wohle seiner Stadt und zu seinem eigenen Wohl aufgesucht hatte, war heute zum Brechen voll. Die Luft stand trotz der hohen Schiffsbauten und so kurz die Zeremonie auch gedacht sein mochte, ließ ihn die Ungeduld bald auf dem Stützbalken von einem Bein auf das andere treten.

Ob der Knabe überhaupt wusste, was er versprach? Wohl kaum, sonst würde er kein solch glückliches Gesicht machen. Die Zeremonie neigte sich ihrem Ende zu, als der kleine schwarze Schopf unter der Krone verschwand - und Kain ließ freudig eine weiße Feder. Aus dem Meer an Köpfen unter ihm, kamen ein, zwei irritierte Blicke, die jedoch nur kurz auf dem weißen Turmfalken im Schlagschatten des Dachstuhles verharrten und dann wieder zu dem Hauptgeschehen beim Altar nach vorne wanderten. Wäre Kain in menschlicher Gestalt aufgetaucht, hätte er ein Gesicht in Richtung der Frauen verzogen. So aber schüttelte er sich nur aufmüpfig das Gefieder, widerstand dem Drang, sich über den missbilligen Menschen zu erleichtern und flog, mit dem Anstimmen der Musik, aus der Kathedrale hinaus.
Gegen einen weißen Falken sollte nichts einzuwenden sein. Die besonders abergläubischen unter den Gästen, würden ihn bestenfalls für ein Friedenssymbol oder einen göttlichen Gesandten Paladins, der seine Zustimmung zu der Krönung gab, halten. Und an einem Tag wie diesen, sollte auch kaum jemand versuchen, ihn abzuschießen, dachte er zynisch bei sich, während er über die bunt wehenden Reihen von Fahnen segelte.

Erst in einer Seitengasse vor der Drachenburg verwandelte er sich zurück, um sich die Gewänder zu richten und seine Einladung hervor zu kramen. Unwillkürlich flogen seine Augen dabei wieder - mit nicht weniger Unglauben als beim ersten Mal - über die fein gesetzte Schrift, ehe er die Schultern zuckte. Varnayrah Elentári. Verstehe einer die Frau! Vor wenigen Jahren noch hatte sie den Bann über ihn verhängt und nun lud sie ihn zur Krönungsfeier ihres Sohnes ein. Ob die ganzen Schwangerschaften ihre milde Seite geweckt hatten - oder hatte sie ihren Fehler erkannt und wollte sich aussöhnen. Oder war es gar ein Versehen?
Wie lange Kain sich darüber auch den Kopf zerbrach, er kam zu keinem Schluss. Und so hatte er schließlich seine feinsten Gewänder, die er sich mit der Erlangung des Statthalterposten damals zugelegt hatte, angelegt: ein weißer, schwer bestickter Gehrock, passend zu den übrigen weißen Gewändern und der ebenfalls weißen Gugel, welche seine Haare vollkommen verbarg. Nur die Maske war in weiß und nachtblau zweigeteilt, fügte sich so den Stickereien auf dem Gehrock, welche in einem tiefen Indigo aufblitzten, und ließ nur die Augen in zwei schmalen, dunkel umrahmten Schlitzen frei. Der weiße Stoffmantel vervollständigte das Gewand.

Sich den Gürtel zurechtrückend und wehenden Mantels wandte sich Kain der Hauptstraße zu, auf der er fluchend inne hielt. Wider Erwarten, und obwohl er so früh nach der Zeremonie aufgebrochen war, hatte sich vor den Toren eine Schlange gebildet, deren Ende er von hier aus nicht erkennen konnte. Manche Leute mussten direkt zum Ball gekommen sein. Unmutig lehnte er sich mit der Schulter gegen eine der Straßenlaternen, während er auf das Fortkommen der Schlange wartete. Er hatte nicht wenig Lust bei dem Tumult wieder umzukehren – überhaupt hatte er die letzten Jahre mit seiner Gefährtin solche Aufläufe eher gemieden und auch sonst hatte er als einfach Geborener und späterer Quereinsteiger niemals die Gepflogenheiten der höheren Kreisen– geschweige denn die der Waldelfen- ganz verstanden. Aber es gehört sicher nicht dazu, sich als Vogel oder Spinne in die Burg zu schmuggeln, wog er bei sich ab, als der Tumult vor ihm lauter und unruhiger wurde. Am Ende würde es wohl noch auf der Schwelle zerquetscht werden … Aber wenigsten hätte das Warten dann ein Ende.

Von hinten wurde er weitergeschoben und endlich kamen die Tore und die Wachleute in Sicht. Nur noch ein großer Schönling blockierte den Eingang, doch Kain schob sich so gut es ging mit seiner Einladung in der Hand und der Maske kurz gegenüber der zweiten Wache gelüftet, um mit einem schelmischen Grinsen sein Gesicht zu zeigen, ins Innere der Burg.

Zuviel Zeit war am Eingang vergangen und so hastete Kain eilenden Schrittes und ohne der aufwendigen Innenarchitektur allzu viel Beachtung zu schenken in den Thronsaal hinein. Musik wurde gerade angestimmt und die Gäste machten es sich jeweils in ihren Ecken allein oder in kleinen Gruppen gemütlich, während die Königin selbst über das Parkett schwebte. Kains Blick glitt zu dem jungen Kronprinzen, der wie hinter einem Graben inmitten des Sees saß, und für einen Moment fragte sich der Magier, ob sich wohl noch die Gelegenheit ergeben würde, mit dem Jungen zu sprechen … Doch dazu würde noch ausreichend Zeit sein. Das Buffet sah reichhaltig aus und unweit konnte er auch den Paladin und Schneider Amras ausmachen, zu dem er sich gesellen konnte, sobald er seinen Teller reich beladen hatte. Ungehemmt begann Kain sich die Speisen auf das feine Geschirr zu schaufeln.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 17:08
“Ist es etwa meine Schuld, dass es niemand für nötig hält meinesgleichen nach dem Nachnamen zu fragen?“, knurrte der Lykan eben so leise wie ungehalten. Was musste dieser Kerl sich auch einmischen, wo er schon fast durch gewesen war. Der grimmige Blick eines Raubtieres traf Javelin, als Phelan ihm das Pergament hinhielt. Sein Griff hatte sich dabei ein klein wenig verändert und ermöglichte es nun den Namen zu lesen.

“Können wir das jetzt ohne großes Aufsehen zu erregen zu Ende bringen?“, raunte der Oberleutnant dem Gardehauptmann zu. “Ich weiß es nämlich durchaus zu schätzen, dass ich über eine Gestalt zu verfügen, die keine Massenpanik auslöst.“
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 18:03
Fjalladis hatte geduldig gewartet, bis die Schlange sich auflöste, und kam daher erst im Thronsaal an, als der Tanz bereits eröffnet worden war. Die ganze Zeit über hatte sie die einfältigen Kommentare dragonischer Adliger mitanhören müssen, unter anderem über die deren Meinung nach unansehnliche elfische Architektur, und nun war sie froh, ihnen entkommen zu können. Im Saal selbst hatten sich bereits Gesprächsrunden gebildet, doch auch die Tanzfläche füllte sich langsam aber stetig, wie es beim ersten Tanz eben üblich war, da dann die Motivation noch am größten war. Fjalladis wusste nicht recht, wohin sie sich wenden sollte, und so beschloss sie, nach einem Becher – oder wie in so gehobener Gesellschaft sicher wahrscheinlicher war, einem Glas – Wasser Ausschau zu halten, bevor die Gäste nach dem ersten Tanz Hunger verspürten und das Buffet stürmten. Sie setzte ihre Maske auf und musterte die anderen Anwesenden im Vorübergehen flüchtig. Manch einer hatte sich wie ein bunter Gockel herausgeputzt und besonders die adligen Frauen glitzerten und blinkten, als wollten sie die Zuschauer blenden um über ihren Mangel an Intelligenz oder Schönheit hinwegzutäuschen, waren doch einige von ihnen zumindest recht füllig.

Für Speisen in Hülle und Fülle war gesorgt worden, doch die meisten, zum Teil recht seltsam anmutenden Gerichte waren der Elfe völlig fremd. So fiel ihr ein Schwein mit einem Apfel im Maul auf, das sie aus einem toten Auge anzustarren schien. Finster starrte sie zurück und wich dabei argwöhnisch ein wenig vor den kuriosen Ernährungsgewohnheiten der feinen menschlichen Gesellschaft zurück, was sich als recht unklug herausstellte: Ein Mann hatte sich an den Tischen entlanggeschoben und seinen Teller großzügig beladen, wobei er rascher vorankam, als Fjalladis es für wahrscheinlich gehalten hatte. Sie stieß leicht gegen ihn, als er gerade eine weitere Delikatesse auflud – er verwendete dabei eine ausgesprochen geschickte Anordnungstechnik, wie die Elfe feststellte, als sie herumfuhr und die seltsame Gestalt genauer ansah.
„Bitte, verzeiht, Herr“, meinte sie entschuldigend und verbeugte sich förmlich, wobei sie erstaunt die Kleidung ihres Gegenübers zur Kenntnis nahm: Er war in blendendes Weiß gehüllt, welches überaus geschmackvoll mit dunkelblauen Verzierungen geschmückt war, und nichts ließ auch nur die geringste Andeutung darauf erkennen, um wen es sich bei ihm handelte. Nun, letzteres war der Elfe ohnehin gleich. Sie kannte den hiesigen Adel kaum – er war nicht besonders gläubig und wenn, dann höchstens in Bezug auf den Gott der Macht und des Reichtums, dessen Existenz nicht ganz unberechtigt eher umstritten war – und erwartete daher kaum, auf jemand Bekanntes zu treffen. Besser gesagt, sie hatte bereits seit ihrer Ankunft nach einem Platz – etwa neben einer Säule oder einer hohen und dichten Pflanze – Ausschau gehalten, an dem sie den Abend ungestört verbringen konnte. An allem anderen war ihr kaum gelegen.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Sonntag 06 September 2009, 18:09
Aufgeregt aber auch Stolz näherte sich Shaya den Toren zur Drachenburg. Einmal mehr war sie dem Schicksal dankbar das sie Varnayrah getroffen hatte.  Dies war eine einzigartige Chance für die junge Bardin auf sich aufmerksam zu machen. Nervös war sie vom Badehaus direkt zur Drachenburg geschlendert und hatte auch darauf verzichtet sich eine Maske zu besorgen. Ein wenig hatte Shaya das Gefühl das ihr Magen sich verknotet hatte und so viel es ihr schwer die Hände ruhig zu halten und nicht an der kunstvollen Frisur zu zupfen. Man hatte sich im Badehaus große mühe gegeben Shayas lange Haare zu einer schönen Frisur zu flechten ohne diese ab zu schneiden.

Ganz ruhig Shaya... Varnayrah meinte das du hier singen darfst...also kannst du nicht wirklich schlecht sein...schließlich ist das ein offizieller Ball und sie würde das ihren Gästen nicht antuen.... Sei doch kein solcher Angsthase][i]

Tief atmete Shaya durch und versuchte die leicht spöttische stimme in ihr zum schweigen zu bringen die da behauptete große Chance bekannt zu werden... genauso wie eine Chance sich bis aufs Blut zu blamieren. Shaya schluckte schwer und verfluchte ihr Lampenfieber ehe sie sich geduldig in der Warteschlange einreihte. Das gab ihr sicher die Gelegenheit noch einmal durch zu atmen und wenigstens zu versuchen ihre Emotionen unter Kontrolle zu bringen. In solchen Momenten wünschte sich Shaya immer das sie mehr von den Waldelfen hätte...diese waren ganz sicher nicht so schnell aufgeregt oder nervös.

[i]Ich frage mich wie es sein wird...dies ist das erste Hohe fest das ich überhaupt besuche. Naja...ich hätte aber auch nie gedacht das ich jemals eine Einladung erhalten würde


Ein Gutes hate es das soviele Wesen hier waren und es eine weile dauerte bis diese eingelassen wurden. Als Shaya sich den Wachen näherte hatte sie ihre Gefühle unter Kontrolle und konnte die Wache sogar leicht anlächeln ehe sie ihre Einladung vorzeigte. Schnell huschte sie an den wachen vorbei nachdem diese sie einließen. Mit großen Augen sah sich Shaya in der Burg um ehe sie sich am Riemen riss und den Thronsaal betrat. Flink huschten ihre Augen durch den Saal. Offenbar hatte der Ball schon angefangen den sie sah Varnayrah tanzen. Shaya fehlte allerdings der Mut auch nur zu versuchen jemanden zum Tanzen zu finden. Unsicher sah sie sich um ehe sie eher zögernd zum Bankett ging. Das war sicher am unverfänglichsten.

Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Montag 07 September 2009, 00:10
Zu spät sah Kain die junge Dame von der Seite her kommen. Und so hatte er noch eine Greifzange in der Hand und den Teller in der anderen, als das Unvermeidliche geschah. Ein Zusammenstoß, der das eben Ergatterte langsam, aber unaufhaltsam zum Rutschen brachte. Besonders das dunkle honigübergossene Gebäck schwankte gefährlich am Rande der Platte und Kains Versuch, es durch einen Balanceakt zu retten, scheiterte kläglich. Mit einem dumpfen Geräusch prallte es gegen den feinen Stoff der jungen Dame neben ihm.

Kain erstarrte und innerlich machte er sich bereits auf einen Anfall von Hysterie und Vorwürfen gefasst, als er den Kopf langsam, fast widerwillig herumdrehte – und verdutzt in ein nicht zu unbekanntes Gesicht blickte. Die Hälfte davon blieb zwar hinter der dunklen Maske und den weißen Federn verborgen – und auch die Augen dahinter strotzten wie ihre übrige Gestalt von einer überirdischen Eleganz, die ihm die Luft wegbleiben ließ – doch das Haar, das Kinn …
Wäre die Maske nicht gewesen, wäre Kain sicher die Kinnlade heruntergefallen. So aber blieb ihm ein Sekundenbruchteil, um sich zu fassen, die Schultern eilends zu straffen. Der nächste Sekundenbruchteil wurde genutzt, um einer herantretenden Dame beiläufig den vollbeladenen Teller in die Hand zu drücken mit den Worten:

„Wenn Ihr kurz die Güte hättet … Ihr dürft Euch auch ruhig bedienen … Nur zu!“

und um die Verbeugung der Dame in Türkis eilends mit einer ebensolchen zu erwidern.

„Nein, ich muss Euch um Vergebung bitten, Mylady. Es war mein Fehler … Ich weiß nicht, wo ich meine Augen hatte …“

Die Worte brachen sich in dem Hohlraum, den ihm die Maske zwischen den Lippen und der Innenseite ließ, und ließen seine Stimme gedämpft erscheinen. Durch seinen Kopf jedoch raste der Gedanke, dass sie sich so aufwendig herausgeputzt und er es ihr gleich von Anfang verdorben hatte. Doch nein, es konnte sich unmöglich Fjalladis handeln … Wieso sollte sie sich auch so herrichten? Sein Gegenüber war bestenfalls ein Mädchen, welches ihr entfernt ähnelte und noch dutzende anderer solcher Kleider im Schrank stehen hatte. Und dennoch …
Mit einem dankbaren Nicken nahm er die Tuchserviette von der herangetretenen Dame entgegen. Vorsichtig nahm er den verunglückten Stoff zwischen zwei Fingern und begann behände die Honigspuren von diesem abzutupfen, während er sich unwillkürlich fragte, wie viel wohl so ein Stoff kostete.

„Ich bin wirklich untröstlich …“,

wiederholte er vollsten Herzens die Beileidsbekundung und neigte sich vor, um den Stoff im Licht in Augenschein zu nehmen, als er ihrem Blick begegnete und hinter der Maske die Augenbrauen zusammenzog:

„Verzeiht, wenn ich aufdringlich erscheine … Aber hatten wir nicht schon einmal die Ehre?“

Musternd versuchte er aus den Augenschlitzen heraus die grauen Augen zu lesen. Sie waren ihr ziemlich ähnlich – zumindest glaubte er, dass sie helle Augen hatte – doch die Hand würde er dafür nicht ins Feuer legen.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Montag 07 September 2009, 12:53
Verwirrt sah Shaya auf den Teller den der Herr ihr in die Hand gedrückt hatte kaum das sie das Buffet  erreicht hatte. Leicht nur hob sie eine Augenbraue, hatte sie doch nicht damit gerechnet so überraschend als Tellerhalter gebraucht zu werden.

„Habt dank mein Herr…“

Leicht lächelnd musterte Shaya den edlen Spender an ehe sie bemerkte das es da wohl ein kleines Malheur gegeben hatte. Unsicher huschte ihr Blick von einem zum anderen sie wusste nicht ob eine Hilfestellung ihrerseits erwünscht wäre oder nicht. Vielleicht wollte sie ja einfach nicht das noch wer ihren kleinen Unfall bemerkte. Es war sicher schade um das schöne Kleid, aber vielleicht ließe sich ja mit etwas Wasser die gröbsten Verschmutzungen entfernen. Kurz sah sie sich um ehe sie eine weise Tuchserviette ergriff und sie dem Herren anbot. Mit etwas Wasser sollte sich der Rest des Malheurs wieder entfernen lassen.

Schon seltsam… ich hätte die Adligen hier eher so eingeschätzt das sich ein fürchterliches Gezetter über den armen Verursacher ergießen würde. Uh ich finde es sowieso übertrieben wie sich einige hier raus putzen. hehe zum Glück erwartet das von mir keiner...so gesehen habe ich Glück. Mich würde aber auch keiner in so was rein bekommen Manchmal ist es von Vorteil wen man weder bekannt noch Adelig ist. Und da ich hier später auftreten soll...

Lächelnd sah Shaya von einem zum anderen und versuchte zumindest das ungefähre aussehen unter den Masken zu erkennen. Dieses fest unterschied sich so ziemlich von allem was sie bisher erlebt hatte so das sie sich nicht traute viel mehr zu sagen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 07 September 2009, 13:16
Als die Sache langsam zu eskalieren drohte, erschien die Rettung in der Person von Jawelynn, so hatte Suffix den Namen noch im Gedächtnis und auch dieser erkannte Suffix und da er auf der Gästeliste aufschien, war das Problem auf einmal keines mehr. Was ihn sehr erfreute, denn es schien Syrena schon ein wenig peinlich zu sein, so viel Aufsehen zu erregen. Er war es gewohnt, aber seine Maid nicht.
Auch meines Dank seid Euch gewiss Herr J.“ und bevor er noch mehr Unheil anrichten konnte, sah ihm Syrena ins Gesicht, nahm Syrena seine Hand und mit einem fröhlichen „Gehen wir? konnte sie jedwede allfällig aufkommende Missstimmung im Keim ersticken. Aber er war gar nicht der einzige, der Probleme bekam, wie er zufällig registrierte.

Ja, lass uns schreiten…
Suffix war überwältigt von der auf ihn einwirkenden natürlichen Strahlkraft von Syrena. Suffix kannte sich mit teurer Kleidung und wertvollen Schmuck nicht sonderlich aus und so war es kein gefälschtes Kompliment, wenn er meinte: „Wenn ich diese ganzen Rüschen-, Samt- und Seidenmonster hier sehe, mit ihren flirrenden, blinkenden, funkelnden Gehänge, dann muss ich sagen, Deine Wahl der Kleidung war mit Abstand die geschmackvollste und die beste zudem“ Dass es rein dem ökonomischen Zwang geschuldet war, wusste Suffix ja nicht.

Sie folgten den Geräuschen, die sich aus Geschirrgeklapper, Gläser klirren, Stimmengewirr und Instrumenten, die eingestimmt werden, zusammensetzten. Endlich erreichten sie die Halle und Suffix entfuhr: „Sie mal, Syrena, das ist eine Schau aber das hätte er seiner Begleiterin gar nicht auftragen müssen, denn wenn es Suffix nicht ganz täuschte, schien eine Ohnmacht von Syrena nicht mehr allzu unwahrscheinlich. Wobei sich Suffix allerdings schon das eine oder andere Mal getäuscht hat. Jedenfalls war sich Suffix sicher, dürfte sie eine solchen inszenierten Pomp kaum jemals zu Gesicht bekommen haben. Hatte er doch selbst auch noch nicht das Vergnügen gehabt. Er ließ seinen Blick schweifen und entdeckte dabei den Thron, der von dem noch so jungen König kaum gefüllt wurde. Da würde der erst hineinwachsen müssen. Mit dem ganzen Boohei mit der vergessenen Einladung hatten sie die Eröffnungs-Ansprache des Königs versäumt und natürlich waren auch schon die begehrtesten Plätze, die aber nach seinem Dafürhalten nicht unbedingt die besten waren. So erschwert ein Blasinstrument, das im Nacken trötet, erheblich die Konversation.
Und gefällt es Dir. Ist es so wie Du es Dir vorgestellt hast. Oder bist im Gegenteil vielleicht sogar enttäuscht.“ Letzteres konnte er sich kaum vorstellen und wünschte es ich auch nicht, denn nicht jeder Traum muss zerplatzen. Er selbst jedenfalls genoss jede Minute.
Klar sah man ihn auch, er war ja kaum zu übersehen. Je Adeliger desto hochnäsiger, es war evident. Während sie zwar seine Kleidung für nicht Ballkonform aber wenigstens originell hielten, rümpften sie über den schlichten Stoff, was ihre Habichtsaugen natürlich sofort erkannten, Syrenas Rock die Nase. Ihn juckte das nicht und er konnte nur hoffen Syrena, die das natürlich bemerkte, es wurde ja so gezeigt, dass man es erkennt, auch nicht. Trotzdem versuchte er sie ein wenig aufzumuntern: „Denk Dir nichts, dass ist die fassartige Birne von der ich Dir erzählt habe. Das hat mir einen Schlag ins Gesicht eingebracht, aber den Spaß den ich dabei hatte, war es allemal wert. Zum Glück schien sie mich nicht mehr zu erkennen.
„Ich habe damals etwas gedichtet, das ging glaube ich an den sie betreffenden Stellen so:

der Mutter ihr verhärmt Gesicht, ihr faltig Haut
und vor ihrer fassartigen Figur mir gänzlich graut.
Das Haare ausgedünnt, der kümmlich Rest angegraut
der Busen dieses Wesens, seht selbst – hat abgebaut

So oder so ähnlich. Und neu könnte ich hinzufügen:

Wenn man sie jetzt betrachtet und genau anschaut
Ist’s besser man hat die Mahlzeit schon verdaut
denn dieser Anblick ich sage es ganz deutlich laut
hat mir die Lust, die Laune und den Appettit vers...verbaut
"

Mit Freude stellte er fest, dass ihm der nötige poetische Biss noch nicht abhanden gekommen war.

"So, was meinst Du, gehen wir zuerst zum Buffet oder willst Du Dich noch etwas sitzenderweise umsehen, Prinzessin Pfirsichhaut? Und wenn die nochmals kommt, dann haue ich ihr der Verse um die Ohren, dass es kracht.

Inzwischen wurden sie aber auch schon wohlwollenderen Leuten gesichtet. Da würde wohl heute noch das eine oder andere Gespräch stattfinden. Vielleicht konnte er mit einigermassen Geschick auch den Sieg im Bardenwettbewerb anklingen lassen.
Autor: Landolin Datum/Zeit: Montag 07 September 2009, 16:08
Da Landolin und Phelan durch ihren Besuch im Badehaus den offiziellen Teil in der Kathedrale – rein versehentlich natürlich – verpasst hatten, konnten sie sich einen annehmbaren Platz in der Warteschlange sichern. Dass der Einlass trotzdem recht zäh vonstatten ging lag an Suffix. Wie hätte es auch anders sein können? Der Barde ließ schließlich keine Gelegenheit aus, um sich ins Rampenlicht zu stellen.

Diese Situation auszunutzen, wie es der Lykantroph vorhatte, wäre dem Heiler zwar nicht in den Sinn gekommen, aber schaden konnte es sicher nicht. Auch wenn er seinen richtigen Namen im Moment noch nicht abgelegt hatte…
“Landolin Dennhardt, Apotheker aus Nighton.“ Damit und mit seiner vorgehaltenen Einladung hatte er auch keine Probleme an den Wachen vorbeizukommen.
“Wir sehen uns dann drinnen, Darcia. Lass Dich nicht zulange aufhalten.“, fügte er an Phelan gewandt hinzu. Wenn der Gestaltwandler wirklich nicht eingelassen werden sollte, würde er eben noch einmal nach draußen gehen müssen und ihn als Begleitperson mit hinein nehmen.

Landolin setzte seine dunkelgrüne Maske auf und rückte seinen unauffälligen Umhang zurecht. Er hatte seine besten Sachen angezogen, doch im Vergleich zu den anderen Gästen und vor allem den Damen, kam er sich geradezu armselig vor. Doch das sollte ihm nur recht sein: Je weniger man ihn beachtete, desto besser.
Sein erster Weg führte ihn zur Getränkeausgabe. Die Halle, die das letzte Mal, als er sie gesehen hatte, noch voller Trümmer und verletzter Kämpfer gewesen war, war eindrucksvoll hergerichtet worden. Wirklich daran erfreuen konnte sich der Hohentürmler allerdings nicht daran. Es gab zu viele schlechte Erinnerungen – und dieser Abend würde vermutlich keine besseren hinzufügen.
Am Buffet angekommen griff der junge Mann nach einem der Saftgläser und einer Schnapsflasche, die beim öffnen einen ausgesprochen scharfen Geruch verströmte. Langsam ließ er den Blick über die Menge schweifen, um nach der hochgewachsenen Gestalt Phelans… Darcias Ausschau zu halten, während er das Glas füllte und in einem Zug leerte. Doch der Gestaltwandler war immer noch nicht zu sehen. Stattdessen erregte jemand anderes seine Aufmerksamkeit: Die weißen Haare und die Art sich zu Bewegen erkannte er selbst auf diese Entfernung und trotz der Maske wieder. Er wusste selbst nicht warum…
Und irgendein Idiot hatte ihr sein Essen auf das Kleid fallen lassen und musste das Malheur nun umgehend beseitigen – was für eine unglaublich dämliche Anmache!
Irgendetwas in Landolins Innerem begann zu brodeln, ein Gefühl, dass er bisher nicht oft in seinem Leben gespürt hatte. Und diesmal war es sogar noch schlimmer, als damals, als sein älterer Bruder die Tasche mit seinen mühsam gesammelten und getrockneten Kräutern ins Feuer geworfen hatte, weil solches Zeug nichts in einem anständigen Haus verloren hatte…

Ohne es wirklich zu bemerken, hatte sich der Heiler das Glas ein zweites Mal voll geschenkt – erst als der Alkohol schon beinahe über den Rand schwappte, riss er die Flasche zurück und stellte sie auf dem Tisch ab. Hastig nahm er einen großen Schluck, um nicht versehentlich etwas zu verschütten – doch der Schnaps schien das Feuer in ihm nur noch anzufachen. Und dabei konnte er es Fjalladis gar nicht verdenken, dass sie nichts mit ihm zu tun haben wollte. Nicht, wenn er bedachte, was er an diesem Abend noch vorhatte. Er war niederträchtig, rachsüchtig, kurz gesagt Abschaum!

Übertrieben laut knallte das leere Glas auf dem Holz eines der runden Tische, als sich Landolin auf den Weg zu den Toiletten machte. Es war nicht gerade leicht auf einem Fest wie diesem einen ungestörten Ort zu finden, aber es war auch nicht unmöglich. Wenig später hatte er die dunkelgrüne Maske gegen die violette mit den künstlichen Locken eingetauscht. Und anstelle des gelben Umhangs mit dem leuchtenden Kragen befand sich jetzt sein gewöhnlicher ordentlich zusammengefaltet in einem Beutel in seiner Innentasche.

Seine Wut jedoch war geblieben, als er sich auf den Weg zu der Insel machte, auf der das Orchester spielte.
“Wann darf ich endlich auftreten?“, rief er dem Kapellmeister in nicht gerade freundlichem Tonfall zu, “Ich habe keine Lust erst zu singen, wenn alle Leute schon so besoffen sind, dass sie den Text nicht mehr verstehen!“
Ohne eine Antwort abzuwarten, rauschte der falsche Barde wieder davon. Er hatte seine Absicht deutlich gemacht und musste jetzt wohl nur noch ein paar Minuten warten, ehe er zur Tat schritt. Und Phelan sollte er vorher wohl auch noch finden…

Auf dem Rückweg zu der verborgenen Ecke, die er als Umkleide verwendete, rempelte er mindestens zwei Adelige und den Türstock an. Diese Tatsache führte zu der späten Erkenntnis, dass er mindestens ein Glas mehr getrunken hatte, als geplant. Und dafür nichts gegessen. Weitere zwei Minuten später hatte sich der Hohentürmler selbst eingestanden, dass er sternhagelvoll war… Seinen Auftritt konnte er so sicherlich vergessen. Es sei denn…

Warum seine Patienten in Nuru so wenig von seinen Entgiftungsmethoden gehalten hatten, war Landolin im nächsten Moment klar. Sein Knöchel – denn aus Rücksicht auf sein weißes Hemd hatte er darauf verzichtet den Zauber am Oberkörper anzusetzen – schwoll schmerzhaft an. Fast wie ein Wespenstich, dachte der Heiler unwillkürlich und ließ einige Tropfen  hochkonzentrierten Alkohols zu Boden fallen.

Das Schwindelgefühl war verschwunden, auch wenn die Wirkung des Schnapses nicht ganz nachgelassen hatte. Eigentlich ein ganz angenehmer Alkoholpegel, um einen irrsinnigen Auftritt hinzulegen, wenn man es genau nahm. Auf jeden Fall hatte er mittlerweile genug Zeit verschwendet, um es zu versuchen… Aus diesem Grund zog der junge Mann die kleine Leierattrappe, die er gebastelt hatte, aus der anderen Innentasche hervor und machte sich auf den Rückweg zum Maskenball. Hoffentlich war Phelan mittlerweile an den Wachen vorbeigekommen – sonst würde er noch alles verpassen.

- 15 Mana
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Montag 07 September 2009, 21:34
Sprachlos beobachtete Fjalladis, mit welcher Selbstverständlichkeit die große weiße Gestalt einer anmutigen jungen Frau, die gerade in der Nähe stand, seinen Teller in die Hand drückte. Der Fremde hatte offenbar viel wert daraus gelegt, nicht erkannt zu werden, doch allein seine Haltung strahlte sowohl Stärke und Selbstbewusstsein als auch Eleganz und Erhabenheit aus. Im Großen und Ganzen eine Mischung, die hier nur wenigen Adligen zu eigen war. Aber konnte es denn sein...? Die stolze Haltung, die Stimme – nun etwas gedämpft klingend –, die überraschende, doch zudem auch ungewöhnlich zuvorkommende und gewinnende Art...
Die junge Priesterin war derart von dem sich ihr darbietenden Anblick gefesselt, dass sie das Gebäckstück nicht einmal bemerkt hatte. Es hatte nur ihren Ärmel gestreift, doch alles in ihr sträubte sich unwillkürlich, als der junge Mann nach dem Stoff griff um ihn zu säubern.
„Ah... das ist doch... nicht der Rede wert, Herr.“
Sie versuchte, durch die schmalen Augenschlitze seiner Maske etwas erkennen zu können, doch da die Augen dahinter auch noch im Schatten zu liegen schienen, erwies es sich als nahezu unmöglich. Fjalladis fragte sich, warum ihr Herz und ihr Pulsschlag sich gerade im Wettrennen versuchten, und erwiderte dann mit erstaunlich ruhiger, förmlicher Stimme: „Eure Maske verwehrt mir Sicherheit. Doch wenn, so war die Ehre ganz auf meiner Seite, Herr.“
Sanft aber bestimmt entzog sie der weißgewandeten Gestalt den Brokatstoff und zog dann ihren Arm zurück als fürchte sie, er könne auf dumme Gedanken kommen, wenn er sich zu weit vom Körper entfernte. Dann wandte sie sich der rothaarigen Frau zu, die noch immer amüsiert lächelnd neben ihnen stand. „Entschuldigt bitte, werte Dame. Wollt Ihr den schweren Teller nicht abstellen? Seht, hier drüben auf dem Tisch ist noch etwas Platz...“ Normalerweise hätte sie sich erboten, ihr den Teller abzunehmen, doch aus irgendeinem Grund zitterte ihre Hand auf einmal, sodass sie sich nicht sicher war, ob sie den Teller nicht vielleicht noch hätte fallen lassen...
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Montag 07 September 2009, 21:43
Elessar hatte sich vor, während und nach der Krönungsfeier in der Nähe Varnayrahs aufgehalten und so war er auch ohne Schwierigkeiten durch den Pulk der Gaffenden gekommen, die sich auf den Straßen der Hauptstadt tummelten, um den neuen König sehen und sich anschließend den Freuden des Straßenfestes anlässlich der Krönung hingeben zu können. Da er nach menschlichen Maßstäben wohl so etwas wie der Patenonkel des jungen Königs war - mit einem Lächeln erinnerte er sich an den Löwenanhänger, den er damals für Thar'Vaiyon aus einem Stück des Lebensbaumes geschnitzt hatte, damit der Knabe ein Symbol seines Seelentieres bei sich trüge -  war es wohl mehr eine Angelegenheit von Freundschaft und eine Selbstverständlichkeit, denn eine Aufwartung an sein Amt, dass er zu den besonderen geladenen Gästen gehörte. Einer der Vorteile dieses Umstandes war, dass der Paladin den Thronsaal noch bewundern konnte, bevor er von Gästen nur so barst und kaum noch eines der Wunderwerke der Kunst und des Kunsthandwerks in Ruhe betrachtet werden konnte.

Als der riesige Saal sich mehr und mehr füllte - auch einige bekannte Gesichter waren darunter und der Elf nickte jedem, den er erblickte und der ihn erkannte, freundlich grüßend zu - begab Elessar sich zum Buffet und lud sich einen Teller voll mit einer wohl abgestimmten Mischung all der Köstlichkeiten. Mit dem Teller in der einen und einem Krug Met in der anderen Hand begab er sich zu einem Tisch an einer durch Säulen, um die sich prachtvolle Ranken schlangen einigermaßen abgeschirmten Stelle des Saales und ließ sich nieder, um sein Mahl zu genießen.

Als Varnayrah mit Ancalagon den Tanz eröffnete und die beiden alsbald völlig in die Musik und ineinander versunken über die Tanzfläche schwebten, wurde es Elessar mit einem Mal schwer ums Herz. Seine Gedanken schweiften zu Carthangiel, seiner Liebsten, die vor kurzer Zeit endlich wieder nach Aylann zurück gekehrt war. Wie sehr hatte er sich nach diesem Augenblick gesehnt, fast schon alle Hoffnung aufgegeben, obwohl die das Letzte aller Dinge wäre, die er tun sollte, wie sehr hatte er sich gefreut, sie endlich wieder in seinen Armen zu halten... und doch war sie heute nicht bei ihm. Etwas war mit ihr geschehen in der Zeit ihrer Abwesenheit und es war ihm bisher nicht gelungen, zu ergründen, was dies sein mochte.

Dass Amras den Saal betrat lenkte Elessar von seinen trübsinnigen Gedanken ab - der Priester konnte seinen Ordensbruder zwar von seinem Platz aus nicht sehen, doch durch die Gabe spürte er die mentale Präsenz des anderen Paladins - und er grüßte diesen im Geiste mit einem erfreuten, doch durch die voran gegangenen Gedanken leicht melancholischen "Paladin zum Gruße, Bruder! Es ist lange her, dass sich unsere Wege kreuzten, zu beschäftigt sind wir wohl beide mit dem Verrichten des Werkes, das unser Herr uns aufträgt."
Autor: Amras Datum/Zeit: Dienstag 08 September 2009, 12:51
Langsam füllte sich der Saal und so holte sich Amras einen Teller den der mit einer angemessen Anzahl an Speisen füllte und ein Glas Wasser und suchte sich dann eine etwas stillere Ecke. Von hier aus konnte er die Tanzfläche - auf der Varnayrah gerade mit ihrer Leibwache den ersten Tanz eröffnete -und damit einen Großteil des Saals überblicken. Einige bekannte Gesichter konnte er erkennen und wann immer sich Blicke trafen grüßte der Elf denjenigen mit einem Nicken. Für eine Unterhaltung über mehrere Schritte hinweg war die Musik zu laut und daher versuchte der Elf es gar nicht erst. Viel mehr fragte er sich, was Landolin - der zwar in feiner Kleidung aber eben nicht verkleidet erschienen war - wohl vor hatte. Suffix war mit Syrena erschienen und würde sich daher wohl hoffentlich etwas zurückhalten.

Er spürte wie Elessar seinen Geist suchte und nahm sogleich auch seine Gedanken wahr. "Eure Worte haben über die vielen Monde nicht an Weisheit verloren. Zu lange ist es her, dass wir Seite an Seite für das Gute einstanden. Es gibt leider zu viele Schatten und zu wenig Paladine die sie mit ihrem Licht zerstreuen können." Einen Moment war Amras abgelenkt, weil er nun den falschen Suffix erkannt hatte und Landolin es wohl ganz offensichtlich auf einen Auftritt ankommen lassen wollte.  Nachdenklich fuhr er dann fort "Bedrückt euch etwas Bruder? Eure Gedanken passen nicht zu diesem festlichen Anlass. Oder ist es etwas gerade deswegen?"

Gespannt beobachtete der Schneider das Geschehen auf der Tanzfläche. Wie lange konnte Suffix seinen falschen Zwilling wohl noch übersehen? Oder viel wichtiger, würde man Landolin seinen Auftritt ausführen lassen?
Autor: Aristéa Datum/Zeit: Dienstag 08 September 2009, 16:18
So sehr sie sich Anfangs gefreut hatte eine der ersten in der Kathedrale zu sein um die Krönung von Nahem zu erleben, deto mehr ärgerte sie sich jetzt.
Als Erste kommt man hinein, als Letzte geht man hinaus. Wäre der Amazona das mal früher eingefallen.

Schon leicht genervt und viel zu spät erreichte sie die Drachenburg, wo nun der Maskenball stattfinden sollte. Naürlich musste sie hier nun um so länger warten. Die Schlange schien gar nicht enden zu wollen und zwischenurch hatte man auch den Eindruck, dass sie sich keinen Schritt bewegte.
Doch nach langem Warten - die Einladung in ihrer Hand war schon recht zerknittert - erreichte sie den Eingang und wurde ohne größeres Aufsehen eingelassen.

Schon in der Schlange war ihr aufgefallen, dass sich die Verkleidung anscheinend doch nur auf die Maske bezog und so lies sie den gerade erst gekauften Katzenschwanz versteckt, die schwarze Maske mit den (Stoff-)Schnurrbarthaaren zog sie jedoch an.

Es wurde bereits zur Musik getanzt und sowohl Essen als auch Trinken wurde bereits ausgegeben.
Um zunächst mal die Leute zu beobachten und eventuelle berets bekannte Gesichter hinter den Masken zu entdecken begab Aristéa sich zu den Getränken uns besorgte etwas Saft.

Unauffällig lies sie den Blick über die Menge schweifen, aber bis auf Suffix mit weiblicher Begleitung konnte sie noch niemand Bekannten entdecken.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 08 September 2009, 22:36


Sheherazade stand zu der Stunde, die Thorongil ihr genannt hatte, vor den riesigen Toren der Drachenburg und sah den herbeiströmenden Gästen zu. In ihrem Kleid in den Farben des Feuers, der Zuschnitt fremdartig für Dragonias Begriffe, und ein Hauch freizügig: die linke Schulter blieb frei, und um den Bauch herum war es ein wenig durchscheinend, dazu die Maske aus roten, gelben und orangefarbenen Federn - in diesem Aufzug sah sie ein wenig wie ein exotischer Vogel aus oder vielleicht auch wie die Tâbyd Dârây ihrer Heimat. Sie trug diesmal nicht den Silbermünzenschmuck der Sharisadim dazu, denn sie wollte hier nicht auftreten, stattdessen hatte sie den Granatschmuck angelegt, den sie von ihrer Mutter nach den entsetzlichen Ereignissen um Arapat Ash'Tamar bekommen hatte. Sie fiel auf und stach gegen die Damen der Adeligen ab - die meistens reicher gekleidet waren als sie, mache Robe glitzerte nur so vor aufgenähten Perlen oder Edelsteinen, und mache Dame kam unter der Last und Steifheit von Korsetts und Reifröcken nur langsamen und gemessenen Schrittes die Stufen zum Postal hinauf. Die aktuelle Mode schien entweder gedeckte Farben vorzuschreiben, dunkles Grün oder Blau, vielleicht noch ein tiefes Violett oder Rot, oder aber helle, sanfte Pastelltöne - und so stach Sheherazades Kleid schon farblich sehr von den vorherrschenden Kleidern ab. Manche Dame sah die exotische Beni Tahauri ein wenig seltsam an - doch die Sharisad erwiderte die Blicke nur stolz und offen. Sie würde keiner von ihnen zeigen, dass sie sich ein wenig fehl am Platze fühlte. So ganz konnte sie es immer noch nicht fassen, dass sie hier auf einem Ball des neuen Königs tanzen sollte. Hoffentlich kam Lucius bald - wie der Tanzunterricht, den er ihr gegeben hatte, andeutete, kannte er sich offenbar ganz gut in den Gepflogenheiten an den nördlichen Königshöfen aus. Ganz bestimmt war er in Aramon nicht nur Gefreiter gewesen.

Ihre Gedanken glitten zu der Krönung in der Kathedrale zurück, während sie wartete. Da Lucius mit der Ehrenwache zu Pferde nicht hereingekommen war, hatte sie sich einen Platz ziemlich weit hinten gesucht und von dort aus das Geschehen beobachtet. Der Schwur, den der kleine Junge weit vorne leistete, ähnelte auf seltsame Art dem, den jeder neue Kalif leistete. Ähnelte ihm - glich ihm aber keineswegs bis aufs Wort. Und der Zusatz, der ihr am meisten zusagte -alle Einwohner des Landes egal welcher Herkunft gleich zu schätzen - schien neu zu sein, denn er rief erregtes, manchmal empörtes Gemurmel hervor. Ansonsten hatte der Junge da vorne ihr wirklich leid getan. Wie alt mochte er wohl sein? Drei oder vier, höchstens fünf Sommer - viel zu jung für die Verantwortung, die ihm aufgebürdet wurde. Sie fragte sich, warum seine Mutter es zuließ. Lucius schien die sternengleiche Waldelfe sehr zu schätzen, und seinem Urteil vertraute sie - möglicherweise wurde der Königinmutter keine andere Wahl gelassen. Vielleicht konnte sie ihr bei dem Ball ein wenig näher kommen und etwas mehr über dieses Geschöpf erfahren.

Die Zeremonie war nur kurz gewesen, und nun stand sie also hier vor dem Portal der Drachenburg. Lucius musste seinen Garderock noch gegen andere Kleidung tauschen. Da kam er auch schon. Ein strahlendes Lächeln erschien auf Sheherazades Gesicht. Die feinen Damen und die Waldelfe waren ersteinmal vergessen. Sie lief ihm entgegen und blieb dann atemlos vor ihm stehen. Atemlos allerdings war sie keineswegs vom schnellen Lauf... er sah gradezu umwerfend aus. Sie konnte sich gar nicht sattsehen an ihm, und einen ganz kurzen, irrationalen Moment wünschte sie, sie könnten allein irgendwo hingehen, anstatt auf diesen Ball, wo noch viel zu viele andere Leute wären. Sie blickte ihm in die Augen, und das war ein Fehler: deren leuchtendes Blau überwältigte sie einmal mehr. Völlig versunken blieb sie einfach vor ihm stehen und konnte den Blick nicht abwenden. Dann erinnerte sie sich wieder, wo sie war, lachte leise und verlegen - ließ es sich aber nicht nehmen, ihm einen raschen Kuss auf die Lippen zu hauchen, ehe sie zusammen in den Thronsaal gingen. Sie waren unter den Letzten, die eintraten, und unter dem rosengeschmückten Bogen des Tores blieb Sheherazade ersteinmal staunend stehen. Was sich ihren Blicken hier bot - vergleichbares hatte sie noch nie gesehen. Es war ähnlich unfassbar und wunderbar, wenn auch auf gänzlich andere Art, als Arapat Ash'Tamar, die gläserne Stadt. Und eine Weile stand die Sharisad einfach nur da und trank den Anblick des Sees und der vielen kleinen, schwimmenden Kerzen und der durchscheinenden Wände in sich hinein. Die Musik, die durch den riesigen Raum wehte, machte die ganze Szenerie traumähnlicher, unwirklicher, aber gleichzeitig viel lebendiger als die Welt draußen.

Dann ließ sie sich von Lucius weiter in den Raum hineinführen, und erst jetzt sah sie, dass der Tanz schon begonnen hatte: ein Paar schwebte gradezu über den Boden, und grade trauten sich einige weitere Paare hinzu. Sheherazades Blick aber blieb an Varnayrah und Ancalagon hängen. Wie sie tanzten - das war nicht damit zu vergleichen, was Lucius ihr beigebracht hatte. Es war erst recht nicht mit den Tänzen ihres Volkes zu vergleichen. Es war völlige Hingabe an die Musik - und aneinander. Das war für die Sharisad so klar wie Glas. "Der Anführer ihrer Leibwächter, sagtest Du?", flüsterte sie Lucius zu, ohne den Blick von den tanzenden Elfen abzuwenden. "Nein... er ist ihr viel mehr, und sie ihm..." Und was sollte sie davon halten? War die Waldelfe nicht mit einem Menschen verheiratet gewesen - einem Menschen allerdings, der sie verlassen und im Stich gelassen hatte? Sie kam zu keinem Urteil - konnte sich aber nicht vorstellen, dass dieses sternengleiche Geschöpf ehrlos gehandelt hatte. Ob sie aber überhaupt nach den gleichen Ehrvorstellungen lebte wie ein Mensch? Sie wirkte so ganz und gar nichtmenschlich. Erst als sie diesen Gedanken zuende gedacht hatte, wurde ihr bewusst, dass sie ihn auch ausgesprochen hatte - flüsternd als Frage an ihren Begleiter gerichtet.

Schließlich riss sie sich vom Anblick der tanzenden Elfen los und sah Lucius mit einem Lächeln an. "Nun sind wir hier... wie geht es weiter? Wollen wir sehen, ob dein Unterricht erfolgreich war? Wenn du schon auf einem Ball bist, sollst du endlich auch wieder tanzen..." Ob sie ihn dazu überhaupt auffordern durfte? Ihr Volk kannte kaum Paartänze - Rundtänze oder die Tänze der Sharisadi, ja, aber dass zwei miteinander so tanzten wie Varnayrah und ihr Leibwächter, wäre undenkbar. Aber Lucius und sie selbst hatten mittlerweile so viel getan, was in ihrem Volk als höchst unschicklich gelten würde, dass es auf diese Kleinigkeit nicht mehr ankam. Vorsichtig reichte sie ihm die Hand.
 SheryBall.jpg
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 02:15
Sein Gegenüber zog den Brokatstoff mit einer gewissen Bestimmtheit zurück, die Kain hinter der Maske zum Schmunzeln brachte. Die Stimme, die Wortwahl, … Das war kein dahergelaufenes, verwöhntes Adelsmädchen. Eigentlich konnte es nur Eine sein. Und wenn sie es war, dann wollte er sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, sich einen Spaß mit ihr zu erlauben, solange ihm die Maske einen gewissen Raum für Narrenfreiheit ließ. Die grauen Augen noch einen Moment nach Anzeichen des Erkennens musternd, erwiderte also nicht weniger galant:

„Die Maske gehört Euch … wenn es an der Zeit ist, sie zu lüften …“

und sich, vermutlich der Lautstärkte der Musik wegen, ein wenig zu ihrem Ohr neigend,

„… und es Eurem Wunsch entspricht.“

Nun, da er sich nicht mehr zu viele Sorgen ob einer Szene oder eines etwaigen Ersatzes des Stoffes wegen machen musste, fiel es ihm auch leichter, verschmitzt hinter der Maske zu grinsen. Die gute Laune setzte sich auch fort, als er sich ebenfalls zu der hübschen rothaarigen Dame umwandte und einen der Gebäckstücke vom Teller stibitzte. Sein Kopf neigte sich jedoch leicht zum Dank … oder zu einem verspäteten Gruß:

„Ohne Eure Hilfe hätte ich das gewiss nicht überstanden … Habt allen Dank der Welt! Vielleicht gestatten mir die Damen, dass ich Ihnen zur geringen Wiedergutmachung ein Getränk bringe …? Was bevorzugt Ihr denn? Wasser, Wein?“

Sein Blick glitt bei der Frage unwillkürlich zu den Gewändern der rothaarigen Dame und der Aufmachung ihrer Haare, ohne sie einer bestimmten Klasse zuordnen zu können und blieb dann für den Bruchteil einer Sekunde länger auf Fjalladis Gesicht hängen - denn zusehends war er davon überzeugt, dass sich keine andere hinter der Maske verbarg. Aus den Augenwinkeln aber sah er, wie sich die Halle allmählich füllte.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 11:15
Leicht lächelnd beobachte Shaya wie die beiden mit einander umgingen. Das lächeln allerdings, war eher dem was sie bei den beiden zwischen den Zeilen zu lesen glaubte geschuldet. Für sie sah es so aus als kennen sich die beiden Rech gut und würden einander auch nahe stehen. Vielleicht war es doch keine Schlechte Idee ein Liebeslied zu singen sobald sie ihren Auftritt begann. So gesehen war es vielleicht doch auch recht…interessant Masken zu tragen  erhöhte auf alle fälle die Spannung. Nur bei ihrem Auftritt hätte sie eine Maske eher gestört.

Vielleicht eines der Liebeslieder das von der Liebe zwischen Elfen und Menschen handelte? Auch wenn ich mir nicht so ganz sicher bin das er ein Mensch ist. Sie hingegen scheint mir eindeutig Elfisch. Wobei es eher ihre Stimme und ihre Art sich zu bewegen ist die sie da verrät. hehe…ich hab da Glück. Im Badehaus ist man mir soweit entgegen gekommen die Haare so zu frisieren das sie die Spitzen Ohren verdecken…solange ich also nicht singe oder mich Bewege…hält er mich vielleicht für einen Menschen. Das ist doch eine bessere Verkleidung als jede Maske.

Lächelnd stellte sieden Teller auf dem Tisch ab nach dem der Herr sich bedient hatte. Der Teller war in der tat etwas schwer und sie wollte ja auch nicht das irgendwer dachte sie würde solche Mengen an Gebäck vertilgen. Wobei ihre zwar ordentlichen aber doch eher einfache Kleidung war eher dem Umstand als dem willen geschuldet. Andererseits…sie wollte auch wegen ihrem Gesang in Erinnerung bleiben…nicht nur weil sie wertvolle Kleider trug. Aber das war doch typisch menschlich auf solche Nebensächlichkeiten viel wert zu legen. Ein wenig fragte Shaya sich wie hässlich wohl so einige der Damen und Herren wären wenn man die Meter Dicke Schminke wegwischen würde und sie in normale Kleidung stecken würde.

Menschen… die meisten meinen bloß weil sie einen Titel geerbt haben und entsprechendes Geld gleich etwas besseres zu sein…sie sind doch sehr oberflächlich… leider ist ds gerade beim Adel weit verbreitet …

„Es war für mich keine Mühe mein Herr… ich bin nur froh das dies kleine Missgeschick keine größeren Umstände bereitet. Euer Angebot ist sehr freundlich aber ich denke es ist besser ich bleibe bei Wasser. Eine betrunkene Sängerin will sicher niemand hören. Darf ich fragen mit wem ich das Vergnügen habe?“

Shaya sah fragend von einem zum anderen und hoffte das es nicht gegen die regeln der Maske war ihr zu antworten. Obwohl… so wie er die Frage der Elfe beantwortet hatte befürchtete sie das fast.

„Es ist wirklich nicht das ich neugierig sein möchte…aber es ist doch etwas mühsam ein Gespräch zu führen ohne zumindest einen Namen zu kennen…ich kann ja schlecht den ganzen Abend ihr mein Herr oder ihr Meine Dame sagen…“

Können kann man das schon…nur komm ich mir dabei ziemlich….blöd vor. Es ist so steif und förmlich. Hier weht doch ein ganz anderer Wind als bei meiner Sippe…

Eher unbewusst strich sich Shaya eine Haarsträhne zurück. Sie war es einfach nichtwirklich gewohnt so…rausgeputzt zu sein. Vielleicht lag das aber auch eher daran das sie selbst für eine Halbelfe noch ziemlich jung war.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 14:49
Syrena beobachtete mit leuchtenden Augen das Geschehen um sich herum. Da zu der Krönung auch der Adel des Landes eingeladen worden war, konnte sie sogar der ein oder anderen Dame aus Drachenauge Namen zuordnen - auch wenn sie selbstverständlich nie etwas mit ihnen persönlich zu tun gehabt hatte. Die reichen Herrschaften ließen sich natürlich nicht dazu herab selbst in einen Apothekenturm zu kommen. Trotzdem stand die junge Frau aufgeregt wie en kleines Kind mit Suffix am Rande des Geschehens und zupfte ihn immer wieder am Ärmel.

Schau mal Suffix, das ist Lady Gerbering und... nein, das gibts nicht, das dort drüben muss Baroness von Kamenfels sein. Diese leuchtend roten Haare hat sonst niemand.

deutete sie auf zwei reich geschmückte Frauen, die sich für Masken entschieden hatten die man mit Hilfe einer Stange vor das Gesicht halten konnte - was sie nicht ständig taten, denn das protzige Angeben mit Schmuck machte doch nur halb so viel Spaß wenn niemand wusste wer man war. Syrena saugte den Anblick quasi in sich auf wie ein Schwamm. Einen solchen Prunk hatte sie aus der Nähe noch nie gesehen - und das merkte man der Wirtin auch an.

Ob es mir gefällt?

Jetzt warf sie Suffix zum ersten Mal seit einigen Minuten einen längeren Blick zu und lachte.

Natürlich gefällt es mir. Es ist fantastisch. Ich komme mir vor wie im Märchenland.

Und ehe der Barde sch versah hatte sie ihm vor versammelter Mannschaft einen Kuss aufgedrückt, der der Beweis ihrer ungetrübten Freude war. Für dieses in den höheren Kreisen unübliche Benehmen erntete Syrena allerdings erneut abfällige Blicke. Als ihr das bewusst wurde sah sie beschämt zu Boden und drehte verlegen eine der langen braunen Locken um einen Finger.

Ich... ich glaube das Buffet ist eine gute Idee.

Antwortete sie Suffix leise. Zumindest würden sie dann außer Sichtweite der umstehenden Herrschaften kommen.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 15:45
Dragoleutnant Selm war hoch erfreut zu einem solchen Fest eingeladen worden zu sein. Auch wenn er dazu diesem Neuling, Takeshi, die Kaserne überlassen musste.
Er hasste den Kerl. Er war eingebildet. Aber davon kannte er noch einige andere, oder hatte von ihnen gehört.
Viel schlimmer war, dass er ihm kalt und unberechenbar vorkam.
Und wenn er nicht gewusst hätte, dass seine Vorgesetzte, mit diesem Björn zusammen war....
Nein, Chiamara hatte nichts mit diesem Fiesling. Aber er wusste sie zu lenken, wusste ihr Temperament zu seinem Vorteil zu nutzen.

Aber was störte ihn das heute. Er durfte feiern. In der Drachenburg. Und auch wenn de Lorn dort war, würde sie ihn nicht erkennen. Und er sie wohl auch nicht.
Sie war den ganzen Tag in ihrem Büro und Schlafraum gewesen. Und auch ansonsten war sie sehr nervös. Selbst Takeshi kam nicht an sie ran. Aber er wirkte zufrieden, als hätte er wieder etwas erreicht.
Jetzt dachte er schon wieder an diesen Typen.

Die Zeremonie in der Kirche war sehr offiziell und eine gewisse Melancholie überkam ihn. Sein Blick wanderte Reihen von Bänken mit den Gästen. Kein hauptmann aus Drachenauge zu sehen. Viele andere waren Paarweise anweisend.
Warum hatte er eigentlich gar keine Begleitung? Zuviel Arbeit. Sein Haar wurde schon grau.
Der Junge wirkte verloren in diesem riesen gebäude neben den ganzen Erwachsenen.
Philipp beneidete ihn nicht.

Nach der Kirche ritt er zu den Feierlichkeiten in der Burg. Im Saal waren schon einige andere Gäste anwesend. Irgendwann traf auch der König ein und nahm seinen Platz im Thronsessel ein. Neben ihn - Björn.
Nur wo war Chiamara? Hatten sie sich gestritten? Kam sie vielleicht gar nicht mehr.
Er versteckte sich hinter seiner Maske aus einem elfenbeinfarbenen Material und hörte den Worten des Jungen. Nicht nur seine Augen verfolgten daraufhin die beiden Elfen bei ihrem Tanz.
Das war ein Skandal. Die Mutter hätte mit dem Sohn tanzen sollen. Wenn es nur auf dem Arm gewesen wäre.
Es lag Unheil über diese Krönung. Er spürte es.
Er wandte sich ab, als sie geendet hatten und lief lauschend durch die Menge. Er wollte die Stimmung aufnehmen.
Nebenbei ging er an dem Buffet vorbei und bediente sich. Er aß genüßlich von diesen Köstlichkeiten, die es nie in einer Kaserne gab und blickte sehnsüchtig zu den Damen in dem Raum. Vielleicht würde er doch mal eine Dame zum Tanz auffordern. Später.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 16:51
Die Krönungszeremonie war soweit in Ordnung. Weniger geschmeckt hatte es dem Zwergen, dass er seine Waffe hatte abgeben müssen. Schon einmal hatte er schlechte Erfahrungen bei einem Ball gemacht. Aber gut- in der Kathedrale war der Wunsch ohne Waffen zu erscheinen schon verständlich, aber heute abend?

Erinnerungen kamen hoch, als Drax die Drachenburg betrat. Er war dabei gewesen, als die Kuppel einstürzte und der Thron sich erhob. Wie lange war das jetzt her? EIn Vorteil hatte das Statthalteramt. Er wurde sofort hereingelassen und auch an seiner Identität gab es keinerlei Zweifel. Soviele Zwerge gab es nicht und mittlerweile war er bekannt wie ein Ork mit drei Köpfen.

Er grüßte den einen oder anderen bekannten Adligen - immerhin hatten die Schmarotzer es sich auch in der Statthalterburg schon gut gehen lassen - und schaute sich um. Gab es heute einen Skandal oder gar etwa wieder eine Tragödie wie das letzte Mal? Wenn er an all die Wolfsmenschen in der Stadt dachte, hatte er nicht übel Lust auf den edlen Fußboden zu speien. "Schauen wir, was der Abend so bringt." dachte er bei sich und überlegte, ob er das höfische Protokoll einhalten und dem jungen König seine Aufwartung machen sollte.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 17:30
Der Kapitän hatte keinerlei Probleme eingelassen zu werden, schließlich hatte er eine Einladung und war dem Anlass entsprechend gekleidet. Er betrat den Ballsaal, jedoch nicht ohne einigen umstehenden Damen charmant zugelächelt zu haben. Sicher würde er die eine oder andere heute noch zum Tanz auffordern, doch zu allererst musste er von den Vorgängen im Hafen berichten. Doch wem?

Der hochgewachsene Rodrigues ließ seine Augen umher schweifen und konnte ohne große Mühe die Königinmutte rausmachen. Allerdings tanzte sie gerade. Sollte er es wirklich wagen? Es verstieß schon ein wenig gegen die Sitten, den Tanz zu unterbrechen, allerdings wog ein vollkommen überraschendes Auftauchen des ehemaligen Königs wohl deutlich schwerer.

Ein charmantes Lächeln im Gesicht und immer eine nette Entschuldigung auf den Lippen schlängelte er sich zur Tanzfläche vor. Er passte einen günstigen Moment ab, verbeugte sich formvollendet vor dem tanzenden Paar und fragte dann: "Dürfte ich es wohl wagen, Euch Eure liebreizende Tänzerin für einen Augenblick zu entführen? Ich verspreche, Ihr bekommt Sie wohlbehalten zurück." Noch einmal verbeugte er sich und reichte Varnayrah seinen Arm. "Eure Majestät sieht heute wieder entzückend aus, es verschlägt einem glatt den Atem!"

Er führte die Königinmutter galant zum Takte der Musik und erstattete nunmehr Meldung. "Verzeiht mein forsches Auftreten Eure Majestät, aber ich denke die Sache duldet wenig Aufschub. Im Hafen laufen gerade 3 Schiffe ein und ich fürchte, Euer früherer Gemahl wird bald erscheinen. Zumindest sprechen die Flaggen auf dem Hauptschiff davon, dass er es ist. Ich dachte, Ihr solltet das wissen, ehe ihr unliebsam überrascht werdet."
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 18:48
Die Krönung selbst verlief recht zügig, auch wenn der Anblick eines so jungen Königs noch ungewohnt war. Aber er wurde ja würdig vertreten, bis er wirklich bereit für das Amt war, so machte der Hohentürmler sich kaum Sorgen.

Ein bisschen turbulenter ging es dafür am Eingang der Drachenburg zu, denn die meisten wollten wohl so schnell wie möglich hinein, während Christian und Neome Zeit hatten. Für den Maskenball hatte der Magier sich eine einfache Maske, die mit Blättern geschmückt war, besorgt, ansonsten war er wie meistens zu solchen Anlässen mit seinem Wappenrock gekleidet, woran man ihn zweifelsfrei erkennen konnte. Aber warum sollte er sich auch groß verstecken?

Dass Varnayrah mit Ancalagon tanzte, wunderte ihn nicht wirklich, denn sie schienen doch fast wie füreinander geschaffen. Christian schnappte sich ein paar Kleinigkeiten vom Buffet, bevor er Neome mit einem Zwinkern ansprach.


Erweist Ihr mir die Ehre eines Tanzes mit Euch, Lady Neome?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 19:23
Schon wieder ein Maskenball. Wie sie es hasste. Silvana hatte auf die Verkleidung verzichtet, die sie beim Ball des Marquis hatte tragen müssen. Da konnte Elina toben was sie wollte. Während die Burgverwalterin mit Freiherr Hartmut von Rotberg in einer Kusche fuhr, war Silvana auf ihrem eigenen Pferd angereist und hatte sich erst im hiesigen Gasthaus umgezogen. Elina hatte dennoch auf einem Kleid als Ausstattung bestanden, denn in Hosen sollte die Statthalterin von Nighton nicht zum Krönungsball erscheinen, wollte sie vor dem neuen König und dem Großen Rat einen guten Eindruck machen. Dabei war Silvana ein guter Eindruck vor anderen sowas von schnurzegal. Zumindest war der Fetzen lang genug, dass sie darunter unbemerkt ihre bequemen Lederstiefel tragen und auf diese unbequemen Latschen verzichten konnte, welche von der noblen Damenwelt als feines Schuhwerk betrachtet wurde.

Mit dem Einladungsschreiben war es für Silvana, Elina und Freiherr von Rotberg kein Problem, die Drachenburg zu betreten. Die Feierlichkeit in der Kirche hatte die Statthalterin ausgelassen und sich von Hartmut vertreten lassen. Den Ball allerdings wollte sie nicht sausen lassen. Hier galt es erste wichtige Kontakt zu knüpfen. Mit dem Marquis etwa. Was bei den vielen Masken gar nicht so einfach war. Wo war der Statthalter Nurus wohl abgeblieben?

Die erste bekannte Gestalt, die sie erkennen konnte, war Gevatter Drax Hammerhall. Ein wenig unschlüssig stand er herum. Zielsicher steuerte Silvana auf den Zwerg zu. Sonst noch jemand, den sie unbedingt begrüßen sollte? Bei Drax angekommen reichte sie ihm den Arm zum Kriegergruß.

"Werter Freund, wie schön, dich hier zu sehen. Ganz ohne Maske. Damit bin ich also nicht die einzige, die auf diesen Firlefanz verzichten kann." Sie grinste und sah sich um ob sie weitere bekannte Gesichter ausmachen konnte. "Warst du bei der Krönungszeremonie? Hab ich etwas verpasst? Wem sollten wir Aufwartung machen, damit wir niemanden auf die ach so vornehmen Schühchen treten? Ich hasse diese Schmeichelei, aber meine Burgverwalter meinen, dies gehöre zur Politik eben dazu. Wo ist das Buffet? Gibt's hier was zu trinken? Ich wollte ohnehin ein wenig mit dir plaudern - so von Statthalter zu Statthalterin."

Sie zwinkerte und zupfte an ihrem Kleid herum, das sie da und dort zwickte. "Hinderlicher Fetzen. Was findet das Weibsvolk bloß da dran?"

Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 21:05


Varnayrah sah Kapitän Rodrigues erstaunt an, als er auf sie zukam und sie elegant Ancalagon entführte. Der Schattentänzer ließ sie nur ungern aus den Armen, aber er machte gute Miene zum Spiel. Varnayrah zwinkerte ihrem Liebsten zu und wandte sich dann lächelnd an den Kapitän, indem sie den dargebotenen Arm nahm. Sie konnte ihn gut leiden, auch wenn seine Galanterien manchmal ein wenig übertrieben für die Waldelfe klangen. Es war enfach schwer, sich seinem Charme zu entziehen. Auch wenn sie lieber weiter mit Ancalagon getanzt hätte, so war es keineswegs unangenehm, von Rodrigues über das Parkett geführt zu werden.

Sie wollte grade eine Bemerkung dazu machen und sich für sein charmantes Kompliment bedanken, als er jedoch selbst das Wort ergriff und ihr von den drei Schiffen berichtete, die in den Hafen einliefen - und wer an Bord war. Im ersten Moment traf sie die Neuigkeit so sehr, dass sie aus dem Takt geriet und stolperte - rasch fing sie sich jedoch wieder. Nur ihre Augen waren plötzlich sehr dunkel und ihr Gesicht wohl ein wenig bleicher als gewöhnlich. "Ich danke Euch sehr für die Warnung, Kapitän.", antwortete sie schließlich leise und mit ruhiger Stimme, die wenig Aufschluss über den Tumult in ihrem Inneren gab. "Ihr habt natürlich völlig richtig entschieden. Das sind... ziemlich unerwartete Neuigkeiten. Die Schiffe legen gerade an, sagt Ihr? Vielleicht bleibt uns noch eine halbe Stunde, was meint Ihr?  Nun..." Die Waldelfe tanzte noch ein paar Schritte, während sie überlegte. "Ich glaube, das sollte erst einmal nicht allen im Raum bekannt gegeben werden. Werdet Ihr mich entschuldigen? Ich denke, ich sollte mit Ancalagon Schattentanz und Hauptmann Javelin darüber sprechen."

Ancalagon, der Varnayrahs Tanz aufmerksam verfolgt hatte, war nicht entgangen, dass irgendetwas seine Liebste stark beunruhigte, deshalb war er schon zur Stelle, kaum dass Varnayrah sich von Kapitän Rodrigues gelöst hatte. Er nahm sie wieder in die Arme, wie zum Tanz, doch diesmal schwebten sie nicht so leichtfüßig daher. Varnayrah berichtete, was sie soeben erfahen hatte, und da es vor Ancalagon weder nötig noch überhaupt möglich war, Gefühle zu verbergen, versuchte sie erst gar nicht, ihre Besorgnis, ja, Angst, zu verschleiern. Was nun?", fragte sie leise. Ancalagons Gesicht war völlig ausdruckslos geworden, nur seine Augen waren hart wie Glas. "Ja - was nun, Fey'a? Was immer auch geschieht, diesmal werde ich dich nicht einfach so ihm überlassen. Diesmal werde ich kämpfen..." Er blickte Varnbayrah in die Augen, und was er darin las, beruhigte ihn ein wenig. Sie war fest entschlossen, bei ihm zu bleiben. Altarion hatte seine letzte Chance längst verspielt. Ein grimmiges Lächeln trat auf das Gesicht des Schattentänzers. "Nun, was will er tun? Sich gegen die Beschlüsse des Rates stellen - allein? Aber wir wollen keine Zeit verlieren..." Er drückte sie noch einmal an sich und lächelte ein wenig sanfter. "Es wird schon gut ausgehen, du wirst sehen. Hier im Saal sind Einige, die eher Dich als ihn unterstützen werden."

Der Schattentänzer eilte davon, nur um wenig später nicht in seinem Festgewand wieder aufzutauchen, sondern gerüstet und bewaffnet. Dann rief er Javelin und die Anwesenden der königlichen Garde zu sich, um sie über die Neuigkeiten zu unterrichten. Pläne konnten kaum gemacht werden, außer dass erhöhte Wachsamkeit zu herrschen habe. An den vier Portalen wurden zusätzliche Wachen postiert, und Javelin ließ die gesamte Garde in Alarmbereitschaft versetzen und Tethera,die Magierin und Gestaldwandlerin, herbeirufen. Ancalagon verständigte rasch alle Mitglieder des Rates von Dragonia. Der Marquis war noch nicht eingetroffen, aber Silvana, Elessar und Drax Hammerhall sowie Kommandeur Mumm waren anwesend, und sie mussten natürlich Bescheid wissen.

Varnayrah aber lief auf die Insel mitten im Thronsaal hinüber, zu ihrem Sohn, der Javelin und Ancalagon neugierig beobachtete. Sie berichtete Siraiyon und Björn im Flüsterton, was geschehen war. Dann wandte sie sich an den jungen König. "Mein Herz, Björn wird dich in dein Zimmer bringen." sagte sie leise und warf dem Nordmann dabei einen Blick zu. Dieser bestätigte mit einem leichten Nicken. "Elwing und Elodiron werden bei dir bleiben. Mach dir keine Sorgen..." Sollte sie ihm sagen, was geschehen war? Besser nicht - der Tag war für den kleinen Jungen schwer genug gewesen. Und was immer noch geschehen würde, so glaubte sie sicher sein zu können, dass Taliesin keine Gefahr drohte.

Dann war alles getan, was in der Kürze der Zeit getan werden konnte. Javelin begab sich zum Tor der Drachenburg, um Altarion in Empfang zu nehmen. Ancalagon ging zu der plötzlich sehr klein und zerbrechlich wirkenden Waldelfe auf die Insel, und acuh Chraxssiss, der Echsenmensch, und die Dunkelelfe Tehanu gesellten sich dazu. Und nun hieß es abwarten, was geschehen würde. Unterdessen spielte die Musik weiter, und noch immer drehten sich Paare auf der Tanzfläche - die meisten hatten gar nicht mitbekommen, dass irgendetwas nicht in Ordnung war.
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Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 21:40
Es war klar gewesen das der Marquis der Einladung zum Krönungsball nachkommen musste. Und selbst wenn es ihm so wenig gefiel wie kaum etwas anderes würde er wohl keinen Weg finden diese Krönung zu verhindern. Am Liebsten hätte er es gesehen wenn der Thron weiterhin verwaist geblieben wäre - schon in den letzten Monaten hatte die Stabilität des Landes darunter gelitten, und das kam seinen eigenen Plänen nur zugute. Sollte sich die Windsängerin ruhig in ihre Elfenwälder zurückziehen und sich nicht weiter um die Staatsgeschäfte kümmern - so konnten sich Nighton und Nuru unbemerkt immer weiter abkapseln. Und das auch Statthalterin Silvana ihre eigenen Ziele verfolgte - nun, das war dem Marquis nicht lange verborgen geblieben. Doch deckten sich ihre Absichten noch am ehesten mit den seinen, und so neigte er im Moment eher dazu sich mit ihr zu verbünden als sie als Rivalin anzusehen. Und selbst in Drachenauge hatte er inzwischen ein kleines Hintertürchen gefunden, dass ihm zumindest alles an wichtigen Informationen zukommen ließ. Und ausgerechnet jetzt sollte der kleine Halbelf gekrönt werden...

Armande fluchte mehr als einmal über diese Nachricht, doch ihm blieb nichts anderes übrig als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Und er wäre nicht er selbst gewesen, wenn er es nicht geschafft hätte sich diese lästige Pflicht so zu versüßen, das er jeden Augenblick dieses Abends genießen würde. So hatte er nur wenige Tage vor dem Ball eine Kiste an die Dame verschickt, die er sich zu seiner Begleiterin auserkoren hatte. Neben dem von Amras handgefertigten prachtvollen  Kleid enthielt diese dazu passende Schuhe, eine farblich abgestimmte Maske, diverse goldene und elfenbeinfarbene Haarkämme und eine äußerst kunstvoll gearbeitete Goldkette. Obenauf lag ein Stück handbeschriebenes Pergament mit einer einzigen Frage: "Begleitest Du mich?"

Als er eine positive Antwort bekam hatte sich ein feines Lächeln in sein Gesicht geschlichen, das er auch jetzt zeigte, als er seine Begleiterin prinzessinnengleich in den Ballsaal führte. Sein eigener Anzug war schwarz und mit ebensolch prachtvollen Goldstickereien und Pelzbesätzen verziert wie das maßgeschneiderte Gewand. Sein Gesicht war halb hinter einer Maske verborgen, doch mit seiner äußerst blassen Haut und den schwarzen Locken würde er vermutlich dennoch recht eindeutig zu erkennen sein. Ein Blick in die Runde genügte dem Marquis um festzustellen, dass er es nicht übertrieben hatte: dies war ein Krönungsball und die anwesenden Adeligen hatten sich allesamt aufs Feinste herausgeputzt.

Das er an der Zeremonie in der Kathedrale nicht teilgenommen hatte würde er jedem der ihn später danach fragte mit einem gebrochenen Wagenrad erklären, das ihn auf dem Weg von Nuru nach Drachenauge aufgehalten hatte. Jetzt aber verneigte er sich leicht vor dem frisch gekrönten König und sah einen Augenblick lang Varnayrah und Ancalagon zu, die den Ball eröffneten. Ein Blinder mit Krückstock konnte sehen, das die beiden mehr waren als Leibwächter und Schutzbefohlene, sie schwebten geradezu in vollkommener Harmonie über das Parkett ohne sich an die vorgeschriebenen Schrittfolgen zu halten. Ein wunderschönes Bild, das mehr als einer Dame ein entzücktes Seufzen entlockte. Nach einer angemessenen Zeit verbeugte sich der Marquis formvollendet vor seiner Begleiterin. Er wusste, hätte sie selbst gewählt so hätte sie etwas schlichteres an Bekleidung ausgesucht, doch gerade aus diesem Grund würde sie heute niemand hinter der Maske erkennen, dem sie ihr Geheimnis nicht selbst preis gab. Das sie trotzdem schlichtweg bezaubernd aussah, dass würde sie zweifellos in dem bewundernden Blick seiner dunklen Augen lesen können, als er sie wortlos zum Tanz aufforderte. Und auch wenn der Marquis sich an die vorgeschriebenen Schritte und Figuren hielt, so führte er seine Partnerin trotzdem spielerisch leicht über das Parkett, als ob er nie etwas anderes getan hätte.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Mittwoch 09 September 2009, 21:43
Als Altarion am Eingang zur Drachenburg angelangt war hieß er seine Wachen absitzen. Ohne auf die Wachen am Tor zu achten liefen Altarion, Sir Georg und die 12 Gardisten des Schwarzritterordens in Richtung des großen Portals. Auch hier schien ein großes Fest statt zu finden.
Gleich am Tor sah Altarion Javelin. Ohne Umschweife ging der König auf den Sinn zu und bat ihn um Aufklärung was für ein Fest denn hier stattfände.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 11:01
Natürlich war der eine oder andere Name auch Suffix schon mal zu Gehör gekommen.
Ach die“ sagte er dann oder „Aha, der alte Rosstäuscher“ und wenn ihm eine Anekdote einfiel – und Suffix hatte einen reichhaltigen Fundus davon - dann teilte er sie mit Syrena, ohne dass er sie allzu sehr ablenken wollte.
Zum einen fraßen und soffen sich ja einige der edlen Herrschaften auch auf Drax Kosten den Wanst voll oder er – der Name - war sonst wo eingeworfen worden. Meist konnte aber Suffix nicht Name zu Gesicht und umgekehrt zuordnen und auch jetzt war das mit den Masken recht schwierig. Und zudem hatte er sowieso mehr Augen für seine Holde, die eine Freude hatte, die man meinte greifen zu können. Sehen konnte man es an ihren rosig gefärbten Wangen, das war eindeutig die Aufregung. Mit Syrena war jeder Moment eine Neuentdeckung und so aufregend. Er konnte sich keinen Augenblick lang vorstellen jetzt hier mit jemand anderen zu sein. Schön und hübsch war auf ihre Art bald wer, diese Art aber, die hatte er noch bei keiner anderen angetroffen. Ob er es wollte oder nicht und er war es sich auch ganz sicher nicht bewusst, sie hatte durchaus Einfluss auf sein Verhalten. Und ganz gewiss keinen schlechten.

Wie recht sie doch hatte, es hatte wirklich etwas märchenhaftes. Und als er vollkommen unvorbereitet auf einmal erneut Bekanntschaft mit Syrenas Lippen machte, hätte es ihm – wäre er nicht gerade gesessen - wohl den Boden unter den Füssen weggezogen. Zu ihrem Leidwesen, blieb diese Zärtelei einigen Paaren in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft nicht verborgen. Was Suffix zum Nachdenken anregte, warum die unbedingt auf sie beide starren mussten. Es hagelte einige abfällige Blicke und ein älterer Herr ließ sich zu der gezischelten Bemerkung hinreißen: „Schockierend, zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben“ was Suffix nur deshalb unkommentiert ließ, weil er mit seiner charmanten Begleitung nicht schon wieder einen Streit auslösen wollte. Es wäre ihm ein leichtes gewesen eine würzige Replik zu liefern und danach ein Wort das andere ergeben hätte. Und hinzu kam, dass er diese Spontaneität auskosten wollte. Auch wenn er sich wiederholte, diese Frau suchte ihresgleichen – vergeblich. Da juckte ihn diese Bermerkung nicht. Und was das allerwichtigste war, diesen Abend, diesen wollte er seiner Lieben nicht verderben. das hatte er sich ganz fest vorgenommen und daran würde er sich halten, komme was da wolle.

Bei aller Umtriebigkeit und Maskerade war doch einige bekannte Gesichter auszumachen. Varnayrah und Ancalagon hatten ihren Tanz beendet und es begann eine gewisse Unruhe. Vielleicht stand ja noch ein besonderer Auftritt bevor, das war dann normal, dass eine gewisse Nervosität Raum greift. Ihn hatte man nicht gebeten, was er einerseits natürlich schade fand, andererseits hatte er mehr Zeit für Syrena und man hätte ihn lieber nicht vor die Wahl stellen sollen, was er denn persönlich vorzöge. Man stelle sich vor, er war nicht einmal ein bisschen beleidigt.

Das Buffet, war gewiss ein Ort, den es sich lohnte aufzusuchen. Wenn man zusätzlich noch Händeln verhindern kann, dann nur zu. Galant half Suffix Syrena in den Stand und bot ihr seinen Arm an. Und Suffix gestand dabei „Der Tag, an dem ich Dich nicht mehr lieben darf, wird schlimmer sein als der, an dem das Licht verschwunden ist“ Suffix spielte da auf ein altes Märchen an, in dem jemand das Licht aus der Welt davongetragen hatte und damit die Menschen in eine schwere Krise gestürzt hatte.
Sie waren schon ein besonderes Paar und dadurch, dass sie beide unmaskiert waren, zogen sie zusätzliche Blicke an. Aber bei Suffix’ Aufzug war eine Maske natürlich Mumpitz. Suffix machte Syrena aufmerksam, dass sein Herr der Zwerg Drax selbstverständlich auch zugegen sei und die Frau mit der er sich unterhielt eine ganz,  - na ja wie nannte er sie? - ‚Männerattributierte’ sei. Er meinte natürlich Silvana. Deren Kleid war damenhaft, aber für die muskulöse Frau natürlich gerade deswegen nicht sehr tragbar, was man auch daran erkennen konnte, dass sie ständig irgendwo zerrte, zupfte und zog.

Das Buffet in seinen Einzelheiten zu beschreiben würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, aber wenn man den Spruch vorbringt, dass ‚weder Kosten noch Mühen gescheut worden sind’ dann kann man sich vielleicht ein klein bisschen schon ausmalen was da alles zusammengetragen worden war und vor welchen ungeheuren Herausforderungen das kochende Personal gestanden haben musste und dann auch noch die ganzen Sachen, die man in Drachenauges Geschäften und Märkten nur in den allerseltensten Fällen bekam, wenn überhaupt je einmal.

Meine Yasminblüte, was von diesen Auserlesenheiten möchtest Du gerne auf Deinem Tellerchen sehen?" stellte er Syrena vor eine schwierige Wahl „oder soll ich für Dich etwas, äh auswählen, aber dann nehme ich nur die ganz stark gewürzten Spezialitäten, sei vorgewarnt“ was eher scherzhaft gemeint sein musste, denn Suffix hätte die gar nicht herausgekannt und wie er das meinte war seinem Gesicht deutlich anzukennen.
Autor: Neome Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 13:23
In der Kirche war es kühl gewesen, und Neome war froh, als sie nun den warmen Ballsaal betraten. Auch wenn sie schlechte Erinnerungen an diesen Raum mitbrachte. Das letzte Mal war schreckliches hier drinnen geschehen. Ein wenig unsicher sah sie sich um und drückte sich näher an ihren Liebsten heran. Sie hatte sich hübsch gemacht für diesen Tag, auch wenn sie lange nicht an die prachtvolle Tracht der vornehmen Damen heranreichte. Neome seufzte wehmütig. Christian trug eine schlichte Maske aus Blättern. Neome hatte sich für eine Maske mit Pfauenfedern entschieden. Wenigstens brauchte sie kein Umstandskleid mehr tragen und konnte wieder ihre schlanke Taille präsentieren. Yolmena war mit der Amme im Gasthaus zurückgeblieben und schlief bestimmt schon.

Während sich der Hohentürmler am Buffet bediente betrachte Neome die Tanzenden. Die ehemalige Königin wurde immer schöner. Glücklich sah sie aus. Ob das an dem Mann lag, der sie zärtlich in den Armen hielt und sanft zur Musik über die Tanzfläche führte? Neome lächelte. Sie gönnte der Elfe ihr Glück. War sie doch nicht minder glücklich.

Christian hielt ihr die ausgestreckte Hand hin. "Ein Tanz? Mit Euch, Mylord? Was werden da die Leute sagen, wenn ich mit einem Fremden tanze? Als junge Mutter." Sie kicherte und hielt sich eine Hand vor den Mund, ehe sie mit der zweiten die seine ergriff.

Neome ließ sich von Christian auf die Tanzfläche führen. Dieses Mal hatte sie sich vorbereitet und sich von der Amme einige Tanzschritte zeigen lassen. Keinesfalls wollte sie durch falsche Schritte auffallen oder gar Christian die Zehen wund treten. Unsicher wie sie war fand Neome es ausgesprochen schwierig, sich führen zu lassen. Sie lächelte tapfer und versuchte ihre verspannten Muskeln zu lockern und sich Christians Führung zu ergeben. Von dem, was rund um sie geschah, bemerkte sie nichts mehr.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 13:42
Unsicher betrachtete sie sich im Spiegel. Sie war nicht mehr sie selbst. Eine andere Frau schaute sie aus grünen Augen an, die rauchig-schwarz mit dem Kohlestift umrandet waren. Und diese Augen wirkten nicht glücklich.
Das schlechte Gewissen nagte an ihrer Seele und ihr kam es vor, als würde es jeder in dem Blick lesen können.

Auch ein langes Bad, bis das Wasser jeglicher Wärme entledigt war und ihre Finger schon ganz schrumpelig, konnte ihre Stimmung nicht ändern.
Vielleicht sollte sie gar nicht zu dem Ball gehen. Auch nicht alleine.
Den Gottesdienst hatte sie eh schon verpasst, da würde man sie sicher auch nicht in dem Ballsaal vermissen.
Björn hatte sie schon keine verbindliche Zusage gegeben. Er wäre eh mehr mit dem Kind und den Feierlichkeiten beschäftigt.
Ein Stich durchzog ihr Herz. War sie etwas eifersüchtig auf dieses Kind?
Oder wieder nur das Gewissen, das sie plagte, weil sie eben nicht bei Björn war, sondern jemand anderem etwas vorschnell zugesagt hatte.

Es war Zeit zu gehen. Die junge Frau, das Haar prächtig hochgesteckt und das Gesicht hinter einer glanzvollen Maske verborgen, erhob sich von dem Stuhl und strich mit den Händen glättend über den goldenen Stoff.
Sie trat vor ihr Büro, wo die Kutsche schon wartete und stieg ein, ohne der Kaserne noch einen Blick zu schenken. Sie wusste, dass Takeshi sie beobachten würde.

Zu schnell war die Fahrt zu ende, während derer sie sich an den Händen ihres Begleiters klammerte, schweigsam, damit sie nicht doch noch einen Rückzieher machte. Er schaffte es ihre Nervosität etwas zu dämmen. Seine bewundernden Blicke taten ihr gut. Auch wenn der Magen der Kriegerin immer noch etwas anderes behauptete.
Heute kam sie nicht als Chiamara de Lorn, Hauptmann Drachenauges, in die Drachenburg, sondern als weibliche Begleitung vom Marquis de Lesthat, Statthalter Nurus.
Und nun würde sie sich adelig und würdig benehmen müssen, an all das erinnern, was man – Aaron und seine Familie - ihr mal beigebracht hatte.
Graziös entstieg sie der Kutsche, den angebotenen Arm Lesthats berührend, und lief stolz erhoben die Treppen hinauf zu der Burg. Bevor sie in den Saal traten hielt sie ihren Begleiter kurz zurück.
’Bitte ziehe mich heute Abend nicht in Deine Spielchen hinein. Lass uns einfach die Feierlichkeiten genießen, so gut es geht bei diesem Schaulaufen.’
Sie erwartete keine Antwort, und begab sich mit ihm in den Festsaal.
Chiamaras Hals schnürte sich enger. Viel zu viele Leute und dann die Erinnerung an den letzten Ball hier in der Burg. Und das Paar war sehr spät dran, die meisten Gäste waren schon anwesend. Doch ließ sich die Frau davon nichts anmerken.
Erhobenen Hauptes schritt sie neben Armande zum jungen König und machte einen eleganten Hofknicks. Sie vermied es aber, den Nordländer, der genau neben dem frisch gekrönten König stand, anzuschauen.
Obwohl es jetzt sicher die beste Gelegenheit gewesen wäre sich zu offenbaren. Je länger sie es heraus zögerte, desto mehr würde sie sich in Lügen verstricken.
Aber sie traute sich nicht.

Der darauffolgende Tanz des Elfenpaares hatte etwas Künstliches und puppengleiches an sich. Und während sie die Beiden betrachtete, dass so perfekt tanzte, bat auch Armande um einen Tanz mit ihr.
Chiamara hatte heimlich geübt, die Schritte tausendmal durchgespielt, um genau jetzt bestehen zu können.
Und so ließ sie sich über das Parkett tragen von den Schritten des Mannes, der sie so bestimmt und stark in den Armen hielt. Und während sie sich führen ließ und sich perfekt auf seinen Rhythmus einstimmte, blickte sie in seine Augen, die von einer Halbmaske umrandet waren. Er hatte tatsächlich nur Augen für sie und die Ostländerin spürte, dass er genoss, was er sah und unter seinen Händen spürte.
Zum Glück konnte man unter der Maske nicht erkennen, dass sie unter seinem Blick errötete.
Und sie fragte sich, warum sie sich nicht ganz für Armande entscheiden konnte.
Ja, vielleicht fragte er sich auch noch immer, was sie bei Björn hielt. Sie war ihm eine Erklärung schuldig und begann leise zu reden:
’Ich war schon einmal hier in der Burg zu einem Ball geladen. Über ein Jahr ist es her. Ein Adeliger hat mir den Hof gemacht. So dachte ich. Er entpuppte sich als ShirKhan, der Werwolf der wilden Jagd, der mich als Schutzschild gegen mögliche Angriffe nahm. Diese Narbe am Hals habe ich von seinen Krallen, weil ich nicht der Grund sein wollte, warum keiner angreift. Darum habe ich Dir nicht getraut - einem Adligen. Ich sage dass jetzt weil ich nicht will, dass Du glaubst ich würde nichts…’

Dass plötzlich ein anderer Mann mit Varnayrah tanzte kam Chiamara noch nicht sonderlich befremdlich vor. Dass hier aber etwas nicht stimmte wurde ihr klar, als Björn mit dem Jungkönig den Saal verließ. So unterbrach sie mitten im Satz.
Sie blickte ihren Tanzpartner fragend an, ob er auch diese Veränderung gespürt hatte.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 14:03
Der Kapellmeister sah Landolin ziemlich verwirrt an. Auftreten? Davon war ihm nichts gesagt worden. Wer war der Mann ünerhaupt? Er sah dem  Barden Suffix durchaus ein bisschen ähnlich, aber der tanzte dorthionten mit einer hübschen, wennauch einfach gekleideten Brünetten. Und der Tonfall, den der junge Mann an den Tag zu legen für richtig hielt... "Mir ist von einem geplanten Auftritt Eurerseits nichts bekannt.", sagte er ein wenig abweisend. Doch der Mann rauschte auch schon wieder davon. Kopfschüttelnd ließ der Kapellmeister zum nächsten Tanz aufspielen. Nur einmal wandte er sich kurz um. Es schien irgendeine Aufregung zu geben. Rsche Bewegungen der Gardisten im Saal, die Leibwache der Königinmutter versammelte sich auf der Insel. Björn gab ihm ein verstecktes Handzeichen, weiterzuspielen, ehe er den jungen König hinausführte. Und das tat er dann auch.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 14:19


Javelin sah Phelan nur mit hochgezogener Augenbraue an. Dass Werwölfe gestaltwandeln konnten, war ihm bekannt. Allerdings hielt er wenig davon, sich hier unter falschem Namen einschleichen zu wollen. "...nungut, dann herzlich willkommen beim Krönungsball.", sagte er nur und machte den Weg frei.

~@~


Die Wachen wollten dem heranstürmenden Kronprinzen von Cormyr schon höflich, aber bestimmt den Weg versperren, als er einfach sie ignorierend vorbeirauschte. Doch auf einen Wink Javelins ließen sie ihn gewähren. Auf einen weiteren Wink hin jedoch schlüpfte einer von ihnen in den Thronsaal, um Kommandeur Mumm zu verständigen. Javelin selbst war insgeheim erleichtert, dass Altarion nur zwölf Gardisten dabei hatte. Das würde kein großes Problem darstellen, sollte es tatsächlich zum Kampf kommen. Natürlich würde er das lieber vermeiden.

Mit einem höflichen, nichtssagenden Lächeln trat er Altarion entgegen. "Willkommen in Dragonia, Eure königliche Hoheit.", grüßte er und blickte seinen ehemaligen Vorgesetzten fest an. Natürlich wusste Altarion nicht, was vor sich ging. Er selbst hatte Varnayrah davon abgeraten, eine Nachricht nach Cormyr zu schicken, ehe die Krönung nicht wenigstens ein paar Wochen vorbei war. "Wie schön, den Kronprinzen von Cormyr bei dieser Gelegenheit begrüßen zu dürfen. Ihr fragt, welches Fest die Königinmutter gibt? Lady Varnayrah Elentári hat sich entschlossen, zur Krönung des neuen Königs und somit Oberhaupt des Rates von Dragonia einen Maskenball zu veranstalten, da soetwas, wie sie sagt, gut anzukommen scheint. Erweist uns doch die Ehre, Euch der Feier hinzuzgesellen, als Vertreter Cormyrs..."

Javelins Blick wurde kalt und berechnend. "Dragoleutnant der Garde Wendolin wird Euren Begleitern ihre Quartiere zeigen. Ihr werdet verstehen, dass wir grade bei einer solchen Gelegenheit nicht gern fremde Soldaten im Thronsaal haben." Ein jüngerer Offizier trat vor, während die Gardisten, die Altarion zuvor ignoriert hatte, ein wenig näher traten. "Wenn die Herren mir bitte folgen wollen?", wandte Dragoleutnant Wendolin sich höflich, aber ein wenig steif an Sir Georg und die zwölf Schwarzritter.
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Autor: Farraid Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 16:46
Nachdem Javelin geendet hatte brauchte es noch einige Sekunden bevor Altarion wirklich verstanden hatte was der Sinn angedeutet hatte. Was in aller Welt ging hier vor sich. Was bildete sich dieser Soldat ein. Oder hatte er schlichtweg den Verstand verloren. Und was genau meinte er mit Königinmutter. Warum sollte Varnayrah seinen Sohn auf den Thron setzen. Das ergab alles keinen Sinn.

"Javelin. Seid ihr nicht ganz bei Sinnen? Was erzählt ihr hier von einer Krönung. Soweit ich weiß erfreue ich mich noch guter Gesundheit. Oder wollt ihr mir erzählen das meine Frau einen Putsch gegen mich durchgeführt hat. Wenn ja, dann seid ihr ein erbärmlicher Wurm der seine Treue zu seinem König so schnell vergessen hat. Dabei hielt ich einst große Stücke auf auch. Einer der Gründe warum ihr mit der Sicherheit der Königin betraut wart."

Nach den Anweisungen bezüglich seiner Eskorte warf er einen Blick zu Sir Georg und erwiderte Javelin:

"Glaubt ihr ernsthaft ich lasse mich von euch befehlen wie ich meine Burg zu betreten habe? Was wollt ihr tun, mich umbringen oder beleidigen und einen Krieg mit Cormyr riskieren? Wenn ihr mich schon nicht als euren rechtmäßigen König anerkennen wollt. Daher schlage ich vor ihr tretet zur Seite und gestattet mir und meiner Eskorte die Burg zu betreten. Ich wollt doch nicht diesen Ehrentag mit einem Massaker ruinieren oder?"
Mit diesen Worten gab Altarion einen Wink und seine Soldaten nahmen um ihn herum die Aufstellung einer Ehreneskorte ein.

"Nun Javelin, wie ist eure Antwort."
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 17:30
Javelin sah Altarion ungerührt an. "Ich denke, ich weiß selbst ganz genau, wem ich meine Treue schulde. Würde ich dem, der sein Land und seine Familie im Stich ließ, die Treue halten, dann müsste ich mir wie ein erbärmlicher Wurm vorkommen und wie ein Verräter an meiner Schutzbefohlenen. Ihr habt eine Waldelfe allein hier zurückgelassen im Glauben, Ihr würdet nie zurückkehren. Ein halbes Jahr lang kam keine Nachricht. Sie hat nur getan, was sie für das Land für das Beste hält. Gesteht mir wenigstens zu, dass ich meinen eigenen Kopf benutzen kann. Ihr sagt es selbst - ich bin für die Sicherheit Varnayrah Elentáris zuständig. Und ich denke, im Moment gebietet es mir die Sorge für ihre Sicherheit, dass ich keine fremden Soldaten in den Thronsaal lasse."

Der Hauptmann ließ einen Blick über Altarions Eskorte schweifen und sah dabei nicht besonders besorgt aus. "Und ansonsten - nun, Ihr könnt die Burg entweder allein betreten oder gar nicht. Wie ich schon sagte, ich lasse heute keine fremden Soldaten in den Thronsall. Ihr selbst seid natürlich als Abgesandter Cormyrs durch die diplomatische Immunität geschützt - solange Ihr selbst niemanden angreift. Was die Beleidigung angeht - nun, da seid Ihr mir zuvorgekommen. Ich glaube kaum, dass ich dadurch einen Krieg mit Cormyr riskiere. Das kann Cormyr sich kaum erlauben... und ich denke, dass der Hauptmann Eurer Garde kaum anders handeln würde, wenn jemand mit einer fremden Eskorte und... zumindest unklaren Absichten zu Eurer Krönung erscheinen würde. Nun, Eure Königliche Hoheit, ich schlage vor, Ihr überlegt noch einmal, ob Ihr auf dieser Eskorte bestehen wollt... ich möchte keine leeren Drohungen aussprechen, doch wenn es zu einem Kampf käme - was ich gerne verhindern würde - so hätten Ihr und Eure Leute keine Chance. Ihr kennt die Stärke der königlichen Garde und Burgwache selbst, und Kommandeur Samuel Mumm ist über Euer Kommen ebenfalls informiert."

Javelin stand weiterhin eher lässig im Eingang, als würde hier grad kein Spiel, das möglicherweise in einem blutigen Kampf enden würde, gespielt. Nur seine Augen verrieten seine Wachsamkeit.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 17:48
"Unklare Absichten? Was denkt ihr habe ich vor. Ich kehrte zurück, da ich feststellte wem meine Treue und Liebe gehört. Denkt ihr ich würde in die Burg gehen um dort jemanden zu töten? Glaubt ihr ich würde die Sicherheit Varnayrahs gefährden? Wenn ihr das glaubt, dann tut ihr mir leid. Denn dann wisst ihr nicht was wahre Liebe ist. Ich weiß nicht genau was hier gespielt wird, doch ich weiß eines. Egal was passiert, Varnayrah würde ich nie etwas zu leide tun. Sie ist die Mutter meiner Kinder. Und ich verbitte mir Beleidigungen meiner Heimat. Ich weiß nicht was ihr für Vorstellungen habt, doch alleine unsere Kriegsflotte könnte diese Stadt in Schutt und Asche legen. Glaubt mir, ich kenne jeden Winkel dieser Stadt und weiß wo ihre Schwachstellen sind. Was euren letzten Punkt angeht, so weiß ich um die Zahl der Wachen, aber auch um den Vorteil einer kleinen eingespielten Truppe die ein kleines Portal halten will. Denn dort geht es nicht um die schiere Zahl der Wachen. Aber etwas beweist euer letzter Punkt. Das ich mich hier nicht auf diplomatische Immunität verlassen kann, wenn mir hier schon die militärische Überlegenheit klar vor Augen geführt werden soll. Daher überbringt bitte meiner Gemahlin folgende Nachricht. Wenn sie sich noch ein wenig Ehre behalten hat möge sie mir hier Angesicht zu Angesicht gegenübertreten und mir erklären was für ein Spielchen sie hier treibt. Vor allem wenn ihr an Ruhe und Frieden dieser Krönung gelegen ist."
Mittlerweile konnte man deutlich sehen wie kurz Altarion davor war seine Fassung zu verlieren. Und auch wenn es klar wäre wer gewinnen würde, so müsste auch Javelin erkennen das die Garde dennoch einen hohen Blutzoll zahlen müsste.
Autor: Thorongil Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 18:09
Es war merkwürdig, wieder im Waffenrock einer Königlichen Garde zu stecken. Tiefrot statt nachtblau. Glücklich fügte sich, das seinem Träger keine Minute Zeit blieb, darüber zu grübeln. Er hetzte vom Badehaus zurück zur Drachenburg durch die herausgeputzten Straßen der Kapitale des Reiches Dragonia. Vorbei an festlich angetanen Leuten. In kleinen oder größeren Ansammlungen säumten sie wie eine Perlenkette die Gassen von der Burg zur Kathedrale. Es schien, als wollte niemand die Cavalcade des kindlichen Monarchen versäumen.
Freudig überrascht fand Thorongil Brego mit glänzendem Fell, fertig gezäumt mit der ausladenden, prächtig bestickten Schabracke im Burghof vor. Ein Page hielt den Mearh am Zügel und sprach ihm beruhigend zu. Beinahe hatte der Soldat es vergessen: er war in der Leibgarde Sergeant, oder wie der Rang hierzulande genannt wurde: Dragoniter.
Das und die goldene Winkeltresse über seinem Ärmelaufschlag erinnerten ihn daran.
Mit dem wissenden Schmunzeln eigenen Erlebens dankte der Aramoner dem jungen Schildknappen. Die geschickten Hände des Pagen halfen ihm auch beim Anlegen des glänzend polierten Kürass. Heimlich steckte Thorongil dem Jungen ein Goldstück zu. Die Bengels in seinem Alter hatten ständig Hunger und heute würde es so viele sättigende Köstlichkeiten in der Stadt geben, für die er eine Münze eintauschen konnte.
Was nun folgte, war beinahe Gewohnheit. Eine fast vergessene. Die ein Jahrzehnt währende Ausbildung an der Kriegerakademie von Lukannon hatte dafür gesorgt, dass es für den Gondorrim wenigstens keine Qual mehr bedeutete, sich innerhalb städtischer Mauern zu bewegen. Dennoch war er meilenweit davon entfernt sich so wohl zu fühlen wie auf dem Hof inmitten der grünen Hügel von Nighton oder in den Elfenwäldern um Sha’Nurdra..
Lucius sollte den ersten Abritt der Escorte am linken Flügel führen. Vor ihm ritt Hauptmann Javelin flankiert von zwei seiner Offiziere, hinter den Reihen der Leibgardisten folgte Varnayrah mit ihrer Leibwache und den Prinzregenten.
Bei der Aufstellung hatte Thorongil seine Gildenschwester und ihren Jungen einen kurzen Augenblick betrachten können. Klein und verloren, aber auf eine geheimnisvolle Weise beschützt wirkte der Vierjährige im Sattel vor der Windsängerin. Als der Blick aus großen rubinroten Augen ihn streifte, hob er lächelnd die Rechte an die Schläfe. Varnayrahs Ausstrahlung würde sich wie schon in Nuru auch heute niemand entziehen können. Wunderschön sah die Königinmutter aus in ihrem grün-weißen Blättergewand aus fließender Seide, mit dem Kranz aus Rosen im offenen silbernen Haar. Noch immer jagte ihm der Anblick des sternhellen, wie ein Fächer sich um den zierlichen Elfenkörper breitenden Haares einen eisigen Schauer mitten ins Herz. Ob das jemals aufhörte? Dann musste sein Herz wohl aufhören zu schlagen..

Sicher gab es Gerede: die Waldelfe zog vor zu reiten, statt sich in der prunkvollen Krönungskutsche fahren zu lassen. Ein Umstand, dem der eigensinnige Druide und leidenschaftliche Reiter mehr Sympathie als bloßes Verständnis entgegen brachte. Varnayrahs Festgewand war für Verhältnisse des dragonischen Hofes zu „offenherzig“. Noch ein Grund für Tratsch und Gerüchte. Anlässe zu Klatsch und gehässigen Reden würden sich heute so oder so zuhauf finden. Für diejenigen, die eifrig danach suchten.
Das anbetungswürdige Elfengeschöpf ließ den Gardisten einen Moment Zeit und Ort vergessen, bis Javelins durchdringende Kommandos nach seiner ungeteilten Aufmerksamkeit verlangten.
Mit unbestechlichen Blicken schritt der Dragoniter noch einmal „seine“ Reihe ab, bevor er sich selbst in den Sattel zog und dem Hauptmann meldete. Er fand nichts zu bemängeln. Javelin hatte seine Truppe gut in Schuss.
Später konnte der Soldat sich nicht mehr umdrehen. Sein Blick richtete sich geradeaus zwischen die Ohren des dunkelbraunen Hengstes. Sich ganz seiner Aufgabe hinzugeben, das war der beste Freundschaftsdienst, den Thorongil seiner Gildenschwester zurzeit zu erweisen imstande war. Der einstige fahrende Scholar ahnte die Zweifel, die an der Mutter des Kindkönigs nagen mussten. Je reibungsloser die Zeremonie ablief, desto schneller war das Spießrutenlaufen für die Waldelfe vorbei. Mit Ancalagon wusste er einen Mann an ihrer Seite, der bedingungslos zu ihr stand, sie stützte und ihr die Kraft verlieh, dies durchzustehen. Unwillkürlich musste der Druide an die sehr persönlichen Worte des Schattentänzers im Einladungsschreiben und an ihr Kamingespräch in der Residenz Tala’ dehn Fey denken. Still sprach der Adlerritter ein Gebet, dass die Götter den beiden liebenden Elfen am heutigen Tage gewogen sein mochten.
Hatte Lucius anfänglich noch leise Bedenken wegen Bregos Eigenwilligkeiten gehegt, zerstreute jede Besorgnis in der Hinsicht sich auf dem Ritt vollkommen. Bei flatternden Bannern, Fanfaren, winkenden, unruhig wogenden Wellen von Schaulustigen zeigte der Mearh die stoische Gelassenheit eines Streitrosses. Er war wieder ganz der Alte: wenn es darauf ankam, konnte sich sein Reiter auf ihn verlassen. So wie der Hengst Lucius, dem Bruder seines einstigen Herrn, nun endlich sein volles Vertrauen schenkte.
Getragene, voluminöse Musik floss aus dem Portal der Kathedrale. Die berittene Escorte bildete draußen Spalier, während nur die Offiziere und die unmittelbare Begleitung  Varnayrah und Taliesin in den imposanten Bau hinein folgten. Innerhalb des Götterhauses, so wusste der Gardist, hatte Hauptmann Javelin gesonderte Ehrenwachen eingeteilt.
So kam es, dass Lucius die Worte des Kindkönigs, mit denen Taliesin Thar’Vaiyon kräftig an dem Ast sägte, auf den er sich gerade setzen wollte, nicht vernahm. Was der Gardist davon hörte war ein kurzes Raunen der Menge. Seine Reiter wandten irritiert die Köpfe und sahen ihren Dragoniter fragend an. Der Gondorrim machte fast unmerklich eine beruhigende Handbewegung. Die Ursache des Gemurmels blieb ihm verborgen. Der kleine Prinz zählte nur vier Jahreskreise. Das vergaßen Erwachsene schnell, die in ihm nur den König sehen wollten. Vielleicht hatte das eigenwillige Kind einfach irgendeinem protokollarischen Ablauf der Krönungszeremonie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das erschien dem Adlerritter nur zu wahrscheinlich.
Bekannte hatte der Aramoner noch nicht erblickt. Sie wären in dem Meer aus Gesichtern für ihn kaum auszumachen gewesen. Schließlich verfügte er nicht über die scharfen Augen eines Raubtieres.
Vergeblich hielt er nach Sheherazade Ausschau. Beim Gedanken an sie beschleunigte sich sein Herzschlag. Was eine Sharizad aus dem Reich des Kalifen wohl über die hiesigen Gepflogenheiten denken mochte? In den Südlanden gab es ebenfalls rauschende, pompöse Feste und traditionelle feierliche Zeremonien zu solchen Gelegenheiten wie der Inthronisation eines Herrschers. Das war dem einstigen fahrenden Scholaren bekannt, obwohl er noch nie so eines Ereignisses teilhaftig geworden war. Seine Schutzbefohlene hatte im Inneren des Tempels einen Platz gefunden, so hoffte er und konnte ihm später auf dem Krönungsball erzählen, was der Grund der Aufregung war.
Im ungewohnten Waffenrock der Königlichen Garde, unter dem tief in die Stirn reichenden Helm, würde ihn kaum jemand erkennen außer ihr, dachte Lucius. Der Blick seiner saphirblauen Augen folgte unwillkürlich einem weißen Turmfalken, der aus dem offenen Portal segelte. Ein Zeichen göttlicher Gunst? Das Volk von Drachenauge beschloss es so zu deuten: Zeigefinger wurden gen Himmel gereckt und einzelne Hochrufe mehrten sich.
Zufriedene Erleichterung verdrängte die innere Anspannung des Soldaten, als die Prozession nach überraschend kurzer Zeit die Kathedrale verließ und er erneut seinen Platz in der Escorte für den Rückweg zur Drachenburg einnahm.

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Mit des Pagen Hilfe, der Thorongils Rock schon aufgebürstet hatte, war er rechtzeitig für den Ball umgezogen. Es war eine halbe Ewigkeit her, so schien es ihm, dass er Gala getragen hatte. Fünf Jahre.. Für Feste in Dragonia hatte der Aramoner bisher einfachere Garderobe bevorzugt, wenn er nicht ohnehin im Nightoner Waffenrock eines Gefreiten gesteckt hatte. Jeden Aufwand verbot schon der schmale Sold. Das Schicksal meinte es gut mit ihm, seit er es in die eigenen Hände genommen hatte und Églantine au Roc Noir bewirtschaftete.
Dieser Rahmen eines Krönungsballs erforderte etwas Besonderes.
Er war in ein Justeaucorps aus mitternachtsblauem Samt gekleidet, unter dem kontrastreich eine silber bestickte Weste aus goldenem Moirée und ein weißes Hemd hervorblitzten. Das Justeaucorps war mit roter Seide gefüttert. An Stelle von Schnallenschuhen nach höfischer Mode bevorzugte der Soldat glänzende schwarze Stiefel, über deren Stulpen die Spitzen der Rhingravenhose fielen, die mit grauen Bändern unter dem Knie festgebunden war. Der breite Gurt, in dem sein schlanker Dunkelelfensäbel steckte, saß tief auf den Hüften. Das helle Haar hatte er wegen der Maske im Nacken zusammen gebunden.
Um keinen Preis wollte Lucius zu spät kommen und Sheherazade warten lassen. Mit Schlag der verabredeten Stunde trat der Gardist vor die Tore der Drachenburg. Gerade als er sich fragte, wie Sheherazade wohl reagieren würde, erblickte Lucius sie und ihm blieb einen Moment lang die Luft weg.
Er hatte erwartet, dass sie ein farbenfrohes Kleid tragen würde, eines, das im Ton ihren Tanzgewändern ähnelte, etwas Feuriges. In einer der steifen Ballroben, womöglich noch gedeckten oder blassen Pastellfarben, mochte er sich seine leidenschaftliche Sharizad überhaupt nicht vorstellen.
Stattdessen war sie in ein weich fließendes, wie es die Konvention vorschrieb bodenlanges Abendkleid gehüllt, das in all den warmen Tönen des Feuers edel schimmerte. Jede Vorstellung, die der einstige Gardeleutnant von Galakleidern in seinem Kopf hatte, warf es dennoch über den Haufen. Es entsprach keineswegs der herrschenden Mode in Aramon oder Dragonia, war aber derart kleidsam, dass dieser Umstand in seinen Augen überhaupt keine Rolle mehr spielte.. ähnlich wie bei der elfischen Windsängerin. Der schräge Ausschnitt entblößte die linke Schulter und einen guten Teil ihres Rückens. Verführerisch schimmerte ihre bronzefarbene Haut durch den hauchzarten Stoff am Bauch. Das war sicher das Außergewöhnlichste an ihrem Kleid, abgesehen von der Farbgebung. Diffizile Verlockung ohne ins Laszive abzugleiten: eine Gratwanderung, die seine attraktive Balldame zur Kunstform erhoben hatte. Südländische florale Muster durchwirkten das ganze edle Gewebe. Gewellte schwarzblaue Locken fielen aus dem aufgesteckten Haar nach vorn. Sie hatte dunkles Lippenrot benutzt und mit Kohlestift die Konturen ihrer großen braunen Augen betont, die von einer feuerfarbenen befiederten Maske umrahmt wurden.
Seine geweiteten saphirblauen Augen ruhten leuchtend auf ihrer Erscheinung, ohne dass er ein einziges Wort herausbrachte.
Plötzlich beschlich ihn Unsicherheit, ob er nicht gleich irgendetwas Skandalöses tun würde.
Er tat es nicht. Sheherazade kam ihm zuvor. Sie lachte verlegen und das vergrößerte die Versuchung ins Unendliche.
Er erwiderte ihren raschen Kuss erstaunlich sanft, und gegen seinen Willen breitete sich Wärme in seinem Körper aus. Seine Hand zuckte, Lucius hatte Mühe, sie nicht zu heben und an ihre Wange zu legen. Süßer, unbeschreiblicher Schmerz floss in seine Seele. Er begann zu zittern und riss schließlich seine Lippen von ihren.
“Bitte hör’ auf damit“, stieß er in einer Mischung aus Wut und Scherz leise vorwurfsvoll hervor, “wenn du heute noch auf den Ball gehen willst, ma chère amie.“
Er deutete mit dem Kopf auf andere ankommende Gäste. Sie hatten Zuschauer.
Nun wieder ganz gelassen, lächelte er sie nur an und zog eine kleine rechteckige Schatulle aus der weiten Tasche des Justeaucorps.
“Géan, wenn du tatsächlich mit mir auf diesen Ball gehen möchtest“, sagte er ohne dass eine Regung in seinem aristokratischen Gesicht verriet, was es ihm bedeutete, “erlaubst du, dass ich dir das hier anlege?“
Er öffnete die kleine Schachtel. Ein fein gearbeitetes goldenes Collier mit einem Medaillonanhänger lag auf dem nachtblauen Samt vor ihr. Ein Camée aus erhaben graviertem Lagenstein zeigte zwei galoppierende Pferde. Keine anderen Steine schmälerten dessen Wirkung.
Sein Blick heftete sich auf die Augen, da die Maske die anmutigen Linien ihres Gesichts verbarg. Sie konnte sehen wie seine Wangen sich röteten.
“Du siehst umwerfend aus, mîn sunbéam“ sagte er endlich, und seine Stimme war tief und rau, “ich möchte dich am liebsten gleich..“
„Später“, flüsterte er mit einem schelmischen Lächeln um den Mund, als er ihr den Arm bot und sie die breite Treppe zum Thronsaal hinaufführte. Dann öffnete sich eine schwere Doppeltür des Portals vor ihnen lautlos und sie wurden von der aufbrandenden Lustbarkeit verschluckt.

Hüte und Mäntel waren bereits beim Eingang von dienstbaren Geistern entgegen genommen worden, die Gesichter der meisten Anwesenden wurden von verschiedenartigsten Masken verdeckt. Thorongil selbst hatte eine einfache, in alter Handwerkskunst gefertigte schwarze Colombina aus Pappmaché gewählt, die zu seinem Gewand passte. Zunächst hatte er an eine Tiermaske gedacht. Dann aber eingedenk der Tatsache, dass es sich um einen Krönungsball handelte, von jeder Verkleidung abgesehen, die auf irgendeine Art lächerlich wirken konnte. Schließlich lag dem Gondorrim nichts ferner, als seine großherzigen Gastgeber zu brüskieren. Im Saal befanden sich an die hundert Gäste, wie man durch die hohen geöffneten Flügeltüren sehen konnte.
Ganz still stand der lange Soldat, als seine Begleiterin unter dem rosengeschmückten Torbogen staunend innehielt. Die vor wenigen Mondläufen zerstörte Thronhalle war nicht wieder zu erkennen. Thorongil glaubte sich an einem völlig anderen Ort. Der gigantische, in allem aufwärts zum Licht strebende, das Licht einladende und mit ihm spielende Baustil erinnerte den Gondorrim entfernt an Lukannon. Er legte den Kopf in den Nacken, um die Deckenreliefs in der gewölbten Kuppel zu betrachten. Andererseits waren kaum größere Unterschiede denkbar: während am Sitz der Könige von Aramon alles für Jahrtausende gefügt war in felsiger und doch himmelstürmender Unerschütterlichkeit, wirkte diese Halle trotz ihrer Größe filigran, elegant, eine fragile Schönheit. Die aufwändigen Reliefs aus Blütenranken an Decke, Säulen und Portalen erfreuten das Auge. Schwerer Rosenduft und der nach köstlichen Speisen zog durch den unwirklich schimmernden Raum. Rosen auch auf dem kreisrunden See um den Drachenthron. Dazwischen tausend kleine Talglichter in gläsernen Booten. Ein Orchester hatte auf der Throninsel Platz genommen und füllte den hohen Raum mit Klängen einer beschwingten Tanzweise. Gerade eröffnete das Elfenpaar den Ball. Unerhört für die einen: die Königinmutter tanzte mit ihrem Ersten Leibwächter. Lucius’ Libertinage und ästhetisches Empfinden nahmen an dem harmonischen Paar, das graziös über das Parkett schwebte und hingegeben seiner eigenen Melodie folgte ohne sich an irgendwelche starren Formen zu halten, keinerlei Anstoß. Im Gegenteil. 
“Gefällt es dir“, fragte der Gardist leise an Sheherazades Ohr, “wie sie tanzen?“
Er war hinter sie getreten und genoss es, dass sie ihren weichen Leib leicht an ihn lehnte ebenso wie seinen Arm um ihre Taille zu legen. Es wurde nun der Welt offenbart, was die Windsängerin und der Schattentänzer einander bedeuteten. Aller Augen folgten den anmutigen Drehungen und Schritten der Elfen. Der Eröffnungstanz barg eine tiefe Symbolik. Sie brachte das Blut des mythischen Wesens in dem Adlerritter in Wallung.
“Géa, sie sind sich viel mehr.. als Beschützer und Schutzbefohlene. Was kann denn an so einer Liebe und Hingabe ehrlos sein?“ raunte er flüsternd eine Gegenfrage als Antwort.
Aneinandergeschmiegt betrachteten sie die malerische Szenerie eine Weile, bis Sheherazade sich schließlich von ihm löste und ihn lächelnd ansah.
Sein Blick kehrte wie aus weiter Ferne zu ihr zurück. Der Gondorrim atmete tief durch.
“Du hast Recht, mîn felgerôle.“ antwortete er langsam.
“So sicher wie ein Weißer Reiter war der Unterricht erfolgreich. Die Frage ist nur, wer dabei wen in der Tanzkunst unterwiesen hat.“
Er seufzte und blickte einen Moment starr geradeaus. Niemals hatte der Soldat geglaubt, dass es so schwer werden könnte.
Ausgerechnet mit ihr. Er hätte wohl jede Dame im Saal zum Tanz bitten können, ohne mehr dabei zu empfinden als seichtes Vergnügen. Bis auf eine vielleicht. Jetzt drohten die Erinnerungen an seinen letzten Ball in Lukannon ihn zu überwältigen. Gerade weil sie ihn aufforderte und ihr der erste Tanz gehörte.
“Du kannst solche Dinge nicht erzwingen, Sheherazade..“, er brach ab, weil seine Worte in vergessen gemeinten Gefühlen ertranken. Seine lange Gestalt versteifte sich und Widerstand blitzte in seinen Augen auf. Plötzlich aber schien er sich einen Ruck zu geben, als sie sanft wie ein Kätzchen, wie es ihre Art war, seine Hand nahm.
“Aber mit dir.. mîn fægre rôse.. wenn du tanzen möchtest, ist es mir eine Ehre.“
Der Gondorrim verneigte sich galant und führte seine Dame auf das Parkett zwischen den Säulen und dem See. Schon einige Paare drehten sich zu den Takten der Musik. Fremde Blicke nicht achtend – es war Lucius klar, dass seine exotisch gekleidete Tänzerin Aufsehen erregen würde, während man sich bei ihm vermutlich fragte, wer er war – schaute er direkt in Sheherazades feurige Augen hinter der befiederten Maske. Und leicht wie ein kleiner Vogel war sie in seinem Arm. Man durfte ihn nicht zu sehr festhalten, um ihn nicht zu erdrücken. Aber auch nicht zu wenig, sonst flöge er davon. Sie forderte ihn nicht zu einem Tanz auf, nicht allein das. Ihre Augen riefen ihm zu, sich der Leidenschaft hinzugeben. Er fühlte, dass er wieder mit ihr verschmelzen würde. Seine restliche Selbstbeherrschung, sein Widerstand schmolzen unter ihrem Ruf. Große samtige Schwingen schienen sich schützend um den Körper der Sharizad zu breiten..

Bevor der Raum zu versinken begann, veränderte sich irgendetwas. Aus dem Augenwinkel beobachtete Lucius, wie ein gut gekleideter Edelmann unauffällig auf Varnayrah und Ancalagon zutrat und einige Worte mit der Königinmutter wechselte.
Unmerklich irritiert hatte Lucius' warme Hand an Sheherazades Taille sich weiter in ihren Rücken geschoben und nun zog er die Beni Tahauri dichter an sich, als wollte er sie tatsächlich vor etwas schützen. Seine Führung wurde stärker und er machte eine sehr ungewöhnliche Drehung, der die Sharizad geschmeidig folgte. Auf diese Weise war Thorongil dicht bei Varnayrah und konnte seiner Gildenschwester einen fragenden Blick zuwerfen. Die Haltung des Soldaten bekam die Spannung einer federnden Klinge. Einer sensiblen Tänzerin wie Sheherazade konnte die den Augen unsichtbare Veränderung kaum entgehen.
Lucius neigte sich zu ihrem Ohr.
“Irgendetwas stimmt nicht!“ flüsterte er beunruhigt.
“Lass uns einfach weiter tanzen.. aber achte genau darauf was ich tue, mîn hléowmæg.“
Sein Blick schweifte suchend über die tanzenden Paare. Wo war der Hauptmann?



Sheherazade erhält 1 (regeltechnisches) Lederarmband +1 Charisma
-1 Lederarmband
-1 Gold
Autor: Myriel Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 18:39
Armande hatte gespürt das Chiamara etwas auf dem Herzen lag. Dennoch hatte er nicht gefragt sondern gewartet, bis sie anfing zu reden. Irgendwann unterbrach sie mitten im Satz und er zog sie mit der nächsten Tanzdrehung näher an sich heran, so das seine Lippen dicht neben ihrem Ohr waren während er durch geschickte weitere Richtungswechsel  einen Überblick über den gesamten Saal bekam.

Du weißt nicht alles über mich meine Schöne und vielleicht tust Du gut daran mir nicht zu trauen. Aber eines kann ich Dir versichern: Ich werde nicht freiwillig zulassen das Du verletzt wirst. Und ich werde Dich nie zu etwas zwingen. Ob Dir das genügt - das musst Du entscheiden.

Inzwischen hatte er beobachtet das alle Statthalter von Ancalagon angesprochen worden waren - und das ein Diener verzweifelt in seine Richtung schaute und immer wieder versuchte sich ihm durch die Menge zu nähern. Der Marquis beendete ihren Tanz am Rande der Tanzfläche und raunte Chiamara ins Ohr:

Irgendetwas muss passiert sein. Alle Ratsmitglieder sind von der Leibwache der Königsmutter angesprochen worden.

Kaum hatte er es ausgesprochen hatte sie auch schon der Diener erreicht, der ihm etwas von Altarions Rückkehr zuflüsterte. Armande zog die Augenbraue skeptisch in die Höhe.

Der Ex-Monarch ist zurück? Will er seinem Sohn zur Ernennung gratulieren?

Der Spott in seinen Worten war unüberhörbar.
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 20:00
Sie stieg wie immer auf sein verbales Spiel ein, bevor Neome sich von ihm auf die Tanzfläche führen ließ.

Keine Sorge Mylady, wir werden sie so mit unserem Tanz bezaubern, dass ihnen solche Gedanken erst gar nicht kommen werden.

Gut, das war wirklich etwas übertrieben, weswegen er entsprechend breit unter seiner Maske grinste, was aber niemand sehen konnte. Stattdessen passte er darauf auf, dass sie nicht eines der anderen Pärchen aus Versehen anrempelten.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 10 September 2009, 20:08
Der Gestaltwandler war sich nicht sicher, ob er den Hauptmann überzeugt hatte, aber zumindest wurde er durchgelassen. Und warum sollte ihm der gute Mann nicht glauben? Seit er Lykantroph war hatte nie jemand seinen Nachnahmen wissen wollen und er hatte ihn nie unaufgefordert genannt. Genau genommen hatte er noch nicht einmal gelogen – nicht wirklich. “Phelan Darcia.“, murmelte er probehalber. Er hätte es schlimmer erwischen können.

Gemächlich und noch immer leicht humpelnd bewegte sich der Soldat zwischen den anderen Gästen und hielt nach bekannten Gesichtern Ausschau. Bei den ganzen Masken war das gar nicht so einfach und auf seine Nase konnte er sich in dieser Gestalt auch nicht verlassen. Nun, bei der Duftwolke, die so manche Dame verströmte, war das vermutlich auch besser so.

Nach einer Weile entdeckte der Krieger einen ihm nicht ganz unbekannten Haarschopf mit bläulichem Schimmer. Natürlich war seine Statthalterin zu einem solchen Anlass auch geladen, doch im Moment kam er ihr wohl lieber nicht zu nahe. Zu groß war die Gefahr, dass sie ihn erkannte und ein dritter Name war wirklich das Letzte, was er im Augenblick gebrauchen konnte.

Doch unweit der sehnigen Amazone entdeckte er eine weitere Dame. Elina hatte ihre Herrin natürlich begleitet und hielt, während Silvana sich unterhielt, ein wenig Abstand. Auch den Begleiter der Blondine glaubte der Tiermann zu kennen. Wenn das nicht sein ‚lieber Freund’ Hartmut war. Die Gelegenheit war zu günstig, da musste er einfach stören.

“Fräulein von Schanu, Herr von Rotburg.“, meinte er mit einer höflichen Verbeugung und schenkte der jungen Dame wie schon so oft ein raubtierhaftes Lächeln. Er konnte nur hoffen, dass es in einem menschlichen Antlitz anders auf sie wirkte – trotz der Wolfsmaske, die die obere Gesichtshälfte bedeckte. “Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Darcia, ich hoffe ich störe keine wichtigen Gespräche. Eigentlich bin ich nur gekommen um zu fragen, ob ich so verwegen sein, und das bezaubernde Fräulein für die Dauer eines Tanzes entführen, darf.“
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Freitag 11 September 2009, 01:18
"Sei mir gegrüßt Silvana. Wolltest oder musstest Du hierher? Schon bei dem Gedanken an einen Maskenball wird mir leicht anders, eingedenk der Ereignisse beim letzten Mal. Aber fein herausgeputzt hast Du Dich." Der Zwerg grinste, denn er sah wohl, dass sich die Wallonin nicht sonderlich wohlfühlte. "Nunja, ich denke der Knabe hat sich während der Krönung ganz wacker geschlagen. Ich jedenfalls wollte nicht mit ihm tauschen. Aber er wird schon reinwachsen in seine Aufgaben." Er zuckte mit den Schultern. Die Zeit würde zeigen, ob er Recht hatte.

"Bis zum Buffet bin ich noch nicht vorgedrungen. Ich hab gedacht, vielleicht gibt es noch einen offiziellen Teil oder so. Da wollte ich nicht gleich wieder wie eine Heuschrecke dastehen, die sich auf alles Essbare stürzt. Aber einen gewaltigen Durst hab ich wohl. Und da es heute nichts kostet...."

Er kratzte sich vollkommen unstandesgemäß am Hintern, konnte er seine wahre Natur doch nur schlecht verbergen. "Du wolltest eh mit mir reden? Schieß los, was hast Du auf dem Herzen?"

Doch sie wurden unterbrochen. Man informierte sie, dass Altarion eingetroffen sei. "Verdammt, es ging ja alles zu glatt bisher! Na da haben wir unseren Skandal ja für diesen Abend."

Er stellte sich auf die Zehenspitzen um einen besseren Überblick zu bekommen,allein es nutzte nicht viel bei seiner Körpergröße. "Kannst Du unseren Waffenbruder schon ausmachen? Ist Altarion schon da?" fragte er die Wallonin. "Hoffen wir, dass es kein Blutvergießen gibt. Ich habe damals schon meine Befürchtungen geäußert im Rat, doch hatte ich gehofft, dass uns das erspart bleibt. Aber wie so oft - wenn man denkt, es kann nicht schlimmer kommen, passiert genau das."

Was sollte er tun? Er hatte diesen Konflikt gefürchtet und sich noch nicht entscheiden, für wen er sich im Fall der Fälle entscheiden sollte. Doch die Entscheidung konnte er nicht länger herauszögern wie es schien.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 11 September 2009, 09:09
Javelin sah Altarion nun fast mitleidig an. "Ihr -grade Ihr! seid wirklich der Letzte, der mir etwas über wahre Liebe erzählen sollte.", sagte er ruhig. Dann blitzten seine Augen auf. "Ansonsten kann ich nur feststellen, dass der Schock wohl Eure Gedanken getrübt haben muss. Sonst wüsste ich nicht, wie Ihr auf die Idee verfallen könnt, hier von Portalhalten zu reden. Schaut Euch doch mal genau um. Wer hat das Portal im Moment, Eure kleine eingespielte Truppe, oder meine etwas größere eingespielte Truppe? Und wenn Ihr, wie Ihr so schön sagt, jeden Winkel der Stadt kennt, sollte Euch wirklich klar sein, dass Eure Kriegsflotte es nicht ganz so einfach finden wird, Drachenauge in Schutt und Asche zu legen. Ihr habt vergessen, dass es gelungen ist, das Drachenauge... zu heilen. Die Schlagkraft der Drachenritter lasst Ihr ebenfalls völlig außer acht, sowie die Tatsache, dass der Hafen nicht völlig unbefestigt ist. Aber was diskutiere ich?"

Javelins unauffälliges Gesicht wurde plötzlich hart. "Ich habe es im Freundlichen versucht. Muss ich deutlicher werden? Ihr habt hier keine Forderungen mehr zu stellen. Ihr habt das Recht auf den Thron verwirkt, Ihr habt das Recht verwirkt, von meiner Schutzbefohlenen noch als Eurer Gemahlin zu sprechen. Seid versichert, dass ich nicht der Einzige bin, der das so sieht. Nun - da mir persönlich an einem Kampf nichts gelegen ist, werde ich Varnayrah Elentári Eure Botschaft überbringen. Sie wird dann selbst entscheiden, was sie zu tun bereit ist. Ihr werdet so lange hier warten, und ich kann Euch nur raten, nichts Unbesonnenes zu tun. Ach, und nochwas: Ihr werdet Eurer Eskorte jetzt befehlen, sich ihre Quartiere zeigen zu lassen. Keine Angst, es wird ihnen an nichts fehlen. Sie haben sich nicht als Gefangene zu betrachten, solange sie nicht angreifen.- Eure Worte zeigen mir jedoch deutlich, dass Ihr eine Gefahr hier darstellt."

Damit wandte er dem ehemaligen König einfach den Rücken zu und verschwand im Innern der Burg. Sein Platz wurde von Dragoleutnant Wendolin eingenommen. Jetzt war auch zu erkennen, dass das Portal nicht wirklich als unbewacht angesehen werden konnte. Nocheinmal die selbe Anzahl an Gardisten, an denen Altarion vorher vorbeigelaufen war, also etwa 20, waren auf der Innenseite des Portals postiert. Wo sich der Rest der Garde und Palastwache befeinden mochte, war noch verborgen, aber sie würden kaum weit weg sein.

Es zeigte sich, dass sie tatsächlich nicht weit weg waren: Die zwanzig Gardisten, die hinter Altarion standen, und weitere zwanzig, die jetzt in Erscheinung traten, kreisten Altarions schwarze Ritter ein. Ein weiterer Dragoleutnant, der dabei war, wandte sich höflich an die Ritter. "Hier geht es lang.", sagte er und deutete in Richtung der Wachunterkünfte. Noch war keine Waffe gezogen worden.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 11 September 2009, 11:16


Derweil war das fröhliche Treiben im Thronsaal in vollem Gange. Es wurde getanzt - ausgelassen drehten sich schöne Damen in den Armen ihrer Begleiter, und nach der kleinen Sensation in der Kathedrale war die Stimmung entspannt - nach Altarions Weggang hatte so lange Unsicherheit über die Zukunft des Landes geherrscht, dass nun etwas wie ein Aufatmen durch das Königreich ging. Es gab einen neuen König. Der war zwar zu klein, um wirklich selbst Entscheidungen zu treffen, aber als Symbolfigur war er für die Leute wichtig. Das Leben würde weitergehen. Das Land hatte wieder ein Zukunft.

Natürlich wurde eifrig über Taliesins Worte diskutiert, ebenso über die Lösung mit dem Rat. Doch die Diskussionen arteten an diesem Tag nicht in Streitereien oder gar die Teilung der Anwesenden in gegnerische Lager aus. Nach einem halben Jahr voller Unsicherheit schienen alle gradezu verbissen gewillt zu sein, in der Situation, wie sie war, etwas Gutes zu sehen. Einige, so der Lykantroph Baron Adelaos von Sturmfels - der sogar in seiner halbwölfischen Gestalt noch beeindruckend aussah - befürworteten die Lösung, die der große Rat gefunden hatte, offen, andere waren in diesem oder jenem Punkt skeptisch. Doch im Moment war man allgemein der Meinung, dem System eine Chance geben zu wollen. Das Schalten und Walten der einzelnen Herzöge, Grafen und Barone auf ihren Gütern würde sich so oder so nur wenig ändern. Und die Städte waren schon immer sehr autonom gewesen.

Doch kurz nach dem Eintreten des Kapitäns Rodrigues änderte sich die Stimmung. Natürlich konnte es nicht verborgen bleiben, dass der junge König plötzlich fort war, und auch, dass die Königinmutter sich mit ihrer Leibwache auf die Insel zurückzog, und dass dort geflüsterte Beratungen stattfanden.

Nicht lange danach machte Björn die Runde, der wieder im Saal erschienen war, und bat alle Ratsmitglieder, ebenfalls zur Insel zu kommen, um über die neue Situation zu beraten. Und schon bald wurde irgendwo der Name "Altarion" aufgeschnappt, und sofort machte das Gerücht die Runde: der alte König ist zurück! Sir Altarion ist in der Drachenburg! Obwohl die Kapelle tapfer weiterspielte, verschwand ein Paar nach dem Anderen von der Tanzfläche. Angespannte Stille ersetzte die lebhaften Diskussionen. Würde das Land sofort in die nächste Krise stürzen?

In diesem Moment betrat Javelin den Saal, sah sich kurz um und ging dann raschen Schrittes zu Varnayrah. "Der ehemalige König ist tatsächlich eingetroffen, Varnayrah.", sagte er ruhig. "Ich soll Euch folgendes ausrichten: habt Ihr noch einen Funken Ehre in Euch, so sollt Ihr zu ihm hinausgehen und ihm erklären, was hier gespielt wird. Er hat Sir Georg bei sich sowie zwölf schwarze Ritter und weigert sich, ohne sie hereinzukommen. Ich fürchte, die Situation könnte eskalieren, auch wenn seine Leute nicht den Hauch einer Chance haben. Wenn ich Euch einen Rat geben darf - geht auf keinen Fall allein hinaus."
 Masquerade.jpg
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 11 September 2009, 16:54
Da auch Drax keinen offiziellen Teil der Feierlichkeit erkennen konnte, entspannte sich Silvana ein wenig. Wenigstens war sie nicht der einzige geladene Gast, der solche Anlässe lieber gemieden hätte. Ihr breites Grinsen war jedoch nur von kurzer Dauer. Gerade, als sie die Gelegenheit nutzen und mit ihrem Waffenbruder ein paar Gedanken austauschen wollte, wurden sie unterbrochen. Die Information war wenig erbaulich.

"Skandal würde ich es nun nicht nennen. Vielmehr befürchte ich Probleme." Sie reckte den Hals, auch wenn sie groß genug war um über die meisten Köpfe hinweg zu sehen. Doch da störten allerlei Federn, Haartürme und Spitzhüte die Sicht.

"Ich kann ihn nirgendwo sehen. Vermutlich hat die Wache ihn aufgehalten. Ich nehme an, er wurde nicht eingeladen? Wozu sonst die Aufregung?"

Als Waffenbruder schätzte sie Altarion durchaus, als König aber war er eine Zumutung. Überheblich und selbst überschätzt. Silvanas Blick traf auf Varnayrah. Die Waldelfe wirkte nervös und schickte Björn mitsamt dem neugekrönten König nach draußen.

Nachdenklich kaute Silvana auf ihrer Unterlippe. Drax Unruhe machte auch sie nervös. Gegen den eigenen Waffenbruder antreten zu müssen, darüber hatte sie sich nie Gedanken gemacht. Wenn der ehemalige König jedoch in feindseliger Absicht hierher gekommen war stellte sich die Frage nicht länger.

Stille trat ein zwischen den beiden Statthaltern. Beide hingen ihren eigenen Gedanken nach, bis Björn erschien und sie zu einer Besprechung des Rates einberief. Ein wenig zu eilig, um nicht aufzufallen, marschierten sie aus dem Saal.
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Freitag 11 September 2009, 21:33
Elessar vernahm Amras Gedanken in seinem Geist und versteifte sich kaum merklich. Hatte er sich tatsächlich so sehr anmerken lassen, was er fühlte? Nun, er empfand keine Lust mit seinem Gildenbruder über sein Herzleid zu plaudern, schon gar nicht während eines Festes, das - wie Amras richtig angemerkt hatte - Anlass zu mehr Fröhlichkeit bieten sollte und so entgegnete er stattdessen:

"Wie Ihr schon sagtet, gibt es zu viele Schatten und zu wenig Licht. Es stimmt schon bedenklich, wenn man mitansehen muss, wie leicht sich das Böse doch ausbreitet und wie schwer wir es dagegen haben, weitere Brüder im Geiste zu finden, die sich unserer Mission anschließen, um dem Guten den Weg zu ebnen."

Er machte eine kurze Pause und fuhr dann fort:

"Aber Ihr habt Recht, Bruder, heute ist nicht der rechte Tag, um über solche Dinge zu grübeln. Also lasst uns die Feierlichkeiten genießen."

Der Priester hatte seinen Gildenbruder inzwischen an einem Tisch unweit des seinen ausgemacht und so hob er seinen Krug und prostete ihm zu, nahm einen tiefen Zug und widmete sich weiter seinem Mahl. Als er seinen Teller geleert hatte, erhob er sich, um noch einmal zum Buffet zu gehen und einige der anderen Köstlichkeiten zu kosten, doch noch auf dem Weg dahin, gewahrte er die sich ausbreitende Unruhe im Saal und wurde auch schon von Björn angesprochen, der ihn von der Rückkehr Altarions und der Bitte Varnayrahs, dass die Ratsmitglieder sich auf der Insel in der Mitte des Thronsaals einfinden sollten.

Elessar nickte Björn zu und da ihm die Nachricht von Altarions Rückkehr und die Aussicht auf einen möglicherweise sogar blutigen Konflikt ohnehin den Appetit verdorben hatten, machte er sich unverzüglich auf den Weg zur Versammlung. Als er die Brücke überquert hatte, nickte er den anderen zu - auch den Echsenmenschen Chraxsiss und die Dunkelelfe Tehanu begrüßte er mit einem Lächeln - und wandte sich dann, da Varnayrah in ein Gespräch vertieft war, zuerst an Ancalagon und raunte dem Gerüsteten zu:

"Ich hoffe, Altarion wird vernünftig genug sein, es nicht auf einen Kampf ankommen zu lassen. Falls aber doch, habt Ihr sicherlich ein Schwert für mich, denn aus gegebenem Anlass habe ich meine Waffen in meinem Schlafraum in der Kathedrale zurück gelassen."
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Freitag 11 September 2009, 22:01
Die grauen Augen hinter der Maske verengten sich leicht, doch sie wich nicht zurück, als Kain sich zu ihr hinüberneigte. Tausende Gedanken rangen um ihre Aufmerksamkeit, allen voran der, zu welchem Verhalten ein solches Fest der Masken, wie die Menschen es ersonnen hatten, doch führte! Ob es wohl Sinn der Feierlichkeit war, dass die Gäste jeden Sinn für Anstand und Moral verloren? So sie ihn solche Sinne denn je gehabt hatten... Nun, der Magier, den sie kennen gelernt hatte, war durchaus anständig und höflich gewesen. Womöglich irrte sie sich ja doch, was die Identität des Weißgewandeten anging...
Sie ignorierte, dass ihr Körper seiner Natur entsprechend noch immer kampf- beziehungsweise fluchtbereit war, und bemühte sich um eine ruhigere Atmung. Als der junge Mann sich der Rothaarigen zuwandte, fiel es Fjalladis schwer, die Gelegenheit nicht zu nutzen um zurückzuweichen. Oft schon hatte sie junge wie ältere Paare in den Parks und auf deren Hochzeit beobachtet, doch ihr Priestergewand  und ihr ausdrucksloser Blick hatten bisher recht erfolgreich dafür gesorgt, dass ihr selbst niemand zu nahe kam. Anders ausgedrückt: Sie war mit der Situation ziemlich überfordert.

Um sich abzulenken, besah sie sich die junge Frau mit dem auffälligen grünen Augen genauer. Selbst mit dem gut gefüllten Gebäckteller in den Händen stand sie so anmutig da, als handle es sich nicht um Geschirr sondern um ein heiliges Amulett oder etwas Vergleichbares. Sie hatte etwas Elfisches an sich, was vor allem in ihrer schlichten Kleidung, die Fjalladis mit einigem Wohlwollen zur Kenntnis nahm – und ihrem schwer einzuschätzenden Alter Ausdruck fand: Ihre schlanke, wohlgeformte Gestalt und ihre feinen Gesichtszüge standen im Gegensatz zu ihren Augen. Diese ließen vermuten, dass die Frau doch mehr erlebt hatte, als man ihr auf den ersten Blick ansah.
„Wie man sich auf einem Ball wie diesem verhält, weiß ich nicht. Da fragte man wohl besser jenen Herrn, der die honigreiche Backkunst so zu schätzen scheint. Dafür weiß ich um den Brauch, sich zuerst vorzustellen, bevor man jemanden um dessen Namen bittet.“ Sie lächelte nicht direkt, doch ihre Stimme hatte einen freundlichen, wenn auch etwas zurückhaltenden Klang. „Einstweilen jedoch könnt Ihr mich Fenvar nennen, wenn Ihr wollt.“
Es war zweifellos eine Art Test, obschon ein harmloser, und Fjalladis war gespannt, wie die junge Frau auf den Namen reagieren würde.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Samstag 12 September 2009, 17:34
Nach und nach folgten die Mitglieder des Rates ihrer Bitte.Irgendwann waren sie alle auf der Insel versammelt: die drei Statthalter, Elessar, Björn, Kommandeur Samuel Mumm und Siraiyon Sturmtänzer. Und gleichzeitig kam auch Javelin, um zu melden, dass Altarion tatsächlich da sein. Möglicherweise wurde Varnayrah noch ein wenig bleicher. Sie drängte sich gegen Ancalagon, der ihr einen Arm um die Schultern legte. Keine Regung zeigte sich auf ihrem feinen Gesicht, aber vor sich selbst konnte sie nicht leugnen, dass sie sich Sorgen machte - dass sie Angst vor Altarions Reaktion hatte. Wieso ließ er sechs Monde lang nichts von sich hören, um dann plötzlich aufzutauchen? Die Worte, die Javelin überbrachte, jedoch, ließen Angst in Wut umschlagen. Wie konnte ausgerechnet er es wagen, ihr von Ehre zu sprechen! Und sie brauchte sich gar nicht umzuwenden, um zu wissen, das Ancalagons grüne Augen glashart geworden waren. Sie spürte, wie der Griff seiner Hand um ihren Arm sich verstärkte. Seine Stimme war sanft, und doch war darin ein Hauch von Stahl verborgen. "Ich kann mich Javelin nur anschließen.", sprach er leise neben ihrem Ohr. "Auf keinen Fall solltest du allein zu ihm gehen, Fey'iama. Ob du überhaupt zu ihm gehen sollt - nun... irgendwann musst du dich ihm stellen. Dann vielleicht besser hier und jetzt, vor Zeugen."

Varnayrah nickte leicht. Indem Moment trat Elessar an sie beide heran und fragte nach einem Schwert. Da huschte ein leichtes Lächeln über das Gesicht der Waldelfe, wenn auch die Möglichkeit eines Kampfes, zum ersten Mal laut ausgesprochen, ihre Sorge eher schürte. "Ich danke dir, Feya.", sagte sie leise zu dem Paladin. Sie warf einen raschen Blick zu Ancalagon hinauf, der auch ihre leichte Klinge mitgebracht hatte. Sie hatte nicht vor, sie zu benutzen. Also antwortete sie anstelle des Schattentänzers. "Nimm mein Schwert - ich hoffe, Du wirst es nicht zu leicht finden. Ich... werde nicht kämpfen heute Abend. Es wäre aussichtslos. Nun..."

Die Windsängerin wandte sich an die Versammelten. "Ich fürchte, Ancalagon hat recht. Früher oder später wird diese Begegnung stattfinden müssen." Sie straffte sich entschlossen. "Nun, wir sind im Recht. Wir haben nach bestem Wissen und gewissen entschieden. Wir mussten alle davon ausgehen, dass er nicht mehr zurückkommt. Ich werde hinausgehen und ihm sagen, dass er das reich Dragonia durch seinen Weggang selbst aufgegeben hat. Dass er mich einmal zu oft verraten hat..." Der letzte Satz kam leise über ihre Lippen. Dies war nun etwas, das sie wirklich persönlich mit Altarion ausmachen musste. "Nun... wie seht ihr das? Werdet ihr mit nach draußen kommen?"

Javelin war unterdessen wieder von der Insel in den Saal gegangen. Dreizehn Begleiter hatte Altarion. Es schien ihm angemessen, dass bei Varnayrah genauso viele Leute sein sollten. Sieben Leute waren im Rat, drei waren von ihrer persönlichen Leibwache hier. Dazu Tehanu, die Magierin. Er brauchte also noch zwei Leute. Er selbst und... sein Blick fiel auf den neuesten Gardisten Thorongil. Ob er nun persönlicher Leibwächter Varnayrahs sein solle oder nur Dragoniter in der Garde, war ihm nicht ganz klar, wie er sich eingestehen musste. Aber er schien das Vertrauen Varnayrahs zu genießen und sie persönlich ganz gut zu kennen. Also war er wohl geeignet. Also ging er zu ihm herüber, entschuldigte sich mit einer höflichen Verbeugung bei dessen außergewöhnlicher Begleitung und erklärte dem Gardisten dann die Situation.


Autor: Christian Datum/Zeit: Samstag 12 September 2009, 20:07
Christian achtete mehr auf den Tanz mit Neome, als auf die Worte der anderen Leute, so bekam er erst etwas von den Gerüchten mit, als bereits ein Großteil der zuvor Tanzenden die Tanzfläche verlassen hatte. Altarion war wieder im Land? Etwa hier in Drachenauge? Langsam ließ der Hohentprmler den Tanz ausklingen, ehe er ein bisschen erschöpft seine Gefährtin ansah.

Hast du es auch gehört, Liebste? Ich frage mich, ob da etwas dran ist.

Viel sprach dafür, denn die Mitglieder des Rates hatten sich versammelt und besprachen wohl, wie sie mit der Situation umgehen sollten.

Komm, gehen wir etwas essen, vorhin habe ich ja nur einen Bissen zu mir genommen.

Christian begab sich somit lieber wieder zum Buffet, um sich zu stärken. Vielleicht ging es bald hoch her, da wollte er zumindest nicht mit fast leerem Magen dastehen. Seine Waffen hatte er vorhin beim Betreten des Saales abgegeben, aber er wusste sich auch ohne diese zumindest gegen der Magie nicht gerade befähigte Wesen zur Wehr zu setzen. Hoffentlich blieb es friedlich...
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Samstag 12 September 2009, 21:37
Fast schuldbewusst senkte Kain die Hand mit dem Gebäckstück zwischen den Fingern. Das Grinsen aber wollte und wollte nicht gehen Die Revanche war so unverzüglich gekommen, dass kein Zweifel an ihrer Identität blieb – keine Maske der Welt konnte sie verbergen. Und entsprechend schwer war es, das herausfordernde, fast schon triumphierende Auflachen in ein halbwegs höfisches Räuspern umzuwandeln.

Der spitzbübische Zug tanzte noch in seinen Augen, als er nach Fjalladis das Wort an Shaya ergriff:

„Und mein Name ist …“,

eine theatralische Pause trat ein, als er der Hochelfe einen Seitenblick zuwarf und dann mit dem Kopf in ihre Richtung bedeutete,

„… nun, was das betrifft, fragt ihr wohl lieber jene reizende Dame, deren Nachsicht nahezu keine Grenzen kennt.“

Ein Lachen lag in seiner Stimme, als er fortfuhr:

„Jedenfalls scheint sie sich in Bezeichnungen zu verstehen. Wie sie mich wohl nennen würde …?“

Wie nachdenklich ließ er die Frage einige Sekunden lang in der Luft hängen - fast als warte er eine Antwort ab - ehe er sich offenbar an Shayas Worte erinnerte und sein Blick zu dem Gesicht der jungen Frau zurückschnellte

„Ihr sagtet, Ihr seid Sängerin …? Das ist bemerkenswert!“

Und in der Tat war es das, sahen ihre Gesichtszüge doch jünger aus, als so manche Leute, die ihre Musikausbildung oder die Erlernung ihres Handwerks erst begannen. So hielten sich nicht gerade wenig Erstaunen als auch Anerkennung in seiner Stimme die Waage, als er den Kopf ein wenig zur Seite neigte, die Augen sich kurzzeitig an dem Gesicht festsaugend, als versuche er sich an etwas zu erinnern. Doch dann schüttelte er nur leicht den Kopf und meinte:

„Wo spielt Ihr denn für gewöhnlich? Ich kann mich nicht erinnern, Euer Gesicht schon einmal gesehen zu haben – was allerdings nichts zu heißen vermag … Gibt es denn die Möglichkeit, in den Genuss Eurer Künste zu kommen?“

Über Shayas Schulter fiel sein Blick auf ein wandelndes Kunstwerk an Farbenpracht, das sich als Suffix am Buffet herausstellte und so fragte er sich:

„Und kennt Ihr eigentlich schon Euren Berufskollegen aus Drachenauge?“
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Samstag 12 September 2009, 23:17
Fjalladis blickte starr geradeaus, als Kain vorschlug, sie solle einen Namen für ihn finden.
„Ihr solltet ihn Glîmeldir nennen, werte Dame, denn zweifellos wäre dies ein passender Name“, meinte sie trocken und unverfänglich. Sie wandte den Blick nicht von der jungen Sängerin ab, doch sie fragte sich, ob der Magier wohl der Hochelfensprache mächtig war. Und die Rothaarige? Wenn sie diese verstand, so würde sie wissen, dass es Honigfreund bedeutete. Wenn nicht... Nun, dann spielte es auch keine Rolle.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Sonntag 13 September 2009, 09:13
Kurz lächelte Shaya zufrieden als sich die andere Elfe mit dem Wort  Fenvar vorstellte. Sie hatte richtig vermutet das es eine Elfe war. Wobei Shaya  die dezent und geschmackvoll gewählte Kleidung der Hochelfe ihrer Vermutung die erste Nahrung gegeben hatte. Naja das war es nicht alleine...aber es fiel schon auf wenn jemand nicht wie ein Pfau durch die Gegend stolzierte. So ein Blick über die anderen Anwesenden Adligen ließ bei ihr immer den Verdacht auf kommen das es sich bei den Hochfesten der Menschen um eine reine Veranstaltung der Angeberei handelte. Wer hatte mehr Schmuck wer konnte sich mit mehr unnützen zeug Behängen. Als ob Gold und Edelsteine das einzige wären was wichtig war. Leicht errötend fiel ihr ein das sie sich nicht vorgestellt hatte.

„Oh verzeiht das ich mich nicht vorstellte. Nennt mich ruhig Shaya.“

Ich verstehe die Menschen da einfach nicht... das Zeug muss doch fürchterlich unbequem sein. Mann kann gar nicht richtig Tanzen...dafür ist die Kleidung viel zu steif... Uh das wird der Grund dafür sein warum die Tänze da so seltsam sind teilweise...wie man Varnayrah dazu gebracht hat diesen Blödsinn zumindest Zeitweise mitzumachen werde ich wohl nie verstehen.

Fenvar, wie Shaya sie im Moment nannte, schien sich genauso unwohl auf diesem Fest zu fühlen wie auch Shaya. Es war wohl ihrer menschlichen Seite geschuldet das sie das als beruhigend empfand. Zumindest ging es ihr nicht alleine so. Nur musste sie sich als Bardin wohl daran gewöhnen. Schließlich waren da solche Feste ihr täglich Brot. Da sie das Isdira Wort für Hochelfe benutzte vermutete Shaya das sie aufgeflogen war. Nunja...so als reiner Mensch kam sie wohl nie durch, aber andererseits wer wollte das Schon. Das er dagegen scheinbar Isdira verstand erstaunte Shaya. Es gab nicht viele Menschen die das konnten. Kurz war sie versucht zu testen wie weit die Sprachkenntnisse des Menschen gingen, entschied sich dann aber dagegen. Sein Kommentar das er sie noch nicht gehört hatte ließ Shaya leicht seufzen. Wie den auch...sie hatte erst vor wenigen Tagen ihre Sippe verlassen....was sie ihm aber bestimmt nicht auf die Nase binden würde. So  überhörte sie gekonnt seine Frage nach dem wo sie schon aufgetreten war. Eher nachdenklich musterte sie ihn von oben bis unten, konnte sie ihn doch immer noch nicht einschätzen.

„Das ist aber schade das ihr mich noch nicht singen hörtet. Allerdings wird sich heute noch die Gelegenheit dazu ergeben...mir wurde gestattet auf diesem Fest zu singen.“

Naja das ich diese Gelegenheit nur der Fürsprache Varnayrahs verdanke muss ich ja nicht sagen...Uh ein Kollege? Also von noch einem Barden der hier singen wird hat sie aber nichts gesagt.

Kurz nur drehte Shaya den Kopf um zu sehen wohin der Blick des Herren ging. Die knallbunte Gestalt die sie erblickte ließ sie kurz eine Augenbraue hochziehen ehe sie sich wieder ihm zu wandte. Die Aussicht vielleicht gegen einen erfahrenen Barden antreten zu müssen im Gesang ließ sie ein Stückchen zusammensinken. Sicher sie war eine gute Sängerin...aber noch unerfahren und das machte ihr sorgen. Auch wusste sie ja nicht wie der andere Barde so war.

„Nein ich bedaure ich kenne meinen Barden Kollegen hier aus Drachenauge nicht...“

Lächelnd  als würde ihr die Aussicht das ein andere Barde ihr die Show stahl ihr rein gar nichts ausmachen sah sie zur Hochelfe. Sie vermutete zwar das es ein Wort aus dem Hochelfischen war jedoch beherrschte sie diese Sprache nicht. Sicher hätte ihr Meister sie unterwiesen...wenn sie den die Zeit und die Geduld aufgebracht hätte. Shaya jedoch hatte wandern wollen und so hatte sie gedacht diesen Unterricht auch auf später verschieben zu können.

Hm... so wie die beiden miteinander umgehen... da liegt mehr in der Luft als einfaches kennen oder Freundschaft....ich denke ein Liebeslied über Elfen und Menschen wäre keine schlechte Wahl. Ich vermute es war etwas in Richtung Charmeur oder so...  zumindest würde das passen

Kurz war Shaya versucht einfach nachzufragen was dieses Wort bedeutete, aber da sie vermutete das dies ihr unangenehm wäre unterließ sie das. Sie lächelte nur leicht und wollte gerade zu einem neuen Versuch ansetzen näheres über die beiden herauszufinden als sie die Unruhe bemerkte die sich auf dem Ball ausbreitete. Das Getuschelt von wegen der König sei zurück ließ sie leicht die Stirn runzeln. So wie sie gehört hatte war er doch auf nimmer wiedersehen verschwunden. Was also war passiert das er zurück kehrte? Kurz huschte ihr Blick durch den Saal, erst da bemerkte sie wirklich das sich viele der zuvor tanzenden zurück gezogen hatten... und das der kleine König und auch Varnayrah nicht mehr im Saal waren. Nur was sollte Shaya davon halten? Sie hatte den alten König nie kennen gelernt und wusste auch nicht was geschehen war. Aber sie war sich sicher das die Windsängerin zusammen mit dem Stadtrat  das schon klären würden.

Uh... ich hoffe das bedeutet nicht das es ärger gibt. Na meinen Auftritt kann ich wohl vergessen so wie das aussieht. Bei den „Neuigkeiten“ wird keiner Lust haben einer Sängerin zu lauschen...da gibt es wichtigere Probleme.

Seufzend wandte sich Shaya wieder den beiden zu. Sie wusste nicht so recht wie sie auf diese Nachricht reagieren sollte. Was würde man wohl jetzt von den Gästen erwarten? So wie es aussah blieben die meisten ruhig und taten sich am Buffet gütlich, etwas das ihre Sorge doch linderte.


Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Sonntag 13 September 2009, 10:24


Sie hatte wohl doch irgendeine Konvention gebrochen. Lucius wirkte plötzlich... abwesend, fast abweisend, als Sheherazade aufs Tanzen zu sprechen kam. Es war wie vorhin, als sie ihn geküsst hatte - und er den Kuss erwidert hatte und sie damit wie immer gradewegs in jenes schimmernder, goldene Meer getragen hatte - und dann hatte er fast zornig verlangt, sie solle dies doch lassen. Die Leute um sie her hatte sie in der Tat völlig vergessen. Ein wenig erschrocken hatte sie Lucius angesehen und eine Entschuldigung gemurmelt. Und schon im nächsten Moment hatte er sich wieder ganz anders verhalten. Sein Lächeln hatte die Zweifel wieder fortgewischt. So ganz falsch konnte sie sich doch nicht verhalten haben? wenn du tatsächlich mit mir auf diesen Ball gehen möchtest... Natürlich wollte sie dasJa, sie war neugierig darauf, wie solche Feste hier gefeiert wurden, und sie war neugierig darauf, die ehemalige Königin aus der Nähe zu sehen. Aber das war unwichtig. Wichtig war, dass Lucius sie eingeladen hatte und dass sie mit ihm dorthin gehen würde.

Sheherazades Hand berührte sacht das Pferdecamée an der goldenen Kette, das Lucius ihr geschenkt hatte. Unverwandt sah sie ihn an, während sie auf eine Antwort oder ein Zeichen wartete, ob er überhaupt tanzen wollte. Wollte er? Das Collier lag warm auf ihrer Haut, und sie meinte, immer noch seine Hände zu spüren, die es ihr umgelegt hatten. Als er es ihr draußen nach dem Kuss gezeigt hatte, war sie zunächst sprachlos gewesen. Das Stück war von so filigraner Schönheit und zarter Echtheit, dass sie meinte, die Pferde darauf müssten jeden Moment losgaloppieren. Wie perfekt ihre Linien und Bewegungen eingefangen worden waren! Wer auch immer dies geschaffen hatte, dem war es gelungen, das Wesen dieser edlen Tiere im Stein einzufangen. "Wie wunderschön!", hatte sie schließlich geflüstert. "Lucius..." Am liebsten hätte sie ihn noch einmal geküsst, aber diesmal traute sie sich nicht. "...danke..." Der Blick seiner blauen Augen hatte sie erneut eingefangen und hilflos darin ertrinken lassen. Und unwillkürlich hatte ihr Körper auf seine raue Stimme, auf seine Worte reagiert. ich möchte dich am liebsten gleich...

Trotzdem standen sie nun im Thronsaal. Und obgleich die Verheißung dieses 'später' warm durch ihren Körper pulsierte, hätte sie tatsächlich den Anblick des tanzenden Elfenpaares nicht verpassen wollen. Lucius hatte recht: soviel Hingabe und Liebe konnte niemals ehrlos sein. Wie nahe sich die beiden waren - der Beschützer und seine Schutzbefohlene... sie hatte sich ein wenig mehr an Lucius angelehnt und ihre Hand auf seinen Arm gelegt, der sie umfasst hielt. Nein. Liebe und Hingabe waren nicht ehrlos. Nicht bei den beiden Elfen, nicht bei ihr und Lucius. Kurz war ihr die Diskussion, die sie über Aufgaben und Befugnisse von Beschützern geführt hatten damals im Gasthaus, bei ihrem Rendez-Vous, in den Sinn gekommen. Auch Lucius und sie hatten die Grenzen einer reinen Hares-Beziehung längst überschritten - hatten sie von Anfang an nicht eingehalten. Gebannt hatte sie dem Tanz der beiden Elfen noch ein wenig zugesehen. Wie seltsam, dass ausgerechnet dies sie mit den ätherischen Wesen verband. Wie sehr sie sich plötzlich wünschte, wie diese beiden Elfenwesen mit Lucius über das Parkett zu schweben, in derselben Verbundenheit und Nähe...

Dieser Wunsch hatte sie dazu gebracht, Lucius schließlich zum Tanz zu bitten. Und nun hatte sie das Gefühl, es war falsch gewesen - hatte ihn auf eine Art berührt, die ihm nicht gefiel. Ihre Augen wurden ein bisschen traurig. Sie konnte es nicht erzwingen? Was? Diese Nähe, den Tanz? Sie hatte geglaubt, sie war sich sicher gewesen, dass Lucius diese Nähe genauso wollte wie sie. Alles schien ihr dies zu beweisen, wie er sie ansah, wie er sie berührte, wie er ihr zuhörte und mit ihr sprach. Noch beim Tanzunterricht auf Églantine au Roc Noir hatte sie das Gefühl gehabt, er hätte Gefallen daran gefunden. Und jetzt - Widerstand in seinen Augen: wogegen?
"Lucius..."? Ihre Stimme war leise und unsicher geworden.

Und dann war der unheimliche Augenblick vorbei. Lucius war nun ganz der galante Chevalier, der seine Dame zum Tanz führte - ungefähr so lange, bis sie wirklich miteinander tanzten. In dieser verzauberten Umgebung war es ganz anders als die vergnüglichen Versuche auf seinem Hof. Einmal mehr versank die Welt, als er ihren Blick gefangenhielt. Es war ihr völlig egal, ob irgendjemand zusah oder bemerkte, dass zwischen ihnen - wie beim Elfenpaar - mehr war als zwischen Beschützer und Schützling. Die Schritte, die Lucius ihr beigebracht hatte, vergaß sie einfach. Sie vertraute sich seiner Führung und seinem Arm, der sie sicher hielt, an. Voller Hingabe und Liebe erwiderte sie seinen Blick, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie deutlich ihre Gefühle sich auf ihrem Gesicht widerspiegelten. Und da geschah es - ähnlich wie ihm Teezelt, und doch ganz anders. Etwas veränderte sich, und sie hatte das Gefühl, dass da mehr war - etwas Großes, Warmes, Sicheres, das sie völlig in Geborgenheit einhüllte. Und auch Lucius schien sich zu verändern, von dem Widerstand, den sie eben noch gespürt hatte, fühlte sie nun nichts mehr. Sie schloss die Augen und ließ sich einfach in die Wärme und Geborgenheit fallen. Im nächsten Moment würden sie wohl davonschweben...

Doch dann veränderte sich woieder etwas, nach wie langer Zeit vermochte Sheherazade gar nicht zu sagen. Lucius spannte sich, und sie war sich sicher, dass sie diesmal keinesfalls der Grund dafür war. Er fasste sie fester und führte sie dann in eine unerwartete Richtung. Ohne sich dagegen zu wehren folgte sie ihm und öffnete die Augen. Sie waren nun ganz dicht bei der nun nicht mehr tanzenden Elfenkönigin. In ihrem Gesicht lesen zu wollen war für sie unmöglich - doch schien es ihr, dass zwischen Varnayrah und Lucius irgendetwas Unausgesprochenes ausgetauscht wurde. Dann nickte die Elfe unmerklich und drehte sich um, ging zu ihrem Beschützer hinüber. In Lucius' Bewegungen lag nun eine Spannung, die ihr deutlicher als seine Worte sagten, dass etwas nicht stimmte. Sie nickte nur unmerklich zum Zeichen, dass sie verstanden hatte. Unverwandt sah sie ihn nun wieder an , auf jede kleinste Bewegung achtend. Gleichzeitig versuchte sie zu erfassen, was im Saal vor sich ging. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie sich mehrere Leute auf der Insel in der Mitte des Sees versammelten. Und ein Mann in Uniform kam auf sie zu...
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Autor: Landolin Datum/Zeit: Montag 14 September 2009, 00:39
Das erste, was Landolin entgegenschlug, als er zum Festgeschehen zurückkehrte, war die Unruhe, die den Saal erfüllte. Oder bildete er sich das nur ein, weil er selbst so nervös war? Denn der Heiler war auch ohne in einen Spiegel gesehen zu haben davon überzeugt, dass er leichenblass war – und durch den magisch leuchtenden Kragen bekam sein Gesicht sicherlich einen kränklichen Farbton. Darauf hätte er gewettet.

Aber tatsächlich wurden die Gespräche der Menschen jetzt durch etwas anderes als Geschacher und Angeberei geprägt: Altarion. Immer wieder fiel derselbe Name. Ob man sich wirklich Gedanken darüber machte, wie es dem ehemaligen König Dragonias erging? Nein, da ging etwas anderes vor sich. Zu viele Gardisten hatten sich am Eingang versammelt, zu viele wichtige Persönlichkeiten auf der Insel…

Und noch während Landolin über diesen Aufruhr nachdachte, kam ihm ein anderer Gedanke: Wenn alle Soldaten beschäftigt waren, würde es niemanden mehr geben, der seinen Auftritt verderben konnte. Denn das war insgeheim seine größte Angst gewesen: Gardisten, die ihn noch vor dem Ende seines Liedes nach draußen zerrten und in eine Arrestzelle sperrten.
In Nighton würde ihm diese Geschichte sicherlich keine großen Probleme bescheren, schließlich war Phelan an seinem Vorhaben nicht ganz unbeteiligt und Silvana war für ihren derben Humor bekannt. Und dafür, dass sie Suffix’ Fähigkeiten auch nicht immer hochschätzte.
Aber wenn er hier in der Hauptstadt festgesetzt würde… Daran wollte er erst gar nicht denken.

Die hochgewachsene, markante Gestalt des verwandelten Lykantrophen riss ihn aus seinen Überlegungen. Dieser war wohl gerade dabei, seine momentane Wirkung auf Frauen zu testen, aber vielleicht fiel ihm der kanariengelbe Umhang doch auf. Zumindest winkte der Hohentürmler “Darcia“ kurz zu, als dieser einmal kurz in seine Richtung blickte. Na schön, es wurde wohl Zeit seinen Plan in die Tat umzusetzen, bevor es ihm noch unmöglich gemacht wurde…

Unglücklicherweise führte sein Weg am Buffet vorbei und die Tatsache, dass die Frau, die er für Fjalladis hielt, immer noch mit dem weißgewandeten Gecken redete, versetzte ihm einen schmerzhaften Stich. Und dass sich Suffix zusammen mit Syrena gerade die Teller füllte, stärkte sein Selbstbewusstsein auch nicht gerade. Vielleicht hätte er doch auf den Entgiftungszauber verzichten sollen…

Viel mehr Zeit, um Nachzudenken blieb ihm allerdings nicht, denn Schritt für Schritt kam er der Insel mit dem Orchester näher und der Hohentürmler rückte unsicher seine violette Maske zurecht. Mittlerweile war die Tanzfläche nur noch dürftig gefüllt, was seinen Weg gegenüber vorher erleichterte. Und irgendwann stand er wieder an der Stelle, von der aus er den Kapellmeister das erste Mal angesprochen hatte.

“Herr Kapellmeister!“, rief er dem Mann zu, der ohne großen Erfolg versuchte, die Aufmerksamkeit des Publikums nicht zu verlieren, “Ihr braucht eine richtige Ablenkung, also hört auf zu spielen und lasst mich auftreten. Glaubt mir, das wird funktionieren!“

Wieder einmal wartete er eine Antwort nicht wirklich ab, aber er vermutete, dass es dem Musiker gar nicht so unrecht sein würde, wenn ein Verrückter – und so musste er zweifellos auf den Dirigenten wirken – ihm ein wenig Verantwortung abnahm.

“So liebe Leute!“, brüllte der Heiler aus vollem Halse, um möglichst viel Aufsehen zu erregen. Seit einiger Zeit war es ja ohnehin relativ ruhig geworden…
“Es ist mir eine große Ehre euch einen besonderen Gast vorzustellen: Einen Barden dessen Talent wohl unumstritten ist, schließlich hat er bei mehreren Wettbewerben einen der ersten Ränge belegen können! Und dieser Künstler ist niemand anderes als… meine Wenigkeit.“
Dass einer der beiden erwähnten Wettbewerbe ein Hindernisrennen gewesen war, musste er ja nicht unbedingt erwähnen, dachte Landolin während er sich in einer komplizierten, aber wenig anmutig wirkenden Verbeugung vor dem Publikum verneigte.

Nun, Aufmerksamkeit hatte er auf diese Art und Weise für den Anfang genug bekommen und er zweifelte nicht daran, dass die Zuhörerschar noch wachsen würde. So nahm er halbwegs geschickt seine ’Leier’ zur Hand und hob an zu singen, auch wenn die gespannten Schnüre natürlich keinen hörbaren Ton hervorbrachten:

“Doofes Instrument, doch es geht auch ohne.
Ob ich darauf spielen kann interessiert eh niemanden die Bohne.“
,

kommentierte er diesen Umstand ungeniert und drückte die Nachbildung einer nahestehenden Dame in die Hand. Einige der Adeligen schienen das tatsächlich für einen Witz zu halten… Nahmen sie ihm die Rolle trotz seiner nicht gerade umwerfenden Singstimme und seines seltsamen Auftrittes wirklich ab? Naja… schlecht für ihn war das sicher nicht.

“Leute, Leute, hört gut zu
Andernfalls gebe ich keine Ruh!
Und glaubt mir ich kann noch stundenlang singen
und euch um eure letzten Nerven bringen.

Zum Kämpfen oder Schmieden fehlt mir die Kraft,
zum heilen oder zaubern der magische Saft,
das Geschick fehlt mir zum Schnitzen und Dieben,
als Priester wäre ich nicht fromm genug,
als Bauer stelle ich mich gewiss nicht hinter den Pflug,
so ist als Beruf nur noch ’Barde’ geblieben.

Als Barde muss man nämlich nichts können,
man braucht nicht einmal mehr neue Ideen.
Man muss nur ab und zu ein paar Reime spinnen
und sind die nicht rein – ja kümmert das wen?

Wer mich angreift versteht nichts von Kultur,
eine Frau, die mich nicht für toll hält ist gegen die Natur.
Ich verarbeite alle Gerüchte und das am liebsten pur
und sollten sie erlogen sein stell’ ich mich einfach stur.

Auf Reisen hält man mich oft für eine Last,
schließlich kämpfe ich nicht wenn mich die Schreibwut fasst.
Und wird’s gefährlich werde ich noch dreister:
Im Weglaufen bin ich nämlich ein Meister.
’Was ist dann mein Beitrag?’, fragen da Banausen.
Die Geschichten erzählen, dass euch die Ohren sausen!
Denn glaubt mir – von den Erzählungen der Krieger bekämt ihr das Grausen.

Man glaubt meine Mutter müsste stolz sein, doch sie schämt sich bloß.
Sie meint im Sprüche klopfen wäre ich ganz groß…
Doch zu etwas anderem nicht zu gebrauchen,
außer vielleicht für Weiber, Saufen und Rauchen.

Meine Kritiker sagen ich wäre unverschämt,
aufgeblasen und so dumm, dass es einen fast lähmt,
selbstverliebt, morallos, im Grunde ein Schwein,
anmaßend, feige und schrill obendrein.

Doch sie irren – ich bin eine Modeikone
würdig zu singen vor jedem Throne.
Das ist die Wahrheit, jetzt ist sie auf dem Tisch.
Damit grüßt euch herzlichst, euer Barde Su-Fisch.“


Landolin beendete seinen Auftritt mit einer zweiten Verbeugung, die der ersten nicht unähnlich war. Ob ihm wirklich jemand bis zum Ende zugehört hatte, konnte er nicht sagen, aber er war sich sicher, dass ihn zumindest Phelan und Amras beobachtet hatten.
Noch während er sich aufrichtete warf er einen misstrauischen Blick in die Runde, darauf gefasst ein halbes Dutzend Gardisten auf sich zueilen zu sehen. Aber mit ein wenig Glück waren diese zu beschäftigt, um sich gleich um ihn zu kümmern und wenn er erst einmal umgezogen war, würde man ihn hoffentlich kaum wiedererkennen…
Autor: Amras Datum/Zeit: Montag 14 September 2009, 11:45
Unruhe ging durch den Saal. Immer wieder wurde der Name des alten Königs genannt und einige sprachen davon, dass er zurück gekehrt sei um den Thron zu fordern. Hier und da hörte man sogar von Krieg zwischen Cormyr und Aylann und das eine Flotte den Hafen besetzt hatte. Das ein Großteil davon kaum der Wahrheit entsprechen konnte, war dem Paladin klar, aber ein Körnchen Wahrheit mussten diese Gerüchte wohl haben. Dafür sprach auch der Umstand, dass die Stadträte auf der Throninsel standen und eifrig miteinander berieten. Vom Kindskönig fehlte jede Spur.

Nun machten sich sogar einige auf den Weg nach draußen, aber Amras hielt es für das Beste erst einmal drinnen zu warten. Wenn sich etwas interessantes tat oder es wirklich so schlimm stehen sollte würde man den Ball wohl oder übel abbrechen um die Lage nicht noch zu verkomplizieren...

Landolin nutze genau diesen Augenblick um mit seinem Auftritt zu beginnen. Lauthals kündigte er sich selbst an und begann dann mit seinem Lied. Man merkte an einigen Stellen, dass der Heiler nicht so geübt wie Suffix war, aber Talent hatte er allemal. An manchen Stellen musste Amras grinsen, denn der Text beschrieb Suffix so gut, dass wohl selbst dieser eine gewisse Ähnlichkeit nicht leugnen konnte.
Als Landolin geendet hatte blieb es erst einmal still. Amras schaute sich um und begann dann selber zu klatschen. Gespannt schaute er zu Suffix und wartete auf dessen Reaktion
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Montag 14 September 2009, 13:23
Kain folgte Shayas Blick durch den Saal, blieb kurz an der Vollversammlung auf der Insel hängen und ließ ihn hinter der Maske eine Grimasse ziehen.

„Wenn Ihr heute noch auftreten wollt, solltet ihr Euch wohl lieber beeilen, Shaya. Mir scheint, dass die Aufmerksamkeit der Gäste abflaut und selbst der junge Kronprinz scheint sich aus lauter Langeweile zurückgezogen zu haben …“

Altarion
, zischelte es hinter vorgehaltenen Masken und behandschuhten Händen hervor, als ein älteres Paar an ihm vorbei zum Buffet schlenderte. Und nach einem Moment der Verdutztheit, lachte Kain unbekümmert über das Gerede auf:

„… oder seinem Herrn Papa entgegenzulaufen. Wer weiß das schon so genau …? Was aber den Barden betrifft …“

Das So liebe Leute von Landolin, das durch den Raum peitschte, ließ Kain mitten im Satz zusammenfahren. Eher automatisch, denn aus wirklicher Neugier drehte er sich zu dem Orchester um. Wie war Suffix so schnell …?
Ein Blick zu dem Buffet hinüber bestätigte, dass dort noch ein Kerl mit einem ähnlich grellen Kostüm herumstand – zweifellos ein schlechter Nachahmer oder Bewunderer des Barden. Sein Kostüm hatte selbst ihn für einen Moment getäuscht.
So meinte er gedämpft zu Shaya, um das Schauspiel nicht zu stören – und weil er insgeheim nicht Bestandteil einer ruppigen Zeile werden wollte:

„ … nun, Ihr könnt Euch wohl selbst, von seiner Besonderheit überzeugen.“

Sich ebenfalls zu der Insel umwendend, ließ Kain die ersten Töne auf sich wirken, ehe er beschloss, dass er das nicht ohne einen kräftigen Schluck überstehen würde. Mit einer einer leichten Verneigung gegenüber Shaya und einem leisen, verschmitzten „Entschuldigt mich … Fenvar …“ gegenüber Fjalladis empfahl er sich für den Moment und hielt direkt auf das Buffet zu, wo er den Moment nutzte, um die Maske kurz zu heben und das Gebäck zwischen den Lippen verschwinden zu lassen, sowie um mit zwei kräftigen Schlucken den Wein hinunterzustürzen.
Als er den Rückweg antrat, hielt er zwei gefüllte Wassergläser in der Hand und selbst das Lied schien an Witz gewonnen zu haben. Dementsprechend lag ein breites Grinsen auf seinem Gesicht und ein wohlwollender Ton in seiner Stimme als er unterwegs hinter dem zuerst vermeintlichen Suffix meinte:

„Nun, das war heute wohl nichts, mein Freund! Macht Euch nichts daraus – es ist nie leicht, wahre Größen kopieren zu wollen …“

und fröhlich lachend weiter auf die entzückenden Rücken von Shaya und Fjalladis zuhielt.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Montag 14 September 2009, 17:42
Deutlich konnte Armande spüren, wie ihr Körper zusammen zuckte, als er ihr sagte, dass sie ihm nicht trauen sollte. Und doch entzog sich Chiamara nicht seiner tänzerischen Umarmung. In ihren Kopf flatterten Gedanken über letzte Gespräche mit dem Marquis. Zum Beispiel, dass sie warten sollte, bis sie soweit wäre und noch andere Sätze, die hier nun mehr als merkwürdig vorkamen.
Er verbarg etwas vor ihr. Nie war es ihr deutlicher geworden als an diesem Abend.
Wieder überlegte sie, sich abzuwenden und dem Skalden ganz und gar zu gehören.

Doch lenkte sie die Stille, das Gemurmel und ein Bediensteter ab, der dem Statthalter etwas leise miteilte.
Überrascht war sie dennoch, dass ihr Tanzpartner es ihr danach offen mitteilte.
'Gratulieren nehme ich nicht an. Wie ich diesen ach so vornehmen Haufen einschätze, weiß der Ex-König von all dem gar nichts. Ohne Nachricht wird er vom Thron gestürzt, seine Ehe annuliert und sein Sohn wird ihm - mit zwei ihm nicht freundschaftlich gesinnten Beratern - vor die Nase gesetzt. Altarion wird jetzt ein schönes Erwachen erleben. Und wir beide haben mit an seinem Stuhl gesägt. Ist die Welt nicht herrlich verdorben?'
Triefender Sarkasmus klang in ihrer Stimme.
Sie wusste, dass die letzte Chance nun auch vorbei war, sich Björn zu offenbaren und mit ihm einen gemeinsamen Tanz zu bestreiten. Jetzt war er als zweiter Mann, Berater, gefordert. Und abgeschrieben waren all die Gedanken an eine schöne Familie. Und ihre Unfähigkeit sich zu entscheiden hat sicherlich dazu beigetragen.
'Ich glaube das Fest ist hiermit so gut wie vorüber. Jetzt können wir vielleicht noch einem Theaterstück der ersten Güte beiwohnen. Mit viel Melodramatik und viel Herzschmerz.'

Plötzlich war Björn wieder unter den Anwesenden, ohne König, und machte nach Absprache mit der Königinmuter die Runde. Die Ostländerin wurde nervös, als er bei ihnen erschien. Halb drehte sie sich weg, damit er sie nicht doch zufällig erkennen würde. Die Arme hinter dem Rücken gelegt, damit er die blaue Haut der Arme nicht erkennen würde. Obwohl sie diese und die Narbe mit spezieller Schminke vertuscht hatte, blieb dennoch die Angst.
Diese Angst war auch begründet. Sie merkte es an seinen gesichtszügen, an der Art wie er redete und sich plötzlich abwandte.
Ihr Herz verkrampfte sich, der Magen drehte sich um. Sie hätte in der Kaserne bleiben sollen.
Dass der Rat zusammen gerufen wurde, kam ihr da nur recht.
Sie musste einfach nachdenken.
Jetzt wurden ihr mal wieder alle Fehler nur allzu deutlich. Spielte einfach mit zwei Männern.
Hoffentlich würde der Marquis bald gehen. Ihr war selbst seine Nähe plötzlich unangenehm. Einfach nur weg.

Aber das sollte ihr Begleiter nicht spüren, der sich solche Mühe gegeben hatte mit dem Kleid, obwohl er so geheimnisvoll tat.
'Armande, bevor Du auch dorthin gehen solltest.' Ihre Stimme war doch etwas zittrig und drang nur leise an sein Ohr. 'Es ist zu spät für irgendwelche Vertrauensfragen. Wenn ich es vieleicht bisher nur verdrängt habe und mich immer Ahnungen beschlichen haben, habe ich auch nie etwas unternommen. Ich bin dir stets gefolgt. Auch heute. Es ist zu spät mich zu warnen. Ich vertraue Dir schon zu sehr. Nun kann ich nur noch versuchen, mögliche Folgen für mich erträglich zu machen. Aber wenn Du mir sagst, dass Dir was an meinem Heil liegt, dann ist es der schönste Vertrauensbeweis für mich. Mit allen anderen werde ich schon fertig.'
Irgendwie hörte es sich zu sehr nach Abschied an. Hoffentlich merkte er es nicht und würde sie noch aufhalten.
'Geh jetzt, wenn Dich der Rat ruft.'
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 15 September 2009, 13:45
Als der Marquis de Lestaht mit seiner Begleiterin dem jungen König seine Aufwartung machte, war Björn das erste Mal stutzig geworden. Die Dame kam ihm so vertraut vor, etwas an der Art, wie sie sich bewegte, ihr Haar... aber er sagte sich, das könne nicht sein. Nein. Chiamara hatte sich darum herumgewunden, ihm eine feste Zusage für den Ball zu geben. Er war darüber enttäuscht gewesen, aber hatte es akzeptiert - sie hatte recht, er würde nicht soviel Zeit für sie haben. Und ja, sie hatte angedeutet, dass sie ihn vielleicht auf dem Ball überraschen würde - aber dass sie als Begleiterin eines Anderen auftauchen würde, nein, das glaubte er einfach nicht. Trotzdem - soweit man das hinter der Maske sagen konnte - die beeindruckend gekleidete Dame an Lesthats Arm hätte gut Chiamaras Schwester sein können.

Er stand schräg hinter dem Drachenthron, während noch weitere Gäste ihre Aufwartung machen und spürte dabei, wie sehr er ihr Gesicht in der Menge vermisste. Zumindest für einen oder zwei Tänze hätte er sich sicherlich Zeit nehmen können. Wie es wohl war, mit ihr zu tanzen?

Doch dann kam die erschreckende Nachricht von Altarions Wiederkehr, Aufregung machte sich breit, Gerüchte begannen, im Saal umherzufliegen. Björn hatte sich erstmal um andere Dinge zu kümmern. Der kleine König fragte natürlich nach, was denn los sei - auch wenn es ihm nicht allzuviel auszumachen schien, die für ihn sicherlich langweilige Angelegenheit hinter sich zu lassen.  Rumsitzen und anderen Leuten beim Tanzen zusehen war für einen Vierjährigen nicht so einfach, und so hüpfte er neben Björn den leeren Gang entlang. Björn ging nachdenklich nebenher. Früher oder später musste er natürlich seinem Vater begegnen dürfen. Aber lieber erst, wenn sich die Wogen des ersten Widersehens mit Varnayrah - das möglicherweise wenig friedlich ablaufen würde - geglättet hatten. Der Junge hatte schon genug Lasten auf seinen schmalen Schultern zu tragen. In Elwings und Elodirons Obhut würde er ersteinmal sicher sein, bis alles vorüber war.

Der Skalde kam grade rechtzeitig in den Saal zurück, um alle Ratsmitglieder zu einer Versammlung auf die Insel zu bitten. Und diesmal war er sich sicher, als er zum Marquis kam. Sie war es. Und wandte sich von ihm ab... Björns Mund wurde zu einem schmalen Strich. Gewiss hatte sie unbestreitbar das Recht, mit einem anderen zum Ball zu gehen. Aber es versetze ihm dennoch einen Stich, dass sie ihm  keine Zusage hatte geben wollen, und jetzt an der Seite von jemand anderem hier stand. In den Armen eines Anderen tanzte - und jetzt auch noch so eindeutig nichts von ihm wissen wollte. Björn schaffte es gradeso, seine Botschaft noch einigermaßen höflich zu überbringen. Dann wandte er sich ab. Kurz hatte er überlegt, Chiamara zur Rede zu stellen. Aber nicht hier, öffentlich, und nicht jetzt. Trotzdem war er mit den Gedanken immer wieder bei ihr und dem Marquis, als er auf die Insel zurückging. Er konnte es nicht verhindern, sich betrogen zu fühlen. Der Marquis - er hätte blind sein müssen, wenn er beim großen Rat nicht mitbekommen hätte, dass sie beide eigentlich...

Er tauchte grade rechtzeitig aus seinen Gedanken wieder auf, um mitzubekommen, dass Varnayrah tatsächlich hinausgehen wollte und um die Begleitung des Rates bat. Nun, das würde er ihr natürlich nicht verwehren. Als sie aus dem Saal hinausgingen, zwang er sich, überall hin zu sehen - nur nicht dahin, wo die Frau stand, mit der der Marquis erschienen war.
Autor: Thorongil Datum/Zeit: Dienstag 15 September 2009, 16:08
Wie ein Lauffeuer machten die überraschenden Neuigkeiten die Runde im Ballsaal. Immer mehr Paare zogen sich von der Tanzfläche zurück, und der Blick auf die Insel wurde unverstellter. Der Kindkönig saß nicht länger auf dem viel zu großen Drachenthron. Der ehemalige Prinzregent, nunmehr Mitglied des Dragonischen Rates Oleson, betrat die Halle eben wieder, gefolgt von Hauptmann Javelin.
Ein bedauerndes Lächeln umspielte Lucius’ hübsche Lippen und Zorn blitzte kurz in den hellen Augen hinter der Maske auf, als er sich zögernd von Sheherazade löste. Liebkosend strich seine warme Hand über ihren Rücken. Innerlich wünschte er den Ex-Monarchen in die Niederhöllen oder wenigstens auf die Singenden Inseln, wo der Pfeffer wuchs. Alles in ihm lehnte sich dagegen auf, dass dieser wunderbare Abend mit ihr, eine rauschende Ballnacht hätte es werden sollen, in einem Eklat endete.

“Das wird nicht unser erster und letzter Tanz heut Nacht gewesen sein, mîn sunbéam“, sagte er den Unmut in seiner dunklen Stimme mühsam kaschierend, “das verspreche ich dir. Aber ich habe auch der Königinmutter ein Versprechen gegeben. Es ist nun an der Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen..“
Er unterbrach sich, als Javelin auf sie zutrat. In vollendeter Höflichkeit entschuldigte sich der Offizier bei der Sharizad und bestätigte dem Gardisten, was im Saal schon seit einigen Minuten eine steigende Unruhe verursachte. Der ehemalige König war tatsächlich zurück!
Nach allem, was Thorongil über ihn und seine vergangenen Taten wusste, gab es für den Aramoner keine Überlegung mehr, was er nun zu tun hatte. Varnayrah und Ancalagon zählten auf die Hilfe derjenigen, die ihnen wohl gesonnen waren. Und sie würden Unterstützung gegen Altarion dringend bedürfen. Einen Herrscher dem kein Mittel zu schmutzig war seine Machtinteressen zu wahren. Kriege waren schon um viel nichtigere Dinge geführt worden als einen vermeintlichen Thronanspruch. Soviel war dem einstigen Scholaren klar.
Flüchtig hauchte Lucius einen Handkuss auf die Rechte Sheherazades.
“Bleib am besten drinnen, mîn hléowmæg“, sagte er leise. Ein Blick aus ihren geweiteten braunen Augen alarmierte seine männlichen Instinkte.
’Âwiergd!’ dachte er aufgebracht, ’Warum gerade jetzt?’ Seine schöne Tänzerin kannte ihn viel zu gut, um seiner Stimme nicht seine wahren Empfindungen anzuhören, als er scheinbar gelassen weiter zu ihr sprach:
“Hier bist du am sichersten. Sieh, dort am Buffet ist Herr Suffix mit seiner adretten Schankmaid. Vielleicht gehst du einen Augenblick zu ihnen hinüber. Ich komme so schnell es geht wieder zu dir.. mach’ dir keine Gedanken“, versuchte er die Südländerin zu beruhigen.
Ohne noch einmal das Wort an ihn zu richten, nickte Lucius dem Hauptmann zu und folgte Javelin zu Varnayrah und den um die Windsängerin Versammelten.

“So liebe Leute!“
Eine krakeelende Stimme brachte Thorongil dazu, sich umzudrehen. Irgendwoher kannte er die Stimme, oder täuschte er sich?
Wenn er gewusst hätte, dass es sich um den Heiler Landolin handelte, mit dessen hartem Schädel er auf der Jagd nach Yan Tan üble Bekanntschaft geschlossen hatte, hätte der Gondorrim sicher auf der Stelle Kopfschmerzen bekommen.
Die Gestalt, die sich wild verbeugte, war in einem Wort umschrieben: schrill. Ein geradezu giftgrün leuchtender Kragen an einem kanariengelben Umhang, dazu eine violette Maske von abstoßender Hässlichkeit. Die gedrehten „Locken“ an der fratzenhaften Larve verdeutlichten, wer hier parodiert werden sollte. Unter gewöhnlichen Umständen wäre „der Verrückte“, wie Lucius annahm, von der Garde entschieden ins Freie bugsiert worden.
So bekam er seine Chance und freie Bahn. Die Umstehenden hörten je nach Charakter diskret hin oder diskret weg.
Lucius entlockte die komische Szene gegenwärtig nicht mehr als ein Stirnrunzeln. Zu sehr war sein Geist mit dem beschäftigt, was die nächsten Minuten erbringen werden.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 15 September 2009, 20:25
Baron Adelaos von Sturmfels war die Unruhe im Saal selbstverständlich nicht entgangen. Altarion war zurück? Sollte das stimmen, wäre tatsächlich die fragile Stabilität des Reiches gefährdet - mal wieder. Man würde mit dem ehemaligen König wohl möglichst schnell eine Übereinkunft finden müssen. Zunächst war das Aufgabe des Rates, doch wenn es hart auf hart käme... nun, er wusste, wie er sich entscheiden würde. Landolins Auftritt ignorierte er einfach, er war zu konzentriert auf das, was auf der Insel vor sich ging. Die ehemalige Königin, ihre Leibwächter und der Rat gingen hinaus... vorsichtig folgte der Baron bis zur Tür des Saales.

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Der alte Hauptmann a.D. Rudolph von Hohentauern erfeute sich am Buffet des Krönungsballes wesentlich mehr als am Tanzen. Seine Knochen mochten nicht mehr so recht wie er - seinen wachen Verstand hatte er sich aber bewahrt. In die Angelegenheiten des Rates würde er sich dennoch nicht einmischen, also blieb er im Saal - und kam so in den Genuss von Landolins Auftritt. Erst hörte er ein wenig verdattert zu, was der Barde da von sich gab - da auch seine Augen nicht mehr die besten waren, glaubte er, Suffix vor sich zu haben. Aber die Stimme verriet den Sänger schließlich. Da wagte es doch tatsächlich jemand, den Barden mit der spitzen Zunge zu parodieren! Der Hauptmann lachte, bis ihm die Tränen kamen. Das war wirklich brillant! Gut, singen konnte der Knabe nicht so gut, aber mit Worten konnte er umgehen. Und Suffix hatte es seiner Meinung nach durchaus verdient, mal die eigenen waffen zu schmecken zu bekommen.

~@~


Graf Wiedebald zu Hoppewitz tanzte mit seiner Gemahlin, als die Gerüchte auch sie erreichten. Das war beunruhigend, keine Frage... zu wem sollte man jetzt halten, zum alten oder zum neuen König? Hätte der alte nicht die größeren Rechte am Thron? Wieviel Blut würde die Angelegenheit schlimmstenfalls kosten? Lief es gar auf einen Bürgerkrieg hinaus? Der Auftritt Landolins erwischte ihn in dieser Stimmung wahrhaftig auf dem falschen Fuß. "Unerhört!", zischte er, "Das Land steht mal wieder am Abgrund, und dem Kerl fällt nichts Besseres ein, als sich hier lächerlich zu machen?" Wütend sah er den vermeindlichen Barden an.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 15 September 2009, 21:58
Ihr Tanz fand schnell ein Ende. Um sie herum hatte die Tanzfläche sich geleert, und schließlich löste sich Lucius von ihr. Sein Bedauern konnte kaum größer sein als das ihre, und dazu kam, dass sie sich Sorgen machte - wenn die Gerüchte stimmten, würde es vielleicht gefährlich werden, für ihn und für die beiden Elfen, deren Tanz sie so seltsam berührt hatte. Sie versuchte tapfer, das zu überspielen, aber wie immer waren ihre Gefühle allzu deutlich in ihr Gesicht geschrieben - erst recht für ihn, der so gut darin zu lesen verstand. "Ich verstehe.", erwiderte die Sharisad leise und schloss kurz die Augen, als sie seine Hand über ihren Rücken streichen fühlte. "Wenn dieser Mensch wirklich zurück ist, dann braucht sie wohl jede Hilfe, die sie bekommen kann..." Was hatte Lucius in jener Nacht in Nuru gesagt? Was ist IHM diese Figur wert? Wenn ich mir das Brett so ansehe, ich möchte sagen - Gardez! Und er hatte recht behalten. Der König hatte seine Dame im Stich gelassen... doch fürchtete sie, dass Altarion sich nun zurückholen wollte, was vermeintlich seins war. Ohne weiter darüber nachgedacht zu haben, wurde Sheherazade plötzlich glasklar, für welche Seite sie sich entscheiden würde. Das Bild, wie die Königin allein, so zart und zerbrechlich wirkend, vor der Menge gestanden hatte, kam ihr wieder in den Sinn - und wie anders sie ausgesehen hatte, als sie heute Abend mit ihrem Hares getanzt hatte! "Es ist einfach nicht gerecht!", rief sie leise und meinte damit den Umstand, dass ihnen dieser Abend nicht gegönnt war ebenso wie, dass die Waldelfe wohl keinen Frieden finden sollte.

Es dauerte nicht lange, bevor jemand kam und Lucius zur Mutter des jungen Königs rief. Sheherazade erwiderte Javelins Verbeugung mit einer leichten Verneigung nach Sitte ihres Volkes. Er entschuldigte sich bei ihr dafür, dass er ihr ihren Begleiter nun entführen müssen. Sie brachte nur ein zurückhaltendes Lächeln für den Hauptmann auf. "Wir wünschten uns wohl alle, es wäre anders gekommen.", erwiderte sie ihm. "Aber es ist nun nicht zu ändern..." In Wirklichkeit hatten Javelins Worte sie nicht grade beruhigt. Es stimmte also - und in dem, was kam, würde Lucius mitten drin stecken. Und auch Lucius' Worte waren nicht grade dazu geeignet, ihre Angst zu lindern. Das klang ja grade so, als würde er mit einem Kampf rechnen. Sie selbst war doch sicher zu unbedeutend, als dass sie wirklich in die Ereignisse verstrickt werden konnte? Außer natürlich, sie würde eben doch hinausgehen. Und Lucius selbst war keineswegs so gelassen, wie seine Stimme vorgab. Er schien sich auch Sorgen zu machen, wie das Ganze ausgehen würde. Und sein Vorschlag... "Ich soll mir also keine Gedanken machen, während du... wer weiß, was dem alten König alles einfallen mag!" Fast wütend klang ihre Stimme. "Ein wenig mit Suffix und seiner ... Begleiterin plaudern, als wäre nichts ... Lucius..." Ihre Stimme wurde wieder sanfter, aber nicht unbedingt ruhiger. "Verzeih mir, wenn ich mich wie ein törichtes Weib anhören mag. Ich werde tun, was du sagst und hier bleiben. Aber bitte sei vorsichtig und... "komm zu mir zurück - den letzten Teil sprach sie nicht laut aus. Sie sah ihm nach, wie er zur Insel hinüberging und stand dann etwas unschlüssig mitten auf der Tanzfläche herum. Sie zögerte noch, wirklich zu Suffix zu gehen. Der schien sich zu angeregt mit der hübschen Dame an seiner Seite zu unterhalten - und überhaupt wusste sie nicht, wie Syrena auf sie reagieren würde. Nun, vielleicht sollte sie es einfach wagen. Sie drehte sich um und machte ein paar Schritte auf den Barden und seine Freundin zu.

In dem Moment drang Geschrei an ihre Ohren. Die Sharisad fuhr herum. Im ersten Moment glaubte sie, ihre Augen spielten ihr einen Streich, aber schnell wurde ihr klar, dass das nicht Suffix war, der da eher laut als schön seine Verse zum Besten gab. Sheherazade war sprachlos. Dann glitt ihr Blick zu Suffix hinüber. Sie konnte nicht glauben, dass er es gut auffassen würde, was da getrieben wurde. Tatsächlich - e Tomate flog knapp an ihr vorbei. Sheherazade wich sicherheitshalber noch einen Schritt zurück. Das ganze war so aberwitzig irreal! Dort draußen mochte sich gleich wer weiß was abspielen - und hier drin bahnte sich ein Klamaukstück an, das so gar nicht zum Rahmen des Festes passen wollte. Aber Altarions Rückkehr passte ja auch nicht. Die Sharisad wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Plötzlich wünschte sie sich dringend, allein zu sein, doch kannte sie sich hier nicht aus - in der Drachenburg konnte man sich bestimmt ganz prächtig verlaufen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 08:20
Vollbeladen mit Köstlichkeiten auf den Tabletts suchten sie wieder ihren Platz auf. Hätte Suffix nicht nur Augen und Ohren für Syrena gehabt, hätte er gar nicht umhinkönnen, festzustellen, dass da etwas gar Seltsames vor sich zu gehen schien. Getuschel da, angeregte Debatten dort. Besorgte Mienen allenthalben, wohin man sah. Obwohl die Musik weiter beschwingte Melodien darbot, leerte sich die Tanzfläche eher, als sie sich füllte, was ganz und gar ungewöhnlich war. Bei solchen Anlässen war für gewöhnlich das Gegenteil der Fall. „Lass es Dir…He, was ist das denn, schau Dir das mal an“ die Musik machte Pause und ein – ja was eigentlich? – betrat die Bühne. Er hatte eine nicht bestreitbare Ähnlichkeit mit ihm selbst. Suffix wusste nicht was er sagen sollte. „Syrena ich versichere Dir, ehrlich, ich weiß nicht was da vor sich geht, aber ich…ich weiß nicht“ da sich der Imitator anschickte loszulegen wartete Suffix erst mal ab, nervös kaute er auf seinen Nägel. Der Mann war übel. Wenn man Suffix Hampeleien noch zu übertreffen versucht, wird’s lachhaft. Aber genau das wurde bezweckt. Das ganze war nur dazu da um Suffix auf die Schippe zu nehmen. Der Mann konnte weder spielen noch singen und er gab sich gar nicht die Mühe das zu verbergen, dafür hatten seine Verse beleibe mehr Biss. Zu viel des Bisses für Suffix. Man konnte die Zornesader an der Schläfe deutlich hervortreten sehen und aus dem Gesicht war kurzzeitig jede Freundlichkeit weggewischt. „Ich habe doch nie geraucht…“ stammelte er zwischendurch einmal, sichtlich entgeistert. Dabei hätten die Wortkaskaden auch von ihm selbst abstammen können, das erkannte er alsbald. Es ging nur darum ihn zu parodieren. Manche lachte ungeniert in seine Richtung, wenn sie ihn suchend gefunden hatten, andere waren eher pikiert und trauten sich eher nicht. Tja und die Wortwahl wurde derb und derber, am Ende wurde er als vollkommen nutzlos bezeichnet, den nicht einmal die eigene Mutter etwas zutraut. Auch die schlimmste Farce kommt einmal zu einem Ende und so geschah es auch jetzt. Wütend sprang Suffix auf, griff sich eine der mittelgroßen Tomaten vom Tablett und mit den Worten:

Von solchen Worten wird besudelt nicht
der Künstler von dem trotteligen Wicht
der sich glaubt zu Derbwörterei berufen
und kommt doch nicht auf die Vorderhufen.

Nimm dies Geschoss, dass es dich belehre
Dass man nicht beleidigt des Suffix’ hohe Ehre
Hau endlich ab sonst gibt’s noch mehr davon
Und anstelle von Tomat sind’s dann Melon


Die Tomate flog durch den Saal und auf die Bühne aber den Ersatzsuffix verfehlte sie, was das Original mächtig wurmte.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 13:44
Irgendwann war alles gesagt, was gesagt werden musste. Es gab ja auch an der Situation nicht viel zu diskutieren. Alles hing davon ab, wie Altarion reagieren würde. Varnayrah fragte sich kurz, ob es wirklich so klug gewesen war, keine Nachricht nach Cormyr zu schicken, aber dafür war es nun zu spät. Und es blieb eine Tatsache, dass Altarion sein Reich im Stich gelasen hatte und nicht Wenige in diesem Zusammenhang von Verrat sprachen - wie sie persönlich gelitten hatte, war da erstmal zweitrangig. Wenn es auch in der kommenden Begegnung sicher seine Rolle spielen würde...

Varnayrah holte einmal tief Luft, dann sagte sie mit fester Stimme: "Gut - zögern wir es nicht länger hinaus. Das bringt nichts. Vielleicht... kann das Fest dann immer noch in Ruhe stattfinden." Das klang ein wenig zu optimistisch in ihren Ohren, aber wer weiß. Ancalagon lächelte ihr aufmunternd zu, auch wenn seine Augen dabei immer noch kalt und hart waren, und reichte ihr die Hand. "Wir schaffen das!", wisperte er. "Sieh, Fey'iama, hier sind doch einige Leute, die hinter dir stehen..." Dem Schattentänzer machte Altarions Rückkehr zwar auch Sorgen - es wusste wohl keiner besser als er, dass dieser zu allem fähig war, wenn es um Varnayrah ging. Aber er hatte Varnayrahs Wort - und er spürte, dass es stimmte - dass sie, egal was kommen würde, bei ihm bliebe. Und das machte es ihm leichter, seinem einstigen Rivalen gegenüberzutreten. Wie er ihn verabscheute dafür, was er seiner Varnayrah angetan hatte! Doch sein Gesicht, seine Haltung strahlte nur ruhige Kälte aus, als er Hand in Hand mit seiner Liebsten hinausging.

Schließlich erschien Varnayrah mit denen, die sie begleiteten, im Portal zur Drachenburg. Dragoleutnant Wendolin trat respektvoll einen Schritt beiseite. Oben auf der Stufe blieb die Windsängerin stehen und sah Altarion und Sir Georg an. Ihre Miene verriet nichts, nur ihre Augen waren groß und dunkel, doch in ihr überschlugen sich die Gedanken und Empfindungen. Diesen Mann wiederzusehen, der ihr einst alles bedeutet hatte, konnte sie nicht unberührt lassen. Was sie aber empfand, war ihr nicht ganz klar, nur das Eine wusste sie genau: mit der innigen Liebe, die ihm einst gehört hatte, hatte es nichts mehr zu tun. Einmal zu oft war sie verraten worden. Eine Weile musterte sie ihn stumm. Als sie dann sprach, war ihre Stimme völlig emotionslos, nur ihre Hand drückte Ancalagons ein wenig fester. "Willkommen in der Drachenburg, Eure königliche Hoheit. Ihr verlangtet mich zu sprechen?"

Autor: Farraid Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 15:14
Im ersten Moment erschien auf Altarions Gesicht ein Lächeln als er Varnayrah durch das Portal kommen sah, welches jedoch gefror als sich Ancalagon neben sie stellte und ihre Hand umfasste. Natürlich hatte dieser Elf seine Chance genutzt kaum das er selber das Land verlassen hatte. Aber das seine Frau ihn so leicht ersetzt hatte schockierte ihn doch sichtlich. Kurz suchte seine Hand Halt bei Sir Georg, welchen dieser Anblick auch nicht ganz kalt ließ. Dann hatte sich Altarion wieder im Griff und sprach Varnayrah an.

"Ja, denn ich verlange eine Erklärung für die Vorgänge hier. Mit welchem Recht hast du hier einen Putsch gegen mich inszeniert und wie kannst du, kaum bin ich einige Mondläufe außer Landes, unser Ehegelöbnis in den Wind schlagen und dich dem nächsten zuwenden. Du weißt schon das Ehebruch nach den Gesetzen der Menschen strafbar ist? Was möchtest du in Zukunft zu unseren Kindern sagen. Warum ihre Eltern nicht zusammen leben wie die der anderen Kinder. Hast du daran auch gedacht als du beschlossen hast mit Ancalagon das Bett zu teilen? Ich verspreche dir eines. Ich werde meine Kinder nicht in einem Haushalt aufwachsen lassen in dem Ehe nichts zählt, in dem Treue nichts zählt. Also was hast du zu deiner Entschuldigung vorzubringen."
Nachdem sich Altarion etwas in Rage geredet hatte trat er wieder einen Schritt zurück und sah aufmerksam zu Varnayrah.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 15:33
Armande fing leise an zu lachen, als er Chiamaras sarkastische Bemerkung hörte.

Oh ja, die Welt ist herrlich verdorben und wir beide haben wohl mindesten zwei Beine des Thrones abgesägt. Und wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mit Freuden auch noch den Rest zerlegt.

Wie Recht seine Begleiterin doch hatte - eine Tragödie erster Güte und sie hatten die Gelegenheit es aus der ersten Reihe mitzuerleben. Hätte nicht Chiamaras Zusage ihn schon mit diesem Krönungsball versöhnt gehabt, so wäre der Marquis es spätestens jetzt gewesen. Welch ein Amüsement!
Doch dann wurde die hübsche blonde Frau in seinem Arm plötzlich nervös. Und einen Moment später wusste Armande auch warum: Björn Oleson war neben sie getreten und bat ihn leise zu einer Ratsversammlung. Der Marquis nickte und versicherte das er gleich nachkommen würde. Dann erklang leise Chiamaras Stimme an seinem Ohr. Sie war leicht zittrig, und er konnte nur wage erahnen was in ihr vorging. Sanft glitt seine Hand über ihren Rücken um sie zu beruhigen, während sein Blick dem Berater des Kindskönigs folgte. Sollte dieser Mann dafür sorgen, das es Chiamara schlecht ging, so würde er es noch bitter bereuen. Vielleicht wäre es ohnehin das beste, sich endlich des leidigen Rivalen zu entledigen. Für einen Augenblick stellte Armande sich vor wie es wäre ihn eigenhändig zu erwürgen und sein Blut zu trinken, während sein letzter Herzschlag erlosch. Ein purpurnes Leuchten flackerte kurz in seinen schwarzen Augen auf, dann sog er tief die Luft ein um sich völlig beherrscht wieder zu Chiamara umzudrehen.

Ich werde Dich beschützen, wenn Du mich lässt.

Er hob ihre Hand zu seinen Lippen um einen Kuss darauf zu hauchen.

Du willst mich also nicht begleiten?

Etwas an ihrem Kopfschütteln ließ ihn stutzen. Ihre Worte klangen nach Abschied. Doch es gab nichts was er jetzt dagegen unternehmen konnte. Er würde sie nicht festhalten wenn sie es vorzog zu gehen.

Lasst es mich wissen wenn ich etwas für Euch tun kann, Lady de Lorn.

Mit einem Lächeln strichen seine Finger kurz über ihre Wange, dann verneigte er sich tief vor ihr bevor er den anderen Ratsmitgliedern auf die Insel folgte.

~ ~ ~


Die Beratungen dauerten nicht lange, denn die Lage war eindeutig: es gab einen neuen gekrönten König, und dieser würde König bleiben. Sir Altarion hatte das Land schmählich im Stich gelassen und konnte, wie der Marquis insgeheim dachte, froh sein wenn man ihn noch freundlich empfing und ihm nicht gleich den Kopf abschlug. Als die Königinmutter sich auf den Weg zum Portal der Burg machte, begleitete der Marquis sie ebenso wie einige andere. Um nichts in der Welt hätte er sich dieses Schauspiel entgehen lassen. Und tatsächlich wurde seine Vermutung nicht enttäuscht. Kaum hatte Varnayrah ihn angesprochen, so gab Altarion auch schon Vorwürfe von sich und verlangte eine Entschuldigung. Doch anstelle der Königinmutter trat der Marquis einen Schritt vor, legte der Elfe kurz eine Hand auf die schmale Schulter und antwortete Altarion ruhig und mit einem leichten Schmunzeln:

Zum einen, Eure königliche Hoheit von Cormyr, solltet Ihr besser nicht von Ehebruch sprechen, denn immerhin ward Ihr es, der sich eine Gespielin in seinem Heimatland gesucht hat, welche sogar ein Kind von Euch in den Armen hält, wie mir zu Ohren kam. Zum zweiten hat Lady Varnayrah ihre Ehe mit Euch für nichtig erklären lassen, bevor sie sich jemand anderem zuwandte, was Euch der werte Paladin Elessar Eledhwen sicherlich bestätigen kann. Und zum dritten habt Ihr das Land verlassen, das Ihr zu beschützen und zu regieren geschworen hattet ohne ein Wort darüber zu verlieren ob ihr jemals wiederkehren würdet - über sechs Monde ist das jetzt her - was bitteschön habt Ihr zu Eurer Verteidigung zu sagen?
Autor: Aristéa Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 16:03
Nachdem sie ihr Wasser in Ruhe getrunken, sich ausführlich im Raum umgesehen und dabei die Adeligen beobachtet hatte schlenderte sie hinüber zum Essen.
Die Amazone schwankte zwischen dem Süßgebäck und den herzhaften Speisen, entschied sich dann aber für letzteres. Sie lud den Teller ordentlich voll und suchte sich wiederum einen Tisch von dem aus sie das ganze Geschehen im Blick haben konnte.
Zunächst konnte sie nichts Außergewöhnliches feststellen - zumindest, wenn man dieses Verhalten der Grafen und Barone und vor allem deren weibliche Pendants als 'normal' bezeichnen konnte - doch nach und nach leerte sich die Tanzfläche und eine merkliche Unruhe wanderte durch den Saal. Zwischendurch konnte sie auch Satzfetzen hören. Etwas von einem Altarion, anscheinend der ehemalige König. Er schien zurück gekehrt zu sein.
Doch bevor sie überlegen konnte, wie viel an auf solche Gerüchte geben konnte wurde ihr Aufmerksamkeit auf die Bühne gelenkt.

So liebe Leute!

Suffix  stand dort auf der Bühne und hatte offensichtlich einen Vortrag vorbereitet. Sie lauschte interessiert und musste um so mehr grinsen, je weiter der Auftritt fort schritt. Dennoch kam sie nicht umhin sich zu wundern. Das war absolut nicht Suffix Art. Sich so über sich selbst und seinen Berufsstand lustig zu machen.

Als der Vortrag geendet hatte wurde ihr auch klar warum. Zwar konnte man vereinzelt Applaus hören, doch aus einer Ecke flog eine Tomate und verfehlte den Barden nur knapp.

Aristéa blickte zu dem Verursacher und konnte niemand anderen als Suffix entdecken. Diesmal zweifelsohne Suffix. Zwar genauso bunt gekleidet, aber ohne Maske.
Da hatte sich wohl ein Neider einen Scherz mit dem Barden erlaubt.
Die Amazone lachte herzlich, doch das lachen verging ihr doch recht schnell, als sie bemerkte, dass weder der junge König, noch die Königsmutter oder einer der Stadthalter noch im Saal anwesend waren.
Irgendetwas ging doch tatsächlich vor. Konnte man den Gerüchten also doch glauben?
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 16:40
Varnayrah bemerkte wohl, wie sehr es Altarion schockierte, sie mit Ancalagon zu sehen. Im ersten Moment flackerte etwas wie Mitleid in ihrem Blick auf, doch dann flammte kalte Wut stattdessen in ihrem Herzen, als sie anhören musste, was Altarion ihr da an den Kopf warf. konnte es wirklich sein, dass er immer noch von ihr Treue verlangte? Ausgerechnet er? Sie hatte die Besitzansprüche eines Adeligen, eines Königssohnes, an seiner Frau wohl doch deutlich unterschätzt. Denn etwas Anderes konnte es ja wohl kaum sein, das ihn so wütend werden ließ - verletzte Besitzansprüche. Die Elfe hatte aufgehört zu glauben, dass Altarion sie liebte. Nicht, nachdem sie gesehen hatte, was in Cormyr vor sich gegangen war. Das ganze Theater der letzten Jahre - Ancalagons Entführung, seine Einschüchterungsversuche - alles nichts weiter als verletzter Stolz und Eifersucht. Und hier stand er und warf ihr Ehebruch vor.

Varnayrah wurde kalt vor Zorn, und neben ihr trat Ancalagon einen Schritt vor und legte gleichzeitig einen Arm um ihre Schultern, als wolle er sie vor Altarions Worten schützen. Der Schattentänzer bebte regelrecht vor unterdrückter Wut, und unwillkürlich wanderte seine Rechte zum Griff einer seiner Klingen. Wie konnte Altarion es wagen - schon wieder! Varnayrah mit Strafe zu drohen? Er wusste nicht genau, welche Strafe auf das stand, was Altarion Varnayrah vorwarf, aber beim letzten Mal hatte der ehemalige König gar die Todesstrafe angedeutet. Das würde er niemals zulassen! Er setzte grade zu einer Antwort an, und auch Varnayrah wollte das Wort ergreifen, als sie plötzlich die Hand des Marquis auf ihrer Schulter spürte, und dieser zu ihrer Verteidigung kam. Varnayrah nickte ihm kurz zu, so etwas wie ein Lächeln brachte sie nicht zustande.

"Im Grunde gibt es da nicht viel hinzuzufügen, Eure königliche Hoheit.", sagte die Windsängerin scheinbar immer noch völlig emotionslos, als de Lesthat geendet hatte. "Über das weitere Schicksal des Landes, welches Ihr zu verlassen für richtig befandet, habe nicht ich alleine entschieden, sondern lange Beratungen der wichtigsten Persönlichkeiten Dragonias führten zur jetzigen Situation. Es schien mir unverantwortlich, ein Land wie Dragonia im Ungewissen über seine Zukunft zu lassen. Was Eure anderen Anschuldigungen angeht, lasst mich den Worten des Marquis nur Folgendes hinzufügen: Mehr als einmal, Sir, habt Ihr Euer mir gegebenes Eheversprechen gebrochen. Vielleicht mögen Euch die Versprechen der Waldelfen nichts bedeuten. Doch die Entführung und Misshandlung von jenen, die Euer Misstrauen erweckt haben und eine Geliebte in Cormyr sind, soweit ich es verstehe, auch mit menschlichen Ehrbegriffen nicht vereinbar. Eure Drohung mit Strafe nach den Gesetzen der Menschen schreckt mich nicht - nicht dieses Mal.
Warum die Eltern meiner Kinder nicht zusammenleben - die Frage hättet Ihr Euch stellen sollen, ehe Ihr Eure Familie verlassen und mich im Glauben gelassen habt, Ihr würdet niemals zurückkehren. Ihr selbst habt sie dazu verurteilt, in einer zerissenen Familie großzuwerden. Redet Ihr mir nicht von Treue!"
Zum ersten Mal blitzte deutlich eine Emotion in Varnayrahs Stimme und Augen auf - Wut und Zorn, Enttäuschung, Bitterkeit.

Als sie weitersprach, war ihre Stimme leise geworden, und sie blickte Altarion gradewegs in die Augen. "Als ihr mir das erste Mal die Treue gebrochen habt, hat es mich fast das Leben gekosten, mehr noch, meine Seele. Ihr wisst, wovon ich spreche - vor einigen Jahren, als Krieg in Cormyr ausbrach, nach den Geschehnissen in Isua, und Ihr mich dem Zerza'amurru'ama überlassen habt, dem Nachtdämonen Côrs. Und auch diesmal - nachdem Ihr mich verlassen habt - war ich dem Tode näher als dem Leben. Und Ihr wagt es -  Ihr wagt es! mich zu verdammen, weil ich schließlich dem Mann, der mir stets die Treue gehalten hat, angehöre? Nein, königliche Hoheit, Ihr habt vor Elfen und Menschen jedes Recht verloren, so mit mir zu sprechen. Ich wüsste nicht, dass ich euch noch irgendetwas sonst zu sagen hätte."

Ancalagon spürte, dass Varnayrah regelrecht zu zittern begonnen hatte - vor Anspannung und unterdrückten Gefühlen. Beruhhigend strich er ihr über den Rücken, doch dann trat er noch einen Schritt vor und beobachtete Altarion aufmerksam. Er wollte sich keinesfalls von irgendeiner Reaktion seitens des alten Königs überraschen lassen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 17:39
Silvana hatte sich bereit erklärt, Varnayrah den Rücken zu stärken. Sie hatte die Elfe schätzen gelernt, bei ihrem gemeinsamen Ausflug in die Wälder rund um Sha'Nurdra. Mit Altarion hingegen, Waffenbruder hin oder her, hatte die Wallonin nie viel zu tun gehabt. Der ehemalige König Dragonias hatte sich stets für etwas Besseres gehalten und sich nicht mit dem einfachen Volk abgegeben.

So stand sie nun schräg hinter der Waldelfe, hinter dem Marquis, der eine passende Antwort auf die Anschuldigungen Altarions fand. Hoffentlich wurde die Angelegenheit rasch geregelt, denn eigentlich hatte Silvana vor gehabt, mit dem Marquis ein paar Worte zu wechseln anstatt sich hier mit dem alten König herumzustreiten.

Um die Worte des Statthalters von Nuru zu unterstreichen, trat sie aus dem Hintergrund an die Seite des Marquis - den Blick starr auf Altarion gerichtet -, nickte erst und reckte dann das Kinn. Trotz des eleganten Kleids an ihrem Leib strahlte ihre Haltung Kampfbereitschaft aus: Breitbeinig und die Arme vor der Brust verschränkt harrte sie der Reaktion der Schwarzen Ritters.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 17:55
Hatte sich bis jetzt eher Schock und Unglaube auf Altarions Gesicht gezeigt, so wich sie nun kaltem Zorn. Kurz streifte sein Blick den des Marquis um dann den Blick Varnayrahs zu erwidern. Die Stimme des Kronprinzen bebte vor Zorn.

"Was wagt ihr beiden mir Untreue zu unterstellen. Bis zum heutigen Tage galt meine Liebe einzig und alleine Varnayra, meinen Kindern und den Reichen die zu schützen ich geschworen. Und die Behauptung ich habe eine Geliebte in Cormyr, ja gar einen Sohn ist nichts als eine infame Lüge. Ich bin bereit unter Eid zu schwören, mich einem Gottesurteil zu unterwerfen oder unter Magie befragen zu lassen um meine Ehre wiederherzustellen." und an dieser Stelle blickte Altarion Varnayrah fest in die Augen "Wollt ihr solch einen Schwur ebenfalls geben Varnayrah? Würdet ihr auch euer Leben davon abhängig machen ob ihr mich bis zur Lösung unseres Treuegelöbnisses nicht betrogen habt? Denn ich würde euch gerne glauben, schon um unserer Kinder willen, doch weiß ich das Ancalagon schon früher um euch gebuhlt hat und daher hätte ich gerne diese Bestätigung. Es wäre für mich erträglicher das Ende unserer Beziehung so zu ertragen. Und was den Anspruch auf den Thron angeht. Ich schwor bei meiner Krönung bis zum Ende meines Lebens dem Reich zu dienen und es zu schützen. Der Versuch meine Regentschaft mit Gewalt wiederzuerlangen wäre bei den Göttern gewiss nicht dem Reiche dienlich. Daher werde ich die Regentschaft meines Sohnes anerkennen."
Mit einem Blick auf Ancalagon und Silvana fügte er hinzu.
"Und ihr braucht euch um Varnayrah keine Sorge zu machen. Ich bin nicht hier um ihr Blut zu vergießen. Schließlich ist sie die Mutter meiner Kinder. Und somit die Mutter meines Erstgeborenen, dem nächsten Kronprinzen und späteren König von Cormyr."
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 18:30
Elessar lauschte still den Worten Altarions und der anderen, doch als der ehemalige König auf die Waldelfe zutrat und sie aufforderte, die Wahrheit ihrer Worte unter Eid oder Magie bestätigen zu lassen, konnte auch er vor kaum noch verhohlener Wut an sich halten. Die Augen des Paladins wurden kalt und hatten einen Farbton wie unter klirrender Kälte noch härter gefrorenem Stahl, als er ebenfalls einen Schritt vortrat und das Wort ergriff:

"Altarion, Ihr vergesst Euch! Wie könnt Ihr es auch nur wagen, Varnayrah zu einer solchen Tat aufzufordern? An der Wahrheit Ihrer Worte besteht nicht der geringste Zweifel, wobei ich mir bei Euren Worten in der Tat nicht so sicher bin! Von meiner Seite aus besteht auch keinerlei Bedarf, Eure Worte durch irgendwelche Unterfangen bestätigen oder verwerfen zu lassen, denn meine Anwesenheit sollte Euch zeigen, dass zumindest einer der Götter sein Urteil bereits gefällt hat! Warum behaltet Ihr nicht wenigstens so viel Ehre, dass Ihr einfach den Tatsachen ins Auge seht und unverzüglich nach Cormyr zurückkehrt?"

Die Haltung des Paladins ließ keinen Zweifel offen, dass auch er einen Konflikt nicht scheuen würde, auch wenn er ihn, wie jeder, der ihn kannte, wusste, nicht gut heißen würde.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 18:40
Varnayrah sah Altarion verständnislos an, doch diesmal war es Elessar, der ihr zuvor kam und dem ehemaligen König antwortete. Es tat gut zu wissen, dass ihre Freunde ihr in diesem Moment den Rücken stärkten. Schließlich erhob sie aber auch noch einmal das Wort.

"Mein Leben hängt schon lange nicht mehr von dem Eurigen ab." Varnayrahs Stimme klang nun ein wenig müde. Sie fror - und wollte das hier hinter sich bringen. Altarion leugnete, eine Andere geliebt zu haben. Varnayrah hätte das gerne geglaubt, auch wenn es nichts mehr geändert hätte. Aber sie hatte gesehen, was sie gesehen hatte. Und im Übrigen verstand sie nicht, was er von ihr wollte. "Das war in jener Nacht vorbei, als der Nachtdämon mich besiegte. Als unsere Verbindung zerbrach. Ich soll Euch betrogen haben? Glaubt mir, nachdem Ihr fort wart, habe ich unter der Trennung gelitten. Ja, ich war verzweifelt, an einen Mann gebunden zu sein, dem ich nicht mehr nahe sein konnte, aber ich habe mein Versprechen gehalten - bis ich erfuhr, dass Ihr das Eure gebrochen hattet - schon wieder - mit einer anderen Frau, und die ganze Zeit, als Ihr den Eifersüchtigen wegen Ancalagon spieltet, nur unter verletztem Stolz gelitten habt. Erst als ich wusste, dass Euch Treue und Liebe doch nicht soviel bedeutenkönnen, wie Ihr stets vorgegeben habt - M'shazar, ich habe es mit eigenen Augen gesehen! - habe ich um Auflösung unserer Ehe auch vor den Menschen gebeten und es gewagt, bei Ancalagon Zuflucht zu suchen. Der, wie grade Ihr genau wisst, sich stets genauso an mein Versprechen an Euch gebunden fühlte und niemals auch nur den kleinsten Versuch machte, mich dazu zu bewegen, es zu brechen. Und wagt es nicht, ihm zu unterstellen, er habe ..."

Ancalagon unterbrach sie. Seine Stimme war flach und eiskalt. "Ich war auf Reisen, wie Ihr wisst, als Ihr fortginget. Und ich kam zurück, nur um meine Schutzbefohlene allein, betrogen und verlassen vorzufinden - wo mein einziger Trost all die Jahre darin bestand annehmen zu dürfen, dass Ihr sie wirklich liebtet und ihr Bestes wolltet. Erst da habe ich sie gebeten, sich selbst nicht länger zu quälen. Und dafür wollt Ihr einen Eid oder die Bestätigung der Götter?" Auch der Schattentänzer verstand nicht, was ein Gottesurteil sein sollte.

Varnayrah fügte leise hinzu: "Überlegt Euch gut, was Ihr da von mir verlangt. Einen Eid? Von der Botin Vardas? Wie das Urteil meiner ... Göttin, wenn man so will... ausfallen wird, dessen bin ich mir gewiss. Oder was versteht Ihr unter einem Gottesurteil?"

Dass Altarion Taliesin als König anerkannte, überraschte sie ein wenig. Dass er der Meinung war, ihr Sohn solle König von Cormyr werden, schockte sie hingegen. "Was Taliesin angeht - es gereicht Euch zur Ehre, den Staus Quo in Dragonia anzuerkennen - doch bürdet ihm nicht auch noch die Krone von Cormyr auf. Ihr habt dort bereits einen Sohn und Erben. Nein - ich habe Eure Worte gehört. Doch kann ich Euch nicht glauben - nicht nach dem, was ich gesehen habe. Und ein König sollte immer nur ein Reich auf einmal regieren."

Varayrah wollte nur noch fort hier. Es war unglaublich - konnte Altarion sie nicht in Ruhe lassen, hatte er ihr nicht genug angetan? Wenn er auf seinen Forderungen weiter bestünde.... sie spürte die Macht der Windsängerin sich regen.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Mittwoch 16 September 2009, 22:29
"Wenn es keinen Zweifel an Varnayrahs Worten gibt, aber anscheinend so viel an den meinigen, so muss ich das akzeptieren. Doch ich werde mich auf jeden Fall einer Prüfung durch meine Götter stellen. Und Elessar, ihr maßt euch etwas zu viel an euere Anwesenheit als ein Gottesurteil zu verkünden."
An Varnayrah gewand fuhr er fort
"Ein Gottesurteil bedeutet, dass man für seine Aussage, seinen Eid die Götter selber zum Zeugen ruft. Sollte man die Wahrheit sprechen, so wird nichts geschehen, doch sollte man die Unwahrheit sagen, werden die Götter dies zeigen. Wie sie es zeigen mag von Gott zu Gott variieren. Ich für meinen Teil nehme an, dass der Gott der Krieger unseres Volkes solch ein unwürdiges Verhalten mit dem Tode bestrafen würde. Und ich bin gerne bereit dies auf mich zu nehmen um dich davon zu überzeugen, dass ich die Wahrheit spreche was meine Treue angeht. Aber was mich interessieren würde. Du sagtest du hättest es gesehen. Wo und wie war das möglich. War es ein Zauber? Wenn ja würde ich mich brennend für den Magier interessieren die ihn gesprochen hat."
Nach einer kurzen Pause fügte er noch hinzu
"Doch ich denke wir haben beide für den ersten Moment genug gehört. Ich werde mich nun in meine Heimstatt zurückziehen. Ich bitte dich mich morgen zu besuchen damit wir, wenn sich unser beider Gemüter etwas abgekühlt haben, noch einmal in Ruhe unterhalten können. Nur du und ich. Und ich hoffe dir reicht mein Ehrenwort noch um zu wissen das du das Haus verlassen kannst wann immer du möchtest, und das dir dort keinerlei Leid widerfahren wird. Ich habe kein Lust hier weiter in aller Öffentlichkeit eine Schlammschlacht auszutragen."
Mit diesen Worten bestieg Altarion sein Pferd und gab seiner Eskorte zu verstehen es ihm gleich zu tun. Doch bevor er sein Pferd wendete wartete er noch einmal auf Varnayrahs Antwort.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 08:29
Statt Varnayrah antwortete zunächst Ancalagon. Sein Blick war nicht weniger kalt als der Elessars, auch wenn seine Stimme weiterhin flach und emotionslos blieb. "Selbst wenn Varnayrah bereit ist, Eurem Ehrenwort Glauben zu schenken - ich vertraue Euch nicht. Ihr habt mir einmal zu oft bewiesen, dass Euer Wort nichts wert ist. Verzeih mir, Fey'iama..." Er zog  Varnayrah näher zu sich heran, und erst als er sie anblickte, würden seine grünen Augen weich. "... aber das eine Mal erlaube ich es mir, als der zu handeln, der ich vor dem Gesetz der Schattentänzer bin: Dein Beschützer. Ich werde nicht zulassen, dass du allein zu ihm gehst."

Dann sah er wieder zu Altarion hin. Und noch immer ruhte seine Rechte offen auf dem Griff seines schlanken Elfensäbels. "Ob die Windsängerin bereit ist, Euch zu treffen und wo, ist ihre Entscheidung. Doch ich sage es noch einmal: sie wird nicht alleine gehen. Noch einmal begehe ich den Fehler nicht, mich darauf zu verlassen, dass ihr schon nichts geschehen kann, solange Ihr bei ihr seid." Ancalagon musterte den Kronprinzen von Cormyr eindringlich. Dann wandte er sich halb ab, Varnayrah mit sich ziehend, und setze noch hinzu: "Geht nun - in Frieden - und lasst Varnayrah endlich auch Frieden finden, wenn Euch auch nur noch eine Winzigkeit an ihr liegt." Es klang indes nicht so, als glaube der Schattentänzer daran.
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 09:03
Elessar bestätigte Ancalagons Worte mit einem Nicken, wenn Varnayrah es wünschte, würde auch er sie zu der Unterredung mit Altarion begleiten.

Als der ehemalige König sich schließlich umwandte, um die Burg zu verlassen, richtete der Paladin noch einmal das Wort an ihn:

"Eins noch, Altarion, auch wenn ich Euch einst Treue bis in den Tod geschworen habe, so gehörte dazu nicht, dass ich Euch beim Landesverrat unterstütze. Und ich meinerseits finde es recht vermessen und anmaßend von Euch, von Anmaßung zu sprechen, denn wie tief ich im Einklang mit meinem Gott stehe, vermag ich wohl besser zu beurteilen wie Ihr.

Und wenn ich mich recht erinnere, gilt bei Eurem Gott der Krieger der Tod als eine Belohnung und Auszeichnung für herausragende Tapferkeit. Von einer Strafe zu reden, wenn er sein Urteil mit Eurem Tod bekräftigen würde, grenzt also fast an Blasphemie. Betet, dass er Euch deswegen nicht eines Tages zur Rechenschaft zieht. Also zieht Eures Weges und vergeudet nicht meine Zeit oder die Zeit der Anwesenden mit sinnlosem Gerede, das nur Eurer Hilflosigkeit im Angesicht der Tatsachen entspringt."
Autor: Farraid Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 11:43
"Ihr denkt ihr kennt meine Gottheiten besser als ich? Ihr denkt ihr kennt unsere Traditionen besser als ich? Ja der Tod kann eine Belohnung sein. Ein ehrbarer Tod auf dem Schlachtfeld. Ein Tod in Erfüllung einer Pflicht oder Queste. Doch ein ehrloser Tod ist die größte Schande die einem Krieger widerfahren kann. Also schweigt besser wenn ich nicht wisst wovon ihr redet."
entgegnete Altarion auf Elessars Einwand und Ancalagon erwiderte er
"Es ist Varnayrahs Entscheidung und nur ihre werde ich respektieren."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 13:28
Drax war mit Silvana auf die Insel verschwunden und nach und nach kamen auch die restlichen Ratsmitgliedern. Die ganze Situation konnte ziemlich viel Staub aufwirbeln, sollte es Altarion auf einen Streit ankommen lassen.

Schließlich kam der König - oder besser der ehemalige König. Wie immer wurde er von einer Horde Leibwächter umschwirrt und der Zwerg fragte sich, ob das nicht irgendwann lästig wurde, selbst beim Pissen immer mindestens 4 Leute dabei zu haben. Ihm hatte man das zu Beginn als Statthalter auch ein- oder zweimal angetragen, eine Eskorte zu nehmen, er aber hatte das stets abgelehnt.

Drax war gespannt wie eine Bogensehne. Wie es aussah, wusste Altarion nichts von dem, was seit seinem Weggang hier passiert war. Das konnte ja heiter werden. Und es wurde heiter. Gottesurteile, Untreuevorwürfe. Wer repräsentierte welchen Gott, wie sah ein Gottesurteil aus. Nach dem Geschmack des Zwergen bildeten sich alle an diesem Wortgefecht Beteiligten wohl etwas zu viel auf ihre Verbindung zu ihren Göttern ein. Er selbst hatte seine Götter schon so oft angerufen und dabei den Eindruck gewonnen, dass diese sich nicht in jeden kleinen Dreck auf Erden einmischten.

Alles in allem war das Ganze bisher unschön und auch peinlich. Bemerkenswert war, dass die meisten für Varnayrah Partei ergriffen und sich kein einziger Fürsprecher für Altarion fand. Er selbst und einige andere hörten eher zu, als sich aktiv einzumischen.

Für den Zwergen reagierte Altarion durchaus nachvollziehbar. Gekränkter Stolz, verlorene Liebe - da konnte ein Mann schon durchdrehen. Als erfahrener Kämpfer war es dem Zwergen durchaus aufgefallen, dass so manch eine Hand schon zur Waffe greifen wollte. Letztlich aber blieb alles ruhig und auch der Axtmeister gab zu keiner Sekunde seine ruhige Haltung auf.

Schließlich aber war sein Waffenbruder doch ein Mensch mit Verstand. Offensichtlich sah er, wie aufgeheizt die Situation war und tat zwei Dinge: Zum einen erkannte er seinen Sohn als König an. Das war ein Riesenschritt zur Stabilisierung des Reiches und so manch einer schien darüber überrascht zu sein. Die zweite richtige Entscheidung war es, das peinliche Geschehen hier zu beenden. Die politische Seite war abgehakt, der Thron rechtmäßig besetzt. Alles andere ging nur Varnayrah und Altarion was an. Vielleicht noch Ancalagon. Aber mit Sicherheit nicht den Zwergen oder jemand anderen hier.

Alles in allem nötigte ihm Altarions Anerkennung des neuen Königs und der Wille, es nicht weiter in der Öffentlichkeit auszutragen seinen Respekt ab. Vielleicht hatte er ja doch diesmal Unrecht mit seinen bösen Vorahnungen, die er in dieser Sache gehabt hatte.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 14:03
"Jetzt reicht es!" Varnayrah machte sich entschlossen von Ancalagon los, lächelte ihn dabei aber entschuldigend an. "In einem gebe ich Euch recht, Eure königliche Hoheit - wir sollten aufhören, hier in der Öffentlichkeit zu diskutieren, wer welche Götter am besten kennt und wer nun am meisten Schuld an der ganzen Situation trägt. Noch einmal, ich danke Euch, dass ihr die Krönung Taliesins als rechtmäßig anerkennt. Trotzdem wünschte ich, Ihr würdet davon absehen, meine Freunde zu beleidigen. Nun..."

Sie sah Altarion prüfend an. Hinter ihren rubinroten Augen schien ein Schleier zu fallen, der es unmöglich machte, zu sagen, was sie dachte oder fühlte. In Wahrheit rasten ihre Gedanken. Früher hätte sie Altarions Ehrenwort ohne zu zögern vertraut. Es fiel ihr immer noch schwer zu glauben, dass er sich so verändert haben könnte oder dass er sich die ganzen Jahre derartig verstellt hatte. Nur hatte sie andererseits auch schon deutlich erlebt, wozu er fähig war, wenn es um seine Gefühle ging. Konnte sie sich wirklich sicher sein, dass er nichts unternehmen würde, um sie zurückzugewinnen?

"Ich halte nicht viel davon, etwas vor Euren Göttern zu beschwören. Wie Ihr wissen solltet, habe ich ein etwas anderes Verständnis von der Verehrung dieser sogenannten Götter als Ihr. Ich gebe Euch mein Wort, dass es sich so zugetragen hat, wie ich gesagt habe. Ihr mögt mir glauben oder nicht - es ändert nichts... und selbst, wenn Euer eigenes Urteil Euch rechtgeben sollte, würde es nichts mehr ändern. Aber ich wüsste nicht, wie ich selbst diesem Urteil Vertrauen schenken sollte. Ich habe zuviel gesehen... nein, kein Magier. Der Marquis hat es mir gezeigt."

Es würde tatsächlich nichts ändern. Egal, was noch geschähe - sie war zu tief verwundet worden, um Altarion jemals wieder wirklich vertrauen zu können. Inwieweit er litt, hätte sie wirklich nicht zu sagen gewusst. Sie konnte einfach nicht vergessen, was alles geschehen war. Was de Lestaht ihr gezeigt hatte, war lediglich das Tröpfchen gewesen, dass das Fass zum Überlaufen gebracht hatte.

"Nun, wenn Ihr es wünscht, werde ich mich morgen mit Euch treffen. Doch wäre mir lieber, dies geschähe an einem neutralen Ort. Ich schlage den Strand an der Mündung des Aarenflusses vor. Was AncalagonsWorte angeht..." Sie lächelte schmerzlich. "Ich werde ihm kaum verbieten, mich zu begleiten. Ich würde es ihm nicht verbieten können, selbst wenn ich wollte. Doch Ihr habt mein Wort - wenn Euch das noch etwas gilt - dass sonst niemand dabei sein wird." Sie wandte sich kurz an Elessar. "Trotzdem danke ich dir von Herzen für Dein Angebot, bester aller Freunde... aber ich glaube, es ist besser so."

Dann sah sie Altarion noch einmal fest an. "Ich denke, damit ist für heute alles gesagt. Nun... wenn Euch daran liegt... Ihr seid als Vertreter Cormyrs natürlich eingeladen, noch zu bleiben und dem Ball beizuwohnen."
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 15:57
Noch länger würde Chiamara unter diesem Schmerz leiden, aber noch war sie sich dessen nicht bewusst.
Sie litt innerlich und hatte dafür selber die Schuld. Niemandem konnte sie es in die Schuhe schieben. Auch wenn sie es vielleicht versuchte damit, dass Björn mehr Zeit für den Jungen hatte als für sie. Sie hatte ihn schon vorher betrogen.
Und Armande, dem sie nie etwas ganz geben konnte. Immer vertröstet.
Es machte es nicht besser.
Sie stand noch immer dort, wo Lesthat ihr noch elegant einen Handkuss gegeben hatte und dann zum Rat gegangen war. Langsam verschmierte sich etwas der Kohlestift um die Augen, der sich mit den Tränen vermischt hatte.
Nur halbherzig vernahm sie Suffix, der wieder eins seiner Liedchen vorspielte. Obwohl die Stimme nicht nach Suffix klang. Aber der Inhalt war so typisch.
Nein, er würde sich nie über sich lustig machen.

Es reichte. Sie musste raus. Ihr war übel.
Schnellen Schrittes verließ sie den Ballsaal und stürmte Richtung Ausgang.
Fast wäre sie zu weit vorgeprescht, denn dort standen alle Ratsmitglieder und Varnayrah mit ihrer Leibwache und auch Björn. Und ja, dort war der Ex-König.  Doch hatte sie keine Ruhe seine Reaktion auf seine Entthronung und dem neuen Partner an der Seite der Königsmutter zu beobachten.
Schnell versteckte sie sich in dunklen Nischen, drückte sich im weiten Bogen vorbei an all den Herrschaften und Damen.
Die Ostländerin nahm dann nicht das Haupttor, sondern einfach einen anderen Weg um dem ganzen entfliehen zu können.
Da auch auf den Straßen gefeiert wurde, nahm man nicht sonderlich Notiz von ihr.
Eine Frau, mit Schuhen in den Händen, die gepflasterte Straße herab rennend.


[OT:Da es nicht mehr hierher zum Ball gehört, habe ich den zweiten Teil in der Kaserne gepostet]
Autor: Thorongil Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 17:27
Die laute Stimme des Mannes hallte durch den Festsaal, zerriss seine Gedanken und machte jede Konversation unmöglich.
In den nächsten Minuten bot sich die Gelegenheit spontane Reaktionen verschiedener Temperamentsfärbungen auf Unvorhergesehenes zu erleben. Dem begegnete der einstige fahrende Scholar mit stereoskopischer Wahrnehmung. Über die Beobachtung, der er sich ebenso leidenschaftlich hingab wie seinem Tun, konnte er beinahe vergessen, was ihn das eine oder andere anging..

Mit Javelin tauschte der Gardist über ein paar Schritt Distanz einen verdrossenen Blick. Der harte Ausdruck in den Augen des Hauptmanns vermittelte dem Gondorrim mehr noch als seine nüchternen Worte eine Ahnung davon, was sich draußen zwischen dem ehemaligen König und seinem ehemaligen Agenten abgespielt haben mochte.
Der Statthalter von Nuru verabschiedete sich von seiner koketten Balldame ähnlich galant, wie Lucius von Sheherazade. Hoffte der mysteriöse Mann, von dem kaum jemand mehr als seinen Namen wusste, ebenfalls auf eine nur kurze Unterbrechung des Tanzvergnügens?
Es gab noch einen aufmerksamen Beobachter der Vorgänge auf der Insel: Thorongil erkannte in der beeindruckenden Gestalt, die leicht an einer der filigran wirkenden mächtigen Säulen lehnte Baron Sturmfels. Einen der wenigen dragonischen Adligen, die der Aramoner bislang überhaupt näher kennen gelernt hatte. Der unfreiwillig zum Lykantrophen gewordene Edelmann war dem Soldaten durchweg sympathisch. Sein bei den grausigen Ereignissen in Drachenauge zutage getretener eiserner Wille machte den Baron zu einem faszinierenden Charakter.

Ein törichtes Weib?! Unwillkürlich lief ein feines Lächeln über Lucius’ männliche Züge. Nein. Sheherazade war das genaue Gegenteil. Intuitiv hatte die Zaubertänzerin El’Ahis  erraten, was der Soldat am liebsten in ein geheimes Kästchen seines Geistes einschließen wollte.
"Ein wenig mit Suffix und seiner ... Begleiterin plaudern, als wäre nichts..“
Dazu hätte ihr Hares einiges zu sagen gehabt. Allein: es war der falsche Zeitpunkt gewesen. Fest und stark hatte er ihr in die Augen hinter der Fiedermaske gesehen. Sein Herzschlag beschleunigte sich dennoch.
Er liebte sie dafür, er hätte sie auf der Stelle küssen mögen dafür, dass sie es gesagt hatte.. ja: es tat ihm verflucht leid, die Sharizad auf ihrem ersten Ball, dem Tanzfest, zu dem er die Südländerin ausführte, allein zu lassen.
Und er würde vorsichtig sein. Für sie. Machte das, was er für sie empfand, ihn weich? Zu einem Feigling? So weit mochte er nicht gehen. Dass Sheherazade fürchtete, Jähzorn und kriegerische Instinkte könnten in einer Besonnenheit fordernden Lage mit ihm durchgehen und wie in der Oase der Beni Ash’Tamar beinahe ein Unglück herauf beschwören: auf den Gedanken verfiel Lucius nicht.
Zögernd, ein wenig wie die verlorene Unschuld, stand sie dort, auf halbem Weg zum Barden und seiner Begleiterin. Ein leiser Seufzer entrang sich Lucius. Sanft spürte er den feinen Verästelungen andersweltlicher Ströme nach, die ihr beider Blut seit jener Nacht in Nuru auf ewig verbanden.

Der Sänger hatte seinen Meister gefunden. Wenigstens was skandalöses Danebenbenehmen betraf. Thorongil hatte versucht, unter dem krakeelenden Vortrag des Suffix-Verschnitt Gesprächsfetzen aus Richtung Drachenthron aufzuschnappen. Die Elfen redeten zu leise. Dazu in ihrer Sprache, deren der Aramoner nicht mächtig war.
Als der Blick aus rubinroten Augen ihn einmal streifte, nickte der Druide seiner Gildenschwester verbindlich zu. Was in seiner geringen Macht stand um ihr zu helfen würde er mit Freuden tun. Selbst die Ratsmitglieder schienen um einen gedämpften Ton bemüht. Als ob die heutige Ballnacht kein Opfer politischer Querelen werden sollte.
"Gut - zögern wir es nicht länger hinaus. Das bringt nichts. Vielleicht... kann das Fest dann immer noch in Ruhe stattfinden."
Die Worte der Windsängerin bekräftigten den Eindruck. Nach wenigen Minuten war die Beratung vorbei.
Mit den anderen Leibwachen war der Soldat Ancalagon und Varnayrah in Richtung Vestibül gefolgt.

~<<@>>~

Ohne dass es eines Kommandos bedurfte, schloss die Leibwache einen lockeren Halbkreis hinter der Königinmutter. Thorongil lehnte seinen muskulösen Körper lässig gegen den Türpfosten. Seine lange Gestalt erlaubte ihm, die waffenstarrende Escorte des Königs von Cormyr genau zu beobachten. Altarion tat gut daran, sich hier nicht ohne seine Kriegsknechte blicken zu lassen. Sein Blick ruhte anklagend auf Varnayrah.
Was der ehemalige Regent Dragonias von sich gab, war eine Aneinanderreihung wüster hohler Drohungen, übler Beleidigungen und dreister Forderungen. Abrupte Wechsel zwischen Gossenjargon und der förmlichen Anrede offenbarten die ganze Verunsicherung des Entthronten.
Eine wortreiche Schlammschlacht allererster Garnitur entspann sich. Die gereizte Atmosphäre drohte jederzeit einer blutigen Auseinandersetzung die Tür aufzustoßen.
Selbst wenn der Aramoner ein Vertrauter der Windsängerin und des Schattentänzers war: das verlieh ihm kein Recht, sich in fremde Familienangelegenheiten zu mischen. Erst Einmischung war es, die zu Krieg und unendlichen Fehden führte. Das hatte er am eigenen Leib erfahren müssen.
Mit Altarion verband ihn viel zu wenig, um ihn zu hassen. Lucius verabscheute, was er Varnayrah, Ancalagon und seinen leiblichen Kindern angetan hatte, wie er das Ansehen des ritterlichen Standes und die Königswürde mit Füßen getreten hatte, wie er das mit diesem zutiefst beschämenden Auftritt vor aller Augen und Ohren wiederholte. Bis zu einem gewissen Grad verkörperte Altarion einen Antipode zu den Lebensmaximen des Adlerritters. Alles was er an einem Mann verachten konnte, fand er hier auf groteske Weise vereint.
Thorongil hätte seiner Sternenschwester von ganzem Herzen endlich ihr Glück gegönnt. Wie es nun aussah sollte sie noch lange keine Ruhe, keinen Seelenfrieden finden. Die persönliche Niederhölle der Windsängerin (der Druide wusste nicht, ob Elfen an die Existenz dieser dunklen Anderwelt glaubten: er vermutete es denn der Nachtdämon war eine ihrer Kreaturen) sperrte den Rachen auf und spie ihren privaten Teufel aus. Ein Ehebruch nach menschlichen Gesetzen interessierte den Aramoner kaum. Das Altarion sich deshalb so échauffierte, konnte allein gekränkter Eitelkeit und überspannten egomanen Besitzansprüchen entspringen, fand Lucius. Varnayrahs weibliche Gefühle wurden von ihrem einstigen Gatten negiert und in den Schmutz getreten. Die Königinmutter tat Lucius unendlich leid. Verwunderung regte sich. Was hatte eine bezaubernde Dame wie Varnayrah, der jeder Mann zu Füßen liegen musste, einst an Altarion begehrt? Da sie ihn aus Liebe geheiratet hatte.. ? Der Monarch aus den Ostlanden konnte kaum immer so gewesen sein wie er sich heut zeigte.
Mit keiner Regung enthüllte der Gondorrim, was ihn bewegte. Die feinen Linien seines schönen, etwas hochnäsigen, aristokratischen Gesichts waren wie in Stein gemeißelt. Nur seine Augen von der Farbe tiefblauer Bergseen spiegelten wider, was er beobachtete. Auch sie offenbarten aber weder seine Gedanken noch seine Gefühle.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 17:40
Altarion lies die Zügel seines Pferdes los und stieg noch einmal ab. Er reichte die Zügel an Sir Georg weiter mit den Worten.
"Richtet bitte schon einmal alles im Herrenhaus her. Ich werde wohl in ein paar Stunden nachkommen. Eines möchte ich jedoch vorher noch machen."

Anschließend wand er sich Varnayrah zu
"Ich danke dir für die Einladung, doch ich wäre heute kein guter Gast. Eine Bitte habe ich jedoch. Nach dieser langen Zeit sehnt es mich sehr danach meine beiden Kinder wieder in die Arme schließen zu können. Gewähre mir bitte ein paar Stunden mit ihnen bevor ich mich für heute zurückziehe."
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 18:02
Varnayrah sah Altarion lange an, ehe sie antwortete. Ihr Blick wurde weicher. Sie konnte es nicht verhindern - ein Teil von ihr sorgte sich immer noch um sein Wohlergehen und empfand Mitleid. Trotz allem, was gewesen war, trotz all der Enttäuschungen, trotz des Verrates - sie konnte nicht vergessen, was einmal gewesen war. Sie beschloss, ihm wenigstens darin zu vertrauen, dass er seine Kinder wirklich liebte.

Schließlich nickte sie leicht. "Das... ist nur recht und billig. Börn wird Euch zu ihnen bringen. Ich fürchte nur, es könnte geschehen, dass Lalaith Euch nicht wiedererkennt. Sie... war zu klein, als Ihr fortginget. Bitte habt Verständnis - auch wenn Taliesin nicht so reagiert, wie Ihr Euch das vielleicht wünscht. Sie sind Kinder. Nun.. wollt Ihr danach doch noch in den Thronsaal kommen, seid Ihr willkommen. Ansonsten werde ich Euch morgen zur Mittagsstunde an der Mündung des Aarenflusses erwarten. Altarion..."

Zum ersten Mal wurde auch ihre Stimme weich. "Glaub mir, es tut mir sehr leid, dass es soweit kommen musste. Aber nun wird es kein Zurück mehr geben. Dafür ist zuviel geschehen. Das solltest du wissen..." Dann wandte sie sich an die um, die sie begleitet haben. "Vielen Dank. Nun... ehe die Unsicherheit noch größer wird, sollten wir wieder hineingehen, oder?"
Sie fasste nach Ancalagons Hand, suchte Halt bei ihm, auch wenn man ihr das nicht ansah. Zusammen gingen sie zurück in den Thronsaal. Nur Björn blieb zurück. "Woll Ihr mir bitte folgen, königliche Hoheit?", wandte er sich höflich, aber distanziert an Altarion.
Autor: Farraid Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 18:27
Durch Varnayrahs Reaktion verrauchte ein Teil von Altarions Wut. Zumindest schien noch ein wenig von der Varnayrah übrig geblieben zu sein die er liebte, die ihn geliebt hatte. Doch jetzt gab es erst einmal wichtigeres. Nachdem die Festgemeinde wieder in die Burg gegangen war bat Björn ihn zu folgen.
"Warum so förmlich. Oder habt auch ihr beschlossen ob dieses Irrsinns die Jahre zu vergessen in denen ihr für mich gearbeitet habt? Aber ihr habt recht, lasst uns gehen. Ich kann es kaum erwarten meine Kinder wiederzusehen." Und in der Tat musste er sich mehrfach bremsen um Björn nicht hinter sich zurückzulassen. Schließlich war er hier nur noch ein Gast.

Nach einer Weile gelangten sie in den Bereich der königlichen Gemächer. Björn öffnete eine Tür und Altarion betrat die Kammer. Dort spielten Taliesin und Lalaith gerade gemeinsam. Altarion hatte sich nicht überlegt wie seine Kinder reagieren würden, das was folgte hatte er jedoch nicht erwartet. Während Lalaith sich schüchtern etwas entfernte entwickelte Taliesin einen Wutanfall erster Güte. Er rannte auf Altarion zu und begann ihn mit seinen kleinen Fäusten zu boxen. Altarion hatte nicht genug Erfahrung um zu wissen wie er in dieser Situation reagieren sollte. Und als er sich eine Meinung gefasst hatte und gerade handeln wollte änderte sich Taliesins Stimmung um 180° und er kuschelte sich eng an seinen Vater. Altarion nahm seinen Sohn auf den Arm und drückte ihn vorsichtig an sich. Wie gut es tat seinen Sohn endlich wieder in seine Arme schließen zu können. Er setzte sich auf eine Bank und genoß die ersten Kuscheleinheiten seit Langem. Lalaith beäugte ihn weiter skeptisch und ließ sich noch nicht davon überzeugen zu ihm zu kommen. Doch Altarion beschloss sie nicht zu drängen. Mit der Zeit würde sie sich schon wieder an ihren Vater gewöhnen. So kam es das er die Zeit vergaß und irgendwann lag er schlafend mit einem schlafenden Taliesin auf einer Liege.
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Donnerstag 17 September 2009, 22:49
Shaya also lautete der Name der jungen Frau und es klang ganz, als sei es ihr gebräuchlicher Name. Fjalladis fühlte sich noch immer wie in den Momenten ihrer Kindheit, in denen sie nur knapp dem Sturz von einem steilen Felshang entgangen war, doch nichts desto trotz gab sie sich Mühe, zu wirken, als habe nicht soeben jemand ihr Gehirn durch eine metaphorische Mangel gedreht. Eine Sängerin, soso... Ihr fiel nichts Passendes dazu ein, doch sie registrierte beinahe erleichtert, dass es sich bei der rothaarigen Dame tatsächlich um jemanden handeln musste, in dessen Andern zumindest zum Teil elfisches Blut floss. Waldelfisches, um genau zu sein, denn sie schien nur die Isdira-Bezeichnung zu verstehen – so meinte Fjalladis, es aus dem nur einmal aufblitzendem Verstehen in ihren Augen schließen zu können.
Die Priesterin nickte anerkennend, als Shaya von ihrem geplanten Auftritt sprach. Doch dabei entgingen ihr auch die getuschelte Gesprächsfetzen nicht, die nicht selten den Namen Altarions beinhalteten. Sie warf ebenfalls einen Blick zur Insel hinüber und bemerkte den nächsten Künstler dementsprechend erst, als dieser lauthals zu einer Begrüßung ansetzte. Nun, bisher war die musikalische Untermalung nicht allzu schlecht gewesen, doch was nun folgte...
Im ersten Augenblick meinte Fjalladis, die mittlerweile so vertraute Stimme Landolins wiederzuerkennen, doch sie wirkte seltsam verstellt und als die Gestalt zu singen begann, verblasste die Ähnlichkeit nach und nach, denn die singende Stimme ist nur selten gleich der sprechenden. Zudem hakte ihr Verstand den eher unschönen Anblick des ungeschickt mit einem seelenlosen Instrument herumgestikulierenden Künstlers als das ab, was er zu sein schien: Als einen talentloser Musiker unter vielen.

Es war nicht so, dass sie ihn schlecht gefunden hätte. Da sie selbst nicht singen konnte, hatte sie nichts gegen seine Stimme und seine Reime schienen ihr sogar recht gut zu sein. Allerdings glaubte sie, ihn nicht zu kennen, und da sie nicht wusste, wovon er in seinem Lied sprach – als Elfe war ihr der Brauch, diffamierende, beziehungsweise parodierende Werke über einen anderen zu verfassen und in einem solchen Rahmen aufzuführen, fremd – war er ihr relativ gleichgültig. Anstatt sich also weiter mit der suffix-ähnlichen Gestalt zu befassen, hielt sie mit gemischten Gefühlen nach dem weißgewandeten Herrn Ausschau, um sich nicht etwa noch überraschen zu lassen, wenn er plötzlich auftauchte. Dabei glitt ihr Blick auch über die anderen Gäste. Einige kannte sie, zumindest vom Sehen her. Einige Adlige beispielsweise, die gelegentlich in einem der vornehmeren Parks in der Nähe der Kathedrale zu promenieren pflegten. Viele trugen jedoch auch die ganze Zeit über eng anliegende Masken, die es sehr erschwerten, die Züge der Person zu erahnen. Unwillkürlich fragte sich Fjalladis, ob sich wohl der Heiler hinter einer der Masken verbergen mochte. Doch diese Möglichkeit erschien ihr absurd. Stand er der königlichen Familie nah genug, damit man ihn den weiten Weg hierher hatte kommen lassen? Gewiss, er stand Varnayrah sicher um einiges näher als sie, Fjalladis, es tat. Dennoch... dass er womöglich hier war, war doch eigentlich... nun ja... möglich...

Die Luft erschien ihr mit einem Mal noch heißer, die ausgelassene Menge noch erdrückender zu sein. „Bitte, entschuldigt mich, Meisterin Shaya. Ich denke, ich sollte versuchen, etwas Wasser aufzutreiben, um den Stoff zu reinigen“, meinte sie an die Bardin gewandt und hob entschuldigend den Ärmel, der von Kain unabsichtlich verunreinigt worden war. „Bitte, entschuldigt mich auch bei dem so zuvorkommenden Herrn mit der blauen Maske, wenn Ihr ihn seht. Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurem Auftritt. Eilt Euch nicht zu sehr, denn es wäre mir eine große Ehre, Euch lauschen zu dürfen.“ Sie meinte es ernst, denn schließlich handelte es sich um eine Sängerin, die schon allein mit ihrem Auftreten Geschmack und einen Sinn für Anstand bewies. Zu solchen Aktionen wie der Barde Suffix oder seine vermeintlichen Anhänger würde sie sich gewiss nicht hinreißen lassen...

Ziellos schritt Fjalladis durch die Menge, bahnte sich einen Weg hinaus und hielt erst an, als sie weitab des Geschehens einen kleinen Zierbrunnen fand, an dem sie notdürftig die restlichen Spuren von Kains Gebäck beseitigte. Da der feuchte Stoff an dieser Stelle nun etwas dunkler anmutete, beschloss sie, noch eine Weile zu warten. Ohnehin fühlte sie sich hier um einiges wohler. In dem großen Saal waren die Gedanken an ihn gekommen. Dort hatte er, kurz nachdem sie ihm zum ersten Mal begegnet war, sein Leben für sie riskiert. Oder zumindest einige gebrochene Knochen. Es war ihr damals nicht bewusst gewesen, doch mittlerweile stand sie tiefer in seiner Schuld, als ihr vielleicht recht war. Dennoch... Es gab Dinge, die man nie vergessen sollte...
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 18 September 2009, 11:01
Kurz hinter dem Portal der Drachenburg, außerhalb von Altarions Sichtweise, blieb Varnayrah für einen kurzen Moment stehen, schloss die Augen und atmete tief durch. Das Geschehen eben kam ihr so irreal vor. Jedesmal, wenn sie glaubte, ihr Leben würde nun in wenigstens halbwegs geordneten Bahnen verlaufen, geschah irgendwas, und schon war es mit dem Frieden wieder vorbei. Kaum hatte sie angefangen, mit Altarion wieder ein zufriedenes Leben führen zu können, verließ er sie und reiste nach Cormyr. Kaum, dass sie sich mit dieser Situation endgültig abgefunden hatte und bei Ancalagon Frieden gefunden hatte, tauchte er wieder auf und stellte alles in Frage. Und diesmal war alles schön an der Öffentlichkeit ausgetragen worden... "Und - was denkt ihr jetzt von mir?" fragte sie ihre Begleiter mit nur einem ganz leichten Zittern in der Stimme. Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr sie fort: "Bitte geht schon einmal in den Thronsaal vor und ...tanzt... sorgt dafür, dass der Ball weitergeht. Es soll nicht so aussehen, als wäre wirklich etwas geschehen. Ich komme gleich nach..."

Mit einem Blick bat sie Ancalagon, mit ihr zu kommen. Die beiden Elfen liefen um den Thronsaal herum, einen schmalen Streifen Garten gab es ja dort noch. Hinter einem rosenüberwucherten Vorsprung der Hauptburg, wo sie vor Beobachtern sicher sein konnten, hielten sie schließlich an. Varnayrah nahm die Maske vom Gesicht, ließ sie achtlos ins Gras fallen und schmiegte sich an Ancalagon, als befürchtete sie, er könne sich jeden Moment in Luft auflösen - oder etwas könne geschehen, was sie erneut auseinander reißen würde. Ancalagon schloss sie in die Arme und zog sie noch enger an sich. Dann neigte er den Kopf und presste seine Lippen mehr fordernd und drängend als sanft auf die ihren. Varanyrahs Mund öffnete sich dem Druck willig. Wie angespannt sie beide in den letzten Minuten gewesen waren, wurde ihr jetzt erst so richtig bewusst. Und dass Ancalagon trotz allem befürchtet hatte, sie wieder irgendwie zu verlieren. Varnayrah wusste, noch einmal hätte der Schattentänzer das nicht ertragen können. Und sie - nachdem dieses erste Treffen vorbei war, sie zitterte und versuchte auch nicht mehr, die Tränen zurückzuhalten. Eins jedoch war ihr noch einmal überdeutlich klar geworden: ein Leben ohne Ancalagon war ganz und gar unvorstellbar.

Eine Weile gaben sie sich ihrer leidenschaftlichen Umarmung hin. Irgendwann lösten sie sich voneinander. Varnayrah lehnte ihren Kopf an Ancalagons Brust, der ihr beruhigend über das lange Haar streichelte. "Es ist alles gut, Fey'iama, ich bin bei dir, und ich werde dich weder allein lassen, komme was da wolle, noch zulassen, dass er dich wieder in die Hände bekommt.", murmelte er leise. "Und morgen, das werden wir auch überstehen. Er wird dich nicht anrühren, das verspreche ich dir." Wider küsste er sie, diesmal aber sanft und zärtlich. Dann war es wohl Zeit, in den Ballsaal zurückzukehren.

Hand in Hand erschienen die beiden Elfen irgendwann wieder auf dem Tanzparkett, freundlich lächelnd, als wäre nichts geschehen. Und wie am Anfang konnte man sie zusammen tanzen sehen, als zählte sonst nichts auf der Welt als ihre Zweisamkeit.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 18 September 2009, 20:31
Suffix hatte tatsächlich eine Tomate nach dem vermeintlichen Sänger geworfen! Wäre dies zu irgendeiner anderen Zeit geschehen als grade jetzt, hätte Sheherazade zu einem solchen Benehmen bei einem königlichen Ball sicher etwas zu sagen gewusst - sie hätte auch etwas zu der dreisten Darbietung des Parodierenden etwas zu sagen gehabt. Aber eigentlich war sie mit dem Herzen draußen vor den Toren der Burg, bei Lucius und bei den beiden Elfen. Was mochte da wohl vor sich gehen? Es gäbe nur einen Weg, das rauszufinden, und das hieße, gegen den Wunsch ihres Hares zu handeln. Nun, nicht, dass sie nicht in der Lage gewesen wäre, selbst für sich zu entscheiden. Aber so in aller Öffentlichkeit... es würde ihm nur Kummer bereiten. Und er würde sich dann auch um ihre Sicherheit sorgen müssen. Ganz abgesehen davon, dass sie das Vertrauen der Königinmutter nicht genoss - sie nicht einmal persönlich kannte - und keineswegs als gaffendes tratschendes Weib erscheinen wollte, das als Zuschauerin einer Auseinandersetzung beiwohnte, die sie nicht das Geringste anging. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als abzuwarten.

Vielleicht sollte sie in der Zwischenzeit eben doch zu Suffix hinübergehen. Wenigstens kannte sie ihn gut, und sie mochte nicht wie sitzengelassen auf der Tanzfläche herumstehen. Also ging sie die paar Schritte zum Buffet, wo der Barde und seine Gefährtin standen, nahm sich ein Glas Wein und Begrüßte ihn und Syrena mit einem freundlichen, wenn auch ein wenig abwesend wirkenden Lächeln. "Es sélam 'alejkum... Suffix - wer war denn der unverschämte Kerl?", fragte sie, denn dass der Barde mit den Gedanken bei dem war, der ihn so frech imitiert hatte, war klar.  "Lass dir von ihm nicht den Abend verderben... sag mal..." Sie konnte nun doch nicht mit dem an sich halten, was sie derzeit am meisten beschäftigte. "Kennst du ihn gut - den ehemaligen König, meine ich? Die Gerüchte stimmen... er ist wirklich zurückgekehrt." Sheherazades Blick wanderte zum Tor hinüber, durch das Varnayrah, der Rat und die Leibgardisten soeben verschwunden waren, dann blickte sie Suffix besorgt an. "Was meinst Du, wird er tun, wenn er herausfindet, dass die Mutter des jungen Königs... sich einen anderen Gefährten gewählt hat? Hoffentlich kommt es nicht zum Kampf - da draußen." Ob Suffix das überhaupt interessierte? Oder ob ihm der freche Sängernachahmer im Moment wichtiger war?

Da bemerkte die Tänzerin aus den Augenwinkeln eine Bewegung im Rosentor. Dieser irgendwie golden wirkende Elf erschien, der eben hinter dem Thron gestanden hatte und so unnahbar aussah, danach auch der Kommandeur, die anderen Mitglieder des Rates - weder die Königinmutter noch ihr Hares jedoch. War tatsächlich etwas geschehen? Ihre Augen suchten die wohlvertraute lange Gestalt eines gewissen Aramoners. Sie würde nicht quer über die Tanzfläche zu ihm hinüberrennen - aber in seinen Zügen versuchte sie zu erkennen, ob es gut ausgegangen war, dieses Treffen zwischen dem ehemaligen König und seiner ehemaligen Frau, oder nicht.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Samstag 19 September 2009, 13:17
Shaya stand Fjalladis gegenüber und lächelte leicht verlegen. Sicher war sie als Sängerin noch sehr unbekannt da sie erst vor kurzem ihre Ausbildung überhaupt abgeschlossen hatte. So war Shaya doch ziemlich erleichtert das die andere Elfe nur mit einem so so reagierte und nicht auf ihre offensichtliche Jugend einging. Sie hatte es dem Magier, wie sie vermutete, nicht vergessen das in einem erstaunten Blick  eher un glauben schwang das sie in ihren jungen Jahren schon eine Sängerin war. Sie mochte nicht jedes mal daran erinnern das sie als Halbelfe, zumindest ihrer Meinung nach, nicht unter die Jugendregeln der Elfen fiel. Schließlich wurde sie ja auch nicht so alt wie eine richtige Elfe.

Manchmal ist es etwas lästig das ich noch so jung aussehe... aber ich wette in einigen Jahren werde ich dafür dankbar sein...schon seltsam wie das leben manchmal spielt.

Zwar hörte Shaya das getuschel über Altarion, jedoch beschloss sie dem keine weitere Beachtung zu schenken. Es reichte ja schon das sie deswegen ihren Auftritt ein wenig verschiebenb musste...so hörte ihr doch keiner zu ehe sich das nicht geklärt hatte. Um so erstaunter war sie als dieser vermeintliche Barde seinen Auftritt...hinlegte. Erst wurden Shayas augen groß, sie konnte kaum glauben das sich etwas das nicht mal sein Instrument beherrschte Barde nennen dürfte...und der Gesang erst...grauenhaft. Kurz  war Shaya versucht sich die Ohren zu zu halten, was vielleicht auch besser gewesen wäre weil sie so doch mitbekam was er so von Barden hielt. Schnaufend verengte sie ihre Augen kurz zu schmalen schlitzen. Auch wenn sie sicher war das sie nicht gemeint war da er dieses Spottlied auf einen ganz bestimmten Barden sang war sie nicht wirklich begeistert von der Darbietung. Auch wenn sie die menschliche Art schmäh Lieder über andere zu singen durchaus verstand, so gefiel es ihr doch trotzdem nicht. Sie kannte Suffix aber auch nicht und konnte so nicht wissen das er recht gut getroffen worden war.

Wie kann er es wagen das Bardentum so zu verunglimpfen?Von wegen als Barde muss man zwar nichts können... Naja...wobei, zu seiner Verteidigung nehme ich einfach mal an das er nur diesen einen Barden meint...und wenn stimmt was er da so grauenhaft vorträgt...muss ich mir um Konkurrenz keine Sorgen machen

Shaya hatte doch ein wenig mühe ihren Gelassenen Gesichtsausdruck wieder zu finden. So wirkte ihr gesicht doch noch etwas verzerrt als Fjalladis sie ansprach und ihr mitteilte das sie sich den Honig aus dem Gewande waschen wollte. Für einen Moment war Shaya versucht das auf den grauenhaften Gesang zu schieben...schließlich mussten ihr davon sicher auch die Ohren klingeln.  Besorgt bemerkte sie jedoch das es scheinbar die vielen Menschen waren die der anderen Elfe zusetzten. Sie als Halbelfe hatte da die Vorteile ihres menschlichen Vaters auf ihrer Seite, so das sie die enge zwar bedrückte sie jedoch ihren Fluchtinstinkt unter Kontrolle halten konnte. Lächelnd sah sie zu ihr und nickte

„Ich hoffe der Stoff ist durch dieses kleine Missgeschick nicht verdorben. Sollte der Herr wieder zu rück kehren so werde ich ihm eure Worte ausrichten.“

Stolz richtete sich Shaya ein Stück auf. Naja es mochte albern sein aber das die andere Elfe sie mit Meisterin angesprochen hatte stärkte Shayas Selbstbewusstsein, auch wenn sie glaubte diesen Titel nicht verdient zu haben...zumindest noch nicht. So sah sie der anderen Elfe kurz nach als diese fast fluchtartig den Saal verließ. Das der so  angesprochene Barde allerdings verärgert eine Tomate nach dem falschen Barden warf, fand Shayas tiefste Zustimmung. Sie bedauerte nur das die Tomate ihr Ziel verfehlt hatte. Auch fand sie seine dazu gesprochenen Reime vielleicht etwas dünn aber durchaus zutreffend.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Sonntag 20 September 2009, 21:22
Die Gesellschaft unten löste sich allmählich auf und als der Atem auf der Glasscheibe kondensierte, waren auch die letzten Adligen und Angehörigen der Königsfamilie in die Burg getreten. Stirnrunzelnd trat Kain von der Fensterscheibe zurück. Dann war an dem Schwatz also doch was dran gewesen: der alte König zurück. Einige Gäste schoben sich an ihm vorbei auf die Tanzfläche zurück und stießen ihn dabei an, dass beinahe das Wasser aus dem Weinglas geschwappt wäre. Erst der Balanceakt erinnerte ihn an die beiden Getränke in seinen Händen und jäh fuhr er herum, sich nach der rothaarigen Dame - wie hatte sie doch gleich geheißen? – und dem hellen Haar Fjalladis‘ um. Wie lange war er hier herumgestanden? Über seine eigene Neugier fluchend, setzte Kain den Weg in die Menge fort, wo er nach zwei Anläufen den flammenfarbenen Schopf der Sängerin erblickte.
Galant wie nur möglich reichte er ihr von der Seite her das Glas als wäre ein goldener Wein darin eingeschenkt und nicht nur bloß Wasser:

„Euer Getränk, Verehrteste ...“

Mittlerweile hatte der andere Barde sein Ständchen beendet, sodass Kain nicht einmal die Stimme erheben musste. Erst als er einen Blick auf Shayas Gesicht erhaschte, merkte er, wie verzerrt dieses aussah – fast als hätte sie in eine saure Zitrone gebissen. Und von Fjalladis war nichts zu sehen. Unwillkürlich ließ Kain die Hand mit dem zweiten Getränk ein wenig sinken.

„Was ist denn geschehen?“

Ohne es zu wollen, hatte sich Sorge in seine Stimme gestohlen und so musterte er die Sängerin eindringlich und stellte mit demselben Atemzug das zweite Glas auf dem nächsten nahestehenden Tisch ab. Noch ehe er wusste, was er tat, waren beide Hände waren an den Schultern Shayas, als er in alarmiertem Tonfall nachharkte:

„Habt Ihr denn … gestritten …?“

Seid Ihr in Ordnung? Wo ist Fjalladis hin?
Dutzende von Fragen drängten sich ihm in den Kopf und obwohl er sich keinen Reim darauf machen konnte, worüber die beiden Frauen gestritten haben mochten, lag ihm die Begegnung der Hochelfe mit der Adeptin des Ordens noch frisch in Erinnerung. Und auch das Gesicht der Sängerin sprach Bände. War sie vor wenigen Minuten erst noch quickvergnügt und lächelnd unterwegs, wies nun ihre ganze Haltung, selbst ein gewisser Zug an ihrem Mundwinkel daraufhin, dass sie etwas zutiefst aufgerührt hatte. Ohne zu Wissen warum, breitete sich in Kain, je länger er ihre Augen musterte, eine unleugbare Unruhe aus und auch der Anflug von Panik. Was mochte geschehen sein, als er weg war? Noch während er sich diese Frage stellte, wusste er bei sich, dass es seine Schuld war. Er hatte mit der Farce hinter der Maske den Bogen überspannt und ihre Geduld strapaziert, bis sie gegangen war – wieder einmal. Mit der Erkenntnis sanken seine Schultern um wenige Zoll, doch die Sorge blieb in seinen Augen, während er Shaya weiterhin in die Augen sah, als könne er ihr allein damit, die Antwort und damit Gewissheit abringen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 20 September 2009, 23:30
Syrena gefiel es wahnsinnig gut auf dem Ball. Ihre erste Aufregung hatte sich ein wenig gelegt, nichtsdestotrotz staunte sie immer wieder über die prächtigen Kleider der edlen Damen und die galante Verhaltensweise der Herren - auch wenn sie selbst nicht gewusst hätte, wie sie darauf reagieren sollte. Gemeinsam mit Suffix war sie an der langen Tischreihe entlang gegangen auf der die verschiedensten Speisen aufgebaut waren und hatte sich von Suffix, der vieles von Festen kannte, einige Leckereien erklären lassen, die ihr völlig fremd waren. Nicht ohne Scherzen und unterdrücktes Kichern, doch schließlich hatten sie an einem Tisch noch einen freien Platz gefunden, an dem sie ihre ergatterten Speisen verzehren wollten. Bis dahin war es für die junge Frau ein Traum gewesen der in Erfüllung ging - trotz ihres nicht standesgemäßen Kleides und den abfälligen Blicken einiger adeliger Gäste. Doch das sollte sich mit dem Auftritt des falschen Barden abrupt ändern. Zuerst hatte Syrena ihn gar nicht beachtet, zu sehr genoss sie die zarten Gebäckstücke, die sie sonst höchstens in der Bäckereiauslage bewundern konnte. Doch als sie Suffix etwas von einem besonders gefüllten Stück anbieten wollte, bemerkte sie seine verkrampfte Haltung und seinen Blick auf die Tanzfläche. Und schon nach wenigen Blicken und einer weiteren Strophe war ihr klar, dass da jemand eine sehr üble Parodie darstellte. Entgeistert starrte Syrena den falschen Barden an. Das konnte doch unmöglich wahr sein! Was fiel diesem Kerl eigentlich ein? Schon starrte die Hälfte der Gäste in ihre Richtung - zumindest kam Syrena es so vor. Unangenehme Wärme stieg in ihre Wangen und färbte sie rot. Suffix neben ihr stand auf und griff nach einer Tomate. Er schimpfte in Richtung des falschen Barden - mit ein paar Versen für die dieser sicherlich Tage gebraucht hätte - dann flog das rote Geschoss durch die Luft. Syrena wäre am liebsten auf der Stelle im Erdboden versunken. Natürlich verstand sie Suffix´s Reaktion voll und ganz und trotzdem wünschte sie sich gerade meilenweit von hier weg, wo sie von Dutzenden von Leuten wie ein wildes Tier angestarrt wurde. Ein dicker Kloß saß in ihrem Hals als sie aufstand. Nein, sie gehörte scheinbar wirklich nicht hierher. Nicht nur das sie nicht die richtige Kleidung trug, jetzt wurde auch noch ihr Liebster und sie mit ihm aufs übelste beschimpft. Sheherazades freundlichen Gruß nahm die dunkelgelockte junge Frau durch den Tränenschleier, der sich in ihren Augen bildete schon gar nicht mehr wirklich wahr. Sie ging an der Tänzerin vorbei quer durch den Saal auf den falschen Barden zu, baute sich vor ihm auf, holte aus und gab ihm eine saftige Ohrfeige, während die ersten Tränen über ihre Wangen kullerten.

Die ist dafür, dass Ihr Suffix so beleidigt und mir den schönsten Abend meines Lebens zerstört habt.

Mit einem Aufschluchzen wandte sich die junge Frau um und eilte aus dem Ballsaal.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Montag 21 September 2009, 09:43
Shaya hatte angesäuert rüber gestarrt zu dem Falschen Barden als sie von dem Magier angesprochen wurde. Irgendwie viel es ihr etwas schwer sich auf ihn und den Becher zu konzentrieren. Erst als er ihr die Hände auf die Schultern legte und fragte ob sie sich gestritten hätten sah sie ihn an. Sie sah die Sorge in seinem Gesicht auch wenn sie sich denken konnte das seine Besorgnis eher dem Fehlen Fenvars galt. So riss sich Shaya am Riemen und lächelte ihn leicht an.

„Aber nein wie kommt ihr nur darauf? Ich befürchte die vielen Menschen hier im Saal waren ihr ein wenig viel. Sie ging Luft schnappen und den Honig aus ihrem Kleid waschen. sie ist sicher bald wieder zurück. Wisst ihr…Honig kann gemeine Flecken geben wenn man ihn nicht gleich entfernt.“

Missmutig warf sie erneut einen Blick rüber zum Falschen Barden. Es war schon seltsam wie schnell Fenvar verschwunden war als er anfing zu singen. Irgendwie hatte sie fast ein wenig gehetzt gewirkt. Kannte sie diesen falschen Barden? Für einen Moment hatte Shaya geglaubt das sie den untalentierten Sänger beinahe angestarrt hätte. Immer noch leicht angesäuert sah sie den Magier an ehe sie, zugegeben leicht gehässig, meinte.

„Vielleicht ist sie aber auch vordem grauenhaften Gesang geflohen… ich könnte es ihr nicht mal übel nehmen. Das war schon eine Beleidigung meiner Ohren…und ich bin nur eine Halbelfe…aber noch ist nicht aller Tage Abend. Ich werd ihm schon beweisen das zu einem Barden mehr gehört als gemeine Ferse.“

Shaya würde es nie zugeben aber sie wurmte es doch ein wenig das die Barden so schlecht weg gekommen waren bei den Versen. So war wohl es eher ihr leicht angekratztes Selbstbewusstsein das sie solche Worte sagen ließ. Würde es nach ihr gehen würde sie kaum ein gutes Haar an diesem Auftritt lassen. Es war sicher nicht gerade fair, aber als sie sah wie diese Frau zu ihm ging und ihm eine Ohrfeige verpasste konnte sie nicht anders und für einen Kurzen Moment grinste sie schadenfroh. Nur das Mädchen tat ihr Leid...es schien fast als hätten sie diese Verse noch härter getroffen da sie aus dem Saal fast schon floh. Siehofftedas ihr Begleiter ihr folgen würde...es wäre doch schade wenn sich jemand wegen sowas...verscheuchen ließ.

Pfui Shaya schäm dich… das gehört sich nicht. Denke daran nur wahrlich große werden Parodiert…und nur neid Hammel tun behaupten das man nicht viel zum Barden braucht. Dich wurmt ja nur das die fast 30 Jahre Ausbildung die du hattest ehe du wandern durftest ein wenig runter gesetzt werden…was er nicht wissen kann

Leicht errötend nahm sie einen Schluck von ihrem Wasser. Sie hatte dem freundlichen Magier so nur Sorge bereitet. Auch gehörte es sich für eine Waldelfe kaum so erbost zu reagieren. Das er ein stück zusammen gesunken war hätte sie beinahe nicht mitbekommen da ihre Aufmerksamkeit doch dem falschen Barden gegolten hatte. Aufmerksam musterte sie ihn. ehe sie leise fragte

„Ist alles in Ordnung mit euch? Ihr wirkt ein wenig…getroffen? Oder wie das Schlechte Gewissen in Person…“
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Montag 21 September 2009, 11:14
Kain winkte lachend ab, als Shaya von der Hochelfe zu sprechen begann. War seine Intention, nein seine Befürchtung so offensichtlich gewesen? Das musste wohl so sein. Und im selben Moment, in dem ihm das klar wurde, schämte er sich sogar ein wenig deswegen, dass er nicht umhin kam sich zu räuspern und den Griff auf Shayas Schultern zu lockern. Beinahe hätte er sich dabei verschluckt, als sie ihre halbelfischen Wurzeln erwähnte und für einen Moment war Kains Blick rasch über ihre Wangenknochen und der Stelle an ihrer Haarpracht gewandert, wo er die spitzen Ohren vermutete. Das erklärte zumindest ihr junges Erscheinungsbild – nur die Götter wussten, wie viele Jahre das Mädchen wirklich verlebt hatte, bevor sie ihr Handwerk aufnahm.
Sich von den Strähnen losreißend, richtete er seine Aufmerksamkeit auf ihre letzten Worte, die fast in dem Aufruhr auf beim Orchester und den davon trippelnden Schritten unterging. Ein warmes Lachen stahl sich in seine Stimme, als er ihr bedeutete näher zu kommen und ebenso leise, ja in fast geheimkrämerischer Stimmlage meinte:

„Ihr habt mich falsch verstanden … Dasselbe wollte ich eigentlich Euch fragen …“

Ihre Haarsträhnen strichen über seine Hand, sodass er diese sinken ließ und mit einem schiefen Grinsen hinter der Maske meinte:

„Und natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich Euch so mir nichts dir nichts alleine zurücklasse und in einem solchen Zustand wieder vorfinde …“

Er versuchte seiner Stimme einen unbekümmerten, sorglosen Tonfall zu geben, doch seine Körperhaltung strafte sie wohl Lügen. Man konnte Elfen nicht in solchen Räumen halten, das wusste er von Agarwaen nur zu gut. Die Götter allein wussten, die Varnayrah es in diesem Königshauf ertrug. Kopfschüttelnd, als versuche er die Gedanken daran zu verscheuchen, wandte er sich wieder Shaya zu, sein Blick fast prüfend von ihrem Kopf bis zum Fuß und wieder zurück wandernd. Eine Halbelfe also … Schmunzelnd lehnte er sich mit dem Ellbogen an den Tisch, an dem er das zweite Glas abgestellt hatte und griff etwas auf, das Shaya zuvor gesagt hatte:

„Beleidung?“

Die Frage kam fast sanft, wenn sich auch die Überraschung und das ehrliche Interesse dahinter nicht verleugnen ließen.

„Wieso …? Treffen die Zeilen denn zu? Denn sonst, so scheint mir, gäbe es keinen Grund beleidigt zu sein. Nichts ist beleidigender als die Wahrheit!“

Ein bekräftigendes Nicken unterstrich seine Worte und so musterte er die Elfe lange, bevor er grinsend meinte:

„Ist das Lied der Grund, weshalb Ihr so getroffen wirkt?“

Das Auflachen konnte er diesmal kaum unterdrücken, als er sich nicht gerade wenig amüsiert über den Tisch zurücklehnte.
Autor: Landolin Datum/Zeit: Montag 21 September 2009, 13:17
Es kamen keine Gardisten, um ihn zu verhaften. Niemand der ihn von der ’Bühne’ zerrte oder ihn gegen seinen Willen nach draußen bringen wollte.
Ein triumphierendes Grinsen stahl sich auf Landolins Gesicht, denn er hatte offensichtlich den perfekten Zeitpunkt für seine Darbietung erwischt. Und er hatte ohne Zweifel einen Nerv getroffen: Zwar gaben sich viele Leute pikiert und sahen ihn an, als wäre er geisteskrank oder Abschaum. Oder beides. Aber diese Sorte von Leuten gab es bei Suffix’ Auftritten auch.
Viel wichtiger war es ihm, dass es tatsächlich Zuhörer gab, die ihm applaudierten – und einige, die sich vor Lachen kaum noch einkriegen konnten.

Der Tomate, die der Barde, dem er gerade so übel mitgespielt hatte, nach ihm warf, auszuweichen war ein Leichtes und auch die beigefügten Verse konnten das Grinsen des Heilers nicht vertreiben.

“Wer rastet denn gleich aus? Beweist, dass er keinen Spaß verstehen kann?
Oder ist etwa etwas Wahres dran?
Treffen kannst du jedenfalls nicht –
Und deine Reime, die sind mehr als schlicht!“

Natürlich war seine gedichtete Antwort nicht weniger holprig als Suffix’ Worte, aber das störte den Hohentürmler nicht. Schließlich war er kein Barde und wollte auch nie einer werden.
Das Hochgefühl, das er in diesem Moment empfand war einfach unbezahlbar. Endlich fühlte er sich, als hätte er es dem Sänger heimgezahlt. Als könnte er die alte Rechnung als beglichen ansehen. Und wie wunderbar alles gelaufen war!

Patsch! Urplötzlich stand die unmaskierte Syrena vor ihm und schlug ihm mit aller Kraft ins Gesicht.
“Wa…“, setzte der junge Mann an, doch Suffix’ Gefährtin ließ ihn gar nicht auf die Erklärung warten: “Die ist dafür, dass Ihr Suffix so beleidigt und mir den schönsten Abend meines Lebens zerstört habt.
Ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, stürmte die Frau auch schon davon…

In diesem Moment wurde dem Heiler zum ersten Mal klar, dass er sich verrechnet hatte. An diesem Abend war es kein Zweikampf zwischen ihm und Suffix – mit höchstens ein, zwei Zeugen – gewesen. Heute hatte er seinen Erzfeind vor einer bedeutenden Menschenmenge beleidigt, ohne sich selbst zu offenbaren. Er hatte ihn vor seiner Herzdame beleidigt…
Und diese schien den Sänger für großartig zu halten, obwohl sie ihn kannte, ein Umstand, der Landolin wohl für immer ein Rätsel bleiben würde.

Aber eines war klar: Er war zu weit gegangen. Sein wundervoller Plan hatte sich als nicht einmal im Ansatz durchdachtes Unterfangen erwiesen. Und das schlimmste war: Jetzt war es zu spät.

Ruckartig wandte sich der Hohentürmler den Musikern auf der Insel zu. “Spielt weiter! Es wurden ja wohl noch nicht alle Tänze beendet.“
Das Blut rauschte ihm unangenehm laut in den Ohren, als er mit anfangs gemessenen Schritten und schließlich beinahe fluchtartig den Saal verließ.
Irgendwann erreichte er eine uneinsehbare Ecke und riss sich den auffälligen Umhang von den Schultern. Zusammen mit der violetten Maske verschwand der leuchtende Stoff in einem lichtundurchlässigen Lederbeutel und der alte, dunkelgrüne Umhang und die dazu passende Zweitmaske kamen wieder zum Einsatz. Trotzdem verspürte er im Moment keine Lust darauf zum Ball zurückzukehren…

Der falsche Suffix war schon eine gute Viertelstunde lang verschwunden, als sich Landolin über Umwege zurück zum Fest begab. Es hatte seine Vorteile, Heiler zu sein, denn von den Fingerabdrücken, die Syrenas Hand hinterlasse hatte, war nichts mehr zu sehen. Dennoch kam der junge Mann nicht umhin, sich mittlerweile schon zum zehnten Mal den Tag in Erinnerung zu rufen, an dem die Feindschaft zwischen ihm und dem Barden begonnen hatte. Und an die Ohrfeige, die Neome ihm damals verpasst hatte.

Auge um Auge. Zahn um Zahn. Schande um Schande.

Was hatte es ihm gebracht? Nichts als einen flüchtigen Moment des Triumphs und einen unendlich tiefen Fall hinein in die Abgründe seiner eigenen Rache.

Ohne darüber nachgedacht zu haben, führte ihn sein Weg zurück zu der Getränkeausgabe und der Flasche mit dem durchscheinenden Inhalt. Er musste sich stark zusammenreißen, um den Becher nicht über die Hälfte zu füllen, denn die Ablenkung, die das Brennen des Alkohols in seiner Kehle bewirkte, war nur zu willkommen.
Syrena war nicht mehr zu sehen. Dort wo sie mit Suffix gestanden hatte, konnte Landolin nur den weißgekleideten Frauenhelden entdecken. Aber nicht einmal die Tatsache, dass Fjalladis nicht mehr in dessen Nähe stand, schaffte es, ihn aufzumuntern - denn wie sollte er jemals wieder unbeschwert mit einer anständigen Person sprechen können, wenn es ihm doch schon vor dem nächsten Spiegel graute…
Autor: Amras Datum/Zeit: Montag 21 September 2009, 16:14
Zum Glück war Amras nicht der einzige der klatschte und einige lachten sogar offen. Das es allerdings auch anders denkende gab wurde offensichtlich, als zuerst eine Tomate auf den falschen Barden zu flog - gefolgt von ein paar rasch erdachten Versen vom richtigen Suffix - und dann auch noch Syrena, die wohl die Gefährtin von Suffix war zu Landolin ging und ihm eine Ohrfeige gab. Amras konnte trotz seiner guten Ohren nicht verstehen was sie sagte, doch schienen ihre Worte mehr Wirkung zu erzielen, als die geworfene Tomate.

Landolin machte sich aus dem Staub und nun kamen auch die Stadträte wieder die mit Varnayrah den Saal verlassen hatten. Wie es schien gab es keinen Krieg und auch wenn die Gesichter angespannt wirkten versuchten sie  die wenigen Tanzenden die sich mittlerweile wieder auf die Tanzfläche gewagt hatten nicht abzulenken. So schlimm konnte es also nicht gewesen sein. Später würde Amras noch einmal mit Elessar sprechen und ihn fragen was an den Gerüchten dran war, doch im Moment war dieser vermutlich froh um ein wenig Ruhe.

Und nun nahm der Abend wohl wieder seinen eher langweiligen Lauf. Ein paar Paare tanzten, die meisten standen in kleinen Grüppchen zusammen und redeten. Da der Kindkönig auch gegangen war, würde es wohl keine offiziellen Zeremonien geben und man würde einfach solange hier zusammen stehen, bis es die Ettiquette erlaubte zu gehen. Amras suchte den Raum nach bekannten Gesichtern ab, aber irgendwie schien jeder schon die passenden Gesprächspartner gefunden zu haben. Wieder einmal wurde ihm klar, warum er mit solchen Veranstaltungen wenig anfangen konnte. Er zog eine kleine Gruppe von guten Freunden jederzeit einer solchen vor. Und wie es schien war er nicht der einzige. Sein Blick fiel auf eine schwarze Maske mit Schnurrbartharen. Oharia hatte ihm von der Soldatin erzählt und so wusste er, dass sich Aristéa mit der er das Abenteuer um den Abgrund der Seelen und die Stadt Arapat Ash´Tamar bestanden hatte.

Gemessenen Schrittes ging er zu der Amazone und begrüßte diese.

<<Paladin zum Gruße. Seid ihr mit der Arbeit meiner Gehilfin zufrieden?>>

Er vertraute darauf, dass sie ihn anhand der Stimme und der Kleidung erkennen würde. So viele Paladine gab es in Aylann ja leider nicht, woran der Elf heute schon zum zweiten Mal denken musste.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 21 September 2009, 19:10
Noch während der Gestaltwandler sich mit den beiden Adeligen unterhielt, glaubte er einen ziemlich deutlichen Wandel in der allgemeinen Stimmung wahrzunehmen. Unwillkürlich wanderte sein Blick zur Insel und er war fast ein wenig überrascht keinen gelben Umhang zu erblicken. Vielleicht würde der Auftritt seines Freundes ja an diesem Abend nicht der einzige Skandal werden.

“Was habt Ihr gerade gesagt?“ Der Tiermann wirkte leicht abgelenkt als er sich wieder dem Freiherrn zuwandte. “Oh es heißt Rotberg? Ich dachte wirklich die beiden älteren Damen, die ich ausgefragt habe, würden so ziemlich jeden hier kennen – zumindest dem Namen nach.“

Dann lehnte sich der Mann, der sich als Darcia vorgestellt hatte, etwas zu Elina. “Vielleicht war aber auch ich ein unaufmerksamer Zuhörer.“, flüsterte er mit einem verschmitzten Grinsen. “Nachdem man mir gesagt hatte, dass Ihr beide nicht als Paar geltet, hatte ich eigentlich genug gehört. Das restliche Geschnatter hat mich höchstens noch am Rande interessiert. Wollen wir nun Tanzen, bevor diese erdrückende Stimmung die Musik ganz erstickt?“

Galant bot der Offizier dem Fräulein den Arm an und schritt mit ihr zum Parkett. Der angedeutete Gruß, den er unterwegs einem ziemlich schräg gekleideten jungen Mann zuwarf, entging der Dame vermutlich. Dies würde wohl kein sehr langer Tanz werden…

Nun, vermutlich war das auch besser so. Denn auch wenn er so manchen Fehltritt auf sein schlimmes Knie schieben konnte, musste er zugeben, dass er nicht viel mit den Tänzen der Adeligen anfangen konnte. Schon nach wenigen Drehungen mit der Blondine im Arm war der Spaß zu Ende und der nächste begann.

“Sieh nur, ein Barde.“, bemerkte der Krieger scheinheilig. “Das kann ja heiter werden.“ Gerade noch rechtzeitig hatte Phelan sein Ziel erreicht. Direkt vor der Brücke war er bereit jedem, der auf die Insel wollte, um Landolin zu stören, vorzuwerfen er hätte Elina angerempelt. Dazu sollte es allerdings nicht kommen, denn der Heiler hatte den idealen Zeitpunkt ausgewählt. Der Soldat konnte überraschend wenig Gardisten erspähen und auch die schienen gänzlich andere Sorgen zu haben.

So konnte sich der Tiermann gänzlich auf den Auftritt konzentrieren und er amüsierte sich prächtig. Der hübschen Burgverwalterin schien dies zwar ziemlich peinlich zu sein, aber das interessierte den Gestaltwandler herzlich wenig. Dass sie erst von ihm abrückte und schließlich ganz verschwunden war, bemerkte er nicht einmal.

Doch auch die gelungenste Darbietung hatte irgendwann ein Ende und in diesem Fall wurde es von einer Tomate und aufgebrachten Reimen begleitet. Das war ja wie am Schnürchen gelaufen! Erst eine schallende Ohrfeige brachte Phelan dazu die Sache in einem anderen Licht zu sehen. Irgendwo in seinem Inneren fühlte er sich so, wie Landolin aussah. Er war an der ganzen Sache ja auch nicht ganz unbeteiligt…

In großen Schritten eilte der Wolfsmensch der jungen Frau, die an ihm vorbei gestürmt war, nach. Vor lauter Aufregung hätte er beinahe das Humpeln vergessen – und das obwohl ihn der Verband bisher doch so hervorragend daran erinnert hatte.

“Aber, aber Sy… äh Fräulein.“, meinte Phelan als er die aufgebrachte Dame erreicht hatte und legte Ihr die Hand auf die Schulter. “Kann es sein, dass Ihr diesen fragwürdigen Scherz ein wenig überbewertet, oder steht Euch der Besungene etwa nahe? Zeigt die Tatsache, dass der echte Suffix bereits nachgeahmt wird, nicht dass er es zu was gebracht hat? Auch wenn ihn diesmal nur ein zweitklassiger Musiker aufs Korn genommen ha…“

Ein plötzliches Jucken ließ den Lykantrophen jäh verstummen. Er konnte förmlich spüren, wie ihm auf dem Rücken die Haare wuchsen. Einen Moment stand er mit geschlossenen Augen und krampfhaft konzentrierten Gesicht da, dann konnte er wieder aufatmen.

“Entschuldigt bitte, es ist wohl Zeit für meine Medikamente.“, erklärte er mit dem Gefühl gerade einer mittelschweren Katastrophe entgangen zu sein und holte ein kleines Fläschchen aus einer Innentasche hervor.

menschliche Gestalt für eine weitere Stunde
- 1 Manatrank
Autor: Shaya Datum/Zeit: Montag 21 September 2009, 19:11
Leicht schmunzelnd bemerkte sie das sie nicht ganz falsch gelegen haben konnte. Nicht so schnell wie er die Hände weg nahm und sich räusperte. Einmal mehr fühlte sich Shaya darin bestätigt das zwischen den beiden mehr als reine Freundschaft war...na gut es könnte auch „nur“ eine außergewöhnlich tiefe Freundschaft sein. Fast hätte Shaya gekichert als sich der Fremde fast verschluckte als sie so beiläufig erwähnte das sie eine Halbelfe war. Das sagte ihr das zumindest er sie so nicht als eine solche erkannt hätte. Das er nach den Ohren suchte ließ sie grinsen. Die Haare waren mit viel mühe so geflochten und frisiert worden das man diese nicht mehr sah.

„Uh nein wieso sollte ich mich auch ertappt fühlen? Da an diesen Versen nichts stimmte was er die Barden betreffend sagte...kann ich auch nicht gemeint gewesen sein. Nur der schauerliche Gesang ließ mir die Ohren klingeln...nach fast 30 Jahren Übung in den Künsten der Barden tut mir ein solcher Gesang fast in den Ohren weh. Das und das ich es wohl nie verstehen werde was einige an solchen Versen finden. Solche Verse sind doch dazu geschaffen irgendwem weh zu tun...was finden Menschen daran?“

Das sie sich mittlerweile wohl Strähnen gelöst hatten sah Shaya erst als diese über die Hand des Magiers, wie sie vermutete, strichen. Vielleicht lag es daran das Shaya erst vor kurzem ihre Sippe verlassen hatte...aber ihr fehlte einfach das Verständnis für die Kunst andere mit solchen Versen auf die  sprichwörtliche Schippe zu nehmen. Sie konnte mit Parodien an sich wenig anfangen. Aber allein die Vorstellung er könnte auch nur vermuten das irgendwas von dem Gejaule des falschen Barden zu traf  ließ sie die Augen zu schmalen Schlitzen verengen.

„Die Wahrheit kann sehr verletzend sein...wie gut das nichts von den Versen auf mich zutrifft. Aber ich denke einfache Behauptungen können auch verletzen. Vielleicht um so mehr da man nicht mal eine Chance hat so was zu beeinflussen. Wäre es die Wahrheit...könnte man noch sagen wo Rauch ist ist auch Feuer. Ich kann nicht beurteilen ob etwas von dem stimmte was er über den Barden sagte. Aber schwamm drüber...wie heißt es so schön nur die wirklich großen werden Parodiert...“

Wenn es stimmt dann wird er mir als Sänger zumindest keine Konkurrenz machen...andererseits... ich glaube auch nicht das er aufgefordert wurde hier zu singen... Varnayrah würde es mir bestimmt nicht antun gegen einen geübten Barden anzutreten

„Nun vielleicht hat mich das Lied ein klein wenig...aufgeregt. Ich habe lange gebraucht ehe mir mein Meister gestattete mich Barde zu nennen. Da treffen solche Worte manchmal doch.“

Shaya verzog ihr Gesicht kurz zu einer kleinen Grimasse. Er hatte sie erwischt  und sie spürte das seine Belustigung eher noch zunahm. Wahrscheinlich war es für ihn albern sich über so was aufzuregen. Manchmal verstand sie die Menschen wohl einfach nicht.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 21 September 2009, 21:04
Die Wogen hatten sich geglättet und das selbstzufriedene Lächeln eine Gewinners spielte um die Mundwinkel des Marquis de Lesthat. Dieser Mann würde nie mehr König über Aylann werden - ein Triumph, den er zu einem guten Teil sich selbst zuschrieb. Äußerst gut gelaunt wandte er sich Silvana zu und verbeugte sich vor ihr um ihr galant seinen Arm anzubieten.

Darf ich Euch hinein begleiten Lady DaRemyth? Ich denke das Schauspiel hier ist beendet.

Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 22 September 2009, 10:32
[OT: Sorry Phelan, ich hab dich glatt vergessen in meinem Stress ]

Elina genoss die höfische Umgebung. Am Arm von Freiherr von Rotberg betrat sie den Ballsaal und ließ sich eleganten Schrittes zum Buffet führen. Von den anwesenden Adeligen kannte sie den einen oder anderen vom Sehen, nickten den Herren und Damen mit einem freundlichen Lächeln zu und sah sich nach jemandem um, den sie persönlich kannte. Mit Hartmut war nur bedingt etwas anzufangen. Kaum am Buffet angekommen wandete er sich den Getränken, bevorzugt dem Wein zu. Zwar hatte der Freiherr zugesagt, Elina auf die Tanzfläche zu führen, doch das konnte noch ein Weilchen dauern.

Zu ihrer Überraschung trat ein junger Mann an sie heran, den sie noch nie gesehen hatte, der aber ihren Namen kannte. Er stellte sich als Darcia vor und bat sie um den Tanz. Sein Lächeln wirkte durch die Tiermaske ein wenig verzerrt, war aber durchaus charmant. Nach einem kurzen Blick zu Hartmut, der von der Aufforderung kaum Notiz nahm, reichte sie dem Fremden die Hand zur Begrüßung hin.

"Bitte sehr, Mylord. Ihr stört keineswegs. Herzlich gern lasse ich mich von Euch entführen." Elinas Lächeln war entwaffnend. Die elegante Bewegung ihrer fragilen Hand, der Schwung ihrer schlanken Hüften - die Blondine war sich ihrer Wirkung auf Männer durchaus bewusst. Nun galt es herauszufinden, wer dieser geheimnisvolle Lord Darcia war. Elina war neugierig geworden. Wer befand sich bloß unter der Maske? Offenbar jemand, der sie immerhin kannte. Ob der Mann reiche Besitztümer hatte?

Hartmut korrigierte den Mann, weil dieser seinen Namen falsch ausgesprochen hatte. Ansonsten zeigte der Freiherr wenig Interesse an der Störung. Sein Weinglas funkelte im Licht der Kronleuchter, als er an die Lippen führte. Elina schmunzelte und hängte sich bei Darcia ein. Galant geleitete sie der Mann auf die Tanzfläche. Schon nach den ersten Schritten hielt es Elina nicht mehr aus. Sie musste ihn unbedingt etwas fragen.

"Eine perfekte Verkleidung. Man könnte meinen, Ihr wärt für die Rolle des wilden Wolfes geboren." Elina glockenhelle Stimme schwang durch den Ballsaal, wurde aber von der Musik, dem Schnattern der Leute und dem Klappern der Schuhe verschluckt. Ihre hellblauen Augen blitzten. Weich und biegsam ließ sich die Burgverwalterin in sanften Drehungen über die Tanzfläche führen.

"Sagt, Mylord, darf ich Euch etwas fragen? Wie kommt es, dass Ihr meinen Namen kennt? Befindet sich unter der Maske eine Persönlichkeit, die ich ebenfalls kenne und die ich im Moment nicht zu erkennen vermag?"

Leider wurde der Tanz von einer Vorführung unterbrochen. Elina war erstaunt. Die Hand sanft auf den Unterarm ihres Begleiters gelegte harrte sie dem, was nun kommen würde. "Ein Barde? Auf einem Maskenball? Wie ungewöhnlich. Die Königinmutter hat aber eigentümliche Vorlieben. Ist das dieser Sufferix, von dem ganz Drachenauge und sogar halb Nighton redet. Der es vorzieht, Leute zu beleidigen anstatt liebliche Gedichte und Prosa vorzuführen?"

Der Vortrag war eine Zumutung. Elina lief im Gesicht rot an. Geradezu peinlich. Dann flog auch noch eine Tomate auf die Bühne. "Widerlich! Findet Ihr nicht auch? Und das auf einer solchen Festlichkeit. Der verantwortliche Angestellte sollte auf der Stelle zur Rechenschaft gezogen werden!"

Sanft, aber bestimmt, machte sich Elina von ihrem Begleiter frei. Hitze wallte über ihre Wangen. Sie bekam kaum noch Luft. Sie musste hier raus. "Entschuldigt mich einen Augenblick, ich muss mich frisch machen."

Damit eilte sie hinaus in den Garten und riss sich die Federmaske vom Gesicht, um ein wenig frische Luft zu schnappen.

[Phelan, schade dass du Elina weggeschrieben hast. Ich würde mich freuen,wenn du sie im Garten aufsuchst, denn ich hätte gern gewusst, was du mit ihr geplant hattest Von Syrenas Ohrfeige kriegt sie nichts mehr mit.]
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 22 September 2009, 14:51
Die Emotionen schlugen hoch. Beleidigte Ehre gegen eine gekränkte Seele. Ein Streit um die Kinder. Silvana schnaubte und vernahm zu ihrer Überraschung, dass Altarion schließlich klein bei gab und seinen jungen Sohn als zukünftigen König akzeptierte. Vor aller Ohren hatte er somit abgedankt. Die angespannte Gestalt Silvanas entspannte sich. Sie ließ die Arme sinken und wollte sich gerade zu Drax herumdrehen, als sich der Marquis an sie wandte.

Formvollendet verneigte er sich vor der Wallonin. Elina wäre begeistert. Mit einem Schmunzeln neigte Silvana leicht den Kopf, legte ihre Hand auf den Unterarm des Statthalters und hoffte, dass dies die richtig Umgangsform war. Die Benimmregeln von Elina hatten wenig Eindruck hinterlassen.

"Marquis de Lesthat, es ist mir eine Freude", versuchte sie sich in höfischer Konversation, in der Hoffnung sich nicht die Zunge zu verknoten. "Wie recht Ihr habt. Ein Schauspiel, und kein besonders Gutes. Lasst uns das Buffet aufsuchen. Ich verdurste. Hoffentlich gibt es ordentlichen Met. Nicht immer versteht sich der Brauherr auf die richtige Kunst dieses wunderbare Gesöff herzustellen. So mancher Met ist zu süß, ein anderer wieder zu stark vergärt."

Das Schicksal hatte es gut gemeint. Der Marquis hatte sich IHR zugewandt, nicht umgekehrt sie sich ihm. So konnte sie das Gespräch im Laufe des Abends unauffällig in eine bestimmte Richtung lenken ohne dass sie sich dem Statthalter anbiedern und um eine Unterhaltung bitten musste. Ihr Lächeln war echt und ihre dunkelblauen Augen blitzten vergnügt.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Dienstag 22 September 2009, 21:32
Kain grinste immer breiter hinter der Maske und konnte schließlich das Lachen nicht unterdrücken – den Kopf schüttelnd. Spätestens ihre Tirade, ihr Blick, als sie ihn anfunkelte, bewiesen, wie viel von einem Menschen in ihr steckte - und irgendwie konnte Kain nicht umhin, sie mit Fjalladis oder gar Agarwaen zu vergleichen. Wie sehr sie sich doch von diesen Elfen unterschied! Er war schon froh, wenn er Letzteren eine Gesichtsregung abringen, geschweige denn ihre Blicke deuten konnte. Ob Shaya wusste, wie sehr sie sich von diesen Elfen unterschied ... Kain betrachtete die Züge der jungen Damen etwas eingehender. Ob das am Ende der Grund für ihr Auftauchen hier war - und nicht nur die Einladung der Königin …?
Schulterzuckend bedeutete er ihr mit der Hand sich zu beruhigen, während er lachend meinte:

„Aber, aber, nach all diesen Jahren bei Eurem Meister seid Ihr doch nicht weniger Barde, wenn so ein Einfallspinsel etwas dummes Geschwätz von sich gibt … Solche Worte können Eurem Talent doch wohl nichts anhaben, nicht wahr?“

Forschend sah er ihr ins Gesicht, als suche er nach einem letzten Funken Zweifel an seinen Worten dahinter, und zwinkerte ihr dann aus den Augenschlitzen verschmitzt zu. Es war wohl besser das Thema zu ändern, die Halbelfe auf etwas andere Gedanken zu bringen, und so meinte er etwas gedämpfter, wenn auch nicht weniger gut gelaunt als zuvor:

„Und außerdem - so ganz unter uns – habt Ihr Euch noch nie an dem Leid eines Anderen erfreut? Noch kein einziges Mal in Eurem Leben, auch wenn es noch so kurz gewesen sein mochte …?“

Feixend verschränkte er die Finger ineinander und bedeutete mit dem Kopf in Richtung der Herr- und Damenschaften, die am Buffet so versammelt waren.

„Ich wette, jeder von Ihnen trägt solche Jugendsünden mit sich herum, ganz gleich die fein die Schuhe und die Schließen glänzen. Jeder in diesem Raum hat sich schon einmal Freude daran empfunden, jemanden zu verletzten … “,

raunte er Shaya dabei ins Ohr zu, um nicht alle Umstehenden auf sich aufmerksam zu machen. Das süffisante Lächeln hatte längst seine Stimme erreicht, als er ihr das maskierte Gesicht zuwandte und das Wasserglas, das ursprünglich für Fjalladis gedacht war, zum Toast erhob – die Enttäuschung darüber, dass sie offenbar gegangen war, bei dieser Bewegung hinunterwürgend.

„Jeder hier – einschließlich uns“,

schloss er mehr ernst – ja fast mit einem Funken von Verbitterung in seiner Stimme - denn scherzhaft und machte Anstalten die Maske zu heben, um das Wasser zu den Lippen führen zu können, als er mitten in der Bewegung inne hielt und einen musternden Blick zu Shaya schnellen ließ.

„Oder meint Ihr etwa nicht?“

Autor: Aristéa Datum/Zeit: Mittwoch 23 September 2009, 11:31
Nachdem zunächst die Stadträte und dann auch die Königsmutter selbst wieder zurück in den Ballsaal gekehrt waren beruhigte sich die Lage wieder und das Getuschel wurde weniger. Selbst die Tanzfläche füllte sich nach und nach und nach kurzer Zeit sah es fast so aus, als wäre nichts gewesen.

Fasziniert von ihrer Beobachtung, wie leicht diese gehobenen Bürger sich doch einlullen lassen in ihrer vorgegaukelten Sicherheit zuckte sie leicht zusammen als sie angesprochen wurde.

Paladin, Gehilfin? Das konnte eigentlich nur der Schneider und Paladin Amras sein der sie da ansprach.

>>Herr Amras wenn ich mich nicht Irre?<< sie begrüßte ihn mit einer leichten Verneigung.

>>Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit. Die Maske sitzt sehr gut und bequem und auch der Umhang und der Gürtel hat sich sehr bezahlt gemacht! Auf Grund des Balls habt ihr bestimmt einen guten Gewinn machen können. Eure Gehilfen hat zumindest sehr viel Kundschaft angedeutet, als ich dort war.<<

Lächelnd sah die Amazone ihn an. Wenigstens hatte sie jetzt jemanden zum unterhalten gefunden. Später könnte sie ja noch fragen, wie es ihm ergangen ist seit dem letzten gemeinsamen Abenteuer.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Mittwoch 23 September 2009, 14:14
Etwas missmutig sah Shaya den Magier an. Es war nicht so das sie sein lächeln unter der Maske sehen konnte jedoch hörte sie die Belustigung in seiner Stimme. Und als er kurz darauf auch noch Probleme hatte sich ein lachen zu verkneifen fragte Shaya sich schon ob er sie aus oder anlachte. Sie konnte das bei Menschen wenn sie das Gesicht nicht sah nicht so genau bestimmen. Auch wenn ihr Meister sie gelehrt hatte genau zu zuhören um so die Stimmungslage einschätzen zu können. Das war vor allem wichtig wenn sie vorhatte aufzutreten, nutzte sie es da doch dazu um die Lieder die sie singen wollte auszusuchen.

Uh da hat er misch erwischt...es sollte an mir abprallen als wäre es nichts... nur in einigen Worten des Lieder konnte ich fast ein wenig was von mir erkennen. Es mag nicht schmeichelhaft sein...aber im Falle eines Kampfes würde man mich auch nicht in den ersten Reihen finden. Eher würde ich mit meinen Bogen versuchen Deckung zu geben. Aber kann man deswegen gleich sagen das Barden schnell flinke Füße bekommen? Ich mein... wie schnell bekommt man im Nahkampf einen Hieb ab? Er hat gut reden sein Überleben im Beruf hängt ja sicher nicht von zwei gesunden Händen ab. Aber wenn ein Barde getroffen wird...kann das nicht auch immer das Ende seiner Karriere bedeuten... selbst wenn er den Kampf überlebt?Der Gedanke eines Tages nicht mehr Musizieren zu können bloß weil ich leichtsinniger weise in den Nahkampf ging...wäre für mich nur schwer zu ertragen. Ich brauche die Musik wie die Luft zum atmen. Außerdem wen man nicht Kämpfen kann würde man auch  nur im Wege stehen

Shaya würde wohl nie zugeben das ihr Ärger auch daran lag das es ihr Selbstbewusstsein angekratzt hatte. So war sie doch recht dankbar als der Magier das Thema wechselte. Als er sich leicht zu ihr Beugte und ihr seine frage ins Ohr flüsterte errötete Shaya allerdings  sichtlich. Sie erinnerte sich nur zu gut an das hämische grinsen als sich der falsche Barde eine gefangen hatte. Sicher ihr Meister wäre enttäuscht wen er wüsste wie schnell sie das vergessen hatte was er sie lehrte.

Also das stimmt sicher nicht... ich hab vielleicht mich da auch schuldig gemacht indem ich mit Schadenfreude auf das Missgeschick anderer reagierte...aber ich hatte noch nie Freude daran andere zu verletzten...so was ist immer sehr traurig. Sicher wen man verärgert oder wütend ist achtet man weniger auf so was...aber absichtlich ...nein das kann ich nicht glauben

Energisch schüttelte Shaya bei den Worten den Kopf. Sie konnte und würde nie glauben das jeder schon einmal Freude empfand jemanden einmal zu verletzen. Sie hatte noch nie bei so was Freude empfunden und sie konnte auch nicht glauben das es dem Magier Freude bereiten täte  jemanden mit Worten zu verletzen. Als er ihr mit dem Becher zu prostete sah Shaya sich schnell im Ballsaal um ehe sie ihn wieder ansah. Sie hatte gehofft Fenvar zu entdecken. Ein wenig machte sich Shaya sorgen das ihr etwas geschehen sein könnte. Vielleicht ertrug die Hochelfe aber auch einfach die Menschenmenge nicht mehr. Es war wieder voller geworden nachdem alle zurück gekommen waren. Sicher war sie sich nicht aber für einen Moment glaubte sie bei seinen letzten Worten  mehr als nur ernst in seiner Stimme gehört zu haben. Da sie sich aber nicht wirklich sicher war beschloss sie lieber nicht nach zu fragen.

„Es gehört sich kaum, jedenfalls nicht für einen Elfen, über die Missgeschicke anderer zu lachen. Sicher jeder Mensch macht so was ein mal und dichtet auch solch verletzende Verse...aber mein Meister sagte immer das es sich nicht gehört über die schwächen anderer zu lachen. Schließlich will  ich ja auch nicht das man über meine schwächen oder Fehler lacht... oder mich mit solchen Versen verletzt. Auch steht es einem kaum zu die Fehler anderer in der Öffentlichkeit breit zu treten... schließlich ist keiner ohne Fehler oder? Da fällt mir immer der Spruch ein fasse dich an deine eigene Nase...“

Ich denke das er mir sagte das ich da Mitleid mit den in dieser Hinsicht eher grob veranlagten Menschen haben soll behalte ich lieber für mich...

„Und ich hoffe doch sehr das es mir nie Freude bereiten wird verletzende Verse über andere zu singen...oder überhaupt wen mit meinen Worten zu verletzen. Sicher wenn man wütend ist handelt man unbedacht...aber das ist keine Freude am verletzen.“

Leicht neigte Shaya den Kopf zur Seite und musterte den Magier. Naja sie konnte nicht viel erkennen unter der Vollmaske aber sie hoffte doch vielleicht den einen oder anderen Hinweis an der Kleidung zu entdecken. Sei es ein Amulett das ihn als Magier aus wies oder vielleicht eine Art der Stickerein die ihr sagte von wo er stammte. Da sie damit aber wenig Glück, sprich nicht die Geduld hatte da lange zu grübeln, beschloss sie einfach zu fragen.

„Aber erzählt mir doch etwas von euch... diese Maske ist doch mehr als stören. Darf ich fragen woher ihr stammt und was so euer Beruf ist?“
Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 23 September 2009, 21:57
Eine große Hand legte sich auf ihre Schulter und hielt Syrena zurück. Als sie sich umdrehte, schaute sie einem ihr völlig fremden Mann ins Gesicht. Er war groß, dunkelhaarig und trug eine Maske, die an einen Wolf erinnerte. Alles in allem machte er einen ziemlich attraktiven Eindruck. Doch die junge Frau war zum einem schon vergeben - und zum anderen liefen ihr noch immer Tränen über die Wangen als sie zu ihm hoch schaute. Und so brachte sein Anblick sie zwar nicht zum schwärmen - aber doch dazu, das sie versuchte ihm eine höfliche und freundliche Antwort zu geben - auch wenn ihr das zugegebenermaßen schwer fiel. Sie schluckte mit Mühe den Kloß im Hals hinunter und sagte leise:

Ja, der Besungene steht mir nahe. Sehr nahe sogar. Und es ist nicht schön wen man selbst und sein Liebster in den Schmutz gezogen wird.

Sie atmete einmal durch und versuchte angestrengt weitere Tränen zurück zu halten.

Wenn Ruhm solche Auftritte zur Folge hat - glaubt mir mein Herr, dann kann ich auf Ruhm gut verzichten.

Sie deutete einen artigen Knicks an und fuhr fort:

Aber jetzt entschuldigt mich bitte, ich würde gern den Saal verlassen, in dem mich ein Großteil der Menschen ansieht als ob ich ein Ausstellungsstück eines Schneiders wäre.
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Mittwoch 23 September 2009, 22:00
Sich aus ihren Gedanken losreißend, atmete Fjalladis innerlich tief durch und begab sich zurück auf den Weg in den Saal. Wärme und laute Geräusche schlugen ihr dort wie eine Welle entgegen, doch sie versuchte, dies zu ignorieren. Fast ein wenig schuldbewusst warf sie einen Blick zum Buffet hinüber, wo sie ohne Probleme den Herren in der geradezu strahlend weißen Gewandung und die junge Dame mit dem auffälligen roten Haar ausmachen konnte. Der seltsame Barde war mittlerweile verschwunden und das Orchester versuchte sich wieder an etwas wohlgefälligeren Klängen. Fjalladis bemerkte, dass ihre Kehle sich ausgetrocknet anfühlte; dass sie bereits vor einer halben Ewigkeit, wie es ihr nun schien, gegangen war um sich ein Glas Wasser zu besorgen. Nun, irgendetwas war dazwischen gekommen. Erneut ließ sie den Blick zu den beiden Gestalten am Buffet wandern – im selben Moment, als Kain der junge Frau etwas ins Ohr zu flüstern schien. Fjalladis wägte einen Moment lang gegeneinander ab, was wohl unhöflicher gewesen wäre – ohne ein Wort zu jenem Herrn gegangen zu sein, oder die beiden nun bei ihren, wie es schien, trauten Gespräch zu stören. Sie entschied sich dafür, den beiden etwas Ungestörtheit zu gönnen, doch somit stand sie vor dem nächsten Problem: Um an das Wasser zu gelangen, hätte sie an den beiden vorüber gehen müssen. Also stillte sie ihren Durst mit einem Becher dessen, was sie auf andere Weise aufzutreiben vermochte. Dass es sich in diesem Fall dabei um schwach-alkoholischen Met handelte, gewahrte sie kaum, grübelte sie doch noch immer über das seltsame Gefühl nach, dass sie bei dem sich ihr soeben gebotenen Anblick empfunden hatte. Verwirrt ließ sie sich auf einen nahen Stuhl sinken und starrte in die trübe, grün-gelbliche Flüssigkeit in ihrem Becher. Wozu noch hier verweilen? fragte sie sich. Ein jeder schien sich prächtig zu vergnügen und sie erkannte niemanden, zu dem sie sich vielleicht hätte gesellen können. Warum nicht in die Kathedrale zurückkehren? Dort konnte sie vielleicht von größerem Nutzen sein... – Ja, warum eigentlich nicht. Weil sie dann den Auftritt der jungen Sängerin sowie ein Festmahl ohne gleichen versäumt hätte. Beides würde sie wohl so rasch nicht wieder erleben, nicht einmal in ähnlicher Form. Doch dies war nicht der eigentlich Grund. Vor allem blieb sie, weil sie sonst womöglich nie erfahren würde, ob ihre, den seltsamen Herrn betreffende Vermutung zutreffend war...
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 23 September 2009, 22:41
Einen Moment lang hatte es den Anschein, als wolle der Gestaltwandler die junge Frau in den Arm nehmen, doch dann verharrte er. Immerhin war es sein Ziel sie zu trösten und nicht sie auch noch zu erschrecken. So ganz sicher welche Wirkung er in seiner Maskerade erzielte war er sich nämlich nicht.

“Im Moment mag es vielleicht nicht so aussehen, aber Ihr werdet sehen, dass dieser Vorfall Suffix Ansehen keinen Abbruch tun wird.“, versicherte er Syrena. “Suffix hat es aus eigener Kraft soweit gebracht. Seht Euch um. Die meisten Leute sind nur geladen weil sie die richtigen Väter und Mütter haben, Euer Schatz jedoch ist hier, weil er nun einmal ist, wer er ist. Wenn den Adeligen der Spott des Volkes nichts anhaben kann, wieso sollte er dann dem Barden etwas anhaben können?“

Der Tiermann versuchte so etwas wie ein aufmunterndes Lächeln zustande zu bringen. Das war gar nicht so einfach, wann man eher an Zähnefletschen gewöhnt war. “Glaubt mir, ich weiß wie es ist, wenn man wie ein wildes Tier angesehen wird. Da hilft nur eines, wischt die Tränen ab und hebt Euren Kopf. Es ist egal was sie über Euch denken.“

Mit einer leichten Verbeugung erwiderte der Krieger den Knicks des Fräuleins und bot ihr seinen Arm. “Wenn Ihr erlaubt geleite ich Euch hinaus in den Garten. Und keine Sorge, dort wartet eine andere hübsche Dame auf mich. Ich will Euch also nichts Böses. Ich kann sie Euch vorstellen, wenn Ihr wollt. Sie ist ein echtes Burgfräulein und sie ist an die frische Luft gegangen, weil ihr der Auftritt des falschen Barden nicht zugesagt hat.“
Autor: Thorongil Datum/Zeit: Donnerstag 24 September 2009, 15:54
’Der entthronte König hat seine wertvollste Figur im Spiel der Könige längst geopfert: aus verletztem Stolz, gekränkter Eitelkeit, anmaßendem Besitzdenken. Der Kronprinz von Cormyr führt die Götter im Mund und vergisst dabei seine Göttin.
Seine Göttin, die Dame seines Herzens, die er jeden Tag neu erobern muss..'

Solche Gedanken gingen dem Aramoner durch den Kopf, als er mit unbewegter Miene und unveränderter Haltung der Auseinandersetzung zwischen dem einstigen Königspaar folgte.
Die Partie war längst vorbei. Sie wurde nicht heute gespielt. Auch nicht in jener Vollmondnacht in Nuru, als Thorongil in einem der Momente, da der andersweltliche Blutanteil in seinen Adern ihn aus der Befangenheit des Ich entrückte und die irdischen Dinge in überscharfer Sternenklarheit sehen ließ, zu Sheherazade davon sprach.
Der Adlerritter kannte Varnayrahs Geschichte ganz. Er hatte sie nicht vergessen. Er wusste, dass Altarion sein Eheweib an den Sternenmeeralbatros verloren hatte, seit er es vorgezogen hatte, Krieg auf fremdem Boden zu führen, statt an ihrer Seite zu fechten. Seit der Nachtdämon sie fast vernichtete, weil er, ihr Mann, sie nicht schützen wollte.
’Ja: er hätte die Wahl gehabt. Seltener Luxus im Krieg!’ dachte der Soldat. Der Blick seiner blauen Augen wurde eisig. Nach seinen Kindern, vor allem Taliesin den er als Thronfolger nach sich selbst für Cormyr vorsah, verlangte Altarion als Letztes.

Das hier war nun der Epilog des Dramas. Die politischen Verhältnisse waren schnell erklärt. Der Kronprinz von Cormyr war vernünftig und zog sie nicht in Zweifel. Wenigstens nicht vor aller Augen und Ohren. Doch auch Thorongil zweifelte. An der Aufrichtigkeit von Altarions bekundeten redlichen Absichten. Die Vergangenheit gab jeden Anlass dazu.

Die Angehörigen ihrer Leibwache folgten der Königinmutter zurück durch das Portal. Thorongil in höfischer Gala neben dem baumlangen Echsenmenschen Chraxxsiss und der Dunkelelfe Tehanu. Skurril. Einen Scholaren kultureller Studien Dragonias hätte der Anblick hellauf begeistern können.
Der Marquis wollte ihm nicht aus dem Sinn gehen, während Thorongil nachdenklich und von der Ungeheuerlichkeit des Gehörten erschüttert hinter den Ratsmitgliedern und den beiden Elfen schritt.
Wie kam der Markgraf dazu, sofort und mit solcher Verve Partei für Varnayrah zu ergreifen? Eher als ihre alten Freunde wie der Paladin Elessar es tun konnten?
Lesthat war derjenige, der Varnayrah den Beweis für Altarions Untreue geliefert hatte. Zu gern hätte der Gondorrim sich mit Javelin unterhalten. Thorongil war sicher, dass der Hauptmann und ehemalige Agent mehr über den Statthalter von Nuru wusste als der Rest des dragonischen Hofstaates zusammen genommen.  .
Andererseits: Neugier in solchen Angelegenheiten, die ihn im Grunde nichts angingen..?
Doch. Seine Gildenschwester und Schutzperson ihrer Leibwache ging ihn sehr wohl an.
"Und - was denkt ihr jetzt von mir?" erreichte die charismatische Stimme der Windsängerin ungewöhnlich zittrig, kaum vernehmbar sein Ohr. Die Impulsivität, die der Gondorrim die ganze Zeit hinter eine unbewegte Maske gezwungen hatte, brach sich Bahn. Mit einem langen Schritt war er neben seiner Gildenschwester, legte ihr in einer ganz unförmlichen Geste sanft die Rechte auf die Schulter, bis sie sich ihm erstaunt zuwandte. Thorongil blickte in ihre unglaublichen rubinroten Augen, dann in die smaragdgrünen Ancalagons. Sein Blick wanderte zurück zu Varnayrah, als er ihr leise und fest in der Alten Sprache, der Ritualsprache der Druiden Aramons antwortete.
„Bhavatii vartase devii, Naksatrasvasr.“
Selbst wenn die Waldelfe die Worte kaum verstand, sagte sein Tonfall genug. Der lange Gondorrim trat einen Schritt zurück, verneigte sich respektvoll und leicht ohne eine Spur Unterwürfigkeit.
Und als eine gute Gastgeberin forderte Varnayrah ihre Begleiter auf, zu tanzen. Sich von dem Zwischenfall, so schwer er wog, nicht den Abend verderben zu lassen. Das wollte Lucius gern tun. Sheherazade wartete drinnen auf ihn. Wartete? Sie sorgte sich!
Trotzdem konnte er jetzt nicht zu ihr gehen und tanzen, unbeschwert lachen, unbefangen plaudern. Das tun, was er von ihr gefordert hatte. Noch nicht. Der Soldat brauchte einen Moment, die Anspannung der verstrichenen Minuten abzuschütteln. Kurzerhand bat er seinen Hauptmann mit ein paar höflichen Worten, seiner Balldame auszurichten, das alles gut gegangen sei und er in wenigen Minuten bei ihr.
Wie magisch zog es auch den Druiden in den Burggarten. Am Eingang nahm er die entgegengesetzte Richtung, die das Elfenpaar eingeschlagen hatte. Auf den Stufen eines Pavillons mit weiß leuchtenden Marmorsäulen ließ er sich nieder und stopfte seine geliebte Aramoner Pfeife. Aromatischer Tabakdunst stieg auf in die milde Abendluft, während Lucius seinen Gedanken nachhing.

~<@>~

“So allein in dieser bezaubernden Nacht?“ erklang eine dunkle männliche Stimme dicht hinter Elina.
Die Blondine sah hinreißend aus in der Gala von verspielter Eleganz. Allerdings hätte die Vicomtesse auch ein Bettelgewand tragen können, ohne dass es ihre Schönheit vor den Augen des Adlerritters Abbruch tun konnte. Sie hatte die Maske abgenommen. Ihre leicht geröteten Wangen bildeten einen frischen Kontrast zu ihrer vornehmen Erscheinung.

“Ihr werdet Euch von so einer impertinenten Aufführung..“ fuhr er in leichtem Plauderton fort als Elina sich zu ihm umwandte, “doch nicht das Tanzvergnügen trüben lassen, Hochwohlgeboren? Dem Vortrag fehlte die gewisse Würze für meinen Geschmack. In der Tat, was steht zu erwarten wenn ein degenerierter Höfling sich nicht nur als Komödiant, sondern auch als Imitator eines bekannten Barden versucht. Hätte der Möchtegern-Sänger Euch zu Rate gezogen, seine Verse hätten mehr Stil und Pfeffer bekommen. Da bin ich sicher.“
Thorongil wusste weder, dass der Heiler Landolin unter der schrillen Maskerade gesteckt hatte, noch hatte er den Spottversen überhaupt bewusst zugehört. Erst jetzt fiel dem Soldaten ein, dass er die Colombina trug. Er war auf dem Rückweg in den Ballsaal gewesen, als das einsame und sichtlich indisponierte Edelfräulein seine Aufmerksamkeit erregte.

“Oh Pardon!“ Seine saphirblauen Augen lachten hinter der schwarzen Maske.
“Da Ihr unbewaffnet seid“, fuhr er leise in einem amüsierten Tonfall fort, ohne die Augen von ihrem Gesicht zu nehmen, “ziemt es sich, einer Dame mit offenem Visier gegenüber zu treten.“
Langsam schob er die Maske hoch in die gerade Stirn. Thorongil erwartete keineswegs, das seine Landsmännin ihn unter der Maskerade und in höfischer Gala erkannte. Ihre erste Begegnung in der Burg Schwarzenfels lag fast vier Mondläufe zurück. Damals hatte er einfache Alltagskleidung getragen, die sich vom Gewand eines Bauern oder einfachen Bürgers minimal durch die saubere und feinere handwerkliche Verarbeitung unterschied. Die Gedanken der Amtfrau weilten vermutlich bei ganz andern Männern als einem, den sie für einen Soldaten im Mannschaftsrang hielt. Den Gefreiten, der sie damals damit schockierte, dass er sich ihrer Meinung nach „mit leichten Tanzdamen die Zeit vertrieb“.

“Âwiht, jedes Spiel ist bloß so gut, wie die daran beteiligten Spieler“, nahm er trockenen Tones den alten Gesprächsfaden wieder auf, “nicht wahr?“
Macht über das schöne Geschlecht erzielte man nicht nur mit dem Körper oder dem Aussehen. Es gab da auch noch etwas andres. Etwas in der grauen Zone zwischen Wort und Wille. Allein die völlig veränderte Ausstrahlung des Gondorrim musste Elina wohl zwangsläufig ein wenig aus dem Konzept bringen. Sein Anzug war farbkräftig, aber kein Vergleich mit den bunten Jäckchen herumscharwenzelnder Günstlinge. Ein leichter Geruch des aromatischen Tabaks Einhornblatt haftete noch an ihm und mischte sich mit dem Duft des selbst hergestellten Sandelholzwassers.
Der Blick seiner blauen Augen hielt sie gefangen. Es bedurfte nur eines kleinen Teils seiner Konzentration, um ein Gespräch wie dieses aufrechtzuerhalten. Ein anderer Teil seines Verstandes beschäftigte sich weiterhin mit dem, was gerade passiert war.
“Géan, ich lasse mir weder von einem königlichen Drama noch einem verunglückten Komödianten den Abend verderben und darf Euch dasselbe nur wärmstens empfehlen, wenn Ihr den Ball genießen wollt. Ihr erweist mir die Ehre eines Tanzes, darf ich hoffen, Mademoiselle Elina?“
Dieser Säufer, der Burgamtmann, musste nach Heallstâns Beschreibung so ein blasierter Rüpel sein. Der hatte bestimmt noch nicht ein einziges Mal mit seiner Balldame getanzt. Auf dem Parkett, vor der unerwarteten Unterbrechung, hatte Thorongil weder den Freiherrn noch Elina erblickt. Den Rotfels konnte er leicht übersehen haben, Elinas stolzes Gebaren nicht.
Kurioserweise war es gerade der Burgamtmann, der den Soldaten an den Zweck des Abends erinnert hatte.
’Dünkst du dich besser, Lucius?’ verhöhnte ihn die innere Stimme.
’Lässt deine Dame drinnen stehen, um im Garten zu rauchen und herumzutändeln!’
Mit einer andern Dame freilich, deren Charme und Attraktivität nur wenige das Wasser reichen konnten. Das Spiel verzieh ihm großzügig, brachte die Stimme zum Schweigen und kniff ihm verschwörerisch ein Auge.
Plötzlich rückte wieder in Lucius Bewusstsein, dass es Sheherazades erster Ball war. Die Südländerin musste schon fast verzweifelt sein über sein Fernbleiben!
Abrupt aber höflich und mit einem charmanten Lächeln entschuldigte er sich bei Elina, als er knirschende Schritte auf dem kiesbestreuten Weg sich nähern hörte. Er zog die Maske wieder vor die Augen und entfernte sich in die entgegengesetzte Richtung, wo es, wie er vorhin gesehen hatte, eine weitere kleine Gartenpforte gab.
Lucius legte keinen Wert darauf, Anlass für Hoftratsch zu geben, weil er mit Elina allein im Garten angetroffen wurde und die schöne Vicomtesse so zu kompromittieren.
Noch viel weniger Interesse hatte er daran, in ein Gespräch mit langweiligen Schwätzern verwickelt zu werden, die sich stundenlang über unwichtige Dinge auslassen konnten.

~<@>~

Für höfische Gemessenheit vielleicht ein wenig zu schnell eilte der Soldat zu Sheherazade. Sie stand noch immer an der Tafel, wenige Schritt von dem Platz, wo er sie zuletzt sah.
Ein erleichtertes Lächeln trat auf seine männlichen Züge, als er auf sie zuschritt.
“Meine schöne Maske, darf ich Euch zu Tisch bitten?“
Seine Augen bestätigten ihr die Botschaft, die Javelin schon bestellt hatte.
Als er nach ihrer Hand griff, um sie an seine Lippen zu ziehen, hielt er sie viel länger fest, als schicklich war. Ihre kleine kühl wirkende Hand lag in seiner und seine warmen, kräftigen Finger wollte sie nicht mehr loslassen. Hatte sie so sehr gefürchtet..?
“Verzeiht, dass ich nicht sofort zu Euch zurückkam, mîn hléowmæg.“ sagte er leiser und hob ihre Hand ein zweites Mal an seine Lippen.
“Es war zu beschämend, was draußen geschehen ist.“ Seine Stimme hatte sich jetzt zu einem Flüstern gesenkt.
“Du.. hast dich nicht gut unterhalten?"
Suchend sah er sich um. Weder Syrena noch Suffix konnte er in dem Moment erblicken. Vielleicht war das Paar aber auch nur irgendwo in der wogenden Masse der Gäste untergetaucht. Es wurde wieder getanzt.
"Es tut mir leid, auch was Herrn Suffix angeht. Der unverschämte Kerl, der ihn parodiert hat, hat die Gunst der Stunde waidlich genutzt.“

Während sie zu der von Köstlichkeiten überbordenden Tafel schritten, entspannte sich Lucius spürbar. Sheherazade würde Näheres wissen wollen, vermutete er. Beim Essen konnten sie sich ein ruhigeres Plätzchen im Ballsaal suchen und sich ungestört leise unterhalten.
Während das beim Tanzen kaum möglich wäre. Aber auch das würden sie nachholen. Der Abend war noch jung.
Das erwartungsvolle Glitzern in seinen saphirblauen Augen verstärkte sich, während er sie ansah.
“Was darf ich dir auftun? Und keine Sorge, mîn sunbéam: ich weiß, dass ich dir noch einen Tanz schulde. Mehr als einen..“ sagte er mit einem geheimnisvollen Lächeln.

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*“Ihr seid eine Königin, Sternenschwester.“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 24 September 2009, 17:13
Sie wurde angesprochen. Von einer Stimme, die sie eine ganze Weile nicht gehört hatte, die ihr aber durchaus bekannt war. Oder irrte sie sich? Neugierig geworden drehte sich Elina herum. Blitzblaue Augen trafen auf wasserblaue. DAS war er! Oder doch nicht? Die dunkle Maske verdeckte einen Großteil seines Gesichts. Es musste wohl an ihrer grübelnden Miene liegen, dass er die Verkleidung lüftete.

"Ach, Ihr", versuchte sie sich ihr Entzücken nicht anmerken zu lassen und legte eine distanzierte Kühle in ihren Tonfall. Elina hatte nicht vergessen, dass er eine Liebschaft in der Gastwirtschaft hatte. Dennoch: Ihr Herz tat vor Aufregung einen Satz, um deutlich schneller gegen den Brustkorb zu hämmern. Ihr hochgeschnürter Busen wogte. "Ich hatte Euch auf diesem Ball gar nicht erwartet. Aber Halt, Ihr seid ja jetzt Großgrundbesitzer, Herr Thorongil."

Sie wollte ihn abblitzen lassen. Ihn einfach stehen lassen für die Kränkung, die sie bei jener Audienz in der Burg hatte ertragen müssen. Wenn er nur nicht so charmant, so gut aussehend, so unerträglich anziehend gewesen wäre. Er duftete nach Sandelholz. Sie hingegen verströmte den Geruch von Lilien. Ihr Widerstand erlahmte unter seiner weichen Stimme.

Jedes Spiel ist bloß so gut, wie die daran beteiligten Spieler. Elina verstand die Zweideutigkeit seiner Worte. Ein Schmunzeln legte sich über ihre rot geschminkten Lippen, während sie Thorongil ein berückendes Lächeln schenkte. Die Kälte wich aus ihrer Stimme als sie ihm antwortete.

"Ihr habt nur zu Recht, Mylord. Das aufgeführte Drama war die Ohren und Augen nicht wert, die es vernehmen mussten. Viel mehr sollte der Zuhörer auf seine Intuition achten, denn auf gesprochene Worte. Womöglich stellt sich das Schauspiel ganz anders dar, als es auf den ersten Blick wirkte", entgegnete sie und bezog sich damit auf ihre letzte Meinung über ihn.

Elina wusste um ihre berauschende Wirkung auf Männer. Ihre blauen Augen ruhten voller Wärme auf seinem fein geschnittenen Antlitz. Sanft wiegten sich ihre Hüften wiegten bei dem Schritt, den sie auf Thorongil zu tat, um ihm ihre Hand zu reichen. "Herzlich gern erweise ich Euch diese Ehre", nahm sie seine Einladung zum Tanz an. Bestimmt ergab sich die Gelegenheit, den Mann über ihre Familie zu befragen, die er offensichtlich kannte. Und mit etwas Glück würde er sie sogar nach Hause begleiten. Oder ihr gar vor seinem eigenen Kamin ein Glas von seinem besten Wein anbieten. Leidenschaft trat in ihren Blick. "Ich bin gespannt zu hören, wie es Euch auf Eurem Gestüt ergeht."

Warum er plötzlich die dargebotene Hand zurück riss, sich verneigte und verabschiedete konnte Elina nicht begreifen. Perplex blieb sie zurück. Ihr halb offener Kiefer klappte laut aufeinander und verkrampfte sich. Ihr Blick wurde eisig, die Miene starr und abweisend. Sie fühlte sich wie eine abgerupfte Blume - zu Boden geschmettert und zertreten.

Soldatenbastard!, schimpfte sie in Gedanken und mühte sich ab, nicht all die Worte hinter ihm her zu brüllen, die ihr für sein schändliches Verhalten in den Sinn kamen. Wollte er sich über sie lustig machen? Ihr zeigen, wie männlich und überheblich er war? Was bildete sich dieser unverschämte Mistkerl ein sie derart zu behandeln? War sie nicht stets freundlich zu ihm gewesen?

Bevor sie vor lauter Aufregung rot anlief und alle Welt ihren Zorn bemerken konnten, befestigte sie die Federmaske vor ihrem Gesicht. Mit einem kräftigen Atemzug sog Elina Luft durch die Nase, reckte das Kinn, zog die hängenden Schultern wieder nach hinten und zauberte ein falsches, aber umso lieblicheres Lächeln auf ihre Lippen. Einzelne Strähnen hatten sich von ihrer Hochsteckfrisur gelöst und fielen weich auf ihre nackten Schultern herab.
Autor: Neome Datum/Zeit: Freitag 25 September 2009, 13:48
Christian hatte genug von den vielen Drehungen. Galant führte er seine Partnerin von der Tanzfläche und begab sich zum Buffet. Rundum wurde darüber getuschelt, dass der ehemalige König zurückgekehrt sei. Neome hatte sich nie viel mit Politik beschäftigt, am allerwenigsten mit dem Königshaus. Entsprechend uninformiert wusste sie wenig zu den Gerüchten zu sagen. Christian hatte vor einiger Zeit erwähnt, dass ein Rat anstelle des Königs einberufen worden war und Varnayrah sich hatte scheiden lassen. Heute nun war ein kleiner Junge zum Nachfolger gekrönt worden, der von zwei Hofbeamten in politischen Belangen vertreten wurde. Altarion selbst hatte Neome kaum jemals kennengelernt.

"Sie werden dir bestimmt berichten", beruhigte die Magierin ihren Gefährten und deutete zu den Ratsmitgliedern hinüber, die sich auf einer Insel versammelt hatten. "Fürchtest du, es könnte zu einem Eklat kommen? Mach dir keine Sorgen. Es sind genug Palastwachen vor den Toren, so viel ich gesehen habe."

Sie fragte Christian lieber nicht, ob er an der Besprechung teilnehmen wollte. In einer Gesellschaft, wo sie nur wenige Personen kannte - noch dazu wo fast alle Masken trugen - wollte sie nicht allein zurückbleiben. Als der gesamte Rat auch noch den Raum verließ, war sie froh den Mund gehalten zu haben. Hunger hatte sie keinen, also überließ sie es Christian, ihr ein paar Stücke auszuwählen.

Die Musik wurde abgesetzt und ein Mann betrat die Bühne. "Sieh nur, Suffix hat einen Auftritt. Wie schön."
Sein Gedicht war ungewöhnlich - vor allem, da er sich selbst aufs Korn nahm -, aber nicht minder amüsant. Nur seine Stimme, die war eindeutig belegt. Neome runzelte die Stirn. "Christian? Sag mir, ist das überhaupt Suffix? Er klingt sehr komisch."

Ein Raunen ging durch den Saal, als der Barde seinen Vortrag beendete. Erst wollte Neome klatschen, wagte es aber nicht. Böse Blicke wurden geworfen. Gemurmel setzte ein. Hinter ihr konterte jemand mit einem Gegengedicht und schmetterte eine Tomate auf die Bühne. DIESE Stimme allerdings kannte Neome nur zu gut.

"Suffix? Aber...wer steht dort auf der Bühne?" Die hübsche Begleitung ihres Freundes fand die Darbietung beleidigend genug, dass sie dem Unbekannten eine gehörige Tachtel verpasst. Neome verzog das Gesicht, als ob sie den Schlag gespürt hätte. "Oh, das hat bestimmt weh getan. Oje, mein armer Suffix." Tröstend legte sie dem "echten" Barden die Hand auf den Unterarm. "Ich hoffe, dir ist jetzt nicht der Abend verdorben? Willst du etwas Wein? Oder Kuchen? Es ist genug da, sieh nur. Och, nicht doch, mach nicht so ein säuerliches Gesicht. Deine Begleitung kommt bestimmt bald zurück. War das deine Liebste? Du hast sie mir noch gar nicht vorgestellt. Und wann kommst du meine kleine Yolmena besuchen? Sie ist hier, in Drachenauge, bei einer Amme. Nach dem Ball muss ich dir meine Kleine unbedingt zeigen."

Neome strahlte und hoffte, dass sich Suffix von der unschönen Szene ablenken ließ.

Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 25 September 2009, 18:00
Ich denke nicht, dass Altarion hier wirklich Ärger machen wird, wenn er sieht, wie sehr der Rat sich in dieser Sache einig ist.

Ein Barde trat auf. während Christian noch mit dem Buffet beschäftigt war. Ob das wirklich Suffix war, der ansonsten nur andere auf die Schippe nahm?

Ich bin mir nicht sicher, etwas ist anders an ihm.

Als die Tomate flog, war klar, wer der richtige Suffix war. Doch wer war dann der andere, welcher gerade eine Ohrfeige abbekam? Neome tröstete Suffix derweil, aber lange würde der Barde ohnehin nicht schmollen, sowas förderte schließlich seiner Meinung nach nicht gerade die Künstlerader, außer man wollte nur noch unfröhliche Verse von sich geben.

Schließlich betraten die meisten Ratsmitlgieder wieder den Raum, es schien also glimpflich abgelaufen zu sein. Warum jedoch Varnayrah nicht mit ihnen kam, wunderte ihn etwas. Vielleicht hatte Altarion sie etwas zu sehr verärgert, als dass sie wirklich in Stimmung für den restlichen Ball war. Als sie etwas später doch noch auftauchte, lächelte er ihr erleichtert zu.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Samstag 26 September 2009, 10:58
Shayas Worte ließen seine Hand sinken und mit verschränkten Fingern lauschte er interessiert ihren Worten. Ihr Blick gab nicht alles von dem preis, was hinter ihrer Stirn vorging – wie denn auch, wenn sie tatsächlich elfische Gene in sich trug -, aber die Worte sprachen eine deutliche Sprache. Und so nickte Kain nur langsam, wobei er sich fragte, wer wohl ihr Meister gewesen sei und sie es war, sein Leben nach den Vorgaben einer solchen Person auszurichten – zumindest konnte er sich auch im Nachhinein nicht vorstellen, in den Jahren seiner Wanderschaft einem Meister oder irgendjemandem außer seinem eigenen Menschenverstand und vielleicht auch seinem Spielglück Untertan zu sein. Einen Moment lang hingen seine Gedanken der Erinnerung an die staubigen Wege nach Dragonia nach, ehe er fast verzögert merkte, dass Shaya verstummt war und ihn musterte. Und so warf er rasch wie zur Bestätigung ein:

„Euer Meister war sicherlich ein weiser Mann …“

Bei den Worten vertiefte sich das Lächeln auf seinen Zügen, dass auch seine Stimme warm klang, als er weitersprach:

„Ich wünsche Euch, dass Ihr Euren Willen, niemanden aus purer Freude an Sache zu verletzen, erhalten könnt. Denn wie ihr so schön sagt, manchmal spielt der Körper nicht mit und aus Wut wird schnell eine fixe Idee …“

Er wünschte es ihr wirklich, dachte er sich, während er ihre Züge musterte. Denn ganz gleich, ob Mensch oder Elf, sie wirkte nach wie vor jung. Und soweit er es erkennen konnte war ihr Gesicht bis jetzt von einer gewissen Verschlagenheit oder einem verhärmten Zug, der vielen Menschen irgendwann eigen war, verschont geblieben. Sie wirkte vielmehr wie die Unschuld selbst – und damit durchaus attraktiv, wie er sich jäh eingestehen musste.

So lachte er verschmitzt, als sie Interesse an seinen Beruf und das Gesicht hinter der Maske bekundete und neigte sich ein wenig vor, um ihr geradewegs in die Augen sehen zu können und dabei hoch und heilig zu versichern:

„Das tut mir Leid … Es lag nicht in meiner Absicht, Euch in irgendeiner Weise zu …“

-   einen Moment lang schien er nach den Worten zu suchen, als er fast in fragendem Tonfall den Satz beendete –

„…verstören.“

Kurz schien er – nach wie vor grinsend - zu überlegen, ob er die Maske abnehmen und auf ihre Fragen antworten wollte, als er schließlich mit den Schultern zuckte und leichthin meinte:

„Aber was Eure Fragen betrifft … Ich bin vor etlichen Jahren aus der Fremde des Nordostens und immer dem Weg folgend nach Drachenauge gekommen. Wo ich schließlich meine Zelte aufschlug. Obwohl mein alter Herr ein Farmer war, habe ich einen anderen Weg gewählt …“

Über der Schulter der Halbelfe fiel ihm eine Gestalt ins Auge, die ihn mitten im Satz stocken ließ. Türkisfarbener Stoff, helles Haar – kurz meinte er sogar, dass sich ihre Blicke gekreuzt haben mussten – doch er musste sich geirrt haben. Als fiele ihm mit einem Mal das Atmen unter der Maske schwer, hob er diese zur Hälfte an, um rasch einen Schluck Wasser zu nehmen und seine Stimme zur Ruhe zu zwingen:

„Nun, ratet einmal welchen Berufsweg ich dann einschlug … Ihr werdet es sicherlich nicht glauben, aber vielleicht kann Fenvar dort hinten für mein Wort bürgen - wollen wir uns nicht zu ihr gesellen?“

Er hatte zu schnell gesprochen und seine Stimme hatte einen überhasteten Ton – das war ihm noch ärgerlich bewusst, als er die Maske wieder senkte und mit dem Glas in Richtung der Hochelfe deutete, bevor sein Blick verzögert zu Shaya zurückwanderte.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Sonntag 27 September 2009, 10:55
Kurz schien es als würden Shayas Gedanken ganz wo anders sein. Und Tatsächlich sie dachte an ihre Sippe und ihren Meister. Er war immer gütig zu ihr gewesen...und immer bereit Shayas Fragen zu beantworten. Er hatte sie so vieles gelehrt so das Shaya ihm ewig dankbar sein würde. Das sie seinem Weg folgte lag aber wohl eher daran das seine Persönlichkeit  sie tief beeindruckt hatte. Wäre man gemein würde man hier wohl anmerken das es auch relativ leicht war Shaya in ihrer Unerfahrenheit und Unschuld zu beeindrucken. Doch hatte ihr Meister dies nie ausgenutzt um sie dazu zu bewegen seine Sicht der Dinge anzunehmen. Vielleicht war es auch das was sie so beeindruckt hatte...das er nie versucht hatte sie zu beeinflussen in ihrer Berufswahl oder der Art wie sie ihr Leben leben wollte.

„Ja das ist er... er hat mich vieles gelehrt.“

Mehr sagte Shaya nicht zu ihrem Meister. Es schmerzte sie doch noch immer von ihrer Sippe getrennt zu sein, das erste mal wirklich allein unterwegs zu sein. Im zweifel ohne Schutz und jemanden der sich um sie sorgte. Aber sie hatte es so gewollt...und außerdem sie würde ihre Gabe ohne wandern nicht vervollkommnen können. Er hatte sie gelehrt was sie brauchte um zu überleben. Jetzt lag es an ihr zu beweisen das sie erwachsen genug war um alleine klar zu kommen. Nachdenklich sah sie in ihr Wasserglas als sie seine guten Wünsche hörte. Sicher war es schwer das einzuhalten...aber Shaya hoffte doch das es ihr gelingen würde ihre menschliche Hälfte da zu zähmen.

„Sicher wird der weg nicht gerade leicht sein...aber ich bin sicher er ist geh bar...auch für mich.“

Die letzten worte klangen beinahe ein wenig trotzig aber Shaya hatte einfach oft genug zu hören bekommen das sie durch ihr menschliches erbe nie wirkliche Harmonie erreichen würde. Das er ihr nicht mal einen kleinen direkten Hinweis geben wollte ließ sie dagegen einen leichten schmoll Mund ziehen ehe sie ihn nochmals ausgiebig musterte. Das  er kein Farmer war wie sein Vater war ja der einzige Hinweis den sie hatte.

Gemein die Maske bedeckt das ganze Gesicht...ich kann nicht erkennen ob er Narben hat die auf Kämpfe schließen...was nahe legen würde das er Krieger ist. Auch kann ich seinen Körperbau unter dieser Art der Kleidung nur schlecht erkennen... nichts ob er kräftig von statur ist oder eher groß aber wenig muskulös... Ha ich denke er ist Magier...allein schon seine Art sich auszudrücken spricht davon das er eine Schule besucht hat...und da er Isdira spricht... Hm anderseits klingt seine Stimme nicht so...geschult das ich vermuten könnte er ist ein Barde. Uh und Handschuhe auch noch...ich kann also nicht erkennen ob die Hände schwielig sind oder nicht.

Allerdings verschwand ihr schmoll Mund so schnell wie er gekommen war als ihr Gegenüber Fenvar entdeckte und sie fragte ob sie zu ihr gehen wollten. Shaya grinste leicht triumphierend...so schnell und überhastet wie er sprach glaubte Shaya daraus eine gewisse Ungeduld schließen zu können. Als könnte er es nicht erwarten Fenvar wieder in seiner nähe zu wissen. Kurz drehte sich Shaya leicht um erkennen zu können wohin ihr gegenüber sah. Ihre Augen leuchteten vor Freude auf als sie die Hochelfe entdeckte. Sie freute sich einfach das die andere Elfe wieder da war...und noch mehr das sie nichts von Shayas kleinen...uhm Wutanfall mitbekommen hatte. Sie war sich ziemlich sicher das Fenvar es kaum gut geheißen hätte wie emotional sie reagiert hatte. So gesehen hatte sie doppeltes Glück.

„Auf alle Fälle last uns zu ihr rüber gehen. Ich bin neugierig ob sie mir nicht helfen kann das Rätsel zu lösen.“

Und selbst wen nicht tut es doch gut die Hochelfe hier zu sehen... auch zugegeben bin ich neugierig was sie hier her verschlug und woher sie stammt.

Lächelnd nickte sie ihm zu ehe sie ihm folgte. Während er vor ihr ging hoffte sie zu erkennen ob seine Art sich zu bewegen ihr etwas über seinen Beruf verrieten. Krieger hatten so ihre Ganz eigene Art zu laufen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 27 September 2009, 11:44
Der Marquis lächelte Silvana zu während seine dunklen Augen sie kurz musterten. Die Amazone hatte  sich passend zum Ball gekleidet, auch wenn man an ihrer Körperhaltung bei dem Auftritt des ehemaligen Königs gemerkt hatte, dass sie Kleider eigentlich nicht gewohnt war. Nichtsdestotrotz schlug sie sich nicht schlecht und De Lesthat führte galant sie in den Ballsaal zurück und steuerte auf den Tisch mit Speisen und Getränken zu.

Ihr bevorzugt also Met Lady da Remyth? Ich werde es mir merken...

sagte er mit einem Augenzwinkern, als er Ihr einen Kelch reichte und für sich einen guten Wein orderte.

Auf einen angenehmen Abend, der hoffentlich nicht noch einmal so barsch unterbrochen wird.

Der Marquis stieß mit Silvana an und trank einen Schluck.

Nun, zumindest der Wein hat eine exquisite Qualität. Ich hoffe der Met sagt Euch ebenso zu, sonst werde ich wohl einen meiner Diener beauftragen müssen in die nächste Taverne zu eilen.

Er lächelte immer noch und trat einen Schritt näher an Silvana heran, so dass nicht unbedingt jeder der Umstehenden ihr Gespräch mitbekam.

Was haltet Ihr eigentlich davon, das noch nicht eine Ratsversammlung einberufen worden ist? Ich bin inzwischen ein wenig skeptisch geworden, was unser Mitbestimmungsrecht als Statthalter angeht.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 27 September 2009, 11:56
Vielleicht habt Ihr Recht Sir...

entgegnete Syerna dem Fremden und sah ihn fragend an. Er hatte sich gar nicht vorgestellt - genauso wenig wie sie selbst wie Ihr gerade auffiel.

Ihr seid wirklich sehr freundlich zu mir.

Sie kramte in ihrem Beutel nach einem Tuch und tupfte sich vorsichtig die Tränen ab um dann einen Blick an dem großen Herrn vorbei in Richtung Suffix zu werfen, den sie aber in der Menge nicht wirklich sehen konnte.

Es tut mir leid aber ich kann Euer Angebot trotzdem nicht annehmen. Ich weiß nicht was mein Liebster darüber denken würde - und was würde das gnädige Fräulein über Euch denken wenn Ihr mit einem einfachen Mädchen wie mir im Garten auftauchen würdet während sie sehnlichst auf Eure Gesellschaft wartet?

Syrena versuchte sich an einem Lächeln, das Ihr aber nicht ganz gelingen wollte.

Ihr seht also, es würde uns nur Scherereien bringen. Ich danke Euch trotzdem für Eure aufmunternden Worte. Gehabt Euch wohl mein Herr.
Autor: Elessar Eledhwen Datum/Zeit: Sonntag 27 September 2009, 19:49
Elessar nickte, als Varnayrah sein Angebot ausschlug, sie zu dem Treffen mit Altarion zu begleiten. Als der ehemalige König gegangen war, reichte der Paladin ihr das geborgte Schwert zurück und sprach:

"Verzeiht Verehrteste, aber Ihr werdet verstehen, dass mir nach diesem Zwischenfall nicht mehr der Sinn nach weiteren Feierlichkeiten steht. Ich werde mich in die Kathedrale begeben und mit Abt Gregorius beraten, ob es nicht doch sinnvoller wäre, den Kirchenbann gegen Altarion öffentlich zu verhängen, um ihn von weiteren Torheiten abzuhalten."

Mit einem Zwinkern deutete er eine Verbeugung an, dann nahm er die Freundin jedoch in die Arme und drückte sie freundschaftlich.

"Keine Angst, es wird alles gut gehen und Dir wird nichts geschehen, Paladin wird über Dich wachen."

Bevor er sich zu Gehen wandte, richtete er das Wort noch einmal an Ancalagon und flüsterte ihm zu:

"Passt gut auf sie auf, mein Freund! Wer weiß, ob Altarion sich in seinem gekränkten Stolz nicht doch noch hinreißen lässt, etwas Unüberlegtes zu tun."
Autor: Phelan Datum/Zeit: Sonntag 27 September 2009, 19:56
“… Darcia.“, ergänzte der Gestaltwandler, als ihn der fragende Blick Syrenas traf. “Und ein paar erbauliche Worte zu sprechen ist doch das Mindeste, das ich für Euch tun konnte. Dies ist ein Fest. Es sollte sich jeder Gast daran erfreuen können.“

Mit einem Lächeln zog der Mann in schwarz den Arm wieder zurück. “Es muss Euch nicht Leid tun.“, versicherte er. “Ich will gewiss nicht, dass Ihr meinetwegen noch mehr Schwierigkeiten bekommt. Doch darüber, was man über mich denkt braucht Ihr Euch nun wirklich nicht den Kopf zerbrechen. Richtet Eurem Liebsten einen Gruß von mir aus. Sollte sich in Zukunft die Gelegenheit bieten das Original zu hören werde ich sie gewiss wahrnehmen. Ich bin mir sicher, der falsche Barde hat so manchen hier neugierig gemacht.“ Mit einer höflichen wenn auch etwas ungeübt wirkenden Verbeugung verschwand der Tiermann in Richtung Garten.


Im Freien angekommen musste der Krieger feststellen, dass die hübsche Blondine natürlich nicht unentdeckt geblieben war. Obwohl er noch außer Hörweite war, schien ihm sowohl die Absicht dieses Kerls, der ihm von der Statur her vage bekannt vorkam, wie auch die Reaktion der Dame, recht eindeutig. Auch Bewegungen konnten Bände sprechen und seine Augen waren auch in dieser Gestalt sehr gut.

Unwillkürlich verharrte Phelan und spielte mit dem Gedanken auf dem Absatz kehrt zu machen. So wirklich sehnsüchtig schien ihn das Fräulein von Shanu ja nicht zu erwarten. Als sich der Gesprächspartner dann urplötzlich und ohne ersichtlichen Grund – das Pärchen, das in einigem Abstand flanierte, konnte ihn ja kaum so verschreckt haben – von ihr abwandte, stahl sich ein schadenfrohes Grinsen auf die Lippen des Wolfsmenschen. Als er schließlich aber bei Elina ankam war davon nichts mehr zu sehen.

“Entschuldigt, dass ich Euch habe warten lassen.“, meinte der Gestaltwandler und verneigte sich leicht. “Jetzt musstet Ihr Euch mit irgendwelchen Gecken herumschlagen. Könnt Ihr mir verzeihen, Malady?“

Mit dem liebreizenden Lächeln, das nur von dem zornigen Funkeln in den Augen, welches sich der Soldat freilich auch einbilden mochte, lügen gestraft wurde und den Haarsträhnen, die sanft auf ihre Schulter fielen, sah die Burgverwalterin zweifelsfrei bezaubernd aus. Doch der Lykan hatte den kurzen Moment, nachdem der Schönling sie stehen gelassen und ihre ganze Haltung gekränkten Stolz angedeutet hatte, nicht vergessen. “Ich hoffe dieser Bursche hat Euch nicht gekränkt. Ansonsten hätte ich keine Hemmungen ihn deshalb noch zur Rechenschaft zu ziehen.“ Der grimmige Gesichtsausdruck Phelans ließ diese Worte durchaus glaubwürdig erscheinen.

“Aber nun schulde ich Euch erst einmal ein paar Antworten.“, fuhr der Leutnant beinahe übergangslos fort. “Ich heiße Rion Darcia. Ich bezweifle jedoch, dass Euch der Name geläufig ist. Dies ist aber gewiss nicht Eure Schuld, denn obwohl ich es als Offizier zu einigen Ansehen gebracht habe, schien mich nicht einmal der Gardehauptmann zu kennen. Es verlangte mir einiges ab überhaupt eingelassen zu werden und das obwohl ich eine Einladung vorweisen konnte. Das Kriegshandwerk ist eben ein undankbares Geschäft.“
Autor: Thorongil Datum/Zeit: Montag 28 September 2009, 20:02
(noch mit Elina im Burggarten)


Lucius hatte sich bei der Kälte in Elinas Stimme unwillkürlich versteift.
“Bitte?“
Die Worte mit denen die Aramoner Schönheit auf den Grund seiner Einladung zum Krönungsball zu sprechen kam, brachten ihn für einen kurzen Moment aus der Fassung. Gerade so, als wäre er an den Rand der Weißen Klippen gerannt und befände sich jetzt zögernd am Abgrund. Lucius wandte der Edeldame seine volle Aufmerksamkeit zu.
Es war ihm bewusst gewesen, dass es nur eine Frage der Zeit sein konnte, bis die Menschen anfingen, darüber zu spekulieren, warum er das alte Rittergut vor den Toren Nightons aufbaute. Sein blauer Blick wurde stechend.
“Ich kann Euch versichern, Mademoiselle, dass meine Anwesenheit auf dieser Festlichkeit nichts mit meinem.. err, Großgrundbesitz zu tun hat.“
Entgingen ihm nach fast zwei Jahren im Lande noch immer Feinheiten des Dragonischen? „Großgrundbesitzer“ war doch ein Pöbelwort, zumindest mit einem abschätzigen Beigeschmack. Einer Edeldame wie Elina sollte so etwas nicht über die Lippen kommen, dachte er irritiert.
Hielt sie ihn etwa für einen Emporkömmling? Einen jämmerlichen Höfling, der sich wie ein Fähnchen im Wind drehte?
Eine unsichtbare Aura von zartem Lilienduft legte sich um ihn, als die Blondine mit wiegenden Hüften auf ihn zuschritt. Ihr sonnenhelles Haar war kunstvoll aufgesteckt. Elinas Kleid war der Traum eines jeden Schneiders, die seidene Taille verjüngte sich und deutete äußerst ansprechende Kurven an. Der sündhafte Schnitt des Décolletés ließ einen Mann fast hoffen, ihre Schätze würden gleich in seine Hände springen.
Thorongils ganze Selbstbeherrschung war gefordert, um sie nicht ungebührlich anzustarren. Wie bei ihrer ersten Begegnung kroch eine leichte Anspannung unter seine Haut.

Die Wärme in Elinas wasserblauen Augen überraschte ihn vollkommen. Ihr berückendes Lächeln, die Leidenschaft in ihren lieblichen Zügen, wie sie auf seine Bitte um einen Tanz reagierte.. das alles sprach eine gänzlich andere Sprache als ihre Stimme und ihre Worte. Die Schöne wollte ihn nur necken! Hatte sie nicht eben selbst gefordert, der Intuition zu vertrauen?
Seine Instinkte hatten auch den Adlerritter selten getrogen.
Er trat näher an sie heran, als es schicklich war, um ihr einen Kuss auf den in einem Handschuh steckenden schmalen Handrücken zu geben. Anspielungen schienen dem Edelfräulein zu gefallen. Auf diesem Terrain fühlte Thorongil sich sicher. Geplänkel solcher Art hatte der Gardeleutnant in Lukannon oft genug erlebt.
Das Glitzern in seinen saphirblauen Augen verstärkte sich, als er ihr leise in ihrer gemeinsamen Muttersprache antwortete.
“Ic næs hyhtan, þæt gê wilsum mid twíen tô sægan éower spæc in héahdéor, ma demoiselle de Shanu?“*
Wenn er mit ihr in dieser abgelegenen Ecke des Gartens verweilte und jemand sie beobachtete, was der Soldat keineswegs für ausgeschlossen hielt, würde die Gesellschaft ihn mit ihr verloben oder ihnen eine Affaire andichten. Ganz egal, was sie selbst davon hielten. Lucius war im Zweifel, ob Elinas Stolz ihrer Intelligenz den Vortritt lassen würde.. und deshalb entschlossen zu gehen. Sofort.

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*“Ich hoffe nicht, dass Ihr im Zweifelsfall bereit wäret, Eure Ansprüche an ein Spiel zu senken, Mademoiselle von Shanu?“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 29 September 2009, 15:05
Silvana ließ sich den Kelch reichen, stemmte die freie Hand gegen die Hüfte und verlagerte das Gewicht auf ein Bein. Sie erwiderte sein Prosten und nahm einen ordentlichen Schluck - im Gegensatz zum Marquis, der eher am Wein nippte denn dass er trank. Dieses Verhalten hatte Silvana des Öfteren bei Hartmut von Rotberg beobachtet. Der Freiherr trank seinen Wein ebenfalls nicht einfach, er verkostete ihn erst - wie er es nannte. Von derlei Firlefanz hielt Silvana wenig.

"Mh, herausragende Qualität. Varnayrahs Lakaien verstehen es ein Fest auszurichten. Nur das Essen lässt zu wünschen übrig. Seht Euch nur diese winzigen Speisen an. Davon wird doch niemand satt", mokierte sie sich und deutete auf die hübsch dekorierten, mundgerechten Häppchen.

Als sie den Kopf hob, bemerkte sie, dass ihr der Marquis näher getreten war. Silvanas Nackenhärchen richteten sich auf. Die verringerte Distanz jagte ihr einen Schauer des Unbehagens über den Rücken und sie war versucht einen Schritt rückwärts zu machen. Sein Duft trat ihr in die Nase, aufdringlich und doch verlockend. Für einen Sekundenbruchteil trat ein rötliches Glimmen in ihre dunklen Augen. Lediglich die gesenkte Stimme des Marquis ließ sie auf der Stelle verharren.

"Interessant, dass Ihr ähnlich empfindet wie ich. Bestimmt habt auch Ihr ein Einladungsschreiben erhalten. Ist Euch die Unterschrift aufgefallen? Offenbar habe ich versäumt, dass mit Einrichtung des Großen Rates ein Prinzregent bestellt wurde. Bisher war ich der Ansicht, Björn Oleson sei ein persönlicher Berater des jungen Königs. Nun, da muss ich wohl etwas verschlafen haben."

Der Sarkasmus in ihrer Stimme war unüberhörbar. Dennoch beschloss sie erst einmal vorsichtig zu sein. Auf welcher Seite der Marquis stand war ihr bisher verborgen geblieben. Keinesfalls würde sie sich aushorchen lassen ohne ihrerseits Informationen zu erhalten.

"Mir ist allerdings aufgefallen, dass der Große Rat bisher nicht in die Regierungsgeschäfte eingebunden wurde. Wer regiert derzeit dieses Reich, frage ich Euch." Silvana erwartete keine Antwort auf diese rhetorische Frage. Es reichte, ihre Zweifel ausgedrückt zu haben, genau wie der Marquis es vorhin getan hatte.

"Zu meinem Bedauern habe ich verabsäumt meinen Stadtverwalter zu fragen, wo er die zahlreichen Schreiben abgelegt hat, die mich als Statthalterin und Stimmberechtigte über die Vorgänge in diesem Land auf dem Laufenden halten. Nicht, dass ich eine wichtige Abstimmung verpasst habe. Oder gab es etwa gar keine?"

Silvanas Blick schweifte über die Tanzfläche und wieder zurück zum Marquis, während sie einen weiteren Schluck nahm. Ihre dunkelblauen Augen musterten aufmerksam sein Gesicht. Sein weiches Lächeln hatte etwas Hypnotisches und mahnte zugleich zur Vorsicht. Seine Reaktion würde ihr hoffentlich zeigen, ob er regierungstreu war oder sein eigenes Süppchen zu kochen gedachte. Und wer aß denn schon gern allein?
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Dienstag 29 September 2009, 23:08
Suffix schien tatsächlich mehr mit dem Auftritt dieses frechen Kerls beschäftigt zu sein. Und Syrena nahm sie direkt gar nicht wahr, sondern stürmte einfach an Sheherazade vorbei auf den Imitator zu und klatschte ihm ihre Hand ins Gesicht, dass es knallte. Was sie dem Sänger an den Kopf warf, konnte die Tänzerin nicht verstehen, aber deren Unmut und Empörung konnte sie gut nachvollziehen. Sheherazade überlegte kurz, wie sie wohl reagiert hätte, wenn jemand in der Öffentlichkeit sich derartig über Lucius lustig gemacht hätte. Mit Sicherheit hätte sie das auch nicht einfach so hingenommen. Da Syrena aber kurz danach aus dem Saal stürmte, fand Sheherazade sich allein wieder. Etwas zögerlich sah sie sich um. Einige der Anwesenden kannte sie, aber keinen gut. Irgendwo sah sie Christian, aber er war natürlich mit Neome hier; Elessar war selbstverständlich mit den beiden Elfen draußen, ebenso Silvana und Drax. Als sie alle wieder hineinkamen, hielt sie jedoch vergeblich nach Lucius Ausschau. Er war nicht dabei, ebenso wie das Elfenpaar und Elessar nicht. Stattdessen kam Lucius' Hauptmann zu ihr und ließ sie wissen, dass alles gut gegangen sei und der Gardist bald nachkommen würde.

Leicht unmutig runzelte Sheherazade die Stirn. Wenn alles gut war - warum ließ er sie noch warten? Hatte er nicht versprochen, so schnell wie möglich zurückzukommen?
Sie kam sich plötzlich ziemlich fehl am Platze vor unter all den in die modischsten Ballroben gekleideten Damen und feinen Herren, deren Blicke sie nicht selten streiften - bewundernd, meistens, doch galt die Bewunderung wohl am Ehesten ihrer fremdartigen Erscheinung. Ja, er gehörte in diese Welt, daran konnte gar kein Zweifel bestehen. Sie hingegen - sie würde in einer dieser Ballroben nur verkleidet aussehen. Die Tänze, die hier bevorzugt wurden, kamen ihr steif und leidenschaftslos vor. Und hinter den Masken und Fächern schien sich ein ganzes Netz von Intrigen auszubreiten, das ihr völlig fremd war. Nein, sie gehörte hier ganz und gar nicht hinein. Die Spiele dieser feinen Gesellschaft beherrschte sie nicht. Ob Lucius das bewusst geworden war, jetzt, wo er den direkten Vergleich vor Augen hatte?

Ihr Stolz verbot ihr, sich irgendeine Unsicherheit anmerken zu lassen. Die Maske half ihr dabei - ihr meist doch allzu deutliches Mienenspiel wurde effektiv verborgen. So versuchte sie, möglichst unbekümmert und selbstsicher zu wirken, während sie doch nicht verhindern konnte, dass ihre Blicke immer wieder zu den Türen des Saals glitten. Einmal wurde sie von der Seite angesprochen... "Belle Mademoiselle, so allein?" Sheherazade fuhr herum. Ein stattlicher Herr mittleren Alters in prächtiger, wenn auch überladen wirkender Kleidung lächelte auf sie herab und verneigte sich nun elegant, nachdem er ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Selbstbewusst bot er ihr seinen Arm. "Darf ich Euch um diesen Tanz bitten? Oder vielleicht seid Ihr daran interessiert, dass ich Euch die Parkanlagen der Burg zeige? Ich kenne hier praktisch jeden Winkel..." Sheherazade sah den Adeligen (sie nahm zumindest an, es müsse ein Man von Adel sein) etwas erschrocken an und setzte grade zu einer höflichen Absage an, als sie endlich Lucius' wohlbekannte Gestalt erblickte. Rasch eilte er auf sie zu, so dass Sheherazade nur noch ein etwas hastiges "Ihr seid sehr freundlich, Efendi, doch mein Begleiter kommt soeben. Wenn Ihr mich bitte entschuldigen würdet?" herausbrachte und den Kavalier dann stehen ließ. Die letzten paar Schritte lief sie Lucius entgegen - vielleicht auch ein wenig zu schnell. Die Erleichterung stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, so wie auch Lucius erleichtert wirkte, als er ihre Hand in die Seine nahm und sie zu den Lippen führte. Sie standen strenggenommen enger zusammen, als eigentlich erlaubt gewesen wäre, aber das kümmerte sie nicht wirklich.

Auf seine Frage reagierte sie jedoch ein wenig verspätet, denn sie versuchte, in seinem hinter der Maske verborgenen Gesicht zu lesen, was draußen geschehen war. In seinen Augen las sie, dass wirklich alles gut war, und ihre Hand lag immer noch in seiner. Wieder hob er sie zu seinen Lippen, und Sheherazade machte keinen Versuch, ihm ihre Hand zu entziehen. Irgendwie schafften sie es, mitten in der Menge einen kleinen geschützten Bereich der Zweisamkeit zu schaffen, der alle anderen im Saal ausschloss. "...Ihr dürft, mon Chevalier...", antwortete sie schließlich auf seine Frage, obwohl sie keinen großen Hunger verspürte. Während sie zum Buffett gingen und Sheherazade ziemlich unschlüssig ihren Blick über die angebotenen Köstlichkeiten schweifen ließ, sprach sie leise weiter: "Nun, du bist zurückgekommen, das ist die Hauptsache - wirklich, ich habe keine Ahnung, was ein gekränkter König in seinem Stolz alles tun würde, wen er seine Frau - ehemalige Frau - in den Armen eines Anderen vorfindet. Nein... leider war es mit der Unterhaltung nichts. Ich war zu abgelenkt und Suffix und Syrena waren zu abgelenkt... dieser Möchtegernbarde hätte mich aber auch verärgert. Ich nehme nicht an, dass dergleichen auf solchen Veranstaltungen normalerweise üblich ist?"

Sheherazades Tonfall deutete jedoch schon an, dass sie mit den Gedanken nicht so recht bei Suffix und dem Auftritt des Parodeurs war. Immer noch fragte sie sich, was denn nun dort draußen geschehen war. Das lenkte sie auch davon ab, was sie überhaupt essen wollte, und außerdem kannte sie viel von dem, was sie da auf den Tischen sah, nicht. Auf seine Frage, was er ihr auftun dürfe, bekam Lucius daher nur ein kurzes Schulterzucken und ein leicht verlegenes Lächeln als Antwort. "Ich weiß nicht - kannst du etwas empfehlen? Bitte nicht zu viel - voller Bauch tanzt nicht gern." Sheherazade sah auf in Lucius leuchtende Augen und antwortete unbewusst mit einem strahlenden Lächeln. "Und die Tänze, die du mir noch schuldest, werde ich auf jeden Fall einfordern. Dabei fällt mir ein..." Ihre Stimme wurde leise und ein wenig samtiger, "wieviele von den tausend Küssen, zu denen du mich damals begnadigt hast, habe ich eigentlich noch übrig?  Ich hoffe nicht, dass ich grade heute abend schon anfangen muss, sparsam damit umzugehen?"

Sie zwinkerte ihm rasch zu und überließ es dann ihm, einen ungestörten Platz zu finden. Erst als sie saßen, kam Sheherazade wieder auf die Ereignisse draußen zurück - vorsichtig und zurückhaltend, schließlich wollte sie nicht bloß neugierig wirken.  Dafür war die Angelegenheit ohnehin zu ernst. "Nun - möchtest du erzählen, was sich zugetragen hat oder lieber nicht?", fragte sie leise.
Autor: Amras Datum/Zeit: Donnerstag 01 Oktober 2009, 14:46
<<Ja so ein Ball ist mit Sicherheit eine der besten Sachen die einem Schneider passieren kann. Aber glaubt mir es ist auch viel Arbeit damit verbunden. Schaut euch nur diese Kleider an...>>

Er deutete auf die Damen mit den ausladenden Kleidern, die mit vielen Stickereien und sonstigen Verzierungen, die die aktuelle Mode darstellen überzogen waren.

<<... In jedem Kleid stecken zwei oder mehr Tage Arbeit. Ich habe es selbst mit meiner Gehilfin nur gerade so geschafft alles rechtzeitig zu Ball fertig zu bekommen.>>

Amras lächelte und schaute sich in der Menge um. Die wenigen ihm bekannten Personen unterhielten sich untereinander und amüsierten sich anscheinend prächtig. Die wenige Ablenkung die zum einen das Erscheinen des alten Königs, zum anderen der Auftritt Landolins eingebracht hatte, war wieder vergangen und nun ging der Abend wieder seinen normalen und eher langweiligen Lauf

<<Nun ihr scheint auch nicht wirklich zu wissen was ihr hier wollt. Ohne euch zu nahe treten zu wollen, stellt sich mir sowie so die Frage warum plötzlich ein jeder eingeladen ist. Ich bin nur ein einfacher Schneider und auch ihr habt doch in der Zwischenzeit bestimmt noch nicht die Leitung einer Kaserne unterstellt bekommen? Bei der letzten Veranstaltung dieser Art gab es eine recht strenge Klassenteilung. Und wenn ihr mir den Kommentar erlaubt, es war auch besser so. Es ging zwar etwas rauer im Festzelt auf dem Marktplatz zu und die Speisen reichen nicht im Ansatz an das heran, was uns hier geboten wird, aber es war auch bei weitem interessanter.>>

Der Elf blickte zu den Tanzenden und konnte sich einfach nicht vorstellen, wie man so einen ganzen Abend verbringen konnte. Er war wirklich nicht für solche Anlässe geboren und in dem Moment froh, dass er sich nicht immer mit dieser Klasse abgeben musste.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Donnerstag 01 Oktober 2009, 21:23
Der Marquis lachte leise, als er Silvanas Beschwerde über das Essen hörte.

Aber Lady DaRemyth, Ihr müsst das verstehen - stellt Euch doch einmal vor hier ständen gewöhnlich große Speisen und eine Dame wie Lady Voderfaught...

er nickte unauffällig mit dem Kopf in die Richtung einer fülligen Adeligen, die mit Mühe und Not in ihr Mieder gezwängt worden war

...würde sich am Buffet bedienen. Glaubt Ihr nicht sie würde aus allen Nähten platzen?

Wieder lachte er leise und schüttelte dann leicht mit dem Kopf.

Seht Ihr, es hat alles seinen Sinn. So wird sie sich nicht die Blöße geben mehr als ein paar Häppchen zu essen und den Schein wahren das sie an irgendeiner Krankheit leidet, die dafür sorgt das sie so rundlich ist. Die Ärmste.

Der Sarkasmus troff nur so aus seiner Stimme, bevor er sich wieder Silvana zuwandte.

Ihr scheint ebenso unfähige Angestellte zu haben wie ich, denn auch ich konnte keine einzige Einladung in meinen Unterlagen finden. Ebenso muss es sich mein Vertreter heraus genommen haben in meinem Namen über Entscheidungen abzustimmen, denn auch darüber ist mit kein Schriftstück zugekommen. Ich denke das wird Konsequenzen für ihn haben, die ihm nicht gefallen werden.

De Lesthat hatte Silvanas Blick erwidert ohne sein Lächeln aufzugeben. Er liebte diese Spielereien auf dem politischen Parkett, die einen den Kopf kosten konnten, wenn man sich zu ungeschickt anstellte, und das sah man dem Funkeln in seinen dunklen Augen auch an. Doch die Statthalterin Nightons schien ihm zumindest in diesen Spielchen ebenbürtig zu sein. Kurz überlegte er ob er sie zu einem Spaziergang im Garten auffordern sollte, entschied sich dann aber doch dagegen, da er sich nicht sicher war wie viele Ohren in den Hecken und Büschen steckten. Doch eine Alternative unauffällig ungestört reden zu können blieb noch. Formvollendet verneigte der Marquis sich vor Silvana.

Darf ich Euch um diesen Tanz bitten Mylady? Ihr würdet mir eine große Ehre erweisen, wenn Ihr nicht ablehnen würdet...
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Freitag 02 Oktober 2009, 19:41
Als Fjalladis bemerkte, dass der Magier und die Sängerin in ihre Richtung gingen, zog sie kurz unter der Maske die Augenbrauen zusammen und sah sich unauffällig um, um sicher zu gehen, dass die beiden kein anderes Ziel hatten als den Tisch, an dem sie saß. Da es jedoch keinen Zweifel daran zu geben schien, erhob sie sich schließlich und wandte sich, nachdem sie Shaya mit einem erfreuten, fast schon dankbaren Lächeln bedacht hatte, mit einer entschuldigenden Verbeugung an Kain: „Verzeiht bitte mein Fortgehen, Herr. Ich hoffe, Euch damit nicht verärgert zu haben. Hernach wähnte ich Euch in einem Gespräch, das... zu unterbrechen mir nicht gestattet wäre. Keineswegs jedoch war es meine Absicht, Euch zu verstimmen...“

Es entsprach nicht ihrer Art, doch aus irgendeinem Grund fragte sie sich plötzlich, worum es in der Konversation der beiden wohl gegangen sein mochte...
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Montag 05 Oktober 2009, 20:13
Ein strahlendes Lächeln wich dem Schmollmund und einen Augenblick lang meinte Kain auf Shayas Gesicht dieselbe Freude darüber, Fenvar in der Menge ausgemacht zu haben, zu erkennen, die er selbst aus irgendeinem absurden Grund in seinem Inneren empfand. Ohne weiter über deren Ursache nachzudenken, erwiderte er ihr Nicken – von ihrem Enthusiasmus angesteckt und lachte schließlich, während er sich umwandte:

„Vielleicht kann sie das“,

pflichtete er ihr aus vollstem Herzen bei, ehe er ihr über die Schulter hinweg in die Augen sah und in einem fast verschwörerischen Tonfall hinzufügte:

„Doch … hat Euch Euer Meister nicht vor Leuten gewarnt, die Ihren Namen vor Euch verbergen …?“

Ein Zwinkern zwischen den Augenschlitzen sowie das Lachen, das selbst sine Stimme erreicht hatte, verrieten, dass er die Worte durchaus nicht so ernst gemeint hatte, als er einer kleinen Menschentraube auf dem Weg zum angestrebten Tisch umging und sich zu Shaya umdrehte – wie um sich zu vergewissern, dass die Bardin noch da war. Zuvorkommend bedeutete er ihr mit einer Hand in ihrem Rücken leicht vorzukommen und so den Weg zu Fjalladis. Mit jedem Schritt erhellte sich seine Miene hinter der Maske ein wenig weiter und ein Dutzend Dinge drängten sich ihm auf, die er noch nicht mir ihr besprochen zu haben meinte, als die Hochelfe sich auch schon erhob und bevor er auch nur den Mund auftun konnte, lossprudelte.

Verdattert und eher automatisch, denn gewollt, erwiderte er ihre Verneigung leicht – den Wind aus den Segeln ziehend sehen. Und als sie schließlich eine kurze Pause in dieser Tirade aus Entschuldigungen machte – vermutlich um Luft zu holen – und Kain ihrem Blick begegnete, nutzte er die Chance, um in einem warmen, fast ernst zu nennenden Tonfall einzuwerfen:

„Meine Dame, mir sind nicht viele Leute bekannt, die einen Ball aufsuchen, um ungestörte Gespräche zu führen ... Und ich darf mich glücklich schätzen, mich noch nicht zu diesen Wenigen zu wähnen …“

Und wenn jede Störung so reizend wäre …
Diesmal war er weiser, den letzten Gedanken nicht laut auszusprechen. Und so suchte er einen Moment lang ihre Augen hinter der Federmaske, ehe ein verschmitztes Zwinkern aus seiner kam und er theatralisch bedauernd fortfuhr, kurz zu Shaya hinüberblickend:

„Außerdem ist es wohl an uns, uns dafür zu entschuldigen, dass wir uns Euch so dreist aufdrängen. Allerdings haben sich Fragen aufgetan, deren Beantwortung Eure Anwesenheit ganz unablässig machen … Mit anderen Worten: Wir bräuchten Euch,  werte Fenvar! Wenn Ihr also einen Moment hättet …“

Schmunzelnd betrachtete er Fjalladis Miene, ehe sein Blick fast abwartend zu Shaya weiterwanderte. Fast unmerklich stieß er sie dabei zur Aufmunterung leicht an, wenn es vermutlich auch nicht notwendig gewesen wäre …
Autor: Thorongil Datum/Zeit: Dienstag 06 Oktober 2009, 18:58
In dem vollen Ballsaal war es leichter als gedacht, sich leise ungestört zu unterhalten. Alle waren mit sich selbst und der Auswertung des Vorgefallenen beschäftigt. Die Musik erklang etwas gedämpfter und weniger beschwingt, als man allgemein zum Dîné schritt. Der Aufmerksamkeit des Kapellmeisters konnte das Streben einer Mehrzahl der Gäste zur opulenten Tafel natürlich nicht entgehen, nachdem der Hunger auf Neuigkeiten und der erste Tanzdurst gestillt waren.
“Zweifellos“, stimmte er ihr zu, “ist ein in seinem Stolz verletzter und eifersüchtiger Mann zu allem fähig. Am Ende musste aber auch ein Kronprinz von Cormyr einsehen, dass er das Rad der Zeit nicht rückwärts drehen kann. Es ging Altaion, hatte ich das Gefühl, nicht so sehr um die Königinmutter als seine Ehefrau.. Zuneigung kann man nicht erzwingen, geschweige denn Liebe. Er beansprucht Taliesin als Thronfolger nach sich für Cormyr. Wenigstens im Moment besteht wohl keine Gefahr, dass die dragonische Regierung das zuließe. Das Reich dürstet nach Stabilität und innerem Frieden. Der Kindkönig ist ein Symbol für die Zukunft des Landes. Und außerdem gibt es da noch eine Prophezeiung; Ihr habt davon gehört?“
Während er im Plauderton sprach, flanierten sie langsam an der langen Tafel entlang. Wenn sich in der Politik Aramons nichts grundlegend geändert hatte, wovon der Gondorrim ausging, war man auch im westlichen Nachbarreich an stabilen Verhältnissen beim Verbündeten interessiert. Weil historisch der Grund aller Zwistigkeiten zwischen den beiden Königreichen eher in Verunsicherung und Misstrauen als wirklicher Feindschaft zu sehen war. Das brachte Lucius auf eine andere Frage, deren Beantwortung er jedoch auf später verschob.
“Nâ, die Vorstellung des verunglückten Hofnarren..“ jetzt im Nachhinein musste selbst der Gardist darüber grinsen, “war in der Tat unüblich und nur möglich, weil die Leibgarde wichtigeres zu tun hatte. Wo ist der schräge Vogel denn hingeflattert?“ 
Als Thorongil sich nach dem Suffix-Parodeur umblickte, was seine Größe problemlos erlaubte, bemerkte er dass die schöne Begleiterin des Marquis sich offenbar schon zum Gehen entschlossen hatte. Die Blondine musste wohl „unpässlich“ sein, wie man es in Kreisen Lesthats zu umschreiben pflegte, wenn eine Dame aus diesem oder jenem Grund keine Lust verspürte ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen. So selten wie es Bälle in Dragonia gab: allein der Begriff „Ballsaison“ war hierzulande im Gegensatz zu Aramon, insbesondere der Südprovinz gänzlich unbekannt. Da war es mehr als verwunderlich, wenn eine junge Frau sich einen Krönungsball oder zumindest den größten und für sie reizvollsten Teil des Abends entgehen ließ.
Der Marquis, dem Lucius’ Beobachtung galt, hatte sich schnell eine andere Balldame gesucht. Weniger verwunderte es den Aramoner nach dem Auftritt vor dem ehemaligen König, das die Dame an seinem Arm Lady Silvana war. Leicht zu erkennen, weil unmaskiert. Das Maskierungsgebot war ohnehin mehr eine Charade. Ein Tribut an die Vergnügungssucht gelangweilter Damen und Herren. Wer jemanden mehr als flüchtig kannte, musste eine Person hinter einer Maske identifizieren. Selbst bei mehr als hundert geladenen Gästen, so war Lucius überzeugt, kannte in dem erlesenen Kreis fast jeder der Anwesenden jeden.

“Übrigens hätte die Etiquette spätestens jetzt gefordert, dass wir dem frisch gekrönten Haupt unsere Aufwartung machen. Der Punkt des Protokolls entfällt heut Abend“, kommentierte er trocken, “und wie ich meine Gildenschwester kenne, ist sie auch kaum erpicht auf höfisches Theater. Schade, ich hätte dich gern vorgestellt. Der kleine König ist ein Junge, den muss man einfach gern haben. Vielleicht hätte sich auch eine Chance für einen Auftritt vor kunstverständigem Publikum ergeben. Nun, das kann ein Leibwächter des Königs sicher auch ohne Ball arrangieren.“, schloss er augenzwinkernd.
Bislang war nur das Nightoner Offiziercorps in den Genuss einer exclusiven Tanzdarbietung gekommen. Lucius fand nach wie vor, dass seine Schutzbefohlene in der Taverne ihr Talent verschwendete. Was für den Soldaten weit schlimmer war: es war nur eine Frage der Zeit, bis wieder etwas passierte. Solange die Wirtin dort das Nudelholz schwang und Haufen von Fremden und sogar Betrunkene einließ..

Ein wohlwollendes Schmunzeln huschte über Lucius Züge, als sein Blick dem wieder selbstvergessen über das Parkett schwebenden Elfenpaar folgte. Das und Sheherazades strahlendes Lächeln lenkte seine Gedanken in ganz andere Richtung.
“Glaubst du etwa“, fragte er mit erhobenen Brauen, “ein einfacher Soldat wüsste, wie all die Leckereien hier schmecken, mîn lytel rôse? Es ist mein erster Ball in diesem Land genau wie deiner.. und du verstehst aus der Nightoner Offiziersküche mehr davon als ich. Da halte ich jede Wette!“
Der einstige Scholar hatte auf seinen Reisen vieles probiert. Er war nicht wählerisch, was das Essen unterwegs betraf. Meist war es einfache Kost gewesen. Hauptsache sie machte satt. Mit der dragonischen Hofküche, wo viele Einflüsse: elfische, zwergische und die gehobene Kochkunst der Menschen fusionierten, kannte er sich im Gegensatz zu der seiner Heimat überhaupt nicht aus. Jeder Vergleich mit dem unseglichen Fraß für die Gemeinen in der Kaserne verbot sich sowieso.
“Es sollte mich wundern, wenn etwas dabei ist, was nicht schmeckt. Géan, und ich weiß jemanden, der uns sicher helfen kann.“, meinte er blinzelnd als er Sheherazades leichte Verlegenheit bemerkte.
Thorongil winkte einem Lakaien in makelloser Livree. Der Diener verbeugte sich leicht, warf einen Blick zu der schönen Südländerin. Hinter der Maske des Mannes aus vollendeter Höflichkeit blitzte kurz unverhohlene Bewunderung auf. Dann beeilte er sich auszuführen, worum der Aramoner ihn in ein paar leisen Worten gebeten hatte.
Lucius' Kopf ruckte zu Sheherazade herum. Was hatte sie da eben gesagt? Und vor allem: in welchem Tonfall?
Mit einem deutlichen Anflug von Erstaunen erwiderte er den unergründlichen Blick dieser mandelförmigen Augen hinter der Feuermaske, deutete die übliche kleine Verbeugung samt einem frechen Grinsen an und machte dabei eine leichte Kopfbewegung zu einem entlegenen Alkoven des Saales. Ihre Dreistigkeit heischte nach einer sofortigen Antwort.. vergessen war die Begegnung eben im Garten. Der blonde Gardist hatte nur noch Augen für ihre verlockende, aufregende Schönheit, die ganz einer exotischen Traumwelt entsprungen zu sein schien.

“Swâ.* Sheherazade, yâ hanim, ich traue meinen Ohren nicht! Wünscht Ihr tatsächlich in dieser Abgeschiedenheit..“ murmelte er verschwörerisch und machte eine umfassende Handbewegung, die alle in dem Säulengang wandelnden Gäste einschloss, “.. dass ich zärtlich zu Euch bin?“
Bestimmt wurde sie jetzt verlegen, wie er es beabsichtigt hatte. Noch ehe sie die Nische erreichten, fuhr er leise mit gespielter Überraschung in der Stimme fort:
“Nun, die Begnadigung war nicht an einen Zeitpunkt gebunden. Wann immer dir der Sinn danach steht.. auch jetzt gleich.“

Er nahm ihre kleine Hand und zog sie in den Alkoven und in seine Arme. Nicht länger konnte er ihr in die braunen Augen sehen, denn sein Mund wanderte an ihrem Hals hinab, die Lippen streiften kurz das kühle Gold des Colliers mit dem Pferdecamée, bevor er an ihrer entblößten linken Schulter inne hielt. Lucius spürte, wie ihm das Blut vom Herzen fort- und schwindelerregend in den Kopf strömte. Die Wärme ihres Leibes trieb ihm den Duft ihres seidig dunkel glänzenden Haars in die Nase. Er roch an ihr, wie an einer duftenden Rose, sanfter, leichter Atem traf auf ihre samtene Haut. Seine saphirblauen Augen glänzten, als er den Kopf hob, um sie anzusehen.
“Du poussierst mit fremden Gentlemen, die dir zufällig auf einem Ball begegnen, während du auf deinen anständigen Ballherrn wartest? Schäm dich, mîn hléowmæg. Dafür musst du bestraft werden, fürchte ich.“
Mit einem spitzbübischen Grinsen richtete er sich auf. Sein neckischer Ton allein sagte ihr nur allzu deutlich wie seine Worte gemeint waren.
Der stattliche Edelmann, der die Sharizad offenbar angesprochen hatte, war der Aufmerksamkeit des Gardisten nicht entgangen.
Mit seiner Hand streifte er ganz leicht ihre Wange. Er berührte sie kaum. Rasch warf er einen Blick über Sheherazade hinweg in den Saal. Niemand schien sie zu bespitzeln. Nur der Lakai, der seinen Auftrag brav erfüllt hatte, steuerte mit beladenen Tellern auf den Alkoven zu.
Lucius zuckte zusammen wie ein ertappter Sünder.. der er war.
’Oh ihr Götter!’ Wie lange schon hatte er sich dem hingegeben? Wie er dieses Spiel liebte! Es umso mehr liebte, wenn es ein bisschen gefährlich war.
Ein kleiner Tisch in der Nische erlaubte ihnen hier zu speisen, statt an der großen Tafel Platz zu nehmen.
“Verbleiben abzüglich dieses, wenn Ihr ihn denn gelten lasst, noch eintausendneunhundertachtundneunzig Küsse für den heutigen Abend, yâ Hanim“, hauchte er ihr leise zu, “denn ich habe mich so eben entschlossen, Eure Strafe um tausend weitere Küsse zu erhöhen.“

Der Lakai brachte einen Teller mit leicht bekömmlichen Köstlichkeiten: Amuse-Gueules aus Früchten, feinem Gemüse, magerem Fleisch und kleinen Pastetchen servierte er Sheherazade. Während der Teller für Lucius so reich beladen war, als hätte der Soldat tagelang gehungert. So hatte es der Druide immer gehalten. Abgesehen von diesem Fest hatte er keine Gelegenheit zu Völlerei. Wer weiß, ob und wann er je wieder so etwas Gutes bekam?
Der Diener fragte, was die Herrschaften zu trinken wünschten und als er sich entfernt hatte, um es zu holen begann Lucius Sheherazade zu berichten. Von Anfang an, was sich am heutigen Tag zutrug, seit sie sich am Stadttor getrennt hatten. Nur die Begegnung mit der Vicomtesse verschwieg er wohlweislich. Ebenso Details des Gesprächs mit Javelin. Die hätten die Tänzerin ohnehin nur gelangweilt und deren Kenntnis konnte sie im Zweifel höchstens in Gefahr bringen.
“Was ist während der Krönungszeremonie geschehen, als das Volk so unruhig wurde?“ erkundigte er sich.
“Meine Leute wurden auch ein wenig nervös. Géan, wenn man bedenkt, was hier in Drachenauge unlängst geschah: kein Wunder. Und der Möchtegern-Barde, hat er seine Maske gelüftet? Oder wo ist er abgeblieben?“
Von der saftigen Ohrfeige, die Syrena Landolin verpasst hatte, hatte Thorongil nichts mehr mitbekommen. Der Lakai kehrte noch einmal mit der Karaffe Rotwein zurück, die der Gondorrim geordert hatte. Die schimmernde Flüssigkeit reflektierte flackerndes Kerzenlicht.
“Domaine de La Forêt aus Naha, Syrah“, sagte er, während er Sheherazade von dem zarten Schluck einschenkte, “eine Traubensorte, die von Handelsreisenden aus deiner Heimat nach Aramon gebracht wurde. Der Zauber der Wüste hallt in ihm nach. Er wird dir munden, hoffe ich, mîn felgerôle.“
Dann lächelte er.. auf eine sonderbare, hintergründige, ja wissende Weise.
“Übrigens habe ich nichts dagegen, dass du mit anderen Herrn tanzt, solange du es möchtest und sie kultivierte Manieren haben. Denn dazu ist ein Tanzfest schließlich da. Und du weißt, warum ich dich vorhin gebeten habe, ein wenig zu plaudern? Trotz des Ernstes der Lage zu plaudern, meine ich?“
Seine große Hand glitt wie zufällig über den hauchzarten glatten Stoff ihres Rockes, während die schwere Süße des ersten Schlucks über seine Zunge rollte.
’Aaaah! Es geht doch nichts über den Geschmack von heimatlichem Wein..’
„Wir kommen immer wieder zu einem Punkt. Wenn du über dich hinauswachsen willst, die Welt nach deinen Wünschen verändern, musst du zuerst dich selbst überwinden. Deine Ängste, deine Selbstzweifel.. dein Misstrauen und auch deine Neugier.“

Beim letzten Wort schmunzelte Lucius, obwohl er im ernsten Tonfall gesprochen hatte.
“Nur dann werden deine sehnlichsten Wünsche in Erfüllung gehen. Du bist ein verführerischer Engel von unvergleichlicher Anmut und Grazie.. aber manchmal müssen auch Engel kaltblütig wie Sternenlicht sein. Könntest du auch nicht unbefangen plaudern, als wäre nichts, wenn mein Leben davon abhinge? Oder deins?“ fragte er leise und klar.
“So etwas kann man lernen, wenn man es will.“ setzte er fast unhörbar hinzu.
Für ihn war das selbstverständlich. Er war ein Mann, ein Krieger und durch die harte Schule der Lukannoner Kadetten gegangen, abgesehen von allem andern.. aber sie?
Wenn sie in Dragonia leben, überleben wollte, musste auch sie es lernen. Hier war nicht das wohlbehütete El Abd Salir.
Eindringlich sah er sie an und seine Augen leuchteten auf wie blaue Diamanten.
“Géa, ich weiß“, sagte er nach einer Weile leichthin, "solche Gespräche sind entschieden nichts für ein Tanzvergnügen. Ich verspreche dir, für die verbleibende Nacht den Hares in die Wüste zu schicken.“
Seine vollen Lippen kräuselten sich spöttisch bei der Zweideutigkeit. Natürlich dachte er an ihren ältesten Bruder. Gleich darauf schalt er sich einen verdammten Narren. Bestimmt vermisste sie Djezir und hatte Sehnsucht nach ihrem Zuhause. Das war nun das Letzte, was er gerade jetzt in ihr erwecken wollte..
“Widmen wir uns lieber den köstlichen Delikatessen und dann.. sollt Ihr Eure Tänze bekommen, yâ Hanim.“
Ein verstohlenes Lächeln huschte über seine aristokratischen Züge. Über sich selbst erstaunt, merkte der Adlerritter, dass seine Erinnerungen an den letzten Ball ihn los gelassen hatten. Verdrängt von den neuen Sinneseindrücken in all ihrer atmenden, ausgelassen pulsierenden Lebendigkeit und einem Zustand angespannter Erwartung, was die Nacht noch für ihn bereithielt.
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*"Soso."
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 07 Oktober 2009, 14:23
Dass Suffix noch Freunde hatte, bemerkte man daran, dass nicht alle mit dieser Zumutung, wie man diese stümperhafte Darbietung nennen musste, einverstanden waren. Als eine der ersten tauchte Sheherazade bei ihnen auf. Doch Suffix, der alle ganz genau beobachtete, wie sie Syrena aufnahmen, sah so genau, das etwas gequält freundliche Gesicht um das sich Sheherazade bemühte. Suffix dachte sich dazu seinen Teil ohne eine Miene zu verzeihen.
Sie – Shery - sprach mitfühlende Worte, was Suffix insofern gut tat, dass sie mit ihm überhaupt noch redete, nachdem er ihr Einstandsfest in der Nightoner Gastronomie gründlich gecrasht hatte. Hatte Idith etwa geplaudert, dass er den Schaden komplett beglichen hatte, obwohl er ihr das Geld – eine erkleckliche Summe, wie Suffix übrigens befunden hatte - nur gegeben hatte, dass sie Stillschweigen darüber bewahrt. Der ideelle Schaden war ja irreparabel gewesen. Dass solche Gedanken ganz unangebracht waren stellte sich alsbald von beinahe selbst heraus. Sheherazade konnte die Neugierdsnase nicht verheimlichen und kam schnell zum Thema.
Es freut mich wirklich sehr, dass Du ausgerech…nein, ich will wirklich nicht unfreundlich sein. Ich freue mich einfach, auf Freunde“ die Betonung erfolgte absichtlich darauf „zählen zu können. Es war wirklich eine Frechheit ohnegleichen und schlimm, einfach nur schlimm – und peinlich.“ Dann stutzte er. „Wiiiiee, bitte? Der König? Du beliebest Du scherzen, werte Sheherazade. Dieser Witzbold und Schießbudenfigur ist doch erst abgehauen und ich, ich war so was von froh, dass er sich verpi…verbieselt hat und jetzt hat der, nein, das glaube ich jetzt nicht. Der kann mich am…“ Suffix wollte gerade fortfahren, was ihn der König alles wo und wie kann, alles in allem ganz wenig Schmeichelhaftes, aber Sheherazade war zu aufgeregt um dieser Suada weiter zu lauschen. Er sah noch Sheherazade nach, wohin sie es denn so eilig hatte, so bemerkte erst gar nicht, dass sich Syrena aufgerichtet hatte und in Richtung Bühnenpodest eilte. Der falsche Barde, der eigenartigerweise nicht abgeführt worden war, bevölkerte immer noch die Bühne. War das ein abgekartetes Spiel? Erst als es ein klatschendes Geräusch gab, das von keinem Instrument stammen konnte, erkannte Suffix was sich da gerade zutrug. Syrena hatte dem falschen Bardenfuffziger eine geknallt. Mitten in sein Antlitz. Er kannte Syrena nur als freundliches Mädchen, nein auch als eifersüchtiges, aber das jetzt war etwas ganz Anderes. Dieser Möchtegernbarde musste eine ganz wunde Stelle bei Syrena getroffen haben, denn anstatt an ihrer beider Tisch zurückzukehren, rauschte sie – und Suffix sah die Tränen – aus dem Saal. Suffix war wie versteinert. Die Tachtel war ihm ein inneres Volksfest gewesen, dass aber Syrena so aufgewühlt war, traf ihn schwer viel schwerer und unvermittelt. Wenn sie auf ihn losgingen, kein Problem, aber auf seine so unschuldige Geliebte. Er hatte niemals daran gedacht, dass alles was ihn beträfe auch sie bewegen würde.
So abgelenkt, übersah er den Moment, wo sich der falsche Suffix aus dem Staube machte. Die Musik setzte wieder ein und eigentlich was alles so wie eben noch zuvor. Außer, dass eine völlig außer sich warende Syrena weggeeilt war. Er musste sie suchen.

Doch da war seine Freundin Neome auf einmal da und tröstete ihn auf eine Art und Weise und mit ehrlichem Herz und einfühlsamen Schmelz, wie nur sie es kann. Nein, Suffix empfand es nicht zu tröstend. Noch eine Sekunde, noch eine und dann machte er sich doch ganz leicht - um Neome nicht zu verletzen - frei. „Du hast recht, es war tatsächlich, meine Freund…nein, ich gestehe es gerne, ich liebe sie von ganzem Herzen. Syrena heißt dieses so bezaubernde Wesen und ja ich werde Euch beide, nein natürlich dreien, sobald…leider ist sie. Ja, sie hat gelitten mit dieser ekelhaften Abstössigkeit. Ja, ich komme…“ langsam wurde Suffix nervös, er musste Syrena suchen gehen. Was wäre, wenn sie diesem Doppelgänger…darob erschrak Suffix „Neome, entschuldige, ich muss unbedingt, wenn ich sie…wenn ihr, Du bist doch mit Christian…Ja, ach ja Yolmena, ich freu mich mich, ja…bis gleich Gruß an den, den…ja, Christian“ und dann hatte er es geschafft sich loszueisen.

Wo er auch vorbeikam, lachen und Zustimmung auf der einen Seite, andere ablehnend. Wußten die nicht, wer der echte, wer der falsche…? Aber keine Spur von Syrena. War dort nicht Landolin? Er konnte es sein, aber auch nicht, die Verkleidung machte eine sichere Bestimmung unmöglich. Hatte der etwa über die Lachnummer Tränen vergossen und sich am Boden gewälzt, wenn er heir gewesen war? Er hoffte, dass er nicht hier gewesen war und es auch der gar nicht ist, den er da vermutet. Eigentlich war er als kleine Nummer gar nicht dafür prädistiniert, eingeladen zu werden. Der musste sich ja vor Vergnügen selbst in den Hintern gebissen haben - vor Freude versteht sich, aber eben nur, wenn er...was Suffix aber stark bezweifelte.

Und wieder zwei, die er vielleicht kennen konnte. Eventuell Amras und und…Suffix hatte den Namen vergessen, nur dass er sie bei den Ben Tauhari getroffen hatte, dort in der Wüste, das wusste er noch und dass sie auch eine Amazone war – aber dafür konnte sie ja nichts. Es war die Stimme, die er schon einmal gehört hatte. Hilfesuchend wandte er sich an die beiden. „Ich hoffe, ich störe nicht, ich suche, ich suche sie“ Etwas verständnislos der Blick der beiden, oder nicht? „Entschuldigt ich will nicht, aber ich muss, stören nämlich“ Noch mehr Erstaunen. „Ach, die Frau, die dem Trottel da oben eine geklatscht hat und dann raus greannt ist, habt ihr gesehen, wohin? Es ist wichtig, es eilt“ Aber die beiden wussten auch nichts außer, dass sie den Saal verlassen hatte. Und genau das machte dann Suffix auch. Es waren im übrigen wirklich Amaras und Aristea gewesen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 07 Oktober 2009, 15:09
Ihre Rettung nahte. Befreit atmete Elina aus, als Darcia sich vor ihr verneigte und eine Entschuldigung flötete. "Mylord, wie könnt Ihr bloß denken, ich wäre Euch böse. Schließlich war ich diejenige, die so eilig den Saal verließ. Die Luft hier draußen ist herrlich."

Ihr Lächeln bekam wieder etwas Fröhliches, wäre da nicht die steile Falte zwischen ihren Augenbrauen gewesen, als sie fortfuhr: "Die Gesellschaft allerdings weniger. Geck ist noch ein zu milder Ausdruck für den Flegel, der sich mit mir einen unerhörten Spaß erlaubt hat. Eine Dame erst zum Tanz aufzufordern um sie dann höchst ungebührlich stehen zu lassen, das ist ein Scherz, der auch auf einem Maskenball nichts zu suchen hat. Da stimmt Ihr mir doch zu, Mylord, nicht wahr?"

Dass Darcia ihre Ehre verteidigen wollte fand Elina ausgesprochen edel. Mit einem berückenden Lächeln, das nun auch ihre Augen erreichte und die Falten auf ihrer Stirn vertrieb, hakte sich die Blondine bei ihrem Verehrer unter.

"Es spricht für Euch, dass Ihr diesem Taugenichts den Kopf waschen wollt. Ich will diese Kränkung für heute vergessen und den schönen Abend genießen. Wozu noch mehr Ärger? Lasst uns ein wenig durch den Garten flanieren, mein Herr." Natürlich hoffte sie, dass er sie später wieder auf die Tanzfläche führen würde.

Offizier, hörte Elina ihn kurz darauf über seine Person sagen. Schon wieder. Ausgerechnet. Wieso zog sie Soldaten an wie Licht die Motten? Elina unterdrückte ein enttäuschtes Seufzen. Andererseits, ein erfolgreicher Soldat konnte es durchaus bis zum Statthalter, wenn nicht gar bis zum Adelstitel schaffen. Davon hatte sie bereits gehört. Silvana war das beste Beispiel dafür. Und dabei hatte die Kriegerin noch nicht einmal in einer Kaserne gedient.

"Hach, was für ein schöner Garten. Die Gärtner sind wahre Künstler, oder die Burgherrin versteht dem Personal präzise Anweisungen zu geben. Seht nur, dieses farblich abgestimmte Blumenarrangement. Und dort, ein Strauch in der Form eines Schwans." Elina deutete von einer Stelle zur nächsten, während sie über den Kiesweg schlenderten. Genug des Geplänkels, meldete ihre Neugier. Zeit zum Angriff überzugehen.

"Verzeiht mir, Blumen sind bestimmt nicht das Thema, über das ein Offizier zu plaudern wünscht. Da kommt die Burgverwalterin in mir durch. Erzählt mir doch bitte von Euch. Ich bin begierig zu erfahren, welcher Mensch hinter dieser animalischen Maske steckt. Ist es Eure Profession, das Kriegshandwerk, oder habt Ihr Euch inzwischen anderen Aufgaben zugewandt? Ein einfacher Soldat würde gewiss nicht den Maskenball einer Krönungsfeierlichkeit besuchen. Besitzt Ihr ein großes Anwesen in der Nähe?"

Was sie noch viel brennender interessierte: "Kennt Ihr Nighton? Ein unscheinbares Kaff am Fuße der Drachenberge, gewiss, und derzeit leider meine Heimstatt. Aber die Burg kann sich sehen lassen seit ich das Regiment dort übernommen habe."

Bei dem Vergleich ihrer Stellung mit dem eines leitenden Offiziers lachte Elina leise auf. "Welche Position habt Ihr denn inne, wenn ich dies fragen darf?"

Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 07 Oktober 2009, 17:07
“So sollte man nicht einmal mit einer Dirne umgehen.“, entrüstete sich der Gestaltwandler. “Das er sich solch einen Spaß aber mit einer Edeldame wie Euch erlaubt hat – ich will gar nicht darüber nachdenken. Da ist ja selbst Flegel noch ein viel zu milder Ausdruck. Doch um Euch zumindest den restlichen Abend so angenehm wie möglich zu gestalten komme ich Eurer Bitte nach und werde die Sache auf sich beruhen lassen.“

Mit einem Lächeln bot Rion der hübschen Burgverwalterin den Arm an und schlenderte an ihrer Seite durch die Gartenanlage. An dieses Gefühl hätte er sich gewöhnen können, doch leider wirkte er die meiste Zeit über nicht gerade anziehend auf das weibliche Geschlecht. An diesem Abend lag die Sache allerdings ein wenig anders. Die Maskerade war wirklich jedes Goldstück wert und davon hatte sie ja mehr als genug gekostet…

“Ich habe nichts dagegen einzuwenden auch einmal über die schönen Dinge des Lebens zu reden.“, widersprach der Tiermann, als Elina ihre Schwärmerei über die Blumen und Sträucher unterbrach. “Gegenüber den Themen, die mir in der Kaserne so zu Ohren kommen, bietet das einen ganz wunderbaren Kontrast. Und lasst Euch versichern, dass die schönste Blume in diesem Garten Ihr seid. Die Aufgaben mit denen ich so konfrontiert werde lassen sich recht bequem vom Schreibtisch aus erledigen und ich kann mich glücklich schätzen, wenn ich genug Training bekomme um in nächster Zeit keinen Speck anzusetzen. Was das Anwesen betrifft besitze das offen gestanden nicht ich, sondern mein Vater. Wenn er sich auf den First des höchsten Gebäudes stellen würde könnte er nur eigenes Land sehen, so weit sein Auge reicht.“

Davon, dass der Anblick größtenteils aus den steilen Wänden einer schmalen Schlucht bestand sagte Phelan lieber nichts. Land war nun einmal Land… “Später wird der Besitz wohl an meinen Bruder übergehen und so habe ich den Weg eines Kriegers eingeschlagen.“ Gut, das war so nicht ganz richtig, aber mit ein Grund Soldat zu werden war es wohl gewesen.

“Oh, natürlich kenne ich Nighton. Die dortigen Handwerker sind über die Grenzen des Landes hinaus bekannt.“, antwortete der Maskierte. “Und ich kann mir geradezu bildlich vorstellen, wie sich die Burg unter Eurem Regiment verändert hat. Und mein Rang, es ist wohl kein Geheimnis, ist der eines Leutnants. Ich habe damit zwar noch immer zwei Vorgesetzte in meiner Stadt, aber der Sold ist schon ganz ordentlich. Doch damit habe ich wohl schon mehr verraten, als Ihr mit Eurer Frage erfahren wolltet, oder?“ Mit einem schelmischen Lächeln sah Darcia das Fräulein an.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Mittwoch 07 Oktober 2009, 17:34
Shaya war sich ziemlich sicher das Fenvar ihr helfen konnte wen es den die regeln des Maskenballs gestatteten. Das war etwas das ihre Geduld schon auf eine harte probe stellte. Es war wohl der Sinn dieser Masken das man den anderen nicht erkannte. Der Sinn dabei war wohl der Spaß am Rätseln wie gut man den anderen anhand seines Wesens erkannte. Sie glaubte das es eher daran lag das weder der Magier noch die Hochelfe ihr sagen wollten wer sie waren.

„Oh sicher hat er das...aber ich denke bei einem Maskenball zählt diese Warnung nicht. Ist es den nicht der Sinn des Balls zu versuchen den maskierten zu erkennen bevor um Mitternacht die Masken entfernt werden?“

Natürlich hätte Shaya nichts dagegen wen man ihr orher sagen würde wer die beiden waren. Sie kannte ja keinen hier und so hatte sie von vorne rein da schlechte Karten wen zu erkennen. Also, so meinte sie zumindest, konnte sie versuchen vorher zu erfahren wer hinter den Masken steckte. Sie jedenfalls folgte dem Magier auf dem Fuße zu Fenvar. Nur um wenig später etwas verwirrt und erstaunt zu bemerken das Fenvar wohl geglaubt hatte sie könnte bei einem Gespräch stören. Dabei hatten sie über nichts wichtiges gesprochen.

Sieht man mal davon ab das er mich beruhigt hat.. und jetzt hoffentlich deckt das ich mich daneben benommen hab...wie wenig es doch manchmal braucht mein Selbstbewustsein zu erschüttern und mich zu ärgern. Das ist wohl meinem menschlichen Anteil geschuldet

Shaya schweig erstmal einen Moment und ließ dem Magier das erste Wort. Er konnte sicher viel besser als sie sagen das es keinen Grund gab anzunehmen sie hätte irgendwie gestört. Allerdings der Gedanke das sie Fenvar vielleicht mit ihren fragen belästigen könnte ließ sie verlegen grinsen. So gesehen sprach es doch von ziemlicher Ungeduld unbedingt vor Mitternacht wissen zu wollen wer der Magier war. Als er sie an stieß fasste sie sich trotzdem ein Herz um zu fragen...mehr als das sie sagte wartet es ab konnte ja nicht geschehen. Sie war ja auch nur Neugierig.

„Ja allerdings ihr könntet das Rätsel sicher lösen das er mir aufgab... Ein wenig versuche ich zu erkennen wer sich wohl hinter dieser Maske verbirgt...welche Art von Wesen...naja man könnte sagen ich versuche das Wesen hinter der Maske zu erkennen. Nur habe ich so gar keine Hinweise außer das er kein Farmer ist wie sein Vater...vielleicht könntet ihr mir helfen?“

Wobei für Shaya genau genommen die frage wer hinter dem Namen Fenvar steckte genauso interessant wäre...und sie auch genauso interessierte. Kam Zeit so kam sie vielleicht auch diesem Rätsel auf die Spur.

„Verzeiht mir wen ich zu neugierig erscheine....“

Shaya lächelte leicht verlegen während sie abwartete ob sie zu weit gegangen war. Sie würde nur zu gerne wissen welche Geschichten sich hinter den Masken, vielmehr hinter den dazu gehörenden Gesichtern sich verbargen. Viel konnte man aus solchen Geschichten lernen.
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Donnerstag 08 Oktober 2009, 18:25
Fjalladis' Blick wanderte von der undurchschaubaren, dunkelblauen Maske zu dem ihr unerklärlichen Lächeln der Bardin und sie schluckte trocken. Ein wenig kam sie sich vor wie ein Steinbock, den man in eine Falle jagt und dann zu der Funktionsweise der Armbrust befragt, mit der man ihn zu erlegen gedenkt.
„Sein Vater ist Farmer?“, brachte sie schließlich hervor. „Da wisst Ihr bereits mehr als ich...“
Irgendetwas sagte ihr, dass dies gewiss nicht die Antwort gewesen war, die man erwartet oder erhofft hatte und so fügte sie mit kaum merklichen Betonung auf dem ersten Wort hinzu: „Ich bin kein Magier und ich vermag nicht mehr als Ihr das Wesen eines Menschen zu ergründen. Doch sagt man, die Musik vermöchte bis in das Innerste der Seele vorzudringen. Wenn dies der Wahrheit entspricht, sollte Euch als Meisterin dieses Fachs der Weg zu einem Wesen, ganz gleich hinter welcher Art von Maske es sich auch verbergen mag, so frei sein, wie es jemandem wie mir kaum je möglich wäre.“
Ohne den Kopf zu drehen, ließ sie ihre Augen bei den letzten Worten zu Kain hinüber gleiten. Sie selbst hatte mit Musik nicht viel am Hut, was zum Teil vielleicht auch daran liegen mochte, dass sich kein solcher in ihrem Besitz befand, aber dafür hatte sie bei Theaterveranstaltungen und ähnlichem schon zur Genüge erlebt, wie selbst bewaffnete Männer bei dem Gesang einer schönen Frau geradezu rührselig wurden...
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 10 Oktober 2009, 11:40
Syrena hatte den Ballsaal verlassen, stand jetzt aber unschlüssig in der Nähe des Eingangs in einer Nische. Sie hatte es irgendwie geschafft sich so zu beruhigen, dass keine Tränen mehr flossen, aber zurück in den Saal wollte sie trotzdem nicht. und das Fest einfach zu verlassen, ohne zumindest Suffix Bescheid zu sagen, das ging auf gar keinen Fall. Sie atmete tief durch und zwang sich zur Ruhe. Suffix würde nach ihr suchen, dessen war sie sich sicher. Sie würde einfach hier warten, bis er irgendwann aus dem Ballsaal heraus kam.
Autor: Landolin Datum/Zeit: Sonntag 11 Oktober 2009, 19:43
In Selbstmitleid versinken… das konnte er, wie Landolin schmerzlich bewusst wurde. Er war der größte Narr in diesem Saal und nicht etwa Suffix, auch wenn er das noch so gerne geglaubt hätte. Wenn er nur ein einziges Mal alles bis zum Ende durchdenken würde – aber das tat er nicht. Stattdessen stolperte er regelmäßig in Abenteuer, die ihn nichts angingen und nahm die Gelegenheiten, der Gefahr zu entgehen, niemals war. Er mischte sich ein, obwohl er den anderen Leuten öfter im Weg umging, als dass er ihnen half.

Der Becher war schon wieder leer und einen Moment lang bereute der Hohentürmler, dass er ihn nicht ganz gefüllt hatte. Mit einem leisen Seufzer entschloss er sich schließlich dazu, auf Wein umzusteigen, denn er hatte weder vor, den Rest des Abends damit zu verbringen, sich unter den Tisch zu saufen, noch sich ein weiteres Mal selbst zu entgiften.

Und es gab noch etwas, dass er schleunigst ändern sollte: Das alleine Herumstehen. Nicht, weil er Angst hatte zu sehr aufzufallen und am Ende doch noch enttarnt zu werden, sondern weil er nicht länger seinen trüben Gedanken nachhängen wollte. Rasch ließ der junge Mann den Blick über die Menge schweifen, doch Phelan… Darcia war im Moment nicht zu entdecken. Jemanden wie Amras, den er nicht allzu gut kannte, unter all den Maskierten zu finden, versuchte er erst gar nicht und auf einem Fest wie diesem mit Silvana zu sprechen stand ihm gewiss nicht zu.

Irgendwann fiel sein Blick auf die Elfe in dem dunkeltürkisen Kleid. Es war lange her, dass er zum letzten Mal mit ihr gesprochen hatte. Seine Apotheke erforderte mehr Zeit, als er anfangs gedacht hatte…
Doch warum hatte er sie eigentlich in der Vergangenheit so oft aufgesucht? Weil sieh in ihm mehr sah als er eigentlich war. Vielleicht sogar das, was er immer hatte sein wollen. Und es gefiel ihm zweifellos ausnahmsweise einmal derjenige zu sein, zu dem jemand aufsah… Was für ein idiotisches Verhalten er doch manchmal an den Tag legte.

Sollte er sie also tatsächlich ansprechen? Im Moment schien sie alleine zu sein – der weißgekleidete Geck und die andere Frau standen ein wenig abseits in ein Gespräch vertieft. Landolins Beine setzten sich bereits in Bewegung, bevor er eine bewusste Entscheidung getroffen hatte. Fast im selben Augenblick bemerkte er, dass sich die beiden Fremden ebenfalls auf Fjalladis zu bewegten. Na großartig.
Die Schritte des Heilers wurden langsamer und am Ende blieb er ein Stück von der kleinen Gruppe entfernt stehen. Er hatte keine große Lust darauf mit irgendwelchen Unbekannten zu reden, ganz gleich wie belanglos das Gespräch auch sein sollte, doch er blieb nahe genug, um hören zu können, worüber die drei sprachen.

Der Kerl war ihm vom ersten Augenblick an unsympathisch. Die Sorte Mann, die nichts und niemanden ernst nehmen konnte. Allein schon der Tonfall – grauenhaft! Und er redete die Priesterin mit einem merkwürdigen Namen an… Daran, dass es wirklich Fjalladis war zweifelte der Hohentürmler seit ihrer wortreichen Entschuldigung nicht mehr. Diese Art sich auszudrücken fand man nur schwerlich ein zweites Mal.
Die rothaarige Frau dagegen schien ihm eher verunsichert zu sein. Kein Wunder, befand sie sich doch in der Gegenwart einer Hochelfe und eines laienhaften Frauenhelden.
Mit einem genervten Schnauben lehnte sich der Apotheker an eine der Säulen und verschränkte die Arme vor der Brust. Der Kerl in Weiß schien sich auch noch einen Spaß daraus zu machen, die Fremde über seine Identität im Unklaren zu lassen.
Kein Bauer wie sein Vater – um das zu wissen, musste man sich nur den aufwändig bestickten Gehrock ansehen. Oder sich mit Magie auskennen.

Eine klare Antwort auf ihre Frage bekam die Rothaarige aber auch von der Hochelfe nicht. Stattdessen wurde plötzlich über Musik geredet, was Landolin unwillkürlich an seinen Auftritt zurückdenken ließ. Und das konnte er im Moment gar nicht gebrauchen.
“Der verehrte Herr ist Magier. Zumindest lässt mich seine Aura das vermuten.“, meinte der Hohentürmler daher ohne Vorwarnung und laut genug, um nicht einfach überhört werden zu können. Er hatte sich nicht einen Zentimeter von der Säule wegbewegt – und höchstens seine Augen verrieten eine Spur Missfallen, “Entschuldigt, ich wollte nicht lauschen. Aber da der Bekannte, mit dem ich zu diesem Fest angereist bin, einen Tanz mit einem schönen Fräulein einem gepflegten Gespräch vorzieht, kam ich kaum umhin irgendwem zuzuhören. Dieser stümperhafte Bardenverschnitt von vorhin kam ja nicht über ein paar Strophen hinaus und eure Unterhaltung erschien mir hörenswerter, als die Diskussion über Korsette, die die Damen dort drüben führen.“
Er deutete auf eine Gruppe aus Adelstöchtern am anderen Ende des Buffets und richtete sich gemächlich auf, um eine Verbeugung andeuten zu können…
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 12 Oktober 2009, 13:53
Der Marquis besaß Humor. Das gefiel der Wallonenkriegerin. Lady Voderfaught glich tatsächlich mehr einer fetten Robbe denn einem Schwan. Silvana stimmte in sein Lachen ein und griff nach einem Brötchen mit schwarzen Kügelchen und etwas Grünzeug als Dekoration darauf. Harmut nannte das Schwarze "Kaviar" und verzehrte Unmengen davon. Es roch intensiv nach Fisch. Silvana schnupperte und schob sich das winzige Häppchen in den Mund.

"Mmh, nischd schlechd", presste sie zwischen den Bissen hervor und schluckte hinunter. "Jetzt verstehe ich erst, was Rotberg an diesen schwarzen Körnchen so reizvoll findet. Der Freiherr versteht sich wahrlich gut aufs Genießen." Silvana griff nach einem zweiten Happen, winkte mit dem Kaviarbrötchen zu Hartmut hinüber, der sich ein paar Personen weiter am Buffet verköstigte und zu seiner Statthalterin herüber blinzelte. Auf ihren stummen Hinweis mit dem Kaviar nickte er ihr mit einem wissenden Lächeln zu und zwinkerte.

"Fischeier, richtig? Bei der Göttin, so etwas hätte ich früher nicht angerührt. Lange Zeit habe ich mich von Erdhörnchen und Kaninchen ernährt."

Der Marquis stieg auf ihre vorsichtige Ausdruckweise den Rat betreffend ein und äußerte dieselben Gedanken. Silvana leckte sich gerade die Finger ab, als ihr der Statthalter eine Hand hinstreckte und sie zum Tanz einlud.

"Tanzen? Ihr wollt mit mir...?" Das Entsetzen stand der Kriegerin ins Gesicht geschrieben. Aber was sollte sie tun? Elina hatte immer wieder betont, dass es keine bessere Möglichkeit gäbe sich unbelauscht zu besprechen. Silvana schluckte krampfhaft den Speichel hinunter, der sich in ihrem Mund sammelte. Der Marquis würde wenig begeistert sein, wenn sie ihm die Zehen flach trampelte. Zögernd legte sie ihre Finger auf seine Handfläche und ließ sich auf die Tanzfläche führen. Der Tanz mit Phelan fiel ihr ein, damals, in Ulphara. Liebend gern hätte sie auch jetzt einen offenen Tanzstil bevorzugt.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 12 Oktober 2009, 14:37
Suffix hatte sich durchgefragt, aber niemand war Syrena aufgefallen oder wollte ihm Auskunft geben. Suffix wurde immer hektischer. Hoffentlich ist ihr nicht zugestoßen. Wer weiß zu was dieser Notbarde noch im Stande war, außer ihn schlecht nachzumachen.

Er war auch im Garten gewesen, aber da wieder sehr schnell weggegangen, nachdem er ein Pärchen aufgeschreckt hatte, dass sich recht innig und hemmungslos küsste. Und wenn in der Kürze der Zeit und dem schummerigen Licht es Suffix richtig gesehen hatte, war die Lady eine nicht ganz Unbekannte in der gehobenen Gesellschaft Dragonias. Das alleine hätte Suffix bestimmt nicht aufgeschreckt, aber der männliche Part war ganz bestimmt nicht der dazugehörige Mann gewesen, der der zumindest im täglichen Leben diesen Platz als Gemahl innehatte. Suffix kannte den jungen Burschen nicht, aber wenn er es recht in Erinnerung hatte, war das ein Lehrling der hiesigen Bäckerei, dessen Hände normalerweise Brezel formten. Aber das ging ihn weiter nichts an. Er hatte ganz andere Sorgen.

Er wollte schon wieder in den Saal gehen, als er sie sah. Sofort stürzte er auf sie zu, voller Erleichterung kam er zu Syrena und sah…das sie geweint haben musste. „Syrena, Syrena“ dabei suchte er eifrig in seinen Taschen nach einem Tuch, konnte aber keines finden. Zum Glück kam gerade ein Geschirrträger des Weges und von dessen Tablett fischte er eine Serviette und trocknete damit anschließend Syrenas Tränen. „Meine Jasminblüte, es war so schlimm, ich weiß. Und jetzt, jetzt wo ich Dich suchte, dachte ich schon, dass Du diesem Scheusal, Du weißt schon wen ich meine, diesem Laienschaudichter in die Arme gelaufen bist…Du hast Dich so auf das Fest gefreut und dann zerhaut Dir dieser armselige Wortklauber den Abend. Ich kann Dir sagen, wenn ich den erwische, der das war…der kann etwas erleben und wir seines Lebens nicht mehr froh. Vieles kann man mir antun, aber was zuviel ist zuviel. Du….“ Suffix hatte da so eine Idee. „Du, möchtest Du noch einmal in den Saal oder…man hört die Musik ja überall…möchtest Du mit mir im Garten im Lichte des Mondes…Syrena, willst Du mir diesen Tanz gewähren?“ an den Bäckerlehrling und sein nobles Gspusi verschwendete er keinen Gedanken. Warum auch? Schon beunruhigender fand Suffix, dass er alles andere als ein geübter Tänzer war. Aber manchmal ersetzt ja Eifer und der gute Wille - beides im Übermaße vorhanden - das Können...
Autor: Shaya Datum/Zeit: Montag 12 Oktober 2009, 14:59
Etwas verwirrt hatte Shaya Fenvar zugehört. Nicht das sie das was sie sagte verwirrte...eher war es das Shaya befürchtete etwas falsches gesagt zu haben. Fast schien es ihr als wäre Fenvar verunsichert , aber das konnte ja eigentlich nicht sein. Zumindest könnte sich Shaya nicht vorstellen wieso es so sein sollte. Fast als hätte sie die aussage das der Vater Farmer war überrascht. Uh ob die zwei sich wirklich kannten? Shaya hätte schwören können das dem so war. So wie sie sich unterhielten ansahen... mit einander umgingen. Allerdings wäre Shaya die erste die zugeben würde das sie sich bei der Einschätzung dieses Verhaltens auch geirrt haben könnte. Fenvars Worte ihre Musik betreffend machten Shaya dagegen eindeutig nervös. Kurz huschte ihr Blick durch den Saal der sich wieder gefüllt hatte ehe sie schwer schluckte. Die zeit ihres Auftritts rückte näher und ihr Magen vollführte Drehungen bei dem Gedanken.

„Uhm nur bin ich leider noch keine Meisterin der Musik so gerne ich es wäre...“

Sie überlegte gerade wie sie einen erneuten versuch anstellen sollte näheres zu erfahren als sie angesprochen wurde. “Der verehrte Herr ist Magier. Zumindest lässt mich seine Aura das vermuten.“Mit einem strahlenden lächeln drehte sich Shaya um und sah zu dem Herren von dem die Worte stammten. Das er das erkennen konnte sagte ihr das auch er Magier sein müsste...zumindest etwas ähnliches. Den Auren lesen konnte ja nicht jeder.  Shaya könnte es jedenfalls nicht .Seine Worte die Unterhaltungen der anderen betreffend ließen sie leise kichern. Sie würde wohl nie verstehen was an Diskussionen über irgendwelche Korsetts interessant sein sollte. Kurz schoss Shaya der Gedanke durch den Sinn das sie jetzt zwei Pärchen hätten also Tanzen auch möglich wäre. Sie war alleine zum fest gekommen und hatte sich auch nicht getraut jemanden zu fragen. Allerdings traute sie sich das jetzt auch nicht. Aber vielleicht ergab sich ja die Gelegenheit noch.

„Oh das macht doch gar nichts...sicher ist eine Gute Unterhaltung mindestens genauso wichtig wie ein Tanz.“

Das Landolin auch nicht so gut auf diesen möchte gern Barden zu sprechen war, wie es schien erleichterte Shaya. Bei dem Magier hatte sie fast geglaubt so was wie Belustigung raus zu hören. Wobei diese wahrscheinlich eher dem umstand geschuldet war das Shaya sich darüber ärgerte. Sie hoffte jedenfalls das er Fenvar nicht erzählen würde worüber sie sich unterhalten hatten. Sicher wäre es für die Hochelfe eine Enttäuschung  zu hören wie leicht sich Shaya ärgern ließ.

„Nun zum Glück quälte uns dieser möchte gern Barde nicht weiter mit seinen mittelmäßigen Versen so das an sich wieder gesittet unterhalten kann.. Ich danke euch für die erhellenden Worte. Darf ich demnach vermuten das auch ihr zur Zunft der Magier gehört? Wir versuchen hier zu erraten wer wer ist...oder zumindest welchen Beruf man wohl nachgeht.“

Shaya lächelte leicht. Für sie war dieses Spiel ein wenig unfair...schließlich wussten die beiden bereits wer sie war und was ihr Beruf war. Aber im Moment wäre ihr alles recht was sie ein wenig ablenkte von ihrem näher rückenden Auftritt. Sie würde nie verstehen warum aber wen sie vor Menschenansammlungen singen sollte war ihr jedes mal schlecht.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 12 Oktober 2009, 22:34
Der Marquis führte Silvana mit seinem für ihn so typischen Lächeln zur Tanzfläche. Eine Hand legte sich fest auf ihren Rücken, so dass er ihr mit einem Teil des Armes noch weiteren Halt bieten konnte, die andere umschlang ihre Finger. Dann suchte er den Blick der Amazone, denn er hatte ihr Entsetzen durchaus bemerkt. Lady daRemyth mochte vieles sein - aber sie war weder eine Frau die sich in Kleidern wirklich wohl fühlte, noch eine die sich sicher auf dem Parkett bewegte, soviel war ihm beim letzten und auch bei diesem Ball aufgefallen.

Entspannt Euch Mylady. Ich werde Euch führen - ich vermute das Ihr als Statthalterin sonst lieber selbst das Heft in der Hand habt aber dieses mal solltet Ihr mir die Führung überlassen.

Er zwinkerte Silvana zu und zog sie ein Stück näher an sich heran, so das seine Wange auf der Höhe ihrer war und sie somit fast gezwungen war jeden Schritt den er tat mitzumachen. Gleichbleibend freundlich und ohne sich über sie lustig machen zu wollen flüsterte er ihr ins Ohr.

Stellt Euch einfach vor ich wollte Euch neue Schritte für eine Kampftechnik beibringen. Schaut über meine Schulter und nicht auf Eure Füße, das würde Euch nur behindern. Bleibt locker und folgt meinen Bewegungen.

Schon setzte er zu den ersten Schritten an und relativ schnell wurde klar warum die höfischen Tänze für ungestörte Plaudereien optimal waren: Die Münder waren durch die Tanzhaltung dicht am Ohr des Partners, so dass man nicht allzu laut sprechen musste. Zusätzlich hatte jeder eine Hälfte des Raumes im Blickfeld und selbst wenn jemand einen Wortfetzen aufschnappen sollte - mit der nächsten Drehung würde man wieder so weit von ihm weg sein, dass er den Rest nicht mitbekam.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Dienstag 13 Oktober 2009, 01:17
Bei Fjalladis‘ Worten meinte Kain einen Krater zwischen sich und der Hochelfe aufgehen zu sehen. Und wie ein Schlag auf den Hinterkopf wurde ihm klar, wie wenig sie bisher tatsächlich geredet hatten und wie viel weniger, dabei eigentlich gesagt wurde. Umso länger wanderte Kains Blick zu den feingeschnittenen Zügen, die von der Maske unbedeckt blieben, und dem leisen Zug um ihren Mundwinkel herum, der, kurz bevor sie sprach, eintrat. Musterte jede Facette auf Missfallen hin. Aber wie so oft verriet ihre Miene nichts. War das verschlossene Buch mit sieben Dutzend Siegeln, dem er bei ihrem ersten Aufeinandertreffen begegnet war. Selbst ihre Stimme und die Wortwahl waren beherrscht, wie immer. Und so merkte Kain – mit einem Mal und noch während sie sprach – wie schmerzhaft er plötzlich ein Lächeln auf diesem Zügen vermisste. Ein Bedürfnis, dass so jäh und unerwartet kam, dass er sich räuspernd den Blick abwandte, während Shaya fröhlich – oder hatte sie gar nicht mehr so fröhlich geklungen? – weiterplauderte.

Kains Blick wanderte zu dem Rotschopf weiter, die sich wie nach einem Fluchtweg aus dem Saal umgesehen hatte. Und kurzzeitig trat ein schiefes Lächeln auf sein Gesicht, das ihm jedoch unmittelbar auf den Lippen gefrieren sollte. Die Ankündigung hinter ihm, war kaum zu überhören und ohne, dass Kain ihn bemerkt hatte, schälte sich ein Mann in dunkelgrüner Maske und schlichtem Mantel aus der Menge. Die Augen ein wenig verengend musterte ihn Kain von Kopf bis Fuß und wieder zurück, während Shaya leichten Herzens das Gespräch mit ihm aufnahm. Seine Stimme kam ihm nicht allzu bekannt vor – er mochte sie schon einmal irgendwo gehört haben oder auch nicht – und auch dein Umhang wies auf die Schnelle keine Merkmale oder Abzeichen auf, anhand derer er den Burschen hätte einordnen können.

So nahm er nach Shaya das Wort mit einem langsamen Nicken auf, indem er ihre Worte bekräftigte:

„Für einen Magier hätte unser Freund hier sicherlich gute Anlagen …“

Ein pikiertes Lächeln vollendete das zuvor begonnene Lächeln, als er direkt an den Fremden gewandt und mit einer ebenfalls leichten Verneigung zur Beantwortung seines Grußes fortfuhr:

„Doch  seltsam … Eure Aura lässt mich nicht vermuten, dass Ihr einer seid …“

Ein leichter Kopfschwenker, ein leises Zwinkern hinter der Maske gegenüber Shaya folgte,  ehe er ihren Versuch, den Fremden, in ihr Spiel zu involvieren, aufnahm, indem er sich theatralisch ans Kinn fasste und gedehnt begann:

„Ich denke, Euer Handwerk bedarf beizeiten eines gewissen Anteils Magie, wenn Ihr so wollt. Wie das eines Paladins oder eines Heilers. Oder vielleicht seid Ihr auch ein Künstler. Denn, welche geringere Person als eine Expertin ihres Faches-“,

die letzten Worte betonte er, mit einem kurzen Seitenblick zu Shaya hinüber, deren Selbstvertrauen er schon bei der nächsten falschen Wortwahl zerbrechen sah,

„-oder ein Experte würde solch harte Kritik zu üben? 'Stümper' nennt Ihr ihn und doch vermochte er Menschen auf … die ein oder andere Weise zu bewegen.“

Schulterzuckend ließ er den Raum durch den Saal schweifen und bevor er es merkte, war er wieder auf Fjalladis‘ Gesicht zur Ruhe gekommen. Ein Lächeln und ein fast wehmütiger Ton stahlen sich in seine Stimme, als er hinzufügte:

„Das ist mehr, als manche Leute vermögen.“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 13 Oktober 2009, 14:37
Wenn sie geahnt hätte, wie nahe er ihr kommen würde, hätte Silvana lieber den Rückzug angetreten anstatt mit dem Marquis das Tanzbein zu schwingen. Doch Lesthat hatte sie bereits gepackt und an sich gepresst, ehe sie begriff was mit ihr passierte. Ihre Muskeln versteiften sich. Sein warmer Atem strich über ihre Wange.

"Nicht nur das Heft", bestätigte Silvana gepresst. "Ihr könnt Euch glücklich schätzen, Marquis, Ihr seid der erste Mann, dem ich es erlaube die Führung zu übernehmen. Für diesen Moment jedenfalls."

Es dauerte ein paar Drehungen, bis sich Silvanas angespannter Körper den geschmeidigen Bewegungen des Marquis anpasste. Allmählich entspannte sie sich. Zum Glück trug die Wallonin ihre flachen Lederstiefel, so dass sie nicht in Verlegenheit kam sich in hochhackigen Damenschühchen den Knöchel zu verstauchen. So lange sie sich steif herumschieben ließ trat sie dem Marquis mehrmals auf die Zehen. Erst als sie sich seiner Führung ergab, fand sie den richtigen Schritt und ließ sich zu ihrer eigenen Freude herumwirbeln.

"Ihr seid ein flotter Tänzer, Mylord. Seid Ihr sicher, dass uns dabei nicht schwindlig wird?"

So nahe an seinem Ohr konnte bestimmt niemand ihre Worte hören. Zu schnell drehten sie sich an den anderen Paaren vorbei.

"Schwindlig könnte unsereins auch werden, wenn man an die hiesige Politik denkt. Ich denke, ein wenig Eigenständigkeit würde unseren Städten nicht schaden."
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 13 Oktober 2009, 15:54
Irgendwann fand Suffix sie tatsächlich. Nur mühsam brachte Syrena ein Lächeln zustande, das halb erzwungen wirkte. Erst als er anfing sich über den falschen Barden zu echauffieren wurde es ehrlicher. Ihr Barde war ein Künstler, Poet und manchmal auch ein kleiner Chaot, aber ein großer Kämpfer war er sicher nicht. Gerade deshalb zeigte ihr seine ernsthafte Empörung und der Wille sich dem falschen Barden zu stellen wie wichtig sie ihm eigentlich war.

Ist schon gut Suffix.

erwiderte sie ihm.

In den Saal möchte ich im Moment nicht wieder zurück. Die meisten Leute da sind so...

Ja, was waren sie eigentlich? Reich? Versnobt? Egozentrisch und überheblich?

Weißt Du, ich gehöre einfach nicht dazu.

stellte Syrena schließlich fest.

Ja, lass uns in den Garten gehen. Vielleicht finden wir dort einen Platz wo wir ungestört sind. Weißt Du ich...

sie hatte den Blick auf ihre Hände gesenkt und schaute nun verlegen zu Suffix auf

... ich beherrsche diese höfischen Tänze nicht. Ich kenne nur die, die auf Volksfesten getanzt werden.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 13 Oktober 2009, 17:24
Dracia schmeichelte ihr. Elina lächelte entzückt und rückte der Schulter ihres Begleiters ein wenig näher. In gemächlichem Schritt ließ sich die Burgverwalterin von ihrem Verehrer durch den Garten geleiten. Ein Mann aus guten Kreisen, wie es schien. Der Vater ein Landbesitzer. Schade, dass Darcia der Zweitgeborene war. Ein Soldatensohn kam in den besten Adelsfamilien vor. Bestimmt war Darcia finanziell abgegolten worden, als er den väterlichen Besitz verlassen und sich für einen anderen Werdegang entschieden hatte.

Elina erwiderte das Lächeln des Soldaten. "Ach, Ihr könnt mir gar nicht genug von Euch erzählen", schäkerte sie. Ihre blauen Augen blitzten vergnügt.

"Dragoleutnant also. Dann seid Ihr dem Posten eines Hauptmanns nicht mehr fern", schmunzelte Elina und legte die freie Hand unterhalb des eingehakten Arms auf das Handgelenk ihres Begleiters. Ihre gepflegten Finger berührten sanft seinen Handrücken.

"Ihr müsst mich unbedingt besuchen, wenn Ihr in Nighton zu tun habt. Ich residiere das ganze Jahr über auf Burg Schwarzenfels und vertrete die Statthalterin bei Audienzen und im alltäglichen Schriftverkehr. Leider wurde die Burg zu reinen Verteidigungszwecken errichtet und  bietet weitaus weniger Komfort als die Drachenburg. Als ich dort ankam war der Garten völlig verwildert. Und, ihr werdet es kaum glauben, dort weidete eine Kuh!"

Elinas Gesicht zeigte deutlich das Entsetzen, das sie damals bei dem Anblick empfunden hatte, ehe sie mit glockenheller Stimme lachte. "Eine Kuh! In einem Lustgarten. Sir Christian di Asturien war ein praktisch veranlagter Mann. Zum Glück lässt mir Lady DaRemyth freie Hand. Seid Ihr mit der Lady bekannt? Sie weilt ebenfalls auf diesem Ball. Auch wenn sie sich normalerweise beharrlich weigert Kleider zu tragen oder sich der Tanzfläche auch nur zu nähern. Ihr ahnt gar nicht, was ich alles anstellen muss, um sie dazu zu bringen sich in ein Mieder zu zwängen."

Elina lachte und warf Darica einen verheißungsvollen Blick zu. Die neckischen Strähnen, die sich aus ihrer Frisur gelöst hatten, kitzelten sie an der nackten Schulter. "Sagt, gelüstet Euch auch so sehr nach einem erfrischenden Glas Wein?"
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Dienstag 13 Oktober 2009, 22:44
Schon die ersten Worte des Hohentürmlers jagten der Elfe einen leichten Schauer über den Rücken, was weniger dem Wortlaut selbst sondern vielmehr dem bloßen Klang geschuldet war. Wie sehr einen das Gehirn doch zu täuschen vermochte! Weigerte es sich, die vertraute Stimme, von einem seltsamen, sich der Lächerlichkeit preisgebenden Sänger kommend, als solche zu erkennen, so identifizierte es sie doch mühelos, schien sie von einer unscheinbaren, doch in hohem Maße ansehnlichen Gestalt zu kommen, wie sie sich nun dem Gespräch hinzugesellte. Fjalladis wandte sich dem Heiler zu, doch Shaya kam jeder Reaktion zuvor, indem sie sich mit einem derart strahlenden Lächeln zu ihm umdrehte, dass die Priesterin unwillkürlich erstarrte und ihre Lippen stumm seinen Namen formten. Konnte es sein...? Die junge Sängerin lachte leise und plauderte so munter darauf los, dass man meinen konnte... Aber war es denn möglich?
„Wir versuchen hier zu erraten wer wer ist“, meinte die Rothaarige schließlich und setzte ein Lächeln auf, das sie, die sie bereits über elfische Schönheit verfügte, nicht nur noch hübscher erscheinen ließ, sondern sogar noch eine Wirkung zu erzielen schien. Nein, dachte Fjalladis, es ist kein Rätsel. Es ist eine Farce. Eine elende Farce.
Fast unmerklich schüttelte sie den Kopf und lauschte den Worten der anderen. Über anderer Leute Gespräche, über Magier, Sänger...
„Das ist mehr, als manche Leute vermögen“, hörte sie Kain sagen und wie heiße Nadeln spürte sie seinen Blick, den zu erwidern sie nicht wagte, auf sich ruhen.
Schließlich ertrug sie es nicht länger. Besser gesagt, sie sah keinen Anlass mehr dazu, hatte ihn genau genommen nie gesehen. Sie wandte den Kopf zur Seite und nahm mit einer geschmeidigen Bewegung die Maske ab. Kurz sah sie auf und suchte den Blickkontakt mit Landolin, dann verneigte sie sich. „Sei mir gegrüßt. Welch eine Freude... Dir hier zu begegnen“, meinte sie, wobei sie fast noch immer über die Anrede gestolpert wäre, und wandte sich dann etwas leiser, mit einem angedeuteten Lächeln auf den Lippen an die Halbelfe: „Diese Maskerade ist wirklich grauenvoll. Bitte, vergebt sie mir.“
Ihr Tonfall war durchaus als freundlich zu bezeichnen, denn zum einen hoffte sie, dass zumindest die junge Bardin sie verstehen würde, und zum anderen... Was ging es sie denn an, ob der Heiler Kontakt zu lebensfrohen, attraktiven jungen Damen pflegte? Wäre dies nicht eher... ein Grund, sich mit ihm und für ihn zu freuen...? Wäre es......?
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 14 Oktober 2009, 09:45
“Man könnte wohl sogar sagen, dass ich dem Hauptmannsamt bereits näher gekommen bin als so manch anderer Offizier meines Ranges.“, bestätigte der Gestaltwandler. Davon, dass er sich mit der Beförderung eines anderen inzwischen schon wieder ein gutes Stück vom Posten entfernt hatte, erwähnte er nichts.

Eigentlich hätte er ein schlechtes Gewissen haben sollen, immerhin speiste er das Fräulein schon seit einer ganzen Weile mit Halbwahrheiten ab. Doch stattdessen genoss er es sie an seiner Seite zu spüren.

“Gewiss werde ich Euch besuchen.“ Wie leicht ihm dieses Versprechen doch von den Lippen gegangen war! “Und der alte Burgherr hatte tatsächlich eine Kuh in seinem Garten?“ Phelan konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wenn die gute Elina nur gewusst hätte, dass ein Rind in seinem Heimatdorf ein kleines Vermögen darstellte – selbst für seinen Vater und dem gehörte dort quasi alles.

“Ja, der Lady bin ich bereits einmal begegnet.“ Zumindest hatte er in dieser Gestalt das Vergnügen erst einmal gehabt. Er konnte nur hoffen, dass sie im Falle eines Zusammentreffens seinen Geburtsnamen, den er ihr damals verraten hatte, wählen würde. Sonst wäre der Gestaltwandelzauber durchschaut und der damit verbundene Spaß dahin. “Vielleicht würde sie mich sogar noch erkennen. Und was Ihr anstellen musstet um sie in ein Kleid zu bekommen will ich mir lieber nicht vorstellen. Da kommen mir spontan Ogerkeulen in den Sinn. Obwohl, Ihr habt gewiss eine charmantere Möglichkeit gefunden.“

Sanfter als man es dem Soldaten vielleicht zugetraut hätte, strich er der Blondine eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sah ihr dabei direkt in die blauen Augen. “Das mit dem Wein scheint mir eine großartige Idee.“, flüsterte er. Er selbst durfte es dabei nur nicht übertreiben, wenn er sich nicht durch ein unbedachtes Wort verraten wollte.

Gemächlich führte Darcia seine Begleiterin wieder in Richtung Ballsaal und bemerkte dabei, dass ihnen ausgerechnet Suffix und seine Freundin entgegen kamen. Ausgerechnet, weil der Barde zu den Leuten gehörte, die ihn bereits in menschlicher Gestalt gesehen hatten und von dem Namen Rion wusste er natürlich nicht das Geringste. Dazu kam zu allem Überfluss auch noch das lose Mundwerk, für das er bekannt war. Nun, sein Zauber war damals noch um einiges weniger ausgereift gewesen und die heutige Kleidung konnte er getrost als unüblich bezeichnen. Kein Grund also um gleich in Panik auszubrechen. Hinter der Maske würde er schon nicht erkannt werden.

“Wenn das nicht der originelle Originalmusiker ist.“, meinte Phelan zur Burgverwalterin. “Und er ist nicht allein. Da sollten wir vielleicht nicht unbedingt im Weg stehen.“ Der Wolfsmann trat einen Schritt zur Seite um das andere Paar möglichst ungestört vorbei zu lassen. Vorsicht hatte ja noch nie geschadet.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 14 Oktober 2009, 12:34
Ich kann ja nicht einmal die, aber bekümmern tut mich das nicht. Viel wichtiger ist mir, dass ich wieder mit Dir…die Zeit, ich will sie nicht mehr missen mit Dir. Es ist so…aufregend. Es ist so…wie als kleiner Junge…ich entdecke so viel Sachen neu…Lie…" wieder einmal wurde er unterbrochen, als er gerade Syrena gestehen wollte, wie sehr er sich in ihr verloren hatte und dass er das als echten Gewinn ansieht. Sollte halt mal wieder nicht sein.
Ein nicht ungalanter Mann, gekleidet in zwar unauffälligem aber bestimmt nicht billigem Tuch in höfischer Sitte und eine Frau, eine schlanke und schöne und junge dazu, standen wie aus dem Nichts plötzlich vor ihnen und der Höfling fand als erster die Sprache wieder und zum Henker er schien Suffix zu kennen, während er noch rätselte. So wie er aussah und gekleidet war, nein, aber die Stimme…die hatte er schon mal in seinem Ohr gehabt. Ganz sicher, aber wo? Und dazu auch noch diese blöde Maske. Er kapitulierte, er kam nicht drauf. „Ihr seid aber nicht der fingerfertige Bäckerlehrling und die Adelige, die sich zuvor gerade im beidseitigem Ringkampf…als im Clinch, na ja Ihr….Nein, die adlige Dame war fülliger gewesen, der Herr…äh…gewöhnlicher. Ja, Ihr habt recht Herr, vor Euch steht tatsächlich nicht das Abziehbild sondern das einzig wahre Sänger-Original Suffix und auch mit der Bemerkung, dass ich nicht allein bin, trafet Ihr ins Zentrum. Wenn ich vorstellen darf, das ist die schönste, die beste und perfekteste Schankmaid zwischen hier und den Bergen, zwischen hier und dem Meer und zwischen hier und der Wüste, die Euch jemals unter die Augen kommen wird, bei meiner Ehr’. Darf Euch vorstellen: Ihr habt die Ehre die Bekanntschaft der einzigartigen Syrena zu machen“ er fasste ihre Hand. Von woher kannte ihn der Herr? Von einem seiner zahlreichen Auftritte? Aus der Zeitung? „Habt Ihr schon einen Abend mit mir verbracht, ich meine im Auditorium, natürlich" fügte er rasch hinzu, als er den Handdruck von Syrena plötzlich zu spüren glaubte.
Nein, nein, Ihr steht uns nicht im Wege, wir wollten nur allei…also ein wenig die frische, die reine, die süßliche Abendluft genießen, den Nachtigallen lauschen, dem Gezirpe der Grillen, dem Scharren der Zikaden, die Musik auf uns wirken lassen…“ so was Dummes auch, er wäre wirklich viel lieber mit Syrena alleine geblieben, aber so offensichtlich durfte er seinen Unmut auch nicht zeigen, dass die beiden die Romantik ganz gehörig gestört hatten. „…und mit wem haben wir eigentlich das Vergnügen? Es wäre ja unfair, wenn Ihr uns kennt und wir von Euch nichts ahnen.“ wagte schließlich der Barde den Versuch, die Identität der beiden zu lüften.
Autor: Landolin Datum/Zeit: Mittwoch 14 Oktober 2009, 21:17
Die rothaarige Fremde schien geradezu erleichtert darüber zu sein, dass er ihr den Hinweis über den Beruf des Magiers gegeben hatte. Als ob es irgendjemanden interessieren würde, was dieser arrogante Schnösel in seiner Freizeit tat…

Doch zumindest brachten die Worte der beiden Unbekannten etwas Licht in die Angelegenheit. Die Frau war offensichtlich Bardin – und der Kerl nach wie vor ein Unsympath. Ein Angeber, der zu theatralischen Übertreibungen neigte. Was für eine ätzende Kombination. Ein schmallippiges Lächeln zeigte sich auf Landolins Gesicht, je weiter das Gespräch fortschritt. Dass die Rothaarige seinen Auftritt als mittelmäßig bezeichnet hatte, schmeichelte ihm fast, aber das durfte er sich natürlich nicht anmerken lassen.
“Der werte Herr kennt sich mit Auren offenbar besser aus als ich. Ich könnte einen Heiler nicht von einem Magier unterscheiden…“ Bei diesen Worten hatte er sich noch mehr an Shaya gewandt, doch nun galt seine ganze Aufmerksamkeit dem Mann in Weiß. “Was allerdings das Künstlertum angeht… Ich habe in meinem Leben schon wahre Meister singen gehört. Und jemand, der schreien muss, weil er nicht laut genug singen kann, um über einen ganzen Saal hinweg gehört zu werden und der anscheinend noch nicht einmal ein Instrument beherrscht, verdient meiner Meinung nach keine andere Bezeichnung als ’Stümper’. Und wenn Ihr mich fragt ist es keine Kunst Menschen mit einem solchen Lied zu bewegen: Der Verspottete wird mit Wut reagieren, seine Freunde und Verehrer mit Empörung, seine Kritiker und Neider mit Schadenfreude und der Großteil des versammelten Adels mit Pikiertheit. Daran finde ich nichts Bewundernswertes…“

Täuschte er sich, oder hatte der Blick des Unbekannten Halt bei Fjalladis gesucht? Der Hohentürmler konnte es aufgrund der Maske nicht genau sagen, doch schon allein der Gedanke daran behagte ihm nicht. Aus diesem Grund war er ausgesprochen froh darüber, dass die Priesterin nach ihm das Wort ergriff – und sie tat noch mehr: Sie nahm ihre Maske ab.
“Die Freude ist wie immer ganz auf meiner Seite.“, meinte er, und endlich gelang ihm ein echtes Lächeln. “Und Du hast vollkommen recht. Diese Dinger stören bloß. Vermutlich der Einfall eines geschäftstüchtigen Schneiders.“
Ohne zu zögern folgte Landolin dem Beispiel der Hochelfe und verstaute seine Maske in der Innentasche, die bereits die so flach wie möglich zusammengefaltete Suffix-Verkleidung enthielt.

Einen Moment lang schweiften seine Gedanken zu seinem Besuch in Amras’ Schneiderei und der vielen Arbeit, die der Paladin wegen des Balls erledigen hatte müssen, ab. Dann fiel ihm auf, dass die Musiker auf der Insel ein neues Stück anstimmten – und ihm kam eine aberwitzige Idee.
“Oh, hört ihr das? Das ist das einzige Lied zu dem ich den passenden Tanz beherrsche! Mein Vater hat immer behauptet es wäre wichtig, tanzen zu können, aber wann hat man als einfacher Geschäftsmann schon die Gelegenheit dazu?“, sein Tonfall drückte zu seinem Leidwesen nicht ganz so viel Begeisterung aus, wie er es sich erhofft hatte. Trotzdem wagte er es, sich vor Fjalladis zu verbeugen, eine Tatsache, die wohl nicht zuletzt auf den Alkohol zurückzuführen war. “Darf ich Dich um diesen Tanz bitten, oder wäre das allzu unverfroren?“
Autor: Shaya Datum/Zeit: Donnerstag 15 Oktober 2009, 13:06
Lächelnd sah Shaya Fenvar an als diese ihre Maske abnahm. Sie bezog ihre Worte eher darauf das dieser die Maske lästig war, was Shaya verstehen konnte. Sie hatte aus gutem Grund darauf verzichtet sich zu maskieren. Die Dinger sahen extrem unbequem aus. Wen sie so die Maske des Magiers musterte die das ganze Gesicht bedeckte, konnte sie nicht umhin diese Masken als unpraktisch zu empfinden.

Was Menschen manchmal auf sich nehmen im Namen der Mode ...oder weils als schick gilt. Das werde ich wohl nie verstehen.

Einzig Fenvars Reaktion auf ihr lächeln wohl verstand Shaya nicht wirklich. Sie lächelte gerne und viel. Hinzukam das sie wirklich erleichtert war das der fremde das Rätsel für sie löste. Zugegeben sie hatte ja auch einfach bis Mitternacht warten können, aber sie hasste solche Geduld  spiele. Manchmal wünschte sie wirklich sie hätte mehr von der typisch eflischen Selbstbeherrschung.. Aber da dem nun mal nicht so war war sie froh das das Rätsel aufgelöst wurde. Wüsste sie das Fenvar vermutete das sie den fremden kannte, vielleicht sogar näher, würde Shaya wohl nur ungläubig staunen. Als Kain sagte das der fremde Sänger zumindest eine Reaktion ausgelöst hatte grinste sie schwach. Sie stimmte da mit Landolin überein.

„Sicher hat er eine Reaktion ausgelöst das ist nicht schwierig. Die Kunst ist es die Reaktion so ausfallen zu lassen wie man sie gerne hätte. Kunst wäre es gewesen wen er Freunde und Feinde des von ihm beleidigten dazu gebracht hätte über dieses ...naja Lied will ich es eigentlich nicht nennen, zu lachen.“

Ein wenig verwirrte Shaya nur das sie gedacht hätte das Fenvar den Magier...uhm naja zumindest gern hatte. Das sie Den Heiler jedoch so vertraut ansprach...ließ das nicht die Vermutung nahe liegen das er ihr Gefährte war?Sie Sprachen doch recht vertraut, ja sie duzte ihn gar. Allerdings hatte auch ihr Umgang mit dem Magier eine gewisse Vertrautheit gehabt. Vielleicht waren beides einfach nur gute Freunde von ihr. Der Vorschlag Landolins zu tanzen ließ Shaya allerdings vor Freude in die Hände klatschen. Sie tanzte leidenschaftlich gerne, nur hatte sie halt keinen Tanzpartner gehabt.  Sicher sie würde auch gerne mehr über Fenvar und die beiden Magier erfahren, aber das konnte ja bis nach dem Tanz warten.

„Au ja Tanzen wäre schön... allerdings ist eine gute Unterhaltung durch nichts zu ersetzen...“

Da er sagte dies wäre das einzige Lied zu dem er den Tanz kannte verzichtete Shaya erstmal darauf sich erneut vor zu stellen. Sie legte eine Hand leicht auf den Arm des weiß gewandeten Magiers und lächelte ihn an. Wen sie Glück hatte würde er vielleicht mit ihr tanzen.Wäre sie gemein würde sie wohl vermuten das hier zwei Konkurrenten um eine wunder schöne Elbenmaid vereint waren. Allerdings...so gesehen gab es nur eine die da eine Entscheidung treffen dürfte...und das war Fenvar. Vielleicht erklärte das warum sie teilweise fast ein wenig gehetzt gewirkt hatte, so zwischen zwei Verehrern...das war ganz sicher nicht leicht. Shaya jedenfalls wusste jetzt was sie singen würde wen sie den dran war.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Donnerstag 15 Oktober 2009, 15:32
Der Marquis lächelte immer noch.

Ich danke Euch für das Vertrauen Mylady. Ich verspreche Euch vor Zusammenstößen mit anderen Paaren zu bewahren.

De Lesthat zuckte mit keiner Wimper als Silvana ihm mehrfach auf die Füße trat. Er war Ihr nah genug um zu spüren das die Amazone sich völlig verkrampft hatte. Doch nach und nach wurde sie lockerer, und als es Ihr endlich gelang ihren Widerwillen zu überwinden und sich von ihm führen ließ wurde der Tanz deutlich fließender.

Ihr seid ein Naturtalent Lady Silvana. Ihr habt ein gutes Gespür für Bewegungen.

Nachdem sie einige Runden gedreht hatten, an denen auch seine Tanzpartnerin Freude zu haben schien, und der Marquis sich sicher war das Silvana die grundlegenden Schritte beherrschte ließ er ihr ein wenig mehr Spielraum und wurde ein wenig langsamer.

Ich möchte keinesfalls das Euch schwindlig wird Mylady. Nicht das wir noch einen Arzt rufen müssen.

sagte er mit einem scherzhaften Unterton und fuhr leiser raunend fort

Ich gebe Euch Recht, und Nuru sollte dazu recht bald in der Lage sein. Militärisch wie auch in allen anderen Belangen. Was uns fehlt ist ein starker Partner, mit dem wir guten Handel betreiben können. Es gibt Dinge die sich in der Garnison nur schwer herstellen lassen.

Autor: Myriel Datum/Zeit: Donnerstag 15 Oktober 2009, 20:36
Fast wäre eine zarte Röte in Syrenas Wangen gestiegen. Jedesmal wieder war es ihr fast peinlich so schöne Komplimente von Suffix zu bekommen - ihm Gegensatz zu ihm hielt sie sich selbst für nichts besonderes. Doch noch bevor der Barde zu Ende sprechen konnte wurde ihre Zweisamkeit unterbrochen - was bei Syrena gemischte Gefühle hinterließ. Sie war furchtbar gern mit Suffix zusammen, denn niemand brachte sie so oft und so leicht zum Lachen wie er. Sie mochte seine chaotische Art und sein nur selten stillstehendes Mundwerk. Nur wenn er anfing sie in den Himmel zu loben, dann wusste sie nie wo sie hinschauen sollte. Und so sah sie auch jetzt von ihren Händen auf und erkannte den freundlichen Herr, der sie einige Zeit zuvor hatte aufmuntern wollen. Sie lächelte ihm und seiner Begleiterin freundlich zu und sagte leise:

Suffix ich habe den Herrn vorhin schon einmal getroffen. Er scheint Dich tatsächlich zu kennen.

und dann, etwas lauter:

So sieht man sich wieder mein Herr. Wie ich sehe habt Ihr die Dame gefunden zu der Ihr auf dem Weg ward. Und Ihr habt Recht gehabt, Euer Burgfräulein ist wirklich ausgesprochen hübsch.

Sie lächelte Elina neidlos an und umschloss Suffix Hand ein wenig fester.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 16 Oktober 2009, 00:12
"...eine Prophezeiung?" Sheherazade sah zu Lucius hoch. "Nein, davon habe ich noch nichts gehört...das Meiste, was in diesem Land vor sich geht, ist mir noch ein wenig unverständlich." Sie lachte leise. "Ich habe ja auch nicht den Vorteil deiner Beziehungen - Leibwächter des Königs, Vertrauter der Königinmutter... es ist kaum zu glauben." Ihr Blick wanderte wieder zu den tanzenden Elfen hin. "Königinmutter... das passt nicht zu ihr.", murmelte sie leise. "Dazu sieht sie viel zu jung aus. Mehr noch - viel zu... sternengleich für so ein menschliches Wort." Sie wandte sich wieder ihrem Begleiter zu - und als er erwähnte, dass sie eigentlich das Protokol verletzt haten, erschrak sie ein wenig. Aber nach dem Vorfall mit dem wiederkehrenden König war es wohl kaum möglich gewesen, irgendetwas wie ein Protokoll noch einzuhalten. Ihre Neugier auf die ehemalige Königin wurde immer stärker. Was sie wohl für eine Frau war? Seit sie sie von fern in Nuru gesehen hatte, war sie von ihrer Erscheinung fasziniert gewesen. Schon allein die Vorstellung, Lucius könnte sie ihr irgendwann mal vorstellen, ließ ihr Herz flattern.

Sie kam im Moment jedoch nicht dazu, Lucius weitere Fragen zu stellen, denn sie waren endgültig beim Buffet angekommen. Den merkwürdigen Auftritt des falschen Barden hatte Sheherazade eigentlich schon fast aus ihren Gedanken gestrichen. Sie lachte erneut auf, als Lucius vorghab, von den Speisen auf dem Buffet nichts zu verstehen. Es fiel ihr schwer, das zu glauben - wenn sie jemanden kannte, der eigentlich immer erfahren und weltmännisch war, dann er. Sie wünschte, sie selbst wäre wenigstens ein kleines bisschen so. "Du bist kein einfacher Soldat, tâbyd'mn.", sagte sie leise und sah ihn aus blitzenden Augen an. "Das kann ich einfach nicht glauben... du bist viel mehr als die anderen... einfachen Soldaten aus Nighton. Dein erster Ball in diesem Land... und in Aramon?" Zum Glück wusste Lucius einen Ausweg, so dass sie beide nicht ihre Zeit damit verbringen mussten, hilflos vor den vielen Köstlichkeiten zu stehen.

Als Lucius sie in die verschwiegene Nische führte, wurde sie tatsächlich verlegen - wie er es beabsichtigt hatte - so verlegen, dass sich ihre Wangen röteten, was die Federmaske wenigstens zum Teil kaschierte. "Nein, Lucius... ich meinte doch nicht jetzt...", protestierte sie leise und sah sich nervös um, ließ sich jedoch widerstandslos in seine Arme ziehen. "Ich dachte mehr so an später und.... woanders, was, wenn..." jemand zusieht, wäre der Satz weitergegangen, aber sie kam nicht dazu, ihn zu vollenden. Seine Lippen, die doch ihren Hals hinunterwanderten und nicht ihren Mund verschlossen, ließen sie verstummen, unter der Zärtlichkeit der Berührung jedoch erbebte sie. Ein leiser Seufzer kam von ihren leicht geöffneten Lippen. "Hör sofort auf damit!", wisperte sie atemlos, und dennoch schloss sie die Augen und neigte den Kopf zur Seite, damit er die empfindsame Stelle zwischen Hals und Schlüsselbein noch leichter erreichen konnte. Die Geräusche des Festes um sie herum klangen gedämpft und weit weg. War es wirklich so schlimm, wenn jemand sie hierbei erwischte?

"Anständig?" Sie klang immer noch so, als wäre sie gerannt. "Mon Chevalier, anständig ist das nicht, was Ihr hier mit Eurer Balldame tut... doch von Euren... Händen... nehme ich solche Strafe demütig an." Dann fuhr auch sie heftig zusammen. Da hatte sie ihre Antwort. Ja, es war  ihr äußerst unangenehm, wenn jemand mitbekam, was sie beide miteinander taten. Doch der Lakai verzog keine Miene - entweder, er hatte nichts bemerkt, oder er war dergleichen gewöhnt - und zu wohlerzogen und höflich, um etwas zu bemerken. Sheherazade versuchte ebenfalls, sich nichts anmerken zu lassen, war sich aber sicher, dass ihr das nur unvollständig gelang. Ihre Wangen glühten noch immer - und das nicht nur aus Verlegenheit. Trotzdem danke sie dem Lakaien höflich.

Sie konnten hier speisen, was der Tänzerin im Moment nur recht war. Während sie Platz nahm, warf sie noch einen raschen Blick in den Ballsaal. Sie waren hier tatsächlich ziemlich allein und ungestört. Der Lakai ging fort, um etwas zu Trinken zu holen, und Sheherazade wartete, bis auch Lucius saß, ehe sie sich ihm leicht entgegenbeugte. In ihren Augen blitzte es verschwörerisch - ihre Verlegenheit hatte sie überwunden - doch auch helle Flammen tanzten in ihren dunklen Augen. "Tausend Küsse mehr, weil ich mich mit einem Edelmann unterhalten habe?", fragte sie leise. "Was muss ich tun, damit Ihr die Strafe noch einmal erhöht?"

Dann jedoch hörte sie aufmerksam zu, wie Thorongil von dem Treffen Varnayrahs mit dem ehemaligen König berichtete. Kommentare dazu erübrigten sich - sie war erleichtert, dass Altarion eingelenkt hatte, und das Elfenpaar tat ihr leid, mehr noch der kleine Junge, der nun König war... "Was die Leute bei der Zeremonie unruhig machte? Oh, das war ein Versprechen, das der junge König gab - ungeachtet von Geburt und Stand seine Untertanen als gleich anzusehen und sie gleich zu behandeln - das scheint nicht üblich zu sein." Sheherazade zuckte mit den Schultern. "Nun, ich halte es für selbstverständlich, dass man nicht den einen Mann für mehr wert hält als den anderen, nur weil der erste Kalif und der zweite Schuhputzer ist. Von den Unruhen, die Drachenauge vor gar nicht so langer Zeit heimgesucht haben, habe ich gehört - kein Wunder, dass die Leute nervös waren."

Die Sharisad biss in eine kleine Pastete, die tatsächlich köstlich schmeckte. Lucius hingegen aß, als würde er morgen nichts bekommen. Das brachte Sheherazade zum Lächeln. Liebevoll beobachtete sie ihn eine Weile. "Wer der Möchtegernbarde war - das weiß ich nicht.", sprach sie dann weiter. "Noch, wo er hingegangen ist - nachdem Syrena ihm eine saftige Ohrfeige verpasst hat." Sie lachte leise. "Ich kann es ihr jedenfalls nicht verdenken. Ich wäre an ihrer Stelle auch sehr wütend gewesen." In diesem Moment kam der Lakai mit einer Karaffe Rotwein wieder und unterbrach ihr leises Gespräch. Der Name, den Lucius dem Wein gab, sagte ihr nichts. Vielleicht hatte diese Rebsorte bei ihrem Volk anders geheißen. Der Geschmack kam ihr jedoch tatsächlich vertraut vor.

Und dann brachte Lucius das Gespräch plötzlich auf etwas ganz Anders. Sie fühlte sich an den Abend ihres ersten richtigen Rendezvous erinenrt - nicht an das, was nach dem Essen geschah, sondern an die Gespräche über Selbstverteidigung. Es lief auf das Gleiche hinaus: Verstellung... und sie konnte Lucius' Frage nicht beantworten, ob sie dazu in der Lage sei, wenn es um sein oder ihr Leben ging. Und das lag nicht nur daran, dass seine kurze Berührung sie ablenkte. Eiskalte Verstellung widersprach ihrem Naturell vollständig. Sowas kann man lernen... "Ja. Du hast schon einmal angeboten, mir das beizubringen, Lucius.", antwortete sie leise und ebenso ernst. "Mein... sehnlichster Wunsch - ich glaube, er ist schon in Erfüllung gegangen. Aber ich weiß, was du meinst. Mir bleibt vielleicht keine andere Wahl, als es zu lernen. Aber du - grade du! - weißt, wie schwer mir das fallen wird. Und eins wirst du nie erleben - dass ich mich bei dir jemals verstelle. Bei dir, für dich werde ich niemals ein kaltblütiger Engel sein." Fast bedauernd sah sie ihn an. Was hatte er damals gesagt? Es hieße, einen Teil ihrer Unschuld zu verlieren. Vielleicht auch, einen Teil von sich selbst zu verlieren. Plötzlich beschlich sie die völlig irrationale Furcht, dass er sie dann weniger begehren würde. Dann dachte sie an die schreckliche Nacht nach dem Fest im Teehaus. Als er plötzlich verschwunden war... "Dann soll es so sein - lehre es mich."

Sie schüttelte sich kurz und lächelte dann. Heute abend würde diese Lehrstunde kaum anfangen. Lucius hatte versprochen, den Hares in die Wüste zu schicken. Kurz dachte sie an Djezir - der immer noch nicht so recht damit versöhnt war, dass sie in Dragonia einen anderen Hares hatte - dass sie überhaupt in Dragonia war. Leicht unwillig zog sie bei dem Gedanken die Augenbrauen zusammen, verdrängte den Gedanken dann aber. Der Abend war zu schön, um ihn solch schwermütigen Gesprächen und Reflexionen zu opfern. Sie tat, wie er gesagt hatte und widmete sich eine Weile den Köstlichkeiten auf ihrem Teller. Dann sah sie ihn an und lächelte versonnen. Er sah so... gelöst aus, gleichzeitig erwartungsvoll - und der Gedanke daran, was er wohl erwarten mochte, ließ ihr Herz schneller klopfen.  "Gut, mon Chevalier - auf den Tänzen werde ich bestehen..." Sie sah ihm in die Augen, zögerte ganz kurz - doch schon beim letzten Mal schien er ihr die Dreistigkeit, ihre Wünsche geäußert zu haben, nicht übelgenommen zu haben. "...doch wird das nicht alles sein, was ich heute abend von Euch verlangen werde.", hauchte sie fast unhörbar leise.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Freitag 16 Oktober 2009, 20:39
Die Worte des Fremden ließen Kains Blick verzögert von dem Gesicht der Hochelfe zu diesem weiterwandern und unwillkürlich schürzte er bei dessen Worten die Lippen hinter der Maske. Noch immer konnte er den Hinzugetreten nicht so recht einschätzen. Eine Aura war da, der Hang zur Selbstüberschätzung auch. An seiner Kleidung jedoch ließ nichts, weder der Umhang noch irgendeine aufwendig verarbeitete Schließe darauf schließen, dass er jemals großen Künstlern begegnet war oder den Umgang mit diesen pflegte. Sicher konnte die Erscheinung trügen, doch, ob es an dessen beharrlichen Haltung lag oder seinem Tonfall – auch im Nachhinein konnte es Kain es nicht mit Sicherheit sagen – irgendetwas sagte dem Magier, dass das ein einfacher Volksmann war, der sich nur mit einigen wenigen Musikkenntnissen auf dem Königsball aufspielen und sich dem „Umfeld“ anpassen wollte. Sich, nachdem er ein, zwei Namen von Musikern aufgeschnappt hatte, zum Kenner ernannte.
Schulterzuckend lehnte Kain sich gegen den Tisch, während er den Fremden ruhigen Blickes weitermusterte. Wenn es ihm denn Freude bereitete, sollte es Kain auch nicht weh tun. So beließ er es nach Shayas Worten bei einer wegwerfenden Handbewegung und der Bemerkung:

„Nun … Wir haben alle einmal klein angefangen. Vermutlich hat dieser arme, verwirrte Geist in dem Königsball eine Möglichkeit gesehen, die Welt von seinem Können zu überzeugen, aber das werden wir wohl niemals erfahren. Er jedoch wird wohl aus diesem Abend seine Lehre ziehen … und auch das sei ihm vergönnt.“

Die Worte kamen fast mitfühlend – an Shaya und den Fremden – gerichtet und tatsächlich erinnerte Kain, noch während er sie aussprach daran, wie köstlich er sich über die letzten Verse auf dem Weg vom Buffett zurück amüsiert hatte. Und der bloße Gedanke daran ließ wieder ein Lachen in ihm hochkommen, dass er die Lippen zu einem breiten Lächeln hinter der Maske verzog und sich fragte, was wohl der Unglücksselige über seinen „misslungenen“ Abend sagen würde, wenn er wüsste, dass man noch immer über ihn sprach.

Doch dann machte Fjalladis eine Bewegung, das ihn aus diesen Gedanken riss und kurz der geschmeidigen Bewegung ihrer Haare mit den Augen folgte, während Zoll um Zoll ihr Gesicht hinter der Maske zum Vorschein kam. In dem Licht des Saales schien es sogar noch mehr von innen her zu strahlen, als er es in Erinnerung hatte.
Und so meinte er gerade weiter im Plauderton und ohne zunächst einen Gedanken daran zu verlieren:

„Oha, Ihr seid miteinander bekannt …?“,

als die Bedeutung der letzten Worte in sein Hirn sickerten. Und zum ersten Mal an diesem Abend war Kain wirklich froh darüber, dass er die Maske trug. Sonst wäre ihm die Kinnlade sprichwörtlich heruntergefallen, während er Fjalladis Blick zu dem fremden Musikkritiker folgte und wieder zurück zu ihr schnellte, als hätte er noch nie eine Verneigung gesehen. Wie bekannt sie miteinander waren, war nicht schwer zu erraten. Mit einer Selbstverständlichkeit, die an Schamlosigkeit grenzte, duzten sie sich, als hätten sie sich ihr Leben lang nicht anders angeredet. Und das Tanzbein wollten sie auch gleich schwingen.

Wie Schuppen fiel es Kain von den Augen, wie wenig sie es hier mit einem Zufall zu tun hatten. Von wegen der einzige Tanz, den er beherrschte! Der fremde Mann – dem Gesicht nach zu urteilen durchaus jung oder zumindest noch vor seinen besten Jahren – schien aus keinem anderen Grund, ihren Tisch anvisiert zu haben, als jenen, die Hochelfe aufs Parkett zu führen. Und Fjalladis …
Kain pfiff aus einer Mischung aus Verachtung und vor allem Unglauben bei sich. Tatsächlich hatte er ihre wortreiche Entschuldigung geglaubt. Und nun konnte er sich dafür gegen die Stirn schlagen. Was für ein Narr er gewesen war, nicht gleich ihren Versuch, sich auf elegant höfliche Weise abzuseilen, nicht erkannt hatte! Seine Augen taxierten die Hand Landolins, als ginge von ihr dieselbe Gefahr wie von einer Giftschlange aus. Und so hob er sich mit einer zügigen Bewegung die Maske, hinter der ihm mit einem Mal das Atmen schwer fiel, hoch und streifte sie sich über den Kopf ab, um sie ungeachtet, fast wie einen lästigen Fremdkörper auf dem Tisch zu befördern. Das Schauspiel blieb jedoch das Gleiche – nur, dass er jetzt die Dinge deutlicher sah, als zuvor.

Von irgendwoher spürte er eine Hand auf seinen Arm, zu welcher sein Blick – fern wie aus einem eben zu Ende gegangenen Traum – wanderte … und dann zu Shayas Gesicht hoch. Irgendwie brachte er ein Lächeln zustande und die Begeisterung, mit der die Halbelfe von der Musik sprach, ließ ihn auch seine Stimme wiederfinden. Ohne Fjalladis noch einmal anzusehen – was ihn mehr Selbstbeherrschung kostete, als er vermutet hätte, geradezu als hätten seine Beine vergessen, nicht auf sie zuzugehen, und seine Augen nicht zu ihr zu sehen – legte er seine Hand auf die warme der Halbelfe, während er erwiderte:

„Ein Tanz muss die Unterhaltung doch nicht ausschließen …“

Seine Augen ruhten dabei länger als notwendig auf die der Waldelfe, als fürchte er, der Blick könnte ihm entgleiten, sobald er sich von ihnen abwandte. Und am Ende seiner Worte hatte sich soweit wieder mehr Sicherheit in seine Stimme geschlichen, dass ihm das verschmitzte Zwinkern, mit dem er die Worte unterstrich, so halbwegs gelang.

„Hier muss ich dem Herrn sogar zustimmen: Das ist ein ganz vortreffliches Lied, um dazu zu tanzen …“

Mit einer Hand um ihre herumgreifend, wandte er die Handflächen nach oben, als er motivierter als er sich fühlte und mit einem breiten Lächeln, das er nur spürte, weil er merkte, dass sich deine Gesichtsmuskulatur anspannte, den Rettungsfaden aufnahm:

„Kommt, lasst uns tanzen gehen! Das Lied wird nicht auf uns warten. Und außerdem-“

Für einen kurzen Moment wagte er sogar einen Blick in Richtung des Fremden, wobei seine Augen tunlichst Fjalladis vermieden, als könne allein ihr Anblick in erblinden lassen. Und laut genug, für beide hörbar fügte er hinzu:

„-scheint der werte Herr seinem Freund in nichts nachzustehen. Ich denke, wir können uns getrost ein Vorbild an ihnen nehmen!“

Obwohl er dabei zwinkerte, blieben seine Augen dabei hart. Und wie zur Verabschiedung sagte er:

„Ihr werdet sicherlich auch uns entschuldigen …“
Autor: Fjalladis Radran Datum/Zeit: Samstag 17 Oktober 2009, 22:16
Die Andeutung eines dankbaren Lächelns, welches wohl weit ausgeprägter ausgefallen wäre, hätte sie sich nicht so unwohl in der gesamten Situation gefühlt, erschien auf ihrem Gesicht, als sie zu ihrer Erleichterung sah, dass auch Landolin sich seiner Maske entledigte. Sie freute sich aufrichtig, ihn einmal wiederzusehen, obschon sie wusste, dass ihre Begegnungen in der Vergangenheit selten wirklich gut verlaufen waren. Und doch fühlte sie sich in seiner Gesellschaft wohler, als es bei einem anderen Menschen, den die ähnlich hoch schätzte, vielleicht der Fall gewesen wäre. Er hatte etwas an sich, einen Wesenszug, den sie verstand, auch ohne dafür einen anderen Menschen um Rat fragen zu müssen. Der größte Teil von ihm war ihr zwar noch immer ein Rätsel, doch vielleicht war es die Bewunderung, die sie für ihn und seine Fähigkeiten – ob sie diese nach den wenigen Gelegenheiten, da sie ihn diese hatte einsetzen sehen, richtig einzuschätzen wusste, war eine andere Frage – empfand, die Fjalladis diesen Umstand zumeist vergessen ließ. So auch in den wenigen Augenblicken, kurz bevor die Realität zu einem weiteren gnadenlosen Schlag ausholte, um sie daran zu erinnern, wie wenig sie noch immer von dem Wesen der Menschen wusste...

Sie wollte gerade auf die Frage Kains – „Oha, Ihr seid miteinander bekannt...?“ – antworten, als die Musiker ein neues Lied zu spielen begannen und den Heiler damit zu Worten veranlassten, welche bei Fjalladis eine gewisse Verlegenheit aufkommen ließen. „Nicht Dir zur Freude bittest Du um diesen Tanz“, meinte sie leise und vermied dabei, ihn oder einen der anderen direkt anzusehen. „Wenn es Dein Wunsch ist, will ich versuchen, ihm zu entsprechen. Doch habe ich noch nie getanzt und fürchte daher, Dein Ansehen zu gefährden...“
Sie lauschte der Musik und ließ ihren Blick zu den Tanzenden gleiten. Der Tanz sah seltsam, aber nicht allzu kompliziert aus. Eine Schrittfolge zu erkennen und sie mit zwei linken Füßen umzusetzen, waren allerdings zwei Paar Schuhe...

Auch der weißgewandete Herr nahm nun seine Maske ab und Fjalladis sah ihre Vermutung bezüglich seiner Identität bestätigt. Sie suchte jedoch vergeblich einen Blickkontakt herzustellen, denn aus irgendeinem Grund schien er diesen tunlichst zu vermeiden. Als er erneut zu sprechen ansetzte, schien etwas in seiner Stimme mitzuschwingen, das sie nicht recht einordnen konnte. Eine gewisse Distanz vielleicht. Kühle. Auch seine Wortwahl schien sich verändert zu haben, doch am meisten erschreckend waren noch immer seine Augen. Das warme dunkle Leuchten, das sie zwar unter der Maske nicht hätte erkennen können, so es sich an diesem Abend bereits gezeigt hatte, dessen sie sich noch so gut entsinnen konnte, hatte sich in einen kalten, abweisenden Glanz verwandelt, den sie bereits einmal bei ihm wahrgenommen hatte.
Sie deutete eine Verbeugung an, als der Erzmagier sich und die Sängerin entschuldigte und dann mit dieser zusammen zur Tanzfläche ging. Fjalladis' Blick glitt zurück zu Landolin und weniger überzeugt als gewollt nickte sie in die Richtung, in die Kain und Shaya gegangen waren. Der Erzmagier hatte recht – das Lied würde nicht warten. „Willst Du?“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 19 Oktober 2009, 14:42
Der Marquis war ein Galan, wie Elina mit glänzenden Augen männliche Adelige zu beschreiben pflegte. Diese formvollende Ausdrucksweise, das höfische Gebahren, sein unverfängliche Lächeln, das einem nach längerem unter die Haut ging. Seine Augen hatten etwas Hypnotisches. Silvana musste an sich halten seinem Charme nicht zu erliegen.

"Ich bin es gewohnt, mich wie ein Raubtier zu bewegen, das seine Opfer beschleicht und zum Sprung ansetzt", erwiderte sie seiner Schmeichelei. "Tanzen gehört normalerweise nicht zur Ausbildung einer Kriegerin. Amazonen tanzen nur im Rauschzustand, um Kontakt zu den Göttern herzustellen. Wenn Ihr mit meiner Tanzkunst zufrieden seid, ist dies zum Großteil Euer Verdienst. Die Kunst der Führung dürfte Euch liegen."

Silvana schmunzelte und schob neckisch eine Augenbraue die Stirn hinauf.

"Nighton ist zu Recht als Stadt der Handwerker bekannt, Marquis. Die landschaftliche Nähe unserer beiden Städte ist für einen regen Handel wie geschaffen." Hinter ihrer Stirn arbeitete es fieberhaft. Sie wollte dem Marquis nicht auf die Nase binden, dass sie dabei war Nighton militärisch aufzurüsten. Andererseits würde er diesen Umstand über kurz oder lang ohnehin erfahren. Wie weit sollte sie sich aus dem Fenster lehnen? Mit dieser Art von Diplomatie hatte die geborene Kriegerin keinerlei Erfahrung. Also startete sie einen ersten, vorsichtigen Versuch.

"Als Grenzstadt steht Nuru an vorderster Front. Keine leichte Aufgabe. Drachenauge und Sha'Nurdra sind weit weg, wenn es zum Ernstfall kommt. Ich wäre bereit, über den Handel hinaus Unterstützung zu bieten - natürlich nur, wenn es ein gegenseitiges Abkommen gäbe."

Dabei ging es ihr ganz und gar nicht um Bedrohungen von außen. Aber dies war ein äußerst heikler Punkt, den anzusprechen sie vor dem Marquis noch nicht wagte.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 19 Oktober 2009, 22:33
Der Vergleich mit einem Raubtier hatte etwas wie der Marquis fand. Schlichte kräftige Schönheit wie bei einem Panther, dessen seidiges Fell dazu einlud ihn zu streicheln - und ehe man sich versah hatte man seine Pranken im Leib und hauchte sein Leben aus. Diese Frau die er im Arm hielt und über die Tanzfläche führte wies durchaus Ähnlichkeit mit einem solch eleganten Raubtier auf.

Dann will ich hoffen das Ihr mich nach diesem Tanz nicht zerfleischt Mylady und ich das Glück hatte auf eine friedlich gestimmte Raubkatze zu treffen.

gab Armande schmunzelnd zurück. Er hatte sichtlichen Spaß an diesem Geplänkel.

Es freut mich das Ihr gegen eine engere Beziehung unserer beiden Städte nichts einzuwenden habt. Da Nuru Euch weniger mit ausgefeilten Handwerkswaren dienen kann halte ich es für selbstverständlich Nighton militärische Unterstützung zu bieten - wann und gegen wen auch immer sie benötigt wird.

Das konnte man als allgemeine Floskel verstehen - doch war auch durchaus die Andeutung versteckt, das es noch andere Feinde aus die von außen kommenden geben konnte.

Im Moment arbeite ich daran wieder geordnete Strukturen in die Kaserne zu bekommen - leider hat der ehemalige Statthalter alles ein wenig schleifen lassen. Zum Glück hat die Qualität der Kämpfer nicht darunter gelitten. Im Moment sind wir dabei neue Soldaten zu rekrutieren, die ausgebildet werden sollen. Wenn Ihr Interesse habt wäre ich gern bereit ein Dutzend Eurer neueren Krieger daran teilnehmen zu lassen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 20 Oktober 2009, 13:04
"Ogerkeulen?" Elina lachte auf. "Eine solche Keule hochzuheben würde mir ernstlich Schwierigkeiten bereiten. Geschweige denn, sie auf Mylady Silvanas sturen Dickkopf zu klopfen. Die Lady ist zum Glück vernünftigen Argumenten zugänglich, auch wenn ich recht forsch auftreten muss um sie zu überzeugen."

Was für ein vergnüglicher Abend. Anfangs hatte sie befürchtet, sich mit dem trinksüchtigen Freiherr von Rotberg schrecklich zu langweilen. Er war ein Schönling, fürwahr, der in der Hauptsache nur an sich selbst interessiert war. Es hatte bloß ein paar Wochen gewährt, dann war Hartmut die neue Burgverwalterin zu langweilig geworden und er hatte sich wieder dem Wein und den Dienstmädchen zugewandt.
Elina war es einerlei. Sie hatte erreicht was sie wollte. Beim Burgpersonal schwang sie das Zepter, und Lady Silvana vertraute ihr voll und ganz. Die tüchtige Blondine war drauf und dran, die Stadtverwaltung zu übernehmen. Einzig militärische Angelegenheiten überließ sie dem Freiherrn.

Da kam Abwechslung in Form von Darcia gerade recht. Mit etwas Glück wurde sogar mehr daraus als eine schlichte Ballbekanntschaft. Man würde sehen. Seine Berührung jagte ihr einen wohligen Schauer über den Rücken. Elinas Herz klopfte so laut, dass sie meinte, Darcia müsste es hören können. Eine sanfte Röte überzog ihre Wangen.

"Mylord, Ihr versteht es einer Dame zu gefallen. Den Soldaten sieht man Euch wahrlich nicht an. Wenn ich da an so manche Herren denke, die sich auf ihren untadeligen Namen berufen und ein Verhalten schlimmer als ein ungebildeter Bauer an den Tag legen. Ich könnte Euch Geschichten erzählen von den Audienzen, die ich für Lady Silvana abhalte, ein Buch könnte ich damit füllen."

Gemächlich schlenderten sie Richtung Ballsaal. Ausgerechnet an einer engen Stelle zwischen zwei Statuen begegneten sie einer auffälligen Person und deren Begleitung. Darcia erkannte den Mann. Elina meinte sich ebenfalls an den Herrn zu erinnern. Ihr Begleiter machte dem Paar höflich Platz, doch der Barde schien die Geste falsch zu deuten und blieb stehen. Elina seufzte innerlich. Um ein oberflächliches Geplänkel würden sie wohl nicht herum kommen. Also setzte sie ein warmherziges Lächeln auf, wie sie es bei ihren Audienzen tat. Suffix stellte sich und seine Begleiterin vor. Die Schankmaid schien von schlichtem Gemüt zu sein, denn sie nannte Elina ein Burgfräulein. Ein verklärender Begriff, den die Lady von Shanu nie für sich selbst gebraucht hätte. Elina behielt ihr Lächeln bei und wartete, bis Darcia sie beide vorgestellt hatte, wie es die Etikette verlangte. Erst dann antwortete sie dem Mädchen.

"Habt Dank für Eure aufmerksamen Worte, Fräulein Syrena." Eine Schankmaid mit Mylady zu betiteln hielt Elina für absolut unangebracht. Ihre weiteren Worte galten dem Barden: "Herr Suffix, wenn ich mich nicht irre, habt Ihr Eure Dichtkunst auf der Feierlichkeit zu Ehren der Statthalterin Mylady DaRemyth zur Schau gestellt. Eure Vorliebe für Nachtigallen und Zirpen erklärt woher Ihr Eure Inspiration nehmt. Wobei eine schöne Frau auch sehr inspirierend sein kann."

Ihre hellblauen Augen richteten sich auf Darcia, dem sie zugleich ein bezauberndes Lächeln schenkte.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 21 Oktober 2009, 10:59
“Ich glaube Euch gern, dass Ihr das könntet.“, entgegnete der Offizier. “Und falls Ihr wirklich eines Tages ein solches Buch verfassen solltet wäre es mir eine Freude es als erster zu lesen. Eine solche Gelegenheit aus den Fehlern anderer zu lernen könnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Ich will Euch ja auch weiterhin gefallen.“

Bei den letzten Worten hatte Phelan der reizenden Elina zugezwinkert, doch schon ein wenig später lenkte ein anderes Paar seine Aufmerksamkeit auf sich…

“Nein, ich bin keine Bäckerlehrling.“, erwiderte der Gestaltwandler amüsiert auf die etwas wirren Worte des Barden. “Es mag daran liegen, dass mir die Fingerfertigkeit, die bei diesem Handwerk nötig wäre, fehlt. Und natürlich kenne ich Euch, immerhin eilt Euch Euer Ruf voran. Eure scharfe Zunge ist berüchtigt.“

Mit einem Lächeln wandte sich der Soldat der perfektesten Schankmaid des Landes zu. “Syrena also, ich wette Dein Begleiter hat kein bisschen übertrieben.“, meinte er lächelnd. “Und richtig, ich habe die holde Dame gefunden.“

Suffix’ Bemerkung quittierte der groß gewachsene Mann mit einem Nicken. Es wurde tatsächlich höchste Zeit, dass er sich und die Frau an seiner Seite vorstellte. “Ihr habt natürlich vollkommen recht.“, antwortete er. “Dies ist Fräulein Elina von Shanu, die Burgverwalterin zu Nighton und mein Name ist Rion Darcia.“

Das Lächeln, das die Blondine Phelan schenkte, ließ das Herz des Tiermannes ein wenig höher schlagen. Wie mochte es da erst seinem Gildenbruder gehen? Der Barde schien ja ernsthaft verliebt zu sein und sah sich nun zu höflicher Konversation genötigt anstatt seine Zeit allein mit seiner Syrena zu verbringen.

“Wir wollen dann gar nicht länger stören.“, meinte der Krieger. “Wir waren ohnehin gerade auf dem Weg zurück in den Ballsaal, um ein Glas Wein zu trinken und vielleicht wagt sich Elina ja sogar noch mal mit mir auf die Tanzfläche.“
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 21 Oktober 2009, 14:31
Noch immer, glaubte er in der Stimme jemand zu erkennen, aber leider spielte ihm sein Erinnerungsvermögen einen Streich. Aber es war auch bestimmt nicht von Wichtigkeit oder Brisanz. Er stellte seine Begleitung und sich selbst vor und Suffix murmelte dazu jedes Mal ein „Angnehm“ und sie waren ja wirklich nicht schuld, dass er mit Syrena nicht alleine sein konnte.
Dann musste er aber lachen und klärte den Herrn etwas auf: „Nun des Lehrlings Fingerfertigkeit bestand in diesem erwähnten Moment nicht im Formen von Brezenkringeln und Rollen von Brotlaiben, na ja…

Bei der Erwähnung des Namens an dessen Seite zuckte Suffix unmerklich zusammen, Eine ‚von’. Er deutete eine dezente Verbeugung an und schenkte auch ihr ein unverbindliches Lächeln. Schade, dass Suffix zu wenig Menschenkenntnis besaß um zu erkennen, was sie von Syrena hielt. Nicht dass das für ihn persönlich von Belang gewesen wäre, aber interessiert, interessiert hätte es ihn schon. Und das Burgfräulein war viel zu routiniert um sich so leicht durchschauen zu lassen. Sie schien Suffix weder herablassend noch schmalzig mit falschem Lächeln. Eigentlich ganz normal.
Doch ihre vorgetragene Lobeshymne, das erkannte er, über seine Poesie und Dichtkunst war eine gespielte. Alleine dass sie eine Dichtkunst als zur Schau gestellt bezeichnete, ließ den Ignoranten in ihr deutlich zutage treten. Ein Gemälde stellt man zur Schau, eine Schriftwerk auch noch, Kleidung, aber rezitierte Dichtkunst mit ‚zur Schau stellen’ zu bezeichnen, zeugte Suffix deutlich, welches Geistes Kind sie war. Doch auch Suffix ließ sich damit nicht aus der Reserve locken. „Ach, Ihr ward bei der Einsetzung der Stadthalterin auch anwesend. Danke für das Lob. Nun, wenn ich nicht ganz so in das Korsett einer Auftragsarbeit eingeschnürt bin, wenn ich etwas freier formulieren darf, dann kann ich das auch noch etwas wie soll ich sagen? Flockiger, vielleicht. Ja, manche Frauen bringt man mit Bachstelzen, Nachtigallen oder auch Libellen in Verbindung, bei anderen sind’s dafür brachiale Urgewalten wir Stier, Löwe oder Hengst.“ Suffix lächelte weiterhin, als wäre nichts gewesen. Rion und Frau von Shanu schienen wirklich einander zugetan, die Blicke, die sie sich gegenseitig zuwarfen sprachen eine deutliche Sprache in dieser Richtung und so wie es aussah, wollten sie auch gerne weiter.
Jedenfalls hat es mich sehr gefreut Eurer beider Bekanntschaft zu machen und ich hoffe, man sieht sich alsbald wieder“ eine weiter Höflichkeitsgeste folgte. Er wartete ob auch Syrena noch etwas zu den beiden sagen wollte. Auch das gebot die Höflichkeit. Dass er Syrena zärtlich ansah und auch noch immer ihre Hand hielt, gebot nicht die Höflichkeit sondern zeugte einzig und allein von der Zuneigung zu ihr.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Mittwoch 21 Oktober 2009, 19:44
Shaya hingegen kümmerte es nicht so sehr wer Landolin war oder was sein Beruf war...jedenfalls im Moment nicht. Die Aussicht doch noch zu einem Tanz zu kommen beschäftigte sie da mehr. Allein das Kain diesen Künstler noch verteidigte von wegen jeder hatte mal klein Angefangen ließ doch doch leise murren, aber sie sagte dazu nichts. Schließlich...vielleicht hatte er ja recht und sie zu hart mit ihrer Kritik..oder schlimmer diese war eher aus verletzten Stolz geboten als daraus das sie wirklich zugehört hätte. Seine Stimme klang mitfühlend...vielleicht hatte er aber auch einfach nur  Mitleid mit dem armen Sänger.

„Ihr habt sicher recht...“

Viel mehr konnte sie nicht sagen hörte sie doch Kains Worte. Es war nicht mal so sehr das was er sagte sondern wie er es sagte. Immer wieder schien sein Blick zwischen Fenvar und dem Fremden hin und her zu gleiten fast als könne er es nicht glauben. Besorgt zog Shaya eine Augenbraue hoch es schien den Magier zu treffen wie vertraut die beiden miteinander umgingen. Auch Shaya war überrascht, aber vielleicht kannte sie diesen Fremden schon länger. Konnte ja sein das sie alte Freunde waren...den wäre es nicht mal verwunderlich das sie sich duzten. Jedoch schien der Magier den Fremden nicht leiden zu können und Shaya konnte sich denken wieso. Fast sah er ihn an wie Shaya etwas ansehen würde das sie unter ihrem Stiefel gefunden hatte.

Uhweh... Rivalen...tatsächlich Rivalen um die gleiche Elfenmaid...das kann noch übel werden. So gesehen ist es besser wir Tanzen und entspannen die Lage so etwas....dabei hat das allein noch nichts zu sagen

Lächelnd sah Shaya Kain an als sich dieser ihr zu wandte und diesmal schien seine Aufmerksamkeit nur ihr zu gelten. Fast als fürchte er Fenvar anzusehen. Das war nicht gut... den es mochte sein das sich Shaya getäuscht hatte wen sie liebte...aber gleichgültig war ihr der Magier bestimmt nicht.  Dafür hatte sie zu viel über ihn gewusst, was zu interessiert an ihm gewesen.

Herje...warum können aus Rivalen so schlecht Freunde werden? Menschen sehen das viel zu verbissen scheint es mir. Egal für wen sie sich entscheidet...das heißt doch nicht das der andere kein Freund sein kann

Leicht ruhte ihr Blick auf Kain als dieser ihre Hand umfasste und sie zur Tanzfläche führte. Sie hatte selten ein so gezwungenes Lächeln gesehen. Zwar verzog sich das Gesicht zu einem Charmanten lächeln, jedoch wirkte es leblos, erreichte es doch die Augen nicht. Sie schwieg dazu erstmal um ihm Gelegenheit zu geben den Schreck zu verkraften. Sicher konnte sie mit ihm reden sobald sie die Tanzfläche erreichten. Diese Situation schien auch Fenvar unangenehm, vermied sie es zuerst doch einen der beiden anzusehen. Sicher später versuchte sie den Magier anzuschauen... aber das  gelang nicht so wie dieser ihrem Blick auswich.

Aua der Kommentar war etwas bitter...fast als mache er zumindest dem fremden einen Vorwurf... dabei glaub ich nicht das er sich absichtlich diesen Tisch ausgesucht hat...

Klugerweise behielt Shaya diesen Glauben jedoch für sich, sie konnte sich denken das der Magier das anders sah. Sie ließ sich von Kain zur Tanzfläche führen. Erst als sie diese erreichten wagte sie es das Wort an den Magier zu richten. Kurz überlegte sie ob sie versuchen sollte ihn mit ein wenig, wie sie hoffte charmanten, Geplapper abzulenken oder ob sie das Problem ansprechen sollte. Sie sprach leise, auf sein Ohr abgestimmt schließlich musste nicht jeder mitbekommen was sie Sprachen.

„Da ihr die Maske jetzt gelüftet habt mein Herr...so nennt mir doch euren Namen, damit ich weiß mit wem ich tanze. Auch solltet ihr dem Fremden und seinem Umgang mit Fenvar nicht so viel Beachtung schenken... es kann harmlose Ursachen haben. Vielleicht kennt sie ihn wirklich lange...“

Weiter wagte Shaya erstmal nicht zu  gehen obwohl ihr noch so einige gründe einfielen warum der Fremde so offen, beinahe sorglos mit ihr umging...und Fenvar ihn gewähren ließ.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 21 Oktober 2009, 21:20
Ach was, Suffix übertreibt - ich tue nicht mehr als meine Arbeit.

antwortete Syrena Rion mit einem aufrichtigen Lächeln und drückte die Hand des Barden. Offenbar wollte das Paar weiter und Suffix verabschiedete sich von ihnen. Wirklich böse darum war Syrena nicht. Sie knickste, wie es sich ihrer Meinung nach vor dem Stand Elinas gehörte und sagte:

Es hat mich gefreut Euch kennen zu lernen Lady von Shanu. Und auch Euch Rion - sollten Euch Eure Geschäfte jemals nach Nuru führen würde ich mich freuen wenn Ihr die scharfe Klinge aufsucht. Gehabt Euch wohl.

Sie lächelte den beiden noch einmal zu und folgte dann Suffix in den Garten.

Dieser Rion Darcia ist wirklich nett. Er hat vorhin versucht mich aufzumuntern - und er scheint wirklich große Stücke auf Dich zu halten Suffix.

Sie schlenderten ein paar Schritte durch den Garten, in dem wirklich noch leise die Musik aus dem Ballsaal zu hören war.

Aber diese Elina von Shanu - weißt Du Suffix, an Ihr konnte ich wieder einmal feststellen das ich nicht hierher gehöre. Hast Du Ihr Kleid gesehen? Und Ihre Körperhaltung? Ganz abgesehen davon wie gut sie es versteht sich auszudrücken... Nein, auf einen solchen Ball mit Adelsleuten gehöre ich wirklich nicht.
Autor: Ratmar Datum/Zeit: Mittwoch 21 Oktober 2009, 22:49
Es war lange her daß Ratmar die Kaiserstadt Drachenauge betreten hatte - und damals noch auf alles anderem als Pfoten. Im festen Glauben daran daß die Stadtwachen eben solch einen Aufstand veranstalteten wie ihre Kollegen aus Nighton trat er auf das Stadttor zu. Die Wachen sahen ihn finster an, machten jedoch keine Anstalten ihn aufzuhalten, auch nicht als er mit großen Schritten das Stadttor durchquerte. In einiger Entfernung schaute er leicht über seine linke Schulter zurück. Eben noch waren die Wachen ihm mit Blicken gefolgt, im nächsten Augenblick widmeten sie sich wieder ihrer Aufgabe: ungebetenen Gästen den Eintritt zu verwehren.

Der junge Lycanthrop grübelte noch was passiert sein mag, daß er in deren Augen anscheinend nicht mehr zu eben dieser Gruppe zu zählen war, als ihn jemand von der Seite anrempelte. Eine Gestalt in weitem Umhang und Kapuze starrte ihn an, das Gesicht hinter einem schwarzen Schatten verborgen.

"Ein Splitter Deines alten Lebens verbirgt sich in der Drachenburg, falls Du noch Interesse daran hast, Tier..." mit diesen Worten und schnellen Schritten war die Gestalt auch schon wieder verschwunden. Als sich Ratmar aufmachte ihm zu folgen war dieser auch schon spurlos verschwunden, jedenfalls ausgehend von menschlichen Maßstäben... und seine wölfischen Sinne waren noch nicht soweit entwickelt, daß er darauf zurückgreifen könne.

Er knurrte sich in den Bart und brachte dadurch einem Bauern der anscheinend gerade seine Waren zum Markt transportierte dazu alles fallen zu lassen und einen Hopser zur Seite zu machen. Wie erstarrt blieb dieser stehen als Ratmar dessen Sachen aufklaubte und dem verängstigten Mann wieder in die Hände drückte. Dann begab er sich in Richtung Burg.

Anscheinend gab es gerade in der Stadt etwas zu feuern, denn je näher er der Burg kam desto mehr sahen die Straßen nach Festlichkeit aus. Kostümierte und herausgeputzte Bürger, fahrende Händler die hie und da ihre Waren feilboten wie etwa Naschereien oder Gebäck. Der jungen Lycanthropen hing der Magen in den Kniekehlen und er hoffte niemand würde seinen rebellierenden Magen hören, geschweige denn sehen daß ihm das Wasser im Maul zusammenlief bei all den Köstlichkeiten die er sah.

Plötzlich befand er sich in einer Schlange aus Menschen die sich in Richtung Burgtor schoben und ehe er sich versah stand er auch schon direkt vor zwei Wachen, die vor ihm ihre Lanzen kreuzten und nach seiner Einladung fragten und ihn dabei kritisch von oben bis unten beäugten.
"Was haben wir denn da für einen dreckigen Fellklumpen?" Die Wache rümpfte die Nase als sie Ratmar musterte. Er trug noch immer der Kapuzenumhang, den er in der Wüste geschenkt bekommen hatte, trug diesen inzwischen jedoch offen, sodaß man darunter seinen Gürtel mit der daran befestigten Schärpe erkennen konnte.
"Was haben wir denn da?" mischte sich die zweite Wache ein und zog ein Pergament hinter seinem Gürtel hervor. Die Wache sah sich dieses kurz an und nickte darauf seinem Kollegen zu.

"Der hat eine Einladung." Wir müssen ihn passieren lassen. Der andere riß die Augen auf und wollte gerade protestieren als der erste seine Lanze hob und dem Lycanthropen deutete zu passieren. Dieses ließ sich Ratmar nicht zweimal sagen, nahm der Wache das Pergament wieder ab und schlüpfte durch das Tor noch ehe die beiden sich ihrer Befehle wegen in die Haare bekamen, ob sie denn nun Lycanthropen einlassen dürften oder nicht, selbst wenn sie eine Einladung besäßen.

Ratmar war nicht oft in der Drachenburg gewesen, selbst früher nicht, als er noch ein Magieradept gewesen war. Die meiste Zeit hatte er in der Universität verbracht und Folianten gewälzt, daß die anderen Adepten ihn schon als einen Bücherwurm verschrien hatten. Doch das war nun lange her, mindestens ein Leben. Aufmerksam schaute er sich um. In der Festung sah alles noch festlicher aus als auf den Straßen. Aus den Gesprächsfetzen umher hatte er inzwischen mitbekommen, daß es sich um Krönungsfeierlichkeiten handelte. Er schüttelte verständnislos den Kopf als er erfuhr daß es sich bei dem Gekrönten noch um ein Kind handelte; er hatte nie verstehen können, daß Kinder immer wie Erwachsene behandelt wurden, waren es doch keine, weder körperlich noch geistig. Doch das hatte ihn nicht zu interessieren, schließlich war er aus anderem Grund hierhergekommen. So sah er sich also weiterhin um und als er an der Tafel mit den ganzen Köstlichkeiten vorbeikam hielt er kurz inne und rang eine Weile mit sich, ob er etwas von den Köstlichkeiten nehmen sollte oder nicht, rang sich dann aber dazu durch sich einen Teller zu nehmen und sortierte dezent ein paar Leckereien darauf, schließlich hatte er anscheinend eine Einladung, die eben auch die Tafelei mit einbezog. Der junge Lycanthrop zog sich in eine Ecke zurück, die auch sogleich von den meisten anderen weiträumig gemieden wurde; seine Wolfsohren hörten das Getuschel, es fielen Worte wie 'Bastard' oder 'Kettenhund der Dunkelelfen', jedoch sörte ihn das inzwischen nicht mehr so wie früher.

Es kostete ihn einige Mühe das Besteck zu verwenden, war dieses doch auf menschliche Hände und nicht auf Lycanthropenpfoten ausgelegt, wollte sich jedoch auch nicht die blöße geben und mit den Pfoten zu essen, wo er doch ohnehin schon ausreichend auffiel, nicht zuletzt seiner abgerissenen Erscheinung wegen. Gerade als er seinen Teller geleert hatte und für Nachschub sorgen wollte, stieg ihm ein Geruch in die Nase, den er schon einmal irgendwo vernommen hatte. Er hob seine Nase in die Luft und schnüffelte. Zweifellos der Geruch eines den er kannte. Er schaute sich um, konnte aber niemanden Bekanntes entdecken. Der Lycanthrop den er in der Wüste getroffen hatte... gehörte ihm dieser Geruch? Doch wenn ja, wo versteckt er sich dann?
Autor: Neome Datum/Zeit: Donnerstag 22 Oktober 2009, 11:07
Suffix hatte es sehr eilig. Geistesabwesend verabschiedete er sich von seiner Freundin und verschwand in der Menge. Enttäuscht sah Neome zu Christian auf.

"Habe ich etwas Falsches gesagt? Ihn gar beleidigt? Für Yolmena kann er sich gar nicht erwärmen."

Die würzigen Häppchen und süßen Köstlichkeiten trösteten sie ein wenig. Der Heißhunger aus der Schwangerschaft hatte sich zum Glück gelegt und Neome hatte ihre frühere schlanke Figur wieder. Lediglich die Oberschenkel waren stärker als zuvor, die unter den Röcken zum Glück nicht allgemein sichtbar waren.

Zum Tanzen hatten Neome gar keine rechte Lust mehr. Mit einem Kuchen in Händen betrachtete die Adeptin die eleganten Kleider und modischen Frisuren der Adelsfrauen. So mancher scheele Blick wanderte über ihre Gestalt. Für die feinen Damen war Neome viel zu einfach gekleidet, zu wenig geschminkt, zu schlicht frisiert. Die Adeptin seufzte. Hier gab es niemanden, mit dem sie sich unterhalten konnte.

In einer Ecke entdeckte Neome einen dunklen Pelz. "Christian, sieh nur, Herr Phelan ist auch hier. Lass ihn uns begrüßen."

Mit einem freudigen Lächeln trat Neome auf Ratmar zu, immer noch den Kuchen zwischen den Fingern.

"Guten Tag, Herr Phelan." Sie zögerte, als sich die Schnauze ihr zuwandte. War das überhaupt ihr Stammkunde? "Oh, verzeiht. Ihr seid...kennen wir uns? Von der Karawane?", setzte sie einer Eingebung folgend hintan.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Donnerstag 22 Oktober 2009, 18:56
Eigentlich war das Lied eher mittelmäßig, so gut wie jedes andere. Doch alles war besser, als weiter bei diesem fremden Knilch und Fjalladis stehen zu müssen. Und obwohl Kain sich im Gegen noch bemühen musste, sich nicht umzudrehen, um zu sehen, wie die beiden weiter miteinander verfuhren, merkte er doch, wie mit jedem Schritt, mit dem sie sich von ihnen entfernten und außer Hörweite gingen seine Schultern sich um weniges entspannten und das Denken wieder angeregt wurde. Auch gut, dachte er bei sich, als er Shayas Hand nahm und tief durchatmete, als könne er sich Unglauben und alles, was damit kam, ja selbst die letzten Minuten entledigen, so leicht konnte man sich in jemandem täuschen – ganz ohne Maske.

Mit nur halbem Ohr nahm er den Takt der Musik auf, folgte fast mechanisch den ersten beiden Schritten der Halbelfe, als diese das Gespräch so unerwartet wieder aufnahm, dass Kains Augenbrauen hochwanderten und er für einen Moment selbst den sich anbannenden Ärger vergass. Direkt konnte sie sein, das musste man ihr lassen, jagte es Kain durch den Kopf, während er in das Gesicht der Bardin blickte, das kein Wässerchen trüben zu können schien. Eher perplex erwiderte er darauf:

„Ich …“

Im ersten Moment fiel ihm nichts Sinnvolles als Erwiderung ein, dass er wie ein Holzspatz den Mund schloss und kräftig den Gedanken über das lässige Getue des Fremden, über die Dreistigkeit, mit der er sich von der Säule gelöst und auf sie zugesteuert war, hinunterschluckte. Als er wieder sprach, versuchte er seine Stimme, so bestimmt wie nur möglich klingen zu lassen – denn Kopf dabei in gleichgültigem Gebaren in den Nacken zurückwerfend:

„Es hat mich sicherlich nicht zu interessieren, mit wem Lady Fjalladis wann wo wie lange tändelt.“

Aber wieso musste es ausgerechnet ein halbwüchsiger Klugschwätzer sein?

Dem Impuls, sich in die Richtung, in der sie Fjalladis und den Fremden gelassen hatten, umzudrehen, unterdrückend und sich über die langsam zwischen seinen Augenbrauen entstehende Längsfalte wischend, zwang er sich nochmals tief durchzuatmen und langsam bei sich bis zehn zu zählen, bevor er ein halbwegs neutrales Gesicht zustande brachte. Noch immer ruhte Shayas Blick auf ihm und instinktiv wusste Kain, dass er ihr zumindest ein wenig gute Laune schuldete. Das sorglose Lächeln aber misslang beim ersten Anlauf, als er trocken meinte:

„Fjalladis. So lautet ihr Name. Und der meine ist-“

Der Anflug eines offeneren Lächelns stahl sich auf seine Lippen, als er die Halbelfe in die Drehung führte und dabei fortfuhr:

„Kain. Kain Kharnfeldt. Stets zu Diensten.“

Am Ende der letzten Worte stahl sich ein fast spitzbübischer Zug um seine Mundwinkel und wären sie nicht auf der Tanzfläche gewesen, hätte er sich sicherlich bei diesen Worten leicht verneigt. So aber hob er nur, eine Spur weniger angespannt, den Arm – den anderen führend ein wenig zu sich ziehend - damit sich Shaya drehen konnte und nickte ihr dabei bekräftigend zu. Vielleicht, so dachte er, war das Lied alles in allem doch nicht so übel.
Autor: Ratmar Datum/Zeit: Donnerstag 22 Oktober 2009, 19:24
Ratmar war vollends darauf konzentriert herauszubekommen wie es sein konnte, daß er Phelan riechen, aber nicht sehen konnte. Als er dann plötzlich mit 'Herr Phelan' angesprochen wurde zuckte er zusammen. Er wandte sich der Stimme zu und erkannte die junge Magierin, der er schon im Wüstenreich begegnet war und auch ihn Begleiter war ihm nicht unbekannt.

"Guten Tag, Herr Phelan."

Inzwischen hatte er sich seines Tellers entledigt indem er diesen dem erstbesten Lakaien in die Hand drückte.

"Lady Neome wenn ich mich recht entsinne?" Der Lycanthrop deutete eine höfliche Verbeugung an und wandte sich darauf an ihren Begleiter. "Herr Christian" nickte er diesem zu.

"Verzeiht wenn ich Euch enttäuschen muß, ich bin tatsächlich nicht euer Bekannter; mein Name ist Ratmar, einstmaliger Magieradept zu Drachenauge." Und nach einer kurzen Pause fügte er hinzu "Jedoch scheint sich Euer Bekannter ingendwo in der Nähe aufzuhalten." Dabei tippte er mit einer Klaue auf die Oberseite seiner Schnauze. "Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich ihn wittern kann..."

Er schaute noch einmal in die Runde, konnte jedoch noch immer keine Spur von dem anderen Lycanthropen entdecken. "Würdet Ihr mir freundlicherweise auf die Sprünge helfen? Leider bin ich nicht mehr der Geschehenisse in Drachenauge im Bilde. Anscheinend wird hier etwas sehr ereignisreiches gefeiert?"
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 22 Oktober 2009, 20:27
Dass Suffix sich so schnell schon verabschiedete, registrierte Christian nur kurz mit einem leichten Stirnrunzeln, bevor er seiner Gefährtin antwortete.

Er macht sich wohl einfach gerade Sorgen, wohin Syrena verschwunden ist. Wenn ich in seiner Situation wäre, würde ich wohl ähnlich handeln.

Zwar aß Neome nicht mehr soviel wie während der Schwangerschaft, aber Suffix' plötzlicher Aufbruch hatte sie sichtlich etwas mitgenommen. Einige der mehr oder weniger adeligen Damen sahen zu ihnen und als eine davon gar zu hochnäsig auf Neome zu sehen schien, soweit man dies unter den Masken wahrnehmen konnte, nahm er seine Geliebte leicht schützend in den Arm und strich ihr sanft über die Schulter. Ein paar geschmunzelte Worte konnte er sich dazu nicht verkneifen.

Sieh sie dir an. Rühren den ganzen Tag keinen Finger und können nichts anderes tun, als die arbeitenden Leute anzuschauen, als ob sie selbst etwas besseres wären. Aber wehe es ergeht ihnen schlecht, dann sind sie die ersten, die um Hilfe betteln.

Neome schien Phelan entdeckt zu haben, so ging Christian mit ihr zu dem Wolfswesen. Allerdings stellte es sich heraus, dass dies der andere Lycantroph war, dem sie in der Wüste begegnet waren. Dass dieser sich als ehemaliger Magieradept vorstellte, ließ den Hohentürmler beinahe Grinsen. Offensichtlich befand sich Phelan nach der Aussage von Ratmar doch irgendwo, wenn man seiner Nase vertrauen konnte.

Guten Tag, Herr Ratmar. Nun, ein weiterer Lycantroph ist uns bis jetzt nicht aufgefallen, aber vielleicht hat er auch seine Gestalt gewandelt, um hier nicht so sehr aufzufallen. Diese Verwandlungszauber sind recht weit verbreitet, wie es den Anschein hat.

Dass er selbst sich mittlerweile ebenfalls verwandeln konnte, erwähnte er nicht, schließlich konnte jeder mithören und da war es immer besser, eine Überraschung für den Notfall parat zu haben.

Und hier findet gerade die Krönungsfeier des neuen Königs mit einem Maskenball statt. Allerdings hat er sich wohl bereits zurückgezogen, denn es gab vorhin einen kleinen Zwischenfall, soweit ich das mitbekommen habe.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 23 Oktober 2009, 12:58
Der Marquis beabsichtigte also seine Stadt militärisch zu verstärken. Silvana musste unbedingt Phelan darauf ansetzen herauszufinden, wie es um die Truppenstärke Nurus bestellt war. Es war wichtig, dem Verbündeten zumindest ebenbürtig zu sein. Es ging ihr nicht darum den Marquis zu übervorteilen. Aber Schwäche verleitete geradezu zu Verrat.

"Ich werde Euer Angebot gerne annehmen, Marquis. Zum Glück werden meine Truppen seit einiger Zeit straff geführt. Hauptmann Hartmann ist der geeignete Mann für diese Aufgabe. Dennoch haben uns die letzten Entwicklungen und die Sorgen der Bevölkerung dazu veranlasst, die Wachen aufzustocken. Es wird also genug Rekruten geben, die von den Erfahrungen Eurer Soldaten provitieren können."

Vermutlich erwartete der Marquis von ihr ein ähnliches Angebot. Nicht grundlos gewährte er ihr Einblicke in Tagesablauf und Ausbildung seiner Kaserne. Es sollte ein Zeichen des Vertrauens sein und zudem Informationen über den Verbündeten liefern. Wohl oder übel musste sie ihm dieselbe Möglichkeit bieten.

"Wenn Ihr es wünscht, werde ich Hartmann Befehl geben, im Gegenzug einen ausgewählten Trupp Eurer Leute an den Schießübungen für die neuen Bogenschützen teilnehmen zu lassen."

Bunte Gewänder und Gestalten huschten an Silvana vorbei. Sie durchtanzten den ganzen Saal von einem Ende zum anderen, jedenfalls kam es ihr so vor. Allmählich klebte ihr die Zunge am Gaumen.  Die ganze Unterhaltung strengte sie an. Silvana war es gewohnt gerade heraus zu sprechen, Dinge beim Namen zu nennen und keine Rücksicht auf die Befindlichkeit ihres Gesprächspartners zu nehmen. Geplänkel ermüdete sie. Der Marquis hingegen amüsierte sich prächtig, und sie wollte ihn auf jeden Fall bei Laune halten.

"Ihr seid ein begnadeter Gesellschafter. Ganz im Gegensatz zu mir. Raubkatzen sind für dieses Parkett nicht geschaffen", gestand sie und schnaufte. Seine Nähe machte sie schwindlig. Normalerweise ließ sie kaum einen Menschen mehr als eine Armlänge an sich heran. Sein Atem strich brennend heiß über ihre ohnehin erhitzte Wange. Das Geflüster an ihrem Ohr erregte sie. "Ihr schafft es noch, mich zum Schnurren zu bringen. Und das ist bisher nur wenigen Männern gelungen."

Wieso nur roch dieser Mensch so gut? Die Wallonin zwang sich wieder an die Politik zu denken. "Heute Nacht werde ich viel sorgloser schlafen. Es ist beruhigend einen starken Partner an der Hinterhand zu haben. Wie wir heute gesehen haben kann sich die politische Lage abrupt ändern. Und dazu bedarf es nicht nur eines abgesetzen Königs, fürchte ich. Über den Norden unseres Landes gelangen nur noch tröpfchenweise Nachrichten bis zu den Drachenbergen. Sind die Wege so unsicher geworden? Das mag an den Werwölfen liegen..."

Silvana unterbrach sich und ließ vorerst offen, wen und was sie meinte. Erst wollte sie herausfinden, wie offen sie mit dem Marquis reden konnte. Wie gerne hätte sie gewusst, wie er zu den Elfen stand und ob er bereit war sich von dem jungen König und einer Prophezeiung loszusagen, die nur dazu diente, das Land von Sha'Nurdra aus regieren zu können.

Eine dicke Wachtel von Weib rempelte Silvana den Ellbogen in den Rücken und stieß die Wallonin gegen den Körper des Marquis.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 23 Oktober 2009, 14:11
Elina war die Ruhe in Person. Selbst das uninteressante Gebrabbel des Barden ließ sie ihr Lächeln beibehalten. Höflich nickte sie zu seinen Worten um ihm Aufmerksamkeit vorzuspielen. Innerlich gähnte sie herzhaft und wünschte sie zurück in den Ballsaal.

"Stier? Löwe? Ihr denkt dabei nicht zufällig an Lady DaRemyth?", konnte sich Elina die Bemerkung nicht verkneifen und deutete ein verschmitztes Schmunzeln an. Jetzt erinnerte sie sich wieder, woher sie den Namen Suffix kannte. Silvana hatte bei ihrer Einsetzung zur Statthalterin darauf bestanden sich ihre Rede von diesem Stümper aufsetzen zu lassen, obwohl Elina sich angeboten hatte den Text für die Wallonin abzufassen. Zu ihrer Schadenfreude hatte sich Silvana mit dem dilettantischen Gewäsch gebührend blamiert.

"Die Freude war ganz meinerseits", schwindelte die Blondine gekonnt, als Darcia zum Aufbruch drängte. "Herr Suffix, Fräulein Syrena, genießt die frische Luft und den wunderschönen Garten. Und natürlich die Nachtigallen. Mich hingegen...", wandte sie sich an ihren Begleiter, "gelüstet nach der Tanzfläche. Es wird mir eine Ehre sein, Mylord, mich Eurer Führung zu übereignen."

Immer noch am Arm von Darcia untergehakt schlenderten die Burgverwalterin Richtung Buffet. "Habt Ihr das gesehen? Wie unziemlich sich die beiden an den Händen gehalten haben. Solche Intimität gehört in private Räumlichkeiten, aber doch nicht in die Öffentlichkeit." Elina schüttelte den Kopf. "Es ist augenfällig wie wenig das einfach Volk von Umgangsformen hält. Wie man hört, soll es auch unter den Soldaten raue Sitten geben."

Ihr Schmunzeln war ebenso bezaubernd wie ihr Lächeln. Am Buffet angekommen beäugte Elina die dargebotenen Köstlichkeiten und wartete manierlich bis ihr Darcia zu Trinken anbot.


Autor: Neome Datum/Zeit: Freitag 23 Oktober 2009, 14:52
Wie peinlich. Neome lief rot an. "Herr Ratmar, verzeiht, natürlich, ich erinnere mich an Euch. Leider habt ihr uns damals nicht bis nach Ash Tamar begleitet. Besser formuliert: Zum Glück für Euch. Die Situation dort war höchst unangenehm."

Was konnte sie dafür, dass sich diese Lykantrophen so schrecklich ähnelten.

"Herrn Phelan, oh, ja, Ihr könnt ihn riechen. Das stimmt. Ich meine...bestimmt hält er sich hier irgendwo auf. Ich kann ihn bloß nicht erkennen, umgewandelt, also, verwandelt."

Hoffentlich hatte sie nicht wieder etwas Falsches gesagt. Der Zuckerguss auf dem Kuchen schmolz zwischen ihren Fingern. "Oh! Ich... also... oje ...es klebt." Mit einem verlegenen Lächeln schob sich Neome das winzige Stück Süßwerk in den Mund. In Ermangelung eines Tuches sah sich die Magierin hilflos um. Sollte sie sich etwa die verklebten Finger ablecken? Das war noch peinlicher als die Verwechslung. Neome erdreistete sich die feuchte Zungenspitze über den Daumen zu ziehen. Der strafende Blick eines Lakaien war noch schlimmer als der einer beleibten Dame, die gerade ihre Maske lüftete und der Adeptin einen verwurfsvollen Blick angedeihen ließ. Hastig zog Neome die Zunge zurück in den Mund und versteckte die Hand hinter dem Rücken.

"Christian, verzeih mir, aber ich blamiere dich schrecklich, nicht wahr? Hast du zufällig eine Serviette bei dir? Sieh nur, wie sie mich angaffen. Oje. Verzeiht, Herr Ratmar. Christian hat schon Recht, sie halten sich für etwas Besseres, nur weil sie Titel, Güter und Gold besitzen, aber ich auch nicht besser. Es ist unnötig wegen schlechtem Benehmens aufzufallen."

In Neome keimte der Wunch, sich in eine Eidechse zu verwandeln und sich im Garten in den Hecken zu verbergen, bis alles vorbei war.

"Ein neuer König, genau", versuchte Neome von ihren klebrigen Fingern abzulenken. "Er ist noch sehr jung, ein Kind. Das Kind der Königin. Ehemaligen. Königin. Varnayrah. Der Sohn von Varnayrah."

Gab es hier nirgendwo eine Möglichkeit sich die Finger zu säubern? Eine Schale mit Wasser vielleicht? Oder ein Zimmerbrunnen, der tat es auch.

"Ich habe die politischen Zusammenhänge nicht verfolgt, aber der König schien davon nichts gewusst zu haben. Von der Krönung. Also, der alte König. Natürlich ist er nicht alt. So meine ich das nicht. Alt im körperlichen Sinne. Im politischen. Ihr wisst schon, Altarion. Er wollte wohl an der Krönung teilnehmen und wurde am Portal abgewiesen. Stimmt doch so, oder?"

Christian wusste darüber sicher besser Bescheid.

Autor: Shaya Datum/Zeit: Freitag 23 Oktober 2009, 19:08
Shaya lächelte leicht spitzbübisch, hatte sie doch den deutlichen Eindruck das ihre Direkte frage ihn verblüffte. Der sonst so redegewandte Magier brachte nichts als ein Ich raus ehe er ab brach um sich zu sammeln. Sie sah wie er den Kopf in den Nacken warf und möglichst entschlossen meinte das es ihn nichts anginge mit wem Fenv.. Fjalladis tanze. Shaya hörte die Worte...allein nach dem was sie gesehen hatte konnte sie sie kaum glauben. Kurz grübelte Shaya ob sie ihn damit durch kommen lassen sollte, ihn sozusagen glauben lassen sollte das er sie getäuscht hätte. Oder ob es besser war es anzusprechen schon damit diese Wunde sauber verheilte so zu sagen. Er hatte sicher recht...es war die Entscheidung der Hochelfe wen sie einmal erhören würde. Nur sah Shaya das nicht so das sie sich schon unbedingt für den Fremden entschieden hatte. Vielleicht täuschte sie sich aber auch. Aber selbst wen...dann war das doch kein Grund das die zwei nicht Freunde sein konnten. So entschied sie sich zu einem einzigen Spruch nach dem sie das Thema fallen lassen würde. Schon weil sie sah das es ihn wirklich beschäftigte. Sie ließ ihre Hand leicht auf seinem Arm ruhen ehe sie leise raunte

„Heute ist nicht aller Tage Abend. Gebt nicht zu schnell auf...und das aus einem angenommenen Grund der  vielleicht nicht mal stimmen tut.“

Lächelnd tanzte Shaya leichtfüßig zur Musik. Sie genoss den Tanz auch wen sie es schade fand das Kain so verletzt war. Wobei sie hoffte das es nicht nur sein Stolz war der getroffen worden war. Sie selbst hatte noch nicht erfahren wie Liebe war . Ihre Liebe, wen man es den Liebe nennen wollte, galt  doch einzig der Musik, was einmal mehr zeigte wie jung Shaya doch noch war. Wen es nach ihr ginge dann würde sie davon verschont bleiben.  Meinte sie doch  das Liebe wie ein Feuer war...sie konnte wärmend und einladend sein wie ein Kaminfeuer...aber auch verheerend und alles verschlingend wie ein Waldbrand. In ihren Augen mehr als genug Grund ihr aus dem Weg zu gehen. Man tat viel törichtes im Namen der Liebe. Schmunzelnd ließ sie sich von Kain drehen als er sich vorstellte.

„Ein schöner Name..aber was bedeutet er? Und darf ich fragen was euer Beruf ist? Schließlich kennt ihr den meinen auch...ich wüsste gerne mehr über euch..“

Ein wenig Ablenkung, so dachte Shaya zumindest, würde Kain ablenken so das er wieder lachen konnte. Auch wen Sie wusste das er die Hochelfe wohl kaum vergessen konnte. Er hatte es ja jetzt schon schwer nicht zu ihr zurück zu sehen. So drehte sie sich im Tanze um Kain für den Moment genoss sie Musik und Tanz.

Autor: Ratmar Datum/Zeit: Freitag 23 Oktober 2009, 19:58
Ratmar sah Christian eine Zeit lang an. Dann nickte er. "Stimmt, einige Lycanthropen besitzen die Fähigkeit ihre Gestalt zu wechseln. Das würde erklären warum ich ihn glaube zu riechen, aber nicht sehen kann."

"Eine Krönungsfeier also." Ratmar hatte sich nie wirklich für Politik oder gar die Belange des Adels und des Königs interessiert und so hatte er nur am Rande mitbekommen, daß es früher oder später unabdingbar werden würde einen neuen König zu berufen.

Als Christian etwas von einem Zwischenfall erwähnt horcht Ratmar auf. "Ein Zwischenfall? Was ist denn passiert?"

"Herr Ratmar, verzeiht, natürlich, ich erinnere mich an Euch."

"Vor meiner Verwandlung wäre es mir auch schwer gefallen den einen von dem anderen Lycanthropen zu unterscheiden, zumal die Tatsache daß wir beide schwarzes Fell haben die Sache noch zusetzlich erschwert."

"Leider habt ihr uns damals nicht bis nach Ash Tamar begleitet. Besser formuliert: Zum Glück für Euch."

Der junge Lycanthrop seufzte. Nun, ich kann mich nicht mehr erinnern was passiert war. Als ich wieder erwacht bin befand ich mich alleine in der Nähe der Quelle am großen Rad; vermutlich hat auch mir die Wüste den Verstand vernebelt und meinen wölfischen Instinkten freie Bahn bereitet." Ratmar senkte für einen Augenblick den Kopf. Es war nicht schwer zu erkennen - trotz der so unterschiedlichen Mimik von Werwölfen und Menschen - daß er sich sorgte. Er wußte daß er ab und an den Wolf nur schwer unter Kontrolle bringen konnte - und in diesen Momenten bei klarem Verstand zu bleiben war eine schwere Herausforderung von der er sich nicht sicher war ob er sie auch in Zukunft immer bewältigen konnte.

"Ich kann ihn bloß nicht erkennen, umgewandelt, also, verwandelt."

"Ja, Ihr habt vollkommen recht, kein leichtes Unterfangen, vor allem weil Lycathropen durch diverse Zauber noch weitere Verwirrung stiften konnten."

"Oh! Ich... also... oje ...es klebt." Ratmar folgte ihrem Blick auf das Stück Zuckerwerk, welches langsam in ihrer Hand zerfloß. "Nun stellt Euch vor Ihr hättet Fell wie unsereins... und ich kann Euch versichern, verklebtes Fell ist wirklich keine sonderlich schöne Sache." Er zog die Augenbrauen hoch, jedenfalls schien es so. "Verzeiht wenn ich Euch damit zu nahe getreten bin."

Die Magieradeptin erzählte ihm darauf von dem Grund zu dieser Feier, daß ein neuer König gekrönt worden war und daß eben dieser noch ein Kind war. Er hörte de Namen der Mutter. Varnayrah. Der junge Lycanthrop überlegte, konnte den Namen jedoch nicht zuordnen. Und aus dem Grunde, daß er sich selbst eher unzureichend mit politischen Dingen beschäftigte stand er anscheinend ebenso leicht verwirrt vor der ganzen Situation wie die Magieradeptin, wie ihm schien.

"Ich hoffe es ist die richtige Entscheidung für dieses Land - wenn es auch sicherlich nicht die richtige Entscheidung für den jungen König war." Nur allzu schmerzlich erinnerte er sich an die Zeit zurück als seine Eltern ihn viel zu früh in die Magierakademie abschoben - ein weiterer Mosaikstein, weswegen er sich zumeist in der Bibliothek vergraben hatte.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Freitag 23 Oktober 2009, 23:22
De Lesthat war mehr als zufrieden. Eine Partnerschaft mit Nighton erschien ihm als sehr lohnenswert. Gemeinsam konnte man auch gegen Drachenauge bestehen wenn es nötig werden sollte - Sha´Nurdra sah er nicht als wirkliche Gefahr an. Die Elfen würden sich vermutlich weitestgehend aus Machtkämpfen heraus halten.

Gern werde ich Euer Angebot annehmen und Euch Soldaten aus Nuru schicken. Es könnte sich irgendwann noch als Vorteil erweisen wenn sich unsere Krieger auch in den Kasernen der anderen Stadt gut auskennen.

Silvana deutete an das sie des Tanzens überdrüssig war und der Marquis verstand es sofort. Er beendete eine Drehung am Rande der Tanzfläche und blieb dann lächelnd stehen.

Dafür das es nicht Eure Welt ist schlagt Ihr Euch aber sehr gut Mylady.

gab der Marquis charmant zurück. Noch immer hatte er Silvana nicht losgelassen und seine dunklen Augen funkelten die Amazone an und er lachte leise als sie weiter redete.

Das könnte daran liegen das ich sehr genau weiß wie scharf die Krallen einer Raubkatze sein können und deshalb darauf bedacht bin mich gut mit ihr zu stellen. Möchtet Ihr noch etwas trinken?

Doch noch bevor er sie von der Tanzfläche führen konnte wurde Silvana von hinten angerempelt. Reflexartig fing der Marquis sie auf, wobei er ihr zwangsweise unsittlich nahe kam. Für einen Moment drückte sich der geschmeidige Frauenkörper an seinen und Silvanas dunkles Haar fiel in sein Gesicht. Dann hatte er den Schwung abgefangen und schmunzelte:

Nicht so stürmisch Madame. Wir müssen uns doch an die Etikette halten.

Er zwinkerte Silvana zu und bot Ihr seinen Arm an.

Es ist unglaublich das manche Damen sich nicht zu benehmen wissen. Man sollte sie in Zukunft von solchen Bällen ausschließen.

De Lesthat sprach laut genug, dass ihn die Wachtel auch sicherlich hören würde und warf Ihr einen vernichtenden Blick zu, bevor er sich wieder Silvana zuwandte und in Richtung Getränke steuerte.

Wo waren wir gerade Ach ja, die Werwölfe - nun, ich glaube eigentlich nicht das sie ein großes Problem darstellen. Zumindest ist das bislang rund um Nuru so - und Ihr selbst habt doch auch einen Lykantrophen als Berater bei der Versammlung dabei gehabt. Nein, ich glaube es ist einfach sehr bequem sich damit herauszureden.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Samstag 24 Oktober 2009, 13:10
“Sie sind eben verliebt.“, meinte Rion mit einem milden Lächeln, als sich Elina über das Verhalten des anderen Paares beschwerte. “Wer kann es ihnen schon verdenken? Und was die Soldaten angeht magst Du Recht haben. Vielleicht bin ja auch ich ganz anders, als ich Dir im Moment erscheine…“

Nachdem sie die frische Abendluft gespürt hatten kam dem Gestaltwandler die Luft im Ballsaal fast ein wenig stickig vor und das Geschnatter der vornehmen Damen schien ihm ein wenig zu laut. War es etwa schon wieder an der Zeit? Mit einem entschuldigenden Lächeln hielt der Soldat inne und holte eine Phiole aus seiner Manteltasche hervor. “Das brauche ich um die Auswirkungen einer alten Verletzung gering zu halten.“, erklärte er.

Damit hatte er wohl fast die Wahrheit gesagt – schon wieder nur fast. Schön langsam wuchs ihm das, was als harmloser Scherz begonnen hatte, über den Kopf. Wie hatte er das Verhalten des Mannes im Garten gleich wieder genannt? Und was machte er gerade? Er hatte sich nicht nur darauf beschränkt der hübschen Blondine Hoffnungen auf einen Tanz zu machen. Wie würde sie sich fühlen, wenn sein Lügengebilde in die Brüche ging? Und was wäre dann mit ihm? Er war sich noch nicht ganz sicher, aber er glaubte, dass er gerade anfing sie wirklich zu mögen.

Da kam ihm ein Gläschen Wein gerade recht und auch wenn man ihn nicht wirklich als Kenner bezeichnen konnte, wusste er wie man herausfand welches der edelste Tropfen war. Er langte einfach da zu, wo er kurz zuvor den Freiherrn von Rotberg hatte bechern sehen.

“Ausgezeichnet!“, verkündete er nachdem er gekostet hatte. “Darf ich Euch auch ein Glas anbieten?“

- 1 Manatrank
menschliche Gestalt für eine Stunde
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Samstag 24 Oktober 2009, 21:41
Mittlerweile hatte sich die Aktivität von der Tanzfläche mehr und mehr in Richtung Buffet verlagert. Den meisten Gästen stand eher nach Speise und Trank als nach Bewegung. Auch Varnayrah und Ancalagon unterbrachen ihr anmutiges Dahingleiten - nicht, weil sie hungrig waren, sondern weil Varnayrah der Meinung war, das jetzt der passendste Augenblick für Shayas Auftritt gekommen sei. Mit ihrem Liebsten (der immer noch ihre Hand in seiner hielt) ging sie zu der Halbelfe und der Gruppe, die sich um diese gebildet hatte, zu.

"Bitte verzeiht die Störung.", sprach die Waldelfe lächelnd. "Ich fürchte, ich werde euch eure angenehme Gesellschaft ein wenig entführen müssen... Shaya, wann immer du bereit bist, kannst du auftreten. Ich denke, im Moment ist es günstig." Sie neigte sich näher an die Rothaarige heran und flüsterte: "Ich bin schon sehr gespannt, was du dir für uns ausgedacht hast." Sie zwinkerte kurz und ließ sich von Ancalagon nun doch zum Buffet entführen. Der Schreck um Altarions Wiederkehr saß ihr noch in den Knochen, vielleicht würde eine kleine Stärkung und ein Becher Met nun das Richtige sein.
Autor: Christian Datum/Zeit: Samstag 24 Oktober 2009, 21:51
Neome konnte Phelan also auch nirgends sehen, dafür waren ihre Finger bald vom Zuckerguss verklebt. Christian suchte zwar in seinen Taschen nach einem Tuch, fand aber erst in der letzten ein einfaches Stofftuch, was eher zum Nase abputzen gedacht war, falls man mal niesen musste. So kam es, dass seine Gefährtin noch von dem Vorfall genauer berichten konnte, ehe er ihr das Tuch reichte.

Ach Liebste, meinst du wirklich, die Meinung dieser Leute zählt für mich so viel, dass du mich beschämen könntest?

Ein Zwinkern sollte ihr als weitere Hilfe dienen um zu wissen, dass er sich so für deren Meinung über seine Gefährtin interessierte, wie wenn ein Sack Getreide in Aramon umgefallen wäre. So gab er lieber den beiden seine Informationen zu dem eben geschehenen Ereignis kund.

Ja, wie es scheint, ist Altarion doch wieder aufgetaucht und da ihn niemand vorher über die veränderten Machtverhältnisse informiert hatte, nahm er wohl an, dass er noch immer der König dieses Landes wäre. Ist er jedoch seit dem Treffen der Statthalter und der damaligen Königin Varnayrah nicht mehr. Tja, damit sollte man eigentlich rechnen, wenn man ohne Hinweis auf eine Rückkehr dem Land den Rücken kehrt.
'Und seine Frau hintergeht.'

Den letzten Satz dachte er lediglich, schließlich hatte Varnayrah darum gebeten, dies niemandem zu erzählen, so wusste Neome zumindest nicht von ihm davon.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 26 Oktober 2009, 10:18
Dass er in Rion scheinbar einen Bewunderer hatte, dran fand Suffix Gefallen. Jeder Künstler braucht Fürsprecher, die für einem den wichtigen Part der Mundpropaganda übernehmen. Von Preisen und Auszeichnungen allein kann kein Künstler auf Dauer leben.
Suffix durchschaute das falsche Spiel von Elina von Shanu nicht; Trotzdem, als sie ihren sehnlichsten Wunsch kund tat auf die Tanzfläche geführt zu werden, war Suffix alles andere als unglücklich. Die Verabschiedung war unspektakulär und ging schnell vonstatten. Syrena war sehr höflich.
Sie waren nur ein paar Schritte geschlendert, da überraschte ihn Syrena mit ihrer Einschätzung von Elina von Shanu und Suffix fiel wirklich aus allen Wolken.
Was? Wie? Du meinst…aber diese Spinatwachtel kann doch…einpacken. Ich, Du, ich muss sagen, ich dachte, die ist freundlich zu uns gewesen. Auch zu Dir. Ich glaube, was Menschenkenntnis oder Verhaltensweisen anbelangt, kann ich noch eine ganze Menge von Dir lernen. Wenn das da eine Bank ist, sollten…wenn keine Igelfamilie darauf nächtigt.“ was zum Glück nicht der Fall war, aber ein wenig feucht war sie.
Diese Adelsbrutsippschaft ist schon eine komische Gesellschaft, bildet sich dank Abstammung ein, etwas Besseres zu sein. Von wegen blaues Blut…Aber es ist so wie überall, es gibt solche und solche und es kommt immer darauf an, mit wem man zusammentrifft. Ich will die Situation ganz gewiss nicht plumpig ausnützen, aber ich würde Dir gerne zeigen, dass ich zu Dir gehören will…wenn Du mich…gehörigst willst“ Suffix wollte damit andeuten, sehr deutlich andeuten, dass er jetzt bereit war, Syrena zu küssen und er würde heute die Augen ganz bestimmt nicht verschließen. Und ja, man kann durchaus sagen, es war zwar etwas kühl, aber die Musik die zu ihnen durchdrang war schon imstande, eine gewisse romantische Stimmung aufkommen zu lassen.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Montag 26 Oktober 2009, 19:00
Das Lächeln nahm einen halb spöttischen Zug an, als Kain die Lippen auf die „Aufmunterung“ hin schürzte und ebenso gedämpft erwiderte, damit es die Tanzpaare an denen sie sich vorbeibewegten nicht mitbekamen:

„Seid Ihr eine Bardin oder eine Kupplerin …?“

Obwohl er sich nicht bemühte, den süffisanten Tonfall in der Stimme zu unterdrücken, merkte er, wie bei den Worten das Lächeln ein wenig breiter und auch frecher wurde. Und schließlich lachte er leise bei sich auf und erwiderte festen Blickes und den Augen der Halbelfe folgend, während sie sich um ihn herumdrehte:

„Ich schlage Euch etwas vor: ich will Euch Rede und Antwort stehen und jede Eurer Fragen so gut, wie es mir nur möglich ist, beantworten, wenn Ihr dieses andere Thema für den Rest des Tanzes nicht mehr erwähnt …“

Es war nicht der Rede wert.
Den letzten Gedanken sprach er nicht mehr laut aus, aber er wusste, dass er der Wahrheit entsprach – oder zumindest der Wahrheit entsprechen sollte. Doch ein Blick auf Shayas Miene und spätestens ihre bekräftigenden Worte sagten ihm, dass es wohl klüger war, lange Dementi darüber zu vermeiden, wenn er nicht den Rest des Abends mit gut gemeinten Ratschlägen eingedeckt oder gar mit der Halbelfe Mutmaßungen über diesen Kerl anstellen wollte. Verächtlich pfeifend beförderte Kain bei dem Gedanken mit einer knappen Kopfbewegung die Stirnfransen zur Seite und nahm entsprechend schnell den neuen Faden auf, bevor sie es sich wieder anders überlegen konnte:

„Es ist ein Name aus der alten Sprache und bedeutet, je nach Übersetzung, der Erworbene oder der Besitzende.“

Schulterzuckend nahm führte er die Hand wieder unter ihr Schulterblatt, bemerkte bei sich mit nicht gerade wenig Anerkennung, wie sie zu der Musik dahintrieb und versuchte umso mehr, selbst nicht aus dem Takt zu kommen, als sie sich schwebend durch den Saal bewegten. Ein kurzes Dankgebet ging an die Götter, dass sie das Thema mit Fjalladis hatte fallen lassen, während er ungezwungener weiterplauderte, in der Hoffnung, dass sie das Thema schließlich ganz vergessen würde:

„Wieso man mir ausgerechnet diesen Namen gab, kann ich Euch selbst nicht verraten. Tatsache ist nur, dass mich die Jahre irgendwann zum Bäcker machten und ich auch eine Bäckerei in Drachenauge unterhielt …“

Die Bäckerei, die er vor seiner Abreise mit Agarwaen abgebrannt hatte, dachte er unwillkürlich und beeilte sich zu sagen, wie um sich selbst daran zu erinnern,

„Vor langer Zeit. Bevor ich mich ausschließlich den magischen Tätigkeiten und der Gilde zuwandte. Aber sagt, was ist mit Euch …?“

Prüfend sah er Shaya ins Gesicht, ohne ihr Alter geschweige denn ihre Herkunft so recht einschätzen zu können und fragte unverfänglich weiter:

„Was – bis auf diesen Ball – führt Euch denn nach Drachenauge? Oder seid Ihr gar hier ansässig? Was mich zu der Frage führen würde, wie es kommt, dass Ihr so weit weg von Eurer Sippe seid und ob es gar der Wunsch Eures Meisters gewesen ist, hierher zu kommen …?“

Schmunzelnd zwinkerte er ihr zu, als er ähnlich gedämpft wie sie zu Beginn des Gespräches raunte, dass sie es gerade noch über die Musik hinweg verstehen konnte:

„Ihr seht … Ihr seid mir nicht weniger ein verschlossenes Buch mit sieben Siegeln. Vielleicht möchtet Ihr aber eines davon öffnen …?“
Autor: Shaya Datum/Zeit: Montag 26 Oktober 2009, 20:31
Shaya genoss den Tanz mit Kain. Sie hatte sich lange nicht mehr so einfach und frei gefühlt und mit einem guten Tänzer getanzt. Sie war ganz zufrieden das der Fremde auf die Idee gekommen war zu tanzen. Sie selbst hätte sich wohl kaum getraut je zu fragen. Allerdings schien es ihr fast so als versuche er sie von der Hochelfe abzulenken in dem er ihr erzählte was der Name bedeutete. Schmunzelnd beschloss Shaya das Thema fallen zu lassen zumindest für den Tanz. Auf seine frage ob sie Kupplerin der Bardin sei lächelte sie nur leicht

„Wer weis...vielleicht bin ich beides?“

Schmunzelnd drehte sie sich mit ihm über die Tanzfläche. Sie hatte sich gemerkt das er ihr nach dem Tanz rede und Antwort stehen wollte...und wie immer war Shaya mehr als neugierig. Allerdings  so hastig wie er weiter sprach nach dem er die Bäckerei erwähnte...war da was passiert?
Aber sie entschied damit zu warten bis der Tanz vorbei war.

Er ist also Magier geworden da frag ich mich was ihn veranlasste seinen Beruf zu wechseln.... obwohl ich kann ihn mir nicht wirklich als Bäcker vorstellen

Als er sie fragte wie es mit ihr wäre wo sie her käme und was sie hier machte zögerte Shaya etwas und überlegte was sie antworten sollte. Zu ihrem Glück wurde sie fürs erste vor einer Antwort bewahrt da Varnayrah ihr mitteilte das die Zeit für ihren Auftritt gekommen war. Kurz wurde Shaya etwas blass und nickte. Warum nur war es für sie noch immer ein Problem vor vielen fremden zu singen? Sie musste das lernen. Als Varnayrah ihr zuflüsterte sie wäre gespannt was sie singen würde lächelte Shaya zögernd ehe sie leise murmelte

„Das Lied von Sonne und Schatten...“

Shaya war sich plötzlich nicht mehr so sicher das es das richtige Lied war. Aber andererseits ein schönes Liebeslied für Fen... Fjalladis war doch das mindeste was sie tun könnte. Sie lächelte Kain an , für einen Moment bedauerte sie das der Tanz beendet war. Aber später vielleicht.

„Entschuldigt mich bitte...ich hoffe wir können die Unterhaltung nach einem Lied wieder aufnehmen...“

Lächelnd verneigte sie sich vor Kain, wobei sie hoffte das er sie begleiten würde. Wen sie sich beim gesang auf einen konzentrieren konnte war es sicher leichter für sie.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Montag 26 Oktober 2009, 21:42
Zu spät bemerkte Kain, wer an sie herantrat und den Tanz unterbrach. Und dementsprechend kam statt einer formvollendeten Verneigung nur ein halbherziges Kopfnicken in Richtung der Königin. Nicht wenig überrascht, registrierte er dabei, dass die Halbelfe nicht übertrieben hatte, als sie meinte, sie sei eingeladen worden … ja, sie schien Varnayrah sogar persönlich zu kennen und auf recht gutem Fuß mit ihr zu stehen. Und entsprechend guter Dinge schien diese auch zu sein, während sie das Wort mit Shaya wechselte, fast so, als sei vorhin unten überhaupt nichts vorgefallen.
Unwillkürlich wanderte Kains Blick zu dem Elf neben ihr weiter und dann wieder zu Varnayrah zurück. Strahlend wie sie lächelte schien sich die Trennung zu dem Kindskönig vor Jahrzehnten vollzogen zu haben. Oder vielleicht war sie einfach nur gut in solchen Dingen. Schulterzuckend wandte sich Kain jedoch wieder Shaya zu, als sich Varnayrah und ihr Begleiter entfernten und wollte ihr bereits zu der anstehenden Aussicht, vor dem Hof zu singen, gratulieren, als er die ungesunde Blässe merkte, die sich über ihr Gesicht ausgebreitet hatte.

Die Stirn leicht in Falten gezogen erwiderte er die Verneigung und meinte dabei:

„Die Arbeit ruft wohl … Nun, es wäre mir eine Ehre, die Unterhaltung mit Euch nachher fortsetzen zu dürfen.“

Während er sprach, merkte er, dass die Worte durchaus keine leeren Floskeln waren und er innerlich den Zeitpunkt, zu dem Varnayrah kommen musste, verfluchte. Bevor Shaya auch nur auf eine der Fragen hatte antworten können, musste sie sie zum Singen bewegen, als ob das Orchester nicht reichte. Sich an den Kopf greifend, musterte er noch einen Moment die Halbelfe. Wenigstens war er nicht der Einzige, der dem Lied finster entgegensah. Trotzdem tat sie ihm mit einem Mal Leid. Mit ihrer Selbstsicherheit schien es weit her geholt zu sein, selbst die Parodie des Barden und seine – zugegebenermaßen – herben Töne hatten sie härter getroffen, als notwendig, oder sie zumindest angegriffen. Und wenn er sich die Möchtegernkritiker hier so ansah … Kurzum, Kain begann sich Sorgen zu machen, ob der Hof, vor dem sie auftreten sollte, nicht zerreißen würde, wenn sie wie Häufchen Elend oder zumindest mit eingezogenen Schultern vor ihm treten würde. Oder ob Shaya ihre Stimme nicht vor Schreck verlieren würde, wenn sich jemand räusperte und sie eine Kritik dahinter vermutete …? Zu viel konnte schief gehen und dementsprechend beneidete Kain die Halbelfe nicht um ihre Aufgabe an diesem Abend.
Nicht weniger freundlich hob er aber sachte, ja fast keck ihr Kinn an und zwang sie damit, ihn anzusehen, als er eindringlich zu ihr meinte:

„Hals und Beinbruch! Und wenn ich Euch einen Rat geben darf: vergesst nicht, wer Ihr seid! Den Raum hier und die ganzen Leute mögt Ihr vergessen, aber nicht, wohin euch euer Meister hingelehrt hat und was in Euch steckt.“

Die Worte waren gedämpft gekommen, damit nur Shaya sie verstehen konnte. Und nach einem aufmunternden Kopfnicken hin bot er ihr abermals den Arm an und meinte zwinkernd:

„Aber vielleicht erlaubt Ihr ja, dass ich Euch nach vor begleite, um Euch lästige Bardendichter vom Leib zu halten …“
Autor: Farraid Datum/Zeit: Dienstag 27 Oktober 2009, 10:14
Wie lange er geschlafen hatte wusste Altarion später auch nicht mehr. Was ihn aber umso mehr erstaunte und auch etwas irritierte, dass sich Lalaith anscheinend während dieser Zeit auch an ihn und ihren Bruder gekuschelt hatte. Sanft drehte er sich so, dass die beiden in Ruhe weiterschlafen konnten und stand von der Liege auf. Innerlich dankte er seinen Aufpassern - denn er glaubte nicht, dass man ihn wirklich alleine gelassen hatte - für diesen Moment mit seinen Kindern. Dann ließ er nach Björn rufen und verließ kurze Zeit später die Drachenburg. Schließlich musste er noch ein paar Dinge mit Sir Georg beraten.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 27 Oktober 2009, 21:11
Syrena senkte leicht den Kopf.

Natürlich war sie nett zu uns. Aber trotzdem gehört diese Dame zu einem anderen Stand - das musst doch auch Du gemerkt haben Suffix.

Sie sah wieder auf als der Barde etwas von einer Bank sagte und nahm neben ihm darauf Platz. Nur leise drang die Musik des Ballsaales hierher, und doch konnte man jeden Ton und jeden Melodiebogen klar vernehmen. Es musste an der Akustik des Raumes liegen. Entzückt folgte Syrena den feinen Klängen. Überhaupt war es sehr schön hier zu sitzen, mit Suffix an ihrer Seite. Er sagte gerade etwas davon das er ihr gern zeigen würde das er zu ihr gehören wolle - wobei die junge Frau diesem Gedankengang nicht so ganz folgen konnte, denn genau dass tat er doch indem er hier mit ihr saß und ihre Hand hielt. Das der Barde auf etwas ganz anderes hinaus wollte registrierte Syrena nicht. Doch selbst wenn sie es getan hätte, wäre ihre Reaktion vermutlich ähnlich gewesen, denn sie drehte Suffix das Gesicht zu und lächelte ihn an.

Ach Suffix, das weiß ich doch - und ich hoffe Du weißt das auch - das ich zu Dir gehören will meine ich.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 28 Oktober 2009, 11:39
Endlich waren sie alleine, sie beide, wenn man davon absieht, dass sich manches Pärchen oder Grüppchen mal kurz in den Garten begab um frische Luft zu schnappen, die störten aber nicht sonderlich. Es war perfekt für ein frisch verliebtes Liebespaar wie sie es waren.
Erkannt? Nein, wohl eher nicht, glaube ich. Aber was kümmern uns da denn Standesdünkel? griff Suffix das Thema nochmals auf. „Deine Gunst würde ich gegen keinen Stand der Welt eintauschen und wäre er mit noch so viel Reichtum und Ansehen verknüpft. Das klingt jetzt saublöde, aber so sehe ich das nun mal. Ich kann sagen: ‚Ich liebe Dich’ und es ist mir nicht peinlich. Ich kann sagen: ‚Ich küsse Dich’…und ich würde es doch so gerne …“ und er näherte sich Syrenas Gesicht, so als wäre sie ein wertvolle Kostbarkeit, was sie in Suffix’ Augen und Gedanken auch war. Noch hatten seine Lippen die ihren nicht berührt, da schreckte Suffix zusammen, blieb mitten in der Bewegung stehen. Was war passiert?Nein, kein Hexenschuss hatte ihn ereilt, er es sich plötzlich anders überlegt hätte, auch hatte Syrena keinen strengen Mundgeruch, nein, viel mehr kam es aus dem Ballsaal, was Suffix erstarren hatte lassen. „Syrena, hörst Du das? Die Stimme, die kenne ich und, und Du kennst sie auch. Das ist doch…
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 28 Oktober 2009, 12:47
Das Gespräch entwickelte sich zu ihrer vollsten Zufriedenheit. Anstelle von Silvanas ansonsten abweisend harter Fassade kamen mit jeder Minute mehr und mehr ihre natürliche Schönheit und der milde Kern zum Vorschein. Ihre dunklen Augen glitzerten vor Vergnügen. Lange hatte sie sich nicht mehr so ausgeglichen gefühlt. Wenn nur dieses enge Kleid etwas bequemer gewesen wäre. Es zwickte rundherum. Silvana musste sich beherrschen ein Herumgezupfe zu unterlassen.

Zum Glück hatte der Marquis ihren Hinweis verstanden, vollführte eine letzte Drehung und kam am Rand der Tanzfläche zu stehen. Der Schlag in den Rücken überraschte die Kriegerin und warf sie gegen den Statthalter. Seine Nähe war ihr angenehmer als befürchtet. Entgegen ihrer Art ließ sie sich auffangen und sanft von vom schieben. Kurz überlegte sie, ob sie dem überfressenen Weibsbild das meckernde Gelächter aus der Kehle quetschen sollte. Es waren die Worte des Marquis, die der Wachtel den Abend retteten.

"Etikette?" Silvana schob sich eine Haarsträhne von der Wange.  "Wen interessiert schon die Etikette? Raubkatzen kennen keine Etikette, wenn es darum geht ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wie ist das mit Euch? Ihr scheint niemals die Kontrolle zu verlieren, hm? Euch zuliebe werde ich meine animalischen Triebe ein wenig zügeln." Die Wallonin lachte und hakte sich beim Marquis unter, wie sie es bei anderen Damen gesehen hatte.

"Mein Mund ist ganz trocken. Trinken ist eine wunderbare Idee. Diese Hitze bringt einen um. Genau wie das Kleid. Grässlich. Ich verstehe nicht, warum diese Art der Gewandung bei den Adelsfrauen so beliebt ist. Hosen und Hemden sind da viel bequemer. Aber gut, wer kann sich umgekehrt eine Kriegerin in Korsett und Spitzenrock vorstellen."

Sie langten am Buffett an und Silvana ließ die Augen über die dargebotenen Getränke wandern. Der Marquis kam auf die Werwölfe zu sprechen. Silvana warf ihm einen amüsiert skeptischen Seitenblick zu und schob eine Augenbraue die Stirn hinauf. Sie konnte dem Marquis einfach nicht glauben, dass Nuru von Shir Khans Kindern unbehelligt blieb. Inzwischen wusste sie, dass sie in einer Vollmondnacht selbst in den Wäldern von Nuru gejagt hatte, mit der Rothaarigen - deren Namen sie vergessen hatte. Was verschwieg dieser Mann?

"Phelan? Meine ehemaliger Leutnant ist harmlos. Er gehört zu den Freien, nicht zur Wilden Jagd. Lykantrophen. Vor denen habe ich keine Angst. Nicht mehr. Aber wie steht es mit Euch?" Ihr Zwinkern ließ den Schluss zu, dass sie ein Geheimnis zu wahren wusste - hatte sie doch selbst einiges zu verbergen.
Autor: Shaya Datum/Zeit: Mittwoch 28 Oktober 2009, 13:59
Shaya lächelte leicht als ihr Kain versprach das sie die Unterhaltung später fortführen würden. Sie wollte noch so einiges über ihn erfahren. Ein schuft wer vermutet das das nur war weil sie wusste solange sie ihn ausfragte konnte er sie schlecht ausfragen. Sie fand ihn faszinierend und hätte zu gerne seine ganze Lebensgeschichte gehört. Vor allem wie aus dem Bäcker ein Magier wurde. Leicht besorgt sah sie das er sich an den Kopf fasste und hoffte er habe keine Kopfschmerzen. Shaya wusste fast nichts von der Geschichte um den Kindesvater von Varnayrahs Kindern, nur das es wohl  zur Trennung gekommen sein musste. Zumindest hatte Shaya keine andere Erklärung dafür das sie ihr gegenüber vom Vater ihrer Kinder sprach...ohne ihn einmal mein Ehemann zu nennen.

„Ich freue mich bereits darauf das Gespräch weiter zu führen...und es wäre mir eine Ehre wen ihr mich begleiten würdet... in der ersten Reihe überhört ihr zumindest nichts von dem gesungenen.“

Und wen ich wenigstens ein freundliches Gesicht vorne hab den beruhige ich mich sicher auch schneller wieder. Nicht das ich einen Grund hätte angst zu haben... nur so viele Menschen auf einmal...

Sicher hatte Kain recht das es mit ihre Selbstsicherheit nicht weit her war, was ein Grund dafür war das sie froh wäre wen er vorne stehen würde.  Das er seine Hand unter ihr Kinn legte und sie so zwang ihn an zu sehen entlockte ihr schon ein schiefes lächeln. Sie wusste das sie besser nicht wie ein verängstigtes Häschen auf die Bühne trat...sonst würden die Adligen Wölfe sie vielleicht wirklich zerreißen...im übertragenen sinne. Na gut vielleicht war es nicht unbedingt fair Adlige mit Wölfen zu vergleichen. Aber in Shayas Augen traf der Vergleich durchaus auf einige zumindest zu.

„Ich danke euch für den Rat ich werde es nicht vergessen.“

Stolz richtete sich Shaya auf ehe sie zum Orchester trat. Sie würde sich dort eine Harfe leihen um ihren eigenen Gesang zu begleiten...und sich dank ihrer Langen Haare dahinter zu verstecken. So konnte sie sich sowieso besser konzentrieren. Kaum das der Kapellmeister sie angekündigt hatte wurde es auch schon stiller im Raum. Shaya atmete tief durch ehe sie stolz und hoch aufgerichtet die Bühne betrat und sich verneigte.

„My Lords und Myladys ich freue mich heute für sie eines der ältesten Liebeslieder singen zu dürfen.“

Naja zumindest ist es für mich eines der schöneren Liebeslieder... Uh und da es von einer der ersten Liebesgeschichten zwischen Menschen und Elfen handelt ist es alt...

Shaya war noch nie ein Freund großer Vorstellungen oder langer Reden gewesen. Was wohl ein Grund dafür war das sie mit Adel so herzlich wenig anfangen könnte. Viel zu steif und förmlich für die junge Halbelfe. So setzte sie sich die Harfe auf dem Schoss und begann die ersten Töne Anzuschlagen. Singen würde sie das Lied von Sonne und Schatten. Es erzählte die Geschichte von einer Hochelfe und einem Menschen deren Leben durch eine tragische Liebe miteinander verbunden war. Sie erinnerte daran das ihr Varnayra gesagt hatte das dies ein Menschen Fest war...so verzichtete sie darauf dieses Lied in der Sprache der Waldelfen zu singen. Sanft strichen ihre Hände über die Harfe um ihr die ersten Töne zu entlocken die von einem Treffen erzählten das wohl Schicksal war.

„Jung war der Morgen als sich Eloran entschied auf die Jagd zu gehen...“

Hell und Klar klang ihre Stimme als sie davon sang wie jene junge Hochelfe und Heilerin ihrer Sippe  auszog, eigentlich um die Kräuter die sie brauchte zu sammeln. Wie sie dabei auf Arthas traf einen menschlichen Waldläufer der sich von Orks verletzt bis nahe an ihre Siedlung geschleppt hatte  ehe ihn die Kräfte verließen.

„Golden schimmerte ihr Haar im Licht der Sonne und Arthas schien es fast als müsse er sterben... den welch Mensch erblickte sonst solche Schönheit..“

Sanft schien die Melodie der Harfe als  unterstreiche sie Shayas Gesang und ihre Stimme als sie davon sang wie Eloran den Waldläufer zurück brachte zu ihrer Sippe und ihn gesund Pflegte. Singend erzählte sie wie sich die Gold haarige Eloran in Arthas dabei verliebte dessen Haar schwarz war wie die Nacht...oder der Schatten.  Fast jubelierend klang ihre Stimme und die Harfe als sie davon sang wie diese Liebe von Tag zu Tag reifer wurde und an tiefe gewann. Allein ihre Eltern sahen das mit Unbehagen, wussten sie doch um die Lange Lebenserwartung ihrer Tochter... und das die Bindung an einen so kurzlebigen Menschen ihr nur Leid bringen konnte. Dunkler wurde ihre Stimme als sie davon Sang wie die Eltern versuchten ihre Tochter von dieser Liebe abzuhalten. Sie sang von der Trauer der Eltern als sie erkannten das sie ihr Kind an einen Menschen verlieren würden und so entschloss sich ihre Mutter zu versuchen  ihre Tochter von diesem Schritt abzuhalten.

„Eloran meine Tochter so bedenke das du Elfe Bist...dein Leben wird Jahrhunderte währen das seine nur wenige Jahre...du wirst ihn alt werden und sterben sehen...und keinen Trost wird es für dein Leid geben...“

Eloran jedoch wollte nichts von den Mahnenden Worten ihrer Mutter hören. Stolz und Liebe schienen in Shayas Stimme mit zu schwingen als sie davon sang wie Eloran ihrer Mutter antwortete. Davon sang das das Seelenband zwischen ihnen stark war . Sie sang davon das ihr Schicksal im Leben dieser Mann war so das sie sterben würde sobald auch ihm das Leben verließ.

„Mutter so versteh doch er ist mein Leben...mich zu zwingen ohne ihn zu Leben würde mich ganz gewiss zerstören...“

Leise beinahe klagend klang das Lied wie sie vom Abschied sang. War es doch für ihre Eltern ein schlag das sich ihre Tochter gegen ihre Sippe entschied. Allein der ihr versprochene Ehemann konnte ihre Entscheidung nicht akzeptieren. Er entschloss sich dazu Eloran zu entführen, hielt er doch ihre Liebe für reine Schwärmerei die vergehen würde. Arthas jedoch folgte seiner Liebe bis ans ende der Welt wo er sie aus einer Festung tatsächlich befreien konnte. Gemeinsam flohen sie von den Schergen des Rivalen verfolgt bis es diesen gelang die beiden zu stellen. Dumpf und traurig klang die Melodie der Harfe als Shaya davon sang wie Arthas seine Geliebte bat ihn zu verlassen da die Schergen nur hinter ihm her waren. Eloran jedoch weigerte sich ihren Liebsten zu verlassen . Eher würde sie mit ihm zusammen untergehen als allein zu überleben.

„Sterben allein ist keine Niederlage so wie auch überleben ohne dich kein Sieg ist...ohne dich kann ich nicht sein...“

Langsam wurde die Melodie wieder fröhlicher als Shaya davon sang wie die beiden gemeinsam Kämpften und auch gemeinsam starben. Allein ihr Ende war dies nicht. Die Stärke und Reinheit dieser Liebe bewog die Götter zu einem eingreifen. Sie entrückten die beiden Liebenden und entzogen sie so dem Zugriff ihrer Häscher. Als Wölfe würden sie von nun an durch die Welt ziehen auf ewig vereint.

Trotz des eher ernsten und tragischen  Hintergrund den das Lied hatte ließ Shaya es beinahe fröhlich ausklingen. Sie betonte in ihrem Gesang eher das ende der Prüfungen des Paares und die Macht der Liebe welche selbst den Tot überwand.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 29 Oktober 2009, 15:34
Darcia schien sich mit Wein auszukennen. Ein Mann von Welt also. Das imponierte Elina. Sie fing an, den Leutnant ohne Hintergedanken anziehend zu finden. Mit einem berückenden Lächeln und funkelnder Iris nahm sie den Kelch entgegen und prostete Rion in einer angedeuteten Geste zu. Derbe Trinksprüche und hoch geschwungene Becher gehörten in ein Landwirtshaus, aber nicht auf einen vornehmen Ball. Elina nippte an dem dargebotenen Getränk und nickte.

"Gehaltvoll und mit leichter Süße. Ein wenig schwer vielleicht. Aber durchaus süffig. Eine ausgezeichnete Wahl, Mylord. Ich glaube, ich habe Euch gehörig unterschätzt. Womöglich schwindelt Ihr mich an und Ihr seid gar kein Soldat."

Sie zwinkerte und strich mit dem Zeigefinger der freien Hand über den Rand des Kelch. "Kennt Ihr das Märchen um einen Königssohn, der seine wahre Liebe sucht und sich als einfacher Bürger ausgibt, um eine Frau ohne Habgier zu finden und die ohne Vorurteile ihm gegenüber ist? Seid Ihr ein solcher?"

Die Frage war als Scherz gedacht und enthielt doch ein Fünkchen Hoffnung.

Die Musik brach ab, und eine rothaarige Frau betrat das Podest, auf dem zuvor der grässliche Barde seinen Auftritt gehabt hatte. Die Frau war deutlich besser. Das vorgetragene Liebeslied hätte jeden gerührt. Auch Elina war sehr angetan davon.

"Wie schwermütig. Liebe bis in den Tod. Habt Ihr schon einmal so sehr geliebt, Mylord?" Ihr forschender Blick wanderte über Rions Gesicht. "Zum Glück für mich wandelt Ihr noch unter den Lebenden."
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 29 Oktober 2009, 22:22
Als Elina ihm zuprostete nahm auch der Gestaltwandler einen großen Schluck. Innerlich bedankte er sich bei Hartmut. Der Mann hatte Geschmack – zumindest wenn es um Wein ging. Die Burgverwalterin schien da ähnlicher Auffassung zu sein, auch wenn sie das glückliche Händchen bei der Getränkewahl ihm zuschrieb.

“Ein Königsohn?“ Phelan lachte kurz auf, als er den Vergleich der bezaubernden Blondine hörte. “Vielleicht schwindle ich ja ein wenig, doch gewiss nicht weil ich ein Reich oder ein Schloss zu verbergen habe. Es tut mir leid Euch enttäuschen zu müssen, aber ich bin bestimmt nicht mehr als ich zu seien vorgebe.“

Eine Sängerin kündigte ihr Lied an und so blieb es dem Mann mit der Wolfsmaske vorläufig erspart weiterzureden. Dieser Beitrag schien dem Geschmack der feinen Herrschaften eher entgegenzukommen als Landolins Liedchen und schlecht war das Mädchen ja auch nicht. Handelte es sich bei ihr nicht um die Rothaarige, die auch im Teehaus gesungen hatte?

“Oh ja, wirklich schön.“, antwortete er ein wenig abwesend nachdem die letzten Verse verklungen waren. Dann ließ ihn der fragende Tonfall Elinas aufhorchen. “Nein, ich denke ich habe noch nie so sehr geliebt. Für jemanden wie mich könnte jeder Tag der letzte sein, da ist es besser wenn keine liebende Frau auf einen wartet…“
Autor: Thorongil Datum/Zeit: Samstag 31 Oktober 2009, 01:01
“Géa – ich danke den Göttern für den Tag, an dem ich klatschnass wie ein begossener Moorbrüller in der Elfensiedlung ankam und..“, er stimmte dunkler in ihr leises ansteckendes Lachen ein, “.. wirklich, mîn sunbéam: ich muss so erbarmungswürdig ausgesehen haben, dass die liebe Varnayrah mich sofort mit Tee und warmer Wolldecke bewaffnet in einen äußerst komfortablen Großvater-Sessel nötigte und mich umsorgt hat wie es Eryn.. meine Mutter nicht besser gekonnt hätte. Bei einer menschlichen Dame ihres Standes wäre es mir gewiss höchst peinlich gewesen. Aber sie hat so eine offene, vollkommen natürliche Art.. wie soll ich sagen? Man muss ihr einfach vertrauen.. man kann ihr nichts abschlagen. Wenigstens ich kann es nicht. Sie ist in der Tat noch sehr jung für elfische Maßstäbe: vierunddreißig Sommer.“
Der Druide suchte nach einem Wort. „Bezaubernd“ kam Varnayrahs Ausstrahlung sehr nah. Aber zum einen drückte es nur unvollkommen aus, welchen Charme die Windsängerin versprühte. Zum andern wollte er seine Sherie keinesfalls spüren lassen, dass die schwärmerische Verehrung für seine Gildenschwester irrtümlich einmal um mehr als ein Haar über rein freundschaftliche Gefühle hinaus geschossen war. Seit die Beni Tahauri und der Gondorrim durch das Schutzritual verbunden waren, und noch mehr seit das Geflecht ihrer Träume in der Anderwelt feine Verbindungen aufwies, hatte die Sharizad ein geradezu hochverräterisches Gefühl für seine Gemütsverfassungen entwickelt. Es gab noch immer Dinge, die Lucius vor ihr zu verbergen suchte. Zu ihrem eigenen Besten, wie er meinte, verbergen musste. Sie schickte die Sonnenstrahlen ihrer Seele wie sieghafte Lichtkrieger in die Schatten seiner wenigen dunklen Geheimnisse und sie wurden kleiner mit jeder Stunde, die sie miteinander verbrachten.
“Sie ist eine faszinierende, reizende Persönlichkeit.“ sagte der Adlerritter schließlich mit einem rätselhaften Lächeln. Ein warmer Unterton lag in seiner leisen, klaren Stimme, als er weitersprach:
“In der Tat, ich bin stolz darauf, das Vertrauen Varnayrahs und Ancalagons zu genießen.. dass ich vielleicht über alles Trennende unserer Völker hinweg so etwas wie ein Freund für sie sein darf.“ 
“Ânlic.. ob ich das überhaupt verdiene.. ?“ murmelte er etwas abwesend. Hier ging Lucius mit sich zu hart ins Gericht. Was für Sünden in den Augen manches Tugendwächters er begangen haben mochte und noch begehen würde: er hatte stets zu seinen handverlesenen Freunden gehalten. Nie gezögert, sich an ihre Seite zu stellen, unbesehen ihrer Chancen und ob sie im Recht oder Unrecht waren.
“Vielleicht ergibt sich heut doch noch die Gelegenheit euch miteinander bekannt zu machen. Verzeih mir, dass ich es nicht forciere, obwohl ich weiß, wie viel dir daran liegt. Ihr werdet euch mögen. Ganz gewiss. Allerdings ich glaube, ma Sherie.. nach dem was gerade passiert ist, würden wir Varnayrah keinen Gefallen erweisen. Ein bisschen Ruhe und die Zweisamkeit mit ihrem.. Hares sind ihr zur Stunde lieber als neue Bekanntschaften.“

Schon morgen würden die Spatzen Aylanns die Ereignisse des Krönungsballs von allen Dächern pfeifen: die Königinmutter und ihr Erster Leibwächter sind ein Paar. Obwohl es faktisch offiziell war, vermied Thorongil weiterhin taktvoll das Wort „Geliebter“ in der Festöffentlichkeit. Aus demselben Grund ging er nicht weiter auf ihre Frage nach der Prophezeiung ein. Eine Frage, die das fragile Gebilde des dragonischen Reiches zu zerbrechen imstande war. Der Mythos, auf den sich das künftige Königtum und damit der Staat gründen würden. Ihn verwunderte, dass Sheherazade davon noch nichts gehört hatte, obgleich die Tänzerin sich ständig in einer Taverne, einer Gießkanne voller Nachrichten und Gerüchte, aufhielt.

“In Aramon?“, lachte er kehlig, sich ihrer blitzenden Blicke hinter der feurigen Maske nur zu bewusst. “Geléof heofon*.. ich muss dich warnen..“
In seinem Ton lag eine verhaltene männliche Kraft. Ihre Worte, die folgen sollten, brachten sie zu einem Ausbruch wie einen aktiven Vulkan. In der Nische verborgen, ignorierte er ihren leisen Protest und zog sie nur noch näher an sich. Er schloss die Augen und wollte sich wegdrehen, nur um festzustellen, dass er sein Gesicht an ihren Hals, ihre seidene Haut schmiegte.
“Nein, ich denke nicht daran aufzuhören..“ murmelte er.
Lucius hielt sie umschlungen und bemerkte ihren Duft intensiver, warm und betörend, wo das Blut so dicht unter der Haut pulste. Im Licht der vielen Kerzen schimmerte sie wie Bronze, die stundenlang poliert worden war. Seine Lippen kosteten sie sanft und dann hauchte er gegen den feuchten Fleck, den sein Mund auf ihr hinterlassen hatte und fühlte, wie sie erzitterte. Unter den zärtlichen Berührungen bog Sheherazade den Hals. Erregung erfüllte ihn angesichts ihrer stummen Einladung, entfachte das Feuer der Sinnlichkeit in seinen Adern. Plötzlich wollte er mit der Zunge diese zarte Haut liebkosen, ihr Kleid zerreißen und sie vom Hals bis zu den Zehen mit Küssen bedecken.
“Ich wollte dich warnen“, flüsterte er und versuchte die Fassung wiederzuerlangen.
“Es tut mir leid: ich bin nicht anständig. Und du hast meine ausdrückliche Erlaubnis ebenfalls unanständig zu sein – solange es mich betrifft. Ich werde ohnehin einen schlechten Einfluss auf dich ausüben.“
Der livrierte Diener und die ganz praktischen persönlichen Bedürfnisse von Leib und Seele hatten Lucius jedoch vorerst für einige Augenblicke weiterer Worte enthoben.

Als sie einander gegenüber saßen, blickte sie ihn mit glühenden Wangen und blitzenden Augen an. Die geheimnisvollen Augen schienen so dunkel, dass nur kleine goldene Flammen die kaffeebraune Iris von der Pupille unterschieden.
Lucius hakte einen Stiefel um das Bein ihres Stuhls, zog sie mit einem kräftigen Ruck noch näher heran, sodass sich unter dem Tisch seine Knie um ihre schlossen. Er nahm ihre feinen Hände in seine und lächelte sie an.
“Du musst gar nichts tun, mîn felgerôle. Du musst nicht anders sein, als du schon bist.“
Rasch beugte Lucius sich vor, küsste ihre Hände und als er den Kopf wieder hob, war sein Lächeln verschwunden, dafür lag in seinen Augen das bläuliche Glühen, dessen Bedeutung Sheherazade inzwischen kannte.
Für seinen Zustand, der ihn den irdischen Dingen ein wenig entrückte, empfand er ein seltsames Gefühl der Dankbarkeit, als er der Sharizad jetzt alles berichtete, was heute geschehen war. Denn er wusste, ihre dickköpfigen Charaktere konnten über solche Angelegenheiten wie Politik ständig aneinander geraten. Der Streit auf Sheherazades Fest war ein gutes Beispiel dafür, warum eine herkömmliche Verbindung zwischen ihnen unmöglich schien. Die Südländerin würde sich trotz ihrer Wohlerzogenheit ebenso wenig wie der junge König davon abhalten lassen, eine vollkommen unkonventionelle Meinung kundzutun (wobei Lucius natürlich nicht annahm, das ein vierjähriges Kind sich eine eigene politische Meinung bildete) und ihm oder jedem anderen anwesenden Herrn unbesehen seines Standes offen zu widersprechen. Ein Benehmen, das die meisten Damen auf diesem Ball mit Sicherheit empörend fanden. Mit einem fragenden Lächeln sah er sie an. Lucius war sich keineswegs sicher, ob seine Balldame ihn nur necken und aus der Reserve locken wollte oder ob sie wirklich an das glaubte, was sie da sagte.

“Die Notwendigkeit, dem Volk Honig ums Maul zu schmieren sehe ich wohl ein. Mit dem Wert eines Wesens für sich genommen hat das nichts zu tun, aber mit seinem Einfluss und seiner Verantwortung.“
Thorongil sprach weiter leise, sehr klar und bestimmt, während seine kraftvollen Hände die ihren beinahe vollständig bedeckten. Sie konnte spüren, dass an seinen Fingern Schwielen von den Waffenübungen und der schweren Arbeit auf dem Hof waren. Wenn er wollte, dass sein Schützling in der Gesellschaft des Königreichs Dragonia jemals einen Fuß auf den Boden bekam, musste er ihr jetzt entgegnen. Obwohl er die Bemerkung viel lieber übergangen hätte, wäre ihm nur daran gelegen, ihr gegenüber charmant zu sein. Das untrügliche Gerechtigkeitsempfinden eines Kindes verdeutlichte ihm einmal mehr, wie jung sie war.. wie viel jünger als er.
“Du wirst zugeben müssen, dass der Einfluss eines Kalifen auf seine Umgebung größer ist als der eines Schuhputzers. Wenn nun der Kalif den Herrscher eines Nachbarreiches beleidigt, ist das Grund genug für eine Kriegserklärung. Tut der Schuhputzer dasselbe, wird er womöglich bestraft, aber es hätte keine Folgen für zwei ganze Völker. Deshalb ist es unmöglich, den Schuhputzer und den Kalifen gleich zu behandeln. Der entscheidende Punkt für den Fortbestand eines Reiches ist meiner Meinung nach vielmehr, ob man dem Schuhputzer erlaubt, Kalif zu werden, wenn er tüchtig genug ist. Und umgekehrt der Sohn des Kalifen Schuhputzer werden kann.“
Seine gerade Stirn runzelte sich nachdenklich und ein ungewohnt ernsthafter Ausdruck trat auf sein männliches Gesicht von einer fremdartigen, wilden Schönheit, ein harter Zug um die Mundwinkel, obwohl er sie noch immer lächelnd musterte. Er hatte das Besteck für einen Moment zur Seite gelegt. Lucius’ Existenz war über zwei Jahrzehnte von den traditionellen Erwartungen an jemanden wie ihn und von Pflichten geprägt gewesen. Seine Vorfahren (wie viele Druiden hatte sich auch Thorongil mit Genealogie beschäftigt um mehr über die Zyklen von Tod und Wiedergeburt zu erfahren) waren Generationen ernsthafter Männer. Männer und Frauen, die in Aramon mit gewichtigen Aufgaben beschäftigt waren. Angesichts dieser Familienhistorie waren seine eigenen Einstellungen geradezu rebellisch, abenteuerlich und libertär. Er war ganz anders als der Mann, zu dem man ihn erzogen hatte. Vielleicht, weil das Leben für seinen wachen Geist der bessere Erzieher war und es nicht immer leicht für ihn gewesen war. Es hatte ihn gelehrt, Schwierigkeiten mit Würde und einem Mitgefühl, das er Fremden allerdings selten offen zeigte, zu handhaben.
“Die meisten Ohrenzeugen werden diese Unterschiede nicht machen können. Noch werden sie berücksichtigen, dass es Worte aus dem Mund eines Vierjährigen waren. Für sie ist er der König. Der König, der an dem Ast sägt, auf den er sich gerade setzt. Als erste Amtshandlung Worte die als Affront gegen die Privilegien des Ersten und Zweiten Standes aufgefasst werden müssen..“, in seine seidenweiche Stimme trat jetzt ein zynischer Unterton, “.. sehr unterhaltsam. Ein diplomatisch geschickter Umgang mit dem verunsicherten Volk. Ich kenne gewisse Länder, wo solche Bemerkungen aus dem Mund eines Monarchen Anlass für Bürgerkriege waren. In der Tat.“
Mit einem müden Seufzer schüttelte er den Kopf, hielt inne und aß dann für feine Tischmanieren etwas zu hungrig weiter. Ein weiterer Vorteil, dass sie nicht an der großen Tafel Platz genommen hatten. Bis er hörte, wie die hübsche Schankmaid aus Nuru mit dem Suffix-Parodeur umgesprungen war. Da musste der Gondorrim wieder in Sheherazades ansteckendes Lachen einstimmen.
“Oh, die Ohrfeige von der Hand einer schönen Frau ist doch keine Strafe für einen Mann.“, bemerkte er grinsend.
“Donnerschlag! Die Scandale des heutigen Tages werden gut reichen, die Klatschmäuler  mehrere Mondläufe lang zu beschäftigen.“

Was immer sie meinen mochte, änderte nichts an der Tatsache, dass Lucius Sheherazade saba Neraida mehr begehrte als je eine andere Frau zuvor. Ihr strahlendes Lächeln, ihre exotische Schönheit die über das rein Äußerliche weit hinausreichte, die Verbindung von treffsicherem Geschmack mit frischer Art, ihre ganze leidenschaftliche Persönlichkeit sprachen ihn an. So sehr er sich auch gegen die Versuchung wehrte, die sie bot: Sherie. Ihretwegen kämpfte er um seine Selbstbeherrschung wie ein kleiner Junge mit einer Schachtel verschütteter Schwefelhölzchen.
’Mein... sehnlichster Wunsch - ich glaube, er ist schon in Erfüllung gegangen.’
Lucius beherrschte Fassade bekam einen weiteren Riss, und Röte stieg ihm ins Gesicht. Er fuhr sich mit beiden Händen durch das Haar und zerwühlte die bernsteinfarben glänzenden Locken. Er war zu weit gegangen. Verzweiflung bemächtigte sich seiner für einen Moment, Gefühle die so ungewohnt und mächtig waren, dass er darin zu ertrinken drohte und sich nicht gegen ihren Sog wehren konnte. Er versuchte, seinen unkontrollierten Atem zu beruhigen. Wenn er jetzt etwas gesagt hätte, wäre nur ein unverständliches Stocken und Stottern heraus gekommen. Starr sah er auf seinen Teller und begann zu essen, ohne wirklich etwas zu schmecken. Nach einer Weile begann er sich zu entspannen und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
Der Glanz in seinen Augen wurde heller, als er aus seinem Weinglas trank und sie über den Rand hinweg ansah. Ihr versonnenes Lächeln erwiderte er schon sichtlich gelöst, aber immer noch ein bisschen verlegen.
“Du bist alles andere als demütig.. alles andere als das, was ein Mann gewöhnlich von einer jungen Dame wie dir erwartet. Aber wie könnte ich verlangen, dass du dich vor mir, für mich verstellst? Nein, von uns beiden Hübschen bin  i c h  der Schuft, mîn swœtness, und diese Schuld nehme ich gern für uns beide auf mich, da ich es ohnehin nicht mehr ändern kann. Du hast in deinem ganzen Leben noch nie etwas Verwerfliches getan.“
Unter dem Tisch legte er eine Hand auf ihr Knie und rieb sanft über den glatten Stoff auf ihrem schlanken Schenkel.
“Ihr macht mich sehr, sehr glücklich damit, yâ Sheherazade Hanim“, fuhr er mit samtiger Stimme fort, “mir zu zeigen, dass Ihr bereit seid, Eure Wünsche so freimütig zu äußern. Und Anforderungen zu stellen, die mich herausfordern. Meine schöne Meisterin.. nur Ihr müsst mich meine eigenen Grenzen bestimmen lassen, oder..“
Sein feines und dennoch markantes Gesicht wurde spitzbübisch, als er sich wieder zu ihr neigte und eine seiner dunkelblonden Brauen hob.
“Mîn felgerôle, ich muss etwas gestehen..“ flüsterte er verschwörerisch, “du hast mich vorhin nach den Bällen in Aramon gefragt.. ich benehme mich bei solchen Anlässen immer ganz schrecklich. Vermutlich werde ich dich in Alkoven wie diesem, in Gartenpavillons, hinter verschiedensten Säulen und Sculpturen verführen. Und falls du auf die Idee kommst, dich darüber zu beschweren, werde ich gewiss dir die Schuld daran geben. Weil du eben nicht mit einem gewissenlosen Schwerenöter wie mir ausgehen solltest.“
Lucius Augen funkelten wie blaue Diamanten, kühl und in unendlich vielen Facetten als er den Kopf hob und sie voll ansah. Ein Kontrast zu seiner dunklen, warmen Stimme, in der verborgene Zärtlichkeit lag.
“Und was die Kunst der Verstellung und die Manieren in der so genannten feinen Gesellschaft angeht..“, flüsterte er und lachte kehlig über ihren verblüfften Gesichtsausdruck, “.. so bin ich den Göttern sei Dank kein Hofmeister, der bis jetzt gewiss schon eine ellenlange Liste unserer Fauxpas hätte zusammenstellen können. Es war Absicht, dass ich dich bat, dich mit Demoiselle Syrena und Herrn Suffix zu unterhalten. Sie sind.. deine Freunde. Da tritt es sich nicht so leicht in ein Fettnäpfchen. Außerdem lässt dein Naturell mich hoffen, dass du niemals eine von den seichten Närrinnen wirst, die ununterbrochen plappern ohne wirklich etwas zu sagen.“
Eine Sorte Frauen, die in ihm schon immer gähnende Langeweile auslösten. Lucius’ Teller war leer und mit einer fließenden Bewegung erhob er sich.
“Bitte entschuldige mich einen Augenblick, mîn fægre rôse. Diesmal bin ich wirklich sofort wieder bei dir. Ich muss nur erst dafür sorgen, dass du mir bei den höfischen Tänzen nicht einnickst.“

Mit langen Schritten eilte der Gardist hinüber zur Orchesterinsel und wechselte einige Worte mit dem Kapellmeister. Der brave Mann schien zunächst ein wenig indigniert. Nach allem was heute schon passiert war, konnte ihn aber nichts mehr schockieren. Gerade als Lucius seine kurze Verhandlung charmant beendet hatte, eilte eine zierliche Dame mit feuerrotem Haar auf sie zu. Dem Aramoner fiel sofort ein, wo er sie schon gesehen hatte. Auf Sheries Fest. Ein unvergesslicher Abend. In vielerlei Hinsicht.
So hübsche Puppengesichter merkte Thorongil sich mit Leichtigkeit. Er kam nicht umhin, ihr Ansinnen an den Kapellmeister mitzuhören. Als sie mit der Harfe im Arm an ihm vorbei eilte, zwinkerte der Gondorrim Shaya ermunternd zu und seine Lippen formten leise aber deutlich vernehmbar ein:
“Viel Erfolg!“

Ein romantisches Lied mit Harfenbegleitung würde den Geschmack des Publikums treffen. Da war Thorongil sicher. Mit verblüffender Geschwindigkeit hatte er den Ballsaal wieder durchquert. Ganz dicht an ihrem Ohr hörte Sheherazade seine tiefe Stimme.
“Ma Demoiselle..?“
Er neigte sich über ihre Hand und als er sprach, fiel