Thema Zusammenfassung
Thema Zusammenfassung: Intrigue diplomatique
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 06 März 2015, 21:06
~@~Runde 1~@~


1368 nD, Aramon

Vom Fenster der kleinen Burg aus konnte man direkt in die Tiefe sehen – die Weißen Klippen der Klippenmark in Aramon stürzten sich hier dramatisch ins Meer hinab. Es war ein rauer Tag, der Himmel mit grauen Wolken verhangen, und ein kräftiger Wind peitschte das Meer zu schaumgekrönten Wellenbergen hoch. Einige Möwen trotzten dem Wind mit zerzausten Schwungfedern, ihre Schreie übertönten Wind und Wellen mühelos. Die ersten dicken Regentropfen klatschten schwer gegen die Glasscheibe – kein Wetter, bei dem man freiwillig nach draußen ging.

Den Männern und Frauen, die sich in dem kleinen Zimmer hinter dem Fenster versammelt hatten, war dies nur recht. Was hier beredet wurde, brauchte niemand mitzubekommen. Schon mehrere solcher Treffen hatten stattgefunden – versammelt hatten sich Unzufriedene, Nahaer, die von dem erzwungenen Frieden nach Lukannon nichts hielten und die nach Unabhängigkeit von der Krone strebten, unter der Leitung einer recht illustren Gestalt. Niemand wusste eigentlich so recht, woher die schöne, reiche und außergewöhnlich charismatische Madame d'Hiver eigentlich kam. Aber spielte es eine Rolle, da sie die Separatisten so freigiebig mit Geld und Rat unterstützte? Und schien sie nicht genau zu verstehen, wie es der Provinz Naha unter der Herrschaft Lukannons erging? Die Heirat des Königs mit der Nahaer Fürstin, die siebzehn Jahre zuvor stattgefunden hatte, war doch nur eine scheinheilige Maskerade. Naha musste unabhängig werden! Der König Arnald und seine Frau Isolde von Naha waren kinderlos geblieben – wenn man auch mehr oder weniger offen von mehreren unehelichen Kindern des Königs munkelte. War dies nicht ein Zeichen der Götter? Wahrlich, die Zeit, die Herrschaft Lukannons abzuschütteln war endgültig gekommen!

Und war dies nicht gleichzeitig die Gelegenheit, endgültig den gefährlichen Sindarinerorden zu zerschlagen? Ein mehr oder weniger geheimer Orden, der sich vordergründig den Natur- und Geisteswissenschaften verschrieben hatte und stets beteuerte, keinen politischen Einfluss nehmen zu wollen. Aber in Wahrheit... war zumindest Eingeweihten bekannt, dass der Orden maßgeblich an dieser Eheschließung zwischen König Arnald und Isolde von Naha beteiligt gewesen war und damit auch an der Vereitelung der Nahaer Unabhängigkeitsbestrebungen. Es wäre nun ein leichtes, unter dem Gewand des Ordens den kinderlosen Monarchen zu stürzen und damit auf einen Schlag ihn und den Orden loszuwerden...

So redete Madame d'Hiver , die ganz augenscheinlich zu den Eingeweihten gehörte, mit Engelszungen auf die Versammelten ein. Welche Ziele sie selbst damit verfolgte, war den Männern und Frauen egal, die ihr wie verzaubert lauschten.

Und so kam es, dass nur kurze Zeit später König Arnold in einem Handstreich gestürzt wurde. Seine Burg wurde gestürmt, und er und seine Frau wurden ins Exil verbannt, und schon bald machte die Nachricht die Runde, wer den Sturz des Königs angezettelt habe: Der Sindarinerorden, dem man in der einfachen Bevölkerung wegen der wissenschaftlichen Studien, die von den Mitgliedern betrieben wurden, nur zu gern misstraute. Und schon im nächsten Jahr saß König Arnalds Bruder Eorl auf dem Thron in Lukannon. Doch der Bürgerkrieg, der durch den Sturz des Königs ausgelöst wurde, sollte noch blutige Jahre andauern. Erst 1375, neun Jahre nach der Verbannung König Arnalds, endete er mit der Zerschlagung des Sindarinerordens und mit einem erzwungenen Frieden mit Naha. Die Provinz Naha war immer noch Teil Aramons: Die Separatisten hatten ihr Ziel erneut verfehlt. Madame d'Hiver aber war da schon längst aus Aramon verschwunden. Sie hatte sich davon gemacht, kaum dass deutlich wurde, dass die Separatisten den Krieg nicht würden gewinnen können...


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1. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Gärtnerei Golestâan bei Nighton; Nachmittag

Es war zwar noch früh im Jahr, aber dies war die Zeit, da in der Gärtnerei die Arbeit wieder richtig losging. Die ersten Frühblüher ließen sich allmählich blicken, in der Rosenzucht war zu begutachten, welche der Pflanzen den Winter nicht überlebt hatten, die ersten Küchenkräuter begannen, zarte Blättchen zu treiben und mussten vor Nachtfrost geschützt werden. Sheherazade war froh, dass die vergleichbare Untätigkeit des Winters langsam vorbei war. Immer noch, auch nach zwei Jahren, gab es Tage, an denen es ihr schwer fiel, mit ihrer Einsamkeit fertig zu werden, mit dem Wissen, verlassen und entehrt worden zu sein. Eine Mätresse, die sitzen gelassen worden war... wenn sie daran dachte, trieb es ihr die Schamesröte ins Gesicht, und gleichzeitig vermisste sie ihn an solchen Tagen immer noch, dass es fast körperlich schmerzte. Der lange dunkle Winter war besonders schlimm. Nur die eiserne Disziplin einer Sharisad, ihre Tanzübungen und nicht zuletzt auch die Nähe ihrer Göttin El'Âhi und Antonios Bemühungen konnten sie an diesen Tagen davor bewahren, ihrem Leid ein recht endgültiges Ende zu bereiten. Da war Arbeit eine willkommene Abwechslung, und die Möglichkeit, endlich wieder länger an der frischen Luft zu verweilen, eine Erleichterung. Und an diesem Tag schien die Sonne, und der erste hauch des nahenden Frühlings lag duftend in der immer noch kühlen Luft – der Nachmittag war wie geschaffen, auf Aysha einen weiten Ritt rund um die Ländereien der Gärtnerei zu unternehmen. Antonio war  in Drachenauge, um dem Leiter des Opernhauses sein neuestes Werk zu präsentieren, und es drängte die Tänzerin sehr, der Enge des Hauses zu entfliehen. Eigentlich war es ungehörig, ohne männlichen Schutz auszureiten, aber was spielte das noch für eine Rolle? 

Sie achtete nicht sonderlich auf den Weg, sondern ritt mit halbgeschlossenen Augen und überließ es Aysha mehr oder weniger, sich selbst zurecht zu finden. Die Tarfaui-Stute war ihr mittlerweile so vertraut, dass sie sich aufeinander verlassen konnten. Daher bemerkte sie die geschlossene, einfache Kutsche auch erst, als sie sie schon fast eingeholt hatte, aber davon ganz abgesehen waren solche Kutschen hier auch ganz und gar nichts Ungewöhnliches. Kein Grund zur Besorgnis also. Deswegen kam das, was nun folgte, auch so völlig unerwartet, und es war auch schon vorbei, ehe sie es richtig mitbekam: Ein Stich wie von einem Insekt, ein kurzer Augenblick des Schwindels...

Ein Mann war aus der Kutsche gesprungen und fing Sheherazade auf, noch bevor sie bewusstlos vom Pferd fallen konnte. Er hob sie in die Kutsche, wo sie von einer wartenden Dame in Empfang genommen wurde, und befestigte dann einen Brief an Ayshas Sattel. Dann jagte er die Stute in die Richtung davon, aus der sie gekommen war. Die Kutsche aber setzte ihren Weg Richtung Nuru rasch fort.


6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, südlicher Wald von Nuru; früher Nachmittag

Die Boten der weißen Reiter aus Aramon waren so schnell von nichts aufzuhalten. Immerhin war ihre Schnelligkeit und Unerschrockenheit schon zu einem geflügelten Wort geworden – sicher wie ein weißer Reiter. Und seit Neuestem hatte Nuru Frieden, man munkelte, sogar die Lykantrophen, die den Wald lange Zeit unsicher gemacht hatten, seien ruhiger geworden. Also erwartete Gerard aus Naha eigentlich keine Schwierigkeiten mit seinm Auftrag. Seine Fracht war ja nicht mal wertvoll; er hatte nur einen Brief nach Nighton zu befördern, und das, wie sein Auftraggeber ihm eingeschärft hatte, so schnell nur irgend möglich. Gerard war stolz auf seine Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, und außerdem war er selbst für einen weißen Reiter wirklich gut zu Pferde. So würde er die Straße nach Nighton, die durch den Wald von Nuru führte, schon bald hinter sich haben. In Gedanken war er schon in der kleinen Stadt Finkelnest, wo er die Nacht zu verbringen gedachte.

Doch Gefahr lauerte an diesem Nachmittag weder von versprengten Dunkelelfen, noch von Räubern, noch von Lykantrophenrudeln... in seinen grün-braunen Kleidern war dieser spezielle maskierte Wegelagerer, der Gerard auflauerte, fast bis zur Perfektion getarnt. Sein Geschoss war ebenso präzise wie tödlich, immerhin galt er als einer der Besten... Gerard war schon tot, bevor er überhaupt ganz vom Pferd herunter gekippt und auf dem Boden aufgeschlagen war. Der Ceneswinder Wallach, der ihn bis hierher treu getragen hatte, geriet in Panik und nahm Reißaus. Der Assassine fluchte leise – das war nicht gut. Aber er hatte kaum eine Chance, das wildgewordene Pferd einzuholen. Er trat zu der Leiche, überprüfte leidenschaftslos, ob sie auch wirklich eine solche war und nahm dann den Brief aus der Botentasche. Verbrennt den Brief!, lautete seine Order, und genau das wollte er tun. Doch zunächst musste er sich der Leiche entledigen. Es war schon schlimm genug, dass das Pferd hier herumrannte. Zum Glück war dies hier nicht grade eine dicht bevölkerte Gegend. Der Assassine sah sich und begann dann, die Leiche des Boten in eine kleine Kuhle zu rollen, wo er sie mit Ästen und altem Laub fast unsichtbar machen konnte.


6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, vor dem Opernhaus von Drachenauge; später Nachmittag

Mit einem Lächeln trat Antonio Lucio, Meisterviolinist, Komponist und... Vampir vor das Opernhaus im hochelfischen Stadtteil Drachenauges, Shiya’taî. Mit der Unterredung mit dem Leiter des Opernhauses war er sehr zufrieden – ein Termin für die Uraufführung seines neuesten Werkes war schon in Aussicht. Seit jener missglückten Premiere seiner allerersten Oper vor über zwei Jahren erfreuten sich seine Werke zunehmender Beliebtheit. Die Frage war, wie beliebt er noch gewesen wäre, wenn die Leute gewusst hätten, dass er kein Mensch mehr war. Aber während er nun die Stufen vor dem filigranen Gebäude hinunter schritt, waren seine Gedanken überhaupt nicht bei diesem Thema und nur halb bei der richtigen Besetzung von ersten und zweiten Violinen oder der weiblichen Hauptrolle des Stückes.

Nein, in Gedanken war er schon fast zu Hause – in der Gärtnerei, bei Sheherazade. Seit Throrongil verschwunden war – genau in der Nacht jener missglückten Premiere – fühlte er sich für die Sharisad und ihren Schutz – der nach der Sitte ihres Volkes nötig war – verantwortlich. Aber das war es nicht allein – er vermisste sie und musste sich eingestehen, dass seine Gefühle für sie schon seit einiger Zeit nicht mehr nur rein geschwisterlich waren. Ob er allerdings je eine Chance hätte, Thorongils Nachfolge auch in dieser Hinsicht anzutreten, war mehr als ungewiss. Der Violiniste seufzte leise und setzte seinen Weg fort. Es wäre gut, jemanden um Rat...

Seine Gedanken wurden jäh unterbrochen, als eine edle Kutsche vor dem Opernhaus vorfuhr, der niemand geringeres als die Marquise Aline de Gravillac entstieg. Zielstrebig hielt sie auf ihn zu. “Antonio!“, rief sie und stand vor ihm und senkte die Stimme. “Ich bin froh, dass ich Euch gefunden habe. Ich brauche Eure Hilfe... das Land Aramon, um genau zu sein, braucht eure Hilfe. Eure und die unserer Freunde in Dragonia... können wir einen Ort aufsuchen, wo wir ungestört reden können?“

Ehe Antonio etwas darauf erwidern konnte, kam ein Reiter im vollen Galopp herangeprescht. Antonio sah bei dem scharfen Geräusch der Hufe auf. “Aber das ist Sam von der Gärtnerei!", rief er überrascht aus. “Hoffentlich ist da nichts passiert...“ Da war Sam auch schon heran und drückte Antonio einen Brief in die Hand, während es auch schon aus ihm heraussprudelte: “Meister Antonio, Hanim Sheherazade ist verschwunden! Vor fünf Tagen am Abend kam ihr Pferd allein zurück, und der Brief hing am Sattel...“
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 08 März 2015, 08:13
Seit der Befreiung Nurus hatte ihn der Alltag wieder eingeholt. Sicher, es war mal ganz erholsam, ein paar Wochen lang nicht die Welt retten zu müssen, aber dass es dann gleich so langweilig sein musste? Neome war mit Yolmena wie so oft in Nighton, um ihren Studien nachzugehen, so hatte er nicht einmal von der Seite etwas Ablenkung. Einiuge Zeit konnte er überbrücken, indem er seine eigenen Studien hinsichtlich des Zaubers der Entgiftung nachging, aber aufgrund seiner bisherigen Erfahrung mit dem Zauber konnte er auch dessen letzte Geheimnisse relativ schnell ergründen, weswegen er wieder nichts Besonderes zu tun hatte. Aber wenn er ohnehin schonmal unterwegs war, konnte er auch gleich weiter in die Hauptstadt, vielleicht konnte er sich in dem Gewusel dort etwas die Zeit vertreiben.

In Drachenauge gab er erstmal sein Kamel im Stall ab und wies den Stallburschen an, es am besten etwas abseits der Pferde unterzubringen, da die meisten dessen Geruch nicht kennen dürften und dann meist unruhig wurden, soviel wusste er inzwischen. Danach verwandelte er sich in einem unbeobachteten Augenblick in einen schwarzen Kater und tappte eine Zeit lang etwas ziellos durch die Stadt, bis er vorm Opernhaus stand. Dieses verließ gerade ein ihm bekannter Violiniste namens Antonio. Langsam ging er diesem in seiner Katzengestalt entgegen und hatte ihn schon fast erreicht, als eine edle Kutsche hielt und eine Dame ausstieg. Aline de Gravillac. Was sie hier wohl wollte? Er kam näher und hörte dabei, dass in Aramon wohl wieder etwas los war. Als er dann direkt neben der Marquise angelangt war, eilte auch ein Reiter heran, der das Verschwinden von Sheherazade berichtete. So ließ der schwarze Kater ein lautes "Miau!" ertönen, ehe er Antonio aufmerksam ansah. Vielleicht konnte dieser und eventuell auch Aline aufgrund der nicht ganz unterdrückten magischen Aura erkennen, um wen es sich hier wirklich handelte.



-4 MP für Verwandlung in schwarzen Kater -> 56/60 MP
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 09 März 2015, 10:38
Herr von Muesig tastete sich langsam an sein neues Leben und seine neue Umgebung heran. Beim Kamin-Gespräch mit seinem Gast- und Quartiergeber Salis hatte er ihm auch von einem Opernhaus in Drachenauge erzählt. Bass erstaunt hat diese Information einen kunstaffinen und –sinnigen wie Herrn von Muesig höchst umgetrieben, diesen Tempel der hohen Kunst (und des ‚hohen C‘) alsbald einmal zu betrachten und wenn er es sich leisten konnte, auch einmal einer Aufführung beizuwohnen.

Aus einiger Entfernung betrachtete der frisch eingewanderte Adelige den imposanten Bau. Ja, so hatte wohl ein Musentempel auszusehen. Es soll auch noch eine Kathedrale in Drachenauge geben und in der Tat konnte man deren Dach von vielen Stellen der Stadt erkennen. Ob nun die Kathedrale oder das Opernhaus das herausstechende Baujuwel waren, war eine akademische Diskussion an der sich Herr von Muesig ganz sicher nicht beteiligen würde.

Eine Kutsche, die vorfuhr, erinnerte Herrn von Muesig daran, dass er vor nicht allzu langer Zeit auch solche prachtvolle Gefährte hatte und benutzen konnte, ja nach Lust und Laune. Davon war er jetzt weit entfernt und durfte nur noch davon träumen. Der Kutsche entstieg eine vornehme Dame. Fast wie zu Hause. Vor dem Haus herrschte zu dieser Stunde geschäftiges Treiben wahrscheinlich ein Probentermin, vermutete Muesig still und leise. Doch mit still und leise war es schnell vorbei als ein Reiter im gestreckten Galopp an ihm vorbeiraste. Wobei vorbei vornehm ausgedrückt ist, denn hätte der Herr nicht einen beherzten Sprung zur Seite getan, wäre es um ihn geschehen gewesen. Er fluchte „Verdammter Hu…“ versah sich aber, dass er lieber nicht unangenehm auffallen wollte. Der Reiter hatte tatsächlich sofort angehalten. Herr von Muesig eilte sofort über die Straße und wurde so Augen- und Ohrenzeuge von einer seltsamen Szene, auch wenn er es gar nicht gewollt hätte.
Ein Schriftstück wechselte den Besitzer und der Reiter vermeldete eine Verschwundene mit Namen Sheherazade. Herrn von Muesigs Herz schlug schneller, denn er fand, dass er mitten in einem ersten Abenteuer in Drachenauge steckte und dass ohne sein eigen Zutun.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Montag 09 März 2015, 17:21
Daranus blieb nicht lange nach dem frostigen Ereignis in Nuru. Er konnte sich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen das diese Stadt nun in den Händen der Orks lag. Es war nicht so, dass er noch immer tiefen Hass und Verachtung für sie empfand, wie damals als das Unglück mit seiner Frau über ihn kam und dennoch konnte er dieses ungute Gefühl in ihrer Nähe nicht ganz abstellen. So kam es das Daranus, nach dem er sich einen kleinen Rundgang erlaubte in der Stadt die er seit über 600 Jahren nicht mehr betreten hatte, auf den Weg in den Wald machte. Er wollte sich noch einmal umsehen, nach Kräutern und Heilpflanzen, aber vor allem wollte er noch einmal den Ort in Ruhe besuchen an der er Senhara zum ersten Mal erblickt hatte. Der alte Druide begann seinen Spaziergang in gewohnter Weise am frühen Morgen. Er mochte es, wie die Straßen der Stätte eine angenehme Stille verbreiteten und  er liebte es mit zu erleben wie der Wald am frühen Morgen langsam erwachte.

Daranus verbrachte einige Stunden  im südlichen Teil des Waldes. Doch alles was er finden konnte waren Pflanzen die er bereits besaß oder die sowie so in seiner Nähe wuchsen. Aber er war nicht besonders traurig darüber. Die Nähe zum Wald und seinen Lebewesen brachten in Daranus stehst ein inneres Wohlbefinden mit sich.
Gerade als er diesen Teil des Waldes verlassen wollte, bemerkte er etwas Ungewöhnliches. Er hörte  ein rascheln ganz in der Nähe. Daranus machte sich instinktiv auf den Weg in die Richtung dieses Geräuschs um herauszufinden was es wohl auslöste. Er hatte schon einige Vorstellungen was es sein könnte basierend auf der Lautstärke des Geräuschs, doch was er sah als er ein paar Äste eines Baumes zur Seite drückte, hatte er nicht erwartet.

Er sah einen Mann in grün brauner Kleidung und einer Maske, die es unmöglich machte ihn zu erkennen, der irgendetwas im Waldboden versteckte. Es dauerte einen Moment bis Daranus begriff dass es sich hierbei um einen menschlichen Körper handelte. Diese Tat in Zusammenhang mit der außergewöhnlichen Kleidung des Fremden ließen nur darauf schließen, dass es sich hier um eine Art Assassine handeln musste. Der alte Druide musste Vorsichtig sein wollte er nicht entdeckt werden, denn die Chancen das er eine Auseinandersetzung mit dem Fremden überleben würde standen mehr als schlecht. Trotzdem machte er sich daran noch etwas näher an den Fremden zu gelangen um die Situation besser einschätzen und vielleicht noch etwas mehr erfahren zu können. 
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 10 März 2015, 14:01
Es war ein recht sonniger Tag zu Beginn des Lenzmondes, als Ammit die Orkstadt Richtung Nighton verlassen hatte. Man hatte ihr mal wieder einen dieser Aufträge gegeben und sie hoffte diesmal nicht allzu lange dafür unterwegs sein zu müssen.
Aus Respekt vor dem weißen Lykantrophen, oder Schiss um genau zu sein, hielt sich die Priesterin diesmal sogar halbwegs an einen Weg, der an Nuru vorbei in östlicher Richtung verlief. Solche Wege waren ihr unangenehm, weil sie sich meist verbarg hinter allem um nicht erkannt zu werden. Aber sie hoffte, dass nach den letzten Ereignissen in Nuru diese Straße derzeit nicht mehr so stark benutzt würde.

Deshalb musste sie sich dann doch zügig ins Gebüsch verkriechen, als sie Pferdehufe vernahm. Und der Reiter schien es den Geräuschen zu urteilen eilig zu haben. Viel bekam die Halbdrow nicht zusehen von demjenigen, der an ihr vorbei preschte. Pferd und Reiter sah sie noch von hinten und schon herrschte wieder Stille. Dachte Ammit jedenfalls. Sie war nur kurz wieder auf dem Weg unterwegs – vielleicht drei Segensgebete – als schon wieder Hufe zu hören waren. Diesmal aus der Richtung, in die sie wollte und irgendwie nicht so regelmäßig wie kurz zuvor. Das veranlasste sie diesmal doch mutiger zu sein und ein wenig aus dem Gebüsch, das ihr diesmal Schutz versprach, zu schauen.
Es war ein reiterloses, aber gesatteltes Pferd. Und erst als das Reittier an ihr vorbei war, erkannte die junge Frau das Hinterteil. Da hatte es der Besitzer wohl doch zu eilig gehabt und war sehr wahrscheinlich abgeworfen worden. Das hübsche Tier bekam sie nicht mehr zu fangen, aber sie konnte dem Reiter die Richtung sagen, in das es gelaufen war. Und vielleicht war er auch verletzt und brauchte Hilfe. Obwohl… wer ließ sich schon von einer Drowtochter helfen? Sicher niemand.
Und doch war sie immer weiter dem Weg Richtung Nighton gefolgt, bis sie zu der Stelle kam, wo jemand gerade dabei war Äste zu stapeln. Es war der Farbe der Kleidung zu urteilen nicht der Reiter. Soviel hatte sie gesehen. Aber dieser Mann hier hätte das Pferd doch auch sehen müssen und war dem Verunglückten wohl nicht zur Hilfe gekommen. Was trieb er denn sonst hier am Wegesrand?
Dann schien Ammit zu verstehen, was vor sich ging. Ein Mörder stand dort nicht weit von ihr entfernt und entsorgte sein Opfer. Es brachte jetzt nichts mehr sich zu verstecken. Eigentlich wollte sie es auch gar nicht. Die Seele des Toten suchte den Weg zu seinem Gott und sie konnte ihm den Weg weisen, wenn er rechten Glaubens gewesen war.
Also sprach Ammit zu dem Mörder - und wohl auch Dieb - so laut, dass er es hören konnte:
“Meint Ihr nicht, dass er oder sie mehr verdient hat als ein Astgrab am Wegrand?“

Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 11 März 2015, 16:12
Auf dem Weg zurück zur Kaserne streunte Serafina gemächlich durch die Wälder. Der Frühling eilte mit Riesenschritten ins Land und es gab viele frische Gerüche zu erschnüffeln. Die Geräusche des erwachenden Waldes drangen an Serafinas Ohren, das fröhliche Zwitschern der Vögel, das Rascheln der Rehe, das Stampfen... Stampfen? Es klang wie ein wildgewordener Stier. Oder ein Pferd. Die Lykana nahm den angstvollen Gestank wahr. Das Ross wieherte und scheute erneut, als sich Serafina aus dem Gestrüpp auf die Hinterbeine erhob, dessen Zweige sie verborgen hatten. Obwohl noch eine gehörige Entfernung zwischen ihnen lag, reichte der Wolfsgeruch aus, um das scheue Huftier in eine andere Richtung zu verjagen. Es machte wenig Sinn, das gesattelte Tier - das offenbar seinem Besitzer entflohen war - einfangen zu wollen. Aber möglicherweise brauchte der Reiter Hilfe. Auf die Gefahr hin, dass das Auftauchen eines Lykantrophen auch beim Pferdebesitzer eine ähnliche Reaktion auslöste, trabte Serafina in jene Richtung, aus der das Pferd gekommen war und dessen schweißige Duftspur den Weg wies.

In der Nähe der Straße hörte Serafina Stimmen. Eine davon kam ihr vage bekannt vor. Schließlich schälten sich die Umrisse zweier Personen zwischen den Bäumen heraus. Nein, da waren noch andere, den unterschiedlichen Gerüchen nach zu urteilen. Wobei die zusätzlichen Leute weder zu sehen noch zu hören waren. Serafina blieb im Schatten eines Baumstammes stehen und lauschte. Offenbar sprachen die beiden auf dem Weg über ein Begräbnis. Sehr ungewöhnlicher Ort für eine Bestattung. Als Dragoniter der Kaserne war es ihre Aufgabe, solchen Ungereimtheiten nachzugehen. Daher richtete sie sich zu voller Größe auf und schritt mit leicht gebleckten Zähnen und steil aufgerichteten Ohren auf den Weg hinaus. Das Wappen an den Gurten ihres Lederrüstzeugs wies sie als Mitglied von Nurus Armee aus. Ihre goldfarbenen Augen huschten aufmerksam hin und her. Zwischen altem Laub ragte ein Fingerglied aus dem Boden.

"Darf ich fragen, warum Ihr nicht den Friedhof der Stadt aufsucht, wenn es sich um eine Bestattung handelt?"

Nun bemerkte die Lykantrophin dank einer lauen Brise auch die dritte noch lebende Gestalt: Sie kauerte irgendwo im Unterholz und erinnerte sie an jenen Druiden, den sie schon einmal "abgeführt" hatte. Von den beiden Leuten auf dem Weg war der eine Vermummt und die andere die Halbdrow Ammit. Welche Schurkerei war hier im Gange? Wenig verwunderlich, dass wieder einmal eine Drow und dieser undurchsichtige Druide darin verwickelt waren. Ein Schattendrache gar auch noch? Zur Sicherheit spitzte Serafina die Ohren, ob aus den Lüften Flügelschläge zu hören waren.

"Versucht gar nicht erst Euch aus dem Staub zu machen", grollte die Lykan dem Vermummten entgegen, dessen Augen sich sichtlich geweitet hatten. "Ich bin schneller als Ihr. Nun, wie gedenkt Ihr Euch herauszureden?"
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 12 März 2015, 23:59
Nun, das Problem mit den Eisriesen war gelöst und darüber war der junge Waldelf A'selafeyon ziemlich zufrieden. Er wollte sich garnicht ausmalen was sonst hätte passieren können. Dabei war er eigentlich schon lange auf dem Weg zurück nach Drachenauge. Nunja, zumindest nicht direkt.Er wollte erst noch einen Abstecher nach Sha'Nurdra machen und auchnoch Nighton besuchen. Es gab viel zu tun. Und auch wenn er nichts gegen Nuru hatte... Er war viel zu lange dort gewesen. Erst den Kampf gegen das Böse und dann wurde er auf seinem Rückweg wieder in die Stadt gelockt, wegen dem Angriff der Riesen. Nun, diesmal hoffte er aber wirklich den Wald ohne Zwischenfälle passieren zu können. Wie sich später jedoch heraustellen sollte, hoffte er darauf vergebens.

Er war nämlich noch nicht lange unterwegs da wurde er fast von einem herrenlosen Pferd umgerannt, er konnte gerade so noch ausweichen. Grummelnd verzog er das Gesicht, als er jedoch trotzdem das Gleichgewicht verlor und kurzzeitig auf dem Boden lag. Nachdem er aufgestanden war klopfte er sich die Kleidung aus und sah dem Pferd hinterher. Was war denn los mit diesem Tier? Es musste etwas passiert sein, doch ging es ihn etwas an? Eigentlich ja nicht, aber nachsehen konnte nicht schaden. Vielleicht war ja wirklich jemand in Not und sonst... vielleicht ließe sich ja tatsächlich etwas abstauben. Wobei das etwas fies klang. Aber wenn niemand es mehr brauchte, konnte er es genausogut nutzen um anderen damit zu helfen. Er sah darin kein Problem. Doch erstmal galt es überhaupt herauszufinden, woher das Pferd kam und wo der Reiter nun ist.

All dies war jedoch garnicht so schwer, denn als er dem Pfad folgte aus dem das Pferd kam, hörte er bald einige Stimmen, von denen er zwei sogar erkannte. Es war einmal Ammit, die Halbdrow, die er während des Riesenproblems getroffen hatte. Und dann war auch Serafina zu hören, die Lyantrophin. Ob das ein Indiez dafür war, dass es tatsächlich ein Problem gab? Und wenn die zwei damit zutun hatten, weckte es erst recht sein Interesse. Und so eilte er herbei und machte sich auch garnicht die Mühe sich zu verstecken. Er schritt an Ammit heran und stellte sich neben sie, während er sie leise ansprache "Was ist denn los? Ich sah das Pferd wegrennen und nun..." Sein Blick wanderte zur Leiche und zum Kerl, der diese Begaben wollte. Was sollte er davon halten? Wirkte für ihn auf den ersten Blick wie ein feiger Raub. Er schnaubte etwas verächtlich und sah zwischen den Anwesenden hin und her. Serafina war hier wohl diejenige mit der meisten Authorität, da wollte er sie ungerne unterbrechen.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 13 März 2015, 09:18
Asarra war nach dem aufregenden Kampf gegen die Eisriesen mehr als froh, als sie die nervöse Rappstute beim Stallmeister der Kaserne abgeben konnte. Das Tier hatte ihr gut gedient, ihr Feuer war nützlich gewesen um sich zwischen den gewaltigen Füssen der Kreaturen schnell hin und her zu bewegen. Mit einem letzten Halskraulen verabschiedete sich die Amazone von dem Tier. Jetzt freute die sich auf ihren Hengst, dessen Nervenkostüm etwas stabiler war. Auf Schusters Rappen begab sie sich zum Lager der Königstreuen.

Ein lautes Wiehern aus den Reihen der angebundenen Rösser begrüsste sie. Die Schwarzhaarige löste den Knoten des groben Seils und suchte ihr Sattelzeug und Gepäck zusammen. Mit wenigen, geübten Handgriffen lud sie alles auf Kwill und zurrte es fest. Die Amazone ging zügig durch das im Abbau begriffene Lager, um sich bei ihrem Vorgesetzten abzumelden. Noch war sie nicht sicher, wohin es sie treiben würde.

Die Schwarzhaarige ritt durch den erwachenden Wald, genoss die wenigen wärmenden Sonnenstrahlen und die Ruhe der Natur. In der Nähe brachen plötzlich Zweige, etwas Grosses kam durch das Gebüsch gebrochen. Die Amazone griff zu ihrer Peitsche, doch es war ein Pferd, das ihrem Braunen zur Begrüssung zubrummelte. "Na du, was machst du denn hier?"
Mit tiefer, ruhiger Stimme sprach die Amazone auf das offensichtlich ausgebüchste Pferd ein. Langsam, ohne Hast lehnte sie sich hinüber und angelte nach den Zügeln des Tieres.

"Wo kommst du denn her?"
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 13 März 2015, 16:12
~@~Runde 2~@~


6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, südlicher Wald von Nuru; früher Nachmittag

Der Cêneswinder Wallach, der nach seiner kopflosen Flucht durch Nurus Wald sich allmählich wieder beruhigt hatte, ließ sich von Asarra recht umstandslos einfangen. Vielleicht war er auch einfach froh, dass ein anderes Pferd in der Nähe war. So konnte die Amazone das Tier in Ruhe in Augenschein nehmen. Wie die meisten Cêneswinder war es wiß mit leichter Äpfelung und hellgrauem Langhaar, ein schönes, reinrassiges Tier von mittlerer Größe und bestimmt beträchtlicher Geschwindigkeit. Allerdings war es jetzt verschwitzt und ziemlich abgekämpft, und es sah auch durchaus so aus, als hätte es schon eine längere Reise hinter sich. Gepäck hatte es nur wenig dabei, in den Satteltasaschen fand sich nur ein wenig Proviant für einen Tag, und eine Decke war hinter dem Sattel zusammengerollt und aufgeschnallt. Alles wies darauf hin, dass es dem reiter um Geschwindigkeit gegangen war. Die Satteldecke war grün und trug das Wappen Aramons in jeder Ecke, ein rennendes Pferd in weiß auf Grün. Auf dem Sattel war außerdem noch ein weiteres Emblem eingeprägt, das ein stilisiertes, geflügeltes Pferd zeigte.Es kam hin und wieder vor, dass es Reiter des Aramoner Botendienstes „Die weißen Reiter“ auch nach Nuru verschlug – immerhin gab es Handelsbeziehungen zwischen den beiden reichen, und wer von Naha aus mit dem Schiff das Kap Aramon umrundete, der gelangte nun mal als Erstes zum Flusshafen in der Nähe von Nuru in der Mündung des Malyeflusses. Und das war, wollte man nicht die Adlerberge im Norden Aramons überwinden oder sich einen Weg durch die Schwanenmarschen suchen, immer noch der schnellste Weg von Aramon nach Drachenauge.

Von dem Botenreiter selbst oder seiner Botentasche jedoch fand sich keine Spur. Wenn er gestürzt war, so war dies jedenfalls nicht hier in der Nähe geschehen, und das Pferd wirkte durchaus auch so, als sei es einige Zeit lang im schärfsten Galopp gelaufen. Kampfspuren gab es andererseits auch nicht, das Pferd war unverletzt und Sattel und Sattelzeug unbeschädigt, sah man von Spuren intensiven Gebrauchs ab.

Während Asarra noch mit dem Cêneswinder beschäftigt war, schreckte der Wallach hoch und riss ihr beinahe die Zügel aus der Hand, beruhigte sich aber dann schnell wieder. Das Geräusch, das sich über die Straße Nuru-Nighton näherte, verhieß keine Gefahr – lediglich eine leichte, unauffällige Kutsche näherte sich, von vier Pferden gezogen, rauschte vorbei, verschwand in Richtung Flusshafen. Ungewöhnlich war vielleicht höchstens, zu welcher Geschwindigkeit der schwarzgekleidete Kutscher sein Gespann antrieb. Einen offensichtlichen Grund – Verfolger? Wegelagerer? – für diese Eile gab es jedenfalls nicht.

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Der Assassine, noch mit der Entsorgung des Leichnams beschäftigt, ruckte herum, noch bevor Ammit ihn ansprach. Er musste wohl gehört haben, dass leichte Schritte sich näherten. Seine Augen hinter der Maske verengten sich, und er langte nach seinem Gürtel. Doch noch ehe er etwas antworten oder unternehmen konnte, gesellte sich Serafina hinzu. Der Mann fluchte leise. “Aewirgd!“, entfuhr es ihm – ein aramonisches Wort! Seine Hand ließ er jedoch sinken, während er sich langsam einen Schritt zurückzog, ohne jedoch Fluchtabsichten zu verraten. Stattdessen schien er abzuwägen, was die beste Reaktion auf das unerwartete Auftauchen einer Halbdrow und einer Lykantrophin... und eines Waldelfen, dieser Wald war ja bevölkerter als der Viehmarkt von Taranon! ... wäre. Denn nun war auch noch A'sela Feyon hinzu getreten.

Trotz dieser Übermacht wirkte der Maskierte überhaupt nicht nervös oder unsicher oder gar ängstlich. Langsam hob er die Hände. “Ihr solltet euch nicht in Dinge einmischen, die zu groß für euch sind, Dragoniter!“, sagte er warnend und unverkennbar mit weichem aramonischem Akzent in der dunklen Stimme. “Es ist besser, wenn ich euch nicht mit Erklärungen für mein Tun belaste.“, Während er noch sprach, ließ er ein kleines Flämmchen in seiner Hand aufspringen und setzte damit das Pergament, das er dem reitenden Boten abgenommen hatte, seelenruhig in Brand. Scheinbar achtlos ließ er es zu Boden fallen. Die Vernichtung des Briefes hatte absoluten Vorrang. Dann wandte er sich wieder Serafina zu, die von den Dreien, die da vor ihm standen, wohl am gefährlichsten war. “Wenn Ihr mich also bitte nun entschuldigen würdet...“

Und dann bewegte er sich plötzlich sehr schnell. In seiner Hand blitzte ein Wurfdolch auf und fand auch schon seinen Weg zu Serafina. Eine weitere knappe Handbewegung ließ plötzlich den Waldboden lebendig werden; das Erdreich öffnete sich und Ranken schossen hervor, die sich um Ammits und Feys Beine wanden, sie fast zu Fall brachten und recht effektiv an Ort und Stelle festhielten.  Der Assassine hielt sich jedoch nicht weiter damit auf, den Effekt seiner Angriffe zu beobachten. Er wirbelte herum und rannte davon, und schon nach wenigen Schritten zeigte sich, wie gut seine Kleidung mit der Umgebung des Waldes verschmolz. Das brennende Pergament auf dem Boden wellte sich unterdessen und wurde schwarz an den Rändern; rasch war es vollständig entflammt. Die Botentasche lag unversehrt daneben.

Bisher war Daranus, der etwas weiter weg im Unterholz lauerte, unbemerkt geblieben, wenn er auch das meiste der knappen Unterhaltung mitanhören hatte können. Jetzt würde er allerdings nicht mehr lange verborgen bleiben können. Der fliehende Assassine rannte direkt auf sein Versteck zu.


6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, am Ufer des Malye; später Nachmittag

Wieviele Tage sie gefesselt und geknebelt am Boden der Kutsche zugebracht hatte, wusste Sheherazade nicht zu sagen, weil sie die meiste Zeit in einer Art halb betäubtem Dämmerschlaf verbrachte. Die in regelmäßigen Abständen verabreichten Drogen ihrer Entführer sorgten dafür. Undeutlich nahm sie war, dass sie sich mit sehr hoher Geschwindigkeit fortbewegten, und das Tag und Nacht; mehrmals war wohl angehalten worden, um die Pferde zu wechseln, und dann hatte man sie jedesmal unter einer Decke versteckt. Regelmäßig wurde ihr auch Wasser eingeflößt. Ein Mann und eine Frau waren bei ihr in der Kutsche, und hin und wieder hatte sie Gesprächsfetzen auf Aramonisch aufgeschnappt, denen sie in ihrem benommenen Zustand aber nicht folgen konnte. Viel wurde eh nicht geredet. Mehr war in den kurzen, wachen Momenten nicht herauszufinden. Doch nun schien die Fahrt mit der Kutsche vorbei zu sein. Sie wurde ins Freie gebracht und auf ein Boot verfrachtet. Dann – ein weiterer kleiner Nadelstich, und wieder Stunden unruhigen Drogenschlafes.


6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, vor dem Opernhaus von Drachenauge; später Nachmittag

“Hwaet!“, entfuhr es Antonio entsetzt, als Sam mit seiner Nachricht heran war. “Was ist geschehen ? Sie wird sich doch nicht ein Leid... ich hätte sie nicht so lang allein lassen dürfen!“ Rasch langte er nach dem Brief, und auch Aline de Gravillac war heran und las rasch mit. Es war kein Abschiedsbrief Sheherazades, und Sam, der zumindest etwas lesen konnte, warf da auch schon rasch ein: “Nein, nein, Meister; es ging ihr eigentlich mit dem Einsetzen des Frühlings besser – es scheint, als wäre sie überfallen und entführt worden, lest selbst!“ Dies alles wurde leise und in höchster Eile vorgetragen, aber feinen Katzenohren mochte es trotzdem nicht entgehen, und auch Herrn von Muesig wäre es wohl nicht völlig unmöglich, Einiges aufzuschnappen, wenn er es darauf anlegte.

“Ich habe die Stadtwache von Nighton sofort alarmiert.“, fuhr Sam fort, “Aber Hanim Sheherazade war ja ausgeritten, wer weiß, wo genau man sie eingefangen hat, wie soll man da noch Spuren finden; die Entführer hatten da auch schon mehrere Stunden Vorsprung...“ Antonio knurrte etwas Unverständliches und wandte sich damit endgültig dem Brief zu. An einer Stelle tippte er darauf. “Wir sollen nichts unternehmen, Mademoiselle Sheherazade käme in einigen Wochen wohlbehalten zurück, wenn sie sich einsichtig zeige? Was soll denn das heißen? Oh... und wenn ich mich einmische, würde man dafür sorgen, dass ganz Dragonia erfährt, wer ich wirklich bin. Nun, das werde ich wohl riskieren müssen.“ Der Musiker schnaubte. “Als ob ich das so hinnehmen könnte...wenn man nur wüsste, wo man anfangen soll zu suchen. Mir wäre nicht bekannt, dass sie seit dem Ende des Comte irgendwelche feinde diesseits der Drachenberge hat.“

Die Marquise de Gravillac schüttelte den Kopf und deutete nun ihrerseits auf eine Stelle des Briefes. “Freundlicherweise haben die Entführer ihr Zeichen hinterlassen.“, erwiderte sie rasch. “Seht Ihr? Das Zeichen der Separatisten von Naha... allerdings ist mir ein Rätsel, was sie mit Mademoiselle Sheherazade wollen, es sei denn...“ Sie schüttelte den Kopf. “Manchmal reicht es auch aus, die falschen Leute zu kennen. Zut! Wenn sie mit ihr nach Naha wollten, können sie jetzt schon fast in Aramon sein! Antonio, mein Freund, wenn Ihr mit mir nach Aramon kommt, habt Ihr, denke ich, die größeren Aussichten, Mademoiselle Sheherazade wiederzufinden; ich werde Euch dabei nach Kräften unterstützen. In der Tat ist es wohl so, dass Sheherazades Entführung mit meinem Anliegen an Euch zusammenhängen muss, wenn die Separatisten dahinter stecken... ich werde Euch unterwegs aufklären... müsst ihr noch Vorbereitungen treffen?“

Antonio verneinte. “Ich hole nur rasch mein Gepäck und mein Rapier aus meinem Zimmer im Opernhaus.“, erwiderte er. “Und dann muss ich dem Intendanten auch kurz erklären, dass ich erstmal weg bin. Sam, reitet Ihr zurück zur Gärtnerei, falls die Stadtwache doch etwas Nützliches herausfindet... ich gäbe was drum, wenn wir noch ein paar vertrauenswürdige Leute bei der Hand hätten, die man um Hilfe bitten könnte...“ Damit war er die Stufen des Opernhauses wieder hinauf  und im Inneren verschwunden. Und Sam nickte und machte sich schnleunigst auf den Rückweg.

Die Marquise aber schickte unterdessen ihren Kutscher eilig nach frischen Pferden und wandte sich dann dem schwarzen Kater zu, der immer noch da saß. “Nun?“, fragte sie schließlich, nachdem sie ihn lange betrachtet hatte. “Ihr seid wohl genauso wenig ein Kater wie ich ein Nahaer Porzellanpüppchen, oder? Freund oder Feind? Zeigt Euch...“ Denn die starke magische Aura des Katers hatte sie sehr wohl wahrgenommen, wenn sie auch nicht erkennen konnte, wer oder was sich hinter der pelzigen Maskerade verbarg. Doch noch ehe Christian antworten konnte, schien sie andere Blicke zu spüren, die auf ihr ruhten, und sie wandte sich zu Herrn von Muesig um. Sie musterte ihn kurz, die Aura verarmten Adels, die ehemals sicher teure Kleidung aus edlen Stoffen. Wieviel hatte er mitbekommen? Und hatte der Konflikt irgend etwas mit ihm zu tun, und wen ja, auf welcher Seite stand er dann? Sie erkannte ihn zumindest nicht, aber was hieß das schon... fast gemächlich, aber mit einem sehr wachen Ausdruck in den hellen Augen ging sie zu ihm hinüber. Dabei hatte sie allerdings auch wqeiter ein wachsames Auge auf den Kater. “Einen wunderschönen Nachmittag, Monsieur.“, sprach sie Herrn von Muesig an. “Kann ich Euch irgendwie helfen?“
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 16 März 2015, 12:00
Stumm aber mit einem unguten Gefühl verfolgte der Adelige, was sich im da so darbot. Natürlich verstand er davon kein Wort, d.h. keine akustisches Problem, aber der Inhalt des Gesprächs verschloss sich ihm auf geradezu dramatische Weise. Aber das ungute Gefühl wurde mit 2 Worten ausgelöst: Separatisten, Entführung. Einerseits ging ihm das gar nichts an und er könnte sich umdrehen und einfach weitergehen, so als wäre gar nichts geschehen. Dass er es nicht tat, lag daran, dass er nicht vorhatte hier ein Niemand zu bleiben. Wenn er sich einbringen könnte und dabei eine gute Figur abgäbe, täte sich vielleicht eine Möglichkeit auf, ein wenig den Busch zu klopfen. Und dann war es einfach schon zu spät als die Dame - und das war sie unzweifelhaft – zum ihm gemessenen Schrittes zukam und ihn ansprach. Sie war unzweifelhaft auch eine vom adeligen Blut, das sah man sofort, aber was für welches? Gräfin, Baronesse?
Er räusperte sich, das verschaffte etwas Zeit. „Einen ebenso schönen Nachmittag, aber mein Name – entschuldigt, ist nicht Monsieur. Darf ich mich vorstellen: Herr von Muesig“ mehr brauchte Sie für den Anfang nicht zu wissen. „Darf ich fragen, mit wem ich die Ehre habe?“ Er machte eine kurze Pause. „Ich bitte nochmals um Entschuldigung, es ist normalerweise nicht meine Art, Unterredungen zu belauschen, aber es war unvermeidlich“ das war natürlich eine glatte Lüge, nichts tat er lieber, als Gespräche zu belauschen, die ihm nichts angingen. „Und wenn ich es recht verstanden habe, bin nicht ich derjenigen dem geholfen werden muss, sondern eher diese Person Mademoiselle Sheherazade, die ihr suchen wollt. Darf ich mich, in aller Demut versteht sich, Ihnen bei der Suche und Befreiung behilflich sein. Es wäre mir eine ausgesuchte Ehre!“ von Ehre konnte keine Rede sein, es ging ihm einzig und allein um den Eigennutz. Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache, sozusagen. Und so ein paar Separatisten, mit denen würde er schon fertig werden. Da hatte er schon ganz andere…aber gut, dass war auch schon einige Zeit her. „Euer Gesprächspartner erwähnte etwas von ‚vertrauenswürdigen Leute‘. Nun, dieses Vertrauen, würde ich mir gerne erwerben.“ Mehr sollte er nicht mehr sagen, dann würde es zu sehe nach Aufdringlichkeit aussehen. Der Grat war schmal. Dass er leidlich mit dem Schwert hantieren konnte, unterließ er auch vorerst zu erwähnen.
Da die Frau während ihrer Unterhaltung den 'komischen' Kater, als solchen hatte ihn die Frau identifiert, nicht aus den Augen ließ, hatte er auch diesen immer in seinem Blick. Man konnte ja nie wissen....
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 17 März 2015, 20:36
Sheherazade war also entführt worden, offensichtlich von Separatisten aus Aramon, die beim letzten Bürgerkrieg daran gescheitert waren. die Einheit Aramons vollkommen zu zerstören. Da galt es keine Zeit zu verlieren, auch wenn die Entführer mittlerweile fast überall sein konnten. Antonio holte seine Sachen un dder Kutscher frische Pferde, so war der schwarze Kater mit Aline und einem etwas heruntergekommen wirkenden Adeligen, der sich als Herr von Muesig vorstellte. So Gebot es bereits die Höflichkeit, sich ebenfalls vorzustellen, weswegen der schwarze Kater kurz hinter einen Busch tappte, dort seine Gestalt wandelte und einen Augenblick später als Christian di Asturien mit einem leichten Grinsen hinter dem Busch hervortrat.

Nun, dann möchte auch ich mich angemessen vorstellen, Madame und Monsieur. Mein Name ist Christian di Asturien, für Freunde und Kampfgefährten einfach nur Christian.

Wenn Aline ihn nicht daran hindern würde, würde er ihr einen angedeuteten Handkuss geben, bevor er sich wieder mit einer etwas ernsteren Miene an sie wandte.

Entschuldigt, dass ich mich nicht früher zurückverwandelt habe, aber ich möchte nicht an jeder Ecke angesprochen werden, wenn ich lediglich einen Spaziergang vorhabe. Ich vernahm, dass Ihr Hilfe nicht abgeneigt seid, so biete ich Euch meine bescheidenen Dienste als Magier des Lebens und passabler Schwertkämpfer an, wenn Euch dies genügt, Madame. Ich sollte zuvor nur eine kurze Nachricht nach Sha'Nurdra senden, damit meine Gefährtin nach ihrer Rückkehr weiß, dass ich wieder länger als gedacht unterwegs sein werde.

Während er Alines Reaktion auf sein Angebot abwartete, schaute er auch kurz zu dem Herrn von Muesig, um scheinbar abzuschätzen, was dessen Stärken wären, da er ihn ja noch nicht kannte. Aber wenn er helfen wollte, würde der ehemalige Statthalter ihn kaum daran hindern.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 18 März 2015, 15:58
Es irritierte Serafina, dass der Vermummte so unbeeindruckt von ihrer Erscheinung blieb. Sie selbst war damals beim Anblick eines Werwolfs vor Schreck erstarrt – und natürlich gebissen worden.  Doch der Fremde zeigte keine Anzeichen von Furcht.

Einmischen? Zu groß? Was sollte das denn heißen? Ehe die Nachtjägerin reagieren konnte, setzte der Mann ein Pergament in Brand. Offenbar war es ihm wichtiger, das Schreiben zu zerstören als sich selbst in Sicherheit zu bringen. 

„Was tut Ihr da?“, platzte Serafina heraus und machte einen Schritt auf den Vermummten zu. „Lasst das…“

Da erst bewegte er sich. Stahl blitzte auf. Die Lykana schnaufte, ihre Ohren zuckten überrascht, dann explodierte mörderische Qual in ihrer Schulter. Ihr Jaulen gellte über den Platz. Als sich ihr Körper gegen die Wucht des Schmerzes krümmte, fiel Serafinas scharfer Blick auf die Botentasche. Verstehen durchzuckte ihre Gedanken. Der Brief brannte inzwischen lichterloh.  Es war mehr ein Reflex. Die Hinterpranke schnellte vor und wirbelte feuchtes Erdreich über die Flammen, um sie zu ersticken.

Mit einem Keuchen riss sich Serafina den Wurfdolch aus der Fleischwunde. Ihre linke Pranke hing nutzlos herab. Es kostete sie wertvolle Zeit, mit nur einer Klaue ein Heilfläschchen vom Gürtel zu hebeln. Zum Öffnen des unhandlichen Korkens war keine Zeit, also zerbrach sie es einfach und ließ die heilsame Flüssigkeit auf die Zunge rieseln. Ein paar Glassplitter, die sich darunter gemischt hatten, spuckte sie aus.

„Dafür soll er in Nurus Gefängnis schmoren“, grollte sie und schnüffelte. Auch wenn sich der Mistkerl aus dem Staub gemacht hatte, sein Geruch hing überdeutlich in der Luft. „Wir sehen uns später. Bergt das Pergament und wartet hier. Ich komme mit dem Mörder zurück.“

Zwar war sie eingeschränkt und konnte nicht auf allen Vieren rennen wie ein Wolf, doch die sehnigen Hinterbeine katapultierten sie kraftvoll vorwärts, als sie die Verfolgung aufnahm. Die Drow und der Waldelf mussten sich selbst aus den Ranken helfen. Der Meuchelmörder war im Wald verschwunden. Serafina kannte sich in dieser Gegend bestens aus, der Verbrecher wohl eher weniger, denn seinem Ausruf nach zu urteilen stammte er nicht aus Dragonia. Ihr Glück war weiters, dass er wegen des dichten Unterholzes einen Bogen laufen musste. Es war der Lykana daher ein Leichtes, sich rein nach dem Geruch und den Geräuschen zu orientieren und dem Flüchtenden den Weg abzuschneiden. Gerade, als der Meuchler über einen morschen Baumstamm sprang, der quer über einen schmalen Tierpfad lag, tauchte die muskulöse Gestalt der Werwölfin vor ihm auf. Ihre unverletzte Pranke schnellte vor, um ihn zu packen und zu Boden zu werfen.


- 20 LP (12/32)
-1 großer Heiltrank +10 LP diese Runde (22/32 Leben)
Serafina will den Assassinen einholen würfelte mit 1D20+10+25 eine 54 {19 + 10 + 25} eingeholt
Autor: Asarra Datum/Zeit: Mittwoch 18 März 2015, 22:08
Asarra lehnte sich weit aus dem Sattel und griff nach den Zügeln des Apfelschimmels. Triumphierend schlossen sich ihre Finger um das abgegriffene Leder, das Tier blieb dabei ruhig und sah sie nur mit grossen Augen an. Bedacht darauf, keine allzu hektischen Bewegungen zu machen, manövrierte sie Kwill neben das fremde Tier, um es besser in Augenschein nehmen zu können.

Das Gebäude des Tieres wies es schnell als einen Cêneswinder aus, reinrassig und mit Bestimmtheit eines der besten Exemplare seiner Art. Obwohl er verschwitzt und abgekämpft war, konnte man noch die Seidigkeit und den Glanz seines Langhaars erkennen. Sie hatte ein teures Tier vor sich. Das Sattelzeug schien intakt zu sein, er trug nur leichtes Gepäck und eine Decke, hinter dem Sattel verschnallt. Die Satteldecke zeigte zwei Wappen, die Asarra - nicht ohne ein bisschen stolz - nach kurzer Zeit zuordnen konnte. In den Ecken befand sich das weisse Pferd Aramons, das zweite Emblem wies die Zugehörigkeit zu den weissen Reitern aus. Daher also das leichte Gepäck, dieses Tier musste einem Boten gehört haben.

Aber was machte es nun alleine hier im Wald? Nirgends an dem Wallach waren Kampfspuren zu sehen und auch das Sattelzeug schien in Ordnung zu sein. Ein Bote der weissen Reiter fiel doch nicht einfach so vom Pferd?! Und was wollte er überhaupt hier?
Bevor sich die Amazone den Kopf darüber zerbrechen konnte, riss ihr der Graue beinahe die Zügel aus den Händen. Wenig später hörte auch sie das Geräusch und kurz danach sah sie die Kutsche, die ohne ersichtlichen Grund die Strasse hinunter fegte. Ohne gross nachzudenken trieb sie Kwill in einen ruhigen Kanter und zog den Apfelschimmel einfach mit.

"He da! Wartet doch! Ich muss Euch was fragen!" Schrie sie dem Kutscher hinterher. Vielleicht wusste er ja, wo der Bote abgeblieben war.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Donnerstag 19 März 2015, 12:29
Daranus war überrascht zu sehen dass nicht nur er den Assassinen bemerkt hatte. Es dauerte nicht lange, dann tauchte das junge Mischblut auf das ihn vor furchtbaren Verbrennungen auf der Mauer von Nuru bewahrte. Aber sie war nicht die einzige kurz darauf folgte der Waldelf und die Lycan die ihn damals nach Nuru begleitet hatten. Daranus war sich sicher, das auch wenn er sich geschickt vor den Anderen verstecken konnte hatte Serafina ihn bestimmt schon längst bemerkt.

Der alte Druide fühlte sich nun sicherer, da diese drei ihm wohlgesonnen Bekannten sich dem Unbekannten gegenüberstellten. Doch dann bemerkte Daranus etwas das es ihm einen Schauer über den Rücken laufen ließ.  Der Fremde machte keinen besonders ängstlichen Eindruck, als der den dreien gegen überstand. Was als nächstes geschah spielte sich nur in Bruchteilen von ein paar Sekunden ab. Der Fremde nutze einen Feuerzauber um den Brief in seiner Hand zu entzünden, dann setzte er das Mischblut und den Waldelf mit einem Rankenzauberfest. Doch damit hörte er nicht auf, er warf blitzschnell einen Wurfdolch auf Serafina, der zu Daranus Schreck sein Ziel nicht verfehlte.

Es dauerte einen Moment bevor der alte Druide bemerkte, dass der Fremde sich in seine Richtung bewegte. Er musste schnell handeln, also legte er sich auf den Boden wo seine erdfarbene Robe ihn mit dem Waldboden verschmelzen ließ. Zudem kroch er nach links in einen kleinen Busch. Dort wartet er bis der Fremde und Serafina an ihm vorbei gelaufen waren.

Nach dem Daranus sicher war das die beiden an ihm vorbei waren, machte er sich schnellst möglich auf den Weg zu dem Brief den der Fremde angezündet hatte. Dort angekommen bemerkte Daranus das Fey sich bereits aus den Ranken befreit hatte, aber Ammit noch fest steckte.
Er begab sich auf die Knie und suchte den Brief, den Serafina geschickt mit Erde bedeckte um das Feuer zu löschen. Es dauerte nicht lange bis er ihn fand. Er machte sich gleich daran ihn laut vor zu lesen.

[i]Ya Hanim [...]

wie kann ich es noch wagen [...] Vor über zwei Jahren [...] Taros, und dort scheint mir die Zeit abhanden [....] Mein Gedächtnis [...] wie ausgelöscht, im Hort der Adlerritter kam ich wieder zu mir vor wenigen Wochen [...] Es schmerzt mich mehr als ich sagen kann, dass ich euch in jener Nacht allein [...]
Doch noch mehr schmerzt mich [...] Diese Gefahr schwebte immer über uns, und ich wünschte [...] die Wahrheit [...] aber ich hatte Angst, Ihr würdet mich dann ver[...]
Aramon steht am Abgrund, erneut erhebt sich das Gespenst [...] eines blutigen Bürgerkrieges, und nur [...] verhindern [...] die Tochter des Fürsten von Naha [...] Sohn des alten Königs Arnald [...] Pflicht, wie kann ich mich verweigern? Die Separatisten von Naha tun alles [...] Krieg und Verderben wie schon zuvor [...]
[...]
Min Fergerole, ist dies das Ende [...] doch zusammen. Ihr als Maî[...]

„Da steht mehr aber das kann ich nicht mehr entziffern. Hat einer von euch irgendeine Vermutung was das alles zu bedeutet hat?

Daranus faltete den Brief und steckte ihn ein, dann ging er rüber zu Ammit um ihr zu helfen, doch dann erinnerte er sich an den Stolz des jungen Mischbluts.

„ Soll ich dir helfen  oder schaffst du das allein?“
 
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 19 März 2015, 15:47
Kaum hatte Ammit ihre Frage an den Mörder ausgesprochen, schien sich einiges in Bewegung zu setzen.
Erst tauchte die Lyca auf. Natürlich wirkte es so, dass ein Drecksmischling wie sie etwas mit der Sache zu tun hatte. Aber sie konnte sich nicht erklären, als plötzlich wieder dieser Elf bei ihr auftauchte. Er schien auch überall dort, wo sie war.
Sie begann gerade ihm leise zu erläutern:
“Der da hat jemanden umgebracht und versucht….“
Zu mehr kam die junge Frau nicht, weil sich offensichtlich der Täter zu Wort melden wollte.

Sicher war Ammit unerfahren, aber sie waren zu Dritt und er allein. Aber ja, er drohte ihnen. Und dann steckte er ein Pergament in Flammen.
Nicht nur das, er floh, so schnell wie sie es selten gesehen hatte. Und nicht ohne der Lykantrophin eine Waffe entgegen zu werfen. Er schien mehr als nur ein Dieb, der seine Raubopfer umbrachte.
Gerade als die schwarzhaarige Frau gedachte zur Hilfe zu eilen, stockte sie in der Bewegung. Nein, sie wurde zurück gehalten. Ammit war gefangen in Ranken bevor sie etwas machen konnte. Auch dieser Elf neben ihr schien von den Ranken gefesselt zu sein, jedoch hatte es ihn wohl nicht so schlimm erwischt, da er kurz danach schon wieder frei war.
Ihr Versuch sich zu befreien war zum Scheitern verurteilt und fügte ihr nur Wunden durch scharfe Dornen zu. Doch als Fey ihr helfen wollte, rief sie ihm zu.
“Kümmert Euch um diesen Mistkerl! Ich werde schon irgendwann hier raus kommen.“

Die Lykantrophin hatte geistesgegenwärtig diesen Fetzen Papier mit Erde gelöscht und jagte dem Assassinen schon hinterher, bevor Ammit ihren Ausruf beendet hatte.

Jedenfalls hatte sie Zeit sich den Toten anzuschauen, während sie dort so hilflos hang. Und plötzlich sah sie mehr, als nur einen Reiter, der es eilig hatte. Ein Bote fiel es ihr ein. Daher kannte sie das Pferd und die Kleidung des Reiters. Sie war einmal in Aramon gewesen. Damals noch mit ihrem Priestervater. Was hatten sie dort noch einmal besorgt? Jetzt war es unwichtig.

Und während sie noch überlegte, wie sie freikommen würde, stand plötzlich noch jemand am Wegrand, den sie kannte. Der alte Mann von Nuru, der in Flammen stand.
Er hatte nichts Besseres vor, als das Pergament aufzuheben und laut vorzulesen. Wie lange war er schon hier gewesen, um von diesem Schreiben zu wissen? Offensichtlich lange genug um zu wissen, dass es einen Brief gab, der angezündet wurde.
Galle stieg in ihr auf.
“Ranken haltet mich zurück, bevor ich diesen Feigling umbringe,“ zischte sie zu sich, ohne dass dies jemand hören konnte. Hockte irgendwo ohne einzugreifen. Und die Werwölfin war dadurch vielleicht in Gefahr.
Die schwarzhaarige Frau musste sich arg zurück halten, um ihn nicht anzuspucken. Vielleicht sollte sie ihn umbringen, wenn sie frei war. So säuselte sie mit sarkastischem Unterton:
“Gerne lasse ich mir aus der misslichen Lage helfen. Bevor ihr wieder davon lauft, weil hier vielleicht ein Hase herläuft“
Sie konnte sich doch nicht so recht zurück halten.

- 1LP durch Rankenkerker (7/8 LP)
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Freitag 20 März 2015, 00:34
Es schien wirklich keine einfache Beerdigung zu sein, ganz genauso, wie er vermutet hatte. Er war nunmal lange genug auf den Straßen und in den Gassen der Menschen unterwegs um sowas erkennen zu können. Ein feiger Raub. Oh, Menschen waren einfach schlimm. Diese Gier und dieser Neid. Nein, er schüttelte bloß den Kopf. Doch dann geschah etwas womit er nicht hätte rechnen können. Dieser Kerl war ein Magier oder kannte sich zumindest gut genug mit der Magie aus um die Natur manipulieren zu können. Verdammt. A'selafeyon war nur einen moment unaufmerksam und da spürte er auch schon die Ranken, die versuchten sich um seine Fußgelenke zu winden und langsam seine Beine höher krochen. Doch nicht mit ihm. Er stellte sich tatsächlich geschickt genug an sich aus diesem rankenwirrwarr befreien zu können und die Magie mit etwas Konzentration abwenden zu können. Er atmete erleichtert auf. Sein elfisches Blut war zumindest nicht ganz unbewannt was Magie anging und hatte ihn wohl gerettet. Ammit sah allerdings nicht ganz so gut aus und so versuchte er auf sie zuzueilen um ihr zu helfen. Doch sie wollte keine Hilfe und hoffte eher, dass er den Kerl verfolgen würde. Und so nickte der junge Waldelf dem Halbblut zu und eilte Serafina hinterher durch das Gestrüpp. Der Wald war seine Heimat als Waldelf, und so schloss er schon langsam auf. Doch er sah aus der Entfernung noch, wie Serafina den Kerl erwischte. Na also! Damit hätte man ihn und er grinste ziemlich zuversichtlich. Doch da Serafina alleine wohl sehr gut klar zu kommen schien machte er sich lieber auf den Weg zurück auf die Lichtung, wo Ammit immernoch in ihren Ranken gefangen war. Und ein anderer Kerl sich währenddessen um einen brief kümmerte. Der Waldelf schnaupte etwas, während er auf Ammit zueilte "Serafina hat ihn erwischt. Warte, jetzt kann ich dir aus diesen Ranken helfen." rief er ihr dabei zu. Sein Blick wanderte zu Daranus. Kannte er diesen nicht auch von der Belagerung? "Seit wann seid ihr denn hier?" wobei er die Frage runterschluckte warum der Brief soviel interessanter war als Ammit zu helfen. Aber nun gut.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 20 März 2015, 21:14
~@~Runde 3~@~



6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, vor dem Opernhaus von Drachenauge; später Nachmittag

Die Marquise sah Herrn von Muesig ein wenig verdutzt an. Sie hatte ja mit Vielem gerechnet, aber nicht unbedingt damit, dass er direkt seine Hilfe und Begleitung anbieten würde. Ehe sie zu einer Antwort ansetzte, musterte sie den Herrn daher noch einmal eingehend. Was sollte sie von ihm halten? Das Geschlecht von Muesig sagte ihr erst einmal nichts; entweder es war keine besonders alte Familie oder aus einem Teil der Welt, der ihr nicht so geläufig war. Das musste aber nichts heißen. Aline de Gravillac war nun wirklich welterfahren genug, um zu wissen, dass ein klangvoller Name allein noch keinen guten Menschen ausmachte. Adel war nichts, was einen Menschen schon von sich aus adelte. Allein die Welt ließ sich zu oft vom falschen Schein von Titeln und Reichtum blenden...

Immerhin schien dieser Herr von Muesig sich einigermaßen gewandt ausdrücken zu können, was von einer gewissen gesellschaftlichen Kompetenz zeugte, und das würden sie noch brauchen könne, vielleicht eher als Waffengeklirr und gewandte Kämpfer. Schließlich nickte sie leicht. “Nun gut, Herr von Muesig, ich werde Euch also vertrauen.“, antwortete sie und Euch im Auge behalten, fügte sie im Stillen hinzu. “Euer Angebot ehrt Euch und  Eure Hilfsbereitschaft... allerdings wollen wir sofort aufbrechen. Könnt Ihr denn so schnell bereit sein?“ Sie deutete auf die Kutsche hinter sich. “Sobald die neuen Pferde da sind, fahren wir ab... habt Ihr ein eigenes Reittier oder wollt Ihr mitfahren?“

Mit Herrn von Muesig hatte sie  eher distanziert gesprochen. Als Christian sich zurückverwandelte und ebenfalls anbot mitzukommen, wirkte Aline allerdings schon deutlich erfreuter. Das war nicht sehr überraschend; immerhin kannte sie den Hohentürmler von zurückliegenden Abenteuern und wusste sowohl um seine magischen Fertigkeiten als auch um seinen kenntnisreichen Umgang mit dem Schwert. “Sir Christian!“, rief sie aus, “Welch ein Glück, dass ihr grade jetzt vor dem Opernhaus einen Spaziergang machen wolltet. Ich kann natürlich verstehen, dass eine Berühmtheit wie Ihr sich nicht ständig der Bewunderung seiner Anhänger aussetzen möchte. Umso netter, dass Ihr mir die Ehre erweist...“ Das war mit einem Augenzwinkern gesprochen, doch rasch wurde Aline wieder ernst.  “Ich wäre wirklich hocherfreut, wenn Ihr mitkämet. Nicht nur Mademoiselle Sheherazades Leben und Wohlergehen mag davon abhängen... bitte schickt Eure Nachricht...“

~@~


Es dauerte nicht sehr lange, bis sich alle vier – Herr von Muesig, Aline de Gravillac, Christian di Asturien und Antonio Lucio – in der Kutsche wiederfanden, die, mit frischen Pferden versorgt, auf der Straße dahinraste, die von Drachenauge auf Ados zuführte. Von dort aus würde man nach Salis abbiegen und über Anun und Ravat die Straße an den Schwanenmarschen entlang nehmen. In Ravat aber würden sie auf ein kleines Flussschiff wechseln, das sie den Sawe und den Malye  bis zum Nuruer Flusshafen hinunterbringen würde. Und dort auf ein größeres Schiff, das das Cap von Aramon umrunden und sie schließlich nach Naha bringen würde... auf diese Art hoffte Aline de Gravillac, die Reise in etwa einer Woche zu bewältigen – wenn man auf der Straße Tag und Nacht reiste und wo nur möglich die Pferde wechselte, würde man nach Ravat etwa drei Tage brauchen, den Fluss hinunter noch einmal zwei Tage und dann noch zwei tage auf See. Das ging schneller, als über Land nach Nuru zu reisen, aber für Antonio war es längst nicht schnell genug. Indes half es alles nichts, er musste sich in Geduld üben.

Im angehenden Frühling war die Landschaft um Salis von zarter Schönheit, die ersten weißen Blüten der zahlreichen Obstbäume legten einen blassen Schleier über das Land. Doch die Lieblichkeit erwachenden Lebens blieb weitgehend unbeachtet, als die Kutsche an Ados und Salis vorbeiflog. Aline hatte nun Zeit zu erklären, was sich in Aramon abspielte:

“Wie ihr vielleicht wisst, begann mit dem Sturz König Arnalds von Aramon vor sechzehn Jahren ein blutiger Bügerkrieg, der hauptsächlich um die Abspaltung der Provinz Naha geführt wurde... Naha ist die reichste, die Nahaer finden, die wichtigste und fortschrittlichste Provinz Aramons und strebt schon immer nach weitreichender Unabhängigkeit vom Thron in Lukannon. Um diese Situation zu beruhigen, heiratete König Arland Fürstin Isolde von Naha, doch blieb die Ehe kinderlos... und als jede Hoffnung zunichte war, dass Fürstin Isolde noch einen Thronfolger würde gebären können, wurde das Königspaar in einem Putsch vertrieben und sein Bruder Eorl auf den Thron gesetzt, und der Bürgerkrieg brach los. Die Tat wurde dem Sindarinerorden in die Schuhe geschoben. Allerdings war denen, die die Augen offen gehalten hatten, recht schnell klar, dass Nahaer Separatisten nicht ganz unbeteiligt waren. Der Bürgerkrieg tobte sieben Jahre und forderte viele Opfer, ehe endlich Frieden wieder einkehrte und der Sindarinerorden auf dem Schachbrett der Politik geopfert wurde. Neun Jahre seitdem war Aramon nun mehr oder weniger stabil, aber unter der Oberfläche gärte es weiter, und seit einiger Zeit nun machen die Separatisten wieder mit Nachdruck auf sich aufmerksam. Um den Frieden zu sichern, wurde erneut eine Ehe ausgehandelt – diesmal zwischen einem Neffen König Eorls, der zugleich Adlerritter ist, und der Tochter des Fürsten von Naha, Ephyra... eine Ehe, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell von Bedeutung sein wird, denn die junge Dame ist Druidin und Priesterin der Tethis, der Schutzgöttin Nahas, während die Adlerritter seit jeher beim Schutz des Manabaums eine große Rolle spielen... den Nahaern einen Anteil an diesem Mysterium zu gewähren war der Provinz schon immer wichtig. Ich selbst habe auf Seiten Nahas die Verhandlungen mit geführt, und die junge Frau kenne ich recht gut: sie steht voll hinter diesem Friedensplan und ist gewillt, mit aller Kraft für das Wohl von ganz Aramon einzustehen. Den Namen des Neffen des Königs kenne ich nicht... bis vor Kurzem war seine Existenz nicht bekannt. Er muss wohl zur linken Hand geboren sein, aber dass er Adlerritter ist, wiegt dies vollkommen auf. So weit, so gut... aber jetzt wurde die Braut entführt. Kein Zweifel, dass die Separatisten dahinterstecken, die die Ehe und damit den Frieden verhindern wollen. Ein neuer Bürgerkrieg wäre die Folge, noch mehr Leid und noch mehr Tod... deswegen wollte ich zu Euch, Antonio. Wir müssen Ephyra von Naha möglichst schnell finden, aber in Naha kann ich keinem genug trauen... wie das Ganze mit der Entführung Sheherazades zusammenhängt, ist mir noch schleierhaft, aber einen Zusammenhang wird es geben.“


6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, südlicher Wald von Nuru; Nachmittag

Entweder der Kutscher hatte Asarras Ruf nicht gehört, oder er wollte ihn nicht hören. Jedenfalls verringerte er sein scharfes Tempo um keinen Deut. Vielleicht versuchte er eher noch, auch das letzte Bisschen Geschwindigkeit aus seinen Tieren herauszuquetschen. Eigentlich musste das Ende seiner Reise nahe sein, denn in die Richtung, in der er unterwegs war, lag nichts mehr, und der Zustand, in dem die Kutschpferde dieses Ziel erreichten, war ihm augenscheinlich egal. Asarra nahm die Verfolgung auf.

Kwill war willig genug und vor allem ausgeruht genug, und auch der Cêneswinder folgte zunächst, und eine Zeitlang sah es durchaus so aus, als könne Asarra die Kutsche noch einholen. Dem Kutscher blieb unterdessen nicht verborgen, dass er verfogt wurde, und schien nun vollends willens zu sein, sein Gespann zuschanden zu treiben. Halsbrecherisch war die Fahrt, die über Stock und Stein führte, und es wurde noch schlimmer, als die Straße sich dem Malye entgegen neigte. Doch gleichzeitig lichtete sich auch der Wald, das Gelände wurde offener und auch feuchter. Und da geschah es. Der Cêneswinder konnte nicht mehr, warf den Kopf zurück, lahmte, weigerte sich strikt, noch einen Schritt weiterzugehen. Seine Beine zitterten nun vor Erschöpfung, weißer Schaum troff vom Maul auf die Brust – wenn man nicht riskieren wollte, ein wirklich gutes Pferd zu zerstören, so musste man diesem hier jetzt unbedingt Ruhe gönnen.

Und noch während dies geschah, schoss die Kutsche den letzten Hügel zum Malye hinab, drohte mehrmals zu kippen; wie die Pferde sich überhaupt noch auf den Beinen halten konnte, war rätselhaft. Am Ufer des breiten Flusses, von dem schon Nebel aufzusteigen begann, hielt die Kutsche an; am Ufer war noch grade so ein Boot auszumachen. Zwei Leute stiegen aus, ein Mann und eine Frau, beide in dunkle, praktische Gewänder gekleidet, und zwischen sich führten sie eine dritte Person, die in einen Kapuzenumhang gehüllt war, so dass nicht viel mehr von ihr zu erkennen war als dass es sich wohl um eine Frau handelte. Es schien, als hätte sie Schwierigkeiten mit dem Laufen, die beiden anderen stützten sie jedenfalls. Oder war es vielmehr so, dass sie nicht freiwillig mitkam? Zusammen mit dem Kutscher bestiegen sie das Boot, das rasch ablegte und langsam im Nebel verschwand auf das Aramoner Ufer zu. Die Kutsche blieb einfach, wo sie war, mitsamt den Pferden, die zitterten, keuchten und husteten; das vorne rechts knickte im Geschirr gar langsam ein.

Das Boot und seine Insassen waren unterdessen im Nebel unsichtbar geworden. Der Nachmittag neigte sich dem Ende zu...


6. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia, südlicher Wald von Nuru; Nachmittag

Wiewohl er beim Auftauchen der Lykanerin keine Angst gezeigt hatte, kannte der Assassine sich nicht allzu gut mit dieser Rasse aus, wie es schien. Jedenfalls wirkte er nun doch überrascht, als Serafina ihm den Weg abschnitt und ihn aus vollem Lauf zu Boden riss. Angst zeigte er jedoch immer noch nicht, allerdings lag fast etwas wie widerwillige Bewunderung in dem Blick, mit dem er die Wolfsfrau nun maß. “Ich habe Euch wohl doch unterschätzt?“, sagte er leise – und wand sich dann mit plötzlicher Heftigkeit aus ihrem Griff heraus, um auf die Füße zu springen. Kampflos würde er sich nicht ergeben!

Zumindest war das der Plan. Aber es schien, als habe er sich beim Sturz den Knöchel verrenkt. Jedenfalls knickte er sofort wieder ein und saß nun fluchend auf dem Boden. Er verzog das Gesicht, als er den Knöchel betastete. Damit würde er nicht weit kommen, und kämpfen war nun auch passé. Er seufzte und wandte sich nun Serafina zu. “Hört!“, sprach er ernst. “Ehe ihr Euch ein Bild macht, sollt Ihr wissen, dass von der Ausführung meines Auftrags möglicherweise Krieg und Frieden in Aramon abhängt. Der Brief darf unter gar keinen Umständen seinen Empfänger erreichen! Und ehe Ihr fragt – nein, ich weiß nicht, an wen er adressiert war. Das haben meine Auftraggeber nicht gesagt; lediglich dass der Brief etwas verhindern würde, das für den Frieden unabdingbar ist. Aber soviel weiß ich: Aramon steht erneut am Abgrund des Bürgerkrieges, und meine Auftraggeber werden den Ausbruch mit allen Mitteln zu verhindern versuchen – wie ich schon sagte, dies ist zu groß für Euch! Die Gegner des Friedens, die Separatisten von Naha, sind in ihren Mitteln noch wesentlich weniger zimperlich als die Vernichtung eines Briefes anzuordnen... ich weiß nicht, was Ihr jetzt mit mir vorhabt.“ Ein leicht gequältes Lächeln zuckte um die unter Maske sichtbaren Mundwinkel. “Sieht ja so aus als wäre ich erstmal in Eurer Gewalt. Aber wenn Ihr keinen Krieg im Nachbarreich riskieren wollt.. lasst Ihr das ganze besser auf sich beruhen... es sei denn, Ihr wollt mich nach Naha begleiten und dort mithelfen, die Separatisten zu bekämpfen...“

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Unterdessen hatte Daranus den halbverbrannten Brief aus der feuchten Erde gezogen und was davon noch lesbar war entziffert. Leider war dies nicht allzu viel. Einiges davon schien die Worte des Assassinen zu bestätigen, denn auch hier wurde die Gefahr des Bürgerkrieges erwähnt. Aber sonst? Kein Hinweis auf Absender oder Empfänger, wenn man nicht grade beide kannte und aus dem Stil schon Rückschlüsse zu ziehen vermochte. Kein Briefumschlag oder dergleichen, der auf den Adressaten hinwies... auch der Tote, den Ammit nun näher betrachten konnte, gab nichts preis. Ein Mann in mittleren Jahren, unschwer erkennbar als Reiter des Aramoner Botendienstes, einfach und robust gekleidet, bewaffnet mit einem schlanken Schwert, das ihm aber nichts mehr genützt hatte... dunkles Haar, ein angenehmes Gesicht, wenngleich dies nun im Tod verzerrt war; eine Narbe, die sich über die rechte Wange zog – mehr war  nicht zusagen. Ein namenloser Toter in einem fremden Land. Auch eine genauere Untersuchung, nachdem A'selafeyon mitgeholfen hatte, Ammit zu befreien, würde nicht mehr preisgeben.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 24 März 2015, 13:12
Herr von Muesig ließ die Musterung wortlos über sich ergehen. Er würde es an Stelle von Alina genauso machen und sein Gegenüber erst einmal taxieren. Als er ihr Nicken registrierte, war er erst einmal erleichtert. Was wäre gewesen, wenn er durchgefallen wäre? Er wollte sich diese Blamage erst gar nicht ausmalen. Ihrer Wortwahl war anzumerken, dass Ihr die Entscheidung nicht ganz leicht gefallen sein mag. Nun musste er sie darin bestärken. Diesen Gedanken setzte er sofort in die Tat um. „Gnädige Frau, ich bin tief gerührt, dass Ihr meine selbstlose und spontane Hilfsbereitschaft anzunehmen bereit seid. Ich werde alles in meiner Macht stehende unternehmen, um dem in mich gesetzte Vertrauen gerecht zu werden.“ Solche Sprechblasen gingen ihm völlig leicht von den Lippen ohne dass man ihm ansah, dass es blanke Heuchelei war.

Ihr sprecht einen wunden Punkt an, Gnädige Frau. Kutsche und Rösser haben die Fl…die Reise und deren ungeheure Strapazen leider nicht überstanden. Von daher wäre ich dankbar, wenn für mich ein Plätzlein eingerichtet werden kann. Da ich keine verpflichtende Bindungen habe, keiner Familie Oberhaupt und niemanden Rechenschaft schuldig bin, was ich allerding in stillen Stunden oftmals sehr bedauere, kann ich die Frage nach dem sofortigen Aufbruch ausnahmslos bejahen. Das heißt, den einen oder anderen Hygiene-Artikel müsste in dem Laden da schnell besorgen.“ Natürlich war Herr von Muesig an Bindungen absolut nichts gelegen. Mal dort vom Honig naschen, eine Nacht in dieser Kemenate, eine in jener, nach einem Ball auch einmal eine Schönheit mit nach Hause nehmen. Aber dann noch vor dem Mittag musste die wieder diskret außer Haus, so war sein Leben. Er hätte sich mach dieser Sheherazade erkundigen sollen. Ob sie mit Warzen und Zahnlücken ausgestattet war? Mademoiselle klang für ihn irgendwie nach Abbruch und Ruine oder Verrottung. Aber entführt man eine Alte?

Aber alles schien kein Problem zu sein, denn die Frau hatte sich inzwischen dem…Mann?, das war doch gerade noch ein schwarzer Kater, zugewandt. Etwas pikiert notierte er, dass Alina sehr viel entspannter und mit sehr viel freundlicher getonter Stimme sprach. Er vernahm noch den Namen: Sir Christian und verschwand dann in der Apotheke, wo er auch anderes als Seife und Kamm erstehen wollte. Aber es stimmte schon auch, wie ein Skunk wollte er nicht wieder stinken. Dieser Geruch war so widerlich gewesen.

Danach konnte es losgehen. Was dann auch geschah.

Sie saßen bereits in der Kutsche, die Fahrt ins Ungewisse hatte begonnen.

In ihm schlummerten ein paar Fragen, die auf Antworten hofften. Und die Fahrt würde länger dauern, da schadete ein wenig Gesprächsstoff nicht. Sie waren jetzt 4 Personen in der Kutsche, die an und für sich gar nicht mal so unbequem war. Und sie hatte einen Affenzahn drauf. Aber die Strecke war auch einigermaßen lang, wenn er das richtig verstanden hatte.

Aber zuerst begann Alina zu erzählen. Das war dann wohl mächtig viel Stoff und alles würde er bestimmt nicht behalten können. Allerding erinnerte ihn sehr viel an seine eigene Heimat. Wie es schien ging es wohl überall drunter und drüber. Und was arrangierte Hochzeiten anbelangt, hatte nicht gefehlt und er hätte auch zur Rettung des Adelshauses eine völlig unbekannte Schönheit von außerhalb ehelichen müssen. Er konnte sich retten, das war aber eine andere Geschichte. Jetzt also Frühling in Naha. Vielleicht wqaren ja die Frauen von Naha genau so schön wie die Landschaft draußen. Blühend, offen, duftend. Leider hatten sie eine Aufgabe.

Als sie geendet hatte entfuhr es ihm spontan: „Es gibt also 2 entführte Frauen? Bah!“
Während der Fahrt gab es reichlich Gelegenheit noch weitere Fragen zu stellen. „Ich werde mich wohl noch etwas in die Chronik vertiefen müssen, bis ich das alles in Zusammenhänge bringen kann. Das mit den Adlerrittern ist ein  ausgesprochenes Faszinosum. Separatisten, sagt Ihr und was sind Ihre Forderungen? Und werden noch weiter Freiwillige zu uns stoßen?" Diese Frage sollte bald beantwortet werden.

Und da er nun schon mal am Fragen war, zu Sir Christian gewandt: "Die Nummer mit der Katze war nicht schlecht, wir hatten auch einmal einen Verzauberer in unserem Schloss, der hat Papier in den Hut gesteckt, es angezündet und danach lebendige Kanninchen an den Ohren herausgezogen - mit unversehrten Fell. Wir haben tagelang gerätselt, wie der das gemacht hat. Verratet Ihr mir Euren Trick?" So verging Tag um Tag…
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 24 März 2015, 20:03
Aline de Gravillac war einverstanden mit seinem Hilfsangebot, so kümmerte er sich gleich um die Nachricht an Neome, ehe er wieder zu der Truppe stieß und die Fahrt beginnen konnte.

Christian hatte nicht viele Blicke für die Landschaft übrig, nur nebenbei registrierte er, wo sie sich gerade befanden. Da konzentrierte er sich lieber auf die Informationen der Marquise. Demnach waren wohl diese Separatisten für den langen Bürgerkrieg damals in Aramon verantwortlich, dessen letzte Auswüchse er als Statthalter von Nighton mitbekommen hatte. Und auch diesmal hatten sie vor, den Frieden im dragonischen Nachbarland empfindlich zu stören, indem sie die Tochter des Fürsten von Naha entführten, welche diesen durch ihre Ehe mit einem königlich verwandten Adleritter stabilisieren sollte.


Diese Adlerritter scheinen ja sehr angesehen zu sein. Was genau macht einen Adlerritter aus?

Zumindest waren sie für den Schutz des Manabaumes zuständig und konnten sich in Sternenadler verwandeln. Konnte Sheherazades Gefährte das nicht auch? Wusste Antonio das ebenfalls und würde entsprechende Schlüsse ziehen?

Nun, ich kenne eine Sheherazade nahe stehende Person, die sich ebenfalls in einen Sternenadler verwandeln kann, Vielleicht gehen die Entführer davon aus, dass sie sich deshalb besser mit diesen auskennt und wollen ihre Kenntnisse darüber nutzen, dem Adlerritter zusätzlich zu schaden.

Dieser Herr von Muesig sprach den Hohentürmler auf seine Verwandlungskünste an, indem er das Beispiel eines Zauberkünstlers anführte. Christian ließ ein amüsiertes Lachen erklingen, ehe er über einer seiner Handflächen einen ungefähr ellenlangen Sternenadler erscheinen ließ.

Euer Beispiel klingt nach einem Zauberkünstler, der die Leute unterhalten soll. Sicher, es gibt welche unter ihnen, die Magie dafür einsetzen, aber die meisten davon sind eher geschickt mit den Händen. Da ich letzteres kaum von mir behaupten kann, wenn man vom Umgang mit dem Schwert absieht, setze ich Magie ein, wenn auch weniger zur reinen Unterhaltung. Und dies ist ein Sternenadler, falls Ihr einen solchen in groß seht, gebt am besten gleich Bescheid.

Einige Augenblicke ließ er den Sternenadler noch verweilen, ehe er diesen mit einer Handbewegung wieder verschwinden ließ.


-1 MP für Blendwerk eines 0,5 m langen Sternenadlers -> 55/60 MP
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 25 März 2015, 17:41
Erwischt! Ein breites wölfisches Grinsen zierte Serafinas Schnauze, als sie sich über den Assassinen beugte. Sein Tuch war verrutscht und sie konnte sein Gesicht sehen. Dennoch versuchte er erneut, sich ihrem Zugriff zu entwinden, doch sein verstauchter Knöchel vereitelte den Versuch. Als hätten sie sich auf einen Plausch getroffen, ließ sich die Lykana auf die Hinterpfoten nieder und verschränkte die Vorderpranken vor der Brust.

"Ihr hättet auf mich hören sollen. Ich sagte doch, ich bin schneller als Ihr. Hätten wir dieses Gespräch bereits vorhin geführt, hätte Ihr keinen verstauchten Knöchel und ich kein Loch in der Schulter. Eigentlich sollte ich Euch böse sein." Ein bedrohliches Knurren drang aus ihrer Brust.

Was als Erklärung folgte, war unverständliches Blabla. Serafina filterte die Begriffe Auftraggeber, Empfänger, Krieg und Aramon aus dem Gequassel heraus. Und Separasten... was immer das sein sollte.

"Ahaaaa", entgegnete die Nachtjägerin gedehnt. "Dann seid Ihr wohl kein Separast und ein Gegner des Krieges. So sieht also ein aramonischer Friedenswächter aus."

Ihre goldgelben Augen musterten ihn von oben bis unten. "Ob ich hier bleibe oder Ihr hier bleibt oder wir nach Naha reisen und ob uns ein Krieg in einem anderen Land überhaupt etwas angeht, wird Hauptmann Runshak entscheiden. Hoch mit Euch." Serafina half dem Meuchler auf die Beine und packte ihn unter der Achsel. "Könnt Ihr laufen oder soll ich Euch tragen?"

Auch wenn der Mann meinte, selbst gehen zu können, war er so langsam, dass ihn Serafina schließlich mit kräftigen Pranken packte und ihn sich über die Schulter warf - ungeachtet seines Gezeters - und zu Daranus, Fey und Ammit zurückkehrte.

Inzwischen war der halb verkohlte Brief entziffert worden. Serafina verstand weiterhin nur Postkutsche [Anm: Bahnhöfe gibts in Aylann keine]. Bei dem Toten handelte es sich um einen Botenreiter. Also wurde dieser kurzerhand ebenfalls geschultert und die versammelte Gruppe machte sich auf Richtung Nurus Kaserne. Da Hauptmann Runshak unabkömmlich war, wurde Stellvertreterin Tarlyn informiert. Serafina salutierte, machte Meldung, lieferte den Toten ab und überließ das Reden Daranus und dem Assassinen. Schweigend nahm sie den Befehl entgegen, unverzüglich nach Naha aufzubrechen - auch wenn sie keinen Schimmer hatte, wo sich dieser Ort befand. Einige Vorbereitungen wurden getroffen, dann machte sich der Trupp auf den Weg Richtung Aramon.

"Ihr steht unter meinem Kommando", warnte die Dragoniter den Assassinen. "Versucht erst gar nicht, Euch zu verdrücken. Ich habe ein scharfes Ohr und eine noch schärfere Nase auf Euch gerichtet. Und denkt daran, ich sehe auch nachts noch besser als Ihr. Ihr führt uns ohne Umwege nach Naha. Und den hier..."

Serafina wedelte mit dem Wurfdolch des Meuchlers, den sie nach der Attacke aus ihrer immer noch schmerzenden Schulter gezogen hatte, vor seiner Nase herum. "...behalte ich vorerst bei mir."

+1 Wurfdolch

Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 25 März 2015, 21:58
Fey war dann doch schneller zurück als Ammit erwartet hatte. Aber er klärte sie auf, dass diese Lycantrophin den Kerl schon erwischt hatte. Dann half er der schwarzhaarigen Frau aus dem Strauchkorsett, wofür sie sich bedankte.  Dann antwortete sie auf die Frage, die eigentlich an den Druiden ging.
"Offenbar länger als wir ihn wahrgenommen haben. Er war schon so frei den halb verkohlten Brief zu lesen und an sich zu nehmen."
Ein klein wenig schwang Ärger in den Worten mit. Aber das würde wohl nur jemand spüren,  der sie etwas besser kannte.   "Um auf den Brief zu sprechen zu kommen. Mir sagt das gar nichts."
Kurz informierte sie Fey über den Inhalt des Schreibens. Jedenfalls soweit sie sich erinnern konnte. Als die Wolfsfrau wieder bei ihnen war, mit dem Mörder im Gepäck,  wiederholte sie die Geschichte und deutete auf den Druiden, der mehr über den Inhalt sagen sollte.

Die Geschichte, die der Assasine der Lykanthrophin aufbinden wollte, glaubte sie nicht ganz. Serina hatte vor zur Kaserne zu gehen, um weitere Befehle zu erhalten. Doch vorher musste Ammit dem Toten die letzte Ehre erweisen und das Ritual vollziehen, was sie schon nach dem Angriff der Eisriesen durchgeführt hatte. Nur diesmal um einiges kürzer.  
Während sie mit den anderen zurück nach Nuru maschierten, sprach sie ihre Gedanken laut aus.
"Wenn der da kein Anhänger der Kriegsanzettler ist, dann weiß ich nicht,  was der Mord sollte. So, wie ich den Brief verstehe, war der Verfasser auch kein Anhänger der Separatisten. Vielleicht kann ihn Nuru jemand etwas mehr aus ihm raus holen. Aber wir müssen wohl dort hin. Wenn in Aramon Krieg herrscht ist dieser schnell in Dragonia."
Zum Glück war eine Frau aus der Kaserne derselben Meinung wie Ammit.
Also auf nach Naha!
Autor: Asarra Datum/Zeit: Mittwoch 25 März 2015, 22:10
Das Rufen der Schwarzhaarigen brachte nicht viel, es schien beinahe so als würde der Kutscher sein Gespann noch mehr antreiben. Ihr eigener Brauner schnaubte aufgeregt und freute sich über die Gelegenheit, seine starken Beine zu strecken als sie der Kutsche folgten. Doch die Amazone machte sich Sorgen um das graue Botenpferd, das im Moment zwar noch gut mithalten konnte, aber doch schon ziemlich erschöpft war. Dennoch würde sie das seltsame Gefährt weiter verfolgen. Irgendetwas war da mehr als nur etwas seltsam.

Während Asarra mit den beiden Pferden dem Gespann hinterher stürmte, rief sie sich kurz eine ungefähre Karte der Umgebung in Erinnerung. Wenn sie sich nicht arg täuschte, müssten sie eigentlich bald den Fluss erreicht haben. Doch was wollte der Fahrer dort, noch dazu in so einem halsbrecherischen Tempo? Seine Tiere würden eine solche Belastung auch nicht viel länger aushalten. Das Ganze stank zum Himmel.

Sie hörte die Unregelmässigkeit im steten Trommeln der galoppierenden Hufe noch bevor der Graue endgültig genug hatte. Um ein Haar hätte er der Amazone erneut die ledernen Zügel aus der Hand gerissen, als er schliesslich erschöpft aufgab und nur noch lahmend weiterging. Augenblicklich zügelte die Schwarzhaarige Kwill und besah sich den Grauen mit verkniffenem Mund, bevor sie sich im Sattel drehte um der Kutsche nachzusehen.

Diese näherte sich gerade in halsbrecherischem Tempo dem Flussufer. Asarra kniff die Augen zusammen und hob die Hand, um ihren Blick vor der schrägen Nachmittagssonne abzuschirmen.
Der Kutscher schien fest entschlossen, seine Tiere umzubringen. Die Amazone schnaubte frustriert und schlug auf ihren Sattel. Was für ein Mistkerl.
Doch da hielt das Gespann, und dann ging alles sehr schnell. Der Kutscher und drei weitere Personen begaben sich zum Ufer. Zwei führten eine dritte mit sich, die sich wehrte. Oder war sie nur gestolpert? Gerade noch so konnte sie ausmachen, wie die Vier ein Boot bestiegen und im Nebel über dem Fluss verschwanden.
Die feinen Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf. Ihre soldatischen Instinkte realisierten, dass sie gerade Zeuge von irgendwelchen finsteren Machenschaften wurde.

Da das Boot ohnehin ausser Reichweite war, stieg die Amazone ab und führte ihre beiden Pferde langsam zu der Kutsche hin. Der Graue lahmte noch immer, doch wenigstens hatte sich seine Atmung etwas beruhigt. Da er ohnehin nur leichtes Gepäck auf dem Rücken hatte, beliess sie es dabei und band ihn lose an die Kutsche, damit er grasen konnte. Kwill liess sie frei, die Amazone vertraute darauf, dass er nirgendwo hin verschwinden würde.
Eines der beiden Kutschpferde lag schwitzend und röchelnd in seinem Geschirr, das andere stand zwar noch, machte ansonsten aber auch keinen besseren Eindruck.
"Verfluchte Mistkerle, bei der Mutter! Wie kann man euch hübschen so etwas antun?!" Murmelte Asarra erzürnt, während sie die Tiere von ihrem Geschirr befreite. Nur die Zäume liess sie ihnen und band auch diese lose an der Kutsche an. Erst dann wandte sie sich dem Gefährt zu.

Auf den ersten Blick war nicht viel zu erkennen. Eine beinahe schon auffällige Schlichtheit war der Kutsche eigen, kein Wappen, keine aufwändigen Verzierungen. Sie ging einmal um die Kutsche herum, besah sich dabei noch einmal die Kutschpferde, doch auch diese waren nichts besonderes. Gute Tiere, aber keineswegs so wertvoll wie der Graue. Die beiden Wellenlinien des Brandzeichens sagten der Amazone auf die Schnelle nichts.
Als sie die Kutschentür öffnete, segelte ein feines Stück Stoff zu Boden. Mit gerunzelter Stirn hob sie es auf und betrachtete es eingehend. Wolle, eher leicht. Und da war ein Wappen. Der Schneekristall erinnerte die Amazone an die Eisdämonen in den Adlerbergen. Schaudernd steckte sie es weg und kletterte in die Kutsche.

Auch das Innere der Kutsche war schlicht, doch hier hatten die seltsamen Gestalten mehr zurückgelassen. Ein dünnes Seil lag am Boden, einige Strähnen sehr dunkles, blauschwarzes Haar und ein weiteres Stück Stoff, diesesmal jedoch helle Seide. Nachdenklich betrachtete die Amazone ihre Fundstücke. Der schwarze Stoff mochte von einem der Umhänge stammen, die sie an den Flüchtenden gesehen hatte. Doch wozu Haar und Seil? Letzteres war dünn, aber schien stabil zu sein. Die Gestalt in der Mitte war nicht freiwillig mitgelaufen. Hatten sie sie gefesselt? Und das Haar. Stammte es womöglich von einer Entführten? Es hatte nach einer Frau ausgehen, und auch die Verzierungen der Seide sprachen dafür.

Asarra sprang aus der Kutsche und atmete tief durch. Sie hatte also eine Entführung beobachtet, war aber zu spät gewesen um Einzelheiten zu erkennen oder sie gar aufzuhalten. Unter ihrem Wams spürte sie die Kranichfeder. Doch das magische Artefakt war zu wertvoll, um es für eine so ungewisse Chance aufs Spiel zu setzen. Auch mit ihren Stiefeln wäre sie wohl über den Fluss gekommen, doch selbst wenn sie Kwill hätte mitnehmen können, wären die restlichen Tiere doch völlig auf sich allein gestellt. So erschöpft wie sie waren, hätten sie die Nacht vielleicht nicht überlebt. Ohnehin waren diese Mistkerle wohl schon über alle Berge.

Asarra packte das Beweismaterial in ihre Packtaschen, band die Kutschpferde und den Grauen an Kwills Sattel und stieg dann selbst auf den Braunen. Ein letztes Mal liess sie ihren Blick über die Szenerie schweifen. Der Nebel hatte das Boot längst verschluckt, die Kutsche stand leer und trostlos neben dem Ufer. Das Geschirr der Tiere lag davor, sie wollte kein unnötiges Gewicht an ihnen. Langsam machte sie sich mit ihrer kleinen Herde auf, in Richtung Hafen. Vielleicht würde sie dort mehr erfahren.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Mittwoch 25 März 2015, 23:58
Das Mischblut war Daranus Frage nicht sehr wohl gesonnen. Aber er machte sich nicht viel aus der Meinung anderer, besonders wenn es sich noch um so junge Lebewesen handelte. Allerdings bevor er sich an den Ranken der jungen Frau zu schaffen machen konnte, kam bereits der Waldelf zurück und kümmerte sich um sie. Er beichtete das Serafina es geschafft hatte den Assassine zu fassen.
Auch Fey war es nicht entgangen das Daranus wohl schon eine Weile in der Nähe gewesen sein musste, doch bevor der alte Druide die Frage des Waldelfen beantworten konnte, viel ihm das Mischblut erneut ins Wort und übernahm das für ihn. Er hatte ihren Worten nichts hinzuzufügen und begann sogleich als Serafina mit dem Assassine zurück kam, alle noch einmal genau über den Inhalt des Briefes zu informieren. Dann wiederholte der Assassine noch einmal die Worte die er zuvor mit Serafina geteilt hatte.
Daranus konnte sich aus dem Ganzen keinen wirklichen Reim bilden. Was der Vermummte ihnen erzählte ergab Sinn, doch so schien es das der Reiter und der Assassine auf der selben Seite gewesen waren. Es sah so aus als hätte er keine Wahl, wenn er die Wahrheit erfahren wollte, als selbst nach Aramon zu gehen und sich ein Bild von der Situation zu machen.
Serafina bestand allerdings darauf zu erst die Kaserne in Nuru aufzusuchen und dort nach weiteren Befehlen zu fragen. Daranus war nicht wirklich begeistert von der Idee, sollte es wirklich so schlimm um das Nachbarland stehen war Zeit eine knappe Ware. Auf der anderen Seite hatte er nichtwirklich eine Wahl und brauchte zu dem sicherlich die Hilfe kampferprobter Begleiter um dieses Mysterium zu lösen.

In der Kaserne selbst war von Runshak keine Spur, so musste seine Stellvertretung herhalten. Auch wenn die Chancen klein waren so versuchte Daranus einige Informationen von ihr zu erhalten, nach dem er den Inhalt des Briefes wieder gegeben hatte.

„Sagt mir ehrenwerte Tarlyn wisst ihr vielleicht näheres über die Zustände in Aramon? Oder vielleicht über die Personen in diesem Brief selbst ? Dies sieht nach einer sehr ernsten Angelegenheit aus. Und wenn wir uns dahin auf den Weg machen, könnte jede noch so kleine Information die ihr uns geben könnt Überlebenswichtig sein.“ 

Der alte Druide war froh zu hören das Serafina den Auftrag bekommen hatte nach Naha zu gehen und die Umstände dort näher zu begutachten. Auch die Tatsache dass der Assassine sie begleiten sollte waren eher gute Nachrichten als schlechte. Seine Anwesenheit brachte zwar eine gewisse Gefahr mit sich, jedoch würde er sich in Aramon sicher als nützlich erweisen.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 26 März 2015, 00:12
Ja, der Verbrecher war gefasst und nun konnte man der Sache etwas genauer auf den Grund gehen. A'selafeyon streckte sich und beobachtete Daranus bei seinem Tun, während er Ammit lauschte. Er war also die ganze Zeit hier gewesen, während sie hier solche Probleme hatten? Er konnte hören, dass Ammit damit reichlich unzufrieden war, besonders da er ihr scheinbar nicht geholfen hat. Den Brief hätte man danach ja immernoch durchlesen können! Aber nun war er ja wieder da und seufzte "Er hätte schon früher eingreifen können, aber gut... Der Brief sagt mir auch nicht viel. Aber es klingt nach einer wichtigen Botschaft."  Sein Blick wanderte zu Serafina, die mit dem Verbrecher wieder kam "Und ich bin mir nicht sicher ob das ein gemeiner Räuber ist oder ob mehr dahinter steckt." Dafür war das ganze viel zu seltsam. Es war nur ein Mann. Der sein Opfer noch dazu begraben wollte. Doch da er gerade mit Serafina ankam, konnte er sich ja endlich selbst rechtfertigen. Und der Waldelf war wirklich gespannt. Was er davon halten sollte wusste er jedoch nicht. Er kannte sich auch viel zu wenig in Menschenpolitik aus und so sah er sich um "Wer sind die Seperatisten von Naha? Und ich weiß nicht recht. Jeder behauzptet von sich selbst, nur das gute im Sinn zu haben." So rechtfertigten sich zumindest die meisten, dass hatte er oft genug erlebt. Sein Blick wanderte zu Ammit "Wer weiß, was man ihm erzählt hat... Würde mich nicht wundern, wenn man ihm nicht alles erzählt hat. Ich weiß wie solche Aufträge vergeben werden." Es war bei Diebesaufträgen ähnlich. Man bekam nur zu hören, was man hören sollte. Doch das war nun auch gleich, denn er befand sich wiedereinmal mit Daranus in begleitung von Serfina. Diesmal war Ammit jedoch gleich mit dabei. Nun, er hatte kein Problem damit und folgte brav.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 26 März 2015, 20:48
~@~Runde 4~@~


6.-11. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Irgendwo in Aramon

Weitere Tage im betäubten Dämmerschlaf folgten der Bootsfahrt über den Malye, bis Sheherazade jegliches Zeitgefühl völlig verlor. Man versorgte sie mit Essen und Trinken und sorgte ansonsten dafür, dass sie nie weit genug zu sich kam, um an Flucht auch nur zu denken, und so rauschten die tage und das hügelige Aramoner Grasland vorbei. Doch irgendwann fand sie sich in der kahlen Kammer eines steinernen Gebäudes wieder – durch ein hohes Fenster fiel ein wenig spätes Sonnenlicht herein, doch mehr war nicht zu sehen – und stellte fest, dass ihr Kopf wieder etwas klarer war. Allerdings fühlte sie sich schlapp wie nach langer Fieberkrankheit, und übel war ihr auch – das war bestimmt den Drogen geschuldet, mit denen man sie betäubt hatte. Aber immerhin konnte sie ihre Umgebung wieder wahrnehmen, aber leider auch sich ihrer Situation vollkommen bewusst werden und in Panik geraten. Das half allerdings nichts. Sie lag an Händen und Füßen gefesselt auf einem Bett, unter einer Wolldecke, und allein schien sie auch nicht zu sein. Jemand beugte sich über sie und entfernte das Tuch, das man ihr über den Mund gebunden hatte. Eine Frau – von unbestimmbarem Alter und großer Schönheit, aber eisiger Ausstrahlung, sprach zu ihr. “Ihr verzeiht bitte die Unannehmlichkeiten, ya Hanim, aber wir können einfach nicht riskieren, dass Ihr einen Eurer Zaubertänze probiert. Abgesehen davon betrachtet ihr Euch am besten als Gast... wenn ihr vernünftig seid, geschieht Euch nichts. Im Gegenteil...“ Die Frau musterte sie mit eisgrauen Augen. “... wir könnten Euch einen großen Gefallen tun. Dies ist, was wir von Euch wollen...“


6.-8. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Am Flusshafen bei Nuru

An der Kutsche hatte Asarra herausgefunden, was es herauszufinden gab. Besonders das Wappen auf dem schwarzen Stofffetzen könnte vielleicht nochmal wichtig werden. Wenn sie nun noch mehr wissen wollte, musste sie den vermeintlichen Entführern hinterher, und das hieß irgendwie nach Aramon hinein, und das hieß, den Weg über den Flusshafen und das Meer nehmen. Das war immer noch schneller als alles Andere.

Bis zum Hafen war es nicht sehr weit, aber da der Tag sich schon neigte, als Asarra an der Kutsche endlich fertig war und alle Pferde eingesammelt waren, kam sie erst in der Nacht im Hafen an. Jetzt noch ein Schiff für die Überfahrt zu finden war unmöglich, und auch am nächsten Tag stellte sich heraus, dass sie kein Glück hatte: Vor dem achten Tag des Lenzmondes lief kein Schiff nach Naha aus. Dafür traf am späten Vormittag eien seltsame Gruppe im Hafengelände ein – eine Halb-Drow, eine Lykanerin, ein W aldelf und dazu zwei Menschen...

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Der Assassine rollte ein wenig mit den Augen. “Separatist heißt das. Jemand, der etwas, ähm... abtrennen will. In dem Fall wollen die Separatisten Naha vom Rest von Aramon abtrennen. Heee!“ Es gefiel ihm offensichtlich nicht, von der Lykanerin einfach wie ein Mehlsack durch den Wald getragen zu werden, ertrug es aber, da er es eh nicht ändern konnte, schweigend. Bei Ammit, Fey und Daranus angekommen, stellte sich rasch heraus, dass seine Geschichte auf Skepsis stieß. Er verzog das Gesicht. “Ich sagte doch, ich weiß nicht, von wem an wen und welchen Inhaltes der Brief ist. Ich weiß nur, dass er nicht ankommen sollte. Also kann ich auch nichts dazu sagen, wie eine Überlieferung des Schreibens den Kriegsausbruch begünstigt hätte. Aber da gibt es viele Möglichkeiten.“ Er grinste schief. “In den Friedensplan ist eine Heirat involviert, sagt man. Wer weiß, vielleicht ist es ein Brief der Braut an ihren heimlichen Liebhaber, der die Heirat verhindern würde...“ Das war allerdings nicht ganz ernst gemeint. Aber da er den Brief nunmal nicht kannte, war eine Spekulation so gut wie die Andere.

Dann wandte er sich A'selafeyon zu. “Die Separatisten von Naha,“, erklärte er, “sind eine Gruppe von Leuten, die wollen, dass die Provinz Naha nicht mehr zu Reich Aramon gehört, und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Es gab vor einigen Jahren schonmal einen langen, blutigen Bürgerkrieg deswegen. Das wollen wir wirklich nicht nochmal.“

Serafina beschloss, erst einmal in Nuru Rat zu holen, die anderen schlossen sich an – da blieb dem Aramoner keine andere Wahl, als sie zu begleiten. In der Kaserne trafen sie Hauptmann Runshak nicht an, aber Tarlyn war da und entschied, dass dieser Sache schnell nachgegangen werden müsse. “Ein Krieg in Aramon wäre jetzt wirklich nicht gut.“, sagte sie knapp. “Der Handel ist zu wichtig für uns... und überhaupt, die vielen Toten und Unruhe direkt an der Grenze – nein danke! Also, auf nach Naha... aber erzählt da bitte nicht überall rum, dass ihr von der Stadtwache Nuru seid. Das wäre Einmischung in fremde Angelegenheiten. Findet so viel heraus wie möglich und erstattet dann Bericht.“

Dann musterte sie Daranus, der sich mit Fragen bestürmte. “Euch kenne ich doch, oder?“, meinte sie. “Von diesem Kampf gegen die Eisriesen? Aber egal. Also, Aramon. Vor 16 Jahren wurde König Arnald gestürzt, und damit begann ein Bürgerkrieg, der sieben Jahre andauerte. Hauptsächlich ging es schon damals darum, die Provinz Naha unabhängig zu machen. Ein Orden von Wissenschaftlern, Sindarinerorden genannt, wurde für den ganzen Schlamassel verantwortlich gemacht, und mit seiner Auslöschung vor neun Jahren endete der Bürgerkrieg, ohne dass Naha unabhängig wurde. Die, die Naha gern als unabhängiges Reich sehen wollen, sind damit natürlich nicht zufrieden und sorgen immer wieder für Unruhe, und tatsächlich mehren sich in letzter Zeit Gerüchte, dass die Separatisten wieder mehr von sich Reden machen. Aber nichts Genaues weiß man nicht.Im Moment regiert in Aramon Arnalds Bruder Eorl,der wohl gewillt ist, die Einheit seines Reiches mit fester Hand zu erhalten.

Gut, zu dem Brief...“
Ohne groß zu bitten, nahm Tarlyn das Schreiben an sich und überflog es. “Ergibt ja nicht so viel Sinn.“, meinte sie dann. “Da fehlt einfach zuviel. Jemand war in Taros, hat sein Gedächtnis verloren und ist bei den Adlerrittern wider zu sich gekommen. Die Adlerritter, das ist eine Elitetruppe aus Aramon, um die sich allerlei Legenden ranken... angeblich können sie sich in Adler verwandeln oder auf Adlern reiten oder Adler kommen ihnen im Kampf zur Hilfe. Ihr könnt es euch aussuchen.“ (An dieser Stelle verzog der Assassine kurz das Gesicht.) “Wer König Arnald ist, wisst ihr ja jetzt. Sonst – Namen? Ya Hanim ist kein Name, sondern eine Anrede aus der Sprache der Beni Tahauri und bedeutet schlicht 'meine Herrin'. Naha ist die große Hafenstadt im Süden Aramons, und 'mîn Fergerole' ist auch kein Name, sondern ein aramonisches Kosewort. Mein Engelsüß oder irgendsowas Kitschiges heißt das. Verrät uns also nicht viel über Verfasser und Empfänger, außer, dass der Verfasser wahrscheinlich ein Mann war und die Empfängerin ist eine Frau, und einer von beiden stammt aus dem Alf' Layla wa layla und einer womöglich aus Aramon. So. Das wärs. Gute Reise wünsche ich.“

Und damit waren sie entlassen. Nach den nötigen Reisevorbereitungen war es an diesem Abend schon zu spät, um noch zum Hafen aufzubrechen, also startete man am nächsten Morgen ganz früh. Weit war es nicht, am späten Vormittag lag die Mündung des Malye und der große Flusshafen vor ihnen, an dem wie immer geschäftiges Treiben herrschte. Indes hatten sie Pech: vor dem nächsten Tag würde kein Schiff Richtung  Naha auslaufen. Die Verzögerung fand der Assassine – der sich unterdessen als Claudio vorgestellt hatte, schließlich würde man ja zusammen reisen – höchst ärgerlich, aber da war nichts zu machen. Jeder andere Reiseweg würde noch länger dauern. Immerhin bestand so die Gelegenheit, im Hafen ein paar Gerüchte aufzuschnappen, und deren gab es Einige. Wie es schien, war grade eine Karacke aus Naha eingelaufen, und man erzählte tatsächlich von Unruhen, von einem Anschlag auf die Marineakademie von Naha gar, und davon, dass insbesondere im neu aufgebauten Labyrinth keiner mehr sicher sei des Nachts. Die Händler machten sich Sorgen um ihre Gewinne, und es waren auch eher mehr Soldaten am Hafen unterwegs als gewöhnlich – keiner wollte, dass die Unruhen herüberschwappten oder irgendwer sich gar daran erinnerte, dass Nuru auch mal zu Aramon gehört hatte.

8.-13. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Auf hoher See

Mit der ersten Flut des achten Lenzmondtages lief die Karavelle „Stern von Tasel“ Richtung Naha aus, und der Kapitän war gegen Bezahlung gern bereit, Passagiere mit an Bord zu nehmen. Weiße Zähne blitzten im wettergegerbten Gesicht des Beni Tahauri – Sindbad war sein Name - , als er die Gruppe lächelnd an Bord seines Schiffes willkommen hieß und ihnen einen eigenen, abgetrennten Bereich im Mannschaftsquartier zuwies, wo sie es sich so gut es ging bequem machen konnten. Mehr Komfort war an Bord eines Handelsschiffes leider nicht zu erwarten. So viel Raum wie möglich musste für die Fracht zur Verfügung stehen, die in diesem Fall aus feinen Seidenstoffen und sarafinischen Silberschmiedearbeiten bestand. Sindbad rechnete damit – so die Götter ihnen gnädig seien – Naha in zwei Tagen zu erreichen.

Doch es sollte anders kommen. Die breite Mündung des Malye verließen sie ohne Probleme, und im Süden kam schon die Küste der Einhorninsel in Sicht, als sich gegen Mittag plötzlich schwarze Wolken am nördlichen Horizont türmten. Sinbad fluchte und trieb seine Mannschaft an, beizudrehen und in die relativ sichere Flussmündung zurückzukehren, doch der Sturm kam zu schnell näher – gegen den aufkommenden Wind und die Strömung des Flusses, die aufs offene Meer hinauswollte, kam der Segler nicht an. Es blieb nur, die Fracht festzuzurren, die Segel zu reffen und das Beste zu hoffen.

Zwei Tage und eine Nacht warf der Sturm die Karavelle wie ein Spielzeug von Welle zu Welle und durchnässte jeden faden Kleidung, den irgendwer am Leib trug, egal ob auf oder unter Deck. Die Mannschaft arbeitete Tag und Nacht bis an den Rand der Erschöpfung, um die 'Stern von Tasel' zu erhalten. Und als der Sturm sie endlich aus seinem Griff entließ, stellte sich heraus, dass sie zu weit nach Süden abgetrieben waren und nun mit einem halb seetüchtigen Schiff vor der südlichen Küste der Einhorninsel trieben. Damit war man Taros gefährlich nahe gekommen. Sindbad trieb seine erschöpfte Mannschaft erneut an – zerrissene Segel mussten geflickt und Tauwerk ersetzt werden, und so schnell es irgend ging, nahm man die Fahrt nach Norden wieder auf. Wie durch ein Wunder kam es zu keiner Begegnung mit einer der gefürchteten Galeeren vom Schwarzen Turm. Aber mit drei Tagen Verspätung, erst am 13. Lenzmondtag am späten Nachmittag, legten sie in Naha an. Jeder an Bord war wohl froh, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen.


6.-13 Tag des Lenzmondes 1384 nD, Dragonia und auf See

Während der Fahrt nach Ravat gab Antonio kaum einmal ein Wort von sich und überließ das Reden Aline. Er hatte Angst um Sheherazade – natürlich – was konnten die Separatisten wohl von ihr wollen? Aber auch was er über seine Heimat erfahren hatte, besorgte ihn zutiefst. Er hatte Aramon ja mehr oder weniger gezwungenermaßen den Rücken gekehrt, weil er nicht annahm, als Vampir in Naha noch willkommen zu sein, und auch, weil das Land Dragonia im eine neue Heimat verheißen hatte – Dragonia, wo die Windsängerin zu Hause war. Und dann waren da noch seine merkwürdigen Gefühle für diese junge Tänzerin, deren Entführer sie versuchten nachzujagen, und wie ein Stich – würde sie Thorongil jemals vergessen – nein, wenigstens soweit loslassen können, dass sie je wieder imstande war, zärtlich an einen anderen Mann zu denken? Und dann fühlte er sich seinem Blutsbruder gegenüber schuldig, dass er solche Wünsche überhaupt zuließ. So gingen für den Violiniste die Tage der Reise dahin...

Eine Reise, die wenigstens genug Zeit für Fragen und Antworten ließ. Aline gab sich jedenfalls alle Mühe, Christian und Herrn von Muesig zu erklären, was in Aramon vor sich ging. Die Separatisten, sagte sie, hätten nur das eine Ziel: die Unabhängigkeit der Provinz Naha von Aramon. “Das ist ihr ganzes Streben.“, fuhr sie fort, “Und sie werden sich wohl nicht mit anderen Forderungen aufhalten – ich glaube zum Beispiel nicht, dass sie Sheherazade gegen ein Lösegeld wieder freigeben. Ich kann es zwar nicht beweisen, aber ich denke, es gibt sehr reiche Geldgeber irgendwo im Hintergrund – an Mitteln schien es den Separatisten jedenfalls noch nie zu mangeln. Ebenso haben sie die Braut sicher nicht entführt, um Geld zu erpressen... nein, sie wollen die Hochzeit verhindern, und ich mache mir die größten Sorgen, um beide – ich weiß nicht, wieviel ihr Leben noch wert sein kann.“ Antonio wandte sich mit zusammengekniffenen Lippen ab und starrte über die Landschaft. “Ob noch weitere Freiwillige zu uns stoßen, weiß ich nicht...“, beantwortete Aline Herrn von Muesigs letzte Frage, “aber es bleibt auch kaum Zeit, noch lange nach ihnen zu suchen...“

Nachdenklich betrachtete sie Christians kleine Illusion eines Sternenadlers und nickte langsam. “Ja, ich weiß, wen Ihr meint. Nun ist es aber so, dass Thorongil schon seit über zwei Jahren verschwunden ist, nicht wahr? Mir wäre außerdem nicht bekannt, dass er ein unehelicher Sohn König Arnalds ist. Andererseits werden solche Sachen auch nicht unbedingt immer an die große Glocke gehängt. Vielleicht habt Ihr recht, und die Separatisten wollen nur an Hanim Sheherazades Wissen über Adlerritter, aber ehrlich gesagt kann ich das nicht ganz glauben. Da steckt bestimmt mehr dahinter.“

An dieser Stelle mischte sich Antonio ein. “Wenn er's aber doch ist?“ Seine Stimme klang angespannt. “Wie könnte Sheherazades Entführung die Ehe verhindern? Und was hat die Entführung der Braut damit zu tun?“ Die Frage hing in der Luft...

Am Nachmittag des neunten Tages des Lenzmondes erreichte die Kutsche Ravat, ein kleiner Ort, der sich lediglich durch seinen Flusshafen auszeichnete. Denn ab hier bis zur Mündung war der Malye schiffbar. Damit diente Ravat hauptsächlich als Umschlagsplatz für Waren, die auf dem Wasserweg aus Aramon kamen oder nach Aramon gehen sollten. Lagerhallen und Kutscherhöfe prägten das Bild der kleinen Stadt am Rand der Schwanensümpfe, und in einem von diesen konnte Aline de Gravillac auch ihr eigenes Gefährt samt dem Gespann unterstellen. Das Gespann war ohnehin mehrmals unterwegs ausgewechselt worden, und die jeweiligen Stationen kümmerten sich darum, dass jedes Pferd wieder zu seinem Besitzer zurückfand.

Nach einer Nacht in einem eher mittelmäßigen Gasthof – aber immer noch dem besten, weil einzigen vor Ort – fanden sie am nächsten Morgen sehr schnell ein Handelsschiff, das mit einer Ladung feiner Relater Wolle nach Süden fuhr und sie mitnehmen konnte. Der Komfort auf so einem Kahn war eher begrenzt – so mussten sie sich zu fünft (den Alines Kutscher war auch noch dabei) eine Kajüte teilen – aber wenigstens war dem Kapitän wegen seines Gewinns ebenfalls an Geschwindigkeit gelegen. Und so waren sie schon zwei tage später, am Abend des 11. Lenzmondtages, im Flusshafen bei Nuru angekommen. Aline machte sich sofort auf die Suche nach einem Segler, der nach Naha fuhr. Und wieder hatte sie Glück...

Der alte Kapitän, mit dem sie verhandelte – sein Schiff war eine stabile Kogge, die Gewürze aus Tasel brachte und weiter nach Naha verschiffen sollte – nahm die kurze Stummelpfeife aus dem Mund und musterte die Adelige und ihre Gruppe. Dann brummte er zustimmend. “Eine Überfahrt nach Naha ist möglich, Lady. Da habt Ihr Glück, morgen mit der ersten Flut geht’s los – noch vor 'n paar Tagen war die Passage unpassierbar, da wütete sowas von 'nem Frühlingssturm... aber jetzt müsste es gehen. Naha... ist unruhig da im Moment, wie man hört. Ich werd jedenfalls meine Ware da abladen und so schnell wieder verschwinden, wie's geht. Aber Ihr sehr so aus, als könntet Ihr auf Euch aufpassen, Lady, wenn Ihr mir die Bemerkung erlaubt... also gut, morgen erste Flut. Und ich kann nicht warten auf Zuspätkommer!“

Wieder war der Komfort auf dem Schiff eher begrenzt, und die See war rau. Aber alles ging glatt. Die Sonne ging im Westen feurig unter, als die Seebraut am Abend des 13. Lenzmondtages im Nahaer Hafen einfuhr und neben einer recht mitgenommen Karavelle (der Stern von Tasel) festmachte, die ebenfalls grade erst eingelaufen war.
Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 30 März 2015, 18:30
Es wurden sogar Vermutungen geäußert, dass Thorongil selbst dieser köigliche Adlerritter sein könnte. Dann wäre klar, warum sie Sheherazade entführt hatten und wie sie die Hochzeit mit der Fürstentochter zu verhindern suchen würden. Mit genügend Druck auf die beiden wäre es vielleicht möglich, sie zu einer Heirat zu zwingen und er wusste nicht, wie es in Aramon aussah bezüglich Aufhebung dieser Zwangsheirat und wie das einfache Volk darauf reagieren würde.

Die beengten Verhältnisse auf Boot und Schiff machten ihm wenig aus, immerhin hatte er schon einige Seereisen hinter sich gebracht. Und da beide ruhig verliefen, konnte er sich auch darüber nicht beschweren, auch wenn er darüber nachdachte, sich auch in Nuru ein kleines Schiffchen zuzulegen, damit man nicht immer auf zufällige Überfahrten angewiesen war.

Nachdem sie in Naha angelegt hatten, bemerkte er gleich das ramponierte Nachbarschiff. Offensichtlich war es in diesen von ihrem Kapitän erwähnten Frühlingssturm geraten. So verließ er das Schiff als einer der Ersten, um gleich darauf auf die Stern von Tasel zu marschieren, um nach einem Verantwortlichen Ausschau zu halten und anzusprechen.


Seid gegrüßt. Es ist kaum zu übersehen, dass die See Eurem Schiff stark zugesetzt hat. Gibt es Verletzte, bei denen eine schnelle Heilung unwahrscheinlich erscheint?

Einer der Matrosen hatte ein gebrochenes Bein, allerdings war es bereits gut geschient worden, so brauchte es nur wenig magischen Einsatz, um den Bruch zu versorgen. Danach schaute er sich weiter um, ob er doch noch einen Patienten entdeckte, als sein Blick auf ein kleines Grüppchen fiel, das wohl gerade das Schiff verlassen wollte. Und zumindest ein paar davon kamen ihm bekannt vor. So näherte er sich diesen Personen, damit nicht jeder seine Worte vernahm, ehe er die ihm bekannteste davon ansprach.

Asarra? Steht etwa wieder eine geheime Mission an, über die ich noch nicht informiert wurde?

Nicht, dass er wirklich über alles informiert werden wollte, was sein etwas zu breites Lächeln ausdrücken sollte, aber etwas seltsam fand er es schon, dass sie gerade hier auftauchte. Vor allem zusammen mit dieser Lykantrophin, die ihm auch bekannt vorkam. Wobei er bei denen schon Schwierigkeiten hatte, sie auseinander zu halten, wenn er sie nicht wirklich gut kannte. Aber vielleicht hatten sie auch den Auftrag erhalten, nach Sheherazade zu suchen, wobei er sich dann fragte, woher sie wussten, dass sie hierher gebracht wurde.


-1 MP für VHZ auf einen Matrosen -> 55/60
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 30 März 2015, 22:03
Kwill schnaubte unruhig und versuchte vergeblich, sich durch energisches Kopfschütteln mehr Zügel zu erkämpfen. Asarra tätschelte schmunzelnd den muskulösen Hals des Hengstes. "Hab dich nicht so, deine Freunde brauchen etwas Ruhe." Allerdings waren die restlichen Pferde um sie herum in mitleiderregendem Zustand als die Amazone endlich in die Nähe des Hafens kam. Das sanfte Rauschen des Malyes im Hintergrund liess die Schwarzhaarige langsam schläfrig werden. Wenigstens würde es jetzt nicht mehr lange dauern, bis sie ihr vorläufiges Ziel erreicht hatte.

Bald ritt sie mit ihrer kleinen Herde langsam in das Gebiet des Hafens. Eingangs des kleinen Weilers, der sich um den wichtigen Handelshafen gebildet hatte, stand eine nicht ganz so verrucht wirkende Kaschemme, deren Anbau sich als grosser Stall entpuppte. Die Schwarzhaarige ritt in den kleinen Hof und glitt aus dem Sattel. "Heda Stallmeister, ich bräuchte eine Unterkunft für die Tiere hier". Es dauerte eine Weile, bis ein überheblicher Kerl aus dem Stall gewankt kam und ihr die Zügel abnahm. Er besah sich die Pferde und warf ihr dann einen bösen Blick zu. Asarra zuckte entschuldigend mit den Schultern.  "Ich kann da nichts für, nur der Braune ist meiner. Den Rest habe ich verlassen vorgefunden und mitgenommen, so fertig wie die armen Viecher sind."
Die Entschuldigung schien dem Typen zu genügen, jedenfalls führte er die Tiere in den Stall und kippte ihnen eine extra grosse Portion Heu in die Ständer.
"Sag mal Weib, wo hastn die beiden Kutschengäule her? Das is doch ein Nahaer Brandzeichen..."
Asarra zuckte nur mit den Schultern, strich Kwill über die Stirn und begab sich dann in das Gasthaus. Nach einem kalten Abendessen, untermalt vom Gemaule des Wirtes, legte sich die Amazone in das zu kurze Bett in einer kahlen Kammer und dachte nach.
Was hatten sie bisher? Inzwischen war sich die Amazone ziemlich sicher, eine Entführung beobachtet zu haben. Die Halunken waren über den Malye nach Naha geflohen. Laut dem Stallmeister waren auch die Kutschpferde aus Naha. Sie musste wohl oder übel selbst dahin.

Nach einer unruhigen Nacht mit wenig Schlaf frühstückte Asarra ausgiebig, besuchte ihren Hengst und machte mit dem Wirt einen guten Preis für die Unterbringung der Pferde aus. Dann begab sie sich in den eigentlichen Hafen und suchte nach einer Überfahrt nach Naha.
Nach der xten Absage trat sie frustriert gegen ein Fass auf dem Pier. Niemand würde den Malye vor morgen überqueren. Dabei hatte sie ohnehin schon viel zu viel Zeit verloren.
Herzhaft alle möglichen und unmöglichen Götter verfluchend stapfte sie missmutig in Richtung Gasthaus zurück, als ihr eine seltsam bekannte Gestalt auffiel.
"Serafina! Und der Baumknutscher ist ja auch da! Und wer sind eure neuen Freunde hier?" Kurz streifte ihr Blick über die weiteren Anwesenden, dann nahm sie die Lykanerin bei Seite.
"Gildenschwester, ich muss dir was erzählen. Ich glaube ich habe eine Entführung beobachtet. Weisst du irgendetwas über seltsame Vorkomnisse in Naha drüben?"

[...]

Nachdem man sich ausgetauscht hatte und alle auf dem neuesten Stand war, fanden sie glücklicherweise auch endlich einen Kapitän, der sie nach Naha bringen würde. Es verging zwar noch eine ganze Weile, bis dieser endlich ablegte, aber sie konnten die Zeit nutzen, um ihr Vorgehen in Naha zu planen.

Bald würden sich Rinnen in den Planken des kleinen Schiffes bilden, so unruhig lief die Schwarzhaarige auf und ab. Aufgestaute Energie brodelte in ihr und sie wusste nicht, wie sie diese loswerden sollte. Die schwere Kettenpeitsche konnte sie wohl kaum auspacken. Also zog sie weiter ihre Kreise über das Deck.
Gegen Mittag zogen Wolken auf und die Brise wurde immer stärker, bis sie sich zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelte. Das Wetter passte gut zu Asarras Stimmung, die es überhaupt nicht leiden konnte, auf der Nusschale gefangen zu sein. Darum blieb sie auch an Deck und packte so gut sie konnte mit an, wo sie gebraucht wurde.

Der Sturm hatte sie weit von ihrem Kurs abgetrieben, was die Amazone nur noch grimmiger machte. Als sie in Naha angelangt waren, konnte sie es kaum erwarten, endlich von dem Boot runter zukommen. Allerdings kam ihr dabei jemand zuvor, der auf ihr Schiff kam. Sie betrachtete den Mann stirnrunzelnd, der dem ungeschickten Matrosen seinen wohlverdienten Bruch heilte. Kannte sie ihn nicht?

Musste sie wohl, denn er kam direkt auf sie zu und sprach sie an. Diese Stimme.. das war doch der Magier! Er hatte ihr schon bei dem ein oder anderen Abenteuer zur Seite gestanden... Dennoch war die Amazone misstrauisch.
"Christian, nicht wahr? Eine geheime Mission würde ich das nicht nennen, eher das Aufdecken einer seltsamen Begebenheit... Allerdings könnte es sich durchaus zu Ersterem entwickeln. Und warum seid Ihr hier?"
Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 30 März 2015, 22:27
Christian blickte Asarra leicht nachdenklich an, denn das Aufdecken einer seltsamen Begebenheit war wohl in größerem Umfang auch die Mission seiner Gruppe.

Das klingt wirklich sehr interessant. Nun, ich selbst bin ebenfalls nicht für ein Kaffeekränzchen hier.

Seine Stimme senkte sich weiter, weswegen er näher an Asarra heran musste, damit sie ihn verstehen könnte.

Es wurde jemand entführt. Und zwar handelt es sich um Sheherazade, die Tänzerin. Vielleicht können wir uns ja gegenseitig bei unseren Anliegen unterstützen?

Doch da sprach die Amazone bereits davon, dass dies ja gut zu den schwarzen Haaren passen würde, die sie gefunden hatte und wegen dem sie wohl hier war.

Nun, dann sollten wir uns wirklich zusammentun. Am besten stelle ich Euch erstmal Aline de Gravillac vor. Sie leitet die Mission sozusagen, da sie sich hier am besten auskennt. Denn der Grund für die Entführung ist schon etwas von größerem Ausmaß, wenn ich dies so einschätze, da können wir wirklich jede Unterstützung gebrauchen.

Zumindest konnte sie gut mit dieser Kettenpeitsche umgehen und die Lycantrophin sicher entsprechend mir ihren natürlichen Waffen. Aber Kampfkraft allein würde diesmal nicht ausreichen, vielleicht konnten diese Halbdunkelelfe und der Waldelf ihren Teil dazu beitragen. Sobald der Magier die Zusage der Amazone hatte, dass sie damit einverstanden sei, würde er die Gruppe zu Aline bringen, damit alle Informationen zusammengeführt wurden.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 31 März 2015, 14:58
Nein, nein und nochmals nein, die Reisestrapazen waren nicht klein zu reden, aber gegen denjenigen nach Drachenauge waren sie ein Klacks. Und er war anderes gewöhnt. Doch hütete er erst einmal seine Zunge. Er würde sonst nur eine Retoure erhalten, dass ihn niemand gezwungen hätte mitzukommen. Ja, dass er sich selbst angeboten habe. So leicht sollte dann doch niemand politisches Kleingeld verdienen.
Ansonsten war alles sehr verwirrend, aber für einen der sich mit den Gegebenheiten auskannte, musste es einleuchtender sein. So faszinierend der Sternenadler auch aussehen mochte, Herr von Muesig verfiel nicht in den Fehler zu viel Erstaunen zu demonstrieren. Er beließ es bei einem: „Eure Vielseitigkeit möchte man bewundern.“

Wir sollten beim Dienstpersonal ansetzen und auf den Buschen klopfen“ schlug er freundlich vor. „Wenn keiner vielleicht auch direkt etwas mitbekommen hat, es herrscht in den Abteilen genug Geklatsch, an dem zumeist nur zu viel Fantasie steckt, aber hin und wieder findet sich doch ein Körnchen“ vielleicht war da mehr zu holen, als über die verschwundene Sheherazade. „Und nicht zu vergessen, denjenigen, der sie zuletzt gesehen hat.“ Und ob die Seperatisten nicht einen Fuss in der Dienerschaft hatten, das dachte er aber nur.

Der Umstieg von der Kutsche auf ein Schiff, nun für Herrn von Muesig war es eher ein Schiffchen, brachte wenig Verbesserung, im Gegenteil, es wurde noch unbequemer aber sie erreichten Naha ohne gröbere Zwischenfälle.
Sie ankerten neben einer Stern von Tasel, die noch schlimmer als ihr Schifflein aussah. Für sie schien das Wort „Seetüchtig“ schon vor langem abgelaufen zu sein und doch schie es, als hätte sie auch gerade angelegt.
Während Mitreisender Christian sofort eine befreundete Gespielin ausgemacht hatte und sofort andockte, wusste sich Herr von Muesig zu benehmen. „Lady Alina, darf ich Euch beim Verlassen dieses Kahns behilflich sein?“ er warf einen bedeutungsvollen Blick zum Kapitän. „Welches Quartier schlägt Ihr hier vor?“ Herr von Suffix hoffte inständig, dass es jetzt ein Ende mit den unterklassigen Etablissements hatte. Andererseits, Barmittel für eine gehobene Klasse waren rar, er musste nehmen, was ihm angeboten wurde. Es würde Zeit brauchen, bis er wieder Ansprüche stellen konnte – und durchsetzen.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Dienstag 31 März 2015, 20:11
Die Geschichte des Magiers passte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Sheherazade, die exotische Schönheit mit ihren Zaubertänzen, kannte die Amazone von der Oper in Drachenauge und dem ganzen Drumherum mit dem verfluchten Vampir. Je länger sie darüber nachdachte, desto wahrscheinlicher schien es ihr, dass sie ihre Entführung beobachtet hatte. Die Gestalt war eindeutig weiblich gewesen, dann die bestickte Seide und das schwarze Haar. Es wäre ein sehr grosser Zufall wenn es sich dabei nicht um die Tänzerin handelte.

Sie teilte ihre Überlegungen mit Christian, welcher sie sogleich zu einer weiteren Person geleitete. Eine Aline de Gravillac. Vielleicht konnte sie sie nach dem Wappen und dem Brand fragen.

Asarra traf besagte Dame in der Begleitung eines rothaarigen Mannes an, der ihr gänzlich unbekannt war. Misstrauisch musterte sie den Kerl, bevor sie sich an die Dame wandte. Wenn er mit ihnen unterwegs war, mochte er auch zu dem  Magier gehören.
"Meine Dame, ich habe zwei Fragen an Sie. Kürzlich wurde ich Zeugin einiger sehr seltsamen Vorgänge, dabei vielen mir zwei Dinge auf. Zum einen ein Brandzeichen, zwei Wellen übereinander. Es soll ein Gestüt aus Naha sein, wurde mir gesagt. Zum anderen ein Wappen. Weiss und Blau geviertelt, mit einer Schneeflocke darauf. Christian meinte, Ihr könntet mir vielleicht sagen, zu wem diese beiden Zeichen gehören?"
Nachdem sie von Aline alles erfahren hatte, was sie wissen wollte, wandte sie sich an Serafina.

"Lass uns der Marineakademie mal einen Besuch abstatten, dort sollen doch die Unruhen stattgefunden haben? Oder vielleicht finden wir in der Nähe eine Taverne, in der wir ein paar Sodlaten ausquetschen können." Sie zwinkerte ihrer Gildenschwester zu und machte sich mit der Lykantrophin auf den Weg.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 01 April 2015, 12:10
Herr von Muesig hatte vorher gefragt, ob sich noch mehr Leute ihnen anschließen werden. Die Antwort hatte er jetzt, auf dieser Tasel tummelten sich noch mehr, die sich zum Ziel gesetzt hatten bei der Suche nach Sheherazade zu helfen. Herr von Mueig kannte niemanden – woher auch? – und niemand kannte ihn. Besonders eine lang und dunkel Behaarte besah ihn interessiert. Eine Deutung, die Herr von Muesig zog. Als sie jemand anderen ansprach, ein Wolf mit Übergröße, dass sie zur Marineakademie wollte, beeilte sich der Adelige forsch beizuspringen: „Herr von Muesig, angenehm, mein Name, ich habe auch meine bescheidenen Dienste angeboten, mitzuhelfen. Gute Idee dort vorbeizusehen. Ich werde mich einmal im Fürstenpalast selbst umhören. Wir sollten vielleicht einen Treffpunkt ausmachen, damit wir unsere gewonnen Erkenntnisse austauschen können. Begleitet mich jemand. Äh und ja, weiß jemand den Weg dorthin??“ Wenn jemand mitkam - gut, wenn nicht - auch gut. Er war schließlich alt genug. Wenn auch nicht gerade erfahren in kriminalistischen Dingen.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Mittwoch 01 April 2015, 13:30
Die Informationen die, die Vorsteherin der Kaserne weiter gab waren zumindest schon ein Anfang, auch wenn sie nichts Besonderes zu dem Brief bei zu tragen hatte. Es schiente als war diese ganze Angelegenheit weit aus verworrener als man es zu diesem Zeitpunkt ahnen konnte.
Am Hafen erfuhren sie, dass sie erst am nächsten Morgen die Chance auf ein Schiff ach Naha haben würden. Also machte sich die buntgemischte Gruppe auf den Weg zu einem Gasthaus in der Nähe, um sich recht früh am nächsten Tag eine Überfahrt nach Naha sichern zu können. Bei dieser Gelegenheit überhörten sie das Getratsche einiger Soldaten die wohl gerade aus Naha hier angekommen waren. Dieses so schien e,s unterstützten die Worte von Tarlyn über die Unruhen in Naha.

Am nächten Tag, machte sich die gesamte Gruppe gleich daran ein passendes Schiff für die Überfahrt zu suchen. Doch bevor sie dazu kamen tauchte plötzlich eine weitere Person auf, die wie es aussah Serafina sehr gut kannte. Als die junge Frau ihn ansah, um sich zu erkundigen wer alles in der Begleitung der Lykantrophin war, stellte sich Daranus nur ganz knapp vor, denn er war sich nicht wirklich sicher was hier vor sich ging.
Kurz darauf begannen die beiden sich die vergangen Erlebnisse zu berichten. Die schwarzhaarige Frau deren Name Assara war erzählte von einem seltsamen Vorfall den sie beobachtet hatte und aus dem sie schloss das es sich nur um eine Entführung handeln könnte. Wie es den Eindruck machte waren die Entführer genauso wie Daranus mit seiner Gruppe auf dem Weg nach Naha. Der alte Druide kam nicht um die Vermutung herum dass diese zwei Umstände wohl verknüpft sein könnten.
Nach dem alle Erkenntnisse besprochen waren machten sich alle zusammen auf die Suche nach einem Schiff das sie übersetzen würde. Glücklicher weise fand sich  recht schnell ein Kapitän der sich dazu bereit erklärte alle Personen auf seinem Schiff die „Stern von Tasel „ im Frachtraum mit zunehmen.

Am zweiten Tag auf dem Schiff wachte Daranus mit einem unguten Gefühl auf. Zu Anfang konnte er es nicht genau beschreiben, aber es trieb eine unglaubliche Unruhe in seinen Körper. Als er dieser Unruhe Luft machen wollte und an Deck ging bemerkte er, dass es nicht nur ihm so ging auch die Schwarzhaarige schien es zu spüren. Als es Mittag wurde bemerkte Daranus die rasch auf ziehenden dunkeln Wolken. Er wusste was passieren würde und machte sich schnellst möglich unter Deck.
Der Sturm war massiv und verschlug das kleine Schiff weit weg vom angesteuerten Hafen. Dieser mehr als unglückliche Vorfall, sorgte dafür dass die Gruppe wesentlich später als erwartet Naha erreichten. Der alte Druide konnte das Gefühl nicht abschütteln, das dieser Sturm nur der Anfang ihrer Probleme in Naha sein würde.

Assara machte sich gleich nach dem sie angekommen, waren daran das ziemlich mitgenommene Schiff zu verlassen. Allerdings bevor sie dazu kam betrat ein Mann das Schiff, der augenscheinlich Assara schon einmal begegnet war. Diese ganze Sache wurde zunehmend verworrener. Der Mann der das Schiff betrat, erzählte ebenfalls von einer Entführung, doch er hatte wesentlich detailierte Informationen darüber was Vorgefallen war. Wenn man dem Mann Glauben schenkte, so schien es waren die beiden Gruppen auf einer ähnlichen Mission und Daranus war sich sicher das die Entführung und der Angriff des Assassinen zusammen hängen mussten, er wusste nur noch nicht genau wie.
Der Mann dessen Name Christian war wie Daranus wenig später erfuhr, machte den Vorschlag, dass sich die beiden Gruppen am besten zusammen tun sollten um ihre Informationen zu teilen.

Der erste der Daranus auffiel war ein Mann der sich recht schnell als Herr von Muesig zu erkennen gab. Er brachte die Idee eines Treffpunktes ins Gespräch und sein Vorhaben den Fürstenpalast für Informationen auf zu suchen. Auch wenn der alte Druide sich noch kein Bild über die Persönlichkeit des Herrn von Muesig machen konnte, entschied er sich ihn zu dem Palast zu begleiten. Sicher konnte er dort mehr ausrichten als in einer Marinekaserne.

„Mein Name ist Daranus sehr erfreut Herr von Muesig. Die Idee mit dem Treffpunkt erscheint mir sehr gut. Da ich annehmen kann dass noch mehr von uns noch nie in Naha waren, wäre vielleicht ein Treffpunkt hier am Hafen am geeignetsten? Was ihren Plan betrifft den Fürstenpalast auf zu suchen werde ich mich euch anschließen. Sicher gibt es dort einiges zu erfahren“.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 01 April 2015, 16:49
Auf dem Weg zum Hafen hatte Ammit etwas Zeit sich ihre Mitreisenden anzuschauen. Die Lykantrophin, Soldatin in Nuru, hatte schon bei den Eisreisen viel Mut bewiesen. Die Priesterin sollte sich gut mit ihr stellen. Solche Kontakte könnten vielleicht mal hilfreich sein.
Und dann war dort dieser ältere Mann. Ein Druide, wie sie es einschätzen konnte. Die junge Frau wusste nicht, was in seinem Kopf vorging. Sie wollte vorsichtig sein. Aber in der Kaserne hatte er die richtigen Fragen gestellt. Ein Mann mit seiner Erfahrung und seinem Wissen ist sicher nützlich in Naha. Soviel hatte sie von dem Assassinen schon heraus gehört über diese Hafenstadt Naha. Und dann war dort Fey, wie er sich selber nannte. Ihr hätte wohl lieber mit Sel oder A’sel  abgekürzt. Vielleicht sollte sie sich den Spaß erlauben. Jedenfalls offenbarte er einen extremen Beschützerinstinkt ihr gegenüber. Er musste sehr religiös sein, wenn er meinte eine Priesterin beschützen zu müssen.
Dem Assassinen, Claudio, wie er sich ihrer Meinung nach viel zu vertraut vorstellte, misstraute die schwarzhaarige Frau. Auch wenn sie ihn überaus interessant fand. War es nur das Geld, dass ihn morden lies, oder machte er etwas aus Überzeugung. Und warum warf er die Toten einfach so achtlos weg? Vielleicht sollte sie ihm mal erklären, was mit den Seelen der Toten geschah und in welcher Gefahr er seine Seele mit so einem Verhalten begab.

Am Hafen angekommen standen alle vor der Aufgabe ein Schiff für die Überfahrt zu finden, doch wurde dies an diesem Tag nichts mehr. Dafür hatten sie eine Nacht in einem fremden Gasthaus vor sich und noch mehr Informationen erhalten, mit denen Ammit nicht viel anfangen konnte. Das war ihr alles zu politisch.
Leider konnte die schwarzhaarige Frau diejenigen verstehen, die Naha abspalten wollten. Die Hauptstadt Aramons war ihrer Meinung nach viel zu weit weg von der Küstenstadt. Ähnlich wie bei Nuru und Drachenauge. Und Naha ging es wirtschaftlich besser als vielen anderen Orten in dem Land, jedenfalls bisher. Das hatte sie bei ihrer Reise durch das Land schon festgestellt, auch wenn sie da noch ein paar Jahre jünger war und eigentlich nur ihrem Priestervater hinterher getrabt war.
Mit diesen Gedanken hinter den anderen zum Gasthaus laufend wurde sie von ihr bekannten Götternamen, die eher als Schimpfwörter benutzt wurden, aus ihrem Konzept gebracht. Ihr Blick viel auf die etwas muskulöser gebaute Frau, mit dem doch recht hübschen Gesicht. Es passte zu ihr über die Götter zu schimpfen. Ob ihr Herr dabei gewesen hatte, konnte sie bei der Meng an Göttern nicht genau feststellen. Was sie aber erfassen konnte, war die Tatsache, dass sie Serafina zu kennen schien.

Und so erfuhren sie noch von einer Kutsche, die es sehr eilig hatte, und einer Entführung, die eventuell von diese fluchenden Frau, die sich als Amazone mit dem Namen Asarra heraus stellte, entdeckt wurde.
Schon wurde spekuliert, ob dies auch etwas mit dem Brief zu tun haben könnte. Es könnte Zufall sein, aber das wären derzeit zwei Zufälle, die mit Naha zu tun hatten.
Das war zu viel der ganzen hypothetischen und politischen Diskussionen und die junge Frau verzog sich auf ihr Nachtlager.

Am Folgetag ging es dann endlich auf ein Schiff, das Richtung der Hafenstadt Aramons unterwegs war. Vielleicht war es auch nur dahin unterwegs, weil der Kapitän genug Geld dafür bekam. Denn alsbald wurden sie von einem Frühlingssturm überrascht, der alle an den Rand des Untergangs brachte. Ammit befand sich auf dem Deck und beobachtete die Matrosen bei ihrer Arbeit. Vielleicht konnten sie etwas Beistand brauchen, wenn es nur ihre Anwesenheit war. Unter ihnen befand sich diese Asarra, die tatkräftig mithalf.
Als diese sich mal ausruhte sprach die Priesterin sie an.
“Am Vortag unserer Abreise habe ich Euch fluchen hören, Amazone Asarra. Aber ich muss Euch sagen, dass ihr keinen Grund zum Fluchen habt. Wie ihr anpackt, werden die Götter immer auf Eurer Seite sein, wenn es nötig ist. Aber so wie ich Euch beobachtet habe, werden die Götter nicht eingreifen brauchen. Das läuft schon so.“
Während sie sich schon wieder abdrehte, konnte sie sich aber nicht verkneifen zu sagen:
“Was Eure Einstellung generell angeht, da muss ich aber noch mal in Ruhe mit Euch reden.“
Mit einem Grinsen auf den Lippen verschwand sie unter Deck, bevor ihr dann doch noch schlecht wurde von dem ganzen Geschaukel. Manchmal war es schön als so junges Ding eine weise Priesterin raushängen zu lassen.

Endlich nach gefühlten Wochen kamen sie in Naha an. Ihr war ganz wackelig auf den Beinen und noch ratloser, was die zukünftigen Schritte anbelangte. Jedoch brauchte sie sich darum wohl keine Sorgen machen. Es war dann doch so, dass Asarra offensichtlich jede Menge Leute kannte und so auf einen Magier oder Heiler traf, der auch sogar zwei Entführte ins Spiel brachte.
Mit zu seinem Gefolge gehörten noch eine Frau und zwei Männer, wobei die Frau und einer der Männer sich als Aramoner Bürger heraus stellten.
Und nun wurde die Geschichte richtig verworren. Es war deutlich, dass ihr Brief mit der ganzen Sache, die dieser Christian erzählte, zusammenhing. Und er konnte auch bestätigen, dass der Brief offensichtlich an eine Frau in Nighton ging und von einem gewissen Thorongil stammen musste, der auch aus Aramon stammte.

Ammit wollte Ordnung ins Chaos bringen:
“Also darf ich mal was dazu beitragen und versuchen Ordnung in diese ganzen Informationen zu bringen. Erstens, eine Fürstentochter aus Aramon entführt worden. Sie, Lady Aline, waren in Drachenauge um diesen Herrn, Antonio, um Hilfe zu bitten diese Fürstentochter zu finden. Dann kam weitere schlechte Kunde, da Sheherazade aus Nighton entführt wurde. Diese Kutsche hat wohl Asarra gesehen.
Und nun kommt dieser Brief ins Spiel, den ein Adliger, sehr wahrscheinlich Thorongil, an seine Geliebte oder doch mehr schicken wollte um seinen Weggang zu erklären. Er wird wohl der Mann sein, der diese Fürstentochter heiraten soll.
Kann es sein, dass da mehrere Parteien hinterstecken. Der Brief soll vernichtet werden, damit diese Sheherazade nicht auf die Idee kommt hierher zu reisen und die Hochzeit platzen lässt. Und die Separatisten entführen die Braut und die Geliebte um genau das herbei zu rufen?
Also wo fangen wir an? Ich würde mich gerne unters Volk mischen. Die Kirche der Fürstentochter aufsuchen und in Gasthäusern essen und trinken um mehr zu erfahren. Zum Beispiel jemand, der von Sheherazade weiß. Oder eben Gespräche die von Separatisten stammen könnten. Eine Drow, wenn ich es auch nur zur Hälfte bin, die gerade Nuru verloren hat, wird dort bei den Separatisten vielleicht gebraucht um Fehler zu vermeiden.“

So viel hatte die junge frau lange nicht mehr geredet und sie war selber überrascht über sich.

Ihr anschließen wollte sich Sel, oder Fey wie er sich nannte, was sie gerne annahm.
Vorher wurde noch ein treffpunkt und eine Uhrzeit zur Rückkehr vereinbart.
“Treffpunkt ist gut. Wer nicht kommt steckt in Schwierigkeiten. Wir gehen erst zu der Kirch, danach in die umliegenden Gasthäuser. Bis später.“
Dann machten sie sich auf. Schnell war heraus gefunden, dass der Tempel der Schutzgöttin Tethis genau am Marktplatz zu finden war.
“Marktplatz. Muss ich da auf Euch aufpassen, Sel?“ fragte Ammit den Elfen mit einem Schmunzeln, da ihre zweite Begegnung etwas ungewöhnlich und am Marktplatz von Nuru war.

Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 01 April 2015, 19:43
Bei Aline angekommen, stellte Christian sich den anderen Personen aus Asarras Gruppe vor, damit sie ihn direkt mit Namen ansprechen konnten. Anschließend wurden die Informationen ausgetauscht und die Halbdunkelelfe fasste nochmal alles schön übersichtlich zusammen, damit jeder dem folgen konnte.

Ja, genau so scheint es auszusehen, vielen Dank für die Zusammenfassung. Und ich werde Herrn von Muesig ebenfalls in den Fürstenpalast geleiten, wenn nichts dagegen spricht.

Zumindest hoffte er dort halbwegs brauchbare Informationen zu erhalten, denn auf Tavernengerüchte verließ er sich nur ungern, solange es sich vermeiden ließ.

Aline, Antonio, wo werdet ihr nach weiteren Informationen suchen?

Vielleicht wollte Aline ja ebenfalls mit in den Fürstenpalast, aber dann waren sie fast wieder zu viele. Und Antonio könnte vielleicht Ammit und Fey begleiten, bestimmt kannte er noch so manche Taverne.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Mittwoch 01 April 2015, 20:37
So ganz sicher war sich der Waldelf ja noch nicht mit der Geschichte des geheuerten Mörders und Räubers. Doch er glaubte auch nicht, dass dieser mehr wusste. Wer erzählte seinen Lakaien schon worum es ging? Nein, das war viel zu riskant. Das hatte er in einer der Diebesgilden damals gut genug gelernt. Es ging nur darum den Auftrag auszuführen und dafür dann einen teil der Beute behalten zu dürfen. Oder halt dafür bezahlt zu werden. Man stellte keine Fragen und bekam auch nur soviele Informationen wiede nötig. Warum sollte es bei einem Auftragsraub anders sein? Was er von den Seperatisten und den Krieg halten sollte wusste er ja nicht ganz "Warum fragt man nicht einfach die Bevölkerung von Naja was sie will? Dann wird man sehen ob sie zum Reich gehören wollen oder nicht. Der Vielerer akzeptiert es dann halt." Er zuckte etwas desinteressiert mit den Schultern "Man kann echt wegen allem möglichen Krieg führen, oder?" Doch scheinbar war die Sache nun schon ins Rollen gekommen und ließ sich nicht verhindern. Na klasse. Nur weil mal wieder einige ihre Macht beweisen mussten. Der Waldelf seufzte ein wenig. Wenn wirklich ein Krieg auf dem Spiel stand... Das war nicht gut. Und natürlich war er wieder mitten hereingeschliddert. Aber weshalb wunderte er sich noch darüber? Es war nun ja wirklich nicht das erste Mal. Und das letzte würde es ganz sicher auch nicht sein. Und so folgte er dem Rest der recht bund gemischten Truppe wiedereinmal zurück nach Nuru. Er wusste nicht recht, wieso er fast schon einen Art Beschützerinstinkt für die Halbdrow entwickelte. Aber eigentlich war er ja allgemein recht nett, ob es nur daran lag? Er jedenfalls konnte das nicht so genau sagen. Ob er verflucht wurde, als er auf das Böse dieser Stadt traf? Ein Fluch, der ihn daran hinderte, Nuru je wieder verlassen zu können? Erst Riesen und nun auchnoch Politik. Man zog echt alle Register um ihn wieder in die Stadt zurückzuführen.

Allerdings kümmerte er sich nicht weiter um diese Frage und so erreichte die Gruppe auch bald Nuru, wo sie von Tarlyn empfangen wurden, da Runshak nicht zugegen war. Dieser sandte sie doch tatsächlich ohne Umschweife nach Naha, ohne auch nur zu fragen. Doch wer war A'selafeyon schon, dass er ablehnen könnte? So seufzte er nur und lauschte dem Rest der Geschichte, die alles zumindest ein wenig aufklärte. Er verstand aber noch immer nicht, wieso man Naha nicht einfach unabhängig werden ließ, wenn die Leute es dort wollten. Innerlich seufzte er etwas. Nun aus Nuru raus kam man also doch, aber dafür sollte man nun nach Naha reisen. Na das konnte ja was werden. Besonders da es heute viel zu spät war um noch ein Schiff zu bekommen, na toll aber auch.


Und so verbrachte man schließlich in einem Gasthaus, bis eines der Schiffe abfuhr. Wobei er dabei eine alte Bekannte wiedertraf, mit der er wohl garnicht gerechnet hätte. Nachdem man erfuhr, dass man noch eine Nacht warten musste, traf man in der Herberge doch tatsächlich noch auf Asarra. Die Amazone hatte er schon länger nicht gesehen, aber sie erinnerte sich scheinbar noch an ihn. Auch wenn er bei dem Kosenamen leicht mit den Augen rollte. Dann jedoch sah er Asarra herausfordernd grinsend an "Ich hab dich auch gern, frauenliebende Kriegerin." Nagut, irgendwie brauchte er bei Asarra auchmal schlagfertigere Argumente. Allerding schenkte er ihr ein versöhnliches Lächeln. Immerhin zog sie ihn auch auf.

Nachdem man sich ausgetauschte hatte schlief man und überbrückte die zeit bis zum Aufbrechen des Schiffes, welches man diesmal auch endlich erreichte. Jedoch gestaltete sich die Überfahrt als unangenehmer als Gedacht. Spätestens als man in einen Sturm geriet zweifelte der Waldelf daran, dass er jemals auf See glücklich werden könnte. All das Geschaukel und geschwanke machte ihn krank. Aber immerhin konnte er auf Deck mit anpacken, da er sich erstaunlich gut darin verstand den Mast emporzuklettern. Das war eigentlich kaum anders als ein Baum im Wald. Abgesehen davon, dass der Grund hier dauernd zu schwanken schien. Denoch gab er sich retlich Mühe damit nicht tatenlos rumzusitzen. Das war einfach nicht seine Art.

Kurz vor Ende der Reise kamen jedoch noch weitere Leute aufs Schiff und es wurde reichlich verwirrender. Also war die Sache doch komplizierter als gedacht. Wohin war er da nur reingeraten? Doch da mischte sich schließlich auch Ammit, ziemlich wortgewandt, wie man zugeben musste. Er nickte auf ihre Worte, denn sie schien es aus seiner Sicht recht verständlich zusammenzufassen. Sie schlug einige gute Sachen vor, die man unternehmen konnte. Doch eine nannte sie nicht, die dem Waldelfen jedoch ins Gedächtnis kam. Man wusste zu wem das Wappen gehörte und so sah er fragend in die Runde "Haben die d'Hiver eigentlich irgendwo ein Anwesen in der Stadt? Sie wären immerhin bisher die Hauptverdächtigen." Er überlegte ob er vielleicht in ein Haus der Verdächtigen einbrechen sollte um vielleicht Hinweise zu finden. Doch die Sache war riskant und ob sie es auch wert war? So zögerte er und schluckte diesen Vorschlag hinunter. Lieber begleitete er Ammit bei ihrem Rundgang. Er wollte sie nicht wirklich alleine gehen lassen, wenn man in eine so große Sache verwickelt war. Asarra und Serafina konnten auf sich aufpassen und in der Kaserne konnte er nicht helfen. UNd mit den Adligen im Adel verkehren? Das fiel für ihn als Dieb und Waldelf wohl erst recht flach. Er passte nicht wirklich in diese feine Gesellschaft.

Als er schließlich mit Ammit alleine war sah er sie mit einem schmunzeln wegen ihrer Frage an. Dann schüttelte er den Kopf und zwinkerte ihr zu "Keine Sorge. Ich kann mich zurückhalten. Du musst schon nicht auf mich aufpassen. Aber ich werde mich auf dem Weg mal etwas nebenbei umhören. Du weißt ja garnicht was man auf der Straße alles aufschnappen kann, wenn man die richtigen Leute kennt. Oder weiß, wie man die richtigen Leute kennenlernt." Er zwinkerte Ammit zu. Er kannte die Straßen in Drachenauge gut genug und es würde ihn überraschen, wenn die Straßen hier anders waren. Man fand immer Informationen, wenn man sie brauchte. Doch sein Hauptanliegen war erstmal wirklich Ammit zu begleiten. Alles andere stellte er hinten an. Dass sie ihn Sel nannte fiel ihm übrigens auf, aber er hatte kein Problem damit, auch wenn er sich erstmal daran zu gewöhnen hatte.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 02 April 2015, 19:31
~@~Runde 5~@~


13. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Naha, früher Abend

Aline war ein wenig skeptisch bei der bunten Schar, die ihr von Christian vorgestellt wurde, aber der Hohentürler schien die meisten von ihnen zu kennen, also beschloss sie, ihnen ebenfalls zu vertrauen. Außerdem drängte die Zeit. Die Hochzeit sollte eigentlich schon in einer Woche stattfinden, am ersten Tag des Frühlings – eine glücksverheißende Zeit für Eheschließungen. Darüber hinaus war das Leben der beiden entführten Frauen sicher in akuter Gefahr. Claudio, den Assassinen, musterte sie ebenso kurz wie die anderen Neuankömmlinge, und gab sich nicht den Anschein, ihn bereits zu kennen.

Und Antonio war schlicht froh, dass Asarra Sheherazade zumindest vor einer Woche noch lebend gesehen hatte. Zwar konnte seitdem viel geschehen sein, aber es erschien ihm nach allem, was sie erfahren hatten, auch wahrscheinlicher, dass die Separatisten sie lebend brauchten. Da sah die Sache was Ephyra, die Tochter des Fürsten, anging, schon anders aus. Gab es für die Unruhestifter überhaupt einen rund, sie am Leben zu lassen? Der einzige Hoffnungsschimmer war, dass ihre Leiche noch nicht aufgetaucht war – und die Separatisten hatten von ihrem Tod wohl nur etwas, wenn ihr Ableben auch bekannt würde. Diesen Gedanken äußerte Aline auch gegenüber den alten und neuen Gefährten, nachdem sie alle ihr Wissen ausgetauscht hatten.

Ein paar Fragen kamen noch auf, insbesondere über das Wappen und das Brandzeichen der Kutschpferde. Da konnte die Marquise de Gravillac aushelfen, das Wappen war ihr sogar sehr gut bekannt. “Das gehört meiner... angeheirateten Tante. Also um genau zu sein der Familie meiner Mutter, die eine d'Hiver war.“, meinte sie, nachdem sie den schwarzen Wollstoff gemustert hatte.  “Allerdings bestand diese Familie – ein altes Baronsgeschlecht von den südlichen Weißen Klippen – durch eine reihe unglücklicher Zufälle zur Zeit meiner Geburt nur noch aus meiner Mutter und ihrem älteren Bruder, der damals noch ledig war. Ungefähr zwei oder drei Jahre vor dem Ausbruch des letzten Bürgerkrieges heiratete er diese Frau, deren Herkunft reichlich nebulös war und die auch etliche Jahre jünger war als er. Mein Onkel verstarb kinderlos während des Bürgerkrieges. Und meine... Tante... Catherine d'Hiver führt seitdem die Baronie. Was das Brandmal der Kutschpferde angeht...“ Sie blickte zu Christian hin, “So ist Euch zumindest die Familie bekannt, hristian. Sie kommen aus dem Zuchtstall der Familie d l'Ain. Aber das muss nichts heißen, schließlich werden die Tiere zum Verkauf gezüchtet... und ich weigere mich entschieden anzunehmen, dass Girod de l'Ain oder sein Vater die Separatisten und ihre Methoden unterstützen würden.“ Dann erklärte sie A'Selafeyon noch, wo er Stadt- und Landsitz der Familie d'Hiver finden würde.

Da es schon Abend wurde, war es vielleicht nicht verwunderlich, dass Herr von Muesig die Frage nach einem Quartier aufwarf, aber Aline de Gravillac schien dies eher zweitrangig zu finden, oder zumindest sah sie in dieser Frage kein Problem. Sie lud die ganze Gesellschaft ein, in ihrem eigenen Stadthaus für die Dauer der Ermittlungen zu Gast zu sein. Natürlich gab es auch gute Gasthäuser in Naha, aber in einem Privathaus könnten sicher ungestörter reden. Doch mit den Nachforschungen wollten alle schon sofort beginnen, und weder Aline noch Antonio widersprachen da. Man beschloss, sich aufzuteilen. Christian di Asurien, Herr von Muesig und Daranus wollten den Fürstenpalast aufsuchen, und Aline beschloss, sie zu begleiten, da sie sicher war, in dieser Sache auf jeden Fall Einlass zu bekommen. Asarra und Serafina wollten sich die Marineakademie ansehen, und Claudio würde diese Gruppe begleiten. Leicht spöttisch bemerkte er dazu, er müsse schließlich bei seiner Kommandantin, der geschätzten Serafina, bleiben. Antonio würde mit Ammit und A'selafeyon den Tempel der Tethis aufsuchen; immerhin war Ephyra von Naha dort Priesterin gewesen. Seit seiner Verwandlung hegte er zwar eine gehörige Skepsis der Priesterschaft Nahas gegenüber, aber wenn es etwas zu erfahren gab... Es wurde noch ein Treffpunkt vereinbart, und dann machten die Gruppen sich auf den Weg.

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Die Marineakademie lag natürlich auf dem Gelände des Kriegshafens, auf der anderen Seite der Bucht von Naha. Asarra, Serafina und Claudio mussten einmal ganz um die Bucht herum. Der Kriegshafen war durch eine Mauer und ein Tor von der Stadt abgetrennt und nicht öffentlich zugänglich – zwei Wachen standen am Tor und verwehrten den meisten Leuten den Zugang. Dennoch durften Serafina, Asarra und Claudio passieren, nachdem der den wachen etwas Kleines in seiner Hand gezeigt hatte – einen Siegelring vielleicht oder dergleichen. “Manchmal nützt es, die richtigen Leute zu kennen.“ , meinte er trocken.

Drinnen herrschte geschäftiges Treiben, das über einen normalen Kasernenbetrieb hinausging (Asarra und Serafina kannten sich da schließlich aus). Mehrere gut ausgerüstete Kriegsschiffe lagen im Hafen, doch Weitere schienen draußen auf dem Meer zu patroullieren. Doch eines lag etwas abseits in einem Trockendock. Vor Kurzem erst schien es einem Feuer zum Opfer gefallen zu sein. Es gab jedoch keine Kampfspuren – womöglich war das der Anschlag, von dem Gerüchte schon zu ihnen vorgedrungen waren? Ein paar vorsichtige Nachfragen ergaben, dass dies kein Schiff für den normalen Kriegsdienst war, sondern zu Ausbildungszwecken bestimmt war. Es hatte grade eine Übung im Hafenbecken stattgefunden, als unter ungeklärten Umständen in der Kombüse Feuer ausgebrochen war. Zum Glück waren sie nicht weit draußen gewesen – so war es gelungen, das Feuer rasch unter Kontrolle zu bringen und das Schiff am Hafen festzumachen, ehe Schlimmeres geschehen konnte. Das einzige – vermutete – Todesopfer war der Kadett gewesen, der zu dem Zeitpunkt grade Küchendienst hatte. Vermutet deshalb, weil keine Leiche geborgen werden konnte, und dennoch blieb der junge Mann verschwunden. Man ging davon aus, dass er wohl vor dem Feuer ins Hafenbecken geflüchtet und dort ertrunken war (dies war zumindest die offizielle Version). Seine Uniformjacke wurde jedenfalls später angespült. Dass das ganze kein Unfall gewesen sein konnte, hatte sich allerdings recht früh gezeigt. Denn am Schiffsrumpf prangte weit sichtbar und in roter Farbe – unter der Wasserlinie angebracht – das Zeichen der Separatisten: Das Wappen der Stadt Naha, nur dass die Maske darauf nicht von der üblichen Weintraube, sondern von einer Königskrone geschmückt wurde. Und darunter, kleiner, aber ebenso sichtbar, das Zeichen des Sindarinerordens...

Mehr war auch aus den offiziellen Kreisen der Marineakademie nicht zu erfahren. Claudio schaffte es zwar, ein Gespräch mit einem der Führungsoffiziere zu bekommen, aber der schien nicht gewillt, vor Fremden mehr zu verraten. In der Taverne des Handelshafens, wo die Marinesoldaten verkehrten, flogen Gerüchte jedoch nur so. Unter Anderem war der Name des verschwundenen Kadetten zu erfahren: ein gewisser Pierre Dragault aus der Klippmark, und ein paar seiner Kameraden unterhielten sich gedämpft darüber, dass sein Vater Mitglied des berüchtigten Sindarinerordens gewesen sei, und dass Pierre schon öfter mal, wenn er den einen oder anderen Becher Wein zuviel gehabt hatte, durch unvorsichtige Reden von „Rache an alter Schande“ und einem „starken“ Naha geredet habe. Dies alles wurde nicht grade durch die Taverne geschrien, aber Serafinas Ohren entging ja so schnell nichts.

Ein junger Seesoldat, der offenbar auf dem Unglücksschiff gewesen war, war im Moment augenscheinlich bei seinen Kameraden sehr beliebt. Er wollte wissen,dass dieser Pierre schon immer ein zorniger, eigenbrötlerischer Vogel gewesen war, und er wollte auch gesehen haben, dass kurz nach dem Aufbruch des Feuers ein kleineres Boot den Kriegshafen verlassen hatte -  was zwar an sich nicht furchtbar ungewöhnlich war – aber dieses Boot war von einer Sorte gewesen, wie sie bei den Fischern der Klippmark besonders gebräuchlich war! Und jeder wusste schließlich, dass der Sindarinerorden früher auch eine Burg in der Klippmark besessen hatte!

Die Entführung der Fürstentochter war jedoch überhaupt kein Thema. Es schien, als wäre das bisher geheim gehalten worden... und über die bevorstehende Hochzeit gab es ebenfalls nicht viel zu erfahren, nur, dass da etwas im Gange war, das den Frieden sichern sollte. Und Hochzeiten waren dazu ein beliebtes Mittel.

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Chrisian, Herr von Muesig, Daranus und Alina machten sich auf den Weg zum Fürstenpalast. Der thronte über dem Marktplatz und der Oberstadt ganz im Osten Nahas. Der Canale grande führte direkt darauf zu. Der Palais war ein recht verspieltes Gebäude in einem prächtigen Garten, doch die Mauer, die das Ganze umgab, sah doch recht wehrhaft aus, und ein hoher, trutziger Turm, der zum Stil des Gebäudes nicht so recht passen wollte, zeugte wohl ebenfalls von älteren, kriegerischen Tagen. Ohne line de Gravillac wären sie vermutlich nicht unbedingt eingelassen worden, aber so ließ man sie vor.

Herr von Muesig, der sich unter der Dienerschaft umhören wollte, stellte recht schnell fest, dass die Stimmung hier sehr gedrückt war. Ephyra war recht beliebt gewesen, da sie für jeden stets ein freundliches Wort und ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte gehabt hatte, und vom Butler bis zur Küchenmagd machten sich die Leute Sorgen um ihr Wohlergehen. Darüber hinaus war bei der Entführung die Kammerzofe Ephyras ermordet worden, die im Vorzimmer ihrer Herrin geschlafen hatte. Es hatte den Anschein, als sei sie bei der Entführung dazwischen gekommen, und da hatte man recht radikal verhindert, dass sie Krach schlagen konnte.

Aber es herrschte auch Misstrauen zwischen den Dienern seit dem Verschwinden der Priesterin. Man war sich einig, dass die Entführung nicht ohne Hilfe von Innen hatte ausgeführt werden können. Schließlich handelte es sich beim Palast nicht grade um ein Bauernhaus. Verschiedene Leute wurden verdächtigt, vom Capitaine der Palastwache bis hin zum Gärtnerburschen, aber die meisten Leute gingen doch davon aus, dass auf jeden Fall jemand von der Wache dahinter stecken müsse.

Der Fürst wiederum, ein älterer, sehr vornehmer Herr, der mit leiser Stimme sprach, berichtete Christian und Aline unterdessen, was über den Hergang der Entführung herauszufinden gewesen war. Es sah so aus, als seien die Schurken durch das Fenster eingestiegen, obwohl es vergittert gewesen war und außerdem im dritten Stockwerk lag. Bequeme Rankepflanzen, an denen jemand hätte hinaufklettern können, gab es auch nicht. Das kunstvolle Gitter, das das Fenster geschützt hatte, war wie von großer Hitze geschmolzen, und im Zimmer hatte es kaum Kampfspuren gegeben, nur eine Kristallvase hatte zerbrochen auf dem Boden gelegen, und ein Tuch lag in einer Ecke, das noch schwach nach Chloroform gerochen hatte. Dazu eben die tote Kammerzofe, die jemand schnell und fachkundig und offenbar mit bloßen Händen getötet hatte. Das einige vielleicht verblüffende war, dass auch der kleine Schoßhund Ephyras spurlos verschwunden war.
Im Garten unter dem Fenster, einem durch eine eigene Mauer eingefriedeten Rosengarten, waren keine verwertbaren Spuren zu finden gewesen, aber dummerweise hatte es in der Nacht auch stark geregnet.

Und das war es, im Wesentlichen. Aber beim Hinausgehen wurden sie von zwei Mitgliedern der Palastwache hinausgeleitet – einer jungen Frau und einem Mann in mittleren Jahren. Und die beiden unterhielten sich leise über Belangloses, es schien als seien sie verwandt – Onkel und Nichte vielleicht. Mitten in diesem Gespräch fiel plötzlich der Name d'Hiver. Was war da gesagt worden? Irgendwer war schon lange nicht mehr von Madame d'Hiver besucht worden, hatte die junge Frau gesagt. Der Mann lachte leise und meine: “Umso besser für ihn, wenn sie ihn aufgegeben hat. Ihre Liebhaber scheinen ja gefährlich zu leben.“ Und dann hatten sie das Tor des Palastgeländes erreicht.

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Ammit, A'Selafeyon und Antonio machten sich unterdessen auf den Weg zum Tethis-Tempel. Der befand sich, unübersehrbar, repräsentativ und überaus prächtig, direkt am Marktplatz. Auch nicht zu übersehen war, dass es sich bei Tethis wohl um eine Meeresgöttin handelte. Der Bau war aus bläulichem Marmor errichtet und von innen über und über mit Mosaiken verziert, die Fische, Delfine und anderes Meergetier zeigten. Man sah auch keine offenen Feuer, stattdessen spendeten leuchtende Steine ein grünlich-bläuliches Licht, so dass tatsächlich der Eindruck entstand, man befinde sich unter dem Meer. Eine junge Priesterin trat sogleich auf die Gruppe zu, schreckte aber zurück, als sie Antonio sah. “Ihr!“, rief sie aus. Antonio verzog den Mund zu einem zynischen Lächeln. “Ja, ich.“, antwortete er. “Es sieht so aus, als bräuchte die Heimat mich, nicht wahr? Den Verdammten? Nun, Viole, dies sind Ammit, eine Priesterin, und A'Selafeyon, und wir sind im Auftrag der Marquise de Gravillac hier, um...“  „...herauszufinden, was mit Ephyra passiert ist.“, beendete die Viole genannte Priesterin den Satz. “Aber ich weiß nicht, wie ich dabei behilflich sein kann. Und was eine Kreatur wie Ihr damit zu schaffen hat.“ Antonios Augen wurden schmal. “Ich bin ebenso wenig ein Monster wie vor Jahren, als wir zusammen am Strand spazieren waren...“ Er lachte bitter. “Aber das ist ja so oder so vorbei. Also, Ephyra...?“

Doch Viole konnte nur berichten, dass Ephyra aus dem Palais ihres Vaters verschwunden war und dass man die Separatisten von Naha hinter der Tat vermutete. Obwohl die Ephyra zugedachte Rolle im Friedensplan öffentlich nicht bekannt war und aus Sicherheitsgründen auch geheim bleiben sollte bis zur Hochzeit selbst, war natürlich die Priesterschaft eingeweiht gewesen. Sie hatte sogar einen gehörigen Anteil an diesem Plan gehabt, immerhin  vertrat man ja Nahas Schutzgöttin. Obwohl man durchaus die Ansicht vertrat, dass Naha im Reich eine wichtige Rolle zukam, war man sich aber auch einig, dass man alleine trotz aller wirtschaftlichen Stärke nicht allzu gut dastünde, da Lukannon immerhin über das Geheimnis des Manabaumes gebot und auch die größere militärische Stärke besaß. Außerdem war die beschlossene Ehe mit einem Adlerritter durchaus verheißungsvoll, auch für die Bedeutung des Tempels.

Und das schien es zu sein. Doch dann sah Viole sich vorsichtig um und kam einen Schritt näher, wobei sie sich auch dann noch möglichst von Antonio fernhielt. “Aber da ist noch was...“, flüsterte sie. “Um alter Zeiten willen, Antonio, und ich bete für Deine Seele... Priester Louis hat den Tempel vor gut zwei Wochen … auf Forschungsreise verlassen. Aber es ist bekannt, dass ihm das, was diese Ehe einbringen sollte, nicht ausreichte. Ich mag ihn nicht besonders. Aber er steht der Hohepriesterin sehr nahe...“  „Louis?“, fragte Antonio zurück. “So ein hagerer, dunkler Typ? Ist das nicht der, der mir damals sagte, es gäbe keine Rettung für mich und jeder Gott Aylanns würde mich verfluchen?“ Viole nickte leicht. “Genau der...“

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Auf dem Weg zum Tempel und auch danach versuchte A'Selafeyon, sich besonders in den Straßen umzuhören. Selbst ein Kind der Nacht, erkannte er die Zeichen durchaus, die andere seiner unft auszeichneten. Und die Gerüchte flogen nur so. Von einem Streit im Tempel zwischen der Hohepriesterin und einem anderen einflussreichen Priester war die rede, woraufhin der Mann auf eine längere Reise geschickt wurde. Davon, dass Madame d'Hiver aus der Provinz zurükgekehrt war und sich den Capitaine der Palastwache zum Geliebten genommen hatte. Davon, dass die Separatisten sich regten... dass auffällig oft für die Jahreszeit Fischer aus der Klippmark im Hafen zu sehen waren in ihren merkwürdig langgezogenen Booten; dass bald eine große Hochzeit anstünde und dass Madame d'Hiver fast die gesamte Dienerschaft ihres Stadthauses ausgetauscht hatte.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 07 April 2015, 12:48
Der Besuch in dem Fürstenpalast warf am Ende mehr Fragen auf als sie Antworten bekommen hatten. Jetzt gab es mit dem Zimmermädchen auch das erste Opfer. Jammerschade fand Muesig, den das junge Ding war echt hübsch gewesen.
Zurück im Stadthaus von Aline schilderte er, was sie im Palast erfahren hatten. „Und wenn Ihr mich fragt, dann muss der oder müssen die Entführer zum einen Vogelswesen gewesen sein und einen verdammt feurigen Atem haben und beides vereint eigentlich nur ein Feuer-Drache, aber damit kennt Ihr Euch bestimmt besser aus, ich will mich da nicht in Vermutung ergehen.“  Das waren seine letzten Erklärungen bevor ihm doch noch etwas einfiel. „Es scheint mir, als wäre Madame d’Hiver gerade etwas, wie soll ich sagen, einsam und ich bin auch einsam und ich habe mir erlaubt einen Brief an sie zu senden. Ich hoffe auf die Antwort noch heute Abend.“

HvM hat folgendes an Madame d’Hiver geschrieben (auf fliederfarbenen Papier, versteht sich):

Hochwohlgeborene Madame d’Hiver,

es ist für Sie bestimmt eine Überraschung ein Schreiben von einem Euch völlig Unbekannten zu erhalten. Doch für mich seid Ihr mir keineswegs unbekannt und umgekehrt möchte ich diesen Umstand, der Unbekanntheit nämlich, gerne ändern. Auch wenn es nicht gerade den gestrengen Sitten und Anständen in diesem Lande entspricht, ich habe ein großes Bedürfnis umgehend Eure Bekanntschaft zu machen (niemand weiß davon außer uns beiden…). Alles was ich bisher hörte und sah (und ich kann gar nicht genug davon kriegen) ließ mich mehr und mehr in Unruhe verfallen und lotste mich auf diesen ungewöhnlichen Wege, da eine Kupplerin uns keine Hilfe ist.
Um Euch eine Vorstellung zu geben, wer Eurer glühender Verehrer ist: Herr von Muesig, bar aller Erbkrankheiten, ohne Narben und mit vollem Haar. Ich bin außerdem ledig, im leistungsfähigsten Alter und habe keine Nachkommenschaft. Ich bin von edlem Blute und kann gut mit Pferden (neben Euch natürlich).

Darf der Überbringer dieser Botschaft noch auf Antwort für mich hoffen? Und darf ich ein Stelldichein erbitten?

Ihr sehnsüchtigster
Herr von Muesig

Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 07 April 2015, 17:05
Bei dem Tempel angekommen, hatte Sel, oder Fey wie er sich nannte, schon ein Paar Informationen einsammeln können. Doch erst in dem Tempel wurde es für Ammit interessant.
Nicht nur der Tempel selber war für die junge Frau beeindruckend. Auch das Gespräch, das ihr Begleiter Antonio mit der Priesterin, auf die sie trafen, führte. Weswegen er ein Monster sein sollte, verstand sie nicht. Aber da bestand eine gewisse Spannung zwischen dem Paar, was sie vielleicht einmal gewesen waren.

Was Viole über den Priester Louis mitteilte und was Sel herausgefunden hatte, ließ die Schlussfolgerung zu, dass dieser Louis nicht gerade auf eine Hochzeit aus war.
Aber er war auch nicht mehr da und so standen sie wieder vor weiteren Fragen.

Kurz erkundigte sie sich noch nach dem Aussehen von Ephyra und dann verließen sie auch schon wieder den Tempel.
Da es sehr spät war, machte sie sich mit auf zu dem Stadthaus von Aline, welches als ihr Treffpunkt ausgemacht wurde. Müdigkeit legte sich über sie, als sie das warme Haus betrat. Und so setzte sie sich erschöpft in einer der Sessel und hörte den anderen Dragoniern zu, was sie zu berichten hatten.

Dieser Adlige aus Drachenauge hatte sogar schon einen Brief -einen sehr gute, wie Ammit fand- an die angeheiratete Tante von Aline geschickt, da diese sehr verdächtig war und er sich bei ihr einschleimen wollte um vielleicht Näheres zu erfahren. Der Waldelf wiederum wollte sich mit Hilfe des Magiers im Hause der d’Hiver umsehen.
Ammit fühlte sich so verloren in dieser Gruppe. Alle schmiedeten Pläne. Und sie wusste nicht, wie sie überhaupt hier herein geraten war. Eine Priesterin passte nicht zu diesen Abenteurern. Obwohl Ephyra ja auch Priesterin ist. Wer aus dieser Gruppe, wenn nicht sie, sollte diese Frau verstehen?

Sie schaute sich um und erblickte Asarra, die dunke lange Haare hatte, einen hellen Teint und groß gewachsen war. Vielleicht etwas zu groß.
“Unabhängig davon, was Herr von Muesig oder auch Sel und Christian im Hause d'Hiver herausfinden. Vielleicht sollte man schauen, wie die Entführer reagieren, wenn plötzlich eine Ephyra in der Stadt beziehungsweise im Tempel auftaucht. Vielleicht wäre Asarra eine passende Doppelgängerin? Ich würde mich ja anbieten, aber helle Haut kann ich nur bedingt anbieten. Was meint Ihr, Aline. Ihr kennt Ephyra doch, oder? Könnte es klappen?“

Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 07 April 2015, 21:08
Wie sich herausstellte, war es ganz gut gewesen, Aline zum Fürstenpalast mitzunehmen, sonst hätte man ihnen wohl kaum Einlass gewährt. Was der Fürst erzählte, schien recht stark auf den Gebrauch von magischem Feuer zu schließen und auch wie der Zugang in der Höhe bewerkstelligt werden konnte, ohne deutliche Spuren zu hinterlassen, deutete auf einen recht bewanderten Magier hin. Nur wie das Verschwinden des Schoßhundes dazu passen könnte, war noch nicht geklärt. Erst Herr von Muesigs späterer Einwurf mit dem Drachen ließ den Retter des Drachenauges vermuten, dass der Drache sich wohl eine kleine Zwischenmahlzeit gegönnt hatte. Und auch der Tod der Kammerzofe war traurig zu nennen, seidem er die Toten nicht mehr zurück holen konnte, wenn sie erstmal die Grenze zum Jenseits überschritten hatten. Das Gespräch der beiden Wachen schien die Annahme, dass jemand von der Wache involviert war, nur noch mehr zu bestätigen, doch wer war dieser Liebhaber der Madame d'Hiver nur? Sicher würde sie sich nicht mit einem einfachen Gardisten zufrieden geben, da kam fast nur der Hauptmann oder dessen Leutnant in Frage.

Bei dem Treffen mit den anderen Dragoniern erhärtete sich der Verdacht gegen Madame d'Hiver nur noch mehr, so würden sie wohl kaum darum herum kommen, der Dame einen Besuch abzustatten. Wenn sie Glück hatten, würde Herr von Muesig sich sogar offen umsehen könne, während Fey und er dies vielleicht unbemerkt tun könnten, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab. Allerdings würde Christian sich dazu in ein kleines Tier verwandeln müssen, um nicht unnötig Lärm zu machen.


Nun gut, dann warten wir erst die hoffentlich erfolgende Antwort auf Herrn von Muesigs Botschaft ab. Allerdings kann es natürlich sein, dass bestehende Beweise bereits in ihr Lehen verbracht wurden, wir müssen also auch mit einem längeren Aufenthalt in der Klippmark rechnen. Den Plan von der werten Ammit finde ich durchaus diskutabel, auch wenn wir dies dann auf jeden Fall mit dem Fürsten absprechen sollten, wenn Aline es ebenfalls gutheißt.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Mittwoch 08 April 2015, 12:04
Die Gerüchte, die A'selafeyon aufschnappen konnte waren allesamt interessant, auch wenn es schwer zu sagen war, was genau es alles mit dem Fall zutn hatte. Aber im Endeffekt wurde im das Haus d'Hiver immer suspekter. NIcht, dass sie nicht vorher schon zu den verdächtigen zählten, nein diesmal schien insbesondere Madam d'Hiver ihre Finger im Spiel zu haben. Scheinbar hatte sie eine Affäre mit dem Captain der Stadtwache und außerdem aus unerklärlichen Gründen die ganze Dienerschaft ausgetauscht. Eine ziemlich drastische Maßnahme, die eindeutig ihre Gründe haben müsste. Doch welche? Das Verlanges des Waldelfen sich im Anwesen der Familie mal etwas genauer umzusehen, was eindeutig groß. Er bezweifelte, dass er dort das entführte Mädchen finden würde, das wäre zu einfach. Außerdem waren da noch die Fischer aus der Klippmark, dem Herkunftsort der d'Hiver. Zufall? Daran konnte er nicht so recht glauben. Und auch was er vom Streit des Priesters mit der Hohepriesterin halten sollte wusste er nicht. Dafür wusste er zuwenig. Doch vielleicht würde sich das ja noch im Tempel klären. Er informierte also Ammit und auch Antonio über alles, was er erfahren hatte.

Doch scheinbar war auch der Besuch im Tempel nicht so hilfreich, wie man es sich erhofft hatte. Es war ein ziemlich monumentales Werk, für eine Meeresgöttin. NUn, soweit so gut, aber A'selafeyon hoffte wirklich, dass es auch sowas wie Armenspeisungen oder etwas anderes gab, womit man den Armen helfen wollte. Ansonsten wäre er wohl nicht sehr froh über eine solche Verschwendungssucht. Brauchte es denn wirklich sogroße Prachtbauten um den Göttern zu huldigen? Er bezweifelte es ja, aber unter den Menschen schien diese Meinung vorzuherrschen. Doch seine Gedanken wurden sowieso unterbrochen, als sich eine Priesterin an die Gruppe wandte, allerdings schienen sie und Antonio eine gewisse Vorgeschichte zu haben. Vielleicht hätte man doch ohne ihn gehen sollen? Doch immerhin kamen sie doch noch an ein paar Informationen. Die Seperatisten hatten also zugang zu diesen Geheimen Informationen. Also gab es entweder unter der Priesterschaft oder den anderen mindestens einen Verräter. Doch erst dann wurde es interessant. Ein priester namens Louis hatte den Tempel für eine Forschungsreise verlassen? Das passte gut mit der Geschichte zusammen, die er auf den Straßen aufgelesen hatte. Der Streit zwischen der Hohepriesterin und einen Priester, der darauf auf eine lange Reise geschickt wurde. Bei Viole, der Priesterin, jedoch klang es eher nach einem freiwilligen Exil. Es würde A'selafeyon doch sehr verwundern, wenn es nicht genau er war, um dem es im Gerücht ging. Doch auch als er fragte, ob es einen Streit gab, wusste Viole keine Antwort. Oder wollte nicht antworten. Es lief am Ende auf das gleiche hinaus. Für ihn klang es so als ob Louis gegen die Hochzeit war, weswegen er mit der Hohepriesterin gestritten hatte. Und diese hatte ihn daraufhin aus dem Tempel verwiesen. Oder steckte doch mehr dahinter? Dieser Louis war jedoch noch eine verdächtige Person für die Liste. Direkt nach Madam d'Hiver.

Doch schließlich kehrte man zu Aline zurück und tauschte sich mit den anderen Gruppen aus. Man hatte viele Informationen gesammelt und es war wohl klar, das Madam d'hiver nun zu den Hauptverdächtigen zählte. Scheinbar hatt sie ihren Geliebten, den Captain der Stadtwache, verlassen. Na wie tragisch aber auch. Im Hause d'Hiver schien es ja ganz schön herzugehen, wenn die Geliebten der Madam so gefährlich lebten. Die Klippmark schien auch ziemlich ins Zentrum zu Rücken, wobei dabei auch kurz ein sogenannter Sindarinerorden fiel. Hm... Eine Familie aus der Klippmark, wo scheinbar ein Zentrum der Seperatisten war, machte sich hier in Naha verdächtig. Konnte es zufall sein? So langsam glaubte A'selafeyon das dort in der Klippmark mehr vor sich ging als nur die verdächtigen Fischer. So langsam fragte sich der Waldelf jedoch ob sich der Priester Louis nicht auch zufällig in der Klippmark aufzufinden war...

A'selafeyons Lösung war klar. Er wollte sich einmal im Haus der Familie d'Hiver umsehen. Wenn man einen Hinweis finden musste, dann dort. Und der Magier hatte vor ihn verwandelt zu begleiten. Das war wirklich eine große Hilfe. Ein kleines Insekt fiel nicht auf und konnte leicht fliehen, wenn er doch in Gefahr geraten sollte. Damit hatte er etwas in der Hinterhand. Und auch die Idee des Herrn von Müssig gefiel dem Waldelf. Wenn man noch bald eine Antwort bekam, könnte er dies vielleicht nutzen um als Diener des Herrn getarnt in das Haus der d'Hiver zu kommen. Dann wäre der Einbruch schonmal leichter von der Hand gegangen. Doch dann kam Ammit mit ihrem Vorschlag und ließ A'selafeyon schmunzeln. Die Idee war garnicht so schlecht. Er mussterte Asarra und räusperte sich verlegen "Keine Kritik an dir Amazone, aber ich glaube du wärst doch etwas zu groß für die Aufgabe. Und vielleicht auch etwas zu kräftig für eine zarte Priesterin. Geschweige denn, dass ich mich dir garnicht in Priestergewändern vorstellen kann. Aber keine sorge, ich mag dich, wie du bist."  er schmunzelte etwas und zwinkerte Asarra zu "Ammit hingegen... Nun, deine Hautfarbe ist vielleicht etwas zu dunke für die Verkleidung und deine Ohren zu spitz, auch wenn es mir wehtut als Elf sowas zu sagen, aber ich denke mit genug Puder und wenn du deine Ohren vielleicht unter einer Perücke verbirgst... Hm... Das könnte klappen. Außer es gibt jemanden, der noch besser passt. Und wehe jemand schaut mich an, nur weil ich zierlich bin!"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 08 April 2015, 20:01
Runde 4


Vizehauptmann Tarlyn war schrecklich klug, warf mit Fremdwörtern nur so um sich und schickte den kleinen Trupp dann gemeinsam zum Hafen. Da sie nicht herum erzählen sollte, dass sie Dragoniter der Schwarzklaue war, entfernte Serafina das Emblem der Stadtwache. Ein geheimer Auftrag also. Das Spezialgebiet der Nachtjäger. Schleichen, tarnen, lauschen. Und einfach die Klappe halten, wie es Dragoniter Lauriel unverblümt formulierte, wenn er mit Serafina auf Mission war. Typischer Baumkuschler. Hochnäsig bis zur Nasenspitze.

Tage später torkelte Serafina - sogar auf allen Vieren wackelte der gesamte Boden unter ihren Pfoten - über die schrecklich schmale Planke auf sicheren Untergrund. Doch selbst der schwankte. Hätte sie kein Fell im Gesicht gehabt, hätte ihre Haut grüner geleuchtet als jedes Grasbüschel. Der Magen der Lykan bestand aus einem einzigen Knoten. Sie würgte und spuckte und betete, endlich sterben zu dürfen.

Das Reden überließ sie daher Asarra. Vor hektischem Hecheln und Sabbern brachte sie ohnehin keinen Ton hervor. Die Schnauzhaare zitterten immer noch beim Gedanken an das Schlingern und die Wellenbrecher während des Sturms.

"Ausquetschen?", keuchte sie und dackelte hinter Asarra drein. "Mach du das mal. Im Moment sehe ich bestimmt nicht sonderlich gefährlich aus. Meine Beine fühlen sich so schwammig an. Ich glaube, ich habe zu viel Wasser geschluckt."

Dennoch sah sie sich nach dem Assassinen um, der ihr unter keinen Umständen abhanden kommen wollte. Schließlich kannte der sich hier bestens aus. Doch Claudio, wie er sich nannte, kam freiwillig mit.

Runde 5


In der Kaserne summte es wie in einem Bienenstock. Ein paar seltsame Vorfälle und massenweise Gerüchte. Serafina schnappte einige interessante Gespräche auf und versuchte sich so viel wie möglich zu merken. Zurück am Treffpunkt - dem Stadthaus einer Dame namens Aline - wurden die Geschichten untereinander ausgetauscht. Wobei sich die Lykana bemühte, die Wortmeldungen möglichst wenig zu verfälschen oder gar zu verdrehen. 

"Sindarinerorden. Klippmark. Was soll das alles sein? Sind das diese Separasten, die Naha für sich haben wollen?" Serafina war unsicher, alles richtig verstanden zu haben. "Diese Aramoner sind aber auch schrecklich kompliziert. Wisst ihr, wie Orks das lösen? Mein Land, nicht dein Land. Das passt dir nicht? Dann komm mal her. Und bamm, setzt es eins auf die Rübe."

Dann ging es da noch um eine Entführung und verschwundene Priester... wer sollte da noch den Durchblick behalten. Wie schade, dass Hauptmann Runshak nicht hier war und das Kommando übernahm. Sollte etwa sie sich um alles kümmern? Während sich die Dragoniter das Gehirn zermarterte, schlug die Dunkelelfe Ammit vor, eine falsche Ephyra einzuschleusen. Asarra war zu groß, Ammit zu dunkel, Aline skeptisch und der Idee eher abgeneigt. Blieb also nur...

"Äh, Verzeihung, dass ich mich einmische. Aber ich könnte... in meiner menschlichen Gestalt... zwar bin ich mit hellem Haar gesegnet, doch das lässt sich mit Ruß gut färben. Ich habe das schon mal gemacht, früher, also, bevor ich... egal. Zwar bin ich kleiner, so ist das richtig verstanden habe, aber mit Holzklötzchen unter den Schuhen und bodenlanger Schleppe merkt man den Unterschied bestimmt nicht. Und wenn es gefährlich ist, wechsle ich einfach zurück. So eine Wandlung erzeugt ungeheuren Eindruck, das ist gewiss."

Serafina grinste ihr spitzzähniges Wolfslächeln.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Mittwoch 08 April 2015, 21:30
Daranus war mehr als besorgt über die Entwicklung die, diese Angelegenheit angenommen hatte. Nun gab es bereits zwei Tote und darunter eine junge Kammerzofe. Auch was der alte Druide vom Personal des Fürsten vernahm war äußerst beunruhigend. Sollte man ihnen glauben, so waren sich viele sicher, dass die Wache des Fürsten selbst mit hinter dieser Entführung steckte.
Nach dem Daranus sich mit jedem Unterhalten hatte, der bereit war mit ihm ein paar Informationen zu tauschen machte er sich daran, die Stelle des Einbruchs und  das Zimmer der Entführten genauer an zu sehen. Im Zimmer gab es allerding nicht viel zu erfahren. Die einzigen Spuren einen Kampfes war eine zerbrochene Vase. So wie es aussah musste der Entführer entweder sehr  gut trainierter Assassine  oder ein Bekannter gewesen sein, wie sonst hätte er sich so lautlos im Palast selbst bewegen können.

Am Ort an dem der Täter ins Schloss kam, fanden sich auch nicht gerade besonders viele Spuren. Das einzige das wirklich auffällig war, waren die Zeichen von großer Hitzeeinwirkung an dem Gitter das, das Fenster verschloss. Daranus stand für einen Moment gedankenverloren vor dem Fenster. Was könnte so eine große Hitze erzeugen und das in solch einer Höhe? Ein Drache vielleicht, oder jemand mit Unterricht in den Künsten der Magie. 

Zurück am Treffpunkt hörte sich Daranus alle Geschichten sehr genau an.  Dabei fiel ihm besonders die Geschichte mit dem Marinesoldaten auf. Das konnte doch kein Zufall sein. Erst die Anschuldigungen gegen die Wache und nun dies. Für Daranus war die Sache klar, er wollte so schnell wie möglich nach Klippmark, dort würde er sicher ein paar Antworten auf all die Fragen die sich in ihm angehäuft hatten finden. Die Idee in das Haus von d´Hiver einzusteigen um mehr zu erfahren war sicherlich vernünftig, jedoch konnte sich Daranus nur schwer mit dem Plan anfreunden jemanden zu verkleiden um die Separatisten  heraus zu locken.

„ Ich bin mir nicht in wie weit uns diese Täuschung gelingen wird, zu dem haben wir einige Indizien die auf die Klippmark weisen. Die Reise dorthin ist lang und wir haben nicht viel Zeit. Ich finde wir sollten schnellst möglich dorthin aufbrechen und herausfinden was dort vor sich geht. Höchst wahrscheinlich werden wir dort auch auf Separatisten treffen deshalb würde ich ungerne alleine aufbrechen.“
Autor: Asarra Datum/Zeit: Mittwoch 08 April 2015, 21:38
Nachdem Aline ihnen alles erzählt hatte, was sie zu wissen schien, machte sich Asarra mit Serafina und dem Assassinen auf den Weg. Letzterem traute sie zwar nicht, aber er erwies sich als sehr nützlich.

In der Akademie erfuhren sie nicht allzu viel, dafür umso mehr als sie sich in der Lieblingskneipe der Soldaten aufhielten. Das Gehör der Lykan war unglaublich.

Nachdem sie sich zu Alines Stadthaus durchgefragt hatten erzählte Asarra allen, was sie herausgefunden hatten.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 09 April 2015, 21:50
~@~Runde 6~@~


13. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Naha, später Abend/Nacht

Nachdem erste Erkundigungen in Naha eingezogen worden waren, trafen sich alle im eleganten Stadthaus der Gravillacs. Auch Alines Ehemann Pierre gesellte sich dort zu ihnen. Der Salon, in dem man sich besprach, war gemütlich, und die gereichten Erfrischungen ganz erlesen, doch die Stimmung war ernst. Antonio wollte sich gar nicht erst in einem der hochlehnigen Polstersessel niederlassen; natürlich verweigerte er auch jede Nahrungsaufnahme. Unruhig lief er im Raum auf und ab und starrte durch die großen Fenster auf den mittlerweile dunklen Park hinaus. Claudio hingegen saß völlig entspannt da und trank seelenruhig Tee, während alle berichteten, was sie erfahren hatten. Trotzdem verriet sein wacher Blick, dass ihm nichts von der Unterhaltung entging.

Aline hatte die Augen halb geschlossen, als fiele es ihr so leichter, sich zu konzentrieren. Erst als Herr von Muesig von seinem Brief erzählte, blickte sie auf und sah den Adeligen an – vielleicht mit dem Hauch eines ironischen Lächelns um die Lippen. “Das ist ja sehr... edel von Euch und so, Euch für unsere Sache so zu verstellen und Euren Charme so bewusst einzusetzen, aber ich kann Euch nur zur Vorsicht raten. Madame d'Hiver ist eiskalt – ich bin mir nicht sicher, ob sie sich auf eine Affaire mit jemandem einlassen würde, der ihr überhaupt nichts nützen kann, ja, den sie noch nicht einmal kennt. Und wenn sie mitbekommen hat, dass Ihr mit mir bekannt seid, könnte sie Euch sogar gefährlich werden...“ Claudio, der Assassine nickte leicht. “Ich hatte schon die Ehre.“, schaltete er sich ein. “Nicht einer Affaire mit Madame, aber immerhin die Ehre ihrer Bekanntschaft. Sie könnte leicht eine Nummer zu groß für Euch sein. Hat sie nicht auch versucht, Euch zu ködern, Marquis?“ Pierre de Gravillac lächelte schief. “Hat sie...“, antwortete er mit einem Seitenblick auf seine Frau. “Und sie war gar nicht amüsiert, als sie keinen Erfolg damit hatte. Seht, Herr von Muesig, sie sammelt Beziehungen... Einfluss, Macht, die ganze Palette. Menschen sind ihr glaube ich ziemlich egal.“ Er lachte auf. “Aber ihre persönlichen Reize sind durchaus beträchtlich, und sie weiß sie einzusetzen. Wenn sie will, kann sie sehr charmant sein. Kein Wunder, dass sie meistens bekommt, was sie will.“

Aber es war sowieso fraglich, wie bald Madame d'Hiver den Brief bekommen würde.Weilte sie in der Stadt, ginge es schnell, war sie jedoch auf dem Land... und in der Tat wurde kurz darauf gemeldet, dass der Briefbote Madame d'Hiver nicht in der Stadt angetroffen habe und deshalb den Brief nun zu ihrem Landgut bringe. Da würde man auf eine Antwort sicher mindestens drei Tage warten müssen. Doch diese Zeit hatten sie vielleicht nicht. Die Hochzeit sollte schon am 20. Lenzmondtag stattfinden. Bis dahin musste die Braut aufgetaucht sein, und Antonio grauste es bei der Vorstellung, was mit Sheherazade in der Zeit alles geschehen könnte. Besonders, wenn sie sich weigerte, auf die vermuteten Pläne der Separatisten einzugehen. Und weigern würde sie sich, davon war er überzeugt.

Schließlich war alles berichtet, was zu erfahren gewesen war. Aline seufzte leise, erhob sich und lehnte sich gegen das Kaminsims. “Nun gut. Ich versuche einmal zusammenzufassen, was wir bisher wissen und vermuten.“, sprach sie. “Sowohl Ephyra von Naha als auch Hanim Sheherazade wurden von den Separatisten entführt, um eine friedenssichernde Ehe der Fürstentochter und Tethis-Priesterin Ephyra mit einem Adlerritter und Neffen des Königs Eorl zu verhindern. Es gibt begründete Vermutungen, dass dieser Adlerritter Thorongil d'Aubrey ist. Er ist Adlerritter, und es ist immerhin möglich, dass er ein unehelicher Sohn von des Königs Bruder, dem Exilkönig Arnald, ist.“ An dieser Stelle schaltete sich Pierre de Gravillac ein. “Das ist sogar sehr gut möglich.“, sagte er leise. “Seine Mutter Eryn d'Aubrey war jedenfalls mit König Arnald... sagen wir eng befreundet. Das war vor seiner Ehe mit Isolde von Naha, und Eryn hat dann den Grafen d'Aubrey geheiratet. Aber außereheliche Beziehungen sind ja bei politischen Ehen nicht ungewöhnlich, und Thorongil könnte sogar noch vor König Arnalds Hochzeit empfangen worden sein.“ Aline nickte leicht. Ihre eigene politische Ehe war da wohl eine der wenigen Ausnahmen, da sie und der Marquis sich ehrlich liebten – ein glücklicher Zufall. “Wenn das so ist, könnten die Separatisten natürlich versuchen, Sheherazade dazu zu zwingen, die Ehe zu verhindern. Möglicherweise hätte sie den... nötigen Einfluss auf Thorongil, ihn davon abzuhalten, eine ihm Fremde zu heiraten. Einige gehen jedenfalls fest davon aus, sonst hätte man aus den Reihen der Ehebefürworter wohl kaum Claudio den Auftrag gegeben, diesen Brief zu zerstören.“ Sie warf dem Assassinen einen Seitenblick zu. “Wenn das alles bisher stimmt – macht dies Hanim Sheherazades Lage natürlich noch unerträglicher. Was in diesem Fall mit Ephyra von Naha geschehen soll, weiß ich nicht, aber ich fürchte, man wird sie kaum am Leben lassen.

Nun gut... was weiter? Von dem Wappen in der Kutsche, das Madame Asarra gefunden hat, kann man darauf schließen, dass Madame d'Hiver an Sheherazades Entführung beteiligt war. Und das ist glaube ich auch schon alles, was wir zu Hanim Sheherazades Entführung sagen können.
Über Ephyra wissen wir möglicherweise ein wenig mehr. Sie wurde nachts aus ihrem Schlafgemach entführt, obwohl der Palast gut bewacht ist. Ihr Fenster ist schwer erreichbar, die Entführer benutzten wahrscheinlich Magie, um einzudringen – ich mag nicht so recht an einen Drachen glauben, das wäre doch ein bisschen auffällig. Ephyras Kammerzofe wurde bei der Entführung getötet, und Ephyras Schoßhund ist seitdem verschwunden. Vermutlich gab es Hilfe von innerhalb des Palastes, und die Dienerschaft glaubt, dass jemand von der Palastwache beteiligt gewesen sein muss. Und wir haben von Gerüchten gehört, dass der Capitaine der Palastwache eine Affaire mit Madame d'Hiver hat oder hatte.
Auch im Tempel der Tethis wird davon ausgegangen, dass die Separatisten Ephyra entführt haben. Darüber hinaus stellt sich die Frage, woher die Separatisten überhaupt Kenntnis von der geplanten Hochzeit erlangt haben. Die Priesterschaft der Tethis war natürlich unterrichtet. Und wir haben von dem Streit der Hohepriesterin mit dem einflussreichen Priester Louis erfahren. Ebendieser Louis scheint sich eher gegen die Ehe stark gemacht zu haben. Vor zwei Wochen hat er den Tempel verlassen. Und das fällt zeitlich ziemlich genau mit Ephyras Entführung zusammen.

Weiterhin wissen wir von einem Anschlag auf ein Ausbildungsschiff der Marineakademie und dass dabei ein Kadett aus der Klippmark... verschwunden ist, und man will beobachtet haben, wie ein Klippmarker Fischerboot genau zu dieser Zeit den Marinehafen verließ. Der Kadett ist Sohn eines ehemaligen Mitgliedes des Sindarinerordens, der Vater kam im Bürgerkrieg um, und der Sohn scheint durch … sagen wir unvorsichtige Reden über Rache und ein starkes Naha aufgefallen. Außerdem werden zur Zeit vermehrt Boote aus der Klippmark gesichtet. Am südlichen Rand der Klippmark liegt nicht nur der Landsitz d'Hiver, sondern  gerüchteweise auch eine ehemalige kleine Burg des Sindarinerordens. Der schnellste Weg zum Landsitz ist der Seeweg. Von der Burg weiß ich persönlich allerdings nichts. Pierre...?“


Der Marquis schüttelte den Kopf. “Der  wirkliche Sindarinerorden hatte nichts mit dem Bürgerkrieg zu tun.“, sagte er fest. “Aber wir wissen alle, dass die Separatisten sich damals des Misstrauens bedienten, der dem Orden entgegenschlug. Und ich kann zwar leider auch nichts genaues über diese Burg sagen, aber es gab damals Gerüchte von unzufriedenen Mitgliedern, die geheime Treffen irgendwo an den südlichen weißen Klippen veranstalteten. Kleine Schmugglerburgen und Ähnliches gibt es in den Weißen Klippen ja wirklich mehr als genug.“ Aline nickte leicht. “Gut, dann ist das wohl alles, was wir im Moment wissen. Aber daraus können wir schon so Einiges schließen, nicht?“

Die Gefährten begannen, Pläne zu schmieden. Christian und A'Selafeyon brachen auf, um dem Stadthaus d'Hiver einen kleinen Besuch abzustatten. Möglicherweise war dort noch etwas Nützliches zu finden. Claudio erhob sich aus seinem Sessel und verkündete ein wenig überraschend, er würde mitkommen. “Keine Angst, ich verstehe durchaus etwas von heimlichen Besuchen.“, meinte er trocken. “Möglicherweise kann ich von Nutzen sein.“
Bevor sie aufbrachen, warf Ammit jedoch noch die Idee in die Runde, durch eine falsche Ephyra die Separatisten aus der Reserve zu locken. Aline war da skeptisch. “Abgesehen davon, dass das schwierig wäre – als Priesterin und Fürstentochter ist Ephyra öffentlich schließlich sehr bekannt – wäre das nicht auch ziemlich gefährlich? Die Separatisten müssen ja so oder so wissen, dass es eine Fälschung ist. Ich meine, die echte Ephyra haben sie ja. Zumindest deutet alles darauf hin. Ich stimme Herrn Christian zu, dass wir auf jeden Fall dann auch den Fürsten einweihen sollten. Ja, ich stimme Euch zu, Seraphina, dass Eure menschliche Erscheinung vielleicht noch die beste Möglichkeit wäre... ich möchte es aber auch niemanden ausreden, wen Ihr es ausprobieren wollt. In jedem Fall geht dies jedoch sowieso erst morgen...“ In der tat war die Mitternacht wohl nicht mehr so weit entfernt. Beste Einbrecherzeit...

Daranus stimmte Aline in ihrer Skepsis zu und wollte möglichst schnell in die Klippmark aufbrechen. Aber dazu müsste man am besten ein Schiff oder Boot finden, und auch das würde erst am Morgen gehen. Allerdings meldete sich Antonio sofort, den Druiden zu begleiten. “Ich denke wie Ihr, dass wir in die Klippmark sollten.“, meinte er. “Man muss abwarten, was Christian und die Herren Fey und Claudio im Stadthaus d'Hiver finden, aber ich glaube nicht, dass die gefangenen in Naha versteckt sind. Ich gehe davon aus, dass die Wachen hier jeden Stein bereits umgedreht haben...?“ Pierre de Gravillac nickte. “Natürlich.“, antwortete er. “Wir sind natürlich nicht untätig geblieben, während meine Frau Eure Hilfe geholt hat... aber es ist nicht einfach, wir mussten ja äußerst diskret vorgehen. Ich mein, wir können kaum in der Bevölkerung nach einer verschwundenen Priesterin fragen. Was das für Unruhen auslösen würde – und die Separatisten würde das wiederum eher stärken. Eine vertrackte Lage. Und Madame d'Hiver ist vorsichtig – dieser Stofffetzen aus der Kutsche ist der erste deutliche Hinweis auf sie. Bisher war alles ziemlich Fischerei im Trüben...“

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Wenn Christian, A'Selafeyon und Claudio in dieser Nacht noch ins Anwesen d'Hiver einsteigen wollten, so würden sie sich nun auf den Weg machen müssen. Das Haus zu finden war kein großes Problem, und da war auch die Mauer, von der Aline gesprochen hatte (Eine kleine Villa, die mitten in einem Garten liegt; dieser ist von einer ca. 2m hohen Mauer umgeben. Im Basement sind Küche, Vorratskammern, hinten raus Strallungen und Remise sowie Quartiere für Koch, Küchenhilfe und Stallmeister. Drunter ist noch ein Weinkeller.
Über dem Basement liegt das eigentliche Hauptgeschoss, welches durch ein prächtiges Tor erreichbar ist, zu dem eine Treppe hinaufführt. Speisesaal und Diele auf der rechten Seite des hauses, links ein Salon (über 2 Etagen), der auch für kleine Tanzveranstaltungen schon reichen würde. Aus der Diele führt eine prächtige Treppe nach oben. 1. Stock: Bibliothek, Musikzimmer, Galerie (über dem Salon unten), noch ein weiterer, kleiner Salon.
Eine kleinere Treppe weiter nach oben, 2.Stock: Schlaf- und Arbeitsgemächer der Familie und einige Gästezimmer. Darüber, im 3. Stock, Zimmer für Bedienstete. - so hatte Aline das Anwesen beschrieben.)

Die Mauer war also da, doch mittlerweile hatte sie sich eine Krone aus dornigen Ranken zugelegt. Natürlich war dies für Christian in Tiergestalt kein großes Problem, doch für die beiden Anderen war es nicht so einfach, dieses zusätzliche Hindernis unverletzt zu überwinden. Claudio schaffte es jedoch ganz gut und schien sich weiter nichts getan zu haben, als er auf dem weichen rasen in einer verschwiegenen Ecke des Parks landete. Auch A'Selafeyon kam zumindest hinüber. Von Wachen war im ersten Moment nichts zu sehen. Bis zum Haus selbst mochten es etwa fünfzig Schritt sein – sie würden sich der Rückseite nähern, von wo ein Lieferanteneingang ins Basement führte. Nur ein kurzer Spurt über den rasen und die Küchenbeete...

Und dann fing ein rasendes Gebell an. Fünf oder sechs ziemlich große und massige Gestalten schossen auf Claudio und A'Selafeyon zu – Orkland-Bluthunde! Einer von ihnen überschlug sich plötzlich und winselte, lag dann still und zuckte nur noch schwach – Claudio hatte blitzschnell eine kleine silbrige Scheibe nach ihm geworfen, mehr war im schwachen Mondlicht nicht zu erkennen gewesen, und schon zog der Assassine eine zweite hervor. Doch die Hunde waren schnell und vor Allem laut – gab es auch irgendwelche menschlichen Wächter, würden sie wohl schnell erscheinen. Tatsächlich konnte man schon eine Stimme vom Eingang aus hören, die etwas hinüber rief – auf Aramonisch, aber so schwer war es nicht zu erraten, dass da jemand zu wissen begehrte, wer sich hier herum trieb.

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Im Stadthaus de Gravillac warteten unterdessen die Anderen, was die Einbrecher herausfinden würden.Es wurde auch ein wenig diskutiert, was nun am nächsten Tag zu tun sei, wobei Antonio stark darauf drängte, möglichst schnell zur Klippmark aufzubrechen und Pierre de Gravillac eher geneigt schien, den Plan mit der falschen Ephyra zumindest in Erwägung zu ziehen. Aline hatte ihre Meinung dazu bereits gesagt und hielt sich nun zurück – im Geiste ging sie alle Hinweise noch einmal durch, um zu entscheiden, was das beste Vorgehen wäre, aber eigentlich hatte sie sich schon entschieden. Vielleicht wollte sie auch grade dazu etwas sagen, doch dazu kam es nicht.

Plötzlich klirrte es, dann ging eine der Fensterscheiben zum Park zu Bruch; Aline schrie auf und taumelte zurück und ein Pfeil steckte in ihrer linken schulter, und noch mehr Pfeile flogen und dann etwas kleines Rundes, das zu Bruch ging und brennendes Öl ergoss sich über den Teppich, und rasch fraßen die Flammen sich durch das Gewebe. Pierre stieß einen Fluch aus und war mit einem Satz bei seiner Gemahlin, die mit bleichem Gesicht den Pfeil umklammerte, der in ihrem Körper steckte. Etwas schien um den Schaft gewickelt zu sein, aber im Moment blieb kaum Zeit dafür. Das Feuer war zu löschen, oder, wenn das nicht ging, das Haus zu evakuieren, und vielleicht waren draußen noch mehr Angreifer?

Antonio jedenfalls war schon auf und aus dem zerbrochenen Fenster hinaus, noch ehe der Flammentopf auf dem teppich zerbrach. Es war unheimlich, mit welcher Geschwindigkeit der Musiker sich plötzlich bewegte. Und dass das Fenster im zweiten Stockwerk des Hauses lag, schien ihn auch nicht zu stören.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Samstag 11 April 2015, 22:10
Daranus war sehr froh darüber das wenigstens eine Person im Raum mit ihm übereinstimmte, schnellst möglich nach Klippmark auf zu brechen. Jedoch war Daranus die Tatsache, dass sie erst frühestens Morgen aufbrechen konnten ein ziemliches Ärgernis. Es waren bereits zwei Menschen verschwunden und zwei gestorben und er war hier zur Untätigkeit verdammt, während er auf die Rückkehr von Fey, Christian und Claudio, sowie den Beginn des neuen Morgen warten musste.

Während die anderen weiter darüber Diskutierten welcher der Pläne nun durchgeführt werden sollte, hatte der alte Druide sich schon legst entschlossen. Ihm war Gesellschaft bei diesem Unterfangen lieber, allerdings würde er sich auch alleine auf den Weg machen. Allmählich wurde dem alten Druiden das Gerede zu viel und er beschloss sich zurück zu ziehen, um sich etwas für die morgige Reise zu erholen.

Gerade als er den Raum verlassen wollte, hörte er ein klirren aus der Richtung des Fensters, das zum Park hin zeigte. Daranus erschrak und suchte nach der Quelle des Geräuschs, doch bevor er erkennen konnte  was passiert war schrie bereits Aline auf. Ein Pfeil steckte in ihrer Schulter. Daranus wollte zu ihr, doch noch mehr Pfeile sausten in das Zimmer. Einer von ihnen verfehlte nur knapp Daranuses Kopf und blieb hinter ihm in einem Landschaftsgemälde stecken. Daraufhin sah Daranus wie Antonio aus dem Fenster des zweiten Stockes sprang, vermutlich um die Angreifer ab zu wehren. Noch bevor er begreifen konnte was da gerade passiert war, wurde es für die restlichen Personen im Zimmer noch heikler. Die Angreifer warfen nun ein rundes Etwas in das Zimmer und als es den Boden berührte und zerbrach ergoss sich brennendes Öl über den Teppich.
Es dauerte nicht lange bevor die extreme Rauchentwicklung den gesamten Raum verpestete. Daranus brannten die Augen. Er versuchte seine Atemwege frei zu halten, in dem er seinen Mund mit dem Ärmel seiner Robe bedeckte. Doch das half nur mäßig. Es musste etwas gegen das Feuer getan werden und zwar schnell. Daranus ging auf die Knie um dem Rauch bestmöglich zu entgehen. 

Der alte Druide erinnerte sich, das er beim  eintreten in das Zimmer zu Beginn des Abends eine große Bodenvase mit blühenden Zweigen darin gesehen hatte. Diese enthielt wahrscheinlich nicht genügend Wasser um das Feuer ganz und gar auf zu halten, aber es sollte es zumindest eindämmen und ihnen etwas mehr Zeit verschaffen. Auf dem Boden liegend kroch Daranus langsam in die Richtung wo er die Vase gesehen hatte. Es dauerte nicht lange bis er die dunkelblaue Vase gefunden hatte. Er  machte sich schnell daran aufzustehen, um die Vase umzukippen. Als die Vase auf dem Boden zerbarst, lief eine große Menge Wasser über den Teppich. Diese sorgte dafür das, dass Feuer langsam begann Schwächer zu werden, auch wenn es jetzt noch nicht komplett gelöscht war, war dies sicher ein guter Anfang.   

-1LP Rauch
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 13 April 2015, 12:48
Herr von Muesig hörte genau zu was man ihm über Madama d’Hiver erzählte. Er sah auch das ironische Lächeln auf Alines Lippen, das er nicht weniger spöttisch erwiderte, als er süffisant antwortete: „Ach, werte Lady Aline, ihr dürft es mir wirklich abnehmen, auch wenn man meine Nützlichkeit nicht sofort und auf Anhieb erkennt, so ist es doch mehr als nur Charme, den ich vortrefflich einzusetzen weiß. Es wäre mehr als unschick, jetzt noch mehr ins Detail zu gehen, aber Damen schätzen diese meine Nützlichkeit über die Maßen - bislang sind mir noch keine Beschwerden zu Ohren gekommen. Und was unsere Bekanntschaft anbelangt, bitte verzeiht jetzt meine Unverschämt, es ist nur für das höhere Ziel, die Befreiung der beiden unglücklichen Geschöpfe. Als nochmals, dass wir uns kennen, kann zu unserem Vorteil gereichen, wenn ich zum Beispiel erwähne, dass Ihr mir gewisse Avancen und schöne Augen gemacht habt und ich Euch eiskalt abblitzen habe lassen, gibt das bestimmt einen dicken Bonus für mich, nichts mehr mit gefährlich. Natürlich ist das grober Unfug, weil Ihre Eure Tugendhaftigkeit weit und überzeugend vor Euch herträgt, aber setzt Euch in die Lage von Madame und hörtet vielleicht Ihr nicht gerne Schmeicheleien?“ jetzt lachte er eher verschmitzt und schelmisch. Und an Pierre de Gravillac gewandt: „Es ehrt Euch außerordentlich, wenn schon...also wenn Ihr standhaft geblieben seid. Aber wenn ich ehrlich sein soll, bei Eurer einzigartigen Angetrauten wäre es außerordentlich töricht eine Bilderbuch-Ehe aufs Spiel zu setzen. Nicht wahr?“ etwas ‚Honig‘ konnte hier auch nicht schaden. „Lieber Edelmann, da sind Madame d’Hiver und ich gar nicht so weit auseinander, auch ich kann die Men…gewisse Menschen nicht leiden und sie sind mir ziemlich gleichgültig und was die Sammelleidenschaft von gebrochenen Beziehungen anbelangt, ist mein Buch auch schon gut gefüllt. Und nur zu gern würde ich Madam d’Hiver hinzufügen. So wie Ihr mir die Frau schmackhaft macht, kann ich es kaum erwarten ihre Bekanntschaft baldigst zu machen.“ Er leckte sich genüsslich aber nicht übertrieben über die Lippen. „Nur schade, dass sie nicht in der Stadt ist, sonst könnte ich noch heute…!“ Mal sehen, wer hier bekommt, was er will, dachte er sich noch.
Danach hörte er sich aber alles genau an, was inzwischen alles zusammengetragen wurde. Einesteils war es jede Menge, anderseits brachte es sie, die beiden Entführten zu befreien, keinen Deut näher. Augenblicklich.
Schmunzeln musste er, als er auf Umwegen sozusagen erfuhr, dass der Verwandlungskünstler Christian und A'Selafeyon zusammen mit dem Ortskundigen Claudio dem Anwesen d’Hiver einen Besuch abstatten wollten, eine unangemeldeten, wohlgemerkt. „Bringt mir ein Bild von der Angebeteten mit“ feixte er noch hinterher.

Doch dann war plötzlich Schluss mit lachen und lustig und tralala. Eingeleitet durch das Klirren von Fensterscheiben kam plötzlich Stimmung in das Domizil. Pfeile flogen durch die Luft und unglücklicherweise traf einer die rechte Schulter von Aline [HvM sieht das natürlich seitenverkehrt]. „Jemand muss ihr helfen, sie wurde getroffen, schnell ehe sie verblutet“ schrie Herr von Muesig. Dass er nicht selbst Hand an die blanke Schulter anlegte, was er bei der schönen Frau auch gerne getan hätte, lag schlicht daran, dass er sich vor den Pfeilen selbst retten musste und noch schwerwiegender, irgendetwas, das verdammt gut brannte, war auf den Teppich geknallt und entzündete diesen umgehend. Sofort entwickelte sich beißender Rauch, Daranus, ein handlungsschneller Druide, wie es schien, kippte geistesgegenwärtig Wasser, dass er in einer Vase gefunden hatte, auf das brennende Gewebe, was gar nicht blöde war.
Zusätzlich wurde die Amazone aktiv, indem sie die teuren Wandbehänge ziemlich rüde herunterriss und damit die bereits züngelnden Flammen zu ersticken versuchte. Was für eine animalische Kraft, staunte Herr von Muesig.
Und als nächstes wurde versucht, das wertvolle Mobilar aus der Gefahrenzone zu bringen. "Ich rolle den Teppich ein" rief der Adelige, was er dann auch sofort tat und am Ende lag der Teppich da wie ein riesies eingerolltes Omelett. Am liebsten würde er das ganze Ding aus dem Fenster werfen, aber dazu war es zu vollgesogen, also zu schwer und zudem zu groß. Vielleicht, wenn sie es zerteilen würden, aber das war wohl zu aufwändig.
Natürlich war es bei so viel Nähe zum Brandherd nicht verhinderbar, dass er einige Rauchschwaden einatmen musste. Dass ihm das nicht guttat, merkte er sehr schnell.

-1 LP noch 7 von 8 Einatmen des Rauches
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 14 April 2015, 19:47
Da der Brief des Herrn von Muesig in den Landsitz von Madame d'Hiver gebracht wurde, würde eine Antwort darauf zu lange dauern, so würden Fey, Claudio und der Magier des Hohenturms dem städtischen Anwesen einen Besuch abstatten. Anfangs verlief dies auch große Schwierigkeiten, in seiner Mückengestalt konnte er die dornenbewehrte Mauer mühelos überwinden. Aber auch seine beiden Begleiter hatten kaum Mühe damit, so standen diese bereits auf der anderen Seite, als lautes Hundegebell hörbar wurde und schnell näher kam.

Tatsächlich handelte es sich um Orkland-Bluthunde, die aufgrund ihrer Gnadenlosigkeit gerne als Wächter für besonders zu schützende Geheimnisse eingesetzt wurden, wenn er dies richtig im Kopf hatte. Zwar konnte Claudio einen davon unschädlich machen, aber die anderen fünf wurden dadurch keineswegs gebremst, eher im Gegenteil. Und wie gut Fey im Nahkampf war, wollte er nicht herausfinden, denn einen Bogen hatte dieser nicht dabei, soweit er sah.

Mit einem wohl als Seufzen gemeinten Summen verwandelte sich der Retter des Drachenauges zurück in seine menschliche Gestalt, bevor er gleich ein nur für besonders sensible Tiere hörbares Geräusch zum Vertreiben der Hunde erwirken wollte. Doch diese Art von Zauber war für ihn immer noch sehr ungewohnt, weswegen dies erst im zweiten Anlauf gelang, als die hunde vielleicht noch gut zehn Schritt von ihnen entfernt waren. Hoffentlich reichte dies noch aus oder hatten sie schon Blut geleckt? Routinemäßig begab sich der ehemalige Statthalter von Nighton mit Schwert und Schild in Abwehrstellung...



-10 MP für Verwandlung und Blendwerk-Versuche -> 45/60 MP
Ultraschall-Blendwerk zum Vertreiben der Orkland-Bluthunde gewirkt
Autor: Asarra Datum/Zeit: Mittwoch 15 April 2015, 18:20
Asarra lauschte der Zusammenfassung der Gräfin. Sie schien vollständig zu sein und alle Hinweise führten über kurz oder lang in diese Klippmark. Daher war auch sie geneigt, so bald als möglich dorthin aufzubrechen. Vorher wollten aber Christian, Fey und der Assassine noch dem Stadthaus der d'Hiver einen Besuch abstatten.

Mit verschränkten Armen lehnte sich die Amazone gegen einen Schrank und hörte den Diskussionen über allfällige Verkleidungen als Ephyra zu. Serafina hatte wohl die ähnlichste Gestalt, aber auch die Priesterin war - abgesehen von der Hautfarbe - nicht allzu weit weg. Asarra selbst war zwar schwarzhaarig und blauäugig, aber zu gross und wohl auch zu muskulös. Das kam ihr gerade gelegen. Sie würde wohl kaum eine gute Priesterin abgeben.

Ein hohes Klirren unterbrach die Diskussion, dann schrie die Gräfin auf. Asarra duckte sich instinktiv und sah sich um. Pfeile flogen durch das zerbrochene Fenster und bald darauf auch eine kleine, dunkle Kugel. Nur Momente später flackerte ein Feuer auf und frass sich durch den Teppich. Durch den dichter werdenden Rauch konnte die Amazone gerade noch so den ölig schimmernden Brandsatz ausmachen.
Sie griff sich die Wandbehänge neben ihr, zerrte sie mit einem kräftigen Ruck aus ihrer Verankerung und warf den schweren Stoff über die lodernden Flammen und den Brandsatz. Nicht weit von ihr entfernt hatte der alte Druide Wasser über das Feuer geleert. So weit so gut.

"Die Möbel müssen vom Teppich runter, nicht dass die auch noch Feuer fangen!" Rief sie ihren Gefährten zu und begann selbst, das nächste Möbelstück dass sie zu fassen kriegte von dem angesengten Teppich zu zerren.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Mittwoch 15 April 2015, 18:52
Aline fasste die ganze Geschichte erstaunlich gut zusammen. So gab sich ein gutes Bild der ganzen Geschichte ab. Und die Spur führte unweigerlich zu Madame d'Hiver und zur Klippmark. Doch man kam vor dem morgigen Tage eh nicht los zur Klippmark und so wollte zumindest A'selafeyon die Gunst der Stunde nutzen um sich etwas bei der netten Dame umzusehen. Da sie, wie man der weitergeleiteten Botschaft zum Landsitz der Familie entnehmen konnte, nicht zuhause war, dürfte es das ganze nur leichter machen. Zumindest war dies die Hoffnung des jungen Waldelfendiebes. Erstaunlich war für ihn dann jedoch schon, dass sich Claudio der Sache anschließen wollte. Ein wenig misstrauisch war er in dieser Hinsicht aber schon. Doch er nickte. Er war sich sicher, dass der Auftragsmörder etwas von Einbrüchen verstand. Auch wenn man ihn viel zu leicht überführt hatte damals im Wald. Aber da hatte man ja auch eine Werwölfin dabei gehabt.

Doch schließlich erreichte man das Anwesen der d'Hiver. Es war wohl kaum verwunderlich, dass sie lebten wie im goldenen Käfig. Wie die meisten Adligen halt, war man voller Verschwendungssucht gesegnet. Und natürlich schottete man sich mit einer übermannshohen Mauer vom gemeinem Pöbel ab. Wiederlich. Und so ganz anders als in den Wäldern, wo alle nah beieinander lebten. Ohne große, trennende Mauern... Ach der Welt ein melancholisches Seufzen verließ die Kehle des Waldelfes. Doch er hatte keine Zeit sich zu sehnen. Stattdessen ließ er die Finger knacken. Immerhin gab es hier einen Hauch natur, und diese Natur würde den Einstieg ins Haus der Familie d'Hiver besiegeln. Die Dornenranken machten sich perfekt als Kletterhilfe. Außerdem war die Natur auf der Seite des Waldelfen, denn er schaffte es tatsächlich die Dornenbesetzten Ranken ohne auch nur einen schwerwiegenden kratzer zu überwinden. Ein Hoch auf die Hilfe der Natur!

Leider war der Weg von der Mauer zum haus nicht ganz so angenehm. Verdammt aber auch. A'selafeyon verzog das Gesicht als er das Gebelll hörte. Hunde. Verflucht nochmal. Sie kamen direkt auf die Gruppe zu und A'selafeyon sah zwischen Claudio und Christian hin und her. Claudio nutzte irgendwelche scheibenähnlichen Waffen, doch es sah effektiv aus. Und der Magier...? Der versuchte sich an irgendwelcher Magie. Aber ob das Half war eine andere Frage. A'selafeyon griff nach dem Dolch und wartete, was Christian mit seiner Magie erreichen würde. Er wollte nicht in die Gruppe der Hunde rennen, das wäre dumm. Doch sollten sie sich weiter nähern, war der Elf bereit für einen Streich.



Angriffswurf 12
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 16 April 2015, 16:33
Nachdem Aline alle Fakten kurz zusammengefasst hatte, nickte Ammit zustimmend, als es um das baldige Aufsuchen der Klippmark und dieser Dame ging.
“Ich hatte den Hinweis auf diese d’Hiver mit der Kutsche schon wieder ganz vergessen.“ gab sie nachdenklich zu.
“Die Idee mit der falschen Fürstentochter war ja nur so gedacht, dass die Entführer denken sollten, dass wir ihren Plan umgehen und einfach eine Hochzeit stattfinden lassen würden. Was bringt es ihnen, wenn sie die junge Frau haben, aber doch geheiratet wird? Gar nichts. Das Volk ist nämlich glücklich über die Verbindung, da sie nichts von der falschen Braut wissen. Und sie hätten eine Verbindung zum Königshaus gesehen und alle Widerstände wären gebrochen. Wie es eben mit der echten Ephyra gedacht war. Daher hätten die Entführer handeln müssen.
Aber so, mit der d’Hiver als mögliche Unterstützerin und dieser Klippmark, ist sie sicherlich der erste Anlaufpunkt“

Und da diese etwas resolute und männermordene Dame nicht in Naha zu sein schien, war dieser Klippenort der einzige Anhaltspunkt. Sie würden bei Morgengrauen ein Schiff besorgen müssen um dorthin reisen zu können.

Die Zeit bis zum Morgen wollten Fey, der Assasine und Christian, die Mücke, dazu nutzen sich mal in dem Stadthaus der Lady genauer umzusehen.
Nachdem die drei das Haus de Gravillac verlassen hatten und sie nur warten konnten, setzte sich die schwarzhaarige Frau in eine Ecke des Raumes auf den Boden, schloss die Augen, und versuchte sich auf ein stilles Gebet zu konzentrieren, welches die Toten der Stadt Naha segnen sollte.
Vielleicht war dies ihr Glück, dass sie vom ersten Pfeilregen nicht erwischt wurde, der die Scheiben zum Bersten brachte und im Salon für Unruhe sorgte. Nicht nur, dass Lady Aline verletzt wurde, sondern noch ein Gefäß mit brennenden Öl ging auf dem Teppich zu Bruch und konnte schnell zu einer tödlichen Falle werden.
Die Flammen breiteten sich schnell aus und eifrig machte sich jeder als Helfer auf. Der Marquis kümmerte sich um seine Frau und der Druide brachte eine Vase voll Wasser über den Teppich zu Fall. Die sonst götterfluchende Amazone griff beherzt nach den Vorhängen und rief  etwas bezüglich der Möbel. Und so griff Ammit Stühle und brachte sie eiligst von dem brennenden Teppich. Da dies ein wenig anstrengend war holte die Priesterin natürlich mehr Luft als gewohnt und sie merkte schnell den beißenden Qualm von dem Rauch, der sich durch das brennende Öl ausbreitete, in ihren Lungen.
Dann ging sie es vorsichtiger an und zog – auf Knien in der Nähe des Bodens - ein Sofa von dem Teppich, als ihr dieser schon fast unter den Füßen von diesem Adels-Möchtegern-Aufreißer aufgerollt wurde.
Dass sich Antonio durch das zerbrochene Fenster hinter den Tätern her machte, bekam Ammit deshalb gar nicht mit. Und dann konnte sie auch nicht mehr so deutlich sehen mit den Rauchschwaden.

“Wenn das Feuer soweit erstickt ist müssen wir die anderen Fenster öffnen um den Rauch abziehen zu lassen. Nur nicht früher. Wind schürt das Feuer. Schnell, sonst ersticken wir hier drinnen noch,“ rief sie den anderen zu.



- 1 LP durch Rauch    LP 6 (8)


Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 17 April 2015, 19:13
Serafina wünschte sich ihren Hauptmann her. Es wurde palavert, Vorschläge gemacht und wieder verworfen und letztendlich keine klare Entscheidung getroffen. Der Lykana schwirrte der Kopf. Ihr Wolfsschädel war ungeeignet, so viel unnützes Hin und Her zu entwirren. Und dann gab es da noch einen rothaarigen Adelsmann, dessen aufgeblasene Wortwahl jeden Satz unverständlich machte. Serafina legte den Kopf schief und stierte Herrn von Nüssig geradewegs ins Gesicht, doch sie verstand trotzdem nur Bierkutsche.

was die Sammelleidenschaft von gebrochenen Beziehungen anbelangt, ist mein Buch auch schon gut gefüllt

Was sollte das denn heißen? Und was hatte dies mit ihrer Mission zu tun? Ihr goldfarbener Blick wanderte zu Asarra. Doch die Amazone war in Gedanken versunken und beachtete sie nicht. Serafina erhob sich auf alle Viere, schnüffelte und reckte Nüssig die Schnauze entgegen.

"Welches Buch? Ist das wichtig für unsere Miss...?", brummte sie, doch sie wurde rüde unterbrochen.

Glas klirrte, ein nach Öl stinkendes Etwas plumpste in den Raum. Pfeile sirrten. Flammen schossen aus dem Teppich, auf dem Serafina kauerte. Mit einem Jaulen tat sie einen Satz aus der Gefahrenzone, ehe ihre Rute Feuer fing. Antonio verschwand aus ihrem Blickfeld, als er sich blitzschnell aus dem Fenster schwang. Zwar war Serafina versucht, ihm zu folgen, doch sie scheute das Feuer und hätte das Zimmer durchqueren müssen, um zum Fenster zu gelangen. Chaos brach aus, als sich die Anwesenden auf Teppich und Möbel stürzten, um die Flammen zu ersticken. Lady Aline stöhnte vor Schmerz. Es stank erbärmlich nach verbrannten Fasern. Rauch drang in Serafinas empfindliche Schnauze und trieb sie hustend aus der Tür hinaus auf den Gang. Mit brennenden Augen sah sie sich um. Gab es hier irgendwelche Attentäter?

-1 LP

Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 17 April 2015, 20:52
~@~Runde 7~@~


13./14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, irgendwo in Aramon, mitten in der Nacht

Sheherazade lag allein im Dunkeln in dieser Kammer aus Stein. Durch das offene Fenster hörte sie das Meer rauschen, und es wehte kalt herein, selbst unter der Wolldecke war ihr nicht warm genug. Da sie weiterhin an Händen und Füßen gebunden war, konnte sie sich auch nicht bewegen, um sich zu wärmen. Dass sie am vergangenen Tag außer Wasser nichts in den Magen bekommen hatte, machte es nicht grade besser. Aber eigentlich war ihr dies alles egal angesichts dessen, was sie erfahren hatte. Wie oft konnte ein Herz brechen? Nach zwei Jahren hätte sie nicht gedacht, dass dieser Schmerz noch einmal so frisch  und beißend sein könne. Zu wissen, dass er lebte und nicht weit weg war und sie doch nie wieder zusammen sein könnten – es sei denn, sie ginge auf den Plan dieser Frau ein. Und das war unmöglich. Soweit sie richtig gezählt hatte, war dies nun die dritte Nacht, seit sie in diesen Raum gebracht worden war und seit Madame ihre Forderungen gestellt hatte. Am ersten Tag hatte sie Sheherazade nur unterbreitet, was sie von ihr wollte, und die Tänzerin hatte sich geweigert. Am zweiten Tag hatte sie weiter versucht, die Sharisad zu überreden und hatte sie mit mehr Hintergrundwissen versorgt, als diese ertragen konnte. Madams Stimme voll falschen Bedauerns klang Sheherazade immer noch in den Ohren. “Er hat Euch all dies nie erzählt?“ Hatte er nicht, und dies war nur ein weiterer Stachel. Aber sie hatte immer gewusst, dass es da viel in seiner Vergangenheit gab, das er ihr verschwieg. “Aber nun, da Ihr Bescheid wisst, könnt Ihr zusammen ein neues Leben anfangen, ohne Verstellung...“ Wohl kaum. Als Sheherazade auch am vergangenen Tag immer noch nicht nachgegeben hatte, wurde Madame ungeduldig und schien bereit, ihren Willen auch mit anderen Mitteln als Überredung durchzusetzen. Und sie konnte nichts tun als durchzuhalten um jeden Preis, denn mehr als ihr eigens Leben hing davon ab. Seltsamerweise kam ihr ein winziger Funken Hoffnung: Antonio würde nach ihr suchen...

13./14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Naha, mitten in der Nacht

Claudio fluchte. Was ein blöder Anfängerfehler! Sie hätten sich wirklich vorher vergewissern sollen, wie das Anwesen d'Hiver bewacht war. Mit Orkland-Bluthunden hatte er allerdings wirklich überhaupt nicht gerechnet. Die waren in Naha nicht grade leicht zu bekommen und auch nicht grade beliebt. Modisch waren zur Zeit kleine Schoßhunde mit wolligem, gekräuseltem Fell, das manchmal auf lächerlichste Weise geschnitten und gar gefärbt wurde. Nun, diese hier wurden sicher nicht aus einer Modelaune heraus gehalten. Und es war keine Zeit, sich darüber aufzuregen. Sein Wurfstern hatte einen der Hunde getötet, und ein zweiter sirrte durch die Luft und fand ebenfalls sein Ziel, aber dann waren sie heran. Claudio zog einen schlanken Degen, und A'Selafeyon machte sich ebenfalls zur Verteidigung bereit. Hoffentlich kam der zierliche Waldelf zurecht – er machte auf Claudio nicht grade den Eindruck eines Kämpfers. Aber da immerhin noch vier Hunde übrig waren, konnte er ihm auch nur schwer helfen. “Jetzt wäre eigentlich eine gute zeit zum Eingreifen, Sir Christian...“, murmelte er. Der Hohentürmler hatte sich da aber schon halb zurückverwandelt und tat irgendwas, Claudio hatte keine Ahnung, was. Und plötzlich jaulten die überlebenden Hunde auf, als litten sie Schmerzen. Zwei von ihnen rasten mit eingekniffenen Schwänzen davon, einer drehte sich jaulend im Kreis, und einer schien völlig erstarrt zu sein und heulte, dass es Steine erweicht hätte.

Über den ganzen Lärm waren nun aber deutlich Stimmen von Haupthaus her zu hören, und Laternen tanzten durch den dunklen Garten auf sie zu. Es war schwer zu erkennen, aber vier oder fünf Leute näherten sich da wohl. Claudio knurrte leise. “Mit unbemerktem Eindringen wird das nichts mehr. Und ich könnte mal versuchen zu raten, was eine Ausbildung diese neuen Bediensteten haben... wir sollten uns lieber zurückziehen, solange wir noch können, oder habt ihr andere Vorschläge?“ Viel Zeit zu überlegen blieb jedoch nicht.

Doch da bemerkte A'Selafeyon mit seinen scharfen Elfenaugen im Gebüsch etwas, das ihnen bisher entgangen war. Sie befanden sich wohl nicht grade in einem Teil des Gartens, der zum Lustwandeln gedacht war. Jedenfalls befand sich ein paar Schritte entfernt, halb verborgen hinter einer Himbeerhecke, ein Komposthaufen, dessen Geruch nun auch deutlich herüberwehte, und von dort trug eine plötzliche Windböe etwas in ihre Richtung: ein Stück halbverkohltes Pergament, und, auffälliger, ein Fetzen grünblaue Seide, von Silberfäden durchwirkt. Roben aus solchem Stoff hatte die Priesterin der Tethis getragen, mit der sie gesprochen hatten – es hatte gewirkt, als trüge sie ein Gewand aus Wasser...

~@~


Der Brand im Salon derer von Gravillac war dank der Geistesgegenwart Aller schnell unter Kontrolle gebracht. Daranus und Asarra erstickten die Flammen umstandslos mit dem, was sie vorfanden – Wasser aus einer Vase und den kunstvollen Wandbehängen. Das tat den Stücken sicherlich nicht gut, aber immerhin waren sie nicht verbrannt, und größerer Schaden wurde abgewendet. Weder Pierre de Gravillac noch seine Frau beschwerten sich jedenfalls. Bald waren auch die letzten Flammen in der Teppichrolle erstickt, und irgendwer riss die Fenster vollends auf, damit der Qualm abziehen konnte. Allmählich wurde die Luft wieder atembar.

Serafina war unterdessen auf den Flur gerannt. Wer wusste schon, ob nicht auch im Haus schon Feinde waren? Allerdings begegneten ihr nur die Haushälterin und ein Diener, die vom Lärm angelockt worden waren und sich besorgt erkundigten, was los war – besonders der Diener schien allerdings vom Anblick einer Wölfin im Haus immer noch ziemlich entsetzt zu sein, auch wenn Aline die Dienerschaft beim Eintreffen der Gäste natürlich informiert hatte. Gefahr schien von hier aus nicht zu drohen.

Nachdem im Salon selbst wieder etwas Ruhe eingekehrt war, bemühte Pierre sich um seine Frau. Er schien in den Heilkünsten etwas bewandert zu sein, jedenfalls entfernte er den Pfeil gekonnt und träufelte aus einer kleinen Flasche dann etwas auf die Wunde, die sich daraufhin zu schließen begann. Aline holte etwas zittrig Luft und setzte sich dann auf. “Verdammt.“, murmelte sie leise. “Da ist wohl jemandem nicht entgangen, dass gewisse Fragen gestellt wurden...“ Der Pfeil lag neben ihr auf dem Boden, und nun war deutlich zu erkennen, dass ein Stück Pergament drumherum gewickelt war, das nun am Rand etwas blutgetränkt war.

Es dauerte nur ein paar Minuten länger, bevor Antonio wieder auftauchte – fluchend und bebend vor Wut. “Absolut zwecklos!“, fauchte er. “In dieser Stadt gibt es einfach zu viele Möglichkeiten, sich zu verstecken. Da hilft alle Geschwindigkeit der Welt nichts. Die Pfeile können praktisch von jedem Dach in der Nähe geflogen sein... im Garten waren die Attentäter jedenfalls nicht. Aber das haben sie irgendwo vergessen – das heißt, ich nehme an, es kommt von ihnen.“ Er zeigte einen Dolch vor, eine recht schmucklose Waffe, aber scharf und sicher sehr effektiv. Als einzige Zierde war in den Knauf das Wappen d'Hivers eingraviert. “Als ob es noch einer Bestätigung bedurft hätte, dass Madame d'Hiver in die ganze Sache verwickelt ist...“, meinte er ironisch. Erst dann wurde ihm bewusst, dass Aline ja verwundet worden war und erkundigte sich nach ihrem Befinden und ob es weitere Verletzte gäbe. Aline antwortete mit einem leicht schiefen Lächeln, es ginge schon, und zum Glück sei sonst alles glimpflich abgelaufen....
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 20 April 2015, 09:52
Dank der Geistesgegenwart aller, war kein größerer Schaden entstanden, wenn man vom Materialwert des Teppichs und der Wandverkleidung absieht und der mag nicht unerheblich gewesen sein. Aber gut, das war nicht sein Gebräu.

Und dank einiger medizinischer Grundkenntnisse von Pierres war auch die arme Aline in guten Händen. Und auch Ammit unterstützte den Marquise nach Kräften.

Antonios Verfolgung des Bogenschützen war erfolglos und er kehrte enttäuscht zur Gesellschaft zurück. Doch er hatte etwas mitgebracht. Einen Dolch und dann auch noch mit der Gravur von …genau dem Wappen d’Hiver. Da ging Herrn von Muesig der symbolische Hut hoch und dementsprechend aggressiv reagierte er: „Die Sache stinkt. Und zwar gewaltig. Sagt was Ihr wollt über Madame d’Hiver und ihrer ganzen Mischpoke, aber das mit dem vergessenen Dolch, das kaufe ich jetzt niemanden ab. Das sind mir ein paar der Zufälle zu viele, die genau in diese Richtung deuten. Ein guter Grund mehr eine Treffen mit Madame zu betreiben“.

Daranus meldete sich zu Wort, indem er aus einem Stück Pergament zitierte, welches mit dem Pfeil übermittelt worden war. Ein Art der Postzustellung, die Herr von Muesig natürlich kannte, er aber nicht guthieß.
Die Nachricht besagte, Ihre Tätigkeiten und Ermittlungen waren nicht lange anonym geblieben. Die Notiz auf dem Pergament war an Eindeutigkeit nicht zu übertreffen. Aber gut, wenn man Bedienstete befragt, bleiben Geheimnisse nicht lange geheim. So war niemand zumindest der Adelige nicht verwundert, dass sie bereits die Aufmerksamkeit der Separatisten erregt hatten.

Ein Wunder eigentlich, dass da nicht auch noch das Wappen d’Hiver draufgepappt worden ist. Also Klippmark hin oder her, wenn ich dort schneller eine Rendezvous mit Madame bekomme, ist es mir sehr recht und ich komme mit. Stellt sich nur die Frage: wie kommen wir dort hin?“ Gab Herr von Muesig schon mal bekannt, was er zu tun gedächte. Die Drohung der Separatisten nahm er eher gelassen.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Montag 20 April 2015, 14:22
Irgendjemand hatte Ammit offensichtlich vernommen und die Fenster aufgerissen, so dass der Rauch abziehen konnte, nachdem das Feuer gelöscht war. Im dem Salon sah es aus, als hätte dort die Schlacht gegen die Eisriesen stattgefunden. Aber dieses Chaos zu beseitigen würde die Hausherrin schon hinbekommen.
Viel wichtiger war es, dass sich die Lady nicht ernsthaft verletzt hatte und so lief die Priesterin zu dem Paar, um ihre Hilfe anzubieten.

Unterdessen war Antonio von irgendwoher wieder gekommen – Ammit war es gar nicht aufgefallen, dass er weg gewesen war – und erzählte etwas von den Tätern, die er in der Stadt verloren hatte und zeigte einen Dolch. Wie hatte er das in der kurzen Zeit alles schaffen können. Hier schien ziemlich viel Magie am Werk.
Komisch, dass sich dieser herr von Muesig so sehr dafür interessierte. Obwohl es stimmt, dass etwas zu viel auf diese Lady d’Hiver hindeutete. Wollte man sie in eine Falle locken oder nur ablenken von dem was tatsächlich passieren würde?

Erstmal wurde sie aber abgelenkt von Herrn de Gravillac, der seiner Frau gekonnt den Pfeil aus der Schulter entfernte. Insgeheim wünschte sich das junge Mädchen auch einmal einen solchen Partner zu finden, der sie so sehr verehrte und liebte und sie retten würde. Aber was sollte sie als Halbdrow schon erwarten.
Ammit hob den Pfeil vom Boden auf, den der besorgte Gatte auf den Boden gelegt hatte, und betrachtete diesen und das Paar verträumt, als sie auf ein kleines Blatt Papier aufmerksam wurde, dass um den Schaft des Pfeiles gewickelt war. Vorsichtig befreite sie das Pergament und blickte auf die Buchstaben. Es wirkte wie dragonisch, aber sie konnte es nicht entziffern. Und sie kannte nur einen hier im Raum, von dem sie wusste, dass er lesen konnte. Sie vermutete, dass es die adligen Herrschaften auch konnten, aber damit wollte sie die beiden nicht auch noch belasten. Also blickte sich die Frau mit ihren grünen Augen um und lief dann zu dem Erspähten hinüber.
“Herr, Daranus, Ihr seid doch bewandert im Lesen diverser Schriften. Dies war um den Pfeil gewickelt, der Lady Aline getroffen hat. Könnt Ihr uns den Inhalt vorlesen?“
Damit reichte die Halbdrow dem Druiden den kleinen Zettel.

Schnell war klar, dass es sich in Naha schon herum gesprochen hatte, dass man sich üfr das Verschwinden der Fürstentochter interessierte. Ammit machte sich Sorgen um Christian den Magier und Sel, den Waldelf. Bei diesem Claudio war sich die Frau sicher, dass er sich selbst retten würde. Er schien ihr immer noch recht undurchsichtig. Es schien einen Verräter unter denen zu sein, die bisher von dem Verschwinden wussten und die sie befragt hatten. War dies Claudio?

“Herr von Muesig hat in der Tat recht. Es deutet alles zu sehr auf die d’Hiver hin. Und zufällig ist sie nicht da. Wer weiß, was die drei nächtlichen Einsteiger in ihrem Haus festgestellt haben. Mir ist das alles etwas zu verworren gerade. Und müde bin ich auch.“
Sie fühlte sich geschwächt von diesen Dornen, die sie Claudio zu verdanken hatte und jetzt der Rauch. Eine ruhige Nacht wäre mal angenehm gewesen.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Montag 20 April 2015, 21:35
Das Feuer war endlich gelöscht und jemand hatte ein Fenster geöffnet, um den Rauch aus dem Zimmer ab ziehen zu lassen. Als der Rauch begann sich zu lüften, konnte Daranus sich endlich erheben. Es dauerte einen Moment bis seine Augen wieder aufhörten zu Tränen und der Rauch nicht mehr in seinem Hals kratze. Das Zimmer selbst wurde ordentlich verwüstet durch diese kleine Showeinlage. Doch zum Glück wurde niemand verletzt.Zum mindestens nicht tödlich. Aline wurde zu beginn des Aufruhrs von einem Pfeil getroffen. Allerdings gab es dort nicht mehr viel zu tun. Denn wie nicht anders zu erwarten, war ihr Gatte ihr bei der erst besten Gelegenheit zu Hilfe geeilt und hatte ihre Wunde versorgt.

Erst als Antonio wieder zurück kam, fiel dem alten Druiden auf dass dieser zu Beginn des Angriffs verschwunden war. In seinen Händen hielt er einen Dolch. Es war kein besonderer Dolch. Er war nicht wirklich verziert und wies auch sonst keine Besonderheiten auf, bis auf das Wappen was deutlich auf dem Griff zu sehen war. Es war erneut das Wappen der d'Hivers.
Bevor der alte Druide einen klaren Gedanken zu fassen vermochte meldete sich schon der Herr von Müsig zu Wort. Er brachte einen guten Punkt zu spreche. Waren all diese seltsamen Zufälle wirklich zu viel des guten? Daranus beschloss sich nicht zu irgendwelchen Mutmaßungen hinreisen zu lassen. Er wusste sobald man nur eine Theorie voraussetzte, war man verleitet die Umstände dahingegen zu interpretieren. Er ließ sich lieber von den Fakten leiten und die sagten unmissverständlich, das es an der Zeit war die Klippmark auf zu suchen.

Daranus bemerkte zunehmend, den Tribut die diese Reise an ihm forderte. Erst diese lange und beschwerliche Reise hier her, dann der lange Aufenthalt im Palast und nun dieser überraschende Angriff. Der alte Druide war schon lange nicht mehr solchen Strapazen ausgesetzt und man konnte ihm seine Müdigkeit deutlich ansehen. Allerdings bevor er sich daran machen konnte diesen Tag hierher sich zu lassen, stand Ammit vor ihm und bat ihn darum den Brief den sie in der Hand hielt vorzulesen.
Der Inhalt war wenig bis gar nicht überraschend. Ihre Bemühungen an Informationen zu gelangen waren nicht unbemerkt geblieben. Aber das war auch zu erwarten. Schließlich befragten sie das geschwätzige Personal und die tratschten ohnehin viel zu gerne.
Nach dem Daranus den Brief aus gelesen hatte, rollte er diesen wie den anderen zusammen und verstaute ihn sicher seiner Robe.

Der alte Druide, deutlich von den Anstrengungen des Abends mit genommen , war kaum noch in der Lage Ammit vernünftig zu zu hören. Er war sehr interessiert daran zu erfahren was die anderen  für Informationen aus dem Hause d´Hivers mitbringen würden. Jedoch bestand keine Chance das er das Durchhaltevermögen hätte jetzt noch auf sie zu warten.

„ Entschuldigt mich, ich möchte nicht unangemessen klingen, allerdings war dieser Tag mehr als Anstrengend. Deshalb werde ich mich nun zurück ziehen um meine Gedanken über die Geschehnisse zu ordnen und vielleicht etwas Schlaf zu finden. Falls irgendetwas sein sollte, zögert nicht mich zu rufen“.

Mit diesen Worten machte sich der alte Druide daran das Zimmer zu verlassen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 21 April 2015, 18:38
Mischepoke. Gepappt. Raundewus mit Madamm.  Die Sprache des Nüssig war schlichtweg unverständlich. Serafina schlich sich an die Seite des Rothaarigen und beschnüffelte ihn neugierig.

"Ihr habt aber eine seltsame Sprache, ehrwürdiger Herr von der Nüsse. Was ist denn das, ein Raundewus? Wie kann uns das denn helfen? Und was ist diese Madamm?"

Der Druide Daranus las einen Drohbrief vor, der um den Pfeil gewickelt gewesen war. Interessant, wie schnell sich Neuigkeiten herumsprachen. Nun gut, die Schnüffeleien einer Amazone an der Seite einer Werwölfin in den Schenken waren schwerlich unbemerkt geblieben. Zumindest gab es endlich ein gemeinsames Ziel. Klippmark. Auch wenn niemand genau zu wissen schien, wie man dorthin kommen sollte. Hoffentlich nicht wieder so ein schreckliches Schiff.

"Ist Klippmark zu Fuß zu erreichen?", fragte die Lykana daher in die Runde. "Egal wie weit es ist, ich verweigere eine weitere Überfahrt. Ich frage mich, wie es Großvater jahrelang auf diesen Kähnen ausgehalten hat. Es ist einfach nur grässlich. Der Magen kehrt sich von innen nach außen. Und der Boden wackelt die ganze Zeit über."

Sie vermied jeden Gedanken daran, wie sie von Naha aus wieder zurück nach Nuru gelangen sollte.

Da sich die Anwesenden zurückziehen wollten, schlug Serafina ihrer Gildenschwester Asarra vor, die erste Wache zu übernehmen. Sie konnte ohnehin nicht schlafen und wollte keinesfalls ein weiteres Mal abgefackelt werden. Außerdem sollte jemand Claudio, Fey und dem Magier Christian bei deren Rückkehr berichten, was sich zugetragen hatte.

Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 23 April 2015, 19:25
Zwar konnte der Hohentürmler die Hunde durch den Zauber ablenken, aber die Menschen ließen sich davon anscheinend nicht beirren und hielten weiter auf sie zu. So blieb ihnen wohl wirklich nur noch ein strategischer Rückzug übrig, ehe man sie erkannte. Fey fand dabei gar einen Papierfetzen samt Gewandresten, aber für Untersuchung sollten sie erstmal wieder in der Stadt untertauchen.

Dies stellte auch kaum Schwierigkeiten dar, so las der Magier den lesbaren Teil des Briefes den anderen beiden leise vor.


Sieht ganz nach einem Verräter im Tempel aus, besser wir bringen das gleich zu den anderen.

Doch erst als sie im Inneren des Anwesens der de Gravillacs angelangt waren, sah er die Bescherung und gab den Brief an Aline weiter.

Meinen die etwa wirklich, dass sie uns dadurch aufhalten? Im Gegenteil, das spornt uns nur noch mehr an, dem Spuk so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten. Gleich morgen früh besorge ich uns ein Schiff. Wer unbedingt den Landweg nehmen möchte, den werde ich kaum daran hindern, aber das dauert länger und man ist angreifbarer.

Nicht, dass er Angst vor einem Angriff hatte, solange er selbst dabei war, aber sein Hauptaugenmerk lag auf der Geschwindigkeit. Die Erwähnung davon sollte also nur ein zusätzlicher Grund für die anderen sein, besser den Seeweg zu wählen, auch wenn sich dann die Fische über weiteres Futter freuten.

Nach ein paar Stunden Schlaf tappte der ehemalige Statthalter von Nighton am nächsten Morgen gleich zum Hafen, um nach einem hochseetauglichen Einmaster Ausschau zu halten, der zu erwerben war. Damit hätte er nicht nur den Ausflug zur Klippmark, sondern auch zukünftige Überfahrten in den südlichen Gewässern geklärt. Tatsächlich fand sich ein Fischer, der sein Schiff verkaufen wollte, wenn der Preis stimmte. Doch schließlich einigte man sich auf 5000 GM, worin auch die bisherige Mannschaft für einen Mond enthalten war. Mit einem Lächeln händigte der Retter des Drachenauges die vereinbarte Summe aus, bevor er der nächstbesten Dame ihrer Gruppe einen gespielten Handkuss zuwarf.


Nach Euch, werte Gefährtin.

Das Schiff mit dem Namen "Fischotter" sah noch recht neu aus, sonst hätte er den Handel kaum abgeschlossen und der Name war ihm auch gleich positiv aufgefallen. Zwar würde er nach der Ankunft in Nuru sicher ein bisschen umbauen lassen, besonders einen Teil vom Laderaum würde er in reine Passagierkajüten umwandeln, aber ansonsten bot es ausreichend Platz für die Gefährten neben der Mannschaft.

-5000 GM
+Einmaster "Fischotter"
+Besatzung für einen Mond
Autor: Asarra Datum/Zeit: Donnerstag 23 April 2015, 21:56
Nach einigem Geschiebe und Gehuste waren auch die letzten Flammen erloschen, nur dicker Qualm hing noch in der Luft und reizte beim Einatmen. Die Amazone hustete kräftig, doch auch das vertrieb das kratzende Gefühl nicht aus ihrer Kehle.

Inzwischen hatte sich der Herr des Hauses um seine verwundete Gemahlin gekümmert. Wie es schien war an dem gut gezielten Pfeil auch eine Botschaft mit ins Haus geflogen. Das Mischblut gab sie weiter an den älteren Herrn, welcher sie darauf vorlas.
Es wunderte sie nicht, und doch wurmte es die Schwarzhaarige gehörig dass ihre Gastgeberin aufgrund ihrer Nachforschungen verletzt wurde. So trat sie an Aline heran und blickte auf die kleinere Frau hinab.
"Entschuldigt bitte, Gräfin. Ich hätte mich weniger offen umhören dürfen." Ein verkniffener Zug um die Lippen machte deutlich, wie wütend Asarra trotz der ruhigen Stimme war.

Der Einwand des Rothaarigen lenkte die Amazone ab und liess sie nachdenklich werden. Tatsächlich war es auffällig, wie viele der Hinweise auf die Familie d'Hiver hindeuteten. Doch am schnellsten würde sich dieses Rätsel lösen, wenn man direkt mit der betroffenen Dame sprach.

Asarra musste ob Serafina schmunzeln. "Keine Sorge, ich zeige dir einen Trick, damit du nicht mehr alle Fische bis zur Fettleibigkeit fütterst." Die Amazone grinste breit und versetzte der Werwölfin einen spielerischen Boxer gegen den Oberarm. Dankend nahm sie das Angebot für die erste Wache an und löste ihre Gildenschwester nach einigen Stunden Schlaf ab.

Am nächsten Morgen löste sich auch das Problem des Transportes. Dieser Christian kaufte kurzerhand ein ganzes Schiff samt Besatzung. Und schien daran auch noch Freude zu finden.
War sie zu diesem Zeitpunkt schon milde erstaunt, so verlor sie die Kontrolle über ihre Mimik gänzlich, als der Magier ihr eine Kusshand zuwarf. Mit hochgezogenen Augenbrauen und verwirrtem Gesichtsausdruck stapfte sie an Christian vorbei und hoch auf Deck.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 23 April 2015, 21:59
A'selafeyon hatte ganz sicher auch nicht mit solchen Hunden gerechnet. Dabei hatte er immerhin versucht soviel wie möglich über das Haus zu erfahren. Aber gut, es war zu spät. Es war eine spontane Aktion, die gehörig nach hinten losging, wie es gerade schien. Man wurde schon vor dem Einbruch selbst entdeckt, na das war ja klasse. Ein wenig wütend war A'selafeyon schon und zwar auf sich selbst. Er hätte sich besser anstellen müssen. Doch Christian schaffte es die Hunde zu vertreiben, zumindest etwas. Nur die Wachen hatte man nun an der Backe und das war ein Problem. Man hatte also wirklich garnichts erreicht. Doch scheinbar sollte sich die Vermutung des Waldelfen als falsch herausstellen. Denn seine Augen entdeckten tatsächlich etwas, dass man als einen guten Fund bezeichnen konnte. Die Natur in Form des Windes meinte es wohl mal wieder gut mit ihm. Er grinst, als er das Pergament in Händen hielt, auch wenn er es nicht entziffern konnte. Doch was ihn noch viel neugieriger machte war der Fetzen, der ebenfalls seinen Weg zu ihm fand. Er erinnerte ihn doch stark an die Robe der Priesterinnen. Und wenn das der Fall war, dann war man bei den d'Hiver eindeutig an der richtigen Adresse. UNd jetzt hatte man sogar einen recht eindeutigen Anhaltspunkt. Wenn der Brief nun ebenfalls etwas offenbarte, dann war man schonmal ein gutes Stück weiter und über haltlose Anschuldigungen hinaus. Doch darüber sollte man wirklich nicht hier nachdenken. Die Wachen waren aufmerksam und würden sicher bald hier sein. So machte er sich mit den anderen zweien wieder über die Mauer hinaus, was einfacher ging als beim Einstieg, und auf den Weg zurück zu Aline.

Auf dem Weg übersetzte Christian den Brief und damit wurde schonmal soeinjiges, was man bisher vermutet hat bestätigt. Doch was würden die anderen dazu sagen? Wie sich nämlich herausstellen sollte, hatten diese einige ganze Menge erlebt während des Diebstahls. Und auch die weitere Situation war eher ernüchternd. Besonders, da man schon wieder zur See fahren wollte. Diesmal auf einem eher kleineren Schiff, welches Christian doch tatsächlich selbst für die Gruppe gekauft hatte. Christian überraschte den Waldelfen tatsächlich mit dieser Aktion.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 24 April 2015, 09:56
Plötzlich beschnüffelte so ein Getier, nach Muesigs Wissen, musste es etwas Wolfsähnliches sein, ihn an der Seite. Als er schon mit einem gezielten Seitentritt sich des Schnüfflers erwehren wollte, begann dieser ihn anzusprechen.
Da war er nicht allzu überrascht, er hatte ja bereits Christian mit seiner Verwandlung erlebt. „Hmmm, wer seid Ihr in Wirklichkeit? Von der Sprachentwicklung könnt Ihr noch nicht…das kommt schon noch. Du bist ein kleines Gör oder ein Jung, der noch grün hinterm Ohr ist. Äh, bevor ich es vergesse: M-UE-S-I-G, mein Name“. Er wollte es damit schon belassen, entschied sich aber dann doch eine Erklärung zu geben: „Auch, wenn ich Dich noch nicht kenne, will ich Dir sagen warum ich Madame d’Hiver unbedingt kennen lernen will. Weil sie nämlich die schönste Frau  sein soll, die ich jemals hinter den 7 Bergen gelebt hat. Und schöne Frauen….sind mein Lebenselixier.“

Damit war das Gespräch für’s erste unterbrochen, weil sich Serafina anderen Dingen zuwandte. Inzwischen hatte dieser Tausendsassa Christian einfach so ein Schiff gekauft. Das hätte er auch mal gekonnt, aber jetzt reichte seine Barschaft nicht einmal für ein Ruderblatt. Und auf eine weitere Seefahrt schien der Wolf auch nicht wirklich versessen zu sein.

Gut, das mit der Wache, wenn ich zu lange wachliege, weil mich die Gedanken an Madame nicht einschlafen lassen, komme ich Dich vielleicht besuchen. Wie heißt Du überhaupt Kind?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 24 April 2015, 16:36
Gerade, als sie glaubte, es könnte nicht schlimmer kommen - der Herr Magier hatte ein SCHIFF gekauft -, bezeichnete sie der Adelige als Kind. Verärgert zuckte Serafina mit den Ohren und zog die Lefzen hoch, damit der Rothaarige ihre wunderschönen Reißzähne bewundern konnte.

"Herr von der M-UE-S-I-G," betonte sie in ihrer zerkauten Wolfssprache und blickte von oben auf ihn herab. Ihr goldenen Augen blitzten beleidigt. "Wo immer das sein soll, dieses Mu-esig. Ich BIN KEIN KIND. Mein Name ist Serafina und ich bin..."

Ehe sie sich verplappern konnte, klappten ihre Zähne aufeinander. Vizehauptmann Tarlyn hatte verboten, die Schwarzklaue zu erwähnen. Hastig wechselte sie das Thema.

"Ja, gut, kommt mich besuchen, dann erzähle ich Euch, was Nachtjäger wie ich tun, wenn sie nicht schlafen. Danach träumt ihr bestimmt von mir anstatt von Madamm."

Ein breites Wolfsgrinsen griente Suffix entgegen. Da Asarra mit ihrer Vereinbarung einverstanden war, übernahm Serafina die erste Wache und wartete gespannt, ob der Adelige sich nachts überhaupt aus dem Bett getraute.


Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Samstag 25 April 2015, 07:21
~@~Runde 8~@~


14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Naha, am frühen Morgen

Der letzte Teil der Nacht verging ereignislos – nicht, dass von der Nacht so so ungeheuer viel übrig war oder dass die Ereignisse der ersten dunklen Stunden nicht gleich für mehrere Nächte gereicht hätten. Aber irgendwann hatte sich die Aufregung um den Brandüberfall und die Bluthunde und um sämtliche Briefe wenigstens so weit gelegt, dass man noch ein paar Stunden Schlaf bekommen konnte. Doch nur allzu schnell hieß es wieder aufstehen – schon am Abend war der Beschluss gefasst worden, zum Landgut d'Hiver an den weißen Klippen weiter zu reisen, und Christian hatte verkündet, dass er dazu kurzerhand ein Schiff zu kaufen gedachte. Und das klappte sogar. Er erstand ein recht  neues einmastiges Schiff, dass aber recht seetauglich zu sein schien – ein gutes Fischerboot. War es ein Omen, dass es ausgerechnet den Namen Fischotter trug?

Am Hafen nahmen Aline, die immer noch ein wenig blass um die Nase war, und Pierre de Gravillac
Abschied von den Gefährten. Aline war noch nicht soweit wieder hergestellt, dass sie eine Seereise mitmachen wollte, und es war ihr auch lieber, wenn jemand in Naha blieb, um dort ein Auge auf die Dinge zu haben. Claudio bot an, bei den Gravillacs zu bleiben – um hoffentlich einem weiteren Anschlag zuvor zu kommen. Über seinen ursprünglichen Auftraggeber hatte er nichts weiter verlauten lassen. So kam es, dass nur Antonio die Dragonier weiter begleitete. Ihn hätte aber auch nichts in Naha gehalten. Es war noch ziemlich früh, der Morgen kündigte sich erst als heller Schimmer am Horizont an, als die Fischotter auslaufen sollte.

“Seid vorsichtig!“, bat Aline zum Abschied. “Und unterschätzt meine Tante nicht – sie beherrscht die Kunst des doppelten und dreifachen Spieles bis zur Perfektion... und passt auch ein wenig vor den Klippmärkern auf. Schmuggel und Piraterie sind bei den vielen kleinen Fischerdörfern bei den weißen Klippen ein beliebtes Zusatzbrot, und es gibt mehr als eine Piratenburg in den zerklüfteten Klippen. Aber das weiß Euer Kapitän sicherlich... nur eins noch: Wenn ihr jemals eine Nachricht an mich schicken müsst, so könnt ihr dies hier benutzen.“ Sie reichte Christian eine kleine Taubenfigur, etwa handlang, aus einem durchsichtigen Kristall. “Die könnt Ihr wie eine ganz normale Brieftaube losschicken – sie wird mich finden, wo immer ich grade bin, und zwar... etwas schneller als eine echte Taube. Ich kann auf demselben Weg eine Antwort zurückschicken. Und nun – viel Glück. Aramons Frieden liegt in euren Händen, und ihr habt nur vier oder fünf Tage Zeit...“[i]

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[i]14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Das Meer


Der Fischerkapitän, den Christian mitsamt seiner Mannschaft gleich angeheuert hatte, verstand sein Handwerk. Adrian nannte er sich, und in den Gewässern vor Aramons Westküste kannte er sich anscheinend bestens aus. Warum die Marquise bei der Abfahrt darauf bestanden hatte, dass er seine Passagiere so ungesehen wie möglich an Land bringen sollte, fragte er gar nicht erst nach. Die Gräfin hatte sich eine Weile leise mit ihm unterhalten – auf Aramonisch, natürlich, auch wenn Adrian einigermaßen das Dragonische zu beherrschen schien. Sie hatte ihm kurz etwas gezeigt, er hatte genickt und etwas erwidert, und das schien die Gräfin überzeugt zu haben, dass ihm zu trauen sei.

Danach legten sie ab und segelten rasch die Küste entlang, nach Norden. Nur wenig nördlich von Naha wurde die erst sanfte, grüne Küste langsam schroffer, und ab dem frühen Nachmittag begannen sich die weißen Klippen steil aus dem Meer zu erheben, zerklüftet und mit kleinen, verschwiegenen Buchten, teilweise sich ins Hinterland öffnend. Zunächst waren sie nicht besonders hoch, und dahinter schien sich ein sanftes, hügeliges Grasland zu erstrecken. Doch je länger sie daran entlang fuhren, desto höher wurden die weißen Klippen, zerklüfteter, und die Buchten, die ins Landesinnere führten, würden schmaler und führten tiefer durch das Kalkgestein – perfekte Verstecke für Schmuggler und Piraten, in der Tat. Die Dörfer, die dazugehörten, schienen alle oben auf den Klippen zu liegen; unten auf den schmalen Stränden war auch bei Weitem nicht genug Platz dafür. Die Klippen selber boten Heimat für lautstarke Vogelkolonien –  Eissturmvögel, Alke und Basstölpel nisteten hier, und weiter oben im Gras Papageientaucher, die sich ungeschickt ins Meer stürzten und mit dem bunten Schnabel voll Fische wieder hervorkamen. Ganz anders die Basstölpel, die Pfeilen gleich elegant und schnell in die Fluten tauchten. Diese seltsamen Vögel begleiteten sie am längsten, in die Abenddämmerung hinein.

Die Überfahrt verlief ereignislos – was wohl der Erfahrung und Ortskenntnis Adrians geschuldet war. Vielleicht fragte man lieber nicht danach, woher diese Ortskenntnis kam. Ziemlich dicht hielt er sich bei der Küste und nutzte jede Deckung aus. Gar nicht so selten sahen sie andere Fischerboote weiter draußen auf dem Meer, aber keines von ihnen war je so nahe, dass man die Mannschaft genauer erkennen konnte. Einmal schienen sie tatsächlich kurz vor der Deckung zu stehen – jedoch steuerte Adrian das Schiff so gekonnt in die nächste sehr enge Bucht, dass es grade nochmal gut ging. Ansonsten waren die Gefährten während der Fahrt eher zur Untätigkeit verdammt – Zeit, das genaue Vorgehen abzustimmen, sobald man das Landgut erreichte. Adrian plante, erst nach Einbruch der Dunkelheit anzulegen.

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14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Am Landgut d'Hiver, nach Einbruch der Dunkelheit

Die Sonne versank in feurigem Rot am westlichen Horizont, und die Dämmerung zog herauf, als Kapitän Adrian die Fischotter in einer verschwiegenen, engen Bucht festmachte. Wie eine Schlucht zog sich ein nur wenige Schritt breiter Meeresarm ein Stück ins Land hinein. Rechts und links ragten die Weißen Klippen mehrere hundert Schritt in die Höhe, und am hinteren Ende der Schlucht wand sich ein kleiner Fußpfad steil, eng und beschwerlich auf das Grasland oben auf den Klippen hinauf. “DAS Landgut d'Hiver befindet sich etwa eine halbe Meile nördlich von hier.“, erklärte Adrian. Aber ab hier sind die Möglichkeiten, irgendwo unbemerkt an Land zu gehen und das Boot zu verstecken ein wenig dünn gesät. Dummerweise ist es aber auch mit Deckung oben auf dem Plateau nicht weit her – alles hügeliges Grasland da...ihr müsst also das Beste draus machen.“[/i]

Oben auf den Klippen erstreckten sich Meilen und Meilen Grasland, das tatsächlich nur wenig Deckung bot. Hier und da standen ein paar Ginsterbüsche, die sich in den immer wehenden Wind duckten, ganz selten hielten sich ein paar tapfere, krumme und zerzauste Bäume.Schafe weideten hier oben und waren in der aufkommenden Dunkelheit als leuchtende Flecken vor dem Grün zu sehen. Oben auf dem nächsten Hügel aber, malerisch direkt an der Klippe, lag das Landhaus der d'Hivers. Es war ein elegantes, sehr symmetrisches Gebäude, umgeben von einem prächtigen Park von sehr formalistischer Gestaltung; die Anlage passte nicht so recht zur urtümlichen Umgebung. Der goldgelbe Marmor, aus dem es bestand, stach schrill von den sanften Farben des Kreeidelandes ab, und der formale, strenge Aufbau wirkten vor den schroffen Klippen und den wogenden Hügeln dahinter überelegant. An anderen Orten – in der Provinz Naha oder auch in der Grafschaft Salis bei Drachenauge, umgeben von Weinbergen oder Obstgärten – wären Haus und Park eine Zierde der Landschaft, hier traten sie mit ihr in Konkurrenz.

Mauern schien man hier nicht für nötig zu halten. Offen, nur von einer exakt beschnittenen Hecke abgeschirmt, war der Park leicht zugänglich. Und er war ebenso wie das Haus hell erleuchtet. Prächtig gekleidete Menschen flanierten an den Blumenrabatten entlang, Gelächter und Musik lagen in der Luft; dazwischen Diener in Livree, die Tabletts mit Erfrischungen herumtrugen, Gaukler, die ihre Künste vorführten - Es schien ein Fest stattzufinden!
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 28 April 2015, 15:57
Der restliche Abend und die Nacht waren für die Halbdrow unruhig. Ammit war im Salon geblieben und nicht in einem der Schlafzimmer gegangen, wie es der bärtige Druide vorzug. Daher konnte von Durchschlafen keine Rede sein. Denn irgendwann kamen die drei nächtlichen Hausbesucher zurück und sie erzählten, was beim Stadthaus der d’Hiver vorgefallen war, was ihre Nachtruhe unterbrach.
Und während sie versuchte zu schlafen, schwirrten ihr so viele Gedanken durch den Kopf, dass sie morgens sicher noch dunklere Ringe unter den Augen hatte, als dies ihre Hautfarbe sonst schon hergab.

Christian, der Magier und Heiler, war morgens schon sehr aktiv gewesen und hatte ein Schiff gekauft. Ein ganzes Schiff. Nicht die Fahrt hin zu den Klippen. Nein, das ganze Schiff mitsamt der Besatzung für diese eine Fahrt. Ammit stellte mal wieder fest, dass sie offensichtlich nicht in diese Gruppe von Abenteuern passte. Daher wäre sie nur zu gerne bei Aline und ihrem Mann geblieben. Warum hatte sie nicht eine solche Verletzung. Dann hätte sie sicherlich auch in Naha bleiben können. Oder wieder direkt zurück nach Dragonia reisen können.
Obwohl sie sich schon müde und angegriffen fühlte.
“Vor der Überfahrt hierher wurde ich von Ranken verletzt und dann der Rauch der letzten Nacht. Ich bin kaum zur Ruhe gekommen um mich zu schonen. Ich würde den anderen nur im Weg sein und in meinem Zustand sicher nicht viel beitragen können. Sollte ich daher vielleicht besser in Naha bleiben?“
Und diesen Claudio bespitzeln, der immer noch nicht viel zu seinem Auftraggeber gesagt hatte und plötzlich kein Drang verspürte sie zu der Klippmark zu begleiten.

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Aber andererseits war vielleicht jede Hand hilfreich.
Und eh sie es sich versah, stand sie doch an der Reling dieses Schiffes zur Klippmark. Sie genoss die Frischluft und hoffte dadurch etwas Energie auftanken zu können. Im Gegensatz zu manch anderen hatte sie weniger Schwierigkeiten mit dem Seegang, der an dem Tag ihre Reise jedoch nicht sehr stark war.
Auf dem Schiff wurde unermüdlich über die weiteren Schritte bei der Klippmark gesprochen, an dessen Diskussion sie sich nur mäßig beteiligte. Dieser Adlige von Muesig war ein totaler Spinner. Der wollte unbedingt zu dieser Madame d’Hiver, komme was wolle. Und andere wollten unbedingt in das Haus einsteigen. Von ihr kam nur ein kurzes:
“Wenn die Dame, beziehungsweise diese Separatisten, schon von uns und unseren Nachforschungen in Naha wissen, dann können wir davon ausgehen, dass sie auch von unserer Überfahrt erfahren haben. Sicher hat hier in Aramon nicht nur Aline so einen komischen Vogel. Das sollte bei allen Vorkehrungen mit bedacht werden.“

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Dass sie ihre Planungen neu überdenken müssten, hatten sie zuu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst. Erst als die unterschiedlichen Gefährten in der Dunkelheit an Land gingen und über die Hügel und durch die Gräser  bei dem Landanwesen ankamen, änderte sich die Ausgangsituation.
Das Haus und der umliegende Garten waren zu hell beleuchtet für die Tageszeit. Als sie näher mussten sie feststellen, dass dort ein Fest oder ähnliches stattfand. Dadurch würden vielleicht ein paar Fremde nicht auffallen. Umgekehrt war man sich nun nie sicher, wer hier Wache, Separatist oder auch tatsächlich nur ein Gaukler war, der hier seine Arbeit verrichtete.
Herr von Muesig hatte nichts anderes vor als geradewegs zu Madame d‘Hiver zu gehen.
“Verplappert Euch aber nicht in Eurem Streben ihr zu gefallen. Aufzufallen, bevor wir etwas unternehmen konnten, wäre fatal.“
Ob die Warnung bei dem Schnösel ankam, wusste die Priesterin nicht, daher beschloss sie kurzerhand ein Auge auf ihn zu werfen. Notfalls müsste sie sich als Überläuferin ausgeben. Eine halben Drow nahm man sicher jede Gemeinheit ab.
“Ich würde ihm folgen. Sollte ich vorher noch irgendwas beachten auf solchen Festen? Könnte ich mich als Gauklerin ausgeben? Handlesende Priesterin? Aber dafür ist meine Kleidung einfach zu schlicht. Kann mir da jemand aushelfen?“
Eine Amazone und eine Lykantrophin und die anderen waren Männer. Schlechter Plan unter den Gauklern unterzutauchen. Also doch notfalls als Überläuferin.
“Hat jemand denn jedenfalls eine Dolch für mich? Für den Notfall.“


Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 29 April 2015, 11:37
Schlaf war wichtig, schlaf macht schön. Sogar alleine schlafen.

Er vergaß sein Versprechen, Serafina bei der Nachtwache zu besuchen. Es war einfach zu vieles vorgefallen.

Herr von Müsig war schon früh auf den Beinen. Ein paar Kniebeugen, Klimmzüge und Liegestütz später und natürlich einer belebenden, erfrischenden Wäsche fand sich der Adelige mitsamt seinen Gefährten auf einem soliden Schiff ein. Einfach so ein Schiff kaufen, davon konnte Müsig nur träumen. Früher…aber es hatte keinen Sinn alten Zeiten nachzuhängen.
Während des Morgensports und auf der Schifffahrt überlegte Herr von Müsig wie er am besten bei Madame d’Hiver andocken könnte. Er beschloss es wie immer zu machen: Komplimente gepaart mit höflicher Zuvorkommenheit, Zuhören und keine Widerrede, so hatten es die Frauen am liebsten. Kein Geheimnis, aber komischerweise konnten damit die wenigsten Männer, die er kannte, umgehen.
Wie Müsig bei Erkundigungen erfahren hatte, war das mit der hiesigen Depeschenbeförderung so eine Sache, da konnte es schon mal vorkommen, dass der Schreiber selbst vor dem Schreiben eintrifft. Das musste er wohl oder übel mit einkalkulieren.

Als er die Serafina traf, entschuldigte er sich für sein Nichterscheinen zur Nachtwache und machte so vage Andeutungen, aus denen mal rauslesen konnte was man wollte. Jeder das, was er gerade entnehmen wollte. „Die Damen, Du weißt schon, bist ja kein Kind mehr.“ Nichts gesagt, aber alles offen gelassen. „Die Seefahrt findet ihr wohl nicht so lustig?“ fragte Müsig mehr ins Blaue hinein

Ansonsten gab es nichts, was des Berichtes wert gewesen wäre. Sie fuhren dicht an der Küste entlang. Und er war wirklich schon gespannt, wie Madame d’Hiver aussah. Er konnte es kaum erwarten, ihr vorgestellt zu werden. So interessierten ihn auch die Pläne der anderen überhaupt nicht, was sie vorhatten, welche Tricks sie spielen wollten. Den anderen war es kein Geheimnis, dass Herr von Müsig den direkten Kontakt mit Madame d‘Hiver suchen wollte.

Als sie wieder Land unter den Beinen hatten, was vor allem Serafina glücklich zu machen schien, wollte er sich sofort umweglos zum Landhaus aufmachen. Schon erstaunlich, dass sich Ammit der Halbdrow anbot (so sah es Müsig) mitzukommen. Auch er hatte sicher einen Plan, den er aber zum Gegensatz zu Müsig nicht der Öffentlichkeit preisgab und auch ihm nicht mitteilte. Nun, konnte ihn mehr weniger berühren? Nein!
Er warnte ihn auch, nichts preiszugeben. Sah er denn wie ein Grenzdebiler aus? Außerdem er war nur an Madame d'hiver interessiert, nicht an Lösung von Rätseln und Problemen. Das konnte und musste so lange schon hinanstehen.
"Herr Ammit sorgt sich völlig umsonst, ich werde viel zu beschäftigt sein, um viel über diese Vorgänge zu reden, wenn Ihr versteht was ich meine." Hätte er doch nur besser begutachtet und zugehört....aber kurze Haare, da kam keine Frau in Frage.

So betrat Herr von Muesig mit Ammit im Schlapptau das feudale Anwesen, da es Tore und Mauer nicht gab.
Ein Fest, hola, das kam ihm nur recht. Schaumwein, Tanz und einen Flirt waren genau das richtige, was er jetzt brauchte. Einem Diener, hübsch angezogen fand er, nahm er eines der Gläser mit der prickelnden Flüssigkeit ab. Die Streichinstrumente schluchzten auch schon, fehlte ihm nur noch das wichtigste oder besser gesagt das Wichtigste, die vermutliche Gastgeberin - Madame selbst!
Lange zu suchen brauchte er nicht….
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 29 April 2015, 21:34
Offensichtlich hatte Asarra seine spielerische Geste nicht sonderlich gefallen. Mit einem leichten Schulterzucken nahm er dies zur Kenntnis. Wenigstens kamen alle Dragonier an Bord, während die geschwächte Aline nebst Mann und Claudio doch lieber in Naha die Stellung hielten. Da Adrian, der Kapitän der Fischotter, sein Handwerk beherrschte, konnte sich der Magier vollständig seinen Gefährten widmen. Neben der Klärung des weiteren Vorgehens, wenn sie wieder an Land waren, versuchte er mit jedem der Gefährten, vor allem den ihn noch recht unbekannten, einzeln sprechen zu können. Besonders diese Halbdrow interessierte ihn, weswegen er einen Zeitpunkt abpasste, in dem er wirklich allein mit ihr war.

Ammit ist Euer Name? Es freut mich, dass auch Ihr Euch unserem Vorhaben angeschlossen habt. Sicher habt Ihr in Eurer Vergangenheit viel erlebt.

Dass dies sicher auch den ihr entgegen schlagenden Voruteilen zu verdanken war, ließ er unerwähnt, das wusste sie sicher selbst mehr als ausreichend.

Wenn das hier überstanden ist, könnt Ihr meine Familie und mich gerne in Sha'Nurdra besuchen. Vielleicht kann ich Euch ja dann auch mit einer jungen Dame bekannt machen, wenn sie und ihre Mutter damit einverstanden sind. Aber alles zu seiner Zeit.

Beim letzten Satz zwinkerte er ihr kurz zu, denn sie mussten ja erstmal hier wieder halbwegs für Ordnung sorgen, damit kein zweiter Bürgerkrieg losbrach. Anschließend begab er sich unter Deck, um etwas zu schlafen.

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Schließlich landeten sie an. Adrian teilte ihnen noch den Standort des Landgutes mit und dass sie sich wohl kaum verstecken konnten. Tja, dann musste man wohl mit einem Empfang rechnen.

Allerdings tellte sich dieser anders dar als gedacht, denn es schien ein Fest stattzufinden. Na wenn die mal nicht bereits das Gelingen ihrer Pläne feierten. Da Ammit sich als Überläuferin tarnen wollte, aber wohl waffenlos war, gab er ihr seinen Krummdolch mit.


Bitte sehr, aber setzt ihn wirklich nur im Notfall ein. Ihr könnt ja angeben, dass Ihr ihn von einem dieser reichen Schnösel aus Dragonia entwendet habt, falls Ihr darauf angesprochen werdet.

Solange er ihn wieder zurückbekam, machte er sich nicht weiter Gedanken darum. Anderenfalls musste er ihn sich eben zurückholen. Er selbst wollte den geplanten Hauseinsteigern etwas Rückendeckung mit ein paar Blumenfeen geben, welche die Gäste samt Gastgeber ablenken sollten, allerdings war der Zauber des Blendwerkes ihm noch immer etwas suspekt, weswegen er nur zwei Illusionen dieser zierlichen Geschöpfe erschaffen konnte. Na dann musste das eben reichen und die beiden umso quirliger wirken lassen.


-Rosendolch(+2 ST,+1 CH, +1 MU) an Ammit verliehen
-4 MP für vier Blendwerkversuche -> zwei Blumenfee-Illusionen zum Ablenken, 41/60 MP
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 30 April 2015, 11:32
~~ Auf dem Schiff ~~

Nach ihrem kurzen Einwand genoss Ammit an der Reling wieder den salzigen Seewind der ihr über das Gesicht wehte. Die Zeit für sich währte nur kurz, als sich der Magier Christian zu ihr gesellte.
Freundlich nickte sie mit dem Kopf.
“Ja, so werde ich gerufen. Und Ihr seid Christian, wenn ich es richtig vernommen habe?“
Überrascht schaute sie den Magier an, als er auf ihre bisherigen Erlebnisse ansprach.
“Wenn ich sehe, was hier derzeit los ist und wie gut Ihr auf jede Situation vorbereitet ward, dann waren meine Reisen bisher unbedeutend und ereignislos. Ich bin mit diesem Meuchelmörder in etwas geraten, was ich nicht überblickt habe. Ich scheine ja noch nicht einmal gerüstet für so ein Abenteuer. Geschweige, dass ich auf Pfeile, brennende Teppiche oder Menschen, die sich in kleine Insekten verwandelt vorbereitet war.“
So, wie dieser Mann sie anschaute, glaubte sie, dass er eventuell nicht solche Abenteuer als Erlebnisse meinte.
“Aber sicher haben meine Erlebnisse mein Leben anderweitig geprägt als Euch solche Abenteuer, Herr Christian.“

Daher war es für die Priesterin nicht verwunderlich, dass ein solch charakterstarker Mann eine Familie hatte.
“Es wäre mir eine Ehre einen Magier, oder seid Ihr Heiler, und seine Familie besuchen zu dürfen. Aber sind so …Menschen… wie ich in Sha'Nurdra überhaupt gern gesehen? Ich möchte Euch keinen Ärger bereiten, weil Ihr mich empfangen würdet.“
Kurz dachte sie über gesagtes nach. Sie wollte ihn ja nicht auf die Idee bringen, dass er sie besser nicht einladen sollte. Dafür hatte sie zu selten eine solche Situation.
“Obwohl mich schon interessieren würde, wie eine Frau mit einem solchen Abenteurer zusammenleben kann,“ fügte sie daher noch schmunzelnd dazu.

~~ Im Grasland vor dem Landhaus d‘Hiver ~~


Herr von Müsig würde sich bei der Hausherrin einschleimen. Christian hatte vor für magische Ablenkung zu sorgen, so dass unter anderem der Druide die Möglichkeit hatte das Haus nach den Vermissten zu durchsuchen.
Eventuell würde auch der eine oder andere auch die Nebengebäude kontrollieren.

Ihr selber behagte es nicht sich eventuell als Überläuferin ausgeben zu müssen. Sie war Priesterin und keine Laiendarstellerin. Aber wenn sie in Häuser einsteigen würde, würde sie in den beleuchteten Räumen sicher so auffallen, wie ein Kronleuchter in einer Armenbehausung. Viele Möglichkeiten hatte sie nicht. Erfahren war sie schon gar nicht, wenn es um solche Dinge ging. Wenn hier eine Priesterin gefragt wäre, dann wäre s für sie ein Einfaches, aber dem war ja nicht so.
Daher fühlte sich Ammit direkt um einiges wohler, als ihr Christian ihr einen Dolch anbot.
“Danke, Herr Christian. Es beruhigt mich, wenn ich mich verteidigen kann. Und natürlich erhaltet Ihr die Waffe zurück. Ich werde sie mit meinem Leben verteidigen.“

Und dann musste sie schon Herrn von Müsig hinterher laufen, der keine Zeit vergeuden wollte. Amüsant fand das kurzhaarige Mädchen, dass der Mann sie offenbar für einen Jungen oder Mann hielt. Das war ihr bisher nicht oft passiert. Aber warum sollte sie die Sache aufklären. So war sie sicher, dass er sie nicht auch noch auf seiner Liste der Frauen mit aufnehmen wollte.
Aber auch sie war ja nicht auf dem Mund gefallen.
“Ich kann es mir denken, Herr von Müsig. Madame d‘Hiver wird gar nicht aus dem Staunen heraus kommen, wenn sie Euch kennen lernt. Gerne würde ich von Eurer Erfahrung lernen. Ich könnte mich ja als Euer Diener ausgeben und dezent neben Euch stehen, während ihr…. Ihr versteht schon, was ich meine.“


+Rosendolch(+2 ST,+1 CH, +1 MU) von Christian leihweise erhalten
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 01 Mai 2015, 22:49
~@~Runde 9a~@~


14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Am Landgut d'Hiver, nach Einbruch der Dunkelheit

Es dauerte nicht allzu lange, das Landgut zu erreichen, doch dort angekommen waren die meisten Drachenritter eher unschlüssig, was sie nun tun sollten. Die Idee kam auf, sich in dem Haus mal umzusehen, doch es wurde sehr gezögert, dies auch in die tat umzusetzen. Antonio wurde mit jeder Minute, die verrann, ungeduldiger, und als christian schließlich beschloss, die Festgesellschaft im prächtigen Garten mit einer Illusion abzulenken, damit die anderen es leichter hatten, schloss er sich dem Hohentürmler ohne ein weiteres Wort an.

Herr von Muesig hatte unterdessen ganz eigene Pläne. Er war entschlossen, endlich die berüchtigte Madame d'Hiver in Persona kennenzulernen und machte sich deshalb auf, um einfach am fest teilzunehmen. Ammit schloss sich ihm an, als sein Diener posierend, und so gingen die beiden ganz offen auf das Anwesen zu. Am Eingang fragte man natürlich nach seinem Begehr, doch besonders aufmerksam schien der livrierte Diener, der Herrn von Muesigs Namen und Anliegen erfragte, nicht grade zu sein. Er und Ammit wurden nach kurzer Erklärung einfach durchgewunken und waren nun frei, sich unter das fröhliche Treiben zu mischen.

Hier schien – zumindest, wenn man nach der Kleidung ging und sich im Aramoner Adle nicht weiter auskannte – wirklich versammelt zu sein, was in der Gegend Rang und Namen hatte. Und ein Gewand übertraf das Andere an Glanz, kostbaren Stoffen, ausgefallenem Schnitt, aufwendigen Verzierungen... es war eine wahre Augenweide. Da war Herr von Muesig im Vergleich gradezu schlicht gekleidet. Viel Beachtung fand er – vielleicht grade darum – nicht, und Ammit als sein angeblicher Diener gar keine. Sie hätte ebenso gut unsichtbar sein können. Seltsamerweise schien nicht einmal ihr exotisches Aussehen Blicke auf sich zu ziehen. Wenn ein Herr von Stand unbedingt mit einer Halbdrow als Diener herumziehen wollte, so war das seine Sache, und damit hatte es sich. Außerdem schenkte man dem niederen Volk schon von Natur aus keine Beachtung. Musik schwebte durch den Garten, Gelächter, und aus verschwiegenen Pavillions und Ecken manchmal auf erwartungsvolle Seufzer.

Lange mussten Herr von Muesig und Ammit allerdings nicht suchen und herumfragen, ehe sie schließlich vor einer Dame standen, die sich als Madame d'Hiver vorstellte. Sie bot einen Anblick, der einem wahrhaftig den Atem verschlagen konnte, trotz der Halbmaske, die sie trug. Recht hochgewachsen war sie und von sehr weiblicher Gestalt, die durch ein enges Mieder und recht freizügiges Decolleté noch auf's Reizvollste betont wurde. Die Lippen waren voll und rot, die Haut, wo sie sichtbar war, von klarer, fast winterlicher Blässe, und ihr weißblondes Haar fiel in einer Kaskade seidiger Wellen über eine Schulter. Ihr Alter ließ sich nur schwer schätzen, aber ganz jung war sie nicht mehr. Das tat ihren Reizen jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil, es fügte noch eine Aura der Reife und Erfahrung hinzu, die sie noch unwiderstehlicher machte. Ihre Bewegungen waren von sinnlicher Eleganz, und ihre Stimme wie Samt, als sie Herrn von Muesig, nachdem sie ihn ausgiebig gemustert hatte, ansprach: “Ihr seid also der edle Herr von Muesig. Herzlich willkomen auf meinem bescheidenen Anwesen... ich muss gestehen, Ihr habt meine Neugier geweckt. Ganz schön frech...“ Ein leises, perlendes Gelächter. “... mir einfach so zu schreiben, wie Ihr das getan hat, hat noch keiner gewagt. Ich hoffe doch sehr, dass Ihr den... Erwartungen nun auch gerecht werden könnt. Aber wollt Ihr vorher Eure Dienerin nicht wegschicken? Sie kann sich in der Gesindestube etwas zu essen holen...jeder meiner Lakaien wird ihr den Weg weisen.“ Damit schien Ammit entlassen zu sein.

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Unterdessen war Christian etwas näher an den Garten herangeschlichen, um sein Blendwerk zu wirken. Antonio kauerte lautlos direkt hinter ihm, und seine Unruhe strömte fast körperlich spürbar von ihm aus. Ob er Sheherazade und möglichst auch Ephyra hier finden würde? Irgendwie bezweifelte er dies angesichts des Festes und der vielen Leute, die sich hier aufhielten. Was, wenn dieser komische Geck von Muesig am Ende noch Recht hatte, und die Spur d'Hiver erwies sich als bewusst lancierte Täuschung? Er hoffte, wenigstens ein paar Antworten hier zu finden. Die Zeit verrann...

Christians Blendwerk funktionierte nicht so gut, wie der Hohentürmler es gehofft hatte. Nur zwei niedliche, flinke Blumenfeen erschienen und flatterten in den Garten hinein, doch Antonio reagierte rasch und erschuf seinerseits wenigstens noch eine weitere Blumenfee und garnierte die Erscheinung noch mit einem Regen aus Funkenstaub. Die kleinen Gestalten tanzten und schlugen Kapriolen, und es dauerte nicht lange, bis sie die Aufmerksamkeit der ersten Gäste auf sich zogen. Die grazilen Feen schienen Gefallen zu finden, denn mit leisem Gelächter und erstaunten und erfreuten Rufen machten die Zuschauer weitere Gäste auf das Schauspiel aufmerksam. Der Garten und das Fest war zu groß, um wirklich alle Anwesenden einen Blick auf die Blumenfeen zu gestatten, aber zumindest in der näheren Umgebung des Hauses waren bald alle so gefangen, dass wohl keiner mehr darauf achtete, was um sie herum geschah. Antonio wartete nun nicht länger, sondern huschte lautlos und vor allem unfassbar schnell zu einem der beiden Eingänge hinüber, die in den unteren teil des Hauses führten – wahrscheinlich in Wirtschaftsräume – und verschwand darin.
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Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2015, 11:12
„Erfahrung, mein lieber Ammit, ist unbezahlbar und somit eines der ganz wenigen Dinge, die man nicht kaufen kann. Was man ja von der Liebe bekanntlich nicht sagen…“ mit Belehrung und Weitergabe von Erfahrungsberichten war augenblicklich Schluss.

Herr von Müsig hatte keine Zeichnungen und Gemälde gesehen, aber als sie leibhaftig vor ihm stand, wusste er es sofort: Madame d’Hiver. Kitschig oder banal, vielleicht beides, es war wirklich so, dass ihm die Luft wegblieb, seine Kehle wie zugeschnürt, der Mund trocken. Seine Augen saugten sich an der Gestalt fest, die alles, aber auch wirklich alles hatte, was sich ein Mann erträumen konnte. Und es auch noch prachtvoll präsentierte. Madame wusste um ihre Reize und wie sie auf Männer wirkte. Wer dieses Mieder geschnürt hatte, wusste was er/sie tat. Und langsam wanderte sein Blick über die entblößten Schultern schließlich zu einem Gesicht, das ihn schier umzuwerfen drohte. Auch wenn nur das halbe Gesicht sich seinen Augen erschloss, es war mehr als genug um in hellste Verzückung zu verfallen „Anmut, Schönheit und Würde – Euch vereint ein Name: Madame d’Hiver“ hauchte er und er war sichtlich beeindruckt und seine Stimme gab dem ebenfalls Ausdruck.
„Ja, ja, er kann gehen“ achtete Müsig in diesem Moment noch viel weniger darauf, welchem Irrtum er bezüglich Ammit aufsaß. Seine Augen hefteten geradezu auf Madame d’Hiver und ließen sie nicht los.
Es mochte in normalen Kreisen albern sein, hier war es eine Handlung, die getan werde musste und in diesem Fall ein echtes Vergnügen darstellte. Couragiert ergriff er Madame d’Hivers nicht behandschuhte Hand, was ihm sehr gefiel, und hauchte einen formvollendeten Handkuss auf ihren Handrücken. Als er wieder hochsah blickte er geradewegs in ihre Augen, die durch die Löcher in der Maske hindurchsahen. Er sah etwas darin, dass ihm Hoffnung gab, dieser Frau noch näher zu rücken. „Madame, wenn ich sehe, was ich jetzt bestaunen darf, dann hätte ich noch viel mehr gewagt, auch wenn das bisher Gewagte schon kühn gewesen sein mag. Wer Euch noch niemals begegnet ist, der weiß nicht, welche Schönheitsausprägung die Weiblichkeit in ihrer vollkommensten Entwicklung erreichen kann. Um das zu sehen ist alles erlaubt.“ Er erkannte an ihren Worten, dass seine Nachricht doch vor ihm eingetroffen war. Sie schien ihn wegen seiner Wortwahl nicht zu tadeln.

Ihre Lippen waren formvollendet, das Rot setzte sich in herrlichem Kontrast zu ihrer edlen blassen Haut und die lockigen Haare machten alles nur noch intensiver, ließen alles etwas verspielter aussehen und ihr Lachen verzückte ihn desgleichen.
„Ich möchte keinesfalls vermessen sein, aber es ist einer meiner Lieblingsmelodien, die Eure Musiker gerade zum Besten geben und wenn Ihr es gestatten möget, es wäre eine Ehre für mich, wenn Ihr meiner Aufforderung keinen Abschlag erteilt. Darf ich um diesen Tanz bitten, oh Ihro Wunderbare?“ er verbeugte sich devot und hielt die Hand um die Ihre in Empfang zu nehmen um sie zur Tanzfläche zu führen. Das war alles nicht plump, aufdringlich oder sogar unwebholfen, nein, das hatte durchaus Stil, wie Herr von Müsig sich benahm.

Was rings um ihn geschah ging völlig an ihm vorbei. Es hätte auch der Weltenuntergang gerade stattfinden können, er hätte ihn verpasst. Er roch nur Madame d’Hiver, er starrte auf Madame d’Hiver, er hatte beiden Ohren nur für Madame d’Hiver und er strebte nach der Berührung von Madame d’Hiver.

Und tatsächlich, seine Bemühungen wurden belohnt, Madame d’Hiver zeigte sich gnädig gestimmt und ließ sich zu einem Tanze ‚entführen‘. „Madame, Ihr macht mich zum glücklichsten Mann des bewohnten Landes.“ Ob Madame den Musikern ein heimliches Zeichen gegeben oder die neue Nummer nur recht ähnlich der vorherigen klang, Herrn von Müsig kam es jedenfalls vor, dass sie ‚ihr‘ Lied gerade nochmals spielten. Der Tanz nannte sich Menuett. Mit einem „Es ist mir ein Vergnügen und eine außerordentliche Ehre die Königin der Tänze mit einer ebensolchen zu inszenieren.“ Ein schwieriger Tanz, Eleganz und Können waren dafür unabdingbar. Und dem Tanz sagte man eine gewisse Frivolität nach. Mit kleinen Tanzschritten schwirrten sie über die Tanzfläche, auf der sie nicht alleine waren, aber Müsig wähnte sich unbeobachtet. So tanzten sie schwungvoll über die Fläche. Noch immer war Herr von Müsig wie in Betäubung, nur Aug und Ohr für Madame d’Hiver. Während sie über den Boden wirbelten, fragte sich der Herr was mehr der Form entsprechen würde, konsequent den Mund halten oder ein wenig Plauderei betreiben. Der Adelige glaubte die Entscheidung zu kennen und begann die Unterhaltung. „Was für eine außergewöhnliche Tänzerin ihr seid…Ich hingegen bin etwas eingerostet…seit…ich keine Partnerin mehr habe, aber so eine wie Sie hatte ich dennoch noch nie. Wie Ihr die Figuren, die an Schwierigkeit ihresgleichen suchen, aneinanderreiht, ein Traum.“ Sollte sie ruhig wissen, dass er zur Zeit nicht in festen Händen war.
Seine vermeintliche Eingerostetheit war aber auch kaum ausnehmbar, Bauerntölpel war er keiner.
Ich kam hierher aus Drachenauge, wenn Euch diesen Namen vielleicht schon mal gehört habt, was mich wundern würde, denn so bedeutend ist die Stadt nicht. Also wie gesagt, ich kam, um die Schönheit der Landschaft in mich aufzunehmen und zu genießen, das Land ist so friedlich und jetzt kann ich eine ganz andere Schönheit einer Bewohnerin dieser Landschaft in meine Gedanken aufnehmen.“ Es war offensichtlich welche Schönheit er meinte.
Ich könnte mir vorstellen meinen Lebensmittelpunkt vielleicht schwerpunktmäßig in diesen liebreizenden Landstrich zu verlegen. Wie steht man hier zu Zuziehenden? Zu frischem Blut? Auf dem Schiff, das ich benutzt habe, hat ein Betrunkener etwas erzählt von einer Fehde mit Entführung, Erpressung, und sonstigem Ungustiositäten. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass der von diesem Land spricht. Tat er bestimmt auch nicht. Alles nur Gelalle. Es ist alles viel zu perfekt hier, um wahr zu sein. Verzeiht, dass ich es ansprach.“
Und er konnte es auch gar nicht erwarteen, wieder Ihre Stimme zu hören. Würde sie ihm denn antworten? Während sie tanzten und das Gespräch weiterführten, streifte der Herr Müsig mehrmals an der freien Schulter Madame d’Hivers an. Mal links, mal rechts. Keine Anzüglichkeit, aber auch kein Zufall, einfach ein Zeichen seines Verlangens. Madame schien es entweder nicht zu bemerken oder ließ ihn gewähren. So genau konnte man das nicht wissen. Vor allem er konnte es nicht wissen.
Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 04 Mai 2015, 21:05
Antonio war mit ihm und einigen anderen der Gruppe in Richtung des Gartens geschlichen, weswegen der Magier nur leicht überrascht war, als sich zu seinen beiden eine weitere Blumenfee und etwas scheinbarer Feenstaub gesellte. Tatsächlich schien das Vorhaben den beabsichtigten Effekt zu haben. Kurz warteten sie ab - die Zeit nutzte er, um sich Serafinas recht hübsch anzusehende  menschliche Gestalt einzuprägen -, bis zumindest die in der Nähe befindlichen Gäste abgelenkt waren, bevor Antonio loseilte, so dass der Hohentürmler alle Mühe hatte, diesem zumindest soweit zu folgen, dass er wusste, welchen Eingang der Musikus benutzte.

Im Haus sah er sich dann erstmal um, wo er sich befand und wo Antonio entlang gegangen sein könnte. Fey und dieser eine Druide waren ihnen ebenfalls gefolgt, was ihn etwas erleichterte, da er nur ungern an einem unbekannten Ort herumirrte. Mit einem leicht fragenden Gesichtsausdruck und dem Zeigefinger gen Boden gerichtet, wollte er deutlich machen, dass er Gefangene eher im Keller vermutete, falls dieses Gebäude über einen solchen verfügte, da ja auch in Burgen die Kerker meistens unterirdisch zu finden waren aufgrund der geringen Fluchtmöglichkeiten.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 05 Mai 2015, 16:24
Das Fest schien ziemlich ausgelassen und locker zu sein. Ammit spürte keine Anspannungen, die von einer geplanten Übernahme Nahas herrühren könnten. Während sie also ihrem „Herrn“ von Müsig hinterhertrottete, versuchte sie einerseits unscheinbar und untergeben zu wirken, aber andererseits saugte sie alles an Informationen in ihrer Umgebung auf.

Es war unschwer zu erkennen, wer hier der Glanzpunkt des Festes war. Die Dame hatte diese Ausstrahlung, die unverkennbar sagte, dass sie keine Widerworte duldete. Sie war sicherlich eine Nummer zu groß für ihren adligen Gefährten. Diese Frau war mit Vorsicht zu genießen, hatte aber diesen Reiz sich doch in ihrer Nähe aufzuhalten. Es war klar, dass Herr von Müsig ihr schon ergeben war, bevor sie auch nur ein Wort gesprochen hatte.
Ammit wiederrum versuchte sich dieser Aura zu entziehen und sich auf Gesagtes zu konzentrieren. Was die beiden jedoch von sich gaben, war nur schnulzig und nichtssagend.
Daher war die junge Frau auch fast glücklich darüber vom Rumstehen entlassen zu werden. Sie konnte sich frei bewegen, was Ammit sofort ausnutzte, um sich ein bisschen umzuhören.
Nebenbei schaute sie immer wieder zu diesem selbstverliebten Gockel, da sie sich nicht sicher war, ob sie ihn alleine lassen konnte.

Aber die Gespräche um sie herum lenkten das Mädchen dann doch ab. Es war jetzt nichts außergewöhnliches, Gespräche von unendlicher Leere, wie sie zwischen gelangweilten Adeligen, die sich selbst darstellen wollten, eben gesprochen wurden.
Ein junger Mann weckte die Aufmerksamkeit der schwarzhaarigen Schönen. Und sie wünschte sich dem Fest angepasst bekleidet zu sein, damit sie sich ihm hätte nähern können. Nicht weil er so gut aussah, sondern weil er offenbar einzigst hier auf dem Ball nicht nur feinsinnige oder intellektuelle Gespräche führen wollte. Vielleicht könnte sie später mehr über ihn erfahren.
Aber erst einmal wollte Ammit feststellen, um was für ein Fest es sich hierbei handelte. Und so bat sie einen der Diener ihr doch bitte das Gesindehaus zu zeigen und fragte ihn auf dem Weg dorthin – wobei es sich als nur als größere Stube heraus stellte -, was dies für ein Fest sei.

“Ein Frühlingsball also. Die werden bei uns erst etwas später begonnen. Aber natürlich eine nette Gelegenheit sich nach einem strengen Winter auszutauschen.“
Was natürlich alles erstunken und erlogen war. Sie wusste gar nicht, wie es auf anderen Festen aussah geschweige denn, dass sie wüsste wann solche stattfanden.
“Ist es nicht immer so. Die Reichen nehmen sich, was sie wollen und wir, die wir hart arbeiten können zusehen, wo wir bleiben. Und davon kann ich viele Geschichten erzählen.“ äußerte sie sich noch zu den Traditionen zum Frühlingsfest, die offenbar nicht eingehalten wurden.

Dieser Diener schien zum Glück zugänglich und so versuchte sie es ihn weiter am Reden zu halten. Ammit meinte davor einen gewissen Groll heraus gehört zu haben. Wie er wohl einer Übernahme Nahas gesinnt waren?
“Das ist ja alles sehr interessant. Mein Herr ist diesbezüglich wohl nicht anders. Die Tradition in seinem Haus gibt vor, dass er sich eigentlich schon vor Jahren ein Gattin aus adligen Hause hätte suchen müssen. Meist eine entfernte Verwandte, damit das Vermögen in der Familie bleibt. Und was macht er? Nichts! Doch, er reist nach Naha um sich eine fremde Schönheit anzuschauen. Ich habe ihm gesagt, dass Madame d’Hiver sicher genug Verehrer hat und keinen neuen Reichling braucht. Und er sollte bedenken, was vielleicht aus Naha wird. Uns kamen Gerüchte von einem Aufstand zu Ohren, um die Stadt Naha Eigenständigkeit zu geben. Das wäre ja schrecklich.“
Kurze Pause nach einem theatralischen Auftritt.
“Für ihn. Und für die zukünftigen Bälle und die Traditionen, die dann vielleicht gar nicht mehr gewahrt würden.“
Dann schaute sie den Diener ganz unschuldig an.
“Glaubt Ihr, wir sind hier sicher? Dieser hübsche junge Mann dort drüber schien mir jedenfalls sehr hitzköpfig.“

Jetzt gingen der Priesterin nun doch die Themen für solche Gespräche aus. Aber wenn dies nichts brachte, würde sie es vielleicht in der Gesindestube noch einmal probieren können. Dort wird doch sicher auch die ein oder andere Dienerschaft der Gäste anwesend sein. Und geschwätzig waren Bedienstete schon immer. Das hatte selbst sie schon erfahren. Diener standen im Ernstfall dann doch oft zu ihren Herren oder Ladys. Daher konnte sie hoffen, dass man manches von dem, was sie sagte weiter gab.

Auf dem Weg zur Gesindestube ist ihr sonst nicht mehr so viel aufgefallen, abgesehen von einem kleineren Menschenauflauf, dort wo Christian eine Ablenkung verursachen wollte. Die Gefährten selber sah sie nicht.
Die Gesindestube an sich war ein doch größerer Raum, der für Angestellte doch recht hübsch eingerichtet war. Er lag im unteren Teil des Gebäudes und vielleicht hatte sie die Möglichkeit sich von dort aus etwas in dem Anwesen umzuschauen.
Sie blickte sich in dem Raum um, ob auch die dort Anwesenden wenig Unmut gegen Halbdrows hegten, wie es ihr bisher auf dem Fest zuteil gekommen war.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Dienstag 05 Mai 2015, 17:46
Die Nacht war wirklich erholsam. Daranus bemerkte nicht einmal wie die anderen zurück kamen und von den Ereignissen bei der Villa erzählten. So kam es das er erst am nächsten Tag davon erfuhr.Der alte Druide war sehr glücklich über die Neuigkeit, das nun doch alle mit an die Klippmark kommen würden. Es war Christian der das nötige Kleingeld bereitstellte um ein Bot nicht nur zu mieten sondern gleich ganz zu kaufen.
Diese Überfahrt erwies sich als eine viel angenehmere als die erste. Auch der Kapitän des Schiffes war sehr gut über die Lage und den besten Weg zur Klippmark informiert. Adrian wusste was für Gefahren lauern könnten und deshalb empfahl erst bei Einbruch der Dunkelheit anzulegen, diesen Vorschlag nahmen alle dankend an.

Als die Gruppe oben auf der Klippmark ankam, erwartete sie Mailen und Mailen von Grasland. Nur vereinzelt sah man ab und zu einen Baum ,der aber durch die starken Winde völlig verkrümmt und zerzaust war. Diese Landschaft bot wirklich kaum einen Schutz um sich unbemerkt an das Landhaus heran zu schleichen. Doch das Glück hatte die Gruppe noch nicht verlassen. Als sie den nächsten Hügel erreichten sahen sie bereits das angestrebte Landhaus. Anders als Daranus erwartete war es weder ruhig noch  dunkel dort. Wie es schien hielt Madame d´Hiver eine kleine Party ab. Dies war die perfekte Gelegenheit sich in das Haus zu schleichen und unbemerkt so viele Informationen wie möglich ein zu holen. Es dauerte nicht lange bis die Gruppe sich für einen Plan entschieden hatte. Ammit und Herr von Müsig würden sich zu Madame d´Hiver gesellen. Christian würde einen Zauber wirken um die übrigen Gäste ab zu lenken. Diese würde Daranus nutzen um ins Haus zu gelangen.

Der alte Druide folgte Christian, dem sich auch Antonio angeschlossen hatte, in die nähe des prächtigen Gartens. Nun wurde es Zeit das, das Ablenkungsmanöver in Kraft trat. Doch etwas schien nicht richtig mit dem Zauber von Christian geklappt zu haben. Glücklicherweise erwies sich Antonio ebenso als Magie begabt und unterstützte seinerseits den Zauber des Hohentürmlers . Kurz darauf flogen drei wunderschöne Blumenfee in den Garten. Diese zogen mit ihren feinen und drolligen Bewegungen sogleich die Gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Der Zauber funktionierte sogar etwas zu gut. Denn Daranus selbst war für einen Moment zulange von dem Anblick gefangen,so das er nicht bemerkt wie Antonio sich auf den Weg gemacht hatte. Er konnte sich zwar denken in welche Richtung er gelaufen war, doch da waren zwei Türen. Welche sollte er bloß nehmen? Die Zeit lief ihm davon der Zauber würde sicherlich nicht ewig halten. Daranus fasste sich ein Herz und machte sich auf den weg zu den Türen. Er galt schnell und leise zu sein. An den Türen angekommen griff er entschlossen nach dem Knauf der Linken und betrat so das Landhaus der d´Hiver. 
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 06 Mai 2015, 17:47
Runde 8 -9


Die grauenhafte Schifffahrt lag hinter ihnen. Serafina genoss die herrlich frische Luft und gönnte ihren steifen Muskeln mehr Bewegung als nötig, indem sie auf dem weiten Grasland riesige Kreise rund um die Gruppe rannte. Schon bald folgte ihnen das zornige Kläffen der Hütehunde, welche die Schafherden durch den Wolf bedroht sahen.

Auch der Anblick des gigantischen Herrenhauses - so etwas hätte sich Serafina in ihren wildesten Träumen nicht vorzustellen vermocht - ließ deutlich werden, dass eine Lykantrophin hier auffallen würde wie das sprichwörtlich blauscheckige Pferd. Also fing sie an zu trödeln und nützte schließlich einen Ginsterbusch als Deckung, um sich in ihre menschliche Gestalt zu verwandeln. Hastig schlüpfte sie in das hübsche Kleid, das sie bei Schneider Amras erstanden hatte und seitdem fein säuberlich gefaltet im Rucksack bei sich trug. Zum Glück brach bereits die Dunkelheit herein, so dass keiner ihrer Gefährten sehen konnte, was die Nachhut ohne ihr Wissen trieb.

-4 Mana
+18 Charisma
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 06 Mai 2015, 17:48
Runde 9


Als Serafina wieder zu ihrer Gruppe aufschloss, waren der Adelige von der Muesig und die Dunkelelfe Ammit längst im Herrenhaus verschwunden. Staunend ob all dieser Pracht stand der jungen Serafina Maida der Mund offen. Sie gesellte sich zu Asarra, Christian, Fey und Daranus.

"Ehe ihr fragt", erklärte sie mit einem bezaubernden Lächeln. "Ich bin es, Serafina.  So sah ich aus, ehe ich gebissen wurde. Gar nicht so erschreckend wie ihr befürchtet habt, oder? Ich habe früher auch Schafe gehütet. Es ist hier fast wie zuhause, nur die Berge fehlen mir. Es ist alles so flach. Und erst dieses Haus. Habt ihr so etwas schon gesehen? Wie baut man das?"

An ihrem Geplapper war Serafina Maida eindeutig zu identifizieren - falls auch nur einer gezweifelt hätte, dass wirklich sie es war. Während sich ihr Kopf mit großen Augen von einer Seite zur anderen drehte, spazierte sie neben Asarra her. Sie konnte sich gar nicht satt sehen.

"Aber bitte, nenn mich Maida. Es soll sonst niemand wissen, dass ich mich verwandeln kann. Ich hoffe, ich halte diesmal länger durch als sonst. Es hält nie sehr lange, leider. Es ist schrecklich anstrengend. Wo gehen wir eigentlich hin? Oh, seht, das sind ja Feen! Wo kommen die denn her? Großvater hat erzählt... Asarra? Warte, ich komme mit."

Wenig damenhaft und stolpernd wegen des Kleids rannte Serafina Maida hinter ihrer Gildenschwester her. Offenbar wollte sie zu den Ställen.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 07 Mai 2015, 22:35
~Runde 8 und 9~


Die restliche Nacht war zwar ruhig, aber auch verdammt kurz. Besonders diese Hunde und der vermasselte Einbruch raubten ihm den Schlaf. Lediglich, dass man doch einige Erfolge erzielen konnte, tröstete ihn etwas. Doch nun galt es wieder über das Meer zu reisen. Na klasse. Er war kein Freund des nassen Elementes, soviel war sicher. Er hatte lieber die Erde unter seinen Füßen. Egal ob sie dabei schmutzig wurden oder nicht. Und die Klippmark als Hort des Schmuggels und der Piraterie... Sollte er sich deswegen heimisch fühlen? Vermutlich nicht, denn ein Dieb war nicht wie der andere.

Schließlich entschied sich A'selafeyon aber doch für einen weiteren Einbruch. Und diesmal würde es ganz sicher nicht schiefgehen. Auch wenn diesmal ein weiterer Begleiter dabei war,  auch wenn A'selafeyon über eine zu große Gruppe eher gestört war. Aber nunja, vielleicht erwies es sich doch noch einmal als nützlich. Auch wenn er bisher beim Stehlen eher ein Einzelgänger war. Aber mit dem Gartenstil der Familie d'Hiver konnte er sich wirklich nicht anfreunden. Viel zu geordnet und gebändigt. Natur sollte man seinen Lauf lassen und sie nicht in so strenge Muster zwängen. Das missfiel ihm als Waldelf einfach. Aber das Fest, dass hier stattfand schien doch nahezu perfekt zu sein sich einzuschleichen. Wer beachtete bei diesem Trubel schon ungewöhnliche Gestalten? Man hatte es eindeutig leichter. Zumindest hoffte er es. Aber er nahm sich Ammits Rat zu Herzen, dass es durchaus die Chance gab, dass man bereits von ihren Aktionen in Naha wusste.

Dafür war der Waldelf aber ziemlich vom Zauberwerk des Herrn Christian fasziniert. Diese Feen waren grandios! Er musste aufpassen, dass er sich selber nicht ablenken ließ und schüttelte den Kopf. Er hatte ein Ziel und die Feen sollten die anderen Ablenken, nicht ihn. Und so schaut er fragend zu Antonio und Daranus, die ihn begleiteten. Er legte seinen Finger auf die Lippen und sah Daranus an "Ich hoffe du kannst dich gut lautlos bewegen. Wir sollten leise sein, auch wenn die meisten draußen sind." Man sollte nicht erwarten, dass niemand im Haus war. Das wäre zu einfach. Doch erstmal folgte er Antonio nur, dieser kannte sich in den Häusern dieses Landes vermutlich besser aus als er. er nickte aber auch Christian zu. Der Weg sollte zuerst in die Keller führen. Da hielt man Gefangene, von denen keiner etwas wissen sollte, wohl am ehesten fest.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Donnerstag 07 Mai 2015, 22:56
Die Schiffahrt war wenig ereignisreich, nur einmal wurden sie beinahe entdeckt und die Amazone befürchtete weit öfter, dass sie bald auflaufen würden, so knapp steuerte der erfahrene Kapitän das Schiff um die zerklüfteten Klippen.

Die Bucht - wenn man den Spalt so nennen wollte - war eng und schmal. Der steinige, steile Fusspfad war ihr dennoch eine willkommene Abwechslung zum Geschaukel der See. Oben angekommen eröffnete sich ihr eine ganz neue Landschaft. Saftig grüne Wiesen, voller Schafe und deren Hütehunde. Und darin ein riesiger Schandfleck von Anwesen, dass mit seiner grellen, unpassenden Art die Gegend verschandelte. Asarra schnaubte empört und schüttelte den Kopf ob so viel schlechten Geschmacks.

Die Schwarzhaarige liess sich ihre Überraschung nicht anmerken, als die Werwölfin verschwand und als junges Mädchen wieder kam. Das war also Serafina, die Schäferin. Oder Maida.
"Du bist ein hübsches Ding, Maida. Lass dich ja nicht in der Kaserne so sehen." Asarra grinste und klopfte der ungewohnt kleinen Maida auf die zierlichen Schultern, dabei ganz vergessend, dass sie nicht mehr die grosse starke Lykantrophin war.

"Ich will mir die Ställe ansehen. Vielleicht hat es dort noch mehr Pferde mit demselben Brandzeichen. Fürs Einbrechen bin ich zu gross und auf einen Ball passe ich auch nicht. Aber Pferde liegen mir." Herrjeh, am Ende steckte Serafina sie mit ihrer Plapperei noch an. Zielgerichtet ging sie auf die Stallungen zu. Sie hielt sich zwar bewusst hinter möglichen Sichtbarrieren, versuchte aber gleichzeitig den Eindruck zu erwecken, als würde sie da hingehören. Man wusste nie, wo überall Augen waren.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 08 Mai 2015, 21:31
~@~Runde 10~@~


14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Irgendwo in der Klippmark, nach Einbruch der Dunkelheit

Eine weitere Nacht, ein weiterer Tag waren vergangen. Ephyra von Naha kauerte in ihrem Verlies und versuchte, noch ein wenig Hoffnung zu finden. Doch sie wusste selbst, wie aussichtslos ihre Lage war. Und das alles für einen Mann, den sie nicht einmal kannte... nein, nicht für den Mann. Für Aramon, für ihr Heimatland und ihre Stadt. Sie hatte ohne zu zögern in diese Heirat eingewilligt, weil sie davon überzeugt war, dass Naha  Aramon ebenso brauchte wie Aramon die reiche Südprovinz benötigte. Und dafür würde sie nun mit dem Leben bezahlen, das war ihr bewusst, wenn nicht doch noch von irgendwoher Rettung nahte. Eigentlich war es seltsam, dass man sie überhaupt noch so lang am Leben ließ. Irgendetwas mussten ihre Entführer vorhaben, wofür ihr Tod allein nicht ausreichte. Aber der Tag der Hochzeit rückte näher, und sie konnte sich ausrechnen, dass spätestens dann ihr leben keinen Pfifferling mehr wert war. Ephyra erschauerte und drückte ihren kleinen Hund, Embrun, an sich (das war noch so ein Rätsel: warum hatte man sich die Mühe gemacht, den Hund mitzunehmen?). Das Tier winselte leise und leckte ihr über die Hand. “Tethis, hilf...“, murmelte Ephyra leise. Es war unmöglich, keine Angst zu haben und schwer, nicht in panische Starre zu verfallen. Mit Meditation und Gebet versuchte sie, sich zu trösten ud auf ihr Ende vorzubereiten. Sie selbst war bei Tethis geborgen. Doch was sollte nun aus Aramon werden?

Die Tür öffnete sich mit leisem Knarren. Ein Mann trat ein. Ephyra blickte auf und wollte aufspringen, doch die ketten, die von Manschetten um ihre hand- und Fußgelenke zu einem Ring an der Wand führten, rissen sie zurück. “Ihr!“, stieß sie hervor. “Dass Ihr es wagt...!“ Der Mann lachte nur. “Es ist nur zum Besten, wirklich. Vielleicht trötet Euch dies über Euren verfrühten Tod hinweg... doch keine Angst, heute Nacht ist es noch nicht so weit. Ein paar Tage bleiben Euch noch. Ich möchte nur erklären, warum ihr sterben werdet und wie, damit ihr in der Zeit bis dahin etwas habt, über das ihr nachdenken könnt...“ Wieder lachte der Mann – seine Grausamkeit schien ihm Freude zu bereiten.

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Eine weitere Nacht, ein weiterer Tag waren vergangen. Erneut lag Sheherazade im Dunkeln und fand keine Ruhe. Es wurde immer kälter, der Hunger wühlte in ihren Eingeweiden – erneut hatte man ihr nichts zu Essen gebracht. Ihr Arm brannte und Schmerzte – ein nicht besonders tiefer, aber langer Schnitt zog sich vom Ellbogen bis zum Handgelenk. Seit dem Mittag hatte es auch kein Wasser mehr gegeben. Da hatte Madame sie zum letzten Mal besucht und ihre freundliche Maske endgültig abgestreift. Unverhohlen drohend war sie nun aufgetreten, sollte Sheherazade nicht auf ihre Pläne eingehen, doch was konnte sie anderes tun als sie zu weigern? Das Blut Tausender würde an ihren Händen kleben, sollte Madame mit dem, was sie vorhatte, durchkommen. Zum Schluss hatte Madame frustriert gezischt. “Ich werde schon jemanden finden, der Euch überreden kann, kleine Hure!“, hatte sie gezischt. “Bis ich mit ihm wiederkomme, solltest du dich eines Besseren besonnen haben, sonst wirst du es noch bitter bereuen! Morgen sehen wir uns wieder – bis dahin überlasse ich dich der Gesellschaft meines Partners...“[i]“Dann war sie hinaus gerauscht, und dieser Mann war hereingekommen. Mit einem Messer hatte er sich lächelnd über sie gebeugt. [i]“Vielleicht kann ich doch ja überzeugen...“ Seine Stimme war leise und weich wie Seide gewesen. “Andernfalls verbringen wir einfach ein paar vergnügliche Stunden miteinander.“ Es hatte ihm offenbar Freude bereitet, ihr Schmerzen zuzufügen. Bei Einbruch der Nacht hatte er sie endlich allein gelassen... oh Lucius, wie hatte es nur so weit kommen können? Dabei wusste sie nicht einmal mehr, was sie für den Adlerritter noch empfand, zu viel war geschehen, zu viel hatte sie erfahren.

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14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Am Landgut d'Hiver, nach Einbruch der Dunkelheit

Die maskierte Dame im schwarzroten Kleid ließ sich willig von Herrn von Muesig zu den anderen Tänzern führen und reihte sich mit ihm zum Menuet ein. Sie tanzte so, wie ihre Bewegungen schon vorher verheißen hatten: mit vollendeter Leichtigkeit und Eleganz. Über seine Komplimente lachte sie geziert und senkte kokett den Blick. “Nunja. Eine für so einen kleinen Hausball mögen meine Künste wohl ausreichen...“, erwiderte sie. “Aber davon, dass Ihr eingerostet seid, kann ich nun wirklich nichts bemerken. Ihr macht Eurem Stand wirklich alle Ehre. Und Ihr seid tatsächlich nicht in festen Händen?“ Vielleicht etwas länger als gehörig gewesen wäre blickte sie ihm direkt in die Augen. “Das kann ich mir kaum vorstellen – an Bewerberinnen angelt es gewiss nicht, oder?“ Erneut ein perlendes Lachen. Dann verstummte sie und hing an seinen Lippen, als wäre jedes Wort, das Herr von Muesig von sich gab, das Interessanteste, was sie je zu hören bekommen hatte. Drachenauge kannte die Dame, natürlich, immerhin war es die Hauptstadt des Nachbarreiches. Doch dass sie Dragonia generell für ein wenig provinziell hielt, daraus machte sie keinen Hehl. Die Aussicht, dass Herr von Muesig sich vielleicht in Aramon niederlassen würde, versetzte sie augenscheinlich in Entzücken. “Ihr würdet es hier lieben, dessen bin ich gewiss! Ein Mann von Eurem Format ist bei den Rittern da in Drachenauge doch verschwendet... wo Ihr die feine Lebensart und … die Schönheit doch so zu schätzen wisst!“ Hinter der Maske war es nicht so einfach, ihre Mimik zu lesen, ihr kirschroter Mund jedoch lächelte strahlend. Doch bei der Erwähnung von Verrat und Erpressung formten die begehrenswerten Lippen sich zu einem kleinen bestürzten „oh“. “Entführung? Erpressung? Herr von Muesig – das ist ja fürchterlich! Wo soll dies geschehen sein?“ Sie biss sich auf die Lippe. “Ich will ehrlich mit Euch sein... ich würde Euch jetzt gerne versichern, dass so etwas in unserem Lande tatsächlich nicht möglich sei. Aber leider verhält es sich so, dass in Naha wieder Unruhen herrschen. Bestimmt habt Ihr von den Unabhängigkeitsbestrebungen der Provinz gehört. Und es gibt Leute – auf beiden Seiten – die vor nichts zurückschrecken, um ihre Ziele zu erreichen. Sogar ich bin nicht vor Verleumdung und Bedrohung sicher...“ Madame seufzte, doch dann riss sie sich zusammen und lächelte tapfer. “Aber damit will ich Euch nicht belasten. Ich will...“ Wieder streifte Herr von Muesig ihre Schulter, und sie erschauerte leicht, wich aber nicht zurück. “Ich will viel lieber den Abend genießen...“

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Der Diener, der Ammit den Weg zum Gesinderaum zeigte, blickte sie immer wieder fast scheu von der Seite an, aber er schien keine Angst vor hr zu haben. Eine Halbdrow war auch in Aramon nicht grade etwas Alltägliches, aber Aramon war auch nicht in dem Maße wie Dragonia von Taros bedroht worden, so dass die Vorurteile Dunkelelfen gegenüber vielleicht nicht ganz so tief saßen. Außerdem war sie ja als Dienerin eines Adeligen hier. Da konnte sie kaum eine echte Dunkelelfe aus Taros sein, oder? Nach allem, was man hörte, würden die sich nie zu so etwas herablassen. Dunkelelfen waren stolz und arrogant, das wusste jeder. Mitfühlend hörte er zu, als Ammit über ihren „Herrn“ sprach. “Nunja, so mancher, der in einem goldenen Bett geboren ist, hält sich für einen unwiderstehlichen Frauenhelden... deiner ist vielleicht auch so einer? Ich bin ja keine Frau, aber...“ Er sprach nicht weiter, aber verdrehte vielsagend die Augen. “Nunja, nichts für ungut. Ich bin jedenfalls ganz froh, dass Madame unverheiratet ist. Also, ähm, verwitwt. Kommt ja oft genug vor, dass der Hausherr die Finger nicht von den Dienstmädchen lassen kann. Wobei der verstorbene Herr nicht so einer war, das muss ich schon sagen. Und stimmt schon, Madame ist kein Kind von Traurigkeit...“ Der Diener schien recht redselig zu sein – ein recht junger, rothaariger Bursche.

Sein hübsches, noch jungenhaftes Gesicht verdüsterte sich allerdings, als Ammit auf Naha zu sprechen kam. “Naja, es gibt da Gerüchte über Unruhen und so in Naha.“, meinte er. Ich mein, von Politik und so versteh ich ja nichts. Madame glaubt, Naha ist allein besser dran, aber ein Krieg? Den wünscht sich doch keiner. Aber wenn der König uns angreift... was sollen wir dann tun? Aber wir sind hier sicher, keine Sorge!“ Seine Miene hellte sich wieder auf. “Madame mag zwar für ein starkes Naha sein, aber sie wird schon nichts unbesonnenes tun! Und diesen Hitzkopf da wird sie schon zur Raison bringen. Das ist so ein Seekadett... sein Vater war ein hohes Tier im Sindarinerorden und hatte eine kleine Burg so einen halben Tag nördlich von hier. Aber der Orden ist ja wohl jetzt Geschichte, seit er den Bürgerkrieg damals angestachelt hat, und das schlägt dem jungen  Pierre Dragault wohl aufs Gemüt.“ Der Junge zuckte mit den Schultern. “Er redet viel, wenn er zuviel Wein hat, aber ist halt nur Gerede. Madame wird ihn schon davon abhalten, Blödsinn zu machen. So, hier sind wir. Ruh dich was aus, solange dein Herr rumtändelt... ich muss wieder.“ Er winkte und war dann im Gewühle verschwunden.

Der Gesinderaum war groß, hell und recht gemütlich, aber fast leer, denn bei so einem Fest gab es wirklich genug für alle zu tun. Nur eine ziemlich alte Magd saß da und trank eine Tasse Tee. Doch als Ammit hereinkam, blickte sie auf, blinzelte kurzsichtig, murmelte denn etwas Unwirsches und schlurfte dann hinaus.

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Asarra und Serafina nahmen sich unterdessen die Ställe vor. An diesem Tag war soviel fremde Dienerschaft hier unterwegs, dass sich niemand was dabei dachte, dass die beiden da herumliefen. Die Ställe waren rappelvoll mit den Pferden der Besucher, keine einzige freie Box war mehr übrig, und es waren auch mehrere Gespanne darunter, die das Zeichen der de l'Ain trugen. Es war jedoch tatsächlich ein Pärchen darunter, das dem, welches Asarra am Hafen von Nuru zurückgelassen hatte, recht ähnlich sah. Aber das Gestüt de l'Ain war gut und bekannt und verkaufte seine Pferde recht weit. Dies würde jeder Pferdeknecht bestätigen können. Die Pferde waren recht unterschiedlich in Schuss. Die meisten waren ganz gut gepflegt, und hier waren sie gut versorgt worden, aber ein oder zwei Gespanne gab es, die wohl nicht in so guten Händen in ihren Heimatställen waren. Besonders auffällig war jedoch ein paar edler, grauer Percheron-Wallache, zwei prächtige Tiere, deren glänzendes Fell fast bläulich schimmerte.  Auch sie trugen das Zeichen der de l'Ain, und dazu noch ein weiteres kleineres Zeichen in Form einer Jakobsmuschel. Sonst war hier aber nichts Auffälliges zu entdecken.

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Christian, Daranus und A'Selafeyon waren Antonio durch die linke der Gesindetüren gefolgt. In einem düsteren Gang fanden sie sich wieder, der wohl einmal quer durch das Haus führte, Nach rechts und links gingen Türen ab, die in Küchen, Vorratskammern und Wäschekammern führten. Am anderen Ende fand sich eine Stiege, die nach oben führte – und nach unten in den Keller. Zahlreiche Diener eilten hier hin und her und waren zu beschäftigt, um Notiz zu nehmen von den Eindringlingen, nur einmal wurde misstrauisch nachgefragt, was sie denn hier unten zu suchen hatten. Antonio reagierte schnell – und recht unwirsch – und tat so, als seien sie Diener, deren Herr es nach einem besonders alten Cognac gelüstete und der sie deshalb in den Weinkeller geschickt hatte – und außerdem war ihr Herr sicher tausendmal mehr wert als die Hausherrin, und man möge ihnen aus dem Weg gehen! Oder wolle man etwa einen Diener der Tethis-Kirche verärgern? Dies war nun ins Blaue hinein geraten, aber es schien Wirkung zu zeigen. Der Diener wies auf die Treppe in den Keller und sagte, in dem Fall werde der Kellermeister sicher gern weiterhelfen. Dann rannte er weiter, den Kopf schüttelnd und vor sich hin murmelnd.

Die Treppe hinunter war eng und aus ausgetretenen Steinen und führte in ein recht niedriges Gewölbe, das als Vorratskammer zu dienen schien: Schinken und geräucherte Würste hingen von der Decke, runde Käse lagerten in Regalen. Es ging noch weiter hinab, in ein kühleres Gewölbe, in dem Wildbret und Geflügel lagerten, und dann noch weiter hinab in den Weinkeller, wo Reihen um Reihen schwerer Eichenfässer lagerten. Der Kellermeister war nicht hier, aber Fußspuren auf dem staubigen Boden zeigten deutlich, dass hier öfter Leute unterwegs waren.

Was nicht in dem Keller zu finden war, war ein Raum oder irgendwas, wo man gefangene halten konnte. Noch gab es Spuren, dass jemals jemand hier gefangen gehalten worden war. Ganz hinten im Weinkeller gab es allerdings eine kleine, mit einem Riegel und Schloss verschlossene Tür. Und wenn man die öffnete – was für A'selafeyon ganz leicht war – fand man sich in einem Gang wieder, der abwärts führte und schließlich ins Freie mündete, irgendwo in den Klippen, über sich noch etwa zwanzig Schritt Kreidefelsen und das Anwesen, unter sich ein langer, steiler, stufiger Pfad hinunter auf ein leeres kleines Stückchen Sandstrand und dann das Meer.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 11 Mai 2015, 13:23
Sie tanzen weiter und des Adeligen Berührungen, die nicht gänzlich folgenlos blieben und da Madame d’Hiver auch nicht wirklich etwas dagegen zu haben schien, wurden etwas kühner, kesser und kecker ohne aber aufdringlich zu werden. Es war eine kontrollierte Verminderung der Distanz im gegenseitigen Einverständnis.  „Nein, nein, es hat sich nicht ergeben und wenn ich es recht sehe, dann kann das nur Schicksals Gefüge sein. Ja, es gab Tändeleien, gewiss, aber entweder stellte sich heraus, war man nur am Titel interessiert oder am Geld oder an beiden. Manchen sah man an, dass ihr Geschlecht schon viele Generationen alt war und es wohl auch zu In-Linie Verbindungen gekommen sein musste. Und dann…“ er senkte verschwörerisch die Stimme „einige waren auch durchaus das, was man dem Abendwind zuschreibt, während ich Euch im Gegenteil mit dem Südwind in Verbindung bringe.“ Er ließ das wirken…frigide und feurig. Sie würde verstehen, was er sagen wollte.
Und das war weder geschönt noch optimierte Wahrheit, es war die reine und nichts als die Wahrheit. Die Warnungen von Aline waren in den Wind geschlagen, Madame d‘Hiver hatte ihn am Haken und er war gerne dort. Auch die Kameraden interessierten ihn nicht das Bohnenstroh. „Euer Kleid, wenn ich’s denn sagen darf, es sieht aus, wie nur für Euch entworfen und genäht. Ich kann mir kein anderes Geschöpf darin vorstellen, dass reizender wäre, ja, die es überhaupt zu tragen vermag, ohne sich der vollkommenen Lächerlichkeit preiszugeben.“ Es waren kleine, aber feine Gesten, die Herrn von Muesig voll für Madame entflammen ließen. Hier ein Blick, wenn auch mit maskierten Augen, der nur einen Moment länger seine Augen fixierte, als es üblich war. Dort ein Lachen, frei und ungezwungen wie es nur von Menschen, von Frauen kommt, die an einem Flirt Gefallen gefunden haben und sie den Galanen signalisieren: Du darfst gerne damit fortfahren. Herr von Muesig war jedenfalls sehr ermuntert. Und die Perspektive sich in Naha niederzulassen schien ihm dann ganz und gar nicht mehr abwegig. Madame hatte den Span auf den Kopf getroffen: Dragonia war primitiv und Drachenauge abgesandelt und herabgewirtschaftet, das sich nur noch mit kriegerischen Mitteln an Größe, Macht und Einfluss glaubte. Welch ein krasser Unterschied zu dem, was er hier erlebte. „Euch kann ich nicht widersprechen, Prunk, Schönheit, Eleganz, ausschweifendes Lebensgefühl, Frauen, die nach Frauen aussehen und nach Frauen duften. Im Geiste sind meine Koffer bereits jetzt verpackt.“ Sein Blick war auf den auffälligen kirschroten Mund geheftet und nur er wusste, was er mit diesem Mund jetzt gerne gemacht hätte. Das verbat sich in diesem Moment selbstredend, doch er würde alles dafür tun, das noch Wirklichkeit werden zu lassen. Und damit waren die Koffer in seinere Fantasie bereits hier abgestellt und ausgeräumt.
Madame d’hiver war schön, begehrenswert, charmant und ehrlich. Die Reihenfolge war durchaus von Bedeutung. „Ich danke Euch für Eure Aufrichtigkeit, die so gut zu Eurem Charakter passt. Auch ich will Euch nicht im Unklaren lassen, dass manch unschönes Gerücht über Euch in Umlauf ist. Ja, man geht schon so unverschämt weit, Brände auszulösen und dann den ‚klaren‘ Beweis zu liefern, dass Euer Haus damit in Verbindung steht. Ein Pfeile mit Eurem Namen - lächerlich. Bei meiner Ehr, ich habe das erlebt und wer immer das gemacht hat, soll schmoren in seiner Bösartigkeit. Und da war, so unglaublich das auch sein mag, noch mehr.“ So sehr sich Herr von Muesig auch ereiferte, weil er Madame d’Hiver für unschuldig im Zusammenhang mit dieser Entführung hielt, die anderen deshalb zu verraten, kam ihm doch nicht in den Sinn. Ihr Biss auf die Lippe, so viel Sinnlichkeit, sie war kaum auszuhalten. Und so verflogen Unabhängigkeit, Verleumdung, Bedrohung alles in Sekundenschnelle. „Auch ich will…“ er suchte ihre Hand um sie zärtlich zu berühren „den Abend mit dem Südwind genießen“ Es war wirklich, wirklich Zufall, aber wie ein bestellter, dass sich ein kleiner Luftstrom erhob und ein paar Zweiglein bewegte. Ganz sachte. Dazu die wiegende Musik. So würden es nur überschwülstige Poeten beschreiben. Doch hier war es Wirklichkeit, eine Wirklichkeit an die  zumindest Herr von Muesig glaubte.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Mittwoch 13 Mai 2015, 10:23
Die Zeit verrann, wie Sand durch die Finger. Der zweite Tag neigte sich dem Ende zu und immer noch kein richtiger Hinweis. Ammit setzte sich in der Küche auf einen Stuhl und raufte sich die Haare. Sie war hier ganz alleine. Die alte Frau, die sich noch in dem Raum aufhielt, hatte die Kammer verlassen, als sie scheinbar als Halbdrow erkannte.
In Aramon waren wohl doch nicht alle so offen, was ihre Herkunft betraf.

Die anderen waren sicher noch etwas im Haus beschäftigt. Sie hätte jetzt die Zeit sich auch etwas im Haus umzusehen. Aber sicher würde das auch nicht viel mehr helfen.
Auf diesen Adelsfutzi konnte sich Ammit nicht verlassen. Vielleicht sollte sie doch wieder hinaus um ihm im Auge zu behalten.
Aber dann waren da noch die Worte des jungen Dieners. Was hatte er gesagt? Dieser junge Bursche war Seekadett. Das sollte sie an etwas erinnern, was Asarra und Serafina erzählt hatten. Sollte es Zufalle sein, dass genau der hier war, von dem die beiden Frauen erzählt hatten?
Alle Unvernunft verwerfend, machte sich Ammit auf etwas adretter auszusehen. Der Kerl war angeheitert und vielleicht stand er in diesem Zustand auf die holde Weiblichkeit. So konnte Ammit jedoch nicht raus. Sie schaute in Schränke und öffnete Türen um vielleicht eine Kammer mit Arbeitskleidung der Bediensteten zu finden. Denn sie würde sich sicher nicht als Adlige ausgeben. Es reichte schon sich als Magd zu verkleiden. Diese Spielchen waren ihr zuwider, aber sie war auch alleine und wusste nicht, was jetzt angebracht wäre.

Ein Kleid einer Magd zu finden war etwas schwieriger, als sie gedacht hätte, daher musste es also so gehen. Die Lippen angefeuchtet, die Haare gerichtet. Jetzt noch ein Tablett und ein paar Gläser mit Getränken. Und vielleicht würde man ihr die Dienerin abnehmen. Ansonsten würde sie einfach sagen, dass sie helfen wollte und Herrn von Müsig als ihren Herrn ausgeben.
Den Weg zurück zu finden, war nicht schwierig und auch den jungen Kadetten zu finden machte ihr keine Schwierigkeiten.
Nun aber musste sie Worte finden, die angemessen waren für diese Untergebenen.

“Entschuldigt untertänigst, Monsieur, darf ich Euch oder Euren Freunden ein Getränk anbieten?“ fragte sie mutig in die Gruppe hinein und schaute den Seekadetten mit ihren grünen Augen offen und interessiert an.

“Ein Glas Wein, oder habt Ihr sonstige Wünsche“

Dabei schaute sie nur diesen Seekadetten an, der so voller Groll wegen seines Vaters war. Die umstehenden Männer ignorierte sie, um zu zeigen, dass die ‚Magd‘ offenes Interesse an dem Kadetten hatte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 13 Mai 2015, 13:45
Eine ungeheure Menge Leute wuselten in den Ställen umher. Dienstpersonal, vermutete Asarra. Die Gildenschwester musste es wissen, sie kannte sich mit solchen Sachen aus. Für Serafina Maida war diese Welt völlig fremd. Staunend betrachtete sie den sauberen Stall und die herrlichen Rösser. Solche Prachtexemplare hatte sie noch nie gesehen. Alles hier war so ordentlich. Asarra fand, was sie suchte, doch half ihnen das wenig. Zumindest vermutete Serafina Maida das, denn das Zeichen auf den Pferden kennzeichnete den Verkäufer und nicht den Besitzer.

"Hm, sieh mal." Das ehemalige Schäfermädchen deutete auf zwei bläulich schimmernde Wallache. "Die hier haben gleich zwei Zeichen. Was ist das? Eine Muschel?"

Da es sonst nichts Auffälliges zu sehen gab, überlegten die beiden Frauen, wie sie mehr über die Besitzer der Muschel-Pferde herausfinden könnten.

"Sag mal", dachte Serafina Maida halblaut nach. "Hier gibt es doch bestimmt Stallburschen. Bei uns in der Kaserne sind welche, die sind immer ganz verrückt nach den Bäckermädchen, die das Brot bringen. Du glaubst ja nicht, was die den Fräuleins alles erzählen. Ganz stolz sind sie mit ihren Pferden. Vielleicht gibt es hier ja auch solche. Warte, da hinten ist einer. Der sieht noch grün hinter den Ohren aus. Den kriege ich bestimmt herum. Wie sehe ich aus? Ist mit meinen Haaren alles in Ordnung? Kein Schmutz im Gesicht? Gut, dann mal los. Warte hier, bin gleich zurück."

Serafina Maida richtete ihr Kleid, schob ihre Brüste unter dem Stoff zurecht, damit sie gut zur Geltung kamen und streckte den Rücken durch. Gemächlich schlenderte sie schnurstracks auf den noch recht jungen Stallburschen zu und zwinkerte ihm keck zu. Der war bestimmt nicht älter als sie.

"Sei gegrüßt. Arbeitest du hier, zwischen all diesen herrlichen Pferden? Es ist so laut dort drinnen bei dem Fest. Eigentlich sollte ich ja in der Küche helfen, aber ich habe mir ein wenig Zeit gestohlen. Musst du all diese Pferde allein versorgen? Das ist aber ganz schön viel Arbeit. Hast du davon so dicke Muskeln an den Armen? Kein Wunder, so ordentlich wie hier alles ist."

Ihr verführerisches Lächeln war wohl einstudiert. Sie hatte das in Grünflur oft geübt, doch leider hatte sie bei den Bauernjungen damit wenig Erfolg gehabt. Die mochten lieber gut gepolsterte Hüften. Der schlacksige Bursche hier aber fand ihre schmale Statur aufreizend genug, dass er den Blick kaum von ihrer Oberweite nehmen konnte. Nach ein wenig Gestammel gab er sogar recht brauchbare Antworten. Willig erzählte er ihr von den beiden Wallachen und zu wem sie gehörten, während sie aufreizend um ihn herumscharwenzelte. Gerade, als sie sich verabschieden wollte, stahl er ihr einen flüchtigen Kuss von den Lippen. Serafina tat recht erschrocken, schlug die Hand vor den Mund, kicherte und eilte scheinbar beschämt davon. Kurz winkte sie ihm noch zu, ehe sie um eine Ecke verschwand und sich zu Asarra schlich.

"Die beiden Wallache gehören zwei hochrangigen Priestern der Tethis-Kirche. Genaue Namen wusste er leider nicht", berichtete Serafina Maida ein wenig außer Atem und wischte sich über die Lippen. Wenn sie keine Lykantrophin wäre, dann wäre dieser Bursche vielleicht der Richtige für sie. Er war eigentlich recht nett.

"Kannst du damit etwas anfangen?"
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 13 Mai 2015, 19:45
Nur gut, dass sie Antonio dabei hatten, denn dieser improvisierte seine Rolle als Diener eines hohen Herrn sehr eindrucksvoll, weswegen sie nicht bereits bei der ersten Frage eines Bediensteten von Madame d'Hiver aufflogen. So konnten sie unbehelligt hinuntergehen. Immer weiter ging es hinab, als ob das Anwesen unter dem Erdboden größer wirken wollte als oberirdisch. Oder viel zu verbergen hatte. Aber sie trafen nur auf Vorratslager und Weinkeller und danach einen wohl als Fluchtweg gedachten Gang. Da war wirklich an alles gedacht worden.

Daranus wollte im Haus nach weiteren Informationen suchen und da sie sich nicht aufteilen sollten in diesen unbekannten Gefilden, seufzte der Magier nur leicht und überlegte, wo eine Suche noch erfolgversprechend sein könnte. Vielleicht hatte Madame d'Hiver hier einen Büroraum, in dem sie wichtige und geheime Unterlagen aufbewahrte, denn mit Gefangenen rechnete er eher nicht mehr.


Nun, dann gehen wir eben wieder nach oben, die Stiege hinauf. Vielleicht gibt es dort Hinweise zu finden.
Autor: Daranus Datum/Zeit: Donnerstag 14 Mai 2015, 21:08
Sie hatten es geschafft. Sie alle waren ins Haus gekommen. Jetzt war es an der Zeit den Palast auf den Kopf zu stellen und die Gefangenen zu befreien. Christian schlug vor den Keller ab zu suchen. Daranus hatte diesem Vorschlag nichts entgegen zu setzten, erschien es ihm doch nur logisch das man dort zu erst suchen sollte. Die Gruppe machte sich auf den Weg den Eingang zum Keller zu finden. Diese Aufgabe stellte sich als gar nicht mal so einfach heraus. Niemand wusste genau wie man in den Keller gelangt und der Betrieb im Haus war doch deutlich höher als der alte Druide erwartet hatte. Es war das schnelle Denkvermögen von Antonio was rette, als einer der Diener sie darauf ansprach was die vier im Haus zu suchen hatten. Nachdem diese Krise erfolgreich abgewendet werden konnte, dauerte es nicht mehr lange bis sie endlich den Eingang zum Keller gefunden hatten.
Zu der Großen Überraschung aller war im  Keller  niemand zu finden, nicht einmal etwas  was darauf hin wies das hier jemand gefangen gehalten wurde. Das alles beunruhigte den alten Druiden sehr. Was wenn der ganze weg um sonst war? Was wenn das alles nur eine Täuschung war? Daranus wurde wütend das durfte nicht wahr sein. Doch dann sah Daranus eine Tür am ende des Raumes die verriegelt war. Irgendetwas wichtiges musste dahinter sein.
Er rief den Elfen der sich schon früher als geschickter Einbrecher bewies, so sollte das hier kein Problem für ihn sein. Und tatsächlich er knackte das schloss in wenigen Sekunden. Hinter der Tür eröffnete sich der Gruppe ein langer Weg. Er schien äußerst lang. Daranus vermutete das der Weg so eine Art Fluchttunnel oder der weg zu einem geheimen Unterschlupf sein musste.
Aber man konnte nur vermuten wo er hinführte und bis jetzt hatten sie nur wenig vom Haus erkundet. Keiner wusste genau was sie da unten erwartete, vielleicht war es nur Zeitverschwendung. Deshalb schlug Daranus vor sich auf zu teilen und das Haus noch einmal gründlich nach weiteren Hinweisen oder gar Beweisen ab zu suchen.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Donnerstag 14 Mai 2015, 21:40
Die Amazone hatte keine Probleme, mit der verwandelten Wehrwölfin zusammen in den Stall zu gelangen. Hier wuselten aufgrund des Festes ohnehin so viele verschiedene Gestalten herum, dass sie erstaunlich wenig auffielen.

Mit kritischem Blick musterte sie die Tiere. Gespanne verschiedenster Qualität waren zu finden, einige davon auch mit dem besagten Brand. Wirklich aussergewöhnlich waren allerdings nur zwei Tiere. Grosse Percherons, die beinahe bläulich schimmerten. Sicherlich waren die zwei ziemlich wertvoll.

Asarra nickte nur überrascht, als Serafina vorschlug den Stallburschen zu bezirzen. Entspannt an eine Wand gelehnt beobachtete sie die Darbietung der verwandelten Soldatin und gab sich alle Mühe, dabei nicht laut loszulachen. Der Bursche frass ihr aus der Hand. Es war grotesk anzusehen, kannte Asarra Serafina doch vor allem in ihrer plappernden Lykanergestalt.

Als Serafina Maida zurückkehrte und sich die Lippen abwischte, konnte Asarra nicht anders als zu lachen. "Herrjeh Maida, du bist mir ja eine. Das hätte ich jetzt echt nicht erwartet. Reife Leistung, muss ich sagen." Sie grinste und klopfte ihrer Gildenschwester etwas zu fest auf die Schulter. Herrjeh, diese menschliche Gestalt wirkte wirklich viel zerbrechlicher.

"Das entführte Mädel gehörte doch zur Tethis-Kirche, nicht? Und irgendwas war da doch noch mit einem Hohepriester, der kurz vorher verschwand.. Und wenn da die Kirche auch noch ihre Finger mit im  Spiel hat? Es kann doch kein Zufall sein, dass die ausgerechnet hier auf diesem Fest aufkreuzen."
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Freitag 15 Mai 2015, 00:49
Na ganz toll, im haus waren soviele Diener, dass man es sich mit dem Schleichen nochmal überlegen sollte. Aber was überlegte er da auchnoch lange? Es war eh zu spät, die Diener hatten sie entdeckt. Doch noch während A'selafeyon einen Ausweg suchte, hatte Antonio schon die Zügel ergriffen und eine formidable Geschichte parat gehabt. Nun, der Waldelf hätte sie ihm sicher nicht abgekauft, wenn vier so seltsame Gestalten dabei waren... Aber er war zum Glück ja kein Diener des Hauses. Und hatte auch ganz sicher nicht vor überzulaufen. Zu atmete er nur leise auf und folgte Antonio lieber weiter. Er wusste immerhin, wie man die richtigen Worte fällte. A'selafeyon war auf alle Fälle beeindruckt und respektierte Antonio, nach seinen bisherigen Erfahrungen mit diesem, durchaus.

Die Wege führten hinab durch die Vorratskammern und A'selafeyon musste sich zurückhalten nichts davon mitgehen zu lassen. Aber was brachte es ihm schon hier Lebensmittel zu klauen? Ob sie die Überfahrt überleben würden war fraglich und wo er sie hier so schnell verteilen sollte, wusste er nicht. Also beherrschte er sich geschickt und blieb lieber bei seiner jetzigen Mission. Aber diese schien irgendwie in eine Sackgasse zu führen, denn hier sah nichts nach einer Gefangennahme aus. Einzig eine verschlossene Tür barg Hoffnung und wer war für eine verschlossene Tür schon anderes geeignet als er? Er grinste und nickte, während er sich ans Werk machte. Es war garnicht so schwer, und er würde der Familie eindeutig bessere Schlösser empfehlen, wenn sie nicht gerade so unbeliebt bei ihm wären. Doch dahinter befand sich nicht viel außer einem Pfad, der in Richtung Sandstrand führte. Ein wenig missmutig war A'selafeyon schon. Der Strand mochte vielleicht für eine Landung oder das wegfahren per Schiff geeignet sein. Aber ansonsten sah es hier nicht sehr nach einer Spur aus. Eher nach einem Fluchtweg. A#selafeyon fragte sich ja, ob man sich vielleicht aufteilen sollte. Doch scheinbar war Christian gegen eine Spaltung und auch Antonio schien nicht so begeistert zu sein. Allgemein klang es eher so, als ob man im Haus bleiben wollte, was ihm auch ganz recht war. "Aber sollte nicht wenigstens jemand schauen, ob es daunten nicht doch Hinweise gibt?"  Er zuckte mit den Schultern. Er wurde hier im haus gebraucht, hier gab es ganz sicher noch einige verschlossene Türen und er schloss sich Christians Meinung an. "Gut, dann schauen wir oben weiter... meine Universalschlüssel stehen zu euren Diensten." Grinsend spielte er mit seinem Dietrichsatz rum.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 15 Mai 2015, 21:49
~@~Runde 11~@~


14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Am Landgut d'Hiver, des Nachts

Madame hörte Herrn von Muesig aufmerksam zu, als dieser von dem Pfeil und den 'fingierten' beweisen sprach, und ihr Gesicht nahm hinter der Maske einen bekümmerten Ausdruck an. “Ja, der Gerechteste kann in Frieden nicht leben, wenn#s den Nachbarn nicht gefällt.. dass ich immer für ein starkes Naha war, ist bekannt, und da schienen einige es leicht zu finden, mir Machenschaften in die Schuhe zu schieben, die ich bei allen patriotischen Gefühlen nie gutheißen würde... und Neid und Missgunst gibt es nunmal überall, das ist im schönen Naha nicht anders als in Dragonia.“

Irgendwann war der Tanz zuende, und die schöne Dame schien ein wenig erschöpft zu sein. Jedenfalls entschuldigte sie sich bei Herrn von Muesig damit, dass sie sich gern ein wenig auf ihre Gemächer zurückziehen würde, wandte sich um und ging auf das Haus zu. Am Rand der Tanzfläche drehte sie jedoch nocheinmal den Kopf und sah Herrn von Muesig über eine entblößte Schulter hinweg mit einem verheißungsvollen Lächeln an – ein glutvoller Blick, der deutlicher als Worte zu sagen schien: 'Folge mir'...

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Unterdessen versuchte Ammit, sich an den heißblüten Seekadeten heran zu machen, der ihr vorher schon aufgefallen war. Seine Freunde griffen bei den getränken gerne zu, der Kadett jedoch schien unter dem grünen Blick der Halbdrow kaum zu wissen, was er antworten sollte. Er war wirklich noch ziemlich jung und vielleicht noch nicht allzu erfahren mit Mägden, die so offenes Interesse zeigten. Seine Verwirrung sorgte für einiges Gelächter und Scherze unter den Umstehenden. Einer gab dem jungen Mann schließlich einen leichten Stoß in den Rücken, so dass der einen halben Schritt auf Ammit zustolperte. “Los, greif zu!“, rief der Freund lachend und bedachte die junge Frau mit einem langen, ziemlich eindeutigen Blick. “Sie fragt dich doch nach ihren Wünschen, und so ein Angebot sollte man nicht ablehnen.“ Der Kadette errötete, jedoch schien der Wein, den er schon genossen hatte, Mut zu geben. Er griff nach einem Glas von Ammit Tablett, doch dann reichte er es an sie weiter und nahm ihr mit unbeholfener Galanterie das Tablett aus den Händen, welches er kurzerhand an seinen Freund weiterreichte. “Schöne Frau“, sprach er, “darf ich euch zu einem Spaziergang in das Labyrinth einladen? Es soll dort unvergleichliche Wunder zu bestaunen geben...“ Unter dem Gejohle und den Scherzen seiner Freunde bot er Ammit seinen Arm. “Wenn ich mich noch vorstellen darf? Mein Name ist Pierre Dragault.“, fügte er noch hinzu.

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Asarra und Serafina hatten in den Ställen herausgefunden, was es da herauszufinden gab und wollten den Stall verlassen. Doch der Stallbursche, den Serafina so gekonnt verführt hatte, kam ihnen nachgerannt. “He, warte!“, rief er. Er war wirklich ein stattlicher Bursche – groß, kräftig, mit sonnengebräunter Haut und einem angenehmen, noch jugendfrischen Gesicht, in dem blaue Augen blitzten. Sein Lächeln zeigte zwei Reihen weißer, makelloser Zähne. Dazu dichtes, ein wenig strubbeliges rotblondes Haar, das ihm widerspenstig immer wieder in die Augen fiel. Doch, er war wirklich ganz hübsch. Herausfordernd grinste er Maida Serafina an. “Wie wäre es – für noch einen Kuss könnte ich dich mal auf einem dieser prächtigen Rösser reiten lassen. Deine Freundin...“, sein Blick wanderte an Asarras langer Gestalt empor, “könnte natürlich mitkommen, wenn sie will. Ich weiß nämlich zufällig, dass diese beiden Priester, denen sie gehören, gar nicht da sind. Sind zwar eine ganze Weile vor dem Fest angekommen, aber sie haben nur frische Pferde verlangt und sind dann weiter nach Norden. Der eine ist richtig unangenehm geworden, als ihm alles nicht schnell genug wurde – so ein Hagerer mit dunklen, strähnigen Haaren und richtig stechenden Augen. Naja, jedenfalls – die Priester, die auf dem Fest herumlaufen, sind nicht die, die mit den beiden Percherons gekommen sind, und da kann ich dir also die einmalige Gelegenheit bieten...“ Er ließ den Satz unvollendet und zwinkerte Serafina zu.

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Außer einem Gang und einer Treppe hinunter zu einem schmalen Stückchen Strand am Fuße der weißen Klippen gaben die Keller nichts her. Antonio wollte sich die Sache da unten einmal näher ansehen, denn er glaubte wie Christian nicht daran, dass die gefangenen wirklich hier waren. “Überlegt doch mal, wo ihr wichtige Gefangene verstecken würdet.“, meinte er und klang allmählich wirklich ungehalten, als klar wurde, dass die anderen sich weiter im Haus umsehen wollten. Es ging ihm alles nicht schnell genug. “In einem Haus, wo eine große Feier abgehalten wird, einem Haus voller Gäste? Oder doch in einem feinen kleinen Versteck in irgendeiner Schmugglerburg? Und welche das ist... ich kann mir fast nicht vorstellen, dass Madame d'Hiver verräterische Schriftstücke darüber in irgendeinem Zimmer herumliegen lässt... nein, ich weiß auch nicht, welche Burg das sein könnte. Aber wir haben in Naha ja auch noch ein paar andere Hinweise gefunden als den auf d'Hiver, oder? Da war noch dieser, ähm, verreiste Prietser Louis – nebenbei, was stand noch gleich in dem Brief, den ihr in Naha im Haus d'Hiver gefunden habt? - und die Sache mit dem Seekadetten Pierre Dragault... ich bin weiterhin überzeugt, dass die D'Hiver der Kopf der ganzen Unternehmung ist, aber allein steckt sie vielleicht auch nicht dahinter...“

Der Vampir hielt inne und schlug in ohnmächtiger Wut mit der Faust gegen das nächste Fass. “Nungut, wir brauchen wirklich mehr Anhaltspunkte... vielleicht findet ihr ja irgendwas heraus, auch wenn es nicht grade Briefe oder so sind. Ich sehe mich aber tatsächlich mal unten am Strand um. Ich finde euch dann schon wieder... was ist nebenbei mit Asarra, Serafina, Ammit und diesem von Muesig? Irgendwie müssen wir die auch wieder einsammeln...“ Er zuckte hilflos mit den Schultern und wandte sich dann ab, verschwand blitzschnell in der Dunkelheit, die sich wie die tiefe See Stufe um Stufe der Treppe immer mehr verdichtete.

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Die Stiege, die vom Keller hinauf und dann weiter nach oben führte, war bestimmt nicht für herrschaftlichen Gebrauch bestimmt, sondern damit die Diener unauffällig von Etage zu Etage gelangen konnten. Sobald sie das erste Geschoss hinter sich gelassen hatten, war da auch nicht mehr viel los, denn das fest spielte sich ja hauptsächlich im Garten und im Ballsaal ab. Danach erstreckten sich nur leere Frühstücksräume, Salons... und darüber ein langer Flur mit geschlossenen Türen, hinter denen sich vielleicht Schlafzimmer für Bewohner und Gäste befinden mochten. Eine davon führte allerdings tatsächlich in ein Arbeitszimmer, das gleichzeitig auch umfangreiche Bibliothek war. Eine Suche nach verräterischen Schriftstücken war jedoch wirklich erfolglos. Nicht wies in irgendeiner Weise darauf hin, dass Madame d'Hiver an verräterischen Plots beteiligt war. Ein paar geschäftliche Briefe, die den Handel mit Pferden und wein betrafen, ein Schreiben an ihren Schneider in Naha, ein Brief von einer guten Freundin, in dem es sich allerdings nur um Hofklatsch drehte – das war alles. Entweder Madame war wirklich unschuldig, oder sie war sehr schlau. Ein Blickfang in der Bibliothek war allerdings eine wunderschön gezeichnete und verzierte Karte auf Pergament der Westküste Aramons, die an der Wand hing.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 18 Mai 2015, 15:06
Ja, das konnte Herr von Muesig mit Brief und Siegel bestätigen: Neid und Missgunst, gab es auch ohne Zutun und man war diesem hinterhältigen, gemeinen Paar rückhaltlos ausgeliefert. Auch wenn sich zufällig einmal die heimtückische Lüge aufdecken ließ, im Volk bliebe immer ein gewisses: ‚da wird trotzdem schon was drangewesen sein, kein Rauch ohne Flämmlein‘ zurück. Da half alles nichts.

Seufzend musste auch Herr von Muesig zur Kenntnis nehmen, dass jeder Tanz einmal zu einem Ende kommt. Die Musiker drehten gerne nochmals gegen Schluss richtig auf und so war es auch hier. Kein Wunder, dass Madame danach ein wenig schlapp war. Das machte sie aber in Muesigs Augen um keinen Deut unattraktiver. Ums so größer war die Enttäuschung, als sich Madame d’Hiver in aller Form und mit undurchschaubarer Miene empfahl und mitteilte, dass sie sich gerne ein wenig in ihre Gemächer zurückziehen möchte. Muesig Gehirn begann zu arbeiten und alles kreiste darum, wie konnte er es anstellen, dass Madame nicht einsam in ihren Gemächern den Abend und die Nacht zubringen musste. Doch es sollte sich noch alles viel besser fügen.
Natürlich war sein Blick noch fest auf den entzückenden herrschaftlichen Rücken geheftet gewesen, als dieser sich plötzlich wegdrehte, eine entblößte Schulter stattdessen erschien und nochmals dieser Charakterkopf. Und inmitten - dieses Lächeln, das man nur ausgewählten Personen schenkt, eine Erfahrung, die Herr von Muesig zu haben glaubte. Aber noch entscheidender war der Blick dieser Augen, die nun den Südwind eingefangen und eingeschlossen zu haben schienen und wie es schien nun nicht mehr zügeln konnten. Wenn er das missverstand, dann konnte das seinen Kopf kosten, schon wahr, aber wenn er das Risiko nicht einginge, würde er sich ein Leben lang nicht mehr im Spiegel ansehen können. Und wenn es ihn schon den Kopf kosten würde, dann bitte danach, denn dann hatte er den Höhepunkt des weltlichen Lebens schon genossen. Dessen war er sich sicher.

Sein Blick sollte genau dieses glühende Verlangen ausdrücken, dass ihn seit Anbeginn gepackt hatte. Aber dass er dieses wunderbare Geschöpf, diese einzigartige Frau nicht mehr loslassen wollte, das stand fest – felsenfest. Und obwohl er nie und nimmer wissen konnte, ob Madame d’Hiver überhaupt etwas gesagt hatte,es somit auch gar keine Antwort sein konnte, hauchte er nur ein für sich selbst verständliches: „Mit Dir gehe ich wohin Du willst, sogar in die Hölle.“ Und nahm den Weg, den die Person seiner Begehrlichkeit schon genommen hatte. Er versuchte, sie nicht einzuholen, auch wenn ihm das schwer fiel. An Gefangene verschwendete er keinerlei Gedanken mehr. Welche Gefangenen? Und an Kameraden auch nicht. Welche Kameraden?

Der Weg führte treppauf, durch lange Gänge. Der Blick nur auf die Statur seiner Begierde gerichtet folgte er Madam d’Hiver. Fast wäre ihm das auf einer der Treppenstufen zum Verhängnis geworden, er konnte sich mit den Händen rudernd gerade noch retten. „Dieser Hinterteil…“ seufzte er.
Hier in den oberen Stockwerken waren kaum mehr Gäste zu sehen, aber die hätte er auch so kaum wahrgenommen. Dann stoppte Madame und öffnete einer vor ihr liegende Tür und rauschte über die Schwelle. Jetzt wurde es spannend, Herr von Muesig konnte sich kaum beruhigen, sein Herz schlug schneller, nichts wäre enttäuschender, wenn sich jetzt die Tür schließen sollte. Er atmete einmal tief durch, die Tür blieb wie sie war - geöffnet. Er zögerte nur einen ganz kurzen Moment bevor er sich ein Herz fasste und ebenfalls das Zimmer betrat. Normalerweise würde er sich erst einmal im Zimmer umsehen. Aber normal war dieser Augenblick nicht.
Tretet ruhig ein“ schallte es ihm auffordernd entgegen. Diese Stimme‚ Samt‘, schoss es ihm durchs Gehirn. Ein fragender Blick traf ihn und da sie zwei Gläser in der Hand hielt, deutete es der Adelige  als Frage, ob er etwas zu trinken wünschte. Ein erfrischender Schluck würde seiner trockenen Kehle sicher gut tun. Zugleich rief er sich in Erinnerung, dass Trunkenheit nicht schicklich ist und diverser Handlungen hinderlich ist. Er fühlte eine seltsame Beklommenheit als er antwortete: „Gerne, aber es ist hoffentlich nicht zu geistig, zu viel Alkohol verträgt sich nicht mit…“ er kam etwas ins Trudeln und ließ den Rest einfach offen.
Recht offen war das, was sich ihm offerierte, als die Hausherrin sich etwas bückte um die Gläser zu füllen. Er konnte nicht anders, etwas in ihm war stärker. Er ging langsam auf Madame d’Hiver zu, strich zärtlich über die nackte Haute ihrer Schulter und drückte schließlich einen Kuss auf die Blöße, zuerst zögerlich, zaghaft, dann entschlossener, fester. „Verzeiht, es überkam mich.“ machte er mehr den Versuch einer Entschuldigung.
Und dann „Wollt Ihr für mich vielleicht ablegen?“ „Nein, nein“ lachte er auf, nahm die Hand von Madame d'Hivers Schulter, bevor Madame noch reagieren konnte. „Ich wollte fragen, ob ich Euer so vielversprechendes Antlitz in seiner ganzen Schönheit sehen darf.“
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 20 Mai 2015, 19:42
Antonio schien etwas frustriert zu wirken aufgrund der Entscheidung der anderen, im Haus weiter zu suchen, weswegen der Vampir alleine den Strand aufsuchen wollte, während Christian mit den anderen die oberen Stockwerke unsicher machte. Allerdings fanden sie dort nicht wirklich brauchbare Informationen. Lediglich eine Landkarte, auf der ein Turm ganz in der Nähe abgebildet war, schien vielversprechend.

Dieser Turm wird unser nächstes Ziel sein. Somit sollten wir unsere Gefährten einsammeln und gemeinsam dorthin aufbrechen. Hoffentlich finden sich alle an unserem Ausgangspunkt vor dem Garten ein, denn in dem Gewusel werden wir kaum alle finden.

Kurz wartete der Magier noch, ob jemand Einwände hatte, bevor er sich wieder auf den Weg nach draußen machte, um zu dem Punkt zurückzukehren, an dem die meisten Gefährten getrennte Wege gegangen waren, um an mehr Informationen zu gelangen. Dass dort aber außer den Gefährten wohl noch der ein oder andere Gast zu finden wäre, damit würde er eher weniger rechnen...
Autor: Asarra Datum/Zeit: Donnerstag 21 Mai 2015, 09:21
Asarra musterte den Stallburschen nachdenklich. Er schien ein freundlicher Mensch zu sein, doch leider half ihr das nicht sonderlich. Sie konnte nicht auf jeden Rücksicht nehmen.

"Du kriegst zwei Küsse von ihr, wenn du uns die Pferde ausborgen lässt. Nur für eine kurze Runde. Und nochmal zwei, wenn wir wieder zurück sind." Sie gab sich Mühe, halbwegs freundlich zu lächeln. Der Junge hätte ihr nicht allzu viel entgegenzusetzen, wenn es darauf ankäme. Aber vielleicht war er ja tatsächlich so leicht um den Finger zu wickeln, wie sie es sich erhoffte. Mit den beiden schweren Tieren wären sie zwar nicht ganz so schnell wie mit vollblütigeren, leichteren Pferden, dafür konnten sie auch zu zweit darauf reiten.

Serafina konnte wohl in ihrer Wolfsgestalt mithalten, Antonio auch. Christian konnte sich ja in einen Vogel verwandeln. Blieben sie, der diebische Elf, der seltsame Adlige und die Halbdrow übrig. Oder vergass sie wen?
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 21 Mai 2015, 11:00
“Ihr dürftet mich zu fast allem einladen,“ säuselte die Halbdrow dem Kadetten zu.
Aber sie fühlte sich nicht wohl dabei. Fast tat er ihr leid, wie er von den anderen ausgelacht wurde.
Daher legte sie ihren Arm vorsichtig auf seinen, lächelte ihn an und ließ sich schnell wegführen, damit er aus dem Einflussbereich dieser Rüpel war.

“Angenehm, Pierre Dragault. Sehr angenehm. Mein Name ist Ammit.“
Dann umfasste sie kurze Stille. Sie war das nicht gewohnt. Er war doch kaum älter als sie und wirkte so unbeholfen, wie sie.
“Pierre, lasst uns bitte nicht in ein Labyrinth gehen, wo sich bestimmt zu viele Damen und Herren tummeln. Ihr müsst wissen, ich bin diesbezüglich nicht sehr erfahren.“ Jetzt war es an Ammit den Blick zu senken, weil sie sich dafür etwas schämte. Aber sie hoffte sich mit Ehrlichkeit nicht ganz so schlecht zu fühlen.
“Aber bei Euch wusste ich, dass ich es probieren musste. Auch wenn ihr vom anderen Stand seid.
Auf dem Weg mit meinem Herrn hierher, sind wir an einer wunderschönen Bucht vorbeigekommen. Dorthin möchte ich gerne mit Euch.“

Bei den letzten Worten ist die Priesterin stehen geblieben um ihren Begleiter tief in die Augen zu schauen.
Manchmal hatte es schon Vorteile, wenn man sich oft herum schleichen musste und so einiges aufschnappte. Und so ähnliche Worte und Blicke hatte sie bei ihren Reisen von einer vollbusigen Schönheit in Tasel aufgeschnappt. Sie hatte damals großen Erfolg gehabt.
Nun lenkte sie Pierre in Richtung der Bucht, in der sie mit dem Schiff gelandet waren. Und würde sie vorbei führen an der Stelle, wo sie die anderen Gefährten verlassen hatte. Hoffentlich war dort jemand von den Gefährten.

Auf ihrem Weg begann Ammit ein Gespräch.
“Sagt, verehrter Pierre. Ich darf Euch doch so nennen? Stammt Ihr von hier? Von Aramon oder gar von Naha? Aber sicher doch. So elegant und fein, sind mir, seit ich meinen Herrn auf seinen Reisen begleite, nur hier untergekommen.
Aber welche Ehre trifft mich, dass ich mit Euch, eine bescheidene Dienerin, zusammen sein darf? Ihr könnte doch viele adlige schöne Frauen haben.“

Dann schmollte Ammit etwas und tat, als wenn ihr etwas Kopf zerbrechen bereiten würde und sie traurig wäre.
“Hat Euer Vater Euch schon eine Braut ausgesucht? Und ich bin nur ein kurzweiliges Vergnügen bevor Ihr eine Familie gründet und ein feudales Landgut bezieht?“
Am liebsten hätte sie ihn direkt gefragt, ob er was mit den Entführungen zu tun hatte. Aber da sie wusste, dass er eine militärische Ausbildung genoss, sah sie wenig Chancen ihm entgegentreten zu können, wenn es ernst wurde. Egal wie jung er noch war.
Noch scheinheiliger konnte sie kaum noch Fragen stellen ohne aufzufallen.
Sie musste es langsam angehen lassen.

"Woher kennt Ihr Madame d'Hiver eigentlich"


Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 21 Mai 2015, 16:06
Der hübsche Stallbursche folgte ihr. Er fand sie wohl anziehend. Ach, wäre sie doch wieder ein richtiges Mädchen. Eine sanfte Sehnsucht nach ihrem alten Leben klopfte an ihr Herz. Doch schon einen Wimpernschlag später wurde sie daran erinnert, wer sie geworden war: Eine Lykantrophin. Das unangenehme Stechen an ihrem Handrücken ließ sie kurz den Blick senken. Einzelne Haare des grauen Fells stachen durch die Haut.

Verdammt, der Zauber lässt nach. Serafina Maida lächelte gequält und versteckte rasch die verräterische Hand hinter dem Rücken. Sie meinte Schweiß auf der Stirn zu spüren, während sie sich darauf zu konzentrieren versuchte, in Menschengestalt zu bleiben. Von dem Geplapper des Burschen bekam sie nur Bruchstücke mit.

Priester. Hagerer mit dunklen, strähnigen Haaren und richtig stechenden Augen. Percheron und einmalige Gelegenheit. Aha. Zum Glück kam ihr Asarra zuvor und handelte einen neuen Preis aus, wenn sie alleine reiten durften.

"Oh ja", begeisterte sich Serafina Maida ehrlich, denn sie musste hier weg. Und zwar dringend. "Wir reiten ein Mal ums Haus. Dann muss ich zwar wieder in die Küche zurück, ehe mich jemand vermisst, aber wenn das Fest vorbei ist und alle schlafen gegangen sind, dann finde ich dich doch immer noch hier, oder nicht?"

Sie versuchte sich in einem verheißungsvollen Blick. Ihm Hoffnungen zu machen würde verhindern, dass er die beiden Frauen auf dem Ritt begleiten wollte. Rasch drückte Serafina Maida dem Burschen die ausgehandelten Küsse auf den Mund - vielleicht eine Spur gieriger als nötig gewesen wäre - und blickte dann kichernd zu Boden, nicht ohne immer wieder verschämt zu dem Stallburschen zu schielen. Ihr Gehabe zeigte Wirkung. Die beiden Rösser standen in Windeseile gesattelt und aufgezäumt vor ihnen.

Doch da gab es schon ein neues Problem, ehe sie sich zum vereinbarten Treffpunkt verflüchtigen konnten: Serafina Maida war noch nie auf einem Pferd gesessen.

"Äh, so ein Wallach ist aber hoch. Mit etwas Abstand sehen die viel kleiner aus. Wie komme ich denn da hoch? Ähm, ja, kannst du mir bitte mal in den Sattel helfen? Wie heißt du eigentlich? Ich bin Maida. Und ja nicht unter den Rock gucken. Das gehört sich nicht bei einer Dame. Ja, ich bin auch eine Dame. Auch wenn ich nur ein Schäf... äh, Küchenmädchen bin. Jetzt guck nicht so. Du bist mir ja einer."

Serafina Maida zwinkerte und ließ sich in den Sattel schubsen. "Wir sind gleich wieder da", log sie und warf Asarra einen verzweifelten Blick zu.

"Ich kann überhaupt nicht reiten", flüsterte Serafina Maida zu der Gildenschwester hinüber, die aufrecht wie eine Königin auf dem bläulich schimmernden Ross thronte. Als wäre die Amazone auf einem Pferderücken geboren worden.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 21 Mai 2015, 21:28
A'selafeyon konnte Antonio sehr gut verstehen. Und auch er war dafür, dass sich jemand zumindest daunten umsah. Aber scheinbar waren Daranus und Christian eher nicht dieser Meinung. Und er war für das Haus eindeutig besser geeignet als für den Strand. Er wünschte Antonio noch viel Glück, bevor er schließlich mit Daranus und Christian weiter durch das Haus zog. Vielleicht bekam man ja noch einige Informationen. Doch dem war leider nicht so. Kein einziger Hinweis. Nichts. NUr einigen Kleinkram, den Fey in seine Tasche wandern ließ, aber nichts, was wirklich weiterhalf das Rätsel zu lösen. Das war verdammt frustrierend.

Doch schließlich fand man doch noch einen kleinen Hinweis. Eine verdammt wertvolle Landkarte. Aber der wahre Hinweis war wohl der Turm, der auf der Karte abgebildet war. Immerhin hatte man jetzt ein Ziel, wenn die anderen nichts besseres rausfanden. Er selbst nahm die Karte aber mal von der Wand und rollte sie sich vorsichtig und sorgfältig zusammen. Es war gut, wenn man den Wegplan dabei hatte. Außerdem konnte er sie danach immernoch weiterverkaufen.

Allerdings sollte man wirklich langsam zurückkehren um die anderen zu treffen. Wenn man zulange im Haus blieb, würde es auffallen. Und so folgte er Christian schließlich aus dem Haus heraus. Außerdem war er gespannt, was die anderen erfahren konnten.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Samstag 23 Mai 2015, 14:40
~@~Runde 12~@~


14. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Am Landgut d'Hiver, des Nachts

Madame lachte leise. “Oh nein, keine Sorge.“, hauchte sie mit einer Stimme wie warmer, roter Samt. “Dieses Getränkt ist gewiss nicht zu geistig für...was auch immer Ihr heute Nacht noch mit mir vorhaben werdet. Ganz im Gegenteil...“ Sie trat einen Schritt näher war nun ganz dicht bei ihm, und ihr betörender Duft nach Rosen und einem Hauch Moschus war sinnenberaubend. Ein ganz leiser Seufzer kam von den kirschroten Lippen, als Herrn von Muesigs Lippen über ihre nackte Schulter streiften. Doch dann lachte sie wieder und trat einen Schritt zurück. “Mein Antlitz werdet Ihr noch zu sehen bekommen.“, verhieß sie. “Und vielleicht noch mehr... aber Ihr seid schnell. Liegt nicht in der Vorfreude auch ein ganz besonderer Reiz? Genießt doch zuerst mit mir eine kleine Erfrischung – eine ganz besondere Nahaer Spezialität, Wein aus Granatäpfeln. Wusstet Ihr, dass man sie auch Liebesfrucht nennt?“ Sie reichte ihm einen Kristallkelch, in dem eine dunkelrote Flüssigkeit schwappte. Ein fruchtiger, leicht süßer Duft stieg davon auf, und der Geschmack schien direkt aus den Gärten des Paradieses zu stammen. Süß und frisch und vollmundig und fruchtig, mit einer ganz leichten angenehmen Säure. Wie ein wärmender Schauer lief der Trank durch die Kehle und schien danach durch den ganzen Körper zu strömen und ein loderndes Feuer zu entfachen, das alles andere in einem roten Nebel versinken ließ...

Das letzte, das Herr von Muesig sah, ehe seien Augen sich zu tiefem Schlaf mit den anregendsten Träumen schlossen, war das Antlitz der Frau, unverhüllt und ohne Maske.. dann sank er in sich zusammen. Die Dame legte die Maske beiseite und stupste den Schlafenden verächtlich mit dem Fuß an. “So ein Tölpel!“, murmelte sie. “Also, ich werde bestimmt nicht bezahlt, um mich von irgendwelchen heruntergekommenen Landadeligen angrapschen zu lassen...“ Dann zog sie an einer Klingelschnur, woraufhin bald zwei recht kräftige Diener eintraten und Herrn von Muesig durch eine verborgene Tapetentür davon trugen.

~@~


Antonio war die Treppen rasch zum Strand hinunter gehuscht. Nachdem er sich unbeobachtet glaubte, konnte er dies auch in der Geschwindigkeit tun, die er sonst eher nicht zu zeigen wagte. Er hatte sich schon selbst verflucht, dass er nach dem Brandanschlag nicht besonnener reagiert hatte, denn erreicht hatte er letztlich nichts. So etwas half den Gefangenen nicht... aber nun sollte er sich lieber auf die Suche nach Spuren konzentrieren. Selbst für seine Vampirsinne war es mittlerweile reichlich dunkel hier. Tief gebückt, um ja nichts zu übersehen, kroch er über den feuchten Sand. Und dabei machte er zwei Entdeckungen: Von einem knapp über der Wasserkante in den Felsen geschlagenen Ring führte ein Tau um die ecke der winzigen Bucht herum. Antonio zog die Stiefel aus und watete ein paar Schritte ins Wasser hinein, das hier noch recht flach war. Und so entdeckte er grade hinter der Ecke eine kleine, sehr flache Höhle: es passte gerade so ein Segelboot mit umgeklapptem Mast hinein. Ein paar vorgelagerte Felsen verbargen den Eingang, so dass es selbst von See aus kaum zu entdecken wäre.
Und die zweite Entdeckung war nur ein kleines Stück Leder, der abgerissene Rest von einem breiten Lederband in einem silbrigen Blau. Und das war es, keine weiteren Hinweise darauf, ob Sheherazade und Ephyra hier gewesen waren. Nachdenklich drehte er das Lederstück in den Händen und machte sich wieder auf den Rückweg, wobei er diesmal beschloss, nicht wieder durch das Haus zu gehen, sondern lieber in Gestalt einer Eule lautlos wieder an der Steilküste hinaufglitt, um über das Haus hinweg zu fliegen. Und ebenso lautlos landete er bei Christian, A'Selafeyon und Daranus, die sich mittlerweile dorthin begeben hatten, wo die Gruppe sich einige Zeit zuvor getrennt hatte.

Die Drei hatten im Haus tatsächlich weiter nichts finden können außer einer schön gemalten Landkarte, die vielleicht noch nützlich werden konnte. A'Selafeyon nahm sie kurzerhand mit – zusammen mit einer hübschen Brosche aus Gold und mit Rubinen besetzt, die er in einer Schublade gefunden hatte, einem kleinen, saphierverzierten Dolch, der wohl als Brieföffner gedient hatte, sowie einer kristallnen kleinen Phiole, die ein recht blumiges, dabei aber nicht zu schweres Parfum enthielt.

Antonio hatte soeben berichtet, was er vorgefunden hatte, als sie sahen, wie Ammit sich näherte – in Begleitung eines jungen Mannes, der bestimmt zu den Gästen gehörte. Seine Kleidung wies jedenfalls nicht auf einen Diener hin.

~@~


Pierre führte Ammit recht schnell von seinen johlenden Freunden weg, deren benehmen ihm auch nicht so ganz recht war. Doch dann schien er nicht mehr so recht weiter zu wissen. Da hatte er nun diese junge Dienerin dabei, und nun? Zum Glück ergriff Ammit die Initiative und schlug eine Alternative zum Labyrinth vor. Galant antwortete Pierre, er würde sich selbstverständlich ganz nach ihren Wünschen richten. Bereitwillig ging er auch auf ihre Fragen nach seiner Herkunft ein. “Aber ja, ich komme aus Aramon.“, erwiderte er, sprach aber ein nahezu perfektes Dragon. “Meine Familie kommt nicht aus Naha, sondern aus der Klippmark, aber die beiden Provinzen stehen sich seit jeher nahe. Und dass Ihr nicht von hier kommt, weiß ich, aber irgendwann würde mich die Geschichte Eurer Herkunft sehr interessieren – soweit ich weiß, verkehren Drow nicht mit anderen Rassen?“
Langsam schlenderten sie weiter, doch als Ammit mit ihrem koketten Spiel begann, sah Pierre doch recht verdattert aus. Was wollte diese Dienerin eigentlich? Sie hatte sich doch an ihn heran geschmissen, nicht umgekehrt, und sie würde doch kaum erwarten, dass er sie, was, heiratete? Ihr eine Stellung als Maitresse anbot? “Mein Vater ist tot.“, antwortete er nur knapp. Und: “Aber nein, ich betrachte euch ganz und gar nicht als Zeitvertreib. Aber vielleicht ist es besser, wenn wir zurückkehren. Nicht, dass Euer Herr Euch noch vermisst...“ Es war klar, dass Ammits Reden über Bräute und Zeitvertreib ihn ziemlich ernüchtert hatten. Sie waren nur noch wenige Meter entfernt von der Stelle, wo Christrian, Daranus und A'Selafeyon warteten, als schon die nächste Frage kam, ihn weiter aus der Balance zu werfen. “Naja, woher kenne ichMadame d'Hiver?“, meinte er zurückhaltend. “Die alten Familien kennen sich eben untereinander, und sie hat ja immerhin Baron d'Hiver geheiratet, und die Burg meines Vaters liegt schließlich nur eine halbe Tagesreise nördlich von hier. Da kenn man sich. Ich meine, es gibt Feste, wo man gegenseitig eingeladen wird und so... ich kenne sie allerdings nicht so gut. Eher mein Vater. Aber der ist ja, wie ich sagte, tot. So, ich werde mich nun verabschieden.. vielen Dank für die Gesellschaft.“ Damit wandte er sich ziemlich abrupt ab und ging zu seinen Freunden zurück.

~@~


Der Stallbursche war sichtlich nicht so begeistert, die beiden Pferde den Frauen einfach so zu überlassen. Aber andererseits war es nicht ganz einfach, Asarra zu widersprechen. Schließlich überragte sie ihn sogar noch. Schließlich gab er nach. “Na gut.“, meinte er zögernd. “Aber es kann mich mehr als meinen Job kosten, wenn ihr die Pferde nicht zurückbringt, bitte bringt mich nicht in Schwierigkeiten... ich habe eine kranke Schwester zu versorgen und so...“ Serafina wurde rasch in den Sattel gehoben, und dann waren die beiden Damen auch schon fort, und der Stallbursche blieb ein wenig ratlos und besorgt zurück. Hatte er hiermit grade seine Zukunft verspielt?

Doch die Gruppe war nun endlich wieder zusammen, und bestimmt gab es immerhin das eine oder andere, was sie herausgefunden hatten und nun austauschen konnten. Nur Herr von Muesig tauchte nicht auf. Er war gesehen worden, wie er ins Haus ging, aber nicht ob er wieder herausgekommen war, doch die allgemeine Vermutung war, dass er sich im Schlafgemach von Madame d'Hiver vergnügte. Immerhin war die Dame im rotschwarzen Kleid auch nicht wieder unter den Gästen aufgetaucht.  Wer wirklich scharfe Augen hatte, konnte allerdings auf dem Wasser etwas vor den Klippen eine Bewegung ausmachen – es war zu dunkel, um wirklich etwas zu erkennen, doch das Sternenlicht brach sich etwas unregelmäßig dort, und diese Unregelmäßigkeit bewegte sich rasch nach Norden.
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 27 Mai 2015, 19:41
Sie waren anscheinend die ersten am vorhergehenden Trennpunkt, aber lange mussten sie nicht warten, als Antonio seine Entdeckung berichtete. Ein Segelboot also und es war wohl genutzt worden, um Ephyra auf dem Seeweg fortzuschaffen. Schließlich trafen auch die meisten anderen ein, wobei Ammit kurz zuvor wohl von einem der Gäste Abschied nahm. Nur dieser Herr von Muesig blieb verschollen, offensichtlich war seine Werbung bei dieser Madame d'Hiver besser angekommen, als es der ehemalige Statthalter vermutet hatte. Oder sie wollte sich nur die Zeit vertreiben.

Christian selbst ging aufgrund der Größe des Segelbootes davon aus, dass es keine weiten Strecken fahren würde, somit würde dieser Turm auf der Karte wohl schon der beste Suchort sein, den sie derzeit hatten, denn auch die Halbdrow hatte etwas darüber in Erfahrung bringen können durch diesen Gast. Doch bevor sie abklären konnten, wer jetzt zu Pferd ritt - vorzugsweise natürlich diejenigen ohne anderweitige schnelle Fortbewegungsart - wies die mittlerweile (leider) wieder Lycantrophe sie auf eine verdächtige Bewegung im Wasser hin. Das ließ der Magier des Hohenturms sich nicht zweimal sagen und verwandelte sich routiniert in eine Seemöwe, ungeachtet dessen, dass diese eigentlich keine Nachtvögel waren...

Um seine Tarnung zumindest halbwegs aufrecht zu erhalten, angelte sich die Christian-Möwe einen Fisch aus dem Meer und schluckte ihn gierig hinunter, auch wenn er ihm dadurch fast im Halse stecken blieb. Wenigstens konnte er so einen Blick auf dieses Segelboot erhaschen. Zwei Leute als Besatzung und unter dieser Decke lag wohl eine dritte Person, wenn er die Form richtig deutete. Ein bisschen näher flog er noch heran, ehe er wieder etwas Höhe aufnahm und über dem Boot ein bisschen Ballat abwarf. Vielleicht traf er dadurch die Decke, um aufgrund der Reaktion herauszufinden, ob die Person darunter noch lebte. Blieb immer noch die Frage, wer sich darunter befand. Auf jeden Fall kehrte die Möwe in einem weiten Bogen zu den anderen zurück, um mit diesen seine Erkenntnisse zu teilen.


Es ist dieses Segelboot, von dem Antonio berichtet hat. Ich denke sie transportieren gerade wieder jemanden ab, der ihnen unbequem geworden ist. Ich denke wir sollten ihm folgen, dann finden wir bestimmt auch die anderen, auch wenn ich weiterhin sehr stark vermute, dass es sich bei dem Ziel um diesen Turm auf der Karte handelt. Spätestens wenn wir uns noch sicherer sind, sollte jemand voraus eilen und sie dort in Empfang nehmen, gerne kann ich dies übernehmen, aber dann wohl in anderer Gestalt.

Ein schwarzer Drache würde sicher sehr viel mehr Eindruck schinden als eine Seemöwe...


-4 MP für Verwandlung in Seemöwe -> 37/60 MP
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 28 Mai 2015, 17:11
Das war aber ein richtiger Reinfall. Ammit ärgerte sich über ihre eigene Dummheit. So viele Fragen in so kurzer Zeit über ziemlich persönliche Dinge. Das musste die Männer ja verjagen. Das brauchte sie nicht noch einmal. Besonders, weil sie ihn hintergehen wollte und keine echten Absichten hatte.
Das wäre einer Drow würdig, aber nicht einer Halbdrow, die bei Priestern aufgewachsen ist.

So lief sie die letzten Meter zu den anderen, die sich tatsächlich auch wieder bei der Hecke eingefunden hatten. Es waren keine entführten Damen bei ihnen. Dafür ein Paar Pferde.
“Habt Ihr den gesehen. Ich glaube, das war der Kerl von der Akademie in Naha. Pierre. Leider waren meine drowschen Überredungskünste nicht gut genug um ihn hierherlocken zu können. Vielleicht hätte er etwas gewusst. Er sprach sehr aufgebracht von Rache.
Was habt Ihr herausgefunden?“


Als die Sprache auf die Karte und den Turm kam hellte sich ihr Gesicht auf.
“Das ist sicherlich der Turm von der Familie dieses Pierre. Er hat davon gesprochen, dass er einen halben Tagesritt nördlich von hier ist.“
Die junge Frau war froh etwas Sinnvolles beitragen zu können. Noch besser wäre natürlich gewesen, wenn sie Pierre als Geisel hätten mitnehmen können.

Die Lycan hatte etwas erspäht oder besser errochen sodass Christian sich in eine Möve verwandelte um sich das Boot, um das es ging genauer anzusehen. Es war das Boot, dass Antonio ausfindig gemacht hatte und offenbar mit einer menschlichen Fracht an Bord.
Christian wollte direkt hinter dem Boot her und zu diesem Turm. Aber was war mit diesem Herrn von Müsig?
“Sollen wir diesen Schnösel tatsächlich hier alleine lassen? Wenn Madame d’Hiver etwas damit zu tun hat, dann steckt er mitten im Sumpf. Vielleicht sollte ich mich, als seine Dienerin, nach ihm erkundigen?“
Oder es lassen. Ihre Fragen hatten Aufsehen erregt. Vielleicht war es Madame d’Hiver schon müßig mit Herrn von Müsig und er lag auf dem Boot. Aber woher sollte sie das wissen.
Die schwarzhaarige Frau war ratlos und hob entsprechend ihre Schultern.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 29 Mai 2015, 13:06
Madam d’Hiver schaukelte ihn in den Schlaf, ach wie lieb, hin und her, hin und her, hin und…aber woher kam dieser salzige Geruch? Und warum war die Liegestatt so hart? Und…er konnte weder die Arme noch die Beine bewegen, welche exotischen Liebesspiele bevorzuget Madame….und wo, wo war Madame überhaupt…es war so dunkel. Er hörte Stimmen, aber das war nicht Madame d’Hivers Stimme. Langsam, ganz langsam dämmerte es Herrn von Muesig: etwas stimmte hier nicht und stank gewaltig. Mehr noch als dieser komische Geruch. Salzig? Salzwasser? Er hörte eine Möwe schreien. Es musste also Tag sein, aber bei ihm war es dunkel.
Halt! Er musste einen klaren Kopf kriegen, auch wenn das schwer war. Er versuchte sich an die letzten Stunden zu erinnern. Er hatte mit Madame getanzt, eng getanzt, dann hatte sie ihm zu verstehen gegeben, dass sie noch nicht genug von ihm hatte und hatte ihm eindeutige Signale gesendet. So war seine Deutung. Da man eine leckere Person, wie Madame d’Hiver es augenscheinlich war, nicht abweist, war er ihr er- und aufgeregt gefolgt. Was war dann passiert? Ach, das Zimmer, auf  dessen Einrichtung er gar nicht geachtet hatte, weil er mehr eion bestimmtes Körpersegment von Madame bewundert hatte ach und dann diese Schulter, die alles andere als kalt gewesen war. Doch dann kam er ins Straucheln, was war dann passiert? Waren sie…? Hatten sie…? Nein, das würde er wissen, aber was hatten sie sonst getan? Ein Gesicht, unmaskiert, das langsam verschwamm, wie eine Lache in die man tritt. Und dann die Schuppen vom Auge: das Getränk, es musste etwas in dem Getränk gewesen sein. Er wusste das deshalb, weil man auch bei ihnen diese Methode gerne angewandt hatte, wenn man jemanden loswerden wollte. Unauffällig. Aber warum? Zuerst macht sie ihm Hoffnung und dann? Oder war es ein Nebenbuhler gewesen, der Madame für sich gepachtet glaubte? Und ja, was hatte man dann mit ihm gemacht? Wo war er? Und es war schon dunkel gewesen, als er mit Madame auf das Zimmer gegangen war. Und jetzt hell? So lange konnte er nicht weggetreten sein.

Etwas klatsche auf ihn. Nein, nicht direkt, sondern auf das unter dem er lag, eine Decke oder Plane. Jedenfalls verhinderte es, dass er etwas sehen konnte. Unwillkürlich bewegte er sich. Ob man sich um ihn sorgte? Aber allzu viel Hoffnung konnte er sich nicht machen. Jeder hatte gewusst, dass er mit Madame d’Hiver anbändeln wollte. Er seufzte, er bereute aes uch jetzt noch nicht. Auch wenn es eher zu vorschnell beendet gewesen war. Nein, man würde wohl vermuten, dass er das tat, was er gerne getan hätte, weil ihn die Leidenschaft angetrieben hatte, wozu es aber seinem Wissen nach nie gekommen war.
Möwe und Salz…er überlegt und überlegte. Er musste auf See sein, aber noch nicht weit, Möwen verirrten sich kaum auf das offene Meer. Sollte er etwas sagen? Nein, er lauschte lieber mal den Stimmen, vielleicht konnte er da etwas herauslesen. So langsam dämmerte es ihm, dass er eventuell ganz gehörig in der Tinte saß, aus der ein Herauskommen wenig wahrscheinlich war. Was würde als nächstes passieren? Er durfte sich nicht aufgeben, das nahm er sich vor.

Er war immer noch so von Madame eingenommen, dass ihm auch jetzt nicht in den Sinn kam, einen Zusammenhang mit den Verbechen, die geschehen waren und d'Hiver herzustellen.

Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 31 Mai 2015, 14:03
"Behalt den Rücken grade, die Schultern zurück und die Hüfte locker" zischte die Amazone zwischen den Zähnen, während sie das Gesicht krampfhaft zu einem bemühten Lächeln verzogen behielt.

Das Lächeln verschwand und machte einem tiefen Seufzer platz, sobald sie den Stall hinter sich gelassen hatten. Die Amazone ritt noch bis sie ausser Sichtweite waren, dann liess sie sich mühelos vom Pferd gleiten und half auch Serafina von dem Wallach. Zum Glück waren die beiden richtige Kutschenpferde - sehr gemütlich und anständig.

Die Amazone ging davon aus, dass man sich am gleichen Ort treffen würde, wie man sich getrennt hatte. Und tatsächlich trudelten mit der Zeit immer mehr ihrer seltsamen Gefährten ein. Nur der Adlige mit der grossen Klappe fehlte noch. Anscheinend hatte er mit der hochwohlgeborenen Dame selber angebandelt.

Bevor dieses Thema jedoch zu Ende diskutiert werden konnte, erblickte Serafina mit ihren scharfen Augen eine Bewegung auf dem Wasser. Christian ging der Sache nach und kam wenig später mit Neuigkeiten zurück. Asarra versuchte krampfhaft, sich darauf zu konzentrieren und nicht daran zu denken, dass sich der Mann gerade in einen Vogel und zurück verwandelt hatte.

Die seltsame Priesterin stellte eine berechtigte Frage. "Ich glaube wir solltem dem Boot hinterher. Es ist unsere heisseste Spur, und es ist durchaus möglich dass sich dieser Müsig einfach mit der Dame vergnügt. Wenn er in Schwierigkeiten stecken sollte, wird er das auch noch wenn wir zurück kommen. Aber wie kommen wir am besten zum Turm? Ist er auf dem Seeweg zu erreichen? Dann bring ich nähmlich die hier" sie deutete auf die beiden Schimmel, die ruhig neben ihr standen, "wieder zurück. Die gehören übrigens irgendwelchen Tethis-Priestern, die ebenfalls nach Norden unterwegs waren."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 01 Juni 2015, 17:30
Zum Glück für Serafina Maida folgte der Wallach seinem vierbeinigen Freund, den Asarra gelassen aus dem Stall lenkte. Das Mädchen fühlte sich unwohl und rutschte unruhig auf dem Sattel hin und her. So ein Pferd war wirklich schrecklich hoch. Kurz blickte sie über die Schulter zu dem Stallburschen zurück, der ihnen mit sorgenvollem Blick hinterher sah. Nein, so durfte es nicht enden. Der arme Kerl hatte Familie und er würde schrecklichen Ärger bekommen.

„Wir dürfen die Pferde nicht mitnehmen, Asarra“, gestand Serafina Maida kleinlaut ihre Skrupel. „Ich weiß, wie es ist zu hungern, wenn die Ernte schlecht ist oder die Wölfe in Hungerwintern die Schafe reißen. Er wird ganz fürchterlichen Ärger bekommen und seine Arbeit verlieren. Und seine kranke Schwester…“

Auch wenn Asarra meinte, der Bursche könnte sie beschwindelt haben, blieb ein saurer Geschmack im Mund. Maida ließ sich von der Gildenschwester aus dem Sattel heben und presste ein halblautes Danke hervor. Das schlechte Gewissen plagte sie.

Die Reisegefährten trudelten nach und nach ein. Notgedrungen überließ Serafina Maida den anderen die  Entscheidung über die Weiterreise. Sie musste mal dringend eine stille Ecke aufsuchen, um die quälende Rückverwandlung nicht vor aller Augen erdulden zu müssen. Da sie ohnehin keine große Denkerin war, brauchte sie nur die nötigsten Informationen zu hören und bat die anderen, nicht zwingend mit der Besprechung auf sie zu warten.


Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 01 Juni 2015, 17:31
Das Reißen und Zerren an Knochen und Sehnen war eine einzige Qual. Sie sollte sich öfters verwandeln, um sich daran zu gewöhnen. Zu ihrer eigenen Überraschung fühlte es sich gut an, sich wieder in ihrem kraftvollen Wolfskörper zu befinden. So sehr hatte sie sich bereits an die haarige Gestalt gewöhnt? Serafina schnaufte und ließ den nun wieder scharfen Blick wandern. Da entdeckte sie die Bewegung auf dem Wasser. Rasch eilte sie zur Gruppe zurück und informierte die Gefährten. Ihre Pranke deutete zu den Klippen.

„Dort draußen ist etwas. Die Priester werden das wohl nicht sein. Die waren zu Pferd.“

Und schon wünschte sich Serafina, sie hätte weniger Skrupel wegen der gestohlenen – nein, geborgten – Pferde gehabt. Der Magier Christian hatte ein Segelboot gekauft. Oh nein, nicht schon wieder übers Wasser!
Autor: Daranus Datum/Zeit: Montag 01 Juni 2015, 21:49
Daranus war froh zu hören das alle sich seinem Vorschlag das Haus weiter zu durchsuchen anschlossen. Naja nicht wirklich alle. Antonio beschloss sich auf den Weg zu machen, den Tunnel den sie gefunden hatten zu ergründen und später wieder zu ihnen zu stoßen. Die drei der Gruppe, die  zurück blieben machten sich sofort , das Haus weiter zu durch suchen. Es dauerte eine Weile bis sie wirklich etwas gefunden hatten.Doch dann fanden, sie in einem der Arbeitszimmer eine Karte. Allerdings war diese Karte doch etwas ungewöhnlich, denn nur ein Turm ganz in der Nähe war darauf markiert  und auch der Name dieses Ortes kam Daranus bekannt vor. Nach kurzer Beratung beschloss die Gruppe sich mit den anderen wieder zu treffen und die neuen Informationen zu teilen. Die Problematik daran war nur das niemand wirklich wusste wo sie sich wieder treffen sollten, so beschlossen sie das es wohl am besten wäre an den Ort zurück zukehren wo sie sich getrennt hatten in, der Hoffnung dort den Rest der Gruppe wieder zu finden.

Es dauerte Glücklicherweise nicht wirklich lang bis die meisten Gruppenmitglieder auftauchten. Doch einer schien den Weg nicht zurück zu finden. Der Mann der sich von Müsig schrieb schien nicht mehr zurück zu kommen. Erst als Ammit erklärte was sich auf dem Fest zugetragen hatte, wurde dem Druiden einiges klar. Daranus war wirklich nicht begeistert, war er doch von Anfang an nicht wirklich von diesem Müsig überzeugt. Für ihn war klar das sie keine Zeit zu verlieren hatten und vor allem würde er nicht auf jemanden warten, für den seine Gelüste wichtiger waren, als das Wohl eines ganzen Landes.
Wieder war es Antonio der mit den Vorstellungen von Daranus übereinstimmte und so schnell wie möglich mit dem Aufbruch beginnen wollte. Es war jedoch Christian der den Anfang machte und ein Boot verfolgte das Antonio hatte sehen können als dieser den Geheimgang herab gestiegen war. Wie es schien war es auf dem Weg zu dem Turm den sie auf der Karte gesehen hatten, aber da war noch mehr. Christian berichtete, das die Männer auf dem Bot nicht alleine waren. Scheinbar war eine weitere Person dieser Verschwörung zum Opfer gefallen. Jetzt wurde es wirklich Zeit das sie etwas unternahmen.
Christian hatte die Idee ihnen voraus zu eilen und sie in der Gestalt eines Drachen am Ufer zu überraschen, während der Rest sich daran machte das Boot zu verfolgen und somit Christian schnellst möglich Unterstützung zu gewährleisten. Daranus hatte nichts gegen den Plan, aber vor allem hatte er keinen besseren, also sollte es so sein.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Dienstag 02 Juni 2015, 21:08
Nun, die Gruppe war nun also wieder versammelt. Und man hatte zum Glück auch ein Ziel. Den Turm, der auf der Karte markiert war, die er, neben einigen kleineren Schmuck, hat mitgehen lassen. Nunja, aber scheinbar waren doch nicht alle da. Der sehr geehrte Herr von Müsig trieb sich scheinbar lieber mit der Dame des Hauses herum, die allen hier als Hauptverdächtige galt. A'selafeyon seufzte, denn er konnte diesem kerl einfach nicht trauen. er schien es wirklich nur auf die Dame abgesehen zu haben. Und er wollte sicher nicht wegen dem Kerl hier rumstehen und warten. Verwöhnter Adel, pha.Da musste er später schon mit einer sehr guten Entschuldigung kommen, weshalb er nicht aufgetaucht war. Was nun jedoch wahrscheinlich schien, war das die Entführte mit dem Boot fortgebracht wurde. Vermutlich zu eben jenem Turm, da auf der Karte. Und Christian machte sich zum Glück auf den Weg etwas herauszufinden. A'selafeyon drückte ihm dabei auf alle Fälle die Daumen.

Als er zurückkehrte nickte der Wadelf und verstaute langsam wieder die Karte "Gut, dann wollen wir uns mal auf den Weg machen. Und Notfalls haben wir ja die Karte dabei um den Weg zu finden." Er war recht zufrieden mit dem Verlauf und der nervige Adlige konnte ihnen ruhig gestohlen bleiben. Eine Hilfe schien er bisher eher wenig gewesen zu sein. Und scheinbar ging es ihm die ganze Zeit eh nur um die Madam. Ein Seufzen verließ seine Lippen und er schüttelte den Kopf, ehe er sich auf zum Boot machte um mit den anderen die Verfolgung aufzunehmen.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Mittwoch 03 Juni 2015, 19:29
~@~Runde 13~@~


14./15. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Die Burg Dragault, des Nachts

Der Verräter war endlich gegangen. Ephyra brodelte immer noch vor Zorn darüber, dass ausgerechnet er sie so hintergangen hatte. Ja, sie hatte ihn abgewiesen, damals, vor über fünf Jahren, und ja, sie hatte ihn nie wirklich leiden können. Aber dienten sie nicht der gleichen Göttin? Dass seine Rachsucht ihn so weit getrieben hatte! Und dass sie sein wahres Ich nicht schon früher durchschaut hatte... hatte sie sich nicht immer ihre eigene Klugheit zugute gehalten? Und ihre Lehrer hatten ihre schnelle Auffassungsgabe und ihren kühlen Intellekt immer gelobt. Nun, so weit war es damit wohl doch nicht her. Hier hatte sie sich jedenfalls täuschen lassen wie ein kleines Kind. Ihr Zorn trug sie über die Angst hinweg, die seine anschauliche Schilderung ihres geplanten Todes eigentlich hätte wecken sollen. Mit grimmiger Genugtuung erfüllte es sie, dass Emrun den Schurken gebissen hatte und dass der nichts unternommen hatte, weil auch dem kleinen Hund noch eine Rolle in dem verbrecherischen Schauspiel zugedacht war, das Louis und seine Verbündeten zum Verderben Aramons erdacht hatten. Trotzdem änderte es nichts an ihrer Lage. “Oh Tehtis, dein Zorn komme über den Verräter!“, knirschte sie in ohnmächtiger Wut. Und dann musste sie an die junge Frau denken, von der sie soeben erfahren hatte – der Maîtresse ihres Bräutigams, wenn sie das richtig verstanden hatte, und die nun ebenfalls zur Figur in diesem grausamen Spiel geworden war...

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Nebenan lag Sheherazade in einem unruhigen Schlaf gefangen. Thorongil huschte durch ihren Traum und verwandelte sich plötzlich in den Mann mit den dunklen Haaren, der sie mit seinem Messer bedrohte. Und immer im Hintergrund war das eiskalte Gesicht der schönen Frau – Madame d'Hiver. Kalte, graue Augen in einem blassen Gesicht, rote Lippen, die sich zu einem spöttischen Lächeln teilten... das Gefühl, nicht mehr allein zu sein, riss sie aus dem Schlaf. Das Licht einer Öllampe schien ihr ins Gesicht und blendete sie, und noch ehe sie etwas erkennen konnte, zuckte ein scharfer Schmerz durch ihr linkes Bein. Sie musste hart die Zähne zusammenbeißen, um nicht laut aufzuschreien, aber genau diese Genugtuung würde sie ihrem Peiniger auf keinen Fall bereiten! Die Tänzerin blinzelte und erkannte schließlich den Mann, der sie am Nachmittag schon besucht und ihr die Schnittwunde am Arm beschert hatte. Rauchend vor Wut stand er nun vor ihr, nicht mehr kühl berechnend oder von der Lust an Grausamkeiten erfüllt. Und von seinem rechten Unterarm troff Blut – eine Bisswunde! Für den Hundebiss hatte er sich nun an Sheherazade gerächt und ihr sein Messer in den Oberschenkel gerammt, durch die Decke hindurch. “Überleg dir lieber schnell, bei unserem Plan mitzumachen, ehe ich verhindere, dass du je wieder einen Schritt tanzen kannst!“, herrschte er sie an und rauschte sofort wieder hinaus. Nun konnte sie ein leises Stöhnen doch nicht länger unterdrücken. Und Decke und Bettlaken waren an der Stelle recht schnell von Blut durchtränkt. Die Blutung hörte irgendwann von selbst auf, aber der Blutverlust schwächte zusätzlich – zitternd und frierend und nur noch halb bei Bewusstsein lag Sheherazade auf dem Bett.

14./15. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Aramons Westküste, des Nachts

Herr von Muesig tauchte einfach nicht auf. Alle anderen waren da, nur er nicht. Antonio wurde langsam rasend vor Ungeduld und tigerte wie ein verwundetes Tier auf und ab und wirkte dabei weniger menschlich als je zuvor, aber sein Inkognito war ihm in diesem Moment herzlich egal. “Wenn er sich unbedingt in fremden Betten rumtreiben muss, ist das sein Problem...“ knurrte er auf Ammits Einwand, ob man ihn wirklich einfach so im Stich lassen sollte. “Ist aber auch mehr als dämlich, sich ausgerechnet mit Madame d'Hiver einlassen zu wollen. Da muss er jetzt selbst wieder raus. Tut mir ja herzlich leid...“ Sein Tonfall strafte diese Worte Lügen. Sie troffen von Sarkasmus. “Aber mir persönlich ist Aramon wichtiger.“ Überrascht stellte er fest, dass das stimmte. Er hatte also wohl tatsächlich noch etwas für seine alte Heimat übrig, trotz allem. “Außerdem braucht Sheherazade mich...“, fügte er noch leiser hinzu und konnte seine Angst um die Tänzerin doch nicht ganz verbergen.

Indessen hatte aber Serafina schon eine Bewegung auf dem Wasser ausgemacht, und Christian flog – als Möwe – hin, um zu erkunden, was da los war. Mit der Nachricht von dem kleinen Segelboot und seiner Fracht kam er wieder.Madame d'Hivers Verschwörung hatte ganz offensichtlich ein weiteres Opfer gefunden. Das gab den Ausschlag. Herr von Muesig musste für den Moment selber sehen, wie er zurecht kam. Es erwies sich einmal mehr als Glücksfall, dass Christian sich nicht hatte lumpen lassen und direkt ein ganzes Segelboot gekauft hatte – damit war die Verfolgung ziemlich einfach, und sie mussten auch nicht auf „geborgte“ Pferde zurück greifen. Der Stallbursche war jedenfalls sichtlich erleichtert, als Asarra die Pferde zurückbrachte. Das sah man ihm auch an. “Danke!“, sagte er. “Eure Freundin ist nicht so sicher im Sattel, nicht wahr? Aber sie wird es noch lernen... sagt, könnt Ihr ihr vielleicht etwas mitbringen? Als Erinnerung an, hm, gestohlene Küsse...“ Leicht verlegen hielt er Asarra eine kleine Blüte hin – aus verschiedenfarbigem Schweifhaar von Pferden geflochten, was ein interessantes Muster ergab. Sie wirkte seltsam lebendig und gleichzeitig zart. An einer Schnur aus dunklem Rosshaar konnte man sie als Kette tragen. “Meine Schwester stellt die her...“, meinte er. Und dann verschwand er ziemlich schnell im Stall.

Dann ging es zurück zu Christians Segelboot, der 'Fischotter'. Der Kapitän brauchte nicht lange, um startklar zu sein, und recht schnell war man unterwegs. Wieder auf See... das mochte einigen mehr gefallen als anderen. Es dauerte auch nicht allzu lange, bis das andere Boot in Sicht kam – als kleiner dunkler Fleck vor dem im Mondlicht glitzernden Meer, denn einen guten Vorsprung hatte es mittlerweile durchaus. Adrian runzelte die Stirn. “Bei dem Wind wird es nicht ganz einfach, das Boot da einzuholen...“, murmelte er. “Aber vielleicht ist das auch gar nicht ratsam? Für einen Kampf auf See sind wir nicht grade ausgerüstet...haben wir denn eine Idee, wo es hinfährt?“ Er ließ sich auf der Karte den Turm zeigen, den die Gefährten als Ziel vermuteten  und nickte leicht. “Die Burg von der Familie Dragault.“, sagte er. “Die kenne ich. Familie war traditionell Mitglied im Sindarinerorden... bis der nach dem letzten Bürgerkrieg, ähm, aufgelöst wurde. Der letzte Dragault kam in diesem Bürgerkrieg, und sein Sohn dient nun in der Marine Nahas... aber früher war die Burg garantiert mal einer der zahlreichen Schmugglerstützpunkte an der Küste. Jedenfalls, wenn es dahin geht, kenne ich ein Stück nördlich davon eine kleine Bucht, wo wir ungesehen landen können.“ Er warf einen kritischen Blick in den Himmel. “Aber das wird erst in den frühen Morgenstunden der Fall sein.- Also wenn es so allmählich hell wird.“

Es stellte sich im Laufe der nächsten Stunden heraus, dass das Boot, das sie verfolgten, wirklich auf den Turm oder die Burg auf der Karte zuhielt – und dass sie sich keine Sorgen über eine mögliche „Seeschlacht“ machen mussten, denn sie würden das Boot nicht einholen können. Im allerersten Morgengrauen jedoch war noch ein Stück entfernt auf der Klippe ein dunkler Schatten auszumachen. “Die Burg Dragault...“, meinte Kapitän Adrian leise.

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Der Tag dämmerte nur zögerlich hinauf. Es war, als würde der Winter noch ein letztes Mal gegen das Ende seiner Herrschaft aufbegehren: es wurde ziemlich kalt, und der Wind wehte stetig und recht steif vom Meer heran. Die Burg Dragault, ehemaliger Schmugglerstützpunkt, ehemaliger Stützpunkt der Rebellen von Naha, jetzt scheinbar verlassen, lag still und dunkel im langsam heller werdenden Dämmerlicht. Nichts schien sich zu regen, keine Gestalt war auf den Zinnen des Turms und der Wehrgänge zu sehen. Doch plötzlich drang eine weibliche Stimme aus einem der Fenster hoch oben im Turm, laut, aufgebracht: “Sag mal, hat unsere Mutter dich zu heiß gebadet, Louis? Oder bist du mal auf den Kopf gefallen oder so? Denk das nächste Mal gefälligst mit dem Kopf und nicht mit den Eingeweiden! Was, wenn sie wegen deiner kleinen Launen verblutet wäre, hm?  Du hast Glück, dass deine Unbedachtheit nicht meine Pläne zunichte gemacht hat!“ Eine leisere, männliche Stimme grummelte: “Die ist sowieso stur wie ein Maulesel hinter ihrem hübschen Gesicht – die wirst du nie überreden können.“ Ein Schnauben. “Warte ab. Ich habe noch einen Trumpf in der Hinterhand. Ich gehe jetzt und hole den, hah, Rak'Shal. Der wird sie auf jeden Fall überzeugen. Du bleibst so lange bei ihr und passt auf, dass sich die Wunde nicht wieder öffnet – und keine Spielereien mit dem Messer mehr, solange ich weg bin!“ Wer wirklich gute Ohren hatte, hätte vielleicht auch ein leises Stöhnen gehört, das aus einem anderen, vergitterten Fenster nach draußen drang. Und dann schritte, die sich eine Treppe hinunter entfernten.

Und dann war unten das Boot heran – an einer kleinen Bucht, die recht versteckt lag und von der bequemerweise Stufen zum Turm hinauf führten. Ein Pfiff – dem Schrei eines Sturmvogels ähnlich – gellte durch die Luft, dann zeigte sich plötzlich doch jemand auf den Zinnen der Burg...

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Es war nicht grade bequem, so unter der Decke; die Luft war stickig, es roch nach vergammeltem Fisch, und dieses ständige Auf und ab, auf und ab... die Männer, die Herrn von Muesig da grade entführten, die redeten zwar miteinander, aber auf aramonisch, also total unverständlich – und dazu dieses Gekreische der Möwen! Unter diesen Umständen war es natürlich ziemlich schwer abzuschätzen, wie lange die Fahrt so dauerte und wohin es überhaupt gehen mochte. Doch an irgendeiner Stelle wurde die Decke wenigstens von seinem Kopf gezogen. Ein bärtiges Gesicht mit schlechten Zähnen im Mund grinste ihn an, und der strenge hauch von Tabak schlug dem Adligen entgegen. “Willkommen, genieße die Fahrt!“, wurde er mit stark akzentuiertem, aber grade noch verständlichem Dragonisch angesprochen. “Obwohl es nicht mehr lange dauern wird... du kannst dich schonmal drauf freuen, der echten Madame d'Hiver zu begegnen. Zieh dich bloß warm an!“ Er lachte über seinen eigenen ziemlich dämlichen Witz, doch da packte ihn sein Gefährte am Ärmel, zeigte nach hinten und redete schnell und leise auf ihn ein. Der Bärtige wandte sich wieder zu Herrn von Muesig um. “Sieht aus, wir werden verfolgt.“, knurrte er. “Tut mir leid, aber dann Schluss mit frische Luft!“ Zack, hatte er die Decke wieder über dem Kopf. 

Noch eine gute Weile Geschaukel und Fischgestank später setzte das Boot plötzlich auf und Sand knirschte unter seinem Kiel. Erneut wurde die Decke weggenommen. Herr von Muesig konnte erkennen, dass es langsam Morgen wurde. Über ihm, auf der Klippe, thronte eine Burg, unzählige krumme Stufen führten hinauf. Er wurde grob auf die Beine gestellt, nachdem die Fußfesseln durchgeschnitten worden waren. “Los, rauf da!“, knurrte der Bärtige. “Und keine Mätzchen, ich bin direkt hinter dir!“
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 05 Juni 2015, 15:11
Nach den allerlei exquisiten Duftnoten von Madame d’Hiver war dieses Odeur hier eine echte Zumutung. Die Fische, die hier lagerten, mussten ihr Verfallsdatum schon vor Monaten überschritten haben. Dabei litt er sowieso Qualen, sein Kopf war schwer wie ein Felsblock, das Getränk…es musste ihm den Verstand geraubt haben, nein, das war Madame, es war wohl das Bewusstsein, das es ihm genommen hatte. Da waren die kreischenden Möwen und das ewige Geschaukel kein Balsam. Und ausruhen konnte er sich auch nicht, obwohl die Fesselung nicht stramm war. Er hatte zwar einmal einen Vortrag „Fesseln? Ein Vergnügen der besonderen Art“ besucht, aber da war es eher um etwas anderes gegangen.
Dem Gebrabbel konnte man auch nichts entnehmen. Seine Fremdsprachenkenntnisse ließen genauso zu wünschen übrig. Aber für so etwas gab es ja für gewöhnlich den Hof-Übersetzer. Wo der wieder war, wenn man ihn wirklich brauchte.

Doch dass alles noch eine Wagenlänge schlimmer kommen konnte, diese Weisheit bewahrheitet sich, als ein nach billigem Tabak riechender Bartträger ihn aus der Dunkelheit erlöste. Er musste würgen. Der Mann hatte seine letzte Wäsche wohl noch vor dem Ablaufdatum der Fische gehabt. Genießen? Mit Madame d’Hiver vielleicht. Obwohl, was faselte der da von der echten Madame d’Hiver? Die klasse Braut war keine Einbildung gewesen. Er versuchte sich an ihre Schulter zu erinnern. Ein wohliger Schauder durchlief ihn sofort. „Was läuft hier, Seemann“ fragte er, bekam aber keine befriedigende Antwort. Daran änderte sich auch nichts als er drohte: „Das gibt eine feine Meldung im Hafenamt. Name? Geschlecht? Anzahl der noch vorhandenen Zähne?“ Letzteres musste bestimmt eine einstellige Zahl sein. Stattdessen wurde er wieder in die Dunkelheit gesteckt. Wer sollte ihnen folgen? Niemand, außer vielleicht Madame d‘Hiver konnte wissen wo er war. War sie auch reingelegt worden und wollte ihn jetzt retten? Alles andere machte aus seiner Warte wenig Sinn. Dieser Christian hatte zwar ein Schiff gehabt, aber warum sollte er diese Fischvergifter verfolgen?

Alles egal, kurze Zeit später hatte es sich eh ausgeschaukelt. Ziemlich rüde wurde er an Land geschafft, die Fußfesseln hatten ihren Dienst getan und wurden entfernt. Nach der vollmundigen Ankündigung von dem Mundgeruchigen, schüttelte erst einmal die Beine aus und sah sich um. Ein feiner Sandstrand, sicherlich gut zum Baden geeignet, Eine Burg, zu der sich unzählige Stufen hochwanden. „Was ich da rauf? Niemals, ich warte auf die Sänftenträger“ und stellte sich breitbeinig hin. Hier bin ich, hier bleib ich, sollte das verdeutlichen. „Und ich bin schon auf Deine Mätzchen gespannt wenn Du baumelst, Du weißt schon was ich meine, mit dem Adel verscherzt man es sich niemals ungestraft. Alles wird gesühnt. Alles. Vor allem Entführung und Misshandlung.!“ seine bekräftigende Geste deutete den Strick um den Hals mehr als deutlich an.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 08 Juni 2015, 12:00
Boote! Wie sie es hasste! Auf dieser wackeligen Nussschale war es noch schlimmer als auf dem großen Schiff, das sie nach Naha gebracht hatte. Zwar war der Seegang weniger aufgewühlt und die steife Brise erträglich, doch das wilde Auf und Ab hob Serafinas Magen so oft, bis sie nur noch Galle spuckte. Der bittere Geschmack im Maul regte sie auf. Brummig und knurrend kauerte die Lykana an der Bootswand und wünschte sich Meilen weit weg. Da verflog selbst die Freude über das Geschenk, das ihr der Stallbursche gemacht hatte. Was für eine herzliche Geste. Dabei kannte er das Mädchen Maida nicht einmal. Serafina schnaufte und unterdrückte ihr schlechtes Gewissen. Der junge Mann würde heute Nacht vergeblich auf sie warten. Es war das erste Mal, dass sie ein Versprechen brach. Schändlich. Der Gedanke daran verbesserte ihr miese Laune keinen Deut.

Im Morgengrauen kam die Burg in Sicht. Sie schien verlassen, kein Licht brannte hinter den schmalen Fensterluken. Da gellte ein Pfiff und eine Bewegung wurde auf den Zinnen sichtbar. Sie näherten sich vorsichtig, so dass sie von oben nicht bemerkt wurden. Ein Stück abseits des Turms legten sie an. Serafina war die erste, die an Land wackelte. Sie konnte es kaum erwarten, wieder festen Boden unter den Pranken zu spüren.

Die Drow Ammit und Waldelf Fey beschlossen, sich an das Gemäuer heran zu schleichen. Möglicherweise gab es eine Möglichkeit unbemerkt einzudringen. Für die Wachen auf dem Turm allerdings war Ablenkung nötig. Antonio meldete sich, also wollte auch Serafina nicht zurückstehen.

"Ich bin gerade in der Stimmung Kehlen aufzuschlitzen", knurrte sie und schnüffelte. Auch der Violinenspieler hatte es bemerkt. Blut! Erstaunlich, über welchen übermenschlichen Geruchsinn der Mann verfügte. Misstrauisch kniff die Lykana die Augen zusammen. Sie würde Antonio im Auge behalten.

Gemeinsam mit Ammit und Fey ging es los. Als der Turm in greifbare Nähe rückte, ließ Serafina den Blick über die Mauer wandern.

"Ich könnte die Außenwand hoch klettern. Ich bin recht gut im Klettern. Bis zu den Zinnen ist das keine große Sache, oder ich nehme das Fenster dort oben neben dem vergitterten Loch und schleiche mich rein. Soll ich kundschaften oder einfach nur für Ablenkung sorgen? Ich hoffe, der Drache lässt mich nicht hängen. Wer weiß, wie viele Wachen dort oben rumschleichen."





Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 08 Juni 2015, 20:38
Die beiden geborgten Pferde wurden wieder zurückgebracht, doch danach konnten sie zu dem neuen Boot des Magiers eilen, um die Verfolgung des anderen Bootes durchzuführen. Auch wenn sie es kaum noch einholen würden, was ohnehin nicht ihr Ziel war, wenn sie relativ unbemerkt bleiben wollten, würde der ehemalige Statthalter ohnehin einen anderen Weg dafür wählen.

Erst als die Nacht sich dem Ende zuneigte und das andere Boot gerade hinter einer der letzten Biegungen verschwand, verwandelte der Hohentürmler sich, nachdem er eine schützende Steinhaut um sich gelegt hatte, in einen gut 15 Schritt langen schwarzen Drachen. In dieser Gestalt flog er in einem recht weiten Bogen, um den Anschein zu wecken, direkt aus Taros gekommen zu sein, gen Turm. Dort erfuhr er noch, dass eine der Gefangenen wohl verletzt worden war, bevor ein übereifriger Wächter ihn mit einem Bolzen beschoss und Alarm schlug. Mit einem Grollen wandte der sich an der getroffenen Stelle lediglich sacht kratzende Schwarzdrache an den Mann, bevor er vor dem Turm landete.


Du Erdenwurm wagst es, mich anzugreifen? Ich sollte dich auf der Stelle mit Haut und Haar verschlingen. Aber da würde ich mir wohl den Magen verderben. Stattdessen solltest du mir alle hier befindlichen Jungfrauen übergeben, ansonsten werde ich den Turm samt allen darin befindlichen Wesen niederbrennen.

Nur wie nebenbei bemerkte er, dass dort unten gerade dieser Herr von Muesig heraufgebracht wurde. Den konnte er dann auch gleich mitnehmen, wenn man seinen Forderungen entsprach. Ansonsten musste er wohl wirklich noch Gewalt anwenden, auch wenn sich dies kaum in einer Feuersbrunst äußern würde, denn Feuer war nun wirklich nicht sein Element.

Allerdings machte der Wächter keinerlei Anstalten, seinen Forderungen nachzukommen, weswegen der Schwarzdrache wieder ein ohrenbetäubendes Brüllen fahren ließ.


Schluss mit den Höflichkeiten, jetzt werdet ihr mich richtig kennenlernen.

Kaum war das Brüllen verklungen, erhob der schwarze Drache sich wieder in die Lüfte, um eher gespielt nach dem Wächter zu greifen...


-25 MP für Steinhautversuche und Verwandlung in Drachen -> 12/60 MP
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 09 Juni 2015, 12:15
Da waren sie wieder auf diesem Schiff und segelten nordwärts in Richtung des Turms, von dem ihr Pierre erzählt hatte. Der war jetzt noch auf diesem Fest. Das Fest….Müsig. Ammit fühlte sich immer noch unwohl bei dem Gedanken an diesen Herrn, der jetzt bei dieser Frau war und sie waren hier. Durften sie den Mann tatsächlich alleine lassen, weil er doch andere Ziele hatte wie sie?
Welches Ziel hatte Ammit hierbei? Fast hätte sie das aus dem Auge verloren. Antonio schien sehr für diese Sheherazade zu entbrennen und war daher von Angst um seine Liebe getrieben. Und die anderen? Christian schien schon immer etwas wie ein Retter zu sein. Er war gut gerüstet, offensichtlich vermögend genug sich solche Reisen erlauben zu können und strotzte nur vor Einfallsreichtum und Mut. Sie hatte nicht schlecht gestaunt, wie er sich in einen schwarzen Drachen verwandelt hatte und nun am Himmel dieses kleine Boot verfolgte.

Sicheren Schrittes lief sie über die Schiffsplanken zu dem Waldelfen und stellte sich neben ihn. Es musste ein sonderliches Bild abgeben, wie sie dort standen. Und noch sonderlicher, wenn man wusste wer sie waren beziehungsweise was sie sonst so machten. Einer hellhäutig, ein Elf und doch ein Dieb. Die andere dunklere Haut und schwarzes Haar und doch eine Priesterin.
Ammit lachte leise und schaute zu Fey.
“Was treibt Euch ins so ein Abenteuer? Ist es das Gold oder die Diebesgüter, die Ihr zu erlangen vermögt? Oder ist eine der entführten Frauen Eure Liebe, die Ihr retten möchtet. Dann hoffentlich nicht auch diese Sheherazade. Das würde sicher Ärger mit Antonio geben.“ Wieder ein Schmunzeln auf ihren Lippen, das in einem so dunklen Gesicht befremdlich wirkte für andere, die die Dunkelelfen als kaltblütige, mörderische Rasse kannten.

Dann schaute sie zu dem Mann, der unruhig über das Schiff lief und am Horizont immer wieder Ausschau nach diesem Turm zu machen schien. Ihre grünen Augen sahen nicht mehr als den kleinen Punkt, der vor ihnen her schaukelte und dem sie so unauffällig wie möglich folgten.
Was also würden sie an dem Turm machen können? Als dieser endlich in Sichtweite kam hatte sie keinerlei Vorstellung von dem, wie sie dort unbemerkt eindringen konnten. Und so einfach zu stürmen sah dieses Mauerwerk auch nicht aus. Sie waren ja auch nur zu sechst beziehungsweise zu fünft und ein Drachen. Und davon war eine, die nicht unbedingt kämpfen würde – sie.

“Wie sollen wir denn da unauffällig rein?“ fragte die junge Frau ungläubig.

Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Dienstag 09 Juni 2015, 12:45
Eine Seefahrt, die war lustig. Zumindest hatte er das mal in einem Kinderlied oder sowas gehört. Je mehr er jedoch seine Zeit auf See verbracte, desto weniger glaubte er diese Geschichten. Er fand die Seefahrt ja mal so garnicht lustig. Und das ist schon die zig wievielste auf diesem verdammten Abenteuer. Er seufzte nur, und beließ es einfach dabei. Er war ein Waldelf. Die Stadt ging ja auchnoh... Aber das Meer? In einer Stadt gab es immerhin noch Gärten. Auf dem Meer gab es nur eins. Wasser. Man trieb auf totem Holz über das endlose Blau. Zum Glück war man nah am Ufer, sonst würde er wohl vor lauter blau noch wahnsinnig werden. Ob daher der Begriff Blausein kommt? Und was trieb ihn überhaupt dazu, gerade nun über sowas zu senieren? Er stützte sich mit beiden Armen auf der Reling ab und seufzte. Hier auf dem Schiff konnte er so wenig tun, wenn er nicht gerade mit Arbeiten auf dem Schiff half. Es beschränkte Freiheit ungemein. Nur Christian wusste, was er tun sollte und schüchterte die Gauner auf ihrem Turm vermutlich gerade als Drache erstaunlich gut ein. Ein amüsanter Gedanke. Aber was brachte es ihnen? Das würde sich wohl noch herausstellen.

Er schreckte etwas aus seinen Gedanken auf, als er aus den Augenwinkeln sah, wie sich Ammit ihm näherte. Ja, es war schon ein seltsam Bild, dass man abgab. Fast schon ironisch, wenn man so darüber nachdachte. Er hätte sich ja selbst niemals denken können, dass er sich sogut mit jemanden verstand, der dunkelelfisches Blut hatte. Aber Ammit war ja auchnur ein Halbblut, bestimmt lag es daran. Oder gab es tatsächlich auch vollwertige Dunkelelfen, mit denen er sich verstehen könnte? Doch er lachte leise bei Ammits Worten und schüttelte grinsend den Kopf "Ich kenne keine der entführten Damen. Also da muss sich niemand fürchten, ich stehe keinem im Weg." Er zwinkerte Ammit zu und streckte sich leicht "Aber eine gute Frage... Wieso mache ich bei diesem Abenteuer mit? Wenn ich ehrlich bin... ich glaube ich bin einfach nur reingeschlittert und bereue es fast schon, dass ich nicht nein sagen konnte." Wieder lachte er etwas und schüttelte den Kopf "Ich hoffe zumindest, dass ich danach nie wieder Schifffahren muss. Ganz ehrlich, ich mag dieses Geschaukel fernab von irgendwelchen Bäumen nicht. Wobei ich sagen muss... Ich habe keine Skrupel, die Madam D'Hiver zu bestehlen. Genau solche Leute wie sie, sind es, auf die ich es abgesehen habe. Während sie es sich gutgehen lassen, hungern die ärmeren Leute." Nochmals schüttelte er den Kopf und zuckte anschließend mit den Schultern "Und was hat dich auf dieses Abenteuer geführt, Ammit? Was ist deine Motivation?"

Sein Blick wanderte zum Turm und A'selafeyon seufzte. Das ganze schien schwerer zu werden als Gedicht. Und so nickte er auf Ammits Frage, wie man da reinkam. Nachdenklick blickte sich der Waldelf um und überlegte "Nun... ALso Christian leistet gute Arbeit dabei, die Leute beim Turm abzulenken. Das könnte unser Vorteil sein. Mich würde es wundern, wenn der Turm nur einen Zugang hat. Wir müssen nur herausfinden, wo das Hintertürchen ist und dann..." grinsend zückte er seinen Satz Dietriche "Kein Problem für mich. Ich würde aber ungern alleine gehen, das ist doch ziemlich riskant..." Fragend sah er Ammit an "Würdest du? Es wird langsam dunkel... ich denke, da hättest du einen Vorteil den anderen gegenüber. Allerdings wäre es gut, wenn jemand die Wachen ablenken könnte. Ich bezweifel, dass Christian ausreicht." Sein Blick wanderte fragend zu den anderen. Ob sich jemand freiwillig für diese Aufgabe melden würde? Zumindest Antonio schien bereit zu sein "Aber bringt euch nicht in Gefahr... wir brauchen nur etwas ablenkung. Und wenn was ist, versuchen wir uns alle wieder am Boot zu treffen, würde ich sagen." Sobald alles geklärt war konnte er sich dann mit Ammit auf den Weg zum Turm machen um das Hintertürchen zu öffnen. Und dann müsste man weitersehen, jenachdem, was man im Turm vorfand.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 09 Juni 2015, 14:10
A’selafeyon’s Vorschlag traf sie ganz unerwartet.
“Ich? Mit Euch da rein? Oh!“ Begeisterung klang anders. Und Ammit wollte den Waldelfen auch nicht vor den Kopf stoßen. Nur sie war so überrascht, dass er sie dabei haben wollte. Nicht den älteren Druiden oder den rastlosen Antonio. Die Halbdrow.
Dann blickte sie auf ihre Hände und die Dunkelheit, die langsam begann sich vor der Sonne zu ducken.
“Meint Ihr wirklich, dass ich ein Vorteil bin statt einem Hindernis? Ich kenne mich mit heimlichen Einsteigen in Häusern und Türmen nicht aus.“

Serafina hingegen bot sich an von außen den Turm hochklettern zu können, was die Halbdrow bei der Höhe bemerkenswert fand.
Auch ihr würde eine Ablenkung sicher helfen.

Fragend schaute sie zu den anderen Gefährten:
“Meint Ihr das könnte klappen? Wenn wir es auf beiden Wegen versuchen und es eine Ablenkung gibt?“
Der Aramoner schien gar nicht recht zuzuhören, also ging sie zu ihm hinüber, weil sie bisher glaubte, dass seine Erfahrung mit dem Land ihnen sehr geholfen hatte.
“Monsieur Antonio. Was meint Ihr? Ich weiß, dass Ihr in Sorge seid. Und ich möchte, auch wenn es viele sicher nicht glauben können, Euch helfen diese Frau gesund wieder zu bekommen. Nur befürchte ich, dass man zu schnell auf uns aufmerksam werden könnte. Von dem Turm sieht man zu gut in alle Richtungen. Uns würde eine Ablenkung reichen. Ein großes Feuer in einer der Buchten, oder etwas, was genau nicht dort passiert, wo wir einsteigen könnten. Und Herr Christian hilft uns auch sicher von dort oben. Wart Ihr schon mal hier in der Nähe, habt Ihr etwas über den Turm gehört? Uns kann alles helfen, was Ihr in Eurer Heimat über diese Familie und insbesondere diesen Wohnsitz erfahren habt.“
Dies waren ernste eindringliche Worte, die zeigen sollten, dass es ihr ernst war. Und wenn sie bei so etwas mitmachte, musste sie sich auch darauf verlassen können, dass es eine Chance gab zu überleben.

Und diese Hoffnung schwand mit dem Augenblick, indem sie an der Burg und dem Boot vorbei segelten um etwas weiter nördlich anzulegen. Serafina roch Blut, Menschenblut, und auch Antonio schien es plötzlich noch dringender, dass sie schnellstmöglich anlegten. Was genau die anderen vorhatten war noch nicht klar, aber sie wollten für Ablenkung sorgen.

Daher brachen Fey und Ammit überstürzt auf nachdem das Schiff im flachen Gewässer seine menschliche Fracht ab luden.
Auch Serafina folgte ihnen, oder eher umgekehrt. Sie hatte kaum Probleme mit dem Gelände.
Für das dunkelhäutige Mädchen war schon die Kletterpartie den Klippenweg hinauf anstrengend. Nicht nur einmal musste sie sich von dem Waldelfen helfen lassen.
Immer wieder schwirrte ihr das Szenario durch den Kopf, wie sie dort versuchten einzubrechen und was dann alles schief laufen könnte. Ammit war sichtlich angespannt.
So suchte sie Ablenkung indem sie leise zu Fey flüsterte:
“Ihr hatte mich auf dem Schiff gefragt, was mich antreibt hier diese Felswand zu besteigen. Nuru ist meine Heimat geworden, auch wenn ich nicht immer dort war. Und ich brauche einen Rückzugsort. Der kann schnell zerstört sein. Und ich möchte zeigen, dass mehr in mir steckt als eine Drow.“
Sie griff nach seiner Hand, als er ihr diese hilfreich entgegenstreckte und schaute ihn seltsam an.
“Nein ehrlich: Natürlich seid Ihr der Grund. Ich wollte einfach mal in Eurer, in Elfen-Nähe sein. Vielleicht färbt das ja ab.“
Das Schnaufen, das die Priesterin vor Anstrengung abließ, passte genau zu dem Spaß, den sie sich erlaubte.

Oben angekommen trennten sich die wege der Gefährten. Und Ammit begab sie sich in die fachkundigen Hände eines Diebes und folgte seinen Anweisungen blind, ohne diese zu hinterfragen. Immerhin war er der Experte im Anschleichen und Schlösser knacken. Es genügten wenige Handzeichen um ihr zu erklären, wann sie sich in das Gras zu legen hatte und wann sie mit der Mauer verschmelzen musste.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 12 Juni 2015, 19:25
Die beiden Schimmel folgten Asarra brav zurück zu den Ställen. Beinahe hätte die Amazone gelacht, als sie den erleichterten und gleichzeitig enttäuschten Gesichtsausdruck des Stallburschen bemerkte, als er sie sah. Er hatte wohl gehofft, jemand anderen mit diesen Pferden zu sehen. Die Schwarzhaarige beliess es bei einem vielsagenden Grinsen und half dem Burschen noch kurz, die Tiere in ihren Boxen zu versorgen.

Nickend nahm Asarra die hübsche Blume entgegen. "Ich werde sie ihr geben. Ihr seid gut zu den Tieren, das ist schön. Aber nur so am Rande - ihr solltet die Viecher echt nicht an Fremde geben, auch wenn sie noch so gut küssen." Mit einem freundlichen Schulterklopfen - das den hageren Kerl ein bisschen ins Schwanken brachte - verliess sie den Stall und trabte auf Schusters Rappen zu den anderen zurück.

Gemeinsam ging es aufs Boot. Die Amazone brachte Serafina die hübsche Halskette, kurz bevor diese wieder mit Feuereifer die Fische fütterte. Asarra hingegen lehnte sich locker an die Reeling und beobachtete die Matrosen bei der Arbeit. Falls irgendwo Hilfe benötigt wurde, sprang sie gerne ein, aber meistens hatten die Leute ihr Boot im Griff.

Der Tag dämmerte langsam, als sie schliesslich in die Nähe ihres Ziels kamen. Die Schwarzhaarige drehte sich zur offenen See und blickte stur auf die Wellen, bis sich Christian verwandelt hatte und weg war. Leider flog der grosse Schwarzdrache, den er als Gestalt gewählt hatte, genau in ihre Blickrichtung. Wenigstens musste sie bei der Verwandlung selbst nicht zusehen. Kalte Schauer liefen ihr allein schon bei dem Gedanken über den Rücken. Drecksmagie.

Wenig später landeten sie in einer kleinen Bucht. Schnell wurde beschlossen, dass die weniger auffälligen Mitglieder ihrer Truppe einen Einbruchsversuch starten würden. Der Amazone blieb eigentlich nur eines übrig. Antonio zu begleiten, und ihm bei der Ablenkung zu helfen. Für alles andere war sie schlicht zu gross.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 12 Juni 2015, 22:08
~@~Runde 14~@~


15. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Die Burg Dragault, früher Morgen

Herrn von Muesigs Bewacher kamen gar nicht dazu, auf dessen freche Worte zu antworten, aber es stand zu befürchten, dass sie nicht sonderlich beeindruckt gewesen wären. Aber ziemlich genau in dem Moment tauchte der Drache auf. Ein riesiger Schwarzdrache! Nun, Taros war so weit weg nicht. Aber diese Kreaturen waren doch äußerst selten an Aramons Küsten zu sehen. Irgendwas von einer Forderung nach Jungfrauen wurde von den Wächtern jedoch vehement abgelehnt.  Stattdessen flog dem Christian-Drachen von der Turmzinne ein Armbrustbolzen entgegen. Viel Schaden richtete der jedoch nicht an. Von oben konnte man den Wächter auf den Zinnen Alarm schreien hören. Und unten setzte der scheinbare Drache zum Angriff an. Einer der beiden Kerle bei Herrn von Muesig fluchte laut und schrie seinem Kollegen etwas zu  - auf Aramonisch – aber der Effekt war, dass sie ihren gefangen auf den angreifenden Drachen zu schupsten und selber wie die Kaninchen zwischen den Felsen am Fuß der Klippe Deckung suchten.

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Die Fischotter machte, nachdem Christian als Drache weggeflogen war, einen recht großzügigen Bogen um die Bucht herum, in der das andere Boot gelandet war. Wie er gesagt hatte, gab es etwa zweihundert bis dreihundert Schritt weiter nördlich noch eine zweite Bucht, wo er anlegen wollte. Das Tageslicht nahm stetig zu, aber als die Fischotter am Ufer festmachte, war es immer noch bestenfalls dämmerig – es sollte also nicht völlig unmöglich sein, sich an den Turm heran zu schleichen. A'Selafeyon schlug vor, mit Serafina und Ammit an den Turm heran zu schleichen – er und die Halbdrow würden einen Hintereingang suchen, und die Lykana wollte die Mauer hinaufklettern. Fey schlug außerdem eine Ablenkung vor – Christian sorgte ja schon dafür, und wenn Antonio ihn unterstützen würde... der Vampir nickte grimmig. “Nagut.“, knurrte er. “Am liebsten würde ich ja einfach den Turm stürmen, aber das wäre wohl nicht klug. Immerhin kann ich durchaus... für Ablenkung sorgen, ohne mich allzu sehr in Gefahr zu bringen.“ „Das mit dem Feuer kann ich übernehmen.“, warf Adrian unterdessen ein. “Ich werde um den Turm einen Bogen schlagen und im Süden ein Feuer anzünden – wenn ihr mir zehn Minuten Vorsprung gebt...“ Mit einem Nicken machte er sich im Laufschritt auf den Weg. Antonio sah ihm nach und wandte sich dann den Anderen zu. “Nun, Asarra, Daranus, werdet ihr euch mir anschließen, oder geht ihr mit dem Elfen?“ Ehe er eine Antwort bekam, stellte Ammit aber noch Fragen nach dem Turm und der Familie Dragault. Aber da konnte Antonio nur mit den schultern zucken. “Ich bin ja nur der Sohn von einem einfachen Musiker.“, antwortete er. “Da bin ich nicht viel herumgekommen früher. Ironischerweise kenne ich mittlerweile Dragonia besser als Aramon. Über die Familie weiß ich auch nur das, was Kapitän Adrian schon erzählt hat – was man halt als Bürgerlicher über den Adel so weiß.“

Inzwischen hatte Adrian sicher genug Vorsprung. Serafina, Ammit und A'Selafeyon machten sich auf den heimlichen Weg zu einem Hintertürchen in den Turm, während Antonio, dem Asarra sich anschloss, weniger heimlich und deshalb auch schneller direkt auf den Haupteingang zustrebte. Dabei warf er der Amazone einen schrägen Blick zu. Sie hatten schon einmal zusammen gekämpft, vor zwei Jahren, als der Comte Drachenauge heimgesucht hatte. Wieviel sie damals wohl über sein wahres Wesen erfahren hatte? Seitdem hatte er seine speziellen Fertigkeiten erkundet und trainiert... “Es kann sein, dass Euch einiges gleich etwas merkwürdig vorkommen wird.“, warnte er schon einmal vor. Dann beschleunigte er seine Schritte noch, dass selbst die große Amazone sich anstrengen musste, um nicht zurück zu bleiben.

Es dauerte nicht besonders lange, bis sie beim Turm ankamen. Nun, es handelte sich genau genommen um eine kleine Burg – eine Wehrmauer umschloss die Anlage, und ein paar Gebäude im Innern schienen auch dazu zu gehören. Das Haupttor lag nach Norden hin, der Turm jedoch im Süden der Anlage. Auf den Zinnen des Turms oben war Bewegung zu erkennen, und dann wehten Rufe zu ihnen hinüber. Hin und wieder war der Schatten eines schwarzen Drachen zu sehen, und sechs Wächter rannten aus dem Tor heraus und umrundeten die Mauer in Richtung der Treppe, die vom Meer die Klippe hinauf führte. Antonio grinste – nunja, es sah mehr wie ein Zähnefletschen aus. “Christian!“, sagte er leise. “Nun, auf ins Gefecht...“ Der Geruch nach Blut – ihrem Blut – lag nun dick in der Luft, zumindest für seine Nase überdeutlich wahrnehmbar. Es machte ihn fast wahnsinnig, aber gleichzeitig wusste er, dass sie noch lebte – ihren Atem konnte er hören, schwer und angestrengt. Antonio stieß ein tierisches Knurren aus, und dann rannte er los – unmenschlich schnell – auf die Wächter zu. Am Klippenrand tobte der Schwarzdrache und stieß auf die Wachen herab oder tat zumindest so. Immer wieder flogen Armbrustbolzen vom Turm herab, aber die sechs Wächter oben auf dem Klippenrand schienen nicht so recht zu wissen, wie sie den Drachen angehen sollten. Und dann stiegen dicke, schwarze Rauchwolken etwas weiter im Süden auf. Antonio lachte, ein wildes, fast bösartiges Lachen. “Ob da wohl noch mehr Drachen kommen?“, rief er laut. “Ergebt euch lieber rechtzeitig!“ Und dann sprang er den nächstbesten Wächter an, mit bloßen Händen, doch Reißzähne blitzten in seinem Mund, und aus dem Violinspieler wurde ein Raubtier im Sprung...

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Was immer Christian, Antonio und Asarra taten, es wirkte offenbar glänzend. Von der anderen Seite der Burg drangen laute Rufe herüber, und die zwei Wachen, die am Haupttor blieben, blickten immer wieder nervös zum Turm hin. Da war es für Ammit, Fey und Serafina recht leicht, ungesehen bis zur Burgmauer vorzudringen. Serafina bog ab, um eine günstige Stelle zum Klettern zu finden, und genau im Süden des Turms, wo die Wehrmauer sich von ihm löste, schien es am besten zu sein – die Rundung des Turms schirmte sie dort noch vom Tumult am Klippenrand ab. Der Stein war rau genug, dass sie Halt finden konnte. Aber ein Abrutschen würde einen Sturz von fast hundert Schritt Tiefe bedeuten...

aber für eine Lykantrophin war es kein Problem. Rasch und sicher erklomm sie die Turmmauer. Aus dem Fenster neben dem vergitterten Loch, das sie anstrebte, drangen jedoch plötzlich Stimmen: lautes Fluchen, dann dieselbe aufgebrachte Frauenstimme von vorher: “Louis, geh runter und regel das. Du hast doch ein paar Mittel auf Lager, die Angreifer abzuwehren?... ihr zwei, zu Ephyra und bringt sie nach draußen auf die Mauer. Sollten die Angreifer die Burg betreten, tötet ihr sie sofort. Beseitigt auch den Hund. Seht zu, dass man euch mit ihr auf der Mauer sieht... die werden eh wissen, dass sie hier ist. Mufaßa ben Tschuk, Ihr kommt mit mir – die Tänzerin muss jetzt einlenken und dann von hier fort...“ Schritte, eine Tür, die auf - und zuging, ein Klacken, jemand lief eine Treppe hinunter. Dann ein entsetzter Aufschrei, der durch das vergitterte Fenster nach außen drang.

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A'Selafeyon machte sich daran, die Hintertür zu knacken. Das war nur eine kleine Pforte, die zwischen zwei Schuppen – dem Geruch nach zu urteilen war einer davon ein Hühnerstall – auf den Innenhof der Burg führte. Aus dieser Deckung heraus konnte man den Innenhof recht gut überblicken. Gegenüber lag ein Wohngebäude, eher einfach und zweckmäßig, auf ihrer Seite des Hofes waren noch mehr schuppen und Ställe. Rechts von ihnen erhob sich der Turm. Ein paar Stufen führten zu einem schweren Tor hinauf, das ins Innere führte. Ein Wächter stand davor. Es öffnete sich, und heraus kam zuerst ein hagerer Mann mit schulterlangen, schwarzen Haaren in einem Gewand der Tethis-Priesterschaft, und dann zwei weitere Bewaffnete – bezeichnenderweise trugen sie alle, wie auch die anderen Wächter, weithin sichtbar das Wappen des Sindariner-Ordens. Diese zwei führten eine junge Frau mit sich, hochgewachsen, schlank, und ebenfalls wie eine Priesterin gekleidet. Ihre Hände waren rücklings gefesselt, und ihre Augen waren mit einem Tuch verbunden. Die beiden Wächter führten sie zu einer Treppe links neben dem Turm, begleitet von dem schwarzhaarigen Priester, und gemeinsam stiegen sie auf den Wehrgang auf der Mauer hinauf. Die junge Frau versuchte keine Gegenwehr – sie wusste, dass es zwecklos wäre.

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Mit einem Schlag brachte Antonio den Wächter zu Fall und sicherte sich damit die ungeteilte Aufmerksamkeit aller anderen. Das schien ihn jedoch nicht sehr zu beunruhigen. Mit einem zähnestarrenden Lächeln wich er an die Mauer zurück und breitete die Arme aus, als wolle er die Wächter einladen, ihn anzugreifen. Die schienen sich nicht ganz sicher zu sein, was sie nun tun sollten – oben der Drache, vor ihnen dieser gewöhnlich aussehende Mann, der sich plötzlich in eine reißende Bestie verwandelt zu haben schien – da schien die riesige, schwarzhaarige Frau noch am Ungefährlichsten zu sein, trotz der Kettenpeitsche, die sie trug. Einer der Wächter, einer, der Asarra tatsächlich noch überragte und ziemlich muskelbepackt aussah, ging drohend auf sie zu. “Ruf deinen wildgewordenen Freund zurück!“, brüllte er. “Sonst versohle ich dir den Hintern!“

In dem Moment erschienen ein paar Gestalten oben auf der Wehrmauer: ein schwarzhaariger Priester und zwei Wächter, die zwischen sich eine junge Frau mit verbundenen Augen hielten. “Zieht euch sofort zurück!“, rief der Priester, und seine eher unangenehme, ölige Stimme trug mühelos über den Tumult hinweg. “Nehmt euer geflügeltes Haustier mit... dann erlebt ihr vielleicht noch einen Morgen. Wenn nicht, stirbt Ephyra von Naha!“ Bei der Stimme trat Antonio von der Mauer weg und erkannte Louis wieder als den, der ihn damals verdammt hatte, als er Hilfe bitter nötig gehabt hatte. Seine Augen wurden schmal vor Hass, und tief in seiner Kehle stieg ein bedrohliches Knurren auf. “Lasst sie und Sheherazade sofort frei!“, rief er hinauf. “Dann erlebst du vielleicht noch einen neuen Tag, falscher Priester!“ Dabei konnte er sich grade so zurück halten, sofort die Mauer hoch zu stürmen und Louis direkt anzugreifen... aber das wäre dumm, solange Ephyra da oben stand. Und Louis wusste das. Er lachte gehässig. “Sieh an, die Höllenkreatur aus dem Labyrinth...“
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 15 Juni 2015, 15:02
Und dann kam Bewegung in die Beschaulichkeit. Ein Schwarzdrache erschien auf der Fläche und machte zuerst viel Wind und dann mächtig großen Eindruck. Es war ja nicht so, dass Herr von Muesig gar nicht beeindruckt gewesen wäre, aber so liebend gern er sich verdünnisiert hätte. Wie bitte sollte das gehen? Hinter ihm waren die Seemänner, vorne der Drache. Der gerade vom Turm beschossen wurde und einen ohrenbetäubenden Schrei ausstieß. Seine Bewacher gaben ihm noch einen kräftigen Schubs, dass es ihn in Richtung des Drachen verschlug. Und obwohl er wirklich nicht weit von dem Drachen, war tat ihm der nichts, was  ihn in Staunen versetzte. Entweder war der Drache kurzsichtig oder total blind, denn er wollte nicht einmal mit ihm spielen. „Du musst ein Aristo-Drache sein“ jubelte ihm der Adelige zu. Zumindest war er jetzt frei. Er sah oben am Turm Leute und von der Statur her mussten es wohl ‚seine‘ Leute sein, also die mit denen er aus Dragonia hierher gekommen war. Was sie da taten entzog sich seiner Wahrnehmung. Aber sie waren bestimmt nicht zum vergnügen hier. Viellicht waren da ja die Gefangenen. Sollte er jetzt die Treppen rauf? Er zweifelte den Sinn einer solchen Tat an. Er werde die echte Madame d’Hiver kennenlernen, hatte ihm der stinkende Matrose erzählt. Das war ein starkes Argument, aber auch so ziemlich das einzige. Nein, nicht stark genug.
Er stakste in Richtung seiner ehemaligen Bewacher „So, Ihr Westentaschenhelden, wenn ihr mir nicht sofort einen Weg weist, wie ich ungesehen in diese Anlage komme, und ich meine nicht diesen umständlichen hier, rufe ich meinen Freund von da oben wieder und ihr wisst wohl, was das bedeutet und was Euch dann blüht.“ Er musste die momentane Schockstarre der beiden unbedingt zu seinem Vorteile nutzen. Und wenn er es richtig bedachte, hatten solche Bauten immer einen ganz geheimen Fluchtweg. Wenn ihm diesen die beiden verraten würden, konnte er abwarten, ob jemand sich auf diesem Wege aus dem Staub machen würde oder selbst diesen benützen. Dann wäre er auch noch zu etwas nütze gewesen. Darüber, wie er einen Flüchtigen aufhalten könnte, dachte er nicht einmal ansatzweise nach.
"Und die Fesseln, die könnte mir auch jemand mal abnehmen."
Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 15 Juni 2015, 22:35
Der Schwarzdrache trieb sein Spiel mit den Wächtern, denn er wollte sie ja nur ablenken, damit die anderen soweit wie möglich in die kleine Burg eindringen konnten, vielleicht sogar die Gefangenen befreien konnten, ohne auf diese Wächter zu stoßen. Allerdings bekam er dann doch Verstärkung in Form von Antonio und Asarra, um auch deren Nahkämpfer zu binden. Wieder prallte ein Armbrustbolzen an seinem steinharten Schuppenkleid ab. Tja, da kamen sie wohl kaum durch ohne größere Geschütze. Aber diese hatten sie zu seinem Glück wohl nicht, weswegen der verwandelte Magier wieder knapp an einem der Wächter vorbeischlug, um diesen bei Laune zu halten.

Allerdings trat dann ein Priester in Begleitung von zwei weiteren Wächtern und einer Frau, anscheinend Ephyra von Naha, auf den Wehrgang der Mauer und sprach seine Drohung aus. Solange sich die Fürstentochter in dieser unmittelbaren Gefahr befand, war an weitere konkrete Handlungen kaum zu denken, denn er traute diesen Separatisten mittlerweile alles zu, weswegen er einen kurzen isuanischen Fluch in Richtung der Übeltäter ausstieß, um sein Missfallen darüber zu äußern.

Wie zufällig flog er gerade über den Geiselnehmern, bevor er flügelschlagend in seiner Position verharrte und eine Lidschlag später seine eigene Gestalt annahm. Noch während dieses Vorgangs konzentrierte er sich bereits auf seine magischen Kräfte, denn jetzt musste es schnell gehen, um sich und die Adelige nicht zu sehr zu gefährden. Kaum war er zurückverwandelt, wirkte er seine Magie und stand einen Augenblick später neben dieser. Eher hastig griff er nach ihrem Arm, um sich zusammen mit ihr hinter den Turm in den Innenhof der Burg zu teleportieren, da sich im Turm noch weitere Gefangene aufhalten sollten und mittlerweile auch einige Gefährten zumindest im Innenhof sein sollten, soweit er dies bei seinen Überflügen gesehen hatte.

Dennoch konnte er nicht verhindern, dass einer der Wächter seine Waffe noch gegen die Fürstentochter führen konnte, bevor sie aus deren unmittelbarer Reichweite entschwanden. Gleich nach der Teleportation wirkte er deshalb routiniert seinen Heilzauber, um einen zu hohen Blutverlust zu vermeiden und flüsterte ihr leise und so ruhig wie möglich zu, während er ihr die Augenbinde abnahm.


Da war ich wohl nicht schnell genug, verzeiht bitte. Aber die Blutung sollte gleich aufhören. Wir sind hier, um Euch und die anderen Gefangenen zu befreien, werte Ephyra von Naha. Wisst Ihr, wo genau sich die anderen Gefangenen aufhalten? Jeder Hinweis ist nützlich. Ihr dürft mich übrigens Christian nennen.

Kurz schaute er der jugen Adeligen in die Augen, wie um dadurch zu erfahren, ob sie eher verwirrt oder gefasst wirkte, bevor er sich umsah, ob er einige Gefährten entdecken konnte, welche sich um Ephyra kümmern könnten. Denn er als kampferprobter Hohentürmler wollte eher den Turm selbst betreten, um die restlichen 'Gäste' zu befreien.


-3 MP und -4 MP für KTs -> 5/60 MP
-5 MP für Heilung von Ephyra -> 0/60 MP

Ephyra erhält bis zu 25 LP zurück
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 16 Juni 2015, 20:36
Christian Schwarzdrache kümmerte sich um die Wachen auf dem Wehrgang. Fey und Ammit wollten zur Hintertür und Serafina beschloss, den direkten Weg nach oben zu nehmen. Ihre Kletterkünste waren inzwischen weit genug fortgeschritten, dass sie mit dem Mauerwerk wenig Schwierigkeiten hatte. Sie würde vermutlich oben angelangt sein, ehe der Wald- und die Dunkelelfe das Schloss geknackt hatten. Mit den Pranken in die Ritzen der Wand eingehakt, sah sich die Lykantrophin nach allen Seiten um. Das Gitter des einen Fensters war für ihren Körperbau zu schmal, doch durch das mit Pergament bespannte Fenster gleich daneben würde sie sich quetschen können. Stimmen wehten zu ihr heran. Eine hysterische Frauenstimme kommandierte einen Louis und dessen Kumpane herum. Von einem Muschatschuk war die Rede, der eine Tänzerin besuchen wollte. Eine Tür klappte, Schritte waren ganz deutlich zu hören. Der Geruch nach Blut war hier stärker als am Fuß des Turms. Es roch alt und vertrocknet, also schien es sich um keine frische Wunde zu handeln. Ein verzweifelter Aufschrei stachelte Serafina an, rasch das unvergitterte Fenster anzusteuern.

Die Bespannung riss und die Lykanerin kletterte auf allen Vieren in einen kleinen Raum, der einer Schreibstube ähnelte. Niemand hielt sich hier auf. Serafina richtete sich auf und schnupperte. Es roch nach Büchern und Tinte. Leise schlich sie am Schreibpult vorbei zur Tür. Wieder hörte sie Stimmen, diesmal direkt durch die Mauer neben ihr.

Die herrische Frauenstimme redete auf jemanden ein. "Ich hab dir Besuch mitgebracht... dies ist Mufasa. Du erkennst sicher, woher er kommt..."
Ein entsetztes Keuchen erklang. Der Klang und der Geruch erinnerten Serafina an Sherie. Jetzt verstand sie. Tänzerin! Sie hatte Sheherazade gefunden.

"Nun, ich gebe dir eine letzte Chance", sprach die Frau weiter. "Tu, was wir dir sagen, oder ich überlasse dich ihm... er hat da schon Pläne und freut sich sehr auf dein Mitwirken."

Eine Männerstimme mit fremdartigem Akzent erklang: "Oh ja, auf so eine wie die warten wir schon lange... meine Süße, mein Herrscher wird sehr erfreut sein, dass du bei seiner Befreiung mitwirken darfst - fürstlich wird er dich belohen." Sein Lachen klang krank und boshaft.

Serafina rieselte ein Schauer über den Rücken. Sherie würde gefoltert werden. Sie musste handeln, und zwar jetzt. Entschlossen zog die Lykana die Tür auf und schnüffelte auf den Gang hinaus. Ihre Ohren waren steil aufgerichtet. Es roch nach Männerschweiß und das leise Scharren von Stiefeln war zu hören. Behutsam schon Serafina die Schnauze nach draußen und schielte um die Tür herum. Ihr gegenüber befand sich ein Treppenabsatz, eine Wendeltreppe zog sich von unten nach oben. Halb durch die Treppe verborgen erkannte sie jene Tür, die vermutlich zu Sheries Gefängnis führte. Eine Wache stand davor und erhärtete Serafinas Verdacht. Von unten drang das leise Quietschen einer Tür zu ihr herauf. Fey war es offenbar gelungen in den Turm einzudringen. Bald würden ihre Gefährten hier sein. Sie mussten dringend zusammen einen Rettungsplan aushecken.

Noch hatte die Wache Serafina nicht bemerkt. Hinter ihrer Stirn jagten die Gedanken durcheinander. Wie sollte sie den Gegner außer Gefecht setzen, ohne dass er Alarm gab? Ihr Blick fiel auf das Tintenfass. Ablenkung, genau, das war eine Möglichkeit. Ihr Pranke packte das kleine Glasfässchen und schleuderte es den Treppenabsatz hinab. Es schepperte, wenn auch nicht allzu laut, so dass es hoffentlich hinter der Tür nicht zu hören war. Sheries Peiniger waren ohnehin mit anderem beschäftigt als auf die Geräusche auf der Treppe zu achten. Die Wache allerdings hatte das Klirren sehr wohl bemerkt. Aufmerksam trat sie vor und blickte die Wendeltreppe hinab. Das war der Moment, den Serafina nutzen wollte. Ihre massige Gestalt hechtete aus der Schreibstube. Zwar bemerkte der Mann die Bewegung in seinem Rücken und wirbelte herum, doch da packte ihn schon eine kräftige Klaue und drückte ihm die Kehle zu. Ein leises Ächzen entfuhr dem Kerl, ehe Serafina ihn mit einem wuchtigen Hieb ins Land der Träume schickte. Augenblicklich erschlaffte der Körper und sank in ihre Vorderpfoten. Geradezu sanft ließ die Lykana den Mann gegen die Wand sinken und legte ihn zur Seite hin, damit er nicht umkippen konnte und über die Treppe kollerte.

Ihre Ohren ruckten zur geschlossenen Tür in ihrem Rücken. Hatten Mushasha und die Frau etwas gehört? Von unten näherten sich leise Schritte. Dem Geruch nach zu urteilen, kam ihr Fey entgegen.

"Beeil dich", brummte sie leise und winkte die Wendeltreppe hinab. "Sie wollten der Tänzerin etwas Schlimmes antun. Und zwar gerade jetzt... hinter dieser Tür." Serafina deutete auf die Tür, die zu Sheries Gefängnis führte.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Donnerstag 18 Juni 2015, 20:07
Asarra blickte dem seltsamen Einbrechertrüppchen für einen kurzen Augenblick besorgt nach, bevor sie Antonio mit langen Schritten folgte. Sie vertraute Serafina und wusste, dass die Lykanerin sich sehr gut zurechtfand. Auch der diebische Waldelf war an sich ganz in Ordnung, wenn auch ziemlich seltsam, sogar für ein Spitzohr. Die Priesterin kannte sie nicht, und es missfiel ihr sie ins Ungewisse zu schicken. Überhaupt war diese ganze Heimlichtuerei zwar nötig, aber nicht unbedingt ihre Art, solche Dinge zu erledigen.

Die Amazone schnaubte belustigt durch die Nase. "Hah, als ob ich nicht die ganze Zeit seltsame Dinge zu sehen bekäme." Dabei dachte sie an den Magier Christian, der sich innert wenigen Stunden in eine kleine Möwe und einen gewaltigen Schwarzdrachen verwandelt hatte. Antonio neben ihr wurde schneller, sodass auch die Amazone ihre Schritte verlängerte  und am Schluss beinahe neben ihm her traben musste, um Schritt halten zu können.

Die Spannung vor einem Kampf hatte schon viele Männer zu Tieren werden lassen, doch Antonio war noch einmal eine ganz eigene Kategorie. Asarra betrachtete das Spektakel stirnrunzelnd. Er bot eine hervorragende Ablenkung, doch sie wusste nicht, ob ihr gefiel was sie sah. Die einladende Geste zu ihren Gegnern hin, das zähnefletschende Grinsen... sie hoffte nur, er hatte sich im Griff. Und würde das Ende des Kampfes erkennen, wenn es denn kam.

Das Auftauchen des entführten Priestermädels und einiger grossmäuliger Bewacher liess das Geschehen für einen Moment innehalten. Doch schon bald hatte sich Christian die Kleine geschnappt - jedenfalls dachte sie, das gesehen zu haben, auch wenn er gleich wieder weg war - und somit war jeglicher Grund, die Wachen in Ruhe zu lassen, nichtig.

"Ach, Ihr wisst doch wie das mit Freunden so ist. Sie hören ja doch nie auf einem" nun war es an der Schwarzhaarigen breit zu grinsen, als sich die Schwänze ihrer Kettenpeitsche klirrend entrollten. "Komm schon Kleiner, zeig was du drauf hast!" Mit funkelnden Augen setzte sie zum Angriff an.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 18 Juni 2015, 20:22
Und so machte sich A'selafeyon mit Ammit auf den Weg zum Turm. Es war kein leichter Weg, aber Ammit stellte sich garnicht so schlecht und sie besaß einen natürlichen Schutz, auf den der Waldelf fast schon etwas neidisch war. Aber nur fast. So sehr wünschte er sich nun auch wieder nicht ein Dunkelelf zu sein. Nichtmal ein Halber. Denoch schien Ammit einige Probleme mit den Klippen zu haben, aber die waren ja zum Glück nur ein Teil der Reise. Immer wieder half er Ammit und lauschte dabei ihren leisen Worten. Er nickte langsam und schenkte seiner Drow-Begleiterin ein Lächeln "Es kann nicht schaden eine Heimat sein eigenen zu nennen. Ich würde wohl dasselbe für meinen Stamm tun. Und für die Bevölkerung von Drachenauge. Auch wenn es komisch für einen Waldelfen klingt, eine Menschenstadt als zweite Heimat zu haben." Er grinste verschmitzt und sah dann wieder zu Ammit "Also ich sehe in dir keine Drow. Ganz egal, was andere vielleicht sagen mögen. Ich kenne dich gut genug." Dann jedoch lachte er bei Ammits Worten, während er sie gerade das letzte Stück hochzog, wobei sie für einen kurzen Moment in seinen Armen lag, bevor er sich wieder von ihr löst "Abfärben? Nun... ich hoffe natürlich das beste, aber einen diebischen Waldelf, der in der Stadt lebt, als Vorbild? NUn... besser als ein Volldrow ist es vermutlich." lachte er leise. Serafina trennte sich alsbald von den Beiden und nahm den direkten Weg den Turm hinauf. Wirklich beeindruckend, wie geschickt sie sich beim Klettern anstellte. Da könnte er sicher noch einiges von ihr lernen. Doch nun kam der Teil, bei dem sich Ammit garnicht so schlecht anstellte. Sie hörte auf ihn und so gelang es schließlich zum Hintereingang vorzudringen, den er mit relativer Einfachheit entriegelte. Ha, es war fast schon zu einfach.

Und so schaute er ersteinmal vorsichtig durch die geöffnete Tür. Scheinbar war man aber wirklich unentdeckt bis hierher vorgedrungen und es gab keine Wachen, die den Zugang behinderten. So winkte er Ammit zu sich und man betrat den Innenhof am Turm. Und genau an jenem Turm spielte sich eine durchaus interessante Szene ab. Und scheinbar hatte man da eine der Gefangenen schonmal entdeckt. Die andere musste noch im Turm sein. Und der Priester war wohl der verlorengegangene aus der Stadt. Und so fügte sich eins und eins zusammen. Er tauschte einen kurzen Blick mit Ammit aus "Also ich schleiche mich in den Turm. Möchtest du die oben übernehmen?" Eine Waffe für den Notfall hatte sie. Aber irgendwie musste man den Wächter vorm Tor ausschalten und A'selafeyon weigerte sich ihn umzubringen. Er tat hier immerhin nur seine Arbeit. Aber nach kurzer Erkundung in den Stallungen fand er immerhin ein Hammer. Na, ins Reich der Träume würde er den Wächter trotzdem schicken. Und Ammit bot sich als Ablenkung an. Sehr gut. So schlich sich A'selafeyon von hinten an,  während Ammit von vorne ganz auffällig die Aufmerksamkeit auf sich zog. Doch noch bevor der Wächter viel sagen konnte, bekam er auch schon einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf. Nachdem der Waldelf sich vergewissert hatte, dass er noch lebte, worüber er sehr froh war, durchsuchte er noch seinen Körper und begab sich langsam zum Tor. Blöderweise quietschte dieses ziemlich und er verzog das Gesicht. Gerade wollte er eintreten, als tatsächlich der Magier Christian mit der Gefangenen im Hof auftauchte. Ob das nun so ein guter Fluchtpunkt war? Er war sich nicht sicher, aber Ammit erklärte sich bereit auf die Frau aufzupassen. Fast schon etwas besorgt sah A'selafeyon aber zu Ammit "Pass auf dich auf... und im Notfall... lauf. Du weist ja wo der Hinterausgang ist. Ich möchte nicht, dass dir... euch etwas passiert."

Dann jedoch machte er sich langsam mit Christian auf in den Turm, wobei er die Tür nur einen Spalt öffnete, damit das Quietschen nicht zu laut wurde. Silvana schien scheinbar schon hier zu sein. Es würde ihn nichtmal wundern, wenn sie ihn zuerst entdeckt hätte. Dann jedoch verzog er das Gesicht, als er ihre Worte hörte. Hier also?  "Etwas schlimmes antun? Warte... Christian kommt auch. Aber wir brauchen einen Plan, wir können da nicht einfach reinstürmen... Serafina, wieviele Menschen sind im Raum hinter der Tür? Kannst du das sagen?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 18 Juni 2015, 20:35
Einen Plan. Das leichter gesagt als erdacht.

"Ich höre nur zwei. Eine Frau, mit der nicht gut Kirschen essen ist. Und ein Fiesling namens Mushakasha oder so ähnlich. Diese fremdartigen Namen kann sich kein Wolf nicht merken. Der redet komisch und will Sherie zu irgendwas Gemeinem überzeugen. Sie blutet und ich rieche ihren Angstschweiß. Lange hält sie nicht mehr durch. Was sollen wir tun? Wenn sie uns noch nicht gehört haben, könnten wir einfach anklopfen und so tun, als wären wir der Wachmann. Und wenn sie dann sie Tür öffnen... zack, eine auf die Rübe."

Doch da gab es einen Haken, wie bei jedem Plan. Also überlegte Serafina gleich weiter.

"Blöderweise haben sie Sherie als Geisel bei sich und da vermutlich nur einer die Tür öffnet, wird der andere mit einem Messer vor der Kehle der Tänzerin herumfuchteln. Das machen solche Schurken immer so, sagt Großvater. Besser ist vermutlich, du verkleidest dich als die Wache und lockst den Türöffner mit einer Ausrede aus dem Zimmer, dann springe ich hinter dem Rücken von dem Weibsbild - ich bin sicher, dass sie öffnen wird - hinein und pack den Fiesmacher an der Gurgel. Wie findest du das? Guck nicht so skeptisch, sag einfach, was dir an dem Plan nicht gefällt."
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Freitag 19 Juni 2015, 08:22
Der Waldelf zeigte, wie geschickt seine Hände waren. Nicht lang und er hatte die etwas verborgene Tür geöffnet, die er nach kurzer Suche gefunden hatte.  Bei der Suche nach dem Eingang hatten die beiden herausgefunden, dass sich zwei Wachen vor dem Haupttor befanden. Das würde es ihnen nicht einfacher machen die anderen einzulassen.

Ammit folgte Fey hinein in den Innenhof nachdem er ihr bedeutet hatte, dass alles frei wäre. Vorsichtig blickte sie sich um. Dort befanden sich Gebäude, offensichtlich Stallungen und andere kleinere Gebäude.
Der Turm lag zu ihrer rechten Hand und dort befand sich auch noch ein Wächter. Während sich die beiden Eindringlinge noch umschauten, öffnete sich die Tür zum Turm und ein Mann in der Kleidung der Priester aus Naha trat heraus – gefolgt von zwei Männern, die eine Frau gewaltsam mit sich schleppten.

Durch die Beschreibung der Frau in der Kirche in Naha ahnte Ammit, dass es sich hierbei nur um Ephyra handeln konnte. Und dieser Priester schien derjenige zu sein, der im Streit die Kirche verlassen hatte.
Jetzt galt es zu handeln. Fey wollte in den Turm, Ammit vermutete nichts Gutes, da die drei Männer mit ihrer Geisel hinauf zur Burgmauer liefen. Und daher nickte sie direkt zustimmend, als er fragte, ob sie zu den Männern auf der Mauer gehen wollte. Aber zu Recht bedeutete der Dieb an ihrer Seite, dass es zuerst die Wache am Turm auszuschalten galt.
Er fand einen Hammer - wo auch immer der den jetzt so schnell her hatte. Mit diesem wollte er den Mann kurzzeitig ausschalten. Das konnte die junge Frau nur unterstützen.

Noch bevor sie ihr Vorhaben starten konnten, hörten sie das Brüllen des Drachen und eine fremde Stimme, die mit dem Tod der Frau drohte, falls sie sich nicht zurückziehen wollten.
Ammit dachte gar nicht lange nach. Sie bedeutet dem Gefährten hektisch sich heimlich an die Wache heran zu schleichen. Sie selbst zog Christian’s Dolch und lief in die andere Richtung.
Dann bog sie ab und tat, als wolle sie sich zu der Treppe schleichen, die zur Wehrmauer führte. Diese Wache musste ihn doch sehen. Und das tat sie auch. Nur Alarm konnte sie nicht mehr schlagen.
Die Priesterin zuckte zusammen, als der Hammer den Kopf des Wachposten traf. Hoffentlich war ihm nichts passiert. Da Fey den Mann jedoch fesselte, ging sie davon aus, dass er nur ausgeknockt war.
Ammit machte sich gerade auf den Weg nach oben, als sie eine Bewegung im Innenhof wahrnahm. Fasziniert konnte sie sehen, wie dort plötzlich Herr Christian mit Ephyra auftauchte. Magie war etwas so einzigartiges.

Ephyra schien jedoch verletzt oder ohnmächtig, wie sie in seinen Armen lag. Die Priesterin kehrte direkt um und rannte zu den beiden auf den Hof.
“Was ist…? Kann ich…?“
Dort war viel Blut. Zu viel Blut. Christian machte etwas. Sie spürte etwas in der Luft und hoffte, dass er wieder seinen Heilzauber sprach, den sie schon von ihm kannte.
Leise sprach sie auf Ephyra ein:
“ Habt keine Angst. Wir sind hier um zu helfen. Also schön wach bleiben. Wir brauchen Euch hier noch. Eure Kirche braucht Euch noch.“

Zu Christian gewandt sagte sie kurz:
“Fey hat die Wache vor dem Turm ausgeschaltet. Bitte helft ihm. Ich wache hier über sie. Ich kenne den Weg nach draußen und werde versuchen die anderen zu dem Eingang zu locken.“[i]

Und schon war sie mit der Priesterin Nahas allein und versuchte sie halb tragend halb stützend zu dem Punkt zu bringen, wo sie kurz vorher mit Fey alles ausgespäht hatte.
Vorsichtig legte sie die Frau ab und betrachtete das hübsche Gesicht, was jetzt sehr blass war.
[i]“Vielleicht sollten wir beten für die anderen. Ich kenne Eure Gebete nicht. Daher sprecht mir leise eines vor. Ich werde Euch begleiten.“


So hörte sie den schwachen Worten zu und stimmte leise mit ein. Vorsichtig trat sie dabei zu der Hintertür und öffnete sie. Der Wind schien günstig. Er trug vieles hin zum Meer. Und zwischen dem Gebet setze sie einen kurzen vogelartigen Ton ab. Sie konnte da nur den Trauerschnäpper nachmachen. Dreimal lang einmal ein höherer kurzer Ton. Hoffentlich erkannte das jemand der Gefährten als Ruf.
Dann wandte sie sich wieder zu der Frau und der Umgebung. Das Messer lag zitternd in ihrer Hand. Würde sie bestehen?
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 19 Juni 2015, 15:02
~@~Runde 15~@~


15. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Die Burg Dragault, früher Morgen

Die beiden Matrosen, die Herrn von Muesig hergebracht hatten, sahen sich über die Felsen hinweg ein wenig verdutzt an, als der Adelige schon wieder mit Forderungen kam. Sie schienen nicht so recht zu wissen, wie sie nun damit umgehen sollten, doch die Tatsache, dass der Drache sich auf dieses so leicht zu bekommende Opfer nicht sofort gestürzt hatte, verlieh dessen Worten durchaus Gewicht. Wenn er nun wirklich ein Freund des Drachen war? Sie waren nur dafür bezahlt worden, auf dem Landgut d'Hiver der „Vertretung“ der Madame zur Hand zu gehen, nicht dafür, möglicherweise im Bauch eines Schwarzdrachen zu landen. Sie warfen sich noch einen Blick zu. Dann kam der Eine hinter seinem Felsen hervor, wobei er immer wieder nervös nach oben blickte. Im Moment jedoch war der Schwarzdrache nirgendwo zu sehen. Rasch sprang er zu Herrn von Muesig und schnitt auch die Handfesseln entzwei. “Du gehst und wir gehen, und wir haben uns nie gesehen!“, flüsterte er hastig. “Weiß keinen Geheimweg, nicht sicher, aber habe mal beobachtet, wie dieser stinkende Priester ein Stück um die Bucht herum durchs Wasser ist – da linksrum – und dann war er weg.“ Und dann machten er und sein Kumpan, dass sie auf ihr Boot kamen. Vielleicht sollten sie lieber direkt ganz aus der Gegend verschwinden. Die Insel Angmar war vielleicht gar nicht so schlecht. Wie man hörte, wurden Söldner da immer gesucht.

Wenn man allerdings, wie der eine Söldner gesagt hatte, tatsächlich ein wenig ins Wasser hinaus watete und links um die Bucht herumging – hielt man sich dicht an der Wasserkante, ging das, ohne allzu nass zu werden – so kam man zu einer kleinen, versteckten Höhle. Man musste sich tief bücken, um hinein zu gelangen, und sie stand bestimmt knietief unter Wasser. Aber es führte ein Gang von dort weiter in den Felsen hinein, der erst steil nach oben ging und dann schließlich in einer Röhre mündete, die fast senkrecht nach oben führte. Eisenkrampen waren dort in den Felsen geschlagen, so dass man wie auf einer Leiter nach oben steigen konnte. Ein verdammt langer Aufstieg war das – unterbrochen nur durch zwei Felsvorsprünge, auf denen man etwas ausruhen konnte – der schließlich in einem runden Kellerraum mündete.

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Während Asarra ihre Kettenpeitsche schwang, tanzte Antonio mit seinen Gegnern – es sah mühelos aus, als würde es ihn gar keine Kraft kosten, wie er den nächsten mit einem Hieb ins Reich der Träume schickte. Jetzt standen sie plötzlich nur noch gegen vier Gegner – das war zwar immer noch eine Übermacht, aber den Vampir schien nichts aufhalten zu können. Und Asarras furchterregende Waffe pfiff durch die Luft und riss ihrem Gegner eine klaffende Wunde. Der Mann taumelte zurück und ächzte, fing sich dann aber wieder. Er schwang seinen Säbel und griff die Amazone an – doch das Blut lief ihm den Arm hinunter, und man sah ihm an, das er Schmerzen hatte. Unterdessen wandte sich aber auch einer von seinen Gefährten Asarra zu – ein, zwei Schritte würden ihn in ihre Reichweite bringen. Dann hätte sie es mit zwei Gegnern zu tun.

Das bedeutete, dass auch Antonio nur zwei Gegner hatte. Einer von ihnen taumelte unter dem Schlag des Violiniste und schien danach reichlich benommen zu sein – wahrscheinlich konnte man ihn nun umpusten. Doch anstatt genau das zu tun, ruckte Antonio plötzlich herum,als hätte er etwas gehört. Eigentlich die ganze Zeit über war er sich Sheries angstgequälten Atems bewusst, und auch die Gespräche oben im Turm, die Drohungen und  zynischen Worte, und er wusste, das Eile dringend geboten war. Er wusste aber auch, dass es wenig bis nichts bringen würde, ziel- und verstandlos einfach in die Burg hineinzustürmen, während hier draußen noch Söldner herumliefen. Verabredet war, dass sie hier draußen für Ablenkung sorgten, damit drinnen Serafina, Ammit und A'Selafeyon ihre Aufgabe meistern konnten... wahrscheinlich war auch schon Christian drinnen. Er war mit Ephyra jedenfalls nicht hier draußen aufgetaucht.

Doch nun geschahen ein zwei Dinge gleichzeitig: Der Priester Louis und die beiden Wachen verschwanden von der Mauer. Und … “Asarra, ich glaube, wir werden gerufen!“, rief er der Amazone hastig zu. “Da war ein Pfiff – vielleicht sind sie in der Burg in Not!“ Er versetzte seinem taumelnden Gegner einen Tritt, der diesen die Treppe zum Strand hinunter beförderte, und hechtete in Richtung der Hintertür – wo er den Pfiff vernommen hatte.

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Und tatsächlich waren Ammit und Ephyra in Bedrängnis geraten. Fey war im Turm verschwunden, und Christian hatte, nachdem er Ephyra einigermaßen wieder hergestellt hatte, dem Waldelfen hinterher geeilt. Die Priesterin konnte zwar durchaus laufen, aber zu größeren Anstrengungen war sie sicher nicht in der Lage. Während sie sich von Ammit zum Hinereingang ziehen ließ, wisperte sie hastig: “Da ist noch eine andere Frau – Sheherazade saba Neraida – oben im Turm gefangen...“ Doch ihre Retter wussten ja offenbar schon Bescheid. Beten--- Ephyra hatte die letzten Tage fast nichts Anderes getan. Und wie es aussah, hatte Tethis sie erhört. Ein leichtes Lächeln huschte über das blasse Gesicht. “Ich werde versuchen, meine Gebete in Eure Sprache zu übersetzten.“, erwiderte sie leise und begann ein Dankgebet an Tethis, dem sie eine Bitte für die Sicherheit ihrer Retter und Sheherazades anschloss. Aber besonders weit kam sie nicht – Ammit hatte gerade ihr gepfiffenes Signal gegeben – als Schritte im Hof erklangen. Und Stimmen: “Blut. Der Drachemagier muss sie im Innenhof abgesetzt haben. Narr... weit kann sie nicht gekommen sein. Sucht den Hof ab! Und holt die Idioten von der Torwache rein – der Feind ist längst hier, was gilt es jetzt noch Tore zu bewachen? Zwei von euch rauf in den Turm, sie haben Tremaine bewusstlos geschlagen...“ Quietschen, als die großen Torflügel geöffnet wurden, und ein dumpfes „Rumms!“, als sie wieder geschlossen wurden. Schritte, Rufe. Dann: “Da sind sie!“ Lange hatte es nicht gedauert. Ein triumphierender Aufschrei von Louis. “Tötet sie, ich will sie tot sehen...“ Ephyra grinste gequält. “Ich hoffe, Eure Freunde kommen schnell.“, meinte sie. “Sonst bleibt nur, unsere Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Könnt Ihr mit diesem Messer umgehen?“ Die Priesterin selbst war zwar unbewaffnet, aber nicht wehrlos: Sie stimmte einen Gesang an, diesmal in ihrer Muttersprache, und plötzlich sammelte sich zu ihren Füßen eine Wasserlache, die anschwoll und zu einem Wasserdjinn anwuchs! Das Wasserwesen glitt Louis entgegen, doch auch dieser war ein Priester der Tethis und begann seinerseits mit einer Inkantation, und er war nicht allein: zwei Wachen waren ja noch bei ihm. Eine von ihnen stürzte sich auf Ephyra, der andere auf Ammit. Hoffentlich war Hilfe unterwegs...

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Asl Wache verkleiden. Das war für den Waldelfen nun leichter gesagt als getan – allerdings ging das wahrscheinlich noch eher als bei Serafina. Davon abgesehen brauchte der Plan dringend Serafinas Schnelligkeit, wenn der Fiesling keine Zeit zum reagieren bekommen sollte. Nun, Kleidung war zu bekommen. Es war nicht grade leicht, einen Bewusstlosen auszuziehen, aber irgendwie schafften sie das – besonders, da Christian in der Zwischenzeit dazu kam und mithelfen konnte. Natürlich waren die Sachen A'Selafeyon viel zu groß. Vermutlich würde er damit kaum jemanden lange täuschen können. Vielleicht konnte er immerhin lang genug für Verwirrung sorgen...

Also einmal tief Luft geholt und geklopft. Die Stimmen im Innern verstummten, dann fragte die Frau irritiert: “Wer ist da?“, und dann: “Ich sehe nach Mufaßa.  Ihr habt ja unserem Gast sicher noch so Einiges zu erzählen.“ Schritte, dann wurde ein Riegel zurückgeschoben, und Madame d'Hiver schaute heraus. Ihr Blick fiel auf A'Selafeyon. Sie brauchte nur einen Augenblick, um zu erkennen, dass dies keiner ihrer Wächter war. Abner der Augenblick war Serafiona genug. Noch ehe Madame – die Echte diesmal – die Tür zuschlagen konnte, war sie über die Schwelle gesprungen. Sie fand sich in einem kleinen Turmzimmer wieder. Der Geruch nach Blut und Angst war fast überwältigend. Sie sah ein schmales Bett, auf dem eine gefesselte Frau lag – Sheherazade – eine Wunde an ihrem Bein war frisch verbunden, und ein langer Schnitt zog sich über ihren Unterarm. Ein Mann stand bei ihr, ein Messer in der Hand, und nun halb Serafina zugewandt. Seine Haut war bleich, fast weiß, seine Augen rot und die Haare farblos – ein Albino. Gekleidet war er nach Art der Wüstenmenschen in der Sarafina, allerdings in Schwarz. Noch eher reagieren konnte, prallte die Lykantrophin auf ihn und schleuderte ihn gegen die Wand. Er knurrte und rappelte sich schnell wieder auf, doch von Sherie war er nun so weit weg, dass er nicht zu ihr konnte, ohne an Serafina vorbei zu kommen. Die Sharisad hatte beim Auftauchen der Wolfsfrau leise aufgeschrien, doch nun lag sie völlig still und beobachtete das geschehen mit einem fiebrigen Glanz in den dunklen Augen. Wenn sie nur die Fesseln los wäre!

Mufaßa ben Tschuk indes knurrte erneut, ließ das Messerfallen und zog einen Säbel. “Geh mir aus dem Weg, Hündin, wenn dir dein räudiges Fell lieb ist!“, schrie er und stürzte sich auf Serafina.
 EphyraK.jpg
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 23 Juni 2015, 22:18
Tatsächlich konnte er Ammit und Fey entdecken, welche gerade den Wächter vor dem Turmeingang kampfunfähig machten. Ammit kümmerte sich gleich danach um Ephyra, so konnte Christian dem Waldelf nachhetzen. Serafina war sogar bereits weiter oben anzutreffen. Fey wollte sich dann auch noch als Wächter ausgeben, aber der Magier des Hohenturms bezweifelte, dass er mit der zu großen Kleidung jemanden wirklich täuschen konnte. Aber man konnte es ja wenigstens versuchen, auch wenn sie gerade wenig Zeit hatten, wenn Sheherazade nicht unnötig leiden sollte.

Doch dann klopfte der kleine Waldelf an. Zwar war die ihm öffnende Dame nur kurz überrascht, aber die Lycantrophin war flink genug, um dies auszunutzen. Selbst der Waldelf konnte noch hineinschlüpfen, bevor die Tür zufiel. So postierte Christian sich selbst vor der Tür, denn sowohl von unten als auch von oben waren eilige Schritte zu hören, bestimmt ein paar der Wächter. Da seine Steinhaut noch bestand, erwartete er diese vielleicht eine Spur zu ruhig.


Haltet ein! Wollt ihr wirklich für diese Sache euer Leben lassen? Denn anders wird es euch nicht ergehen, ihr konntet mir schon in meiner anderen Gestalt nichts anhaben...

Aber die Wächter schienen ihm nicht wirklich zuzuhören, besonders der von oben kommende schien gar fanatisch zu wirken. Nun denn, zumindest hatte er sich nicht vorzuwerfen, es nicht versucht zu haben. Routiniert wechselte er vom Stab auf Schwert und Schild, ehe die Angriffe auf ihn einprasseln würden.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 24 Juni 2015, 18:22
Die Verkleidung gelang kläglich, aber es musste genügen. Es blieb keine Zeit für ausgefeilte Rettungspläne, die bis ins Detail perfekt waren. Serafina presste sich an die Mauer neben die Tür und hielt die Luft an. Ein kurzes Zucken mit den Ohren, dass sie bereit war. Fey klopfte.

Es war die Furie, welche die Tür öffnete. Ohne darauf zu warten, ob die Frau die Maskerade durchschaute, hechtete Serafina ins Zimmer. Sie stieß mit jemandem zusammen, der ihr im Weg stand. Eine Wand aus Angstschweiß und Blut prallte gegen die empfindsame Raubtiernase. Die Luft war zum Schneiden dick. Auf einem schmuddeligen Bett kauerte die gefesselte Sheherazade. Ihr erbarmungswürdiger Anblick stieß Serafina einen Dolch ins Herz. Ein zorniges Grollen bahnte sich seinen Weg aus tiefster Kehle. Wut ließ die Lykana die kräftigen Reißzähne gegen Mufasa Weißhaut blecken.

Noch nie hatte sie einen solchen Menschen gesehen. Bleich wie der Tod und Augen wie die Kreaturen der Niederhöllen. Sein Knurren war für die Werwölfin nur ein atemloses Schnurren gegenüber ihrem eigenen. Ihre goldgelben Augen durchbohrten Mufasa geradezu. Dass er sein Messer fallen ließ, würde ihn nicht retten. Dass er einen Säbel zog und wie ein Wahnsinniger auf Serafina einschrie, erst recht nicht.

Die Pranken mit den scharfen Klauen schlugen nach dem mickrigen Leib. Nichts würde die Lykana jetzt noch aufhalten. Dieser miese Feigling hatte eine hilflose Frau verletzt und das würde er mit Blut bezahlen. Mit sehr viel Blut!

AW1 =32
AW2 =32
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 25 Juni 2015, 11:18
Seiner Drohung zeigte Wirkung, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung.
Nach schier einer Ewigkeit, die in Wirklichkeit doch gar nicht so lange war, kam einer der beiden (Leicht)Matrosen und befreite ihn von seinen Handfesseln. "Geht doch, und wir gehen getrennte Wege. Was glaubt Ihr denn?". Er konnte nur mit dem Kopf schütteln. ein Fass zusammen aufmachen würde er mit denen niemals. Und den guten Roten behielt er lieber auch für sich.
Und er bekam noch mehr, was er zwar erhofft hatte, aber so nicht erwarten konnte. Es gab wohl noch einen anderen Weg in die Burg. Als die beiden aus seinem Sichtfeld entschwunden waren. Um die Bucht herum...und rechtsrum, memorierte er . Ja, die Aufregung...als das Wasser über ihm zusammenschlug, konnte ersich nur mit äußerster Mühe aus dem wasser retten. Wenn man wenigstens schwimmen gekonnt hätte. Zweiter Anlauf: links. Aha, da war was, nass werden war kein Problem mehr, nässer ging nicht. Da war etwas, das ein Eingang sein konnte. Tief bücken, nein, noch tiefer und dann schaffter er es hinein. Knietief im Wasser, besser als ehedem. Trotzdem wurde ihm langsam etwas kalt. Bewegung konnte also nicht schaden. Um Licht zu machen hatte er nichts mit sich. Eine Fackel wäre jetzt bestimmt hilfreich gewesen. Aber geht man zu einem Rendevous mit einer Fackel? Mit dem gewissen Restlicht klonnte man mit viel guten Willen einen Gang ausmachen. Den guten Willen hatte er und den Gang gab es dann tatsächlich. Er folgte ihm und ews wurde steiler. Der salzige Geschmack im Mund war ekelig, aber wenn er des Matrosen Mundgeruch dachte, allemal besser. Nach der Steigung, es war jetzt nur noch dunkel, ging es nicht mehr weiter. Er tastete herum und fand nach einiger Zeit so etwas...es fühlte sich wie Eisen an...ein Stück oben wieder eines...es dauerte, bis er begriff, dass er da raufsteigen konnte. Ein Zurück kam eh nicht mehr in Frage. Seine Kondition ließ zu wünschen übrig, aber er hantelte sich Eisen für Eisen nach oben. Felsvorsprünge, die man auch nur ertasten konnte, brachten wertvolle Regeneration. Völlig ausgelaugt und verschwitzt - was war besser zu frieren oder im Schweiß zu ertrinken? - erreichte er schließlich einen Raum. Auch hier hatte die moderne Technik noch kein Leuchtmittel installiert. Er war ziemlich sicher, sich jetzt in der Burg zu befinden. Aller Wahrscheinlichkeit im Keller derselben, aber wie ging es nun weiter?
Eine Tür, ein Königreich für eine Tür. Und selbst wenn sich eine öffenbare fand, wie sollte er zu den anderen gelangen? Sollte er sich schreiend bemerkbar machen? Vielleicht keine so gute Idee.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Donnerstag 25 Juni 2015, 13:55
Ephyras Gebet hatte etwas beruhigendes, auch wenn es nicht Ammits Gottheit war, die sie verehrte.
Und so hoffte die unerfahrene Priesterin genau auf den Beistand, der in der Anrufung enthalten war.
Denn sie blieben nicht lange unentdeckt.

Die Frage zu ihrem Umgang mit der Waffe war berechtigt. Ammit war nicht zum Kampf ausgebildet. Sie hatte gelernt sich etwas zu verteidigen. Mehr nicht. Aber das wollte sie der Verletzten jetzt dann doch nicht offenbaren. Dafür war die Lage zu verzwickt.
“Ja, es wird schon gehen.“
Die Halbdrow wollte sich vor die Nahaerin, oder wie auch immer man die Bürger nannte, stellen, aber offensichtlich war das nicht von Nöten. Ephyra hatte magische Fähigkeiten und beschwor eine Art Wassergeist. Aber auch Louis war nicht untätig und schien etwas vorzuhaben.

Die zwei Wachen, die sich bei diesem Priester befanden stürzten sich auf die zwei Frauen.  Es gab keine Zeit lange zu überlegen. Das Mädchen griff den Dolch etwas fester – die Klinge entgegen der üblichen Handhaltung, war der Griff falsch herum und die Klinge schaute nach unten. Und dann noch die linke Hand. Leichtfüßig stand sie auf den Füßen und schob sich mit der rechten die Kapuze beiseite. Vielleicht wurde es mal Zeit zu zeigen, dass in ihr Blut eines Drow war. Viele verschreckte es ja jedenfalls ein wenig, sodass sie einen kleinen und kurzweiligen Vorteil erwarb.
Und so erwartete sie den Angriff. Sie beobachte ihr gegenüber genau und versuchte der Attacke auszuweichen. Dann übernahm wieder der dunkelelfische Teil in ihr die Handlungen, die zielgerichtet und schnell waren. Noch während sie eine Abwehrbewegung ausführte griff sie mit dem Dolch an. In Höhe des Bauches wollte sie ihn verletzen. Hoffentlich würde sie ihn damit nicht töten.
Obwohl sie schon ihren Gott in der Luft spürte - wie er hier abwartete. Hoffentlich würde er die Richtigen mit sich nehmen.


VW: 3

AW: 4
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 25 Juni 2015, 19:02
Als Wache verkleidet. Irgendwie bereute A'selafeyon die Idee bereits. Dieser Kram war ihm außerdem viel zu groß. Doch er seufzte etwas. Was tat man nicht alles, wenn es sein musste. Er atmete jedoch tief durch, ehe er anklopfte und abwartete, dass irgendwer die Tür öffnete. Er hoffte nur, dass diese Finte lange genug andauern würde. Er bezweifelte, dass er lange in diesem Kostum unauffällig sein konnte. Er war einfach nicht der Typ Wächter. Und noch dazu passte er nicht in die Rüstung. Nun, man würde sehen was es half. Er seufzte und wartete einfach weiter. Hoffentlich wussten Christian und Serafina, was sie taten.

Dann, als die Madam die Tür öffnete, schenkte A'selafeyon ihr ein freundliches Lächeln. Nun stand er ihr zum ersten Mal Angesicht zu Angesicht gegenüber, nachdem er schon versucht hat in zwei ihrr Häuser einzudringen. Er zeigte eindeutig zuviel Interesse an einer Dame, die er bisher noch nie gesehen hatte. Wenn auch auf andere Weise als dieser Herr Muesig. Doch lange hatte der junge Waldelf keine Zeit zu reagieren und die Dame vor sich zu mustern. Serafina stürmte an den beiden vorbei in den Raum und A'selafeyon merkte, wie die Frau die Tür schließen wollte und so nutzte er seine Chance und stürmte ebenso schnell in den Raum, bevor sie die Tür schließen konnte.

Allerdings lief das ganze nicht ganz so, wie er es sich gedacht hatte. Er war diese Rüstung und zugroße Kleidung nicht gewohnt und begann zu stolpern, kurz nachdem Madame d'Hiver die Tür schließen konnte. Und so ergriff der Elf seine letzte Rettung und hielt sich noch im letzten Augenblick an der edlen Dame fest, bevor er ihr auch schon in die Arme stolperte. Um sich zu halten legte er auch schon reflexartig die Arme um ihren Körper und griff ihr ganz zufällig an ihren damhaften Hintern. Durch den Schwung von A'selafeyons Fall dürfte er Madame d'Hiver aber vermutlich mit dem Rücken leicht gegen die nun geschlossene Tür drücken. Etwas verwirrt und verlegen blinzelte A'selafeyon, während er zur Dame aufsah und sie sich nun aus der Nähe etwas in Augenschein nahm. Nun, vom Aussehen her, war sie wirklich als eine rechte Schönheit zu bezeichnen, der man nur zu gerne im Arm lag. Allerdings.... ihr Charakter war dann doch nicht so ganz A'selafeyons Typ. Dennoch lächelte er etwas zurückhaltend und begann sich zu räuspern "Ähm... so stürmisch war mein Auftritt nun auch nicht gedacht, hehe."
Autor: Asarra Datum/Zeit: Donnerstag 25 Juni 2015, 20:51
Die geschliffenen Kettenglieder aus Nightons Schmiede frassen sich tief in den Arm ihres Gegners. Als sie sie mit einer lockeren Drehung ihres Handgelenks wieder hinausriss, floss das Blut in Strömen über den getroffenen Arm und der Soldat keuchte hörbar. Dennoch griff er sie erneut an und traf sogar recht ordentlich. Die Amazone fluchte laut, beachtete den Schnitt an ihrem Unterarm aber nicht weiter. So ungern sie es sich selbst eingestand, so vertraute sie inzwischen doch auf die wundersame Wirkung der Heiltränke oder - zu einem gewissen Grad - auch den magischen Fähigkeiten der Heiler. Abgesehen davon dass eine weitere Narbe auch nicht viel ändern würde.

Aber der Bursche hatte sie wütend gemacht. "Gebt mir noch einen Moment" rief sie Antonio zu, bevor sie ihre Peitsche erneut tanzen liess. Sie hätte sich einen saubereren Treffer gewünscht, doch die Schwarzhaarige hatte keine Zeit zu beobachten, wie viel Schaden sie angerichtet hatte. So drehte Asarra sich auf der Stelle um und sprintete dem mysteriösen Gefährten hinterher.

Kaum war sie durch die Hintertür geschlüpft, da erblickte sie auch bereits die Priesterin. Neben ihr stand eine junge Frau, die wohl diese andere Priesterin sein musste, die sie ebenfalls retten wollten. Und da waren magische Wesen. Ganz aus Wasser. War denn die ganze Welt magisch begabt?

Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 26 Juni 2015, 17:21
~@~Runde 16~@~


15. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Die Burg Dragault, früher Morgen

Nachdem Herr von Muesig endlich die lange Leiter erklommen hatte, fand er sich in einem düsteren Kellerraum wieder. Düster? Stockfinster traf es wohl eher. Aus der Meereshöhle tief unten drang nun wirklich kein licht mehr herein, und sonst... nein, da war nichts. In der Dunkelheit schärften sich die anderen Sinne. Es roch nach Meer, ein wenig muffig auch, aber die Luft war trocken und kühl. Hin und wieder war ein unheilvolles rascheln zu hören. Und dann von draußen – Kampflärm? Rufe, Füßegetrappel... da schien Einiges im Gange zu sein. Man musste nun nur noch einen Weg finden, hier heraus zu kommen, vorausgesetzt, man wollte sich an den Geschehnissen dort beteiligen – wenn nicht, war der Kellerraum vielleicht aber auch im Moment der sicherste Ort.

So allmählich gewöhnten die Augen sich an die Dunkelheit. Das hieß nicht, dass Herr von Muesig irgendwelche Einzelheiten seiner Umgebung sehen konnte. Aber über ihm, wo möglicherweise die Decke des Raums war, bildeten dünne Linien aus Licht ein Viereck. Eine Falltür? Und noch ein wenig später konnte Herr von Muesig wenigstens vage Schemen  unterhalb dieses erleuchteten Vierecks ausmachen: irgendwelche größeren Gegenstände, die auf dem Boden standen, Kisten vielleicht, oder Fässer... bis zu den Wänden hin konnte er nicht sehen. Er stand in einem finsteren Loch unter einer völlig ungenügenden Lichtquelle.

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Ephyras Wasserdjinn glitt auf Louis zu, während der immer hastiger seine Beschwörungen ausstieß. Währenddessen waren die wachen endgültig heran. Ephyra konnte Ammit nur ein “Andersherum!“ zurufen, aber für weitere Lektionen im Dolchkampf blieb ihr keine Zeit, denn sie wurde selbst angegriffen. Verteidigen ohne Waffen – das war schwer – sie versuchte auszuweichen, doch es gelang ihr, geschwächt wie sie war, nur unvollständig, und der Schwerthieb des Wächters erwischte sie am Arm. Die Priesterin stöhnte auf, Blut färbte ihre Robe und lief an ihrem Arm herab. Sie schaffte es, einen Wasserschwall zu beschwören, der ihren Angreifer ein Stück nach hinten stolpern ließ und durchtränkte. Das würde ihr ein wenig Zeit verschaffen, aber erst den Wasserdjinn zu beschwören und nun dieser Zauber zehrten an ihren Kräften. Wenn nicht bald Hilfe kam...

Unterdessen war Ammit in noch größerer Gefahr. Ihr Gegner hatte kaum gestockt, als er ihr dunkelelfisches Erbe sah, stattdessen hatte er vor Wut aufgebrüllt. Sein Angriff verwandelte sich in raserei, wüste Beschimpfungen schleuderte er ihr entgegen – auf Aramonisch, so dass Ammit die Worte nicht verstand, aber der Sinn war klar genug. Zum Schluss dann doch noch ein Satz auf Dragon, kaum verständlich: “Côr-Hure – lasst Naha in Ruhe! Rache für meinen Freund...“ Nun – so weit war Aramons Westküste von Taros nicht entfernt. Immer wieder kam es zu Überfällen... mit einem weiterenb Wutschrei stürzte der Wcähter sich auf Ammit, und sie würde es kaum geschafft haben, diesem Hieb auszuweichen.  Er würde die junge Frau sicherlich fast in zwei Stücke hauen...

Da, eine plötzliche Bewegung, sichtbar nur aus den Augenwinkeln, ein tierisches Knurren, ein dumpfer Schlag. Das alles in einem Wirbel von Farbe und Form – dann schien sich die Welt plötzlich wieder langsamer zu drehen, und Antonio war da. Mit bloßer Hand hatte er den Arm des Wächters abgefangen und hielt ihn nun in eisernem Griff. Im gleichen Augenblick traf auch Ammits Dolch: nicht in den Bauch, wie sie beabsichtigt hatte und wo der Hieb sicherlich von des Wächters Rüstung aufgefangen worden wäre, sondern am rechten Handgelenk, wo die schmale Dolchklinge eine verwundbare Stelle fand. Der Wächter, bleich geworden bei Antonios Angriff und dem Anblick seines Raubtiergebisses, schrie leise auf.

Doch während Antonio den einen Wächter  für den Moment außer Gefecht gesetzt hatte und der andere, pudelnass, sich mühsam wieder aufrappelte, war da immer noch Louis, und mit einem triumphierenden Unterton n der Stimme beendete er in diesem Augenblick seine Beschwörung. Grade als Ephyras Wasserdjinn zum Angriff ansetzen wollte, entstand dort eine zweite Kreatur zwischen dieser Bedrohung und dem abtrünnigen Priester. Doch kein Wasserdjinn, wie Ephyra in beschworen hatte, entstand da, sondern ein triefendes, schleimiges, stinkendes Wesen, das einer Jauchegrube entstanden zu sein schien. Mit einem schlürfenden, schlabbernden Schmatzen floss es auf den Wasserdjinn zu und versuchte, ihn mir seinen Armen zu umschlingen.

Louis betrachtete sich das nicht lange, sondern zog seinerseits einen klangen, schlanken Dolch aus seinem Gewand und sprang auf Ephyra zu. Die versuchte auszuweichen, aber ihre Bewegungen waren langsam und unsicher. Sie lächelte trotzdem. “Tethis verflucht dich...die Kraft des reinen Wassers hat dich schon verlassen.!“, sagte sie leise, aber das schien Louis nicht zu kümmern. “Stirb!“, knurrte er und stach zu. Genau in dem Moment war auch Asarra heran...

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Auf dem Treppenabsatz vor der Tür, hinter der sich Sheherazade wohl befinden musste, fand sich Christian schließlich allein wieder. A'Selafeyon und Serafina waren irgendwie an Madame vorbei ins Zimmer geschlüpft, und die hatte den Wachen nur zugerufen: “Erledigt mir das hier!“, und dann war sie ebenfalls in dem Raum verschwunden. Christian war also allein – mit drei Wächtern, die nun allesamt breit grinsten und ihre Schwerter zogen. Drei gegen Einen – das sollte wohl ein Kinderspiel sein. Christians Versuch, sie vom Angriff abzuhalten und lieber aufzugeben, ignorierten sie ziemlich. Der Anführer, der von oben gekommen war, lachte. “Spar dir die Mühe.“, riet er dem Hohentürmler. “Die beiden verstehen nicht viel Dragonisch.“ Und dann griff er ohne weitere Umstände an, rasch, schnörkellos und gekonnt. Christian merkte schnell, dass er hier wirklich keinem Anfänger gegenüber stand. Seine Untergebenen waren nur wenig hinter ihm.

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Serafina bewegte sich viel schneller, als Mufaßa das wohl erwartet hatte. Jedenfalls hatte er seinen Säbel noch  nicht einmal ganz heraus, ehe die Lykantrophin sich schon wieder in Bewegung gesetzt hatte, und kaum hatte er aufgehört zu schreien, da war sie auch schon über ihm. Seine Gegenwehr war merkwürdig plump und unbeholfen für eine, der als unerschrockener Krieger gelten wollte. Hätte er keine Rüstung getragen, währen Serafinas wütende Hiebe vielleicht schon sein Ende gewesen, so jedoch kam er mit zwei heftig blutenden Kratzern davon. Und das schien ihn in einen Kampfrausch zu versetzen. Er brüllte auf wie ein Tier, und seine Augen verdrehten sich, bis man fast nur noch das Weiße sah. Sabber lief aus seinem halb geöffneten Mund, dann sogar Schaum, der unangenehm süßlich und ein wenig bitter roch. Und mit seinem Säbel hackte er auf die Wolfsfrau ein, ohne auch  nur im Mindesten auf seine eigene Deckung zu achten.

Madame d'Hiver schien unterdessen über A'Selafeyons Auftritt ganz und gar nicht amüsiert zu sein. Erst verpasste sie ihm eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte, dann stieß sie ihn mit einer Kraft fort, die man bei ihr gar nicht vermutet hätte. “Tölpel!“, zischte sie, dann änderte sie ihr Verhalten jedoch wieder und lächelte den Elfen zuckersüß an. “Ach, das kann doch jedem passieren.“, säuselte sie. “Aber zum Ausgleich werdet Ihr mir doch sicher einen Gefallen tun, oder? Eine wilde Wölfin ist hier eingedrungen und bedroht meinen Freund – seid doch so gut und verscheucht sie...“ Wie ein rosaroter Nebel legten sich Stimme und Geruch von Madame um Feys Sinne. Ohja, die Wölfin verscheuchen... das wollte er gerne tun für diese reizende Dame...

Nur undeutlich drangen die Worte einer anderen Frau an sein Ohr, schwach und leise. “Hört nicht auf sie, sie dringt in Eure Gedanken ein, sie lässt Euch Dinge tun....“ Doch Madame d'Hiver lachte nur, dann ging sie zu Sherie und verpasste ihr eine fast zärtliche Backpfeife. “Verwirrt ist das arme Ding...“, schnurrte sie. “Hört nicht auf die Umnachtete. Ich bin Eure Freundin!“
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 26 Juni 2015, 22:29
Die Wächter grinsten sogar, besonders der von oben erschienene. Dieser war wohl sowas wie ein Anführer und griff auch gleich nach einem Kommentar an. Sicher, es zeigte, dass der Kerl schon so manchen Kampf bestritten hatte, aber gegen den durch den Steinhautzauber geschützten Magier zwang dies gerade mal ein enttäuschtes Seufzen ab, aber vielleicht konnte er die beiden anderen ja doch noch mit tätlichen Argumenten überzeugen. So, ließ er den Angriff des Anführers abgleiten und holte selbst mit seinem Schild aus, um diesen dem Wächter von unten gegen das Kinn zu rammen. Anschließend setzte er gleich mit seinem Schwert nach und erwischte dadurch die aufgrund des Schildsclages freier gewordene Halspartie seines Gegenübers. Um zu wissen, dass dies ziemlich tödlich war, musste man kaum einer Heilergilde angehören.

Zumindest dieser Gegner war nicht mehr dazu in der Lage, ihm etwas anzutun, so blickte er die beiden verbliebenen Wächter mit eindeutiger Miene an, ehe er statt eines Angriffs wieder einige deutliche Worte verlor, wobei er mit der Schwertspitze auf den soeben bekämpften Anführer wies.


Schwerter fallen lassen. Oder wollt ihr ebenfalls so enden?

Da sie endlich seiner Bitte nachkamen, nickte er ihnen kurz zu, bevor er mit leicht neutralerer Miene weitersprach.

Jetzt verschwindet von hier und fangt ein neues Leben an, wenn euch dies möglich ist. Andernfalls werden wir uns eines Tages erneut gegenüberstehen und dann gibt es keine Gnade mehr.

Zwar bezweifelte er aufgrund der vorherigen Äußerung des Anführers, dass sie ihn voll und ganz verstanden, aber er versuchte es mit Gesten zu unterstreichen, so gut ihm dies ohne richtige Ausbildung auf diesem Gebiet möglich war. Hoffentlich schlugen sich seine Gefährten halbwegs so gut wie er, sonnst gab es am Ende doch noch Opfer zu beklagen. Nachdem die beiden Wächter geflohen waren, wandte er sich der geschlossenen Türe zu und vermeinte noch Kampfgeräusche von innerhalb des Raumes zu vernehmen. So öffnete er diese und trat nach einem kurzen Überblick ein. Zwar schien Serafina noch etwas Zeit zu brauchen, um den Kampf zu beenden, aber das würde sie auch ohne ihn schaffen.

Braucht Ihr noch mehr unnötige Opfer oder ergebt Ihr Euch gleich, Madame d'Hiver?

Wie beiläufig gab er den Blick auf den gefallenen Wächter frei, vermutete aber, dass diese Madame zu abgebrüht war, um klein beizugeben.


AW: 54+67 auf Anführer, mit dritter Aktion restliche Gegner zur Aufgabe/Flucht bewegt
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 30 Juni 2015, 10:25
Der Kerl ließ sich kaum von ihrem Aussehen beeindrucken, sondern knurrte Ammit noch irgendetwas Unverständliches entgegen. Dann sagte er etwas, was sie sehr wohl verstand. Sie lächelte kurz bei dem Gedanken, dass sie sich Côr hingeben würde. Nie würde sie ihren Gott so schändlich hintergehen. “Weltfremder Kerl“ war das einzige was sie dazu sagte und wollte sich gegen den anstürmenden Wachmann verteidigen.

Doch dazu kam es nicht mehr, weil den Angreifer jemand von der Seite ansprang. Jemand der Geräusche wie ein Tier von sich gab. Ihr Dolch, den sie krampfhaft festhielt verletzte den Wachmann, aber nicht so, wie sie es gerne vorgehabt hätte. Kurz sah sie denjenigen, der ihr den Angreifer vom Leib hielt. Es war Antonio. Jedenfalls schien es ihr so. Jetzt wirkte er nur so ganz verändert. Fremd – wild.

Die Priesterin hatte keine Zeit um ihren Begleiter zu betrachten. Sie hatte die Hoffnung bei der Wache genau den Punkt nochmals zu treffen, den sie kurz zuvor durch Zufall erwischt hatte: Das Handgelenk. Das rechte Handgelenk um genau zu sein. Seine Schwerthand. Daher handelte sie instinktiv – wieder kam der Drow in ihr durch - wendete den Dolch in der Hand und stach zu.
Wenn sie Glück hatte, würde er sein Schwert fallen lassen. Was nicht bedeutete, dass sie ihn als wehrlos einschätzen würde. Aber ihre Chancen würden sich erhöhen.

Was um sie herum passierte, registrierte das junge Mädchen gar nicht. Sie war voll auf ihren Angreifer und ihr Überleben konzentriert. Selbst diese Erscheinung von Antonio war schon wieder vergessen. Ammit war jetzt ruhig, wartend um sich entsprechend verteidigen zu können, wenn der Typ sie attackieren wollte.


AW: 5

VW: 6 - ausgewichen

Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 01 Juli 2015, 17:22
Die Rüstung der Weißhaut hielt den Schaden an dessen Leib in Grenzen. Verärgert nahm Serafina zur Kenntnis, dass sie den Fremden nicht augenblicklich außer Gefecht gesetzt hatte. Im Gegenteil schien er sich in ein tollwütiges Monstrum zu verwandeln. Erschrocken wich die Lykana zurück, als der Mann seine Augen verdrehte und ihm Schaum vor dem Mund stand. Sein Atem stank nach Bittermandel. Vielleicht trug er eine ansteckende Krankheit in sich? Seine Hautfarbe wirkte höchst ungesund.
Dieses Zögern kostete Serafina Blut. Hätte sie ihre Pranken weiter auf Muschascha niederprasseln lassen, würde er sich jetzt als wimmerndes Knäuel unter ihr winden. Stattdessen hieb ihr sein Säbel tief ins Fleisch. Rote Spritzer färbten sein verzerrtes Gesicht. Die Lykana brüllte auf und wich zurück. Noch blieb der Schmerz aus. Der Gedanke an eine härtere Haut keimte in Serafinas Hinterkopf. Mit ein bisschen Magie…
In ihrer Verzweiflung ließ sie sich auf alle Viere fallen und unterlief den nächsten Säbelhieb. Ihre Pranken schnellten vor und rissen der Weißhaut weitere Schrammen über Rüstung und Haut. Mit den langen Klauen versuchte sie an sein Gesicht zu gelangen. Könnte sie ihn blenden oder seine Kehle zerfetzen, dann hätte dieser Spuk ein Ende. Sie musste bloß dem Speichel fern bleiben. Tollwut übertrug sich – so behauptete es die Kräuterfrau - über Körpersäfte.

VW = 15 {1 + 14}
AW1 = 34 {3 + 31}
AW2=  35 {4 + 31}
20 Schaden bei 32 LP = 12 LP Rest

Autor: Asarra Datum/Zeit: Mittwoch 01 Juli 2015, 22:21
Asarra war so schnell gelaufen, wie es ihre langen Beine erlaubten. Dennoch hatte sie keine Chance, mit den unmenschlichen Kräften Antonios mitzuhalten. Manchmal fühlte sie sich zwischen all den Magiern und sonstwie magischen Wesen recht belanglos. Wenn die mit Feuerbällen um sich schmissen und dabei Horden von Gegnern ummähten, konnte sie vielleicht gerade mal einen oder zwei im Nahkampf stellen.

Schnell schob sie die Gedanken bei Seite, als sie endlich den Ort des Geschehens erreichte. Die Halbdrow schien in arger Bedrängnis gewesen zu sein, doch Antonio war bereits da und hielt die Wache in Schach. Bei der Wasserpriesterin sah es hingegen nicht ganz so rosig aus. Zwischen ihr und dem Typen, der vorhin auf der Mauer seine grosse Rede geschwungen hatte, war allerlei Wasser viel zu lebendig. Mit einem tiefen Seufzer und einem Augenrollen, dass jeder Prinzessin gut zu Gesicht gestanden hätte, beschloss die Amazone auch diese Dinger vorerst zu ignorieren. Drecksmagie.

Nur einen Augenblick später bewies ihr das Geschehen eindrücklich, dass eben auch Magier manchmal die einfachen Soldaten brauchten. Als Louis mit gezücktem Dolch und immer noch grosser Klappe auf das Mädel zuhielt, schob sich die Amazone rasch dazwischen. Nun war sie froh um das im Orden Gelernte. Louis Bewegung war plump und darauf ausgelegt, dass sein Gegner wenig Erfahrung hatte. Mit zwei, drei einfachen Handgriffen hatte sie den Gegner geblockt, abgedreht und mit seinem Eigengewicht ausser unmittelbarer Reichweite stolpern lassen.

Ohne darüber nachzudenken liess die Schwarzhaarige ihr linkes Handgelenk kreisen, trat ein bisschen von der Priesterin weg und liess die mehrschwänzige Peitsche vorschnellen. Es war bei weitem nicht ihr bester Treffer, doch die scharf geschliffenen Kettenglieder waren auch so eine nicht zu unterschätzende Gefahr.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Donnerstag 02 Juli 2015, 10:58
Schwach taumelte der Waldelf zurück, während er sich seine Wange rieb. Immerhin konnte er sich auf den Beinen halten, aber er musste zugeben, Madame war eine schlagkräftige Dame. Wäre sie nicht eine intrigante Adlige mit miesem Charakter, wäre sie ja ganz interessant. Aber so rieb A'selafeyon sich weiter grummelnd die Wange und schnaubte leise "Das war doch keine Absicht..." Dann jedoch blinzelte er ein wenig verwirrt, als sie ihn so ähnlächelte. Unheimlich. Die Frau konnte ihre Stimmung aber schnell ändern. Auf einmal wirkte sie viel netter und A'selafeyon seufzte. Aber um diese Tricks sollte er sich nicht... doch just in diesem Moment atmete er einen verzückenden Geruch ein und ließ sich von der sanften Stimme der Madame verzaubern. Nun, was sprach eigentlich dagegen ihr zu helfen? Sie war schon ziemlich hübsch... und weniger haarig als Serafina, nicht das er ein Problem damit hätte. Er fand Serafina schon toll, aber... sie hatte wirklich kein recht hier zu sein, oder? Immerhin gehörte der Turm zum Eigentum der Madame. Er sollte Serafina wirklich bitten zu gehen, das gehörte sich so doch. Sanft nickte er also auf die Worte der Madame, die ihn so verzauberten und um den Finger wickelten. Und so zog er langsam seinen Dolch um auf Serafina zuzugehen.

Doch er stoppe auf dem Weg, als er die Stimme einer anderen Frau hörte und schließlich wieder zu sich fand. Verdammt! Was tat er hier eigentlich?! Serafina konnte er doch nichts tun. Das wäre ja noch schöner, wenn er Freunde hintergehen würde. Er war zwar ein Dieb, aber doch kein Kameradenschwein. Nein! Er atmete auf. Doch vielleicht war es besser, wenn Madam noch nichts davon wusste, dass er wieder bei sich war. Und Christian schien gerade genau im richtigen Moment aufzukreuzen. Wunderbar! Eilig schlich der Waldelf sich mit dem Dolch zu Sheherazade und legte einen Finger auf seine Lippen um ihr zu sagen, dass sie leise sein soll. Dann begann er mit Hilfe des Dolches ihre Fesseln zu lösen. Und nun? Nun würde die madame ihre Taten bereuen. Ihr verzaubern wollen, ha! Grinsend schnappte er sich eines der Seile, mit denen Sherezade gefesselt war und nickte. Die Größe war gut. Doch nun musste er erstmal sein wohl bisher größtes Abenteuer bestreiten. Es ging unter das Kleid der Madame. Na er hoffte, er würde den Anblick überstehen. Aber es ging um ein höheres Ziel, also würde er es auf sich nehmen. Er seufzte leicht und machte sich mit leisen Schritten und auf allen vieren auf den Weg unter die Kleidung der Madame, bis er an ihre zarten Beine ankam. Er unterdrückte ein Seufzen und machte sich schließlich daran der Madame ihre schönen Beine miteinander zu verbinden. Damit wäre ihre Bewegungsfreit doch wohl erheblich eingeschränkt. Doch nun? Nun galt es aus dem Labyrinth ihres Kleides zu entkommen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 02 Juli 2015, 11:05
Wer sich schon einmal in einer stockdunkeln Umgebung aufgehalten hat, der weiß wie sich der von Muesig fühlen musste. Ziemlich bescheiden auf jeden Fall. Er wünschte sich in seinen Salon zurück. Fliedertee. Aber welchen Salon? Er hatte keinen mehr. Die zwar generöse Unterbringung in Drachenauge, aber mehr wie ein Behelf  bei den Salis war das nicht.
Mit der Zeit, es konnte kaum viel davon vergangen sein, gewöhnter sich allmählich an die Umgebung. Die  Gerüche wurden nun intensiver wahrgenommen. Allerdings, dass er sich in der Nähe des Meeres befand, hätte  er auch ohne Riechorgan gewusst.  Von größerer  Relevanz schien, was aus den Gehörgängen gemeldet wurde. Über ihm konnte an deutliches Getrampel von laufenden Füßen deuten. Dazu Rufe, Schreie, aber nichts was er verstehen konnte. Wenn jetzt auch Metallklirren hinzukäme, dann ja dann würde da oben jetzt ein Kampf staatfinden. Das hatte er gerade noch gebraucht. Beim Starren an die Decke, so musste man das wohl nennen, schälten sich leuchtende Linien. Es brauchte keinen messerscharfen Verstand, dass sich da oben – für ihn allerdings von seinem Standort  aus – ein Ein-/Ausstieg befand. Doch auch sonst wurde die absolute Dunkelheit, ein weniger absolute.  Irgendwelche Behältnisse standen da rum, er konnte nur die Umrisse erkennen. Waren das Fässer? Die Formen ließ diese Deutung zu und möglicherweise Truhen, Kisten. Kiste, Fässer…wenn es ihm gelänge da etwas umzustellen,…wäre der Ausstieg vielleicht erreichbar. Die Frage stellte sich trotzdem, wollte er  wirklich da hinaus, wenn sich da bewaffnete Truppen oder was immer sich da bekriegte, Scharmützel lieferten? Die Antwort war ja, in diesem muffigen Loch wollte er keine weitere Stunde zubringen, - der Service war einfach zu schlecht hier. Also frisch ans Werk. Doch auch das stellte sich als nicht ganz so einfach dar. Die ersten Kisten bewegten sich nicht den berühmten Millimeter. Doch Versuch und Irrtum bescherten ihm dann doch den Erfolg und ließ sich schweißtreibend aber immerhin unter die vermutete Falltür schieben. Frohgemut kletterte der Adelsmann darauf, nur um festzustellen, sein Arme erreichten das feinerleuchtete Viereck nicht. Ein Muesig lässt sich davon aber nicht unterkriegen. In nicht weniger anstrengender Arbeit schaffte er auch noch ein Fass heran und mit allerletzter Kraft hievte er es obenauf die Kiste. Jetzt aber. Natürlich hatte er Ängste, dass das Ding da oben nicht zu öffnen wäre. Versuchen musste er es trotzdem. Er kletterte auf seine wackelige, errichtete Konstruktion und tatsächlich, er konnte das Holz ertasten. Wie aber würde es aufgehen, wenn überhaupt. Der erste Gedanke, dagegen zu drücken, war wohl der beste. Muesig stemmte sich mit allen noch zur Verfügung stehenden Kräften gegen diese Tür. Hätte es gar nicht gebraucht, denn diese flog schwungvoll nach außen auf. Licht strömte herein und blendete ihn. Vorsichtig durchstieg er den Ausstieg. Er war  auch hier allein. Dicke feste Mauern, das musste die Festung sein, die er von unten gesehen hatte, wo sich die echte Madame d’Hiver aufhalten sollte. Und manch andere Überraschung. Es gab, so war es rasch klar ersichtlich, als sich Herr von Muesig an das Licht gewöhnt hatte, 2 Optionen. Ein Treppe die gewunden nach oben verlief und eine Tür, die wohl so hatte es den Anschein, nach draußen führte. Da der Lärm sowohl von draußen als auch von oben zu ihm drang, entschied er sich, vorsichtig die Tür zu öffnen. Auf knarrende Geräusche brauchte er keine Rücksicht zu nehmen.  Er lugte durch den Spalt, den er geöffnet hatte und sah seine ärgste Befürchtung bestätigt, da war tatsächlich ein Hauen und Stechen im Gange. Was also tun? Es waren die Leute zugange, die mit ihm gereist waren. Sich jetzt verkriechen, konnte unangenehme Folgen für ihn und sein Ansehen haben. Waffen? Es war einzig und alleine die Schaufel, die als einzige im Angebot war. Aber eine Schaufel war besser als gar nichts. Er zwängte sich durch den Spalt nach außen und blieb dich an die Wand gelehnt stehen um erst einmal das Feld zu sondieren. Niemand schien ihn gesehen und folglich auch zu beachten.
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 02 Juli 2015, 20:57
~@~Runde 17~@~


15. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Die Burg Dragault, früher Morgen

Asarra kam genau im richtigen Augenblick – einen Moment später, und die Pläne der Madame  d'Hiver wären, zumindest was Ephyra betraf, doch noch Wirklichkeit geworden. So jedoch wurde der Dolchstoß von Louis gekonnt abgewehrt, und ehe der abtrünnige Priester es sich versah, waren auch schon die geschärften Kettenglieder von Asarras Peitsche auf ihn niedergeprasselt. Louis trug keine Rüstung, nur seine blaue Robe, und die riss wie dünnes Papier entzwei, und die Kettenglieder rissen blutige Striemen quer über Brust und Bauch des Priesters. Der schrie auf – überrascht, wütend, schmerzerfüllt – und taumelte rückwärts. Erst nach ein paar Schritten fing er sich wieder und stand, schäumend vor Wut und vor Schmerz zusammengekrümmt, vor Asarra. “Verfluchte!“, zischte er sie an, während er seine Hand auf seien blutenden Wunden presste. “Wie kannst du es wagen, einen heiligen Mann der Tethis-Kirche anzugreifen? Der Zorn der Göttin komme über dich!“ Mt einer dramatischen Geste seiner freien Hand winkte er seinen schleimigen Golem heran. Ephyras Wasserdjinn hatte Mühe gehabt, gegen ihn zu bestehen, doch war er bisher auch nicht besieht. Jetzt jedoch floss das Ungetüm aus schmutziger, stinkender Brühe von ihm weg, um seinen Herrn zu verteidigen. Doch was war das? In dem Maße, wie Louis durch seine Wunden an kraft verlor, schien auch das stinkende Ungetüm kleiner zu werden und zusammen zu sinken. Ephyra lächelte schwach, wen es auch so aussah, als könnte die junge Frau sich nicht mehr lange auf den Beinen halten. “Tethis hat dich längst verlassen, Louis d'Argenet!“, sagte sie. Und dann winkte sie ihren Wasserdjinn heran, der sich in einem Schwall über das faulige Ungeheuer stürzte und es einfach wegschwemmte. Ephyra sackte nach dieser letzten Anstrengung endgültig in sich zusammen, aber das Lächeln blieb. “Ihr habt seine Schwäche offenbart...“, flüsterte sie Aasarra zu.  Und Louis stand nun wehrlos vor der Amazone.

Unterdessen hatte Ammit, von ihren dunkelelfischen Instinkten geleitet, ein weiteres Mal zugestochen, während sich der Wächter noch immer in Antonios Griff wand. Wieder traf sie recht zielgenau, und die weitere Wunde, die sie dem Mann am Handgelenk zufügte, war zwar weder tödlich noch würde sie ihn die Hand kosten – vorausgesetzt, er wurde ordentlich versorgt – aber sie hinderte ihn bis auf weiteres sehr effektiv daran, weitere Angriffe zu führen. Heftig atmend sah er zwischen der Halbdrow und dem nur wenig menschlich wirkenden Antonio hin und her. Schmerz, Wut und Angst spiegelten sich gleichermaßen in seinem Gesicht. Und plötzlich lachte Antonio, aber fröhlich klang es nicht. Mit einer raschen Bewegung verdrehte er den Arm, den er gepackt hielt, und ein unschäönes Knacken erklang. Der Wächter schrie auf, sank zu oden und hielt sich den nun gebrochenen Arm. “Er gehört dir.“, sagte der Violiniste rasch zu Ammit. “Gefährlich ist er nun nicht mehr... andernfalls hätte ich ihn töten müssen. Verzeiht, aber ich muss sehen, wie es Sheherazade oben im Turm geht, sonst werde ich noch gänzlich zum rasenden Ungeheuer.“ Das klang so, als meinte er es bitter ernst, und als bedauere er dies. “Asarra ist ja nun hier... am besten verrammelt ihr auch die Nebentür, durch die wir gekommen sind. Auch wenn draußen die Wächter sich wohl aus dem Staub gemacht haben, sonst wären sie schon längst hier drin.“ Und weg war er.

~@~


Die letzten Augenblicke dieses Geschehens hatte Herr von Muesig beobachten können. Nun lief Antonio auf ihn zu, war schon heran, warf ihm im Vorrüberlaufen ein “Der Herr Muesig! Die Damen Ammit und Asarra zusammen mit Ephyra können sicherlich Unterstützung gebrauchen...“ zu und war schon die Wendeltreppe hinauf verschwunden. Herr von Muesig aber konnte weiterhin beobachten, wie der eine Wächter, den Ephyra mit ihrem Wasserschwall zu Boden geschickt hatte, sich langsam wieder aufrappelte. Reichlich benommen wirkte er allerdings immer noch. Mit ein paar raschen Schritten wäre Herr von Muesig bei ihm.

~@~


Im Turmzimmer oben hatte unterdessen Serafina dem rasenden Albino – Mufaßa – zwei weitere saftige Hiebe verpasst. Der blutete nun stark – der rote Lebenssaft quoll dick und rasch aus seinen Wunden und machte, das sein Gesicht noch bleicher und geisterhafter wirkte. Doch obwohl er nun heftig zitterte und sich eigentlich kaum mehr auf den Beinen halten konnte, brüllte er auf und taumelte mit erhobenem Säbel noch einmal auf Serafina. Sein Gesicht war verzerrt, dass es kaum mehr menschlich wirkte. Schmerz oder gar Angst schien er überhaupt nicht zu fühlen. Schaum troff nun auch über sein Kinn und den Hals hinab, und mit übermenschlicher Anstrengung hob er den Säbel, um ihn auf Serafina niedersausen zu lassen...

In der Zeit war es A'Selafeyon aber gelungen, Sheherazade zu befreien. Die Tänzerin schien kaum in der Lage zu sein, aus eigener Kraft vom Bett hoch zu kommen, und gemäß der Weisung des Elfen blieb sie völlig ruhig, bis der letzte Strick durchtrennt war. Ein sehr müdes Lächeln brachte sie für ihn zustande, ehe er sich mit dem größten Stück Seil wieder davon machte. Doch dann begann sie, sich zum bettrand hinzuziehen und sich langsam aufzurichten. Der Rak'Shal – er bedrohte serafina; die junge Lykantrophin wusste vermutlich gar nicht, was für einen Gegner sie da vor sich hatte. Und in der Sharisad brach sich nun die ganze Angst und der Schmerz und auch die Enttäuschung der letzten Tage ihre Bahn, und dann war da noch der Abscheu und der namenlose schrecken, ausgelöst vom Auftauchen des Rak'Shal... ihr paar taumelnden Tanzschritte waren alles andere als graziös oder anmutig, und schnell knickte ihr verletztes Bein unter ihr weg, so dass sie mit einem leisen Stöhnen wieder auf dem Bett landete. Aber es reichte. Der Zauber, den sie am besten beherrschte, wurde freigesetzt, ein schritthoher Feuergeist raste durch den Raum und sprang auf den Rücken des Rak'Shal, grade als sein Säbel auf Serafina niederfuhr. Der Gestank nach verbranntem Fleisch zog durch den raum, und wieder brüllte der Albino auf. Durch den Feuergeist behindert und weiter schwer verwundet verfehlte er Serafina und stürzte röchelnd zu Boden – nur, um sich wieder auf die Knie zu stemmen und noch einen weiteren Hieb zu versuchen, kraftlos und schwach, aber welches Gift er auch immer geschluckt hatte schien seinen Körper weit über jedes menschliche Maß hinaus zum Kämpfen zu treiben.

A'Selafeyon hatte sich unterdessen auf den Weg unter Madame d'Hivers Röcke gemacht. Das war kein ganz ungefährliches Unterfangen und hätte leicht schiefgehen können, aber der Waldelf war flink – und es half sicher auch, dass genau in dem Moment Christian den Raum betrat und gehörig für Ablenkung sorgte. Jedenfalls hatte der Schattentänzer schnell die ungestörte Aufmerksamkeit der Madame. Fast schon ungläubig sah sie ihn an. Dann hielt sie sich jedoch nicht mit langen Reden auf, sondern murmelte eine rasche Beschwörung. Die Luft wurde merklich kühler; Christian würde wohl ahnen können, dass sie einen Froststrahl beschwören wollte. Mit einem hässlichen Lachen trat sie einen Schritt vor, um den Zauber zu entfesseln...

...und fiel der Länge nach und mit Schwung auf den Boden! Ihr Froststrahl schoss in irgendeine Richtung davon und verfehlte Chrstian um Längen, prallte an der Wand ab, sprang durch das Zimmer, streifte das Bett und überzog dessen Fußende mit einer Schicht Raureif, ehe er schließlich zum Fenster hinausschoss, ohne weiteren Schaden anzurichten. Mit gefesselten Füßen war es eben schwer zu gehen.

In diesem Augenblick kam Antonio durch die Tür hereingesprungen und verschaffte sich einen raschen Überblick über die Lage. Mit einem weiteren Satz war er bei Madame und verdrehte ihr die Arme  auf den Rücken, so dass sie sich nun kaum bewegen können würde. “Wenn es nach mir ginge, wärt ihr nun tot, Madame.“, knurrte er. “Aber zum Glück für Euch kann ich mich beherrschen und die Entscheidungen andren überlassen, die im Moment vielleicht klarer denken als ich...“ Fast bittend sah er Christian an. Der Hohentürmler mochte vielleicht ermessen, wie schwer es dem Vampir in diesem Moment fiel, sich zu beherrschen – ähnlich wie damals im Labyrinth... aber um so einer Intrigantin willen wollte er nicht doch noch zum Ungeheuer werden.

Mit einem Knurren ließ Antonio Madame d'Hiver wieder los und war auch schon bei Sheherazade. Sie in den Arm zu nehmen gewährte ihm mindestens ebenso Schutz wie ihr – es half ihm, die Bestie, die in ihm tobte, niederzuringen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 08 Juli 2015, 13:52
Die Anstrengung war der Weißhaut anzusehen. Der Säbel schien für ihn schwer wie ein Felsen zu sein. Die Tollwut hielt Muscha auf den Beinen, so dass er einen weiteren verzweifelten Angriff unternahm. Serafina drehte leicht die Schulter zur Seite, um ihm auszuweichen. Ihr Gegner war geschlagen, auch wenn er selbst es nicht wahrhaben wollte.

"Ach, kommt schon", knurrte sie und bleckte die Zähne. "Nun gebt Euch endlich geschlagen."

Was in ihrem Rücken vor sich ging, konnte die Lykana weder sehen noch hören. Ihre Sinne waren ganz auf den Feind vor ihrer Schnauze gerichtet. Umso erschrockener wich sie zurück, als ein hitziger Gnom an ihr vorbei schoss und die Weißhaut ansprang wie eine feuerrote Katze. Doch der Tollwütige hieb weiter nach der Werwölfin, obwohl die Hitze in seinem Nacken bis hin zu Serafina strahlte. Der Duft nach gebratenem Fleisch zog durch den Raum. Armer Kerl, bei lebendigem Leib gegrillt zu werden stellte sich die Lykana grauenhaft vor. Trotz ihrer Angst vor Feuer wagte sie sich nun doch näher heran. Der Feuergnom stand auf ihrer Seite - oder doch nicht?

"Dickköpfig wie ein Schafskopf. Wisst Ihr denn nicht, wann eine Sache geschlagen ist?"

Ein letzter, fast schon zärtlicher Prankenschlag schickte die Weißhaut endgültig zu Boden. Sicherheitshalber wich Serafina vor dem Feuerwicht zurück. Nur eine Hinterpranke streckte sie vor, um Muscha vorsichtig anzustupsen. Nichts, keine Regung. Ob er tot oder nur ohnmächtig war, konnte sie von oben nicht erkennen. Doch solange der feurige Gnom neben der Gestalt kauerte, würde sie auf Abstand bleiben.

Serafinas Ohren zuckten in alle Richtungen und nahmen die Geräusche im Raum auf, während sie den Feuergeist im Auge behielt. Sherie war befreit, die Hexe lag gefesselt in Antonios Armen. Woher war der Musicus so schnell gekommen? Schon einmal war Serafina seine Schnelligkeit aufgefallen. Und er knurrte. Nicht wie ein Wolf, aber auch nicht wie ein Mensch. Was auch immer für eine Art von Tier sich in ihm verbarg, auf jeden Fall schien er ein ähnliches Schicksal zu haben wie die Lykana. Im Gegensatz zu ihr bevorzugte er offenbar die menschliche Gestalt. So einen lang anhaltenden Wechsel wünschte sich Serafina, seit es ihr geglückt war sich in ihre ehemalige Form zu verwandeln. Ob sie ihn fragen sollte, wie Antonio dies zuwege brachte?

Sherie schien es trotz der Wunde soweit gut zu gehen. Zumindest äußerlich. Innere Wunden heilten viel langsamer, das wusste Serafina aus Erfahrung. Doch sie wollte die Innigkeit zwischen der Tänzerin und Antonio nicht stören, daher blickte sie von Christian zu Fey.

"Und nun? Muss noch jemand befreit werden? Da ich keine Kampfgeräusche mehr vernehme, scheinen wir den Turm erobert zu haben." Immerhin hatte ihr Tarlyn vom Silberwald das Kommando übertragen, also sollte sie wenigstens so tun als hätte sie die Kontrolle über die Geschehnisse.

VW=6  ausgewichen
AW=32
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 08 Juli 2015, 20:11
Madame d'Hiver war sogar abgebrüht genug, um noch einen Froststrahl oder einen ähnlichen Zauber gegen ihn wirken zu wollen. Allerdings konnte sie dies nicht mehr beenden, denn sie fiel anscheinend über ihre eigenen Füße. Lediglich der unter ihrem Rock hervorkriechende Waldelf verreit, dass dieser zu der misslichen Lage der Adeligen viel beigetragen hatte. Nun war es an dem Hohentürmler, leicht zu grinsen. Auch Serafina schien ihren Gegner, mit etwas Unterstützung durch Sheherazades Feuergeist, bezwungen zu haben.

Ja, es fiel Antonio schwer, dieser Madame nicht gleich das Lebenslicht auszuhauchen. Aber er konnte sich dann doch noch beherrschen und zog sich lieber zu der Tänzerin zurück. Somit lag es wohl an dem ehemaligen Statthalter, das weitere Vorgehen zu entscheiden.


Sehr guter Einfall, Fey. Und auch dir vielen Dank für das beherzte Eingreifen, Serafina. Die Kämpfe scheinen wirklich vorbei zu sein. Fey, kannst du die Madame bitte noch gut verschnüren? Sie ist ja kein Waldelf, wird es also überleben. Ich würde sie dann auf das Schiff bringen, damit in Naha über ihr Schicksal entschieden werden kann.

Derweil nahm Christian einen seiner Manatränke zu sich, damit er im Ersntfall den ein oder anderen hilfreichen Zauber wirken konnte.

Dann sollten wir nun unsere Gefährten einsammeln und zurück zum Schiff gehen. Oder möchte noch jemand die Burg genauer untersuchen? Aber die Feierlichkeiten sollen bald stattfinden, deshalb sollten wir dies auf danach verschieben, denn allein möchte ich hier auch niemanden zurücklassen.

Immerhin konnten weitere Verbündete der Madame hier eintreffen.


-1 großer Manatrank(+xx) -> volle MP
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 09 Juli 2015, 11:17
Es war tatsächlich noch im Gange. Das ‚es‘ war ein Kampf. Ein schneller Blick zeigte ihm eine mit der Peitsche hantierende Asarra und ‚sein‘ Diener Ammit hatte ein Messer in der Hand. Und Schock, was da so schön blutrot leuchtete und von der Klinge tropfte war bestimmt kein Himbeersaft oder Theaterblut. Ein sich in arger Eile befindlicher Antonio warf ihm einige Satzbrocken hin, eher hinter der Tür versschwand, aus der er gerade getreten war. Es gab tatsächlich noch etwas für ihn zu tun. Ein sichtlich noch benommener Mann, der bestimmt nicht zu ihnen gehörte schickte sich an, sich wieder aufzurichten. Herr von Muesig erkannte sofort, dass das seine Stunde war. Er brauchte keine Stunde um den Griff seiner Schaufel fester zu packen, sich mit ein paar flotten Schritten in Richtung des Benommenen zu orientieren und ein paar Mal mit der Schaufel beherzt zuzuschlagen. Herr von Muesig hasste Gewalt, vor allem wenn er sie selbst ausführen musste. Aber jetzt musste es sein. Das Blut, das aus seiner getroffenen Nase quoll, war aber auch nicht schön anzusehen. Die Füße des Attackierten gaben erneut nach und er  sank wieder zu Boden von einer gnädigen Ohnmacht aufgefangen.
Inzwischen waren wohl auch seine Gefährten Herr der Lage. Asarra stand vor einem Mann, der einem Priester ähnlich sah, wenn sich auch der Adelige mit diesem Menschanschlag nicht so recht auskannte und sich auch grob irren konnte. Drauf und dran ihm den Garaus zu machen. In diiesem Fall brauchte er keine Gewalt anwenden. Trotzdem hatte er Bedenken. Nicht, dass im an dem Menschenleben etwas gelegen wäre, aber rationale Gründe. „Macht mal halblang, Asarra, den können wir vielleicht noch gebrauchen. Spätestens wenn es zu einer Anklage und zur Aufarbeitung der ganzen Sache kommt. Tot sind sie oft noch weniger nützlich .“ Warum die Amazone auf ihn hören sollte, konnte er auch nicht schlüssig erklären, aber vielleicht hatte sie ja  einen Funken Verstand. Obwohl, gewettet hätte er darauf nicht, aber das konnte er ihr schwerlich so darlegen.

Und bei Ammit verhielt es sich fast ähnlich. Nein, nicht mit dem Verstand. Auch sein Gegner schien kampfunfähig und keine große Gefahr mehr zu sein und war mehr oder minder – eher mehr – der Gnade oder eben Ungnade des Dunkelelfen ausgeliefert. Trotzdem verzichtete Muesig auf eine weitere Belehrung. „Wenn  Du mit diesem Messer nochmals Wurst schneiden willst, solltest Du ihn vorher von den Schadstoffen befreien .“ …und nicht noch weitere hinzufügen, ergänzter er für sich.

Erst jetzt fiel ihm ein, er musste nach dieser Bootstour, dem Wasserbad, der Kletterei fürchterlich aussehen. So, wie sich einer adeligen Standes niemals dem Volk präsentieren sollte. Ein Blick auf sich bestätigte diese Befürchtung und übertraf sie. Und so konnte nur diese Frage folgen: „Kann man sich hier in der Nähe vielleicht etwas frisch mache und die  Kleidung arrangieren ?“
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Dienstag 14 Juli 2015, 11:59
Antonio war ein außergewöhnlicher Mann. Wo immer diese Schnelligkeit und diese Kräfte auch herkamen. Geschichten über besondere Helden gab es ja immer. Und sie war jetzt wohl Teil von einer solchen Geschichte. Und wie immer ging es bei den Helden um Liebe.
“Ja, geht schon. Eilt zu eurer Liebsten. Den hier kann ich jetzt auch alleine verschnüren.“ Den letzten Satz hatte Antonio wohl schon nicht mehr gehört. Die Priesterin seufzte und fuchtelte mit dem Dolch vor diesem Wachmann herum.
“Seht Ihr das. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Nicht für so einen Unsinn wie Gier und Macht. Oder Rache, weil irgendein Drow Euren Freund getötet hat. Ich kenne weder Euren Freund noch irgendwelche Drow. - Kommt her, ich möchte Euch fesseln und ….. die Wunde etwas verbinden.“

Sie schnappte sich den Kerl und nahm den Dolch um Kleiderstreifen heraus zu schneiden beziehungsweise reißen. Damit wollte sie ihn fesseln und die Wunde abbinden, damit der Blutverlust nicht so hoch sein würde.
Unterdessen sah sie plötzlich ein ihr bekanntes Gesicht.
“Herr von Müsig!“ Die Überraschung war ihm wohl gelungen. Und dann sagte er etwas von Wurst schneiden. Verwirrt wie eh und je dieser Schnösel. Und sichtlich unverwüstlich wie Unkraut.
“Offenbar habt ihr etwas mit dieser Schaufel in Eurer Hand auf dem Kopf bekommen. Wurst möchte ich sicher nicht schneiden. Ist doch auch Herrn Christians Waffe.
Äh, ja… Irgendwo gibt es sicher ein Brunnen. Ihr solltet wirklich mal etwas trinken, Herr von Müsig.“

Währenddessen hatte sie den Wachmann gefesselt und war nun dabei seine Wunde notdürftig zuzubinden.
Danach ging sie auch zu dem zweiten Wachmann, um ihn zu fesseln. Arme und Beine, damit kein Fluchtversuch möglich war. Und dann band sie die beiden noch mit ihren Gürteln zusammen. Sie hoffte, dass dies reichen würde.
Asarra war mit der Gefangennahme von diesem Louis beschäftigt. Er sah übel angerichtet aus. So eine Peitsche war eine unangenehme Waffe. Vor der Amazone sollte sie sich in Acht nehmen.

Danach erst ging sie zu der Priesterin hinüber.
“Es ehrt mich eine Priesterin Nahas kennen zu lernen, die solch machtvolle Wesen erschaffen kann. War dies ein Wassergeist?" fragte sie neugierig. Und dann fiel ihr doch ein, wie unhöflich sie war. "Übrigens, ich bin Ammit. Braucht Ihr Hilfe, Lady Ephyra?“

Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 18 Juli 2015, 16:03
Asarras Peitsche traf den grossmäuligen Priester und riss dessen Robe entzwei, als wäre sie nichts als ein dünner Hauch. Blut verfärbte die fransigen Ränder des Stoffes dunkel, und bald würden sie mit den Wunden zu hässlichen Krusten verkleben. Asarra hatte jedoch keinerlei Mitleid mit dem scheusslichen Kerl, im Gegenteil. Energisch schritt sie auf ihn zu, packte seinen Arm und verdrehte ihn hinter seinem Rücken. Die Amazone sah davon ab die Knochen zu brechen, aber angenehm war es mit Sicherheit nicht. Über seinen Fluch musste sie lachen.

"Ach haltet doch die Klappe." Der jungen Priesterin nickte sie kurz zu. Sie hatte nichts mit dieser 'Göttin' zu schaffen, es ging ihr primär darum die Menschen im jetzt zu retten. Aber wenn sie darin das Wirken irgendeiner göttlichen Macht sehen wollten, sollten sie doch. Herrn Müsig wiederum warf sie zweifelnden Blick zu. "Ich werd' ihn nicht töten, auch wenn er es verdient hätte."
Allzu vorsichtig ging sie dennoch nicht mit ihm um, als sie ihn zu den anderen beiden Gefangenen bugsierte.

Die Schwarzhaarige war froh, dass sich die Priesterin um die Priesterin kümmerte  - irgendwie passte das ja auch ganz gut. So konnte sie sich darauf beschränken die Gefangenen zu beaufsichtigen und jedes Zucken mit einem mörderischen Blick bestrafen. Das Hätscheln einer ehemaligen Gefangenen lag ihr nun mal so gar nicht.
Autor: Yodxkelyryth Datum/Zeit: Montag 20 Juli 2015, 16:11
Der Waldelf erwiederte das Lächeln der Befreiten, ehe er sich unter den Röcken der feinen Dame seinen Weg bahnte. Er war froh, dass es ihr soweit gut ging und auch Serafina schien klar zu kommen. Er jedenfalls hatte es nun auf die edle Madame abgesehen. Mit ihr hatte er allerdings noch ein Hühnchen zu rupfen. So einfach ließ er sich nichtmehr verführen. Wobei er der guten Dame ja schon irgendwie an die Wäsche ging. Nur eben anders, als man es gedacht hatte. Eigentlich hatte er ja nicht geglaubt soviel Erfolg zu haben, aber es gelang ihm tatsächlich sein Werk unbemerkt zu vollbringen. Eilig suchte er sich seinen Weg zurück und auch dies gelang ihm so irgendwie. Wer weiß auch, wie es sonst geendet hätte? Zwischen den Schenkeln der Madame hätte er nur äußerst ungerne geendet, so verlockend es auch theoretisch klang. Neinnein. Flink eilte er aus den Röcken hervor und schnappte tief nach Luft. Phu, ein wenig stickig war es daunten schon.

Doch kaum hatte er die Höhle der Löwin verlassen, betrat auch Antonio schon das Schlachtfeld. Fast glaubte A'selafeyon er würde die Madam umbringen, doch er konnte seine Beherrschong wiederfinden und sich seinem wahren Ziel witmen, indem er Sheherazade in die Arme schloss. Das schien ein Glückliches Ende für alle zu sein, denn auch Serafina hatte ihren Feind bezwungen. Er hoffte nur den anderen, die noch draußen waren, ging es gut, wobei er insbesondere an Ammit dachte. Doch dann weckte ihn Christian aus seinen Gedanken und der Waldelf grinste breit "Manchmal hab ich eben auch gute Ideen." vergnügt rieb er sich mit dem Zeigefinger unter der Nase. Dann nickte er jedoch auf die Anweisung. Madame verschnüren, dass war doch nun leicht gemacht. So schnappte A'selafeyon auchnoch die anderen Reste vom Seil und setzte sich auf Knien über den Rücken der Dame, die er nun fest mit den Seilen zu verschnüren begann. Nur kurz beugte er sich zu ihr hinunter und sprach leise in ihr Ohr "Das habt ihr davon, wenn Ihr mich verzaubern wollte, Madame... wie war noch gleich Euer Vorname?" Dann jedoch schien sein Werk getan und er atmete zufrieden auf. Damit war er wohl nun der Bezwinger der bösen Madame. Wobei er schon noch eine Frage hatte und Christian und Antonio fragend ansah "War das nun eigentlich wirklich alles? Wir haben die Gefangenen befreit, ja... aber glaubt ihr wirklich, dass es alles auf ihre Rechnung gibt? Ich bin mir nicht sicher, ob die Befreiten nun wirklich in Sicherheit sind."
Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Freitag 24 Juli 2015, 13:28
~@~Runde 18~@~


15. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Die Burg Dragault, früher Morgen

Madame d'Hiver sah A'Selafeyon nur kalt an, als der Waldelf sie fesselte und dabei auch noch eine nette Unterhaltung zu führen schien. Sie konnte sich im Moment nicht wehren. Aber zumindest musste sie nicht auch noch auf sein Geplauder eingehen. “Das wird Euch noch leidtun!“, zischte sie stattdessen. Aber angesichts ihrer Lage wirkte das wie nichts als hohle Worte. Recht bald war sie gut verpackt. Auf die Frage des Waldelfen antwortete schließlich Antonio. Der Sternenvampir hatte immer noch Sheherazade im Arm, die zu erschöpft schien, sich dagegen zu wehren, und beobachtete die Gefangene mit glühenden Augen – und ließ sie auch nicht aus dem Blick, während er mit dem Elfen sprach. “Ihr habt recht, A'Selafeyon... ich denke zwar, dass niemand von den Rebellen mehr im Turm ist, aber es wäre gut, sicher zu gehen. Eine rasche Durchsuchung des Turms... das dürfte Euer Metier sein,  nicht wahr?“ Er zwinkerte Fey zu. “Möglicherweise gibt es auch noch das eine oder andere Dokument, was wichtig sein könnte...Aber hier drin gibt es sicher nichts mehr zu entdecken. Ich will hier raus...“ Er sah sich in dem Gefängnis um, als wäre im leicht übel; dann nahm er Sheherazade ohn weitere Umstände auf die Arme und wandte sich zur Tür. Dies weckte jedoch die Lebensgeister der Tänzerin wieder ein wenig. Sie war entführt, misshandelt und gedemütigt worden, ganz zu schweigen von all dem, was sie erfahren hatte und was sie mehr quälte als körperlicher Schmerz. Aber ganz bestimmt würde sie sich nicht hier raustragen wie eine Invalide. Sie würde diese Kammer auf eigenen Füßen verlassen. Mit Nachdruck verlangte sie, wieder auf den Boden gestellt zu werden. Antonio blieb nichts anderes übrig als nachzugeben, auch wenn er in ihrer Nähe blieb, um sie notfalls stützen zu können.

Die Tänzerin ging erst – ziemlich wackelig – zu Serafina hinüber. Der Feuergeist war in dem Moment verschwunden, als von dem Rak'Shal keine Gefahr mehr ausging. Und der Mann schien wirklich tot zu sein, jedenfalls gab es keine Anzeichen von Leben mehr. Sheherazade mied ihn, als wäre sein Kampfrausch eine ansteckende Krankheit. Stattdessen sprach sie leise die Lykana an. “Ihr wart großartig, Serafina – es ganz allein mit diesem Ungeheuer aufzunehmen.“ Dann machte sie sich langsam auf den Weg nach draußen, und als sie an Madame vorbeikam, spie sie ihr vor ihr aus – und dann gab sie ihr eine Ohrfeige mit all der Kraft, die sie noch aufbringen konnte. “Ihr habt es gewagt, Hand an El'Âhis Sharisad zu legen.“, flüsterte sie leise, aber heftig. “Ihr Zorn wird Euch ereilen...“ Und dann schritt sie hocherhobenen Hauptes an der Gefangenen vorbei aus der Turmkammer. Draußen auf dem Treppenabsatz musste sie sich jedoch an der Wand abstützen. Ihre Beine zitterten. “Antonio...“, wisperte sie, “hilfst du mir die Treppe herunter?“ Der Violiniste lächelte flüchtig und wandte sich zu Christian und Fey um. “Kommt Ihr mit Madame allein klar?“, fragte er, ehe er – diesmal, ohne auf Proteste einzugehen – die Sharisad erneut hochhob und die Treppe hinunter trug.

Auch unten war die Lage unter Kontrolle. Die beiden Wächter – der, den Herr von Muesig mit der Schaufel vermöbelt hatte, kam langsam wieder zu sich – lagen gut verschnürt auf dem Hof, und auch der Priester Louis war keine Gefahr mehr. Ephyra setzte sich mit einem Seufzer da, wo sie war, einfach auf den Boden. Müde und ein wenig neugierig beobachtete sie die dunkelhäutige Ammit. Auf ihre Ansprache lachte sie leise. “Auch mir ist es eine Ehre, Euch kennenzulernen, Ammit. Ihr wart sehr tapfer, und immerhin habt Ihr dazu beigetragen, Aramon zu retten. Dies war... ein Bote der Tethis, der Göttin des Meeres. Sie erlaubt ihren Dienern, diese Wesen in der Not zur Hilfe zu rufen. Wie ihr vielleicht bemerkt habt, war Louis d'Argenet dazu nicht mehr in der Lage...“ Sie sog scharf die Luft ein und umfasste ihren verletzten Arm. Jetzt, wo alles vorbei war, spürte sie den Schmerz heftig. “Und ja – wenn Ihr vielleicht so freundlich wärt, auch meine Wunde zu verbinden?“

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Due Durchsuchug des Turms und der Burganlage fördete so einiges zu Tage, unter Anderem ein paar Briefe zwischen Madame d'Hiver und Louis d'Argenet – die höchst aufschlussreich waren und bei einer Verhandlung wohl noch von Wert sein würden. Wertgegenstände fanden sich nicht allzu viele, aber ein bisschen Schmuck von Madame war da, und natürlich Waffen, sowie eine nicht kleine Geldsumme. Und zu Herrn von Muesigs Befriedigung fand sich auch Kleidung von hervorragender Qualität, wenn auch nicht grade nach der neuesten Mode – möglicherweise hatte sie sogar dem ehemaligen Ritter Dragault gehört, denn sie stammte aus dem Haupthaus, das von Madame und Louis anscheinend zum Schlafen benutzt worden war. Im Stall standen zwei edle Rösser – Cêneswinder aus der Zucht de l'Ain. Und – nach der durchwachten Nacht und der anstrengenden Reise und den Kämpfen sicherlich nicht unwillkommen – aus der Küche tauchten allerlei Leckereien auf sowie ein Fass bester Nahaer Rotwein und ein Fass dunkles Bier...Madame und Louis hatten sich bei der Verpflegung ihrer Söldner wahrlich nicht lumpen lassen.... Sheehrazade, die nun schon mehrere Tage nichts gegessen hatte, spürte, wie ihr Magen sich knurrend zusammenzog.

Das Einzige, was sich nicht mehr fand, waren Söldner oder überhaupt irgendwelche weiteren lebendigen Wesen. Die Überlebenden der Kämpfe waren gefangen oder hatten wohl das Weite gesucht.

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Die Segelfahrt zurück nach Naha verlief zwar nicht ruhig – besonders Madame und Louis, der sich als ihr älterer Bruder herausstellte, drohten und schimpften abwechselnd. Es half allerdings nicht viel, und ansonsten gab es keine Störungen. Ephyra und Sheherazade erholten sich ein wenig und sprachen den Rettern ihre tiefe Dankbarkeit aus, doch herrschte eine gewisse Spannung zwischen den beiden Frauen – sollte doch die eine aus politischen Erwägungen heraus den Mann heiraten, dessen Geliebte die andere bis zu seinem Verschwinden gewesen war. Dennoch stellte Sherie fest, dass sie Ephyra nicht hasste oder verabscheute. Die Priesterin und Fürstentochter war genau wie sie in der Politik Aramons gefangen – wer wusste, welchen Mann sie gewählt hätte, wenn sie ihrem Herzen hätte folgen können? Erst jetzt begriff die Tänzerin vollständig, dass dies dem Adel weitgehend vorenthalten blieb, und sie verstand auch, warum es für sie und Thorongil nie eine Zukunft hätte geben können. Selbst wenn diese Hochzeit durch irgendein Wunder doch nicht stattfände – er hatte ihr zuviel verschwiegen, sie könnte ihm nicht mehr vertrauen. Und irgendwann käme wieder der Zeitpunkt, wo er sich zwischen ihr und Aramon entscheiden müsste. Aber die Hochzeit würde stattfinden, und sie würde ihn hoffentlich nie wieder sehen. Zumindest würde sie so schnell es nur ging aus Aramon abreisen.

16. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Naha, später Abend, und die folgenden Tage

Die „Fischotter“ legte in Nahas Hafen an, als es schon dunkel war. Das war vielleicht ganz gut, denn so konnte man unauffällig an Land gehen. Noch drei Tage waren Zeit bis zum geplanten Hochzeitsfest... drei Tage, die nun in fiebrigen Vorbereitungen vergingen. Währenddessen wohnte Ephyra im Tempel und bot auch Sheherazade und den Rettern dort Unterkunft an, allerdings kam das gleiche Angebot auch von Pierre und Aline de Gravillac, die überaus erleichtert über den Ausgang der ganzen Angelegenheit waren.

Am Abend vor der Hochzeit rief Ephyra die Helden zu sich. Ihr kleiner Hund war bei ihr – der war unversehrt davon gekommen – und man sah ihr die Strapazen der Gefangenschaft zwar noch an, doch sie wirkte gefasst und konzentriert, jedoch auch ein wenig kühl – eine intelligente junge Frau, die ihre Pflicht kannte und sie jederzeit ihrem persönlichen Glück überordnen würde. Was zählten ihre Gefühle, wenn es um die Sicherheit Aramons und Nahas ging?

Die Priesterin der Tethis hatte ein prächtiges Mahl vorbereiten lassen, mit dem sie die Helden nun bewirtete und zu dem auch ihre Eltern und Aline und Pierre geladen waren, und als zum Schluss Nüsse, Pralinen und Obst zu süßem Wein herumgereicht wurden, erhob sich der Fürst von Naha. “Worte reichen nicht, um meiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen.“, begann er. “Nicht nur für die Rettung meiner Tochter und der unglücklichen Tänzerin, die in die politischen Intrigen Nahas verwickelt wurde. So sehr mich dies persönlich berührt, so ist doch die Rettung Nahas und Aramons vor einem weiteren blutigen Bürgerkrieg eine weitaus wichtigere und überragendere Leistung. Meiner Dankbarkeit und Freundschaft könnt Ihr immer sicher sein, sowie meiner Unterstützung, sollte es in meiner Macht liegen... erlaubt, dass ich Euch als sichtbares Zeichen dafür den Seeorden Nahas verleihe. Jedermann in Aramon kennt seine Bedeutung, er wird Euch in meiner Provinz Tür und Tor öffnen und mag auch in anderen Teilen Aramons hilfreich sein. Als etwas handfestere Anerkennung Eurer Taten bitte ich Euch, alles, was ihr in der Burg Dragault an Eigentum der Rebellen gefunden habt, als euer Eigentum zu betrachten - lediglich die Waffen werde ich den Streitern der Tethis-Kirche zur Verfügung stellen.“

Der Fürst überreichte jedem der Helden, auch Antonio und Sheehrazade – für ihr Durchhaltevermögen und wegen der Gefahr, in die sie um Aramons willen geraten war – einen Orden aus Gold und Silber, mit Saphiren besetzt, der eine Sonne darstellte, vor der eine Möwe segelte. Anschließend erhob sich auch Ephyra. “Auch ich möchte noch einmal meine Dankbarkeit  zum Ausdruck bringen. Heute Morgen habe ich mich mit Sheherazade saba Neraida lange unterhalten, und auch wir haben etwas für euch, eine Kleinigkeit nur... zusammen und mit der Hilfe unser Göttinnen haben wir die Kraft von Feuer und Wasser vereinen können.“ Sie überreichte jedem Helden eine große Perle, die aus Wasser zu bestehen schien, jedoch fest war und sich angenehm warm anfühlte. Ein leichter Geruch nach Salz und Meer ging davon aus. Und tief im Innern der Perle brannte eine Flamme. Eine feine Kette aus rotem Gold war daran befestigt, so dass es möglich war, die Perle als außergewöhnlichen Schmuck zu tragen. “Wenn Ihr in Not seid,“, erklärte Ephyra, “So kann mit dieser Perle einmal ein Bote herbeigerufen werden – entweder der Tethis, so wie ich es im Burghof tat, oder der ElÂhi. Welcher Bote erscheint, können wir allerdings beide nicht sagen. Dennoch wird er euch bestimmt von Nutzen sein.“

Nach dem Mahl traten die besten Tänzer und Musiker Nahas auf, um den Helden einen angenehmen Abend zu bereiten.


20. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Naha

In Naha wurde Hochzeit gefeiert – eine Hochzeit, die nicht nur das Fortbestehen eines Fürstenhauses sichern sollte oder die wirtschaftliche oder politische Vorteile versprach, sondwern die den Frieden des Reiches und der Provinz sichern sollte und nebenbei Naha auch zu noch größerem Ansehen in Aramon verhelfen würde. Die Zeremonie, die auch einen Bund zwischen den Adlerrittern und der Kirche der Tethis schloss, war fern der Öffentlichkeit im Tempel der Tethis durchgeführt worden. Aber danach zeigte sich das Paar dem Volk, und das Fest begann. In den Straßen gab es freies Bier und Braten und Kuchen für jedermann, und allenthalben traten Gauklertruppen und Musikanten auf. Im Fürsten Palast aber fand ein Ball statt, zu dem alle hohen Würdenträger des Landes geladen waren, auch Adelige aus Dragonia und sogar Abgesandte aus dem Alf'Layla wa layla und den Ostlanden – und natürlich die Retter Nahas... es war ein rauschendes Fest. Sheherazade jedoch hatte sich entschuldigt und blieb den Feiern fern, und Antonio blieb bei ihr.


27. Tag des Lenzmondes 1384 nD, Naha

Die Dokumente und Aussagen der Helden und Betroffenen ließen keinen Zweifel, dass Madame d'Hiver und ihr Bruder Louis d'Argenet sich des Hochverrates schuldig gemacht hatten und Louis dazu auch seine Göttin verraten und schwarze Magie ausgeübt hatte. Für diese Vergehen wurden sie vom Fürsten von Naha zum Tode verurteilt und zwei Tage später hingerichtet. Das Vermögen der d'Hiver und auch ihr Landgut wurden beschlagnahmt und der Kirche der Tethis zur Unterstützung der Bedürftigen besonders der Familien, die unter dem letzten Bürgerkrieg sehr gelitten hatten, übereignet. Im ehemaligen Landgut d'Hiver entstand ein Heim für Witwen und Waisen von Seeleuten. Der junge Pierre Dragault, der für den Anschlag in der Marineakademie hauptverantwortlich war, wurde seines Titels entledigt und als einfacher Marinesoldat auf die Einhorninsel verbannt. Der Hauptmann der Palastwache, der sich von Madame d'Hiver hatte verführen lassen, bei der Entführung Ephyras behilflich zu sein, endete als Gefangener einer Strafkolonie auf den südlichen singenden Inseln. Damit schienen die Anführer der Rebellion allesamt aufgeflogen und ihrer Strafe zugeführt worden zu sein. Naha und Aramon hatten Frieden, hoffentlich.
Autor: Chiamara Datum/Zeit: Montag 16 November 2015, 13:41
So schnell wie Ammit bei diesem Abenteuer gelandet war, so schnell war es dann auch zu Ende. So kam es der jungen Frau jedenfalls vor.
Denn kurz nachdem im Hof alle Gefangenen gefesselt waren, waren auch die Gefährten aus dem Turm bei ihnen, die unter anderem eine Frau als Gefangene bei sich hatten, die diesmal wohl die echte Madame d’Hiver war. Und eine bildhübsche Frau mit bronzenen Teint  war unter ihnen, die zwar sehr mitgenommen aussah, aber sich bei  Antonio sichtlich wohl zu fühlen schien.

Die gesamte Burganlage mit Turm wurde gründlich durchsucht, jedoch waren keine weiteren Anhänger dieser brutalen Edelfrau zu finden. Ammit ging davon aus, dass sie geflüchtet waren. War nur abzuwarten, wann diese sich einem anderen Widersacher anschlossen. Man konnte nur hoffen, dass diese Hochzeit wirklich das bewirkte, was geplant war. Auch wenn es sich nicht um eine echte Liebeshochzeit handelte.

Die Rückkehr nach Naha verbrachten alle auf dem Schiff und die Priesterin nutze die Gelegenheit dem für sie bisher größten Heiler und Krieger seinen Dolch wieder zurück zu geben. Unbeholfen nuschelte sie noch etwas von Ehre an seiner Seite gekämpft haben zu dürfen, obwohl sie gar nicht gerne kämpfte.
Um vorzugreifen, nahm sich dies Antonio offensichtlich und zu ihrem Leidwesen zum Anlass ihr einen anderen Dolch zu schenken, den er in Naha im Haus von Madame d’Hiver aufgefunden hatte.
Denn diese Madame brauchte kein Haus in Naha mehr, aber von ihrer Hinrichtung erfuhr sie erst, als sie schon wieder auf dem Weg nach Nuru waren.

Doch vor ihrer Abreise nach Nuru hatten alle noch zwei offizielle Termine. Einmal im Hause beziehungsweise Palast von Ephyra, die erholt wirkte und ihnen ein opulentes Mahl anbot. Leider konnte sie sich nicht verkriechen, als sie alle überschwänglich geehrt wurden. Jedoch gefreut hatte sie sich über einen Orden und eine schlichte aber schöne Perlenkette mit der Gabe eines Djinn, die sie aus Dankbarkeit erhalten hatten.
Und der zweite Termin war die Hochzeit, weswegen sie ja in dieses Abenteuer geraten waren.
Die Verbindung des Paares fand unter Ausschluss des gemeinen Volkes statt, aber danach wurde in allen Straßen Nahas gefeiert. Die Gefährten durften an dem Ball teilnehmen, wobei sich die schwarzhaarige Frau bei erstbester Gelegenheit auf ihr Zimmer zurückzog. Auch wenn alle freundlich zu ihr waren, hatte sie dennoch Jahre damit verbracht Hass und Abscheu zu verspüren. Das steckte einfach zu tief in ihr, als das sie es gewohnt wäre unter Menschen zu weilen.
Und da diese schöne Frau aus dem Turm – die, die sie kannten nannten sie Sheherazade – auch nicht gegenwärtig war, schien ihre Abwesenheit auch nicht übel genommen zu werden. Auch Antonio war statt auf dem Ball bei seiner Liebe geblieben. Denn nichts anderes war sie, das konnte selbst eine Halbdrow erkennen. Der Grund, warum Sheherazade fern blieb offenbarte sich ihr nicht, aber da sie wegen der Hochzeit mit in die Intrige verwickelt war, hatte sich Ammit in allerlei Spekulationen verstrickt ohne auf eine sinnvolle Lösung zu kommen. Die Priesterin war auch zu feige sie oder jemanden, der sie kannte, nach Hintergründen zu fragen.

So befanden sie sich nach den Festen wieder auf dem Schiff, welches Herr Christian mal eben gekauft hatte, um den Rückweg anzutreten.  Neben ihren Mitstreitern und der geretteten Frau befanden sich auch einige Pferde, die die Amazone mitgenommen hatte. Ammit durfte sich eines der Pferde aussuchen, da sie Asarra geholfen hatte sich um diese während der Überfahrt zu kümmern. Aber vielleicht auch, weil dieses nicht mehr der jüngste Gaul war.
Und in einer ganz stillen Minute mit Fey hatte die Halbdrow die Möglichkeit den Dolch von Antonio gegen eine Blume zu tauschen, die aus Rosshaar gebunden war. Der Elf konnte sicher mehr mit der Waffe anfangen, dachte sie.
Aber woher sollte sie wissen, wie bald sie schon wieder an einem Abenteuer teilhaben würde, anstatt beim Gutshof die Schafe zu hüten.


+ 140 EP
+ 1 Pferd (Cêneswinder aus der Zucht de l'Ain)
+ 1 Seeorden Naha’s (+ 1 Charisma)
+ 1 Perlenkette, die die Fähigkeit hat einen Wasser- oder Feuerdjinn aufzurufen (regeltechnisch Titan mit folgenden Werten: Schutz 35, Stärke 20, Leben 20)
+ 800 GM

Autor: Varnayrah Elentári Datum/Zeit: Donnerstag 28 Januar 2016, 20:59
Die Entführung war überstanden, die Aufrührer besiegt; Sheherazade fand sich im Stadthaus von Piere und Aline de Gravillac in Sicherheit wieder. Der Leibarzt des Herzogs selbst hatte ihre Wunde versorgt, hunger, Durst und Kälte waren vorbei und irgendwer, Antonio oder Aline, war ständig bei ihr, und noch immer fühlte sie sich wie betäubt von dem, was sie erfahren hatte. Hin und wieder, zwischendurch, wünschte sie, die Hochzeit von Ephyra von Naha und dem Adlerritter könnte doch noch irgendwie verhindert werden, und dann vielen ihr wieder all die Täuschungen und Geheimnisse ein. Selbst wenn Aramon ohne diese Hochzeit Frieden finden könnte, selbst wenn der Adlerritter vor ihr auf die Knie fallen und ihr seine ewige Treue schwören würde, so würde es nie wieder so sein wie in jenen glücklichen, ahnungslosen Jahren, da sie nicht wusste, dass ihr Hares ein Königssohn war, wenn auch nur zur linken Hand,  und dass im Nachbarreich politisch motivierte Ehen Gang und Gäbe, ja sogar Pflicht jener von hoher Geburt waren. Hätte sie es von Anfang an gewusst, hätte sie das vielleicht hinnehmen können - oder auch nicht, vielleicht hätte sie gelernt, sich fernzuhalten von solch gefährlicher Liebschaft - aber wie auch immer, es wäre ihr Recht gewesen, die Wahrheit zu kennen. Am Ende hatte Djezir, ihr Bruder recht behalten: Thorongil war nicht gut für sie gewesen. Rechtfertigte das größte Glück, das sie für kurze Zeit genossen hatten, solches Leid? War es nicht besser, nie so innig zu lieben, wenn Liebe keinen Bestand hatte und sie am Ende zerbrach? Und so drehten sich Gedanken und Gefühle im Kreis, immer rundherum, bis ihr schwindelig davon wurde.

Am Abend vor der Hochzeit bekam sie jedoch unerwarteten Besuch. Es klopfte an ihrer Tür, und dann trat Ephyra ein. Sheherazade sog scharf die Luft ein. Sie war eigentlich die letzte Person, die sie jetzt sehen wollte. Hätte der Herzog keine Tochter, die auch noch Priesterin der Tethis war... Sheherazade seufzte, zwang sich zu einem gequälten Lächeln und bot der Besucherin einen Stuhl an. Wenn der Herzog keine Tochter hätte, so wäre irgendwann bloß irgendeine andere politisch wichtige Ehe beschlossen worden  oder die Adlerritter hätten seiner bedurft, oder auf irgendeine andere Weise hätten seine Herkunft und Vergangenheit ihn eingeholt. Es hatte nie eine gemeinsame Zukunft für sie beide gegeben - nur dass er das wusste oder zumindest ahnte und sie nicht.

Ephyra jedenfalls setzte sich und betrachtete die Sharisad ernst. “Ich kann mir vorstellen, dass Ihr keine große Lust habt, mit mir zu sprechen.“, sagte sie schließlich. “Ich kann Euch nur bitten, mir zuzuhören. Mein Dank gebührt Euch - oder vielmehr der Dank Aramons, denn mein eigener Wille zählt in dieser Angelegenheit genauso wenig wie der Eure - dass Ihr standhaft geblieben seid. Bitte glaubt mir, dass es mir persönlich sehr leid tut, dass dem Frieden Eure Träume und Wünsche geopfert werden müssen - und möglicherweise auch die meines zukünftigen Ehemannes, das könnt Ihr möglicherweise besser beurteilen als ich.“ Ephyra lächelte bitter. “Ihr müsst verstehen, Sheehrazade - wenn ich Euch so nennen darf - dass Ehen unter den Hochgeborenen Aramons fast ausschließlich aus politischen Erwägungen geschlossen werden. Sie besiegeln Bündnisse und sichern beteiligten Familien die Macht. Braut und Bräutigam haben da nicht mitzureden. Zuneigung oder Liebe sind nur hübsche Beigaben, entweder sie entstehen im Laufe der Ehe - dann habt ihr ein Paar wie die Gravillacs - oder eben nicht. Dann gibt es andere Auswege.“

Erneut musterte Ephyra die Tänzerin und schien auf eine Reaktion zu warten, doch Sheherazade wusste nicht, was sie dazu sagen sollte und schwieg. Also blieb der Priesterin nichts übrig als weiterzusprechen. “Die Ehe zwischen mir und dem unehelichen Neffen des Königs ist nicht nur ein politisches Bündnis zwischen dem Herrscherhaus von Naha und dem Königshaus, sondern auch noch eine Verbindung zwischen der hier sehr mächtigen Kirche der Tethis und dem besonders im Norden einflussreichen Orden der Adlerritter. Und damit hat sie tatsächlich das Potential, dem Reich Frieden zu bringen. Ich habe immer gewusst, dass ich solch eine politische Ehe eingehen würde, er muss es zumindest als Möglichkeit in Betracht gezogen haben...“

“Aber ich blieb darüber im Unwissenden!“, rief Sheherazade heftig aus. “Ja, ich habe Entschuldigungen gesucht, warum eine Ehe unmöglich war. Sharisadim heiraten auch selten. Aber hätte ich gewusst...“! Ephyra warf ihr einen Blick zu. “Dann … was? Aber ich verstehe schon. Wenigstens wäret Ihr in der Lage gewesen, selbst zu entscheiden, welches Risiko Ihr eingeht. Ihr hattet ein Recht auf die Wahrheit. Wie dem auch immer sei, Ihr sollt wissen...“ Ephyra erhob sich und begann, auf und ab zu gehen. “Ich sprach vorhin von einem Ausweg für Eheleute, die nicht in Zuneigung zueinander finden. In einer politischen Ehe wird... keine Treue erwartet. Es ist eigentlich sehr üblich, dass die Eheleute Geliebte haben, Mätressen, neben der Ehe.“ Sheherazade zuckte bei dem Wort zusammen. Schon in Dragonia war sie Mätresse gewesen - dass dies aber üblicherweise die Liebschaft eines verheirateten Mannes bezeichnete, hatte sie nicht gewusst oder nicht verstanden. Ephyra schien dies nicht zu bemerken; sie sah aus dem Fenster. “Ich selbst werde vielleicht eine Geliebten haben, wenn mir jemand begegnet, und ich werde es meinem Mann ganz bestimmt nicht verbieten - alles, was verlangt wird, ist Diskretion. Wenn Ihr also ein Arrangement dieser Art einzugehen wünscht...“ Schließlich wandte sie sich doch zu Sheherazade um.

Nun war es jedoch die Tänzerin, die wegschaute. Ihr Gesicht war bleich geworden, und als sie antwortete, musste sie sich mühsam beherrschen, wenn sie auch selbst nicht wusste, was sie empfand - Wut, Scham, Verzweiflung, bittere Enttäuschung? “Ihr bietet mir also an, ein Liebesverhältnis mit Eurem Ehemann zu haben? Das mag... für Euch vielleicht normal sein, aber... nun, seht, es ist nicht so selten, dass eine Sharisad und ihr Hares sich lieben, ohne verheiratet zu sein. Aber dass eine verheiratete Frau sich einen Liebhaber hält oder ein verheirateter Mann eine Geliebte, nein, unmöglich. Und auch das Verhältnis einer Sharisad zu ihrem Geliebten ist nicht beliebig, es soll ein Verhältnis auf Dauer sein, lebenslang und bindend. Ich... bin entehrt, weil mein Geliebter mich verlässt und eine andere heiraten wird, aber so tief in Schande werde ich nicht sinken, dass ich mit ihm dann auch noch Ehebruch begehe!“ Sie schrie es fast heraus und musste nun erst einmal tief durchatmen, um sich zu beruhigen. “Euch lege ich keine Schuld daran zur Last, Ephyra, das sollt Ihr wissen. Dennoch ist es für mich ganz und gar unmöglich zu tun, was Ihr vorschlagt. Ich werde gehen und ihn nie wiedersehen. Wer weiß.“ Sie lächelte gequält. “Er ist sehr charmant, und Ihr seid klug und gebildet. Vielleicht lernt ihr, einander zu lieben.“

Ephyra nickte. “Ich hatte mir schon gedacht, dass Ihr so denken würdet.“, erwiderte sie leise. “Und vielleicht, wären so starke Gefühle im Spiel, würde ich an Eurer Stelle ebenso handeln. Aber ich musste Euch doch wenigstens diese Wahl lassen...“ Sie seufzte. “Gleichgültig ob ich meinen Mann lieben werde oder einen anderen, ich werde ich zu  arrangieren wissen. Nun gut. Da ist aber noch etwas, das ich mit Euch besprechen wollte, und dann befreie ich Euch von meiner Anwesenheit...“

Den Rest des Abends verbrachten Ephyra und Sheherazade mit der Herstellung jener Perle, die als Belohnung für die mutigen Helden gedacht war.

Und noch später, ehe sie zur Ruhe ging, setzte Sheherazade sich an den Schreibtisch und verfasste einen kurzen Abschiedsbrief an Thorongil:

Effendi,

zu Eurer bevorstehenden Vermählung mit Ephyra von Naha erlaubt mir, Euch alles Gute zu wünschen. Da es Euch in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, Eurer Pflicht als Hares einer Sharisad nachzukommen, entbinde ich Euch von Eurem Schutzversprechen mir gegenüber. Angesichts dessen, was geschehen ist, halte ich es für das Beste, wenn wir uns nicht wieder begegnen. Die Domaine Eglantine habe ich verlassen und bitte Euch, nicht nach meinem neuen Wohnort zu suchen. Seid versichert, dass Antonio Lucio nun für meinen Schutz sorgt, so dass Ihr um meine Sicherheit keine Sorgen haben müsst.

Sheherazade saba Neraida, Sharisad und Geliebte der Göttin


Ein sehr knapper Brief, um das Ende einer glühenden Liebesaffäre zu besiegeln - doch hätte sie mehr geschrieben, wäre der Brief nur bitter und noch schmerzlicher geworden. Und damit war diese Angelegenheit endgültig zu Ende.