Thema Zusammenfassung
Thema Zusammenfassung: Das Geheimnis des Wolfsfelsens
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 31 Oktober 2016, 21:58
Das Geheimnis des Wolfsfelsens


Runde 1


Laut hallte ein Wolfsheulen durch die Dunkelheit und durchbrach die Stille der Nacht. Selbst in Nurus Gassen war es noch zu hören, und es ließ Menschen und Orks gleichermaßen frösteln. Sie schlossen die Fensterläden, verriegelten die Türen und blieben in ihren Häusern. Zwar hatte Grosh, der Statthalter von Nuru, ein Abkommen mit dem Rest der wilden Jagd getroffen, der noch in den umliegenden Wäldern hauste, aber heute Nacht war etwas anders als sonst, das konnten alle spüren. Und so rückten sie ein Stück näher an die wärmenden Feuer und warteten darauf, das die endlose Nacht vorüber ging...

Ein großer, weißer Wolf saß auf der Spitze eines Hügels und blickte um sich. Er hatte es so lange wie möglich hinaus gezögert, doch nun gab es keine Wahl mehr. In dieser Nacht würde er aufbrechen, und sein Rudel würde ihm folgen. Die Alten, die Jungen, die Starken und die Schwachen. Sie alle würden dem Ruf folgen, den Shir Khan ihnen gesandt hatte.

Die Schnauze von Endris zuckte nervös. Eine aus seinem Rudel fehlte noch. Serafina. Sie hatte ihn gefragt wie der Anführer der wilden Jagd sei, hatte ihn kennen lernen wollen und nun? Hatte sie ihn nicht gehört? Spürte sie nicht den Drang zum Wolfsfelsen zu laufen? Erneut hob Endris den Kopf und heulte, dass einem die Haare zu Berge stehen konnten. Bald würde Phelan mit seinem Rudel eintreffen, und dann würden sie gemeinsam aufbrechen...

~ ~ ~


In Nurus Kaserne brannte unterdessen in einem Zimmer noch Licht. Es war nur eine kleine Gruppe, die sich hier versammelt hatte, denn vor ein paar Tagen hatte Tarlyn vom Silberwald beschlossen, dass es an der Zeit war Darius und Runshak in die Informationen einzuweihen, die Serafina ihr besorgt hatte. Nach vielen Überlegungen hatten die Leiter der Nuruer Kaserne nach zwei weiteren Personen geschickt: Dragoniter Asarra aus Drachenauge, um jemanden mit einer unvoreingenommenen militärischen Sicht auf die Dinge dabei zu haben, und Sir Christian di Asturien, der als Retter des Drachenauges und hervorragender Heiler und Magier die Kämpfer unterstützen sollte.

Nun saßen die fünf an einem Tisch und besprachen die letzten Einzelheiten. Serafina selbst war beim ersten lauten Wolfsheulen in der Nacht derart nervös geworden, das Tarlyn sie zum Wolfsrudel geschickt hatte. Sie sollte mit ihnen ziehen und Spuren hinterlassen, so dass die Soldaten den Wölfen mit genügend Abstand folgen konnten um unentdeckt zu bleiben. Tarlyns Blick wanderte von einem zum Anderen und blieb schließlich an Asarra hängen. Eine Frau unter den Soldaten zu sehen, war gerade hier in Nuru immer noch eine Seltenheit, doch das die Amazone sich zu wehren wusste, sah man ihr deutlich an.

Ich fasse noch einmal zusammen: Serafina sagte Shir Khan lauert am Wolfsfelsen in Aramon. Wir müssen uns also auf ein bis zwei Tagesmärsche gefasst machen und genügend Proviant mitnehmen. Unsere ungefähre Richtung ist damit klar, aber wir werden versuchen den Spuren der Wölfe zu folgen, und den Zeichen, die Serafina uns hinterlässt. Wir wissen, dass Shir Khan alle Lykantrophen der wilden Jagd zu sich ruft – nur warum, das wissen wir nicht. Es gilt also heraus zu finden, was der alte Wolf vor hat, und ob wir dem Wort von Endris trauen können, der mit uns einen Pakt geschlossen hat. Und das möglichst ohne aufzufallen, damit der Überraschungsmoment für einen eventuellen späteren Angriff auf unserer Seite liegt. So weit, so gut. Hat noch jemand Fragen? Wenn nicht würde ich vorschlagen, wir machen uns bereit zum Aufbruch.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 01 November 2016, 21:25
Während in anderen Häusern die Fensterläden geschlossen wurden, klapperten die vor einem der Fenster im ersten Stock der Roten Laterne ungestört im Wind. Der Pächter hatte seine Kammer auf diesem Weg bereits in der Abenddämmerung verlassen und war über das Dächermeer aus der Stadt geschlichen. Von einer versteckten Lichtung aus lauschte auch er dem Heulen. Konnte es wirklich sein, dass Endris sein Rudel noch nicht beisammen hatte? Die Wölfe, die Phelan umringten, waren vor Ungeduld kaum mehr zu halten.

Anders als beim weißen Alpha gab es hier zum Glück nur wenige Welpen und alte Lykantrophen, um die sie sich kümmern mussten. Trotzdem konnte er nur hoffen dass sie alle das Ziel wohlbehalten erreichen würden. Ein Ziel, zu dem ihn abgesehen von den Ketten, die ihm seine Position im Rudel auferlegt hatte, kaum etwas zog. Dafür wären ihm auf Anhieb ein Duzend Gründe eingefallen zu bleiben.

Doch die Macht Shir Khans war einfach zu stark und so gab er mit einem unwilligen Knurren den Befehl zum Aufbruch. Er spürte förmlich, dass dieser Mangel an Begeisterung bei einigen im Rudel nicht gut aufgenommen wurde, aber das interessierte ihn im Moment wenig. Und so setzte er sich ohne darauf einzugehen in Bewegung. Ihr Weg führte auf gewundenen Wildwechseln und durch dichtes Unterholz bis zu dem Hügel, auf dem Endris bereits wartete.

Ganz selbstverständlich ließ Phelan seine Begleiter am Fuß der Anhebung zurück, während er selbst mühelos hinaufspurtete, um seinen Platz an der Seite des großen weißen Wolfes einzunehmen. Sein Rudel nochmal auf diese Reise ins Ungewisse einzustimmen war nicht nötig. Schließlich waren sie Teil der Wilden Jagd und sich durchaus bewusst, was das bedeutete. Dennoch mochten einigen von ihnen in diesen Momenten ähnliche Gedanken durch den Kopf gehen, wie ihm. Denn wirklich viel über das, was ihnen bevorstand, wusste keiner von ihnen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 03 November 2016, 18:16
Die Trauer um Lykhe lenkte Serafina immer wieder von der Besprechung ab. Viel lieber wäre sie losgelaufen um ihn zu suchen. Ob er in die Fänge von Shir Khans Schergen geraten war? Auch Svarog war schon eine ganze Weile abgängig und beide Lykaner hatten oft zusammen Nachtwache geschoben. Stimmte die Befürchtung, dass der wortkarge Svarog ein Spion gewesen sein konnte? Oder waren sie beide in eine Falle geraten? Serafinas Gedanken gerieten durcheinander. Von Taryln wegen ihrer Unaufmerksamkeit ermahnt redete sich die Dragoleutnant darauf hinaus, über die Wegmarkierungen nachzudenken, welche sie für die Verfolger anbringen sollte. Wie sehr vermisste sie Lykhes Rat. Eines seiner Märchen kam ihr in den Sinn, in dem zwei Lykanerwelpen eine Nachtwanderung unternahmen und den Rückweg mit kleinen Fleischbröckchen markierten. Leider fraßen die bösen Füchse die Markierungen ratzefatz auf und so fanden die Welpen nicht mehr den Weg zurück und verirrten sich im Wald. Füchse, ein lästiges Volk.

Fleisch stand also außer Frage. Brotkrumen ebenfalls, die würden von Krähen gefressen. Für Kieselsteine, wie einer der Orks vorschlug, hätte sie einen ganzen Rucksack voll Steine mit sich herumschleppen müssen. Von wegen Unauffälligkeit und so.

Der Treffpunkt des Rudels war zwar bekannt, doch niemand wusste, an welcher Stelle Endris den Wald verlassen und den Malyefluss überqueren würde. Voraussichtlich an einer seichten und nicht allzu breiten Stelle. Auch war unsicher, ob die beiden Rudel bis zum Wolfsfelsen laufen würden oder ob Shir Khan die Lykaner an einem anderen Ort in Aramon empfangen würde. Denn die Wanderung eines derart großen Lykanerrudels würde Aufmerksamkeit erregen und Neugierige anlocken. Das Letzte, das Shir Khan gebrauchen konnte, waren schaulustige Zeugen und Schnüffler.

Serafina hatte Hauptmann Darius erzählt, was sie von Endris erfahren hatte. Sie hatten abgesprochen, was Taryln erfahren sollte und was nicht. Vor allem blieb es ihrer beider Geheimnis, dass Endris nicht in allem mit seinem Erschaffer einer Meinung war. Bisher jedoch war es für den weißen Alpha nie in Frage gekommen Shir Khan zu widersprechen, wenn er überlebe wollte.

Glaub mir, Du willst ihn nicht besuchen, er ist weder gesellig noch sehr gesprächig, und er setzt seine Forderungen recht brutal um, hatte Endris zu ihr gesagt. Die Worte ließen sie die Nackenhaare sträuben, wenn sie daran dachte dem brutalsten der Alten in wenigen Tagen gegenüber zu stehen. Ob er unbesiegbar war?

Tarlyn riss Serafina erneut aus ihren Gedanken. "Ja, Hauptmann, ich weiß nun welche Markierungen ich setzen werde. Sie werden sich abwechseln. Bis ich in Sichtweise des Treffpunkts gerate, werde ich kleine bunte Stoffstreifen neben den Weg zum Wald hin werfen. Zwischen Bäumen folgt den Spuren der Waldläufer: Ich werde immer zwei Äste direkt nebeneinander brechen. Das Rudel wird zudem reichlich Pfotenspuren hinterlassen. Sollten wir felsigen Untergrund erreichen, achtet auf spezielle Kratzspuren im Stein." Mit Kohle zeichnete die Dragoleutnant auf ein Blatt Leinenpapier, welches Zeichen sie meinte. "Außerdem rate ich davon ab, dass Hauptmann Darius uns in seiner Drachengestalt folgt. Dies wird Endris alarmieren. Er ist nicht dumm und weiß genau, dass die Schwarzklaue einen Eisdrachen in seinen Reihen hat."

Das drängende Geheul des weißen Alphas ließ sie zunehmend unruhig werden. Warum nur hatte Taryln die Besprechung so spät angesetzt? "Verzeiht, Hauptmann, ich muss los, wenn ich nicht auffallen soll. Es ist der dritte Ruf. Der vierte wird Misstrauen oder eine Strafe nach sich ziehen."

Damit packte Serafina die wenigen Habseligkeiten, die in Beuteln an ihrem Brustgeschirr befestigt wurden, und raste los. Auf allen Vieren jagte sie in ihrer Wolfsgestalt dahin, ja, sie flog schier über die abgemähten Wiesen. Bereits auf dem Weg querfeldein Richtung Wald ließ sie einzelne Stofffetzen fallen. Kaum in den Wald eingetaucht, verteilte sie ein paar mehr in den Sträuchern neben dem Wildpfad, dem sie folgte. Als der konzentrierte Geruch der versammelten Lykantrophen strenger wurde, änderte Serafina ihre Markierungen. Hier zwei Äste, dort wieder zwei. Hastig bahnte sie sich ihren Weg, bis das Rudel von Phelan in Sichtweite kam.

Serafina brummte eine Begrüßung, links, rechts, und trabte mit erhobenem Schädel weiter, an dem Rudel ihres Gildenmeisters vorbei hin zu dem von Endris. Lyressa freute sich tierisch, die Wolfsschwester zu sehen. Hatte die Rotbraune geglaubt, Serafina würde zurückblieben? Genau wie Herma, der regelrecht erleichtert aussah. Endris hingegen verzog kein Barthaar. Srafina blieb unterhalb des Hügels stehen, die lange Zunge baumelte hechelnd aus dem Maul, und erklärte schnaufend: "Verzeiht die Verspätung, ehrwürdiger Endris, es war schwierig sich aus der Kaserne zu entfernen, ohne dass meine Abwesenheit misstrauisch beäugt wird. Doch ich habe vorgesorgt. Die nächsten Stunden wird mich niemand vermissen. Äh, und... verzeiht mir bitte, dies sagen zu müssen: Ich kann immer noch nicht schwimmen."
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 06 November 2016, 15:38
Die späte Versammlung in der Kaserne war etwas, dass er schon seit einiger Zeit erwartet hatte, seit dem Tag an dem Serafina ihm mitgeteilt hatte, dass Shir Khan sich möglicherweise beim Wolfsfelsen in Aramon aufhielt und die Rudel der Wilden Jagd dorthin rief.

Was ihn an der Versammlung überraschte war die Anwesenheit von Asarra und Christian. Bei Christian konnt er es durchaus verstehen, da dieser in ganz Dragonia bekannt und ein mächtiger Magier, Heiler und Kämpfer war. Auch Asarra gehörte zu den starken Kriegern und war wohl einer der Besten aus der Kaserne von Drachenauge... Tarlyn musste sich schon etwas dabei gedacht haben und er persönlich begrüßte ihre Anwesenheit.

Jedenfalls waren für ihn die Eröffnungen von Tarlyn nichts Neues, besonders wenn er ihren letzten Bericht bedachte. "Ähnliches habe ich von Serafina ebenfalls gehört. Endris hat sein Rudel hier so lange gelassen, weil die 'Welpen' die Reise sonst nicht schaffen würden. Ich nehme an dass es Kinder sind, die nach der großen Schlacht in den umliegenden Dörfern infiziert wurden und erst jetzt für diese Reise bereit sind. Das sollte uns die Sache erleichtern, da es sie etwas verlsangsamen wird, besonders wenn sie den Malyefluss überqueren..."  Er tippte auf die Karte, wo der Fluss Dragonia und Aramon trennte und zog eine ziemlich gerade Linie zwischen Nuru und dem Wolfsfelsen.

"Im Falle eines Überraschungsangriffs sollten wir vorher herausfinden was Shir Khan vorhat und uns dann auf ihn konzentrieren. Sollte er getötet oder schwer verletzt werden, könnte die Wilde Jagd bedeutend geschwächt werden. Viele der Alphas folgen ihm aus Furcht, statt aus Überzeugung. Serafina wird euch dies sicher auch mitgeteilt haben Tarlyn." Der Elfdrache blickte kühl zu der Frau hinüber, welche die Kaserne in der schweren Zeit der Besetzung durch Taros angeführt hatte. An ihrem Verstädnis oder ihren Fähigkeiten die Gelegenheiten zu erkennen hatte er keinen Zweifel. Kurz überlegte er ob es nicht noch etwas gab, dass sie übersahen...

"Es... könnte auch sein dass es da noch jemanden gibt, der ihn herausfordern könnte, sollte er geschwächt werden, außer Endris." , begann er zögerlich, da er sich in dieser Sache nicht sicher war. "Phelan, der Besitzer der Roten Laterne, ist ebenfalls einer der Alphas der Wilden Jagd und wird sein Rudel wohl auch zum Wolfsfelsen führen. Über seine Loyalitäten bin ich mir nicht ganz im Klaren, doch wirkte er nie wie jemand auf mich, der sich gerne in große Konflikte einmischte. Es könnte sich lohnen ihn ebenfalls zu kontaktieren. Was meint ihr Runshak? Ihr habt ebenfalls schon mit ihm zusamen gekämpft Christian und ihr seid mit ihm im Orden des Seins Asarra." Nacheinander sah er die Anderen Anwesenden erwartungsvoll an. Ihre Einschätzung wäre hierbei wertvoll, da er selbst nur selten mit Phelan zu tun hatte.
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 06 November 2016, 18:26
Christian war etwas überrascht gewesen, als er die Nachricht von Tarlyn erhalten hatte, aber da es um Shir Khan ging und dieser recht zäh war, brauchte man wohl etwas magische Unterstützung, um ihn kleinzukriegen. So saß auch der Retter des Drachenauges im Besprechungszimmer. Mit Asarra und Darius hatte er bereits einige Kämpfe überstanden, nur der Ork war ihm noch relativ fremd, aber da es sich bei diesem um einen der hiesigen Hauptleute handelte, würde der Magier ihm wohl vertrauen können. Und Tarlyn war immerhin diejenige, die ihn um Hilfe ersucht hatte. So wie er die Lage verstand, ging es darum, Shir Khan zumindest soweit zu schwächen, dass ein Dragonia gegenüber neutraler eingestellter Rudelführer die Wilde Jagd übernehmen konnte. Nur dass Phelan ebenfalls ein Alpha der Wilden Jagd war, ließ den Magier leicht ungläubig dreinblicken.

Phelan ist...ja, wir haben bereits Seite an Seite gekämpft, weswegen mich diese Offenbarung nun doch überrascht. Aber wenn wir zwei uns gewogene Kandidaten haben, ist das nur umso besser.

Auch wenn sich der Hohentürmler fragte, wie er dem bekannten Lycantrophen in Zukunft gegenübertreten würde. Aber solange dadurch unschuldige Leben geschützt wurden, sollte man sich arrangieren können.

Nun, wenn nichts dagegen spricht, würde ich mein Kamel gerne hier in der Kaserne lassen, das riechen unsere befellten 'Freunde' bestimmt einige Meilen gegen den Wind. Den Weg selbst werde ich dann als Fischadler zurücklegen, wenn nichts dagegen spricht.

Immerhin könnte er so auch einen guten Späher abgeben, ohne gleich aufzufallen wie Darius in seiner Drachengestalt.

Ansonsten können wir von mir aus aufbrechen.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 06 November 2016, 20:16
Die Amazone war einigermassen überrascht gewesen, als ein Brief sie in Nighton erreicht hatte. Das Siegel der Stadtwache aus Nuru war dann ebenfalls nicht unbedingt dazu geeignet, viel zu erklären. Die Notiz ihres eigenen Hauptmannes allerdings schon. Die Nuruer Kaserne hatte um ihren Beistand in einer Sache gebeten, die gut und gerne bald auch das ganze Königreich betreffen konnte. Daher - und auch weil von Salis es vermutlich begrüsste wenn jemand seiner Leute überall die Nase drin hatte - wurde sie einmal mehr vom regulären Dienst freigestellt um der Sachen nachzugehen.

Asarra reiste also nach Nuru, was ihr ohnehin gelegen kam, plante sie doch schon lange Naveen dem Schneider einen Besuch abzustatten. Mal sehen ob er die Nachfolge von Amras verdient angetreten hatte. Ihren Hengst stellte sie in die Kaserne und bald fand sie sich in einem Besprechungszimmer wieder, in dem viele bekannte Gesichter ernste Pläne erörterten.

Die grosse Schwarzhaarige stand stumm am Kartentisch, die Arme vor der Brust verschränkt. Aufmerksam hörte sie den anderen zu. Sie hatte bisher nicht viel Erfahrungen mit der wilden Jagd gemacht, allerdings schon viel von ihr gehört. Im Moment hegte sie Zweifel, wie ihr kleines Grüppchen am Wolfsfelsen mitten in die Lykantrophenschar eindringen und ausgerechnet den wohl grausamsten Alpha aller Zeiten umlegen sollte. Andererseits hatten sie Christian dabei, der konnte vermutlich alle Wölfchen zu Asche werden lassen, den Felsen gleich mit. Und daraus dann ein Blümchen wachsen lassen oder so.

Daher nickte sie als Christian geendet hatte. "Die Wölfe werden trotz der Kleinen vermutlich erheblich besser zu Fuss sein, daher werden wir wohl schon jetzt einen genügend grossen Abstand haben, um die Verfolgung aufnehmen zu können."
Autor: Runshak Datum/Zeit: Montag 07 November 2016, 00:14
Zu Runshaks Überraschung fand an diesem Abend noch eine Besprechung statt. Hatte es womöglich mit den Fällen von verschwundenem Kasernenpersonal zu tun. Soweit er wusste waren ihnen im Verlauf des letzten Jahres ein Ork – der Koch – und zwei Lykaner abhanden gekommen. War es etwa doch nicht nur natürliche Fluktuation und es steckte mehr dahinter. Oder es hing mit dem Wolfsgeheul zusammen, das seit Einbruch der Nacht zu hören war. Jedenfalls machte es keinen Sinn, sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Schließlich würde der Hauptmann in Kürze die Antwort erfahren.

Im Besprechungszimmer traf er außer Tarlyn und Darius auch zwei Leute von außerhalb: Dragoniter Asarra aus der Hauptstadt sowie den Magier di Asturien. Der Ork wusste zwar, dass sich die beiden in der Stadt aufhielten, jedoch hätte er nicht gedacht, dass sie in die Kaserne kommen würden. „Ach Moment mal... hatte mir mein Schreiber vorgestern nicht irgendetwas in der Richtung vorgelesen? Ich sollte mir wohl angewöhnen, ihm besser zu zu hören...“ Als alle am Tisch Platz genommen hatten, resümierte die ehemalige Leiterin der Schwarzklaue noch einmal die Situation für alle Anwesenden. Die fünf Krieger würden sich auf eine Aufklärungsmission zum Wolfsfelsen in Aramon begeben, um heraus zu finden, was der Anführer der Wilden Jagd im Schilde führte und um Informationen für einen eventuellen Überraschungsangriff zu sammeln.

Darius begann schon mit der Planung für den Angriff selbst und für dessen mögliche Folgen. Phelans Verbindung zur Wilden Jagd war Runshak neu. Oder gehörten am Ende alle Lykaner zu der Gruppe? Der Offizier würde sich auf jeden Fall nicht die Blöße geben, es als einziger nicht gewusst zu haben und versuchte so informiert wie möglich zu wirken. „Ich glaube nicht, dass Phelan irgendwelche Bestrebungen hat, Shir Khans Platz einzunehmen.“ antwortete er auf Darius Frage „So wie ich ihn kenne, wäre ihm die Rolle als oberster Leitwolf zu lästig. Die Frage, wer in dieser Situation auf wessen Seite steht, halte ich für wichtiger. Was wissen wir über Shir Khan? Welche Art von Einfluss hat er auf die anderen Lykaner? Dieser übergroße Flohzirkus könnte womöglich den Willen der anderen Lykaner beeinflussen - so ähnlich wie Vampire das mit ihren Opfern machen. Sollte das der Fall sein, weiß ich nicht, ob wir überhaupt Serafina trauen können.“ Die Grünhaut wusste von was er sprach. Würden sie gegen Baal selbst in die Schlacht ziehen, könnte er nicht mit Sicherheit sagen ob er oder irgendein anderer Ork dem Einfluss des dunklen Herrschers widerstehen könnte.

„Wie wollen wir sie verfolgen? Wenn wir zu viele Pferde dabei haben, könnten sie womöglich ihre Witterung aufnehmen.“
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 07 November 2016, 01:42
Nacheinander legten Christian, Asarra und Runshak ihre Ansichten zu der Situation dar. Am überraschendesten schien die Verbindung Phelans zu der Wilden Jagd zu sein. Er selbst würde es auch nicht an die große Glocke hängen, wenn er ein Teil davon wäre und in Ruhe gelassen werden wollte. Von Runshak bekam er die wohl beste Einschätzung von Phelans Charakter und sie deckte sich mit dem, was er selbst von ihm wusste und was Serafina ihm erzählt hatte.

Trotzdem schüttelte er verneinend seinen Kopf, als sein Runshak seine Mutmaßungen bezüglich Serafina zum Besten gab. "Die Verbindung der Lykantrophen untereinander ist eine andere, als die zwischen einem Meistervampir und seinen Schöpfungen. Auch Wölfe besitzen noch einen eigenen Willen, selbst wenn sie sich einem Alpha untergeordnet haben. Eurer Einschätzung nach wird Phelan also keinen Kampf mit Shir Khan anfangen, solange es sich vermeiden lässt. Das kann uns wohl auch recht sein, solange wir ihn davon überzeugen können von Shir Khan Abstand zu nehmen. Was ich über den Lykantrophen weiß sind folgende Dinge:

Er gehört zu jenen ersten Werwölfen, die von den Drow erschaffen wurden. Daher ist er sehr langlebig und um einiges stärker als normale Lykantrophen und wilder als diese. Außerdem hat er vor der... Wiedererweckung Côrs, hier in Nuru, als eines seiner Gefäße gedient. Dies weiß ich dank einer Aussage von Silvana da Remyth, der Statthalterin von Nighton, und er ist seinem Patron gegenüber loyal. Wir müssen also mit einer Verbindung zwischen diesen beiden rechnen. Was ich nicht weiß ist, wie lange er schon die Wilde Jagd anführt, doch nicht alle Lykantrophen gehören zu ihnen. Es gibt meines Wissens nach auch eine Gruppe freier Lykantrophen im Norden, die nicht den gefallenen Sänger verehren.

Shir Khan ist also für die Lykantrophen eine Art Vaterfigur und er hält seine Position mit roher Gewalt. Die wenigsten werden sich ihm widersetzen, daher ist Endris Position in diesem Konflikt ungewiss, auch weil wir nicht wissen, ob das Büdnis mit Nuru ernst gemeint war oder nur ein Vorwand um für Taros zu spionieren."


Das waren schon eine ganze Menge Informationen die er hier ausbreitete. Doch es war nicht alles, was er über diesen Konflikt wusste. Seine stramme militärische Haltung hatte er während dieser ganze Rede auch nicht verändert, da Körpersprache und Haltung ja eine bewusste Handlung in dieser Gestalt waren und nicht natürlich für ihn kamen. Momentan sah er jedenfalls fest zu Runshak, aber auch die anderen sah er kurz an.

"Was die Verfolgung angeht werde ich..." , begann er und seine ganze Erscheinung schien unscharf zu werden, die Rüstung begann Fell zu spriesen und in wenigen Sekunden war aus dem Elfen ein zwei Meter großer Lykantroph mit hellem Fell geworden. "wohl helfen können." , kamen die letzten Worte etwas knurrig. "So geübt wie Serafina bin ich nicht, aber die Spur eines ganzen Rudels aufzunehemen ist nicht schwierig. Weit genug dürften sie wohl mittlerweile sein, damit wir die Spur aufnehmen können ohne entdeckt zu werden, wie ihr sagtet Asarra."

Seine Ohren waren dabei aufmerksam nach vorne gestellt und sein Schweif wedelte sachte, da er sich teilweise durchaus auf diese Jagd freute und seine Schnauze zuckte leicht, als er die Gerüche der Anwesenden aufnahm um sie später von den Spuren getrennt halten zu können.

-3 Mana für Verwandlungen und gepatzten Wandlungsversuch
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 07 November 2016, 21:02
Runde 2


Endris hörte sie kommen, bevor er sie sah: das Knacken eines Zweiges hier und da, Blätter, die über den Boden raschelten, leises Gebrummel, wenn sie sich miteinander unterhielten. Dann tauchte Phelans Rudel aus dem Unterholz auf, mit seinem Alpha an der Spitze. Zufrieden bemerkte Endris, dass die Wölfe sich ohne Murren an Phelans Anweisung hielten unten am Hügel zu warten. Noch vor einigen Monden wäre das undenkbar gewesen, doch Phelan hatte inzwischen gelernt die Rolle des Rudelführers zu übernehmen.

Endris begrüßte den anderen Alpha angemessen, doch seine Gedanken waren bei Serafina. Er wollte die junge Lykanerin nur ungern bei den Menschen zurücklassen, wenn er selbst nicht wusste, ob und wann das Rudel zurück kehren würde. Dennoch, es nutzte nichts, sie konnten nicht länger warten. Da näherten sich schnelle Schritte, und Endris Ohren zuckten nach oben. Es war tatsächlich Serafina, die sich zu ihrem Glück nicht lang damit aufhielt die anderen Rudelmitglieder zu begrüßen, sondern recht zügig zu ihm hinauf eilte um ihm ihre Verspätung zu erklären.

Der große, weiße Wolf ließ sich seine Erleichterung nicht anmerken, immerhin stand Phelan neben und zwei Rudel Lykantrophen in unmittelbarer Umgebung von ihm. So brummte er nur ein:

Es wird Zeit das Du kommst. Die Menschen werden ohnehin bemerken, dass Du fort bist, denn ich bezweifle das wir so schnell wieder zurückkehren werden. Und was das Schwimmen betrifft: damit befassen wir uns, sobald es nötig ist.Vermisst Du noch jemanden Phelan, oder können wir aufbrechen?

Er schaute Phelan fragend an, wartete kurz auf seine Zustimmung, dann setzte er sich gemeinsam mit dem anderen Alpha in Bewegung und trabte los. Ihr Tempo war nicht allzu schnell, damit auch die jungen Wölfe, die inzwischen ein ganzes Stück gewachsen waren, gut mithalten konnten.

Der Weg, den die Lykaner wählten, war einsam und führte durch die Wälder, die um Nuru lagen. Solange sie noch in ihrem Revier waren, würden sie unbemerkt bleiben, da war sich Endris sicher, und das war vorerst der Fall, bis sie das Ufer des Malyeflusses erreichen würden. So gab es beim Laufen noch keine festen Strukturen in dem nun doppeltem Wolfsrudel, und die Lykantrophen liefen in einem lockeren Verband durch den Wald. Endris trabte eine Weile schweigend neben Phelan, bevor er fast beiläufig eine Frage stellte:

Wie lange hörst Du seinen Ruf schon? Ich hatte gehofft wir könnten hier bleiben – aber das Rudel ist zu unruhig geworden. Rastlos, nervös... und aggressiv.

fasste er in wenigen Worten seine Beobachtungen der letzten Tage zusammen. Mehr als einmal waren harmlose Balgereien zu bitterem Ernst geworden und selbst die jüngsten Männchen des Rudels hatten mit Rangkämpfen angefangen, die normalerweise etwas länger auf sich warten ließen.

Lyressa hatte sich unterdessen neben Serafina eingereiht, sichtlich erleichtert und erfreut, dass die junge Lykan es noch rechtzeitig geschafft hatte.

Ich hatte schon Angst das Du doch nicht mitkommst und in dieser Kaserne bleibst, Serafina. Endlich geht es los. Was glaubst Du, warum Endris so lange mit dem Aufbruch gewartet hat? Ich war schon drauf und dran allein aufzubrechen. Warum Shir Khan uns wohl gerufen hat? Es muss irgendetwas sehr wichtiges sein...

~ ~ ~


Tarlyn hörte sich in aller Ruhe an, was die Andren zu sagen hatten. Sie stimmte Ihnen in den meisten Dingen zu, doch einer von Darius Vorschlägen ließ eine Falte auf ihrer Stirn entstehen.

Ich bezweifle, dass wir die Gelegenheit bekommen werden Shir Khan anzugreifen. Wenn ich Serafina richtig verstanden habe, ruft er die gesamte wilde Jagd zu sich – das werden mehrere hundert Lykaner sein. Wir sollten keinerlei Risiko eingehen, unser wichtigster Auftrag ist es die Informationen heil nach Nuru zu bringen. Trotzdem verstehe ich Euren Hinweis Hauptmann Darius, sollte sich wider Erwarten doch eine Chance ergeben, sollten wir sie nutzen.
Sir Christian, Ihr könnt Euer Kamel selbstverständlich in der Kaserne lassen. Ich würde vorschlagen wir gehen zu Fuß, da unser Weg über den Malyefluss und durch die Schwanenmarschen führen wird. Ein sumpfiges Gebiet – Pferde werden uns dort nur behindern. Durch unser Training sollte der Marsch für uns kein Problem darstellen, und unser Zivilist wird ja ohnehin fliegen. Lasst uns also aufbrechen.


Nachdem alle ihr Marschgepäck geschnürt hatten und bereit für den Aufbruch waren, ging es los. Welches Stadttor sie nehmen sollten, hatte Serafina ihnen vor ihrem Aufbruch noch mitgeteilt. Und auch welchem Pfad sie folgen sollten war zumindest für den Anfang klar. Tarlyns Augen gewöhnten sich nur langsam an die Dunkelheit.

Meint Ihr wir können es riskieren Fackeln anzuzünden?

fragte sie in die Runde, als der Pfad immer schmaler wurde, und sie sich zum wiederholtem Mal von einer Brombeerranke befreien musste. Schließlich war der Weg kaum mehr als ein Wildwechsel. Als dieser von einem zweiten Wildwechsel gekreuzt wurde, blieb die Gruppe unschlüssig stehen. Wo hatte Serafina bloß ihre Zeichen gesetzt?
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 08 November 2016, 23:19
„Alle haben sich eingefunden und ich hätte sie kaum davon abhalten können“, erwiderte Phelan einem bestätigenden Nicken. Es war schon bezeichnend, dass ausgerechnet die beiden Alphas dem Aufbruch am wenigsten entgegenzufiebern schienen. Dennoch gaben sie den stummen Befehl und keiner der beiden unternahm einen Versuch den anderen davon abzuhalten.

Eine gute Weile folgten sie ihrem Weg schweigend und das schwierige Terrain stellte dabei kein Hindernis für sie dar. Dann fragte Endris nach dem Ruf. „Ein paar Tage. Ich vermute etwa so lange wie Du.“ Anfangs hatte der Krieger noch versucht dieses innere Zerren zu ignorieren und im Nachhinein war es schwer zu sagen, wie erfolgreich er darin gewesen war sich selbst zu belügen und ob er es schon vorher vernehmen hätte können.

Auch den weiteren Beobachtungen des weißen Wolfes pflichtete er mit einem Nicken bei. Es hatte Reibereien in seinem Rudel gegeben und er hatte mehr Zeit als gewöhnlich in den Wäldern verbringen müssen, um es am Laufen zu halten. Selbst sein letzter Besuch in der Roten Laterne hatte eigentlich nur dazu gedient ein paar Sachen zu holen und eine Nachricht für seine Gefährtin zu hinterlassen.

Und Endris Wölfe waren zahlreicher und tendenziell stärker, als die seinen. Nur bedeutete das größere Potential in diesem Fall vor allem mehr Konfliktpotential. Zudem musste er sich um weit mehr und vor allem jüngeren Nachwuchs sorgen. Zumal sich die meisten Nachzügler, die vor den Strapazen der Reise zum Wolfsfelsen zurückgeschreckt waren, ihm angeschlossen hatten.

Auch wenn sich der weiße Alpha diesbezüglich nicht äußerte, konnte sich Phelan nachvollziehen, was ihm in den letzten Tagen abverlangt worden war. Auch wenn er es gut zu verbergen wusste machte er einen müden Eindruck auf seinen Leidensgefährten. „Doch jetzt, da wir zu unserem Ziel aufgebrochen sind, scheinen sie sich zu beruhigen“, bemerkte der schwarze Wolf mit einer Spur von Bitterkeit in seiner Stimme.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 11 November 2016, 18:11
Der Rangordnung entsprechend präsentierte Serafina auch vor Phelan die Kehle. Im Gegensatz zu Endris fehlte Griesgram die majestätische Eleganz und Geschmeidigkeit. Wie konnte ein Lykan wie der weiße Alpha der Sohn eines Schlächters wie Shir Khan sein? Serafina himmelte Endris stumm an und wünschte sich einmal mehr, er wäre wie Wamblee – frei und unabhängig. Es tat ihr in der Seele weh ihn zu hintergehen. Ihm Verfolger auf die Spur zu lenken. Doch es ging nicht um Endris. Der weiße Lykan war bloß derjenige, der die Soldaten Nurus zum eigentlichen Ziel führen sollte. Inständig betete Serafina, Endris möge niemals ihr Doppelspiel durchschauen. In ihrer höchst eigenen Vorstellung bestand die Hoffnung, dass sich der weiße Alpha von seinem „Vater“ distanzieren würde.

Ebenfalls der Rangordnung entsprechend reihte sich Serafina weiter hinten im Rudel ein. Es war ihr nur recht, so konnte sie leichter ihre Markierungen setzen. Wenn es auch alles andere als einfach war, unbeobachtet Zweige zu knicken. Die Spuren der beiden Rudel waren trotz der große Anzahl Lykaner schwer auszumachen. Es hatte wenig geregnet, der Boden war fest und die Wölfe bewegten sich auf "leisen" Pfoten durch den Wald. Im Gegensatz zu Menschen und Orks trampelten Wölfe eben nicht wie dumpfe Ochsen durch die Gegend. Daher animierte Serafina die inzwischen halbwüchsigen Welpen dazu wild drauflos zu tollen, damit sie möglichst viele Zweige abrissen oder den Farn zertrampelten. Das sollten selbst sinnesarme Stümper wie Orks oder Menschen durchaus schaffen zu "lesen".

Herma war von seinen männlichen Rudelgenossen abgelenkt, daher reihte sich Serafina unbehelligt neben Lyressa ein. Die Grauweiße mochte die Rotfellige gern. Serafina musste sich eingestehen, dass sie viel mehr Zeit mit dem Rudel der Wilden Jagd verbrachte als mit jenem von Wamblee, und dass sie weit mehr Zuneigung zu den Wölfen von Endris empfand, wohl auch, weil sie die Lykaner Nurus länger kannte.

„Ach ja, weißt du, Lyressa…“ Serafina strauchelte, als sie von einem der Jungtiere anrempelt wurde, und nutzte die Gelegenheit zum Setzen einer Markierung. „… ich bin wirklich gerne bei den Nachtjägern. So eine Aufgabe zu haben, das ist eine tolle Sache. Immerhin bin ich inzwischen Dragoleutnant und brauche mir von den kaltschnäuzigen Spitzohren nichts mehr gefallen zu lassen. Aber ich könnte niemals ohne euch zurückbleiben. Nein, das könnte ich nicht, ich habe es mir überlegt. Auch wenn ich nur selten beim Rudel sein kann, ihr seid mir ans Herz gewachsen.“

Was leider stimmte. Sie hatte es nicht geschafft, völlig unberührt von ihrer Spionagetätigkeit zu bleiben. Sie hätte sich emotional besser distanzieren müssen. Und ohne Lykhe, der sie zärtlich "Ponika" genannt hatte, gab es tatsächlich keinen Grund mehr in Nuru zu bleiben.

„Mir hat Endris gesagt, er wollte den Welpen die Möglichkeit geben, stark genug für die Reise zu werden. Wenn ich mir die drei Rabauken so ansehe, ist der Zeitpunkt gut gewählt. Die strotzen ja nur so vor Abenteuerlust. Die wird ihnen spätestens vergehen, wenn sie den Fluss sehen. Mir übrigens auch. Ich stehe auf Kriegspfote mit Wasser.“

Die Lykana schüttelte sich, als wollte sie unsichtbare Nässe aus dem Fell schleudern. „Ich bin schon so sehr auf Shir Khan gespannt. Wie ist er denn so? In der Kaserne zittern alle, wenn sie nur seinen Namen hören. Selbst todesmutige Orks wie Hauptmann Runshak scheinen vor unserem stärksten Alpha Respekt zu haben. Vielleicht ruft er uns, weil er seine Rudel wieder vereint haben möchte? Oder weil es in Aramon viel schöner ist als hier in Dragonia? Warst du schon mal in Aramon? Ich hatte da mal einen Auftrag, in Naha…“

Und so plauderte Serafina dahin und vergaß für eine Weile, die Markierungen zu setzen.
Autor: Christian Datum/Zeit: Samstag 12 November 2016, 13:08
Der Magier nickte sachte zu der Bestätigung, dass er Daodra in der Kaserne lassen durfte und sah Tarlyn anschließend nur leicht nachdenklich an, denn offensichtlich hatte sie ihm mit der Bezeichnung "Zivilist" gemeint. Streng genommen war er das wohl inzwischen, auch wenn er dennoch über die soldatischen Gepflogenheiten durch seine eigene frühere Tätigkeit als Mitglied der Stadtwache seiner Geburtsstadt und als ehemaliger Statthalter von Nighton ausreichend informiert war, um im Notfall das Kommando zu übernehmen, selbst wenn er das ungern tat. Doch mit den ganzen erfahrenen Offizieren hier würde er wohl kaum in diese Verlegenheit kommen.

Da Christian ohnehin immer Proviant für mehrere Tage dabei hatte, stockte er diesen nur unwesentlich auf, bevor er sich wie angekündigt in einen Fischadler verwandelte und schonmal etwas vorausflog, um zu schauen, ob er Serafinas Markierungen entdecken konnte. Allerdings war er ja kein Waldläufer oder ähnlich ausgebildeter Spurenleser, so fand er nichts Wegweisendes und flog daher nur die Route ab, welche geplant war, ehe er auf die restlichen Gefährten wartete. Doch auch diese schienen an der Wildwechselkreuzung nicht mehr weiter zu wissen, weswegen er schauen wollte, welches der kürzeste Weg zum Malye wäre, denn er ging davon aus, dass die Lycantrophen es eilig haben würden, zu Shir Khan zu gelangen.



5 Brot und 5 Dörr-Äpfel ausgeliehen
-4 Mana für Verwandlung in Fischadler -> 50/61 MP
Autor: Darius Datum/Zeit: Samstag 12 November 2016, 18:07
"Ein Angriff würde ein großes Risiko bedeuten, ganz wie ihr sagt Tarlyn. Vorerst wird es daher wohl unser Ziel bleiben herauszufinden was beim Wolfsfelsen genau vor sich geht und was die Wilde Jagd für die Zukunft plant."  Gab er mit einem zögerlichen Nicken nach. Es wäre ihm lieber gleich mit dieser Gefahr abrechnen zu können, aber so war es wohl besser zumindest mehr über die Pläne ihrer Feinde in Erfahrung zu bringen.

Besonders viel brauchte er nicht zu packen, daher reichte ihm etwas Proviant aus gepöckelten Fleisch aus der Küche, doch ihm fiel noch etwas ins Auge oder in diesem Fall, in die Nase, als er sich den Proviant besorgte und er nahm noch eine großzügige Menge an Pfefferpulver in einem Säckchen mit. Im Notfall konnte sie damit ziemlich gut ihre Spuren verwischen oder sich eine Gelegenheit zur Flucht schaffen.

Gemeinsam mit den Anderen brach er dann auf in Richtung Westen, entlang der abgemachen Richtung. Die Dunkleheit machte es nicht gerade einfach dem Weg zu folgen, auch wenn er es eher gewohnt war in der freien Wildnis umherzustreifen und sich zudem noch seine Nase bedienen konnte. "Wir dürften weit genug entfernt sein, dass Fackeln uns nicht verraten, aber wir verderben uns durch das Licht unsere Nachtsicht" , brummte er auf Tarlyns Frage, während er auf dem Wildwechsel voran ging. Allerdings war auch er ratlos, als sie auf den zweiten Wildwechsel trafen. Er schnüffelte etwas am Boden und an Blättern und Bäumen in der Nähe, doch Serafinas Geruch konnte er nicht genau verfolgen... und eines der Kräuter am Wegesrand kitzelte seine Nase so heftig, dass er einige Male niesen musste.

"Sie ist hier durchgekommen, aber ich kann nicht herausfinden, in welche Richtung sie weitergegangen ist."
, gab er schließlich ratlos zu und sah zu den Anderen. Von denen hatte aber auch keiner eine bessere Wahrnehmung. Falls es hier eine Spur gab, dann konnten sie diese nicht finden. Nocheinmal sah er sich suchend um, aber er konnte nichts entdecken. So zuckte er mit seinen Ohren, was einem Schulterzucken entsprach und schlug vor: "Wir sollten weiter zum Malyefluss gehen, vielleicht finden wir dort Spuren von Serafina."

+ Dörrfleisch, +Säckchen mit Pfefferpulver
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 13 November 2016, 20:31
Die Amazone war froh gewesen, als sich auch Tarlyn gegen die Angriffspläne von Darius aussprach. Obwohl sie den Drachen verstehen konnte, war es dennoch mehr als nur gewagt den Alpha inmitten des grössten Rudels von Werwölfen umbringen zu wollen, dass wohl jemals den Kontinent unsicher gemacht hatte. Schliesslich konnten sich nicht alle Anwesenden im Notfall verwandeln und den Mannwölfen davonfliegen.

Asarra nickte dankbar auf den Hinweis, dass Proviant ausgeliehen werden könne. So packte sie wie ihre Gefährten haltbares Pöckelfleisch, einige schrumpelige Winteräpfel und ein paar kleine, harte, aber dafür haltbare Brötchen ein sowie einen Wasserschlauch, den sie sich in der Kasernenküche mit Bier füllen liess. Man wusste ja schliesslich nie. Zudem sah sie sich den Trick des Pfeffers bei Darius ab und fragte ebenfalls nach einem kleinen Säckchen des scharfen Pulvers.

Die Gruppe marschierte durch das Stadttor und liess bald die letzten Lichter der Zivilisation hinter sich. Dunkelheit umfing sie, als sie bald darauf den Wald erreichten. Obwohl Serafina Stoffstreifen und umgeknickte Äste hinterlassen wollte, fand niemand aus der Gruppe auch nur ein einziges Zeichen. Trotzdem brummte Asarra zustimmend, als Darius Tarlyns Vorschlag kritisch kommentierte. "Darius hat Recht. Selbst wenn wir vielleicht hie und da ein Zeichen von Serafina finden würden, bekämen wir sonst nicht mehr viel mit. Und wenn der Wind plötzlich dreht oder einer der Wölfe aus irgendeinem Grund zurückbleibt und den Feuerschein entdeckt... Wir wissen ja, wohin sie in etwa wollen."

+ Pöckelfleisch, + Winteräpfel, + kleine Brötchen, + Wasserschlauch mit Bier, + Pfeffersäckchen
Autor: Runshak Datum/Zeit: Montag 14 November 2016, 00:50
„Also hab ich das richtig verstanden? Wir müssen uns wohl keine Sorgen machen, dass unsere verbündeten Lykaner manipuliert werden könnten und uns deshalb verraten, wenn sie Shir Khan gegenüberstehen, weil dieser Flohzirkus so was nicht kann.“ resümierte der Ork das was Darius über den Anführer der Wilden Jagd erzählt hatte. Eine Sache gefiel ihm jedoch nicht: Die Verbindung zu Baal. Hieß das womöglich, dass sie auch auf Truppen aus Taros stoßen konnten. Sollte das der Fall sein, konnte die Mission gefährlicher werden, als bisher angenommen.

Da die Reise einige Tage dauern würde, mussten die Krieger natürlich Proviant mitnehmen. Runshak holte sich so viel Dörrfleisch, wie er noch in seine Tasche stopfen konnte. Das und einen Schlauch voll Wasser. Sauberes Wasser ist unterwegs immer von unschätzbarem Wert. Als die Grünhaut dann ihren Rucksack gepackt hatte, traf er sich wieder mit den anderen. Schließlich brach die Gruppe in Richtung Westen auf.

+ (viel) Dörrfleisch; + 1 Schlauch Wasser

Schon kurz nach beginn des Marschs kam die Frage auf, ob sie Fackeln benutzen sollten. Runshak war, wie Darius und Asarra auch, dagegen. Der Rauch, den sie verursachten, war zu verräterisch. Sollte der Wind drehen, würde man sie sehr schnell bemerken. Außerdem würden Fackeln verhindern, dass sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen und so ihre Sicht eher behindern. Der Mond würde ohnehin für ausreichend Licht Sorgen.

Nach einiger Zeit erreichte die Gruppe eine Kreuzung zweier Wildwechsel. Dummerweise fand sich jedoch kein Anhaltspunkt, welchen Pfad Serafinas Rudel genommen hatte. Asarra stellte fest, dass dies kein Problem darstellte, da sie wussten, wohin die Lycantrophen liefen. „Wissen wir vielleicht, wo die nächste Furt des Flusses ist? Da wahrscheinlich nicht alle Lykaner schwimmen können, werden sie ihn sicher an so einer Stelle überqueren wollen.“ fügte der orkische Krieger hinzu.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 14 November 2016, 22:13
Runde 3


Endris drehte beim Laufen und Kopf nach hinten und ließ den Blick über die Lykantrophen schweifen, die ihnen folgten. Nach den Erfahrungen der letzten Tage hätte er erwartet das es Rangeleien zwischen den beiden Rudeln geben würde – doch Phelan hatte mit seiner Beobachtung völlig recht. Die Wölfe liefen einmütig nebeneinander her, teilweise sogar bunt gemischt, ohne sich auch nur an zu knurren. Stattdessen wirkte es fast so, als ob sie zu einem großen Rudel zusammen gewachsen waren – und das innerhalb so kurzer Zeit. Die Macht Shir Khans über die wilde Jagd schien also nach wie vor ungebrochen zu sein. Seinen Gedanken nachhängend lief Endris schweigend weiter.

Weiter hinten im Rudel war es hingegen nicht so ruhig. Lyressa ließ ein gefährliches Wolfsgrinsen sehen, als Serafina sie nach Shir Khan fragte.

Wie Shir Khan ist? Er ist riesig groß, sein Fell ist schwarz wie die Nacht und seine Augen sind rot wie zwei glühende Kohlen. Es gibt keinen anderen Lykaner der so stark ist wie er und niemand würde es je wagen ihn heraus zu fordern. Deine Kasernenfreunde tun gut daran vor ihm zu zittern, denn er liebt Menschenfleisch, und wenn er sie in die Pfoten bekäme, würde er sie einfach auffressen.

Die Beschreibung, die sich fast wie eine Schreckensgeschichte für Kinder anhörte um sie davon abzuhalten Dummheiten zu machen, schien Lyressa durchaus ernst zu meinen. Und hatte Serafina nicht den gleichen leicht abwesenden Ausdruck wie jetzt Lyressa in den Augen, wenn sie von Endris sprach? Die Fuchsrote schien jedenfalls mächtig beeindruckt von dem Alpha der wilden Jagd zu sein, soviel stand fest.

Dann fing Serafina an von Naha zu erzählen, und schon bald lief eine kleine Gruppe Lykaner in der Nähe der beiden Wölfinnen mit, um ja nichts davon zu verpassen. So verging die Zeit wie im Flug. Den ersten Halt gab es erst, als sie den Malyefluss erreichten. Endris hatte eine Stelle gewählt, an der der Fluss zwar ein ganzes Stück breiter war, aber dafür auch langsamer floss. Das würde es leichter machen hindurch zu schwimmen. Der weiße Alpha wandte sich an Phelan.

Würdest Du mir die Ehre erweisen und mit einem der Welpen hinüber schwimmen? Sie sind zwar gewachsen und sehr kräftig, aber ich weiß nicht ob sie den ganzen Weg allein schaffen. Die anderen zwei werden die stärksten Rüden aus meinem Rudel begleiten. Und ich kümmere mich um Serafina.

Er nickte Phelan noch einmal zu und machte sich auf die Suche nach der Lykana. Als er sie gefunden hatte, befahl er relativ kurz angebunden:

Komm mit Serafina.

Er führte die junge Wölfin ein Stück weiter flussaufwärts, bis an eine Stelle an der einige Büsche und Weiden standen und die direkte Sicht auf das Rudel verdeckt war. Erst dort blieb er stehen, und drehte sich zu ihr um.

Ich dachte es wäre Dir lieber wenn ich Dir helfe anstatt Dir Phelan zu schicken. Wir werden uns in Menschen verwandeln, denn dann kann ich Dir besser helfen. Du bist zu groß um im Genick gepackt und hinüber geschleift zu werden. Ich werde den Arm unter Dein Kinn legen, damit Dein Kopf über Wasser bleibt, und Du legst Dich quasi ins Wasser als ob Du auf dem Rücken liegen würdest. Am besten ist es, wenn Du einfach ganz still hälst und nicht herum zappelst. Den Rest mache ich.In Ordnung?

~ ~ ~


Christian, in Gestalt eines Fischadlers, flog hoch über den Wäldern entlang und hielt Ausschau nach den Lykanern, die sie verfolgten. Doch es war schwierig etwas zwischen den dicht an dicht wachsenden Bäumen auszumachen und Fischadler waren bei Nacht nicht gerade die scharfsichtigsten Vögel. So fand er das Rudel erst wieder, als es am Flussufer auftauchte. Der Malye stellte für die Wölfe kein unüberwindliches Hindernis dar – schon warfen sich die ersten von ihnen ins Wasser und machten sich auf den Weg ans andere Ufer – aber aufhalten würde er sie schon eine Weile. Und da die Verfolger ihnen recht schnell gefolgt waren, war es wohl nur eine Frage der Zeit bis sie auf das Rudel treffen würden, wenn er es nicht rechtzeitig schaffte sie zu warnen und sie tatsächlich noch auf der richtigen Spur waren.

Darius, Asarra, Tarlyn und Runshak hatten sich bereits längs wieder in Bewegung gesetzt. Man hatte sich dagegen entschieden eine Fackel zu entzünden und stattdessen den Weg gewählt, der am direktesten zum Malye führte. Der Pfad war schmal, doch keiner der vier hatte größere Schwierigkeiten damit ihm zu folgen. Der Boden war nicht nass, die Wurzeln, die ihn durchzogen nicht glitschig, und so kamen sie gut voran. Hin und wieder schreckten sie ein kleineres Tier auf, da sie sich nicht so lautlos durch den Wald bewegten wie die Elfen, doch ansonsten blieben sie unbehelligt.

Irgendwann waren sie soweit vorgedrungen, dass sie das Rauschen des Flusses hören konnten. Ganz in der Nähe knackte plötzlich ein Zweig und Tarlyn zuckte zusammen, bevor sie die Hand hob, damit die anderen stehen blieben. Dann legte sie einen Finger vor die Lippen und lauschte. Wieder brach ein Ast, rechts von ihnen, nicht weit entfernt im Unterholz. Tarlyns Hand wanderte zum Griff ihres Schwertes. Hatte die wilde Jagd sie entdeckt? Waren das Wölfe, die man ihnen entgegen schickte um ihnen den Garaus zu machen?

Nur wenige Herzschläge später tauchte tatsächlich ein Lykaner vor ihnen auf. Etwas ausgemergelt sah er aus, als ob er über  längere Zeit nur wenig gefressen hätte. Doch jetzt war das Fell um seine Schnauze herum dunkler gefärbt als der Rest und der leichte Geruch von Blut lag in der Luft. Als er die Gefährten entdeckte, fing er sofort an zu knurren. Sein Nackenfell sträubte sich, er bleckte die Zähne und sah nicht so aus, als ob er vorhatte die Flucht zu ergreifen. Einen Augenblick später wurde auch klar, warum das so war, denn sein Knurren hatte zwei andere Wölfe hervor gelockt, die ebenfalls sofort die Zähne fletschten.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 16 November 2016, 22:49
Phelan nickte lediglich und ließ sich von Endris zeigen welchem Welpen er auf die andere Seite des Flusses helfen sollte. Er hätte darauf hinweisen können, dass es vermutlich in beiden Rudeln bessere Schwimmer gab als ihn, aber das lag nicht in der Natur eines Alphas. Zumal die Bitte ein Zeichen dafür war, dass der weiße Wolf seine Stärke anerkannte.

Nachdem er seinem Rudel knappe Anweisungen gegeben hatte, wagte er sich in den Fluss. Die Mühe seine Lederrüstung auszuziehen machte er sich gar nicht erst. Sie und der Rucksack würden ihn behindern egal wie er es anstellte. Da halfen nur Stärke und Sturheit, um dieses Problem zu überwinden. Zwei Männchen waren unterdessen dabei der alten Wölfin zu helfen während ein paar weitere noch am Ufer verweilten, um für Rückendeckung zu sorgen.

Zufrieden mit diesen Vorkehrungen wagte sich nun auch Phelan ins Wasser. Der Jungwolf konnte es ohnehin kaum erwarten. „Schwimm langsam und teil Dir Deine Kräfte gut ein“, ermahnte ihn der Alpha. Ein Wort auf taube Ohren.

Bis zur Mitte des Flusses ging trotzdem alles gut. Doch dann verließen den Kleinen die Kräfte. Dem schwarzen Wolf blieb nichts andres übrig als ihn mit der Schnauze am Nackenfell zu packen und zu versuchen ihn über Wasser zu halten. Das war leichter gesagt, als getan, denn der Welpe strampelte in seiner Todesangst wild um sich. Immer wieder warf Phelan seinen Kopf in den Nacken um seinem Schützling zu ermöglichen kurz nach Luft zu schnappen und immer wieder schluckte er dabei selbst Wasser.

Er hatte schon fast den Glauben daran verloren, dass sie es beide unbeschadet schaffen würden, als das Junge ein wenig ruhiger wurde. Offenbar hatte es begriffen, dass es nicht in unmittelbarer Gefahr zu ertrinken schwebte. Oder es hatte keine Kraft mehr.

Ein wenig später bekam der schwarze Wolf dann endlich schlammigen Boden unter die Pfoten und schleppte sich erschöpft an andere Ufer. Unter dem wachsamen Blick der beiden Rudel bemühte er sich allerdings fast augenblicklich darum wieder eine straffere Haltung anzunehmen und so wenig Flusswasser wie möglich auszuhusten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 18 November 2016, 19:12
Unter den wachen Augen von Lyressa und den anderen Lykanern weitere Hinweise für die Verfolger zu setzen war alles andere als einfach. Um die anderen Wölfe loszuwerden kürzte Serafina die Geschichte von Naha drastisch ab und zeigte den Seeorden herum, der ihr in Aramon Tür und Tor öffnen konnte. Derart abgelenkt beachtete niemand die Dragoleutnant beim Knicken der Zweige. In der Eile waren die Markierungen ausgesprochen derb gesetzt. Jeder halb-intelligente Lykan aus dem Rudel würde erkennen, das dies kein normaler Flurschaden war. Zum Glück lief die kleine Gruppe hinten außen, so dass sich nur selten jemand in Serafinas Rücken befand.

Die Lykana hatte inzwischen viel über die Rudelstruktur gelernt. Neben dem Alpha gab es vordere Kundschafter und die vorderen Wächter. Im Mittelfeld des Rudels lief ein niedriger gestelltes Zentralleittier, das mit seinem ruhigen, umsichtigen Charakter dämpfend auf die jungen Wilden wirkte und auf die Alten und Schwachen Acht gab. Auch dieses Zentraltier war umgeben von Spähern und Wächtern. Die vordere Nachhut bildeten weitere Wächter. Einer davon war Serafina. Auch wenn sie ein rangniedriges Rudelmitglied darstellte, durfte sie aufgrund ihrer Nachtjägererfahrung diese Position einnehmen. Rechts von ihr lief der hintere Leitwolf, der die Positionen überwachte. Herma gehörte zu den hinteren Kundschaftern, die nach allen Seiten sicherten. Er war einer von jenen, von denen Serafina am ehesten die Gefahr der Enttarnung drohte. Kundschafter würden die Markierungen als solche erkennen. Die hintere Nachhut blieb in der Regel ein ganzes Stück weit hinter dem Rudel. Doch von ihnen war weit und breit nichts zu sehen.

Viel schneller als erwartet erreichten die beiden Rudel den Fluss. Serafina schauderte. Lieber hätte sie hundert Ausreden gebraucht, um nicht ins Wasser zu müssen. Sie hatte nicht erwartet, dass das gegenüberliegende Ufer des Flusses soooo weit entfernt war. In ihrer Vorstellung existierten bloß etwas breitere Bäche. Sie würde jämmerlich ertrinken!

Wäre Endris nicht auf sie zugekommen, sie wäre in der Überlegung versunken wie sie die Flucht ergreifen könne. Beim Anblick des weißen Alphas nickte Serafina ergeben und folgte ihm.

"Auf den Rücken legen und nicht zappeln."  Das klang einfach. Zustimmend zuckte die Lykana mit den Ohren. Ihr Hab und Gut würde sie sich auf den Bauch legen müssen, was bedeutete, dass sie sich so steif wie möglich aufs Wasser legen musste. Endris bestätigte, dass diese Körperhaltung ohnehin die Beste wäre. Nun gut, das war bestimmt zu schaffen. Endris war ja bei ihr. Endris, und nicht Phelan. Griesgram hätte sie garantiert absaufen lassen, schon allein deshalb um sie endlich loszuwerden.

Im Gestaltwandel hatte Serafina inzwischen einige Übung. Tapfer rang sie sich als das Mädchen Maida ein Lächeln ab, obwohl sie innerlich schlotterte wie Espenlaub. Ein wenig wackelig watete sie ins Wasser. Ihre Habseligkeiten hielt Maida hoch in Händen, damit diese trocken blieben.

"Also los." Sie keuchte ein wenig. Ihre Stimme war mehr ein Krächzen denn blanke Verführung. "Ich werde steif sein wie ein Brett. Ich werde nicht atmen. Dann kann ich auch kein Wasser schlucken."

Nun, das mit dem Nicht-Atmen klappte weniger gut, aber sich mit Endris Hilfe flach aufs Wasser zu legen war recht einfach. Als allerdings die Wasseroberfläche bis zu ihren Wangen stieg, fing Maidas Herzschlag an zu rasen.

"Ich versinke", keuchte das Mädchen entsetzt, da ergriff Endris sie auch schon mit der Hand unterm Kinn. Unter anderen Umständen hätte sie alles gegeben, von ihm so berührt zu werden. Seine weiche Haut auf ihrem Gesicht zu fühlen. Ihm so nahe zu sein wie jetzt gerade. Doch alles, woran Serafina Maida jetzt denken konnte, konzentrierte sich darauf, den Mund geschlossen zu halten und die aufkeimende Panik niederzuringen.


-1 Mana
11+4= 15 Charisma
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 20 November 2016, 09:50
"Es gibt die ein oder andere Stelle, die sie nutzen könnten, aber um diese Jahreszeit mit vielleicht mehr als einem ganzen Rudel? Da fallen mir nur zwei Stellen ein und eine davon ist zu weit oberhalb des Flusslaufes von hier, die andere... hmmm... ja, die andere dürfte nicht allzu weit von hier sein. Der Malye macht dort einen kleinen Schlenker und ist etwas langsamer an der Stelle und auch nicht zu breit. Dort werden sie wohl eine Überquerung versuchen." , überlegte er halblaut als Antwort auf Runshaks Frage, damit seine Stimme nicht zu weit trug, während sie weiter dem Wildpfad durch die Dunkelheit folgten.

Doch zu ihrem Glück wurden die Spuren bald sichtbar. Amarok hielt kurz an, schnupperte an einigen abgebrochenen Ästen, schnaubte und wandte sich an die Gruppe. "Serafina ist hier vorbeigekommen. Diese Äste sind jedenfalls absichtich abgebrochen worden und nicht unabsichtlich wie bei der Flucht eines wilden Tieres..."

Tarlyn ließ ihn verstummen, als sie die Hand hob und er lauschte selbst angestrengt mit aufgestellten Ohren. Tatächlich war neben dem leisen Rauschen des Flusses auch das Knacken von Ästen zu hören. Nur kam es von keinem aus ihrer Gruppe. Seine Nackenhaare richteten sich auf, Momente bevor ein abgemagerter Wolf aus dem Unterholz hervorkam. Er war nicht alleine... Die folgende Konfrontation war sehr kurz. Ein Fischadler stürzte aus dem Himmel, zwei der Wölfe erlagen dem Zauber von Christian und wurden starr, noch bevor sich Amarok mit einem tiefen Knurren auf den ersten Wolf stürzte.

AW 41, knurren, auf den Gegner springen, niedrringen und Versuch ihn unten zu halten bis er aufgibt
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 20 November 2016, 18:10
Christian wählte in seiner Fischadler-Gestalt den kürzesten Weg zum Malye und zog dann dort seine Kreise, um nach Lycantrophen Ausschau zu halten, was aufgrund der Dunkelheit aber auch in dieser Gestalt nicht leicht war. Nach einiger Zeit sah er dann auch seine Gefährten, die eine bestimmte Stelle des Malye ansteuerten, weswegen sich der Magier besonders dort darauf konzentrierte, eine mögliche Nachhut der Wolfsrudel zu entdecken.

Seine Gefährten wurden von den drei Lycanern bereits entdeckt, noch bevor der Fischadler zum Sturzflug ansetzte, so änderte er sein Vorhaben, die Gruppe zu warnen - welche ohnehin bereits angehalten hatte - und landete stattdessen hinter den Lycanern, um seine natürliche Gestalt wieder anzunehmen. Gleich danach konzentrierte sich der Magier auf seinen harmlosesten Angriffszauber, wenn man diesen so bezeichnen wollte.

Einer der Lycantrophen war dafür besonders empfänglich dafür und würde wohl keinen Mucks mehr machen, solange ihn niemand aktiv daraus mit einem Gegenzauber befreite. Ein weiterer rührte sich ebenfalls nicht weiter, auch wenn das in einigen Minuten sicher wieder der Fall sein würde, aber bis dahin hatte man diesen bestimmt verschnürt. Nur der offensichtliche Anführer dieser drei Lycantrophen war einfach zu zäh, um von dem Zauber erfasst zu werden, da musste der Statthalter wohl besonders fokussieren, hatte aber bereits zu viel seines Manas für die anderen beiden aufgewendet und müsste dieses daher erst wieder auffüllen. Allerdings blieb dazu keine Zeit mehr, denn Darius in seiner Lycantrophenform ging bereits zum Angriff über und versuchte wohl nach Lycantrophenart, den fremden Lycaner zur Aufgabe zu zwingen. Der Hohentürmler beobachtete diesen Kampf ruhig und würde erst wieder eingreifen, wenn es sich zum Nachteil von Darius entwickeln würde.


Möchte jemand die beiden anderen hier einpacken?


-36 MP für Katalepsie auf zwei Lycantrophen und ein Fehlschlag auf den dritten -> 14/61 MP
Ein Lycantroph für diese und zwei weitere Runden gestoppt, ein weiterer Lycantroph gestoppt bis zur Heilung
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 20 November 2016, 20:45
Tatsächlich verzichtete man auf Fackeln, was die Amazone zwar überraschte, sie aber der Befehlshaberin hoch anrechnete. Sie hörte auf den Rat ihrer Truppmitglieder, das war gut zu wissen.
Sie gingen weiter, zuerst simpel dem Pfad folgend der am direktesten zum Fluss führte, dann begannen sie tatsächlich hie und da die Zeichen Serafinas zu entdecken. Immer wieder fand die Amazone abgebrochene Äste. Immer zu zweit, und nahe beeinander.
"Wenn man sie einmal gesehen hat, fallen sie einem plötzlich überall auf" sagte die Amazone leise, während sie auf zwei weitere abgeknickte Zweige am Rande des Pfades deutete.

Plötzlich hob Tarlyn die Hand, und da hörte es auch die Amazone. Zweige knackten, zu laut für die kleinen Tierchen die sie bisher einige Male aufgescheucht hatten. Kurz darauf betrat ein Wolf den Pfad vor ihnen, und nur Momente nach seinem warnenden Knurren tauchten zwei weitere Lykaner auf.

Die Amazone hatte gerade ihre Haizahnpeitsche gepackt, da verwandelte sich ein Adler mitten im Sturzflug in den Magier Christian und zweien Wölfen blieb das Knurren im Halse stecken. Der Dritte wurde kurz darauf von Darius überwältigt.
"Hat man ja gar nichts zu tun hier" murmelte sie dem Ork mit einem Grinsen zu.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Montag 21 November 2016, 00:37
Man entschloss sich dazu den kürzesten Pfad in Richtung Malye einzuschlagen. Glücklicherweise fanden sich auf diesem Weg keine erwähnenswerten Hindernisse. Dadurch kam die Gruppe auch ohne Fackeln zügig voran. Darius  beantwortete derweil Runshaks Frage nach einer Stelle, an der man den Fluss ohne größere Probleme überqueren konnte. Scheinbar machte der Fluss ganz in der Nähe eine Biegung und floss entsprechend langsamer. Inzwischen hatten Darius und Asarra auch Spuren von Serafina gefunden. Sie mussten also auf dem Richtigen Weg sein.

Kurz darauf konnte man schließlich das Rauschen des Flusses hören und nur Augenblicke später bedeutete Tarlyn der Gruppe stehenzubleiben und still zu sein. Man hörte leises Knacken und der Geruch von frischem Blut lag in der Luft. Hier war etwas. Die Soldaten zogen ihre Waffen und bereiteten sich auf einen Kampf vor. Plötzlich tauchten drei Lykaner vor ihnen aus der Finsternis auf. Allerdings überwältigten Christian und Darius die Werwesen derart schnell, dass Runshak nichts unternehmen musste.

„Zum Glück.“ antwortete die Grünhaut auf Asarras Bemerkung „Der Rest des Rudels kann nicht weit sein – und wenn wir nicht vorsichtig sind haben wir hier gleich mehr zu tun als uns lieb ist.“
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 21 November 2016, 20:36
Runde 4


Keine Angst, ich passe auf das Du nicht ertrinkst. Schön stillhalten und ganz ruhig weiter atmen. Am besten durch die Nase.

Das Wasser war kalt, was man ohne Fell noch deutlicher spürte. Trotzdem schaffte Serafina es halbwegs ruhig im Wasser zu liegen, was es Endris leichter machte sie wie ein Rettungsschwimmer auf die andere Seite zu bringen. Nach einer gefühlten Ewigkeit sagte der Alpha:

Geschafft. Hier müsstest Du wieder stehen können.

Erst als er sicher war das Serafina stand löste sich sein Arm von ihr und er ging die letzten Schritte bis zum Ufer. Normalerweise hätte er es vorgezogen ein paar Feuer zu machen um dafür zu sorgen das alle möglichst schnell wieder trocken wurden, doch bei der Unruhe und Ungeduld die im Rudel herrschte war das ein Ding der Unmöglichkeit.

Verwandel Dich zurück Serafina und lauf, damit Du wieder warm wirst.

Da sie sich kaum bewegt hatte, musste sie noch ausgekühlter sein als er selbst. Sekunden später stand wieder der weiße Wolf vor ihr und schüttelte sich ordentlich das Wasser aus dem triefnassen Fell. Ein Kopfnicken deutete der jungen Lykana ihn zurück zum Rudel zu begleiten.

Auch Phelan hatte das andere Ufer erreicht, auch wenn er mindestens einen halben Liter Wasser mehr in seinem Bauch hatte. Dennoch stand der Wolfsmann mit erhobenem Kopf da und ließ sich die Anstrengung nicht anmerken. Endris nickte ihm zu während sie darauf warteten, dass auch die letzten Nachzügler an Land wateten.

Drei von den Wölfen, die vor kurzem erst zu uns gestoßen sind, fehlen. Farador, Gerina und Restar. Hat sie jemand gesehen?

Endris lief unruhig auf und ab. Die Lykaner froren und sie mussten weiter. Doch sein Band zu den Neuen war noch nicht sonderlich gefestigt. Er hoch die Schnauze gen Himmel und heulte, um sie zu rufen. Keine Antwort. Der weiße Wolf schnaubte unwillig. Wie konnten sie es wagen ihm nicht zu antworten?

Wir müssen weiter. Bleibt zusammen und achtet aufeinander. Wir kommen bald in die Sümpfe und ich will nicht das jemand unbemerkt versinkt. 

Damit brach das Rudel erneut auf, diesmal für eine Weile in deutlich schnellerem Tempo, um sich wieder aufzuwärmen.

~ ~ ~


Der Angriff der drei Lykaner auf die Verfolgergruppe war schneller vorbei, als er begonnen hatte. Viel zu spät bemerkten sie, dass sich der Fischadler, der seltsamerweise hinter ihnen gelandet war, gar kein richtiger Fischadler war. So schaffte es Christian spielend zwei von ihnen mit einem Katalepsiezauber zu belegen. Sie erstarrten mitten in der Bewegung und rührten sich nicht mehr von der Stelle. Lediglich der dritte Lykaner, der so etwas wie ihr Anführer zu sein schien, ging knurrend weiter auf die Reisegefährten los. Doch der wuchtige Angriff von Darius brachte ihn recht schnell zu Fall. Normalerweise hätte er jetzt, als unterlegener Wolf, seine Kehle präsentieren müssen, doch der Wolfsmensch dachte gar nicht daran. Wütend zappelte er herum und versuchte sich zu befreien, immer wieder schnappte das gefährliche Gebiss nach Darius Schnauze oder Pfoten. An Aufgeben schien er keinen Deut zu denken. Daran änderte auch Darius dunkles Knurren und seine körperliche Überlegenheit nichts.

Tarlyn, die sich wie Runshak und Asarra aus dem kurzen Kampf heraus gehalten hatte, betrachtete den ungleichen Kampf mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck.

Man könnte meinen er hat die Tollwut. Wir sollten Hauptmann Darius helfen ihn zur Raison zu bringen.

raunte sie Runshak und Asarra zu. Dann sah sie zu den beiden erstarrten Wölfen hinüber.

Was machen wir mit Ihnen? Wie lange bleiben sie so – reglos?

Nur wenige Augenblicke später ertönte ein lautes Wolfsheulen von der anderen Flussseite. Tarlyn, die gerade dabei war ein Seil von ihrem Rucksack zu lösen, schaute auf, konnte jedoch nicht viel in der Dunkelheit erkennen. Christian jedoch, der näher an den beiden lebenden Statuen stand, sah wie sich ihre Nasen leicht kräuselten bei dem verzweifelten Versuch ihrem Alpha zu antworten. Doch dank seiner Magie entwich nicht ein Ton ihrer Kehle. Der dritte Lykantroph, der noch immer mit Darius kämpfte, riss selbst am Boden liegend das Maul auf um zu einer Antwort anzusetzen. 
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 23 November 2016, 19:51
Kalt. Kalt. Kalt. Die Zähne Serafina Maidas klapperten aufeinander. Wolken zogen hoch am Himmel an ihr vorbei. Da war ein Schäfchen, das Gesicht eines Fuchses, eine gehörnte Gestalt... Wann ist es endlich vorbei? Kalt. Kalt. Da die erlösenden Worte. Das Ufer war erreicht. Maida ließ die Körperspannung erschlaffen. Die Beine sanken auf kiesigen Boden. Triefend, Rucksack und Umhang über die Wasseroberfläche gehalten, stakste sie ans Ufer. Maida zitterte heftig. Laufen, oh ja, was für ein verlockender Gedanke.

Das Mädchen wickelte sich in den Umhang und ließ die Nässe von dem Stoff aufsaugen. Hernach erlaubte sie ihrem Körper sich zurück zu verwandeln. Im Gegensatz zu früheren Verwandlungen war der Schmerz der reißenden Sehnen und Knochen erträglich. Vielleicht lag es an der Kälte. Maida fühlte kaum die Haut unter den Fingern, die sich nun zu Klauen dehnten und mit Fell überzogen. Rasch in den Ledergurt geschlüpft, der die Beuteln mit ihren Habseligkeiten hielt und zudem Schutz bot, hetzte sie hinter Endris her.

Die beiden Rudel waren fast vollständig versammelt. Auf ein paar Nachzügler musste noch gewartet werden, dann wurde rasch durchgezählt. Die Nachhut fehlte. Es durchzuckte Serafina siedend heiß. Die NACHHUT fehlte! Was, wenn die drei Lykaner auf die Verfolger getroffen waren und in wenigen Augenblicken Meldung gaben? Das Herz der Lykana tat einen erschrockenen Satz. Oh nein, dann ist alles verloren. Oder könnte ich mich herausreden, indem ich mutmaße, die Soldaten suchten nach mir? Würde das irgendein Lykaner glauben? Würde Endris meinen Worten glauben?

Kein Heulen als Antwort. Die Nachhut blieb stumm. Serafina atmete innerlich auf und trabte unbeteiligt, als ginge sie all dies nichts an, neben Lyressa wie schon zuvor in der vorderen Nachhut. Die ja jetzt die hintere Nachhut war. Herma war ihnen vom Zentralleittier der mittleren Rudels zugeteilt worden und sicherte die Seiten.

„Wo sind die drei Neuen wohl abgeblieben, was meint ihr?“, fragte sie scheinbar desinteressiert. „Vielleicht haben sie ja keine Lust mehr beim Rudel zu bleiben, weil sie deswegen Dragonia verlassen müssen. Hat sie jemand näher gekannt? Wir sind jetzt die Letzten.“

In den Schwanenmarschen würde es schwierig werden gut sichtbare Spuren zu hinterlassen. Der Schlamm schloss sich rasch über den Pfotenabdrücken. Außerdem, mit Herma als Kundschafter, der sich mehr für Serafina als für die Umgebung interessierte, erst recht. Die Dragoleutnant gab ihr bestes. Du bist Anführerin einer Lanze von Nachtjägern, hämmerte es in ihrem Hinterkopf. Du kannst das, du kannst das! Sie werden deine Markierungen finden. Sie MÜSSEN sie einfach finden!
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 24 November 2016, 23:09
Obwohl Phelan sich kaum zu mehr in der Lage fühlte, als Haltung zu bewahren, musste er Endris zustimmen: Es war besser bald aufzubrechen und sich nach dem kalten Bad warmzulaufen. Nur war das gemeinsame Rudel noch nicht komplett versammelt und das bereitete auch dem schwarzen Wolf Sorgen. Der Fluss war keine einfache Hürde gewesen, doch hätten sie Zweifel gehabt es aus eigener Kraft zu schaffen, hätten wohl auch relativ neue Mitglieder der Gruppe etwas gesagt. Schließlich war Zusammenhalt eine der großen Stärken eines Rudels.

Doch wenn sie abgesoffen wären, hätte Endris das ohnehin spüren müssen. „Waren sie auch so erpicht darauf den Alten zu treffen, oder haben sie am Ende kalte Füße bekommen?“, überlegte der Krieger laut. Wie dem auch war, sie konnten es sich kaum leisten noch länger zu warten. Vor allem die Welpen zitterten wie Espenlaub.

„Vielleicht sollte ich bei der Nachhut bleiben.“ Sie wollten schließlich nicht noch mehr Wölfe verlieren. Und sollten sich die Nachzügler doch noch bemerkbar machen, konnte es nicht schaden wenn jemand da war, der auf eventuelle Probleme reagieren konnte. Mit einem leisen Bellen rief Phelan zwei große Rüden an seine Seite. Gemeinsam waren sie ohne Zweifel stark genug um für die Nachhut eine Bereicherung zu sein.

Dennoch wartete der schwarze Alpha geduldig Endris Meinung zu seinem Vorschlag ab. Für jemanden in seiner Position gehörte es sich nicht, seine Ungeduld zu zeigen. Innerlich fieberte er der nächsten Etappe jedoch schon entgegen. Zum einen, weil er fror wie ein Schneider und zum anderen, weil er den Sümpfen durchaus etwas abgewinnen konnte. Große Sorgen, dass ich das schwierige Gelände Probleme bereiten könnte, machte er sich jedenfalls nicht.
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 27 November 2016, 21:43
Christian beobachtete den eher an eine Rauferei erinnernden Kampf zwischen dem verwandelten Darius und dem Lycantrophen. Obwohl klar war, dass Letzterer nicht gegen den EIsdrachen gewinnen würde, gab er nicht auf. Da das dann selbst dem Magier des Hohenturms langsam zu lange dauerte, überlegte er schon, ob er den Lycaner nicht doch ruhigstellen sollte, als das Wolfsgeheul von der anderen Seite des Flusses ertönte. Dabei warf der ehemalige Statthalter von Nighton einen Blick auf die beiden erstarrten Wolfswesen, die selbst jetzt noch eine leichte Reaktion auf das Heulen zeigten, weshalb Christian sich doch beeilte zumindest einen kurz wirkenden Zauber auf den sich noch bewegenden fremden Lycantrophen zu legen. Aber dessen kaum vorhersehbaren Bewegungen machten es selbst dem erfahrenen Hohentürmler schwer, ihn richtig zu erfassen, weswegen dieser gerade sein Maul öffnete - wohl um dem Wolfsgeheul zu antworten - als der Zauber dann doch saß und den am Boden befindlichen Lycantrophen erstarren ließ.

Puh, der war eine harte Nuss. Wir sollten sie jetzt schnell fesseln und vom Heulen abhalten. Bei dem einen hier wird die Starre anhalten, bis er vom einem Heilzauber daraus befreit wurde, während die anderen beiden sich bereits bald wieder bewegen können. Zumindest diese sollten wir somit sehr gut verschnüren und möglichst auch knebeln. Hier noch ein Netz und ein Seil, das sollte genügen.

Bei dem letzten Satz warf er dem nächsten Soldaten die beiden zum Fesseln recht nützlichen Utensilien zu, bevor er nach einem Manatrank schauen wollte, denn seine magische Energie war durch diese kurze aber intensive Machtdemonstration doch stark beansprucht worden.


-10 MP für 3 Katalepsie(Normal)-Fehlschläge und einen Erfolg -> 4/61 MP
-1 Netz
-1 Seil
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 28 November 2016, 00:09
Er schnappte nach dem Lykantrophen unter sich und grollte tief, schnappte wieder und zeigte seine scharfen Zähne, bereit sich in den weichen Hals des Wolfes zu bohren. Doch dieser schnappte zurück, selbst als er mit dem Rüclen auf dem Boden lag, grollte, sabberte und rollte wild mit den Augen. Das entfernte Wolfheulen ließ beide aufhorchen. Ein Ruf von jenseits des Flusses? Das Rudel musste schon soweit gekommen sein, sonst wäre es bestimmt lauter und nicht so drängend.

Eine Sekunde blieb ihm für die Entscheidung. Seine beiden Seiten stritten sich um die Lösung des Problems, seine Zähne begannen sich um den Hals des Lykantrophen unter ihm zu schließen, als dessen Brust sich hob und die Kehle entblößt wurde, zweifellos um auf den Ruf zu antworten. Darius gewann. DIe Zähne waren nur ganz leicht um die Kehle seines Gegners geschlossen, bereit die Luftzufuhr abzudrücken, doch der Körper unter ihm war still. Kein Schnappen, kein Strampeln, kein Heulen. Unsicher über diese plötzliche Unterwürfigkeit blickte er zu Christian hinüber und begriff dann. Katalepsie. Der Wolf war gelähmt. Vorsichtig zog er seine Zähne wieder zurück, schloss sein Maul und erhob sich von seinem vorerst besiegten Feind. Ein Gefühl der Enttäuschung, ob des kurzen Kampfes und der Abneigung gegenüber Christian wegen dessen Einmischung, wurde unterdrückt von der Erleichterung welche er verspürte. In diesem Moment würde niemand wegen ihm sterben müssen.

Sicher in dem Wissen keiner direkten Bedrohung mehr ausgesetzt zu sein tat er ein paar Schritte fort von dem liegenden Wolf, behielt jedoch ihn und die anderen Beiden, deren Glieder und Barthaare bereits zuckten, im Blick. Das Fesseln überließ er Anderen. Sicher konnte Asarra dies übernehmen. Ein letztes Knurren zu den Lykantrophen, dann wandte er sich dem Fluss zu, der nicht weit entfernt liegen konnte. Der Geruch juckte bereits in seiner Schnauze, die Nachtluft, obwohl sie seinen Pelz nicht zu beeindrucken vermochte, war doch etwas feuchter geworden und seine Ohren meinten ein Glucksen und leichtes Rauschen ausmachen zu können, neben dezent raschelnden Blättern und den Geräuschen der Naka Duskeal.

"Es ist nicht mehr weit." , sandte er seine Gedanken direkt an die Anwesenden, ausgenommen der Wölfe, da er unnötigen Lärm vermeiden wollte. "Benötigt jemand Hilfe den Mayel zu überqueren? Ich kann euch geschwind hinüber tragen, den mir macht das Wasser nichts aus, welches zu dieser Zeit noch kälter als sonst sein dürfte."
Autor: Runshak Datum/Zeit: Montag 28 November 2016, 00:21
Darius hatte doch mehr Schwierigkeiten, den Flohzirkus zu überwältigen. Allerdings wirke Christian seinen Lähmungszauber bevor Darius Gegner um Hilfe rufen konnte. Nun war auch der letzte der Lykaner durch diese Magie fürs erste kampfunfähig geworden. Der Magier schlug vor, die drei zu knebeln und zu fesseln und stellte ein Netz und Seile bereit. „Wir sollten sie lieber so fesseln, dass sie sich selbstständig wieder befreien können.“ fügte Runshak hinzu „Ich hab kein Problem damit, sie weiter atmen zu lassen, aber wenn wir uns schon die Zeit nehmen, sie zu verschnüren, sollten wir es so machen, dass sie hier draußen nicht an Hunger und Durst krepieren. Hilfe wird wohl keine kommen. Und wir werden erst in ein paar Tagen zurückkehren – wenn wir sie denn überhaupt wiederfinden. Ansonsten könnten wir uns Zeit und Material sparen und ihnen gleich die Kehlen durchschneiden.“

Als die drei Wolfsmenschen so verarztet waren, dass es sie noch einige Stunden beschäftigen würde nachdem die Katalepsie nachgelassen hatte, begab sich die Gruppe ans Ufer des Flusses. Leider war keine Furt zu sehen. Die Horde Lykaner war anscheinend ernsthaft durch den Fluss geschwommen. Wäre Runshak allein gewesen, wäre die Mission für ihn an dieser Stelle zu Ende gewesen. Mit seiner Ausrüstung konnte er unmöglich schwimmen. Und der Fluss war zu breit und zu tief um mit einem Atemzug über den Grund ans andere Ufer laufen zu können. „Darius“ wandte er sich an den Dragoleutnant „Ihr könnt schwimmen, oder? Meint Ihr, dass Ihr mich ans andere Ufer tragen könnt?“
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 28 November 2016, 14:18
Das laute Wolfsgeheul liess ihr die Haare zu Berge stehen. War da nicht ein verräterischer Unterton, eine Melodie die zu sehr auf einen vernunftbegabten Verstand schliessen liess? Oder bildete sie sich das nur ein?
Auf jeden Fall brauchte sie nicht die Reaktion der Lykaner zu sehen, um zu wissen, dass da nur ein Alpha des Rudels gerufen haben konnte. Dennoch erfüllte sie den Anblick der erstarrten Wolfsmenschen, deren Schnauzen zuckten, mit gehörigem Unwohlsein. Diese Art von Magie gefiel ihr fast noch weniger als wenn Christian mit Sonnenlicht und Feuer um sich warf.

Asarra fing Netz und Seil auf. Zusammen mit Runshak verschnürte sie die Wölfe ordentlich. Wie bei einem Kalb knotete sie die vier Gliedmassen zusammen, in der Hoffnung dass diese Art und Weise auch nach einer Verwandlung noch straff genug sitzen würde. Dann knebelten sie die drei Wölfe ebenfalls. Vermutlich wären sie eine Weile damit beschäftigt, diese durchzubeissen. Bis dahin - so hoffte die schwarzhaarige Kriegerin - würden sie bereits ausser Hörweite sein.

Wenig später erreichten sie das Flussufer. Während Christian sich erneut verwandelte und Darius sich als Fähre anerbot, ging die Amazone einfach über den Fluss weiter. Die Wasseroberfläche unter ihren Füssen gab nur geringfügig nach, ihre Schuhe blieben trocken. Schon erstaunlich, diese Stiefel.
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 28 November 2016, 19:06
Seine Ohren zuckten, als Runshak sich an ihn mit der Bitte wandte ihn über den Fluss zu bringen und er richtete seinen Blick auf den Ork, während seine aufgestellten Ohren sich hierhin und dorthin neigten um zu lauschen. "Natürlich Runshak. Es sollte kein Problem sein euch überzusetzen. Asarra, würdet ihr euch darum kümmern sie ordentlich zu fesseln? Wie steht es mit euch Tarlyn? Mir macht der Mayel, der um diese Jahreszeit angenehm kühl sein dürfte, wenig aus. Soll ich euch ebenfalls hinüberbringen?"

Er sah zu wie die Lykantrophen von der Amazone gefesselt wurden. Ob sie überlebten lang an ihnen selbst, auch wenn es Irator juckte auf Nummer sicher zu gehen, um später keine Unliebsamen Überraschungen erleben zu müssen. Darius erinnerte ihn einfach daran, dass sie selbst ebenso eine potentielle Gefahr darstellten, was für eisiges, wenn auch bedrücktes, Schweigen seitens der dunkleren Seite seines Geistes sorgte.

Jedenfalls hatten sie sich lange genug hiermit aufgehalten und er wandte sich ab um den anderen voraus zum Fluß zu gehen. Die Feuchtigkeit in der Luft und der Geruch von Wasser wurden stärker und die Sehnsucht wieder mit seinem Element vereint zu sein, wurde so stark, dass er seine Verwandlung, und sich selbst, nach vorne fallen ließ um auf allen Vieren weiterzugehen. Kurz breitete er seine Flügel aus, soweit er dies zwischen den Bäumen vermochte und schlug zweimal mit ihnen, um das Blut wieder zum Fließen zu bringen. Die Verwandlungen waren nützlich, aber sie fühlten sich jedesmal an, als würde er in ein zu enges Kleidungsstück schlüpfen.

Seine Klauen tauchte er in das kühle Wasser des Flusses, welches wohltuend über sie hinwegfloss, dann legte er sich hin, damit Runshak und wer auch immer sonst noch der Hilfe bedurfte, aufsteigen konnte, dann schob er sich wie ein Krokodil, mit welchem Asarra ihn einmal verglichen hatte, in den Fluss. Das Wasser empfing ihn wie einen alten Freund und er fühlte sich sogleich wohler, als an Land. So gern er aber auch getan hätte, konnte er jetzt nicht einfach untertauchen. Ein solches Bad würde ihm Runshak wohl übel nehmen. Einige Schweifschläge später lag er auf der anderen Landseite des Flusses und ließ seine Passagiere wieder absteigen, wobei er sich fest vornahm einen längeren Ausflug zu unternehmen, sobald sie wieder zurückkehrten um mehr Zeit im Wasser zu verbringen.

Sobald sein Rücken wieder frei war, zerfloss seine Form wieder, um die eines Lykantrophen anzunehmen, was sich dieses mal als erstaunlich einfach herausstellte. Mit einem Blick zurück zum Fluss bemerkte er. "und solch einen Fluss sehen diese Lykantrophen als ein Problem an. Dabei ist der Mayel gerade jetzt noch angenehmer als im Sommer." und schüttelte das bisschen Wasser aus seinem Fell, welches bei der Verwandlung noch auf ihm gewesen war.

-1 Mana für Verwandlung
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 28 November 2016, 22:05
Runde 5


Endris antwortete leise auf Phelans Überlegungen – so leise, dass niemand anderes seine Antwort hören konnte.

Sie haben darauf gebrannt zu Shir Khan zu kommen. Deshalb habe ich sie als Nachhut eingesetzt. Ich wusste, sie würden Trödler antreiben. Und jetzt – haben sie sich in Luft aufgelöst. Das gefällt mir nicht. Das gefällt mir ganz und gar nicht.

Dann nickte er, zu Phelans Idee sich der Nachhut anzuschließen.

Das ist eine gute Idee. Halte die Umgebung im Auge. Herma wird Euch führen können, falls ihr vom Weg abkommen solltet. Er kennt den Weg durch die Sümpfe ebenso wie ich.

Damit war es beschlossene Sache, und die Lykantrophen brachen erneut auf. Lyressa war deutlich stiller als sonst, während sie neben Serafina her lief.

Wir kannten sie kaum Serafina. Sie sind erst gestern zu uns gestoßen. Sie kamen aus den Drachenbergen, nur um seinem Ruf zu folgen. Ich verstehe das nicht.

Das Verschwinden der Wölfe blieb ein unlösbares Rätsel, denn es blieb keine Zeit um einen Suchtrupp auszusenden. Dennoch blickten sich die Lykaner der neuen Nachhut öfter als zuvor nach hinten um, als rechneten sie jeden Moment damit, die Vermissten doch noch dort zu sehen. Als sie die Sümpfe erreichten, wisperte Lyressa Serafina zu das sie jetzt still sein müssten, um keine Geister aufzuscheuchen, und das sie möglichst immer in die Pfotenabdrücke des vorherigen Wolfes treten sollte. Auch Phelan bekam von Herma einen ähnlichen Rat, auch wenn  dieser sich deutlich unterwürfiger ausdrückte. Dann verstummten die Gespräche endgültig, und für eine lange Zeit schritt eine sehr lange Reihe von Lykantrophen nacheinander durch die Sümpfe. Die einzigen Geräusche, die man noch hörte, war das matschige Schlurfen, wenn Pfoten aus dem weichen Boden gezogen wurden, und ein merkwürdiges Surren, das eine Mischung aus Grillengezirpe und Mückenschwirren zu sein schien. Hin und wieder flackerten bläuliche oder grüne Lichter auf, doch erschienen sie völlig willkürlich und leuchteten nie sonderlich lange.

Stunden später – oder waren es Tage gewesen und die Sonne ging über diesem Gebiet einfach nie auf? - konnten Serafina und Phelan unter ihren Pfoten spüren wie der Boden allmählich wieder fester wurde. Die Schilfbüschel wurden weniger, das Gras wurde mehr, und eine kleine Weile später konnte man schon die ersten, wenn auch verkrüppelten Bäume sehen. Doch erst als sie wieder die ersten Steine unter den Pfotenballen spürten, ließ Endris das Rudel anhalten.

Wir werden hier eine Weile rasten.

Er sprach den Grund nicht offen aus, doch jeder, der Augen im Kopf hatte, musste sehen das die Jungen inzwischen sehr erschöpft waren. Trotzdem fing der Lykantroph an Phelans rechter Seite  leise an zu murren. Er hätte die Welpen, die sie nur aufhielten, wohl lieber tot gesehen, als auf sie zu warten.

~ ~ ~
 

Beinahe – aber zum Glück nur beinahe – hätte der dritte Lykantroph der Nachhut es geschafft dem Ruf seines Alphas zu antworten. Er hatte das Risiko ignoriert die Kehle von Amarok durchgebissen zu bekommen, doch Christians Zauber wirkte gerade noch rechtzeitig. Lediglich ein leises Grunzen war zu hören, bevor der Körper des Wolfsmenschen ebenso steif wurde wie die seiner beiden Gefährten. Erleichterung machte sich bei der Verfolgertruppe breit. Asarra und Runshak verschnürten die Nachhut so, dass sie sich in einer guten Weile würden befreien können, machten es ihnen aber auch nicht allzu leicht. Wenn Blicke hätten töten können, so wären der Hauptmann und die Dragoniterin sicherlich mehr als einmal tot umgefallen, aber so konnten sie sich nach getaner Arbeit dem nächsten Hindernis zuwenden: dem Fluss, den es zu überqueren galt.

Wie sich heraus stellte hielt der Malye die Gruppe nicht lange auf. Asarra überquerte ihn so lässig, als ob er ein ganz normaler Weg wäre, Darius bot sich als Floss für Runshak und Tarlyn an, was die Soldatin dankend annahm, und auch für Christian mit seiner Morphologie war dies eine seiner leichtesten Übungen. Der Einzige, der bei der ganzen Aktion großartig nass wurde, war Darius, und dem Eisdrachen machten weder die Kälte noch die Nässe etwas aus.

So ging es den Verfolgern deutlich besser, als dem Lykantrophenrudel, als sie sich auf den Weg in die Schwanenmarschen machten, denn ihnen war weder kalt, noch mussten sie sich Gedanken um verschwundenen Gefährten machen. Dennoch war der Weg nicht einfach zu meistern, denn sie hatten niemanden dabei, der sich in den Sümpfen auskannte und sie führen konnte. Anfangs kamen sie noch recht zügig voran, doch dann wurde der Boden immer matschiger und sie waren mehr und mehr darauf angewiesen sich auf Serafinas Zeichen zu verlassen um nicht von dem kaum mehr erkennbarem Pfad abzukommen. Selbst kleinere Sträucher, die zu Beginn noch ein sicheres Zeichen für festen Boden gewesen waren, standen nun manchmal auf winzigen Inseln, um die herum man zu versinken drohte. Dazu kamen die immer wieder aufflackernden Irrlichter, die den Sumpf mit seinen schmatzenden Geräuschen unheimlich wirken ließen. Nachdem Tarlyn zum zweiten Mal einen ihrer Stiefel so gerade eben noch hatte retten können, ließ sie die Truppe anhalten.

Ich weiß nicht ob es Sinn macht, in der Dunkelheit weiter zu gehen. Meint Ihr nicht es wäre sinnvoller einen sicheren Platz zu suchen und ein paar Stunden zu schlafen? Lange wird der Sonnenaufgang nicht mehr auf sich warten lassen. 
Autor: Christian Datum/Zeit: Samstag 03 Dezember 2016, 08:40
Christian nahm seinen Manatrank zu sich und sah dabei dem Verschnüren der Lycantrophen zu. Wobei die Absicht, diese für die Gefesselten überwindbar zu machen, dem besonders gut katalepsierten Lycantrophen kaum helfen würde. So gab er Darius eine seiner Heilzauberspruchrollen, damit dieser den Lycantrophen aus der Dauerstarre würde befreien können, sobald er gefesselt war, während sich der Magier selbst wieder in den Fischadler verwandeln würde.

Hier Darius, lest einfach den Text darauf laut vor und berührt dabei diesen besonders von meinem Zauber betroffenen Lycantrophen.

Dabei deutete er auf den betroffenen Wolfsartigen.

Ich fliege schon mal voraus, um in Sichtkontakt zu unseren 'Freunden' zu gelangen, denn im Sumpf wird unsere Spionin nur schwer deutliche Spuren hinterlassen können.

Einen Augenblick später flog der erwähnte Fischadler in Richtung Westen davon, um die Spur der Lycantrophen aufzunehmen. Beim Überflug des Malye ließ er dann doch mal den Instinkten des Vogels seinen Lauf und schnappte sich den nächstbesten Fisch als Zwischenmahlzeit, auch wenn dieser roh ihm in Menschengestalt kaum schmecken würde. Aber darüber dachte er kaum nach, sondern flog danach weiter, um seine selbstauferlegte Mission zu erfüllen.

Wie erwartet war es nicht einfach, den spärlich auszumachenden Spuren zu folgen, aber sobald er die Lycantrophenrudel ausmachen würde, wollte er zurück zu seinen Gefährten fliegen, um diese in deren Richtung zu lenken.



-1 großer Manatrank -> 61/61 MP
-1 Heilzauberspruchrolle für Befreiung des dauererstarrten Lycantrophen
-4 MP für Verwandlung in Fischadler -> 57/61 MP
Autor: Phelan Datum/Zeit: Samstag 03 Dezember 2016, 17:17
Während sich schon fast das gesamte Rudel in Bewegung gesetzt hatte wartete Phelan noch ab und fror dabei. Wie mit Endris vereinbart ließ er sich zurückfallen um die Nachhut zu verstärken. Und das dauerte, da die Pfade durch den Sumpf schmal waren und die Wölfe dadurch gezwungen waren eine lange Reihe zu bilden.

Erst als alle anderen ihre Pfoten auf den verborgenen Weg gesetzt hatten, lief auch er los und blieb Herma dabei dicht auf den Fersen. Der weiße Wolf hatte nicht zu viel versprochen: Das bisher ranghöchste Mitglied der Nachhut kannte den gewundenen Pfad durch den Morast gut genug um ihn notfalls auch blind zu finden. Zumindest vermittelte es diesen Eindruck.

Für Phelan war es daher nicht schwer auch selbst gut und ohne zu tief im Schlamm zu versinken voranzukommen. Auch sonst blieb es ruhig – vielleicht ein wenig zu Ruhig – und abgesehen davon aufmerksam zu bleiben, ein paar Wölfe, die Probleme mit dem schwierigen Untergrund hatten, anzutreiben und ihnen das eine oder andere Mal eine helfende Pfote zu reichen, hatte die Nachhut nicht viel zu tun.

Dennoch wagte es Phelan nicht Hermas Rat zu missachten und ein Gespräch zu beginnen. Deshalb begann er stumm seinen Gedanken nachzugehen und sinnierte darüber, ob diese Schneise durch die unwegsamen Sümpfe wohl natürlichen Ursprungs war, oder ob jemand nachgeholfen hatte. Während Nurus Belagerung zum Beispiel, damals musste es mehr als eine Schmugglerroute nach Aramon gegeben haben, da war er sich sicher.

Nach langer Zeit, die schwer abzuschätzen war, wurde der Boden endlich wieder trockener und weniger tückisch. Der schwarze Alpha hätte sich am liebsten erleichtert und erschöpft hinfallen lassen um erst einmal ein paar Stunden zu schlafen. Aber das ging natürlich nicht und so lief er mit zusammengebissenen Zähnen weiter. Jetzt wagten die Wölfe auch wieder das Schweigen zu brechen und er glaubte Serafina unweit vor sich plappern zu hören, aber er war zu müde, um sich dafür zu interessieren.

Erst als sie die Ausläufer der Sümpfe endgültig hinter sich gelassen hatten, gestattete er es sich ein wenig zu entspannen. Doch dass er sich auch zur Ruhe legen konnte, hieß das noch lange nicht. Die Fassade von überlegener Stärke musste um jeden Preis aufrechterhalten werden. Vor allem wenn man die Unruhe des Rudels, in dem sogar über diese bitter notwendige Rast gemurrt wurde, bedachte.

Ohne zu zögern versetzte er einem Wolf, von dem er – wenn auch nur gedämpft – offenen Widerspruch hörte, einen kräftigen Prankenhieb auf den Hinterkopf. Stark genug jedenfalls, um eine Weile Schädelbrummen zu verursachen. Es war wichtig den unruhigen Wölfen zu zeigen, wo sie in der Hierarchie standen und dass sie im Moment auf mehr als nur einen Leitwolf achten mussten.
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 04 Dezember 2016, 18:18
(Vor der Flussüberquerung)

Amarok nahm die Schriftrolle von Christian mit einem bestätigenden Zucken seiner Ohren entgegen. Immerhin wusste Christian eine Menge mehr über die Magie der Naka Duskeal, als er dies selbst tat. Obendrein vertraute er dem Mann, sodass er sich sogleich an die Arbeit machte. Er kniete sich vor dem zuletzt katalepsierten Wolf hin, der immer noch in seiner Position auf dem Rücken verharrte, als wolle er gerade einen Ruf ausstoßen, legte seine linke Pfote auf die Brust des Wolfes und begann die Formel zu rezitieren.

Dabei fragte er sich, was so besonders an dieser Katalepsierung sein sollte, dass Christian es für nötig hielt extra einen Heilzauber aufwenden zu müssen. Gab es da eine Besonderheit des Zaubers, die er als Unitiierter nicht kannte? Immerhin hatte er selbst schon einmal unter der Wirkung dieses Zaubers gestanden, wenn auch mehr oder minder freiwillig...


(Nach der Flussüberquerung)

Woran Christian nicht gedachte hatte war, dass Amarok ihm auch in dieser Form leicht folgen konnte, wenn er sich nicht zu weit entfernte. Die Gedanken des Magiers waren ihm nicht fremd und so folgte ihm ein kleiner Teil seines Geistes durch den Äther, um den Kontakt zwischen ihnen zu halten.

"Christian, seht ihr schon etwas von ihnen? Wir haben gerade erst den Fluss hinter uns gelassen." , sandte er ihm nach und schüttelte sich nocheinmal um sein Fell ganz trocken zu bekommen, auch wenn die Kälte ihm nicht viel ausmachte.

"Sagt, ich könnte unsere Gedanken verknüpfen, sodass wir uns auch noch außer einfacher Rufweite unterhalten und gleichzeitig Stille bewahren können, um die Lykantrophen nicht unnötig auf uns aufmerksam zu machen. Ihr müsstet nur denken was ihr sagen wollt und ich würde den Rest erledigen."

Schlug er der Gruppe mit einem leicht, durch eine andere Kehle, eine unpassende Zunge und die langen Fänge bedingten, knurrigen Ton vor, während sie sich weiter in Richtung der Schwanenmarschen bewegten. Seine Schnauze hielt er dabei schön nahe am Boden um eventuelle Spuren ja nicht zu verpassen.

Die Dunkelheit machte die Reise schwieriger, als sie es normalerweise gewesen wäre. Zum einen konnte er nicht besonders weit sehen, andererseits waren Spuren an sich in dem Untergrund immer schwerer auszumachen, bevor sie am Rande des Sumpfes einfach aufzuhören schienen.

"Christian, wie steht es mit den Spuren? Könnt ihr uns in ihre Richtung führen?"
, sandte er ihm, sowie Asarra, Runshak und Tarlyn. So nah an ihrem Ziel wollte er so leise wie möglich sein und die Stille mochte ihre Worte unnatürlich weit an ermpfindliche Wolfsohren tragen.

Die Durchquerung des Sumpfes war ziemlich schwierig. Einmal musste er den Anweisungen von Christian folgen, der sich als Fischadler immer noch über ihnen befand, andererseits schien es kaum feste Stellen zu geben. Einmal schaffte er es falsch aufzutrete und seine Pfote sank prompt tief in den Sumpf ein. Er zog und zerrte an dem Glied um es dem brackigen Wasser und der feuchten Erde wieder zu entreißen. Leise knurrend strengte er sich an und schaffte es ohne Hilfe seine Pfote mit einem Schmatzen herauszuziehen. Er schüttelte sie ordentlich um den Schmodder wieder loszuwerden und wischte sie noch ein wenig an einem Büschel Sumpfgras ab, bevor er vorsichtiger als zuvor einen Weg durch den Sumpf suchte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sonntag 04 Dezember 2016, 20:08
Bis auf das Surren der Mücken und das Schmatzen des Morastes unter ihren Pfoten war es nahezu gespenstisch still. Serafina trippelte hinter Lyressa her und konzentrierte sich auf den tückischen Untergrund. Auch ohne die Warnung vor den Geistern wäre ihr kaum ein unnötiges Wort über die Lefzen geglitten - so besorgt war sie wegen eines Fehltritts.

Sie kamen aus den Drachenbergen, nur um seinem Ruf zu folgen, kamen Serafina die Worte der Rothaarigen in den Sinn. So wie der Ruf bis ins Gebirge gedrungen war, so würde er auch Lykhe erreicht haben. War der Lykaner aus Angst vor Shir Khans Anhängern davongelaufen? Warum hatte er ihr nichts gesagt? Sie hätte ihn doch nie zur Verfolgertruppe eingeteilt, wenn er sich so sehr vor dem Einsatz fürchtete.

In ihre Gedanken vertieft, und weil Phelan und Herma direkt hinter ihr liefen, schaffte es Serafina nicht Markierungen zu setzen. Hoffentlich kamen Tarlyn und ihre Truppe ohne sie zurecht. Der Sumpf war sehr breit und allzu leicht konnten die Verfolger die falsche Richtung einschlagen. Der einzige Vorteil war, dass das riesige Rudel im Gänsemarsch marschieren musste und so ihre vormalige Geschwindigkeit einbüßte. Das würde den Zweibeinern die Möglichkeit geben aufzuholen.

Als sie nach schier endlosen Acht-gebens endlich wieder festen Untergrund erreichten, knurrte Serafinas Magen vernehmlich. Doch was hätte man hier schon jagen können. Also kramte sie in ihrem Proviant. Bis auf ein paar trockene Stücke Dörrfleisch fand sich wenig Fressbares in den Beuteln. Die Welpen waren in einem jämmerlichen Zustand, also bot sie lieber ihnen das Fleisch und Wasser aus ihrer Trinkflasche an. Das Wasser des Sumpfes zu saufen hätte ihnen bloß Durchfall verursacht, und das versuchte sie ihnen eindringlich klar zu machen.

Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 05 Dezember 2016, 11:48
Nun standen sie also alle wieder am jenseitigen Ufer des Malye versammelt. Während die Kasernenangehörigen aus Nuru das Problem der Überquerung untereinander gelöst hatten, war es für die restlichen Mitglieder des Trupps keines gewesen. Obwohl die Amazone ansonsten sehr misstrauisch gegenüber allem war, das mit Magie zu tun hatte, waren ihr die besonderen Eigenschaften der Stiefel sehr willkommen.

Das hielt auch an, als die kleine Gruppe den Sumpf betrat. Während die anderen beständig Acht geben mussten wohin sie traten, konnte die Amazone relativ mühelos selbst über zweifelhafte Stellen gehen.
"Ihr habt gesehen was meine Stiefel könnt, bitte folgt mir also nicht gleich, ich werde versuchen euch die festen Stellen zu zeigen." Meinte sie zu den anderen. Als Darius die Gedankenkommunikation anbot, nickte sie zustimmend. Schon mehr als einmal hatte es sich als Vorteil erwiesen, mit allen Gruppenmitgliedern gleichzeitig reden zu können ohne dass jemand anders davon etwas mitbekam. Auch wenn es etwas Übung bedurfte, die Gedanken nicht doch laut auszusprechen.

So konnten sie sich also mit Hilfe von Christians Richtungsangaben relativ weit in den Sumpf vorbewegen, ohne dass irgendjemand aus dem schlammigen Boden hätte befreit werden müssen. Die Amazone hoffte inständig, dass das auch so bleiben würde.

Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 05 Dezember 2016, 22:05
Runde 6


Der Lykaner, dem Phelan einen Hieb verpasst hatte, duckte sich unterwürfig vor dem Alpha. Ihm schien die Lust auf Widerspruch vergangen zu sein, und so wie ihm ging es allen Wölfen, die das Geschehen mitbekommen hatten. Dennoch blieb das Rudel unruhig und wollte oder konnte nicht wirklich zur Ruhe kommen, auch wenn sie jetzt stärker darum bemüht waren, es sich nicht anmerken zu lassen.
Herma hockte sich neben Serafina, auch wenn er sich nicht dazu überwinden konnte sich ganz hinzulegen.

Magst Du das Menschenzeug etwa gern? Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich Dir einen von diesen Schinken besorgt. Du würdest eine gute Mutter abgeben Serafina, weißt Du? So wie Du den Welpen Dein Futter überlässt... Wenn Du soweit bist solltest Du ihn fragen, ob Du ein Junges bekommen kannst.

Er nickte in Richtung Endris, der sich einen etwas erhöhten Platz gesucht hatte, um das ganze Rudel im Blick zu haben. Den scharfen Augen des weißen Alphas schien nichts zu entgehen und so hielt er die Rast so kurz wie möglich. Dennoch vergingen einige Stunden, bis sie weiter zogen, denn die Jungtiere, die dankbar Serafinas Rat gefolgt waren und ihr Dörrfleisch gefressen und das Wasser aus der Trinkflasche getrunken hatten, hatten sich rings um die junge Wölfin zusammengerollt und waren erschöpft eingeschlafen. Nach Anbruch der Morgendämmerung bat Endris Serafina sie aufzuwecken, und das Rudel zog weiter.

Es schien ein schöner Tag zu werden. Die Sonne stieg langsam über dem Horizont auf, und auch wenn es schon recht kühl war, so hatten ihre Strahlen noch genug Kraft um das Fell angenehm aufzuwärmen. Ihr Weg führte sie nun durch die flachen Graslande Aramons, und das Tempo des Rudels beschleunigte sich merklich, sie flogen nahezu durch das hohe Gras und mehr als zwei der Lykaner maßen sich beim Wettrennen miteinander. Die fast ausgelassene Stimmung veränderte sich erst, als Endris nach dem anderen Alpha rief:

Phelan! Schau! Reiter.

Tatsächlich waren in einiger Entfernung etwa zwanzig Reiter auszumachen. Beim näherkommen würden sie irgendwann erkennen das es sich um Soldaten handelte, mit dem Wappen von Aramon auf ihrer Brust. Ein Erkundungstrupp, der ausgesandt worden war um herauszufinden, was an den Gerüchten rund um den Wolfsfelsen dran war. Endris fletschte die Zähne und ließ ein wölfisches Grinsen sehen.

Das Rudel ist hungrig. Du nimmst die rechte Flanke, ich die linke. Lass uns jagen.

Damit stieß der Alpha ein kurzes Bellen aus, mit dem er seinen Rudelteil zu sich rief, und stürmte los. Es würde nicht lange dauern, bis er die Soldaten erreicht hatte, denn diese machten keine Anstalten zu fliehen, sondern stellten sich bereits in Position auf und schienen dem Wolfsrudel trotzen zu wollen. 

~ ~ ~


Den Verfolgern fiel der Weg durch den Sumpf nicht leicht. Zwar hatten sie die Option, das Darius sich in seine ursprüngliche Gestalt verwandelte in der Hinterhand, doch das hätte das Risiko entdeckt zu werden enorm erhöht. Also einigte man sich darauf das Christian dem Rudel in Fischadlergestalt folgte, und Darius sich darum bemühte den gedanklichen Kontakt zu dem Hohentürmler aufrecht zu erhalten. Mit Hilfe seiner Anweisungen schafften sie es grob dem richtigen Pfad durch den Sumpf zu folgen. Um die Feinheiten kümmerte sich Asarra, die Dank ihrer Stiefel nicht in Gefahr schwebte einzusinken. Sie tastete mit einem langem Stab den Grund ab und sorgte so dafür, dass nur sehr wenige, halbwegs ungefährliche Fehltritte gemacht wurden.
Dennoch war die Durchquerung des Sumpfes auf diese Weise eine mühselige Angelegenheit und bis die kleine Gruppe wieder festen Boden unter den Füßen hatte war die Nacht fast vergangen. Christian warnte sie rechtzeitig vor dem Lagerplatz der Wölfe, so das sie genügend Abstand beibehalten konnten um nicht entdeckt zu werden. Tarlyn setzte sich an eine Baum und benutzte seinen Stamm zum anlehnen. Ein wenig Ruhe konnte ihnen nicht schaden und es blieb ohnehin nur noch eine Stunde bis zum Sonnenaufgang. Proviantbeutel machten die Runde und nachdem sie gegessen hatte schloss Tarlyn die Augen auch wenn sie in sitzender Position blieb.

Ruht Euch aus, solange es geht.Ich schätze sie werden bei Sonnenaufgang weiter ziehen.

Mit dieser leicht zu treffenden Prognose sollte sie Recht behalten. Und diesesmal schlugen die Wölfe ein deutlich höheres Tempo an. Tarlyn, die neben Asarra und Darius  herlief, deutete kurz nach oben und grinste.

Es ist praktisch einen Magier dabei zu haben, so können wir das Rudel nicht verlieren. Wobei ich mich immer frage was passiert, wenn ihnen ihre Kraft ausgeht. Würde Sir Christian dann auf ewig ein Vogel bleiben?

Besagter Fischadler flog inzwischen wieder hoch oben in der Luft und beobachtete was am Boden geschah. So bemerkte er ebenso wie die Lykaner den Soldatentrupp in der Ferne und beobachtete wie Soldaten und Wölfe dabei waren sich in den Kampf zu werfen. Doch noch bevor die zwei gegnerischen Truppen aufeinanderprallten schoss ein Pfeil dicht an dem Fischadler vorbei. Ein zweiter folgte nur wenige Wimpernschläge später und rupfte dem Vogel eine seiner schönsten Federn aus. Er kam definitiv nicht aus der Richtung der aramonischen Soldaten, sondern von irgendwo unter ihm... 

~ ~ ~


Ich habe Dir doch gleich gesagt er fliegt zu hoch. Du wirst ihn nie treffen.

Ach Unsinn, ich habe ihn fast erwischt, das hast Du doch gesehen. Das war haarscharf.

Die zwei Männer, die sich unterhielten, standen dicht beieinander und hatten den Blick zum Himmel gerichtet. Ihre Kleidung war einfach, in verschiedenen Brauntönen gehalten, und abgesehen von dem einen Bogen, der eher selbstgebaut als von einem Bogner gekauft aussah, trugen sie keine offen sichtbaren Waffen bei sich, sondern hatten Bündel auf den Rücken geschnallt aus denen verschiedene Schnüre hervor lugten. Ihre Haut war sonnengebräunt und wirkte zäh wie altes Leder. Schon holte einer der Männer einen weiteren Pfeil hervor und zielte auf den verwandelten Christian.

Ach Keras, lass es einfach. Du verschwendet nur wertvolle Pfeile.

Dieses Mal treffe ich ganz bestimmt, Du wirst schon sehen...

Und schon surrte ein dritter Pfeil durch die Luft...
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 06 Dezember 2016, 18:45
Christian beschrieb seinen Gefährten über die Gedanken von Darius so gut wie möglich den von den Lycantrophen genommenen Pfad durch den Sumpf, dennoch kamen sie nur langsam vorwärts. Zumindest reichte es aus, damit sie bis einige Stunden vor Sonnenaufgang in die Nähe des Lycanerlagers vordrangen. Der Magier teilte den restlichen Soldaten die genaue Position mit, damit diese knapp außerhalb der Sichtweite ihr eigenes Lager aufschlagen konnten. Um ebenfalls eine kurze Ruhephase zu erhalten, setzte der Fischadler sich auf den von Tarlyn benutzten Baum, gegessen hatte er ja bereits einen rohen Fisch aus dem Fluss.

Wenige Minuten vor Sonnenaufgang hob der Vogel wieder ab, um den Sichtkontakt zu den Wolfsartigen wiederherzustellen. Offensichtlich hatte diese das Krafttanken gut getan, auch wenn es dem Fischadler auch jetzt keine Schwierigkeiten bereitete, diesen in weit ausholenden Kreisbewegungen zu folgen, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Wobei die Lycaner ohnehin zu sehr darauf bedacht schienen, möglichst schnell voranzukommen. Doch dann konnte Christian in der Entfernung gut zwanzig Reiter entdecken, welche in Angriffsformation direkt auf die Lycantrophen zuhielten. Mit einem gedanklichen Seufzen meldete er diese Entdeckung an den Drachen.


Darius, zwanzig Reiter voraus in Angriffsformation in Richtung Lycanerrudel. Auch wenn es mir um die Aramoner leid tut, sollten wir uns da raushalten, die Mission hat Vor...

Er konnte den Gedanken kaum zu Ende denken, als ein Pfeil an ihm vorbeiflog. Noch ehe er sich darüber wundern konnte, streifte ihn ein zweites Geschoss und nahm sogar eine seiner Federn mit. Das veranlasste ihn instinktiv dazu, ein kleines Ausweichmanöver durchzuführen, weswegen ein dritter Pfeil dann doch einige Ellen an ihm vorbeiflog, während er auch diese Neuigkeit weitergab.

Werde angegriffen, Position unter mir, Anzahl der Angreifer unbekannt. Bitte um schnellstmögliche Ausschaltung der Bedrohung.

Anschließend folgte noch ein Bild von dem Ort, an dem der Hohentürmler die Angreifer vermutete.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 06 Dezember 2016, 19:19
Zufrieden nahm Phelan zur Kenntnis, dass sein Schlag seinen Zweck erfüllt hatte. Der aufmüpfige Lykaner wagte es jetzt nicht mehr seine Unzufriedenheit kundzutun und auch die anderen Wölfe in der Umgebung versuchten ihre Unruhe für sich zu behalten. Verloschen war sie deshalb allerdings nicht.

„Wir kommen schon nicht zu spät“, versicherte der Alpha deshalb in einem annähernd versöhnlichen Tonfall. „Wir sind Teil der Wilden Jagd und nicht nur ein paar Streuner. Man wird auf uns warten.“ Obwohl Endris und er tatsächlich zwei der Unterrudel hinter sich hatten, konnte er sich da jedoch nicht sicher sein. Er wusste nicht einmal um was es ging und wie groß die Ungeduld des Alten war.

Während der weiße Wolf das Rudel von einem flachen Hügel aus im Auge behielt umrundete Phelan noch einmal das Lager ehe er sich zu ihm gesellte. Er brauchte dringend etwas Ruhe, aber bitte so dass alle ihn sahen und wussten welche Position er sich in der Jagd erkämpft hatte. Mehr als ein paar Stunden blieben ohnehin nicht. Im Morgengrauen ging es weiter und eine längere Rast hätten die ungeduldigen Lykantrophen wohl auch nicht zugelassen.

Immerhin hatten sie den Sumpf hinter sich gelassen und die grasbewachsenen Ebenen Aramons luden förmlich dazu ein die Laufkraft des wölfischen Körpers voll zu entfesseln. Obwohl ihm die vorangegangen Strapazen noch etwas in den Knochen steckten, musste sich Phelan förmlich dazu zwingen es nicht zu übertreiben. Schließlich hatten sie Welpen und einige alte Lykaner dabei, die unter dieser Völkerwanderung deutlich mehr litten als er.

Also nutzte er seine überschüssige Energie, die in der warmen Morgensonne einfach heraus wollte, um das Rudel einmal zu umrunden und sich zu vergewissern, dass noch niemand Probleme hatte mitzuhalten. Er war gerade wieder an Endris Seite angelangt, als ihn dieser auf eine Staubwolke aufmerksam machte.

Etwas später erkannten sie mehr. Zwanzig Soldaten Aramons, die beim Anblick zweier Unterrudel der Wilden Jagd nicht die Flucht ergriffen. Der Mut war bewundernswert, aber er würde den Menschen und ihren treuen Reittieren nicht helfen. Hätte er Kämpfer aus Nighton vor sich gehabt, Leute die er persönlich kannte, hätte Phelan vielleicht gezögert. Aber das hier waren Fremde und sie führten ihre Schwerter für ein fremdes Land.

Kaum war Endris Aufforderung verklungen entwich ein langes Heulen, mit dem er seine stärksten Krieger an seine Seite rief, Phelans Kehle. Wirklich nötig war das nicht, denn er konnte spüren, dass sie ohnehin schon zu ihm eilten. Der Erkundungstupp war ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen.

Mit einem knappen Nicken signalisierte er dem weißen Wolf, dass er bereit war und sprintete seinem Rudel voran los. Es war ohnehin an der Zeit seinen Untergeben zu zeigen, dass mehr in ihm steckte als ein brauchbarer Jäger. Er hatte vor ihnen noch nie einen Menschen getötet und seit er gegen Neraxx angetreten war hatten sie keinen blutigen Kampf auf Leben und Tod von ihm zu sehen bekommen.

Jetzt jedoch stürzte er sich einem der Reiter, der seiner aufwändigen Rüstung nach zu urteilen ein Offizier war, entgegen. Im Lauf kam ihn ein weiterer Einfall. „Für den Anfang nur ein Mann und sein Ross“, ermahnte er sich stumm ehe er die inneren Fesseln, die er sich selbst vor langer Zeit auferlegt hatte, abstreifte. Dann ließ er sich in den Blutrausch fallen wie in die lange ersehnte Umarmung einer Geliebten.

Hier musste er nicht fürchten, dass er seine Gefährten verletzen würde. Die Rudelmagie würde es verhindern, da war er sich relativ sicher. Und überhaupt spielte das alles keine Rolle mehr. Jetzt zählten nur der Krieger, der vor ihm auf dem Rücken seines Pferdes saß, und das Blut, das warm in seinen Adern pochte. Blut das bald fließen würde, bald… Eine Klinge drängte sich zwischen ihn und seine Beute mit den schreckgeweiteten Augen, aber dafür war es zu spät. Phelan schob das Schwert mit seiner bloßen Pranke zur Seite und es war eher Zufall, dass er sich dabei nicht verletzte. Dann sausten seine Klauen auf seine Ofer nieder. Drei Hiebe, die zweifellos dazu gedacht waren zu töten. Zwei davon galten dem Mann und einer seinem Streitross. Seine Krallen fanden ihren Weg in warmes rotes Fleisch und setzten den köstlichen metallischen Geruch frischen Blutes frei…

– 0 LP da ausgewichen
AWs 81, 78, 81
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 07 Dezember 2016, 12:36
"Das Menschenzeug? Dörrfleisch schmeckt scheußlich. Hart und trocken. Ist bloß Notreserve. Wie du siehst, den Welpen ist es gut genug. Mit einem Schluck Wasser lässt es sich schnell hinunter würgen. Aber Schinken mag ich gern. Ich glaube, die Menschen mischen irgendein magisches Zeug hinein, das Lust auf mehr macht. Hat Großvater jedenfalls immer behauptet."

Die junge Lykana schenkte Herma ein Wolfslächeln. Als er in Endris' Richtung nickte und von einem Welpen sprach, stellten sich ihre Ohren überrascht auf. Ihr Schwanz zuckte aufgeregt. Welpen? Sie und Endris? Hätte sie kein Fell gehabt, hätte Herma das Blut, das ihr in den Schädel schoss, deutlich leuchten sehen können. Bestimmt hörte er das aufgeregte Hämmern ihres Herzens. Dann aber kam ihr in den Sinn, Herma könnte sich selbst meinen. Und zuletzt fiel ihr ein, dass Lyressa erzählt hatte, Welpen wurden nicht geboren, sondern durch einen Biss zum Lykantrophen. Was ihr Herz erst recht rasen ließ. Wurde von ihr erwartet, dass sie ein Menschenkind...?

"Äh... ja... meinst du, dass ich das kann? Eine Mutter sein? Ach, nein..." Ihre Ohren zuckten verneinend nach beiden Seiten. "...dazu bin ich noch viel zu kindisch." Spielerisch knuffte sie Herma gegen die Schulter. "Wären wir jetzt nicht hier in diesem Sumpf, würde ich dich lieber zu einem Jagdspiel auffordern. Etwas Größeres als Eichhörnchen diesmal."

Eine große Klappe zu haben, wenn keine Gefahr drohte ihre Worte einlösen zu müssen, war Serafina immer schon leicht gefallen. Sie wachte noch eine Weile über die Welpen, die sich bei ihr niedergelassen hatten, und genoss das wunderbare Gefühl der Liebe, das beim Anblick der Jungen in ihrem Herzen überschwappte. Ja, sie liebte diese kleinen Rabauken, die schon bald zu Mördern der Wilden Jagd werden würden. Wie herzig sie hier lagen und in tiefem Schlaf schnauften und schnarchten. Serafina seufzte innerlich und rollte sich schließlich selbst zu einem Nickerchen zusammen. Es war Endris, der die Dragoleutnant weckte und ihr die Aufsicht über die Jungen übergab. Was sich kurz darauf als Glücksfall herausstellen sollte. Serafina gähnte, reckte auf allen Vieren die Vorderpfoten und stupste die Jungen nacheinander zärtlich mit der Schnauze an.

Die Graslande Aramons waren flach wie diese Fische, die im Hafen von Drachenauge von den Anglerschiffen abgeladen und Flundern genannt wurden. Das hohe wogende Gras hüllte die beiden Rudel ein. Man konnte glauben, das Rudel befand sich auf einer harmlosen Reise zu neuen Jagdrevieren. Wie sehr der Eindruck täuschte zeigte sich, als Soldaten aus Aramon sich ihnen näherten. Der Schreck fuhr Serafina in die Glieder. Soldaten! Sie trug immer noch das Abzeichen der Schwarzklaue auf der Rüstung. Instinktiv klatschte sie eine Vorderpfote über die Plakette. Davon abgesehen störte es sie Menschen anzugreifen, die sich lediglich über die Bewegung in ihrem Gebiet kundig machen wollten. Die beiden Alphas jedoch riefen sofort zum Angriff. Hungrig! Jagen! Die Soldaten hatte also keine Gnade zu erwarten. Herma drehte sich im Aufbruch noch einmal zu ihr um.

"Lauf nur. Ich bleibe bei den Alten und den Welpen zurück. Sie sind zu erschöpft für eine Jagd. Falls wir umzingelt sein sollten und auch im Rücken angegriffen werden, sollte jemand hier sein, der die Zurückgebliebenen verteidigt."

Diese - Serafinas Meinung nach - ausgezeichnete Ausrede, um sich aus der Jagd heraushalten zu können, führte zu Protesten von Seiten der Jungen. Die Dragoleutnant wartete, bis Herma außer Hörweite war, ehe sie antwortete.

"Nein, es ist nicht so, dass ich euch nichts zutraue. Im Gegenteil. Ich lasse euch bei mir bleiben, damit wir die Alten verteidigen. Denn ihr glaubt doch nicht, dass die Menschen hier in diesem Land so dumm sind und uns nur von vorne angreifen. In Aylann wären sie es jedenfalls nicht. Und wer wenn nicht wir reiben dann diese Flanke auf?"

Es würde natürlich keinen Angriff von hinten geben, davon war Serafina überzeugt, doch das wussten die Kleinen ja nicht. Es würde reichen ihren Stolz anzufachen und das unzufriedene Murren im Keim zu ersticken.




Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 12 Dezember 2016, 01:54
Die Gedanken der Naka Duskeal miteinander zu verbinden war ihm seit kurzer Zeit möglich, soweit sie es jedenfalls zuließen. So verband er ihre Gedanken auf dem Weg durch den Sumpf, indem er, wie es ihm gezeigt worden war, die einzelnen Gedankenstränge aufnahm und deren Enden gewissermaßen miteinander verknotete, statt sie nur an seinen eigenen Geist zu zu knüpfen. Solange er diese Verbindung aufrecht erhalten konnte, verlieh er ihnen so die Fähigkeit sich mit den Anderen in dieser Verbindung zu unterhalten, sodass Runshak, Tarlyn, Christian und Asarra nun wie Drachen durch ihre Gedanken verständingen konnten. Natürlich war er selbst nicht davon ausgeschlossen.

So schafften sie es durch Christian, der sie von oben leitete, und durch Asarra, welche dank ihrer Stiefel nicht fürchten musste in dem Morast stecken zu bleiben, langsam aber sicher durch die Schwanenmarschen, auch wenn es fast schon wieder Morgen war, als sie die andere Seiten erreichten. Ein wenig müde tapste er die letzten Schritte aus dem Sumpf zurück auf festeren Boden und nahm den Ratschlag von Tarlyn nur zu gerne an.

"Ja, etwas Ruhe wird uns wohl allen gut tun." , kam etwas schläfrig von ihm und er gähnte, suchte sich ein Plätzchen und legte sich hin, ohne etwas vorher zu essen. Nur ein paar Minuten dösen...

Aus den paar Minuten wurde eher eine Stunde, bevor ihn jemand wieder weckte. Die Lykantrophen waren nun wieder schneller unterwegs und sie mussten an ihnen dran bleiben. Er streckte und dehnte sich, bis seine Gelenke kurz knackten, dann seufzte er wohlig, blinzelte sich den Schlaf aus den Augen und machten sich mit den anderen wieder auf den Weg.

"Ich glaube nicht" , antwortete er ein wenig später, als Tarlyn sich laut wunderte, ob Christian wohl in seiner Vogelgestalt bliebe, wenn ihm die magische Kraft ausging. "Wahrscheinlich wird er sich zurückverwandeln wie ich es tue, wenn ich mich nicht mehr auf diese Gestalt konzentrieren kann. Sonst würde er sich nicht so ohne weiteres verwandeln." , gab er seine eigene Meinung zum Besten. In dem Moment erreichte ihn die Nachricht von Christian, dass er die Lykantrophen vor ihnen sah, sowie zwanzig berittene Aramonier, die sich mit ihnen ein Gefecht lieferten, da brach die Botschaft ab um kurz darauf von einem Hilferuf des Magiers gefolgt zu werden.

Kurz sah er in Richtung des Kampfes, wo die Lykantrophen sich zweifellos eine harte Schlacht mit den Reitern lieferten. Statt sich dort einzumischen und aufzufliegen, galt es nun ihren Kundschafter zu retten. "Ihr habt er gehört" , sandte er an seine zweibeinigen Begleiter, die ebenfalls die Gedanken des Fischadlers bekommen hatten. "In die Schlacht können wir uns nicht einmischen, doch um diesen Schützen können wir uns kümmern."

Damit hetzte er auch schon los, geleitet durch das Bild, welches zeigte wo Christian seine Angreifer vermutete. Ein ziemlich zorniger weißhaariger Lykantroph kam daher im vollen Tempo auf die vorwitzigen Jäger zu, die Zähne gefletscht und, dank Irator, begierig etwas Blut zu vergießen, wenn sie nicht von selbst reißaus nahmen.

-4 Mana für Gedankenverbindung
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 12 Dezember 2016, 09:13
Der Weg durch den Sumpf war anstrengend und ermüdend gewesen. Auch wenn sie dank ihren Stiefeln nicht fürchten musste, selbst einzusinken, hatte sie eben darum die Aufgabe übernommen, den Rest durch dieses Wirrwarr an bodenlosen Schlammlöchern, trügerisch hervorlugenden Grasnarben und nur halbwegs sicheren Stellen zu führen.
Das war eine mühselige Aufgabe, musste sie doch jeden Schritt zuerst mit einem langen Stock prüfen, da sie selbst ohnehin nicht einsank. Dennoch gelang es ihr mit Christians lotsenden Gedanken die kleine Truppe beinahe ohne Zwischenfall durch das schwierige Gelände zu führen. Dementsprechend war sie mehr als froh, als Tarlyn eine kurze Rast anordnete. Sie genehmigte sich einen Schluck Bier und einige Schlucke Wasser aus ihren Trinkschläuchen und ass einen Apfel, dann lehnte sie sich von der anderen Seite an Tarlyns Baum und schloss ebenfalls die Augen.

Das Rauschen der Adlerschwingen liess sie aufschrecken, die Hand am Griff der Peitsche. Die schwarzhaarige Kriegerin erhob sich, streckte den schlanken Körper und trat dann zu Darius, um ihm die Hand auf die pelzige Schulter zu legen. "Komm, wir sollten weiter".

Nun schlug das Lycanerrudel ein höheres Tempo an, und auch die Verfolger mussten sich ranhalten. Glücklicherweise war die Amazone körperlich in guter Verfassung, auch wenn sie das ungewohnte Gewicht der neuen Waffen an ihrem Gürtel noch spürte. Kurz darauf erklang Christians Warnung und die darauffolgende Bitte auch in ihren Gedanken.

Sofort spurtete sie Darius hinterher und zog im Laufen mit beiden Händen zwei ihrer Wurfdolche. Alls sie dann allerdings den beiden Gestalten gewahr wurde, war sie eher daran interessiert wer sie waren und was sie hier taten. Irgendwie konnte sie die beiden nicht so richtig einordnen.

Darius, bitte nicht gleich umlegen. Lass uns erst mal rauskriegen, was die hier wollen. Und ob noch mehr hier sind.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 12 Dezember 2016, 21:23
Runde 7


Der Fischadler reagierte instinktiv und schnell. Sein geschicktes Ausweichmanöver sorgte dafür, dass der dritte Pfeil sein Ziel weit verfehlte. Der Begleiter des Schützen schüttelte resigniert mit dem Kopf.

Siehst Du, ich habe es ja gleich gesagt. Lass es endlich gut sein. Wie viele Fische kann so ein Vogel schon am Tag fressen? Vielleicht zwei oder drei?

Mit zwei oder drei Fischen mehr pro Tag würden meine Kinder abends gut in den Schlaf kommen. Ganz abgesehen davon wäre ein Vogel eine willkommene Abwechslung auf unserem Speiseplan. Ich habe seit Wochen kein einziges Kaninchen mehr gesehen, geschweige denn erlegt. Seit diese Wölfe sich bei dem Berg niedergelassen haben scheinen sie ausgestorben zu sein.

Keras Worte klangen bitter. Er zog einen weiteren Pfeil hervor und legte ihn auf die Sehne, während er Christians Flug am Himmel mit den Augen verfolgte. Sein Gefährte zuckte mit den Schultern. Er verstand Keras Argumente durchaus, dennoch hielt er diese Jagd für Zeit- und Pfeilverschwendung. Plötzlich weiteten sich seine Augen vor Schreck, als er einen wütenden weißen Lykantrophen auf sich zurennen sah, der die scharfen Reißzähne fletschte. Langsam, als könne er nicht glauben was er da sah, wich er einige Schritte zurück und hob fast in Zeitlupe den Arm um auf Amarok zu zeigen, der noch ein ganzes Stück entfernt war.

Keras... Keras! Da ein... ein Wolf. Bei allen Göttern... schieß... LOS SCHIESS!

Keras wandte sich in Amaroks Richtung, und beim Anblick des zornigen Lykantrophen wich sämtliche Farbe aus seinem Gesicht. Panisch hob er den Bogen und schoss seinen Pfeil ab, machte dann instinktiv zwei Schritte rückwärts und stolperte, gerade als Asarra in seinem Blickfeld auftauchte. Ihre Dolche hatte die Amazone inzwischen gezogen, und da sie ein Stück hinter Amarok her spurtete, sah es für die Männer so aus, als ob sie den Lykantrophen jagte.

Das Weib ist ja wahnsinnig. Auf den Baum da Sigmar– schnell, schnell. Lauf, LAUF!

Damit drehen sich die beiden Männer um und rannten was das Zeug hielt, um auf einen nahe gelegenen Baum zu flüchten.

~ ~ ~


Herma nickte Serafina nur kurz zu, bevor er hinter Endris und Phelan her rannte. Sein Blut wallte zu heiß in den Adern, um die Ausrede der Lykantrophin in irgendeiner Weise zu hinterfragen. Er wollte kämpfen, er wollte töten, er wollte das Blut auf seiner Zunge schmecken, und dem restlichen Rudel schien es nicht anders zu gehen. Selbst die Alten und Jungen, die bei Serafina blieben, waren äußerst unruhig und schienen kurz davor zu sein sich selbst in den Kampf zu stürzen. Es war wie ein Rausch, angefacht vom Ruf und der Nähe Shir Khans verwandelten sich die Wölfe in eine blutrünstige Meute, die gnadenlos auf ihre Opfer zu preschte.
Schon hatte Phelan den Reiter, den er sich ausgesucht hatte, erreicht und sprang auf ihn zu. Seine Klauen schlugen tiefe Wunden in das Fleisch von Mensch und Pferd, die Wucht des Aufpralls riss das Tier von den Beinen. Mit einem wilden Wiehern ging es zu Boden. Knochen knackten und splitterten, der Reiter brüllte vor Schmerzen. Eines seiner Beine war unter dem Leib des Tieres eingeklemmt, der Schwertarm zerfetzt, die Kleidung färbte sich langsam dunkler.
Auch rings um Phelan herum tobte der Kampf. Pferde wieherten in Todesqualen, Lykantrophen knurrten, Soldaten stießen Kampfschreie aus. Nur die typischen Geräusche von singendem Stahl fehlten, denn keiner der Lykantrophen benutzte Waffe oder Schild um Schläge zu parieren. Schon war der nächste Gegner heran gekommen und schlug mit seinem Schwert nach Phelan. Doch selbst wenn er gewollt hätte war es nun zu spät um sich zurück zu halten. Der Rausch des Kampfes fing ihn ebenso sehr ein wie sein gesamtes Rudel, er konnte spüren wie sie zu einer Einheit verschmolzen, ihr Blutrausch wurde zu seinem, und er lenkte sie fast wie seinen eigenen Körper. Er wusste plötzlich das einer seiner Wölfe schwer verletzt war, auch wenn er die Schmerzen nicht spürte, und er merkte wie eine seiner Wölfinnen starb, als ob gerade jemand das Licht einer Kerze ausgepustet hätte. Doch über all dem lag der Wunsch zu kämpfen, zu töten und zu fressen.

Auch Serafina spürte den Blutrausch, der das Rudel von Endris ebenfalls übermannte, einer der Gründe dafür das sie den Namen „Die wilde Jagd“ trugen. Er zupfte an ihren Sinnen, weckte den Wunsch zu jagen und zu töten, auch wenn sie es dabei wohl weniger auf Menschen abgesehen hatte. Die Jungen neben ihr liefen unruhig auf und ab. Im Gegensatz zu den Alten hatten sie dieses Phänomen noch nie erlebt und hatten es weniger unter Kontrolle. Serafinas Idee ihnen einzureden sie müssten die Alten beschützen war gut gewesen, doch das größte der Jungtiere hielt es irgendwann nicht mehr aus. Ohne Vorwarnung rannte der blutjunge Wolf plötzlich los und hielt genau auf die Schlacht zu um sich mitten hinein zu stürzen...
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 12 Dezember 2016, 22:19
Zum ersten Mal begann Phelan wirklich zu begreifen, was es bedeutete ein Alpha zu sein. Wie es sich anfühlte sich nicht nur im eigenen Blutrausch zu verlieren, sondern im Rausch eines ganzen Rudels. Diese ungebändigte Macht, die mit wildem ungebändigtem Pochen durch seine Adern strömte. Der schlaffe Körper unter ihm hatte ihm nicht mehr viel entgegenzusetzen. Das wenige Leben das noch darin steckte, würde auch ohne sein Zutun herausfließen. Also ließ er von seinem Opfer ab und sah sich nach einem würdigeren Gegner um.

Der preschte ihm auch schon mit erhobenem Schwertarm entgegen und der schwarze Wolf hieß den Reiter mit blutrünstiger Freude und scharfen Klauen willkommen. Schneller als sein Gegner geglaubt hatte, war er heran uns so spürte er den Luftzug der Klinge knapp oberhalb seiner empfindlichen Ohren entlangstreichen, als sich seine Pranke einen Weg zu den Eingeweiden des Reittieres bahnte.

Dass es dem Soldaten gelang auf dem Rücken eines Pferdes im Todeskampf nochmal auszuholen und sogar zu treffen, war ihm hoch anzurechnen. Er hatte das Ende eines Kriegers verdient und mit einem Satz war Phelan, der die klaffende Wunde an seiner Schulter kaum spürte, über ihm wie der Schatten des schwarzen Todes. „Gut gekämpft“, knurrte er. Und noch im selben Augenblick schlug er mit beiden klauenbewehrten Pfoten auf die schwächsten Stellen der Rüstung ein.

In dem Moment, in dem seine Krallen in weiches Fleisch drangen, bemerkte er am Rande seines Bewusstseins einen Hauch roten Nebels. Ohne sagen zu können woher wusste er was es zu bedeuten hatte. Einer seiner Wölfe war verletzt. Und dann wieder, diesmal deutlicher. Ein Weibchen. Tod.

Ein wütendes Heulen entrang sich der  Kehle des Alphas. Sein Rudel wurde Geschwächt, seine Brüder und Schwestern starben und es war seine Aufgabe das zu verhindern. Er wusste auch wie. Töten! Alles und jeden, der ihm und den seinen etwas anhaben wollte töten bevor es zu spät war…

- 0 LP (ausgewichen mit 5 wg. Parade)
- 10 LP (13 – 20 % Körperbeherrschung => 58/68 LP)
AWs: 83, 78, 80
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 13 Dezember 2016, 14:13
Wenn Serafina eines unterschätzt hatte, dann die Macht des Blutes. So sehr sie sich auch dagegen sträubte ihre menschliche Seite aufzugeben, hier und jetzt war der Zeitpunkt gekommen sich der Wahrheit zu stellen. Das Band zwischen den Lykanern umfing und fesselte sie. Zerrte an ihr. Ließ das Blut in ihren Ohren rauschen. Ließ ihr Herz rebellieren, als sie den Tod eines der Weibchen spürte, als wäre die Wölfin an Serafinas Seite zu Boden gestürzt um für immer zu vergehen.

Die junge Lykanerin keuchte und würgte. Ihr Herzschlag raste. Neben ihr tobten die Jungen und wollten dem Rudel folgen. Sie verstanden, dass sie eine Aufgabe hatten - der Schutz der Schwachen -, doch sie wollten ihrer Natur folgen. Wollten jagen. Wollten Beute machen. Wollten dem nachgeben, was sie waren - wilde animalische Kreaturen. Dem sich auch Serafina nur noch mit Gewalt entziehen konnte. Sie dachte an Wamblee, an die Freien, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten keine Zweibeiner zu verletzen. Nun wusste Serafina, warum die Lykaner des Alten Waldes auf die Rudelmagie und das Band der Zusammengehörigkeit verzichteten.

Diese Unaufmerksamkeit nutzte der männliche Jungwolf augenblicklich. Er raste los, als ob es kein Morgen gäbe. Serafina japste erschrocken auf. Die anderen Jungtiere starrten sie an, als warteten sie auf die Erlaubnis ihm zu folgen. Ohne Überlegung hetzte die Lykana hinter dem Jungen her. Sie musste ihn schützen. Würde sein Leben ausgelöscht werden wie das der Wölfin, Serafina würde eingehen vor Kummer. Diese Jungen waren die Hoffnung von Endris. Ihretwegen hatte er so lange im Wald von Nuru ausgeharrt. Nie wieder würde Serafina dem weißen Alpha in die Augen blicken können. Auch wenn es für die Menschheit besser gewesen wäre, würde die Wilde Jagd bis auf den letzten Wolf aufgerieben. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Endris und den Welpen einerseits und der Loyalität zu den Menschen Aylanns andererseits raste sie auf allen Vieren dahin. So unvernünftig es war, sie musste auf ihr Herz hören.

Hoffentlich folgten ihr die beiden anderen Jungtiere nicht. Die Zunge hing der Lykana aus dem weit geöffneten Maul. Sie keuchte nach Luft, denn sie gab die letzten Reserven, um den Rabauken zu erwischen. Ihre Ohren nahmen die Geräusche um sie herum wahr, das Schlachten und Schreien. Das Wiehern der Rösser. Wenigstens eines davon raste mit Schaum vor dem Maul aus dem Getümmel. Ein Gedankenblitz streifte Serafina. Gerade als sie den Jungwolf eingeholt hatte, lenkte sie ihn mit dem Körper von seinem Weg ab.

"Der Gaul", bellte sie mit letztem Atem. "Fang ihn ab, sonst holt er Verstärkung."

Zum Glück hatten junge Wölfe keine Ahnung davon, dass sich Pferde mit ihren Herren nicht verständigen konnten.
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 18 Dezember 2016, 18:30
Seine Pfoten hinterließen tiefe Spuren im Schlamm, der Wind rauschte durch seinen Pelz, die Augen fest auf sein Ziel gerichtet. Als Drache jagte er am liebsten, doch auch hier am Boden, in einer anderen Form, fühlte er sich lebendig, als das Blut kräftig durch seine Adern pumpte und seine Muskeln arbeiteten, um ihn vorwärts zu tragen. Die Furcht auf den Gesichtern der Menschen befriedigte einen Teil von ihm und er blinzelte nicht einmal als ein Pfeil, von Feigheit geführt, auf ihn abgefeuert wurde. Schon mehr als einmal hatten Menschen ihre Waffen auf ihn gerichtet. Das Stöckchen, welches fast einen Meter neben ihm zu Boden ging, verdiente daher kaum seine Aufmerksamkeit.

Stattdessen stürzte er sich auf die Männer und sprang sie von hinten an. Tatsächlich bekam er beide zu fassen und warf sie grob zu Boden. Sicher, er hatte noch Asarras Worte im Hinterkopf sie nicht zu töten, aber er fühlte sich momentan nicht besonders gewillt sie sanfter anzupacken. "Bleib unten." , knurrte er dem Einen Mann ins Ohr und drückte ihm seine Pfote fest ins Kreuz. Den Angriff auf Christian würde er so schnell nicht vergessen, da er dem Magier doch zu Dank verpflichtet war.

Den anderen Flüchtigen hatte er nicht vergessen und gab auch ihm die Warnung sich zu benehmen. Dann wartete er auf Asarra, die jeden Moment da sein sollte.

"Diese Jäger werden uns nicht wieder angreifen. Die Gefahr sollte gebannt sein Christian. Wie steht es mit der Schlacht?", sandte er zu den vier Naka Duskeal der Gruppe.
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 18 Dezember 2016, 18:44
Darius in seiner Lycantrophengestelt würde sich zusammen mit Asarra um die Schützen kümmern, so achtete der Magier währenddessen darauf, weiterhin kein leichtes Ziel abzugeben, bis die Gefahr gebannt war. Erst als Darius ihm mitteilte, dass die beiden Angreifer - es handelte sich wohl um Jäger, was auch erklärte, warum der Fischadlwer als Ziel auserkoren worden war - nicht mehr angreifen würden, achtete der Hohentürmler wieder mehr auf die Schlacht zwischen den berittenen Aramonern und den Lycantrophenrudeln, wobei die Lycantrophen scheinbar die Oberhand hatten.

Auch wenn die Lycantrophen einige Verluste hatten, dürfte von den Aramonern und ihren Pferden nach dieser Schlacht kaum etwas übrig bleiben. Vielleicht noch die Rüstungen und Waffen...

Der Magier bezweifelte, dass er detaillierter erklären musste, was dort unten gerade ablief, diese Lycantrophen schienen von der Reise hungrig zu sein. Mit einem gedanklichen Seufzen konzentrierte sich der verwandelte ehemalige Stathalter lieber darauf, nicht aufzufallen, als allzu genau hinzusehen, was die Lycaner mit den Menschen und Pferden anstellten.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 19 Dezember 2016, 11:47
Die Amazone holte alles aus ihren langen Beinen heraus, was sie hatte. Dennoch war der Lykaner vor ihr bei den beiden Gestalten und warf sie nicht gerade zimperlich zu Boden. Sie vertraute dem verwandelten Drachen ohne zu zögern ihr Leben an. Aber sie wusste weder, inwiefern sich die Verwandlungen auf seinen Geist auswirkten, noch ob da gerade Darius oder vielleicht doch eher Irator der treibende Geist hinter der Hatz war. Daher beeilte sie sich.

Einige schwarze Strähnen hatten sich aus dem langen Zopf gelöst, als die Kriegerin endlich bei der Gruppe ankam. Nur Sekunden zuvor hatte Irators Stimme in ihrem Geist verklungen und ihre Befürchtung zum Teil wahr gemacht. Konnte sie sich bei Darius sicher sein, dass er sich nicht unüberlegt zu unnötiger Gewalt hinreissen liess, war sie sich bei Irator da einfach nicht sicher.

"Lass sie Amarok." Murrte die Amazone, dann kniete sie sich vor die im Schlamm liegenden Köpfe der beiden unglücklichen Gestalten. Sie gab sich alle Mühe entspannt und freundlich auszusehen, blieb dabei allerdings wachsam. Auch sie würde keine Sekunde zögern, falls die beiden Fischer ihre Sache gefährden würden.

"Entschuldigt, er ist sehr... beschützerisch. Wer seid Ihr? Und was tut Ihr hier?"
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 19 Dezember 2016, 14:11
Die Schlacht verlief zu Gunsten der Lykantrophen. Gut. Dann wurde ihr Pfad zu Shir Khan nicht unter den Hufen von Pferden und den Speeren von Menschen vernichtet und er würde Aponi'kasa lebend wiedersehen. Er versuchte sich keine zu großen Sorgen um sie zu machen, aber... sie war ihm auf ihre Art so wichtig wie Asarra.

Wo er gerade an die Amazone dachte, kam diese neben ihm zum Stehen und er zog sich gehorsam ein wenig zurück, allerdings nicht ohne ein letztes warnendes Knurren und behielt die Beiden Menschen im Auge. Von allen Rassen auf Aylann konnte er sie am Schlechtesten einschätzen, daher ging er lieber auf Nummer sicher mit ihnen.

Kurz sah er scheinbar gelangweilt zur Seite, als sie ihn entschuldigte und ihn beschützerisch nannte. Ganz unrecht hatte sie damit nicht, aber das brauchte er ihr ja nicht auf die Nase zu binden. Wo blieben denn Runshak und Tarlyn? Sahen sie lieber die Schlacht aus der Ferne?

Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 21 Dezember 2016, 22:20
Runde 8


Schnell wie der Wind rannte Amarok hinter den beiden flüchtenden Fischern her, die verzweifelt versuchten den rettenden Baum vor ihm zu erreichen, doch sie hatten keine Chance. Mit einem mächtigen Satz hechtete der Lykantroph vor und warf die zwei Männer zu Boden, die dachten ihr letztes Stündlein hätte geschlagen. Ängstlich blieben sie liegen und folgten seiner Anweisung sich nicht zu rühren so akkurat, das sie sich zuerst auch keinen Millimeter bewegten, als sich die Wolfspranken von ihren Rücken zurückzogen. Erst als Asarra mit ihnen sprach und sich für Amaroks Benehmen entschuldigte, wagten sie es vorsichtig den Kopf zu heben.

Er... er hört auf Euch?

Ungläubigkeit schwang in Sigmars Stimme mit, als er langsam, ganz langsam den Kopf in die Richtung des Lykantrophen drehte, der immer noch bedrohlich knurrte.

Das ist Sigmar und ich bin Keras. Wir sind auf dem Weg um Fische zu fangen.

Sigmar nickte bestätigend, so gut das in in seiner Position möglich war.

Ja, das ist wahr, wir haben sein Rudel nicht angegriffen. Im Gegenteil, wir haben uns sogar vor ihm versteckt als wir sie kommen sahen, damit sie das Dorf nicht entdecken. Es liegt ein Stück weiter nördlich, nicht weit von hier. Wen will er also vor uns beschützen? Wir tun doch niemandem etwas.

fragend sah der Fischer Asarra an und Keras, der immer noch ängstlich zu Amarok sah, schob vorsichtig die Frage hinterher: 

Dürfen wir aufstehen?


~ ~ ~



Tarlyn war tatsächlich mit Runshak stehen geblieben, als absehbar war, das Amarok die Flüchtigen rechtzeitig einholen würde, denn der Ork war in seiner Rüstung nicht der schnellste Sprinter.

Wartet Runshak. Lasst uns schauen, wo wir sind solange die Wölfe abgelenkt sind.

Sie deutete auf einen Berg in der Ferne.

Ich denke das dort ist der Wolfsfelsen, zu dem sie unterwegs sind, was meint ihr? War auf der Karte nicht auch eine Orkhöhle eingezeichnet? Ward ihr schon einmal dort?

Tarlyn holte eine Karte aus ihrem Rucksack, breitete sie aus und tippte mit dem Finger auf einen Punkt.

Wir müssten etwa hier sein. So flach wie die Gegend hier ist wird es schwierig sein sich dem Felsen zu nähern, ohne das wir bemerkt werden. Irgendwelche Ideen dazu?


~ ~ ~


Unterdessen bemühte sich Christian nicht zu genau zu dem Gemetzel, was unter ihm stattfand hinzuschauen. Die Lykantrophen gewannen schnell die Oberhand, und auch wenn sie Verluste zu beklagen hatten, so waren sie doch sehr gering. Von den Soldaten hingegen überlebte kein einziger, und da sich die anderen Jungwölfe Serafinas Idee mit der Pferdehatz anschlossen, schaffte es auch keines der Tiere zu entkommen. Gemeinsam mit dem Rudel heulten die Jungen die Freude über ihren Sieg hinaus, bevor sie sich stolz über die erlegte Beute hermachten. Auch der Rest des Rudels fraß, was nicht ohne die üblichen Rangeleien abging. Sobald jedoch Phelan auch nur in die Nähe kam, machten sie ihm unterwürfig Platz. Endlich schienen sie ihn als ihren Alpha völlig respektiert zu haben, ganz ohne seine Position in Frage zu stellen.
Für die Lykantrophen schien es keinen großen Unterschied zu machen, das ihre Beute in diesem Fall Menschen gewesen waren, der Blutrausch verwischte alle klaren Gedanken zu fast reinen Überlebensinstinkten, und die hießen fressen oder gefressen werden.

Erst lange Zeit später, als sich der Tag schon langsam dem Ende neigte, legte sich der Adrenalinspiegel der Wölfe und sie bekamen wieder klarere Köpfe. Pfoten, Schnauzen und Wunden wurden sauber geleckt, dann kam das Zeichen sich zu sammeln. Endris nickte Phelan zu, dann stieß er ein lautes, klagendes Heulen aus, um die toten Lykaner zu betrauern, in das der Rest des Rudels einfiel. Es war ihre Art zu trauern, sie begruben ihre Toten nicht, sondern würden in den nächsten Nächten stets ein wölfisches Klagelied für sie singen. Und als ihr Ruf abebbte, da konnte man ganz leise, aus der Ferne, andere Wölfe heulen hören.

Sofort war die Unruhe im Rudel beinahe greifbar. Sie wollten aufbrechen, wollten sich mit ihren Brüdern und Schwestern vereinen, wollten zu dem Wolf, der sie alle anführte. Also brachen sie auf und machten sich auf den Weg, um das letzte Stück des Weges zu laufen. Endris überließ Phelan die Führung und machte sich auf die Suche nach Serafina.

Danke das Du auf die Jungen geachtet hast Serafina. Es war eine gute Idee sie die Pferde jagen zu lassen, die waren wesentlich ungefährlicher als die Soldaten. Jetzt ist es nicht mehr weit, wir werden den Felsen vor Einbruch der Nacht erreichen.

Und so war es auch. Schon als sie sich dem Fuß des Felsens, der eher ein riesiger Berg war, näherten, konnten sie den Geruch von Hunderten anderer Lykantrophen wahrnehmen. Am Anfang eines Pfades, der sich in schmalen Serpentinen den Berg hinauf wand, empfing sie eine Gruppe von etwa zwanzig Wölfen.

Ihr seid spät dran. Von wo kommt Ihr? Heute Nacht findet die große Versammlung statt, oben, auf der Spitze des Berges.
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 27 Dezember 2016, 10:24
Die Lycantrophen waren dann aber auch irgendwann einmal satt, weswegen sich der Fischadler wieder in eiten Bögen an die Verfolgung dieser machte, während seine Gefährten am Boden ein Dorf im Norden aufsuchen wollten, welches der verwandelte Magier auch aus der Luft sehen konnte. Hoffentlich konnte die Wolfsmeute das nicht von dem Wolfsfelsen aus sehen, sonst wäre wohl bald nicht mehr davon übrig.

Die Lycantrophenrudel kamen schließlich an dem Felsgebilde an, sie waren wohl so ziemlich die letzten der Wilden Jagd, die hier eintreffen würden, soweit Christian dies bebachten konnte. Allerdings musste der Fischadler nun auch höher fliegen, um nicht doch noch von einem der sicher mehrere hundert Lycantrophen umfassenden Kreaturen aufzufallen. Wobei es auch bald dunkel werden würde, selbst wenn dann auch der ehemalige Statthalter von Nighton Mühe haben würde, viel zu erkennen. Zwar schaute der Hohentürmler, ob er Serafina entdecken konnte, aber dazu waren es wirklich zu viele Lycantrophen. Blieb also zu hoffen, dass Serafina dort unerkannt wieder herauskam, um ihnen die Details mitzuteilen. Wobei Shir Khans Stimme bestimmt weit tragen würde, so sollte selbst der Retter des Drachenauges etwas mitbekommen. Die anderen Gefährten würden im Dorf sicher ohne ihn auskommen, sonst würde Darius sich schon melden.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 28 Dezember 2016, 12:10
Phelan blickte über das Schlachtfeld und versuchte so etwas wie Mitleid für die gefallenen Menschen zu empfinden. Es fiel ihm schwer. Die Trauer über die toten Lykantrophen überwog, denn von ihnen hatte er die meisten gekannt und war mit allen zum Zeitpunkt ihres Sterbens verbunden gewesen, während die Reiter Fremde gewesen waren.

Doch der Kampf hatte nicht nur für ihn einiges geändert. Auch die übrigen Wölfe schienen ihn jetzt in einem anderen Licht zu sehen. Vielleicht lag es daran, dass er vor ihren Augen menschliches Blut vergossen hatte. Oder daran, dass sie erstmals wirklich als Rudel funktioniert hatte. Der Alpha konnte es nicht mit Sicherheit sagen und vielleicht wollte er das auch nicht, weil er befürchtete, dass ihm die Antwort nicht gefallen hätte.

Er nutzte dem neuen Respekt, der ihm von allen Seiten her entgegenschlug, jedenfalls um sich die besten Brocken eines toten Pferdes zu sichern. Denn so weit, dass er plötzlich Menschenfleisch genossen hätte, ging die Veränderung dann doch nicht. Obwohl mehr als genug Futter für alle da war, wurde die Rangordnung beim Fressen weitgehend eingehalten und so hielten die anderen Wölfe respektvoll Abstand während er das frische Herz und die Zunge des Gauls verschlang. Danach überließ er ihnen das Feld und kümmerte sich erst wieder um die Kadaver nachdem die Aufregung des Kampfes abgeklungen war und die Toten besungen worden waren: „Nehmt so viele Vorräte mit wie möglich!“ Denn an einem Ort, an dem sich die gesamte Wilde Jagd sammelte, würde sich schwerlich frisches Fleisch auftreiben lassen.

Das Rudel war ungeduldig und daher hütete er sich davor den Aufbruch zu lange aufzuschieben. Im Moment oblag es ihm die anderen anzuführen und der schwarze Alpha hatte keinen Augenblick darüber nachgedacht, warum Endris das nicht selbst übernahm. Zum Wolfsfelsen war es nun nicht mehr weit und, obwohl sich einige von ihnen Verletzungen zugezogen hatten, waren sie schnell unterwegs. Entsprechend dauerte es nicht lange, bis sie auf den ersten Posten der Wilden Jagd trafen. „Wir kommen aus Nurus Wäldern“, erwiderte er auf ihre Frage. „Nicht der nächste Weg und die meisten der Jungen und der Alten sind bei uns geblieben. Doch wir sind nicht zu spät.“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 28 Dezember 2016, 14:44
Gesättigt vom Fleisch eines der Pferde, welches von den Jungwölfen erlegt worden war, trabte Serafina im Mittelfeld des Rudels. Es war ihr unmöglich geworden Markierungen zu setzen. Doch das hohe Gras, das von ihnen zertreten wurde, das Schlachtfeld, das sie zurückgelassen hatten, und die Silhouette jenes Felsens, zu dem sie strebten, würden den Verfolgern genug Hinweise geben. Besser war es für die Soldaten Nurus ihrer Meinung nach, sich fern zu halten von der Wilden Jagd, die Blut geleckt hatte. Serafina wollte ihre Ohren spitzen so gut es ging und danach versuchen sich aus dem Lager zu schleichen. Mehr blieb ihr nicht zu tun übrig.

Endris gesellte sich zu ihrer Freude an ihre Seite. Dennoch tat ihr Herz einen erschrockenen Satz. Hatte er Verdacht geschöpft? Serafina wurde siedend heiß und eisig kalt zugleich.

"Es war mir ein Vergnügen die Jungen bei der Jagd zu beobachten, mein Alpha. Ja, ich gebe zu, ich wollte vermeiden, dass sie von den Schwertern und Lanzen der Soldaten verletzt werden. Noch haben sie keine Erfahrung mit scharfen Waffen, nehme ich an. Niemals hätte ich es mir verzeihen können, wenn ihnen etwas zugestoßen wäre. Ich liebe sie wie mein Leben", gab sie offen zu und blinzelte ein Staubkorn aus dem Auge.

"Ich bin schon sehr aufgeregt. Der legendäre Shir Khan. Ihm direkt gegenüber zu stehen, nein, das wäre zu viel erhofft. Ich werde ihn wohl bloß wie die meisten von uns aus der Ferne bewundern können. Ich meine, er wird sich nur mit den Alphas treffen und zu uns anderen von einer Anhöhe aus sprechen. So stelle ich es mir jedenfalls vor. Ein dummer Junglykantrophentraum zu glauben, einem der Alten persönlich nahe zu kommen", plapperte Serafina ausgelassen und versuchte dabei gezielt Endris dazu zu bewegen, sie nahe genug an Shir Khan heranzuführen, dass sie von den geheimen Plänen des obersten Alphas erfuhr. Diese wollte sie den Hauptleuten Nurus in einem ausführlichen Bericht erstatten. Sie würde ohnehin vorsichtig sein müssen. Als Dragoleutnant der Schwarzklaue würde ihr mit Misstrauen begegnet werden, wie sie vermutete.

Und dann tauchte er vor ihnen auf: Der massive Wolfsfelsen, der mehr einem Berg denn einem Felsen glich. Der Geruch unzähliger Lykantrophen hing in der Luft. Serafina schnüffelte aufgeregt, versuchte die Stimmung zu erfassen. Ihr Herz raste vor Aufregung und Angst. Wie sollte sie hier unbeschadet wieder fortkommen? Einzig ihre Erfahrung als Nachtjägerin, geschult im Schleichen und Verbergen, würde ihr jetzt noch helfen können.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Mittwoch 28 Dezember 2016, 20:21
Die Amazone blieb in der Hocke, nur Darius mochte auffallen dass der Körper der Schwarzhaarigen noch immer gespannt wie eine Feder war, um blitzschnell reagieren zu können.

Sie zuckte mit den muskulösen Schultern. "Manchmal..." Asarra grinste zu Darius hinüber. Die beiden Männer stellten sich vor. Die Amazone beschloss, sich vor allem auf Keras zu konzentrieren. Der schien zumindest etwas Mut im Leibe zu haben und stellte die richtigen Fragen. Dennoch konnten die Informationen der beiden Fischer und der Leute im Dorf eventuell von Nutzen sein. Ohnehin war es wohl kaum praktikabel sich an einige hundert Lykaner anzuschleichen.

"Tarlyn, Runshak. Wir haben die Schützen erwischt, es sind Fischer aus einem naheliegenden Dorf. Ich denke wir sollten uns das anschauen." Diese Gedankenübermittlung war schon etwas sehr praktisches, sehen konnte sie die beiden nämlich noch immer nicht. Wo blieben sie denn nur? Hatten sie sich doch noch in die Schlacht eingemischt?

Auf Keras Frage hin nickte die schwarzhaarige Kriegerin. "Langsam, keine hektischen Bewegungen und kommt um Himmels Willen nicht auf die Idee anzugreifen oder wegzurennen. Dann kann ich euch auch nicht mehr aus der Patsche helfen."

Die Frage des anderen Fischers, dessen Name sie auch bereits wieder vergessen hatte, beachtete sie hingegen gar nicht. Asarra hielt es für keine schlaue Idee, den beiden auf die Nase zu binden das Christian da oben als Vogel umher flatterte.

"Sollen wir euch zurück zu eurem Dorf bringen? Hier draussen scheint es im Moment nicht allzu sicher zu sein. Ihr wollt bestimmt nicht noch mehr Ärger mit den Wölfen?"
Die Amazone versuchte es so klingen zu lassen, als täten sie den beiden noch einen Gefallen, wenn sie sie ins Dorf begleiteten. Sie befürchtete ihr Misstrauen zu erregen, wenn sie zu direkt danach fragte.
Autor: Darius Datum/Zeit: Mittwoch 28 Dezember 2016, 20:58
Wenn er die Amazone nicht so gut gekannt hätte, dann wäre ihm vielleicht die Idee gekommen, dass sie sich recht entspannt wenn nicht gar besorgt neben den Männern in die Hocke ging. Nur war Asarra kein Grünschnabel mehr und war noch genauso angespannt wie zuvor. Von einer Entspannung ihrerseits gab es jedenfalls keine Anzeichen. Sie hielt sich eher wie jemand der bereit war gleich in den Kampf zu springen.

Vorerst machte er das Theater jedenfalls mit und schnaubte widerwillig, als sie zu ihm herüber grinnste, um die Männer nicht zu sehr in Sicherheit zu wiegen und übertrug ihre Nachricht zu Runshak und Tarlyn, während er seine eigene zu Christina zu schickte.

"Seid gewarnt, dass ich den Kontakt möglicherweise nicht mehr aufrecht erhalten kann, wenn wir uns zu weit voneinander entfernen. Sucht uns im Notfall auf, wenn ihr etwas entdeckt."


Selbst konnte er nur wenig von dem entfernten Kampf sehen und das war auch gut so, denn anderfalls wären sie leichter zu entdecken. Er konzentrierte sich besser auf die Menschen.

Asarras Angebot traf im ersten Augenblick auf Unverständnis bei Irator, doch Darius stimmte ihr zu. Bei so vielen Lykantrophen konnten sie nicht viel ausrichten. Für den Moment mussten sie sich auf Christian und vor allem auf Serafina verlassen.

"Zu dem Menschendorf?" , warf er grollend ein und trat wieder etwas näher zu den Kauernden Zweibeinern. "Wenn sie Pech haben werden sie sowieso bald von der Wilden Jagd verschlungen oder infiziert, um das Rudel zu stärken. Was soll es uns bringen sie zu ihren Hütten zurückzubringen?"

Dabei lag in dem Dunklen Auge des Gestaltwandlers ein ziemlich kalter Ausdruck der durchaus ehrlich gemeint war. Diese Menschen würden ihnen höchstens sagen können, welche Verluste sie bereits durch Shir Khans Meute erlitten hatten... oder sie konnten ihnen auf andere Art helfen. Die beiden Seiten waren sich in dieser Sache nicht einig.

Sein Grollen wandte sich in ein stummes Wolfslachen und er trat nun ganz neben Asarra. "Es ist wohl besser wir bringen sie dorthin. Ihre Welpen warten sicher schon auf diese 'erfolgreichen Jäger' ", gab er feixend bei. Asarra würde jedenfalls kaum von diesen Männchen beeindruckt sein.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Donnerstag 29 Dezember 2016, 00:33
Darius kam Runshaks Bitte nach, verwandelte sich in seine Drachenform zurück und trug ihn zusammen mit Tarlynn ans andere Ufer. Dort angekommen nahm er wieder die Gestalt eines Lykaners an. Asarra hatte mit der Flussüberquerung überhaupt keine Probleme, da sie mit ihren magischen Stiefeln einfach übers Wasser laufen konnte.

Als alle das Gewässer überwunden hatten, machte sich die Gruppe daran, die Schwanenmarschen zu durchqueren. Die Sicht war ähnlich schlecht wie damals, als Runshak den Sumpf zum ersten Mal durchquert hatte. Die Mischung aus Dunst und Dunkelheit machte die Suche nach Spuren deutlich schwerer als zuvor. Glücklicherweise konnte ihnen Christian bei der groben Navigation helfen. Da Asarra durch ihre Stiefel nicht einsinken konnte, übernahm sie es festen Boden zu finden, auf dem die übrigen Soldaten laufen konnten. Auf diese Weise setzten sie die Verfolgung fort bis das Rudel anhielt um zu rasten. Die Soldaten taten es ihnen gleich und ruhten mit gebührendem Abstand bis zum Morgengrauen.

Etwa eine Stunde später mussten die Soldaten wieder losmarschieren. Die Mischung aus Gewaltmarsch und wenig Schlaf ließ den Hauptmann verstehen, weshalb man diese Tageszeit Morgengrauen nannte. Zudem wurden die Lykaner schneller. Das konnte nur heißen, dass der Boden fester wurde und sie sich dem Ende der Schwanenmarschen näherten. Entsprechend liefen nun auch die Verfolger aus Nuru schneller - zumindest alle außer Runshak. Auch wenn der Boden insgesamt fester wurde, so sank er - bedingt durch das große Gewicht seiner Rüstung - immer noch deutlich tiefer ein als seine Mitstreiter. Bei einer kleinen Pfütze war es schließlich soweit, dass der Boden unter seinen Füßen überraschend stark nach gab. Nun war der Hauptmann bis zur Hüfte eingesunken und konnte sich nicht mehr selbstständig befreien. Glücklicherweise hatte sich Tarlynn irgendwann umgedreht und hatte gesehen, was dem orkischen Krieger zugestoßen war. Vermutlich war ihr aufgefallen, dass das metallische Klappern von Runshaks Plattenrüstung nicht mehr zu hören war. Mit ihrer Hilfe, ein paar Längen Seil und einer Birke konnte die Grünhaut gerettet werden.

In der Zwischenzeit waren die Lykaner auf eine Gruppe Späher aus Aramon gestoßen. Es war wenig überraschend, wie diese Begegnung ausging. Gleichzeitig hatten ein paar Jäger versucht, Christian abzuschießen. Darius und Asarra waren auch prompt los gerannt, um sich um diese zu kümmern. Da Runshaks und Tarlynns Einmischung in beiden Fällen überflüssig gewesen wäre, entschieden sich die beiden dazu, erst einmal ihre Position zu bestimmen. Scheinbar war der Wolfsfelsen bereits in Sichtweite. Tarlynn bemerkte dass demzufolge südlich ihrer derzeitigen Position eine Orkhöhle sein musste und fragte Runshak, ob er schon einmal dort war. „Nein, leider nicht.“ antwortete die Grünhaut „Als ich damals nach Dragonia gereist bin, war ich ein gutes Stück weiter nördlich unterwegs.“ „Ich glaube, der einzige von uns, der sich unbemerkt dem Felsen nähern könnte, ist Christian. Vielleicht, indem er sich in etwas noch kleineres verwandelt...“

Eine telepathische Meldung unterbrach die Überlegungen des Orks. Scheinbar befand sich das Dorf der Fischer irgendwo in der Nähe. Die Amazone schlug vor, die beiden dorthin zu geleiten. „Gute Idee!“ antwortete er „ So können wir mehr über die Gegend erfahren und unsvielleicht auch dem Felsen unbenerkt nähen."
Autor: Myriel Datum/Zeit: Freitag 30 Dezember 2016, 10:42
Runde 9


Tarlyn rollte ihre Karte wieder und und machte sich gemeinsam mit Runshak auf den Weg zu Asarra und Darius. Der Ork hatte Recht, außer Sir Christian würde sich wohl kaum jemand unbemerkt dem Wolfsfelsen nähern können, dazu war dieses Land hier einfach zu flach und besaß zu wenig Bäume.  Nun, wenigstens bestätigte es sich jetzt , dass es eine gute Idee gewesen war den Magier mitzunehmen.

Als Tarlyn und Runshak ihre Gefährten erreichten, hatten sich die beiden Fischer gerade erhoben und klopften sich ihre Kleider ab. Ein wenig misstrauisch betrachteten sie die zwei für sie fremdländischen Soldaten, denn ihre Uniformen kannten sie nicht. Was hatten Soldaten mit den Lykanern zu tun, und das in Begleitung eines Orks in Rüstung? Trotzdem nickten sie und nahmen Asarras Angebot, wenn auch ein wenig zögernd, an.

Ja, es sind unsichere Zeiten, gerade mit diesem Wolfsrudel in der Nähe. Wollt Ihr Euch ein wenig in unserem Dorf ausruhen? Ihr seht so aus als ob ihr von weit her kommt.

Tarlyn schien die Unsicherheit der beiden Fischer zu bemerken, und stellte sich und Runshak vor, in dem Glauben Asarra und Darius hätten es bereits selbst getan.

Mein Name ist Tarlyn von Silberwald, stellvertretender Hauptmann der Stadtwache von Nuru. Das liegt in Dragonia. Und dies hier ist Hauptmann Runshak.

Damit gaben sich Keras und Sigmar zufrieden und führten den Verfolgertrupp zu ihrem Dorf. Sie brauchten etwa eine halbe Stunde, bis sie die Siedlung sehen konnten. Sie war nicht sonderlich groß und bestand aus etwa einem Dutzend Häusern die recht einfach gebaut und rund um einen freien Platz in der Mitte angeordnet waren. Dort standen mehrere grob geschnitzte, lange Tische und Bänke, daneben befand sich eine große Feuerstelle die mit einem dicken Ring aus Steinen abgegrenzt war. Darüber hatte man drei dünne Holzstämme aufgestellt, an denen ein Kochkessel befestigt werden konnte. Das Ganze wirkte so, als ob die Dorfgemeinschaft ihre Mahlzeiten gemeinsam unter freiem Himmel einnahm.

Als sie eintrafen stand eine Frau in der Tür eines der Häuser, blickte ihnen entgegen und hatte dem Kind vor sich die Hände auf die Schultern gelegt. Eine weitere Frau kam mit einem Korb voller Holzscheite um eine Häuserecke und blieb stehen als sie sie sah. Keras führte die Abenteurer zu einer der Bänke und bot ihnen an sich hinzusetzen. Eine der Frauen brachte einen Krug Wasser und einen Korb mit vier flachen, kleinen Brotfladen und einem geräuchertem Fisch. Keras entschuldigte sich für das spärliche Mal und fing an zu erzählen:

Auf dem Wolfsfelsen leben seit ich denken kann eine Menge Wölfe. Es war nie ein großes Problem, unser Dorf liegt weit genug weg. Sie lassen uns in Ruhe und wir kümmern uns nicht um sie – wobei sie uns ohnehin kaum fürchten würden. Aber seit gut einem Mond scheinen es immer mehr Wölfe zu werden. Sie ziehen in unterschiedlich großen Gruppen aus verschiedenen Richtungen zu dem Berg hin und fressen sich durch das Wild wie eine Herde Heuschrecken. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein großer Jäger, von zehn Kaninchen auf die ich schieße treffe ich vielleicht eines. Aber bei der Menge an Karnickeln die normalerweise hier leben war das nie ein großes Problem. Doch das hat sich seit einer Weile geändert. Wir glauben die Wölfe schlagen sie – und sie kommen dabei immer näher an unser Dorf heran. Gestern erst hat Sigmar einen gesehen, der hinten bei den Beerensträuchern entlang gelaufen ist. Wir haben den Kindern schon gesagt sie sollen bei den Häusern bleiben. Wie auch immer, seitdem ernähren wir uns von Brot, und den Fischen die wir fangen. Doch so üppig sind die Fischvorkommen hier nicht und heute habe ich sogar den ersten Fischadler entdeckt. Zu ärgerlich, das ich ihn nicht erwischt habe. Wenn der Fischbestand auch noch dezimiert wird, weiß ich nicht mehr wie wir uns ernähren sollen.

Vielleicht sollten wir einfach fortziehen, wie Herlinde es vorgeschlagen hat Keras.

mischte sich da Sigmar ins Gespräch ein.

Ein Onkel von mir wohnt in Flaatsund, ganz in den nördlichen Marschen. Es würde erst einmal ein Behelf sein, aber wir könnten uns gewiss ein paar Häuser dort bauen.

~ ~ ~


Endris Blick war auf den Rudelteil vor ihnen gerichtet, als er Serafina antwortete.

Ja, der legendäre Shir Khan persönlich. Halt Dich besser von ihm fern Serafina. Wer seine Worte in seiner Nähe nicht weise setzt endet leicht zwischen seinen Krallen. Am Besten bleibst Du in der Nähe der Jungen. Sie mögen Dich genauso wie Du sie, und Du hast gute Ideen um sie vor Dummheiten zu bewahren. Wir sind bald da. Ich muss wieder nach vorne.

Damit spurtete der weiße Alpha los um sich neben Phelan wieder an die Spitze des Rudels zu setzen. Er kam an als Phelan gerade die Fragen des Wachpostens beantwortete.

color=blue]Aus den Wäldern Nurus? Wo ist dann – ah – Endris. Sei gegrüßt. Oben links des Plateaus ist noch ein Platz für Euch frei.[/color]

Damit gaben die Wölfe den Weg frei und ließen das Rudel passieren. Der Pfad schlängelte sich in vielen Kurven rund um den Berg herum. Immer wieder gab es Abzweigungen, die zu freien Plätzen, in kleine Schluchten oder Höhlen führten, und überall schien es Lykantrophen zu geben, auch wenn es teilweise nur ein oder zwei von ihnen waren. Der größte Teil der wilden Jagd befand sich bereits dort, wo man sie hingeschickt hatte: oben auf der Spitze des Berges. Hier gab es ein großes, abgeflachtes Plateau, auf dem nichts wuchs außer ein paar spärlich gesäten Flechten und etwas Moos, das sich in die Ritzen der Steinbrocken krallte. Die Mitte des Plateaus war freigehalten worden, und der Fischadler Christian, der über dem allen schwebte, konnte erkennen, dass die Furchen, die dort in die Steinplatte geritzt worden waren, aussahen wie ein riesiger Hexenknoten.
Endris und Phelan brachten ihr Rudel an die ihnen zugewiesene Stelle und dann hieß es warten und ausruhen, wobei einige der Lykaner die Gelegenheit nutzten um alte Bekannte zu begrüßen.

Die Nacht brach herein, und wer geglaubt hatte, der Mond würde sie erhellen, der hatte sich geirrt. Nur eine ganz schmale Sichel stand am Himmel, die es kaum schafft ihr Licht bis zur Erde leuchten zu lassen. Es war dunkel genug, dass sich ein kleineres Wesen als ein Fischadler sicher nah genug heran wagen konnte, um zu hören was der mächtige schwarze Wolf, der aus einer Höhle heraus getreten war, zu sagen hatte, denn er sprach laut und seine Stimme hallte weit über das Plateau hinweg.

Ich habe Euch gerufen, und Ihr seid gekommen. Endlich ist die wilde Jagd wieder zu voller Stärke vereint.

Es war mucksmäuschenstill auf dem Berg, so ruhig, das man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Die gesamte Aufmerksamkeit der Lykaner war auf Shir Khan gerichtet, seine finstere Präsenz und seine Ausstrahlung waren furchteinflößend und beeindruckend zugleich. Die rot glühenden Augen wanderten über die Menge, schienen nach und nach jeden einzelnen Lykaner direkt anzublicken, wenn auch nur für einen winzigen Moment.

Morgen Nacht, wenn der Mond ganz am Himmel verschwindet, und nur noch rotes Licht zu sehen ist, werden wir der Welt zeigen, wie stark wir geworden sind. Dann werden wir den Boden hier ebenso rot färben, wie es der Mond ist, und die zurück ins Leben rufen, die uns schon vor Hunderten von Jahren ihren Schutz gewährte. Mit ihrer Hilfe werden wir über die Menschen herrschen. Nie wieder wird ein Mensch es wagen die Hand gegen einen Lykaner zu erheben, nie wieder werden sie uns jagen wie räudige Hunde. Nie wieder wird einer von uns dafür verurteilt werden, das er jemandem die Gunst gewährte einer von uns zu sein, im Gegenteil, sie werden uns darum anbetteln es zu tun. Sie werden uns mehr fürchten als ihren schlimmsten Feind.

Shir Khans Stimme hatte sich zu einem dumpfem, drohendem Knurren gesenkt, doch als er weiter sprach wurde sie wieder klarer, damit auch jeder seine Anweisungen verstehen konnte.

Unsere Späher haben die gesamte Gegend um den Wolfsfelsen herum erkundet. Wir wissen genau wo die Siedlungen der Menschen liegen. Zieht aus und bringt möglichst von ihnen bis morgen Nacht hierher – lebend. Beißt ihnen die Finger ab wenn es sein muss, aber lasst ihre Herzen schlagen bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Und dann wird die Welt vor uns erzittern. 

Shir Khans grausames Lachen erklang und ging in ein Heulen über, bevor sich der Alte wieder zurück zog. Er hatte gesagt, was gesagt werden musste.
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 01 Januar 2017, 17:23
Zwar konnte der Fischadler verhindern, dass er selbst entdeckt werden würde, aber als die Nacht hereinbrach, konnte er dafür selbst auch nicht mehr viel sehen, da der Mondzyklus ihm einen Strich durch die Rechnung machte. Nur dass dort unten ein magisches Zeichen im Boden eingeritzt war, hatte er zuvor noch sehen können. War das nicht gar ein Hexenknoten? So suchte sich der Magier einen der spärlich auf der unteren Ebene wachsenden Bäume aus, um sene Verwandlung auf einem starken Ast kurz aufzuheben, nur um sich gleich danach in einen kleineren Vogel -genauer eine Zwergohreule, da diese für die Nacht besser geeignet war - zu verwandeln. Außerdem würde er so noch näher an das Geschehen heranfliegen können, ohne entdeckt zu werden, solange niemand gezielt nach ihm Ausschau halten würde, wie es diese menschlichen Jäger zuvor wohl getan hatten. Und waren das dort unten nicht doch Phelan und da hinten Serafina? Aber wirklich sicher war er sich dann doch nicht und er konnte sie ohnehin kaum kontaktieren, da er selbst ja nicht die Gedankensprache beherrschte.

So bekam er dafür dann die Ansprache dieses Shir Khan mit, der wohl dort, wo sich der Hexenknoten befand, morgen Nacht ein blutiges Ritual durchführen wollte, um irgendeine Sie zurückzuholen, die schon vor Jahrhunderten über die Lycantrophen gewacht hatte. Um wen es sich dabei wohl handelte? So versuchte der verwandelte Hohentürmler, Darius das soeben gehörte wortwörtlich weiterzuleiten. Allerdings schien es, als würde es aufgrund der Entfernung nicht so deutlich ankommen, weswegen er, nachdem Shir Khan wieder abgetreten war, sich wieder etwas höher begeben wollte, sogar ein Stück in Richtung dieses kleinen Dorfes zu fliegen, um seine Gedanken auf den Eisdrachen konzentrieren zu können, ohne sich noch dazu darauf konzentrieren zu müssen, dass er nicht doch noch entdeckt werden würde. Nachdem er die Worte übersendet hatte, fügte er selbst noch eine Anmerkung hinzu.


Darius, das war alles. Warnt auf jeden Fall die Dorfbewohner, dass sie das nötigste packen und fliehen sollen. Und fragt nach, wo sich noch andere Ortschaften in der Nähe befinden, vielleicht kann ich diese dann ebenfalls warnen, bevor die Wilde Jagd über sie hereinbricht . Alles ohne richtige Stadtmauer und viele kampferprobte Wachen ist gefährdet.

Also so ziemlich jeder Ort außer den drei großen Städten. Aramon war eben ein ziemlich ländliches Gebiet, besonders hier. Am liebsten hätte er diesem Shir Khan ja gleich selbst das Fell über die Ohren gezogen, aber dazu war dieser aufgrund der Unterstützung von Côr wohl doch zu stark und dessen Wilde Jagd würde den Magier ohnehin zu sehr schwächen, bis er bei ihm war. Blieb also zu hoffen, dass das Ritual morgen Nacht mangels ausreichend Opfer erst gar nicht stattfinden würde...


-4 MP für Verwandlung in Zwergohreule -> 53/61 MP
Autor: Phelan Datum/Zeit: Freitag 06 Januar 2017, 15:43
Phelan kniff die Augen zusammen und musterte den Wachposten eindringlich. War nicht vor einer Weile noch die gesamte Wilde Jagd vor den Mauern Nurus versammelt gewesen? Wie kam es also, dass der Lykan vorgab nichts mit der Ortsangabe anfangen zu können. Hatte es Reserven außerhalb Dragonias gegeben, von denen er nichts gewusst hatte oder hatte der Alte mehr als nur seine eigene Jagd hier versammelt.

In dem Moment kam Endris heran und der Krieger beschloss diesen nachher zu fragen, um sich vor dem Wächter keine Blöße zu geben. Dass der weiße Alpha im Gegensatz zu ihm sofort erkannt worden war, ärgerte ihn zwar ein wenig, aber er musste sich eingestehen, dass er auch noch vergleichsweise neu in ShirKhans Gefolge war. Außerdem hatte Endris gewiss schon massig bluttriefende Erfolge vorzuweisen.

„Waren nicht alle Wölfe der Jagd an der Belagerung Nurus beteiligt oder sind auch fremde Rudel hier versammelt“, raunte Phelan dem anderen Leitwolf auf dem Weg zu der ihnen zugewiesenen Stelle zu. Und als sie das Plateau erreichten waren wirklich genug klauenbewährte Fellbündel zu sehen um die Frage aufzuwerfen ob es in den dichten Wäldern nahe der Garnisonsstadt jemals so viele von ihnen gegeben hatte.

ShirKhan sprach allerdings nur von der Wilden Jagd und ganz offensichtlich hatte er große Pläne. Auch wenn Phelan wenig darüber wusste, wer ihnen vor Jahrhunderten Schutz gewährt hatte, zweifelte er daran, dass er es herausfinden wollte. Nicht wenn der Alte es für eine gute Idee hielt sie zu neuem Leben zu erwecken. Und die Worte über den roten Mond weckten düstere Erinnerung an eine Göttin die helfen sollte. Etwa dabei sich die ganze Menschheit untertan zu machen?

Das ganze hörte sich nach Wahnsinn an. Vor allem da Menschenopfer dazu notwendig zu sein schienen. Phelan hatte noch nie besonders viel Vertrauen in solche Rituale gesetzt. Sie schienen immer mindestens einen Haken zu haben. Also tat er genau das was er am wenigsten wollte und drängte sich nach vorne.

„Wehrlose Frauen und Kinder zu verschleppen liegt mir nicht. Kann mir jemand sagen welche dieser kümmerlichen Siedlungen, von denen die Rede war, am besten gerüstet ist. Ich melde mich freiwillig.“ Und das Ich eines Alphas schloss sein Rudel mit ein. Doch das schien keinen seiner Untergebenen zu stören. Denn, wie von Mitgliedern der Wilden Jagd zu erwarten, waren sie kampflustiges Pack und begrüßten eine solche Entscheidung. Auch wenn sie bedeuten mochte, dass mehr von ihnen ihr Leben lassen würden.

Doch Phelan hatte diesen Entschluss keinesfalls gefasst um ihrem Blutdurst entgegenzukommen, wie er ein klein wenig schuldbewusst eingestehen musste. Er hoffte dass sein Gewissen etwas weniger belastet sein würde, wenn ihm die künftigen Menschenopfer genug Gegenwehr entgegensetzten. Und irgendwo in seinem Hinterkopf war der Hauch einer Idee. Falls er sich entschließen sollte das Vorhaben des Alten zu durchkreuzen und dazu die Unterstützung der Menschen in der Umgebung zu suchen, dann würde er solche wohl kaum in einem harmlosen Fischerdorf finden. Das Reitervolk westlich des Wolfsfelsens, von dem die Späher berichteten, erschien da wesentlich vielversprechender…
Autor: Silvana Datum/Zeit: Samstag 07 Januar 2017, 16:23
Sie sollte bei den Jungen bleiben. Aha. Die Enttäuschung zeigte sich deutlich an den hängenden Ohren. Sie sollte bei den Jungen bleiben! Ließ Endris sie zurück, weil sie unbedeutend war und zu den untersten Rängen gehörte? Oder weil er sich um Serafina sorgte und sie außerhalb von Shir Khans Reichweite wissen wollte? Sie war immerhin eine Dragoleutnant Nurus, ihr Wissen über die Befestigung Nurus würde für den Alten bestimmt von Wichtigkeit sein. Ohne dass die anderen Hauptleute davon wussten, hatte sich Tarlyn mit Serafina heimlich darüber abgesprochen, was die Lykana im Ernstfall über die Stadt behaupten sollte, falls sie von Shir Khan verhört würde.

So gesehen war es ihr ganz recht, sich weit vom Zentrum des Geschehens aufhalten zu dürfen. Die dunkle Aura des Alten hüllte sie alle ein, von einem Ende des Felsplateau bis zum anderen hing seine ungeheure Präsenz über den versammelten Lykanern. Unbewusst duckte sich Serafina und schlich hinter den Jungen her, die zwar neugierig ihre Schnauzen reckten, deren Flanken aber vor Furcht zitterten. Mit dem Bauch am Boden schleiften sie sich mit eingezogener Rute zu ihren Plätzen. Die rot glühenden Augen des mächtigsten aller Alphas schien sie zu durchbohren, selbst wenn er von ihnen abgewandt auf seinem Platz hockte.

Stumm und mit rasendem Herzen kauerte Serafina zwischen den Jungen, die sich an sie drängten. Lyressa hatte wohl alte Bekannte in einem der anderen Rudel entdeckt, denn sie hatte sich davon gemacht. Einzig Herma blieb an Serafinas Seite. Seine Barthaare zitterten aufgeregt, während er die Lykana mit legendären Geschichten über Shir Khan zu beeindrucken versuchte. Zumindest erreichte er damit, dass sich die Dragoleutnant nicht mehr wünschte, den Alpha persönlich kennenzulernen, so sehr gruselte sie sich. Unwillkürlich musste Serafina an Lykhe denken, der ihr vom gewaltsamen Tod seiner Eltern erzählt hatte. Opfers des rotäugigen Ungeheuers, das bald zu ihnen sprechen würde. Wie konnte Meister Phelan sich solch einem Monster freiwillig anschließen? Und Endris? Und Lyressa und Herma und... die Kleinen... Serafinas Augen füllten sich mit Tränen, während sie sanft mit der Pfote über das Fell der Jüngsten strich.

Die Nacht brach herein und der Alte sprach zu ihnen. Sprach von Blut, Tod, Macht und Gewalt. Aber er sprach auch von Freiheit, dem Schutz vor Verfolgung und Ächtung. Das Blut der Bestie in ihr wallte heiß, denn sie verstand diesen Beweggrund nur zu gut. Das furchterregende Grollen des Alphas riss die junge Lykana schlagartig aus ihrer Verklärung. Ernüchtert hörte sie die Bedrohung unschuldiger Menschen. Hörte Worte über Verstümmlung und Leid. Ein Schauer jagte ihr über den Rücken. Sie musste etwas unternehmen! Aber was? Wie konnte sie ihren Trupp erreichen? Reichte es aus, ganz intensiv an Hauptmann Darius zu denken um ihm eine Botschaft zu schicken? Egal, wie weit er entfernt war? Sie musste es versuchen.

Und ohne es zu wissen sandte sie dem Eisdrachen dieselben Worte Shir Khans wie eine kleine Zwergohreule, die leise in die Nacht verschwand. Doch eines unterschied die Nachricht von jener des Magiers: Sie versuchte Darius wissen zu lassen, dass Griesgram eine der besser gerüsteten Ortschaften anzugreifen gedachte.

Es war das lästerliche Gemurmel eines der älteren Lykaner hinter ihrem Rücken, das sie auf die Idee brachte, sich ein wenig schlau bezüglich der Stimmung im Rudel zu machen. Standen wirklich alle bedingungslos hinter Shir Khans Forderungen wie Herma und Lyressa? Also wandte sie sich ungeniert um und hörte auf stumm zu sein.

"Also, das war ja mal eine Rede. Du liebe Güte, meine Nackenhaare haben sich regelrecht aufgestellt. Das ist meine erste Begegnung mit Shir Khan. Wie oft habt ihr ihn schon getroffen? Richtig gruslig, selbst wenn man weiß, dass man auf derselben Seite steht, nicht wahr? Wie geht es denn jetzt weiter? Wir werden doch hoffentlich nicht auf diesem zugigen Plateau übernachten. Und morgen wieder kämpfen, das wird richtig anstrengend. Denkt ihr, dass das überhaupt möglich ist, die ganze Menschheit zu beherrschen? Das sind ganz schön viele. Da werden so richtig viele von uns ebenfalls die Pfoten strecken, fürchte ich. Ich meine, ich bin diese Schlachterei gewöhnt, ich trainiere täglich mit fetten Orks und hinterhältigen Goblins, aber ihr..."

Serafinas treuherziger Junghundeblick versuchte ehrliche Besorgnis auszudrücken.
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 08 Januar 2017, 23:00
Amarok stellte sich selbst nicht vor, als Runshak und Tarlyn dies taten, nachdem diese zu ihnen aufgeschlossen hatten. Der Vorschlag von Asarra diese Fischer in ihr Dorf zu begleiten wurde jedenfalls von Runshak angenommen und bald darauf waren sie auch schon auf dem Weg. Besonders viele Worte oder Gedanken tauschte er in dieser Zeit nicht mit den Anderen aus, sondern konzentrierte sich auf ihre Umgebung. Dieses Gelände war ihm kaum vertraut, auch nicht vom Himmel aus, daher versuchte er so viel wie möglich sich zu merken und zugleich streckte er seinen Geist um die Verbindung zu Christian aufrecht erhalten zu können.

Das Dorf selbst war wenig beeindruckend und recht typisch für die Dörfer der Menschen, genauso wie die Menschen die sich kurz darauf zeigten. Ein wenig verwunderte ihn die ruhige Art mit der sie empfangen wurden. Sonst waren Menschen eher vorsichtig was andere Rassen anging und gerade hier hätte er mit mehr Misstrauen gerechnet. Dem Angebot von Keras sich zu setzen folgte er nicht und nahm auch nichts von dem angebotenen Futter. Es wäre sowieso nicht sehr sättigend für ihn gewesen und Brot aß er höchstens aus Neugierde.

Während des Vortrages des Mannes, erreichte ihn dann die Übertragung von Christian, die er an Asarra, Runshak und Tarlyn weitergab, sowie, zu seiner weiteren Verwunderung, eine sehr schwache Verbindung zu Serafina. War sie ihm nahe genug, dass er unbewusst die gedankliche Verbindung geöffnet hatte? Wenn dies der Fall war, dann musste er sich dringend um diese Angewohnheit kümmern, bevor sie ihm zum Verhägnis werden konnte, auch wenn es in diesem Falle praktisch war.

"Verstanden Christian. Beobachtete sie weiterhin." , sandte er zurück und auch einen gedanklichen Stupser zurück an Serafina, nicht stark genug um sie abzulenken, aber genug um ihre Aufmerksamkeit zu erregen.

Sein Blick richtete sich nun fest auf Keras und mit knurriger Stimme antwortete er. "Diese Wölfe von denen ihr sprecht sind Lykantrophen, keine einfachen Tiere. Sie würden sich sonst niemals in solch großen Mengen an einem Ort versammeln. Ihr seid hier nicht sicher. Keiner außerhalb einer befestigten Stadt ist es. Verlasst diesen Ort, versteckt euch oder macht euch bereit zu kämpfen."

Der weiße Lykantroph sah zu Runshak."Die anderen Siedlungen in der Gegend sollten ebenfalls alarmiert werden.  Ich könnte es versuchen, aber ich weiß nicht ob sie mir glauben werden und wir haben nicht mehr viel Zeit um sie zu überzeugen."

Der letzte Teil wurde direkt in die Gedanken der Anderen gesandt, damit die Dörfler nichts davon mitbekamen. Wenn sie tatsächlich schon in dieser Nacht zuschlugen... ihnen blieb nicht viel Zeit um die Pläne von Shir Khan zu vereiteln.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 09 Januar 2017, 16:06
Die Amazone war zu gleichen Teilen überrascht und erleichtert darüber, wie bereitwillig die Fischer sie mitnahmen. Dabei war Tarlyn die einzige, die tatsächlich einem normalen Menschen glich. Sie selbst sah zwar auch so aus, überragte aber dennoch die meisten Männer und war dazu noch eine kampferprobte Frau. Das fanden nicht wenige Menschen - vor allem Männer - weitaus seltsamer als ein gerüsteter Ork.

Der Marsch mit den Fischern glich schon eher einem Spaziergang, das Tempo war gemütlich, verglichen mit der Hatz von vorher um mit dem Tempo der Lykaner mithalten zu können. Ganz zu schweigen von dem beschwerlichen Marsch durch den Sumpf. Beinahe hätte sie ein Liedchen gepfiffen, konnte sich aber grade noch so zurück halten. Der Ernst der Lage verbot das dann doch irgendwie.

Das Fischerdorf war klein, die Leute allerdings erstaunlich offen. Sie rannten jedenfalls nicht gleich davon. Was wohl auch daran lag, das sie von den beiden Dörflern begleitet wurden. Die Gaben rührten die Amazone dann doch ein wenig.
"Das ist sehr nett von Euch, aber wir haben eigenen Proviant. Packt das lieber für die bevorstehende Reise, sie wird anstrengend genug für euch." Meinte die Amazone bestimmt und schob die dargebotene Hand mit dem Brot weg. Auch sie hatte die Informationen bezüglich ShirKhans Plänen empfangen.
"Er hat recht." sie nickte zu dem weissen Lykaner hinüber. "Flieht, lieber ein bisschen weiter als nötig. Wenn ihr alle so gute Schützen seit könnt ihr ohnehin nicht viel ausrichten."

Die anderen Dörfer warnen... hätte sie doch nur Kwill mitgenommen. Auch wenn sie nicht wusste, wie sie das schwere Pferd durch den Sumpf gebracht hätte, im Moment wäre es ihr sehr willkommen gewesen. Das Grasland war ein ideales Gebiet um auf dem Pferderücken schnell von Dorf zu Dorf zu gelangen. "Ihr habt nicht per Zufall irgendwo ein junges Pferd rumstehen, dass euch bei der Reise ohnehin nur behindern würde?" Fragte die Amazone ohne grosse Hoffnung. Falls tatsächlich ein Reit- oder eher Zugtier vorhanden war, würden es die Leute selbst brauchen, um ein bisschen schneller voran zu kommen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 09 Januar 2017, 21:58
Runde 10


Endris hatte auf Phelans Frage hin den Kopf geschüttelt.

Nein, natürlich waren nicht alle Wölfe der wilden Jagd an der Belagerung beteiligt, auch wenn es ein großer Teil von ihnen war. Würdest Du Deine Heimat völlig schutzlos zurücklassen, wenn Du ausziehst um eine Stadt zu erobern?

Eine rein rhetorische Frage, die vermutlich keiner Antwort mehr bedurfte.

Als Shir Khan schließlich seine kurze Rede beendet hatte, nickte Endris Phelan zu und deutete ihm mitzukommen. Die Alphas folgten dem pechschwarzen, riesigen Lykaner, bis sie eine schmale Höhle am Rande des Felsplateaus erreicht hatten. Nun ging es darum abzusprechen, wer welche Siedlung angriff. Phelan meldete sich freiwillig um eine der Reitersiedlungen anzugreifen, was ihm den ein oder anderen respektvollen Blick und die Aufmerksamkeit Shir Khans einbrachte. Das wölfische Grinsen im Gesicht des Anführers der wilden Jagd verhieß nichts Gutes, als er sagte:

Du willst also Gegner und keine Opfer? Dann sollst Du sie bekommen. Kwindor wird Dich führen.

So wurden nach und nach allen Alphas Späher zugeteilt, je nach Größe des Rudels und der entsprechenden Siedlung auch zwei oder zwei.

~ ~ ~


Serafina versuchte unterdessen die anderen Lykaner auszuhorchen. Die Antworten, die sie bekam, fielen leicht unterschiedlich aus. Einige brüsteten sich damit Shir Khan schon viele Male gesehen zu haben, doch wirklich mit ihm gesprochen hatten nur die Wenigsten. Keiner der Lykaner gab zu ihn gruselig zu finden, sie alle aber waren ganz offensichtlich von ihm beeindruckt und stellten seine Worte nicht in Frage, auch wenn der ein oder andere über den Treffpunkt murrte. Denn das dieses Plateau nicht der angenehmste Schlafplatz war, das machte der kühle Wind ihnen allen recht schnell klar. Schließlich mischte sich auch eine sehr alte Lykanerin in das Gespräch ein:

Wie kannst Du daran zweifeln, das es möglich ist die Menschen zu beherrschen, so wie Shir Khan es sagt Serafina? Wir werden Pandea erwecken, das heißt der Dunkle wird uns vergeben, und mit ihm an unserer Seite ist nichts unmöglich. Wie, Du weißt nicht wer sie ist? Dann lass es mich Dir erzählen... Vor vielen Hundert Jahren, als die Alten noch jung waren, wurde irgendwann die erste weibliche Lykana erschaffen. Der Sage nach war diese erste Wolfsfrau wunderschön, und zugleich unglaublich grausam und brutal. Diese Mischung war so faszinierend, das sie selbst Côr äußerst gut gefiel. Er nahm sie als Geliebte, und aus dieser Verbindung entstand ein Kind: Pandea, Tochter des dunklen Göttes Côr, selbst eine Halbgöttin mit Kräften, die ihresgleichen suchen. Da ihre Mutter eine Lykanerin war, stellte sie unser gesamtes Volk unter ihren persönlichen Schutz. Doch irgendwann verriet Akelah, der Allererste, sie und unser gesamtes Volk. Er tötete Pandea mit Hilfe des sagenumwobenen Knochendolches und versuchte aus Taros zu fliehen. Als Côr von diesem Frevel erfuhr, war er außer sich vor Zorn. Er jagte Akelah wie einen räudigen Hund und brachte ihn zur Strecke, noch ehe er die Grenze von Taros erreicht hatte. Sein Tod war äußerst qualvoll, doch ich erspare Dir die Einzelheiten mein Kind. Pandeas Herz jedoch gab Côr in Shir Khans Klauen, damit er es in alle Ewigkeiten behüte und es ihn immer daran erinnerte, was mit Verrätern geschieht. Es liegt tief unten im Wolfsfelsen versteckt, und es war und ist seit ewigen Zeiten die Aufgabe der wilden Jagd darüber zu wachen. Doch morgen Nacht wird unsere Wache ein Ende haben, denn Pandea wird zu neuem Leben erwachen. 

Während der Geschichte hatte sich eine ganze Gruppe von Lykanern um Serafina und die Alte versammelt, die gemeinsam mit der Dagoniterin andächtig gelauscht hatten. Jetzt nickten die meisten zustimmend, und die Gruppe zerstreute sich langsam. Nur einer der Wölfe, der zu Phelans Rudel gehörte, blieb vor Serafina stehen und fragte mit einem aggressiven Unterton:

Wie hast Du das vorhin gemeint, als Du sagtest wir seien diese Schlachterei nicht gewöhnt? Willst Du damit sagen, das Du etwas besseres bist als wir? Traust Du uns etwa nicht zu zu kämpfen? In welchen Schlachten hast Du Dich denn bislang hervor getan, hm?

Genau in diesem Moment kehrten Phelan und Endris zu ihren Rudeln zurück. Der Blick des weißen Wolfes huschte wachsam zwischen Serafina und dem anderen Lykan hin und her. Er hatte nicht vergessen, wie traurig Serafina gewirkt hatte, als sie damit beauftragt hatte die Jungen zu hüten. Vielleicht war das eine gute Gelegenheit, mit der sie sich beweisen konnte. Wenn auch keine ungefährliche...

Lass Serafina Dich begleiten Phelan. Ihre Kenntnisse über die Taktiken und Waffen der Menschen könnten Dir von Nutzen sein.

schlug er deshalb vor.

~ ~ ~


Ihr meint also wir sollen fortgehen? Warum seid Ihr Euch da so sicher?

Keras schien noch nicht ganz überzeugt zu sein und der Blick, den er Amarok zuwarf, war voller Misstrauen. Diese Siedlung, und mochte sie auch noch so klein sein, war immerhin sein Zuhause, und vorschnell wollte er das gewiss nicht aufgeben. Doch er schien der Einzige zu sein, der so dachte, und so begannen die wenigen Dorfbewohner rasch damit ihr Hab und Gut so zu verstauen, das sie es tragen und mitnehmen konnten. Ein Pferd, das sie Asarra hätten geben können, hatten sie nicht, und so konnten sie ihnen nur mit ihrem Wissen über andere Siedlungen in der Nähe weiterhelfen.

Es gibt fünf Siedlungen, die ihr fußläufig innerhalb von drei bis vier Stunden erreichen könnt.

erklärte Keras und malte mit einem Stock eine provisorische Karte auf den Boden.

Wenn das der Wolfsfelsen ist, liegt unser Dorf hier. Etwa hier ist Bruchsol, das ist Kandarirr, hier liegt Feronar, das ist Gergrund und als letztes Lerrat. Dazu kommen die Wagensiedlungen der Eohfîr, aber bei denen kann niemand sagen wo genau sie sich gerade befinden. Um diese Jahreszeit müssten es sieben oder acht sein die durch die Graslande ziehen, denn es ist nicht die Zeit um Handel zu treiben.

Er richtete sich auf und schaute Asarra fragend an, denn von Amarok schien er noch immer gebührenden Abstand zu halten.

Glaubt ihr, ihr findet die Dörfer ohne Hilfe? Ich mag kein sonderlich guter Jäger sein, aber ich bin ein guter Führer, besonders wenn es um die Schwanenmarschen geht.

Keras, kommst Du? Lass uns aufbrechen, es ist dunkel und wir werden in den Sümpfen nur langsam voran kommen.

Sigmar winkte Keras zum Dorfausgang hinüber, an dem sich die Bewohner versammelt hatten und zum Aufbruch bereit waren.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 10 Januar 2017, 23:03
„Natürlich nicht“, murmelte Phelan und schalt sich einen Narren. Er musste sich eingestehen, dass er in der Wilden Jagd oftmals noch immer eher eine militärische Einheit als eine große Familie, mit einer Heimat an der sie hing, sah. Eine Einheit, die man komplett irgendwohin beordern konnte, während andere Teile der Armee die eigenen Befestigungen schützten. Ganz offensichtlich waren diese Einschätzungen falsch gewesen und als einer der Unteranführer der Jagd hätte er es besser wissen sollen.

Auch dass Shir Khan nur zu Bereitwillig auf sein Angebot eingehen würde, hätte er ahnen können. Das wölfische Grinsen, mit dem ihm sein Wunsch erfüllt wurde, behagte ihm gar nicht. Doch selbst wenn er gewollt hätte, war es jetzt zu spät seine Pläne nochmal zu überdenken. Also nickte er knapp und tat sein Möglichstes um sich seine plötzliche Unruhe nicht anmerken zu lassen. Immerhin hatte er einen Auftrag, den er mit seinem Rudel in kompletter Stärke ausführen konnte. Für andere Ortschaft waren gerade einmal ein Dutzend Krieger abgestellt worden…


Als Endris und er zu ihren Rudeln zurückkehren, hatte es Serafina gerade geschafft mit einem seiner hitzköpfigeren Wölfe anzulegen. Normalerweise hätte er diesem Spektakel nur zu gerne zugesehen, doch heute hatten sie wohl wichtigere Sorgen.

Doch ehe er die beiden unterbrechen konnte machte der weiße Alpha einen Vorschlag, der ihm einen langen nachdenklichen Blick Phelans einbrachte. Bisher hatte dieser das Gefühl gehabt, dass die junge Lykan unter dem besonderen Schutz ihres Leitwolfes stand. Und nun sollte sie Phelan begleiten, obwohl er explizit um einen besonders gefährlichen Auftrag gebeten hatte und alles darauf hindeutete, dass ihm der Alte den Wunsch nur zu gründlich erfüllt hatte?

Außerdem hatte er sich immer eingebildet bei der Wilden Jagd selbst als Experte für die Taktiken und Waffen der Menschen zu gelten. Vielleicht einer der wenigen Punkte, die ihm bei einigen der anderen Alphas so etwas Ähnliches wie Respekt einbrachten. „Wenn Du es für eine gute Idee hältst…“, meinte er schließlich, weil er gewiss nicht vorhatte den einzigen anderen Leitwolf, der in ihm seinesgleichen zu sehen schien, vor den Kopf zu stoßen.

„Und hebt euch eure Streitereien für spätere Gelegenheiten auf. Uns stehen auch so schon genug Kämpfe bevor“, wandte er sich anschließend an seinen rüden Rüden. „Das hier ist übrigens Kwindor. Er wird uns führen. Was haben wir zu erwarten?“ Nun lag es an dem zugeteilten Späher das Rudel auf andere Gedanken als interne Rangeleien zu bringen.

Phelan hörte mit einem Ohr zu während er überlegte welche Wölfe er „zur Bewachung des Wolfsfelsens“ zurücklassen würde. Die alte Heilerin auf jeden Fall. Es grenzte ohnehin an ein Wunder, dass sie den Marsch hierher überlebt hatte. Und noch ein paar andere, die zu unerfahren, alt oder unvorsichtig für die bevorstehende Aufgabe waren.

„Ruht euch ein wenig aus, solange ihr noch Gelegenheit habt“, unterbrach er als er das Gefühl hatte, das der Nutzen dessen, was Kwindor zu berichten hatte, immer dürftiger wurde. Er würde warten bis auch die anderen Rudel Anstalten machten aufzubrechen. Es wäre schließlich nicht zweckdienlich wenn eine vorschnelle Truppe die Menschen in der Umgebung frühzeitig in Unruhe versetzte.

„Narr, Du klingst ganz so als wäre Dir am Gelingen dieses Irrsinns gelegen“, schalt er sich und trat zu Serafina. Einem Alpha war schließlich selten Ruhe vergönnt. „Würde es Dir etwas ausmachen mich in der Zwischenzeit über die Waffen und Strategien der Menschen zu erleuchten?“, fragte er mit leisem Spott in der Stimme. In erster Linie diente diese Einleitung aber dazu sie unter vier Augen zu sprechen. Er wollte nicht, dass sie sich vor versammelter Mannschaft verplapperte. In welcher Hinsicht auch immer.

Als sie sich dann aber weit genug von den anderen Wölfen entfernt hatten, fiel es ihm schwer zu entscheiden über was er überhaupt mit ihr sprechen sollte. Über Taktiken gewiss nicht. Er bezweifelte dass er da viel von ihr lernen konnte. Sollte er mit ihr über die Bedenken reden, die er sei Nuru mit sich herumtrug? Er hielt sie jedenfalls nicht wie den Rest der Wilden Jagd für eine kaltblütige Killerin. Doch er hielt sie auch nicht gerade für verschwiegen. „Hast Du eine Ahnung wen wir überhaupt erwecken wollen?“, fragte er schließlich und hoffte damit ein halbwegs unverfängliches Thema angeschnitten zu haben. Immerhin war es kein Geheimnis, dass er ebenfalls noch relativ neu bei der Jagd war…
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 11 Januar 2017, 19:41
Mit irgendeiner Unterstützung, unschuldige Menschen vor der Opferung zu bewahren, konnte Serafina wohl nicht rechnen. Im Gegenteil war es angeraten sich bedeckt zu halten. Sie hatte sich ohnehin schon zu weit aus dem Bau gewagt. Zumindest wusste sie nun um die Stimmung im Rudel. Die Lykaner der Wilden Jagd waren auf Shir Khan eingeschworen. Anders als die Freien Lykaner konnten sie sich kein anderes Leben vorstellen. Die enge Gemeinschaft, die Rudelmagie... dies war ihre Familie. Serafina seufzte innerlich. Hätte Phelan die junge Lykana damals mit sich genommen und in sein Rudel eingeführt, dann wäre sie heute eine von ihnen. Von all jenen, die heute hier auf diesem Plateau auf ihre Befreiung hofften. Doch das Schicksal hatte Serafina nach Nuru geführt, und nun war die Kaserne ihr Zuhause.

Sie hörte den Lobhudeleien nicht mehr zu, bis ein Weibchen mit grauweißer Schnauze sich in ihrer Mitte niederließ. Mit großen Augen und gespitzten Ohren lauschte Serafina der Erzählung. Sie liebte Geschichten! Und das hier war eine ganz Besondere. Eine, in der sie selbst mittendrin steckte. Und die sich nach einem gar schlechten Ende anhörte. Die Barthaare der Dragoleutnant zuckten, als sie den Namen der Côrs-Tochter hauchte. Pandea. Ob man ihr Herz schlagen hören konnte, wenn man die Lauscher an den Fels hielt?

Serafinas Lauscher wurden stattdessen von einer Stimme gefangen genommen. Einer gar unfreundlichen. Die Lykana meinte das aggressive Männchen in Phelans Rudel gesehen zu haben. Da sie nicht wusste, ob er im Rang über ihr stand, blieb sie einfach sitzen und verzichtete darauf, ihm unterwürfig die Kehle darzubieten. Einzig ihre eingerollte Rute zeigte an, dass sie wenig Lust auf eine Auseinandersetzung hatte.

"Wer ist wir? Wir sind wir, also wir sind Endris Rudel. Und ich meinte natürlich die Alten und Jungen und die ein wenig Darüber und alle jene, die nur selten aus dem Wald von Nuru hinaus gekommen sind. Ich meine, es ist doch legitim sich Sorgen zu machen, oder? Willst du, dass deine Freunde morgen früh sterben? Also, ich will das nicht. Aber ich weiß ja nicht, ob du überhaupt Freunde hast. Vielleicht willst du ja keine, weil es unangenehm ist, wenn Freunde in Gefahr geraten. Du weißt schon, was ich meine. Keine Freunde, keine Sorgen. Da hast du ganz recht. Also, in Nuru, damals, als die Frostriesen die Stadt angegriffen haben... ich weiß ja nicht, ob du überhaupt dabei warst..."

Wären Endris und Phelan nicht hinzu gekommen, hätte Serafina das fremde Männchen entweder tot gequatscht oder es wäre ihr schlicht an die Kehle gesprungen. Alles halb so wild. Mit Ankunft der Alphas aber trat der schlimmste Fall, der überhaupt geschehen konnte: Sie sollte Griesgram begleiten! Am liebsten wäre die Dragoleutnant bis auf den Grund des Wolfsfelsens versunken. Lieber Pandea Gesellschaft leisten als unschuldige Menschen abschlachten. Die Reaktion Phelans hob ihre Stimmung auch nicht gerade. Wenn du es für eine gute Idee hältst. Genauso gut hätte er über sie sagen können: Was, diese Versagerin teilst du mir zu?  Sie würde es ihr Leben lang nicht schaffen, ihren Gildenmeister zu beeindrucken. Was hatte sie getan, dass er sie so sehr verachtete?

Serafinas Ohren wandten sich ab, als der Späher berichtete. Sie musste dringend Darius erreichen und ihm von der Erweckung Pandeas berichten. Der Eisdrache kannte sich mit Ritualen aus. Irgendwie musste man die Anrufung doch stören können. Und sie musste ihn informieren, wohin all die Gruppen unterwegs waren. Deswegen war sie hier, in ihrer Eigenschaft als Nachtjägerin. Doch ehe sich die Dragoleutnant ein stilles Fleckchen suchen konnte, zwang Phelan sie mit spöttischen Worten zu einer Besprechung. Serafina verkrampfte sich innerlich und klemmte den Schweif gegen die Hinterbeine. Steif und widerwillig stakste sie neben ihrem Gildenmeister her. Ihm brauchte sie nichts vorzumachen. Sie wollte nicht mit ihm laufen. Sie wollte ihm auch nichts sagen. Er hielt doch ohnehin nichts auf ihre Meinung.

Die Frage, die ihr Griesgram schließlich stellte, überraschte sie. War dies eine Prüfung? Hatte er ihre Tarnung aufgedeckt? "Äh, naja, Pandea", erwiderte sie vorsichtig und rettete sich in unnützes Geplapper. "Eigentlich eine sehr schöne Geschichte, nicht? Ich liebe Geschichten. Vor allem mit solch einem Ende. Die wunderschöne Werwölfin bekommt den stattlichen schwarzen Gott und sie beide eine Tochter der Liebe. Hach, gibt es Schöneres? Ich frage mich, warum Akelah sie wohl getötet hat. Glaubt Ihr, sie kann uns hier oben hören?"

Da sie sich unter Phelans Augen ohnehin nicht noch lächerlicher machen konnte, legte sie eines ihrer Ohren auf den felsigen Boden. "Schade, ich hätte doch glatt mit den Goblins gewettet, man könne ihr Herz schlagen hören."

Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 11 Januar 2017, 22:22
Unnützes Geplapper, schön langsam bekam Phelan den Verdacht, dass Serafina das mit Absicht machte. Wollte sie ihn quälen? Wenn ja, dann hatte sie Erfolg, denn er hatte das Gefühl davon Kopfschmerzen zu bekommen. Aber das wenige, das er von der unzusammenhängenden Geschichte verstand, war zu interessant um ihr das so direkt zu sagen und sie damit zu verstimmen.

„Würde es Dir etwas ausmachen etwas langsamer und ausführlicher zu Erzählen. Ich habe das Gefühl hier der Einzige zu sein, der nicht weiß was vor sich geht und das gefällt mir gar nicht.“ Für einen winzigen Moment gestattete er es sich, sich die Erschöpfung der letzten Tage ein wenig anmerken zu lassen. Vielleicht würde die junge Lykan versuchen diese Schwäche irgendwie auszunutzen, doch die Hoffnung, dass sie Erbarmen zeigen und ihren Redefluss etwas bremsen könnte, ließ ihn dieses Risiko eingehen.

Zugleich arbeitete sein Gehirn fieberhaft. Er war sich noch immer nicht ganz sicher, wer ihm die Prophezeiung oder besser gesagt die Warnung in jener Vollmondnacht zukommen hatte lassen. Doch für Côr hätte die Hilfe einer Halbgöttin wohl kaum diese Bedeutung. War Shir Khan dazu imstande ihm auf diesem Weg eine Botschaft zu übermitteln? Und was würde eine Antwort auf diese Frage ändern? Denn er war sich sicher dass er mit dieser Sache nichts zu tun haben wollte. Konnte er es sich erlauben dagegen einzutreten? Sorgen, von denen er hoffte, dass sie ihm nicht anzumerken waren…
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 12 Januar 2017, 18:53
Erstaunt über Phelans Erwiderung blieb Serafina stehen und richtete sich zu voller Größe auf. Natürlich war sie immer noch kleiner als der Alpha, aber ihre demütige Haltung verschwand augenblicklich. Versuchte Griesgram ihr eine Falle zu stellen? Hatte sie überhaupt Grund ihm derart zu misstrauen? Mit einem Mal wirkte er erschöpft, als würde er zu wenig schlafen.

"Ihr seid ein Alpha der Wilden Jagd, Meister Phelan", entgegnete sie ernst und wirkte plötzlich alles andere als naiv. Ihre Rute schwang sachte hin und her, in der freudigen Hoffnung, Griesgram möge ernsthaft an ihrem Wissen interessiert sein. "Und wollt mir weismachen, Ihr seid nicht eingeweiht worden?"

Seltsamerweise glaubte sie ihm. Sei es wie es sei, schoss es ihr durch den Hinterkopf. Ich erzähle ja nichts, was nicht alle anderen auch wissen. Die Wolfsohren zuckten zustimmend vor und zurück, während sie in militärischer Präzision eine Art Bericht ablieferte. Sozusagen. Die Dragoleutnant bemühte sich redlich aus der hübschen Geschichte über Pandea eine Meldung der Güteklasse "Nachtjäger beim Rapport" zu machen. Diese günstige Gelegenheit nützte sie - da sie ohnehin die Geschichte in Gedanken umformulieren musste - um Eisdrache Darius denselben Bericht gedanklich zu übermitteln. Wenn sie sich nicht getäuscht hatte, hatte sie nach der Ansprache Shir Khans ein dumpfes Murmeln in ihrem Kopf vernommen.

"Kann das Ritual verhindert werden?", schickte die Lykana die Frage an Darius und merkte zu spät, dass sie immer noch Laute von sich gab. Ohren und Rute versteiften sich. "Äh, ich meine, es kann doch nichts mehr schief gehen, oder? Was, wenn das Blut der Menschen, die wir bringen, unzureichend ist? Wären Elfen nicht viel besser geeignet? Es sind doch die Spitzohren, die so richtig gemein zu uns Lykaner sind."

In ihrer Not setzte Serafina eine gewichtige Miene auf, als ob sie es todernst meinte.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Sonntag 15 Januar 2017, 22:29
„Ich bin Alpha weil ich gegen einen anderen Alpha gewonnen habe – auf eine Art, die vielen missfallen hat. Das heißt nicht, dass ich viele Freunde hier habe, die gerne und oft mit mir plaudern“, schnaubte Phelan. Ein weiteres Problem mochte darin bestehen, dass ganz einfach angenommen wurde, dass ein Leitwolf gewisse Dinge wusste. Deshalb fragte er nicht nach und deshalb unterrichtete man ihn auch nicht aus freien Stücken. Jemand wie er, der nicht aus der Wilden Jagd stammte und der sich gegen ein Weibchen aus dem Rudel entschieden hatte, tat sich dadurch manchmal schwer damit sich seine Unwissenheit nicht anmerken zu lassen.

Die kurze Version der Geschichte, zu der Serafina durchaus in der Lage war wenn sie sich bemühte, wie der schwarze Wolf feststellte, war da sehr hilfreich. Ihre abschließende Frage ließ ihn jedoch zusammenzucken. „So etwas darfst Du nicht einmal denken, das ist gefährlich“, knurrte er ohne groß auf ihre anschließenden Erklärungen zu achten. „Hier haben alle gute Ohren, vergiss das nie.“ Noch schlimmer war jedoch, dass er sich an den eigenen Rat, solch gefährliche Dinge nicht zu denken, selbst nicht hielt. Er konnte nur hoffen, dass er seine Zunge ausreichend gut im Zaum hatte.

„Und ich glaube wenn Elfen vonnöten wären, hätte man uns das gesagt“, ging er schließlich doch auf das Geplapper ein. Falls jemand zuhörte war es schließlich nicht unmöglich, dass er sich dadurch ablenken ließ. „Wir machen genau was uns gesagt wurde und überlassen das Denken anderen“, sprach er und überlegte fieberhaft welche Alternativen es geben könnte. Er Vermutete dass es andere gab, die dachten wie er, und er wusste was auf dem Spiel stand, wenn er versuchte einen von ihnen darauf anzusprechen und sich irrte…
Autor: Runshak Datum/Zeit: Sonntag 15 Januar 2017, 23:57
Tarlyn und Runshak schlossen schließlich zu Asarra und Darius auf, die inzwischen die beiden Jäger überwältigt hatten. Man bot den beiden an, sie in ihre Siedlung zu eskortieren, da es durch das Lykanerrudel recht gefährlich in dieser Gegend war. Nachdem Tarlyn sich und Runshak als Leitung der Schwarzklaue vorgestellt hatte, ging man geschlossen zum Heimatdorf der Jäger.

Es war wirklich eine kleine Siedlung – übersichtlich genug, dass sogar Runshak die Häuser abzählen konnte. Die Fremden baten Runshaks Gruppe an der Tafel in der Dorfmitte Platz zu nehmen. Die Dörfler berichteten von den jüngsten Vorkommnissen, wie sich die Lykaner gegenüber den Leuten verhielten und von den knapper werdenden Wildbeständen. Scheinbar war es bisher eine Art friedlichen Leben-und-leben-lassens. Allerdings konnte man davon ausgehen, dass es nicht dabei bleiben würde, da durch die schwindenden Wildbestände die Lykaner früher oder später auf Menschen als Beute ausweichen würden. Die Einheimischen hatten wohl auch schon diskutiert, ob sie weiterziehen sollten. „Ich würde Euch auch raten, von hier zu verschwinden“ sagte Runshak „Wenn Ihr immer weniger Wild findet gilt das natürlich auch für die Lykaner. Und wenn es dann soweit ist, steht Ihr bei diesem Flohzirkus ganz oben auf der Speisekarte.“

Darius schlug vor, auch die Siedlungen in der Umgebung zu warnen. Laut Keras, dem Freund des  übermütigen Bogenschützen von zuvor, befanden sich circa fünf feste Siedlungen sowie einige Nomadenclans in der Umgebung. Um möglichst viele Dörfer zu erreichen, beschloss man, sich aufzuteilen. Darius würde alleine versuchen möglichst viele Dörfer zu erreichen, da er zu Fuss von allen am schnellsten war. Asarra würde zusammen mit Keras ein Dorf arlamieren während Tarlyn und Runshak zum verbleibenden Dorf gingen. Christian würde versuchen, möglichst viele Nomaden zu warnen. Die Bewohner dieses Dorfes packten ihre Sachen, um möglichst schnell von hier wegzukommen. So würden die Lykaner lediglich ein leeres Dorf antreffen und wenn alles nach Plan verlief, wären zumindest sämtliche Ortschaften in der Umgebung evakuiert.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 16 Januar 2017, 11:40
Glücklicherweise waren die Dörfler weniger stur, als dass sie es erwartet hätte. Es ging tatsächlich gar nicht mal so lange, da packten die Leute bereits ihre sieben Sachen und machten sich für den Aufbruch bereit. Auch die Gruppe besprach sich. Darius und Christian wollten die Nomaden warnen, da sie in der Luft noch am ehesten Chancen hatten die beweglichen Siedlungen zu finden.

Runshak und Tarlyn würden sich auf den Weg zu einem der Dörfer machen, Asarra zu einem anderen. "Gibt es ein Dorf das ohnehin auf eurer Marschroute liegt?" Fragte sie an die Dörfler gewandt. "Wenn ja, dann schickt jemand Schnelles dahin, um sie auch zu alarmieren." Wies sie die aufbrechenden Gestalten an.

Da bot sich Kerras als Führer an. Die beiden Hauptmänner aus Nuru schienen es einen guten Vorschlag zu finden, allerdings sollte er die Amazone begleiten. Sie musterte den Mann von Kopf bis Fuss. Tatsächlich müsste sie keine Zeit mit Navigieren verschwenden.
"Eure Hilfe ist willkommen. Unter folgenden Bedingungen: Erstens, Euch ist klar das das ein gefährliches Unternehmen ist und ihr eventuell nicht überlebt. Zweitens: Ihr könnt Schritt halten." Die Amazone bedachte den Dörfler absichtlich mit einer mürrisch-entschlossenen Miene. Er sollte durchaus merken, dass es ihr ernst war.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 16 Januar 2017, 16:02
Griesgram hatte sie durchschaut. Seine Warnung machte deutlich, dass er ihren Versprecher als das deutete, was er war: Der Gedanke einer Rebellin. Dass er ihr nicht sofort an die Kehle ging, ließ sie hoffen. Seine schwache Stellung als Alpha war ihr bereits aufgefallen. Dass es mit der Art seiner Machtübernahme zu tun hatte, überraschte sie. War es denn nicht Stärke, die von der Wilden Jagd akzeptiert und bewundert wurde? Lyressa hatte ihr von dem Kampf erzählt, oder war es Endris gewesen? Egal. Wichtig war jetzt einzig, ihren Gildenmeister an ihre Seite zu bringen.

"Macht Euch keine Sorgen, Meister Phelan, ich bin ein naives junges Wolfsweibchen und neige zu dummen Gedanken. Man wird es mir nachsehen. Wusstet Ihr, dass viele Rituale aus Unachtsamkeit schief gehen? Ich habe von einem tolpatschigen Zauberkundigen gehört, der regelmäßig seinen Wohnturm in sich zusammenstürzen ließ. Gibt es eigentlich magiekundige Lykaner unter uns?" Ihr Geschwafel wurde durch das wachsame Drehen der Ohren begleitet. In alle Richtungen sicherte sich die Dragoleutnant ab, keinen Zuhörer in unmittelbarer Nähe zu haben. Ihre nächsten Worte klangen gedämpft und gepresst und hatten mit dem Geplapper, das sie in der Regel an den Tag legte, nichts mehr gemein.

"Die meisten denken so. Sie machen, was ihnen gesagt wird. Sie hinterfragen nichts von dem, was ihr Alpha und Shir Khan ihnen aufträgt. Ich habe mich umgehört und Ihr könnt sicher sein, dass es keine Verräter gibt. Nicht bei den Rudeln auf dieser Seite des Plateaus. Tja, so ist das mit uns Welpen: Wir erfahren so manche nette Geschichte."

Sie zuckte mit dem rechten Ohr zur Seite, was einem schelmischen Zwinkern gleichkam.

"Habt Ihr einen Auftrag für mich, Meister Phelan? Immerhin bin ich Eurem Trupp zugeordnet. Eigentlich bin ich ja Nachtjägerin und kein Knochenbrecher."



Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 16 Januar 2017, 17:07
Wie durch ein Wunder wurden seinen Worten tatsächlich Gehör geschenkt. Dabei war Keras der Einzige, bei dem die eher erwartete Halsstarrigkeit hervorkam, der dafür war zu bleiben und ihr Heim zu verteidigen. Amarok fragte sich kurz, ob er wohl seinen eigenen Hort einfach verlassen würde, wenn Fremde zu ihm kamen und ihn vor einem bevorstehenden Angriff warnten.

Zufrieden, dass die Menschen so schnell reagierten schnaubte er und hörte sich noch an, was der Rest seiner Begleiter vorhatte, dann gab er seine eigenen Pläne bekannt."Ich werde nach diesen Nomaden Ausschau halten und sie vor dem Vorhaben der Lykantrophen warnen. Wir werden weiter Kontakt untereinander halten können. Ruft mich oder Christian, wenn ihr Unterstützung braucht. Mir eurer Erlaubnis Kommandant." , wandte er sich noch  an Runshak. Kurz darauf hetzte er aus dem Dorf in eine zufällig gewählte Richtung, weg von den ganzen Menschen, bis er niemanden in der Nähe fühlen konnte. Dort ließ er seine Verwandlung fallen.

Seine Glieder streckten sich, weißer Pelz wurde zu hellblauen Schuppen. Der Jungdrache streckte sich und schlug einige Male mit den Flügeln, dann nahm er Anlauf, sprang und erhob sich in den Himmel. Hier fühlte er siche endlich wieder heimisch, nachdem er so lange in einer anderen Gestalt verbracht hatte.

"Christian, wir sollten nach den Karawanen der Nomaden Ausschau halten. Wir müssen auch sie warnen. Leider haben wir nicht viel Zeit dazu. Im Notfall reicht es sie in Alarmbereitschaft zu versetzen. Wir müssen uns eilen, denn viel Zeit bleibt wohl nicht mehr.", sandte er zu dem entfernten Magier, der ja mit den anderen ebenfalls in Gedankenkontakt stand. Es konnte jedoch nicht schaden ihn noch einmal darauf hinzuweisen und zu Eile zu drängen.

Sein Schwingen trugen ihn durch den Nachthimmel, während er Ausschau nach den Wagensiedlungen dieser Eofhir hielt. Etwas unvermittelt meldete sich seine Verbindung zu Serafina wieder, da er ihr Verlangen spüren konnte ihm etwas mitzuteilen und er öffnete seinen Geist etwas weiter, um ihren Gedanken zu lauschen. Ein fast militärischer Report erwartete ihn, wenn sie ihm auch etwas ähnliches erzählte wie zuvor. Pandea. Ein direkte Nachfahrin von Côr. Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Eher mit einem weiteren Dämon aus den Niederhöllen. So erfuhr er jedoch wieder etwas mehr über die Geschichte der Lykantrophen und auch, wie die Freien entstanden waren. Wie diese Pandea wohl zu Serafinas Latalla stand?

"Ich habe euch vernommen Serafina. Wir wissen bereits Bescheid über die kleine Rede Shir Khans. Das Ritual kann wohl aufgehalten werden, wenn nicht genug Menschen gefangen werden... oder wenn jemand den Zauber selbst sabotiert oder beeinflusst." , gab er ihr sanft zurück, da er sie nicht ablenken wollte. "Macht euch ersteinmal Gedanken um euch selbst. Was immer Shir Khan vorhat wird nicht so einfach sein, wie er sich das vorstellt. Außerdem wurde sie bereits einmal getötet. Findet heraus, was es mit dieser Waffe auf sich hat mit der sie das erste Mal vernichtet wurde. Nur für alle Fälle."

Anschließend nahm etwas anderes seine Aufmerksamkeit in Beschlag. War das dort unten nicht eine dieser Wagensiedlungen...?

____


Gemächlich glitt er in immer niedrigeren Kreisen herab und sah zu den Menschen in ihren Wägen hinunter, welche für die Nacht halt gemacht hatten. Sollte er mit ihnen sprechen? Ob sie Dragonisch überhaupt verstanden? Nein, besser er sandte ihnen einfach eine Warnung, beobachtete sie etwas und machte sich wieder auf die Suche. Zufrieden mit diesem Plan sandte er seine Gedanken zur Erde und in die Köpfe von einem dutzend der Naka Duskeal. Erst langsam, dann immer deutlicher übermittelte er seine Botschaft. Bilder blitzten vor ihren inneren Augen auf. Wölfe. Lykantrophen. Viel von ihnen, sehr viele, die auf der Hatz waren. Leuchtende Augen in der Dunkelheit. Das Heulen der Jagd, der Geruch von Blut in der Luft, Schreie. Die Schlacht bei der er aus der Ferne gesehen hatte, wie die Reiter gegen diese Rudel kämpften. Diese Vision sandte er an Alte, Junge, Frauen, Männer. So viele sollten sie überzeugen, dass schlimme Dinge bevorstanden. Zuletzt stellt er sich das Bild vor, wie ihr Lager in dieser Nacht dalag, umringt von Feinden und wie diese zu ähnlichen Lagern hetzten.

All das zerrte an seiner Kraft, da er doch eigentlich noch zu jung für solche gedanklichen Botschaften war, die nur aus Bildern und Eindrücken bestanden. Doch er konnte sich noch später ausruhen. Jetzt galt es zu beobachten ob seine Botschaft richtig aufgenommen worden war. Wenn nicht würde er sie etwas abändern, aber sonst würde er sich wieder auf die Suche machen, in der Hoffnung so viele wie möglich warnen zu können um Shir Khans Ritual zu vereiteln.
Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 16 Januar 2017, 21:07
Christian flog wieder in einem weiten Kreis zuück zum Wolfsfelsen in einiger Höhe, aus der er die Lycanrophen recht entspannt beobachten konnte, ohne aufzufallen. Bestimmt besprachen diese gerade, welches Rudel sich wohin begab. Dann meldete sich Darius nochmal bei ihm, sie sollten bereits jetzt nach Wagensiedlungen von menschlichen Nomaden Ausschau halten, nachts waren die durch Lagerfeuer wahrscheinlich besser zu entdecken durch den starken Kontrast. Und tagsüber würde er diese dann gleich morgens über den Sturm der Lycantrophen informieren, damit sie sich in Sicherheit bringen konnten. Oder zumindest weit genug entfernt, damit es für die Lycantrophen schwer werden würde, die gefangenen pünktlich zum Ritual abzuliefern.

Tagsüber stellte sich dann jedoch heraus, dass es gar nicht einfach war, den Aramonern klarzumachen, dass sie praktisch Hals über Kopf fliehen sollten, wenn man ihre Sprache nicht beherrschte. So dauerte es dann doch lange, die ersten Missverständnisse auszuräumen und am Ende dann zwei dieser Wagensiedlungen hoffentlich ausreichend auf die drohende Gefahr hinzuweisen. Nachdem er sich erneut verwandelt hatte und hoch genug flog, meinte er schon aus der befürchteten Richtung die ersten Lycantrophen hetzen zu sehen.


Darius, könnt Ihr mich hören? Ich habe nur zwei dieser Wagensiedlungen erreicht und hoffentlich fliehen die jetzt auch. Hoffentlich reicht das aus.


-8 MP für Verwandlung zwischen Kontakt der Wagensiedlungen und danach -> 45/61 MP
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 16 Januar 2017, 21:41
Runde 11



Ich verlasse mich darauf, das Du sie in einem Stück zurück bringst Phelan.

Mehr konnte oder wollte Endris nicht zu diesem Thema sagen. Der Rüde, der Phelans Rudel führen sollte, erzählte ihnen hingegen alles was er wusste und wichtig sein konnte:

Die Siedlung ist die größte in der Gegend. Sie besteht aus etwa vierzig von diesen Wagenburgen, in denen das Reitervolk wohnt. Sie stellen sie meist kreisförmig auf, in zwei Reihen und versetzt zueinander, so dass es nicht leicht sein wird in das Innere vorzudringen. Soweit ich sehen konnte gibt es etliche Bogenschützen unter ihnen. Sie stellen nachts sogar Wachen auf, die um die Siedlungen reiten, deshalb glauben wir das ein Angriff am Tag sie unvorbereiteter treffen wird. Im Tageslicht fühlen sie sich sicher – zumindest hatte ich den Eindruck – denn ein Teil von ihnen geht tagsüber auf die Jagd, zum Fischen oder treibt die Pferde über die Wiesen. Wenn wir im hellen Sonnenschein angreifen, müssen wir mit höchstens zwanzig Männern rechnen – und Frauen und Kindern, doch die sollen unsere Beute sein. Die Männer lebend gefangen zu nehmen wird – schwierig werden.

Viel mehr hatte Kwindor nicht zu berichten und so legten sich die meisten der Wölfe zur Ruhe. Endris beobachtete wie Phelan mit Serafina sprach, und auch wenn er nicht verstand worüber sie redeten, so nahm er sie, bevor das Rudel morgens aufbrach zur Seite.

Serafina, ich weiß, dass dies keine leichte Aufgabe für Dich ist und das sie Dir nicht gefällt. Sieh es als Prüfung an. Ich möchte, das Du das tust, was Du am Besten kannst, das, womit Du Dich in unserem Rudel hervorgetan hast, verstehst Du? Phelan wird das ebenso sehr zu schätzen wissen wie ich. Ich verlasse mich auf Dich, Serafina. Komm heil wieder.

Eindringlich sah der weiße Lykan sie an. Ob sie verstand, was er ihr zu sagen versuchte, hier, wo hunderte Ohren um sie herum waren?

Dann war die Zeit zum Aufbruch gekommen und der Wolfsfelsen schien aus der Ferne ein lebendiges Wesen zu sein, was sich ständig bewegte, denn Dutzende von Lykanern liefen auf verschiedenen Pfaden von ihm herunter. Am Fuß des Berges trennten sich die Wege der verschiedenen Rudel und sie liefen, aus der Luft betrachtet, sternförmig von ihm weg. Doch auch, wenn ein guter Teil der wilden Jagd sich auf den Weg gemacht hatte, blieb der Felsen nicht unbewacht zurück.


~ ~ ~
   


Der Weg zur Siedlung war eigentlich angenehm gewesen. Das Wetter war trocken, und obwohl die Sonne nicht schien waren die Windböen, die durch ihr Fell strichen, warm genug um nicht zu frieren. Kwindor hatte hinter einigen Büschen halt gemacht, von denen aus man die Wagen gut beobachten konnte. Was in der Mitte des Kreises vorging, konnte man nicht erkennen, aber der Geruch nach Feuer lag ebenso in der Luft wie der nach gebratenem Fleisch. Ein Stück außerhalb des Wagenkreises hatte man mit Hilfe von Holzpfählen und dünnen Baumstämmen einen Auslauf gebaut, in dem im Moment aber nur drei Pferde standen. Wachen schien es nicht zu geben, zumindest sahen sie keine, obwohl sie die Siedlung eine ganze Weile beobachteten. Der einzige Mensch, den sie zu Gesicht bekamen, war eine Frau, die einen Teller in der Hand balancierte, hinten auf einen der Wagen kletterte und darin verschwand.


~ ~ ~



Die Verfolgergruppe hatte recht schnell entschieden, was nun zu tun war: sie wollten möglichst viele Dörfer warnen, um den Menschen ihr Leben zu retten und das Ritual durch zu wenig Opfer zu verhindern. Also teilte man sich auf: Darius wollte mit Christian fliegenderweise die Nomaden suchen, Runshak und Tarlyn bildeten eine Dorfwarngruppe, und Asarra zog es in Betracht mit Keras die zweite zu bilden. Der Sumpfbewohner nickte bedächtig zu ihren Worten und drehte sich dann zu Sigmar um.

Ich werde die Fremden nach Lerrat führen, Sigmar. Pass gut auf Siglinde und die Kinder auf bis ich Euch eingeholt habe.

Dann wandte er sich an die Amazone.

Wir werden sehen ob ich Schritt halten kann. Der Weg durch die Sümpfe ist der schnellste. Danach gehen wir nach Gergrund. Eure Gefährten sollten es schaffen bis zum Morgengrauen Bruchsol und Kandarirr zu warnen. Am weitesten von uns entfernt liegt Feronar – vor den frühen Mittagsstunden wird es keiner von uns erreichen können. Und ich muss gestehen, das ich auf einen Kampf mit diesen Lykanern wie ihr sie nennt, gut verzichten kann. Lasst uns keine Zeit verlieren und gehen.

Das taten die Verbliebenen auch. Keras führte Asarra erstaunlich zügig durch die Schwanenmarschen und schien trotz der Dunkelheit keine Schwierigkeiten damit zu haben festen Boden unter den Füßen zu behalten. Er schien die Sümpfe wie seine Westentasche zu kennen, und so schafften sie es ohne große Probleme Lerrat zu erreichen und die Dorfbewohner von der Gefahr zu überzeugen. Der Weg zum nächsten Dorf erwies sich als wesentlich leichter zu finden: es gab einen Trampelpfad, der sich durch das Grasland schlängelte und genau darauf zulief. Hier konnten sie schneller laufen, doch etwa nach der Hälfte der Strecke konnte Keras das Tempo der hochgewachsenen Amazone nicht mehr halten. Schwer atmend blieb er stehen und sah Asarra nach, die ihre Warnung wahr zu machen schien und weiter lief.

Sagt Ihnen Keras Windengrün schickt Euch mit Grüßen vom Ältesten Hochlaub. Dann werden Sie Euch anhören und Euch glauben.

japste er noch, bevor er sich bemühte wieder zu Atem zu kommen.


~ ~ ~



Darius und Christian versuchten unterdessen die Nomadensiedlungen zu finden. Während Christian sich schwer tat mit den Eohfîr zu kommunizieren, waren Darius Bilder, die er ihnen sandte für ein naturnahes Volk leicht zu verstehen. An welchen Gott sie auch immer glauben mochten, er hatte vielen von ihnen die gleiche Vision geschickt, also musste diese Vision auch wahr sein. Er konnte beobachten, wie sie aufgeregt miteinander redeten und dann damit begannen ihre Sachen auf die Wagen zu räumen. So war Darius bereits dabei nach der zweiten Siedlung zu suchen, als Christian in seinem Lager einen Wolfspelz entdeckte und mit dessen Hilfe erfuhr, das Wolf auf Aramonisch wohl Lupores hieß. Nach einigem hin und her war er sich der Bedeutung einiger anderer Wörter fast ebenso sicher, und „Allare, Allare“ schien so etwas wie ein Ruf zur Warnung oder zum Aufbruch zu sein, denn nachdem ein Mann ihn laut gebrüllt hatte setzte ein hektisches Treiben im Lager ein.

Nach diesen ersten Erfahrungen fiel es beiden leichter die weiteren Nomaden, die sie fanden, zum Aufbruch zu bewegen. Insgesamt waren es fünf Lager, die sie vor den Wölfen retten konnten, doch die verbliebenen drei waren entweder zu versteckt oder zu weit weg um sie zu entdecken. Inzwischen war die Sonne aufgegangen und sie konnten beide aus der Luft beobachten, wie der Wolfsfelsen zum Leben erwachte und die Lykaner auszogen um ihre Opfer zu jagen.


~ ~ ~



Tarlyn und Runshak hatten von Anfang an festen Boden unter den Füßen. Die silberblonde Frau hatte der Grünhaut nur einmal kurz zugenickt, bevor sie in einem zügigen Tempo los lief. Die beiden kannten sich inzwischen so viele Jahre, dass es nicht allzu vieler Worte brauchte um sich zu verständigen, und deshalb sparten sie sich den Atem. Im Gegensatz zu dem Ork bewegte sich Tarlyn leichtfüßiger, doch da er sie ein gutes Stück überragte brauchte sie drei Schritte wo er nur zwei machte. Dennoch war sie durchtrainiert genug um mit Runshak mithalten zu können, der zusätzlich zu seinem Gewicht noch seine Rüstung tragen musste. Erst kurz vor dem ersten Dorf machten sie Halt und besprachen kurz ihre Taktik.

Lasst mich reden.

Das tat Tarlyn dann auch. Sie brauchte länger als Keras, um die Leute zu überreden ihr Heim zu verlassen, aber nachdem sie ihnen erklärt hatte das Runshak ihr Leibwächter zum Schutz vor den Wölfen war, sie eine Begegnung mit mehr als drei Wölfen dennoch nicht überleben würden, wurden sie endlich nachdenklich, denn der Ork war schließlich ein großer gut gerüsteter Krieger. Als sie weiterzogen, um das nächste Dorf zu warnen, entschuldigte sich Tarlyn bei Runshak für diese Aussage:

Ich weiß das Ihr es mit mehr als zwei Wölfen aufnehmen könnt – aber wie hätten wir sie sonst überzeugen sollen?

Als sie das zweite Dorf erreicht hatten probierten sie ihre Strategie ein zweites Mal aus – mit Erfolg. Während die ersten Menschen ihre Heimat verließen, sah Tarlyn Runshak beinahe herausfordernd an:

Was nun Hauptmann? Lust dem Dorf Feronar zur Hilfe zu eilen und ein paar Wolfsfelle für den Kamin zu jagen?
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 22 Januar 2017, 20:18
Christian hatte sich für den Tag wieder die Gestalt des Fischadlers ausgesucht. In der Ferne sah er, wie die Lycantrophen ausschwärmten, um Opfer für das geplante Ritual zu besorgen. So machte sich der Magier des Hohenturms daran, eine der größeren Gruppen zu verfolgen, um zumindest die Opferzahlen zu verringern. Aus den Gesprächen unter den Dragoniern entnahm der ehemalige Statthalter, dass diese Lycantrophen wohl auf dem Weg nach Feronar, einer der größeren Siedlungen, waren. Leider war der Retter des Drachenauges nicht schnell genug, um dem Angriff der Wolfsartigen zuvorzukommen, so schaute er, wie er den Schaden möglichst gering halten konnte unter den Aramonern und landete kurz darauf in einigen Dutzend Metern Entfernung von einigen Lycantophen, die bereits drei Bewohner dieser Siedlung offenbar gefangen hielten.

Ob die Lycantrophen so überrascht darüber waren, dass sich ein Fischadler von einem Moment auf den anderen in einen Menschen verwandelte, dass sie nicht direkt angriffen? Wie auch immer, dem (Wieder-)Entdecker von Arapat Ash'Tamar blieb neben dem Wirken einer schützenden Steinhaut um seinen Körper genug Zeit, um zwei seiner von Dienern der Finsternis gefürchteten Sonnenbälle auf die Anhänger der Wilden Jagd zu werfen, bevor seine magische Kraft vorerst erschöpft war und ein Manatrank fällig war, bevor er wieder zaubern konnte. Aber er bezweifelte, dass die Lycantrophen ihm jetzt noch genug Zeit ließen, um in Ruhe einen Trank zu sich zu nehmen, weshalb er seinen Gildenstab routiniert in die Halterung auf seinem Rücken packte, bevor er den Griff seines dunkelelfischen Schwertes mit der nun wieder freien linken Hand umschloss.


Habt ihr schon genug oder braucht ihr noch mehr Beweggründe, um diese Menschen in Ruhe zu lassen?

Allerdings bezweifelte er, dass gerade Anhänger der Wilden Jagd sich von einigen seiner Worte umstimmen ließen und bereitete sich innerlich darauf vor, mal wieder seinen Umgang mit dem Schwert in einem ernsthaften Kampf zu demonstrieren.


-45 MP für Steinhaut (44 WP), und zwei SBs (100 und 80 WP) -> 0/61 MP
MAW 100 und MAW 80 auf je einen der acht Lycantrophen
Autor: Runshak Datum/Zeit: Montag 23 Januar 2017, 00:27
Wie besprochen teilte sich die Gruppe auf, um möglichst viele Siedlungen in der Umgebung zu erreichen. Tarlyn und Runshak liefen in Richtung ihres ersten Bestimmungsortes los. Unterwegs redeten die beiden Offiziere nicht. Den Atem sparten sie sich. So erreichten die beiden relativ schnell das erste Dorf. Runshak überließ seiner Stellvertreterin das Reden, da sie zum einen vertrauenswürdiger auf die Menschen wirken musste und zum anderen da Reden seiner Meinung nach nicht zu seinen Stärken zählte.

Es brauchte zwar ein gutes Stück Überzeugungsarbeit, jedoch gelang es Tarlyn letzten Endes, die Dörfler zur Flucht zu bewegen. Als die beiden nach getaner Arbeit weiterziehen wollten, entschuldigte sich die Soldatin dafür, die Stärke des Orks heruntergespielt zu haben. „Kein Problem.“ antwortete dieser „Hauptsache, wir bewegen diese Leute so schnell wie möglich zur Flucht. Und Außerdem: Was juckt's mich, was diese Bauern von mir denken.“ Wenn er ehrlich war, hatte ihn diese Untertreibung doch ziemlich gestört. Mehr als drei Wölfe ein Problem? Da fängt der Kampf doch erst an Spaß zu machen.

Mit derselben Masche gelang es der Kriegerin auch das zweite Dorf zu überzeugen. Konnte Runshak das als indirektes Kompliment und Anerkennung seiner Stärke auffassen? Er wusste nicht so recht, wie er dazu stehen sollte. Nun da alle Dörfer gewarnt waren, schlug Tarlyn vor, nach Feronar weiterzuziehen. Dieses war am weitesten entfernt und wurde womöglich schon angegriffen. „Natürlich!“ antwortete der orkische Krieger. Diese Gelegenheit, seine Ehre zu retten, würde er sich nicht entgehen lassen.

So eilten die beiden Soldaten nach Feronar, in dem schon die Lykaner wüteten. Es sah ganz nach einem bevorstehenden Massaker aus. Die ersten Tiermenschen, die die Grünhaut sah, waren gerade dabei einen der Dorfbewohner zu bedrängen. Dieser konnte sie sich mit Mühe und Not mit einer Fackel vom Leib halten. Runshak zog sein Schwert und hieb aus vollem Lauf heraus nach den beiden Kreaturen.

AW42 (doppelter Schaden) und AW39 (doppelter Schaden) auf jeweils einen der beiden Lykaner
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 23 Januar 2017, 01:01
„Dinge zu hinterfragen kann bedeuten sein Leben wegzuwerfen. Wem wäre damit geholfen? Es ist klüger mit dem Strom zu schwimmen und das Denken anderen zu überlassen. Die Wilde Jagd springt mit Verrätern weitaus härter um als die Stadtwache mit unvorsichtigen Dieben und Du weißt ja: Gelegenheit macht Diebe.“ Auf die Schnelle war Phelan keine bessere Möglichkeit eingefallen seine Botschaft zu verpacken und er konnte nur hoffen dass es hier keine ungebetenen Ohren gab. Denn denen wäre wohl nicht entgangen, dass die Aussage des letzten Satzes nicht zum mahnenden Ton seiner übrigen Ansprache passen wollte.

Unruhig huschten seine bernsteinfarbenen Augen umher, während er auf ihre Frage antwortete: „Sei Aufmerksam und versuch Dir etwas einfallen zu lassen um diese Jagd so erfolgreich wie möglich zu machen. Die anderen kennen die Menschen nicht so gut wie wir und es liegt an uns zu sehen, was sie übersehen.“


Dann folgte der Alpha seinem eigenen Rat und versuchte zumindest etwas Ruhe zu finden ehe sie sich auf den Weg machten. Vierzig Wagenburgen waren ihr Ziel und es war besser dort nicht völlig übermüdet einzutreffen. Als Anführer konnte er sich keine trägen Gedanken leisten, sonst würde unnötiges Blut vergossen werden.


Viel zu schnell war die Zeit für den Aufbruch gekommen. Er bestimmte dass einige Wölfe zurückbleiben sollten. Diese wirkten unzufrieden, da ihnen nicht entging, dass keiner der stärkeren Kämpfer unter ihnen war und sie daraus die richtigen Schlüsse daraus zogen. Doch ihnen bleib keine Gelegenheit sich zu beschweren, denn Phelan setzte sich bereits mit Kwindor an die Spitze.

„Kannst Du in etwa abschätzen wie viele Männer es pro Wagenburg gibt, wie viele ingesamt?“, erkundigte er sich in einem Versuch so viele Informationen wie möglich zu sammeln und so vielleicht den Boden für den Keim einer Idee, wie er mit der Situation umgehen sollte, zu bereiten. Später überlegte er laut ob es vielleicht doch eine Möglichkeit gäbe auch die Männer zu verschleppen. Es ginge hier schließlich um eine Menge Blut. Vielleicht würde eine neue Sichtweise auf ihr Vorhaben dazu führen, dass ihm der Späher etwas berichtete, was ihm zuvor noch unwichtig erschienen war. Und etwas Übereifer an den Tag zu legen konnte nie schaden. Nur für den Fall, dass der Alte sich später erkundigen würde, wie er sich geschlagen hatte. Vor allem wenn sich die Sache nicht nach dem Geschmack Shier Khans entwickeln sollte, könnten solche Fragen schnell aufkommen.

Nach dem Gespräch hatte er noch immer nicht das Gefühl nun genug zu wissen, um irgendetwas an dem vorherbestimmten Lauf der Dinge ändern zu können. Doch es war alles womit er im Moment arbeiten konnte.

Ganz der vorbildliche Leitwolf machte er sich daran die Rückendeckung zu überprüfen ehe er an die Seite Serafinas, die seinem Auftrag folgend in einiger Entfernung zum übrigen Rudel eine der Flanken sicherte, trabte. „Wir wissen nicht viel, aber das muss reichen. Wenn wir das Lager erreichen werden wir wohl improvisieren müssen“, grummelte er.


Dort angekommen fanden sie die Situation noch verlockender vor, als sie Kwindors Beschreibung hatte hoffen lassen. „Den wenigen Pferden nach zu schließen sind fast alle Krieger aufgeflogen“, stellte Phelan fest. „Fast zu schön um wahr zu sein. Irgendwas stinkt hier gewaltig und ich meine nicht den Braten. Der treibt mir den Speichel im Maul zusammen. Ich werde mir das aus der Nähe ansehen. Es sollte mir nicht schwer fallen einen Menschen zu spielen, ich habe genug Übung darin.“

Wie zum Beweis für seine Worte klappte der Gestaltwandelzauber auf Anhieb und er hatte mehr Energie hineingesteckt, als notwendig gewesen wäre. Etwas Eindruck zu schinden konnte schließlich nie schaden. „Wärst Du so gut mich zu begleiten, Serafina? Ich könnte mir vorstellen, dass einzelne Reisende in der Gegend nicht so häufig sind.“

Während er auf ihre Antwort wartete machte er sich an den letzten Schliff seiner eigenen Maskerade. Daran, dass er über kein Reittier verfügte und nicht einmal Schuhe vorzuweisen hatte, konnte er im Moment nichts ändern. Doch zumindest dagegen ganz so unbewaffnet zu wirken konnte er was tun. Auch wenn sich nicht mehr als ein Jagdmesser in seinem Rucksack fand. Er kam schließlich allein mit seinen Klauen bestens zurecht und war mit halbwegs leichtem Gepäck unterwegs.

Schade, denn ein Schwert oder eine Axt hätten sich bestimmt besser gemacht und er war sich fast sicher, dass er etwas in die Richtung besaß oder zumindest mal besessen hatte. „Hast Du etwas, das als Waffe durchgehen könnte?“, erkundigte er sich bei seiner jungen Begleiterin. „Ich hätte noch ein“, prüfend besah er sich einen länglichen Gegenstand, den er aus seinem Ranzen gefischt hatte, „Brecheisen im Angebot.“

Nun blieb zu hoffen, dass das Rudel genug Geduld zusammenkratzen konnte, um ihnen etwas Zeit im Lager zu verschaffen. „Umzingelt sie schon einmal weiträumig. Auf mein Signal hin sollte der Angriff von allen Seiten her erfolgen, denn ich will nicht dass jemand entkommt. Passt auf dass Euch niemand sieht und haltet die Augen offen ob Euch etwas verdächtig vorkommt. Womöglich verstecken sich die Krieger in der Nähe und ich will keine unangenehmen Überraschungen. Denkt daran, dass wir es mit Fernkämpfer zu tun haben. Um sie zu schlagen müsst ihr schnell und unberechenbar sein. Ändert oft die Richtung und sobald ihr in Sprungweite seid habt ihr gewonnen. Auf kurze Distanz seid ihr eine tödlichere Waffe als ihre mickrigen Pfeile“, ratterte er noch Anweisungen herunter, die eventuell noch nützlich sein könnten, um sie für eine Weile zu beschäftigen.

Würde er in der in der kurzen Zeit etwas ausrichten können? Er wusste immer noch nicht was er genau wollte und ob es hier überhaupt jemanden gab, mit dem er kommunizieren konnte. Was für einen Dialekt sprachen diese Reiter überhaupt. Immerhin schien das eine der größeren Gruppen dieser Art zu sein. Vielleicht bestand also Hoffnung…

Gestaltwandel für bis zu 24 Stunden
+ 16 Charisma für diese Zeit (insgesamt 34)
- 4 Mana (6/10 MP)
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 23 Januar 2017, 09:48
Keras schien sie trotzdem begleiten zu wollen. Die Amazone zuckte mit den Schultern. Ihrer Meinung nach hatte sie ihren Standpunkt klar genug gemacht, nun lag es an dem Dörfler, was er damit machen wollte. Tatsächlich rechnete sie es ihm an, sich dennoch mutwillig in Gefahren zu begeben, von denen er wissen musste, dass er keine Chance hatte ihnen zu begegnen. Selbst wenn er eine Waffe hätte, bezweifelte sie das er damit gegen einen Lykaner standhalten konnte.

Der Sumpfbewohner erwies sich als äusserst geschickt. Obwohl sie in der Dunkelheit unterwegs waren, trat er niemals fehl und führte sie sicher durch den Sumpf. Vermutlich wäre sie auf direktem Wege dank ihrer Stiefel schneller gewesen, allerdings hätte sie diese Zeit bestimmt wieder damit verloren, den Dorfbewohnern von Lerrat ihr Anliegen zu erklären. Hier war Keras von unschätzbarer Hilfe, und tatsächlich begannen die Dorfbewohner bald, ebenfalls ihre Sachen zusammenzupacken. Asarra drängte weiter.

Nun betraten sie einen Trampelpfad, der gut erkennbar durch das Grasland führte. Asarra verfiel bald in ein schnelleres Tempo und streckte ihre langen Beine genüsslich. Es tat gut in der aufkommenden Dämmerung in der erwachenden Natur unterwegs zu sein, ohne auf jeden Schritt achten zu müssen. Das sie Keras abgehängt hatte, bemerkte sie erst als dieser ihr hinterher rief. Kurz blieb Asarra stehen und drehte sich um. Die Kriegerin nickte. „Habt Dank für eure Hilfe Keras, nun kehrt zu Eurer Familie zurück. Sie brauchen Euch weit dringender als ich.“ Mit diesen Worten drehte sich die grosse Schwarzhaarige wieder um und verfiel in einen leichten Trab.

Gergrund war schnell erreicht, und mit Erwähnung von Keras und des Dorfältesten konnte Asarra die Leute überzeugen. Rasch liess sie sich den Weg zum letzten Dorf erklären, dann lief sie wieder los.

Wie vermutet, fand sie das Dorf bereits mitten im verzweifelten Überlebenskampf vor. Überall waren Lykaner, aber auch einige ihrer Gefährten hatten sich bereits eingefunden. Rasch blickte sie sich um. Nicht weit von ihr fuchtelten zwei Dörfler verzweifelt mit ihren Heugabeln herum, um sich drei der Wolfsmenschen vom Leib zu halten. Die Amazonenkriegerin überlegte nicht lange, sondern spurtete los. Im Laufen zog sie die Wurfdolche aus der Tasche und hielt jeweils nur einen Herzschlag inne, um sie in schneller Folge auf ihren Weg zu schicken. Bedauerlicherweise ging der letzte daneben, doch da zog die Amazone bereits Peitsche und Axt aus dem Gürtel.
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 23 Januar 2017, 13:34
Gespannt kreiste er hoch über der Wagenkarawane, um zu sehen wie sie seine Botschaft aufnahmen und hielt seinen Geist offen, um ein wenig zu lauschen. Zu seiner Erleichterung drang die Botschaft schnell bei den Naka Duskeal durch, den es kam Bewegung in die Menschen. Von den Eindrücken, welche er von ihnen bekam, hielten sie seine Botschaft für eine Art Vision und zwar nicht irgendeine, sondern von... ihren Göttern? Der Gedanke war schon belustigend für ihn. Es war tatsächlich das Beste andere zu ihren Schlüssen kommen zu lassen, als alles haargenau selbst erklären zu müssen.

Da sich die Methode bewährt hatte, wurde sie bei zwei weiteren Karawanen eingesetzt, doch mehr von ihnen konnte er in den paar Stunden nicht finden, obwohl er über dem Gebiet kreiste. Die Dunkelheit machte es ihm schwer die unbekannte Lage dieser Nomaden ausfindig zu machen. Nach ein paar Stunden wurde er sowohl von Runshak, der sich mit Tarlyn zu dem Dorf Feronar aufmachte um gegen die Lykantrophen zu kämpfen, als auch von Serafina kontaktiert.

In den Stunden zuvor hatte er sich schon überlegt, ob es sich lohnen würde zum Wolfsfelsen zu fliegen und sich den Ort des Rituals selbst einmal anzusehen. Allerdings fiel ihm keine gute List ein, wie er es schaffen könnte sich länger dort aufhalten zu können. Seine Entscheidung war sowieso gefallen. Besser er kümmerte sich darum, dass möglichst wenige der Menschen verschleppt wurden.

"Aramonisch? Mir sind selbst keine Worte dieser Sprache bekannt, aber ich könnte die Anderen fragen. Wartet einen Moment."  Kurz zupfte er an dem Knäuel, zu welchem er die Gedankenstränge der Soldatengruppe zusammengeführt hatte. "Beherrscht jemand von euch etwas Aramonisch? Serafina benötigt Hilfe um sich mit den Einheimischen zu verständigen."

Während er darauf wartete, dass sie verneinten oder ihm mitteilten was sie wussten, sandte er ihnen. "Ich habe drei der Wagensiedlungen ausfindig gemacht und ihre Bewohner gewarnt. Ich werde nun ebenfalls nach Feronar fliegen."

Der wartenden Lykantrophin lieferte er noch die geschuldete Antwort. "Christian kennst zumindest die Wörter für Wolf, Lupores und eine Art Warnruf, Allare Allare. Das ist alles. Achtet auf euch und bleibt sicher."

Mehr kam nicht mehr von ihm, denn er schlug mit seinen Flügeln und drehte ab zu dem Dorf Feronar. Schon etwas weiter weg konnten sein scharfer Blick den Angriff auf das Dorf erahnen und er nahm schnell einen großen Manatrank zu sich, um seine Reserven wieder gänzlich aufzufüllen. Dann stürtze er sich aus den Himmel und entfesselte seine Aura nicht weit über den Lykantrophen. Die Luft der Nacht wurde schwerer, die Waffen der Menschen erschienen plötzlich gefährlicher, genauso wie ihre Träger selbst, kurz, die Welt wurde dunkler, beunruhigender als zuvor und es wurde schlimmer, je näher man dem Jungdrachen kam, der jetzt auf seine Feinde wie ein urzeitliches Monster wirkte. Seine Gedanken krallten sich in die der Anwesenden Lykantrophen.

"Ihr wildert in meinem Reich? Dafür müsst ihr einen Preis bezahlen. Blut für Blut.", geisterten Irators Gedanken durch ihre Schädel. In dem Durcheinander konnte er sich nur schwer auf einzelne Wölfe stürzen und setzte darauf, dass er zumindest einige würde vertreiben können. Trotzdem schoss er einen Strahl eisiger Luft und Splitter aus seinem Rachen, der einen der Lykantrophen traf, welcher gerade eine Frau aus einem der Häuse zerrte.

-1 gr. Manatrank, +10 Mana (25/25), -20 Mana für Drachenfurcht (Meister), -5 Mana für Eisatem (Normal)
Eisatem (Normal) AW 29
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 23 Januar 2017, 16:14
Die Antwort des Alphas dämpften Serafinas Erwartungen gehörig. Sie hatte sich wohl doch in Phelan geirrt. Erst die letzten Worte, in einem gänzlich anderen Tonfall an sie gerichtet, ließen die Lykana ihre Ohren überrascht aufstellen. Gelegenheit macht Diebe? Was meinte er damit? Ratlos blieb sie zurück. War Griesgram nun ein Verbündeter oder nicht? Und wenn nicht, würde er sie, seine Gildenschülerin, an den brutalen Shir Khan ausliefern? Egal wie sie zueinander standen, eines glaubte sie nicht von ihm: Dass er sie verraten würde.

Als sie zum Rudel zurückkehrten, nahm sie auch noch Endris zu Seite. Sieh es als Prüfung. So einfach war das nicht! "Aber Kinder, Endris, müssen es unbedingt Kinder sein?", keuchte sie und biss sich auf die Zunge. Ein Widerwort zu viel wäre fatal. Also zuckte sie bloß zustimmend mit den Ohren. "Ich werde mein Bestes geben, mein Alpha." Sein eindringlicher Blick machte sie verlegen. Er wollte ihr etwas sagen, aber was? Dass ihm der Befehl Shir Khans missfiel?

Um vieles ratloser als noch zuvor schob Serafina die wirbelnden Gedanken hinter ihrer Stirn hin und her. Was konnte sie denn am besten? Lügen. So tun als ob. Wem also konnte sie trauen, wenn sie selbst ein falsches Spiel spielte. Waren Endris und Phelan das, was sie verzweifelt suchte: Rebellen?

Es blieb nur wenig Zeit zur Ruhe. Serafina nutzte sie nicht, sondern suchte nach der Alten, die ihr von Pandea erzählt hatte. Mit freudigem Hecheln und wedelnder Rute setzte sich die junge Lykana und setzte ihren Kulleraugenblick auf. "Verzeih, darf ich noch etwas fragen? Diese Legende über Pandea, ich bekomme sie nicht aus dem Kopf. Dieser hinterhältige Akelah, er war der Allererste von uns und ausgerechnet er hat uns verraten. Warum? Wenn alle Lykaner doch seine Brüder und Schwestern waren. Und woher hatte er diesen Dolch? Ein Knochendolch, ist der aus Drachenknochen gemacht? Ist diese Klinge deshalb so stark? Oh, ich liebe abenteuerliche Geschichten. Oh bitte bitte, erzähl mir das Ende. Was ist mit dem Dolch passiert? Wurde er vernichtet? Oder gar mit Pandea begraben. Oh, wie aufregend. Mein Großvater hat mir im Leben viele Geschichten erzählt, aber nie eine soooo spannende. Er ist viel herumgekommen, mein Großvater, weißt du..."

Wer es nicht besser wusste, würde in ihr bloß den naiven Jungwolf sehen. Hoffentlich.

Der Aufbruch kam schneller als erwartet. Serafina war alles andere als ausgeruht. Während sie allein an der Flanke lief und die Ohren nach allen Seiten drehte, sandte sie mit einem herzhaften Gähnen ihre Gedanken erneut an Darius. "Serafina zum Rapport. Wir bewegen uns auf die Wagenburg zu. Meister Phelan scheint auf unserer Seite zu stehen, aber sicher bin ich mir nicht. Ich denke, er spielt sein eigenes Spiel. Ich bin immer noch auf mich allein gestellt. Daher brauche ich Hilfe. Sprecht Ihr aramonisch? Ein paar Brocken, um die Menschen warnen zu können, würden mir schon reichen."

Es dauerte eine Weile, bis die erhoffte Information sie erreichte. Ein Warnruf und das Wort für Wolf. Nicht schlecht für den Anfang. Das konnte helfen. Serafina wiederholte die Wörter mehrfach hintereinander, um sie nicht zu vergessen.

"Danke, Hauptmann. Passt auf Euch auf. Eine erfolgreiche Jagd wünsche ich Euch."
Der übliche Wolfsgruß kam ihr seltsam vor, im Angesicht der Situation. Eine erfolgreiche Jagd war nicht das, was sie sich wünschte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 23 Januar 2017, 16:15
Als Phelan die Lykana bat, ihn zu begleiten und sich kurz darauf verwandelte, warf sie ihm einen aufmerksamen Blick zu. Woher wusste er, dass sie dazu in der Lage war? Bisher hatte sie stets vermieden ihm ihre Menschengestalt zu zeigen. Doch nun war es zu spät dem vorzubeugen. Befehl war Befehl. Vor dem Rudel durfte sie seine Autorität nicht in Frage stellen. Also tat sie wie geheißen, schlüpfte in die Kleidung, die für solche Fälle im Rucksack steckte - im Gegenzug zu Phelan und Endris schaffte sie ihren Gestaltwandel nur entblößt - und zog stolz ihren Rabenschnabel hervor.

"Danke, Meister Phelan, aber ich komme damit recht gut zurecht." Sie grinste breit und zwinkerte, wie sie es als Schäfermädchen getan hatte, wenn sie einen Wolf erfolgreich in die Flucht geschlagen hatte.

Auf dem Weg zur Wagenburg lächelte sie Griesgram verschmitzt an. "Gut seht Ihr aus, Meister Rion, so verwegen. Die Frauen werden Euch reihenweise um den Hals fallen, sobald wir die ersten Wagen passiert haben. Und falls doch nicht, dann hilft es immer noch mit den Armen zu fuchteln und laut zu schreien: Allare Allare, Lupores. Das ist ein Warnruf vor Wölfen. Wir sollten ein wenig gehetzt aussehen und deshalb unseren Schritt beschleunigen. Wenn wir verfolgt wirken, steigert das die Glaubwürdigkeit ungemein."

Damit rannte sie los.



Gestaltwandel 5 Mana/20 Charisma +4 Charisma durch vornehme Kleidung +9 Charisma durch Werte = 33
Steinhaut 5 Mana/20 Schutzpunkte > Schutz = 16 +20 = 34 + 2 Rabenschnabel = 36
-1 kleiner Manatrank
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 24 Januar 2017, 22:47
Runde 12


Statt sich auszuruhen machte Serafina sich auf die Suche nach der alten Wölfin. Bei der Menge an Lykanern dauerte es eine ganze Weile bis sie sie gefunden hatte, doch die Mühe schien sich gelohnt zu haben, denn die Alte freute sich scheinbar darüber das sich jemand für ihre Geschichten interessierte:

Oh, wer weiß schon was einen Verräter zum Verrat treibt? Vielleicht war er eifersüchtig auf Pandea, weil er in Côrs Gunst nicht mehr an erster Stelle stand? Oder er wollte sie töten, weil die Lykaner sie anbeteten statt ihn? Als Erster war er vermutlich der Alpha des Rudels, es wäre nicht undenkbar das er deshalb den Kampf mit ihr suchte.
Ah, der Knochendolch, es ist eine sagenumwobene Waffe. Sein Schaft wurde aus einem Schwarzdrachenknochen gefertigt, die Klinge besteht aus einem Metall, das so tief unten im Berg liegt das die Steine zu fließen beginnen. Geschmiedet hat sie Borzag Düsterhammer, ein berühmter Dunkelzwerg, der das heiße Metall im Blut eines Dämonen ablöschte. Eine wahrlich machtvolle Klinge... Keiner weiß wo sie genau abgeblieben ist. Es gibt Geschichten, die sagen das ein Dunkelelf sie an sich nahm und sie weit fort brachte, weil Côr sie aus seinem Reich verbannen wollte. Mehr weiß ich darüber auch nicht.


Die Alte war in ihren Erzählungen so weit ausgeschweift, das Serafina kaum noch Zeit blieb um sich auszuruhen. Kaum hatte sie einen Schlafplatz gefunden, da rief Phelan das Rudel auch schon zum Aufbruch zusammen und es ging los. Auf dem Weg zur Wagensiedlung antwortete Kwiedor gehorsam auf Phelans Fragen:

Pro Wagenburg müssen wir mit einem Mann rechnen, teilweise vielleicht auch mit zweien, wenn es ältere Söhne gibt. Insgesamt sind es ungefähr fünfzig würde ich sagen. Ich habe noch keine Frauen einen Wagen lenken sehen.

Was nicht ausschloss das es welche gab die es konnten, auch wenn in der Regel Männer die Fuhrwerke lenkten. Doch von den fünfzig Männern schien der Großteil nicht anwesend zu sein, als sie das Lager erreichten. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, beschloss Phelan mit Serafina die Vorhut zu bilden. Beide verwandelten sich in ihre Menschengestalt und liefen auf das Lager zu. Sie waren bis auf wenige Meter an den äußeren Wagenring heran gekommen, als ein Pfiff ertönte, doch weiter geschah nichts. Ganz Teil ihrer abgesprochenen Rolle eilten sie weiter, bis sie das innere des zweiten Rings erreicht hatten. Wie bereits vermutete gab es dort mehrere Feuer über denen gerade Essen zubereitet wurde. Der Pfiff schien eine Warnung gewesen zu sein, denn sie sahen gerade noch wie drei Frauen einige Kinder in zwei der Wagen schoben und hinterher kletterten. In der Mitte des Lagers hingegen stand ein halbes Dutzend Männer, und verteilt hinter ihnen ein gutes Dutzend Frauen, die den beiden entgegenblickten.

Sie wurden etwas gefragt, was sie nicht verstanden, und ihre ersten Versuche mit Worten Kontakt aufzunehmen scheiterten kläglich. Im Gegensatz zu Tarlyn und Christian blieb ihnen allerdings nicht viel Zeit um sich mit Händen und Füßen und Gegenständen verständlich zu machen, so dass Serafina schließlich von den Worten Gebrauch machte, die Darius ihr mitgeteilt hatte.

„Lupores! Allare, Allare!“

Das schienen die Eohfîr durchaus zu verstehen. Die Frauen rissen ihre Augen vor Schreck auf, die Männer stießen einige Wörter aus, bei denen es sich dem Tonfall nach zu urteilen um einen Fluch handelte, und eilten auf verschiedene Wagen zu. Serafina wurde von einer Frau am Oberarm gepackt:

Venas, venas.

Sie zog die junge Lykana kräftig am Arm auf eine der Wagenburgen zu und hob das leinenartige Zelttuch an. Dann zeigte sie auf das Innere, in dem bereits eine Greisin und zwei Kinder kauerten:

Secura. Venas.

Phelan hingegen konnte beobachten wie sich plötzlich an einigen Wagen etwas bewegte. Die sechs Männer waren nicht die einzigen im Lager, offensichtlich hatten sich einige mit ihren Bögen hinter den Wagen versteckt gehalten und wechselten nun ihre Positionen, so dass sie gute Sicht und freie Schussbahn nach außen hatten. Außerdem rannte ein Mann auf den Auslauf der Pferde zu. Ein anderer kam mit zwei Bögen und zwei Köchern zu dem Alpha zurück gehetzt und hielt ihm jeweils einen davon unter die Nase:

Vos tirat?

~ ~ ~


In Feronar hingegen tobte bereits der Kampf. Die Lykantrophen, die über die Dorfbewohner hergefallen waren, wähnten sich bereits mehr oder weniger in Sicherheit, da sie nahezu jede Gegenwehr ausgeschaltet hatten. Die Angriffe der Gefährten trafen sie deshalb völlig unvorbereitet. Runshak eilte dem Mann zur Hilfe, der sich mit einer Fackel zwei Lykaner vom Leib hielt. Der erste Hieb saß so genau, das der Wolfsmensch wie ein gefällter Baum zu Boden fiel. Der zweite Schwertstreich des Hauptmanns folgte auf dem Fuß, doch der andere Wolf schaffte es dem tödlichen Stoß zu entkommen. Dennoch er war getroffen und blutete aus einer tiefen Wunde an der Flanke, auch wenn ihn das nicht davon abhielt auf den Ork loszugehen und mit dem starken Gebiss nach ihm zu schnappen.

Asarra hingegen eilte den Bauern mit den Heugabeln zur Hilfe. Schon von weitem flogen ihre Wurfdolche, und die ersten beiden trafen ihr Ziel exakt so wie sie es wollte. Der Wolf brach zusammen, als die Amazone bereits den dritten Dolch hinterher warf. Er landete im Hinterteil eines der Lykaner, der sich aufjaulend umdrehte. Während der dritte Wolfsmensch es schaffte Asarra zu entdecken bevor sie ihre vierte Klinge warf und rechtzeitig zur Seite sprang, reagierten die zwei Bauern blitzschnell und nutzten die Gunst der Stunde um auf den abgelenkten und verletzten Wolf loszugehen. Mit voller Wucht rammten sie die spitzen Zinken in den Körper des Werwesens, ganz so wie man einen Heuballen aufspießen würde. Der unverletzte Lykaner sprang jedoch der Amazone entgegen, um sich wutentbrannt für den Tod seines Gefährten zu rächen.

Christian verwandelte sich in der Nähe der bereits gefangen genommenen Dorfbewohner zurück. Die Wachen um sie herum bemerkten zu spät, das der Fischadler, der dort gelandet war, gar kein echter Fischadler sondern ein Magier war. Als sie Christians wahre Gestalt registrierten, war es schon zu spät und zwei Sonnenbälle flogen ihnen entgegen. Ihre Opfer hatten keine Chance auszuweichen. Es roch nach verbrannten Haaren als sie getroffen wurden und einen Wimpernschlag später lagen zwei Leichen auf dem Boden. Die verbliebenen sechs Lykaner drehten sich knurrend zu Christian um.

Ein Magier. Ich schätze magisches Blut wird dem Ritual nicht schaden sondern es eher verstärken. Schnappt ihn Euch.

gab einer von ihnen den Befehl zum Angriff. Doch noch ehe sie ihn erreicht hatten stürzte Darius vom Himmel herab und strich über die Lykaner hinweg. Seine Stimme dröhnte angsteinflössend in ihren Köpfen, so düster, dass es für drei der Wölfe zu viel war und sie Hals über Kopf aus dem Dorf flüchteten. Der Alpha und zwei der anderen Lykaner hingegen rannten weiter auf Christian zu. Sie schienen ein eingespieltes Team zu sein, denn sie griffen nahezu zeitgleich an und fielen über den Kampfmagier her.
Der Eisdrache glitt in der Zwischenzeit weiter über das Dorf hinweg und schoss seinen Eisatem auf einen der Wölfe, die gerade eine Frau zum Dorfeingang zerren wollten. Weißes Raureif legte sich über seinen Pelz als die eisige Kälte Besitz von ihm ergriff und das Blut in seinen Adern gefrieren ließ. Der zweite sah ihn verständnislos an, dann erst schweifte sein Blick zum Himmel, an dem Darius seine Runden zog. Hatte er eben noch versucht die Frau mit sich zu ziehen, so legte er ihr jetzt die Klauen an den Hals und hielt sie wie ein Schutzschild vor sich.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 26 Januar 2017, 13:23
Damit gehetzt zu wirken, schien Rion kein Problem zu haben. Ähnlich wie zuvor, als er für ein paar Augenblicke die brüchige Maske der unerschütterlichen Stärke eines Alphas abgenommen hatte, merkte man ihn auch jetzt die Strapazen der letzten Zeit an. Ein kurzer Sprint ehe er in leichten Trab fiel, um die Atemfrequenz zu erhöhen und der Eindruck würde wohl ausreichen, um die unvorbereiteten Menschen zu täuschen.

„Den Frauen hier wird hoffentlich die Zeit fehlen, mir um den Hals zu Fallen“, keuchte er in einem Versuch so zu klingen, als wäre er tatsächlich außer Atem. „Und Du solltest Dir überlegen, wie Du Dir die jungen Burschen vom Hals hältst.“

Doch genug Geplauder, denn schon näherten sie sich dem ersten Ring aus Wagenburgen und ein Pfiff machte deutlich, dass sie nicht unbemerkt beblieben waren. Erst im Inneren eines zweiten Rings trafen sie auf die Bewohner. Ein halbes Dutzend Männer, viel weniger als die Fünfzig, die hier wohl lebten. Und keiner von ihnen schien sie zu verstehen. Auch keine der Frauen. Nach einer Weile wurden Serafina die Versuche zu viel und Rion konnte es ihr nicht verdenken. Sie versuchte es mit dem Warnruf, von dem nur die Götter wussten wo sie ihn aufgeschnappt hatte, und das funktionierte.

Als sie Serafina in den Wagen zerrten schoss ihm erschrocken durch den Kopf, dass sie versuchten sie zu trennen, dass sie etwas ahnen mussten. Doch schnell wurde ihm klar, dass Kämpfen hier Sache der Männer war. Genauso, wie sie die Fuhrwerke lenkten. Und es waren wohl mehr Kämpfer hier, als er angenommen hatte. Einige von ihnen hatten sich in den Wagen versteckt gehalten.

Ihm als Krieger wurden Pfeil und Bogen angeboten, doch da er nicht einmal wusste, wie er diese Waffen in die Hand nehmen müsste verzog er das Gesicht, schüttelte den Kopf und deutete auf seine verletzte Schulter. Ganz so als würde ihn die Wunde davon abhalten die angebotene Waffe anzunehmen. Dann zog er mit der gesunden Hand sein Jagdmesser und sagte: „Tirat!“ Er nahm an es hatte mit Kämpfen zu tun.

Nachdem er die Klinge wieder weggesteckt hatte, zeigte er seine Zehn Finger, ballte die Hände zu Fäusten, zweigte seine Finger abermals. Das ganze wiederholte er mehrmals und sagte: „Allare!“ Das sollte verdeutlichen wie viele Wölfe das Lager angreifen würden. Außerdem versuchte er durch Körperhaltung und Mimik einen Lykaner nachzuahmen, um ihnen zu zeigen mit welcher Art von Wolf sie es zu tun bekämen.

Die Frage was sie hier bewirkt hatten, war schwer zu beantworten. Ihnen war es zwar gelungen verborgenen Kampfreserven hervorzulocken, doch dafür hatten sie das Lager auch in Kampfbereitschaft versetzt. Es war kaum abzusehen, ob es dadurch mehr oder weniger Opfer unter seinen Wölfen geben würde. Doch dass es der Siedlung wirklich helfen würde, bezweifelte er stark. Und den Überfall abzuwenden würde wohl auch für ihn kein leichtes Unterfangen. Wie sollte er das vor seinem Rudel und vorm Alten rechtfertigen?
Autor: Darius Datum/Zeit: Freitag 27 Januar 2017, 01:32
Es war nicht einfach sich einen Überblick in dem ganzen Chaos in Feronar zu verschaffen, doch er versuchte zumindest herauszufinden, wo sich Lykantrophen aufhielten und wie es um die Einwohner stand. Einige der Menschen waren bereits tot, andere wurden bewacht oder aus ihren Häusern gezerrt, vereinzelt schien es noch Widerstand zu geben, welcher nun von seinen Begleitern verstärkt wurde. Das ließ ihm Gelegenheit sich um die Gruppe zu kümmern, welche die bereits gefangenen Menschen am Dorfrand bewachten. Seine erdrückende Aura vertrieb bereits die Schwachen unter ihnen.

Irator wollte ihnen so wenige Menschen wie möglich für ihr Ritual überlassen, Darius wog seine Möglichkeiten ab die Leben der Dörfler zu retten. Verluste waren unvermeidlich, da sie nur zu fünft waren, gegen gut zwei dutzend Lykantrophen, wenn nicht gar mehr. Der erste Angriff hatte gesessen, jetzt galt es den Schwung aufrecht zu erhalten. Er stürzte sich aus dem Himmel, indem er die Flügel anlegte, wie ein Falke bei der Jagd. Ein Lykantroph wurde Ziel seiner Klauen, bevor er sich wieder in den Himmel schraubte, indem er seinen Schwung ausnutzte und sich sogleich sein nächstes Ziel auserkor. Diesmal beließ er es nicht bei einem einfachen Schlag seiner Klauen, sondern er packte sich  Mensch wie Lykantroph und verschwand wieder gen Himmel, während ein wildes Jagdgebrüll sich seiner Brust entwand.

"Zumindest taugt ihr als Jagdwild" , sandte Irator spöttisch in ihre Geister. Zu dem Lykantrophen in seinen Klauen sandte er dann mit falscher Höflichkeit."Du möchtest sicher wieder runter zu deinem Rudel. Erlaube mir dir zu helfen..."

Er packte erst sehr fest zu, dann trennte er seine beiden Passagier und ließ den Lykantrophen einfach hinab fallen. Um die Frau machte er sich weniger Sorgen. Im Notfall konnte sich Christian um ihre Wunden kümmern. Wieder brüllte er, denn so wichtig diese Mission auch war und so viele Sorgen er sich auch machte, genoss er doch diese Jagd und den Kampf der sein Blut in Wallung brachte.

AW 49
AW 44
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 27 Januar 2017, 07:33
Seine Eröffnung saß, weswegen sich nun zwei Lycantrophen weniger um die Gefangenen kümmerten. Oder besser nun um den Hohentürmler, auch wenn es den Magier verwunderte, dass sie ihre Beute ohne Bewachung zurückließen. Da war es dann doch gut, dass Darius ihn unterstützte, indem er drei weitere der Lycantrophen dermaßen verschreckte, dass sie davoneilten. Da waren es nur noch drei, die auf den Retter des Drachenauges zuhielten.

Die zwei kleineren Angreifer prallten wirkungslos an seiner Steinhaut ab, nur der Befehle gebende Lycantroph verpasste ihm eine schmerzende Prellung. Da war ja klar, welcher der drei sein nächstes Ziel war. So hieb er in einer fließenden Bewegung zwei Mal mit seinem Schwert auf den starken Lycantroph ein, bevor er ihm mit seinem Schild einen Stoß versetzen wollte, um wieder etwas Abstand zwischen sich und dem befellten Wesen zu bringen. Oder hatte er den Lycantroph bereits schwer genug erwischt, damit dieser nicht mehr angreifen konnte? Aber das würde er gleich merken. Hoffentlich nutzten die nicht mehr bewachten Menschen die Chance zur Flucht oder machten sich anderweitig nützlich...



AW1(Schwert): 68
AW2(Schwert): 69
AW3(Schild): 56
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 29 Januar 2017, 20:21
Die Amazone registrierte erfreut, dass der erste Wolf bereits zu Boden ging. Ihre beiden Dolche hatten ihr Ziel gefunden, ihr Gegner hauchte bereits seinen letzten Atem aus. Ein breites, wildes Lächeln erschien auf dem Gesicht der schwarzhaarigen Kriegerin. Ihre dritte Klinge hatte den zweiten Wolfsmenschen nur verletzt, doch die beiden Bauern mit ihren Heugabeln vermochten die unverhoffte Hilfe gut umzusetzen und übernahmen gemeinsam den Verletzten, um ihm den Rest zu geben. Asarra nickte anerkennend, dann wandte sie sich noch immer grinsend und mit funkelnden Augen zu ihrem verbliebenen Gegner.

"Na sieh mal einer an Schosshündchen, suchst dir doch noch einen Gegner und nicht nur Opfer?" Lauernd beobachtete sie den feindlichen Lykan, die Peitsche in der einen, die Axt in der anderen Hand. Wie erwartet schlug er wild und brutal zu, ganz ähnlich wie es Serafina damals im Orden getan hatte. Mit einer leichten Drehung und einem tänzelnden Seitenschritt vermochte sie die grösste Wucht aus dem Treffer zu nehmen, auch wenn es ihr dennoch für einen kurzen Moment die Luft aus den Lungen trieb.

Das Rauschen riesiger Schwingen und das Gebrüll des Drachen brachten das Lachen zurück auf die Züge der Amazone. "Was meinst du wie lange ihr gegen uns bestehen könnt, Welpe?"
Ohne eine Antwort abzuwarten holte sie mit der Linken zu einem gezielten Schlag mit der Peitsche aus, um gleich danach vorwärts zu stürmen und dem Wolf die Axt in den Schädel zu jagen.

LP -5
AW Peitsche: 32
AW Axt: 31
Autor: Phelan Datum/Zeit: Sonntag 29 Januar 2017, 21:00
„Wen soll ich verraten? Mein Rudel oder Euch, die ich erst seit einigen Momenten kenne?“, murmelte Rion mit versteinerter Miene. Dass ihn diese Menschen in einer Stunde der Gefahr ohne zu zögern aufgenommen hätten, trug nicht gerade dazu bei sein Gewissen zu beruhigen. In zehn Jahren und mit entsprechender Vorbereitung wäre er vielleicht in der Lage gewesen sich dem Alten entgegenzustellen. Im Zweikampf um seine Wölfe nicht zu gefährden. Doch nicht heute.

Er hatte kein Recht dazu jene, die ihm folgten, für etwas aufzugeben, das keine Aussicht auf Erfolg hatte. So einfach war das. „Die Wölfe, die Wölfe … Allare … Allare“, begann der Gestaltwandler zu rufen und es erforderte erschreckend wenig Mühe dabei gehetzt und ein wenig Verrückt zu klingen. Und dann begann er zu heulen. Erst schwach, eine schlechte Imitation des Rufes um sich schließlich zu einem langgezogenen Laut, der für keine menschliche Kehle gedacht war und die Krieger zusammenzucken ließ, zu steigern.

Hoffentlich würden sie ihn hier im Lager nicht als das identifizieren, das er war: Ein Signal zum Angriff. Denn wenn diese Fernkämpfer, die ihn näher hatten kommen lassen als gut für sie war, ihm weiterhin vertrauten, würde er ihnen in den Rücken fallen sobald sein Rudel in Reichweite der Bögen war. Das würde sie unerwartet treffen und vielleicht würde es so gelingen einige der Kämpfer lebend in die Klauen zu bekommen. Denn auch wenn er es nicht gerne tat: Er würde die Erwartungen des Alten erfüllen. Womöglich würde er so zumindest etwas Einfluss auf den weiteren Verlauf der Dinge haben.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Montag 30 Januar 2017, 00:53
Runshaks Angriff überraschte die beiden Lykaner. Einer der beiden viel wie ein nasser Sack um und hauchte sein Leben aus. Der zweite konnte leider noch so weit ausweichen, dass er nicht tödlich verletzt wurde und sogar noch Kraft für einen Gegenangriff hatte. Glücklicherweise hatten die Zähne dieses Bettvorlegers keine Chance gegen den Eisenschild des Orks. Nur zu dumm, dass die Grünhaut beim Blocken auf Gerümpel trat und sich dabei den Fuß verdrehte.

Runshak: - 4HP

Es tat zwar ziemlich weh, aber es war immer noch besser als von diesem Flohzirkus gebissen zu werden. Außerdem würde sich der Krieger postwendend bei seinem Gegner revanchieren. Der Soldat aus Nuru hieb zwei mal nach seinem Gegner.

AW1: 40 doppelter Schaden
AW2: 45 doppelter Schaden; Schädelspalter (Ausweichen/Blocken nicht möglich)


Der erste Schlag war horizontal und ließ Runshaks Gegner noch eine Gelegenheit, um nach hinten auszuweichen. Der Waffenmeister rechnete allerdings damit und setzte mit einem vertikalen Hieb nach, der den Kopf der Kreatur spalten würde.

Nun da der zweite Lykaner leblos im eigenen Blut lag, wandte sich Runshak an den Dörfler, den er gerettet hatte: „ Steh nicht nur 'rum! Nimm Dir 'ne Waffe und kämpfe!“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 30 Januar 2017, 18:57
Wie sie befürchtet hatte, verstanden die Steppenreiter kein Wort von dem, was Phelan ihnen zu sagen versuchte. „Lupores! Allare, Allare!“, rief die Dragoleutnant schließlich und fuchtelte mit den Armen. Ihre Hände wiesen schräg zu der Richtung, aus der sie gekommen waren. Auch wenn sie wusste, dass das Rudel die Wagenburg inzwischen längst umzingelte. Ehe es sich Serafina versah, wurde sie am Oberarm gepackt und von einer Frau zu einem der Wagen gezerrt. Kinder. Eine alte Frau. Du liebe Güte.

Serafina Maida keuchte. Die Kinder. Sie musste die Kinder beschützen. Secura. Das hieß es wohl. Das Mädchen nickte und kletterte in den Wagen. Hektisch sah sie sich um. Deutete auf ein paar Decken, eine alte zerrissene Plane, einen Berg Wäsche. "Lupores!", erklärte sie der Alten und den beiden Kindern und deutete nach draußen. Um es zu verdeutlichen, ließ sie sich auf alle Viere fallen, knurrte, richtete sich schließlich auf die Beine auf, spreizte die Finger zu Klauen und ahmte ein Grollen aus tiefer Brust nach. Wer jetzt nicht kapierte, dass es sich um Lykaner handelte und keine einfachen Wölfe, dem konnte sie es leider nicht deutlicher erklären.

Die Angst in den Augen der Kinder gab ihr einen Stich ins Herz. Shir Khan, dieses Monster. Eine herzlose Bestie, die es schaffte, all die anderen Lykaner zu willenlosen Vollstreckern aufzustacheln. Wie viele dieser Gefolgswölfe waren einst selbst Menschen gewesen? Oder hatten Kinder geboren und geliebt?

Mit Hand- und Armbewegungen versuchte Maida die Frau davon zu überzeugen, noch mehr Kinder in diesen Wagen zu schaffen. Doch die Aramonerin verstand nicht, oder war der Meinung, die Kinder wären in den anderen Wagen gut aufgehoben. Maida beschloss, keine weitere Zeit zu verlieren. Und es war auch gut so. Noch während sie in die Knie ging und eines der Kinder sanft über die Wange strich, um ihm dann zu bedeuten, unter die Decke zu schlüpfen, hörte sie den Ruf. Ein menschliches Heulen, das sich zu einem animalischen Laut steigerte. Maida zuckte zusammen, als wäre sie selbst von dem Signal bedroht. Phelan! Er hatte sie verraten. Er rief das Rudel! Er war gar nicht hierher gekommen, um irgendjemanden zu warnen oder zu retten. Wie hatte sie nur etwas anderes hoffen können.

Maida unterdrückte die Tränen, die ihr vor Enttäuschung die Kehle zuschnürten. Die Kinder verstanden nun auch so, was von ihnen verlangt wurde. Hoffentlich würde die Frau doch noch weitere Kinder herholen. Ansonsten nur diese beiden. Die junge Lykana hatte ihr bestes versucht. War es das, was Endris gemeint hatte? Beschütze die Kinder? Aber warum? Um sie dann zu einer der ihren umzuwandeln? Damit sie selbst, Serafina, Welpen haben konnte, wie Herma vorgeschlagen hatte? Niemals! Sie sollten leben, als Menschenkinder.

Serafina deutete mit dem Zeigefinger auf ihre Lippen, versiegelte sie damit, bat die Kinder um absolutes Schweigen. Deutete an, ganz steif liegen zu bleiben. Die Greisin konnte sie nicht verstecken. Falls noch andere Kinder kämen, brauchte sie die Decken. Und es waren derer nicht allzu viele. Daher bediente sich die Dragoleutnant einer anderen Strategie. Sie zog den Brieföffner, der einem Dolch glich, aus einem ihrer Beutel. Er war spitz genug, dass sie sich am Arm verletzen konnte. Mit herrischen Gesten erklärte sie der Alten, sich auf den Boden zu legen. Maida wollte ihr das Blut auf die Kehle und ins Gesicht schmieren und vorgeben, die Frau getötet zu haben. Und dass sich niemand sonst im Wagen befand. Doch dazu würde sie sich verwandeln müssen. Sie konnte nur hoffen, dass die Alte dann immer noch still bleiben würde.

Wieder deutete Maida auf ihre Lippen. Absolutes Schweigen. Sie zwinkerte und rang die Hände, als flehe sie die Alte an, ihr zu vertrauen. Breitbeinig stellte sich die junge Frau über die Greisin und bereitete sich darauf vor, sich zurück zu verwandeln. Doch sie würde warten, bis der erste Lykaner die Schnauze durch die Plane steckte. Den Körper wie eine Bogensehne gespannt lauschte Maida, was draußen vor sich ging.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 31 Januar 2017, 21:21
Runde 13


Die alte Frau, die bei Maida im Wagen saß, betrachtete das Tun der Jüngeren ganz genau. Die Kinder folgten ihren Gesten und schlüpften unter die Decke. Dann verletzte Maida sich selbst am Arm und wollte es der Alten auf die Kehle und das Gesicht schmieren, doch die Greisin wehrte sie mit einer energischen Geste ab und kniff die Augen zusammen, während sie Maida musterte. Als die junge Frau sich dennoch schützend vor sie stellte und angespannt auf die Geräusche draußen lauschte runzelte die Alte die Stirn. Man hörte ein Heulen, dass in einen Wolfsruf überging, und der Gesichtsausdruck des Mädchens schien die Eohfîr zu einem Entschluss zu bringen. Sie fasste Maida am Handgelenk, damit sie sie ansah, und deutete auf die versteckten Kinder, während sie einige Worte flüsterte, die die junge Lykana nicht verstand. Den Effekt, den sie hatten, sah sie jedoch durchaus: die Decke, die über den Kindern lag, war plötzlich glatt wie der Boden des Wagens und sah auch nicht mehr aus wie eine Decke, sondern wie die Holzbretter, die darunter lagen. Die alte Frau zog sich an Maidas Arm hoch, bis sie neben ihr stand, dann tippte sie ihr mit dem Finger auf die Brust.

Lupora. Tua Lupora.

Sie nickte ernst und legte dem Mädchen dann die flache Hand auf die Brust.

Tua corcilla. Herz gut.

Die Greisin deutete in die Ecke, in der sie gesessen hatte.

Sitz. Secura.

Sie wackelte leicht mit dem Kopf und ging dann, sorgsam darauf achtend auch keinen Teil der verborgenen Kinder zu treffen, auf den Ausgang des Wagens zu und kletterte langsam hinaus.

~ ~ ~


In der Wagensiedlung selbst herrschte rege Betriebsamkeit. Der Mann, der zu den Pferden gerannt war, saß nun auf einem und hielt die zwei andern an den Zügeln fest, während er sein Reittier auf die Wagenburgen zutrieb. Mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen suchte, kamen ihm zwei weitere Männer entgegen und schwangen sich auf die Rücken der Pferde. Auch ohne Sattel schienen sie dort sicher zu sitzen, und ritten nun im Kreis um ihr Lager.

Der Mann, der Rion Pfeil und Bogen angeboten hatte, betrachtete sein Jagdmesser leicht skeptisch, zuckte aber dann mit den Schultern und eilte weiter um auf eines der Wagendächer zu klettern. Auch die anderen Bogenschützen hatten sich inzwischen hohe Positionen ausgesucht, so dass es nicht ganz so leicht sein würde sie zu erreichen. Aufmerksam und angespannt beobachteten sie die Umgebung, bis... ja bis Rions Ruf in ein Wolfsheulen überging. Nicht nur einer der Männer drehte sich zu ihm um, einen Pfeil schon auf die Bogensehne gelegt. Einer runzelte die Stirn, ein weiterer spannte bereits seinen Bogen, doch noch bevor er loslief hörte man von den Reitern außerhalb des Lagers einen Warnruf und die Schützen drehten sich wieder um. Das angreifende Wolfsrudel schien für den Moment die größere Gefahr zu sein. Schon hörte man das Sirren von Pfeilen in der Luft, das Kläffen und Heulen von Wölfen, das schnelle Hufgetrappel der drei Pferde. Wirklich viel erkennen konnte man von Phelans Position aus nicht, er hatte etwa ein Dutzend Männer gesehen, die Position bezogen hatten, doch waren sie rund um das Lager verteilt, und die Reiter konnte er lediglich hören. Die Frauen hatten sich alle in die Wagen zurück gezogen, nur eine harmlos aussehende alte Greisin kletterte gerade mühsam aus dem Wagen, in den man Serafina gebracht hatte, als einer der Männer laut sein Jagdhorn erschallen ließ.

~ ~ ~


Runshaks Schädelspalter machte seinem Namen alle Ehre. Der Kopf des Wolfes platzte auf wie eine überreife Frucht und er ging mit einem dumpfen Aufprall zu Boden. Der Ork forderte den Dorfbewohner auf mit zu kämpfen, doch allem Anschein nach verstand dieser die Grünhaut kein bisschen. Im Gegenteil, statt erleichtert über seine Rettung zu sein, sah er den Ork eher ängstlich an und hielt die Fackel in seine Richtung, als wolle er sich Runshak vom Leib halten, auch wenn er nicht nach ihm schlug, so wie er es zuvor bei den Lykanern getan hatte. Lange Zeit um sich zu verständigen blieb den beiden jedoch nicht, denn aus einer der Hütten in ihrer Nähe tauchten drei Lykaner auf, die zwei Frauen hinter sich her zerrten die aus Leibeskräften schrien. Sie erfassten die Situation mit wenigen Blicken, und während einer die beiden Frauen in Richtung Dorfeingang zog, rannten die anderen zwei los und setzten zum Sprung an.

Asarra gewann an Zuversicht, als sie Darius Gebrüll hörte. Sie schien Spaß am Kampf zu finden, doch das schreckte den Lykaner nicht ab. Sein Angriff kam schnell, doch die Amazone verstand es ihm halbwegs auszuweichen, so dass sie sich im nächsten Moment wieder gegenüberstanden. Der Wolfsmensch nahm sich einen Augenblick Zeit, der hochgewachsenen Frau knurrend auf ihre provokante Frage zu antworten:

Lange genug um Dir die Eingeweide heraus zu reißen.

In diesem Moment traf ihn schon der Schlag von Asarras Peitsche und die Amazone stürmte mit erhobener Axt vor. Der Lykaner sprang zur Seite, wich ihrem Schlag aus und ging selbst zum Gegenangriff über.

Darius hatte unterdessen das Jagdfieber gepackt. Er schoss hinab um einem Wolf mit einem kräftigen Prankenhieb zur Seite zu schleudern und griff sich dann eine Frau mit ihrem Peiniger. Die Frau schrie wie am Spieß als sich der Eisdrache höher in den Himmel schraubte, der Wolf zappelte wie wild in seiner Pranke und versuchte nach ihm zu schnappen, schaffte es aber gerade mal ihm eine winzige Schramme zuzufügen, bevor Darius ihn zu Boden fallen ließ und er sich das Genick brach. Die Frau in seinen Fängen, die den Fall mit weit aufgerissenen Augen verfolgt hatte, ging von Schreien zu einem Gebet über, zumindest wenn er den Tonfall richtig interpretierte.

Die Lykaner, die auf Christian losgegangen waren, ließen nicht locker. Der Alpha blutete von Christians Schlägen aus mehreren Wunden, begriff aber schnell das Christians Schutz zu dick für die Zähne seiner Gefährten war, und wies sie an ihre Taktik umzustellen.

Bringt ihn zu Fall.

So versuchte einer der Wölfe hinter den Kampfmagier zu gelangen während der andere zum Sprung ansetzte um ihn mit seinem Schwung einfach umzuwerfen. Gleichzeitig umrundete der Alpha sie und ergriff die Gelegenheit zuzuschnappen, wann immer sie sich ihm bot. 
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 02 Februar 2017, 22:17
Einen Moment lang glaubte Rion er habe keine Chance dem Pfeilhagel zu entkommen. Doch dann lenkten seine treuen Wölfe die Aufmerksamkeit der Schützen auf den Bereich außerhalb des Lagers und der seltsam heulende Mensch im Inneren schien plötzlich das geringste Problem zu sein.

Wie einen zu großen Mantel streifte der Alpha die haarlose Gestalt, die ihm inzwischen etwas fremd geworden war, ab. Doch das raubtierhafte Grinsen war schon auf seinem Gesicht zu sehen gewesen, bevor es eindeutig wölfische Züge angenommen hatte.

Er würde nicht viele der Schützen ausschalten können, aber jedes Bisschen Unruhe, das er im Lager verursachen konnte, zählte er. Darum folgte er dem Mann, der seiner Ansicht nach die größte Sicherheit, Ruhe und Autorität ausgestrahlt hatte, auf eines der Wagendächer. Als Anführer eines Rudels hatte er einen untrüglichen Instinkt für unterschwellige Signale, die auf solche Tugenden hinwiesen.

Die Kletterpartie stellte für einen ausgewachsenen Lykantrophen kaum ein Hindernis dar. Das Holz wirkte im Vergleich zu seinen starken Krallen eher weich und bot ihnen guten Halt. Fast geräuschlos schwang er sich aufs Wagendach. Er wollte sein Opfer nicht vorwarnen und in der Hektik, die sich im Lager breit gemacht hatte, würde leises Kratzen nicht weiter auffallen.

Ohne sich sonderliche Gedanken über die Ehrhaftigkeit dieses Vorgehens zu machen, näherte sich der Wolfsmann seiner Beute, um sie Hinterrücks zu überwältigen. Es lag ohnehin keine Ehre darin Frauen und Kinder aus ihren Dörfern zu verschleppen. Shir Khan erwartete nicht von ihnen, dass sie auf den Schlachtfeldern Heldenmut bewiesen. Was er wollte waren blutrünstige Bestien. Nun, im Moment vielleicht nicht ganz, denn für den Augenblick sollten sie die Opfer am Leben lassen. Doch das bedeutete nicht, dass ihr Blut nicht früh genug vergossen würde.

Als er die haarigen Pranken bemerkte, die sich um seinen Hals schlossen, war es für den Bogenschützen bereits zu spät. Die Methode, die Phelan anwandte um ihn niederzuzwingen glich eher den waffenlosen Kampftechniken der Menschen, als dem wilden Kampfstil der Werwölfe. Er verzichtete darauf das Genick zu brechen und drückte stattdessen den Blutstrom ins Gehirn ab. Nicht lange genug um zu töten, aber lange genug um dem Mann für eine ganze Weile sein Bewusstsein zu rauben.

Dann erst blickte er sich um, wie sich sein Rudel schlug. Er wusste, dass Zeit nichts war, das sie im Überfluss zur Verfügung hatten. Schon kurz nach dem Ausbruch des Kampfes war ein Jagdhorn erklungen und es war mit ziemlicher Sicherheit gehört worden. Das konnte durchaus bedeuten, dass sich schon bald 40 Reiter mit Bögen an ihre Fersen heften würden.

Unangenehm, wenn man bedachte dass die Gefangenen sie bremsen würden und es im flachen Grasland kaum Möglichkeiten gab sich zu verstecken. Und womöglich hatte bereits sein Ruf die ausgeschwärmten Gegner alarmiert. Es wäre vielleicht klüger gewesen sich auf die lautlose Rudelmagie zu verlassen, um den Angriff zu starten. Doch Phelan hatte sich bewusst für den symbolträchtigen Ruf des Alphas entschieden. Er hatte auf den Moralschub und die stärkende Wirkung des Geheuls nicht verzichten wollen. Seine Wölfe wussten das wohl zu schätzen und sie waren diszipliniert genug um ihren Überfall in fast vollkommener Stille auszuführen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 03 Februar 2017, 12:09
Die alte Frau wollte nicht beschützt werden. Sie wehrte sich gegen den Täuschungsversuch und zeigte nun ihrerseits, dass sie verstanden hatte worum es der Lykana ging. Ein Illusionszauber schützte die Kinder, solange niemand in den Decken wühlte oder auf sie trat. Die Greisin war also eine Magiekundige. Maida staunte zu Recht. Umso mehr, als die Alte ihr zu verstehen gab, dass sie um ihre wahre Natur Bescheid wusste.

Dem verwandelten Mädchen wurde es eiskalt. Was hatte sie verraten? Spross irgendwo Fell, wo es nicht hingehörte? Auf der Stirn vielleicht? Unbewusst wischte sich Maida mit den Fingern übers Gesicht. Die Greisin bat sie sich zu setzen und auf die Kinder zu achten. Zumindest verstand Maida es so. Also gehorchte sie und sah der alten Frau schweigend zu, wie diese den Wagen verließ.

"Schütze die anderen Kinder", flüsterte Maida. "Viel Glück." Das Mädchen schluckte und blickte auf die Bretter, die in Wahrheit Decken waren. Sie legte den Finger auf die Lippen.

"Schsch, bleibt ruhig liegen, ganz egal was passiert. Ich werde euch nichts antun." Auch wenn die Kinder kein Wort verstehen würden, sie würden schon wissen, was gemeint war. Hoffte Maida zumindest. Nun galt es nachzudenken. Hufgetrappel war zu hören. Dann ein Jagdhorn. Ihre Sinne waren gedämpft. Unbrauchbar, wie ihr schien. Wie viel besser war doch die Wahrnehmung in animalischer Gestalt. Sie musste sich konzentrieren um nachvollziehen zu können, was draußen vor sich ging. Hatten die Menschenkrieger Phelan getötet? Geräusche eines Kampfes hatte Maida bisher nicht wahrgenommen. Griff das Rudel bereits an? Würden die Lykantrophen in die Wagenburg eindringen oder erwartete Phelan von ihr, dass sie mit ihm gemeinsam die Geiseln beschaffte?

Als Mensch konnte sie hier nicht bleiben. Sollte das Rudel die Festung erstürmen, dann würde sie keinen Unterschied zwischen einem blonden Mädchen aus Dragonia und den Frauen dort draußen machen. Sollte das Rudel nicht in die Wagenburg eindringen, lief sie als Lykantrophin Gefahr - weil sie blieb, um die Kinder zu schützen -, dass sie beim Rückzug von den Bogenschützen niedergestreckt wurde. Ließ sie die Kinder allein, bestand die Gefahr, dass sie dennoch entdeckt wurden. Möglicherweise durchsuchte Griesgram gerade alle Wagen und nahm die Kinder als Geiseln. Niemand würde auf ihn schießen mit einem Kind als Schutzschild.

Die Gedanken rasten hinter Maidas Stirn. Sie musste wissen, was draußen vor sich ging. Daher stand sie von ihrem Sitzplatz auf, schob das Zelttuch beiseite und streckte den Kopf aus dem Wagen. Auf einem der Dächer bemerkte sie einen dunklen Lykaner, der sich über einen Körper beugte. Phelan! Sonst war kein Rudelmitglied zu sehen. Die Menschen konzentrierten sich auf etwas, das außerhalb des Lagers vor sich ging. Eine seltsame Stille lag über den Schauplatz. Sollte sie sich still zurückziehen oder sich bei Phelan bemerkbar machen? Was würde er ihr befehlen? Was war überhaupt sein Ansinnen? Maida war verwirrter denn je, was die Beweggründe ihres Gildenmeisters betrafen.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 03 Februar 2017, 18:37
Christian konzentrierte sich schon beinahe vollkommen auf den offensichtlichen Anführer dieser Lycantrophengruppe, die beiden anderen Wolfswesen um ihn herum nahm er nur mehr am Rande wahr. So kam es wie es kommen musste. Zwar hatte der Magier den Lycaner schwer verletzt, aber dieser konnte dennoch Befehle an seine Gefährten geben. Und bevor der Hohentürmler wirklich realisiert hatte, was der Befehl dies Dieners der Finsternis bedeutete, sprang ihn auch schon einer der Lycaner an, weswegen der Retter des Drachenauges einige Schritte als Ausgleich nach hinten machen wollte, wobei er jedoch über den hinter ihm befindlichen Lycantrophen stolperte und sich anschließend auf dem Boden liegend befand. Das wurde natürlich gleich von seinem Gegner ausgenutzt, der ihm zwei weitere deutlich schmerzhafte Prellungen einbrachte.

Da war es gut, dass der Magier des Hohenturms keine schwere Rüstung trug, die ihn zu sehr beim Aufstehen behindern würde, so rappelte sich der ehemalige Statthakter von Nighton wieder auf, bevor er dem Alphalycaner zwei weitere Schwertstreiche entgegenwarf.


So klein gebe ich bestimmt nicht bei, Diener der Finsternis.

Hoffentlich war sein Gegenüber wirklich so schwer angeschlagen, wie es den Anschein hatte, sonst würde der Kampf doch noch knapp werden. Und mitten im Kampf einen Manatrank trinken würde auch nicht einfach werden, da würden die beiden anderen Lycaner ihn schon sehr stören können.


-13 LP durch zwei Angriffe vom Alpha -> 36/57 LP
2 x AW 67 auf den Alpha
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 05 Februar 2017, 21:52
Tatsächlich liess sich der Wolf zu einer Antwort verleiten. Die Amazone lachte nur schallend ob seiner Drohung, liess die Peitsche wirbeln und die Axt gleich folgen. Obwohl es praktisch war, zwei Waffen mit so verschiedenen Reichweiten führen zu können, merkte sie doch, dass es der erste wirkliche Kampf war, den sie so bestreiten musste. Es war schwierig, neue Bewegungsabläufe waren noch nicht ganz so in Fleisch und Blut übergegangen wie alte. Daher konnte ihr der verlauste Wolfspelz auch unter dem Axthieb hindurch tauchen. Wütend schüttelte sie den Kopf.

Den nächsten Prankenhieb blockte sie mit ihrer Armschiene, doch der wilden Kraft des Lykaners hatte die Amazone nicht viel entgegen zu setzen. Obwohl sie die Pranke ablenken konnte, pochte ihr Unterarm wie wahnsinnig und die Krallen hatten es dennoch vermocht, die Haut auf ihrer Wange zu ritzen.

Immer noch mit einem Grinsen im Gesicht, das mehr einem Zähnefletschen glich und vor Wut funkelnden Augen ging sie zum nächsten Angriff über. "Ich werde dir deinen schäbigen Pelz abziehen und als Satteldecke benutzen."



- 5 LP
AW 34
AW 29
Autor: Runshak Datum/Zeit: Sonntag 05 Februar 2017, 23:56
Die Reaktion des Dörflers war unerwartet. Anstatt Runshaks Anweisung zu folgen hielt der Menschling seine Fackel schützend vor sich. Gerade so als ob der Ork hier die Bedrohung wäre. Vermutlich hatte er noch nicht einmal verstanden, was sein Retter gerade gesagt hat. Als dem orkischen Krieger das klar wurde, hätte er sich gerne an den Kopf gefasst – allerdings hatte er gerade keine Hand frei.

Viel Zeit über Verständigungsschwierigkeiten zu lamentieren blieb jedoch nicht. Eine Gruppe dieser Bettvorleger kam gerade aus einer der Hütten. Einer von ihnen zerrte einen der Hausbewohner nach draußen während die anderen beiden Runshak und den Kerl mit der Fackel bemerkten und umgehend zum Angriff übergingen. Der Soldat rechnete nicht damit, dass der Mensch ihn hier unterstützen konnte. Daher wich er zuerst dem Angriff, der gegen ihn selbst gerichtet war aus und rammte mit ganzer Kraft den zweiten Lykaner, der sich auf den Dörfler stürzen wollte. Leider bekam die Grünhaut dabei auch etwas ab. Dank seiner Rüstung waren es aber nur Prellungen und Stauchungen.

- 8HP (29/41)

Diese Gelegenheit nutzte der Ork auch gleich, um sein Schwert im Leib des Tiermenschen zu versenken, den er gerade gerammt hatte. Darauf drehte er sich um und schlug nach dem Lykan, dem er zuerst ausgewichen war. Dabei flammte die dämonische Aura seines Schwerts auf und riss bereits erste Wunden in das Fleisch seiner Feinde bevor die eigentliche Klinge sie überhaupt erreichte.

AW1: 41 doppelter Schaden
AW2: 45 doppelter Schaden
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 06 Februar 2017, 02:01
Die Klauen des Wolfes hinterließen eine kleine Schramme auf seinem Panzer, die tatsächlich ein wenig blutete, aber dafür wurde der Aufprall des Lykantrophen von einem befriedigenden Knacken begleitet. Die Schreie der Frau kamen gar nicht so richtig bei ihm an, dafür war er viel zu sehr damit beschäftigt, nach weiteren Zielen Ausschau zu halten. Seinen Kameraden hatten bisher um keine Hilfe gebeten und in einigen Fällen war ihnen ein guter Kampf wohl gerade Recht.

Wieder erblickte er einen Wolf, der diesmal gleich zwei Frauen hinter sich herzerrte und er legte die Flügel an, um sich auf ihn zu stürzen. Keine gedankliche Botschaft, kein Jagdgebrüll und auch kein verräterischer Schatten begleitete seinen Sturzflug, die Augen fest auf seine pelzige Beute gerichtet. Wie ein Adler breitete er in den letzten Momenten seine Flügel wieder aus und griff mit seinen Hinterklauen nach dem Kopf des Lykantrophen. Den Rest erledigten Gewicht und Geschwindigkeit. Ohne weiter auf die Menschen zu achten, nutzte er seinen Schwung um sogleich wieder aufzusteigen. Der Geruch von Blut reizte ihn weiter zu jagen, mehr von den Wölfen zu schlagen. Die Frau in seinen Klauen war nicht vergessen, aber hier oben war sie sicherer als auf dem Boden.

Dann sah er wie eine Gestalt mit Schild und Schwert sich gegen mehrere Wölfe zugleich erwehrte. Christian. Der Mann stürzte, niedergerungen von einem der Lykantrophen, aber er kämpfte noch. Diesem besonderen Menschen schuldete er noch einiges an Dank und er grollte laut, die Augen auf einen der anderen Wölfe gerichtet.
Diesmal fiel ein Schatten auf die Kämpfenden. Der Vater von Yolmena bekam Verstärkung in Form eines schweren, schuppigen Geschosses aus dem Himmel.

-1 LP

AW 1 47
AW 2 45
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 07 Februar 2017, 15:04
Runde 14


Phelan war leise genug auf das Wagendach geklettert um nicht bemerkt zu werden. Sein Angriff war nahezu lautlos und kam so überraschend, dass sein Opfer keine Chance hatte sich zu wehren. Der Alpha ließ den bewusstlosen Mann niedersinken und sah sich um. Von oben konnte er sehen wie sein Rudel auf die Siedlung zustürmte. Pfeile flogen auf die Lykaner zu, doch sie waren beweglich und sie waren schnell. Einige der Geschosse trafen dennoch ihr Ziel und Phelan konnte den ein oder anderen Schmerzensschrei hören. Dann ein dumpfes Gefühl, als einer seiner Wölfe den letzten Atemzug tat. Und dann waren sie heran, sprangen vom Boden ab und kletterten auf die Wagen, um ihren Gegnern den Garaus zu machen. Phelan wollte sich gerade mit ins Getümmel stürzen, als er spürte wie sich etwas um seinen Knöchel krallte – erst um den einen und während er den Blick senkte auch um den anderen. Ranken waren von ihm unbemerkt und blitzschnell den Wagen hinauf gewandert, schlangen sich nun um seine Beine, wuchsen schneller als er denken konnte an seinem Körper empor um ihn vollends zu fesseln. Dann zogen sie ihn auf den Rand des Daches zu, zerrten ihn mit sich bis er in der Luft hing und die alte Greisin entdeckte, die vorhin aus dem Wagen gekrochen war. Sie hatte die Hände in die Luft erhoben, ihre Lippen bewegten sich lautlos während sie den Schlingpflanzen ihren Willen aufzwang. Schließlich stand der Wolfsmann wieder Willen auf dem Boden, eine Ranke dicht um seinen Hals geschlungen. Die alte Frau ließ die Schlinge um den Hals ein bisschen enger werden, dann sprach sie den Alpha direkt an:

Lupores – weggehen. Tu rufen.

Sie hob die knochigen Finger und bewegte sie etwas näher zusammen, woraufhin die Schlinge noch enger wurde.

Cito. Sofort.

Maida, die den Kopf aus dem Wagen streckte, konnte sehr genau beobachten was die Greisin gerade tat. Sie stand mit dem Rücken zu ihrem Wagen gewandt und war völlig auf Phelan konzentriert. Sie würde es vermutlich nicht bemerken, wenn sich jemand auf leisen Pfoten an sie heran schlich. Doch da hörte sie aus dem Wagen nebenan einen spitzen Aufschrei und das dunkle Knurren eines Wolfes.


~ ~ ~



In Feronar tobte der Kampf weiter. Asarra traf ihren Gegner erneut mit ihrer Peitsche. Der Lykaner zuckte unter dem Treffer deutlich zusammen und wollte sich erneut unter dem folgenden Axtschlag wegducken. Doch dieses mal hatte die Amazone damit gerechnet und die Klinge ihrer Waffe fand ihr Ziel. Einen Wimpernschlag lang sah der Wolfsmensch sie noch ungläubig an, dann fiel er leblos zu Boden.

Runshak fand keine Zeit um sich in Ruhe mit dem Dorfbewohner zu verständigen, denn er hatte genug damit zu tun die Angriffe der zwei Lykantrophen abzuwehren. Der Mann mit der Fackel war zwar zurückgesprungen, als einer der Wölfe auf ihn zugesprungen kam, doch blieb er nur Dank des Rettungseinsatzes des Orks unverletzt. Das schien er allmählich aus zu begreifen, während Runshak versuchte seine Gegner mit zwei Schwertschlägen außer Gefecht zu setzen. Der Hauptmann traf beide male, doch sorgten seine Attacken auch dafür, dass sich ihm nun beide Gegner zuwandten. Einer von ihnen sprang ihn an und schnappte nach seinem Gesicht, der zweite hingegen heulte plötzlich auf. Der Dorfbewohner hatte all seinen Mut zusammen genommen, dem Wolf auf sein Hinterteil gedroschen und sein  Fell zum aufflammen gebracht.

Gemeinsam hatten die Lykantrophen es geschafft Christian zu Fall zu bringen und dem Hohentürmler arg zuzusetzen. Doch er kämpfte sich zurück auf die Beine und gab nicht auf. Zwei weitere Schwerthiebe trafen den Alpha, und Christian hatte genug Wissen über die Heilkunst um zu erkennen, das es ihm eigentlich unmöglich sein sollte sich weiterhin auf den Beinen zu halten. Trotzdem hielt er nur kurz inne, als würde er irgendwoher neue Kraft schöpfen, und ging dann erneut zum Angriff über. Schon hatte sich einer seiner Begleiter erneut hinter Christian postiert, und  wäre in diesem Moment nicht ein riesiger Schatten über ihnen aufgetaucht, hätte diese Taktik vielleicht ein weiteres Mal Erfolg gehabt. So jedoch blickten die Lykaner auf und entdeckten Darius, der im Sturzflug auf sie zugerast kam. Nur mit Mühe gelang es ihnen dem Eisdrachen auszuweichen, was Christian den Raum verschaffte, den er für einen sicheren Stand so dringend brauchte.
Die Frau in Darius Klauen schrie inzwischen nicht mehr und auch ihr Zappeln war deutlich zurück gegangen. Ihr Gesicht war während der Sturzflüge kreidebleich geworden und sie versuchte krampfhaft ihren Würgreflex unter Kontrolle zu halten, indem sie versuchte ihre Hände vor ihren Mund zu pressen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 07 Februar 2017, 23:02
Phelan unterdrückte einen zufriedenen Seufzer, als er den Angriff seines Rudels von dem Logenplatz, den das Wagendach in der ebenen Steppe darstellte, aus verfolgte. Die Wölfe beherzigten seinen Rat und boten den Bogenschützen so ein schlechtes Ziel, wie möglich. Doch auch ihre Gegner waren geübt und so ging ein solcher Ansturm nicht ohne Verluste über die Bühne. Jeder Treffer versetzte auch dem Alpha einen Stich und als ein Lebensfunke verlosch wurde sein Platz im Bewusstsein des Anführers mit dumpfer Leere gefüllt.

Er stellte fest, dass es ihm keineswegs leichter fiel ein wehrhaftes Dorf grausam auszulöschen. Da hatte er sich etwas vorgemacht. Jeder Verlust in den eigenen Reihen schmerzte und das wandte nichts von der Hilflosigkeit, mit der er Shir Khans Launen ausgesetzt war, zum Besseren. Seine Wölfe hatten es nicht verdient so zu sterben. Abgesehen von ihrer Vorliebe Leute zu töten hatte er nichts an ihnen auszusetzen. Und auch die war verständlich, wenn auch nicht unbedingt verzeihlich, wenn man bedachte welche Erwartungen Tag für Tag in sie gesetzt wurden. Und das nicht nur von ihrer Jagd, sondern auch von den Menschen, denen sie begegneten. Sie lebten eine uralte Feindschaft, die ihnen schon längst in Fleisch und Blut übergegangen war, und es war kaum möglich sie da rauszuholen.

Phelan gönnte sich nur wenige Augenblicke, um diesen Gedanken nachzugehen, doch in einer Situation wie dieser waren auch die zu viel. Schnell handelte man sich auf diese Weise einen Pfeil im Rücken ein oder wurde, wie in seinem Fall, unvorbereitet von einem Zauber getroffen.

Der Lykan hatte diese Art der Magie schon oft genug mitangesehen, um zwei Dinge zu begreifen: Erstens, dass ihn die Alte nicht töten wollte – zumindest nicht sofort – und zweitens, dass sie wohl durchaus dazu in der Lage wäre genau das mit höchstens zwei Zaubern zu bewerkstelligen. Allein dass es ihm erhebliche Mühe bereitete die Ranken zu lockern bewies diese Tatsache. Am Ende misslang sein Versuch sich endgültig zu befreien sogar und das Gewächs festigte seinen Würgegriff einfach wieder. Nun befand er sich in der gleichen misslichen Lage, als hätte er sich gleich kampflos ergeben.

Obwohl die alte Hexe nur wenige Brocken dragonisch beherrschte, reichten sie aus um ihre Forderung recht deutlich rüberzubringen. Zumal sich die Art, mit der sie ihrer Ranke befahl sich enger um seinen Hals zu schlingen, hervorragend dazu eignete ihren Standpunkt zu unterstreichen. Obwohl seine Nackenmuskeln bis zum Zerreißen gespannt waren, hatte der Wolfsmann zuvor schon das Gefühl gehabt kaum noch Luft zu bekommen.

Da es in einer solchen Situation sehr unhöflich und ganz gewiss auch ungesund gewesen wäre, ihre Wünsche zu ignorieren, nutze er seine Rudelmagie, um seiner kampflustigen Meute ein Gefühl von Gefahr zu vermitteln. Das würde sie zur Vorsicht ermahnen und so den Ansturm auf das Lager zumindest bremsen ohne dass die Gefahr, dass seinen Wölfen Verluste zugefügt wurden, dadurch anstieg.

Dennoch erwiderte er den Blick der Alten mit deutlich sichtbarer Sturheit in den Augen und schüttelte minimal den Kopf. Mehr ließen die Ranken ohnehin nicht zu. „I-c-h  k-a-n-n  n-i-c-h-t  m-i-t  l-e-e-r-e-n  H-ä-n-d-e-n  z-u-r-ü-c-k.“, presste er durch seine malträtierten Luftröhren hervor und versuchte zudem langsam und deutlich zu sprechen. Schließlich schien seine Verhandlungspartnerin seine Sprache nicht wirklich gut zu verstehen. „D-u  m-u-s-s-t  m-i-c-h  v-e-r-l-e-t-z-e-n.  S-c-h-w-e-r  g-e-n-u-g,  d-a-s-s  s-i-e  s-e-h-e-n,  d-a-s-s  i-c-h  n-i-c-h-t  n-u-r  a-u-s  F-e-i-g-h-e-i-t  w-e-g-g-e-r-a-n-n-t  b-i-n.“ Auch auf diese Weise würde seine Rückkehr alles andere als Ruhmreich verlaufen. Vor allem nachdem er zuvor noch große Töne Gespuckt hatte, dass man ihm ein wehrhaftes Dorf zuteilen solle. Vielleicht würde ihm das unerwartete Auftauchen einer mächtigen Magierin als mildernder Umstand angerechnet werden und helfen zumindest einen Teil seiner Ehre zu retten. Vielleicht auch nicht. Dennoch war er fast erleichtert über den Ausweg, der ihm gerade geboten wurde. Und vielleicht konnte diese alte Frau mehr ausrichten, als ein kleiner Unteranführer der Wilden Jagd, der mit seinem Gewissen rang.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 09 Februar 2017, 19:38
Es waren keine Lykantrophen im Lager. Noch nicht. Die Verteidiger auf den Wagendächern verschossen ihre Pfeile. Zu deren Glück war Meister Phelan zu beschäftigt, um ihnen in den Rücken zu fallen. Wenn man denn von "Beschäftigung" sprechen konnte. Fasziniert beobachtete Maida die Greisin. Die Alte beherrschte denselben Zauber wie Herrin Myriel. Serafina hatte diese Ranken bereits am eigenen Leib verspürt, aber besser um die Schnauze gewickelt als um den Hals. Obwohl es in dieser Situation unangebracht war, konnte sich Maida ein Grinsen nicht verkneifen.

Was sollte sie nun machen? Es wäre fair gewesen, Meister Phelan aus seiner misslichen Lage zu befreien. Doch dazu würde die Lykana die Greisin zumindest schwer verletzen müssen. Das wollte Maida auf keinen Fall. Griesgram hatte sich mit seinem vorschnellen Angriffssignal selbst in diese Lage manövriert. Warum hatte er sich nicht mit Serafina abgesprochen und gewartet bis die Kinder gut verborgen waren? In der kurzen Zeitspanne jedoch würde die Greisin keine Gelegenheit gehabt haben, alle Kinder zu tarnen.

Der spitze Schrei einer jungen Frau riss Maida aus ihren Überlegungen. Hastig zog sie den Kopf zurück und ließ die Zeltwand vor ihr zufallen. Sie schnaufte tief. Es war zu riskant länger in menschlicher Gestalt zu verbleiben. Sie wusste nicht, ob die Kinder unter den Decke hervor lugten. Trotzdem legte sie den Zeigefinger auf die Lippen, um sie zu versiegeln. "Schsch."

Sie verbeugte sich, um zu zeigen, dass sie sich nun verabschieden würde, und wandte sich um. Selbst während ihrer Verwandlung zur Lykana ließ Maida den Finger auf dem Mund legen, bis eine Pfote auf ihre Schnauze drückte.



Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 09 Februar 2017, 19:44
Mit einem Satz sprang sie aus dem Wagen. Mit weiten Schritten hetzte sie zu dem Wagen, aus dem der Schrei gedrungen war. Das Knurren des Wolfes war unmissverständlich. Hoffentlich lebte die Frau  noch, denn sie sollte schließlich entführt werden und nicht getötet. Doch es gab keine Garantie dafür, falls sie mit einem Messer die Kinder gegen den Wolf zu verteidigen suchte.

Während sie rannte, bellte sie "Lupores! Allare!" Die Greisin würde sie hören und gewarnt sein, dass Lykaner im Lager waren. Vor Phelan würde Serafina behaupten, sie habe versucht die Konzentration der Alten zu stören. Dann sprang sie in den Wagen und sah sich hastig um.

"Gut, dass du hier bist. Phelan ist in großer Gefahr! Er braucht Hilfe," bellte sie scheinbar verzweifelt den Lykaner an und fuchtelte mit den Pranken. "Überlass sie mir", deutete sie auf die Frau. Sie konnte nur hoffen, dass der Werwolf von der Frau ablassen und verschwinden würde. Doch, was dann? Was, wenn die Aramonerin sich gegen die Lykana wehren würde? Serafina sah sich hastig im Wagen um. Gab es irgendwo eine Decke?

Sie war größer als die Frau, sie konnte dieser notfalls diese Decke über den Kopf stülpen, die Frau zu Boden werfen und mit einem "Schsch" darum bitten, still liegen zu bleiben. Vielleicht verstand sie ja. Auf jeden Fall wollte die Lykana aus dem Wagen springen und versuchen, die Greisin zu beschützen.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 10 Februar 2017, 20:41
Nur kurz hielt sein Gegner inne, der doch langsam mal umkippen müsste, als ob er irgendwoher neue Kraft schöpfte. Und die beiden anderen Lycantrophen warteten nur auf eine Gelegenheit, den Magier wieder umzuwerfen. Da war es doch ganz hilfreich, dass Darius kurz vorbeiflog, um diese etwas einzuschüchtern, so konnte der Hohentürmler seinen Stand festigen, auch wenn das nicht gegen die Schmerzen half, die der nächste Rempler des Alphas verursachte. Christian biss die Zähne zusammen und verpasste dem befellten Kontrahenten eine weitere Wunde, die diesen dann endlich zusammensacken ließ.

Habt Dank, Darius.

Als ob der Zusammenbruch des großen Lycaners ein Signal gewesen wäre, machten sich die restlichen Lycantrophen daraufhin auf, davonzueilen, wobei der ehemalige Statthalter reflexartig einem der beiden kleineren Lycaner noch nachschlug, dass falls das nur wieder eine Finte dieser sein sollte, sie nun doch die Flucht antraten. Zumindest von hier kamen somit keine Opfer für das finstere Ritual. Aber reichte dies wirklich aus oder mussten sie doch noch direkt dabei eingreifen, um diese Wiedererweckung zu verhindern?

Aber zuerst hieß es Wunden lecken, weswegen der Retter des Drachenauges einen seiner Manatränke zu sich nahm und kurz durchschnaufte nach dem harten Kampf. Wer war hier wie schwer verletzt?



-9 LP durch Angriff -> 27/57 LP
2 x AW 67 gegen Lycantrophen
-1 großer Manatrank -> 61/61 MP
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 13 Februar 2017, 02:52
Sein Angriff zeigte die gewünschte Wirkung, auch wenn er keinen der Lykantrophen zu fassen bekam und enttäuscht grollte. Immerhin bekam er dafür den Dank des Magiers. Gerade so konnte er sehen, wie Christians Klinge einen der Lykantrophen niederstreckte, indem er seinen Hals verdrehte, da schien der Kampfgeist der Wölfe zu brechen.

"Ihr habt wohl ihren Alpha getötet Christian. Diese Schlacht ist vorbei." , gewandt drehte er seine Flugrichtung und stieß, diesmal bedeutend langsamer und setze die Menschenfrau, welche er immer noch in seiner Klaue hielt, neben dem Hohentürmler ab. Dieser würde sich nun, da die Gefahr gebannt war, sicher um sie kümmern können, während er sich selbst... anderen Dingen zuwandte.

"Runshak, Asarra, Tarlyn. Die Wölfe verlassen das Dorf. Christian hat ihren Alpha erschlagen." , sandte er an die Anderen, welche wohl selbst noch mit ihren Kämpfen beschäftigt waren und verließ sich darauf, dass sie sich im Notfall schon melden würden. Nicht umsonst hielt er weiterhin ihre Gedanken untereinander verbunden.

Kurz nachdem er die Frau abgesetzt hatte, schwang er sich wieder höher hinauf, denn er wollte der Wilden Jagd keine Pause gönnen. Nein, ein paar der Lykantrophen würde er noch bekommen... und so war es auch. Ein Sturzflug brachte seine, nun freien, Klauen auf einen der Wölfe nieder, welcher noch eben gegen Christian gekämpft hatte. Nur sein anderer Angriff diente eher dem Ziel, einen Gefangenen zu machen und er wählte sich ein Weibchen dafür. Diese waren weniger kämpferisch und mochten eher einen kühlen Kopf bewahren, seiner Einschätzung nach. Gesagt, getan. Zielstrebig pflückte er eine Lykantrophin vom Boden, die auf diesem offenen Gelände wenig Aussicht darauf hatte ihm zu entkommen und flog hoch mit ihr hinauf.

"Nun..." , begann Irator, der bei dem was nun kam, beinahe schon so etwas wie Freude verspürte.  "Was haben wir denn hier? Eine Wölfin, soweit fort von ihrem Rudel?" , kam es spöttisch von ihm. "Was ist, fühlt ihr euch nicht wohl? Lasst mich euch einen Handel vorschlagen. Ihr erzählt mir, was ihr über Shir Khans kleine... Versammlung beim Wolfsfelsen wisst. Dafür gewähre ich euch einen kleinen Wunsch. Stimmt ihr dem zu?",, fragte er sie gespielt höflich. Jederzeit konnte er seinen Griff lockern und von so hoch oben gab es für sie kein Entkommen. Darius verstand, warum Irator so vorging, aber es widerte ihn auch etwas an. Eine solche Vorgehensweise erinnerte ihn zu sehr an die Schwarzdrachen von Taros.

Irator ließ seine Beute ein wenig hin und herbaumeln, um ihr die Entscheidung zu erleichtern.

AW 1 49
AW 2 44
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 13 Februar 2017, 10:10
Die Zunge des Lykantrophen nahm eine ungesunde, dunkle Färbung an und sein Stand wurde zusehends wackliger. Der Peitschenhieb traf, obwohl er für ihren Geschmack zu schlecht gezielt war. Erneut versuchte er sich unter ihrer Axt wegzuducken, doch sie war darauf vorbereitet. Ohnehin war die Bewegung fahrig und langsam. Tief frass sich der Stahl in die Kehle ihres Gegners. Sie hielt dem ungläubigen Blick aus den allzu menschlichen Augen stand. Wer sich dafür einsetzte, ein ganzes Volk zu unterjochen, hatte nichts besseres verdient.

Der Atem der Kriegerin ging keuchend, ihre Brust und der Arm schmerzten an den Stellen, die der Lykan getroffen hatte. Zusätzlich brannten die Kratzer in ihrem Gesicht, was durch den Schweiss nicht gerade besser wurde. Dennoch lag ein wildes Lächeln auf ihren Lippen, als sich die grosse Schwarzhaarige zu den beiden Dörflern umwandte.

In diesem Moment brandeten Darius Gedanken durch ihre Sinne. "Die räudigen Köter hier fliehen ganz bestimmt nicht mehr." Antwortete sie gut gelaunt, bevor sie die Dörfler doch noch ansprach.

"Die Wölfe fliehen. Kommt, wir sehen nach den anderen" zur Sicherheit bedeutete sie ihnen, mitzukommen. Wer wusste schon, ob sie sie verstanden. Dann ging Asarra mit langen Schritten in Richtung Dorfmittelpunkt.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Dienstag 14 Februar 2017, 23:51
Leider erwiesen sich die Lykaner als überraschend zäh. Obwohl beide einen schweren Treffer erlitten hatten, waren sie immer noch nicht kampfunfähig und gingen zum Gegenangriff über. Eine wirkliche Bedrohung für den orkischen Krieger waren sie jedoch nicht. Höchstens ein bisschen lästig. Wenn sie Kampferfahrung hatten, hätte ihnen eigentlich auffallen müssen, dass sie chancenlos unterlegen waren. Der erste sprang den Soldaten an und schnappte nach dem Gesicht der Grünhaut. Runshak wich einen halben Schritt zurück und schnitt mit seinem Schwert schräg von unten nach oben durch den Leib seines Gegners.

AW1: 40 doppelter Schaden


Dummerweise hatte sich der Soldat aus Nuru bei seinem Ausweichmanöver verschätzt. So traf ihn der leblose Körper des Wolfsmenschen noch mit der vollen Wucht des Sprungs.

-4HP (25/41)

Der Angriff der zweiten Bestie ließ allerdings auf sich warten. Scheinbar war dem Dörfler inzwischen aufgefallen, auf wessen Seite Runshak stand und hatte den verbliebenen Lykaner mit seiner Fackel in Brand gesteckt. Nun wälzte sich die Kreatur heulend am Boden. Ein weiterer Schwerthieb brachte ihn schließlich zum Schweigen.

AW2: 38 doppelter Schaden


Überraschenderweise stellten sich keine weiteren dieser Bettvorleger dem Hauptmann von Nuru in den Weg. Stattdessen rannten sie unorganisiert durch die Siedlung und ergriffen die Flucht. Darius übermittelte kurz darauf die Nachricht, dass Christian den Alpha des Rudels erschlagen hatte und dies der Grund für das Verhalten der überlebenden Lykaner war. „Gute Arbeit!“ antwortete der Krieger und ging in Richtung Dorfmitte, wo sich bereits der Rest der Truppe sammelte.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 01 März 2017, 11:39
Runde 15


Die alte Frau sah Phelan immer noch an, versuchte offenbar seinen Blick und seine Worte zu deuten. Dann runzelte sie die Stirn und rief etwas, das Phelan nicht verstehen konnte. Doch von einem der Wagendächer kam eine Antwort, und dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, der trotz der Runzeln deutlich zu erkennen war, gefiel der Greisin die Antwort überhaupt nicht.

Lupore, Bestia

zischte sie verächtlich und zog einen gebogenen Dolch hervor, der am Gürtel befestigt gewesen war. Sie ging näher an Phelan heran und hob ihre Waffe, die aus der Nähe betrachtet sehr scharf aussah. Nur einen Wimpernschlag später musste der Alpha die Erfahrung machen, das sie nicht nur so aussah, denn die Klinge fügte ihm einen tiefen Schnitt unter der rechten Achsel zu.

Weggehen. Sofort!

Das von Serafina gebellte „Lupores Allare“ ließ die Alte herum fahren. Doch sie sah nur wie die junge Wölfin zu einem der anderen Wagen hetzte und darin verschwand. Die Kinder! Mit zusammengepressten Lippen drehte sie sich wieder zu Phelan um und der Dolch bohrte sich schmerzhaft in seine linke Seite.

Cito! Sonst sterben.


~ ~ ~



Serafina sprang in den Wagen. Was sie sah, hatte sie bereits vorher geahnt: einer der Wölfe aus Phelans Rudel stand mit gefletschten Zähnen vor einer Dorfbewohnerin, die abwehrend die Hände vor sich erhoben hatte. Als er die Worte der jungen Lykana hörte wandte er sich zu ihr um und nickte knapp. Er hatte das Gefühl der Gefahr, das der Alpha ausstrahlte vorher schon instinktiv wahrgenommen und glaubte Serafina deshalb jedes Wort.

Ich werde ihm helfen.

Mit einem Satz sprang er aus dem Wagen und war verschwunden. Die Frau im Wagen hatte in der Zwischenzeit das erstbeste ergriffen, das ihr in die Finger kam, und schlug nun unbeholfen mit einer Karaffe nach Serafina.


~  ~ ~



Noch immer stand die Greisin vor Phelan, die Waffe in der Hand. Doch hinter ihr tauchte nun mit gefletschten Zähnen der Lykaner aus dem Wagen auf. Noch hatte sie ihn nicht bemerkt, denn es war nicht mehr so still wie noch wenige Minuten zuvor. Phelans Schmerzen schienen sich auf das Verhalten der Wölfe auszuwirken, denn sie legten nun weniger Wert auf Heimlichkeit, sondern wurden aggressiver und versuchten zu ihrem Alpha zu kommen. Ringsum hörte man Knurren, Schreie und hin und wieder ein Poltern, wenn etwas umfiel oder jemand gegen einen Wagen gestoßen wurde. Schon war der Rüde fast in Sprungreichweite und sein Körper spannte sich sichtlich an, als er sich zum Angriff bereit machte.

~ ~ ~



In Feronar war der Kampf vorbei. Die restlichen Lykantrophen waren geflohen und man sammelte sich in der Dorfmitte um die Verletzten zu versorgen. Die zwei Dorfbewohner folgten Asarra mit wenigen Metern Abstand. Auch wenn sie die Worte der großen Frau nicht verstanden hatten bedeutete ihre Nähe Schutz vor weiteren Wölfen, und den Wink mitzukommen hatten sie durchaus begriffen.
Die Frau, die Darius neben Christian absetzte, war weiß wie eine frisch getünchte Wand. Die wilden Flugmanöver des Eisdrachen hatten dafür gesorgt das ihr mehr als übel war, und sobald er sie los ließ wich sie taumelnd vor ihm zurück und prallte gegen Christian.

Bento Madre, tantum avem.

Mit zitternden Fingern zeigte sie Darius hinterher, der sich bereits wieder in die Lüfte erhoben hatte.

Auch Runshak bewegte sich in Richtung Dorfmitte, wo bereits einige Einheimische beisammen standen. In ihren Gesichtern konnte man noch die Furcht erkennen und die Verwirrung darüber, was hier gerade geschehen war. Eine der Frauen begutachtete gerade den Arm eines Mannes, der eine ordentliche Bisswunde davon getragen hatte, als dieser Runshak entdeckte und einen Warnruf ausstieß. Er schob die Frau schützend hinter sich und griff mit der unverletzten Hand nach einem Messer um sich dem vermeintlichen Gegner zu stellen. Doch da hörte Runshak eine Stimme hinter sich: der Mann mit der Fackel war ihm gefolgt, machte jetzt eindringliche, abwehrende Gesten und teilte den Anderen irgendetwas mit, das der Ork nicht verstand. Da er dabei aber auf Runshak deutete, und der andere Mann, wenn auch zögernd, das Messer wieder sinken ließ, war zu vermuten, das er ihnen von der Hilfe berichtet hatte. 
Insgesamt gab es weniger Verletzte, als man erwarten konnte. Die meisten Einheimischen waren mit dem Schrecken und ein paar oberflächlichen Schrammen davon gekommen, und die, die sich ernsthaft zur Wehr gesetzt hatten, hatten die Lykantrophen gnadenlos getötet. So konnte man Frauen beobachten, die weinend neben leblosen Körpern knieten oder krampfhaft ihre Kinder an sich drückten. Nur langsam kam ein wenig Ordnung in das Durcheinander und es wurde deutlicher wer das „Oberhaupt“ des Dorfes war: der Mann mit dem verletzten Arm gab den andern Anweisungen, so dass die Toten nach und nach nebeneinander auf große Leintücher gelegt wurden. Einige Frauen trugen Eimer mit Wasser und saubere Tücher herbei um die Toten zu waschen. Eíne der Frauen fing damit an die Wunde des Anführers auszuwaschen, eine zweite bot den Gefährten Waschschüsseln und saubere Lappen an. Das Wasser darin roch nach Kräutern, die Christian am Geruch erkannte: Kamille und Frauenmantel, die die Wundheilung fördern würden.
Auch Tarlyn war inzwischen in der Dorfmitte angekommen und putzte die blutige Klinge ihrer Waffe mit einem Tuch ab um sie zu reinigen, während sie alle der Reihe nach ansah.

Wir haben so viele Dörfer gewarnt, wie wir konnten. Was machen wir jetzt? Den Wolfsfelsen direkt anzugreifen halte ich nach wie vor für eine Schnapsidee – irgendwelche Vorschläge?


~ ~ ~


Hoch oben in der Luft hielt Darius eine Lykana mehr oder weniger fest in seinen Klauen. Die Wölfin hatte zuerst wild gezappelt um seinem Klauen zu entkommen, aber als eine gewisse Höhe überschritten wurde hatte sich das recht schnell geändert, Nun knurrte sie nur noch tief in der Kehle und antwortete auf Irators Frage:

Woher soll ich wissen, das Ihr mich nicht einfach fallen lasst, sobald ich Euch erzählt habe, was Ihr wissen wollt? Oder mich als Abendbrot verspeist?

Sie schnappte hörbar nach Luft, als die Klauen des Drachen sich lockerten und sie fast aus seinem Griff rutschte.

Schon gut, schon gut – die wilde Jagd ist am Wolfsfelsen versammelt. Unsere Aufgabe war es die  Einheimischen lebend dorthin zu bringen. Zufrieden?


~ ~ ~


Ein riesiger pechschwarzewr Wolf lief auf dem Plateau auf dem Gipferl des Wolfsfelsens unruhig auf und  ab. Der Tag neigte sich dem Ende zu und inzwischen war schon das vierte Rudel ohne Gefangene zurück gekehrt und Shir Khan wurde allmählich unruhig. Der Lykaner, der langsam auf ihn zu kam, spürte seine Missmutigkeit deutlich und kroch fast auf ihn zu um ihn mit seiner Unterwürfigkeit wenigstens etwas zu besänftigen.

Herus und Gernot sind zurück. Herus sagt das Wagenlager wäre unauffindbar verschwunden, aber Gernot hat Gefangene mitgebracht. Es sind etwa 30. Das... das sind doch gut Neuigkeiten, oder nicht?

Testweise wedelte er leicht mit dem Schwanz. Shir Khan in dieser Stimmung schlechte Nachrichten zu überbringen, war wohl die schwerste Aufgabe, die man einem Lykaner geben konnte. Der schwarze Wolf sprang aud den Boten zu und warf ihn mit seinem heftigen Aufprall um. Einen Wimpernschlag später befand er sich winselnd unter den mächtige Pranken des Rudelführers wieder, der knurrend über ihm stand.

30 Menschen sind zu wenig – viel zu wenig, will das denn keiner von Euch trotteligen Dummköpfen verstehen? Das Blut muss durch die Rinnen bis in den Berg fließen um ihr Herz zu neuem Leben zu erwecken – glaubst Du wirklich das lässt sich mit den paar Gefangenen anstellen?

grollte er ungehalten. Sie hatten nur diese eine Chance, es musste heute Nacht geschehen, denn nur jetzt standen die Sterne günstig. Es würde vielleicht hunderte von Jahren dauern, bis sich wieder eine solche Konstellation auftat...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Samstag 04 März 2017, 11:49
Eine Karaffe. Die auf ihren Kopf zielte. Die Bewegung kam langsam und ziellos. Die Frau war keine Kämpferin. Sie schützte nur die Kinder, die vermutlich ebenso gut getarnt wie im anderen Wagen am Boden lagen. Geschickt wich Serafina dem halbherzigen Schlag aus und griff mit einer ihrer Pranken nach dem Arm der Aramonerin. Die Lykana war größer und stärker und riss die Frau beinahe um.

Was hatte die Greisin im Wagen zu ihr gesagt? Herz gut.  "Tua corcilla", wiederholte Serafina und grollte den Versuch eines "Schsch" hinterher, um die Frau vom Schreien abzuhalten. So sanft wie möglich entwand die Lykana die Karaffe aus den verkrampften Fingern. "Secura." Mehr Worte kannte Serafina nicht, und sie war auch unsicher, ob sie diese richtig verstanden hatte und mit ihrer Wolfskehle verständlich aussprach. Meistens verkamen fremde Worte zu einem zerkauten Etwas.

Zeit zu gehen. Ohne sich um einem weiteren Angriff von seiten der Frau zu kümmern, wandte sich die Lykana ab und hob die Wagenplane hoch. Der Wolf aus Phelans Rudel machte sich zum Sprung auf die Greisin bereit, die Phelan immer noch in ihrer Gewalt hatte. Noch hatte die Alte den Alpha nicht getötet. Offenbar versuchte sie ihn zum Einlenken zu bewegen. Sehr vernünftig, aber bei Griesgrams sturem Dickschädel wohl eine falsche Hoffnung. Der Kampf war immer noch in vollem Gang. So kraftvoll wie möglich schleuderte Serafina die Karaffe hinter dem angreifenden Wolf her. Sie würde ihn nicht treffen, das war ihr sofort klar. Egal. Das Scheppern würde genügen müssen, um die alte Magierin zu warnen.

Hinterher würde Serafina behaupten, die Frau hätte die Karaffe geworfen, und da sie - Serafina - sich geduckt hätte, wäre die Flasche aus dem Wagen geflogen. Jeder war zu sehr mit sich selbst beschäftigt, niemand würde die Lykana beobachten. Hoffte sie zumindest. Ein mildes Lächeln kräuselte sich um ihre Lefzen, während sie aus dem Wagen sprang. Was war es gleich noch mal, das sie am besten konnte? Ganz genau: Das Vorspielen falscher Tatsachen. Sabotage war das Sinnvollste, wie sie in dieser Situation helfen konnte. Sie durfte nämlich eines ganz und gar nicht: Einen der anderen Lykaner direkt angreifen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 06 März 2017, 22:51
Dem Gesicht der Alten nach zu urteilen machten Phelans Wölfe bei ihrem Angriff keine halben Sachen. Als sie anschließend ihren Dolch zückte, dachte der Alpha einen Augenblick lang er müsse nun den Preis dafür bezahlen. Doch dann wurde ihm klar, dass sie lediglich seiner Bitte nachkam – und das gründlich.

Anschließend lockerte sie ihre tückischen Ranken ein wenig, um ihm zu ermöglichen seinen Teil der Vereinbarung zu halten. „Danke“, murmelte Phelan heißer und schaffte es nicht ansatzweise den Schmerz in seiner Stimme zu unterdrücken. Dann setzte er mit kaum gefüllten Lungen zu einem langezogenen Heulen an.

Ein Befehl zum Rückzug, ganz wie sie es verlangt hatte. Und keinen Augenblick zu früh, denn jetzt da er wieder etwas Luft hatte bemerkte er den geifernden Lykantrophen hinter der Greisin und bäumte sich in fast wahnsinniger Anstrengung in seinen Fesseln auf. Das half und die Pflanzen rissen und gaben ihn widerwillig frei. Der schwarze Wolf nutzte den Schwung und stolperte mehr auf die Magierin zu, als er sprang. Er kam gerade rechtzeitig um sie mit einem Schlag in die Magengrube außer Reichweite seines Helfers in der Not zu befördern. Es war ein Stoß mit der flachen Pranke gewesen und er hatte seine Kräfte gezügelt soweit er es wagte. Schließlich sollte es echt wirken. Blieb nur zu hoffen, dass ihre alten Knochen das mitmachten.

„Nichts wie weg hier“, keuchte er ehe der Rüde doch noch auf dumme Gedanken kam und ließ erneut das Signal zum Rückzug erschallen. Doch es war kein panischer Rückzug, den er da befahl, sondern ein geordneter. Die Sorte, die es seinem Rudel vielleicht noch ermöglichen würde den ein oder anderen Gefangenen mitzunehmen. Mit völlig leeren Klauen wollte er Shir Khan dann doch nicht entgegentreten. Er hatte schon genug für diese Leute getan. Seiner eigenen Meinung nach zumindest.

Auch selbst konnte er es sich nicht verkneifen auf dem Weg aus der Wagenburg nachzusehen ob der Schütze, den er auf einem der Dächer niedergerungen hatte, noch besinnungslos dalag. Solche Beute konnte man sich schließlich kaum entgehen lassen. Ansonsten bremste er seine Flucht – anders konnte man es wohl auch beim besten Willen kaum nennen – erst als sie das Lager einige Pfeillängen hinter sich gelassen hatten.

Nach rascher Überlegung entschied er sich dazu einen kleinen Heiltrank einzunehmen. Es würden dennoch ausreichend eindrucksvolle Wunden zurückbleiben bis sie den Wolfsfelsen erreichten und die Gefahr auf den Weg dorthin zu verbluten sank durch diese Maßnahme drastisch. „Also dann schauen wir, dass wir hier weg kommen“, teilte er seinem Rudel, das sich inzwischen wieder um ihn versammelt hatte, mit. „Ich habe kein Verlangen mich von der Hauptmacht ihrer Krieger einholen zu lassen. Bei allen Dämonen der Niederhöllen, mussten sie ausgerechnet eine Hexe in ihrem Lager versteckt halten?“

- 20 Leben
- 1 kl. Heiltrank
+ 5 Leben (43/68 LP)
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 07 März 2017, 21:21
Da der von Darius abgesetzten Frau außer der Übelkeit nichts zu fehlen schien, versuchte er sie mit einigen Worten zu beruhigen, auch wenn er dies eher mit seiner Stimmlage tun musste, da sie ihn kaum verstehen würde.

Keine Sorge, der Drache Darius gehört zu uns. Die Lupores sind fort.

Dabei strich er ihr so sanft wie möglich über einen Oberarm, was die Worte unterstreichen sollte. Hoffentlich beruhigte sie sich. Da sich ohnehin alle in der Dorfmitte zu sammeln schienen, musste er nicht groß nach Verletzten suchen. Für die Toten konnte der ehemalige Statthalter von Nighton leider nicht mehr viel tun, außer zu hoffen, dass die Sänger des Schöpfungsliedes oder andere ihnen gewogene und gemeinhin als Götter bekannte Wesenheiten ihre Seelen bei sich aufnehmen würden.

Nachdem die Wunden mit dem Kamillen-Frauenmantel-Wasser gereinigt worden waren machte sich der Magier des Hohenturms daran, die Wunden selbst zu schließen. Da auch einige seiner Gefährten verletzt waren, heilte er diese zuerst mit sich selbst, bevor er einen Wimpernschlag später auch zumindest die am schwersten verletzten Dorfbewohner versorgte. Schließlich erinnerte Tarlyn die Dragonier wieder an ihre Mission, was der Retter des Drachenauges dazu nutzte, seine dunkelfische Klinge ebenfalls zu reinigen.


Am besten bringe ich mich beim Wolfsfelsen auf den aktuellen Stand der Lage. Vielleicht haben unsere Bemühungen ja bereits ausgereicht, um Shir Khans Pläne zu vereiteln. Auch wenn ich ihm am liebsten persönlich das Fell über die Ohren ziehen würde, dürfte dies ein derzeit unerreichbares Ziel sein. Wie gehabt halte ich wieder über Darius Kontakt mit euch.

Beim letzten Satz sah er auch Asarra und Runshak an, bevor er sich kurz konzentrierte und seine Gestalt wieder in die einer Zwergohreule floss. Diese gab einen kurzen Laut von sich, der wohl sowas wie 'Bis dann' heißen sollte, ehe sie sich in die Lüfte erhob und in weiten Kreisen den Wolfsfelsen ansteuerte.


-29 MP für Heilzauber und Verwandlung in Zwergohreule -> 32/61 MP
+30 LP durch Waschen und Heilzauber -> 57/57 LP
Autor: Darius Datum/Zeit: Mittwoch 08 März 2017, 12:34
Was die Lykana ihm da erzählte, sobald er sie etwas umgestimmt hatte, war ihm bei weitem nicht neu. Dass die Lykantrophen sich beim Wolfsfelsen sammelten konnte ihm wohl jeder Bauer in der Gegend erzählen und die lebenden Opfer wurden wohl für das Ritual gebruacht, von dem ihm Serafina erzählt hatte. Anstatt jedoch gleich weiter zu Fragen, nahm er sich eine Seite aus Sirnartaks Buch und schwieg ein wenig um sie schmoren zu lassen. Sollte sie ruhig seinen Unmut spüren.

Nach einer Minute Stille sandte er ihr unvermittelt. "Dies ist Alles was ihr für euer Leben und eure Freiheit zu bieten habt? Lasst ihr eure Beute auch laufen, wenn sie euch sagt, dass am Morgen die Sonne aufgeht?"  Der Gedanke klang spöttisch, als wenn er einen Welpen belehrte. "Seht doch mal nach unten und sagt mir dann, was ihr wirklich denkt..." , ganz leicht lockerte er seinen Griff und ließ sie etwas rutschen. Im Notfall konnte er sie aus der Luft fangen, wenn sie ihm entglitt. Irator hatte kein Problem damit, sie so etwas baumeln zu lassen, aber er hatte auch nicht endlos Zeit. Vielleicht war ein kleiner Anreiz angebracht.

"Ich werde ehrlich mit euch sein. Diener von Taros kann ich nicht ausstehen. Sagt mir was ich wissen will und ich setze euch unversehrt wieder auf dem Boden ab, gesund und munter. Macht mir Schwierigkeiten...und ich werde euch als Spielball zwischen den Wolken benutzen, bevor ich euch fresse und eure Überreste Shir Khan vor die Pfoten werfe."

Der erste Teil seiner Botschaft klang fast freundlich und einladend, der Zweite wurde dagegen von einer gewissen Vorfreude begleitet. Nicht, dass er es wirklich tun würde. Soweit wollte Darius dann doch nicht gehen, aber das wusste die Lykana ja nicht. Bald danach beschloss er nach seinen zweibeinigen Gefährten zu sehen, die ihm Dorf zurückgeblieben waren. Dafür senkte er seinen langen Hals und nahm den Nacken der Lykana zwischen seine Zähne, damit er die Klauen freihatte und ging dann in einen gemütlichen Sinklfug über, während er eine Melodie vor sich hinbrummte.

Sachte setze er nicht weit von dem Versammelten Soldaten auf und ließ die Lykana auf den Boden gleiten, jedoch nicht ohne ihr eine Pfote auf den Rücken zu legen und sie auf dem Boden zu halten. "Ihr solltet euch jetzt besser ruhig verhalten. Die Dorfbewohner sind noch etwas verstimmt ob eures überraschenden Besuches." , raunte er ihr zu, dann hob er seinen Schädel und strahlte Tarlyn und Runshak an, wobei sein Schweif sachte hin und her wedelte. "Melde gehorsamst eine Gefangene Kommandant. Sie wird mit Vergnügen für euch Singen, wenn ihr Fragen habt."
Autor: Runshak Datum/Zeit: Mittwoch 15 März 2017, 23:31
So wie Runshak und seine Gefährten sammelten sich auch die Dorfbewohner in der Mitte der Siedlung. Dabei wurde auch das Ausmaß des Unglücks sichtbar. Zwar hatten einige Dörfler ihr Leben verloren, jedoch war die Zahl der Toten und Schwerverletzten überschaubar. Es stellte sich nur die Frage, ob man die Verletzten mit Bisswunden nicht auch gleich erschlagen sollte. Wurden nicht die Gebissenen selbst zu Lykanern? Eigentlich konnte es ihm egal sein. Runshaks Gruppe würde wohl nicht lange in diesem Dorf bleiben und alles, was nach ihrer Abreise dort passierte, war nicht mehr sein Problem. Hauptsache, sie hatten diesem aufgeblasenen Flohzirkus einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Eine der Dorffrauen bot einen Kräutersud an, um Verletzungen damit zu behandeln. Der Ork nahm dankend an und verarztete einige der Prellungen, die er sich zugezogen hatte.

+ 3HP (28/41)

Anschließend nutzte Christian seine Magie, um den Ork vollständig zu heilen.

+ 13HP (41/41)

Nun galt es nur noch das weitere Vorgehen abzuklären. Tarlyn machte keinen Hehl daraus, dass sie einen direkten Angriff für idiotisch hielt. „Das denke ich auch.“ sagte die Grünhaut „Wir sollten lieber die Situation weiter beobachten und uns die Lykaner schnappen, die sich zum Jagen vom Rudel entfernen. So sind unsere Chancen auf Sieg größer.“

Inzwischen war auch Darius mit einem gefangenen Lykantrophen zurückgekehrt. „Gute Arbeit, Darius.“ antwortete der orkische Krieger und wandte sich an die Gefangene. „Wenn Euch Euer Leben lieb ist, sagt uns, bis wann die Menschen gefangen sein müssen.“
Autor: Myriel Datum/Zeit: Freitag 17 März 2017, 22:06
Runde 16


In der Wagensiedlung passierten viele Dinge schnell hintereinander. Serafina sprang ungehindert aus dem Wagen und schleuderte die Karaffe dem Männchen hinterher, das sie mit einer List hinaus gelockt hatte. Phelan stieß einen Ruf aus, der sein Rudel zum Rückzug bewegen sollte. Die Karaffe traf ihr Ziel nicht, doch als sie scheppernd am Boden zerbrach drehte sich die Greisin um und sah den Angreifer, der auf sie zukam, ebenso wie Serafina. Die Frau mochte alt und faltig sein, doch im Kopf war sie immer noch so schnell wie in ihrer Jugend. Innerhalb eines Wimpernschlages hatte sie die Situation erfasst und um ihre Hände bildeten sich grüne Nebelschwaden. Der Lykantroph drückte sich ab und sprang – und just in diesem Moment befreite sich Phelan und riss die Alte von den Beinen und sorgte dafür, das der Angriff seines Rudelmitglieds ins Leere ließ. Die Greisin unter ihm stöhnte auf, als sie zu Boden prallte, doch der Alpha kümmerte sich nicht weiter darum. Er  rief sein Rudel ein weiteres Mal zusammen, zerrte dem bewusstlosen Mann vom Wagendach mit sich und sah zu, das er Abstand zu der Siedlung bekam.

Serafina hatte es mit der Flucht nicht ganz so eilig. Sie sah, wie die Greisin sich mühsam wieder auf die Füße kämpfte, mit ihrer knochigen Hand nach ihrem Bauch griff – die Stelle, an der Phelans Pranke sie getroffen hatte – und ihre Hand dann ungläubig ansah. Kein Blut klebte daran, die Krallen des Wolfmannes hatten weder ihre Kleidung noch ihre Haut zerfetzt. Und trotzdem hatte er den angriff angeführt und einen der Männer mitgenommen... Es wollte einfach keinen Sinn ergeben. Kurz schaute sie in die Richtung, in der Phelan verschwunden war, dann blickte sie zu Serafina und winkte sie zu sich heran.

Lupor nocebu...

sie deutete auf die Rankenreste, die auf dem Boden lagen um Serafina klar zu machen, das sie von Phelan sprach und zeigte ihr dann ihren blutigen Dolch

Felus.

Als sie merkte, dass die Lykanerin nicht recht verstand, runzelte sie die Stirn, dann pflückte sie eine der Pflanzen, die auf dem Boden wuchsen, zerquetschte sie so, dass etwas von dem Saft austrat und strich damit über ihre Klinge.

Felus.

Sie nahm einen kleinen Beutel von ihrem Gürtel, öffnete ihn ein Stückchen und hielt ihn Serafina unter die Nase. Er roch nach verschiedenen Kräutern, von denen sie nur Kamille eindeutig identifizieren konnte.

Santana. Gesund.

Doch sie gab Serafina den Beutel nicht, sondern verschloss ihn wieder und hielt ihn fest in einer Hand, während sie mit der anderen auf das Dach des Wagens deutete, von dem Phelan einen bewusstlosen Mann verschleppt hatte. Dann zeigte sie auf sich selbst und hielt dann die flache Hand  etwa in Oberschenkelhöhe in Richtung Boden, als ob sie die Größe von etwas andeuten wollte.

Argus. Ma Fili. Argus – Santana.

Zögernd hielt sie Serafina den Beutel mit den Kräutern hin.

~ ~ ~


Zuerst hatte Phelan auf der Flucht nicht viel bemerkt. Das Adrenalin und der Schmerz pumpte durch seine Adern, und er schleppte zusätzlich einen Mann mit sich. Erst als er dem Rudel eine kurze Pause gönnte und einen Heiltrank zu sich nahm, merkte er, das etwas nicht stimmen konnte. Die Wunden schlossen sich nicht so, wie er es gewohnt war, die Blutung wollte nicht aufhören und davon abgesehen fühlte er sich matt und kraftlos – etwas das er sich als Alpha ganz und gar nicht erlauben konnte. Also wurden nur kurz die Verluste gezählt – fünf Wölfe waren gefallen, ebenso wie die Gefangenen – man hatte immerhin sechs Leute entführen können – bevor es weiter ging. Doch als sie etwa die Hälfte des Weges zum Wolfsfelsen zurück gelegt hatten, musste Phelan einsehen, dass er nicht mehr weiter konnte: sein Körper brannte vor Fieber, die Landschaft verschwamm vor seinen Augen und er schaffte es kaum noch eine Pfote vor die andere zu setzen.

~ ~ ~


In Feronar waren inzwischen Dank Christian die meisten der Wunden versorgt worden. Man dankte ihm dafür, und eine der Frauen drückte ihm eine kleine Figur in die Hand, die aus Rosenquarz gefertigt war und die grobe Form eines Engels darstellte.

Gratia.

Dann verwandelte sich der Magier wieder, was von den Dorfbewohnern mit Staunen quittiert wurde. In der Luft fürchtete die Lykanerin, die Darius gefangen hatte, inzwischen ernsthaft um ihr Leben.

Shir Khan will Pandea erwecken, dafür braucht er die Menschen. Er braucht Opfer. Ich weiß nicht wie das Ritual funktioniert, nur das es auf dem Wolfsfelsen stattfinden soll. Lasst mich runter!

Das tat der Eisdrache sogar, wenn auch nicht auf die Art und Weise, die die Wölfin sich vorgestellt hatte. Eine schwere Pranke landete auf ihrem Rücken und drückte sie platt auf den Boden. Dann beugte sich ein Ork über sie und fing an Fragen zu stellen.

Bis zum späten Abend sollten alle zurück sein. Die Sonne ist untergegangen, das Ritual wird in wenigen Stunden beginnen.

Sie schielte von Runshak, zu Asarra und Tarlyn. Dann erschien ein verschlagener Zug um ihre Schnauze, den jedoch nur Darius richtig zu deuten vermochte. Als Drachen- oder Orkfutter wollte sie nicht enden, und vielleicht hatte sie ja doch noch eine Information, die es wert war das man sie am Leben ließ.

Ich kenne einen Eingang, der in die Tunnel vom Wolfsfelsen führt. Wenn die Legenden stimmen muss dort irgendwo Pandeas Herz versteckt sein. Ich kann Euch zum Eingang führen. 

~ ~ ~


Inzwischen war auch Endris zum Wolfsfelsen zurückgekehrt. Der weiße Wolf hatte Gefangene mitgebracht, aber während er sich umschaute und versuchte die Lage einzuschätzen wurde er deutlich immer unruhiger.

Das sind zu wenig Opfer. Viel zu wenig. Weniger als die Hälfte dessen, was wir brauchen. Das ist nicht gut. Gar nicht gut. Herma, lauf und schau ob Du Serafina findest. Phelan müsste allmählich zurückkommen. Sorg dafür, dass das Rudel zusammenbleibt und keiner in der Gegend herum streunt.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Samstag 18 März 2017, 15:10
Fünf tote Rudelmitglieder für sechs Gefangene. Das war keine Bilanz, auf die Phelan stolz sein konnte. Und dann blieb auch noch die ersehnte Wirkung des Heiltranks aus. Oder zumindest war sie äußerst unbefriedigend. „Gift“, dachte der Alpha und holte ein Antiserum hervor ohne ein großes Geheimnis daraus zu machen. Das war das Problem, wenn man mit lauter Wölfen unterwegs war: Sie hatten eine untrügliche Nase für solche Dinge.

Auch hier fiel der Effekt mangelhaft aus, doch der Tiermann hatte auch nicht damit gerechnet, dass die alte Kräuterhexe halbe Sachen machte. Von daher war der große Heiltrank auch eher eine verzweifelte Maßnahme, die er der Vollständigkeit halber noch durchführte. Die Wundheilung war gehemmt und das Zeug, mit dem die Magierin ihn erwischt hatte, schwächte ihn wohl auch noch auf andere Weise. Da gab es wenig, was er dagegen machen konnte und es war gar nicht so abwegig, dass es sein Ende bedeuten würde. Schließlich ließ er sogar zähneknirschend zu, dass ihm eines der Weibchen einen Wundverband anlegte. Der hemmte den Blutfluss zumindest ein wenig. Doch lange würde auch dieser nicht vorhalten.

Also entschied sich Phelan dazu so viel Strecke wie möglich hinter sich zu bringen, ehe seine Schwäche zu offensichtlich und sein Rudel unruhig wurde. Den inzwischen gefesselten Gefangenen trugen auf seinen Befehl hin zwei andere Männchen. Das machte es für ihn einfacher mitzuhalten – vorerst zumindest.

Sie hatten gerade einmal den halben Weg zurückgelegt, als die Fassade des starken Anführers endgültig zu bröckeln begann. Als sie etwas schützendes Gebüsch erreichten, ließ sich der schwarze Wolf müde auf den Boden sinken. Ein Zeichen der Schwäche, das er sich unter normalen Umständen nie erlaubt hätte. „Ich habe noch etwas zu erlegen“, verkündetet er und legte den letzten Rest an Stärke in seine Stimme. Zumindest brachte niemand auf seiner Meute etwas gegen diese offensichtliche Lüge hervor. „Doch der Alte wartet ungeduldig auf seine Gefangenen. Führe Du das Rudel zum Wolfsfelsen, Normarr. Und nimm das hier mit, es könnte Dir nützlich werden.“ Mit diesen Worten drückte er dem anderen Rüden eine kleine Phiole in die Klauen. Es konnte schließlich gut sein, dass der schon bald seine Stärke würde unter Beweis stellen müssen.

„Trödelt nicht lange, wir werden uns früh genug wieder sehen.“ Als die beiden Männchen seinen Gefangenen wieder mitnehmen wollten, knurrte er sie an. Die Botschaft war klar: Dieser Krieger war seine Beute und er würde sich selbst jetzt noch weigern sie zu teilen. Wollte er etwa kurz vor seinem Ende sein Gewissen beruhigen, indem er ein einzelnes Leben verschonte? Ein eher schwacher Versuch wie er zugeben musste.


Es war schon eine Schande, dass die alte Heilerin nicht hier war, dachte er als er sein Rudel zögerlich ziehen sah. Doch sie war schwach und er hatte sie am Wolfsfelsen zurücklassen müssen. Sie hätte wohl zumindest versucht ihm zu helfen, denn sie hatte etwas in ihm gesehen, das er selbst nicht ganz verstand. Nun würde er sie wohl enttäuschen wie schon Nerax vor ihm.

Doch nicht alle würden um ihn trauern. Denn bei weitem nicht jeder der dahinziehenden Wölfe ließ seine Rute hängen. Manch einer wirkte eher erleichtert oder gar schadenfroh. Wussten sie doch genau was es bedeutete, wenn er jetzt hier zurückblieb. Und nachdem er ein letztes Mal Stärke vorgespielt hatte, wo keine mehr war, überrollte ihn seine Schwäche wie eine mächtige Welle.

Ihm zitterten die Beine, als er sich ein letztes Mal aufraffte und mit gezücktem Jagdmesser auf seinen Gefangenen zuschritt. Der musterte ihn aus großen Augen doch Phelan nutzte seine letzte Kraft um mit der Klinge die Fesseln zu durchtrennen – eine Aufgabe, die er seinen Klauen nicht mehr zutraute – und drückte ihm den Dolch in die Finger.

„Geh!“, knurrte er ehe er sich wie ein räudiger Köter im Gebüsch zusammenrollte und seine letzten Gedanken auf seine Gefährtin richtete. Wie leicht es jetzt wäre ihm das eigene Messer in den Rücken zu stoßen, um sein Leben noch schneller zu beenden, kam ihn gar nicht in den Sinn.

- 10 Leben (33/68 LP)
– 1 Gegengift
- 1 gr. Heiltrank
- 1 Wundbinde
- 1 Stärketrank
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 23 März 2017, 13:35
Ob es das Klirren der Karaffe oder Phelans Eingreifen war, das die alte Frau rettete, war hinterher nicht mehr festzustellen. Im ersten Moment fürchtete Serafina, der Alpha reiße die Greisin in Stücke. Entsetzt hielt die Lykana den Atem an. Bis zum Eintreffen im Lager war sie überzeugt gewesen, der Gildenmeister verfolge dasselbe Ziel wie seine Schülerin. Doch dann hatte Phelan das Rudel gerufen. War er nun ein Verräter oder sah er einfach keine andere Möglichkeit? Das Fragezeichen stand Serafina bereits ins Gesicht geschrieben, ehe sie sich über die Greisin beugte. Die Alte starrte ebenso ungläubig wie die Lykana auf die unblutige Hand. Phelan hatte die alte Frau nicht verletzt.

Aus den Gesten schloss Serafina, dass der Dolch vergiftet war. Dass Phelan verletzt war und in Gefahr schwebte. Und dass einer der Gefangenen, die das Rudel verschleppt hatte, der Sohn der Magierin war. Ein Bündel mit Heilkräutern im Austausch gegen Argus. Serafina verstand und nickte. Sie würde ihr Bestes versuchen.

Zuvor jedoch lag es Serafina am Herzen, die alte Frau und ihre Sippe zu warnen. Die Lykana plusterte sich auf, breitete die Klauen aus und grollte so tief und bedrohlich sie konnte. Hoffentlich jagte ihr jetzt keiner der Krieger einen Pfeil in den Rücken, weil er um das Leben der Greisin fürchtete.

"Shir Khan", stieß die Dragoleutnant hervor und ließ sich auf alle Viere fallen. Mit einer Pranke beschrieb sie einen großen Kreis. "Lupores, lupores, lupores, viele viele." Den Blick in die entsprechende Richtung bellte sie "Wolfsfelsen" und deutete mit der Pfote einen Berg an. "Côr..." Mit derselben Geste, wie die Greisin "Sohn" erklärt hatte, versuchte Serafina die Tochter zu deuten. "Pandea." Eine Klaue quer über die Kehle. "Tot." Serafina ließ die Zunge aus dem Maul baumeln und verdrehte die Augen. "Aber..." Sie hob eine Klaue, wie Großvater den Zeigefinger gehoben hatte, wenn sie ein schlimmes Mädchen gewesen war. Sie deutete auf das Herz "Schlägt noch..." und deutete ein Schlagen an. Ihre Pfote zeigte nach oben. "Mond. Luna. Pandea." Serafina richtete sich auf die Hinterbeine auf. "Pandea und lupores." Wieder spielte sie den wütenden Lykaner, mehrmals, um die vergrößerte Anzahl bzw. Stärke zu simulieren.

Die Pfote zeigte auf den Dolch in der Hand der Greisin und malte mit den spitzen Klauen einen abgenagten Knochen in den Erdboden, an der Form erkennbar, und dazu Klinge und Griff oben bzw. unten, um den "Knochendolch" zu verdeutlichen, ehe sie ihn sich in einer symbolischen Geste ins Herz rammte und nach hinten kippte. "Wir dürfen Côrs Tochter Pandea nicht erwecken oder müssen sie noch einmal töten."

Wenn sie Phelan helfen wollte, und vor allem Argus, war es an der Zeit aufzubrechen. Hatte der Gefangene erst den Wolfsfelsen betreten, gab es keine Rettung mehr. Außer sie schafften es das Ritual zu sabotieren. Dann brauchten sie den Knochendolch gar nicht, der ohnehin in Taros verschollen war. "Ich bringe deinen Argus zurück. Ich tue was ich kann. Argus. Secura."

Serafina ließ sich den Beutel übergeben und rannte los. Sie hetzte, als ob Côr persönlich hinter ihr her war. Bereits nach einer kurzen Strecke sah die Dragoleutnant in der Ferne das Rudel rennen. Viel zu kurz für den Zeitverlust im Lager. So schnell hätte sie die Lykaner gar nicht ausmachen dürfen. Auch wenn die Wölfe mit den Gefangenen belastet waren, hätte sie höchstens eine Staubwolke in der Ferne erkennen dürfen. Dieser Umstand ratterte durch Serafinas Gehirn. Mit jedem Sprung wurde sie langsamer und hielt schließlich inne. Phelan war verletzt. Deshalb war das Rudel langsamer vorangekommen. Doch jetzt rasten sie dahin, so dass Serafina den Vorsprung nicht mehr verkleinern konnte. Was stimmte nicht?

Die Schnauze in die Luft gereckt, versuchte sie das Rätsel zu lösen. Phelans Geruch war ihr vertraut genug, dass sie ihn aus den Duftstoffen der anderen Wölfe herausfiltern konnte, ehe der Steppenwind die geruchliche Essenz verwehte. Doch da war nichts. Kein Phelan. Ihrem Instinkt folgend kehrte die Lykana um. Schnüffelte den Boden entlang, las in den Spuren. Wie viele Lykantrophen waren beim Angriff ums Leben gekommen? Wie viele sollten es also sein? Fehlte jemand, der noch mit dem Rudel gemeinsam den Rückweg angetreten hatte? Die geschulten Nachtjägerfähigkeiten führten Serafina schließlich zu einem Gebüsch. Das verkampfte Schnaufen, das Vibrieren und Zittern von Muskeln, der Hauch des nahenden Todes alarmierten sie.

Mit einem Satz hechtete die Lykana zwischen die Stauden und robbte an den Alpha heran.

"Meister Phelan! Meister Phelan! Hört Ihr mich? Ich bin es, Serafina. Nicht aufgeben! Haltet durch! Ich habe das Gegenmittel hier. Der Dolch, der Euch verletzt hat, war vergiftet. Wo ist der Gefangene vom Wagendach? Es tut mir leid, aber ich habe versprochen, mit Euch über sein Leben zu verhandeln. Dies war die Bedingung für das Gegengift. Verzeiht mir, dass ich in solch einem Moment mit Euch feilsche... Meister Phelan? Hört Ihr mich? Bitte, ich habe es versprochen. Helft mir, mein Versprechen zu halten. Ich habe mir oft gewünscht, Ihr wäret ein Freund in schwierigen Zeiten gewesen. Damals. Ich weiß, ich war stets ein Nichts in Euren Augen, aber ich will an das Gute in uns Lykantrophen glauben. Es liegt an uns, ob wir ferngesteuerte Bestien sein wollen oder frei denkende Wesen. Bitte, enttäuscht meinen Glauben in Eure Ehrenhaftigkeit nicht. Ihr wärt nicht mein Gildenmeister, wenn ich jetzt aufhöre Euch zu vertrauen."

Hatte sie ihm je vertraut? Sie sagte es nicht, denn es ging darum seinen Lebenswillen zu stärken. Mit den letzten Worten öffnete sie den Beutel und schnüffelte. Ihre Ohren zuckten zustimmend. Heilkräuter, wie die alte Hanni sie verwendete. Waren die Kräuter einzunehmen oder auf die Wunde aufzutragen?

"Nun gut, die Sprachschwierigkeiten erschweren nun natürlich die richtige Anwendung. Hört mir zu, Meister Phelan. Kommt zurück, wo immer Ihr gerade weilt. Solange ich spreche, werdet Ihr nicht einschlafen. Haltet Euch an meinen Worten fest. Folgt ihrem Klang, dann könnt Ihr Euch nicht verirren. Ihr bliebt hier bei mir. Es mag Euch vielleicht gerade erfreulicher erscheinen, Eure Seele vom Körper freizugeben, aber Ihr und ich, wir haben noch eine Welt zu retten. Nicht mehr und nicht weniger. Also bitte, macht das Maul auf. Die Kräuter werden das Gift vertreiben. Einen Teil davon trage ich auf die Wunde auf. Wärt Ihr so nett, mich mal ranzulassen?"

Sie schob und drehte den schweren, laschen Körper des Alphas in die passende Position. "Ihr solltet weniger fressen. Ihr seid zu fett. Viel zu schwer," scherzte sie scheinbar sorglos. "Das ist Euer Glück, würde Hanni sagen, fette Körperstellen saugen das Gift auf, ehe es Euer Gehirn auflöst." MIt sanften Streichbewegungen der Pfoten versuchte die Lykana die Wunde so gut es ging zu versorgen.

Autor: Christian Datum/Zeit: Samstag 25 März 2017, 10:20
Christian hatte den Empfang der Rosenquarzfigur noch mit einem dankbaren Nicken quittiert, bevor er sich in Vogelgestalt in die Lüfte erhoben hatte. Unterwegs zum Wolfsfelsen wurde er über die weitere Befragung der von Darius gefangenen Lycantrophin informiert. Es gab also einen etwas versteckten Eingang in eine Höhle, welche zu diesem Herz führen sollte? Na durch was ließ sich das Ritual besser vereiteln, als wenn das zu erweckende gar nicht mehr da war? Auch wenn dann die möglicherweise getöteten Opfer umsonst sterben würden - die Vortäuschung des Gelingens des Rituals außer Acht lassend - stimmte der Magier zu, der Höhle einen Besuch abzustatten. Allerdings wollte die Lycanerin sie selbst hinführen, so musste sich der einstige Statthalter von Nighton bis zur Ankunft der restlichen Truppe damit begnügen, das Geschehen um den Wolfsfelsen im Augenschein zu behalten. Zwar kam ihm die Anzahl der Gefangenen für ein Ritual dieser Tragweite recht gering vor, aber er wollte hier dem Zufall so wenig Platz wie möglich einräumen weswegen er weiterhin dem Plan mit der Höhle zustimmte.

Endlich waren auch die anderen eingetroffen. Hoffentlich blieb der Wind stabil, denn der Geruch von Ork dürfte hier auffallen wie ein bunter Hund...oder so. Allerdings standen zwischen ihnen und dem Höhleneingang ganze sechs Lycantrophen, als ob Shir Khan mit Eindringlingen gerechnet hatte. Mit einem gedanklichen Seufzer nahm der Magier des Hohenturms neben Runshak wieder seine eigene Gestalt an, bevor er sich in Gedanken an Darius wandte.


Die Hälfte der Lycaner könnte ich relativ lautlos mit dem Zauber der Katalepsie ausschalten, aber die anderen drei würden sich dann bestimmt wundern, was mit ihren Kameraden ist. Ob diese lange genug verwundert wären, um ebenfalls möglichst geräuschfrei verzaubert zu werden, bezweifle ich. Zumal es auch immer von der Widerstandskraft der Ziele abhängt, wie lange sie in der Körperstarre gefangen sind, somit wäre dann wieder ein Verschnüren sinnvoll, wenn wir bei unserer Rückkehr aus der Höhle nicht von der ganzen Meute empfangen werden wollen..

Irgendwie bezweifelte er, dass sich die Soldaten an die Lycaner anschleichen konnten, um diese Wachen recht lautlos auszuschalten. Und das lag nicht nur an der Rüstung des Orks neben ihm.
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 27 März 2017, 01:35
Darius nickte ergeben auf das Lob seines Vorgesetzten und sah auf die Lykan herab, die nur weiter Dinge von sich gab, die sie alle längst wussten. Schon war er etwas enttäuscht über seinen schlechten Fang, als er an ihr eine Veränderung bemerkte und er kannte das selbst nur zu gut, wenn er eine Idee hatte. Diese Verschlagenheit konnte alles Mögliche ankündigen...

"Ein Eingang in die Räume unter dem Wolfsfelsen. Wie äußerst interessant." , sandte er in ihren Kopf. "Ihr werdet uns dorthin führen, ohne andere über eure Rudelmagie zu alarmieren. Habt ihr das verstanden?" , fuhr er fort, nachdem Runshak sein Einverständnis zu dem Vorhaben gegeben hatte und nahm seine Pranke von ihrem Rücken herunter., damit die Lykan austehen konnte, ließ sie jedoch keinen Moment aus den Augen.

"Christian, die Lykantrophin die ich gefangen nehmen konnte, hat sich erboten uns zu einem verborgenen Eingang beim Wolfsfelsen zu führen, der uns hinab zu Pandeas Herz führen soll. Runshak ist dafür dem Nachzugehen..."

Nachdem der Magier informiert worden war, machte er sich mit den Anderen auf den Weg, sobald sie bereit waren. Eine solche Gelegenheit konnte man sich nicht entgehen lassen. Zur Sicherheit sandte er eine kurze Nachricht an Serafina. "Wir sind jetzt auf dem Weg zum Wolfsfelsen..." , rasch schilderte er ihr die Situation, während sie unterwegs waren und zwischendurch schlug er sich kurz in die Büsche um seine Form zu ändern. Als Lykantroph stieß er dann wieder zu den versammelten Soldaten.

---

"Das ist ein Plan mit dem wir Arbeiten können" , begrüßte er selbst ein wenig hechelnd den Magier, fast völlig unbeeindruckt von dessen Verwandlung. Die Gestaltwandlung der Naka Duskeal war zwar faszinierend, aber es gab jetzt Wichtigeres als seine eigene Neugierde zu befriedigen und er wechselte selbst oft genug seine Gestalt. Ohne große Umstände leitete er gleichzeitig die Gedanken des Hohentürmlers zum Rest der Verbundenen weiter.

"Wir können uns um die anderen drei kümmern, nicht wahr Kommandant Runshak? Wir Vier sollten sie rasch überwältigen können, vorallem wenn sie verwirrt sind. Tarlyn, Asarra, was meint ihr dazu?"

Ein Gedanke durchfuhr ihn plötzlich und er wandte sich aufgebracht zu ihrer Gefangenen um. "Euer Leben wird geschont, solange ihr euch an euer Versprechen haltet uns zu führen. Denkt nicht einmal daran etwas Cleveres zu versuchen.

Da er nun abgewandt zu den Runshak, Asarra und Tarlyn stand, fragte er sie einfach separat. "Was soll jetzt mit der Gefangenen geschehen? Ich kann nicht garantieren, dass sie uns nicht in den Rücken fällt, wenn sie die Gelegenheit ergibt. Sollen wir sie vor dem Eingang zurücklassen oder in die Tunnels mitnehmen?" Dabei waren seine Ohren aufmerksam aufgestellt, sein Schweif zitterte ein wenig nervös und sein Fell war leicht aufgerichtet, bevor es ihm gelang sich wieder ein wenig zu beruhigen.

-2 Mana für Verwandlung [EXPERTE]
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 27 März 2017, 22:11
Runde 17


Die Angst stand Phelans Gefangenem Argus ins Gesicht geschrieben, als der Alpha mit dem Dolch in der Hand auf ihn zukam. Er ging fest davon aus das sein letztes Stündlein geschlagen hatte, doch anstatt auf ihn einzustechen schnitt er nur seine Fesseln durch und drückte ihn dann sogar die Waffe in die Hand. Argus sprang auf und hielt die Waffe schützend vor sich. Wollte der Wolf ihn die Ehre erweisen kämpfend zu sterben? Doch der Lykaner drehte sich um und rotte sich in einem Gebüsch zusammen, ohne ihn noch weiter zu beachten. Stirnrunzelnd betrachtete Argus die Blutstropfen, die Phelan auf dem Boden hinterlassen hatte. Er verstand nicht, warum er freigelassen wurde, aber er hatte nicht vor es in Frage zu stellen, und so machte er, dass er davon kam.

Als Serafina schließlich Phelan erreichte, war von dem Mann weit und breit nichts mehr zu sehen. Wenn sie ihre Nase anstrengte konnte sie ihn wittern, und sicher hätte sie seiner Spur auch folgen können, doch im Augenblick war es wichtiger Phelan zu helfen. Dieser zitterte inzwischen am ganzen Körper und strahlte eine ungesunde Hitze aus. Doch das hielt die junge Lykanerin nicht davon ab ihr möglichstes zu versuchen. Sie plapperte wie ein Wasserfall auf den Alpha ein um ihn bei Bewusstsein zu halten und flößte ihm mühsam einen Teil der Kräuter ein. Den Rest verteilte sie auf den Wunden, und dann galt es abzuwarten. Eine lange, schier endlos lange Zeit konnte Serafina keine Veränderung bei Phelan feststellen. Die Sonne war längst untergegangen, und sie wusste inzwischen das Darius, Christian, Runshak und Asarra unterwegs in Richtung Wolfsfelsen waren. Doch dann, als die ersten Sterne am Himmel auftauchten und funkelten, ließ das Zittern von Phelans Pfoten langsam nach und sein Geist wurde wieder klarer.

~ ~ ~


Der Weg von Feronar zum Wolfsfelsen hatte seine Zeit gedauert. Inzwischen war es dunkel geworden, was es den Kameraden einfacher machte ungesehen bis in die Nähe des Höhleneingangs vorzudringen. Noch konnten sie den Mond am Himmel erkennen, doch bereits jetzt sah man den ersten Streifen eines Schattens auf ihm liegen.
Sechs Lykantrophen hielten, mehr oder weniger aufmerksam, vor dem Höhleneingang Wache. Sie schienen sich zu langweilen und auch nicht wirklich damit zu rechnen, dass sie angegriffen wurden. Die Lykantrophin, die Darius gefangen hatte, hörte sich die Warnung des Drachen mit einem wölfischen Grinsen an, was bei dem Eisdrachen das ungute Gefühl hervor rief, er habe mit seiner Vermutung den Nagel auf den Kopf getroffen.

Ich habe Euch geführt, wie es ausgemacht war. Dort ist der Eingang. Versucht Euer Glück.

Sie stieß ein kurzes, grollendes Lachen aus, dann bellte sie eine Warnung, ungeachtet dessen, dass sie vermutlich damit ihr Leben verwirkt hatte. Die sechs Lykaner reagierten sofort. Die Ohren gespitzt machten sie die Richtung ausfindig, in der die Gegner sein mussten, und rannten los. Schon setzten die ersten Beiden zum Sprung auf Christian und Darius an, dicht gefolgt von den anderen vieren. Und auch die Gefangene zögerte nicht länger sondern stürzte sich auf den verwandelten Eisdrachen...

~ ~ ~


Auf der Spitze des Wolfsfelsens waren inzwischen alle Rudel wieder auf ihre Plätze zurück gekehrt. Da sie alle wussten, was ihre Aufgabe gewesen war, war auch jedem, der etwas genauer hinsah klar, das die Aufgabe nur sehr dürftig erfüllt worden war. Nur wenige Gruppen hatten es geschafft Gefangene mitzubringen und ein Rudel war sogar ohne seinen Alpha zurückgekehrt.

Herma kam hechelnd auf Endris zugelaufen, um ihn von der Situation in Kenntnis zu setzen.
Phelans Rudel ist ohne ihn zurück gekommen. Er ist schwer verletzt zurück geblieben und hat sie weiter geschickt. Und Serafina war auch nicht bei ihnen. Keiner weiß, wo sie abgeblieben ist, sie war schon bei ihrem Rückzug nicht dabei. Das letzte Mal hat sie jemand in dem Dorf gesehen.

Es war dem Rüden anzumerken das er sich Sorgen um die junge Lykanerin machte. Tot war sie nicht, das hätten sie alle spüren müssen, doch irgendetwas schlimmes musste Serafina davon abgehalten haben zum Rudel zurück zu kehren.

Warum hast Du sie nur mit ihm mitgeschickt? Ich habe schon immer gesagt man kann ihm nicht trauen, so wie er die Kleine stets behandelt hat.

Endris tiefes Knurren warnte Herma, besser nicht mehr zu sagen, da jedes weitere Wort ein Wort zu viel gewesen wäre. Unwillig zuckte er mit den Ohren, dann wandte er seine Aufmerksamkeit dem schwarzen Wolf zu, der gerade dazu ansetzte zur wilden Jagd zu sprechen.

Die Zeit des Blutmondes ist nahe, und die wilde Jagd ist versammelt. Und doch muss ich feststellen, dass nicht genügend Gefangene unter uns weilen...

Er brach den Satz ab, als sich plötzlich neben ihm ein schwarzer Wirbel bildete. Erst fein und schmal, dann immer dichter und größer werdend bis er sich zu einer klaren Gestalt manifestiert hatte. Ein ebenmäßiges dunkles Gesicht, zu schön um von dieser Welt zu sein, das von purpurroten Augen beherrscht wurde, erschien, kaum verdeckt von der dunklen Robe, die den Körper bis hin zum Boden bedeckte.

Du wolltest nicht gerade sagen, das das Ritual nicht beginnen kann Shir Khan, oder etwa doch?

Die Worte drangen der gesamten wilden Jagd durch Mark und Bein. Fast alle Lykaner pressten sich dicht an den Boden und zogen unterwürfig den Schwanz zwischen die Beine, als Côr seinen Blick über sie schweifen ließ. Nun die wenigstens schafften es, seinem Blick standzuhalten, und selbst der Alte persönlich senkte sein Haupt vor dem dunklen Gott.

[/i]Aber es sind nicht genug Herr. Das Blut wird nicht reichen um ihr Herz zu erwecken.[/i]

Mein lieber Shir Khan, ich sehe hier mehr als genug Blut um das Ritual zu vollziehen...

Das grausame kalte Lachen Côrs lag unheilverkündend in der Luft, und er hob eine Hand zum Himmel empor, um einen mächtigen Zauber zu beschwören.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 29 März 2017, 20:51
Zum Glück für Phelan drangen die unzähligen Worte Serafinas nicht durch die friedliche Stille, die ihn umgab. Nur das Rauschen seines eigenen Blutes klang wie ein ferner Wasserfall in seinen Ohren. Er erinnerte sich sehr vage daran Todesangst ausgestanden zu haben. Doch jetzt war alles gut, denn Myriel war bei ihm. Jetzt war er sicher und um sich Sorgen zu machen wäre er ohnehin zu schwach gewesen. Er war sogar zu entkräftet, um sich gegen die bitteren Kräuter, die ihm seine Gefährtin aus ihm unbekannten Gründen in den Mund stopfte, zu wehren.

Da lagen sie nun und er konnte sie weder kauen noch schlucken. Deshalb fiel auch das „schön, dass Du da bist“, das er kaum hörbar flüsterte, recht undeutlich aus. Danach glitt der Geist des Wolfsmenschen gänzlich in die Länder des Traums ab während sie sich um seine Wunden kümmerte und er stellte fest, dass die Lebenslichter des Rudels, die ihn so lange begleitet hatten, verblasst waren. Er hatte sie fort geschickt und jetzt hatten sie ihn für immer verlassen. Wenn nicht noch Myriel bei ihm gewesen wäre, hätte er sich sehr einsam gefühlt.

Phelan schluckte um zumindest den Speichel, der den Geschmack der Kräuter angenommen hatte, aus dem Maul zu bekommen und antwortete murmelnd auf Myriels Warnung: „Ich werde vorsichtig sein, versprochen.“ Dann wollte er sie in seine Arme schließen, doch sie verblasste und ließ ihn gänzlich alleine zurück.

Nach einer Weile begann sich der schwarze Wolf unruhig zu wälzen und seine Stimme klang beunruhigt, als er wieder damit begann im Schlaf zu sprechen. „Blut, er wird es bekommen. Er bekommt immer was er will – und jetzt geht es um seine Tochter.“ Was hatte er sich nur dabei gedacht, als er sein Rudel weitergeschickt hatte. Hoffentlich reichten fünf Gefangene aus um Ihn zu besänftigen. Hoffentlich waren die anderen Rudel erfolgreicher gewesen. Was hatte er sich nur dabei gedacht, als er die Alten und die Schwachen zurückgelassen hatte? Es war seine Aufgabe die Seinen zu beschützen. Hatte er versagt? „Geht nicht! Bleibt hier! Er wird sich nehmen was er braucht.“

Dann umgab ihn nur noch Schwärze. Ganz so, als würden selbst Träume zu viel Kraft kosten. Kraft, die er nicht hatte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 31 März 2017, 18:38
Seine Pfoten zuckten unruhig. Während sie neben Phelan auf den Hinterbeinen hockte und jede seiner Bewegungen sorgenvoll beobachtete, hatte Serafina ausreichend Zeit zu grübeln. Währenddessen erreichten sie die Gedanken des Eisdrachen. Ein Eingang in den Wolfsfelsen also. Die Lykana bezweifelte, dass Pandeas Herz ungeschützt wie auf einem Präsentierteller auf die Soldaten aus Nuru wartete. Und da waren auch noch die unheilvollen Worte von Griesgram. Nun gut, er phantasierte. Lag im Fieberwahn, vom Gift geschüttelt. Sonst hätte er ihr wohl kaum "schön dass du da bist" zugehaucht. Doch es hatte eine Eindringlichkeit in seinen letzten Worten gelegen, dass Serafina seitdem unruhig auf ihrem Hinterteil hin und her rutschte. Ihr Rute schlug nervös auf den Boden. Etwas ging dort draußen vor, etwas Schreckliches, das auch die Lykantrophen nicht verschonen würde. Warum war sich Shir Khan so sicher, dass Pandea ihre Wut nicht an der Wilden Jagd auslassen würde? Das Letzte, was die Tochter Côrs in ihrem Leben gesehen hatte, war ein Lykantroph mit einem Dolch in den Pranken gewesen. So etwas konnte sehr einprägsam sein.

"Hauptmann, Serafina hier." Stumm konzentrierte sie sich auf ihre Gedanken. "Ich bin mit Phelan draußen in der Steppe. Im Lager, das wir überfallen mussten - keine Sorge, ich konnte die Frauen und Kinder retten - bin ich auf eine alte Magierin gestoßen, die etwas über den Knochendolch zu wissen scheint. Ich werde sie befragen und Euch Nachricht schicken. Ach, Hauptmann, bitte, seid äußerst vorsichtig. Phelan scheint mehr zu wissen, als er mir sagen will. Etwas ist nicht so wie es scheint. Möglicherweise ist noch jemand im Spiel. Oder Shir Khan treibt ein falsches Spiel mit den seinen. Ich befürchte, dass die Wilde Jagd selbst in Gefahr schwebt. Den Grund kann ich nicht benennen, nur so ein Instinkt. Ich rate Euch, dem Wolfsfelsen nicht zu nahe zu kommen. Hört auf mich, sie sind viele, sehr viele. Und Shir Khan, ich habe ihn gehört und gerochen, er kennt keine Gnade. Auch nicht mit seinesgleichen."

Es war mehr ein Gefühl als Wissen, was sie Greisin betraf. Die Magierin hatte auf Serafinas Erklärung mit einem sehr nachdenklichen Gesichtsausdruck reagiert und bei der Dolchzeichnung genickt, als ob sie so etwas schon einmal gesehen hätte. Erst war Serafina unsicher gewesen, ob die alte Frau damit nur andeuten wollte, dass sie verstanden hatte. Doch nach eindringlichem Nachdenken war die Lykana zu dem Schluss gekommen, dass die Greisein irgendwas darüber zu wissen schien. Es war nie verkehrt nachzufragen. Hatte Großvater immer gesagt. Und dann Großvater ein weiser Mann war, beschloss Serafina sich nach seinem Rat zu richten.

Als das Zittern von Phelans Pranken nachließ und sein Atem ruhiger ging, erhob sich Serafina auf die Hinterpranken und richtete sich auf. Sie schnüffelte. Immer noch witterte sie den Duft eines Menschen, der von diesem Schauplatz zurück Richtung Lager gelaufen war, auch wenn die Spur inzwischen stark verblasst war. Sterne funkelten am Himmel, und die Silberscheibe des Mondes leuchtete. Doch ein Schatten lag auf ihm. Serafinas Ohren zuckten überrascht. Ein Schatten über dem Mond? War dies der Grund für die Eile? War die heutige Nacht eine ganz Besondere?



Autor: Phelan Datum/Zeit: Freitag 31 März 2017, 19:12
Der totenähnliche Schlaf schien Phelan gut zu tun und er dauerte weit weniger lang, als es ihm selbst vorkommen mochte. Als sich sein Bewusstsein das nächste Mal regte, fühlte er sich wieder fast lebendig und als er diesmal sprach war ihm anzuhören, dass er wach war – auch wenn er die Augen weiterhin geschlossen hielt.

„Gut, dass Du es aus dem Lager geschafft hast. Du solltest vielleicht Endris signalisieren, dass es Dir gut geht, denn er macht sich gewiss Sorgen. Aber lauf nicht zu ihm, denn es wäre nicht gut dem Wolfsfelsen in dieser Nacht nahe zu kommen.“ Die eigenen Worte versetzten ihm einen Stick, da sie ihn daran erinnerten, dass er sein eigenes Rudel zurückgeschickt hatte. Sein einstiges Rudel. Doch nachdem er die Schwachen zurückgelassen hatte, war vollständiges Scheitern keine Option mehr gewesen. Und dieser Schritt war so logisch erschienen, als sie vom Wolfsfelsen aufbrachen.

Nachdem er einige Male tief durchgeatmet hatte, rappelte sich der schwarze Lykaner mühsam auf und blickte Serafina aus müden Augen an. Denn sie war es gewesen, die neben ihm gewacht hatte, während ihm die Gerüche sagten, dass Myriel nicht wirklich hier gewesen war. Nein, es sollte wohl heißen nicht körperlich. Denn daran, dass die Worte die er im Traum gehört hatte, von ihr stammten, hegte er keinen Zweifel.

„Den Schützen habe ich laufen lassen“, erklärte er als er bemerkte worauf die junge Wölfin ihre Aufmerksamkeit richtete. „Ein einzelnes Menschenleben mag ein erbärmliches Friedensangebot an die Götter sein, doch wie es aussieht bin ich der Hölle dennoch entkommen – vorläufig zumindest.“ Nicht dass es viel bedeutete, denn den Glauben an ein Leben im Jenseits überließ Phelan lieber den Priestern und ihren Gläubigen. Aber er war dankbar dafür am Leben zu sein und hoffte auf einen schöneren Tod, wenn es dann doch irgendwann so weit war.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 31 März 2017, 19:49
Noch während Darius mit ihnen beriet, was jetzt mit der gefangenen Lycantrophin geschehen solle, beltte diese eine Warnung in Richtung der Wachen. Irgendwie hatte der Magier schon fast mit einer Hintergehung durch sie gerechnet, wenn auch nicht mit einer solch offensichtlichen. Mit einem Seufzen ergriff der Magier Schwert und Schild, denn für einen Steinhautzauber waren die Lycantrophen jetzt doch bereits zu nahe dran und er wollte den Kampf schnell beenden, bevor auch der Rest des Wolfsfelsen hier eintraf. Allerdings spürte der Retter des Drachenauges eine mächtige Präsenz von dort oben, gar einen mächtigen Zauber, dessen bedrohliche Aura steitg näher kam. Was war dort oben nur los? Da er vorhin noch nichts derartiges vernommen hatte, obwohl er den Felsen bestimmt einige Male umkreist hatte, musste es eine wirklich mächtige Wesenheit sein. Auf jeden Fall mussten sie sich beeilen, wenn sie dieses Herz holen wollten.

Zwar bekam er eine schmerzende Prellung ab, aber das hinderte den ehemaligen Statthalter nicht daran, die Klinge seines Schwertes routiniert in des Feindes Fell zu versenken, bevor er mit seinem Schild nachlangte. Die Soldaten würden sicher nur zu gerne auch einen der gegner abbekomnmen, weswegen sich Christian mit einem begnügte, falls er selbst nicht von weiteren angegriffen wurde. Hoffentlich war der Weg in die Höhle nun frei, damit sie endlich nach Pandeas Herz suchen konnten. Und natürlich hoffte er, dass sie schnell genug sein würde, ohne von diesem Zauber in Mitleidenschaft gezogen zu werden.


Wir sollten uns beeilen. Da oben wird gerade ein mächtiger Zauber gewirkt. Und ich bezweifle doch, dass Shir Khan alleine dafür verantwortlich ist, Ritual hin oder her.


-5 LP durch Lycanangriff -> 52/57 LP
AW1 Schwert: 66
AW2 Schwert: 71
AW3 Schild: 53
Autor: Silvana Datum/Zeit: Samstag 01 April 2017, 11:27
Die Ohren hoch aufgerichtet, richtete Serafina ihre Aufmerksamkeit auf den Gildenmeister, ohne den Schädel zu wenden. Er schien endlich wach zu sein, denn er sprach in klaren Worten. Die Lykana schnüffelte. Sie musste sich beeilen, wollte sie die Spur des Menschen nicht verlieren.

"Ihr habt recht, Meister Phelan, Endris wird besorgt sein. Habt Ihr den Mond gesehen? Ein Schatten liegt auf ihm. Shir Khan sprach von einem Blutmond. Die Silberscheibe wird doch nicht wirklich verschwinden, oder? Sind sie in Gefahr? Euer Rudel, Endris, die Welpen, Lyressa..." Und all die anderen. Es war Zeit aufzubrechen. Mit einem leisen Seufzen wandte sie sich zu Phelan um. Er blickte zu ihr auf. Müde sah er aus. Er brauchte Ruhe.

"Der Schütze. Befand er sich auf einem Wagendach? Argus. Er war der Preis für Euer Leben." Die Lykana schüttelte den leeren Beutel, den sie immer noch mit der Pfote umklammert hielt. "Ich muss ihn finden und ins Lager zurückbringen, wie ich es versprochen habe. Daher werde ich jetzt aufbrechen. Ihr seht müde aus. Ruht Euch aus. Ich komme hierher zurück, sobald ich von der Magierin erfahren habe was ich wissen muss, um das Leben derer, die uns am Herzen liegen, zu retten. Hoffe ich."

Sie kam nicht umhin sich selbst einzugestehen, dass sie sich maßlos um Endris und sein Rudel sorgte. Sie liebte den weißen Alpha, so wie sie Lykhe liebte, doch der war fort. Warum war man sich seiner Gefühle erst dann bewusst, wenn unerreichbar war, was man liebte? Ihre starken Gefühle verflochten sich mit der Rudelmagie. Endris würde wissen, dass sie noch lebte.

Serafina wartete nicht darauf, wie sich Phelan entschied. Ob er ihr folgte oder auf sie wartete. Die Ohren hoch aufgerichtet, die Schnauze auf die Duftspur konzentriert, hetzte sie los. Einen Menschen einzuholen, der sich vorsichtig bewegte - der Steppenkrieger konnte ja nicht wissen, dass die Wilde Jagd längst zum Wolfsfelsen zurückgekehrt war - war eine leichte Übung. Als sie seine Nähe spüren konnte, drosselte die Dragoleutnant ihr Tempo und richtete sich zwischen den hohen Gräsern auf. Sie grollte und bellte, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Besser, er wusste was auf ihn zukam, als sie überraschte ihn und risikierte sein Misstrauen.

Der Krieger flüchtete nicht vor ihr. Ihm war klar, dass sie ihn mit wenigen Sätzen einholen würde. Er hob einen Dolch und drohte ihr. Wie süß , dachte Serafina. Er glaubt wirklich, er hätte mit diesem Messerchen eine Chance gegen mich? Dann fiel ihr das Gift ein, das die Greisin benutzt hatte, und hielt respektvoll Abstand. Ihre Pfote hielt den Beutel hoch. Sie drehte das Ledertäschchen hin und her, damit der Mensch erkennen konnte, dass es der Beutel seiner Mutter war. Falls Argus vor ihr stand.

"Secura", bellte Serafina und wedelte freundlich mit der Rute. Sie deutete auf ihn und dann ahmte sie die Geste der Greisin nach. Kleiner Mensch, kniehoch. "Argus? Fili..." Wie sollte sie ihn überzeugen, dass sie ihm nichts Böses wollte? "Argus santana. Gesund." Er schien unverletzt zu sein. Serafina zuckte zustimmend mit den Ohren, bis ihr einfiel, dass der Mensch diese Geste nicht kannte. Also nickte sie mit dem Kopf, ehe sie auf sich deutete. Was zum Geier hieß Mutter auf aramonisch? "Mutter sagte mir, tua lupora, tua corcilla, Herz gut."

In der Hoffnung, harmlos zu wirken, setzte sie ihr Wolfslächeln auf. Ließ die Zunge aus dem Maul baumeln und wedelte heftig mit der Rute. Mit der freien Pfote deutete sie auf das Dorf. Und dann auf ihn und sich. "Secura." Wieder hielt sie ihm den Beutel hin. "Ich möchte mit ihr sprechen, bitte."
Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 01 April 2017, 22:00
Runde 15

Die Amazone wusste zwar noch immer nicht, ob sie die beiden Kerle verstanden hatten, doch sie folgten ihr. Daher beachtete Asarra die beiden nicht weiter und bewegte sich zur Dorfmitte hin. Dort versammelten sich bald alle Mitglieder ihres kleinen Trupps. Nach einiger Aufregung verstanden die Dörfler auch, dass die schaurig aussehende Grünhaut keine Bedrohung war. Sie grinste Runshak an. "Man müsste meinen, sie könnten Euch von einem dieser mottenzerfressenen Flohpelze unterscheiden können, Hauptmann!"

Dankend nahm die Schwarzhaarige die Schüssel von der Dörflerin entgegen und wusch ihre Wunden mit dem Kräutersud. Vor allem die Kratzer in ihrem Gesicht - obwohl nicht tief - brannten und pochten verdächtig. Daher war sie nicht böse, als Christian sie heilte. Obwohl sie nicht gerade eitel war, mochte sie auch nicht unbedingt mit vier hässlichen Narben im Gesicht herumlaufen.

Nur wenig später, auch Asarra putze zumindest grob das Blut von ihren Waffen, brachte Darius eine ziemlich jämmerlich aussehende Lykanerin. Die Kriegerin hielt sich bei der Befragung im Hintergrund und beschränkte sich aufs Zuhören.

Runde 16

Ein separater Eingang also. Die Amazone war skeptisch, schliesslich könnte das genauso gut eine Falle sein. Allerdings bestätigte der verwandelte Christian, der sich bereits zum Wolfselsen aufgemacht hatte, wenig später diese Geschichte. Nun gut, die Kriegerin wusste auch nicht so recht was sie sonst machen sollten. Aber irgendetwas gefiel ihr an dieser Geschichte nicht.

Mit Tarlyn, Runshak und dem verwandelten Darius machte sie sich auf, zum gefährlichsten Ort in weitem Umkreis zu ziehen. Der noch dazu voller Gegner war, die über weitaus bessere Sinne verfügten. Was konnte da schon schief gehen?

Runde 17

Sechs dieser Wolfsmenschen lümmelten vor dem Eingang und verkörperten die gelangweilte Wache sehr professionell. Allerdings änderte sich das blitzschnell, als dieser kleine Mistköter, der sie hergeführt hatte, eine Warnung bellte.

Autor: Runshak Datum/Zeit: Montag 03 April 2017, 00:22
Runde 16

Der gefangene Lykaner hatte sogar eine brauchbare Information zu bieten. Scheinbar blieben nur noch wenige Stunden bis das Ritual beginnen sollte. Allerdings war von Anfang an klar, dass man dem Flohzirkus nicht über den Weg trauen konnte. „Die kommt am Ende noch auf die Idee, uns auch auf den Opferstein zu packen, wenn wir in dem Felsen von diesen Kötern umringt sind...“ dachte sich der Ork beim Vorschlag, sich von der Gefangenen führen zu lassen. Trotz der realistischen Gefahr, verraten zu werden, einigte man sich jedoch darauf, das Angebot anzunehmen.

Nach einem längeren Marsch erreichte die Gruppe schließlich den Wolfsfelsen. Vor dem Eingang der besagten Höhle befand sich auch ein halbes Dutzend der Wolfsmenschen. Was auch immer darin war musste also wichtig sein. Christian schlug vor, die eine Hälfte der Wachen mit seinem Katalepsiezauber auszuschalten. Dann mussten die Soldaten nur noch die übrigen erledigen. „Keine Sorge“ sandte Runshak zurück während er sein Mana sammelte „Die werden nicht wissen, was sie da getroffen hat“.

Runshak:
-5MP für Ogerstärke
+20Stk

Nach dem Kampf in Feronar hatte die Grünhaut einen Eindruck davon bekommen, wie zäh diese Kreaturen sind. Um die Gruppe nicht auffliegen zu lassen, würde er versuchen, jeden der Lykaner mit dem ersten Schlag zu töten.

Auf Darius Frage antwortete der orkische Krieger „Wir brauchen sie nicht mehr. Also töten wir sie. Wie sonst können wir sicher sein, dass sie uns nicht in die Quere kommt?“



Runde 17

Es dauerte auch nicht lange, bis sich Runshaks Befürchtung bewahrheitete. Die Gefangene rief nach ihren Kameraden und griff Darius an. Der Kommandant der Schwarzklaue ging beherzt dazwischen und stieß den Lykaner zur Seite. Durch die Plattenrüstung bekam er nicht mal einen Kratzer ab.

Dann waren da noch die sechs anderen Lykaner. Drei von ihnen gingen auf Christian los. Runshak zog sein Schwert und eilte dem Magier zu Hilfe. Der Ork würde die beiden angreifen, die Christian noch nicht geschlagen hatte.

Dem ersten schlug der orkische Krieger aus vollem Lauf heraus das Schwert ins aufgerissene Maul.

AW1: 63; doppelter Schaden; Schädelspalter (Ausweichen/Blocken nicht möglich)

Anschließend zog er das Schwert aus dem Körper des ersten und hieb nach einem weiteren Gegner.

AW2: 60; doppelter Schaden

Hoffentlich würde man sie nicht zu lange aufhalten. Inzwischen konnte Runshak auch eine eigenartige Anwesenheit spüren – als wäre der alte Meister zurückgekehrt. Das konnte nichts gutes bedeuten.
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 03 April 2017, 08:26
Je näher sie dem Wolfsfelsen kamen, desto stärker wurde das Pochen seiner dunklen Narbe. Kein Wunder bei der Anzahl an Anhängern des dunklen Gottes. Es trug jedenfalls nicht zu seiner guten Stimmung bei und er achtete darauf dicht bei der Gefangenen Lykantrophin zu bleiben. Letzten Endes hätt er mit einem Verrat rechnen müssen. Ja, ein Teil von ihm hatte sogar nur darauf gewartet, doch es geschah genau in dem Moment, als er von Serafina Gedanken warnahm, die nur an ihn gerichtet sein konnten.
Durch die Entfernung zu ihr war ein recht großer Teil seiner Aufmerksamkeit weit weg vom Wolfsfelsen, als ihre Gefangene anhielt und er neben ihr zum Stehen kam.

Versucht euer Glück?, schoss es ihm noch durch den Kopf und er sah sie fragend an, da alarmierte sie auch schon die Wachen und Irator übernahm die Kontrolle. Lange gehegte Paranoia zahlte sich aus, indem er ihrem Angriff seitlicht auswich und ihren eigenen Schwung nutzte um ihr seine Klauen in den Hals zu treiben, auch wenn er sich dadurch verwundbar gegenüber den anderen Lykantrophen machte.

"Ich verstehe Dragoleutnant. Habt ein Auge auf Phelan, ich habe das Gefühl wir werden ihn noch in Zukunft brauchen um Nuru zu verteidigen. Wir sind bereits beim Wolfsfelsen und versuchen in die Höhlen einzudringen, um an Pandeas Herz zu kommen. Wenn wir schnell genug agieren, dann... ER IsT HIeR. fLiEhT!"

Der letzte Teil der Botschaft kam unmissverständlich von Irator. Sein ganzer Körper war angespannt, die Ohren aufgerichtet und er konnte seine Augen nicht von der Richtung abwenden, aus der er die Unverkennbare Macht des Dunklen spürte. Vergessen für den Moment war der Kampf, die Gefährten, die Botschaft von Serafina. Alles was er warnahm war Finsternis, das langsame Erinnern an die fürchterlichen Momente... Klagelaute, Schmerzenschreie, unzählige sich windende Gestalten und über all dem dieses Gesicht...

Er schüttelte seinen Kopf heftig hin und her und fletschte die Zähne. Die Bilder wirkten so real vor seinen Augen, dass er blinzeln musste um die Realität um sich herum wahrnehmen zu können. Ein Schauer rann seinen Rücken herunter. Konzentrier dich! Verwirrt rappelte er sich vom Boden wieder auf. Wann war er zusammengebrochen. "Eilt oder Flieht. Der Dunkle selbst will das Ritual ausführen. Wir dürfen nicht hier sein, wenn ER es vollendet.", brachte er gerade so heraus und stützte sich an einem nahen Baum ab, bis die Bilder und Geräusche wieder tiefer in sein Unterbewusstsein verbannt waren und der Schwindelanfall nachließ.

AW 44
VW 6
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 04 April 2017, 22:19
Runde 18


Die Kräuter der alten Nomadenfrau hatten tatsächlich gewirkt. Phelan fühlte sich wieder klar im Kopf, und seine Wunden hatten sich, Dank des Heiltranks und der nachlassenden Giftwirkung, geschlossen. Trotzdem war der Blutverlust hoch gewesen und der Wolfsmann war immer noch etwas wackelig auf den Beinen. Deshalb beschloss Serafina allein hinter Argus her zu hetzen, um ihr Versprechen einzulösen. Doch auch wenn der Mensch langsamer unterwegs war als sie, hatte er einigen Vorsprung, und so dauerte es eine Weile bis sie ihn endlich gefunden hatte. Redlich bemühte sich die junge Lykan Argus von ihrer Ungefährlichkeit zu überzeugen. Zuerst hielt der Mann das Messer noch bedrohlich in die Höhe, doch als er den Beutel sah, den Serafina schwenkte, stutzte er. Als die Wölfin dann auch noch einzelne Wörter in seiner Sprache stammelte, runzelte er die Stirn und sah sie abschätzend an. Irgendwann beschloss er, dass sie ihn wohl längst angegriffen hätte, wenn das ihr Ziel gewesen wäre, und steckte sein Messer weg.

Secura.

wiederholte er, deutete auf das Dorf und nickte. Dann setzte er sich wieder in Bewegung – viel langsamer, als Serafina hätte rennen können, aber er hatte nun mal nur zwei Beine und achtete sehr auf seine Umgebung. Ganz und gar schien er von Serafinas Darstellung noch nicht überzeugt zu sein, trotzdem ließ er es zu, das sie sich ihm anschloss, auch wenn er verlangend die Hand nach dem Beutel ausstreckte.

Madre. Gilsana.

Er tippte sich auf die Brust, dann deutete er auf den Beutel.

Argus. Gilsana. Agus Fili Gilsana. 

Nachdem das geklärt war, sagte Argus nicht mehr viel. Erst als sie die Wagensiedlung erreichten, hob er die Hände in die Luft und rief den anderen Männern etwas zu – zu schnell, als das Serafina etwas davon aufschnappen konnte. Zumindest schoss niemand auf sie, während sie den äußeren Wagenring durchquerten. Im Inneren lag auf einem sauberen Stück Leinentuch eine aufgebahrte Leiche. Das Gesicht war mit mehreren Symbolen bemalt worden, sie war sauber gewaschen und trug reich bestickte Kleidung. Die Hände waren auf der Brust zusammen gelegt und darin hielt der Mann einen länglichen Gegenstand, dessen eines Ende ganz spitz zulief. Das andere Ende sah aus wie das Ende eines Knochens und man konnte ein Stück von Bemalungen erkennen, die den Dolch verzierten.

~ ~ ~


Das Serafina Argus erst überzeugen musste und danach nur langsam vorwärts kam, hatte Phelan aufholen lassen. Er konnte von weitem erkennen, das die beiden die Siedlung betraten, doch das kam zumindest in Wolfsgestalt für ihn nicht in Frage, denn die Menschen dort waren aufgescheucht worden wie in Ameisenhaufen. Er sah etliche Männer die wachsam ihre Runden ums Lager drehten. Und ihm stieg ein Geruch in die Nase: Der Geruch noch recht frischer Leichen, der von einem Hügel in der Nähe kam.

~ ~ ~


Der Verrat der Wölfin kam sie teuer zu stehen. Darius versenkte seine Klauen tief in ihren Hals und tötete sie, bevor sie noch weiteren Schaden anrichten konnte. Doch dabei übersah der Eisdrache den Angriff eines anderen Wolfsmenschen, doch Runshak sprang beherzt dazwischen und machte dem Lykaner den Garaus. Auch Christian, Asarra und Tarlyn ließen sich nicht lumpen, und ihre Gegner fielen wie die Fliegen. Der Kampf war schnell vorbei und der Höhleneingang lag frei vor ihnen. Viel konnte man nicht von außen erkennen, nur das der Gang nach etwa zehn Metern einen Knick machte und es im Inneren der Höhle schwach grünlich leuchtete.

~ ~ ~


Das grausame Lachen Côrs hing noch immer in der Luft. Endris sah den dunklen Gott mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Wut an.

Das meint ihr doch nicht Ernst. Sie sind Euch treu ergeben. Ihr könnt nicht...

Ich kann nicht nur, ich werde, kleiner Wolf. Ich bin ein Gott.

Das selbstzufriedene, boshafte Grinsen ließ keinen Zweifel an seinen Worten. Endris Lefzen zogen sich nach hinten, als er die Zähne fletschte und ohne Vorwarnung auf den Dunklen zusprang. Er konnte, er wollte sein Rudel nicht kampflos aufgeben. All die Mühen, die er für die Jungen auf sich genommen hatte, die Kämpfe, der Spott, sollte das alles umsonst gewesen sein? Und seine Wölfe – es würde ihn in den Wahnsinn treiben sie sterben zu sehen. Sein Maul öffnete sich weit, denn er zielte auf die Kehle. Er glaubte fast die Haut schon zwischen seinen Lefzen zu spüren, da prallte ein pechschwarzer Körper von der Seite auf ihn und riss ihn mit sich zu Boden. Überrumpelt schaffte Endris es nicht mehr sich rechtzeitig zur Seite abzurollen, bevor der massige Körper Shir Khans ihn unter sich begrub. Schon drückten sich scharfe Reißzähne in seine Kehle.

Halt Shir Khan. Lass ihn am Leben. Es wird mir Vergnügen bereiten ihn in Taros zu brechen und zu einem willigen Schoßhündchen zu machen. Außerdem ist er stark, und Du musst ein neues Rudel aufbauen. Mal sehen, wer ist es noch wert verschont zu werden...

Côr benötigte nicht mehr als einen Fingerzeig, um Endris in Ketten zu legen.  Ein schweres, breites metallenes Band lag nun um seinem Hals, das mit einer eisernen Kette tief im Felsen verankert war. Mit einem dunklen Knurren stieg Shir Khan von ihm herunter und drohte:

Mir ist völlig egal was er sagt, greifst Du ihn noch einmal an bist Du tot bevor irgendjemand auch nur ein Wort heraus bekommt.

Seine roten Augen glühten und Endris wusste, dass diese Warnung toternst gemeint war.

Der dunkle Gott hatte seinen Zauber inzwischen ausgeweitet. Eine düstere Kuppel bildete sich in der Mitte der Plattform, die sprungartig immer größer wurde. Schon erfasste sie die ersten Lykaner, die stocksteif darunter stehen blieben, während sich tiefe, blutende Wunden auf ihren Körpern bildeten, die in mehrere Teile zerfielen, gerade so, als ob der Kuppelrand ein scharfes, rundes Messer wäre, das sie durch ihre sprunghaft anwachsende Größe in Scheiben schnitt. Nur die Wenigsten blieben verschont, doch auch diese blieben wie erstarrt stehen, zu schockiert von dem, was sie gerade mit ansahen. Langsam füllten sich die ersten Furchen im Boden mit rotem Lebenssaft, während Côr seine Magie wirken ließ und die Kuppel Stück für Stück ausweitete, und der weiße Lykaner wie von Sinnen an seinen Ketten zerrte und verzweifelt versuchte sein Rudel zu warnen.

~ ~ ~


Phelan war noch immer mit seinem Rudel verbunden, auch wenn er selbst jetzt nicht mehr der Mittelpunkt zu sein schien. Dennoch spürte er, wie ein Lebenslicht nach dem anderen erlosch, in unregelmäßigen Abständen.

Auch Serafina spürte es, wann immer ein Lykaner ihres Rudels starb. Die Lichter erloschen wie Kerzen in einem Windstoß. Doch noch etwas konnte die junge Lykan ganz deutlich fühlen: Den eindringlichen Befehl von Endris die Beine in die Hand zu nehmen und zu fliehen. So weit weg wie nur möglich. 

In Darius Geist blitzten immer wieder Bilder auf. Sie schienen von Irator zu kommen, der selbst keinerlei Kontrolle darüber hatte. Er sah Blut, Unmengen von Blut, und zerfetzte Lykantrophen, immer mehr und mehr – es war ein einziges Schlachtfeld.

Christian nahm immer noch schwarze Magie wahr – und sie schien mit jedem Atemzug stärker zu werden und sich um sie herum zu verdichten. Es lenkte ihn in seiner Wahrnehmung ab, da er das Gefühl hatte, als ob eine dicke schwarze Decke über ihn fallen würde. Und so hörte er das, was Runshak und Asarra ganz deutlich wahrnahmen, nur wie aus weiter Entfernung: Das laute Heulen eines Lykantrophen, so voller Schmerz und Qualen, das es einem das Blut in den Adern gefrieren lassen konnte...

~ ~ ~


Die Gänge der Höhle waren simple angelegt. Es gab nur wenige Abzweigungen, und anhand des Lichtes konnten sie stets ausmachen, welchen Gang sie wählen mussten. Tiefer, immer tiefer führten sie in den Stein hinein und es dauerte einige lange Minuten bis man eine größere Grotte erreichte. Hier war das Heulen des einzelnen Wolfes seltsamerweise immer noch zu hören, und es hallte gespenstisch von den Wänden der Grotte wieder.

Die Mitte der Gotte wurde durch eine große Steinstatue beherrscht, etwa drei mannshoch, die einen auf den Hinterläufen sitzenden Lykantrophen darstellte. Er hielt die Schnauze nach oben gerichtet, als ob er den Mond anjaulte - kam das Wolfsheulen etwa von einer Steinstaue? - und über seiner Schnauze waberte eine giftgrüne Wolke. Wenn man genauer hinsah, konnte man erkennen, das der seltsam leuchtende Dunst aus dem Maul der Statue emporstieg und sich dort zu einer kränklich leuchtenden Wolke verdichtete, die einen Durchmesser von etwa fünf Metern hatte und sich langsam weiter ausbreitete. In der Mitte des grünen Nebels schwebte ein dunkler Gegenstand, der nicht deutlich zu erkennen war. Von der Decke tropfte eine Flüssigkeit herunter, platschte hinauf und tropfte dann weiter in das Maul des riesigen Wolfes. Man konnte dabei zusehen, wie die Tropfen immer schneller fielen, bis sie schließlich einen dünnen Strahl bildeten, der fortlaufen über das Herz floß und dann im Maul der Statue verschwand.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 05 April 2017, 23:07
Endlich begannen die Tränke, die er vor einer gefühlten Ewigkeit zu sich genommen hatte, zu wirken. Ihre Kraft reichte nicht aus, um seine volle Stärke wieder herzustellen, aber zumindest hörte die Wunde auf zu bluten. Phelan verzichtete darauf weitere Heilung mit noch mehr Tinkturen zu erzwingen, da er keine Ahnung hatte welche Auswirkungen das haben könnte. Stattdessen gab er sich damit zufrieden Serafina gemächlich und auf vier etwas unsicheren Beinen zu folgen. Dabei sparte er sich sogar die Kraft ihrer Fährte nachzuspüren, da er ja die Richtung ihres Ziels bereits kannte.

Nach einer Weile fand der schwarze Wolf ein Tempo, das er einigermaßen durchhalten konnte. Auch wenn es ihm unerträglich langsam erschien. Erst lange nachdem er den Punkt passiert hatte, an dem Serafina auf Argus getroffen war, kam er ihnen nahe genug, dass er auf die jetzt recht deutliche Geruchsspur stieß ohne wirklich danach gesucht zu haben. Bis er die beiden Gestalten zu sehen bekam verging nochmal eine ganze Weile und da hatten sie das Lager schon fast erreicht. Allein würde er wohl kaum in die gut bewachte Wagenburg kommen und so ließ sich der Lykantroph erschöpft auf den Boden sinken.

Der Geruch von Tod lag hier deutlich wahrnehmbar und so frisch, dass es sich wohl um die Verstorbenen des Überfalls handeln musste, in der Luft. Es war der Geruch von Tod, den er zu diesen Leuten gebracht hatte. Was sie wohl mit den Gefallenen aus seinem Rudel machen würden? Er würde nachsehen müssen, um es in Erfahrung zu bringen. Aber zuerst brauchte er Ruhe.

Der einstige Alpha hatte seine Augen kaum für einen Moment geschlossen, da war es auch schon wieder vorbei mit der Ruhe. Er erfuhr binnen eines Herzschlags drei Dinge:
I. Er hatte sich wohl geirrt als er dachte dass sein Rudel ihn nicht mehr als ihresgleichen ansah, als es ihn schwach und dem Tode nah zurückgelassen hatte. Die spezielle Magie, die sie miteinander verband war nicht erloschen, er hatte sie wohl nur wegen des Giftes für eine Weile nicht spüren können. Er mochte die Position des Leitwolfes verloren haben, aber er war noch Teil des Rudels – noch.
II. Die Wölfe seines Rudels starben mir erschreckender Geschwindigkeit und unter großen Schmerzen. Womit hatten sie eine solche Strafe verdient? Weil sie mit so wenig Gefangenen und ohne Alpha zurückgekehrt waren? Wäre es nicht trotzdem besser gewesen die Beute der anderen Rudel bluten zu lassen und das Versagen weniger drastisch abzustrafen? Schließlich war keiner seiner Wölfe im Kampf wertlos.
III. Das Rudel hatte ihm weit mehr bedeutet, als er es sich selbst eingestanden hatte. Es jetzt so plötzlich und so sinnlos dahingerafft zu sehen schmerzte wie eine Klinge aus Eis, die ihn mitten ins Herz traf.

Es kostete den einsamen Wolf unendliche Selbstbeherrschung seinen Kummer nicht laut in die Welt zu schreien. Das langanhaltende Heulen, das sich seiner Kehle entrang war lautlos wie ein Windhauch. Er konnte es sich nicht leisten so nahe an einem Lager voller Feinde und in seinem geschwächten Zustand für Aufsehen zu sorgen. Denn er musste leben. Eine solche Bluttat durfte nicht in Vergessenheit geraten. Die Geschehnisse dieser Blutmondnacht durften nicht ungesühnt bleiben. Auch wenn er nicht sagen konnte wie er jemals Rache an einem Gott nehmen sollte. Im Moment spielte das keine Rollte, denn die alten dunklen Rachegefühle waren dabei ihn zu übermannen.

Er konnte nicht sagen wie lange er ganz von Hass und Trauer erfüllt dagesessen hatte, ehe er die Kraft fand sich aufzuraffen und dem Leichengeruch zu folgen. Gerade schien ihm das der passende Ort für jemanden wie ihn zu sein. Da lagen sie, die Krieger der Siedlung – zumindest nahm er das an – auf sauberen Leintüchern in aufwendig verarbeiteten Kleidern und mit Symbolen im Gesicht, die er nicht zu deuten wusste. Die Holzstapel unter ihren kalten Körpern zeigten deutlich dass sie bereit waren den Flammen übergeben zu werden. Doch eines an diesem ihm unbekannten Ritual fesselte Phelan mehr als alles andere:
Die Dolche, von denen jeder einzelne Krieger einen in seinen leblosen Händen hielt. Wie im Traum ging er auf sie zu, um diese Waffen an sich zu nehmen und ein vager Plan von Rache nahm in seinen Gedanken Gestalt an. Dass es wohl kaum mehr als einen legendären Knochendolch gab oder dass ihn jemand davon abhalten könnte die Toten zu bestehlen, hatte er für den Moment vollkommen vergessen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 06 April 2017, 09:46
Serafina hätte vor Freude am liebsten den Mond angeheult. Argus steckte den Dolch weg. Er vertraute ihr. Vorläufig zumindest.

"Gilsana." In üblicher Gewohnheit zuckte Serafina zustimmend mit den Ohren, ehe sie nickte, damit Argus die Geste verstand. Den Beutel behielt die Lykana bei sich. Mit etwas Abstand folgte sie Argus, um ihm das Gefühl von Sicherheit zu lassen. Immerhin musste er ihr den Rücken zudrehen. Nur ein einziges Mal wandte sich die Lykana nach Phelan um, da sie ahnte, dass er ihr folgte.

Sie erreichten das Dorf inmitten der Trauerzeremonie. Der Gestank nach Tod wehte Serafina entgegen. Instinktiv hielt die Lykana Abstand, einerseits um nicht zu stören, andererseits um ihr eigenes Leben nicht aufs Spiel zu setzen. Immerhin sah sie aus wie die Feinde der Steppenleute. Zuerst fiel Serafinas Blick auf die hübsche Bemalung im Gesicht des Toten und erst dann auf den Dolch, der in seinen Händen lag. Es durchzuckte die Lykana heiß und kalt. War des DER Knochendolch? Nein, das konnte nicht sein. Serafina hatte der Greisin erklärt, wie wichtig das Artefakt war, um eine Göttin zu bezwingen. Da konnte die alte Frau doch nicht ersthaft erwägen, diesen Dolch mitsamt der Leiche zu verbrennen. Selbst wenn es sich bei dem Toten um den Anführer der Sippe handeln sollte.

"Gilsana!", bellte Serafina, als sie der alten Frau gewahr wurde, und hielt den Beutel hoch. Mit der freien Pfote deutete sie auf Argus. Sie hatte ihr Versprechen gehalten. Nun konnte sie hoffen, mehr über den Knochendolch zu erfahren. Doch ehe ein weiteres Wort ihre Lefzen verließ, traf sie die Verbundenheit mit dem Rudel wie ein Keulenschlag. Serafina keuchte und griff sich an die Brust. Ihr Herz raste, als risse es ihr jemand aus dem Leib. Der Drang zu rennen, weit weg von diesem Ort, wurde übermächtig. Ein Lebenslicht nach dem anderen erlosch. Ihr Rudel starb, genau wie sie es befürchtet hatte. Shir Khan hatte die seinen verraten, anders konnte es nicht sein. War das Sterben die Strafe dafür, dass sie zu wenige Menschenopfer gebracht hatten?

Serafina fiel auf alle Viere und jaulte verzweifelt. WAS HATTE SIE GETAN? Sie hatte ihr Rudel im Stich gelassen, um Menschen zu retten, die sie nicht einmal kannte. Tränen brannten in ihren Augen, während ihr Blick auf die Kinder und Frauen des Lagers fiel. Diese hier lebten, doch Endris und die Welpen mussten sterben, weil sie - Serafina - ein Gemetzel verhindern wollte. Warum war diese Welt so unrecht, so grausam? Wenn jemand büßen sollte, dann sie.

"Sie sterben. Bei Latala, sie sterben und es ist meine Schuld. Oh, Endris, bitte, verzeih mir. Das wollte ich nicht."

Dann schoss es ihr wie ein Blitz durch den Schädel. Was hatte Darius ihr vorhin übermittelt? ER ist hier!

"Côr!", heulte sie erschrocken und suchte den Blick der Greisin. "Gilsana! Côr... hier..." Ja, so musste es sein. Shir Khan würde niemals sein Rudel vernichten. Ohne sie war er nichts. Serafinas Pranke deutete in Richtung Wolfsfelsen. "Lupores sterben, Côr tötet sie."  Ihr Pfote fuhr quer über ihre Kehle, dann verdrehte sie die Augen. "Ich kann es spüren", hauchte sie voller Qual und deutete auf ihr blutendes Herz. Ohren und Rute hingen schlaff herab. Jeder konnte sehen, wie sehr sie litt.

"Côr... ist hier. Bei Latala, was ist das für ein Gott, der seine Kinder tötet?"

Mit fragendem Blick deutete die Lykana auf den Dolch, der in den Händen des Toten lag, und legte den Kopf schief. War es DER Dolch?

"Pandea..." Serafina richtete sich auf die Hinterbeine auf. Mit der Pfote deutete sie auf den Mond und seinen wachsenden Schatten. "Luna. Blut." Mit der Klaue ritzte sie an der Vorderpfote und quetschte ein paar Tropfen Blut heraus. "Blut. Luna. Pandea... ist es dieser Dolch?"

Autor: Christian Datum/Zeit: Samstag 08 April 2017, 09:53
Christian war kaum überrascht, dass die Wächter-Lycantrophen so schnell erledigt waren immerhin hatte er deswegen ja einen etwas weniger blutigen Plan vorgehabt. Aber das hatte der Warnruf der zuvor gefangenen Lycantrophe leider verhindert. Mit einem leisen Seufzen wischte er seine dunkelelfische Klinge an einem der vor ihm liegenden befellten Körper ab, bevor der kurze Adrenalinschub wieder durch die finstere Magie verdrängt wurde, welche sich weiterhin vom Plateau des Wolfsfelsen ausbreitete und seine Sinne dämpfte.

Los jetzt, wir müssen da rein, wenn nichts alles vergebens sein soll.

Dieses wie aus weiter Ferne klingende Heulen eines Lycantrophen bestärkte ihn eher in seinem Vorhaben, dieses Herz so schnell wie möglich aus der Höhle zu holen oder zu vernichten.

Das Innere der Höhle war ziemlich überschaubar, vor allem war der zu nehmende Weg klar erkennbar. Dennoch dauerte es einige Minuten, bis sie dort angelangt waren, wo sich das Herz befand. Hier war das Heulen des Lycantrophen durch den Halleffekt zwar nicht unbedingt klarer zu vernehmen, aber es schien fast den Anschein zu haben, als ob es von der riesigen Statue käme. Neben diesem grünlichen Nebel, der aus ihrem Maul emporstieg und dadurch das umhüllte was wohl dieses Herz darstellen sollte. Außerdem rann bereits einiges an Blut auf diesen Gegenstand.


Der Nebel ist bestimmt giftig. Darius, kommt Ihr bis zum Herz, wenn Ihr Euch zurückverwandelt? Vielleicht reicht es auch, wenn Hauptmann Runshak auf Euch klettert? Falls der Nebel wirklich giftig ist, sollte ich das mit meinem Entgiftungszauber hinbekommen.

Zumindest hoffte der Magier des Hohenturms, dass der Nebel nicht sofort töten würde...
Autor: Darius Datum/Zeit: Samstag 08 April 2017, 11:37
Darius hatte Schwierigkeiten sich von dem loszureißen, was er von Irators Seite aus zu sehen bekam. Die Bilder flickerten durch sein Bewusstsein, unkontrollierbar, aber er konnte nur zu gut sehen, was sie ihm zeigten. Es war... erschreckend, furchtbar... Darius konnte Furcht und Zorn in sich spüren. Irator konnte ebenfalls keine Befriedigung bei diesem Anblick empfinden. Er sah nur ein weiteres Beispiel dafür, dass selbst die treusten Diener des Gefallenen nur Schmerz und Tod erwartete.

Er erholte sich gerade schnell genug um mit der Gruppe in die Höhle zu eilen, auch wenn er innerlich zitterte so nahe bei... IHM zu sein. Es war einfacher als erwartet sich in den Höhlensystem unter dem Wolfsfelsen zurechtzufinden, als er gemeinsam mit den Anderen hinunter hetzte und sie fanden schnell den Weg zu ihrem Ziel. Jedenfalls nahm er an, dass es sich darum handelte, als er die Wolfsstatue sah, über den ein dunkles Objekt schwebte und in deren Rachen ein Blut von der Decke floß. Ein guter Hinweis, seiner Meinung nach.

Umsichtig trat er näher an die Statue heran und schnüffelte. Fast sofort musste er niesen, aber es seine Schnauze verriet ihm was er wissen wolltem dann wandte er sich zu Christian um. "Ich könnte das Herz vielleicht selbst erreichen, aber es wäre wohl wirklich leichter wenn Runshak es an sich nimmt. Dieser Nebel hat einen pesitlenten Gestank und ist zweifellos giftig."

Gerade so konnte er ein Zittern unterdrücken, als weitere Bilder in seinen Geist drangen und der Druck seiner Narbe stärker wurde, nur sein Kopf zuckte von dem Schmerz zur Seite. "Wir sollten uns beeilen. Kommt Runshak."

Er trat ein paar Schritte zurück um genügend Platz zu haben und löste die Verwandlung. Rasch nahm er seine ursprüngliche Form wieder an, schüttlte sich kurz und sah dann zu seinem Kommandanten. "Bereit wenn ihr es seid. Es ist wohl besser wenn wir die Luft anhalten, bis wir das Herz haben. Nicht, dass wir dieses Zeug auch noch einatmen."

Kaum befand der Ork auf seinem Rücken, stieg der Eisdrache auf seine Hinterbeine und legte die Vorderklauen auf die Schultern der Statue und reckte seine Schnauze zu dem Herzen. Dabei bekam seine Schnauzem mehr als genug von dem opferblut ab, welches von oben herabfloß.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 11 April 2017, 22:44
Runde 19


Während Phelan wie in Trance auf die Toten zuwandelte und ihnen die beigelegten Knochendolche abnahm, versuchte Serafina in ihrer Not Gilsana zu erklären was gerade geschah. Die alte Frau sah zwar das die Lykantrophin litt, aber was sie ihr sagen wollte verstand sie nicht. Schließlich schüttelte die Alte mit dem Kopf und ging näher an Serafina heran. Vorsichtig tasteten die runzeligen Fingern nach den Schläfen der Wölfin.

Secura. Gilsana sehen.

versuchte sie Serafina notdürftig davon zu überzeugen, dass sie nicht vorhatte ihr etwas böses anzutun. Als Gilsana ihren Kopf berührte sah die Alte ihr fest in die Augen und sie hörte plötzlich eine Stimme in ihrem Kopf, die der von Gilsana erstaunlich ähnlich klang.

„Ganz ruhig Mädchen. Ordne Deine Gedanken, damit ich dich verstehen kann. Was ist Côr und wer wird getötet?“

Die Fragen kamen zielgerichtet, so das es Serafina leicht fallen musste ihnen zu folgen und sie zu beantworten. Innerhalb einiger Minuten ließ Gilsana sich das vorgefallene grob schildern, so dass sie sich ein Bild davon  machen konnte was die junge Wölfin von ihr wollte.

„Es tut mir leid Kind, aber dieser Dolch ist nicht der, den Du suchst. Es gibt bei unserem Volk eine uralte Geschichte, in der so ein Dolch geholfen hat das Böse zu besiegen. Seither ist es Sitte bei den Eohfîr ihre Toten mit einem Knochendolch ins Totenreich zu schicken, damit sie sich gegen alles Schlechte dort zur Wehr setzen können. Er soll sie beschützen.“

~ ~ ~



Auf dem Plateau des Wolfsfelsens hatte das Ritual bereits seinen  Höhepunkt erreicht. Es mochten etwa 40 Wölfe sein die noch aufrecht standen - der Rest der wilden Jagd war mitsamt der Menschenopfer, die sie gefangen hatten niedergemetzelt worden. Zufrieden betrachtete Côr das Blutbad, das er angerichtet hatte. Der rote Lebenssaft floss nun in den steinernen Riefen auf dem Boden entlang und strömte regelrecht in den Berg hinein. Endris hatte aufgehört an seinen Ketten zu zerren und starrte nur noch dumpf vor sich hin. Rote Streifen zierten sein weißes Fell im Nacken, an den Stellen, an denen er sich an den Fesseln die Haut wund gescheuert hatte in dem verzweifelten Versuch sich zu befreien.

Zweifelst Du auch an mir, Shir Khan?

Nein, Meister. Sie waren schwach, und viele von ihnen hätte ich selbst getötet um die Schwäche des Rudels auszumerzen. Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied.

Wahre Worte. Fûth-lûb!*

Die Worte in der alten Sprache donnerte der dunkle Gott heraus wie einen Befehl. Sie ließen die umstehenden Lykaner erzittern und selbst der mächtige Shir Khan duckte sich wie unter einem heftigen Schlag.

Auch im Inneren des Felsens konnte man Côrs Stimme noch vernehmen, wenn auch längst nicht so laut. Trotzdem ließ der Klang der unbekannten Worte einem die Haare zu Berge stehen, die Haut frösteln und Angst umfasste unwillkürlich die Herzen. Darius, der durch seinen Unterricht bei Myriel wohl als einziger die Bedeutung wirklich verstand, verspürte den starken Drang sich in eine Höhlenecke zu verkriechen. Irator schien der Macht, die hinter den Worten lag besser standhalten zu können. Eines war jedenfalls sonnenklar: Sie hatten nicht mehr viel Zeit. Wenn sie etwas tun wollten, um das Ritual zu verhindern, dann musste es jetzt sofort sein. Wie gut, dass Runshak
bereits auf den Kopf des Eisdrachen geklettert und nun nach dem Herz in der giftigen Wolke griff. Doch entweder war der Ork zu nervös um es zu erwischen, oder es wurde von einem unsichtbaren Schild beschützt. Das Resultat jedenfalls war das Gleiche: Runshaks Hände blieben leer,
während seine Arme und Darius Schnauze sich blutrot färbten. Ein metallischer Geschmack zwängte sich auf Darius Zunge, als die Gruppe eine kalte Stimme hinter sich hörte:

Na wen haben wir denn hier? Einen Schützling Kementaris, zwei Frauen, die sich doch besser um die schönen Dinge des Lebens kümmern sollten anstatt zu kämpfen, einen zwiegespaltenen Drachen und einen Ork - sagt was glaubt ihr hier unten zu tun? Ihr hattet nicht
wirklich vor Euch meinem Willen zu widersetzen, oder?


Eine weitausholende Bewegung mit dem Arm riss die Gefährten zu Boden und schleuderte sie gegen die Höhlenwände, wo sie krachend aufschlugen.

Nachdem das geklärt wäre: Kniet nieder und schwört mir Eure Treue oder sterbt.


*Erwache Tochter!
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 12 April 2017, 21:14
Die Knochendolche einzuschieben war einfach. So einfach dass das Gefühl eines Erfolges ausblieb. Wohl auch deshalb regten sich leise Zweifel an dem, was er hier tat, in den hinteren Windungen von Phelans gematertem Gehirn. Seine nächsten Schritte durfte er nicht überhastet vornehmen. Côr war kein Gegner, gegen den er realistisch betrachtet überhaupt eine Chance hatte.

Für den Moment musste er nachdenken. Darüber ob und wie er überhaupt Vergeltung üben konnte und wollte. Schließlich gab es noch mehr als das Rudel zu verlieren und Rache war etwas, das niemals heiß serviert werden sollte. Also entschied er sich dazu erst einmal Deckung zu suchen und gründlich zu planen. Zumindest wenn er bislang tatsächlich ungesehen geblieben war und genug innere Ruhe für zielgerichtete Gedanken fand…
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 14 April 2017, 13:59
Stocksteif hockte die junge Lykana auf den Hinterpranken, damit Gilsana ihre knochigen Finger bequem an die Schläfen der Wölfin legen konnte. Was immer die Greisin da mit ihr anstellte, es war Serafina äußerst unangenehm. Es ähnelte der gedanklichen Kommunikation mit Darius nur ansatzweise. Ein kribbelndes Zerren bohrte sich durch Serafinas Stirn. Wenn auch nicht schmerzhaft im eigentlichen Sinn, fühlte sich die Lykana der alten Frau ausgeliefert. Verkrampft und vom Sterben des Rudels gequält spulten Serafinas Gedanken Bilder vom Geschehen auf dem Wolfsfelsen ab, solange die Lykana selbst anwesend gewesen war. Der Rest war durchmischt mit dem Leid des Sterbens, der Angst vor dem dunklen Gott und der Sorge um die Kameraden aus Nuru, die sich in die Höhle des "Löwen" begeben hatten.

Gilsana und die ihren kannten keinen Côr. Bei den Steppenreitern trug das Böse einen anderen Namen. Und dann kam die niederschmetternde Antwort. Es gab bei den Eohfîr, wie sich das kleine Völkchen nannte, keinen Knochendolch. Einzig Nachbildungen. Pandea würde frei sein. Eine Weile hockte Serafina da wie ein kleines Häufchen Elend. Die Gedanken wirbelten durch ihren Kopf. Konnten Darius, Runshak, Tarlyn und Asarra es schaffen? Zusammen mit dem Magiermeister Christian? Was konnte sie selbst noch tun? Das Einzige, das im Zusammenhang mit dem Knochendolch existierte, waren Geschichten. Die über Pandea, und jene der Eohfîr.

Ein Fünkchen Hoffnung keimte in Serafinas Herzen auf. Wie hatte Großvater immer gesagt? In jeder Geschichte steckt ein Körnchen Wahrheit. Wenn du es schaffst dieses Körnchen zu finden, wirst du auch die Botschaft darin erkennen.

Die Ohren der Lykana richteten sich auf. "Gilsana", dachte sie angestrengt, "diese Geschichte... erzählst du sie mir? Bitte. Vielleicht hilft sie mir weiter."

Und schließlich gab es ja noch einen weiteren Grund: Serafina liebte Geschichten!

Autor: Darius Datum/Zeit: Samstag 15 April 2017, 13:16
Es war nicht gerade angenehm so auf seinen Hinterbeinen zu stehen, auch wenn er sich an der Statue abstützen konnte. Die ziemlich realistisch wirkende Figur, der giftige Nebel welcher aus ihrem Maul drang, das Objekt welches soweit darüber schwebte. All das wirkte verstörend, vor allem da er immer noch den Zauber spürte, welcher ER über ihnen wirkte, immer noch spüren konnte. Soweit es ging streckte er seinen Hals und seine Schnauze damit Runshak an das Herz gelangen konnte. So zu bleiben erwies sich als schwierig, da der Ork mit seiner Rüstung äußerst schwer war.

Von weiter oben glaubte er auch Worte in die Höhle dringen zu hören, in einer Sprache, welche ihm einen Schauer den Rücken hinab jagte und bei dem er nur mit Mühe der Versuchung widerstand zu flüchten, indem er sich fester in den Fels krallte und die Zähne zusammenbiss.

"Ughhh, beeilt euch Runshak. Ich weiß nicht wie lange ich euch halten kann." , sandte er ihm zu und versuchte nicht das Blut zu schlucken, welches von dem Herzen über seine Schauze floß und einen üblen metallischen Geschmack in seinem Maul hinterließ...

Der Eisdrache gefror praktisch zur Salzsäule, als er die Worte vernahm, welche plötzlich von hinter ihm kamen. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein. Sie hatten noch Zeit. SIE HATTEN NOCH ZEIT! SIE KONNTE JETZT NOCH NICHT ERWACHEN!

Diese panischen Gedanken waren, was ihm durch den Kopf ging, als ihn eine unsichtbare Macht packte und durch die Höhle schleuderte, wo er äußerst schmerzhaft gegen die Wand krachte. Der Aufprall schüttelte ihn ordentlich durch und ein pochender Schmerz setzte an den Stellen ein, mit denen er die Wand geküsst hatte.

Viel mehr als sein Körper schmerzte jedoch sein Geist und der Drache wand sich, wo er lag. Die alleinige Gegenwart Côrs setzte ihm unglaublich zu. Es fühlte sich an, also wolle seine Seele ganz auseinander reißen. Irator kämpfte mit einem ganz anderen Problem. Nicht Schmerz ob der schwarzen Magie die hier gewirkt wurde. Nein. Es war Begehren. Ein Begehren gegenüber dem Gefallenen. Diese Macht fühlte sich... berauschend an. Dieses Begehren brachte ihn in Versuchung sich diesem Wesen zu beugen, der Forderung nachzugeben und IHM zu dienen.

Ein Teil dieser Macht könnte die Seine werden, wenn er sich unterwarf. Sein Hort könnte legendär werden, kein Anderer Drache würde es jemals wagen ihn nocheinmal anzugreifen, geschweige denn die Naka Duskeal. Dem Entgegen stand sein tiefer Groll, sein Schmerz und sein Hass gegenüber genau diesem Wesen. 

Wäre er alleine gewesen, wäre es nicht in seiner Natur gewesen oder wäre ihm Darius nicht zu Hilfe gekommen. Vielleicht wäre er an diesem Tage gefallen und zu einem der Schwarzdrachen des Dunklen geworden. Doch es gab zu viel. Zu viele Erinnerungen, zu viel was auf dem Spiel stand und sein Hass schenkte ihm Visionen von dem was er tun wollte um Rache an denen zu nehmen die ihm Leid zugefügt hatten.

"Ni vaquet-tye."* , kam mühsam aus seinem Maul, während er sich langsam wieder hochrappelte, da er es nicht wagte eine Gedankenverbindung zu versuchen. "Emme indóme lare-tye síra!"**

Dass er in der Aufregung zuerst zur Sprache der Hochelfen übergegangen war, fiel ihm nicht auf. Doch seine Konzentration lag darauf dem Befehl Côrs nicht zu folgen. Mit einem wütenden Brüllen sammelte er seine Reserven und warf sich auf die Statue um sie zu zerschmettern und Côr seinen Preis zu nehmen.

*Ich verweigere mich euch.
**Wir werden euch aufhalten!
-15 LP (25/40),+15 LP(40/40)
Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 15 April 2017, 17:01
Asarra hatte ruhig daneben gestanden, die Waffen gezogen und angespannt, als der Ork und der Drache versuchten, das Herz zu erreichen. Gerade hatte sie überlegt, ob es nicht einfacher wäre das Blut so umzuleiten, dass es die Statue einfach nicht erreichen konnte, da flog sie plötzlich durch die Luft und landete ziemlich unsanft an der Wand.

In der Höhle war der dunkle Sänger persönlich erschienen. Für einen Moment war die Amazone wie gebannt. Seine Worte rüttelten sie allerdings aus dieser Starre. Sie schüttelte den Kopf, erhob sich und streckte ihre schmerzenden Glieder. Ihr linkes Knie pochte ganz schön, sie musste damit wohl gegen einen herausstehenden Felsen geknallt sein. Die Kriegerin ignorierte es.

"Man müsste meinen, ein unsterblicher 'Gott' sollte es besser wissen. Die schönen Dinge des Lebens sind doch der Kampf und die Herausforderung." Sie grinste den dunklen Gott an, packte ihre Haifischzahnpeitsche und die Axt aus der Nightoner Schmiede. Natürlich war es dumm. Aber vielleicht erkaufte es den anderen die nötige Zeit, um das Ritual aufzuhalten. Hinter sich hörte sie wie Darius Anlauf nahm.

Asarra griff Cor an.
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 16 April 2017, 15:03
Während Runshak und Darius sich dem Herz annahmen, schaute Christian sich die Statue genauer an. Wenn sie diese nur zerstören konnten, wäre der ganze Spuk wohl ebenfalls zu Ende. Dann schaute er wieder hinauf zum Ork und sah, dass dieser das Herz nicht zu fassen oder treffen bekam. War er etwa schon so benebelt von den grünlichen Schwaden?

Von der plötzlich ertönenden Stimme hinter ihnen war der Retter des Drachenauges dann doch zu überrascht, um dem Angriff etwas entgegen zu setzen und rappelte sich sachte wieder auf, bevor er prüfte, wem die Stimme gehörte. Und tatsächlich, Côr höchstpersönlich stand dort in all seiner Arroganz und meinte wirklich, dass sie sich seinem Willen unterwerfen würden. Nur knapp verkniff sich der Magier des Hohenturms ein lautes Auflachen angesichts der doch etwas grotesken Situation, in der sie sich befanden. Aber der dunkle Sänger hatte mal wieder einen gravierenden Fehler begangen. So lächelte der ehemalige Statthalter von Nighton dem Erzfeind dann doch ins Gesicht, bevor er einige Worte verlor.


Na wenn das nicht unser alter Freund Côr ist. Schade, dass du nicht aus deinen Fehlern zu lernen scheinst, aber nun gut. Meinst du wirklich, dass die anderen Sänger nicht mitspielen möchten, wenn ihr dunkler Bruder persönlich eingreift?

Sicher, es war riskant, den Sänger so direkt anzugehen, aber in der Vergangenheit hatten die anderen Sänger zumindest indirekt eingegriffen, um Côr Einhalt zu gebieten. So vertraute der sogenannte Schützling Kementaris darauf, dass dem auch diesmal so war.

Die Kraft Kementaris befreit uns von deinen Wunden.

Eine kurze Konzentration später durften sich neben ihm noch Asarra, Darius und Runshak über ein Verschließen ihrer Wunden freuen. Tarlyn war wohl eine Spur weiter weg und der Zauber hatte nun einmal gewisse Grenzen. Natürlich wusste er, dass es seine eigene Kraft war, die sie heilte, aber wenn man es im Namen der Sänger tat, machte das bestimmt ein bisschen mehr Eindruck. Doch dann brauchte er einen seiner großen Manatränke, um weiterzumachen. Asarra stürmte auch gleich auf Côr los, als ob Paladin selbst ihr Mut verlieh, auch wenn sie nicht dessen Orden angehörte. Der Magier machte derweil weiter mit seiner eigenen Machtdemonstration.

Das Licht Paladins vertrebt deine Finsternis.

Einen Augenblick später bildete sich ein Ring reinen Lichtes um die Statue, welche wohl diese Lycantrophe darstellte, die wiedererweckt werden sollte. Kurz schnaufte Christiian durch, um sich auf einen Zauber konzentrieren zu können, der ihm dann doch nicht so geläufig war, aber nun sehr gut passte, zumindest für das Zertrümmern einer Statue - oder zumindest um ihren Stand zu lockern.

Die Macht Vardas scheint unergründlich.

Eine kurze und stille Bitte zu Kementari folgte, denn die Erde war wohl auch eher ihr Gebiet, aber das musste er ja nicht gleich hinausposaunen. Eine Berührung des Bodens mit seinem Stab später vibrierte die Erde um die Statue herum dann doch leicht, ehe sich Darius auf diese warf.

Oh, Draak möchte wohl auch mitspielen, wie es scheint.

Sogleich wandte er sich wieder zu dem finsteren Sänger um, denn Asarra befand sich in höchster Gefahr, weswegen er sich darauf vorbereitete, einen seiner Heilzauber direkt auf sie zu wirken, sollte es erforderlich sein, denn irgendwie bezweifelte er dann doch, dass Côr sich von seinem Schauspiel wirklich beeindrucken ließ. Immerhin war es eher dafür gedacht, seinen eigenen Gefährten Mut zu geben für die direkte Konfrontation mit dem dunklen Sänger. Was Runshak da jedoch tat, entzog sich seiner Kenntnis...vielleicht war das so ein orkischer Brauch, bevor man einen übermächtigen Gegner angriff.


-13 MP für Heilung von Asarra, Darius, Runshak und Christian -> 19/61 MP, 57/57 LP
-1 großer Manatrank -> 61/61 MP
-24 MP für SLB mit 120 WP um Statue herum -> 37/61 MP
-24 MP für Erdbeben mit 120 WP auf Boden unter der Statue -> 13/61 MP
Autor: Runshak Datum/Zeit: Dienstag 18 April 2017, 20:26
Runde 18


Den Kampf konnte man nicht wirklich als solchen bezeichnen. Nach wenigen Augenblicken lag auch schon der letzte Lykaner reglos im eigenen Blut. Nun konnte die Gruppe ohne weiteren Widerstand in die Höhle vordringen.

Die Höhle selbst war zu Runshaks Verwunderung recht simpel angelegt. Kein Vergleich zum Untergrund von Nuru oder den Gräberhöhen. Auch schien das Licht dort unten ihnen den Weg zu zeigen. Entsprechend gestaltete sich die Suche nach der Kammer mit dem Herzen recht ereignislos. Nur war da dieses Heulen, das einem einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Andererseits war sich der Ork nicht sicher, ob er Stille im Zwielicht dieses Tunnels nicht als unangenehmer empfinden würde. Das Laute Heulen lenkte ihn wenigstens etwas von der seltsamen Anwesenheit ab, die er spürte.

Schließlich erreichte die Gruppe eine größere Grotte. Darin befand sich das überlebensgroße Bildnis eines Lykaners. Die Statue stand aufgerichtet, als würde ihr von oben herab etwas gereicht werden. Darüber schwebte ein Gegenstand. Wie Darius feststellte, handelte es sich dabei um das Herz. Der Drache schlug vor, eine Räuberleiter auf der Statue zu bilden, um das Artefakt zu erreichen. So konnten wenigstens alle Beteiligten die Luft anhalten, während sie sich das Herz holten. „Gut, so machen wir es.“ antwortete Runshak „Für den Notfall hab ich auch noch reichlich Gegengift dabei.“


Runde 19


Darius und Runshak hatten die Statue erklommen und nun balancierte der Ork auf dem Kopf des auf den Hinterbeinen stehenden Drachen. Es wirkte fast wie eine groteske Version eines gewissen Märchens über Stadtmusikanten. Allerdings hatte die Grünhaut gerade andere Sorgen. Vielleicht war es der Schweiß, der ihm in die Augen lief. Vielleicht waren es auch zu wenig Atemzüge und zu viel an giftigen Dämpfen um ihn herum. Ganz gleich, wie sehr er sich auch streckte, so gelang es Runshak nicht, das Organ zu fassen zu kriegen. Allmählich wurde dem Krieger schwindelig.

Plötzlich hörte der Ork wie aus der ferne. Eine Stimme, die ihm nur allzu bekannt vor kam. Als nächstes flogen Darius und er durch die Luft und gegen die Höhlenwand, wo sie durch all das fremde Blut auf ihren Körpern zwei große Flecken hinterließen.

Runshak: - 15 HP

„Nicht möglich, was...“
  Der orkische Krieger konnte zunächst keinen klaren Gedanken fassen, so überwältigt war er davon, Baal gegenüberzustehen. Nicht mal der Schmerz vom Aufprall drang richtig zu ihm durch. Er raffte sich so gut es ging auf, trat vor den dunklen und kniete nieder. „Es ist lange her, Gebieter. Was verschafft uns diese unerwartete Ehre?“

Was als nächstes geschah, konnte der Ork nicht begreifen. Zuerst spürte er, dass irgendein Zauber auf ihn gewirkt wurde.

+ 15 HP durch Christians Heilzauber

Dann bebte die Erde, Darius griff die Statue und Asarra Baal selbst an. Selten zuvor war Runshak so ratlos, was er denn jetzt tun sollte.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Donnerstag 20 April 2017, 10:21
Runde 20


Phelan fand ein dichtes Gebüsch, unter dem er sich verstecken konnte und dennoch zumindest eine Seite der Wagensiedlung im Auge hatte. Das Sterben der Rudelmitglieder hatte aufgehört und hinterließ bei den Lykanern eine dumpfe innere Leere, an die sie im Moment besser nicht rührten. Es gab zwar in sowohl in Phelans als auch in Serafinas Rudel noch einzelne Überlebende, doch diese waren ebenso verletzt und schockiert wie die beiden und hatten sich so weit zurückgezogen, dass es unmöglich war zu sagen um wen es sich dabei handelte. Das einzige, was zumindest Serafina wusste, war das Endris noch lebte. Sein Schmerz beherrschte den zerfetzten Rest des Bandes, das die übriggebliebenen Rudelmitglieder noch vereinte.

Dennoch war die junge Lykana pflichtbewusst genug, um Gilsana nach der Geschichte zu fragen, die der Ursprung der Knochendolche der Eohfîr war.

Wir haben nicht viel Zeit Kind, denn diese Verbindung kostet mich Kraft und ich bin erschöpft. Also werde ich mich kurz fassen. Es ist ewige Zeiten her, als die Eohfîr ihre Kreise noch nicht in Aramon zogen. Das Land, in dem sie mit ihren Pferden lebten, war schön und fruchtbar, überall gab es Obstbäume für die Menschen und grünes saftiges Gras für die Tiere. Die Jäger fanden reichlich Wild und Fische, und die Eohfîr lebten in glücklichem Wohlstand. Sie zogen nicht umher, so wie wir es heute tun, sondern blieben immer an einem Ort, ebenso wie ihre geliebten Pferde. Doch das faule Dasein brachte Unglück über sie, denn die Götter sind denen nicht gewogen, die nur in den Tag hinein leben. Also entschieden sie, das Dolo, die Göttin der Schmerzen, die Eohfîr strafen sollte. Sie verwandelte viele Eohfîr in Wölfe, die ihre eigenen Pferde rissen, was die Eohfîr tief traf, denn unsere Pferde sind unser Leben und unser Stolz. Wenn die Sonne morgens aufging wurden sie wieder zu Menschen und begriffen, was sie angerichtet hatten. Verzweifelt verließen sie unser Volk, um die anderen zu schützen, doch des Nachts kamen sie zurück und wüteten wie von Sinnen. So wurde beschlossen, jeden Tag mit den Pferden ein gutes Stück zu wandern, damit die Wölfe sie in der Nacht nicht finden konnten. Doch das gefiel Dolo nicht, denn so konnte ihre Strafe nicht weiter vollzogen werden. Und so machte sie das Land unfruchtbar und die Erde wurde schwarz und brach auf und blutete, und ihr Blut bildete glühend heiße Seen, aus denen kein Pferd trinken kann. So zogen die Eohfîr weiter fort und verließen das Land und ihre Brüder und Schwestern, die zu Wölfen geworden waren. Die Wölfe aber wurden zornig auf Dolo, sie fanden die zweite Strafe zu hart. Ihr Anführer, Akehto, machte sich einen Dolch aus dem Knochen eines riesigen Draco, und als die Gelegenheit kam griffen sie Dolo gemeinsam an. Man sagt Dolo tötete sie alle, bis auf den einen, der den Dolch trug, und dieser rammte ihr den Dolch bis in das Herz. Und ihr böser Zauber verschwand und er wurde wieder der Mensch, der er vorher war. Nur das Land, das war auf immer zerstört und verloren. Deshalb verbrennen wir unsere Toten mit einem Knochendolch, damit sie sich im Totenreich gegen Dolo zur Wehr setzen können. Und bis heute ist es so, das mein Volk immer weiter ziehen muss, denn unsere Heimat haben wir für alle Zeiten verloren.

Mit einem leisen Stöhnen ließ Gilsana Serafina los. Die alte Frau schwankte und schien sehr erschöpft zu sein. Ihr Sohn griff nach ihrem Arm, stützte sie, und redete leise auf sie ein. Vier andere Männer hatten inzwischen den aufgebahrten Toten hochgehoben und trugen ihn zu den andern auf den Hügel. Gilsana lud Serafina mit einer Handbewegung dazu ein ihr zu folgen. Die Sippe ging bis auf wenige Wachen gemeinsam den Hügel hinauf um die Toten zu verbrennen und zu trauern. Als sie die fehlenden Dolche bemerkten gab es einige Aufregung, und Serafina wurden misstrauische Blicke zugeworfen. Doch die Greisin und ihr Sohn schienen die junge Lykana in Schutz zu nehmen, immerhin hatte sie die letzten Stunden mit ihnen  gemeinsam verbracht. Letztendlich wurde ein braunhaariger Bursche losgeschickt und tauchte kurze Zeit später mit neuen Dolchen auf, die als Beigaben mit verbrannten, als die Fackeln sich zu den aufgeschichteten Ästen senkten und die Flammen in der Nacht hoch aufloderten.

~ ~ ~


Phelan hatte beobachtet, wie die Bewohner der Wagensiedlung zu dem Hügel hinauf gingen. Jetzt lagen die Wagen beinahe ungeschützt vor ihm. Er fühlte sich inzwischen deutlich besser, zumindest was seine Wunden anging, und als sich einige Meter von ihm entfernt etwas regte und raschelte, rührte sich instinktiv sein Jagdtrieb. Sein Magen knurrte vernehmlich, was den Nager dazu brachte den Kopf hoch zu heben und aufmerksam zu lauschen. Und noch etwas stieg ihm in die Nase: Der Geruch eines Lykantrophen, der eindeutig nicht Serafina zuzuordnen war.

~ ~ ~


Die Geschehnisse in der Grotte ließen sich später nur noch ungefähr in eine Reihenfolge bringen, denn viele von ihnen passierten beinahe gleichzeitig. Mühsam rappelten sich die Gefährten von dem Aufprall auf die Felswände wieder auf, sie hatten alle heftige Prellungen davon getragen. Während Runshak direkt auf Côr zuging, um vor ihm nieder zu knien, kämpfte Irator einen harten Kampf gegen sich selbst und dem Wunsch dem dunklen Gott zu dienen um mehr Macht zu erlangen. Das überirdisch schöne Gesicht des Gottes zeigte ein selbstzufriedenes Lächeln, als er auf den Ork zu seinen Füßen hinab blickte.

Wenigstens einer begegnet mir mit der gebotenen Hochachtung. Ich bin hier um meine geliebte Tochter willkommen zu heißen.

Christian hingegen begegnete Côr mit weitaus weniger Unterwürfigkeit. Im Gegenteil, er forderte ihn mit seinen Worten sogar noch eher heraus, indem er die anderen Sänger ins Spiel brachte. Verächtlich verzog sich der schön geformte Mund als der Hohentürmler die Wunden seiner Kameraden heilte.

Das wird ein lustiges Spiel. Ich verletze sie und Du flickst sie mühsam wieder zusammen. Wie lange hälst Du das durch, Menschlein? Wie lange werde ich Spaß daran haben, ihnen Schmerzen zufügen zu können?

Sein grausames Lachen erklang in der Grotte, doch Christian ließ sich davon nicht beirren. Er rief weiter die Götter an, um den anderen Mut zu machen, und einen Wimpernschlag später erstrahlte ein Ring aus gleißend hellem Licht um die Wolfsstatue. Côrs Antwort bestand nur aus einem einzigen Wort, das trotzdem eine Gänsehaut über den Rücken jagen konnte.

Bûrzum!*

Dunkle Schatten krochen von den Wänden auf die Statue zu, die alles Licht in der Umgebung zu verschlingen schienen. Noch leuchtete Christians Sonnenring, doch er wurde zusehends blasser und das Gesicht des Dunklen nahm einen lauernden Ausdruck an. Fast erinnerte er an ein wildes Raubtier, das seiner Beute auflauerte, er taxierte den Heiler wie eine Katze, die noch ein wenig mit der Maus spielen möchte, bevor sie sie frisst. Doch in diesem Moment kam eine Ablenkung von ganz anderer Seite. Asarra mischte sich ein, grinste Côr frech ins Gesicht und griff ihn mit ihrer Peitsche an. Nahezu ungläubig über diese Dreistigkeit wandte sich der Dunkle der Amazone zu.

Du wagst es mich zu verspotten?

Er fing mit der Rechten den Riemen der Waffe auf und zog ruckartig daran, so dass Asarra in seine Reichweite kam. Seine Linke holte aus und fuhr auf die Kämpferin nieder, doch in letzter Sekunde zuckte sie zur Seite und streifte sie zum Glück nur. Den Grund dafür erblickte die Amazone einen Augenblick später: ein Wurfstern steckte tief in seiner Hand. Tarlyn, der Blut aus einer Platzwunde am Kopf über die linke Wange lief, war der Soldatin zu Hilfe geeilt. Jetzt nickte sie Asarra zu und zog einen weiteren Stern aus ihrem Gürtel, während Côr eher aus Wut aufbrüllte.

Lästige Insekten!

Viel mehr mochten die zwei Frauen für ihn wirklich nicht sein, aber sie waren Ablenkung genug um den anderen etwas Zeit zu verschaffen. Christian wirkte einen Erdbebenzauber und der Höhlenboden begann unter ihren Füßen zu zittern. Darius hatte sich endlich wieder unter Kontrolle und rappelte sich auf, um sich Côrs Macht zu widersetzen. Der Eisdrache nutzte die Gunst der Stunde, brüllte, das es in den Ohren weh tat, und warf sich auf den steinernen Wolf. Und der Plan ging auf. Ein Knirschen verriet es Darius bereits bevor es tatsächlich geschah: das riesige Steinmonument wankte und stürzte mit einem donnernden Knall zu Boden. Das Blut tropfte nun auf den Drachen herab, und seine silbrigen Schuppen verfärbten sich rot. Langsam bildete sich ein silbrig grüner Schwaden, der in dünnen Fäden von seinem Rücken aus aufstieg und sich mit der grünen Wolke über ihm vereinigte.

Côr fuhr herum, das seine lange Robe ihm schwungvoll um die Beine wehte. Mit einem Blick erfasste er die Situation und brüllte erneut zornig auf.

Das werdet ihr mir büßen.

zischte er, bevor er auf den Boden stampfte und Christians Zauber damit noch verstärkte. Einzelne Gesteinsbrocken fielen bereits von der Höhlendecke herab und es war nur eine Frage der Zeit, bis das Gebilde ganz in sich zusammen stürzte.


*Dunkelheit!
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 20 April 2017, 12:53
Ihre Muskeln zitterten, der Magen war ein Klumpen Schmerz. Das hatte nichts mit Gilsana zu tun, sondern mit dem Sterben des Rudels. Inzwischen hatte das grausame Zerren aufgehört, doch der Krampf wollte nicht von Serafina weichen. Mit rasendem Herzen verfolgte sie die Geschichte, bloß um festzustellen, dass die Zeit vergeudet war. Was sie hörte war dieselbe Geschichte mit neuen Namen. Pandea war Dolo, Akelah hieß Akehto. Und das ehemalige Land der Steppenkrieger, das musste wohl Taros sein. Einzig die Entstehung der Werwölfe, dass sie aus den Eohfîr hervorgegangen waren, hörte Serafina das erste Mal. Doch es brachte sie nicht weiter. Wenn die Soldaten Nurus es nicht schafften, das Herz unter dem Wolfsfelsen zu finden und zu vernichten, würde es keine Möglichkeit geben Pandea nach ihrer Erweckung zu töten.

Gern hätte Serafina der Greisin erzählt, dass Dolo ident war mit Pandea, doch die alte Frau war erschöpft. Und was half es, wenn die Eohfîr die Wahrheit kannten. Sie konnten nicht helfen. Alles war umsonst gewesen. Frustriert und mit wackeligen Knien folgte die junge Lykana dem Leichenzug. Dies war einzig der Höflichkeit geschuldet. In ihren Herzen aber trauerte Serafina um andere. Als die Flammen hoch in den Nachthimmel schlugen und niemand mehr auf sie achtete, wandte die Lykantrophin sich ab und machte sich auf die Suche nach Phelan.

Sie witterte den Gildenmeister, und noch jemand anderen. Der Geruch war weniger intensiv, doch auf seltsame Weise vertraut. Ein Lykantroph, das war sicher. Geduckt huschte sie durchs Gras, um zu Griesgram aufzuschließen. Der Alpha war allein, doch schien er den Artgenossen ebenfalls bemerkt zu haben.

"Meister Phelan", brummte Serafina so leise wie möglich. "Habt Ihr das Sterben auch gespürt? Was ist auf dem Wolfsfelsen geschehen? Die Eohfîr wissen nichts, was uns hilft. Ihre Knochendolche sind Nachbildungen. Was wir brauchen ist ein Dolch aus Drachenkno... bei Latala, Drachenknochen! Es handelt sich um keinen bestimmten Dolch, sondern es braucht nur das richtige Material zu sein."

Ein Rascheln erinnerte Serafina an den anderen Lykaner. "Ich nehme einen vertrauten Geruch wahr. Wer ist mit uns hier draußen geblieben? Gehört er zu Eurem Rudel? Wir sollten nachsehen, vielleicht braucht er Hilfe."

Während sie auf Phelans Reaktion wartete, beschloss die Dragoleutnant, ihrem Hauptmann gedanklich von ihrem neuen Wissen bezüglich des Knochendolchs zu berichten. Vielleicht wusste der Eisdrache, was zu tun war. Möglicherweise wusste Darius, wo Drachenknochen zu finden waren. Ob es so etwas wie Drachenfriedhöfe gab?

Autor: Phelan Datum/Zeit: Sonntag 23 April 2017, 14:40
Phelan kam nicht sehr weit mit seiner Planung, denn die jüngsten Ereignisse hatten tiefe Wunden hinterlassen. Wunden die er nicht lecken oder mit einem Heiltrank behandeln konnte. Eine dumpf pochende Leere in seinem Inneren, die ihn vollkommen zu verschlingen drohte. Zu einem energielosen Häufchen Elend zusammengerollt lag er zwischen den dichten Büschen herum und beobachtete mit müden halb geschlossenen Augen den Rand der Wagensiedlung.

Eine Weile lang überlegte er, ob das Gift nicht eher Erlösung gewesen wäre, wenn es ihn von dieser dunklen Stunde bewahrt hätte, dann schob er den Gedanken mit einer Willensanstrengung, die ihm gewaltig vorkam, beiseite. Er hatte Myriel versprochen auf sich aufzupassen und das bedeutete, dass er sich nicht selbst aufgeben durfte. Mit zusammengebissenen Zähnen versuchte er den wenigen verbliebenen Überlebenden seines Rudels, deren Schmerz er schwach am Rande seines Bewusstseins spürte, etwas Kraft zu senden, obwohl er seine Stellung als Leitwolf verloren hatte.

Als er ein leises Rascheln vernahm, spürte der Lykantroph deutlich wie hungrig er war. Ein sicheres Zeichen, dass es ihm zumindest körperlich besser ging. Dennoch kämpfte er den Impuls, dem durch sein Magenknurren aufgescheuchten Nager nachzujagen, nieder. Er befand sich zu nahe an dem Dorf der Reiter, um es sich leisten zu können so unvorsichtig zu sein.

Und neben der Gefahr durch die Einheimischen lag noch etwas in der Luft. Ein Geruch, von dem er sich noch nicht sicher war ob er ihn kannte oder nicht, als Serafina sich neben ihn schob. Ein kurzes leises Winseln in dem unfassbares Leid mitschwang, war seine Antwort auf ihre erste Frage. Als sie ihm eröffnete, dass die Dolche nichts weiter als wertlose Replikate waren, verzogen sich seine Lefzen zu einem sardonischen Grinsen. Bitterer Spott, der wohl hauptsächlich seiner eigenen Dummheit galt, wie sich zeigte als er die gestohlenen Knochenmesser unter seinem Mantel aufblitzen ließ.

Doch was die Lykana dann anmerkte, ließ ihn hellhörig werden. Am Material sollte es nicht scheitern. Es würde vielleicht seine Zeit dauern, bis alle Vorbereitungen getroffen waren, doch er erinnerte sich deutlich daran, wie Myriel einst ein komplettes Drachenskelett vor seinen Augen beschworen hatte.

„Nicht mein Rudel, aber wir sollten wirklich nachsehen, wer sich hier herumtreibt“, hauchte er als Antwort auf die Fragen zu dem Geruch, der auch ihn selbst schon beunruhigt hatte. „Man kann in dunklen Stunden nicht genug Freunde haben und jeder weitere Feind wäre einer zu viel… Was die Dolche betrifft weiß ich vielleicht wo Hilfe zu finden ist.“ Für die letzten Worte hatte er seine Stimme noch weiter gesenkt. Schließlich hatte Serafina gute Ohren und der Wolf, der vielleicht nicht alles mitanhören sollte, gewiss ebenfalls.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren pirschte Phelan auf leisen Pfoten auf den unbekannten Lykantrophen zu. Dabei peilte er nicht genau den Punkt an, an dem dieser sich seinem Geruch nach vermutlich befand, sondern hielt sich etwas links davon. Serafina war inzwischen wohl erfahren genug um zu erkennen was er vorhatte und sich entsprechend zu verhalten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sonntag 23 April 2017, 22:09
Nicht sein Rudel. Was konnte das bedeuten? Welcher Lykaner trieb sich hier draußen herum, wenn nicht einer von denen, die beim Angriff dabei gewesen waren? Eine Hoffnung keimte in Serafina auf. Vielleicht war es einer der Welpen, der ihnen unerlaubterweise gefolgt war. Oder alle drei. Aber dann hätte sie den Geruch erkennen müssen.

Sie hoffte inständig, dass Phelan tatsächlich jemanden kannte, der sich mit Drachenknochen auskannte. Nun aber galt es ein anderes Problem zu lösen. Dass der Alpha sich links herum ins hohe Gras schlug, bedeutete für Serafina, dass sie sich rechts hielt. Zu zweit jemanden einzukreisen war in der Regel eine wenig erfolgreiche Vorgehensweise. In ihrer Funktion als Lanzenführerin der Nachtjäger hätte sie den Köder gespielt und den direkten Weg eingeschlagen, um die Aufmerksamkeit des unbekannten Lykaner auf sich zu lenken. Doch sie wollte Phelan nicht vorgreifen. Hier war er der Alpha. Wenn er sie nach ihrer Meinung gefragt hätte, wäre das anders gewesen.
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 24 April 2017, 14:00
Er kollidierte schmerzhaft mit der Statue, da er sein ganzes Gewicht gegen den Stein geworfen hatte. Zu seiner Überraschung kam nicht die verärgerte Faust eines Gottes dazwischen, noch hielt ihn ein Zauber auf. Die Statue kam durch ihn ins Schwanken, brach von ihrem Sockel und zerbrach auf dem Boden. Christians Worte drangen am Rande an sein Bewusstsein, genauso wie Côrs erschütternder Zorn. So nahe an dem Dunklen konnte er kaum klar denken, geschweige denn überlegt handeln. Dafür spürte er umso intensiver, was geschah, als das dunkle Opferblut von dem Herzen Pandeas nun auf ihn hinab floss und die Schuppen auf seinen Rücken blutrot färbten. Das Blut, von seinem Rücken zu seiner Schnauze und dem was er davon in sein Maul bekommen hatte, brannte fürchterlich und er brüllte schmerzerfüllt auf, da es sich anfühlte als stände er in Flammen.

Schmerzerfüllt wand er sich auf dem Boden und verteilte doch nur mehr Blut auf seinen Schuppen, die sich schon ganz dunkel färbten. Instinktiv wandte er sich zu der Quelle seiner Pein, auch wenn sein Kopf dadurch einen frischen Schwall von Blut abbekam. Es musste verschwinden. Das Herz musste verschwinden. Der Schmerz und Hass fraßen sich in sein Herz und mit einem weiteren Brüllen stieß er sich vom Boden ab und schlug mit seinen Schwingen. Es war ihm egal, ob die Höhle dafür zu wenig Raum bot. Er wollte, nein brauchte dem Auftrieb um höher zu kommen. Gepeinigt schnappte er nach dem Herzen und schlug seine Zähne hinein, begierig es zu zerreißen.

Was immer auch Serafina in diesem Moment auf ihre Nachricht erwartete, so empfing sie nur ein Schwall an chaotischen Gedanken, bevor der Kontakt abbrach.

-8 LP (32/40)
Autor: Asarra Datum/Zeit: Montag 24 April 2017, 17:06
Es war unendlich töricht und doch hätte sie sich immer wieder dafür entschieden. Wer griff schon mit einfachen Waffen - mochten sie noch so exotisch aussehen - einen Gott an? Noch dazu denjenigen, der nebst den Dunkelelfen und Werwölfen auch noch die Schwarzdrachen erschaffen hatte? Offensichtlich eine geistig nicht ganz gesunde Amazone.

Asarra war Kriegerin, aus ganzem Herzen. Als solche wusste sie, dass sie gegen diesen Gegner niemals bestehen könnte. Sie mochte selbst nicht zu den Sängern beten, dennoch wusste sie, dass sie existierten. Zu ihrem Bedauern spürte sie in diesem Moment auch ganz deutlich, wie real der dunkle Sänger vor ihr war.

Ihre mit Haifischzähnen bestückte Peitsche wurde mit grobem Griff gepackt. Noch ehe sie ihre Finger vom Griff lösen konnte, hatte sie der Dunkle bereits zu sich herangezogen. Sogar die magieunbegabte Schwarzhaarige konnte die Dunkelheit seiner Aura in dieser Nähe kaum aushalten. Er holte aus, und die Amazone erwartete schon, wie eine Kerze ausgepustet zu werden. Doch der erwartete Schlag blieb aus, stattdessen streifte sie die Hand Cors nur.

Dieser Streifschlag allein reichte jedoch schon, ihr kurzzeitig schwarz vor Augen werden zu lassen. Asarras Kopf wurde herumgerissen, so dass sie ihre Wirbelsäule knirschen hören konnte. Das war aber nicht das einzige Knirschen...

Der Eisdrache hatte die Statue erfolgreich umgeworfen, und der Magier liess die Erde beben. Allerdings schien auch der dunkle Sänger seinen Nutzen daraus ziehen zu wollen. Jedenfalls stampfte dieser wütend auf, und kurz darauf begannen grosse Steinbrocken aus der Decke zu brechen.

"Verdammter Dreckssänger." murrte die Kriegerin, als sie sich mühsam erhob. Sie warf Tarlyn einen dankbaren Blick zu. "Habt Dank, und jetzt raus hier." Viel konnten sie in der Höhle nicht mehr erreichen. Und nachdem sie einen Angriff auf Cor überlebt hatte, mochte sie nicht wirklich von einem Stück Stein erschlagen werden.

Asarra stützte sich an die Höhlenwand, bis der Schwindel verflog. "Christian, Runshak. Wir sollten raus hier" rief sie ihren Gefährten zu, während der Eisdrache augenscheinlich dazu übergegangen war, das Herz fressen zu wollen. Na, wohl bekommts.
Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 24 April 2017, 21:43
Wie erhofft stürzte die Lycantrophen-Statue um und zerbarst auf dem Boden. Doch nur kurz währte die Freude darüber, denn Côr war verständlicherweise nicht erfreut darüber und stampfte deshalb auf den Boden auf, was das Beben verstärkte und Steinbrocken von der Decke stürzen ließ. Asarra rief zum Rückzug auf, was sich auch der Hohentürmler nicht zweimal sagen ließ. Allerdings stürzte sich Darius trotz der Enge mit den Flügeln schlagend auf das Herz der Pandea, wovon Christian soweit abgelenkt wurde, dass er einem Stein nich mehr ausweichen konnte. Nur gut, dass er seinen verstärkten Magierhut trug, weswegen die Beule nicht groß werden würde. Aber ein bisschen benommen wirkte er dann doch, als er Richtung Ausgang eilte.

Darius, komm schon...

Doch irgendwie bezweifelte der Retter des Drachenauges, dass der Eisdrache auf ihn hören würde. Hoffentlich schaffte der junge Drache es dennoch, rechtzeitig hinaus zu gelangen, bevor die ganze Höhle einstürzte...

-4 LP durch Stein von Decke -> 53/57 LP
Autor: Myriel Datum/Zeit: Dienstag 25 April 2017, 23:24
Runde 21


Serafina und Phelan schlichen sich an den noch unbekannten Lykantrophen heran. Sie mochten dabei so leise sein wie sie konnten, und kein Ästchen knackte unter ihren Pfoten, aber ein Lykaner war ein Lykaner, und die Fremde hatte die beiden ebenso gerochen wie ihr Geruch Phelan und Serafina nicht entgangen war. Trotzdem schien sie nicht auf einen Angriff bedacht zu sein, denn als sie den grauen Körper zwischen den Blättern hindurch erspähen konnten, sahen sie das er sich dicht an den Boden presste. Auf den zweiten Blick erkannte Serafina auch um wen es sich handelte, und warum ihr der Geruch so bekannt vorgekommen war: Es war die alte Lykanerin, die auf dem Wolfsfelsen die Geschichte über Pandea zum Besten gegeben hatte. Nun lag sie winselnd auf dem Boden und drückte den Kopf unterwürfig auf die Erde. Sie gab ein Bild des Jammers ab, was bei den Ereignissen wohl auch kein Wunder war.

Als Serafina und Phelan sich zu erkennen gaben, schien sich eine gewisse Erleichterung bei der Alten breit zu machen, trotzdem schien ihr Verstand deutlich gelitten zu haben. Nur mit sehr viel Mühe fanden Phelan und Serafina heraus, dass sie und einige andere heilkundige alte Wölfinnen nach der Rückkehr der ersten Verletzten ausgeschickt worden waren um Kräuter für die Wunden der Verletzten zu suchen. Sie hatte sich angeboten nach Sumpf-Blutauge zu suchen und war deshalb weiter vom Felsen entfernt gewesen als das Massaker passierte. Seither irrte sie wohl ziemlich kopflos durch die Gegend und brabbelte immer wieder etwas davon, dass sie ihre Aufgabe nicht gut erfüllt hatten und Côr sie dafür bestrafte.

Keine Vergebung, keine Vergebung für uns. Getötet, er hat sie alle getötet...

Das Leid und das Winseln der Wölfin ließen sich wohl nur zu gut nachvollziehen.

Aber es kann ihn niemand gefunden haben, den Dolch, nein, nein. Tief unten, im brennenden See der Tränen liegt er, nahe der Dämonenpforte. Kein lebendes Wesen kann ihn dort erreichen, das Feuer des Sees würde es verbrennen und die Dämonen würden es verschlingen. Warum, warum nur hat er es getan? Weißt Du es? Oder Du?

Gequält blickten die alten Augen von Serafina zu Phelan.

Ihr kennt die Sage des Knochendolches, ja? Aus magischem Knochen geschmiedet, in brennendem Wasser gehärtet, durch heiliges Blut geläutert, von einem ganzen Volk gesegnet wird der Dolch Euch die Erlösung bringen.

Sie lachte auf, und selbst für heilerische Laien war zu erkennen, das die Lykanerin dabei war, den Verstand zu verlieren.

Keine Erlösung für uns, damals nicht und heute nicht. Ein verfluchtes Volk sind wir, schaut, selbst die Kaninchen laufen vor uns davon. Nein, Erlösung werden wir wohl nur im Tod finden.

Sie kicherte erneut auf, dann brach etwas in ihrem Blick und man konnte sehen, das es um ihren Geisteszustand geschehen war.

~ ~ ~


Noch jemand anderes kämpfte verzweifelt um seine geistige Gesundheit. Darius wand sich wie ein Aal unter dem Blutstrahl, der seine Schuppen traf. Es brannte wie Feuer, es wütete durch seine Adern bis er nur noch einen Gedanken hatte: Das Herz musste vernichtet werden. Verzweifelt sprang er in die Luft, breitete die Schwingen aus und schlug damit um an Höhe zu gewinnen. Die empfindlichen Membranen schrappten über Felskanten, doch das schien den Eisdrachen nicht zu interessieren und er kämpfte sich mühsam weiter in die Höhe bis er das Herz durch einen roten Schleier von Blut vor sich sehen konnte. Er schnappte danach und bekam es tatsächlich zwischen seinen Zähnen zu fassen. Es war größer, als er es erwartet hatte, und es pulsierte warm in seinem Maul. Das Blut rann wie Säure über seine Zunge, doch Darius versuchte dennoch zuzubeißen und es zwischen seinen Zähnen zu zermalmen. Doch dazu sollte er nicht kommen, denn er spürte plötzlich eine stählerne Hand, die nach seinem Kiefer griff und ihn unnachgiebig auseinander drückte. Côrs Gestalt war zu einer Riesengestalt gewachsen, die kaum noch Platz in der Grotte fand, und packte nun mit der zweiten Hand den Hals des Eisdrachen. 

Spuck es aus!

Keine Bitte, kein Flehen, nur ein klarer grimmiger Befehl. Und so sehr Darius auch versuchen mochte sich dagegen zu wehren, mit den Flügeln schlug oder mit den Klauen um sich kratzte, er hatte keine Chance aus dem Griff des Dunklen zu entkommen. Vielleicht wäre es anders ausgegangen, wenn die Aufmerksamkeit des Gottes abgelenkt worden wäre, und er hätte es geschafft das Herz zu verschlingen, aber vielleicht wäre das auch das Ende des Eisdrachen gewesen, weil es ihm die Eingeweide zerfressen hätte.

Doch seine Kameraden hatten sich dazu entschlossen ihren Verstand zu benutzen und versuchten aus der Höhle zu fliehen. Tarlyn folgte Asarra, Christian und Runshak auf dem Fuße, nachdem sie einen letzten Blick zurück auf Darius geworfen hatte. „Ein wahrer Todgeweihte“ schoss es ihr durch den Kopf, als sie einem fallenden Steinbrocken auswich und hinter den anderen her hetzte. Sie hatten vielleicht fünfzehn oder zwanzig Schritte in dem Gang getan, der nach draußen führte, als das passierte, was Asarra befürchtet hatte: der Gang vor ihnen stürzte ein. Sie saßen in der Falle, gefangen mit einem rachsüchtigen Gott, der es genießen würde sie einen nach dem anderen zu Tode zu quälen.

Und dann stand eine Frau mit langen rötlichen Haaren vor ihnen, an der Stelle, an der der Gang in die Höhle mündete. Ihre Haut schimmerte trotz des seltsamen Lichtes der Grotte golden, und mit ihrem Anblick verschwand die Furcht aus den Herzen der Abenteurer. Kementari lächelte Christian zu, der ein Stoßgebet zu ihr geschickt hatte, dann drehte sie sich zu Côr um, der noch immer Darius Hals umschlungen hielt. Das Herz hatte er ihm bereits aus dem Maul gewunden, als eine Welle klaren Wassers über den Eisdrachen floss. Es spülte das Blut von seinen Schuppen, drang ebenso in sein Maul ein und hinterließ eine wunderbare, schmerzfreie Kühle. Côr ließ den Drachen los, als hätte er sich soeben die Finger an ihm verbrannt.

Schwester – welch eine Freude Dich zu sehen. Bist Du gekommen, um mir ebenfalls ein Blutopfer zu bringen?

Glaubst Du wirklich ich würde zusehen, wie sie erneut ganze Länder verwüstet nur weil es ihrer Laune entspricht?

Ich glaube Dir wird nichts anderes übrig bleiben – Tante.

Eine schmale Hand mit langen, fast krallenartigen Fingernägeln hatte sich auf Côrs Schulter gelegt. Die schlanke Frau, die neben ihm stand, war in ein prunkvolles, hochgeschlossenes Gewand gehüllt, das aus schwarzen, weißen und goldenen Stoffen gefertigt war. Der lange Zopf, der ihr bis zu den Kniekehlen reichte, war ebenso pechschwarz wie ihre Lippen, was im krassen Kontrast zu ihrer hellen Haut stand. Den Kopf zierte ein goldenes Geflecht, das kunstvoll mit ihren Haaren verbunden war. Doch das außergewöhnlichste an ihr waren wohl die gelben Augen, die man eindeutig eher einem Raubtier zuordnen würde als einer Frau.
Was meinst Du Vater – wäre das Blut meiner Tante nicht ein gelungener Willkommenstrunk?

Die schmeichelnde Stimme von Pandea, die solch grausame Worte wie eine sanfte Liebeserklärung aussprach, waren das letzte, das die Gefährten hörten, bevor ihre Umgebung plötzlich vor ihren Augen verschwamm.

~ ~ ~


Asarra, Christian, Runshak und Darius fanden sich wenige Wimpernschläge später auf einer saftigen grünen Wiese wieder. Der Wolfsfelsen lag in weiter Entfernung, wenigstens eine Stunde zu Fuß von ihrem Standpunkt aus entfernt. Kementari stand vor ihnen und in ihren Zügen lag großes Bedauern und sie seufzte leise.

Ich bin zu spät gekommen. Côr ist stark geworden, und es gibt zu viele Orte, an denen wir seinen Taten Einhalt gebieten müssen. Ihr könnt Euch nicht mehr darauf verlassen, dass wir Euch zur Hilfe eilen können. Ihr habt tapfer gekämpft, und für Euren Mut will ich Euch meinen Segen geben. Möge er Euch helfen und Euch schützen.

Sie hob die Hände und erneut bekamen die Abenteurer durch ihre Gegenwart ein angenehmes Gefühl des Wohlbefindens. Kementari lächelte ihnen noch einmal zu, dann war sie verschwunden.

~ ~ ~


Oben auf dem Wolfsfelsen standen Pandea und Côr dem kümmerlichen Rest der wilden Jagd gegenüber. Pandea streichelte Shir Khan, dem blutrünstigstem und gefährlichstem der Wölfe den Kopf, als ob er ihr persönliches Schoßhündchen wäre.

Wir haben uns viel zu lange nicht gesehen mein Lieber. Und etwas zum spielen habt ihr auch für mich vorbereitet, wie schön.

Das zuckersüße Lächeln, das sie Endris zu warf, verhieß nichts gutes. Als wäre es das leichteste von der Welt nahm Pandea die Eisenkette, mit der Endris gebunden war, und zog sie aus dem Felsboden, während Côr ein Portal neben ihnen erschuf.

Komm mein Kleiner. Du brauchst keine Angst zu haben. In kurzer Zeit wirst Du Pandea lieben – so wie es alle Lykantrophen tun. Lasst uns nach Hause gehen.

Und so schritten Gott und Halbgöttin mit den letzten Lykanern der wilden Jagd durch das Portal, das sich hinter ihnen schloss.

Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 28 April 2017, 13:37
Die Hoffnung der jungen Lykana zerstob wie Asche bei einem Windstoß. Es waren nicht die Welpen. Es war die Alte aus dem fremden Rudel. Die Augen der Grauhaarigen huschten gehetzt umher. Ihre Muskeln zitterten und sie wagte kaum den Kopf zu heben. Erst nach eindringlicher Befragung, was denn passiert sei, purzelten Worte aus ihrem Maul. Wirr, zusammenhangslos, als wäre sie der Sprache kaum mächtig. Ganz anders als noch am Nachmittag, als sie die Geschichte über Pandea erzählt hatte.

Erschüttert sah Serafina auf die alte Lykantrophin hinab. Hilflos blickte sie zu Phelan, doch es gab nichts was sie tun konnten. Der Verstand der Alten hatte unter den Geschehnissen unvorstellbar gelitten.

Traurig schüttelte Serafina den Kopf. "Ich weiß nicht, warum er es getan hat. Die zu töten, die ihn verehren, ihm dienen und vertrauen, die seine Kinder sind, nein, ich verstehe solch einen Gott nicht." Die Stimme der jungen Lykana zitterte. Aber weniger vor Angst oder Trauer, sondern vor Wut auf diesen dunklen Schlächter. Wie anders war Latala, die sanfte Göttin der Mondscheibe.

"Die Kaninchen laufen vor jedem davon", erwiderte Serafina trotzig. "Sie werden mit der Feigheit geboren. Wir sind nicht verflucht, ihr wart nur so dumm seinem Ruf zu folgen anstatt euch von ihm loszusagen."

Die Alte konnte ihre Worte ohnehin nicht mehr begreifen. Serafina hätte die Lykantrophin gern zu den Freien gebracht, bis sie wieder bei Kräften war. Doch sollte sich die Werwölfin tatsächlich erholen, würde sie zu einer uneinschätzbaren Gefahr werden. Ein Mitglied der Wilden Jagd durfte niemals von den Freien erfahren, solange es sich nicht von Côr losgesagt hatte.

Serafina straffte sich und richtete sich auf die Hinterpranken auf. Ihr Blick schweifte weit über die Grasebene hinweg. Beim Wolfsfelsen schien Ruhe eingekehrt. Ob Tarlyns Trupp das Herz vernichten konnte? Ehe sie Kontakt zu ihrem Hauptmann aufnehmen wollte, wandte sich die Lykana ihrem Gildenmeister zu. Er wusste nichts von ihrem Auftrag.

"Meister Phelan, jetzt, wo die Rudel zerrissen sind, will ich Euch ehrlich eingestehen, dass mein Herz nicht für die Wilde Jagd schlägt. Einen Gott wie Côr könnte ich niemals verehren. Latala ist es, der ich meine Sorgen anvertraue. Und jene, die sich ebenfalls losgesagt haben, sind meine Familie. Ich war hier, weil ich Endris und die Welpen... weil ihnen mein Herz gehört..."

Serafina schluckte hart. Ihre Barthaare zitterten. Tränen rollten aus ihren Augen. "... ich habe sie alle verloren. Die Rudelmagie ist tot in mir. Ich bin frei zu gehen, wohin ich gehöre. Was sollen wir mit der Alten machen? Wenn wir sie hier lassen, wird sie sterben. Wobei ich mich frage, ob es nicht das Beste für sie wäre. Ihr Verstand ist gebrochen, genau wie ihr Herz."
Autor: Phelan Datum/Zeit: Freitag 28 April 2017, 18:33
Die Wölfin, die sie vorfanden, war keine Bedrohung. Durch den Tod ihres Rudels tief getroffen war sie nur mehr ein Häufchen Elend. Ihres Rudels? Jetzt erst wurde Phelan stutzig. Denn obwohl ihn Serafina schon zuvor nach dem Sterben gefragt hatte und jetzt erneut ihre Fassungslosigkeit zum Ausdruck brachte, war ihm in seinem Schmerz nicht gleich klar gewesen, was das bedeutete. Côr hatte nicht, wie er angenommen hatte, nur sein Rudel für ihr – für Phelans – Versagen bestraft. Mindestens drei Rudel hatten ihr Blut für das Ritual vergießen müssen. Wie viel davon hatte der dunkle Gott benötigt und hätten die Menschen der umliegenden Dörfer überhaupt genug des roten Lebenssaftes liefern können?

Eine erneute Welle des Zorns schwappte in dem schwarzen Lykantrophen hoch und nur mit größter Mühe gelang es ihm sich zu beherrschen. Zugleich glomm bei der Geschichte, die sie der alten Wölfin entlockten, ein kleiner Funke Hoffnung auf. Konnte es sein, dass auch die Heilerin seines Rudels weit genug vom Massaker entfernt gewesen war? Und wenn es so war: Hatte ihr Geist den Schmerz unversehrter überstanden, als der ihres winselnden Gegenübers?

„Baal ist kein Gott der Vergebung kennt“, bemerkte Phelan dumpf. Eisiger Zorn lag in seiner Stimme und er versuchte sich die Worte der Alten ins Gedächtnis zu brennen: … im brennenden See der Tränen… nahe der Dämonenpforte… Aus magischem Knochen geschmiedet, in brennendem Wasser gehärtet, durch heiliges Blut geläutert, von einem ganzen Volk gesegnet…

Wertvolles Wissen für jemanden, der Rachegelüste gegen einen Gott hegte – keine Frage. Es wäre ein schwieriges Unterfangen, würde Geduld und lange Planung erfordern. Und selbst dann wären die Chancen äußerst gering. Doch der schwarze Lykan hatte schon einmal Ausdauer und Einfallsreichtum bewiesen, als er nach Vergeltung gedürstet hatte. Er würde gut abwägen müssen. Und womöglich war Pandea auch kein so großes Übel, wie sie befürchteten. Die Zunkunft würde es zeigen.

Serafinas Geständnis riss Phelan schließlich aus seinen düsteren Gedanken. Im Moment war seine Wut gegen die übermächtigen Feinde jedoch zu überwältigend, um welche gegen die junge Wölfin aufzubringen. Stattdessen klang er ernst, kraftlos und niedergeschlagen: „Der Wilden Jagd kann man nicht mit halbem Herzen folgen ohne daran Schaden zu nehmen. Und Dir ist hoffentlich klar, dass Dich selbst Endris, dem Dein Herz gehört, für diesen Verrat getötet hätte. Aber es steht wohl jedem zu seine eigenen Fehler zu machen. Ich konnte Dich jedenfalls nicht abhalten.“

Auch ihm fiel es beim Anblick ihrer Tränen schwer seine Trauer für sich zu behalten. „Und verwechsle die Stille der Rudelmagie nicht mit Freiheit. Die Dunkelheit lässt einen so leicht nicht los und Endis Wölfe waren nur Teil von etwas größerem. Was die Alte betrifft gebe ich Dir Recht. Der Tod mag für sie das gnädigste Schicksal sein. Aber kein langsamer Tod allein mit ihrem Kummer. Du solltest lieber schon vorangehen, ich komme gleich nach…“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 28 April 2017, 19:23
Hätte Phelan geahnt, dass Serafinas Geständnis nur ein winziger Teil der Wahrheit war, hätte er sie vermutlich in Stücke gerissen. Die Rudelmagie, Endris, die Wilde Jagd, all das war Teil des viel größeren Plans, Shir Khan aufzuhalten. Phelan ahnte nichts von Tarlyn, Runshak, Darius, Asarra und Christian, die eben jetzt versuchten Pandea zu vernichten, ehe sie wiedergeboren wurde. Serafina war mehr als nur eine Verräterin an der Rudelmagie, sie war eine Spionin in den Reihen des Feindes.

"Endris wird nie mehr erfahren, dass ich seinen Gott nicht zu verehren vermag. Endris ist tot." Davon war sie nur halb überzeugt, denn sie hatte nicht deutlich gespürt, dass sein Licht verloschen war.

"Mein einziger Fehler war blind gewesen zu sein gegenüber der unvorstellbaren Grausamkeit des dunklen Gottes. Ihr habt Recht, Ihr konntet mich nicht abhalten mich geirrt zu haben. Ihr habt mir meine falschen Entscheidungen an jenem Tag selbst überlassen, an dem wir uns das erste Mal trafen."

Es lag keine Bitternis mehr in Serafinas Worten. Sie wandte sich ab. "Tut, was nötig ist. Möge Latala die Seele der Alten ins Licht des Mondes betten."

Ohne sich noch einmal umzusehen, trabte die Lykana los. Sie wählte eine Richtung, die verhindern sollte, dass sie dem Trupp aus Nuru über den Weg liefen. Phelan durfte niemals erfahren, dass Serafina die Schwarzklaue zum Wolfsfelsen geführt hatte. In Gedanken rief sie nach Darius.

"Hauptmann! Seid Ihr noch am Leben? Ist alles gut gegangen? Côr war am Wolfsfelsen und hat die Wilde Jagd vernichtet. Zumindest die meisten von ihnen. Konntet Ihr das Herz zerstören? Ich werde Phelan von hier wegführen, abseits der Sümpfe. Er darf nie erfahren, dass Ihr hier wart. Er weiß nur, dass ich zu den Freien gehöre. Und ich bin nicht sicher, ob er mich nicht eines Tages verraten wird. Von unserem Plan aber ahnt er nichts. So soll es bleiben."
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 29 April 2017, 01:02
Auf dunklen Schwingen kreiste ein einsamer Vogel um den Wolfsfelsen. Der rot schimmernde Mond verblasste bereits am Himmel, als er auf dem noch feuchten Gestein landete und zu einer schmalen menschlichen Gestalt heranwuchs. Mit steinernem Gesichtsausdruck betrachtete Myriel die Überreste des Massakers, das hier wenige Stunden zuvor stattgefunden hatte. Nichts verriet ihre Gefühle, als sie die Hände hob und den kalten Stein mit einer wahren Feuersbrunst überzog, in die sie all ihre Kraft legte. Kein Tier sollte sich an den Überresten der blutleeren Körper gütlich tun, die hier lagen, auch wenn wohl niemand mit Gewissheit sagen konnte, um wen es sich handelte. Eine Weile loderten die Flammen hell und heiß, während der Geruch nach verkohltem Fleisch und Fell in der Luft lag. Als sie schließlich in sich zusammen fielen war die Schwarzmagierin erschöpft. Sie entkorkte eine Phiole, die sie mit langsamen Zügen leer trank. Wie waren seine Worte gewesen?

"Ihr alle werdet den Tod finden, denn ich habe eine Göttin an meiner Seite. Also überlege gut und wähle weise."

Es gab nichts mehr zu wählen, wie die toten Lykantrophen bewiesen. Mit ausdruckslosem Gesicht holte die Druidin einen Beutel hervor, der mit purpurfarbenem Pulver gefüllt war und streute eine handvoll in die wenigen verbliebenen Flammen. Binnen weniger Wimpernschläge entstand ein Portal, das direkt in dunklen Turm führte und Myriel trat hindurch.
Autor: Darius Datum/Zeit: Montag 01 Mai 2017, 13:39
Mit - von seiner eigenen Panik - verstärkten Kraft schlug er seine Fänge in das Herz von Pandea. Oder er versuchte es zumindest. Eine schier unüberwindliche Macht hinderte ihn daran sein Maul zu schließen und das Herz zu zerreißen. Zuerst verstand er gar nicht, was genau vorging, sondern versuchte es weiter. Doch die Stimme, der Befehl... es war unmissverständlich und für einen Augenblick konnte er klar denken, trotz der Schmerzen. Es reichte gerade um seine eigene Lage erfassen zu können. Côr selbst hatte ihn gepackt und hielt sein Maul offen. Die andere Hand, die ihn im Nacken gepackt hatte fühlte sich an wie ein Kragen aus Stahl. Vor lauter Schmerz und Furcht rollt er wild mit den Augen, schlug und kratzte um sich, so sinnlos dies auch erscheinen mochte. Côr hatte ihn! Ihm blieb keine Zeit sich zu wundern, wohin der Rest seiner Gefährten verschwunden war. Doch er ließ nicht locker. Er wagte es schlichtweg nicht.

War dies sein Ende? Würde Côr ihn hier und jetzt töten um Pandeas Herz zu retten? Sein eigenes Leben rauschte bereits vor seinem inneren Auge vorbei, auch wenn er sich noch gegen den Griff des dunklen Sängers stemmte. Von einem Moment auf den Nächsten jedoch  - gerade einmal getrennt durch ein Blinzeln - erfasste ihn eine wunderbare Kühle, die wie ein Balsam sich auf die brennenden Stellen legte. Was geschah hier? Völlig verwirrt fiel er zu Boden, wo er betäubt liegen blieb und nach Atem rang, als sich der Griff von Baal sofort löste.

Mühsam drehte er seinen Kopf zu den Stimmen, deren Sprecher er nicht ganz ausmachen konnte durch seinen verschleierten Blick. Eine Gestalt, so groß wie Côr stand ebenfalls in der Höhle. Doch sie fühlte sich völlig anders an... Aus reiner Notwendigkeit verschloss er seinen Geist und brach jeden Kontakt ab, auch jenen, welcher die Gruppe untereinander verband. Sein Geist war geschunden genug.

Blinzelnd versuchte er seinen Blick zu klären. Verblüfft entdeckte er eine dritte Gestalt, die hinter Côr hervortrat. Zeit um festzustellen wer sie war blieb jedoch nicht, bevor die ganze Umgebung wieder vor seinen erschöpften Augen verschwamm.

Die nächsten Minuten waren etwas schummrig in seiner Erinnerung. Er war sich relativ sicher, dass es bei jenem Wesen, welches zu ihnen sprach und sie gerettet hatte um Kementari selbst handeln musste. Zumindest meinte er sie von Bildern und Zeichnungen wiedererkennen zu können. Ihre Botschaft selbst ließ ein schlechtes Gefühl bei ihm zurück, auch wenn nocheinmal die angenehme Kühle zurückkehrte. Wort- und Gedankenlos sah er zu, wie sie wieder verschwand. Sie hatten versagt. Nichteinmal das Eingreifen eines Sternensängers war genug gewesen um Pandeas Rückkehr zu verhindern.

Geschockt saß Darius auf der saftigen Wiese und wusste nicht, was er jetzt tun sollte. Ihre Mühen waren umsonst gewesen. Die Verteidigung der Aramonier konnte das Ritual nicht aufhalten... Irator schüttelte sich, übernahm die Kontrolle und richtete sich auf. Momentan war Darius zu nichts zu gebrauchen, bis er sich von der Begegnung mit Côr etwas erholt hatte.

"Lasst uns nach Nuru zurückkehren. Hier können wir nichts mehr ausrichten", sandte er schlicht an die Anwesenden, ohne das Geschehene weiter zu kommentieren. Dazu war er weder in der Stimmung, noch wirklich in der Lage. Tastend sandte er seine Gedanken aus, um Aponi'kasa zu finden und es dauerte eine Weile bis er sie auch fand. "Wir haben versagt. Pandea ist frei. Die Wilde Jagd ist nicht mehr. Kehrt sobald wie möglich nach Nuru zurück." Mehr sandte er auch nicht an Sie. Stattdessen untersuchte er seine eigenen Schuppen und versuchte zu erkennen, ob das brennende Blut bleibende Schäden hinterlassen hatte. Spuren konnte er jedoch keine entdecken, zumindest nicht auf seinem Rücken und auch nicht an seinen Flanken. Gut. Probeweise schlug er einmal mit seinen Flügeln um zu sehen ob er dort Schmerzen hatte. Einige Schrammen und Striemen, welche Wochen brauchen würden, um ganz zu heilen. Immerhin nichts schlimmeres. Es sah so aus als ob er bereit sei wieder nach Dragonia zurückzukehren.