Thema Zusammenfassung
Thema Zusammenfassung: [Abenteuer] Freund oder Feind
Autor: Myriel Datum/Zeit: Freitag 24 November 2017, 13:25
Freund oder Feind


Runde 1


Es war ein stürmischer Abend, an dem ein unangenehmer Graupelschauer über Nuru lag. Der Wind fegte die letzten Blätter von den Bäumen und peitschte den wenigen Gestalten, die draußen unterwegs waren, eisig kalte Regentropfen und winzige Hagelkörnchen ins Gesicht. Vielleicht war das der Grund, warum die rote Laterne heute so gut besucht war. Drinnen war es warm und gemütlich, im Kamin prasselte ein Feuer, es gab bezahlbare Getränke und für Unterhaltung war Dank Musik, Mädchen und Karten- und Würfelspielen auch gesorgt, auch wenn die Mädchen im Moment die Gäste eher mit Getränken versorgten als sich mit ihnen zurück zogen, da jede Hand gebraucht wurde.

Myriel hatte sich an einen Tisch in einer Ecke zurück gezogen, der in der Nähe des Tresens und der Treppe stand. Phelan bevorzugte diesen Platz wenn er arbeitete, weil man von hier aus den ganzen Laden überblicken konnte ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen. Halb in den Schatten zurückgezogen, nippte die Druidin an einem Glas Wein und wartete darauf, das Phelan zurück kam und sich wieder zu ihr setzte, denn vor ein paar Minuten war Bre an ihren Tisch gekommen und hatte den Gestaltwandler gebeten ein neues Bierfass aus dem Keller zu holen. Myriel beschloss nur noch den Wein auszutrinken, und dann zu verschwinden. Im Gegensatz zu vielen anderen behagte ihr der Trubel in der Laterne nicht so wirklich und so voll wie der Laden war, würde sie Phelan ohnehin kaum zu Gesicht bekommen.

Da öffnete sich die Tür ein weiteres Mal und ließ einen Schwall kalter Luft von draußen herein, bevor sie wieder ins Schloss fiel. Bereits auf den ersten Blick war unübersehbar, das es sich bei dem Neuankömmling um eine Lykantrophin mit fuchsrotem Fell handelte, das durch das Wetter draußen ziemlich durchnässt war. Sie schien Probleme mit dem Laufen zu haben, denn sie taumelte mehr als das sie ging auf den nächstgelegenen Tisch zu und stützte sich auf ihm mit ihren Pranken ab, an denen gefährlich scharfe Krallen saßen. Dann schnüffelte sie in der Luft, wie um eine Spur aufnehmen zu wollen und fragte:

Wo ist Serafina? Ich kann sie riechen. Ich muss sie finden.

Sie machte einige weitere schleppende Schritte in den Raum hinein, einen Arm schützend über ihren Bauch gelegt, die Augen fiebrig glänzend, und suchte die Gäste ab.

Serafina? Sera...

Sie schaffte es nicht mehr den Namen ein zweites Mal zu rufen, sondern brach bewusstlos auf dem Boden zusammen. Ihre Gestalt veränderte sich, wurde deutlich kleiner und schmaler und das Fell verschwand. Wenn man genau hinhörte konnte man das leise Knacken von Knochen hören, die sich veränderten, und zurück blieb eine unbekleidete, durchaus ansehnliche Frau, mit langen fuchsroten Haaren, die feucht am Kopf klebten. Erst jetzt wurde deutlich sichtbar, was durch das nasse und rote Fell halbwegs verborgen geblieben war: ihr linker Oberschenkel wies eine tiefe Bisswunde auf, über ihren Rücken zogen sich mehrere parallel laufende blutige Striemen, und auch am Bauch war eine tiefe blutenden Wunde zu sehen.   
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 24 November 2017, 17:05
In der Schankstube herrschte an diesem stürmischen Abend Hochbetrieb. Großvater Josephus hatte sich längst in seine Kammer zurückgezogen. Seit Tagen war er gedrückter Stimmung. Der nahende Winter bedingte, dass die Arbeit im Garten versiegte. Zudem machte ihm die angeschlagene Lunge bei Kälte Probleme. Der Alte lag ausgestreckt im Bett, die Hände über dem Bauch gefaltet und starrte an die Decke. Ein trockener Husten entrang sich seiner Kehle. Aponi'Kasa hockte auf den Hinterpranken neben dem Bett auf dem Fußboden. Sie bemühte sich redlich Großvater aufzuheitern.

"Großvater, du liegst da wie ein Toter. Das ist nicht gut. Nachher glaubst du selbst noch, du wärst gestorben. Dabei liegst du im Bett und nicht in einem Sarg. Särge sind ungemütlich. Kein Kissen, keine Decke, nur dünnes Holz. Du würdest fürchterlich frieren. Wer will schon in einem Sarg überwintern. Du bestimmt nicht. Außerdem darfst du mich nicht allein lassen. Weißt du Großvater, auch im Winter lässt sich in der Stadt eine Beschäftigung finden. Wir warten einfach auf den Schnee. Weißt du noch, als ich klein war, da bauten wir Schneezwerge und schnitzten Feen aus Eiszapfen. Ich habe eine Idee. Du hilfst bei den Mädchen aus. Ich kann ja mal fragen ob sie noch jemanden brauchen, der den Gästen im Badezuber den Rücken schrubbt."

"Ponika", begehrte Josephus auf, "wer will sich von einem alten Mann..."

"Ach was", unterbrach die Lykana. Ihre Rute klopfte aufgeregt den Holzboden. "Keine Ausreden. Die feuchte Wärme wäre gut für deine Lunge, sagt Cailín. Und die muss es ja wissen, sie arbeitet schließlich hier. Also, ich habe mir folgendes überlegt..."

Während Aponi'Kasa plapperte geschah im Schankraum etwas, mit dem niemand rechnete. Die Dragoleutnant am allerwenigsten. Doch davon bekam sie vorerst nichts mit.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Freitag 24 November 2017, 18:41
Da hatte er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollen. Ein kühles Bier in der Laterne  mit Ragno und gleichzeitig seine Liebste bei ihrem Auftritt überraschen. Beides sehr gute Ideen auf die scheinbar auch halb Nuru gekommen war. Es wunderte Merdarion daher nicht, dass bei dem Sauwetter draußen deshalb so mancher die Wärme der Schankstube oder deren Bediensteten suchte. Doch er hatte Pech gehabt, Cailin hatte heute keinen Auftritt und war auch in ihrer Kammer nicht zu finden gewesen. Das ein oder andere bekannte Gesicht war ihm im Schankraum schon aufgefallen, doch er blieb an der Theke sitzen bis der Zwerg auftauchte.

"Mahal zum Gruße Ragno, komm setz dich." Ein Abend ganz nach seinem Geschmack, eine recht einsilbige Unterhaltung während er das Bier und das gemütliche beisammensitzen genießen konnte. Alles schien darauf hinzudeuten das es also ein Abend werden würde den man trotz angenehmer Atmosphäre bald wieder vergessen würde. Die Idylle hielt nicht lange an, eine Lykanerin betrat den Raum, abgesehen von Phelan und Ponika hatte er noch keinen anderen Vertreter jener Spezies hier erblickt. Gerade wollte er sich wieder dem Bierhumpen widmen als er den Namen Serafina hörte. Der Blick wanderte zurück und Merdarion sah gerade noch wie die Person zusammensackte. Die ersten Gaffer und möglicherweise sogar hilfbereiten Einwohner zogen einen Ring um den Neuankömmling. Der Minenbesitzer knuffte den Zwerg mit dem Ellenbogen. "Gehörst du nicht zu den Leuten die für die Ordnung in der Stadt zuständig sind?" Ein Schluck aus dem Krug und dieser wurde leer auf den Tresen gestellt. Kurz darauf schob sich die Gestalt des ehemaligen Soldaten durch die Menge in Richtung Treppe. Auf dem Rückweg von Cailins Kammer waren Stimmen aus dem Zimmer von Josephus gekommen, vielleicht hielt sich seine Gildenschwester ja dort auf. Im Vorbeigehen erhaschte er einen kurzen Blick auf helle Haut und Blut darauf. Er war kein Heiler und konnte soweiso da nichts ausrichten.

Laut ertönte das Klopfen an der Tür, kurz darauf schwang sie auch schon auf und Merdarion trat ein. Heute hatte er vielleicht doch Glück die Gesuchte saß bei ihrem Großvater der im Bett lag. "Ponika, unten liegt jemand der nach dir gesucht hat, du solltest dir das unbedingt ansehen."
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 24 November 2017, 19:27
Keine Wache bei diesem Mistwetter. Ragno streckte genüsslich die Beine von sich. Mit einem seligen Lächeln trank er den Humpen Bier halb leer. Sein Kumpel Merdarion war schweigsam. Mehr konnte sich ein Zwerg nicht wünschen. Laut schmatzend stellte der Söldner den Krug auf den Tisch, wischte sich mit dem Oberarm über den Bart und verfolgte mit desinteressiertem Blick die Haarige, die sich in die Schenke schleppte. Seine Finger nestelten nach der Pfeife in seiner Tasche.

Die Augenbrauen zogen sich erst über der Nasenwurzel zusammen, als das Wolfsvieh sich verwandelte und blutend in die Knie sackte. Er hatte Feierabend. Das ging ihn nichts an. Er wollte in Ruhe sein Bier...

"Ordnung in der Stadt, du sagst es",  brummte er in seinen Bart und schielte an Merdarion vorbei auf den Auflauf, der sich augenblicklich bildete. Gaffer fanden sich schneller als Helfer. Das war bei den Langen immer so. "Draußen. Solange ich Dienst habe. Komm schon, es ist Feierabend. Ein Bier. An nichts denken. Was geht's uns an? Wo willst du hin?"

Da erst dämmerte ihm der Zusammenhang. Serafina wurde gesucht. Die Dragoleutnant der Nachtjäger. Ragno schnaubte. Er wollte doch nur seine Ruhe haben, mehr nicht. Der Zwerg stemmte sich hoch. Stapfte auf kurzen Beinen zu dem Gedränge, streckte die Arme nach vorn um sich durch die Gaffer zu schieben und erhob die Stimme.

"Zur Seite. Los, los! Macht Platz für die Stadtwache. Könnte einer von Euch seinen offen stehenden Mund wieder zumachen und einen Heiler rufen!" Er deutete wahllos in die Menge. "Du vielleicht? Und deckt sie zu, bei Mahal, ein Tischtuch, ein Umhang, ehe noch jemandem die Augen rausfallen. Dann packt mal einer mit an, damit wir sie hier wegschaffen."

Wieder suchte sein gesundes Auge wahllos nach einem Helfer.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Sonntag 26 November 2017, 19:05
Es war schon eine ganze Weile her, dass Runshak das letzte Mal in der Roten Laterne war. Auch wenn er sich hier gerne die Nächte um die Ohren schlug, war ihm immer etwas dazwischen gekommen. Das störte ihn vor allem, da es seit einiger Zeit eine neue Attraktion im Freudenhaus gab: Eine gewisse Cailin. Zumindest erzählten das die Soldaten, die Zeit hatten, regelmäßig dort auszugehen. Glücklicherweise konnte sich der Leiter der Kaserne nun endlich einen Abend freischaufeln, um herauszufinden, was es mit der kleinen auf sich hat.

Der Ork hatte es sich an einem der Tische mit einem Krug Bier bequem gemacht und hielt Ausschau nach neuen Gesichtern beim Personal. Das erwies sich als leichter gesagt als getan, da die Rote Laterne an diesem Abend sehr gut besucht war und man dadurch von Runshaks Tisch aus kaum freie Sicht in den Gastraum hatte. Plötzlich ging ein Raunen durch den Laden und es wurde still. Nun hörte er noch jemanden von der Stadtwache reden. Auch wenn sich schon Soldaten um was auch immer da gerade passiert war kümmerten, so konnte der Kommandant schlecht herumsitzen und saufen, während neben ihm Verbrechen geschahen. „Hmpf... das war's dann mit meinem freien Abend.“ brummte die Grünhaut, stürzte sein restliches Bier hinunter und stapfte dorthin, wo die Unruhe her kam.

Dort war Ragno von den Todgeweihten und Ni Hawk aus der Mine waren schon dabei, für Ordnung zu sorgen. Ein verletztes Menschenweib lag dort nackt am Boden. War etwa einer der Freier zu grob mit dem Mädchen umgegangen und getürmt? Spekulieren half da jedenfalls nicht weiter. Also arbeitete sich der orkische Krieger durch die Menschenmenge und wandte sich an den Soldaten. „Soldat Ragno! Was ist hier passiert?“ Nachdem Ragno Meldung gemacht hatte, half Runshak, die Verletzte vorsichtig hochzuheben. Dann wandte sich der Ork an die Verwalterin, die auch herbeigeeilt war. „Bre,in welches Zimmer sollen wir sie schaffen?"
Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 27 November 2017, 00:56
Christian kam gerade von seinem Schiff wieder und wollte zum Abschluss des Tages noch ein Bierchen trinken. Da er bei einem letzten Aufenthalt gute Erfahrungen mit dem Bad der Roten Laterne gemacht hatte, wollte er heute eine andere Seite dieses Gasthauses kennen lernen. Besonders bei diesem nicht gerade gemütlichen Wetter wäre er anschließend auch über ein warmes Bett erfreut.

So befand er sich nur noch wenige Schritte von der Eingangstüre des Zieles entfernt, als diese bereits aufsprang und jemand nach einem Heiler rief. Da er bezeweifelte, dass bei dem Regen um diese Zeit noch ein Heiler unterwegs war, seufzte der Magier leise, ehe er die letzten Schritte im Eiltempo überwand und seine Stimme erhob, um den allgemeinen Lärm möglichst zu übertönen.


Ich bin der Heilkunst mächtig, was ist passiert?

Sein schlangenverzierter Gildenstab sollte zumindest den nicht gänzlich Ahnungslosen mitteilen, wie untertrieben diese Aussage war. Jemand deutete hinter einem Ork her, der dem Retter des Drachenauges nicht unbekannt vorkam. War das nicht Runshak, der Hauptmann der örtlichen Stadtwache? Mit nassem Umhang versuchte er zu der Grünhaut aufzuschließen, um herauszufinden, was genau vorgefallen war, denn aus dem Stimmenwirrwarr war wohl kaum etwas Brauchbares herauszuhören.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 27 November 2017, 16:14
Nach den diversen Gängen zum Apothekenturm und dem unvermeidbaren Abstecher in die hiesige Kaserne, letzterer, um seine Ausbildungskosten abzuliefern, war er endlich
in seinem Wunschziel aufgeschlagen. Er suchte sich erst Mal im Schankraum ein lauschiges Plätzchen, soweit das bei dem Betrieb hier möglich war und wollte erst einmal
das Angebot sichten - und damit meinte er nicht die Speisekarte. Das Lokal war unbestreitbar im Aufschwung.
Er hat bei einem schnellen Blick die Magierin Myriel gesehen und Bre. Er hatte Bre auch ohne seine Verkleidung gesehen, oder nicht? Er beschloß das lieber vorsichtig zu handhaben. Zumindest durfte er sie nicht im Adams bzw. Evaskostüm kennen.

Und der Besucherandrang ging weiter: ein rotfelliges Etwas - ziemlich durchnässt, es hatte wohl zu regnen begonnen, taumelte in den Raum. Taumeln? Da stimmte offensichtlich etwas nicht.
Das war ziemlich hellsichtig, denn nach ein paar Worten, die Martin von Muesig nicht verstand, sank sie sich krampfhaft den Bauch haltend ganz zu Boden.
Und wie es der Zufall so will, war der Minerich, Merdarion zur Stelle und auch Christian, der wohl gerade eingetreten war, als er der Lykantrophin zugesehen hatte.
Und er kannte beide gut genug, um zu wissen, dass ihre Hilfsbereitschaft grenzenlos sein würde. Nur ein Sarkast konnte so denken.
Aber inzwischen war noch etwas passiert, das seine Teilnahmslosigkeit im Nu ersterben ließ. Das Fell war ab, auf dem Boden lag eine Schönheit. Obwohl so weit wollte er dann auch noch nicht gehen. Aber ein ansehnliches Wesen, das seine Aufmerksamkeit anzog, weil es/sie selbst nämlich völlig ausgezogen war. Nun, das war hier wohl nicht unüblich, aber gleich in der Schankstube dann eher doch.
Natürlich entstand sogleich ein Tumult, von gröberen Ausmaß. Jede Menge Gaffer waren schnell zur Stelle, als ob sie noch niemals eine unbekleidete Frau gesehen hätten.
"Das darf doch jetzt nicht wahr sein ..." entrüstete sich der Adelige lautstark. Hatte schon ein Tischtuch abgezogen und rannte zu der Dahingesunkenen, ließ es über sie gleiten.
"Genug damit !" rief er in die Menge der Schaulustige. Und zu der Frau in beruhigenden Worten: "Schönes Kind, was ist? Brauchst Du eine Mund-zu-Mund Beatmung? Ich bin berühmt... " doch da war auch schon ein kräftiges Paar Hände um die Indisponierte mitsamt der Abdeckung wegzuschaffen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 11:42
Es klopfte an der Tür. Aponi'Kasa unterbrach ihren Redeschwall und spitzte die Ohren. Die Tür knarzte. Schritte. Aus der Gaststube drang Tumult herauf. Die Dragoleutnant wusste mit dem Instinkt eines Raubtiers, dass etwas vorgefallen war und immer noch im Gange war. Ein kurzer Blick zu Josephus, der lächelnd nickte.

"Bin gleich zurück, Großvater. Mach dir keine Sorgen." Sie sprang auf die kräftigen Hinterbeine und richtete sich zu voller Größe auf. Aponi'Kasa folgte Merdarion hinaus auf den Gang. "Wer ist es? Was passiert dort unten?"

Das Stampfen kräftiger Beine. Stiefelschritte die Treppe herauf. Bres Stimme. Bre, die auf eines der Zimmer zu eilte und die Tür aufstieß. Das wilde Summen von Stimmen aus dem Schankraum. Hauptmann Runshak, der eine zerbrechlich wirkende Gestalt in seinem Pranken trug. Ein blutiges Tischtuch. Magiermeister Christian, der mit weiten Schritten dem Ork folgte. Die Lykana erfasste all dies in wenigen Augenblicken. Und noch etwas drang auf sie ein. Ein vertrauter Geruch. Feuchtes Fell. Angst. Fuchsrotes Haar wippte auf Runshaks Arm. Aponi'Kasas Herz tat einen Satz, als sie die Wahrheit erkannte. Das unsichtbare Band zwischen ihnen zerrte an ihr, war zwar verblasst aber nicht erloschen.

Ungestüm drängte sich die Lykana in das Zimmer. Vorbei an Hauptmann Runshak, dem Magier Christian, der sich über die Verletzte beugte und das Tischtuch hochhob. Eine Bisswunde, blutige Striemen. Aponi'Kasa knurrte. Tief. Kehlig. Doch ihr Unmut galt keinem der Anwesenden. Sanft strich ihre Pfote über das hübsche Gesicht, streichelte das fuchsrote Haar. So also sah sie die Fuchsrote in ihrer menschlichen Gestalt aus.

"Lyressa. Ich bin hier. Serafina. Magiermeister Christian wird dir helfen, nicht wahr, das werdet Ihr doch? Alles wird gut. Mach dir keine Sorgen. Ich werde bei dir bleiben und auf dich Acht geben."

Die Lykana zuckte bejahend mit den Ohren vor und zurück und blickte auf. Sie musterte die Gesichter der Anwesenden, von Runshak, Merdarion, Christian. Da war noch jemand, der Todgeweihte Ragno, und der rothaarige Adelige, Muesli. Doch niemand von denen, die hier sein sollten.

"Gildenbruder", bellte sie in Merdarions Richtung. "Phelan möchte bitte kommen. Sag ihm... nein, sag ihm nichts. Doch, sag ihm, die Rudelmagie ist nicht erloschen. Er wird wissen, was ich meine. Ihr, Ragno Todbringer, solltet Ihr wissen, wo sich Euer Hauptmann aufhält, Darius, holt ihn her. Sagt ihm, es ist soweit. Taros schickt uns Nachricht."

Ihr bernsteinfarbener Blick ruhte auf Hauptmann Runshak. Er war dabei gewesen, am Wolfsfelsen, ebenso wie Christian.

"Es ist soweit", flüsterte Aponi'Kasa. "Wir werden Endris dort herausholen. Sie wird wissen, wo er ist." Sanft sah die Lykana auf Lyressa hinab. Zumindest sie befand sich nun in Sicherheit.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 13:10
Sein freier Abend. Viel lieber hätte Todbringer noch ein paar Humpen Zwergenbier gekippt. Anstelle salutierte er in einem fort.

"Hauptmann Runshak!"  Bericht. Die Treppe hoch, auf weitere Befehle warten.

"Dragoleutnant Serafina! Zu Befehl."  Abmarsch in die Kaserne. Bei oberirdischem Mistwetter. Auf der Treppe brummte Ragno ungehalten in seinen Bart. Taros schickt Nachricht. Der Abend würde länger dauern. Ging unzweifelbar um die Mission, weswegen er über Taros Bescheid wissen sollte. Die schwarze Einöde. Der Zwerg stapfte missmutig durch die Gäste der Roten Laterne, schlug vor der Tür den Kragen hoch. Nicht nur wegen des Graupelschauers. Ihn schauderte vor dem dunklen Land. Von dort kam nichts Gutes. Dorthin verirrte sich kein Zwerg. Er war ein Todgeweihter. Wenn Darius wollte, dass er nach Taros marschierte, würde Ragno nach Taros marschieren. Ohne Widerrede. Dafür wurde er bezahlt. Wohl war ihm dabei nicht.
Eiskörnchen peitschten ihm ins Gesicht. Haar, Bart und Gesicht triefend nass, erreichte Goldauge die Kaserne. Die Kameraden am Tor schoben die Augenbrauen hoch.

"Fragt nicht. Ist Hauptmann Darius in seinem Büro?"

Wieder salutieren, nachdem er geklopft und die Tür aufgeschoben hatte.

"Hauptmann. Wache Ragno meldet sich zum Dienst. Dragoleutnant Serafina lässt Euch ausrichten: Es ist soweit. Taros schickt uns Nachricht."

Kurz zusammengefasst erstattete Ragno Bericht über die Vorkommnisse in der Roten Laterne.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 13:35
In dem kleinen Zimmer tummelten sich bereits viel zu viele Leute für Merdarions Geschmack, er erkannte Christian und den Orkhauptmann, in besseren Händen konnte die verletzte Lykanerin also nicht sein. Das Serafina ihn dann auf die Suche nach Phelan schickte war ihm nur recht, hier stand er höchstens im Weg herum auch wenn er begierig war heruszufinden was da vorging. Schon halb durch die Tür vernahm er noch die Worte die an Ragno gerichtet waren. Taros schickt uns Nachricht. Ein leichter Schauer lief ihm über den Nacken und seine Mine verhärtete sich, das waren keine guten Nachrichten.

Lange musste Merdarion seinen Gildenbruder nicht suchen bereits an der Treppe kam ihm dessen Gestalt entgegen. "Phelan?" Irgendwann würde er sich endlich angewöhnen müssen die Namen zu trennen. Nachdem er die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte trat er nahe an den Lykaner heran, das war sicherlich nichts was die anderen Gäste hier etwas anging. "Serafina ruft nach dir, sie meinte die Rudelmagie wäre nicht erloschen. Oben liegt eine verletzte Lykanerin." Er deutete mit dem Kopf in Richtung des Zimmers in dem die anderen sich aufhielte. Mit einem Schritt zur Seite machte er Platz, es war unwahrscheinlich jetzt eine ausführliche Erklärung zu bekommen. Doch wo sollte er hin oben war es schon zu eng, und einfach weitertrinken konnte er auch nicht mehr, also stellte er sich oben an die Treppe. So blieb er in Reichweite falls jemand ihn brauchen sollte.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 14:03
Naveen musste raus. Dabei war es draußen kalt, windig und nass. Keinen Hund würde man bei einem solchen Wetter vor die Tür treiben.
Doch im Inneren der Schneiderei war es warm, aber nicht gemütlich. Es war irgendwie.. einsam.
Nicht ein einziger Kunde hatte sich heute in die Schneiderei verirrt. Stundenlang hatte Naveen in absoluter Ruhe an einige Kleidungsstücken genäht und die Arbeit durchaus genossen - aber jetzt reichte es. Ihm war nach Gesellschaft. Und Gesellschaft bekam man noch immer am besten in der Laterne.

Heldenhaft kämpfte er sich durch den Sturm und als er die Tür zur Laterne öffnete und ein Schwall warmer, süßer Luft ihm entgegendrang, legte sich ein Lächeln auf seine Lippen.
In der Schankstube war es ungemein voll und vergeblich suchte Naveen nach einem bekannten Gesicht. Die Mädchen schienen alle beschäftigt, Phelan konnte der Schneider nicht entdecken. Dann würde es wohl nichts mit einem netten Abend im Geheimraum.
Aber was war das? Hatte die Kaserne Drachenauges Ausgang in Nuru? Assara und Sâmul standen am Tresen, tranken Bier und Apfelsaft (oder was der Blonde auch immer in seinem Becher hatte) und unterhielten sich angeregt.
"Darf ich zu euch stoßen? Alleine trinkt es sich nur halb so gut." Sprach er und orderte ein großes Bier. "Halb Nuru scheint die Laterne bei diesem Wetter für den angenehmsten Ort zu halten." sprach er und kaum stand das Bräu vor ihm, bemerkte Naveen eine große Gestalt hinter sich.

"Phelan!" Lachte der Elf. Doch der Lykan war nicht zu ihnen getreten um anzustoßen. Er machte die Gruppe darauf aufmerksam, dass hinten im Halbdunkeln noch ein Tisch frei war, an dem nur seine magische Begleitung saß.
Sie alle kamen der Aufforderung nach und so saßen wenig später an dem schlecht einsehbaren Tisch die Magierin, zwei Soldaten aus Drachenauge und der Schneider.
Fast sofort begann an dem Tisch ein angeregtes Gespräch und da Naveen mit dem Rücken zur Tür saß, konnte er erst erkennen, was es mit der Lykan auf sich hatte, als selbige am Boden lag und umringt von tapferen Helfern war.

Noch ein paar Hände brauchte es wohl nicht und so entschied sich der Schneider zunächst von seinem Platz aus alles weiter zu beobachten.
Autor: Darius Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 14:46
Im Schein der Kerze kratzte eine Feder über Pergament, gehalten von einem Elfen, der mit konzentrieter Miene dasaß. In dem Büro des Hautpmanns der Todgeweihten war es ansonsten still, wenn von dem stetigen Trommeln des Hagels auf dem Dach absah, welches nur gedämpft durchdrang. Seit einer Stunde saß er dort schon und beschäftigte sich mit der Versorgung der Truppen der Kaserne - eigentlich eine Aufgabe für Kommandant Runshak, doch er hatte diese gerne für den Ork übernommen - sodass er das Klopfen an der Tür beinahe überhört hätte.

"Herein!" , rief er und erhob seinen Blick von den Listen auf seinem Tisch. Ein triefendnasser Zwerg trat ein und das Goldauge verriet ihm sogleich, um welche der Gevatter es sich handelte. "Wache Ragno, was führt euch zu mir?" , fragte er den Zwerg sogleich und legte die Feder beiseite, um dem Zwerg seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Was dieser ihm zu erzählen hatte entschuldigte jede Unterbrechung. Es war soweit. Umgehend sandte er die Neuigkeit per Gedankensprache weiter an alle Dragoleutnants in Nuru und auch an die Schamanin, welche Grosh beriet. Dann stand er auf, löschte die Kerze, was den Raum in Dunkelheit hüllte und verlies mit der Zwerg sein Büro.

"Kommt Ragno, wir haben keine Zeit zu verlieren. Wenn ihr noch irgendwelche Vorbereitungen zu treffen habt, dann solltet ihr diese jetzt treffen. Kommt mit mir oder trefft mich später in der Roten Laterne.",  wies er die Wache knapp an und sandte seine Gedanken voraus, während er die Kaserne verlies und durch die Straße von Nuru schritt. Den Hagel ignorierte er dabei größtenteils, bis auf einige Körner, die ihn direkt am Kopf trafen.

"Aponi'kasa, berichtet mir genau was vor sich geht. Wer befindet sich noch bei euch? In welchem Zustand ist die Lykantrophin?"  Dunkel waberten die Gedanken durch den Äther zur Roten Laterne, denn er wollte dort vorbereitet und informiert eintreffen.... was auch wenige Minuten später der Fall war. Genauso triefend wie Ragno in der Kaserne, traf er selbst in der Roten Laterne ein und betrat den Schankraum. Es blieb ihm keine Gelegenheit einem der Anwesenden mehr als einen kurzen Blick zuzuwerfen und sich ein Bild von der Situation zu machen. Zuvor musste er Meldung bei Runshak machen, der nach Serafinas Aussage ebenfalls hier sein sollte...
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 15:21
Der Söldner hatte schnell bei der Hand, was er brauchte. Armbrust, Axt, Rucksack. Zügig begleitete Goldauge Hauptmann Darius zur Schenke. Nasser konnte er nicht mehr werden. Wozu auf besseres Wetter warten.

Hinter der Tür blieb der Hauptmann unschlüssig stehen. Ragno deutete mit ausgestreckter Hand zur Treppe.

"Sie sind oben, Hauptmann. Die Dragoleutnant, der Kommandant, ein Heiler. Die erste Tür rechts, nicht zu übersehen. Stehen genug Leute herum. An Gaffern mangelt es nie. Ihr kennt das ja."

Da er weitere Befehle zu erwarten hatte, folgte der Zwerg dem Drachenelf die Treppe hinauf. Oben blieb er mit verschränkten Armen neben Merdarion stehen.

"Hat sie schon was gesagt? Die Lykantrophin?",  fragte er beiläufig seinen Kumpel und saute triefend das Holz der Treppe ein.
Autor: Darius Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 15:37
Der Drachenelf nickte dem Zwerg kurz zu. "Gut. Dann sollten wir uns dort umsehen." , antwortete er kühl, bemüht eine ruhige Fassade zu wahren, auch wenn er im Inneren gar nicht ruhig war. Die Treppen ins obere Geschoss kannte er zur Genüge, sodass er sie bald mit dem Zwerg erklomm und oben auf jemanden stieß, den er noch kaum kannte. "Merdarion" , grüßte er den Menschen knapp und sah an diesem vorbei in das volle Zimmer, in dem sich bereits einige andere Gestalten tummelten.

Um nicht zu stören wechselte er wieder auf die Gedankensprache und salutierte still, als sein Kommandant ihn entdeckte. "Kommandant Runshak. Euch trifft man selten hier an. Wie geht es der Lykantrophin?"
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 19:04
Es war Bre selbst, die ihnen ein Zimmer zuwies, wo sich der Magier des Hohenturms näher um die Verletzte kümmern könnte. So bat er jeden anderen, sich zumindest einen Schritt vom Bett entfernt zu halten, damit er die Verletzungen begutachten konnte, bevor er das eher hastig über ihr ausgebreitete Tischtuch anlupfte. Nur Serafina schien dann doch kaum an sich halten zu können und wollte die Verwundete wohl beruhigen. So ließ er diese gewähren, solange es seine Patientin ruhig hielt, schaute aber dennoch, so vielen wie möglich den direkten Blick auf diese zu versperren, da es ihr vielleicht schon unangenehm genug war, wenn sie erfuhr, dass der Magier sie so eingehend betrachtet hatte, aber er wollte erst alle Verletzungen sehen, ehe er mit der Behandlung begann. Den Worten der Dragoleutnant entnahm er, dass es sich hierbei wohl um eine verwandelte Lycanerin des vollkommen verloren geglaubten Rudels von Endris handelte. Die Verwundungen waren schwer, was auch erklären würde, warum sie nun in Menschengestalt unterwegs war. Der Schock durch den hohen Blutverlust war wohl zu viel gewesen.

Ja, ich werde ihr helfen, zumindest die körperlichen Wunden sollten schnell verheilt sein.

Schon konzentrierte der Magier sich auf seinen am liebsten eingesetzten Zauber, um damit die sonst durchaus hübsch anzusehende Rothaarige vor ihm zu erfassen. Sicher, es waren tiefe Wunden darunter, besonders die Wunde am Bauch, aber da noch Leben in ihr schlummerte und sie sich trotz der Verletzungen über Tage bei Bewusstsein gehalten hatte, war sie wohl eine talentierte Kämpferin. Er versuchte den Manafluss konstant zu halten, damit der Körper sich daran gewöhnen konnte, denn er wollte keinen weiteren Schock durch eine zu schnelle Heilung riskieren. Dass er nebenbei eine eigene schon ältere Verletzung heilte, war dabei nur förderlich. So dauerte es dann doch sicher die ein oder andere Minute, bis Lyressas Körper keine Anzeichen der schweren Wunden mehr zeigte, weswegen er das Tischtuch wieder über sie streifte und den Blick auf sie freigab, ehe er sich direkt an Serafina wandte.

Sie ist wirklich zäh, nach solchen Verwundungen noch Tage unterwegs gewesen zu sein. Offensichtlich war es ihr ein sehr starkes Anliegen, zu dir zu gelangen. Wenn noch jemand einen Krug Wasser auftreibt, wäre das ebenfalls hilfreich, um ihren Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Danach hängt es von ihr ab, wie lange sie benöigt, bis sie ihre Geschichte erzählen kann.

Zwar heilte der Heilzauber selbst tiefste Wunden, aber die körperliche Erschöpfung nach einer solch langen Reise würde auch dieser nicht mal eben wegwischen können, da half nur der gute alte Schlaf. Phelan reichte ihm das gewünschte zusammen mit einem zwar für die Situation etwas unpassenden Glas, aber man musste eben nehmen, was gerade da war. So goss er vom Nass erst in das kleinere Gefäß, welches er anschließend an die Lippen seiner Patientin führen wollte, um ihr daraus in kleinen Schlucken zu trinken zu geben...


-10 MP für 46 WP zur  Heilung von Lyressa und sich selbst -> 51/61 MP, 63/63 LP
Lyressa erhält 40 LP zurück
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 28 November 2017, 19:26
Phelans Vorhersage hatte sich bestätigt. Obwohl er sich entschlossen hatte in der Roten Laterne kürzer zu treten, gab es noch genug Abende, an denen er hier gebraucht wurde. Heute weil der Halboger Urz, der hier normalerweise für Ordnung sorgte, einen Abend freigenommen hatte. Doch immerhin hatte er Myriel dazu überreden können ihn hier zu besuchen, nachdem sie ihre Angelegenheiten beim Magierzirkel geklärt hatte. Und da er eigentlich nur anwesend sein musste – niemand war dumm genug in seiner Schankstube wirklich für Ärger zu sorgen – waren sie eine ganze Weile friedlich bei einer Flasche Wein zusammengesessen und hatten dabei dem bunten Treiben zugesehen. Bis Bre zu ihm gekommen war, um ihn zu bitten ein Fass Bier nach oben zu tragen. „Ich bin gleich wieder da“, hatte er ihr noch versichert. Und doch fragte er sich, ob sie noch da sein würde, wenn er an den gemeinsamen Tisch zurückkehrte. Es war der Erzmagierin anzumerken gewesen, dass hier und heute für ihren Geschmack eindeutig zu viel los war. Und er ließ sie in einem solchen Augenblick auch noch alleine hocken…

Doch das war ihr wahrscheinlich lieber, als die unmittelbare Gesellschaft irgendwelcher Leute, die sie nicht kannte oder nicht mochte. Und Leute, mit denen sie sich gut verstand, fielen ihm nicht allzu viele ein. Gerade als er so darüber nachdachte, erspähte er ein bekanntest Paar spitzer Ohren. Der dazugehörige Schneidermeister unterhielt sich gerade angeregt mit Asarra, einer Gildenschwester des Wolfsmannes, und einem blonden Jüngling. Der Lykantroph schnappte den Namen Sâmul auf, als er näher trat. Diesen hatten ihm gegenüber sowohl Naveen wie auch Myriel erwähnt. Und es gab nicht viele Leute, die der Druidin interessant genug erschienen, dass sie über sie gesprochen hätte.

„Einen schönen Abend beisammen“, grüßte er die kleine Truppe, die sich da am Tresen gesammelt hatte. Der Amazone und dem Elfen nickte er grüßend zu und dem Blondschopf streckte er seine klauenbewehrte Pranke entgegen. „Ihr müsst Sâmul sein, wenn ich mich nicht irre. Ich bin Phelan, zweitoberster Rauswerfer in diesem schönen Lokal.“, stellte er sich vor. „Aber als solcher werdet ihr mich wohl nicht kennenlernen. Ich bin gleich wieder bei Euch. Ich muss nur für Nachschub für die durstigen Kehlen sorgen. Wollt ihr drei euch derweil nicht an meinen Tisch setzen? Dort drüben wo Myriel die Stellung hält…“

Obwohl der Tisch locker für ein halbes Dutzend Leute Platz bot, war bisher keiner der Gäste in der gut besuchten Schankstube auch nur auf die Idee gekommen, sich dazuzusetzen. Der Wolfsmann nahm an, dass es mit der Aura der Erzmagierin zusammenhing. Ob sie diese bewusst oder unbewusst einsetzte, um Leute von sich fernzuhalten, wusste er nicht genau. Er tippte jedoch eher auf ersteres. So direkt auf den Tisch hingewiesen, schien das Dreiergrüppchen aber nichts davon zu merken und der Lykan grinste zufrieden, als er sich auf den Weg in den Keller machte. Wenn er sich nicht irrte, waren das Leute, mit deren Gesellschaft seine Gefährtin durchaus etwas anfangen konnte. Und wenn sie sich wohl fühlte, würde er an diesem Abend mehr von ihr haben.

Phelan war gerade dabei das schwere Holzfass auf seiner Schulter auszubalancieren, als er von oben Radau hörte. Für ihn war das jedoch kein Grund sich sonderlich zu beeilen oder gar die begonnene Arbeit zu unterbrechen. Es war in der Stadt bekannt, dass es unklug war in der Roten Laterne Scherereien zu machen. Und wenn gerade kein Rauswerfer zur Stelle war, fand sich meist einer der hiesigen Soldaten, von denen viel genug zu den Stammgästen gehörten, um einzugreifen. Diese neigten zwar teilweise zum Übereifer, aber das war halb so wild.

In aller Ruhe trug der Tiermann also seine Last nach oben, stellte sein Fass auf dem Tresen ab, und zapfte es an. Erst dann schlenderte er zu dem Tisch hinüber, den er zuvor verlassen hatte müssen, als wäre ihm nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Erst als er sich zu seinen Freunden gesetzt hatte, kam er auf die Sache zu sprechen: „Da bin ich wieder. Vorher war es ziemlich laut. Ist was passiert?“

Was er daraufhin zu hören bekam, überraschte ihn nicht wirklich. Er hatte eine feine Nase für Blut und er kannte die rote Wölfin gut genug um das ihre nicht zu verkennen. „Ich werde wohl nachsehen müssen, was da los ist, oder?“, fragte er in die Runde und sah dabei Myriel an, als hoffe er darauf, dass sie ihm eine Ausrede liefern würde bei ihr zu bleiben. Als nichts dergleichen kam, meinte er: „Ich versuche bald wieder bei euch zu sein. Du weißt, dass Du gerne hier übernachten kannst, wenn es Dir im Schankraum zu viel wird?“ Die letzten Worte waren eindeutig an die Magierin gerichtet. „Da Urz heute nicht da ist, werde ich bleiben müssen, bis wir zusperren. Und ich werde dann wohl hier schlafen.“

Erst als das geklärt war, erhob er sich. „Ist von euch jemand neugierig genug, um mitkommen zu wollen?“ Ihm jedenfalls blieb als Pächter kaum eine Wahl und dass es um eine ihm bekannte Wölfin ging, hatte offen gestanden tatsächlich sein Interesse geweckt. Dennoch verriet seine Körperhaltung, während er auf die Treppe zustapfte, dass er gerne bei seiner Gefährtin geblieben wäre.

Auf der untersten Stufe begegnete ihm sein Gildenbruder Merdarion und der Lykantroph versuchte vergeblich sich an ihm vorbeizuschieben. „Sie ruft nach mir? Glaubt sie denn ich wüsste das nicht?“, brummte er als ihm der Minenbesitzer Serafinas Botschaft ausrichtete. Dann endlich trat der Überbringer der Nachricht zur Seite und er konnte in die besagte Kammer eilen.

Zum Glück waren die ersten Zimmer oberhalb der Treppe recht geräumig. Ansonsten wären sich die Leute dort wohl schon auf den Füßen gestanden. Die Schnitzereien am Gestell des großen Doppelbetts schienen unpassend für ein Krankenlager, aber darüber machte sich im Moment niemand Gedanken.

„Bre, kümmere Dich unten um die Gäste“, meinte er zu der Rothaarigen, die hier im Moment wohl nichts ausrichten konnte. Es wunderte ihn ohnehin etwas, dass sie überhaupt mit nach oben gekommen war, wo sich die Verletzte doch offensichtlich beim Hauptmann der örtlichen Stadtwache und einem Hohentürmler in besten Händen befand. „Serafina, lass Christian doch seine Arbeit machen. Mit seiner Hilfe wird es Lyressa bald wieder gut genug gehen, dass Du ihr Löcher in den Bauch fragen kannst.“

Tatsächlich war der Heilzauber wohl im Handumdrehen gewirkt und auf Christians Worte hin nahm der Pächter den Wasserkrug, der neben einer Waschschüssel auf der Kommode stand, und ein fein gearbeitetes Weinglas von einer Anrichte in die klauenbewehrten Hände und reichte beides an den Magier weiter.
Autor: Sâmul von Gor Datum/Zeit: Freitag 01 Dezember 2017, 18:41
Der Zufall hatte Sâmul heute Abend zum zweiten Mal in dieses Etablissement getrieben, doch als er Asarra am Tresen erblickte, schien es doch eher das Schicksal gewesen zu sein. Zwei Gardisten aus Drachenauge, die sich in einem zwielichtigen Etablissement in Nuru rein zufällig trafen, das war sicherlich ein seltsamer und unerwarteter Glücksfall. Kurz ließ Sâmul seinen Blick schweifen und stellte fest, dass das Gasthaus heute extrem gut besucht war. Der interessanteste Gast stand in Form von Asarra am Tresen. So gesellte sich der blonde Jüngling an die Theke zu seiner Vorgesetzten und versuchte sie offenbar mit seinem natürlichen Charme (Sâmul würde es wohl so nennen) in ein Gespräch zu verwickeln, nachdem er etwas zu trinken bestellt hatte. Die Schankmaid hatte Sâmul zuerst mit großen Augen angeschaut, als er doch allen Ernstes einen Tee bestellen wollte. Schließlich wurde stattdessen ein Glas verdünnter Wein von dem jungen Blondling geordert.

Einen kurzen Augenblick später stieß dann auch noch Naveen, der hiesige Schneiderelf dazu und gesellte sich ebenfalls zu den beiden Gardisten. Lächelnd wandte sich Sâmul zu dem Elfen um und nickte. »Jajaja, das Wetter, jajajajaja. Ohje, ohje, was für ein Mistwetter, so kalt und nass. Menschenskinder, da will man nicht draußen sein, nene.« Der blonde Mann versuchte sich offenbar in der Kunst des Smalltalks, er hatte gehört, dass sich ein Gespräch über das Wetter dazu exzellent eignete. Allerdings erschöpfte sich dieses Gespräch dann auch schon in der abschließenden Feststellung: »Du siehst ja auch eher so aus wie ein begossener Pudel...«

Mit dem Daumen deutete Sâmul dann grinsend auf die neben ihm stehende Amazone und meinte: »Sâmul hat gerade mit Lady Hauptmann über seine unabstreitbaren Fähigkeiten die Zukunft vorherzusehen diskutiert. Schon damals, als Sâmul sich bei der Garnison in Drachenauge beworben hatte, da wusste er genau, welche Position seine Vorgesetzte einst einnehmen wird. Doch das störrische Amazonenweib will Sâmul einfach nicht glauben, trotz all der schwerwiegenden Beweise. Sâmul sieht die Zukunft, beizeiten besitzt er diese Gabe, ob ihr es glaubt oder nicht.«

Während Sâmul gerade ins Plaudern kam, trat ein Wolfsmann an die Gruppe heran und so wie Asarra und Naveen reagierten, schienen sie ihn bereits zu kennen. Der blonde Jüngling musterte den Lykantrophen kurz skeptisch, nahm dann jedoch die dargereichte Pranke an und schüttelte sie leicht. Der Händedruck war eher sanft, nicht unbedingt eines Soldaten würdig, aber Sâmul war ja auch kein normaler Soldat. Der Blonde nickte leicht bei den Worten des Wolfmannes. »Ja, so ist es. Du bist Phelan, ich bin Sâmul. Und es ist Sâmul eine hochvorzüglichste Freude Phelan kennenzulernen.«

Als Phelan jedoch von Myriel sprach, streckte der blonde Mann den Kopf in die gewiesene Richtung grinste breit. »Ah, die blasse Frau, welch grandioser Zufall, welch Fügung des Schicksals!« Sofort schnappte der blonde Bursche sich sein Weinglas und setzte sich in Bewegung, schlenderte hinüber zu dem von Phelan gewiesenen Tisch, an dem noch mehr als genug freie Plätze für die kleine Gruppe zur Verfügung standen. Dort angekommen schwurbelte er eine Verbeugung vor der Erzmagierin dahin, ehe er sich grinsend an den Tisch setzte. »Was treibst du nur in einem solchen Etablissement, tststs. Das hätte Sâmul ja nicht erwartet!« Dabei lachte der blonde Jüngling kurz fröhlich.

Dann jedoch wurden die Gespräche durch den Tumult unterbrochen, als die Lykanerin in den Raum torkelte und zusammenbrach. Schließlich lag eine nackte und verletzte Frau in der Schankstube und eine Menge Schaulustiger drängten sich um sie. Erst jetzt bemerkte Sâmul den Gardistenzwerg, als dieser sich wieder in den Vordergrund drängte und seine Befehle durch den Raum bellte. Leicht schüttelte er mit den Kopf. »Ralbo Totentänzer vom Clan der Bolzenschlucker«, sprach er zu den anderen Personen am Tisch. »Ein Wächter der hiesigen Garnison. Und genauso übereifrig wie eh und je...«

Da sich bereits genug Volk um die nackte Frau drängte, beschloss Sâmul nicht einzugreifen. Wahrscheinlich würden der Zwerg und er sich nur wieder in die Haare geraten und das war es nun wirklich nicht wert. Zumal sich bereits mehrere Leute um die verletzte Frau kümmerten und diese nach oben in ein Zimmer brachten. Sogar dieser berühmte Heiler und Schiffseigner Lord Christoph tauchte auf und damit war die Frau vermutlich in besten Händen. Kein Grund einzugreifen, zumindest noch nicht. Als Phelan wieder zurückkam, meinte Sâmul nur lapidar: »Eine Wolfsfrau ist gerade eben hier zusammengebrochen und wird gerade hoch in eines der Zimmer gebracht. Doch keine Sorge, Lord Christoph kümmert sich bereits um sie.«

Sâmul blicke Phelan kurz nach, als dieser sich aufmachte, nach oben zu gehen und nach der verletzten Lykanerin zu schauen. Er selbst blieb sitzen und bestellte stattdessen eine kleine Portion Geräuchertes, die er auch kurze Zeit später serviert bekam. Ungeniert fing der junge Mann dann auch an die Mahlzeit zu verspeisen, falls es wichtige Neuigkeiten gab, würde man es hier unten im Schankraum ja sowieso schnell mitbekommen...

-30 GM
+5 LP
Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 02 Dezember 2017, 15:14
Die Amazone hatte es wieder einmal nach Nuru verschlagen. Und da es bei weitem zu ungemütlich war um gleichentags wieder gen Drachenauge aufzubrechen, beschloss sie, in der roten Laterne vorbei zu schauen. Natürlich wusste sie, was das für ein Laden war. Doch er gehörte ihrem Gildenbruder, es gab guten Alkohol und irgendwie fühlte sie sich in der Laterne wohl. Zugegebenermassen gab es eher selten Gasthäuser, in denen sie sich nicht wohlfühlte.

Mit dem Auflauf hatte sie allerdings nicht gerechnet. Sie sah viele entfernt und einige besser bekannte Gesichter. Nachdem sie mit Sâmul und Naveen ins Gespräch gekommen war, verwies sie Phelan an den Tisch seiner Gefährtin. Asarra hatte bisher nicht viel mit Myriel zu tun gehabt, auch wenn ihr die Kräfte dieser Frau unheimlich waren.

Schnell wurde sie durch die Geschehnisse abgelenkt, doch es waren bereits dutzende Helfer vor Ort. Die standen sich ohnehin schon gegenseitig auf den Zehen, da brauchte es ihre grossen Füsse nicht auch noch.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 02 Dezember 2017, 22:06
Runde 2


Myriel hatte ihren Becher schon fast geleert, als Sâmul zu ihrem Tisch geschlendert kam, sich vor ihr verbeugte, Platz nahm und grinsend fragte was sie in so ein Etablissement trieb. Die Schwarzmagierin sah, dass Naveen und Asarra ebenfalls ihren Tisch ansteuerten, und so deutete sie Sâmul mit dem Zeigefinger an näher zu kommen und beugte sich zu ihm hinüber. Leise, so das es in der Geräuschkulisse kein anderer hören sollte, antwortete sie ihm todernst:

Ich verspeise hübsche junge Männer wie Euch zum Abendbrot.

Dann waren Naveen und Asarra schon angekommen, und man begrüßte sich. Rasch kam ein Gespräch über den neusten Tratsch aus Drachenauge in Gang, über den Asarra und Sâmul das ein oder andere wusste und im Gegenzug konnte Myriel über die Bürgerwehr in Nighton berichten. Sâmul hatte gerade sein Essen bekommen und sie waren dabei Naveen über das Neuste aus Nuru auszufragen, als die Lykantrophin die Laterne betrat und zusammen brach.

Rasch hatte sich eine Menschentraube um sie gebildet, doch wie an vielen Abenden waren auch heute Soldaten der Stadtwache da, die das Zepter in die Hand nahmen. Ragno sorgte für Ordnung und ließ nach einem Heiler rufen. Herr von Muesig, ganz Gentleman, bedeckte die verletzte, nackte Frau mit einem Tischtuch und Rushak brachte sie in ein freies Zimmer ein Stockwerk höher. Christian war gerade dabei sich die Wunden näher anzusehen, als Serafina, die von Merdarion informiert worden war, in das Zimmer stürmte. Doch im Moment konnte die Lykanerin nichts weiter tun, als sich auf den Hohentürmler und seine Heilkünste zu verlassen. Unter Christians geschulten Händen schlossen sich Lyressas Wunden und bald war nur noch an der blutverkrusteten Haut zu sehen, das dort welche gewesen waren. Der Atem der rothaarigen Frau wurde gleichmäßiger und tiefer, doch noch waren ihre Augen fest geschlossen.

~ ~ ~


Unten hatten die restlichen Angestellten in der Zwischenzeit versucht den normalen Betrieb wieder aufzunehmen. Immerhin hatte sich der Besitzer der Laterne völlig ruhig wieder an seinen Tisch gesetzt, so das auch sie so taten als wäre nichts geschehen. Nach wenigen Minuten saßen fast alle wieder an ihren Plätzen und die Lautstärke im Schankraum nahm wieder zu, auch wenn sich einige Gespräche um das gerade geschehene drehten. Während Phelan sich alle Details des Vorfalls beschreiben ließ, beobachtete Myriel über ihr Glas hinweg, wie ein ihr wohlbekannter Eiself mit einem Zwergen im Schlepptau die Laterne betrat, und zielstrebig nach oben ging. Nur wenige Augenblicke trat Merdarion an ihren Tisch und bat Phelan nach oben zu kommen. Myriel nickte ihm zu, sie würden hier unten auch so mitbekommen, was oben geschah.

Die Schwarzmagierin schloss für einen Moment die Augen und tastete nach Darius Gedanken. Wenn der Eisdrache in der Nähe war schien er immer nach ihren Gedanken zu horchen, denn bislang war es nie vor gekommen, das sie keine Antwort erhalten hatte.

„Darius? Was geht da oben vor sich? Könnt Ihr es mir zeigen?“

Sie hatte auch dieses Mal Glück, und er reagierte beinahe sofort. Ein zufriedenes Lächeln zierte die Lippen der Druidin, als sie die anderen am Tisch ansah.

Seid Ihr neugierig darauf, was gerade oben vor sich geht? Ich kann es Euch zeigen.

Myriels schmale Finger fuhren durch die Flamme der Kerze, die auf ihrem Tisch stand und schienen ihr Licht auf bizarre Art und Weise zu verändern, bis ein flackerndes Bild über der Kerze schwebte. Dort konnte man ein großes Bett erkennen, in dem eine Frau lag und schlief. Schemenhaft waren einige Gestalten um das Bett herum zu erkennen, von denen eine eine gewisse Ähnlichkeit mit Christian aufwies, und eine eindeutig eine Lykantrophin war. Myriel tat geheimnisvoll und legte einen Finger an ihre Lippen.

Psssst. Lasst uns hören, was sie sagen...

~ ~ ~


In der oberen Etage öffnete Lyressa träge die Augen. Sie war müde, so unendlich müde... Ihr Blick fiel auf Serafina, die auf der Bettkante saß und ihre Hand hielt.

Serafina...

Sie brauchte einen Augenblick um zu realisieren, das ihre Suche letztendlich von Erfolg gekrönt worden war. Dann aber setzte sie sich ruckartig auf, so das die Bettdecke bis zu ihrem Bauchnabel herunter rutschte und sah die Lykantrophin eindringlich an.

Serafina, endlich habe ich Dich gefunden, Du musst unbedingt mitkommen und mir helfen. Endris, er ist völlig am Ende, sie hat ihn einer Gehirnwäsche unterzogen, wir müssen...

Ein Geräusch brachte Lyressa dazu sich im Raum umzusehen. Erst jetzt bemerkte sie die anwesenden Männer, von denen sie mehr oder weniger direkt angesehen wurde. Instinktiv fing sie an zu knurren und rutschte soweit zurück wie das Bett es zuließ. Dabei wurde sie sich bewusst, dass sie hier in menschlicher Gestalt saß, und wohl mehr preis gab, als in männlicher Anwesenheit gut war. Hektisch griff sie nach der Decke und zog sie bis zum Kinn hoch.

Wer sind die? Was tun sie hier? Was wollen sie von mir?

Es dauerte eine Weile, bis Lyressa sich soweit beruhigt hatte, das sie verständlich für alle zusammen fassen konnte, was geschehen war.

Nach dem Geschehen am Wolfsfelsen sind wir durch ein Portal nach Taros gegangen, direkt zur dunklen Festung. Sie ist Pandeas Schloss, wenn man das so ausdrücken will. Endris hatten sie schon zuvor in Ketten gelegt, aber nach dem Gemetzel... er hat kaum noch Widerstand geleistet. Der Schmerz sein Rudel sterben zu sehen, hat ihn fast seinen Verstand gekostet. Seitdem versucht sie ihn zu brechen um ihn zu ihrem Schoßhündchen zu machen. Nicht nur das sie ihn selbst gefoltert hat, sie hat auch die übrig gebliebenen Wölfe als Druckmittel genutzt. Sie lässt ihn wieder und wieder erleben, was geschehen ist, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Und ich glaube fast, das es ihr gelungen ist. Denn das hier...

Sie fasste sich vorsichtig an den Bauch, als erwarte sie dort eine schmerzende Wunde vorzufinden

...das war er. Das war Endris. Und Du weißt selbst Serafina, so etwas hätte er niemals getan Er wäre für jeden aus seinem Rudel gestorben. Für jeden! Wir müssen ihm helfen. Wir müssen ihn da rausholen, bevor er etwas tut, was er sich selbst niemals verzeihen wird.

Fast flehend sah die Rothaarige Serafina an und blickte dann der Reihe nach die anderen Anwesenden an.

~ ~ ~


Unten im Schankraum verwirbelten Myriels Finger das Bild über der Kerze, bis nur noch eine Flamme zu sehen war. Das Gesicht der Druidin war nachdenklich und ernst.

Glaubt Ihr sie werden ernsthaft versuchen Endris zu befreien? Auch wenn es gewiss nicht verkehrt ist Pandea ins Handwerk zu pfuschen wo es geht - das wird ein Selbstmordkommando, wenn man es nicht äußerst geschickt anstellt. Eine Gruppe edler Streiter wird in Taros auffallen, wie ein Rudel bunter Hunde...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 04 Dezember 2017, 12:02
Christian sorgte gut für Lyressa. Die Dragoleutnant ließ ihm genug Platz und beobachtete die Vorhänge mit ausgesprochenem Interesse. Bewundernd präsentierte sie vor dem Meistermagier die Kehle, um ihm ihren Respekt zu zollen. Die Ohren zuckten in Zustimmung vor und zurück, als die Wunden versorgt waren.

"Lyressa ist ein starkes Weibchen. Ich glaube zu wissen, was sie hierher führt." Aponi'Kasa blickte sorgenvoll auf ihre rothaarige Freundin hinab. Das Bild von Endris tauchte vor ihrem inneren Auge auf. Die Sorge um ihn presste ihr das Herz zusammen. Sanft legte sie die Pfote auf die menschliche Hand auf dem Laken, hockte sich in Ruhestellung neben das Bett und wartete. Und dann - endlich - regte sich die junge Frau.

"Lyressa. Ruhig, du bist in Sicherheit. Es ist alles gut. Das hier ist Sir Christian, er hat deine Wunden versorgt. Und der große Ork, das ist Kommandant Runshak aus der Schwarzklaue, er hat dich in dieses Zimmer getragen. Der Elf ist Hauptmann Darius von den Todgeweihten. Sie wissen, was am Wolfsfelsen geschehen ist. Sie werden uns helfen. Nicht wahr, Christian, bitte. Wirst du wieder mit uns gehen?"

Lyressas Erzählung ließ in Aponi'Kasa ein grauenhaftes Bild entstehen. Sie sah Endris vor sich, das wunderbare weiße Fell von Dreck und Blut besudelt, die Augen vor Schmerz verschleiert, geifernd vor Trauer und Hass, ohne zu erkennen wer der wahre Feind war. Ein tiefes unheilvolles Grollen drang aus der Brust der jungen Lykana. Etwas erwachte tief in ihr, etwas, das sie nicht kannte. Der kindliche Trotz, den sie Phelan gegenüber an den Tag legte, wich unerbittlicher rachsüchtiger Wut.

Wie erwartet kamen von dem schwarzem Alpha vorerst nur bissige Kommentare. Abrupt wandte sich Aponi'Kasa von Lyressa ab, richtete sich auf die Hinterpranken auf und trat vor Phelan hin. Ein zorniges Funkeln stand in ihren bernsteinfarbenen Wolfsaugen, das nicht ihm galt. "Werdet Ihr uns begleiten?", fragte sie ohne Schnörkel. Es war genug zwischen ihnen gesagt. Dass er es sich erst noch überlegen müsse, kommentierte die Lykana nicht. Was war von einem alten Wolf schon anderes zu erwarten. Die Lykana ballte die Klauen und drehte sich wieder zu Lyressa hin. Dabei fiel ihr Blick einen Augenblick lang auf Ragno, Merdarion und den Herrn Vooooonnnn Muesli, die draußen auf dem Gang standen.

"Hauptmann", öffnete Aponi'Kasa ihre Gedanken für Darius/Irator. "Ich bitte Euch, lasst Phelan gehen. Wir werden uns nicht vor ihm erniedrigen. Wir betteln nicht um seine Hilfe. Soll das Schoßhündchen doch seine Herrin um Erlaubnis fragen. Wir hätten direkt mit Herrin Myriel sprechen sollen. Habt Ihr sie denn kontaktiert?"

Ihr fiel ein, dass sie in Taros auf diese Art der Verständigung würden verzichten müssen. Und noch etwas kam ihr in den Sinn, die Worte, die Irator ihr deutlich gemacht hatte: Macht Euch auch darauf gefasst, dass Endris... möglicherweise nicht gerettet werden kann. Habt Ihr das verstanden? Wenn der Tropfen von Kementari nicht wirkt... dann werde ich ihn töten.

Aponi'Kasas Barthaare zuckten. "Lyressa, wir werden nun unsere Verbündeten versammeln und uns besprechen. Ruh dich aus. Hier bist du sicher. Wirst du...willst du uns begleiten oder möchtest du hier bleiben, in Dragonia?"

Lieber wäre es ihr gewesen, die Rothaarige in Sicherheit zu wissen. Doch ohne Lyressa waren die Chancen weitaus geringer Endris zu finden.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 04 Dezember 2017, 20:24
Phelans Gesicht war wie versteinert, als Lyressa berichtete was ihr und Endris widerfahren war. Und der selbstsüchtige Gedanke, dass er großes Glück gehabt hatte diesem Schicksal entronnen zu sein, versetzte ihm einen Stich. Wie konnte er in einem solchen Augenblick nur an sich denken? Wie gerne hätte er der Wölfin gesagt, dass nun alles gut werden würde, dass sie ihr helfen konnten.

Und doch blieben ihm solche aufmunternden Worte in der Kehle stecken. Stattdessen wandte er sich dem Drachenelfen zu. „Oh, der fliegende Eiszapfen hat auch hierher gefunden? Immer an vorderster Front, wenn sich die Gelegenheit bietet das Leben wegzuwerfen. Ein feiner Todgeschworener seid Ihr mir.“

Gerade als er sich ein neues Ziel suchte, das er mit Gift und Galle bespucken konnte, trat Serafina zu ihm. „Ob ich mich euch in dieser Sache unterordnen werde? Nein“, erwiderte er knapp. „Und ich möchte daran erinnern, dass das hier ein Krankenzimmer in meinem Haus ist, und keine Offiziersstube eurer Kaserne. Strengt meinen Gast nicht zu sehr an. Und ich werde darüber nachdenken, ob es ratsam ist, euch in dieser Sache zu begleiten. Ja, das will ich tun.“ Die letzten Worte waren an der Soldatin vorbei in Lyressas Richtung gesprochen.

Und dann ging der einstige Alpha sogar auf die Rothaarige zu und kniete sich an ihr Krankenbett. „Ich will Dich in dieser Sache unterstützen. Aber ich werde mich nicht offen gegen eine Göttin stellen. Schon einmal hat unser gesamtes Volk schwer für eine solche Tat gebüßt – noch immer büßt es dafür. Du weißt, dass ich bereit bin weit für meine Rache zu gehen. Aber nicht so weit. Und nur Endris befreien? Wenn ich jemals einen Alpha der Wilden Jagd respektiert habe, dann ihn. Also vielleicht, aber ich muss zuerst das Risiko abwägen.“

Dann flüsterte er der verwandelten Wölfin Worte ins Ohr, die wohl nur für sie bestimmt waren, und nahm ein Schmuckstück, das an einem Lederriemen um seinen Hals hing, ab und reichte es ihr. „Erinnert es Dich nicht an Endris?“ Zumindest nicht weniger, als an jeden anderen Wolfskopf. „Behalte es als Glücksbringer.“ Behutsam drückte er den Anhänger mit großen Pranken in ihre schmalen Finger.

„Verträgt sie schon etwas Stärkung? Suppe vielleicht?“, fragte er den Hohentürmler noch im Vorbeigehen und verließ dann ohne weiteren Kommentar die geräumige Kammer und stieg über die breite Treppe hinab in die Schankstube, wo Myriel noch immer mit Asarra, Naveen und Sâmul am Tisch saß. „Dort oben schmieden sie fleißig Pläne darüber, wie sie ihre Leben am effektivsten fortwerfen können“, brummte er während er sich zu ihnen setzte. Zu seiner Überraschung hinterfragte niemand die Bedeutung seiner Worte.

- Wolfskopfanhänger aus Gold (+1 Charisma)
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 04 Dezember 2017, 22:16
Griesgrams Laune hatte sich seit ihrem letzten Besuch nicht gebessert. Zu all den Abweisungen, die sie bisher von dem Alpha erfahren musste, erlebte sie nun, wie anderes er sich Lyressa gegenüber verhielt, mit ihr tuschelte und ihr ein Geschenk machte. Tief in Aponi'Kasa erwachte eine neue Art von Groll, vermischt mit den aufwühlenden Gefühlen, die Lyressas Bericht ausgelöst hatten.

Als Phelan sich an der Dragoleutnant vorbei schob, um den Raum zu verlassen, brummte sie tief und ungehalten, nicht länger gewillt ihn als den Höherrangigen zu akzeptieren. Sie hatte genug davon. Ihre Kiefermuskeln spannten sich, als sie leicht die Zähne bleckte.

"Sie ist nicht dein Gast. Sie ist zu mir gekommen, nicht zu dir, also halte dich von ihr fern", knurrte sie halblaut hinter ihm her.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 04 Dezember 2017, 22:33
Als sich Phelan nochmals zu Serafina herumdrehte, hatte er ein gefährliches Glitzern in den Augen. „Sie ist aber in mein Haus gekommen und so lange sie hier ist, werde ich sie mit meinem Leben verteidigen. Selbst vor Dir und Deinem Übereifer, wenn es sein muss. So einfach ist das“, stellte er mit gefährlicher Kälte in der Stimme fest. „Ihr könnt das Zimmer gegenüber nutzen, wenn ihr Kriegsrat halten wollt. Aber ich nehme an, dass Lyressa jetzt Ruhe braucht. Oder irre ich mich Christian? Ich bin schließlich nur eine interessierter Anfänger, was die Künste des Heilens betrifft.“
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Montag 04 Dezember 2017, 23:02
Merdarion schüttelte auf Ragnos Frage den Kopf. Und was machte eigentlich dieser Muesig hier oben, irgendwie musste er sich herbewegt haben, wahrscheinlich bevor sie beide an der Treppe Aufstellung genommen hatten. Der Adlige verkehrte also in der Laterne, gut zu wissen. Wären gerade andere Umstände, dann hätte er versucht mehr herauszufinden.

Stattdessen war er in Gedanken bei den momentanigen Vorkommnissen. Die ganze Sache mit der Lykanerin hatte ihn neugierig gemacht, nicht nur das es um Taros ging sondern auch weil es seine Gildenschwester betraf. Kurz atmete der ehemalige Soldat heftig aus, grinste zu Ragno herüber und stellte sich in die Türe zum Zimmer.

Nach dem Geschehen am Wolfsfelsen....
Die Lykanerin hatte wieder das Bewusstsein erlangt und erzählte. An den Wolfsfelsen erinnerte er sich, Ponika hatte davon erzählt und nicht nur sie. Doch Genaueres wollte jeder den er gefragt hatte nicht herausrücken. Langsam machte er einen Schritt zurück, er musste überlegen. Die Zeit dafür blieb jedoch nicht, Serafina war aufgestanden und redete mit Phelan. Beide überraschten ihn, sowohl was die Wortwahl als auch den Tonfall betraf. Dazu die Offenbarung das Phelan deutlich mehr mit der Wilden Jagd zu tun gehabt hatte als zuvor angenommen. Das ganze warf eine Menge Fragen auf. Fragen die man am Besten in Ruhe stellte wenn die Gemüter sich beruhigt hatten.  Das Ganze passte ihm überhaupt nicht. Einen kurzen fragenden Blick warf er dem Gildenleiter hinterher als dieser das Zimmer verließ, ohne ihm jedoch im Weg zu stehen. Einen Teil von Phelans Argumenten konnte er sehr wohl nachvollziehen, für eine abschließende Meinung aber fehlten ihm zu viele Informationen.

Ein unzufriedenes Brummen meldete sich aus seiner Kehle, und er sah zu Ragno herüber. Mit einer Kopfbewegung deutete er auf das Zimmer und trat ein. Seine Schritte führten ihn zu Ponika, vor der er dann stehen blieb. "Ponika?" Er war sich immer noch nicht sicher wo er da hineingeraten, hier waren ein ehemaliger Statthalter, zwei Hauptmänner und nebenher noch er selbst. "Falls du die Hilfe eines ehemaligen Soldaten gebrauchen kannst.... oder die eines Freundes." Die Fragen mussten etwas warten, auch wenn er am liebsten sofort welche gestellt hätte.
Autor: Darius Datum/Zeit: Mittwoch 06 Dezember 2017, 14:47
Recht schnell wurde ihm die Absicht von Myriel in seinem Hinterkopf bewusst mit ihm sprechen zu wollen und er entnahm aus ihren Gedanken, dass sie wissen wollte was oben bei ihnen geschah. Irator war nicht besonders überrascht, dass sie hier war. Immerhin musste er jemanden nicht unbedingt sehen, den er auch fühlen konnte und die Schwarzmagierin war stark genug um aufzufallen.

"Wie ihr wünscht Myriel",
  kam daher sogleich von ihm zurück und er sandte ihr, was er in dem Raum sehen konnte. Wohl gerade rechtzeitig um mitzubekommen, wie die Lykantrophin wieder aufwachte.

Ihre kurze Erzählung ließ ihn die Situation neu bewerten. Wenn der Tod von Endris Rudel diesem so sehr zusetzte, dann konnte er wohl an jenem Punkt ansetzen ihn aus Pandeas Einfluss zu lösen... außerdem hatten sie jetzt jemanden hier, der wusste wo sich die Reste der Wilden Jagd und Pandea selbst befanden und sie kannte wohl das Gelände. Egal wie wenig sie erzählen konnte, war doch jedes bisschen Wissen von großem Wert, daher hörte er genau zu.

Da er derart in seiner eigenen Planung versunken war und zudem noch Myriel sandte was er sehen und hören konnte, kam der Kommentar von Phelan nicht so ganz bei ihm an. Seine Mundwinkel zuckten nur kurz nach oben und er schnaubte leicht. Ihm war herzlich egal was sich der Werwolf dachte, solange er am Ende mit nach Taro kam. Er warf ihm nur einen kurzen Blick zu, in der Gewissheit, dass Myriel zusah. Fast unmerklich sah er dann zu Aponi'kasa.

"Myriel ist informiert, Aponi'kasa. Es ist noch unbestimmt, wie sie helfen wird, aber ich bezweifle nicht, dass sie es tun wird. Macht euch nicht zu viele Gedanken um Phelan. Konzentriert euch auf das, was euch wichtig ist. Mit Hilfe von... Lyressa war ihr Name? Mit ihrer Hilfe können wir zu Endris gelangen."

Er wollte ihr keine Hoffnung machen, dass vielleicht noch mehr Wölfe des Rudels überlebt hatten, dass sie so lieb gewonnen hatte. Vor dem Besitzer der Roten Laterne wich er trotzdem einen Schritt zurück um ihn hindruch zu lassen, als dieser die Kammer verließ. Dabei trat er jedoch jemanden auf den Fuß, der hinter ihm Stand. "Verzeiht..." , wandte er sich entschuldigend zu der Person um, nur um jemanden zu sehen, den er nicht kannte. Dafür war der Geruch ziemlich deutlich. Warum war ihm dies nicht vorher aufgefallen? Due Roten Haare hätten auch ein Hinweis sein können.
"Habt ihr etwas mit der Lykantrophin zu tun, Herr...?" , fragte er den Mann höflich aber bestimmt, dessen Geruch seltsam angenehm war. Es erinnerte ihn zwar an eine ganze Wiese... aber es war nicht unangenehm.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Mittwoch 06 Dezember 2017, 18:23
Ein Soldat im Dienst hat keine eigene Meinung. Ein Söldner verkneift sie sich selbst wenn er eine hat. Befehl oder Bezahlung bestimmten die Handlungsweise eines Kämpfers wie Ragno Todbringer. Die Streitigkeiten zwischen den Haarigen wehten an ihm vorbei wie ein stinkender Furz. Einmal tief durchatmen und schon war es vergessen. Blähungen kamen auch in noblen Familien vor.

Merdarions Blick entlockte dem Zwerg ein unverständliches Brummen. Die Arme vor der Brust verschränkt trat Goldauge hinter dem Minenbesitzer näher, neben seinen Vorgesetzten. Der einem dürren Hänfling die Galoschen breit trat.

"Hauptmann?"  Fragend warf Goldauge dem Rothaarigen einen abschätzenden Blick zu. "Soll ich den Gaffer entfernen? Was ist mit dem Raum gegenüber. Für die Lagebesprechung. Soll ich ihn mir mal ansehen und Stühle ranschaffen?"

Auch auf Kommandeur Runshak richtete Ragno Todbringer seine Aufmerksamkeit. Befehle von dem Ork hatten Vorrang.
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 07 Dezember 2017, 17:01
Es dauerte dann doch nicht so lange, wie er angenommen hatte, bis Lyressa die Augen öffnete. Als diese bei Serafinas Anblick dann in seinen Augen doch etwas aufgeregt die Decke halb von sich streifte, schaute der Magier in den Wasserkrug. Schließlich schien die Rothaarige zu bemerken, dass sie hier nicht mit Serafina alleine war und noch dazu in menschlicher Gestalt. Erst als die verwandelte Lycanerin die Decke wieder über sichgezogen hatte, sah er zu Serafina und nickte leicht als Antwort, ob er mitkommen würde, um diesem Endris zu helfen - wenn ihm noch zu helfen war. Auch wenn er dann seine kleine Familie wieder einige Zeit nicht sehen würde, aber Neome und Yolmena waren aj auch oft in Nighton, so war er dies leider gewohnt.

Im Anschluss gab es noch einen kleinen Disput zwischen Serafina und Phelan, da der Lycaner nicht sonderlich angetan von der Rettungsmission zu sein schien, immerhin ging es wohl tief nach Taros hinein.


Ja, eine Suppe würde ihr gut tun und auch Ruhe kann ihr nicht schaden. Wir sollten wirklich diesen Raum gegenüber für die weitere Besprechung nutzen.

Ein Zwerg, offensichtlich ein Mitglied der Stadtwache, wollte den Raum entsprechend herrichten, so hoffte der Hohentürmler, dass man Lyressa die Ruhe gönnte, die sie wirklich brauchte. Besonders, wenn sie dann doch noch mit nach Taros kommen würde.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Donnerstag 07 Dezember 2017, 22:57
Fasziniert beobachtete Naveen, wie Myriel Magie wirkte und ein Bild über der Kerze entstehen ließ. Naveen hatte in seinem langen Leben schon die ein oder andere Illusion gesehen, dies aber war keine Illusion. Es war ein perfektes Abbild dessen, was eine Etage über ihnen geschah.

Die rothaarige - noch immer unbekleidete - Lykan erzählte etwas. Taros, Pandea, Endris. Auch wenn Naveen Taros durchaus bekannt war, so sagten ihm die Namen der Personen nichts. Er war nicht sonderlich bewandert in Lykantrophen- und Götterdingen. So sah er sich skeptisch an, was gesagt wurde, empfand aber nicht, dass er bei den Problemen, die dort oben beredet wurden, irgendwie helfen konnte.
Er richtete das Wort an seine Tischnachbarn.

"Entschuldigt, wenn ich euch mit mangelndem Allgemeinwissen schockieren muss, aber Pandea ist...?" Naveen hatte durchaus eine Ahnung. Es fühlte sich an, als habe er den Namen schon einmal hinter vorgehaltener Hand gehört, aber sicher war er sich nicht.

Wenig später trat Phelan wieder zu ihnen. Er sah aus, als wenn ihm etwas über die Leber gelaufen war. Wollten die da oben tatsächlich nach Taros aufbrechen?

"Na, wenn die Herrschaften derart in den Süden aufbrechen wollen, sehen wir wohl nicht so schnell wieder. Da könnte man auch bunte Hunde losschicken." Naveen trank einen Schluck und rief dann Klarissa zu sich.
"Liebes, würdest du mir einen Gefallen tun? Dort oben liegt eine junge Dame. Würdest du ihr eines deiner schlichteren Kleider leihen? Ich verspreche dir dafür auch ein Neues." Er schenkte dem Mädchen einen tiefen Blick, ein Lächeln und einen Handkuss.
Ein Haus voller Damenkleider, aber keiner der Männer dort oben dachte daran der Lykan etwas zum Anziehen zu bringen. Typisch.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Freitag 08 Dezember 2017, 00:26
Bre führte den Ork zu einem der Gästezimmer im ersten Stock. Dort legte er die Verletzte vorsichtig auf dem Bett ab. Ein merkwürdiger Zeitgenosse hatte ihn dabei begleitet und die Menschenfrau zugedeckt. Aus irgendeinem Grund bestand der Kerl darauf, bei der Lykanerin eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen. Runshak riet ihm allerdings davon ab. "Ihr wisst schon, dass das ein Lykaner ist, oder?" fragte er den Fremden, der ihm zunehmend bekannter vorkam. "Wenn die verletzt sind, können die ziemlich mies drauf sein. Ich an Eurer Stelle würde mein Gesicht vom Maul eines schlecht gelaunten Lykaners möglichst fernhalten – das heißt wenn Ihr an Eurem Gesicht hängt und wollt, dass es auch so bleibt."

Inzwischen hatte man im Schankraum auch einen Heiler auftreiben können. Zu Runshaks Überraschung war es kein geringerer als Christian di Asturien. Wenn der Meister der Hohenturmgilde Hand anlegte, würde die rothaarige wohl bald wieder zu sich kommen. Die Grünhaut folgte den Anweisungen des Magiers und hielt während der Behandlung den gewünschten Abstand.

Bald schon trafen auch Darius und Serafina ein. „Ihr geht es langsam besser. Sie hat allerdings einiges an Blut verloren.“ antwortete der Kommandant und deutete auf seine zum Teil mit Blut getränkte Kleidung.

Nachdem Christian die Behandlung abgeschlossen hatte und die Wolfsfrau wieder zu sich kam, bemerkte sie Serafina und begann ihre Probleme zu schildern. Scheinbar ging es dem Anführer ihres Rudels ziemlich dreckig, seit ihn Baals Sprößling an die Leine genommen hatte. Das Elend dieses Flohzirkuses kümmerte den Kommandanten der Schwarzklaue nicht wirklich. Serafina hingegen ging die Sache ziemlich nahe, da dieses Rudel wohl so etwas wie Familie für sie war. Dadurch ließ sie sich wohl auch dazu hinreißen, mit Phelan einen Streit anzufangen. Runshak, der bis jetzt fast wortlos geblieben war, wandte sich nun an seine Untergebene. "Dragoleutnant Serafina! Wir haben wichtigeres zu tun, als uns mit Zivilisten zu streiten. Lasst uns erst mal unser weiteres Vorgehen besprechen. Und wenn Herr Phelan will, kann er sich ja unserem Einsatz anschließen.“
Autor: Sâmul von Gor Datum/Zeit: Freitag 08 Dezember 2017, 11:11

Zitat von: Myriel am Samstag 02 Dezember 2017, 22:06   
Eine Gruppe edler Streiter wird in Taros auffallen, wie ein Rudel bunter Hunde...

»Na das trifft sich ja bestens, denn Sâmul ist weder ein edler Streiter, noch ein bunter Hund.«

Ein grinsender Blick des blonden Jünglings wanderte zu Naveen herüber, dann erst, mit einiger Verzögerung, zu seiner Vorgesetzten. »Aber Sâmul kann hier natürlich nicht für alle sprechen. Bei einem derartigen Einsatz würde Sâmul ganz einfach empfehlen, dass sich alle eine Stunde lang im Dreck und Abfall suhlen, dann sehen alle aus und stinken wie die Orken, das sollte als Tarnung zumindest fürs Erste absolut ausreichend sein, nicht wahr? Da die Reise nach Taros sowieso länger dauern dürfte, würde die Täuschung mit der Zeit sogar noch besser werden, wenn sich niemand von denen mehr wäscht. Eine exzellente Idee, findet Sâmul.« Er blickte zu Phelan. »Du kannst den Herrschaften dort oben gerne Sâmuls Vorschlag überbringen...«

Der blonde Jüngling hatte seinen Teller mit dem Geräucherten mittlerweile vollkommen geleert und blickte schulterzuckend zu Naveen. »Sâmul brauchst du bei solchen Dingen nicht fragen. Er weiß nichts über Pandea. Er könnte dir Geschichten über den Krähenmann erzählen, aus längst vergessenen Tagen, als diese Welt noch jung und unverbraucht war, doch über neuartige Entwicklungen weiß er wenig. Aber Sâmul ist sich sicher, dass die blasse Frau uns mehr zu sagen kann.«

Sein Blick wanderte wieder zu Phelan.
»Aber vielleicht willst du das auch übernehmen?«
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 08 Dezember 2017, 11:41
Der Lycanthroph in der Frauengestalt wurde nach oben zu Serafina geschafft. In einem raren Moment, in dem Martin und Lyressa Blickkontakt fanden, sah er den Ausdruck in ihrem Gesicht, der für Martin nur eines bedeutete: Hilf mir.
Genau das würde er tun. „Wo kann ich melden? Wo kann ich mich zur Verfügung…Ich will helfen !“ meldete er sich lautstark zu Wort und hoffte Gehör zu finden.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 08 Dezember 2017, 17:34
Die Lykantrophin brauchte Ruhe. Alle waren sich darüber einig. Ragno latschte in die Kammer gegenüber und stieß die Tür weit auf. Großes Schlafzimmer. Ein paar Möbel. Er zählte kurz durch. Hauptmann, Kommandant, Dragoleutnant, Heiler, Kumpel, Gaffer. Ein neuerlicher Blick in die Kammer sagte ihm: Ausreichend. Wer wollte, konnte sich aufs Doppelbett fläzen. War groß genug für zwei. Eine Bank für weitere zwei, dazu noch zwei Stühle. Er selbst wollte stehen bleiben. Er war ein Zwerg. Die waren gut zu Fuß, auch auf weiten Strecken. Wieso sich die Langen bei jeder Gelegenheit auf ihren Arsch hockten, musste an ihren instabilen dürren Stelzen liegen.

Auf dem Gang neben der Tür baute sich Ragno mit verschränkten Armen auf. Ließ die anderen erst einmal eintreten. Er würde auf der Schwelle Wache halten, wenn nötig. Falls die Lykantrophin von gegenüber Albträume hatte.



Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 09 Dezember 2017, 09:02
Asarra hatte sich neben Naveen an den Tisch der bekannten Magierin gesetzt. Man plauderte - was der Amazone seltsam genug vorkam. Die beiden Herren schienen vertrauter mit Myriel, als sie es war. Irgendwie hatte es sich nie ergeben, dass sie die Magierin anders erlebt hatte als im Kampf. Sie schien... seltsam normal, als man über die Dinge sprach, die das Königreich gerade beschäftigten.

Kurz darauf bewies Myriel ihre Macht eindrücklich. Mit einer eleganten Handbewegung liess sie das Zimmer über ihnen entstehen. Klein, und doch genau genug um alles mitzubekommen. Solche Macht gehörte nicht in die Hand von Sterblichen. Asarra lehnte sich unwirklich ein wenig zurück, doch das Geschehen fesselte sie zusehends. Pandea, Endris... Taros.

Das Gesicht der Amazone verdüsterte sich, als sie Naveens Frage beantwortete. "Pandea ist wohl so etwas wie eine Halbgöttin. Die Tochter Côrs und der ersten Lykana oder so etwas, wenn ich das richtig im Kopf habe. Sie war gefangen, doch mit Hilfe der wilden Jagd hat Côr sie wiedererweckt. Wobei er die meisten der Lykaner niedergemetzelt und ihr Blut für das Ritual verwendet hat, nachdem wir die umliegende Bevölkerung zur Flucht überredet haben.
Ich fürchte, wir haben damals nicht mehr erreicht als Côr ein bisschen auf die Nerven zu gehen." Es wurmte die Amazone immer noch, das war gut in ihrer Stimme zu hören.

Als Klarissa zum Tisch trat, verstummte die Kriegerin kurz. Dann grinste sie Naveen unverhohlen an. "Soso, die spitzen Ohren scheinen ja doch ganz gut zu funktionieren." stichelte sie, bevor sie den Kopf schüttelte und wieder zum Thema zurück fand.
Sie lauschte Sâmuls Worten, und nickte. "Das ist gar keine so schlechte Idee, Junge. Naja, zumindest in den Ansätzen. Eine Verkleidung müsste her. Die Lykaner und Darius sind ja aus dem Schneider. Naveen, Dunkelelfen sind nicht zufälligerweise etwas grösser und kräftiger als ihre hellen Artgenossen?" sie blickte vielsagend an sich selbst herab. Während ihre Kameraden wenig begeistert von der Aktion schienen, wusste Asarra, dass sie mitging. Die Kriegerin konnte sich immer noch nicht mit ihrer Niederlage am Wolfsfelsen abfinden. Und wenn schon nichts gegen Côr selbst ausrichten konnte, wie sie eindrücklich hatte erfahren müssen, dann würde sie wenigstens Pandea ins Handwerk pfuschen. Wenn dabei Endris befreit werden konnte - warum auch nicht.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 10 Dezember 2017, 00:32
Runde 3


Unten in der Schankstube kam als allererstes die Frage auf, wer denn überhaupt Pandea und Endris wären. Da Asarra am Wolfsfelsen dabei gewesen war, konnte sie aus erster Hand darüber berichten. Sie tat es, wie man es von einem Hauptmann erwarten konnte: kurz und prägnant. Myriel nickte zu dem Bericht der Amazone zustimmend, sagte aber nichts.

Phelan setzte sich wieder zu ihnen und schien verstimmt zu sein. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen Klarissa zu sagen, das sie auch einen Teller Suppe hinauf bringen sollte. Die schwarzhaarige Schöne schien allerdings nur Augen für Naveen zu haben, und schenkte dem Schneider ein zuckersüßes Lächeln, bevor sie ihm beteuerte seinem Wunsch nachzukommen. Ein neues Kleid bedeutete das sie Naveen zum Maß nehmen aufsuchen musste, und das war eine Gelegenheit, die sie sich gewiss nicht entgehen ließ.

Als die Angestellte der Laterne wieder verschwunden war, fingen Sâmul und Asarra an mehr oder weniger konkretere Pläne darüber zu schmieden, wie man vorgehen konnte. Die Schwarzmagierin, die bisher geschwiegen hatte, sah von einem zum anderen bevor sie das Wort ergriff:

Wenn Ihr das wirklich ernsthaft in Betracht zieht, solltet Ihr für eine gute Tarnung sorgen. Vielleicht durch Maskeraden, vielleicht zusätzlich durch die Vortäuschung falscher Tatsachen.

Sie sah Asarra eindringlich an, bevor sie weiter sprach.

Ihr seid Hauptmann in Drachenauge, der Hauptstadt des Reiches. Glaubt Ihr nicht das ihr als Gefangene von so hohem Wert wäret, das man die ein oder andere Ungereimtheit übersehen könnte? Vielleicht hat Sâmul ihr eine Falle gestellt und sie so in Ketten gelegt.

Ihr Blick wanderte weiter zu Phelan und versuchte in den Augen des Lykantrophen zu lesen was er dachte.

Willst Du sie begleiten?

Für einen Augenblick herrschte Schweigen am Tisch, dann nickte Myriel, langsam und ernst.

Ich kann Euch ein Portal nach Taros machen. Tangalur hat mir vor vielen Jahren das Geheimnis verraten wie man das Pulver dafür zusammen mischt. Es wird direkt in den schwarzen Turm führen der nordwestlich der Festung liegt in die ihr müsst. Den Rest müsst Ihr allein schaffen.

Womit wohl klar war, das die Schwarzmagierin selbst sie nicht begleiten würde.

~ ~ ~


Klarissa balancierte einen Teller Suppe die Treppe hinauf und hatte eines ihrer Kleider über dem Arm hängen – das, was ihr am wenigsten gefiel. Auf dem Flur vor dem „Krankenzimmer“ stieß sie fast mit dem vornehm gekleideten Herrn zusammen, der so intensiv nach Flieder roch.

Oh, Verzeihung. Zum Glück ist nicht passiert. Sagt wärt ihr so nett – ich habe unten so wahnsinnig viel zu tun – würdet ihr der Verletzten bitte dieses Kleid und die Suppe bringen? Dann könnte ich mich wieder um die Gäste kümmern.

Dem bittendem Blick und dem gezielt eingesetztem Lächeln würde wohl kaum jemand diesen Gefallen abschlagen.
Ragno hatte unterdessen das Nebenzimmer kontrolliert und für ausreichend gefunden. Einer nach dem anderen wechselte den Raum, da Christian der jungen Frau vor allem Ruhe verordnet hatte. Lyressa ließ Serafina nur ungern gehen, verließ sich aber auf ihr Urteil und hre Versicherung, das der Heiler Recht hatte.

Gut, wenn Du meinst das es besser ist Serafina, werde ich mich etwas ausruhen. Aber wage es Dich nicht ohne mich nach Taros zu gehen. Ich will ihn genauso sehr da raus holen wie Du.

Ihr Blick fiel auf das Amulett mit dem Wolfskopf in ihren Fingern, das Phelan ihr in die Hand gedrückt hatte, und sie strich sacht mit dem Finger darüber. Was hatte er ihr ins Ohr geflüstert? „Es wäre niemandem damit geholfen, wenn Pandea einen zweiten Alpha als Spielzeug in die Finger bekäme.“ Damit mochte er Recht haben, und trotzdem wäre es der Fuchsroten lieber gewesen, wenn er sie begleitet hätte.

~ ~ ~


Die Versammlung im oberen Stockwerk warf mehr Fragen auf, als das sie löste. Welchen Weg sollte man einschlagen, sollte man lieber zu Fuß reisen oder den Schiffsweg probieren? Oder gab es gar die Möglichkeit ein Portal zu benutzen? Sollte man sich verkleiden oder nicht und wer würde in einem Land wie Taros überhaupt auffallen? Viele Fragen, auf die sie kaum Antworten fanden, bis Myriel versuchte Darius zu erreichen:

„Darius ich werde Euch helfen, so gut ich es vermag. Ich kann Euch ein Portal nach Taros öffnen, aber es wird nur zum schwarzen Turm führen. Den Rest des Wegs müsst Ihr allein schaffen, denn ich werde Euch nicht begleiten. Und Ihr solltet Euch beeilen, bevor ich es mir anders überlege. Trefft mich bei Sonnenaufgang vor den Toren der Stadt“
Autor: Phelan Datum/Zeit: Sonntag 10 Dezember 2017, 14:28
Phelan war durchaus froh, dass Asarra die Fragen nach Pandea beantwortete. Er redete nicht gerne mit außenstehenden über die Belange der Wilden Jagd. Nicht wenn es nicht sein musste. Das war ein zu gefährliches Spiel. „Endris ist… oder war einer der Unteranführer der Wilden Jagd. Er blieb in den Wäldern um Nuru, als sich die restliche Meute daraus zurückgezogen hat, und handelte den Waffenstillstand mit Grosh aus. Sein Leben wurde wohl verschont, aber er ist nun so etwas wie das Lieblingsspielzeug von Pandea“, ließ er sich dennoch zu ein paar ergänzenden Worten über den weißen Alpha hinreißen.

Ein wenig später wurde auch schon über Verkleidungen diskutiert und der Wolfsmann hatte den Verdacht, dass alles was er da hörte, um einiges praktikabler war, als das, was die obere Gruppe planen würde. „Ich habe einen waschechten Dunkelelfenumhang oben in meinem Schrank hängen“, trug er seinen Teil bei. „Den könnte ich einem von euch leihen. Und er könnte als Vorlage für weitere Verkleidungen dienen. Auch die Idee mit dem orkischen Gestank sollten wir nicht als Unsinn abtun. Dunkelelfen kann man vielleicht mit dem Aussehen täuschen. Lykantrophen vertrauen jedoch sehr auf ihre Nasen. Wenn man den menschlichen Geruch nicht los wird… Nun, menschliche Söldner gibt es überall. Auch in Taros. Doch sie sind dort nicht die Regel und könnten mehr Aufmerksamkeit erregen, als Angehörige anderer Rassen.“

Als ihn Myriel fragte, ob er mitkommen würde, ließ sich der Krieger mit seiner Antwort Zeit. „Ich habe inzwischen gute Gründe mein Leben nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Aber diese Sache scheint mir wichtig genug, um dafür ein gewisses Risiko einzugehen. Ich werde aber vorsichtig sein. Und wenn es zu riskant wird, bin ich der erste, der den Schwanz einzieht und die Sache abbricht.“ Doch die Druidin kannte ihn wohl gut genug, um zu wissen, was er gerade ausblendete: Wenn es so weit wäre, würde sein Stolz ihm nicht erlauben einen Rückzieher zu machen. „Ich lass Dich nicht allein und komme auf jeden Fall wieder.“

Die Sache mit dem Portal, wunderte Phelan nicht weiter. Myriel hatte so etwas bereits erwähnt. „Auf diese Weise werde ich nicht später in Taros auftauchen, als wenn ich mich dorthin ohne magische Mittel hätte durchschlagen müssen. Sie werden nicht früher mit mir gerechnet haben und mein spätes Erscheinen nicht als Zeichen mangelnder Loyalität werten“, stellte er zufrieden fest. In Taros wäre es eine Katastrophe, wenn seine Tarnung nicht hielt. Auch so würde er sich für sein Versagen rechtfertigen müssen. Das Gift der Hexe würde vielleicht als mildernder Umstand durchgehen. Wenn er Glück hatte zumindest.
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 10 Dezember 2017, 15:45
Es wurde Zeit zu besprechen, wie sie in Taros vorgehen würden und Phelan hatte durchaus mit seiner Aussage Recht. Ein Krankenzimmer war kein Raum für eine solche Besprechung. Ein paar Schritte und eine halbe Drehung mannövrierten ihn geschickt an den Menschen auf dem Gang vorbei in das Zimmer, welches Ragno für sie bewachte, was dem Zwerg einen kurzen Blick und ein zustimmendes Nicken von ihm einbrachte. Rasch hatte er dann auch einen Platz auf einer der Bänke gefunden und wartete dann dort, bis sich der Rest ebenfalls eingefunden hatte.

"Wenn ihr erlaubt Kommandant Runshak, werde ich kurz zumsammenfassen, worum es hier geht.",  wandte er sich zuerst suchend an seinen Kommandanten, denn wenn er eines gelernt hatte, dann war es nicht die Befehlskette einfach zu übergehen und nicht diejenigen zu sehr zu verägern, die stärker waren als er. Außgenommen alles was aus Taros kam.

Auf die Bestätigung des Orks hin räusperte er sich und... "Zuerst möchte ich euch alle um Verzeihung bitten." , begann er mit leichten Bedauern in der Stimme. Bevor jemand fragen konnte warum nahm der verwandelte Drache all die Gedankenfäden im Raum auf und hielt sie an seinen Geist. "Für diejenigen, die mich noch nicht kennen, gestattet mir mich vorzustellen. Ich bin Darius, Eisdrache und Hautpmann der Todgeweihten der Schwarzklaue von Nuru. Der Ork dort ist Kommandant Runshak der Schwarzklaue und die Lykan hier ist Aponi'kasa, Dragoleutnant der Nachtjäger. Dank ihr sind wir überhaupt über diese Situation im Bilde. Unser größter Feind, wenn ihr uns nach Taros begleitet, wird Pandea sein, die Tochter des Gefallenen Sängers Côr, auch Baal von den Menschen gennant." 

Mehr als ein einzelnes Bild der Tochter von Côr konnte er nicht bieten, aber er sandte es trotzdem zu den Naka Duskeal. Die Blasse Gestalt und dennoch sehr ansehnliche Gestalt, welche ihre Verwandtschaft zu ihrem Vater aufwies. Aus ihren Augen schien die gleiche Grausamkeit zu strahlen, die dunklen Lippen zu einem höhnischen Schmunzeln verzogen.

"Taros ist ein Ödland" , wieder ein Bild, diesmal ein kurzer Ausschnitt der Umgebung von einer der Drowsiedlungen bei ZeschZachArr. Öde Bäume, karge Erde, die nur teilweise bewchsen war und zum Großteil wie eine Aschewüste wirkte. Selbst der Himmel war dunkel und vollständig bewölkt, sodass weder Sterne noch Gestirne zu sehen waren, wodurch alles in ein schummriges Halblicht getaucht war. "doch wie die Umgebung bei Pandeas Festung aussehen wird, kann ich nicht sagen. Nehmt euch vor allen Einwohnern, Kreaturen und auch Pflanzen in Acht. Nichts in Taros ist von harmloser Natur."  Seine Blick suchten nacheinander jeden der Anderen im Raum.

Diese Ratschläge dienten zum einen denen, die noch nie in Taros gewesen waren und sollten andererseits auch ein wenig deren Entschlossenheit prüfen, damit sie nicht später mit jemanden zu kämpfen hatten, der doch lieber in Dragonia geblieben wäre.

Er schätzte genügend Eindruck auf alle gemacht zu haben und ging wieder dazu über mit seinem Mund zu sprechen, nachdem er vorher geschwiegen hatte. Außerdem machte er sich die Mühe ein wenig Leben in seine eigene Verkleidung zu bringen, aber nicht zuviel. Hochelfen trugen ihre Gefühle immerhin nicht offen zur Schau. Er korrigierte ein wenig seine Haltung und versuchte einen kühlen, professionellen Ton beizubehalten. 

"Meiner Erfahrung nach können die Diener des Gefallenen Sängers getäuscht werden, indem wir uns verstellen. Verkleidungen, Täuschung und Lügen werden unser bester Schild sein, wenn wir uns durch Taros bewegen. Lyressa wird uns hierbei führen müssen, daher gilt es sie zu schützen.", erklärte er und sah in die Runde. "In meinem Büro bewahre ich einen Drowmantel genau für diese Gelegenheit auf und auch eine Maske, die ein wenig helfen könnte. Da nicht jeder unter uns ein Formwandler ist..." , er hielt kurz inne um zu überlegen und faltete seine Hände vor sich auf den Tisch. "Vielleicht ist ein Besuch bei der Schneiderei zur heißen Nadel notwendig. Schneidermeister Naveen Nebeltau hat eine Sammlung an Köstumen, die uns in dieser Hinsicht helfen dürften."

---

OOT: Das Bild findet sich in meinem Link. Antwortpost #143, fast ganz unten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sonntag 10 Dezember 2017, 22:21
Aponi'Kasa zuckte entschuldigend mit den Ohren, als Kommandant Runshak ihr eine verbale Kopfnuss verpasste. Ungewöhnlich schweigsam zog sie sich neben Lyressas Bett zurück und wartete, bis sich die Versammelten auf den Weg zur Besprechung machten. Mit einem leisen Knurren gab sie dem Herrn von und zu Muesli zu verstehen, dass er mit der Suppe draußen warten sollte.

"Lyressa, mach dir keine Sorgen, ich werde dieses Haus nicht ohne dich verlassen. Versprochen. Aber du braucht all deine Kräfte. Soll ich dir Fleisch besorgen? Während du dich ausruhst, überlegen wir wie sich unsere menschlichen Helfer in Taros unauffällig bewegen können."

Die Grauweiße beugte sich vor, stupste die Rothaarige sanft mit der Schnauze auf die Nase und legte die Stirn gegen die der Menschenfrau. Mit geschlossenen Augen verharrte Aponi'Kasa einen Moment lang in dieser Umarmung, ehe sie sich wieder zurückzog. Ihre Ohren bewegten sich nachdenklich zur Seite.

"Lyressa, es gibt da noch etwas... Phelan... hast du dich je gefragt, warum er als einziger Alpha der Wilden Jagd zuletzt nicht am Wolfsfelsen war? Warum er bis heute nicht zu Côr zurückgekehrt ist? Ich will kein Misstrauen in dein Herz säen. Du sollst aber wissen, dass ICH ihm nicht zu hundert Prozent vertraue. Bei der Menschenjagd war ich in seiner Einheit. Was ich sah war nicht schlüssig. Mag sein, dass ich mich irre. Unser Verhältnis ist nicht das Beste. Womöglich spielt er sein  eigenes Spiel. Zumindest tut er nichts ohne eigenen Vorteil. Vertraue ihm so weit wie du selbst es für richtig empfindest. Richte dich nicht nach mir. Du sollst nur verstehen..."

Die Lykana erhob sich auf die Hinterbeine, um dem Suppenträger Platz zu machen. Traurigkeit lag in Aponi'Kasas Stimme, als sie sich an der Tür noch einmal zu der verwandelten Fuchroten herum drehte. "Lyressa... die Welpen... sind sie...?"

~~~

Mit forschem Schritt begab sich Aponi'Kasa in die Kammer gegenüber, hockte sich neben das Doppelbett in Ruhestellung auf den Boden und verschränkte die Pranken vor dem aufrechten Oberkörper. Schweigend lauschte sie, was ihre Vorgesetzten zu sagen hatten.

"Wird uns Amarok begleiten?", fragte sie, nachdem Hibernus geendet hatte, als spräche sie von jemandem der sich nicht im Raum befand. "Zu den Verkleidungen kann ich einen orkischen Schädelstab beisteuern, der gehörte einem Schamanen."

Ihr Blick fiel auf Kommandant Runshak. Für einen Orkschamanen wirkte er eine Spur zu kräftig - wenn sie dabei an Kulldung und Llalizh dachte. Merdarion vielleicht? Nein, der war durch und durch Soldat. Das zeigte allein seine Haltung.

"Und einen Rabenschnabel, das ist ein orkischer Knüppel. Ich fände es unklug sich zu trennen. Wie erklären wir eine derart große Gruppe? Ein Rudel Wölfe lässt sich nicht von Orks begleiten. Sie pflegen Waffenstillstand, keine Freundschaft."

Die Ohren steil und aufmerksam aufgerichtet, sah sie sich im Raum um und wartete auf die Meinung derjenigen, die sich würden verkleiden müssen.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Sonntag 10 Dezember 2017, 22:45
Neben der Tür stand der Zwerg und kratzte sich am Bart. An die Stimme in seinem Hinterkopf würde er sich nie gewöhnen. Bilder bekam er das erste Mal gezeigt. Von Verkleidungen war die Rede. Todbringer hüstelte und wartete, bis ihm einer der Höhergestellten das Wort erteilte.

"Stimme der Dragoleutnant zu. War lange Zeit Söldner bei den Orks im Hochland. Schlage mehrere Gruppen vor. Ein Söldnertrupp. Fällt nicht auf solange er miese Laune verbreitet. Orks, Drow, ein Zwerg."

Mit einem Grinsen deutete er bei letztem auf sich.

"Zweiter Trupp ein Wolfsrudel. Lässt die Söldner nicht aus den Augen. Trauen einander nicht. Was anderes glauben die dort nicht. Verkleiden reicht nicht. Wir müssen so tun als ob. Die Hochlandorks würden einem Wolf aus Taros nicht den Arsch zudrehen. Ein Umrix übrigens auch nicht."

Wobei er sich selbst meinte. Fragend schweifte sein Blick von einem zum anderen. Verstanden die Langen, was er sagen wollte?

Autor: Naveen Datum/Zeit: Montag 11 Dezember 2017, 11:30
Konzentriert hörte Naveen Asarra zu und nickte immer wieder stumm. Pandea war die Tochter Côrs. Er hatte so etwas befürchtet.
Normalerweise versuchte der Elf um solcherlei "Götterding" einen Bogen zu machen. Auch wenn er von diesen allmächtigen Wesen nicht viel hielt, so sah er es doch als gesünder an, es sich nicht mit ihnen zu verscherzen.
Ein paar Dämonen hier, ein paar dunkle Spione dort.. aber die öffentliche Konfrontation mit einer Gottestochter suchen?

Doch Asarra schien sich sicher zu sein, nach Taros gehen zu wollen. Und auch Phelan hielt es für wichtig genug um seine Schritte in das Ödland zu lenken.
Nachdenklich sah der Schneider von einem zum anderen und fasste dann einen Entschluss. Asarra mochte es nicht wissen, aber für Naveen gehörte sie neben Phelan zu eine seiner engsten Vertrauten und er würde sie und den Lykan nicht alleine nach Taros ziehen lassen.

"Ich komme mit euch." sprach er ernst und leise.
"Vielleicht könnt ihr mein Schwert brauchen." Damit meinte der Elf nicht nur seine eigenen Fähigkeiten am Schwert, sondern tatsächlich das Schwert selbst - führte er doch die orkische Klinge, die Phelan ihm geliehen hatte.
"Außerdem kann ich euch mit Sicherheit bei der Tarnung helfen. Nicht nur beim Anfertigen von Umhängen.
Mein Kostümfundus hat einige interessante Stücke. Auch dunkelelfische Kleidung."
Noch immer war seine Stimme gesenkt. Er erinnerte sich daran, wie er mit Hibernus die Rüstung eines Dunkelelfen gefunden hatte. Und er dachte an seine kleine, besondere Kappe die einen jeden eine Zeit lang unsichtbar machen konnte.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Montag 11 Dezember 2017, 12:04
Bereits Grübelnd war Merdarion den anderen in das Nebenzimmer gefolgt. Dort fiel der Eisdrache beinahe mit der Tür ins Haus. Statt eventuelle wichtige Hintergrundinformatioen zu liefern erklärte er nur knapp das es gegen eine Göttin ging. Nun vielleicht wusste auch jeder ausser ihm selbst Bescheid worum es ging. Also wartete er noch ein wenig bis auch Serafina und Ragno ihre Vorschläge unterbreitet hatten.

"Nun vielleicht übersehe ich ja etwas aber wäre es bevor wir uns entschließen wie wir hinter den feindlichen Linien agieren erst einmal wichtig dort hinzugelangen? Wollt ihr zu Fuß reisen? Oder mit Pferden, wie wollt ihr euch versorgen ohne Zeit zu verlieren? Vor einigen Jahren startete einer eurer Vorgänger, " Dabei sah er den Orkhauptmann an "Kjeldor war glaube ich sein Name, eine Expedition bis an die Grenzen von Taros. Ich war damals nur einfacher Soldat aber Christian hier war stellvertretender Leiter der Operation. Er kann sicherlich einiges zum Thema Reise nach Taros beisteuern. Ich glaube für den Rückzug wurden Portalrollen verwendet." Ein kleiner Hinweis darauf das man die Reise möglichweise auf verkürzen konnte.

"Ragnos Idee bezüglich der Verkleidung gefällt mir sehr gut, als Dunkelelf werde ich aber eher nicht durchgehen. " Dafür war er einfach zu breit gebaut, von der schweren Rüstung gar nicht zu sprechen. Am liebsten würde er sich das Verkleiden schenken, aber was tat man nicht alles um nicht aufzufallen.

Danach folgte er der weiteren Besprechung in der Hoffnung das doch noch jemand etwas Licht in die ganze Sache brachte. Notfalls würde er sich Ponika schnappen, die Chancen das sie redete dürften deutlich höher liegen.

Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 11 Dezember 2017, 13:38
Nachdem Christian sichergestellt hatte, dass seine Patientin ihre Ruhe haben würde und somit nur noch Serafina bei ihr war, begab sich auch der Magier des Hohenturms in das gegenüberliegende Zimmer zur Besprechung der weiteren Schritte. Nachdem Darius einen groben Abriss über die Geschehnisse preisgegeben hatte, wurden bereits Ideen laut, wie sie in Taros auftreten würden, von Verkleidungen war die Rede. Da hatte der Retter des Drachenauges mit dem Zauber der Morphologie noch eine der besseren Möglichkeiten, zumindest sich selbst in ein dort unauffälliges Tier zu verwandeln. Merdarion lenkte dann die Aufmerksamkeit darauf, dass man auch erstmal nach Taros kommen musste.

Ein guter Einwand, Merdarion. Wir sind damals bis nach Naha geritten, bevor wir mit einem von den örtlichen Machthabern zur Verfügung gestellten Transportschiff weiter nach Westen gereist sind. Allerdings endete unsere Fahrt noch ein gutes Stück vor der Grenze zum orkischen Hochland aufgrund eines Angriffes auf ein Dorf. Die Angreifer waren jedoch nur die Vorhut einer großen Armee, weswegen wir uns dann doch zurückziehen mussten. Ein Teil per Schiff, um Naha zu warnen, während einige von uns mit einer der seltenen Portalrollen ein Portal direkt nach Drachenauge geöffnet haben, auch um die Dorfbewohner dorthin zu retten.

Selbst wenn wir eine solche Portalrolle hätten, müsste jemand bereits an einem ausreichend befestigten Ort in Taros gewesen sein, um diese für ein Portal dorthin nutzen zu können. Zwar war ich bereits an einem solchen Ort, aber dieser ist seitdem verschüttet und ich möchte nicht unter irgendwelchen Trümmern her auskommen. Ansonsten wäre eben der Seeweg noch der kürzeste, am besten vielleicht mit Zwischenstopp auf der Einhorninsel, zumindest war dies der letzte Weg, den wir nach Taros genommen haben.

Vielleicht hatte ja noch jemand einen besseren Einfall, sonst müsste er doch die 'Fischotter' reisefertig machen, auch wenn er hier in der Gegend kaum so erfahrenen Matrosen wie in der Hauptstadt finden würde.

<--@-->

Myriel wollte ihnen eine Art Portal öffnen, weswegen sie sie bei Sonnenaufgang vor Nuru treffen sollten. Auf jeden Fall hatten sie keine schnellere Option, weswegen dieser Weg als Reiseweg gewählt wurde. Auch wenn sich der Magier fragte, wie Myriel überhaupt dazu imstande war, dies zu bewerkstelligen. Bestimmt ein Ritual, mit denen der ehemalige Statthalter sich immer noch nur oberflächlich auskannte. Er bevorzugte nunmal Zauber, die er selbst in der Hitze eines Gefechts aus dem Ärmel schütteln konnte, ohne erst Symbole auf den Boden zu malen oder diverse Reagenzien zu verteilen.

Da es bis zum Treffen nicht mehr lange dauerte, schaute er nochmal nach Lyressa, denn diese würde ja mitkommen als mehr oder weniger Ortskundige. Aber da es ihr zumindest körperlich wieder recht gut ging, hatte er nichts gegen ihre Teilnahme einzuwenden.

Myriel befand sich wie verabredet vor den Toren Nurus an einer großen Feuerstelle, weswegen der Hohentürmler vermutete, dass dieses für das Portalerstellungsritual gebraucht wurde. Ein bisschen war er dann doch neugierig, was weiterhin dafür benötigt wurde, weswegen er schaute, ob er Reagenzien oder ähnliches entdecken konnte. Von Amaroks mitgebrachtem Proviant nahm er sich genug für einige Tage mit, als Schmutzgeier würde er vielleicht auch in der lebensfeindlichen Einöde etwas zu fressen finden.
Autor: Sâmul von Gor Datum/Zeit: Montag 11 Dezember 2017, 22:24
Langsam wanderte sein Blick von Naveen zu Phelan und dann weiter zu seiner Vorgesetzten, der Amazone, ehe er leicht genervt die Augen verdrehte. »Na fantastisch, wie es scheint ist Sâmul gerade von einer Horde edler Helden umgeben, die ihr Leben gar nicht schnell genug wegwerfen können. Welch tapfere Recken. Die Barden werden noch Lieder über eure Heldentaten singen.« Die Worte des blonden Jünglings trieften geradezu vor Sarkasmus, ehe sich ein breites Grinsen auf seine Lippen schlich.

»Eines muss euch klar sein. Niemand stielt einer Göttin ungestraft das Lieblingsspielzeug, selbst wenn es sich nur um eine Halbgöttin handelt. Sâmul ist das ja vollkommen gleich, er ist ja nur ein Verrückter, durchgeknallt genug sich sogar mit Halbgöttern anzulegen. Bei Sâmul erwartet man derartige Eskapaden und Absonderlichkeiten. Aber so manch anderer hier am Tisch...«

Der blonde Mann lächelte. »Ich glaube, Sâmul würde einen ausgezeichneten Söldner abgeben. Und mit Freuden würde er Lady Hauptmann als seine Gefangenen nach Taros bringen. Nur zur Tarnung, versteht sich, Sâmul würde doch nie auf den Gedanken kommen jemanden zu seinen eigenen Vorteil zu entführen und zu verkaufen, nein, nein. So jemand ist Sâmul nicht, sicher nicht, nein, auf keinen Fall.«

Bei den Worten deutete er mit dem Daumen nach oben in Richtung Obergeschoß. »Vielleicht sollte jemand den Kaspern da oben Bescheid sagen, dass wir hier unten eine Lösung gefunden haben. Schließlich ist ein solches Portal vermutlich der sicherste und schnellste Weg, den man sich nur denken kann.«
Autor: Darius Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 01:38
"Amarok wird kommen." , bestätigte der Anführer der Todgeweihten mit einem leichten Schmunzeln gegenüber der Lykan und überlegte sich auch gleich deren Vorschlag, die Arme nun auf den Tisch gestützt und den Hände unter seinem Kinn gefaltet. "Bringt den Stab mit, ich werde mir ihn ansehen, bevor wir losziehen."

Während Ragno seine Idee vorbrachte, die so gar nicht schlecht klang, ja sogar recht durchführbar, bemerkte er eine weitere Nachricht von Myriel. Dadurch mochte er ein wenig abgelenkt wirken, da er sich nicht auf den Zwerg fokusierte.
"Wir haben verstanden Myriel. Habt Dank für eure Hilfe. Jede Unterstützung in dieser Sache kann entscheidend sein ob wir zurückkehren oder nicht." , sandte er ihr sogleich zurück, wirklich dankbar dass sie ihnen den ganzen Weg nach Taros ersparte, auch wenn das hieß, dass sie gleich im Schwarzen Turm selbst herauskommen würden. Es schlug um Längen die Alternative nach Taros reisen zu müssen und sich dort durch die Lande zu winden.

Aus diesem Grunde konnte er auch nicht anders, als bei Merdarions Rede offen zu lächen, wie eine Katze die einen Vogel gefressen hatte. Es amüsierte ihn, dass er die Lösung des Problems bereits in seinen Klauen hatte, während selbst Christian noch nach Möglichkeiten suchte. Dennoch kümmerte er sich zuerst um eine andere Sache.

"Ein guter Plan, Ragno Todbringer. Als Söldner solltet ihr durchkommen können, während eine andere Gruppe das Rudel mimt." , hier wandte er sich ein wenig vorsichtiger zu Serafina und sein Lächeln schwand. "Ich würde befürworten Phelan zum Alpha zu machen, selbst wenn es nur zum Schein ist.Er ist bereits bekannt bei der Wilden Jagd, Aponi'kasa... und so wie ich ihn kenne, wird er nicht hierbleiben, egal was er vorhin gesagt hat." Das war zumindest seine Einschätzung und in Hibernus Blick lag die stumme Bitte an Sie, seinen Vorschlag zumindest in Erwägung zu ziehen. vorallem weil der gedankliche Part nur an sie gerichtet gewesen war.

"Aalllerdings!" , zog er das nächste Wort ein wenig in die Länge um das Thema zu wechseln. "Gibt es auch gute Nachrichten. Wir haben bereits einen Weg nach Taros." , eröffnete der versammelten Gruppe und sah von Serafina weg. Naja, der einen Hälfte. "Morgen vor Sonnenaufgang wird Lady Myriel selbst uns ein Portal dorthin öffnen, wenn wir sie vor den Stadttoren treffen." , sandte er die letzten Worte in ihre Köpfe, um das Geheimnis nicht gleich durch die Rote Laterne zu brüllen.

Sein Geist tastete durch das Gebäude nach unten, denn neben Myriel hatte er weitere vertraute Gedankenmuster erkannt.
"Asarra, welch eine angenehme Überraschung euch wieder einmal in Nuru zu treffen. Werdet ihr mit uns nach Taros kommen?" , fragte er sie, auch wenn sowohl Freude als auch etwas Besorgnis in seinen Gedanken lag. Immerhin ging es nach Taros und nicht nur in irgendeine Randregion, sondern direkt in die Sitze der Macht des dunklen Landes. Da konnte man sich schonmal Gedanken um diejenigen machen, die man zu schätzen und zu mögen gelernt hatte. Eine kurze gedankliche Umarmung durfte deshalb nicht fehlen... und auch ein Anderer blieb von ihm nicht verschont.

"Phelan, Alpha der Wilden Jagd..." , begann er und eröffnete ihm all das, was oben diskutiert worden war. Von der Idee mit den Verkleidungen, zu den Beteiligten die Mitkommen würden, bis zu Ragnos Vorschlag mit den zwei Gruppen. "...daher wäret ihr wohl der ideale Anführer. Ihr seid bereits bekannt. Man wird euch die Rolle abnehmen. Euer Rudel wird aus Lyressa, die uns in Taros führen wird, Serafina und mir bestehen. So fallen wir weniger auf."

All dies trug er ruhig vor, nicht wie einen Befehl, sondern eher wie einen Plan, den der Lykantroph durchaus noch seine eigene Marke aufdrücken konnte. Es würde vieles einfacher machen, wenn er zustimmte, denn er traute es sich selbst nicht zu den Alpha eines solchen Gruppe zu mimen. Nicht wenn er es gerade einmal schaffte einen halbwegs glaubwürdigen Wolf zu spielen und noch zu wenig über die Kultur und Bräuche der Wilden Jagd wusste.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 10:10
Etwas misstrauisch schaut Merdarion Darius an als dieser von dem Portal sprach. "Gut dann haben wir einen Weg hinein, gibt es schon einen Plan wie wir wieder hinauskommen?" Christian hatte gerade noch erklärt das ein solches Portal das Wissen über den Zielort benötigte. Die Erzmagiern Myriel würde wohl kaum ihren Urlaub in Taros verbracht haben, vielleicht war sie ja auch wie so mancher anderer bei einer Mission im Feindesland dabeigeswesen. Trotzdem verwunderte es ihn. Genauso die Tatsache das die fremde Lykanerin mit allzuvielen Anwesenden vertraut schien.

Als die Besprechung schließlich endete erhob sich der Minenbesitzer von seinem Platz. "Gut ich werde meine Ausrüstung zusammensuchen und danach zu den anderen in der Schneiderei stoßen, vielleicht findet sich ja doch etwas für mich." Die ersten waren schon dabei den Raum zu verlassen und so konnte er recht unbemerkt neben seiner Gildenschwester stehen bleiben. "Würdest du mich noch bis zur Mine begleiten?" Sein Tonfall war relativ neutral, vielleicht etwas gepresster als sonst. Eine Vielzahl von Fragen war offen geblieben und ganz sicherlich würde er nicht ohne dieses Wissen einfach blinlings nach Taros ziehen.

Als er die Treppe nach unten in den Schankraum nahm erblickte er das ein oder andere bekannte Gesicht als er seinen Blick schweifen ließ. Kurz nickte er dem ein oder anderen zu, ob sie ihn sahen war nicht eindeutig zu erkennen. Doch für ein Gespräch war gerade keine Zeit. Wieder an der frischen Luft sog er diese tief ein, doch das etwas mulmige Gefühl das sich in ihm breit gemacht hatte blieb. "Also Schmetterling fangen wir mal ganz von vorne an. Wer liegt eigentlich dort oben in dem Zimmer?"
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 12:11
Es schien dem Herrn von Muesig, dass man allseits gewillt war der Frau dem Lycantrophen zu helfen, aber vor lauter Kompetenzgerangel nicht recht vom Fleck kam. Ein immer wieder zu beobachtendes Phänomen.
Bei solch fast schon philosophischen Betrachtungen bemerkte er die Dame nicht, die plötzlich mit ihm zusammenrumpelte. Er sah auf und setzte sofort sein gewinnendstes Lächeln auf, dessen er habhaft werden konnte. „Schöne Frau, solche Zusammenstöße, kann ich nicht oft genug haben. Und so lange wir bekleidet sind…kann auch nichts passieren. Ich meine…gleich welche Funktion Ihr hier inne habt…dann könnt Ihr Euch vielleicht auch ein wenig um mich kümmern. Ich …“ sein Stimme wurde immer drängender und belegter „bringe jetzt der armen Frau die Sachen und dann haben wir in dem ganzen Wirrwarr noch ein wenig Zeit…Ihr seid sehr attraktiv…Oh was bin ich für ein Idi…darf ich mich vorstellen Martin, Herr von Muesig und wer Seid Ihr schönes Kind ?“ ein leichte Verbeugung, er griff nach Klarissas Hand und hauchte einen Kuss darauf.

Er nahm Klarissa dann die Suppe ab und sein Blick fiel auf das Kleid…sein Blick signalisierte, dass er sich vorstellte, wie Klarissa darin verpackt war und wie Lyressa es sein würde. Da hatte er eine Idee: „Ich…also Lyressa braucht Hilfe, aber ich fürchte als der, der ich bin kann ich nicht helfen. Wir könnten in Deinem Schrank…etwas für mich suchen und wir machen …ein wenig Kostümprobe…Was haltet Ihr davon – denkt darüber nach. Ich bin gleich …“ und schon war er weg um Lyressa die Sachen zu bringen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 12:51
Unterschiedliche Aspekte wurden durchleuchtet. Der Todgeweihte Ragno Todbringer machte einen Vorschlag zur Verkleidung, Meistermagier Christian zur Anreise, Gildenbruder Merdarion war kritisch und fragte nach dem Rückweg. Wie sollten sie einen Rückweg planen, wenn sie nicht einmal wussten, wohin genau sie gehen würden? Aponi'Kasa war sich einmal mehr bewusst, dass dies ein Selbstmordkommando war. Mit einem Mal konnte sie Phelans Stutenbissigkeit nachvollziehen. Er war viel erfahrener als sie was die Gefahren aus und in Taros anging. Fast tat es ihr leid, Lyressa vor dem Alpha gewarnt zu haben. Doch war Offenheit nicht besser als Missverständnisse durch Unwissen?

In diese Gedanken versunken reagierte sie nicht unwillig, als Darius ihr zu verstehen gab, dass sie Phelan - sollte er die Rettungsmission begleiten - als Alpha des Rudels würde akzeptieren müssen. Eine Bedingung jedoch gab es für sie.

"Mir ist bewusst, Hauptmann, dass er der bessere Alpha ist wenn es darum geht unverdächtig zu erscheinen. Mir wäre nur daran gelegen, er möge außerhalb fremder Ohren sein arrogantes Gehabe hinant stellen und sich auf Augenhöhe mit uns besprechen. Könnt Ihr ihm das bitte klarmachen, Darius? Ich bin eine Dragoleutnant, nicht sein unleidliches Mündel."


Über Portale wusste die Lykana so gut wie nichts. Diese Art der Reise würde sie vertrauensvoll über sich ergehen lassen müssen. Es wurde noch überlegt, wer sich für welche Verkleidung eignete. Kommandant Runshak und Ragno als Söldner, zusammen mit Merdarion als gerüsteter Ork und dem Herrn Voonmuesli in Dunkelelfenverkleidung erschien ihr durchaus passend. Doch es lag nicht an ihr, den Söldnertrupp zusammenzustellen, das überließ sie ihren Vorgesetzten.

Als Merdarion sie bat, ihn zu begleiten, zuckte Aponi'Kasa überrascht mit den Ohren. Auf dem Weg durch den Schankraum bemerkte die Dragoleutnant ihre Gildenschwester Asarra und Herrin Myriel. Doch es blieb keine Zeit zur Begrüßung. Später vielleicht.

~~~~

Auf der Straße kam Merdarion ohne Umschweife zum Thema. "Dort oben? Da liegt Lyressa."

Aponi'Kasa klappte das Maul zu. Die Rute wedelte sachte hin und her. Ihr Gildenbruder würde sich nicht so leicht zufriedenstellen lassen. Sollte er die Mission begleiten, musste sie ihm gegenüber offen sein. Entgegen ihrer beschwingten geschwätzigen Art blieb die Lykana ernsthaft und kurz angebunden.

"Lyressa gehört zur Wilden Jagd. Du weißt, welche Rolle ich im Auftrag der Kaserne spiele. Sie gehörte zu dem Rudel, in das ich eingeschleust wurde. Endris, der weiße Alpha dem unsere Rettungsmission gilt, ist einer der Rudelanführer unter Shir Khan. Mir war stets wichtig mehr über die Pläne Shir Khans herauszufinden. Nicht nur, um der Schwarzklaue Informationen zu liefern. Es ging mir vorrangig darum, die Freien rechtzeitig vor einem möglichen Zugriff der Wilden Jagd zu warnen."

Mit einem tiefen inneren Seufzen lief Aponi'Kasa neben Merdarion durch die stürmische Nacht. Der Wind fegte die Worte von den Lefzen, so dass sie erst bei der Mine angekommen das Gespräch fortführen konnten. Die Lykana schüttelte die Nässe aus dem Fell, als sie die Hütte an der Mine betraten. Bequem hockte sie sich auf die Hinterläufe, den Oberkörper aufrecht, die Schnauze auf Merdarion ausgerichtet.

"Du fragst dich, was aus dem Rudel geworden ist? Endris war derjenige, der nach Abzug der Wilden Jagd aus Nuru zurückblieb. Er handelte mit Statthalter Grosh einen Waffenstillstand aus. Die Kasernenleitung fragte sich, warum ein Teil des Rudels zurückblieb. Ob er womöglich seine Wölfe die Stadt ausspähen ließ. Darum wurde ich als Spionin verpflichtet. Doch Endris war schlau genug mich nicht alles wissen zu lassen. Ich weiß nicht ob er etwas ahnte und mich mit harmlosen Informationen versorgte, um seine Ruhe zu haben. Eines aber glaube ich zu wissen. Er mochte mich genauso gern wie ich ihn."

Allmählich verfiel Aponi'Kasa wieder in ihren gewohnten Plauderton.

"Endris versuchte mich an das Rudel zu binden. Mit einem Männchen, den Welpen, der Freundschaft zu Lyressa. Er brachte mich dazu ihnen zu folgen, als das Rudel die Wälder verließ. Phelan begleitete uns. Ich vermute, unsere Gildenmeister wollte auf seine Art herausfinden, was es mit Shir Khans Ruf zu tun hat und ob Dragonia Gefahr droht."

Absichtlich vermied es Aponi'Kasa anzusprechen, dass Phelan ein Rudel der Wilden Jagd angeführt hatte. Immer noch was sie unsicher, auf wessen Seite der schwarze Lykaner wirklich stand. Sie fühlte sich ihrem Gildenmeister zumindest so weit verbunden, ihn auch jetzt nicht zu verraten.

"Am Wolfsfelsen geschah das Unfassbare. Die Tochter Côrs, Pandea, die Hauptmann Darius erwähnt hat, wurde erweckt. Sie ist eine Halbgöttin, Kind einer Lykantrophin. Es war ihr Herz, das Akelah, einer der Alten, mit einem magischen Dolch durchbohrte. Der Dolch ist verschollen, sie selbst wurde vom Tode erweckt. Die Wilde Jagd zahlte mit ihrem Blut dafür. Diejenigen, die noch übrig sind, befinden sich in Taros. Endris ist einer von ihnen. Gebrochen, geschunden."

Aponi'Kasa schluckte. Nun würde die alles entscheidende Frage kommen. Sie kannte Merdarion inzwischen gut genug. Ihre Ohren wackelten nachdenklich.

"Du wirst mich jetzt fragen, warum ich ihn um jeden Preis retten will. Ihn, den ersten nach Shir Khan, dem Schlächter. Endris hat ein gutes Herz, trotz allem. Verstehst du?"

Ihre Barthaare zuckten. Hätte sie kein Fell gehabt, wären ihre Wangen von flammender Röte überzogen gewesen. Wie sollte sie erklären, dass sie Endris liebte wie sonst nur Lykhe? Rechtfertigte ihre Liebe den Tod Unschuldiger in Kauf zu nehmen?
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 13:43
Fast hätte er auflachen können, seine Gildenschwester beantwortete seine Frage mit wenigen Worten. Nach einem kritischen Blick sprach sie dann aber doch weiter. Als die Worte Wilde Jagd aus dem Munde Serafinas kamen verhärteten sich Merdarions Gesichtszüge. Er erinnerte sich daran was sie damals über ihre eigene Rolle dort berichtet hatte. Jetzt war also eine der Wilden Jagd hier bei ihnen. Das Unwetter machte die weitere Unterhaltung unmöglich und so versuchte Medarion auf dem Weg seine Gedanken zu ordnen. Ponika war also Spion gewesen, beim Feind und nicht bei irgendeinem sondern bei der Wilden Jagd, diese hatten genügend Tote auf dem Gewissen. Doch was wollte jetzt eine von ihnen hier? Und wieso waren die anderen ihr gegenüber so hilfsbereit. Der passendere Ort wäre eher ein Kerker oder Verhörzimmer gewesen.

Durchnässt, durchgefroren und mit recht schlechter Laune betrat er schließlich die Hütte und entzündete ein paar der Kerzen. Das tropfende Obergewand wanderte auf einen der Stühle zum Trockenen. Doch statt mit dem Packen anzufangen schnappte sich der Minenbesitzer einen de weiteren Stühle und setzte sich vor seine Gildenschwester. Ungehalten atmete er ein als der Waffenstillstand zur Sprache kam, noch finsterer wurde seine Mine als sie sagte sie und der Alpha hätten sich gemocht. Also war genau das passiert wovor er sie noch vor Monaten gewarnt hatte, nun damals war es wohl auch schon zu spät gewesen. Statt die anderen als Feinde zu sehen hatte sie sich angefreundet. So ziemlich das dümmste... nein es war ja natürlich.. aber das unpassenste was einem Spion passieren konnte. Symphatie für die Gegenseite. Und dann war da Phelan auch noch dabei gewesen. Unbewusst krampfte sich eine seiner Hände zu Faust. Die Ganze Sache stank zum Himmel nur schwer gelang es ihm nicht einfach aufzuspringen und seinem Unmut Luft zu machen. Dabei erzählte Ponika so frei als wäre das alles das normalste der Welt. Ihre Erklärung endete mit der Frage ob er verstünde.

Einen Moment blieb Merdarion sitzen und sah der Lykanerin direkt in das Gesicht. Innerlich versuchte er nicht einfach loszubrüllen denn das hatte sie nicht verdient. Erst jetzt bemerkte er die schmerzende Hand und öffnete sie langsam. Wo um alles in Welt sollte er anfangen ohne das es eine Strafpredigt werden würde, die er gar nicht halten durfte.

"Du willst mir also sagen das du und Phelan zeitweise bei der Wilden Jagd wart, jener Lykanergruppe die wahrscheinlich mehr Opfer auf dem Gewissen hat als sonst eine Einheit der Gegenseite. Das du dich sogar mit ihnen angefreundest hast und jetzt wo wir vielleicht einen ihrer Anfrührer loswerden könnten möchtest du ihn retten und nicht nur du wie es scheint, die komplette militärische Führung dieser Grenzstadt auch." Er war ungewollt lauter geworden, nich das er brüllte aber ausreichend um den Raum mit seiner Stimme zu füllen. Das merkte auch er daher hielt er inne, schüttlete schließlich den Kopf und redete wieder in normaler Tonlage weiter. "In einem Krieg sollte man nicht zwischen die Seiten geraten, das geht niemals gut aus. Ich frage besser gar nicht nach was denn der Rest des Königreiches über so eine Aktion der Kaserne Nuru denken würde, denn das grenzt schon so nahe an Hochverrat.... " Weiter wollte er es nicht ausführen, es war ihm eigentlich auch egal. Seine Stimme wurde noch etwas weicher. "Fast jeder hat ein Gutes Herz Schmetterling, zumindest für die ein oder andere Person, das hällt aber niemanden davon ab anderen ein Leid zuzufügen. Ich weiß nicht was du in diesem Endris siehst und ich bin mir nicht sicher ob ich es so genau wissen will. Doch du bewegst dich damit auf verdammt dünnen Eis. Aber ich habe dir meine Hilfe zugesagt und dazu stehe ich. Ich komme mit." Er war aufgestanden und sah sie fragend an. Unsicher ob sie nachvollziehen konnte wie das Ganze für einen Aussenstehenden klang. "Eine Frage habe ich dann aber noch, gesetzt der Fall wir sind erfolgreich. Was glaubst du denn blüht diesem Endris als Anführer einer Feindlichen Armee hier in Nuru?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 14:16
Stoisch hockte sie da und ließ die Standpauke des Gründers ihres Ordens über sich ergehen. Lediglich die Ohren der Lykana zuckten ab und an. Die Rute wischte gemächlich über den staubigen Steinboden. Die Arme vor der Brust verschränkt wartete sie, bis er sich ausgetobt hatte - auch wenn Merdarion sich bemühte ruhig zu bleiben wusste sie doch, dass in seinem Inneren ein Wirbelsturm tobte.

"Du warst einmal Soldat. Du sprichst mit einer Dragoleutnant, nicht mit einer hoffnungslos verliebten Nixe, die kopflos durch die Wälder hetzt. Warum fragst du nicht, was die Grenzstadt gewinnen könnte, wenn ein Alpha der Wilden Jagd ihr zu Dank verpflichtet ist? Was du Hochverrat nennst, ist die Gewinnung eines Verbündeten. Eines, der bis tief nach Taros hinein geblickt hat. Eines, der wissen könnte, wo sich die Waffe gegen die Tochter Côrs befindet. Du bist kurzsichtig geworden, Bruder, in deinem Hass auf den Feind. Diese Mission ist weit mehr als die Rettung eines Einzelnen. Auch wenn dieser Einzelne mir viel bedeutet. Alles weitere sind Angelegenheit des Statthalters von Nuru, nicht die eines einfachen Bürgers."

Ein grollender Unterton hatte in Aponi'Kasas Stimme gelegen. Die Reißzähne blitzten unter den leicht hochgezogenen Lefzen hervor. Merdarion sollte klar sein, dass ihre Offenheit absolut vertraulich war und die Dragoleutnant nicht dulden würde sollte er die Schwarzklaue in Schwierigkeiten bringen.

Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 14:53
"Es ist mir sehr wohl klar was du bist. Und du hast Recht ich war Soldat, und da ich keiner mehr bin überlege ich zweimal bevor ich einfach einem Befehl folge oder etwas für jemanden mache.  Meinst du Endris würde uns so einfach helfen? Wir reden hier nicht von einem Söldner der für Geld die Seiten wechselt. Meinst du er würde seinem Gott die Stirn bieten? Und Selbst wenn, wie rechtfertigst du das gegenüber all den Leuten die durch seinen Befehl jemanden verloren haben? Verdient er in deinen Augen keine Strafe für das was er tat? Natürlich musst du das nicht entscheiden, das ist die Aufgabe des Statthalters."

Ihr Unterton war ihm nicht entgangen, doch unabhängig davon ob der Anführer der Wilden Jagd helfen konnte oder nicht, das änderte nichts daran das er für Tod und Verwüstung verantwortlich gewesen war. Das letzte hätte nicht sein müssen aber ihr Hinweis darauf dass er nur Bürger war sorgte dann doch dafür. Seine Stimme hatte er längst wieder unter Kontrolle.

"Ich glaube nicht das du eine verliebte Nixe bist Ponika, aber ich bin auch nicht blind vor Hass, ich sehe mir nur das schlechteste Szenario an. Wäre ich blind wäre mir nicht aufgefallen das niemand eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage nach dem Rückweg gegeben hat. Wie dem auch sei, ich helfe dir als Freund, wundere dich aber nicht wenn ich hinterfrage was ihr vorhabt." Eine kurze Pause entstand. "Dann will ich mal zusammenpacken. Wir sehen uns morgen"

Nachdem sie die Hütte verlassen hatte legte Merdarion sorgsam seine Rüstteile aus und überprüfte sie auf schadhafte Stellen. Danach folgte der Inhalt seines Rucksackes und am Ende das Schwert. Eine Verkleidung würde nur in Kombination mit der Rüstung Sinn machen also wechselte der Minenbesitzer in seine normalen Kleider, die in grau und braun weniger Auffielen. Das Kettenhemd, samt Handschuhen, und dem Helm verdeckten so schon das meiste seiner Gestalt, blieb zu sehen was in der Schneiderei noch für seine Verwandlung nötig war. Doch bevor er ging setzte er sich noch einmal an den Tisch und schrieb vier kurze Briefe. Der erste an Lasse mit Anweisungen wie in seiner Abwesenheit die Mine weiter geführt werden sollte soweit die Anweisung wann die anderen drei zugestellt werden sollten. Der zweite war für Cailin mit einer kurzen Erklärung das er seiner Gildenfreundin helfen musste und daher vorerst unterwegs war. Die letzten Beiden waren für Silvana und Cailin, Lasse würde sie nur überbringen dürfen wenn er selbst mehr als zwei Monate fernblieb. Wieder musste der nasse Überwurf herhalten als er sich auf den Weg machte. Der Regen trommelte in eigentümlichen Rhythmen auf den Stahl der Beckenhaube.

Nach einem lauten Klopfen betrat er das Geschäft des Schneiders und sah sich erst einmal um.             
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 12 Dezember 2017, 15:52
Aponi'Kasas Haltung drückte Trotz aus. Der widerspenstige Trotz einer jungen Frau, die sich von einem Älteren nichts mehr vorschreiben lassen wollte. Von Phelan nicht, von Merdarion nicht. Darius war der Einzige, der ihr nie Vorhaltungen machte. Der seine Erfahrung und seine Ratschläge freundlich verpackt und hilfreich überreichte und damit ihre jugendlichen Borsten durchdrang.

Die Lykana verspürte keine Lust ihre Zuneigung zu dem weißen Alpha zu rechtfertigen. Sie hatte einen anderen Endris kennengelernt. Einen, der für sein Rudel einstand. Einen, der ein Herz für Welpen hatte und sich um sie sorgte. Dieser wunderschöne weiße Alpha war keiner von denen, die wahllos alles niedermetzelten. Davon würde sie so lange überzeugt sein, bis sie eines Besseren belehrt wurde.

Da es nichts mehr zu sagen gab, zuckte die Dragoleutnant zustimmend mit den Ohren. Der Rückweg war noch genau so windig und stürmisch. Vor dem Eingang der Laterne schüttelte die Lykana den Graupel aus dem Fell. Im Schankraum sah sie sich nach denen um, die sie vor ihrem Weggang bemerkt hatte - Herrin Myriel und Asarra. Sollten beide noch an ihrem Tisch sitzen, wollte sie die Frauen zumindest begrüßen.

~~~~

Ihrem Großvater erzählte Aponi'Kasa von einer Mission, aber kein Wort von Taros. Hernach sah sie nach Lyressa und erzählte ihr, was sich die Verbündeten überlegt hatten und bat die Rothaarige um ihre Meinung. Zum Sonnenaufgang fanden sie sich gemeinsam vor den Toren Nurus ein. Die Dragoleutnant wollte diejenige sein, die nicht von Lyressas Seite wich und die Lykana gegen jede Unbill verteidigte.

Herrin Myriel befand sich wie verabredet vor den Toren Nurus an einer großen Feuerstelle. Auch Amarok war hier. Aponi'Kasa überreichte ihm Shirkas Schädelstab.

"Amarok, Merdarion verurteilt was wir tun. Er fordert die Bestrafung des Alphas für seine Verbrechen, sollte die Rettung gelingen. Denken noch andere in dieser Weise? Hauptmann Runshak etwa, oder Tarlyn? Wir haben uns nie Gedanken darüber gemacht was nach Taros sein wird. Ihr wisst, dass Endris uns diese Frage ebenfalls stellen wird, sollte er bereit sein uns zu folgen."




- 1 Shirkas Schädelstab (+1 Intelligenz) an Darius (könnte wahlweise als Knüppel oder Stab zum Kämpfen benutzt werden), außerdem leuchten die Muster darauf grün auf, wenn Du als Siegelwächterin gebraucht wirst)



Autor: Naveen Datum/Zeit: Mittwoch 13 Dezember 2017, 12:58
Erstaunen lag in Naveens Blick, als er Sâmul ansah. "Du bist ja doch ein helles Köpfchen." sprach er und blickte dann zu Asarra. Einen hochrangigen Soldaten Drachenauges in Taros ausliefern zu wollen, konnte die perfekte Tarnung sein. (Auch wenn dem Elfen nicht ganz wohl bei der Vorstellung war, die Amazone als Köder zu benutzen.)
Sâmul mochte auf Außenstehende (und alle anderen) derart verrückt wirken, dass ihm dieses Unterfangen zuzutrauen war.
Bliebe noch seine Tarnung. Naveen sah vielsagend an sich runter. Als Elf mochte er bei dieser Geschichte kaum an Glaubwürdigkeit gewinnen.

"Ich denke, damit ist der Zeitpunkt gekommen um meinen Dachboden gründlich zu durchstöbern." Demonstrativ stand der Schneider auf.
"Entschuldigt mich, wenn ich mich vorher bei jemanden verabschiede." Breit grinste der Elf und  ging dann leichten Schrittes die Treppen hinauf, die er vor wenigen Augenblicken noch Klarissa hatte hocheilen sein.
Selbige war gerade in einer Unterhaltung mit dem stadtbekannten Adeligen Martin von Müsig. Naveen rollte mit den Augen, ehe er nahe genug an den beiden war, um Teile des Gespräches mitzubekommen. Lyressa.. Hilfe... deinem Schrank.. Kostümprobe.
"Müsig, Müsig, höre ich da richtig? Ihr bietet eure Hilfe der Lykan an? Bevor ihr zu aufreizend nach Taros marschiert - was haltet ihr davon, mich in meine Schneiderei zu begleiten? Ich denke, ich habe dort etwas passenderes für euch. Das Angebot gilt natürlich auch für eure Freunde, die ebenso heldenhaften Gemütes sind, wie ihr es seid."
Lachend wandte der Elf seine Aufmerksam wieder Klarissa zu, küsste die Tänzerin auf die Wange und verabschiedete sich mit den Worten "Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder." von der Schönen.

Stunden später fand sich der elfische Schneider mit allen Interessierten in der Schneiderei wieder.
Sie durchstöberten den Dachboden und fanden dieses und jenes Kleidungstück, das eine Verbindung zu Taros haben konnte im Fundus.
Die Farbwahl war dabei begrenzt und so fand sich Naveen am Ende in der schwarzen, schlichten Lederrüstung eines Dunkelelfen wieder.
Nur dummerweise machte eine Rüstung alleine keinen Dunkelelfen aus dem Schneider. Es blieben noch zwei weitere Baustellen offen. Die erste war relativ einfach und mit Hilfe einer Kräuterpaste zu bewerkstelligen, die der Schneider für die Perückenherstellung vorrätig hatte. Eine Kräuterpaste, die Naveens braunes Haar so sehr bleichte, dass es fast weiß erschien.
"Es wird Monate dauern, bis das wieder rausgewachsen ist." Seufzte er, während er sich im Spiegel betrachtete. Alleine die Haarfarbe ließ ihn schon ungleich kühler erscheinen.
Doch nun war es Zeit, sich seiner Haut zu widmen. Missmutig sah er sich die verschiedenen Töpfchen und Tiegel an, welche all die Farben und Hilfsmittel bereithielten, die er für seine Stoffen und Perücken zum Färben benötigte.
"Ich könnte Farbe nehmen, die abwaschbar ist.. oder versuchen, eine länger anhaltende Lösung zu erwirken." brummelte er vor sich hin. Letzteres gefiel ihm überhaupt nicht, doch schien es für ihre aller Überleben die sicherere Wahl zu sein. So ließ sich Nebeltau mit einer dunklen, körnigen Paste einschmieren, ließ selbige eine halbe Ewigkeit einwirken und erst als alle anderen ihre Tarnungen gefunden hatte, trat er vor die Mitstreiter.

"Was meint ihr?" sprach er und als wenn es Haut- und Haarfarbe geschuldet wäre, hob er seinen Kopf dabei etwas höher als normal und in seiner Stimme klang ein eisiger Unterton mit.

So getarnt und verkleidet machte sich Naveen Nebeltau als Teil der seltsamen Söldnertruppe auf zum Treffpunkt vor den Stadttoren. Das Portal konnte kommen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 13 Dezember 2017, 14:12
Mist ”da war der Scheider dazwischengekommen und ehrlich, wie der nun mal war, seine selbstlose Hilfe angeboten. Gut, das konnt er dann schlecht ablehnen.
Aber mein Anzug ist doch gar nicht…aufreiz… “ der Schneider schien unnachgiebig. Er schien sich sogar Sorgen um ihn zu machen. Mit einer gewissen Portion Eifersucht sah er wie Naveen ‚seine‘ Klarissa abbusselte, wenn auch nur wangenwärts. Sein ‚Aufbald‘ schien der Schönen sogar etwas wie Sehnsucht in Ihr Gesicht zu zaubern. Ja, einen wie ihn konnte auch Eifersucht plagen. "Das nehme ich aber trotzdem mit, wenn es Dir nichts ausmacht, Kläri. ich bringe es natürlich wieder - gewaschen - zurück." ein Grund Klarissa wieder zu sehen, war damit auch gleich gegeben.

Welcher Vollidiot in zum Dunkelelfen umfunktionieren wollte, er wusste es nicht mehr. Aber gut, er hatte sich ja als Helfer angeboten, daher musste er sich jetzt damit abfinden und fügen.
Sich das Zeugs ins Gesicht schmieren musste er kategorisch ablehnen. Das würde ihm Jahre kosten – Jahre!

Nun, was mich betrifft, wüsste ich nicht, wer Ihr seid…ich würde Euch für einen…vagabundierenden Brandstifter halten, dem beim Anzündeln einiges ins eigene Gesicht geweht ist – verzeiht, aber so seht Ihr für mich aus.“ antwortete der Adelige auf Naveens Frage.

Seine eigene Verkleidung war nicht so perfekt. Er hatte sich mit einem dunklen Wickeltuch ausgestattet, in das er sich gedreht hatte und das Hals und Haar bedeckte. Das Gesicht, war aber der große Makel – viel zu hell. Aber vielleicht half es, wenn er sich das eben an sich gebrachte Kleid überwerfen würde. Genau das machte er dann. Denn Spiegel beziehungsweise, was man darin sah, ließ er lieber links liegen. Er an sich hinab, das genügte: "Streifen machen schlank"

Na dann auf zu dem Treffpunkt “ es war ausgemacht sich vor den Stadttoren zwecks Portalreise zu treffen.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Mittwoch 13 Dezember 2017, 18:00
Ragno grinste. Sein Vorschlag wurde für gut befunden. Ging nichts über die Erfahrung eines langjährigen Söldners. Der Weg hinein in das Ödland wurde erörtert, die Frage nach dem Rückweg blieb unbeantwortet. Kam letztlich darauf an, was den Trupp im Feindesland erwartete. Ein Söldner plant niemals. Ran an den Gegner, jede vorhandene Deckung nutzen mit der Bestrebung beim Rückzug keinen Feind im Rücken zu haben. Kam ohnehin selten wie man es sich vorgestellt hatte.

Abrücken sollten sie zu Sonnenaufgang. Von dieser Lady hatte Goldauge reden hören, sie persönlich nie getroffen.

"Wer ist diese Myriel?", fragte er daher seinen Hauptmann in Elfengestalt beim Rückweg zur Kaserne.

Zu packen oder verkleiden gab es für den Zwerg nichts. Fehlte noch, dass ihm jemand Ohren anklebte, ihn grün anmalte oder - beim Arsch eines Grottenwurms - den Bart abrasierte. An diesem Abend würde sich Todbringer noch einmal ordentlich besaufen. War vielleicht das letzte Mal. Mit einem Brummschädel reiste es sich viel entkrampfter durch ein magisches Portal. Todbringer hasste Portale.

Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 14 Dezember 2017, 19:22
Das erste was Merdarion erblickte war eine recht maskuline Frau in einem nicht passenden Kleid und einer Art Turban. Nein das konnte keine... aber was war es denn bitte dann? Der Minenbesitzer schüttelte den Kopf konnte das Szenario nicht recht einordnen und beschloss daher es vorerst zu ignorieren. Auch der Schneider war anwesend und gerade dabei sich zu verkleiden. Er nahm den Helm ab und sah den Schneider an. "Naveen seid Ihr etwa auch dabei?" Den Elfen hatte er im Schankraum kurz erblickt aber keinen Zusammenhang mit der Reise nach Taros hergestellt. Moment wenn Naveen sich da gerade verkleidete sollte dann das gerade in dem Kleid?

Nach einer kurzen Begrüßung machte sich auch Merdarion über den Fundus her. Ein weiter erdfarbender Umhang und eine weite Hose kompletierten sein Outfit. Der Helm sollte zwar das Gesicht soweit verdecken, dass niemand erahnen konnte was darunterlag aber sicher war sicher. "Habt ihr noch recht dunkle Farbe? Dann würde ich das Gesicht der Tätowierung anpassen." Gesagt getan und kurz darauf blickte ein rabenschwarzes Gesicht aus dem Spiegel. Leider immer noch mit allzu menschlichen Zügen. Daher fragte der Minenbesitzer nach Lederresten, keinen besonders großen. Die konnte von innen gegen die Wangen drücken, schon waren die Züge markanter und breiter, noch einen schmalen hinter die Vorderlippe. Nunja nicht schön aber selten. Blieb zu hoffen das er das Leder frühzeitig einsetzten konnte, dauerhaft war es furchtbar unbequem. Ein fetzten Stoff über die Haare für den Fall das der Helm heruntermusste und fertig. "Seid ihr sicher das ihr damit nicht auffallt?" fragte dann doch den Mann im Kleid ehe er sich zurück zu seiner Mine begab.

Am nächsten morgen in aller Frühe war Merdarion dann auf dem Weg zum Portal. Irgendwie ein komisches Gefühl, zu wissen das er bald mitten im Herzen des Feindlandes stehen würde.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Donnerstag 14 Dezember 2017, 22:27
Die Gruppe verließ das Krankenzimmer und wechselte in den anderen Raum, der ihnen von Phelan zur Verfügung gestellt wurde. Da einige der Anwesenden nicht wussten, was damals am Wolfsfelsen geschehen war und mit wem sie es hier zu tun hatten, gab Darius ihnen eine Zusammenfassung. Zusätzlich projizierte der Eisdrache telepathisch Bilder von Pandea und des Ödlands von Taros in die Köpfe seiner Zuhörer. Abschließend schlug der Anführer der Todgeweihten vor, sich mit Hilfe einer List im dunklen Land zu bewegen. Es blieb nur noch zu klären, wie man Taros erreichen wollte. Runshak wusste aus eigener Erfahrung, wie weit die Reise war, schließlich war er damals zu Fuß vom orkischen Hochland nach Dragonia gekommen.

Von Ragno kam ein vernünftiger Vorschlag. Die Gruppe würde sich aufteilen. Alle, die Lykanergestalt annehmen konnten, bildeten einen Trupp zusammen mit Phelan und Lyressa, der Rest würde einen auf Söldner machen und Asarra als Gefangene nach Taros schaffen.

Zur Frage des Transportmittels konnte Darius eine Nachricht von Herrin Myriel übermitteln. Am nächsten Morgen würde die Schwarzmagierin den Kriegern ein Portal nach Taros öffnen. Das war auf jeden Fall der schnellste Weg – wenn auch kein ungefährlicher. Teleportmagie konnte unschöne Fehlschläge produzieren. Angeblich passierte es ab und an, dass leichtsinnige Zauberlehrlinge nach so einem Missgeschick mit ihrem Kopf im eigenen Hintern steckengeblieben sind. So etwas würde aber nicht passieren, wenn die wohl mächtigste Magierin Dragonias Hand anlegte. Hoffentlich.

Nachdem alles nötige besprochen war, gingen die Abenteurer ihrer Wege, um sich auf die Reise vorzubereiten.

-----------------


Am nächsten Morgen traf sich die Gruppe wie besprochen vor den Toren der Stadt. Der Ork wandte sich noch an die Mitglieder seiner Kaserne: „Soldaten der Schwarzklaue – Achtung! Es wird vielleicht passieren, dass wir uns im Feindesland vorübergehend aus den Augen verlieren. Daher setze ich für die Dauer dieser Mission die Befehlskette außer Kraft. Handelt nach eigenem ermessen. Nur eines gebe ich Euch aber noch mit auf den Weg: Kommt in einem Stück wieder hierher zurück.“ „Na dann Abmarsch!“
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 14 Dezember 2017, 23:36
“Was zeichnet einen Alpha aus? Sein Rudel!“, bemerkte Phelan in Gedanken bitter. Ihn hatte nicht unbedingt Freundschaft mir diesen Wölfen verbunden. Aber dass er sie in einen solchen Tod hatte laufen lassen, hatten sie nicht verdient gehabt. Sie wären bei ihm geblieben, bis zu seinem Ende. Aber er hatte sie fortgeschickt. Er hätte es besser wissen müssen. Er hätte etwas ahnen müssen. Schließlich war er der Anführer gewesen. Das Gift war keine Entschuldigung – er hatte versagt und sein Rudel hatte den Preis bezahlt.

“Wenn ich die Rolle übernehmen soll, will ich einige Dinge klarstellen: Ich werde keinen Alpha spielen, ich werde ein Alpha sein. Taros ist kein Ort, um dort irgendetwas mit halben Herzen zu tun. Ich werde mich an keinen Verschwörungen gegen Götter oder deren Nachwuchs beteiligen. Sollte ich etwas Derartiges mitbekommen drehe ich sofort um und lasse jeden zurück, der glaubt sich an solchen Wahnsinnstaten beteiligen zu müssen. Ich will da lebend rauskommen. Ich will dabei nicht einmal bemerkt werden. Ich gehe nur um Endris zu helfen. Ich gehe nur, weil ich ihm etwas schulde. Ansonsten gibt es in Taros nichts, was mich interessiert. Rache? Nicht gegen einen Gott.“

Nach diesem Gedankenaustausch war der Wolfsmensch deutlich Wortkarger. Und als Myriel sich auf den Weg machen wollte, um in ihrer Hütte Vorbereitungen für den folgenden Tag zu treffen, beschloss er sie zu begleiten. Das würden für eine Weile die letzten Stunden sein, die sie gemeinsam verbringen konnten. Er hoffte zumindest, dass es nur für eine Weile sein würde…

Bevor er die Laterne verließ, holte er aus seiner Kammer noch den Dunkelelfenumhang und gab ihn an Naveen weiter. „Ich könnte mir vorstellen, dass den jemand gebrauchen kann. In einer Umgebung, wie sie in Taros üblich ist, hilft er dabei sich zu verbergen. Wir sehen uns morgen am Stadttor.“ Selbiges galt natürlich auch für den Rest der Truppe.

***

Eine ganze Weile nachdem der Hausherr die Rote Laterne verlassen hatte stieg Bre die Treppe nach oben. In der Schankstube war es inzwischen viel ruhiger und sie wollte mal nach dem unerwarteten Gast sehen. Lyressa konnte wohl nicht besonders gut schlafen und setzte sich auf, obwohl die Verwalterin versucht hatte leise zu sein.

„Ich wollte nur sehen, wie es Dir geht. Kann ich irgendetwas für Dich tun? Nanu, ich hatte gedacht Klarissa hätte Dir eines ihrer Kleider geliehen!“ Sie hatte er wartet es irgendwo liegen zu sehen, damit sich die Wölfin am nächsten Morgen kleiden konnte, doch wie sie nun erfuhr hatte es das Zimmer nie erreicht. Sie würde mit der Dunkelhaarigen reden müssen… „Hast Du dann zumindest Deine Suppe bekommen? Und keine Sorge, ich finde gewiss noch etwas anderes für Dich.“ Tatsächlich lag am nächsten Tag ein schlichtes Leinenkleid bereit.

***

In der Hütte angekommen, konnte Phelan nicht viel zu Myriels Vorbereitungen beitragen. Aber gemeinsames Schweigen tat ihm in Moment gut und auch die Druidin schien sich nicht an seiner Gegenwart zu stören. „Willst Du wirklich gehen?“, fragte sie nach einer langen Weile. „Er hat mir damals mit meinem Rudel geholfen.“ Kein deutliches Ja, aber eine Antwort, die mit einem schlichten Nicken akzeptiert wurde. Keine Vorwürfe, dass er zu leichtfertig mit einem Leben umging. Keine Ermahnungen, dass er vorsichtig sein sollte. Die Erzmagierin wusste, dass ihm bewusst war, was für eine Entscheidung er da traf. Und er war dankbar dafür, dass sie ihm die Sache nicht schwerer machte, als sie ohnehin schon war.

Bei Anbruch des neuen Tages machten sie sich gemeinsam auf den Weg zum Stadttor. Ohne große Worte, ohne große Gesten trug jeder seine eigenen Gedanken mit sich.

- Dunkelelfenumhang (Erhöht Stufe der Fähigkeit Verstecken in Ödnislandschaften um 1)  ->  an Naveen verliehen
Autor: Darius Datum/Zeit: Donnerstag 14 Dezember 2017, 23:38
~auf dem Weg zur Kaserne~

"Myriel? Wer sie ist? Das ist in der Tat eine schwierige Frage Ragno. Aber fürs erste will ich euch eine einfache Antwort auf eine komplexe Frage geben.",  antwortete er zuerst nachdenklich, dann fast neckend dem Zwerg auf dem Rückweg zur Kaserne der Schwarzklaue. "Sie ist eine Druidin, eine der Menschen, die unsterblich sind. Sie ist eine der Erzmagier des Ordens der Weisen und leitet selbst den Zirkel der Magie hier in Nuru. Die schwarze Magie ist ihr Fachgebiet und kennt sich wohl von allen in Dragonia am Besten mit den Künsten des Feindes aus. Beledigt sie niemals, Ragno Todbringer. Es könnte das letzte sein was ihr tut und nur wenige würden sich ihr in den Weg stellen." , schärfte er ihm ein und hielt sogar kurz an um den Zwerg ernst anzusehen. Myriel von Alandyos konnte erstaunlich tolerant sein, aber ebenso konnte sie mit ein paar Handbewegungen ein Leben auslöschen.

In der Kaserne selbst kümmerte er sich um einige Besorgungen, da er jetzt wusste wie viele sie nach Taros begleiten würden. Flaschen, gefüllt mit haltbaren Dünnbier. Brot, Käse, gepöckeltes Fleisch. Alles was nicht leicht verdarb ließ er auf seine Autorität zusammentragen und vorbereiten. Dank seiner eigenen Aufzeichnungen, wusste er genau wie viel zur Verfügugn stand und Verpflegung für ein paar Kämpfer würde kaum ins Gewicht fallen. 

---

~Die Tore der Stadt, vor dem Morgengrauen~

Ein gut bepackter Lykantroph trat aus Nuru hinaus, wo sich bereits einige der Anderen Abenteurer versammelt hatten. "Einen guten Morgen euch allen." , grüßte er sie mit einem sardonischen Lächeln, welches seine Lefzen entblösste. Sich nocheinmal vorzustellen kam ihm gar nicht in den Sinn. Wer nicht von seiner Fellfarbe, den vorherigen Gesprächen und der schwarzen Narbe in seinem Gesicht auf seine Identität schließen konnte, dem war auch nicht mehr zu helfen.

"Amarok ist mein Name und mit keinem anderen will ich genannt werden, bis wir die dunklen Lande wieder verlassen." , verkündete er und lud vor sich klappernde Flaschen und Taschen mit Versorgung ab. "Nehmt euch. Ein Geschenk der Kaserne, auch wenn ich bezweifle, dass ihr lange daran Freude haben werdet."  Für sich selbst hatte er mehr Flüssiges als Festes eingepackt, da er schlichtweg mehr Wasser als jeder andere brauchte.

Myriel und Phelan bekamen eine gehobenere Begrüßung in Form einer entblössten Kehle, kurz bevor Aponi'kasa zu ihnen stieß. Er nahm den Stab von ihr an und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die mitgebrachte Versorgung, als sie ihr Geist ihm etwas mitteilen wollte. Mit einem Schnappen wurde die Verbindung erstellt... und er brummte ein wenig unwillig, sagte jedoch nichts laut.

"Tch, was weiß Merdarion denn schon von unserm Ziel oder von der heutigen Situation in Dragonia? Eine ehemalige Hohepriesterin des Côrs treibt sich am Hofe des Königs herum. Wenn ihr verziehen werden kann, dann auch Endris. Im Idealfall sollte sich Wamblee mit ihm befassen. Wenn er es jedoch verurteilt... dann können wir vielleicht eine kleine Versicherung brauchen."

Seine Aufmerksamkeit wanderte zu Myriel. "Seid gegrüßt Myriel. Aponi'kasa teilte mir mit, dass Merdarion Bedenken hat, Endris aus Taros zu befreien, weil er ein Mitglied der Wilden Jagd ist. Außerdem steht noch die Frage offen, wie wir wieder aus Taros entkommen wollen, wenn wir Endris befreit haben."  Für ihn gab es nicht einmal den Hauch eines Zweifels, dass sie es schaffen konnten. Er erlaubte sich schlicht keinen einzigen. Statt sich das bevorstehende Grauen auszumalen, konzentrierte er sich auf diesen Funken der Wilden Vorfreude eines Kampfes. Pandea würde nicht sterben, sehr zu seinem Bedauern, aber sie würden ihr schaden. Damit musste er sich zufrieden geben. Für andere Möglichkeiten schien er noch Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende zu jung zu sein.

Runshak traf nun seinerseits ein und Amarok nahm Haltung an, als die Auflösung der Befehlskette angekündigt wurde, solange sie in Taros weilten. Damit war auch Ragno unabhängig von ihm, aber ein Nicken zu dem Zwerg genügte. Um ihn brauchte er sich nicht allzu viele Gedanken machen.

"Ihr solltet vielleicht noch wissen, dass ich keinen von euch helfen kann, solange wir in Taros sind." , gab er selbst seine große Ankündigung bekannt. Leicht auf den Stab von Serafina gestützt sah er in die Runde und tippte auf seine Brust. Das rote Dreieck war nicht leicht unter dem Fell zu erkennen, aber es war da. "Eine offene Gedankenverbindung könnte uns alle verdammen, wenn auch nur ein starker Dämon in der Nähe ist. Wir werden uns daher auf die jüngere Art verständigen müssen." , bei diesen Worten musste Irator wie eine Hyäne grinsen. Die Sprache der Menschen war viel jünger, als die Gedankensprache der Drachen.


+ 1 Shirkas Schädelstab (+1 Intelligenz) von Serafina (könnte wahlweise als Knüppel oder Stab zum Kämpfen benutzt werden), außerdem leuchten die Muster darauf grün auf, wenn Du als Siegelwächterin gebraucht wirst) (geliehen),
+20 CHA für Dauer der Verwandlung (1 Tag)

-8 Mana für Verwandlung
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 15 Dezember 2017, 13:31
Die Amazone hatte ob Myriels Vorschlag nachdenklich die Stirn gerunzelt und wickelte eine Strähne ihres schwarzen Haares um den Finger, die sich aus dem Zopf gelöst hatte. Die Magierin hatte recht, auch wenn ihr das nicht unbedingt gefiel. Sie war zu gross und auffällig, um sich wirksam verkleiden zu können. Aber damit stieg auch die Chance, das man in Taros von ihr wusste. Verdammt, sie hatte Côr persönlich angegriffen!

Phelans Entscheidung mitzukommen überraschte sie nicht sehr. Obwohl sie nicht behaupten würde, den Wehrwolf wirklich gut zu kennen, war ihr dennoch gut in Erinnerung geblieben wie sehr ihn der Tod so vieler Wölfe mitgenommen hatte. Und wie er sich, auf seine eigene, bärbeissige Art, um die Gildenmitglieder kümmerte.

Das Angebot des Schneiders wiederum überraschte sie eher, während Sâmuls Worte sie zu einem ehrlichen Lachen veranlassten, was angesichts der Lage ein bisschen absurd war. "Helden? Du musst noch einiges lernen, Junge. Wir", sie zeigte auf ihn und sich, " sind Soldaten. Wir riskieren unseren Hals, während die hohen Herrschaften danach den Ruhm dafür einheimsen, obwohl sie uns hinterher wieder runterputzen da es auch hätte schiefgehen können. Nein, ich bin bestimmt keine Heldin. Aber wenn ich schon Côr nicht kriegen kann, dann werd' ich wenigstens Pandea in den Arsch treten" ein vergnügtes Funkeln in den blauen Augen verriet, dass sich die Amazone tatsächlich auf die Gelegenheit freute, einer feindlich gesonnenen Halbgöttin gegenüber zu treten.

Wenig später griff eine bekannte, wenn auch inzwischen ungewohnte Präsenz nach ihrem Geist. Es dauerte einen Moment, bevor die Amazone verstand, was gerade passierte. "Darius! Es ist lange her... Ja, ich werde ebenfalls nach Taros kommen. Glaubst du, ich lasse mir die Gelegenheit entgehen?"

Die Amazone hatte längst den Überblick verloren, wer noch in der Laterne verweilte und wer sie schon verlassen hatte. Während Naveen sich von Klarissa verabschiedete - jedenfalls nahm sie stark an, dass der Schneider darum verschwunden war - trank die Amazone das Bier aus. Sie beschloss, ebenfalls mit in die Schneiderei zu gehen. Auf dem Weg nach draussen begrüsste sie kurz ihre Gildenschwester, die wohl länger draussen gewesen sein musste. Und der beste Beweis dafür war, dass es draussen noch immer garstiges Wetter war. Asarra zog den Algenfaserumhang enger um ihren Körper und stapfte mit dem Schneider zu seinem Geschäft.

Während die meisten Anwesenden oder neu Eintreffenden sich ziemlich bald selbständig durch das Inventar der hiesigen Schneiderei wühlten, betrachtete Asarra das ganze Geschehen mit gemischten Gefühlen. Einerseits war sie froh, sich nicht weiter verkleiden zu müssen, schliesslich war ihre Gestalt wirklich nicht dazu geeignet. Andererseits würde sie als hochrangige Gefangene gebunden mitgeführt werden müssen. Waghalsige Aktionen waren ihre Stärke, aber das Ganze in gefesselt schien sogar ihr ein wenig selbstmörderisch.

So stand die Amazone schliesslich auf, streckte den muskulösen Körper und suchte Naveen. Sie fand ihn vor einer Unzahl an Töpfen und Tiegeln, beim Zusammenmischen einer schrecklich aussehenden Pampe. Ob sie das Zeugs auf seinem Gesicht verteilen könnte? Die Kriegerin zuckte mit den Schultern, nahm die Schüssel entgegen und roch daran. Schlechte Idee. Mit zwei Fingern verteilte sie die Paste grosszügig auf dem bartlosen Gesicht. Sie vergass auch nicht, den Hals und Nacken bis zu den Schultern und Schlüsselbeinen sowie die Innenseite der seltamen Ohren und Nasenlöcher einzureiben, auch wenn der Schneider irgendwie nicht so begeistert über ihre Gründlichkeit zu sein schien.
Währenddessen besprachen sie die Möglichkeit einer Fessel, die zwar einer oberflächlichen Überprüfung durch Uneingeweihte standhielt, aber sich von Asarra selbst im Notfall schnell lösen liess.

~ @ ~
Am darauffolgenden Morgen liess sich Asarra also von dem Schneider die Hände binden. Zuvor hatte sie ihm schweren Herzens ihre Waffen anvertraut – die auffällige Haizahnpeitsche und die schmucklose, aber nicht weniger effektive Axt. Zuerst hatte sie gedacht, zwecks Tarnung wäre es vielleicht geschickter gewesen sie Sâmul zu geben. Doch zum einen vertraute sie dem Soldaten zu wenig, um ihm ihre wertvollsten Besitztümer anzuvertrauen und zum anderen war der Dunkelelf bestimmt davon überzeugt, selbst der Verantwortungsvollste der Truppe zu sein. Zumindest die Wurfmesser hatte sie, gut versteckt, behalten. So fühlte sie sich nicht ganz so nackt.
Solchermassen verschnürt trat sie dann also zu ihren ‚Häschern‘ vor den Toren Nurus. „Na dann wollen wir mal.“
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 17 Dezember 2017, 20:45
Runde 4


Recht schnell war die Gruppe von Lyressas Zimmer in den Nachbarraum umgezogen. Dort wurde geplant, verworfen, umdisponiert, und schließlich, schneller als erwartet, hatte man einen Plan erstellt, der zwar die ein oder andere Lücke aufwies, im groben aber durchführbar schien. Ragno, Darius und Runshak kehrten zur Kaserne zurück um Vorbereitungen zu treffen, Serafina hingegen begleitete Merdarion erst einmal zu seiner Mine.
Auch in die Gruppe im Untergeschoss kam Leben, als feststand das sie sich der Rettungsaktion anschließen wollten. Naveen verabschiedete sich von Klarissa, und bot Herrn von Muesig an ihn zu begleiten, dann machte er sich gemeinsam mit Asarra und Sâmul auf den Weg zur Schneiderei. Merdarion stieß einige Zeit später zu ihnen und man verbrachte den Rest des Abends damit Verkleidungen auszusuchen und zu perfektionieren.   
Serafina, die in der Zwischenzeit in die Laterne zurückgekehrt war, berichtete Lyessa von ihren Plänen. Die fuchsrote Lykana schien überrascht über die unerwartete Hilfe zu sein.

Wir können froh über jede Hilfe sein die wir kriegen können Serafina. Der Plan sich in zwei Gruppen aufzuteilen klingt in meinen Augen recht gut. Und wir sparen und einige Tage Marsch wenn wir ein Portal benutzen können. Was Phelan betrifft: mach Dir keine Sorgen. Ich vertraue niemandem weiter als ich muss, aber er wird es uns vielleicht möglich machen ohne Schwierigkeiten in die Feste zu kommen. Wie weit können wir Deinen Vorgesetzten und den anderen Soldaten vertrauen? Ich meine wir reden hier immerhin von einem Anführer der wilden Jagd – wollen sie Endris wirklich retten, oder wollen sie nur die Gelegenheit nutzen ihn zu töten?

fragend legte sie den Kopf schief, so wie sie es in ihrer Wolfsgestalt getan hätte. Und noch ein anderes Thema gab es, das einer Antwort bedurfte:

Die Welpen leben noch Serafina. Man hat sie als stark genug befunden, als würdig weiterzuleben. Aber es wird Dir nicht gefallen, was in der Zwischenzeit aus ihnen geworden ist. Shir Khan selbst hat sich ihrer angenommen und lehrt sie seine Sicht der Dinge, und das ist bedingungsloser Gehorsam.

Mehr gab es dazu wohl nicht zu sagen.

~ ~ ~


Phelan hatte es vorgezogen Myriel zu ihrer Hütte zu begleiten, auch wenn er der Druidin nicht viel bei ihren Vorbereitungen helfen konnte, und der Abend überwiegend in angenehmen Schweigen verlief. Als sie im Morgengrauen gemeinsam am Treffpunkt eintrafen, waren sie die ersten, und Phelan half der Schwarzmagierin genügend Holz für ein ordentliches Lagerfeuer zu errichten und es zu entfachen. Als es brannte ritzte Myriel etliche Symbole mit einem Stock in den weichen Boden rund um es herum. Dann richtete sie sich auf und zog eine Pergamentrolle hervor, die mit einem dünnen Lederband verschnürt war und reichte sie Phelan.

Hier, nimm das mit. Eine Portalrolle. Für den Rückweg. Du brauchst nur die Worte darauf zu lesen und Dir den Ort vorzustellen, an den Du reisen willst. Nimm am besten eine freie Wiese, eine Lichtung, oder sonst etwas, bei dem nicht die Gefahr besteht in einer Mauer oder ähnlichem zu landen.

Ein gut gemeinter Ratschlag, da sie wusste das Phelan in magischen Dingen längst nicht so bewandert war wie sie selbst.

Der erste, der nach ihnen eintraf, war Sir Christian. Myriel begrüßte den Hohentürmler mit einem Nicken. Er war nicht verkleidet, aber sie ging davon aus das er den Morphologiezauber nutzen wollte, um nicht weiter aufzufallen.

Ich hoffe Ihr wisst worauf Ihr Euch da einlasst. Vermeidet den Sonnenlichtzauber, wenn es möglich ist. Er wird in Taros wie ein Leuchtfeuer wirken, das mehr Aufmerksamkeit auf Euch lenken wird, als für diese Aufgabe günstig ist.

Nach und nach tauchten auch die anderen Mitstreiter auf. Asarra, deren Hände so gebunden wurden, dass sie sich schnell daraus befreien konnte, band Myriel ein kleines Lederbeutelchen an den Gürtel.

Magnesiumpulver, gemischt mit Silberstaub. Wenn ihr es in Flammen werft, wird es gleißend hell verbrennen, der Silberstaub in den Augen vermag den ein oder anderen Gegner vielleicht zu blenden. Es mag Euch von Nutzen sein, falls Ihr irgendwann einmal nicht schnell genug an Eure Waffe kommt.

Naveen erntete einen bewundernden Blick von der Schwarzmagierin. Der Elf war mit den gebleichten Haaren und der dunkel gefärbten Haut kaum wiederzuerkennen und diese Veränderungen würden durchaus länger als ein nur paar Tage halten. Er sah aus wie der perfekte Dunkelelf, bis auf eine winzige Kleinigkeit: Die Augenfarbe. Myriel griff nach dem Püppchen in ihrer Tasche, fuhr mit der Hand dicht über Naveens Augen vorbei und wisperte ein paar Worte. Lächelnd hielt sie ihm danach einen Spiegel hin, den sie vor langer Zeit geschenkt bekommen hatte, und hütete wie einen wertvollen Schatz.

Perfekt.

Der nächste in der Reihe war Herr von Muesig. Kopfschüttelnd betrachtete die Druidin den Adeligen, der sich in Klarissas Kleid gezwängt hatte und einen Schal um den Kopf gewickelt hatte. Die Fliederduftwolke war ihr schon aus zwei Metern Entfernung entgegen geschlagen, und Myriel beschloss, das das so nicht bleiben konnte.

So geht das nicht. Ihr werdet alle gefährden.

Die Schwarzmagierin griff unter den Schal, zupfte eines der roten Haare heraus und wickelte es um die eben schon benutzte Voodoopuppe. Der Zauber, den sie dieses mal wirkte, war echte Morphologie, so das sich der gesamte Körper des Pferdezüchters veränderte. Seine Haut färbte sich grün, der Körperbau wurde kräftiger, die Proportionen veränderten sich, bis schließlich eine wunderhübsche Orkfrau vor ihr stand – zumindest wenn man sie aus Orkaugen betrachtete. Und sie roch auch hervorragend – wenn man denn ein echter Ork war. Denn von dem wunderbaren Fliederduft war nichts mehr vorhanden, stattdessen hätte man behaupten können, das das letzte Bad der Orkdame mindestens sechs Monate zurück liegen musste. Myriel störte sich nicht an aufkommenden Protest und entgegnete nur ruhig:

Besser. Wenn Ihr lebend zurückkehrt hebe ich den Zauber wieder auf.

Nun fehlten nur noch die Soldaten. Serafina, die von Lyressa begleitet wurde, und Runshak würden beide nicht weiter auffallen. Lyressa hatte das von Bre gebrachte Kleid in der Laterne zurück gelassen, und ihre Lykanerform gewählt, in der sie sich deutlich wohler fühlte. Sie stupste Serafina in die Seite und knurrte leise:

Ich kenne den Geruch dieser Frau. Sie hat in unseren Wäldern gelebt.

Myriel drückte in der Zwischenzeit Runshak, der sich ihr gegenüber stets loyal verhalten hatte, eine Phiole in die Hand.

Ein Waffengift. Solltet Ihr in einen Kampf mit vielen Gegnern gehen, mag es Euch von Nutzen sein. Es verlangsamt und lähmt.

Darius hatte seine Lykanerform gewählt, und nicht aufzufallen. In Verbindung mit dem Schamanenstab war auch diese Tarnung akzeptabel. Er kontaktierte sie und berichtete ihr darüber, das Merdarion Zweifel an dem hegte, was sie vorhatten. „Für Euren sicheren Rückweg wird Phelan sorgen. Und für Merdarions Mithilfe werde ich sorgen. Lasst ihn als letztes durchs Portal gehen. Abgesehen davon wäre es eine kluge Wahl von Euch Irator die Führung in Taros zu büberlassen.“ gab sie ihm gedanklich zurück.

Als die Schwarzmagierin vor den unverkleideten Ragno und Sâmul stand runzelte sie die Stirn. Dann holte sie eine Feder hervor und etwas, das einem Tintenfass nicht unähnlich war.

Ihr spielt die Söldner, die Asarra an Pandea verkaufen wollen, richtig? Ihr solltet etwas haben, mit dem ihr Euch ausweisen könnt. Wenn Ihr es gestattet, werde ich Euch ein solches Zeichen aufmalen, mit einer Farbe, die in wenigen Wochen wieder verschwunden sein wird. Krempelt einen Ärmel hoch Gevatter.

An Sâmul hingegen trat die Schwarzmagierin eine Schritt näher heran und flüsterte leise:

Für Dich habe ich etwas anderes. Asakku ukh-sha Sâmul. Fauth-ta.*

Und der Schattendämon löste sich wie befohlen aus ihrem Schatten und huschte in den des Drachenauger Soldaten.

Er wird sich nicht für Dich opfern, wie er es für mich tun würde. Aber seine Präsenz wird für viele Wesen in Taros spürbar sein. Wenn Du seinen Namen sagst, wird er aus Deinem Schatten hervor treten und sich zeigen.

~ ~ ~


Myriel stand neben dem flackernden Feuer und nahm eine Hand voll des purpurfarbenen Pulvers, das sie angemischt hatte. Alle Anwesenden schienen bereit für den Aufbruch zu sein.

Denkt daran, das ihr in einem Kamin aus dem Portal treten werdet, also macht Platz für die, die Euch folgen. Der Raum ist nicht allzu groß, aber er sollte Platz genug für Euch alle bieten. Am Morgen werden die meisten Bewohner des Turms schlafen – wenn ihr leise seid könnt ihr Euch vielleicht unbemerkt hinaus schleichen.

Sie warf das Pulver in die Flammen, wo es zischend verbrannte und zugleich ein magisches Portal erschuf.Schweigend sah sie zu, wie einer nach dem anderen dadurch verschwand. Nur den letzten in der Reihe, Merdarion, hielt sie für einen Moment am Arm fest.

Ich habe gehört das ihr Zweifel im Herzen tragt, was diese Mission angeht, Merdarion Ni Hawk. Ich würde Euch raten alles daran zu setzen, das Eure Aufgabe gelingt und Phelan lebend zu mir zurückkehrt. Sollte das nicht der Fall sein, wird das Vögelchen, das Euer Herz so sehr erfreut, bald keine Lieder mehr trällern.

Der kühle Gesichtsausdruck der Magierin ließ keinen Zweifel daran, wie ernst sie es meinte, als sie Merdarions Arm wieder frei gab.

~ ~ ~


Auf der anderen Seite des Portals empfingen die Abenteurer ebenfalls Flammen, doch auch von diesen schien für den Moment keine Hitze auszugehen. Der Raum, in dem sie ankamen, war nicht gerade riesig, und bot für die Gruppe gerade so genügend Platz. An einer Wand hing eine Karte von Taros, ansonsten gab es in dem Raum ein Regal, in dem Dutzende verschiedener Töpfchen und Tiegel standen, einen Tisch mit zwei Stühlen, auf dem ein dreiarmiger Kerzenständer mit halb abgebrannten Kerzen stand, die nicht angezündet waren, und einen verschlossenen Schrank. Die Tür war im Moment geschlossen, aber wurden da nicht gerade Schritte lauter, die an der Tür vorbei zu gehen schienen?

Doch in diesem Moment ertönte ein Poltern in dem Raum, in dem sie angekommen waren, und der Krach schien kein Ende nehmen zu wollen. Das Schlurfen wurde langsamer und hielt vor der Tür an. Für einen Moment herrschte Stille, dann klopfte es an die Tür. Die Sprache, die erklang, war nicht für alle verständlich, doch Runshak und Herr von Muesig hatten kaum Schwierigkeiten sie zu verstehen, denn es handelte sich um einen Ork Dialekt.

Herrin? Seid Ihr zurückgekehrt?

Die Klinke wurde hinunter gedrückt, doch noch bevor die Tür aufschwang hörte man weitere Schritte, von geschätzt drei Personen. Sie waren wesentlich leiser und hörten sich nicht so plump gesetzt an, wie die der ersten Person.

Grishnak! Stöberst Du schon wieder in Dingen herum, die Dich nichts angehen? Wie oft soll ich Dir noch sagen, das Du in dem Raum nichts zu suchen hast?

Die zweite Stimme sprach Drow und hörte sich berechnend und kalt an. Ein abfälliges Grunzen ertönte, als erneut die erste Stimme sprach, die dieses mal in gebrochenem Drow antwortete:

Falanir. Ich tun was ich will. Oder wollen Du mich hindern?


*Asakku geh mit Sâmul. Verstecke ihn.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 18 Dezember 2017, 13:51
Wie...? “ er kam nicht dazu, zu fragen oder gar wortreich zu protestieren. Auch über das ausgerissene Haar konnte er keine Beschwerde vortragen, weil alles viel zu schnell ging.

Martina ist für eine Orkfrau ziemlich schlank, sie hat nur kleine Hauer  und eine hellgrüne bis mittelgrüne Hautfarbe. Sie trägt ein rotes Ledergewand, das hauteng am Körper anliegt und das Obenherum betont. Ihr Gesicht ist von schwarzen, langen Haaren umrahmt, ihr Blick ist allerding recht grimmig, der nicht zu den blauen Augen passen will. Sie ist schlanker als der  normale Orkfrauentypus, wie viel sie aushalten konnte, musste sich erst erweisen. Ihr Muskeln fügten sich gut ins Gesamtbild.
Ansonsten war da nichts Außergewöhnliches - eine Orkfrau wie Tausende andere auch.

Martina traute ihren Augen kaum, was sie sah. Und schlimmer, was sie roch: Orkgestank anstatt Fliederduft. Ihre Sinne und ihr Denken waren noch Martin, ihr Aussehen Martina. Er war in dem Körper Martinas gefangen und er wurde zum Erfolg verdammt, ansonsten er für immer und ewig diesen doppelten Malus mit sich herumtragen würde müssen – Frau und Ork. Frau alleine wäre schon schlimm genug gewesen. Myriel hatte es unmissverständlich klargemacht und so weit ihm bekannt war, war Myriels Scherzpotential sehr gering ausgeprägt. Für gewöhnlich hielt sie was sie versprach.

Gjrutmt iggt jiggs …“ Martina verstummte erschrocken, als sie merkte, dass da etwas faul war. Die Sprache, die sie kannte, konnte sie mit diesem Mund, mit dieser Kehlkopfausformung nicht sprechen. Es kam nur Kauderwelsch heraus.

Doch zu allem Überfluss blieb keine Zeit sich an das neue Aussehen schrittweise heranzutasten und sich mit den Umständen, sich mittels Sprache nicht verständigen zu können, anzufreunden. Die Zauberin stand in Flammen nächst zu ihnen, ohne zu verbrennen, nahm etwas das wie purpurnes Pulver aussah und schmiss es ins Feuer und da öffnete sich vor seinen staunenden Augen eine Art…Loch in der Luft, das nannte man wohl ein Portal.

Einer nach dem anderen verschwand im dem Riss und da war die Reihe schon an ihr „Uoöxyhhi …“ keine Möglichkeit etwas zu sagen, also konnte sie nur einfach folgen. Es riss sie förmlich auf die andere Seite in einen Kamin, aus dem sie sofort rausgeschrien wurde. „Beeil Dich Du stinkender Orktrampel…bist Du taub “ sie landete auf dem Boden. Niemand nahm von ihr Notiz. „jijpookäww “ ein letzter verzweifelter Versuch – wenigstens war sie vorsichtig und machte das im Flüsterton. Es gab noch einen anderen, der so ähnlich wie sie aussah. Er war genau das – ein er. Es ist im Moment nicht beurteilbar, ob es von Vorteil war, dass Martina kaum etwas über die Verhaltensweisen von Orks wusste. Er fiel auch deshalb auf, weil er ob ihres Gestanks nicht die Nase rümpfte.

Das Abenteuer hatte begonnen und es gab jetzt nur noch eins: Augen (und vor allem Nase) zu und durch.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 18 Dezember 2017, 18:19
Erst am nächsten Morgen konnte Aponi'Kasa Lyressa Antwort auf deren besorgte Frage geben. Erst, nachdem die Dragoleutnant Amarok die Forderung Merdarions übermittelt hatte. Die Ohren der Lykana zuckten zustimmend zu ihren Worten:

"Mach dir keine Sorgen, Lyressa. Meinen Vorgesetzten ist unbedingt zu vertrauen, auch meiner Gildenschwester, die es auf sich nimmt eine Gefangene zu spielen. Dragonias König ist großherzig. Endris wäre nicht der erste, dem seine Anhängerschaft an Côr verziehen würde. So er denn mit uns kommen möchte. Lyressa, wir müssen damit rechnen, dass Endris... uns abweist. Oder schlimmer noch, angreift. Ich weiß nicht, was dann geschehen wird. Unser Tod nützt niemandem. Sich sinnlos zu opfern für jemanden, der nicht gerettet werden möchte, dürfen wir von unseren Begleitern nicht verlangen."

Wieder dachte sie an die Welpen. Sie gehörten nun zu Shir Khan. Es bestand die Gefahr ihnen gegenüber treten zu müssen. Aponi'Kasa schluckte den Speichel, der sich in ihrem Maul sammelte. Wäre sie in der Lage gegen die Jungen zu kämpfen, mit denen sie einst gespielt hatte? Am besten war es ihnen gar nicht erst zu begegnen.

Inzwischen hatte Herrin Myriel die Zivilisten begutachten und die eine oder andere Änderung vorgenommen. Die Ohren der Lykana stellten sich überrascht auf, als der Mueslimann in eine Orkfrau verwandelt wurde. Nicht nur seine Gestalt änderte sich, sondern auch sein Geruch. Lyressa stupste Aponi'Kasa in die Seite, als die Schwarzmagierin an ihnen vorüber ging.

"Das ist Herrin Myriel", erklärte die Dragoleutnant der Rotbraunen stolz. "Sie hat ihre Behausung unweit von Endris Revier. Sie soll die Gefährtin von Phelan sein. Würde erklären, warum er so ein schrecklicher Griesgram ist. Er muss sie bei allem erst um Erlaubnis fragen", plapperte die Lykana im Brustton der Überzeugung drauflos. "Herrin Myriel beherrscht ganz viele Zaubersprüche. Einmal, da hat sie mir mit einer Pflanze die Schnauze gefesselt. Einfach so zum Spaß. Aus der Erde wuchs eine lange grüne..."

Bestimmt wäre ihr noch die eine oder andere Anekdote eingefallen, doch schon wurde darum ersucht sich am Feuer zu versammeln. Serafina folgte Phelan und Amarok, ließ Lyressa jedoch den Vortritt und bat Christian sich hinter ihnen einzureihen. Wer immer dort unten auf sie wartete, sollte zuerst ein Rudel Lykantrophen sehen.

~~~~

Zum Glück war die Kammer im Schwarzen Turm leer. Wenn auch viel zu klein für die große Gruppe. Während die Werwölfe keine Probleme damit hatten sich leise im Raum zu verteilen, begannen hinter ihnen die Rempeleien. Ausgerechnet als jemand viel zu laut polterte, waren draußen Schritte zu hören. Alarmiert stellte Aponi'Kasa die Lauscher auf. Ihre gesamte Gestalt spannte sich. Sie warf Phelan und Amarok einen warnenden Blick zu und deutete mit der Schnauze auf die Tür. Bestimmt hatte der Alpha längst eine Entscheidung getroffen, was nun zu tun war. Die Lykana drängte sich an Lyressas Seite, um die Rotbraune vor der Gefahr zu schützen, und wartete gebannt auf Phelans Anweisungen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 18 Dezember 2017, 21:30
Phelan war froh die letzten Stunden in Myriels Nähe verbracht zu haben. Und es war ein gutes Gefühl nun auch selbst etwas zu den Vorbereitungen beitragen zu können. Auch wenn es nur darum ging Holz aufzuschichten. Den Stapel zu entzünden war dann schon wieder eine Aufgabe, die die Druidin alleine erledigte. Warum Zunder und Feuerstein für etwas hervorholen, das sie mit einer beiläufigen Handbewegung erledigen konnte.

Als sie ihm kurz darauf eine Pergamentrolle reichte, verstaute er diese mit einer Sorgfalt als hinge sein Leben davon ab, in einem Beutel den er nah an seinem Körper tragen wollte. Immerhin war der Gedanke, dass tatsächlich bald sein Leben davon abhängen könnte, nicht weit hergeholt. Und mit diesem Schriftstück hatte er ein Druckmittel in den Klauen, um die Sache abzublasen, falls sich jemand in ein zu waghalsiges Vorhaben verrannte. Und eine Möglichkeit allzu übermütige Mitreisende alleine in Taros stehen zu lassen. Dieses Pergament, verlieh den Worten, die er Darius gegenüber geäußert hatte, Gewicht. Und schon zeichneten sich ein halbes Dutzend Orte, zu denen er das Portal öffnen könnte, vor seinem inneren Auge ab. Bis es so weit war, würde er sich entschieden haben.

„Danke“, flüsterte er. Diese Rollen waren selten und schwer zu beschaffen. Warum sonst würden selbst die verschlagensten Spione und mächtigsten Monarchen das Risiko langwieriger Reisen auf herkömmlichen Wegen auf sich nehmen? Wer eine hatte, hütete sie meist, um eines Tages die eigene Haut damit zu retten. Dass ihm Myriel diesen Schatz anvertraute, bedeutete viel.

Auch andere bekamen von der Erzmagierin Hilfsmittel, um ihre Chancen im Feindesland zu erhöhen. Ein deutliches Zeichen, dass ihr diese Sache nicht egal war. Auch wenn sie selbst die Gruppe nicht persönlich begleiten würde. Selbst Naveens nahezu perfekter Verkleidung wurde noch der letzte Schliff verliehen. Weit wichtiger war jedoch, dass beim Herrn von Muesig, der statt einer angemessenen Vermummung eines von Klarissas alten Kleidern gewählt hatte, nachgeholfen wurde.

„Die Orkin steht euch und alles ist besser als dieser penetrante Fliedergestank“, bemerkte der Lykan grinsend. Doch in Anbetracht dessen, was bevorstand, wurde er schnell wieder ernst. Er griff sich eines der Pakete, die von der Kaserne gestellt worden waren. Er war kein Kostverächter, obwohl er als Wirt selbst gut mit Proviant eingedeckt war.

Außerdem nutzte er die Gelegenheit, um ein paar Worte mit Amarok, der wohl den Schamanen des kleinen Rudels geben würde, zu wechseln: „Du kannst uneingeschränkt für uns sprechen, wenn es um Magie oder Religion geht. Strategische Entscheidungen solltest Du mir überlassen. Es sei denn ich frage ausdrücklich danach.“

Dann war das Portal bereit und für Phelan stand als Alpha außer Frage, dass er als erstes hindurchgehen würde. Denn wie er angekündigt hatte, spielte er den Leitwolf nicht, er wurde zum Leitwolf. Es waren subtile Veränderungen in seiner Haltung, Stimme und Ausstrahlung, die ihn plötzlich wieder dominanter wirken ließen, als er das in den letzten Wochen getan hatte. Außerdem hatte er etwas aus den Tiefen seines Rucksacks geholt, was dort schon lange ruhte.

„Wir gehen nach Taros. Ich gehe voran. Ich spreche für euch. Und für die Dauer dieser Reise kann ein dunkelelfischer Kampfname nicht schaden. Nennt mich Reik, wenn ihr es euch merken könnte.“ Wenn nicht, war das auch nicht schlimm. Er war als Phelan bekannt genug. Als einer der Unteranführer der Wilden Jagd. Aber das musste er seinen Mitstreitern nicht unbedingt auf die Nase binden. „Wir wissen nicht, was uns auf der anderen Seite erwartet. Was es auch sei: Bewahrt Ruhe und seit bei allen Dämonen der Niederhöllen leise.“

Mit einem gefährlichen Grinsen setzte sich der Tiermann einen pechschwarzen Lederhelm, der dem Kopf eines Wolfes nachempfunden war, auf sein Haupt als wolle er sich selbst krönen. Eine dunkle, boshafte Aura ging davon aus. Doch solange das Wolfsmaul offen war und den Blick auf die untere Hälfte seines Gesichts freigab, würde dieses Prunkstück seine gefährliche Magie nicht entfalten.

„Udos alu whol dalninuk Endris zai’th” *, sagte er an Lyressa gewandt. Und die Worte in der Sprache der dunklen Lande, schienen seine Verwandlung zu einem Alpha der gefürchtetsten Jagd komplett zu machen. Man hörte ihm zwar an, dass er nicht in Taros geboren war, doch offensichtlich hatte er über längeren Zeitraum regelmäßig Drow gesprochen.

„Udos kyorl udossa ulnin“ **, wandte sich der schwarze Wolf noch an Myriel und trat ohne weiteres Zögern in die kalten Flammen. Magie zerrte an ihm und einen Augenblick – oder eine Ewigkeit – später befand er sich viele Tagesreisen entfernt im Herzen Taros. So weit ins Innere des dunklen Landes, war er noch nie vorgedrungen. Und noch nie war es so einfach gewesen die Grenze zu überwinden. Doch irgendwie trug das nicht dazu bei ihn zu beruhigen. Im Gegenteil.

Als ihm Amarok durch das Feuer folgte, hatte er den Weg zur Tür schon halb zurückgelegt. Als Lyressa zu ihnen stieß hatte er sie bereits erreicht und während Serafina im Kamin auftauchte legte er schon sein Ohr auf das raue Holz.

Als dann die ersten Söldner in die Kammer purzelten, streckte ihnen Phelan eine flache Pfote entgegen, als könne er sie so dazu bewegen still zu sein. Seinem Rudel bedeutete er mit Gesten, dass es sich hinter ihm sammeln sollte und ein Nicken signalisierte, dass er die Schritte vernommen hatte. Sie konnten nichts weiter tun, als zu versuchen auf alles gefasst zu sein.

* Wir gehen für Bruder Endris.
** Wir sehen uns bald wieder.


+1 Portalrolle
+1 Schutz durch Helm Zorn
Autor: Darius Datum/Zeit: Dienstag 19 Dezember 2017, 14:46
Religion und Magie. Amarok gefiel es nicht, sich jemand anderem unterordnen zu müssen, doch dies wurde durch seine Begierde ausgeglichen nach Taros zu kommen und dort für etwas Chaos zu sorgen. So zuckte er einfach mit seinen Ohren, dass er die Worte seines Alphas verstanden hatte. Zumindest besaß der Wolf Erfahrung im Anführen.

Statt sich weiter um den Lykantrophen zu kümmern, beobachtete er fasziniert wie Myriel ihre Magie wirkte, sowie deren Aufmerksamkeit zum Details, auch wenn ihn das Ergebnis selbst nicht besonders interessierte. Die Naka Duskeal würden ihre Aufgaben wohl gut genug erfüllen... und im Notfall war es nicht so schlimm ein oder auch zwei von ihnen zu verlieren. Von allen Anwesenden waren ihm selbst Serafina und Asarra wichtig und zu letzterer trat er auch, als ob er ihre Fesseln nocheinmal überprüfen wollte.

"Ich bin sicher, dass es für euch in Taros viel zu tun geben wird. Spätestens wenn wir den Rückzug aus Pandeas Festung antreten. Wenn ihr Gnade zeigen wollt, dann tötet jeden Feind schnell." , riet er ihr, die Zähne gebleckt, da er seine Vorfreude auf die kommenden Ereignisse nicht ganz verbergen konnte. "Und kommt lebend mit uns zurück, sonst wird Darius es mir die nächsten Jahrhunderte nachtragen." , fügte er noch scherzend hinzu,  bevor er sich abwandte um selbst durch das Portal zu geben. Damit sollte er ihr klar gemacht haben, mit wem sie nach Taros reiste. Sein anderer Seelenteil bereitet sich schon darauf vor im Hintegrund zu bleiben bis sie wieder nach Dragonia zurückkehrten.

Es gab weiter nichts zu besprechen, daher umfasste er nur den Stab fester, den Aponi'kasa ihm geliehen hatte und schritt selbst durch die Flammen - warum musste es gerade Feuer sein? - welche zum Glück nicht heiß waren, sondern eher kühl. Die Reise selbst war in einem Augenblick vorbei und er merkte sich diesen interessanten Unterschied zu anderen Portalreisen, die er schon mitgemacht hatte. Auf der Anderen Seite wartete ein recht gewöhnliches Zimmer und schritt gleich weiter um Platz für die Nachkommenden zu machen. Dabei fiel ihm eine Karte an der Wand auf, die sich als nützlich erweisen mochte. Von Taros selbst hatte er noch nie eine Karte gesehen, zumindest nichts Genaues und seine Augen verschlangen geradezu jede Einzelheit, die sich ihm darbot. Von den Aschenbergen im Norden bis zum See der Tränen im Süden gab es genug Orte zu merken, doch leider blieb ihm diese nicht.

So leise die Lykantrophen es auch in den Raum geschafft hatten, was nach ihnen kam verursachte einiges an Lärm, was ihm ein irritiertes Schnauben entlockte, bevor er Phelans Gesten folgte und sich hinter diesen stellte. Den Stab steckte er dabei in eine Schlaufe seines Geschirrs, sodass er hinter seinem Rücken aufragte, damit er die Klauen für einen Kampf frei hatte.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 19 Dezember 2017, 19:42
Die Gruppe versammelte sich am Morgen. Etwas unschlüssig zu wem er sich denn gesellen sollte blieb Merdarion stehen und betrachtete zunächst mit wem er die nächsten Tage wenn nicht sogar Wochen verbringen würde. Den Helm hatte er aus Bequemlichkeitsgründen noch unter den Arm geklemmt, der Rucksack hing über einer Schulter. Die Entscheidung wurde ihm abgenommen als ein weißer Lykaner begann Wasserflaschen und Verpflegung zu verteilen. Zu beidem sagte er nicht nein. Noch mit dem Verstauen der Vorräte beschäftigt nahm er nur am Rande war, das manche sich begrüßten oder kurz miteinander sprachen. Langsam dämmerte es ihm das es wohl wieder der Drache war der da so freigiebig Vorräte verteilt hatte. Wie viele Gestalten hatte dieser denn? Serafina schien beschäftigt und nach dem Gespräch gestern war er nicht sicher wie er sie am besten ansprechen sollte. Phelan wirkte anders, irgendwie wilder als er ihn in erinnerung hatte, eine leichte Gänsehaut war die Reaktion.

Währenddessen bewies Myriel was es hieß eine Erzmagierin zu sein. Am eindrucksvollsten war die Verwandlung des Adligen zu einer Orkin. Nun warscheinlich war der Herr von Muesig nicht ganz so begeistert aber wer wusste das schon. Seine Gildenschwester Asarra war schon in Fesseln und auch Ragno stand bei der Gruppe. Merdarion grüßte beide und wartete dann darauf das es losging.

Die Erzmagierin erschuf ein Portal, nach und nach schritt jeder hindurch. Der Minenbesitzer hatte es nicht eilig, Magie im allgemeinen und Portale im speziellen waren ihm immer noch suspekt. Den Helm auf dem Kopf, alles andere verstaut stand er bereit um als letzter ins Unbekannte zu treten. Etwas hielt ihn fest, durch das eingeschränkte Blickfeld der Beckenhaube sah er zunächst nur eine zierliche Hand. Was er dann hörte ließ ihn erstarren. Auf die Schrecksekunde folgte Wut. Die Hand zuckte, wollte sich um den Schwertgriff legen. Leise knirschten Zähne aufeinander. Er antwortete der Magierin nicht, er hatte verstanden. Und gleich mehrere Dinge: Zum Einen, die einzige Person der er etwas erzählt hatte, hatte es ausgeplaudert. Zum Andern das der Magierin viel an ihrem Gefährten lag und das sie kein Problem damit hatte ein Leben auszulöschen um ihr Ziel zu erreichen. Niemals hätte er ein anderes Mitglied des Ordens zurückgelassen, was er von der Mission hielt spielte dabei keine Rolle. Er würde sich vor ihr in Acht nehmen müssen und irgendwann würde er sich revanchieren. Das sie damit drohte Cailin ihrer eigenen Schülerin etwas anzutun zeugte von einer Kaltblütigkeit die er bisher nicht erlebt hatte.

Bebend vor Wut und dem Wissen vorerst nichts tun zu können schritt Merdarion durch das Tor. Vor ihm im Raum war es dunkler, dazu behinderte der Helm die Sicht. Beim zur Seite treten blieb er an einem Stuhl hängen.

Etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Vor der Türe des Zimmers waren Stimmen zu vernehmen die sich in einer ihm unbekannten Sprache unterhielten. Instinktiv hielt er in der Bewegung inne und versuchte nicht noch etwas umzustoßen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 21 Dezember 2017, 00:28
Phelan hatte bereits eine Pfote so platziert, dass die Tür nicht ohne weiteres mehr als einen Spalt breit geöffnet werden konnte. Mehr als zweieinhalb Zentner Fell, Muskeln und Knochen würden Widerstand leisten. Zum Glück war das – zumindest vorläufig – eine übertriebene Vorsichtsmaßnahme. Das Personal hier war gut genug erzogen oder verängstigt genug, um nachzufragen bevor es irgendwelche Türen öffnete.

Leider tat der entsprechende Kerl dies auf Orkisch und der Lykantroph verstand kein Wort. Runshak konnte er auch schlecht um eine Übersetzung bitten, denn das hätte man draußen gehört. Und dann bewegte sich die Klinke. Der Tiermann unterdrückte den Impuls sich gegen die Tür zu stemmen, verlagerte aber mehr Gewicht auf das Bein, das die Tür weitgehend geschlossen halten sollte. Und es versammelten sich noch weitere Leute da draußen. Diese sprachen zu Phelans Genugtuung Drow und die Grünhaut schien sie zu verstehen. Außerdem sah sie nun vorläufig davon ab, die Türe zu öffnen. Damit stand einer gepflegten Unterhaltung unter Freunden nichts mehr im Weg.

Nun galt es die richtigen Worte zu finden. Die Aufgabe des Alphas. Und in diesem Fall konnte er auch gar nicht um Hilfe bitten. Das würde nur verraten, dass sich hier eine größere Gruppe versammelt hatte. Außerdem sprachen wohl wenige Leute im Raum Dunkelelfisch und noch weniger würden es zugeben. Zurück in der Heimat würde ein solches Talent unerwünschte Fragen nach sich ziehen. Und hier eine Plauderei auf Dragonisch zu beginnen, war absolut keine Alternative.

„Er hat Recht, Grishnak“, erwiderte Phelan nach einem halben Wimpernschlag des Zögerns in seinem gepflegtesten Drow. Seine tiefe Stimme enthielt ein leises aber unverkennbares Grollen, wie in Samt gehüllter Donner. Es war eine Stimme, die sich ihrer Sache sicher war. Eine Stimme, die es nicht gewohnt war in Frage gestellt zu werden. Oder zumindest sollte sie das sein. „Was hier geschieht geht Dich nichts an. Es geht keinen von euch was an. Auch euch nicht, Falanir. Ihr habt nichts gesehen und nichts gehört. Geht jetzt.“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 21 Dezember 2017, 08:43
Auf leisen Sohlen schob sich Aponi'Kasa hinter Phelan, als er eine entsprechende Geste andeutete. Sie wandte den Kopf zu den Unruhestiftern um und bleckte stumm die bedrohlichen Reißzähne. Was wie eine Drohgebärde gegen die Söldner wirkte, sollte ihnen bedeuten auf der Stelle reglos zu verharren und nicht noch mehr Lärm zu machen.

Vor der Tür waren Stimmen zu hören. Die scharfen Sinne der Lykana konnte mehrere Personen ausmachen, sie schätzte drei oder vier. Die eine sprach Orkisch, das erkannte sie an den Lauten die sie aus der Kaserne kannte. Leider verstand sie diese Sprache nicht und nahm sich vor, dies nach ihrer Rückkehr zu ändern. Eine zweite Person antwortete ihr, ebenfalls in einer fremden Zunge, jedoch gänzlich anderer Natur. Zu ihrer Überraschung schien Phelan zu verstehen was sie sagte.

Beifällig zuckte Aponi'Kasa mit den Ohren, als der Alpha in derselben Sprache antwortete. Seine Stimme klang selbstsicher und bärbeißig und war für dieses Ort absolut passend. Es war gut, dass der Alpha sie begleitete.
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 21 Dezember 2017, 22:15
Kaum war der Retter des Drachenauges eingetroffen, wurde er auch bereits von Myriel in Empfang genommen, so erwiderte er ihre Begrüßung mit einem ebensolchen Nicken. Er sollte den Sonnenlichtzauber vermeiden, da war es ja gut, dass er auch mit dem Dunkelelfenschwert mittlerweile gut zurechtkam, auch wenn es ihm noch immer etwas zu leicht vorkam. So langte er nur kurz an dessen Knauf als Bestätigung ihrer Worte.

Keine Sorge. Phelan weiß, dass ich mich auch ohne Magie recht passabel zur Wehr setzen kann, wenn dies erforderlich ist.

Und den Morphologiezauber hatte sie ihm persönlich beigebracht. So grinste er nur leicht, als Myriel die Verkleidungen einiger der Gefährten begutachtete, verbesserte und den Herrn von Muesig gar in eine mehr oder weniger charmante Orkdame verwandelte.

Ja, so gibt es zumindest die Möglichkeit, nicht allzusehr aufzufallen.

Doch dann war es soweit. Myriel warf ein purpurnes Pulver ins Feuer, woraufhin sich das gewünschte Portal öffnete. Somit war dieses Pulver wohl das Hauptreagenz für die Erschaffung des Portals. Wo sie das wohl her hatte? Und führte dies dann nur an einen Ort oder konnte man diesen wählen? Einige Fragen, die er sich für später aufheben musste, denn sie hatten eine nicht gerade einfache Aufgabe vor sich. Da Serafina den Magier darum bat, erst die Lycaner vorzulassen, da diese ja als Rudel auftreten sollten, nickte Christian zur Bestätigung, ehe er die befellten Mitglieder der Expedition vorließ und erst nach diesen das Portal durchschritt.

Es war doch ein bisschen anders, als durch ein mit einer Portalschriftrolle erstelltem Portal zu treten, so verlor er für einen Augenblick die Orientierung, weswegen er, nachdem er es durchquert hatte, sich beeilen wollte, um dem nächsten Platz zu machen. Allerdings stolperte er durch diese etwas hastige Aktion über die eigenen Füße. Zwar konnte er sich noch mit den Händen abfangen, aber sein Schild berührte dabei den Boden, was den typischen Klang erzeugte, wenn ein rucht einen Metallring verstärkter Holzschild auf einen Steinboden traf. So richtete sich der ehemalige Statthalter mit einer entschuldigenden Geste in Serafinas Richtung auf, ehe er sich möglichst weit auf die andere Seite des Kamins begab, um nicht im Weg herumzustehen...bevor der nächste aus dem Poirtal mehr stolperte als ging.

So war es kein Wunder, dass jemand vor der Zimmertüre auf sie aufmerksam wurde und sich äußerte. Klang ziemlich nach orkisch. Weitere Stimmen von außerhalb wurden hörbar, allerdings diesmal in einer anderen Sprache. War das Drow? Zumndest klang es ähnlich wie der düstere Singsang, den er bei Konfrontationen mit den Dunkelelfen wahrgenommen hatte. Verstehen tat er nicht, was da gesprochen hatte, so verhielt sich der Hohentürmler so still wie möglich, denn hier war Phelan der Rudelführer und antwortete soagr in der zuletzt genannten Sprache. Na da war der Magier mal gespannt, was passierte, hoffentlich hatte der Lycaner die vor der Tür stehenden nicht gerade provoziert. Fast schon automatisch legte sich seine rechte Hand auf den Knauf der dunkelelfischen Klinge...
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 22 Dezember 2017, 15:37
Unsterbliche Menschen. Das war für einen Zwerg ähnlich verquer wie furzende Elfen. Beim Stichwort Schwarze Magie juckte ihm der Arsch. Die Warnung des Hauptmanns nahm Todbringer vollauf ernst.

"Hab nicht vor sie zu beleidigen. Wer wäre blöd genug und steigt einer Schwarzkünstlerin auf die Zehen? Sind viel zu schnell beleidigt diese Weibsbilder."

Ragno grinste dreist. Er freute sich auf einen satten Humpen Bier.

---

~Nächster Morgen~

Sein Hauptmann tauchte in einer neuen Gestalt auf. Wandlungsfähige Viecher, diese Drachen, dachte Ragno bei sich. Den Proviant, den der Hauptmann verteilte, hatte sich der Söldner bereits in der Kaserne eingepackt. Die Befehlskette war von Kommandant Runshak außer Kraft gesetzt worden. Goldauge fand dies vernünftig. Fühlte sich gleichwohl befremdlich an.

Unter den Begleitern des Wolfsrudels traf er einen "alten" Bekannten. Mit einem Grinsen trat der Zwerg vor den Blonden hin und streckte ihm die Hand zum Gruß hin.

"Mahal zum Gruße. Samul der Große, oder wie war das? Hab deine Beinamen vergessen, Kamerad. Nichts für ungut. Zwergengedächtnis. Da bleibt nur drin was wichtig ist."  Ragno tippte sich gegen die Schläfe und lachte dröhnend. "Bist du dabei? Ah, spielst den Überläufer. Gut gut. Dann ist die Lange da deine Gefangene?"

Frau Myriel trat zu ihnen. Wollte ihm ein Zeichen aufmalen. Ein tiefes Runzeln erschien auf Ragnos Stirn.

"Na, wenn es unbedingt sein muss. Möchte mit heiler Haut zurückkehren. Ich hoffe, das Zeug geht wieder ab?"  Er deutete auf das Tintenfass. "In den ewigen Zwergenhallen will ich damit ungern aufkreuzen. Bitte, Frau Myriel, tut Euer Werk."

Den Arm mit hochgekrempeltem Hemd vorgestreckt beobachtete Ragno mit gerümpfter Nase wie ein dunkelrotes Muster auf seine Haut gemalt wurde. Prüfend rubbelte er über die Stelle, kaum dass sie trocken war. War bestimmt wasserfest. Der Zwerg prüfte mit Spucke.

Goldauge ließ die Magierin mit Samul tuscheln und stellte sich derweil der Gefangenen vor.

"Ihr seid Hauptmann in Drachenauge? Ragno Todbringer mein Name, Todgeweihter der Schwarzklaue. Hab das Vergnügen Euch auszuliefern." Der Zwerg grinste zu der Langen hinauf. Um keinen steifen Nacken zu bekommen war er in einem passenden Abstand stehen geblieben. "An Eurer Mimik müsst Ihr noch arbeiten. Seht möglichst mies gelaunt aus. Solltet Ihr mit Eurer Stimmung Probleme haben, kneife ich Euch gern in den Arsch. Würde mich ohnehin interessieren wie Amazonen darauf reagieren."

Der Zwerg grinste von einem Ohr zum anderen und fand es nun doch prima, ein paar Tage ohne Befehlskette auszukommen.

Das Portal ließ seine gute Laune verfliegen. Er mochte diese Art des Reisen nicht. Er hatte Geschichten gehört von zerteilten Leibern, verdrehten Gehirnen und blutigen Gliedmaßen. Konnten Schauergeschichten sein, war aber nie verkehrt in Betracht zu ziehen, dass solche Berichte einen wahren Kern hatten. Ihm standen schier die Haare zu Berge, als er mit geschlossenem Auge in das Feuer trat. Und auch wieder austrat. Als Zwerg konnte er sich in stockfinsteren Tunneln bewegen. Er schaffte es lautlos in einen stickigen Raum. Erst als er gegen Kommandant Runshak stieß, blinzelte Goldauge. Die Wölfe hockten gesammelt vor der Tür. Stimmen waren zu hören. Verdammt, er sollte endlich einmal orkisch lernen.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 22 Dezember 2017, 21:19
Die Amazone hatte mit gemischten Gefühlen betrachtet, wie Myriel ihr das Säckchen an den Gürtel gebunden hatte. Sie war durchaus dankbar für die Hilfe, aber es führte ihr ihre Verwundbarkeit beängstigend deutlich vor Augen. Selbst wenn sie sich innert wenigen Augenblicken von den Fesseln befreien könnte, waren es Augenblicke die über Leben und Tod entscheiden konnten. Es hatte wohl nicht gereicht Côr anzugreifen, jetzt ging sie noch waffenlos und gefesselt nach Taros. Und das freiwillig.

Sie kannte Amarok schon, auch wenn sie vertrauter mit der Elfengestalt des Drachens war. Seine Worte liessen sie einen Augenblick stutzen, bevor die Kriegerin realisierte, mit wem sie gerade sprach. "Irator. Es ist gut, Euch an Bord zu haben." Auch wenn sie der dunklen Seite der Seele nicht komplett vertraute, war sie für eine solche Unternehmung definitiv besser geeignet. Irator würde tun, was getan werden musste.

Kurz darauf wurde die Schwarzhaarige erneut angesprochen, diesesmal aus unerwarteter Richtung - von unten. Sie drehte sich zu dem Zwerg um und nickte ihm zu. "Hauptmann Asarra von der Stadtwache Drachenauges und Anführerin der berittenen Einheit." Die Kriegerin grinste zurück. Dann lachte sie herzhaft. "Eure Hilfsbereitschaft in Ehren, ich kann ganz gut grimmig in die Gegend gucken. Da muss ich mich nur an meine letzte Reise durch diese Wurmlöcher, die ihr Zwergen Tunnels schimpft, erinnern..." meinte sie mit einem Augenzwinkern. Der Zwerg war ganz nach ihrem Geschmack.

Wenig später war die Heiterkeit allerdings wieder verflogen, und Asarra sah tatsächlich ziemlich finster drein. Das magische Portal war offen, die Lykaner bereits hindurchgetreten. Nun musste sie sich also auch noch gefesselt irgendwelchen dubiosen magischen Spielereien ausliefern. Irgendwie wäre Asarra lieber durch ein echtes Feuer gelaufen.

Als sie kurz darauf im Zimmer des dunklen Turmes ankam, verhallte gerade noch der dumpfe Klang von Christians Schild im Raum. Der Magier schien irgendwie gestolpert zu sein, doch die Amazone konnte keine Unebenheit auf dem Boden entdecken. Geschickt trat sie aus dem Kamin und positionierte sich bei der Wand neben der Karte. Manche Teilnehmer der Mission machten einen ziemlichen Radau, was ein noch finsterer Gesichtsausdruck der Amazone bewirkte. Nein, Ragnos Hilfe war tatsächlich nicht nötig.
Asarra war gespannt wie die Sehne eines Bogens kurz vor dem Schuss. Die Muskeln ihrer breiten Oberarme spielten, während sie ungeduldig auf die Tür und das Rudel davor starrte. Sie verstand kein Wort. Sie hatte keine Waffen. War gefesselt. Das konnte nur grossartig laufen.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Samstag 23 Dezember 2017, 00:37
Vor den Stadttoren angekommen besah sich Naveen seine "Mitreisenden".
Asarra hatte er so eben ordentlich verschnürt. Sie hatten lange geübt, so dass die Fesseln einerseits wirkten, als säßen sie fest, andererseits sich binnen Sekunden lösen ließen.
Die Waffen der Amazone hatte der Schneider an sich genommen und sorgsam unter dem von Phelan geliehenen Dunkelelfenumhang versteckt. Anschließend hatte er ihr noch einmal zugenickt und sein Nicken sollte nicht weniger bedeuten als "Ich bleibe an deiner Seite. Es wird schon gut gehen."

Sir Christian hatte bestimmt eine magische Überraschung parat, Naveen traute ihm in der Hinsicht fast alles zu.
Müsig war.. nun.. es hatte Naveen einiges an Selbstbeherrschung gekostet, bei dem Anblick des Adeligen nicht laut loszulachen. Eine Orkin - Myriel hatte dem eitlen Gecken wirklich eine fantastische Tarnung geschenkt. Gemeinsam neben dem echten Ork Runshak gaben die beiden ein herrliches Pärchen ab. Allerdings war Naveen sich sicher, dass Müsig das nicht so sehen würde. 
Merdarion trug den groben Helm aus seinem Fundus, Ragno bekam ein Zeichen aufgemalt und was Myriel mit Sâmul verhackstückte hatte der Schneider nicht weiter mitbekommen.

Und er selbst? Er selbst hatte von Myriel ein magisches Mitgebsel bekommen, dass ihn mehr veränderte, als er geglaubt hätte. Fremde Augen sahen ihn aus dem Handspiegel der Magierin an. "Ich kann nicht unbedingt sagen, dass mir gefällt, was ich sehe." Sprach er knapp und bedankte sich dann artig für die Vollendung seines Kostüms.

Dann war da noch die Lykaner-Truppe.
Phelan hatte seinen Helm aufgesetzt. Naveen erinnerte sich an die Warnung, die der Freund ihm einst ausgesprochen hatte. Aber sollte ich mich jemals gezwungen sehen meinen Helm zu nutzen, dann willst Du nicht in meiner Nähe sein. Naveen atmete tief ein. Ob sich seine Warnung bei diesem Abenteuer tatsächlich bewahrheiten würde?
Den weißen Lykan konnte der Elf nicht direkt zuordnen. Irgendwie hatte er das Gefühl ihn kennen zu müssen, doch es blieb keine Zeit, sich weitere Gedanken zu machen..

Myriel hatte das Portal geöffnet. Beim Durchgehen hatte Naveen das Gefühl am ganzen Körper von einem Kribbeln erfasst zu werden, doch kaum hatte er auch den zweiten Fuß in den fremden Raum gestellt, war dieses Kribbeln nur mehr eine ferne Erinnerung.
Die Lykaner hatten sich zuerst durch die kalten Flammen bewegt. Naveen war nach Sir Christian und Asarra durch das Portal gegangen und hatte den Radau des Magiers nicht mitbekommen. Aber Christian war nicht der einzige Ungeschickte gewesen.

Auch Sâmul, Runshak und Merdarion stolperten in den Raum. In Naveen erwachte der Wunsch, die Herrschaften streng zurecht zu weisen, aber mehr als einen giftigen Blick wurde er nicht los. Draußen waren Stimmen zu hören. Erst auf orkisch, dann kam Drow hinzu. Der Schneider konzentrierte sich. Drow war dem Elfischen gar nicht mal so unähnlich. Härter, weniger klangvoll und die Satzstellung war manchmal ein Graus. Aber die Grundzüge konnte der Elf tatsächlich verstehen.
Und Phelan schien es ebenso zu gehen. Mehr noch, er sprach die Sprache und versuchte Grishnak und Falanir und wer sonst noch auf der anderen Seite der Tür wartete zu verscheuchen.

Naveen hielt die Luft an und nahm seinen Flügeldolch in die Hand. Zum Kampf mit dem Schwert war es in dem Raum eventuell zu eng, aber sollten sie bereits in diesem Teil ihrer Reise angegriffen werden, so würde er nicht von der Seite der unbewaffneten Asarra weichen.

Dunkelelfenumhang (Erhöht Stufe der Fähigkeit Verstecken in Ödnislandschaften um 1)von Phelan geliehen
Autor: Sâmul von Gor Datum/Zeit: Samstag 23 Dezember 2017, 02:34
Der blonde Jüngling blickte mit gelupfter Augenbraue zu Ragno herunter und ergriff seine Hand, um sie mit einem ungewöhnlich sanften Griff sachte zu schütteln. Dabei lächelte er den Zwerg überfreundlich an.
»Ah, Rimbo Totensänger vom Clan der Bolzenschlucker, wie schön. Jaja, es kann ja nicht jeder mit einem solch hocheffizienten Intellekt wie Sâmul ausgestattet sein.«

Sâmul tätschelte den Kopf des Zwerges vor sich mit einem mitleidigen Lächeln auf den Lippen.
»Tut Sâmul einen Gefallen, Rasbo Totenspringer vom Clan der Bolzensammler, mach da drüben nichts dummes. Jaja, Sâmul weiß schon, es wird dir schwerfallen, aber wir wollen ja alle heil wieder zurückkommen, nicht wahr? Denn dort drüben wird niemand auf dein Zwergengedächtnis Rücksicht nehmen.«

Als sich Myriel dann an sie wandte, richtete der blonde Jüngling seine Aufmerksamkeit von dem Zwerg auf die Hexenmeisterin. Er zuckte breit grinsend mit den Schultern und raunte der Erzmagierin mit zwinkernden Augen zu: »Dein schattiger Freund wird sich in Sâmuls Nähe sehr wohlfühlen. Und keine Sorge, die Nichtopferhaftigkeit beruht ganz auf Gegenseitigkeit, auch Sâmul wird sich nicht opfern, für niemanden. Wir beide werden uns gut verstehen, sehr gut, ausgezeichnet würde ich sogar sagen, das wird ein Spaß.«

Als Sâmul mit Myriel fertig war, bekam er gerade noch die Unverschämtheiten des Zwerges mit und schnauzte ihn ziemlich barsch an, während er ihm drohend mit der Faust vor dem Gesicht herumwedelte: »Hey, du kleiner Frechdachs! Zisch ab und lass Sâmuls Gefangene in Ruhe, sonst setzt es was! Wenn du irgendjemanden an den Arsch gehen willst, dann mach das bei deinen eigenen Vorgesetzten, wenn das bei euch hier in Nuru so Sitte ist.«

Wenn hier jemand Lady Hauptmann ins knackige Amazonenhinterteil kniff, dann war er das. Sollte sich der Zwerg doch eine eigene Gefangene suchen. Wie wäre es denn mit dieser hübsche Orkenfrau dort drüben. Breit grinsend deutete Sâmul auf Martin oder besser gesagt Martina von Muesig und meinte schmunzelnd: »Solch ein Orkenweib da drüben ist doch viel eher deine Kragenweite, würde Sâmul annehmen...«

Als dann das magische Portal von Myriel geöffnet wurde, wartete Sâmul ab, bis Asarra hindurchtrat, ehe er sich selbst in Bewegung setzte. Im Gegensatz zu anderen Teilnehmern dieser selbstmörderischen Expedition mitten ins Feindesland, schien der Anblick des Portals seine gute Laune nicht zu trüben, das Lächeln blieb stets gleich und was der blonde Mann wirklich dachte, blieb dahinter verborgen.

Dann trat er schließlich doch hindurch und blieb kurz stehen, um sich in den kleinen Raum dahinter umzusehen. Doch dieses kurze Zögern reichte aus, um Merdarion im Weg zu stehen, da dieser offenbar hinter ihm durch das Portal getreten war. Der Zusammenstoß der beiden Männer sorgte dafür, dass einer der beiden an einem Stuhl hängen blieb und die daraus resultierenden Geräusche lenkten offenbar unerwünschte Aufmerksamkeit auf die Gruppe.

Sâmul lauschte den Stimmen vor der Tür, die zähnefletschende Lykanerin schien er dabei vollkommen zu ignorieren, während er seine Hand an den Griff seines Säbels legte. Nur eine Vorsichtsmaßnahme, falls Phelans Plan nicht klappte und es doch wieder auf harte Gewalt hinauslief.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 23 Dezember 2017, 21:56
Runde 5


Nach Phelans Worten herrschte einen Augenblick Stille vor der Tür. Mit viel Phantasie konnte man sich wohl vorstellen, wie die Wesen davor sich überraschte Blicke zuwarfen, als sie begriffen das tatsächlich jemand in dem Raum war. Falanir schien sich zuerst wieder zu fangen, denn es war seine Stimme, die antwortete.

Isfahan?

Der dunkelelfisch klingende Name kam zögernd, fragend, als ob er sich seiner Sache nicht sicher wäre. Doch der unnachgiebige Tonfall schien überzeugend genug gewesen zu sein.

Dann sind die Gerüchte also wahr. Wenn der Anführer der Nachtklingen zurückkehrt ebnet er den Weg für die Herrin. Sie muss die Formel gefunden haben. Grishnak, Du hast gehört was er gesagt hat, lass uns verschwinden und ihn seine Arbeit tun. Glaub mir wenn ich Dir sage: Du willst ihm nicht im Weg stehen. Genauso wenig wie wir.

Und dann entfernten sich Schritte in zwei verschiedene Richtungen, mehrere gingen die Treppe hinunter und die eher schlurfenden, schweren Schritte gingen weiter den Gang entlang.

Das war knapp.

flüsterte Lyressa, als sie weit genug entfernt waren.

Wir sollten noch ein paar Minuten abwarten und dann machen, das wir hier raus kommen.

~ ~ ~


Als sie aus dem Raum traten sahen sie etwas schräg von sich einen offenen Türbogen, hinter dem eine Treppe hinunter führte. Sie wand sich über mehrere Etagen bis zur ebenen Erde in gleichmäßigen Spiralen nach unten. Weit und breit war niemand zu sehen, scheinbar hatten die Bewohner des Turms Phelans Worte ernst genommen und sich zurück gezogen. Der Weg nach draußen schien in greifbare Nähe gerückt.

~ ~ ~


Erst draußen, vor dem Tor des schwarzen Turms wurde den Abenteurern klar, das der schwarze Turm nicht so einsam lag, wie sie bisher vielleicht vermutet hatten. Er war Teil einer Drow Stadt, die aus schwarzem Gestein bestand. Hier gab es einen Marktplatz, der in der Morgenstunde, im Gegensatz zum gewohnten Anblick in den Städten Aylanns, nahezu verlassen war. Die wenigen schwarz gewandeten Gestalten, die unterwegs waren, schienen sich nur um sich selbst zu kümmern und ihren Weg schnell hinter sich bringen zu wollen. Überhaupt schien der Stadt sämtliche Farbe zu fehlen. Kein einziger Baum, kein Gebüsch, kein Grashalm war zu sehen. Die Häuser waren schlicht und schmucklos gehalten, mit Fenstern, die wie tote Augenhöhlen wirkten. Hinter den schroffen, schwarzen Stadtmauern zog sich eine graue Ebene dahin, auf der man hin und wieder größere und kleinere Vulkane erkennen konnte. Nicht alle von ihnen waren inaktiv, und so war der Himmel unter der gerade aufgegangenen Sonne schmutzig rot gefärbt. Schon jetzt war die Luft trocken und warm, und es war anzunehmen, das dies im weiteren Tagesverlauf nicht besser sondern schlimmer werden würde. Der Geruch nach Schwefel und Brand lag darin, denn direkt südlich der Stadt mündete der Flammenfluss ins Meer, dessen ölig brennende, schwarze Fluten dunklen Rauch in den Himmel steigen ließen, wenn sie im Wasser des Meeres erloschen. Nördlich der Stadt war als breiter Schatten der Saum des Geisterwaldes zu erkennen, unwirklich, schemenhaft, wie ein böser Alptraum, der in der Ferne lauerte.

Willkommen in Taros.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 28 Dezember 2017, 12:08
Kaum jemand nahm von seiner Verwandlung Notiz oder sie ließen sich nichts anmerken. Jeder schien mit sich selbst zu beschäftigt. Es war ihm inzwischen klar, dass eine Kommunikation nicht möglich war. Er konnte die Drow-Sprache nicht, auch kein orkisch und wenn er seine angestammten Sprache anwenden wollte, kam nur unverständliches Gebrabbel aus dem Munde – der orkische Kiefer ließ keine Verständigung mit diesen Ausdrucksweisen zu.

Sie konnten den Raum verlassen, nachdem draußen Stille herrschte, über eine Treppe, die sich nach unten wand, sie waren wohl in einem Turm oder einem ähnlichem Gebäude gelandet. Und jemand erwähnte ihn schließlich auch – der schwarze Turm. Und schwarz war hier fast alles.

Ein fast ausgestorbener Platz lag in Sicht- und Reichweite. Ihn zu erreichern schien aber nicht erstrebenswert, es war dort schlichtwegs nichts los. Nicht einmal Städte, in denen die Pest gewütete hatte, waren so ausgestorben.

Eigentlich sah hier nichts danach aus, dass man es unbedingt gesehen haben musste. Schmucklose Häuser, der Himmel, der sich darüber wölbte, im schmutzigen Rot, grau alles andere und ein paar Kegel, die wohl Vulkane sein mussten. Schick in Schlick! Reisen nach Taros – keine Empfehlung.

Sein eigener Geruch war derart ekelig, dass ihm der Schwefel in der Luft sogar als willkommene Abwechslung vorkam.

Es wurde beschlossen Gruppen zu bilden, doch da ihn keiner einer zuteilen wollte, begann er sich einfach in der Mitte einzuordnen. Was sollte er auch sonst tun? Vielleicht sollte er wie eine hilflose Frau wirken. Aber wie wirkt man als hilflose Ork-Frau? Eine Antwort auf diese Frage fand er momentan nicht. Sollte er vielleicht einen der Passanten auf sich aufmerksam machen? Vielleicht wirkte er ja gerade auf die Einheimischen vertrauenserweckend. Aber wie er das den anderen vermitteln sollte? In seinem Kleid fand sich weder etwas zum Draufschreiben noch etwas mit dem man schreiben hätte können.
Eines war ihm aber klar, wollte er je wieder seine gewohnte Gestalt, seine Stimme, sein wunderbares Aussehen und seinen persönlichen Geruch, dann musste er hier erfolgreich bestehen. Er würde alles, aber wirklich auch alles tun, um hier wieder lebend rauszukommen. Hier als Ork-Frau begraben zu werden kam überhaupt nicht in Frage.

IUnd aufeinmal wurde ihm etwas schlagartig klar: Dann sind die Gerüchte also wahr.... Das war nicht seine Sprache gewesen und trotzdem hatte er es verstanden. Er musste unbedingt probieren, ob er es auch sprechen konnte.

Als sei an einer der schwarzen Gestalten vorbeikamen, fragte er den in (fast) perfekten orkisch: "Entschuldigt die Störung: Wie spät ist es ?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 29 Dezember 2017, 18:26
Die Schritte entfernten sich. Aponi'Kasa ließ sich erleichtert auf alle Viere sinken. Zustimmend zuckten ihre Ohren zu Lyressas Vorschlag. Während sie warteten blieb es still. Die Lykana warf einen Blick auf die Karte von Taros, die an der Wand hing. Die Schwarze Festung lag südöstlich des Schwarzen Turms. Ob sie auf dem Weg auf die Wilde Jagd treffen würden?

"Ist Shir Khan auch dort?", flüsterte die Grauweiße Lyressa zu. "Besteht die Gefahr, dass wir dem Alten vor die Fänge laufen?"

Allein der Gedanke an die grausamen Augen des Alphas ließ die Dragoleutnant die Nackenhaare sträuben. An seine Klauen und Reißzähne wollte sie erst gar nicht denken.

~~~


Taros war der wahr gewordene Alptraum. Zumindest für eine waldliebende Lykantrophin wie Aponi'Kasa. Kein Fleckchen Grün. Weder Gras noch das kleinste Blümchen. Keine Schatten spendenden Bäume. Schon jetzt war es heiß, ehe die Sonne aufgegangen war. Die Lykana ahnte, dass ihnen schon bald die Zunge am Gaumen kleben würde. Sie würden mit dem Wasser haushalten müssen. Ihr Blick fiel auf den verweichlichten Zivilisten, der jetzt eine Orkfrau war. Sie hatte das unbestimmte Gefühl, dass sie dieser Vooonmuesli in Schwierigkeiten bringen würde.

Schwefeliger Gestank stach in der empfindlichen Schnauze. Aponi'Kasa schüttelte hilflos den Schädel und begab sich zu Phelan und Amarok um sich zu besprechen. Sie befanden sich inmitten einer Stadt und mussten diese so unauffällig wie möglich Richtung Süden verlassen. Ihr Blick folgte Christian, der bereits als Geier voraus flog und so den Spähdienst übernahm. Es wurde beschlossen, dass die beiden Gruppen - Wölfe und Söldner - wie geplant zusammen bleiben würden. Da ein Wolfsrudel der Wilden Jagd Fremden nicht trauen würde, sollte eine gemischte Vor- und Nachhut gebildet werden. Phelan mit Runshak vorne, Serafina und einer der Söldner hinten. Die Lykana bevorzugte entweder den Todgeweihten Ragno oder Gildenbruder Merdarion an ihrer Seite und tat dies auch kund. Alle anderen waren ihrer Meinung nach in der Mitte der Kolonne besser aufgehoben.

Selbst einem Plappermaul wie Aponi'Kasa war sonnenklar, dass in Taros das Sprechen jenen beiden überlassen werden sollte, die den Trupp anführten. Als sie dann ausgerechnet die Stimme der Orkfrau vernahm, die sich tatsächlich entblödete einen der Dunkelelfen anzureden, blieb ihr für einen Augenblick das Herz stehen. Ein dumpfes Grollen entrang sich ihrer Kehle. Erstmals in ihrem Wolfsleben verspürte die Lykana den Wunsch einem zweibeinigen Gefährten die Reißzähne in den Nacken zu bohren und dessen Genick zu brechen.

Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 01 Januar 2018, 19:04
Phelan atmete erleichtert durch. Sein Bluff war aufgegangen und mit den Namen Isfahan in Verbindung mit dem Ruf der Nachtklingen ließ sich vielleicht sogar etwas anfangen. Doch trotz des Erfolges, hatte er das Gefühl, dass das alles etwas zu glatt gelaufen war. Nachdem sich die Schritte entfernt hatten, setzte er sich mit dem Rücken an die Tür gelehnt auf den Boden. Denn auch er war der Meinung, dass sie noch etwas warten sollten.

„Die Herrschaften da draußen waren so nett uns einen Namen zu nennen. Isfahan, Anführer der Nachtklingen. Sie glaubten er habe zu ihnen gesprochen“, erklärte der Alpha mit gedämpfter Stimme. „Doch es wird schwer das zu nutzen. Wir haben hier genau einen Drow, der wohl kaum die exakt richtige Rüstung trägt. Vielleicht könnte man sich auf eine geheime Mission rausreden. So geheim, dass Dir ein Blutschwur das Sprechen verbietet… Ein Schwur, den zu Brechen tödlich wäre.“ Was so ziemlich genau der Wirkung entsprach, die es hätte in Taros mit dem falschen Elfendialekt zu reden.

„Ich müsste für Dich sprechen, Naveen. Als jemand, der gerade genug über den Auftrag weiß, um Dich an den richtigen Ort zu führen. Es wäre mir allerdings lieber, diese Ausrede nicht gebrauchen zu müssen.  Du verstehst halbwegs, wenn Drow gesprochen wird?“ Danach wurde überlegt ob und wie man sich aufteilen sollte. Der Schutz einer größeren Gruppe brachte inmitten des Feindeslandes wohl wenig. Ein Dutzend isolierter Kämpfer – lachhaft verglichen mit den Truppen einer ganzen Stadt. Und zwei Gruppen mit halb so vielen Leuten wären vielleicht unauffälliger gewesen. Aber sie hatten einfach zu wenige Leute dabei, die sich hier auskannten und die hier üblichen Sprachen beherrschten, um sich sinnvoll aufteilen zu können. Und so entschied man sich notgedrungen beisammen zu bleiben.

„Wir trauen einander nicht, richtig Herr Goldauge? Ich gehe mit einem Wolf aus meinem Rudel voran. Immerhin führen wir euch.“ Lyressa kannte sich hier wohl am besten von ihnen allen aus. Aber im Prinzip war es ihm relativ egal, wer mit ihm kam. „Auch einer von Euch Söldnern kann mit der Vorhut mitkommen. Runshak vielleicht?“ Den Ork konnte er zumindest ernst nehmen. „Nachjägerin, Du bildest mit dem verbleibenden Wolf die Nachhut. Ich will nicht die ganzen Söldner unbeobachtet in meinem Rücken wissen. Und ich will auch sonst keine Überraschungen von hinten. Werden wir auf Orkisch angesprochen, antwortet Runshak. Werden wir auf Drow angesprochen, antworte ich. Führt die Gefangene halbwegs in meiner Nähe mit. Ich will als Gildenleiter etwas für meine Gildenschwester tun können, falls es hart auf hart kommt.“ Außerdem wusste er so seinen Freund Naveen, der einen der Aufpasser spielte, in seiner Nähe.

„Bleibt beisammen und halten den Mund. Ach und noch etwas: Ich habe nicht vor das zu tun, aber falls ich meinen Helm aktiviere, solltet ihr wissen, was euch erwartet.“ Der Leitwolf deutete eine Bewegung an, als wolle er den beweglichen unteren Teil seines Lederhelmes nach oben drücken. „Er ist mächtig und gefährlich. Mit diesem Helm kenne ich weder Furcht noch Schmerz. Doch ich fürchte, dass ich auch keine Freunde mehr erkenne. Vielleicht würde die Rudelmagie noch wirken, aber dafür müsstet ihr mich tatsächlich als euren Alpha anerkennen.“ Er sah zu den Lykantrophinnen hinüber. „Alles was mir unter Einfluss des Helmes bleibt, ist Zorn. Ich werde ihn nur einsetzen, wenn es absolut notwendig ist und ich von Feinden umringt bin. Solltet ihr mich dennoch stoppen müssen: Ich werde äußerst anfällig gegenüber Magie sein. Ich hoffe ihr greift auf Zauber zurück, die mich nicht gleich töten.“ Sein Blick bei diesen Worten war vor allem auf Christian gerichtet.

Nachdem derlei Kleinigkeiten geklärt waren, war wohl genug Zeit verstrichen. Und sie machten sich in der vereinbarten Marschordnung auf den Weg nach draußen. Die düsteren Korridore des Turmes lagen wie ausgestorben vor ihnen. Führten sie in einen Hinterhalt oder hatte die vermeintliche Ankunft der Nachtklingen wirklich eine solche Wirkung gehabt? Phelan war beinahe überrascht, als sie es tatsächlich ohne jeden Zwischenfall auf die Straße schafften. Die Stadt war noch trostloser als das Innere des Turmes. Grau und tot lag sie vor ihnen, als würde alles Leben unter dem schmutzig roten Himmel erstickt werden. Und die rauchenden Schlote einiger Vulkane erinnerten den Wolfsmann unwillkürlich an den Abgrund der Seelen. Einen leisen Fluch auf den Lippen stapfte er voran. Sein Blick dabei suchte immer wieder den großen Geier, der über ihnen kreiste. Sie hatten sich entschieden seinen scharfen Augen und seinem Überblick von dort oben zu vertrauen, um ihren Weg durch das Labyrinth der Gassen zu finden.

Die Stimmung dieses Landes war wohl erdrückend genug, um alle Gespräche im Keim zu ersticken. Und so hielten sich die anderen an seine Vorgabe leise zu sein. Abgesehen von der Orkfrau von Muesig zumindest. Die sprach eine Gestalt an, bei der sich der Leitwolf im ersten Moment nicht sicher war, ob es sich dabei um einen Drow oder einen Schwarzork handelte. Aber wer erwartete schon Disziplin von einer Grünhaut? „Was hat sie gesagt?“, raunte Phelan dem Orkhauptmann zu. Er hätte dem Adelsmann gar nicht zugetraut, dass er des Orkischen mächtig war.
Autor: Darius Datum/Zeit: Dienstag 02 Januar 2018, 17:43
Amarok ließ mit keiner Geste oder Regung seines Körpers erkennen, was er fühlte oder dachte, während Phelan sich mit den Gestalten vor der Tür in einer Sprache unterhielt, die ihm nur entfernt an das erinnerte, was er selbst von der elfischen Sprache beherrschte. Dafür war er nicht ganz anwesend. Im Gegenteil war er damit beschäftigt seine Sinne so weit wie möglich zu dämpfen, welche er normalerweise aussandte.

Seine Ohren zuckten nur zur Bestätigung von Phelans Befehl vor und zurück, auch wenn er nicht direkt gennant worden war. Einzig bei der Erwähnungen des Helmes und seiner Funktion merkte er auf und begenete kurz dem Blick des Alphas, bevor er diesen jedoch gleich wieder senkte. Christian würde sich in diesem Fall um ihn kümmern müssen.

Zusammen mit Aponi'kasa wartete er, immer noch seltsam unbewegt, bis alle den Raum verlassen hatten und sie als sich als Nachhut der zweiten Gruppe anschlossen. Womit er nicht gerechnet hatte war, wie verändert sich Taros für ihn anfühlen würde. Sein letzter Besuch war immerhin Jahre her und er hatte sich in dieser Zeit verändert, war stärker und sensibler geworden, was gewisse Dinge anging. Aus letzterem Grund fühlte er sich... ja er fühlte sich wie in einem Traum. Der Edelstein in seiner Brust pulsierte und füllte seine Adern mit Kälte. Das Geas an seinem Halsansatz schimmerte ganz leicht in einem tiefen Rot unter seinem hellen Fell. Zwei der vier Passagiere in diesem Körper fühlten sich, als seien sie nach Hause zurückgekehrt...

Den ganzen Weg hinab zum Erdgeschoss versuchte der verwandelte Drache diese Gefühle zu unterdrücken. Dies war kein Ort zum Wohlfühlen. Jeder Stein sprach von Leid, der Boden von Tod, die Luft von Schrecken. Die Atmosphäre war beklemmend in diesem dunklen Turm und er fühlte sich eingeengt und beobachtet. Die schwarze Narbe in seinem Gesicht brannte ganz leicht, da er in jeder Richtung die Verehrung gegenüber Côr zu spüren vermochte. Dieser Ort war SEIN. Wie ein Schlafwandler folgte er den Anderen, Stufe um Stufe hinab zum Ausgang und später vermochte er sich nur verschwommen an das Innere des Schwarzen Turms zu erinnern.

Draußen wurde es nicht besser. Eine Stadt von willigen Dienern und Sklaven erstreckte sich rundherum, mit verwinkelten Straßen, gähnenden Türen und Fensterlöchern, soweit der Blick reichte. Wer sich hier verirrte hatte keine Hilfe zu erwarten. Er prustete mehrere Male durch seine Nase, um den Schwefelgeruch rauszubekommen und ging dazu über flacher zu atmen. Der Himmel und das was vom Horizont zu erkennen war, leuchteten in einem feurigen Rot, bedeckt und verdunkelt von Rußwolken.
Vorsichthalber zog er seine Ausstrahlung ganz in seinen Körper zurück, bevor ihn noch jemand, trotz seiner schwachen Ausstrahlung, als Drache erkannte. Die meisten der Naka Duskeal verhielten sich ebenfalls still. Fast alle, bis auf die Orkin, deren Worte er nicht verstand. Seine Aufmerksamkeit lag jedoch mehr auf ihrer Umgebung. Überall lauerte es hier vor Feinden, die nur zu gerne diese Gruppe töten würden, wenn ihre Täuschung aufflog.
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 02 Januar 2018, 21:20
Phelan hatte anscheinend genug Eindruck gemacht, dass die Gestalten vor der Türe wieder aus der unmittelbaren Umgebung verschwanden. Danach erklärte er seinen Gefährten noch, was es mit seinem Helm auf sich hatte. Offensichtlich verstärkte dieser seinen Blutdurst, somit war wohl ein Katalepsiezauber notwendig, um ihn aufzuhalten. Mit einem leichten Lächeln nickte der Magier des Hohenturms sachte, ehe er wieder eine neutralere Miene aufsetzte, denn sie mussten hier erstmal wieder rauskommen ohne größere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Darius schien eher mit sich selbst beschäftigt zu sein, kein Wunder, nach dem, was er in diesen Landen bereits mit durchgemacht hatte. Zwar war er stabil, seit er diesen Eiskristall eingepflanzt hatte, aber da der Magier ohnehin ein Auge auf seine Gefährten haben sollte, schloss dies insbesondere auch den verwandelten Eisdrachen mit ein. Auf die an der Wand befindlichen Karte warf er auch einen groben Blick, da er ja den Weg auskundschaften wollte als Schmutzgeier, nur die Entfernungen selbst ließen sich darauf kaum wirklich abschätzen.

Auf dem Weg nach unten schaute sich der Retter des Drachenauges nach einem Fenster oder einer ähnlichen Möglichkeit um, um als Schmutzgeier sich schonmal draußen umzusehen, denn es dürfte seltsam wirkn, wenn der Vogel direkt aus dem Eingang des Turmes herausflatterte, Doch wenn es nicht anders ginge, würde er dies dann so machen müssen. Zwar war ihm der Schmutzgeier nicht so bekannt, aber da er nicht das erste Mal in Taros war, hatte er diese Vogelart zumindest schonmal lebendig gesehen, nicht nur als schlechte Zeichnung in irgendwelchen Märchenbüchern.

Zwar machte dem Schmutzgeier selbst der Schwefelgestank nicht so viel aus, aber dennoch waren dem Elfenfreund die Gerüche der Elfenwälder deutlich lieber. So hielt er aus der Vogelperspektive Ausschau nach dem kürzesten Weg nach draußen für die bodengebundenen Gefährten, damit sie zumindest diese geballte Ansammlung unterschiedlicher Gerüche vorerst hinter sich bringen konnten, denn besonders die Lycaner dürften darunter leiden.



-4 MP für Verwandlung in Schmutzgeier -> 47/61 MP
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 04 Januar 2018, 17:43
Langsam entließ Merdarion die Luft die er unwillkührlich angehalten hatte. Um ein Haar wäre die Mission einem schnellen Ende entgegengegangen. Doch sie hatten Glück die Tarosianer zogen wieder ab. Die Fehlenden sprachlichen Kenntnisse machte sich schmerzhaft bemerkbar. Erst jetzt da sie etwas Zeit hatten betrachtete der Minenarbeiter das Innere des Zimmers in das er da gestolpert war. Mit einer Handbewegung löste er das Visier des Helmes um besser sehen zu können. Wie einige andere schaute er sich die Karte von Taros an. Leider fehlten  für ihn verständliche Maßstäbe oder Bezeichnungen somit hatte er zwar einen groben Überblick, aber keine Möglichkeit die Entfernungen abzuschätzen. Etwas unschlüssig überlegte er die Karte einzustecken. Vor dem Verlassen des Zimmers befestigte er das Visier wieder.

Nachdem die Luft rein war verließen sie das Gebäude, das sich als erstaunlich groß herausstellte draußen bot sich ein ungewohnter und nicht sonderlich motivierender Anblick. Die Stadt schien trostlos wie die gesamte Gegend auch. Es war anders, fühlte sich anders und roch auch anders. Keine Umgebung in der sich der Minenbesitzer länger als nötig aufhalten wollte. Als sie sich in Bewegung setzten blieb er weit hinten zurück und bildete unter anderem mit seiner Gildenschwester die Nachhut. Merdarion blieb wortkarg, einerseits um sich nicht zu verraten, andererseits weil die Umgebung auf sein Gemüt drückte. Wovon lebten all die Wesen hier? Irgendwie mussten sie doch versorgt werden. Auf Anhieb fiel ihm auf diese Frage keine Antwort ein. Der Adlige in Orkgestalt sprach einen der Einwohner an, leider sah Merdarion es zu spät ihm ihn aufzuhalten. Hoffentlich bedeutete dies nicht schon das Ende der gerade begonnenen Mission.

Abgesehen von dem Zwischenfall versuchte Merdarion so viele Eindrücke wie möglich auszusaugen. Möglich das sich dadurch die Verkleidung verbessern oder einfach nur das Verhalten einfacher nachzuahmen ließ.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Freitag 05 Januar 2018, 12:41
Anerkennend nickte Naveen Phelan zu. Offenbar hatte der Lykan genau die richtigen Worte gefunden, denn man konnte eindeutig hören, wie sich die Personen auf der anderen Seite der Tür von eben jener entfernten. Gleichzeitig hatte Naveen das Gefühl, ein jeder in diesem Zimmer würde tief einatmen, nachdem sie zuvor gemeinschaftlich die Luft angehalten hatten - als wenn auch nur ein Atemzug ihren Aufenthalt hier verraten könnte.

"Wenn ich jemanden für mich sprechen lasse, dann sicherlich dich." antwortete der Schneiderelf dem Freund und fügte hinzu: "Ja, ich fürchte mein Drow ist ziemlich.. dürftig. Aber ich verstehe es tatsächlich."
Dürftig versuchte der Elf zu übersetzen, was er gerade gehört hatte. Insbesondere für Asarra, die ihm am nächsten war, doch auch für jeden anderen, der wollte hörbar.
"Sie vermuteten hier einen Ishafan oder Isfahan oder so. Einen Anführer der Nachtklingen, der den Weg für die Herrin ebnet."
Naveen nahm an, dass die Herrin Pandea sein mochte. Jemanden der einer Gottestochter den Weg ebnet, wollte der Schneider fast genauso wenig begegnen, als der Gottestochter selbst. Ob es soviel ratsamer war, sich als eine solche Nachtklinge auszugeben - darüber wollte Naveen lieber erst gar nicht nachdenken.

Der Elf zog sich den Umhang über. Sein Blick glitt noch einmal zu Asarra, dann nickte Naveen Phelan erneut zu.
"Gut. Ich bin Isfahan von den Nachtklingen. Was ich jetzt sage, werde ich nur einmal sagen und dann für den weiteren Weg schweigen. Du, Wolf, sollst mein Führer sein. Für mich, meine Söldner und meine Gefangene." sprach er leise und seine dunklen Drow-Augen blitzten auf. Es würde Zeit, sich in die seltsame Rolle eines Drowanführers einzufühlen, wenn er auf Umstehende auch nur einen Hauch authentisch wirken wollte.


Sie verließen den Turm, schritten durch die dunklen Straßen. Ein lohnenswertes Ausflugsziel war Taros nicht, dessen war Naveen sich nun sicher. Dunkelheit, schwefeliger Muff und Hitze. Naveen war froh, dass er versucht hatte, seiner Haut eine etwas dauerhaftere Färbung zu verabreichen. Theaterschminke wäre ihm hier binnen Minuten aus dem Gesicht geflossen.
Eintönig war der Marsch der kleinen Gefolgschaft, Naveen wich dabei nicht von Asarras Seite - und auch Phelan war immer in Sichtweite des Elfen.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 05 Januar 2018, 14:38
Die Situation entspannte sich anscheinend, auch wenn Asarra kein Wort des Gesprochenen verstanden hatte. Man beschloss, noch kurz zu warten und dabei das weitere vorgehen zu besprechen. Phelan schien sich bereits einen Plan zurechtgelegt zu haben, dem sie nichts hinzuzufügen hatte. Ihr Blick streifte Naveen, an dessen Gürtel auch ihre Waffen hingen. Warum nur hatte sie zugestimmt, sich in eine so verwundbare Position zu begeben? Die Fesseln an ihren Unterarmen juckten, die Amazone widerstand dem Drang sie einfach abzureissen, sich ihre Waffen zu packen und den gesamten weg bis zu Pandea kämpfend hinter sich zu bringen. Klar wäre sie vermutlich tot, bevor sie auch nir in die Nähe der Halbgöttin kam. Aber alles war besser als das hier.

Es ging los. Eine Treppe hinunter, in schier endlosen Windungen. Sie war froh um ihr gutes Gleichgewicht, mit gefesselten Armen inmitten einer Gruppe aus den verschiedensten Gestalten war es nämlich gar nicht so einfach. Doch die Konzentration auf so etwas einfaches, wie einen Fuss vor den anderen zu setzen ohne dabei auf die Schnauze zu fallen, tat dem aufgewühlten Geist der Amazone gut.

Als sie schliesslich aus dem Turm traten, eröffnete sich ihr ein Anblick, der mit nichts zu vergleichen war dass sie je gesehen hatte. Schwarze Gebäude, roter Himmel, feuerspeiende Berge. Hitze kannte sie aus Isua, doch Taros war anders. Heiss und trocken, der Schwefelgestank kitzelte in der Nase und liess sie husten. Während die schiere Trostlosigkeit der ausgestorbenen Stadt und der lebensfeindlichen Umgebung manche vielleicht verzagen liessen, hatte sie auf die Amazone den gegenteiligen Effekt. Gegen das hier kämpfte sie. Asarra stand aufrecht hin, die breiten Schultern nach hinten gedrückt, das Kinn trotzig vorgereckt und mit einem grimmigen Ausdruck im Gesicht. Axt und Peitsche mochten an Naveens Gürtel hängen, doch sie selbst war die eigentliche Waffe.

Abermals suchte sie den Blick des verkleideten Elfs. Sprechen würde sie nicht mehr, aber kurz verzog sie die Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen und zwinkerte dem erblondeten Schneider zu.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 05 Januar 2018, 16:35
Der schwarze Wolf bannte die Gefahr. Nachtklingen wurden zur Sprache gebracht. Bei allen Felsbrocken seiner Binge, denen wollte Ragno besser gestern als heute über den Weg laufen.

Wir trauen einander nicht, richtig Herr Goldauge?, fragte der Anführer der Lykantrophen. "Ganz richtig, Herr Phelan. Söldner trauen niemandem, schon gar nicht dem Kamerad im Rücken. In der Legion werden mehr Leute von Freunden als von Feinden erschlagen. Jeder dort ist käuflich."

Der Zwerg sparte sich ein "mit Ausnahme von mir". Würde gewiss keiner glauben. Stimmte auch nicht. Solidarisch war Todbringer höchstens gegenüber seinesgleichen. Das gebot die Ehre, auch wenn es als einer aus dem Stamm des Umrix bei den meisten Zwergen verhasst war.

Kumpel Merdarion entschied sich für die Nachhut. Todbringer reihte sich in die vorletzte Reihe ein, den hübschen Arsch der Gefangenen und den neuen Söldnerführer Naveen_Isfahan vor sich. Die vermurksten Treppenstufen waren für kurze Zwergenbeine viel zu hoch. Ragno schnaufte wie ein Ochse bis sie endlich am Fuss des Turms ankamen. Wenn das so weiterging, würde er noch schlapp machen ehe es rund ging. In der Drow-Stadt war es trocken heiß wie an der Esse. Die kahle felsige Umgebung störte den Unterirdischen ebenfalls nicht. Zwergenstollen hatten eine ähnlich karge Einrichtung. Wer brauchte schon Gras und Bäume? Das war was für Baumkuschler und die verweichlichten Langen. Um die Stimmung brauchte  sich Goldauge trotzdem keine Sorgen machen. Während ihm die Schenkel brannten zog jeder andere beim Trupp eine Grimasse wie eine Woche Regenwetter.
Autor: Sâmul von Gor Datum/Zeit: Samstag 06 Januar 2018, 10:38
Sâmul hatte eine Augenbraue gelupft, als sich Phelan in dunkelelfischer Sprache mit den Gestalten vor der Tür unterhielt, aber schlussendlich schaffte er es die Situation zu beruhigen und wenige Augenblicke später konnte die Gruppe den kleinen Raum endlich verlassen. Gleichzeitig wurde auch festgelegt, wer wo zu laufen hatte, wer die Vor- und wer die Nachhut zu bilden hatte.

Diese ganzen Tölpel drängten sich dabei an der getarnten Gefangen, bis Sâmul sichtlich genervt die Augen verdrehte. Dieser lüsterne Zwerg hing Asarra am Arsch und auch Naveen war nicht wirklich besser, so wie er der Amazone auf die Pelle rückte. Als Hüter der Gefangenen kam sich Sâmul reichlich nutzlos vor, wenn sowieso alle um die gefesselte Amazone herumscharwenzelten und so zuckte er die Schultern und beschleunigte seine Schritte, um zum Anführer des Trupps aufzuschließen, nachdem sie den Turm verlassen hatten.

»Ganz schön trostlos hier«, meinte der blonde Jüngling und grinste den Wolfsmann und seine orkische Begleitung an, als er zu ihnen aufgeschlossen hatte. Seine Laune schien von den Eindrücken jedenfalls nicht sonderlich beeinträchtigt zu sein, auch wenn er sich bemühte, nicht wie sonst üblich breit grinsend durch die Gegend zu marschieren. Aber hier vorne konnte er wenigstens die Richtung sehen, die die Gruppe einschlug.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 06 Januar 2018, 15:53
Runde 6


Auf der Treppe nach unten gab es immer wieder in die Mauern eingelassene Fenster, gerade groß genug das ein Mann hindurch passen würde. Christian nutzte bei einem die Gelegenheit um es zu öffnen und sich zu verwandeln. Der Schmutzgeier erhob sich in die Lüfte und drehte seine Kreise über der Stadt um einen Weg hinaus zu finden und die Gruppe zu führen. Der Geruch nach Schwefel füllte die Lungen des Tieres, doch auch wenn es dem Menschen unangenehm war, so schien es den Schmutzgeier selbst nicht zu stören. Recht bald hatte er ein Stadttor in der halbwegs richtigen Richtung ausgemacht und flog zurück um die Anderen auf sich aufmerksam zu machen, die inzwischen den Turm verlassen hatten. Das heisere Krächzen hörte sich in der düsteren Umgebung nicht falsch an. Schweigend setzte man sich in Bewegung, Phelan, Runshak und Sâmul bildeten die Vorhut, Herr von Muesig, Asarra und Naveen liefen in der Mitte, Ragno hinter ihnen, Merdarion, Serafina und Amarok bildeten die Nachthut.

Obwohl die Gruppe recht groß war, erregte sie keine offensichtliche Aufmerksamkeit. Bei wem auch, es waren ja kaum Gestalten auf der Straße auszumachen. Jeder Schritt wirbelte dunklen Staub auf, die aufgehende Sonne ließ die Fensterscheiben der Häuser wie schwarzes Obsidian glänzen. Irgendwo hinter ihnen, vielleicht 20 Meter entfernt, war eine Bewegung zu erahnen, die Lykanerohren der Nachhut glaubten auch Schritte zu hören, doch als sie sich umdrehten um nachzusehen, lag die Strasse einsam und verlassen da. Spielten ihnen ihre Sinne in der ungastlichen Umgebung einen Streich, oder wurden sie tatsächlich verfolgt?

Das Stadttor kam in Sicht, und der Schmutzgeier kreiste darüber wie über einer entdeckten Beute. Zwei Drow, die auf der Stadtmauer Wache schoben, sahen ihn und einer zeigte mit dem Finger nach oben.

Schau mal, sieht recht fleischig aus. Könnte eine gute Mahlzeit werden. Was denkst Du?

Der andere Drow handelte, statt zu antworten. Schon hob er seine Armbrust und jagte dem Schmutzgeier einen Bolzen hinterher.

Gute Idee. Wer ihn runter holt kriegt die Keulen.

Ein kleiner Wettkampf war nicht die schlechteste Idee, wenn man dazu abgestellt war auf der Mauer Wache zu schieben. Schon flogen die nächsten zwei Bolzen in Richtung des verwandelten Vogels.

~ ~ ~


Fast im gleichen Moment sprach Martina eine der Gestalten an, die in der Nähe einer Haustür stand und fragte wie spät es sei. Die Gruppe hatte sich inzwischen durch das unterschiedliche Schritttempo ein wenig in die Länge gezogen, so dass keiner der anderen rechtzeitig hätte eingreifen können. Es mochte Zufall sein, oder an Martinas neuen Instinkten liegen, das der Angesprochene tatsächlich ein Ork war, auch wenn seine Haut eher einen braunen Farbton hatte. Gesichtszüge und Hauer waren jedenfalls unverkennbar orkisch, und verstanden hatte er die frischgebackene Orkfrau auch.

Es ist etwa neun Uhr meine Hübsche, höchste Zeit ins Bett zu gehen. Was hälst Du davon, wenn Du mich begleitest?

Er lachte dreckig, was eine dunstige Schnapsfahne um ihn entstehen ließ, und griff nach Martinas Arm, um sie mit sich ins Haus zu zerren. 

~ ~ ~


Die vier Wachen, die unten vor dem Stadttor standen, waren inzwischen auf die Truppe aufmerksam geworden. Zwei von ihnen, hochgewachsene Drow mit schlanken Schwertern an ihren Gürteln, kamen Phelan, Runshak und Sâmul nun entgegen und deuteten ihnen stehen zu bleiben.

Halt. Was führt Ihr für eine bunt gewürfelte Truppe an? Wer seid Ihr und wo wollt Ihr hin? Und das um diese Uhrzeit...

Misstrauisch verengten sich die Augen den Drow zu engen Schlitzen. Lykantrophen in der Stadt zu sehen, war ungewöhnlich. Vier von ihnen auf einmal zu sehen, war hier verflucht selten. Und das sie auch noch gemischt mit Orks, Drow und Menschen daher kamen, das stank gewaltig zum Himmel.

Zwangsweise blieb nun die gesamte Gruppe stehen. Asarra hörte plötzlich ein Brummen in der Nähe ihres Ohres, ganz so, als ob ein Insekt sie umschwirrte. Und genau das war auch der Fall. Ein dicker schwarzer Käfer, so groß wie die Handfläche eines Kindes, flog um ihren Kopf herum und landete schließlich mitten in ihren Haaren. Sie konnte nicht sagen ob er sie als sein neues Zuhause auserkoren hatte, oder sich seine Beine schlichtweg in den kräftigen dunklen Haaren verfingen, jedenfalls machte er nicht den Eindruck sofort wieder davon fliegen zu wollen. 

Aus einer Nebengasse hörte man Kichern. Nicht nur von einem, sondern von mehreren Wesen. 

Oh nein. Die Porter.

Die Wache hörte sich eher genervt als verängstigt an. Was hatte er Côr bloß getan, das so etwas immer bei seiner Schicht passieren musste?

Wenige Wimpernschläge später brach ein ziemliches Chaos aus. Vier, fünf – oder waren es gar sechs oder sieben? - kleine Wesen hüpften kichernd aus der Gasse hervor. Es war unmöglich ihre genaue Anzahl festzustellen, denn sie teleportierten sich alle paar Sekunden zu einer anderen Stelle, so das man sie äußerst schlecht zählen konnte. Sie alle gingen den Menschen nur bis zum Oberschenkel, waren eher schmächtig gebaut und hatten eine dunkelgraue Hautfarbe und schwarze kraus gelockte Haare. Kleine Hörner wuchsen auf ihrer Stirn, die in den wilden Locken kaum zu sehen waren, und nur wer sehr genau hinsah konnte unter den langen Hosenbeinen hin und wieder einen Huf hervor blitzen sehen. Sie kicherten nahezu permanent, und ehe Ragno sich versah stand eines der Wesen neben ihm und tippte ihn auf die Schulter. Kaum reagierte der Zwerg darauf, war es auch schon wieder verschwunden, tauchte auf seiner anderen Seite auf, schnitt mit einem kleinen Dolch das Band durch, mit dem er seinen Geldbeutel befestigt hatte, und warf ihn lachend zu einem der anderen.
Merdarion erging es nicht viel besser. Schwupps, schon saß eines der Wesen auf dem Rucksack auf seinem Rücken und zerrte daran, griff in die Tasche hinein und zog einen Becher heraus. Fump, hatte es sich weg teleportiert, schaute in den leeren Becher hinein, drehte ihn um, klopfte auf den Boden und zuckte dann mit den Schultern, bevor er ihn kichernd weiter warf. 
Das letzte Opfer der Gruppe war Sâmul. Auch sein Rucksack wurde wie der Merdarions zuvor geplündert, eine schmale Hand drängte sich flink hinein und zog eine funkelnde Perlenkette heraus. Nachdem der Porter sich in vermeintliche Sicherheit gebracht hatte, betrachtete er seinen Fund, bewunderte das funkelnde Glitzern der Glasperlen, hängte sich die Kette schließlich um den Hals und fing schallend an zu lachen, während Becher und Geldbeutel permanent zwischen den Wesen  hin und her geworfen wurden.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Samstag 06 Januar 2018, 19:03
Als die Soldaten der Schwarzklaue eintrafen, waren neben Herrin Myriel, Phelan und Asarra auch schon Christian vom Hohenturm, der Schneider Naveen und eine fremde Orkfrau zugegen. Die Verkleidung des Spitzohrs war bemerkenswert. Hätte Runshak es nicht besser gewusst, hätte er Naveen für einen echten Dunkelelf gehalten. Die Orkfrau konnte der Soldat nicht zuordnen. Sie sah nicht schlecht aus aber irgendwie hatte Runshak ein komisches Gefühl bei ihr. Sie gab nur sinnfreie Laute von sich und von ihrer Haltung her kam sie ihm eigenartig bekannt vor.

Im Rahmen der letzten Vorbereitungen erhielt Runshak eine Phiole von Herrin Myriel. Diese enthielt ein lähmendes Gift, mit dem man Waffen präparieren konnte. „Habt Dank, Herrin. Ich werde Euch nicht enttäuschen.“ antwortete die Grünhaut und ließ das Gefäß in seiner Tasche verschwinden.

Runshak: + 1 Giftphiole

Der Blondschopf, den Asarra im Schlepptau hatte, bekam auch etwas von der Schwarzmagierin. Es sah aus, als würde sie ihm ein Stück von ihrem Schatten leihen. Runshaks Handschuhe reagierten ein wenig auf das Schauspiel, daher war sicher irgendetwas dämonisches im Spiel. Nur gut dass der orkische Krieger die Runen darauf mit Bandagen bedeckt hatte. Wenn man solche Dinge berücksichtigte, konnte sich der Ork einen Reim daraus machen, was es mit der Orkin auf sich hatte. Schließlich war der komische Kerl aus der Roten Laterne, der unbedingt mitkommen wollte, nirgends zu sehen, obwohl die Abreise kurz bevorstand – und außerdem hätten sich viele der orkischen Soldaten längst die Mäuler darüber zerrissen, wenn sie ein solches Weibsbild in der Stadt entdeckt hätten.

Der Zeitpunkt der Abreise war gekommen. Herrin Myriel warf ein violettes Pulver in ein Feuer. Der aufsteigende Qualm verdichtete sich und bildete ein dunkles Portal. Einer nach dem anderen schritt hindurch. Auf der anderen Seite erschienen die Abenteurer in einem Kamin.

Dummerweise stolperte der Ork bei der Ankunft und legte sich dabei unsanft aufs Gesicht, was durch seine Plattenrüstung für lautes Scheppern sorgte. Runshak biss sich auf die Wangen, um seine Flüche zu unterdrücken. Dem Blondschopf und Ragno erging es ähnlich. Der entstandene Lärm machte wohl einige der Bewohner auf die Eindringlinge aufmerksam. Phelan schaffte es zum Glück den neugierigen Gestalten ihre berechtigten Fragen auszureden.

Als die Luft rein zu sein schien verließ die Gruppe so schnell und leise wie möglich das Gebäude. Christian verabschiedete sich schon während des Abstiegs durch ein Fenster und flog in Gestalt eines Geiers davon. Der Rest der Gruppe verließ den Turm durch die Tür.

Überraschenderweise stand dieser Turm nicht einsam in der Ödnis, sondern war sogar von einer Stadt umgeben. Die wirkte zwar nicht übermäßig einladend aber immer noch angenehmer als die Nähe der Feuerströme, die den bewölkten Himmel in schmutziges orange färbten. Die wenigen Einheimischen, die gerade unterwegs waren interessierten sich auch nicht für die Gruppe, die gerade aus dem schwarzen Turm trat. Das konnte nur von Vorteil sein.

Die Gruppe begann Phelan, Blondie und Runshak voran zum Stadttor zu marschieren. Erwartungsgemäß fiel die Gruppe den Wachen auf, da sie dermaßen bunt zusammengewürfelt waren. Die redeten irgendetwas, das wohl Drow war und bedeuteten der Gruppe stehen zu bleiben. Runshak drehte sich um und wollte den anderen signalisieren, ebenfalls Halt zu machen. Da bemerkte er etwas unglaubliches. Während die meisten versuchten, so unauffällig wie möglich durch die Stadt zu kommen und ihren Part spielten, war der Kerl in Gestalt eines Orkweibs schon dazu übergegangen, seine Tarnung auffliegen zu lassen. Quatscht der doch ernsthaft einen Ork aus Taros an. Das konnte nur schiefgehen. Selbst wenn er nicht sofort aufflog wäre es aber nur eine Frage der Zeit, bis der merken würde das etwas nicht stimmte.

Gleichzeitig tauchten irgendwelche diebischen Kobolde auf, die Blondie, Ni Hawk und Ragno beklauten. Das war zwar nervig, aber Runshak hatte gerade dringenderes zu erledigen. Er wandte sich auf orkisch an die Stadtwachen mit einem „Bin gleich wieder da. Muss schauen, was mein Weib da treibt.“ und marschierte schnurstracks los, um seinem Mitstreiter aus der Klemme zu helfen.

Der tarosische Ork war inzwischen auf Tuchfühlung gegangen und hatte offensichtlich vor, die falsche Orkin näher kennen zu lernen als ihr/ihm lieb war. Auch wenn Runshak sich nicht die Bohne um das leibliche Wohl dieses Narren scherte, musste er ihn da irgendwie raushauen. Der Soldat holte tief Luft und rief: „He, ich glaub ich spinne! Bist Du schon wieder am rumhuren?! Hast Du nicht schon genug Kerlen Deinen Schanker angehängt?!“ Bei den beiden Turteltauben angekommen, packte er sie am Kragen und ihn am Handgelenk. „Hör mal Kumpel, von der lässt Du besser die Finger. Du wärst nicht der erste, der wegen ihr um seinen Schwanz kommt. Du glaubst gar nicht, in was für Schwierigkeiten uns dieses unersättliche Weib schon gebracht hat.“ Darauf richtete er sein Worte an den verwandelten Mitstreiter „Und Du kommst mit! Für Deine Liebesabenteuer haben wir keine Zeit. Keine Widerrede!"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 08 Januar 2018, 13:18
Dass der verwandelte Muesig von einem Schwarzork gepackt und verschleppt wurde, kostete Aponi'Kasa ein müdes Zucken mit den Ohren. Es war dummerweise nicht vereinbart worden, wer in solchen Fällen wie reagieren sollte. Also überließ sie es den Anführern einzuschreiten. Klug wäre es gewesen übereinzukommen, wie sich die Gruppenmitglieder verständigen konnten wenn sie doch nicht sprechen durften - und schon gar nicht verstehen konnten, was Alpha Phelan und Hauptmann Runshak in fremden Zungen befahlen.

Hinter sich vermeinte die Lykana Schritte zu hören. Doch weit und breit war nichts auszumachen. Der Schwefelgestank erschwerte es ihr konkretes zu erschnüffeln. Der Instinkt sagte ihr, dass sie beobachtet wurden. Vielleicht sogar verfolgt? Aponi'Kasa warf Amarok einen fragenden Blick zu und deutete mit der Schnauze über die Schulter nach hinten, drehte bewusst langsam die Ohren hin und her und bedeutete ihm damit, besonders aufmerksam zu sein.

Ragno vor ihr blieb so abrupt stehen, dass ihn die Lykana ums Haar über den Haufen gerannt hätte. "Wa..?" Erschrocken klappte sie das Maul zu und unterdrückte jeden weiteren Laut. Ehe sie feststellen konnte, was an der Gruppenspitze vor sich ging, flimmerte die Luft. Ein Winzling - kleiner als der Zwerg - tauchte aus dem Nichts auf. Überrascht zuckten Aponi'Kasas Ohren. Ein warnendes Knurren entrang sich ihrer Kehle. Da war der Gnom auch schon wieder verschwunden. Der Frechdachs auf Merdarions Rücken allerdings erschien geradezu vor ihrer Schnauze. Auch er konnte sich unsichtbar machen. Aponi'Kasas Prankenschlag ging wirkungslos ins Leere. Allerdings verfing sich eine ihrer langen Klauen in einer Naht des Rucksacks, durchtrennte einen der Fäden und zog einen anderen in die Länge. In ihren sensiblen Ohren klang das Reißen überlaut.

"Uh!", rutschte es ihr heraus. Verschämt versteckte sie die Pranke, an der sich der abgerissene Faden verfangen hatte, hinter dem Rücken. Hoffentlich hatte Merdarion es nicht bemerkt.

Die kleinen Kerle schienen sich prächtig zu amüsieren. Einen größeren Schaden als Aponi'Kasa richteten sie offenbar auch nicht an. Die Ohren hoch aufgerichtet, die Rute leicht wedelnd, verfolgte die Lykana das Geschehen. Das hin und her werfen der Beutestücke regte zu allem Übel ihren natürlichen Spieltrieb an. Ehe sie sich selbst zur Ordnung rufen konnte, sprang sie aus dem Stand vor, kraftvoll und ansatzlos, streckte die Pranke vor und fischte mitten im Flug Ragnos Goldbeutel  aus der Luft. Geschmeidig landete die Werwölfin neben einem der Winzlinge, rümpfte sie Schnauze und fächerte dadurch die Barthaare auf, was einem menschlichen "Bätsch" gleichkam.


Autor: Christian Datum/Zeit: Montag 08 Januar 2018, 21:48
Ein Stadttor in der ungefähren Richtung zu finden, war keine Schwierigkeit, so konnte er schon bald mit einem heiseren Krächzen darauf aufmerksam machen und darüber kreisen, als wenn er hier Beute gewittert hatte, obwohl die dunkelelfischen Wächter noch recht lebendig waren. Zweien von denen, die nahe bei ihm auf der Stadtmauer Wache schoben, fanden ihn wohl nervig oder so, auf jeden Fall zischte schon bald ein Bolzen über ihm hinweg.

Auch der nächste Bolzen verfehlte ihn mindestens um Armeslänge, so dachte er schon, außer gefahr zu sein, als ihn eine Welle des Schmerzes überkam aus Richtung seines rechten Beines, was ein lautes gequältes Krächzen bestimmt auch allen anderen Interessenten kundtat. Sogleich versuchte der verwandelte Magier, seinen Abstand zu der Stadtmauer in möglichst unvorhersehbarer Flugbahn zu vergrößern, um außer Reichweite der tödlichen Waffen zu gelangen.

Danach wollte er Ausschau nach einem Sichtschutz gewährenden Felsen oder ähnlichem halten, denn den Bolzen wollte er kaum länger als nötig in sich stecken haben. Denn er wollte nicht herausfinden, was man sich hier sonst so alles einfangen konnte.



-10 LP durch "Körper"treffer -> 53/63 LP
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 09 Januar 2018, 14:59
Wie die anderen sie verfluchten, weil sie fast ihre Tarnung auffliegen ließ, hatte der verwandelte Muesig gar nicht mitbekommen.

Martina von Muesig hatte es gut getroffen, der angesprochene Mann – ein stattlicher zudem - wie sie zu erkennen glaubte, verstand sie auf Anhieb und sogar noch mehr. Denn auch wenn sie die menschliche Sprache nicht mehr sprechen konnte, ihr Sinn für’s Monäne und der Trieb sich in andere Arme zu werfen, den hatte sie wohl mitgenommen. Ihre Stärke ‚nein‘ zu sagen: nicht so kräftig. Und ausreichend Kraft um sich aus dem Griff zu winden: schon gar nicht.
Du findest mich…hübsch ?“ flötete sie in reinstem orkisch, klopfte sich auf das enge Kleidchen, wich dabei seiner Schnapsfahne aus. „Du bist mir einer…kannst Du mir Deine Regenwurmsammlu …“ da wurde sie rüde unterbrochen, wurde am Kragen gepackt und beleidigt. Runshak. Als ‚er‘ hatte sie ihn nie beachtet – wahrscheinlich ein Fehler, der jetzt nicht mehr gutzumachen war. „Was sagst Du da, das waren nur ein paar Knöllchen und die rötliche Entzündung pippikram, der nette Freier weiß selbst …“ doch Runshak machte keinerlei Anstalten irgendwie auf ihre Ausflüchte einzugehen.

Huch, das war knapp…Herr Runshack, ich darf mich bei Ihnen bedanken und vielleicht kann ich einmal einen Gefallen leisten .“ Sprudelte es aus ihr heraus, als sie aus der Gefahrenzone gebracht worden war.
Was kann ich zum Gelingen sonst noch beitragen ?“ Dass sie dieser Sprache mächtig war, würde ihn bestimmt erstaunen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 09 Januar 2018, 21:46
Phelan war groß genug, um den meisten Leuten, die sich ihm in den Weg stellten, herabblicken zu können. Und genau das tat er jetzt auch. Seine bernsteinfarbenen Augen leuchteten aus den Augenschlitzen seines schwarzen Lederhelms hervor, wie die Glut aus einem Ofen. Sein dunkler Pelz spannte sich über mächtige Muskeln und die Narben, die ihn überzogen, erzählten die Geschichte eines Lebens, das dem Kampf gewidmet war. An seinen Pranken zuckten die scharfen Klauen, als können sie es nicht erwarten sich in warmes Fleisch zu graben.

“Seit wann ist ein Alpha der Wilden Jagd einer Stadtwache gegenüber Rechenschaft schuldig? Manchmal lebt man ein glücklicheres Leben, wenn man nicht so viele Fragen stellt.“ Und ein anderes Mal bekamen einfache Wächter verdammt viele Schwierigkeiten, weil sie sich von irgendeinem Großkotz einschüchtern ließen. Aber Phelan sah es nicht als seine Aufgabe an, auf solche Tücken des täglichen Lebens hinzuweisen. Stattdessen legte er alle Arroganz, die er im Moment aufbringen konnte, in seinen Blick.

“Ich bringe wichtige Gäste zu jenen, die Befehlsgewalt über mich haben“, warf er ihnen schließlich doch ein paar Informationsbrocken hin und winkte dabei unbestimmt in Richtung der bunt zusammengewürfelten Söldnerschar inklusive ihrer Gefangenen. Die Drows konnten sich wohl selbst ausrechnen, wie wenig Wesen über ihm standen, falls er die Wahrheit sagte und tatsächlich ein Unteranführer der Wilden Jagd war.

Als wäre die Situation nicht schon vertrackt genug, brach kurz darauf noch mehr Chaos aus. Als hätte es nicht gereicht, dass Runshak davon stapfte, um sich um die Orkin zu kümmern, wuselten plötzlich auch noch etliche Kobolde um sie herum. Zum Glück kann sich Krachcht nicht teleportieren, dachte sich der Wolfsmann. Der stellte auch so schon genug Unfug an.

“Wäre es nicht eure Aufgabe für Ordnung in dieser Stadt zu sorgen?“, fragte er die Wächter begleitet von einem verächtlichen Schnauben. “Lasst und endlich passieren und ihr könnt euch eurer eigentlichen Aufgabe zuwenden.“
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 12 Januar 2018, 08:30
Das Auseinanderziehen der Gruppe war richtig, und doch mochte die Amazone es nicht. Aber sie waren schlicht und einfach zu viele, zu verschiedene Gestalten um nicht absolut auffällig zu sein. Da machte man lieber nicht noch den Eindruck, unlautere Absichten zu haben. Was auch immer in Taros darunter verstanden wurde. Pandea ins Handwerk zu pfuschen gehörte aber bestimmt dazu.

Erstaunlicherweise kamen sie grösstenteils unbehelligt bis zum Stadttor. Der einzige Zwischenfall war eigentlich eher Martin(a), die einen Bürger behelligte. Aber Runshak hatte die Sache im Griff, und Asarra war ohnehin zur Untätigkeit verdammt.

Die Wächter am Tor legten ein gesundes Misstrauen an den Tag. Die ganze Gruppe stoppte, während Phelan sich mit den Wachen beschäftigte. Asarra verlagerte ungeduldig ihr Gewicht von den Zehen auf die Fersen und wieder zurück. Da hörte die Kriegerin plötzlich ein seltsames Brummen, ganz nah. Sie drehte den Kopf zur Seite und sah einen gewaltigen Käfer, der zielsicher auf sie zuflog und sich gleich in ihrem Haar einnistete. Asarra hatte kein Problem mit den langbeinigen Insekten, war sie sich aus Isua doch alle möglichen Kriechtiere gewöhnt. Auch in Übergrössen. Um Hilfe bitten konnte sie ohnehin nicht. Zum einen war sie offiziell eine Gefangene und im Moment noch Einheimische in Hörweite, zum anderen brach sowieso gerade Chaos aus. Seltsame kleine Wesen mit Hufen statt Füssen sprangen und teleportierten sich durch die Gruppe und klauten wie die Elstern. Wieder juckte es die Schwarzhaarige in den Fingern, die Fesseln zu lösen und den kleinen Plagegeistern zu zeigen wo der Hammer hing. Aber sie biss sich auf die Lippen und liess es bleiben.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Freitag 12 Januar 2018, 13:03
Er sollte recht behalten, das unvorsichtige Verhalten des Adligen führte zu gewissen Schwierigkeiten, zumindest dachte sich Merdarion das, die jedoch dank dem beherzten Eingreifen des Orkhauptmanns gelöst wurden. Bisher war der Ork nicht sonderlich aufgefallen, dafür das er eine Kaserne befehligte. Vorerst waren sie also sicher und der ehemalige Soldat dankbar für das Visier. So ganz traute er seiner Verkleidung nämlich nicht.

Erst am Stadttor kamen sie zu stehen. Phelan, ganz der Alpha, begann mit den dortigen Wachen zu sprechen. Da Merdarion die Sprache soweiso nicht verstand blieb er seiner Rolle treu bleibend hinten stehen und betrachtete die Umgebung kritisch. Das näherkommende Kichern verriet schon das nahende Unheil und kurz darauf war eine Horde kleiner Wesen zwischen die Gruppe gestürzt. Der ehemalige Soldat spürte das eines dieser merkwürdigen Dinger auf seinen Rücken sprang und versuchte es abzuschütteln, kurz darauf war es verschwunden. Beim Umdrehen sah er hinter sich Aponi'kasa die den kleinen Unruhestifter wohl verscheucht hatte. Ein Zweiter Blick bewies sie war zu spät gekommen, ein ihm sehr bekannter Becher wurde siegessicher hin und her geworfen. Mit einem grummeln das schwerlich ausserhalb des Helmes vernehm war versuchte er wieder in den Besitz des Bechers zu gelangen, gab es nach einem missglückten versuch aber wieder auf. Die kleinen Dinger waren schneller als er, sprangen scheinbar durch Magie von einem Ort zum anderen und hatten dabei einen Heidenspaß. Den wollte er ihnen nicht noch versüßen indem er hinter ihnen herstolperte. Es war nur ein Becher, das war es weder Wert die Tarnung fallen noch sich lächerliche machen zu lassen. Seine Gildenschwester schien mehr Erfolg zu haben und sich dabei sogar zu amüsieren, zumindest fischte sie den Geldbeutel Ragnos aus der Luft.

Warnend legte Merdarion einfach seine Hand auf das Schwert, vielleicht würde das die Unruhestifter davon abhalten weitere Dinge zu stehlen. Ob er wirklich wegen so etwas die Waffe ziehen sollte war er unsicher, vor allem da die Wachen bisher auch nicht eingeschritten hatten.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Freitag 12 Januar 2018, 22:43
Langsam bewegte sich der langgezogene Trupp durch die Straßen der Stadt. Naveens Aufmerksamkeit lag auf seinen eigenen Schritten, auf Asarra, auf der Straße, auf jede Bewegung in ihrer Nähe - nur Müsig-Martinas Ausflug, den bemerkte Naveen nicht.

Stattdessen wurden sie weiter vorne aufgehalten. Der Elf bekam noch gerade mit, wie Phelan mit den Dunkelelfen sprach. Alleine die Körpersprache des Lykantrophen zeugte von einer unglaublichen Arroganz. Wenn er es tatsächlich schaffte, die Drow mit seinen abschätzigen Blicken in die Luft schlagen zu können, dann war ihr Durchkommen nur noch eine Frage von Sekunden.

Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Ganz plötzlich tauchten einige kleine, grau-schwarze Wesen auf, die mal hier, mal dort erschienen und scheinbar allerlei Schabernack im Sinn hatten. Sie kletterten auf Merdarion, auf Sâmul, packten hier hin, griffen dort in Taschen, warfen Gegenstände umher.

Ungewöhnlich schnell platzte dem Schneider die Hutschnur. Lag es daran, dass er sich bereits in seine neue Rolle eingefühlt hatte? Oder machte ganz Taros ihn nervös?
Er zog mit der Rechten seinen Flügeldolch und griff gleichzeitig mit der Linken so blitzschnell hinter sich, dass einer der Porter, verdutzt stolperte und sich nicht mehr teleportieren konnte.
Naveen packte ihn am Schlafittchen und setzte dem kleinen Wesen die Klinge an den Hals. Die leichteste Bewegung würde genügen um die große Klinge durch den kleinen Hals fahren zu lassen.
Der Schneider war geneigt dazu, dass Wort an die Wachen richten, oder an die Porte oder Phelan. Doch das Versprechen Phelan Gegenüber war erst wenige Minuten alt. Und er wusste nicht, was der Freund den Wachen erzählt hatte.
So schritt er nur mit erzürntem Blick und kräftigen Schritt auf die Wachen zu. Den Porter fest in der einen, den Dolch in der anderen Hand. Sein Blick sprach Bände...
Autor: Sâmul von Gor Datum/Zeit: Samstag 13 Januar 2018, 03:00
Sâmul marschierte zusammen mit Phelan und Runshak der Spitze des Trupps in Richtung des Stadttors und konnte die dort postierten Wachen deshalb auch schon aus einiger Entfernung sehen. Doch trotz des etwas überheblichen wirkenden Grinsen auf den Lippen des Jünglings, überließ er das Reden dem Wolfsmann neben sich, der sich als Anführer des Trupps allein mit seiner herrischen Art und seiner körperlichen Präsenz mehr als profilieren konnte. Sâmul wirkte dagegen eher wie ein arrogantes Bürschchen, aber konnten sich eine derartig offen zur Schau gestellte Arroganz und Egozentrik nicht vor diejenigen Personen leisten, die mächtige und fähige Verbündete hatten?

Dann hüpften jedoch diese seltsamen grauhäutigen und schmächtigen Wichte aus einer Gasse auf und teleportierten sich von einem Ort zum anderen. Kaum waren sie an einer Stelle aufgetaucht, verschwanden sie auch schon wieder und natürlich liebten es diese lästigen Viecher den Leuten um sie herum allerhand Streiche zu spielen. So fingen sie auch sogleich an der Gruppe auf die Nerven zu gehen. Dem Zwerg wurde der Geldbeutel entwendet, Merdarions Rucksack durchwühlt und auch Sâmul selbst traf dieses Schicksal. Dabei klaute ihm einer der frechen Taugenichts eine funkelnde Perlenkette.

Zwar gehörte diese nicht unbedingt zu der Art von Besitztümern, auf die Sâmul großen wert legte, aber trotzdem wirkte der blonde Jüngling nicht besonders erfreut über das Verhalten dieser elenden Wichte. Doch anstatt dem Porter hinterher zu jagen, griff der blonde Mann nach seiner zusammengeklappten Miniaturarmbrust. Mit einem leisen mechanischen Klicken entfaltete sich die Waffe und wurde von Sâmul mit einem Bolzen bestückt, ehe er aus der Hüfte auf den von der Kette abgelenkten Porter zielt, was für einem Moment ziemlich gut aussieht. Dann drückte er ab und ein Bolzen raste in Richtung des frechen Wichtes und verfehlte ihn nur knapp...
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 14 Januar 2018, 01:05
Runde 7


Die ersten zwei Bolzen der Drow flogen an dem Schmutzgeier vorbei, ohne ihm auch nur eine Feder zu krümmen.

Vermaledeites Biest. Ist wendiger als ich dachte.

Sein Kollege gab einen weiteren Schuss ab, der sein Ziel traf, wie man am Krächzen des Vogels hören konnte. Schon war auch die zweite Armbrust erneut gespannt, doch Christian hatte es inzwischen geschafft außer Schussreichweite zu kommen, und der Bolzen verlor an Höhe bevor er ihn erreichen konnte.

Schade, also kein Braten heute Abend. Wäre ja auch zu schön gewesen.

Missmutig drehte die Wache sich um und sah nach, was für einen Tumult es denn da vor dem Stadttor gab. Recht schnell stieß er dem anderen Drow mit dem Ellbogen in die Seite.

Hey, Anluryn, schau, Porter.

So drehe sich auch dieser in Richtung der Stadt um, und der Schmutzgeier konnte unbemerkt in die Richtung eines Felsens fliegen, der ungefähr 15 Minuten Fußmarsch von der Stadt entfernt lag. Seine Wunde blutete, auch wenn es durch den steckenden Bolzen nicht allzu stark war, und so tropfte alle paar Meter etwas Blut auf den verdorrten Boden. Je näher er dem Felsen kam, desto schwieriger schien es zu werden die Flügel zu bewegen und auch seine Konzentration schien immer weiter nachzulassen. Sollte Christian sich zurückverwandeln, so würde er bemerken das der Bolzen mit einer dunklen Flüssigkeit getränkt worden war.

~ ~ ~


Der Ork, der Martina von Muesig noch am Arm festhielt, ließ ein grunzendes Lachen hören.

Selbstverständlich finde ich Dich hübsch. So hübsch wie einen gut abgehangenen Schinken. Die man viel zu selten in dieser Stadt sieht.

Er patschte Martina mit der freien Hand auf das Hinterteil, und schob sie in Richtung Tür.

Komm. Gehen wir uns amüsieren.

Doch in diesem Moment griff Runshak ein und packte ihn an dem Handgelenk der Hand, mit der er Martina festhielt. Der Griff war mehr als kräftig, und Runshaks Worte taten ein übriges, so das Martina binnen weniger Sekunden wieder frei war.

Ah, so ist das also. Und ich hab mich schon über ihre Aufmachung gewundert. Sieh zu, das Du das Weib einsperrst oder zu einem Schamanen bringst, bevor sie an jemanden gerät der denkt das es besser wäre dafür zu sorgen, das sie niemanden mehr anstecken kann.

brummte der Ork unwirsch, ließ Martina Martina sein, und verschwand in seinem Haus.

~ ~ ~


Die Wachen sahen Phelan noch immer misstrauisch an. So ganz schienen sie seine Geschichte nicht zu glauben. Doch die Porter schienen im Augenblick wichtiger zu sein, die den Rest der Gruppe an der Nase herumführen wollten. Merdarion versuchte erfolglos nach einem zu greifen, Sâmuls Schuss ging ebenso daneben, und auch Serafina schaffte es nicht einen von ihnen zu packen. Dafür setzte die Lykana zum Sprung an und schnappte sich Ragnos Beutel aus der Luft, wie ein Hund der einem Ball nachsetzte. Lediglich das freudige Schwanzwedeln fehlte, nachdem sie gelandet war, stattdessen schnaubte sie einen der Porter verächtlich an. Einzig Naveen schien Herr über die Situation zu bleiben. Es war wohl seinen elfischen Reflexen zu verdanken, das er es mit einem Griff schaffte sich einen der Porter – es war der mit der Halskette – zu schnappen. Gleichzeitig zog er den Dolch und hielt ihm dem zappelnden kleinen Kerl an die Kehle, woraufhin er sein Zappeln schleunigst aufgab, und Naveen die Möglichkeit gab zornig auf die Torwachen zuzugehen. Diese schien das zu bemerken, und sagte beruhigend:

Lasst die Ordnung in unserer Stadt unsere Sorge sein. Die Porter sind harmlos, sie treiben nur gern Schabernack. Anluryn!

Der Ruf galt wohl der Wache auf der Stadtmauer, denn schon einen Moment später surrte ein Bolzen durch die Luft und traf den fliegenden Becher, gerade einen Wimpernschlag bevor der nächste Porter ihn fangen konnte. Polternd landete er auf dem Boden, und das Wesen kreischte erschrocken auf und deutete zu dem Schützen. Das Kreischen setzte sich durch die Gruppe fort, einige Augenblicke lang teleportierten sich die kreischenden Dinger wild durch die Gegend, dann verwanden sie um eine Häuserecke in die nächste Gasse. Lediglich der Porter in Naveens Griff war nun noch zu sehen. Die Wache setzte einen selbstgefälligen Blick auf.

Seht Ihr? Ein kleiner Schreck und sie nehmen die Beine in die Hand. Aber zurück zu Euch. Die wilde Jagd gibt es nicht mehr, haben sie vergessen Euch das zu sagen, „Alpha“? Côr selbst hat sie ausgelöscht wie dreckige Hunde heißt es.

Lyressa versuchte Amarok und Serafina einen Wink zu geben. Die zwei mochten zwar nicht verstehen was der Drow sagte, doch der abfällige Tonfall war kaum zu überhören, und sie mussten ihrem Alpha den Rücken stärken. Mit einem dumpfen Knurren stellte sie sich hinter Phelan und fletschte die Zähne.

Hast Du ihn gerade als dreckigen Hund bezeichnet?

fragte die Fuchsrote in halbwegs verständlichem Drow, mit einem drohendem Unterton, der ahnen ließ das es nur ein Wort Phelans bedurfte, und sie dem Dunkelelfen an die Kehle gehen würde. Auch der wütende Naveen war bei ihnen angekommen und funkelte die Wache an. Diese wurde sichtbar unsicherer und blickte nervös seinen Kollegen an. Was machte es schon diese Leute AUS der Stadt heraus zu lassen? Ein Problem weniger, um das sie sich kümmern musste. Schließlich wollten sie ja nicht HINEIN. Er gab seinem Kameraden einen Wink und sie traten beiseite.

Seht zu das Ihr hinaus kommt. Und lasst Euch hier nicht mehr blicken.

setzte er noch hinzu, um sein Gesicht nicht völlig zu verlieren.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 16 Januar 2018, 23:25
“Wir mögen es nicht, wenn man uns auf der Nase herumtanzt. Egal wie harmlos die Störenfriede sind“, antwortete Phelan und machte keinen Hehl daraus, dass er nicht glücklich über die derzeitige Situation war. Seine Gefährten schienen das auch so zu sehen. Auch wenn wohl die wenigsten von ihnen seine Worte verstanden, sprachen ihre Handlungen doch für sich. So zögerte beispielsweise Sâmul keinen Augenblick damit auf einen der Wichte zu schießen und als Naveen kurz darauf einen der kleinen Teufel erwischte, hatte dieser im nächsten Atemzug eine Klinge an der Kehle.

Danach war einer der Wächter so unvorsichtig sie auf das Schicksal der Wilden Jagd hinzuweisen. Natürlich war Lyressa nicht gewillt sich das gefallen zu lassen und baute sich knurrend hinter ihm als Leitwolf auf. Auch die anderen beiden Wölfe des kleinen Rudels ließen nicht lange auf sich warten. “Sehe ich aus als wäre ich ausgelöscht worden?“, fragte der schwarze Wolf in gefährlich ruhigem Tonfall und schlug dem besagten Wächter mit der flachen Pfote vor die Brust, dass dieser zurücktaumelte.

“Wiederholt nicht jedes Gerücht, das Ihr irgendwo aufschnappt, kleiner Elf! Côr mag unsere Ränge ausgesiebt haben.“ Seine Stimme war nicht ohne Bitterkeit und die Formulierung legte nahe, dass nur die stärksten Wölfe überlebt hatten. Und das bei der Wilden Jagd, die nie dafür bekannt gewesen war Schwächlinge in den eigenen Reihen zu dulden. “Seid dankbar, dass der Dunkle mit euch Spitzohren nachlässiger ist.“ Der verächtliche Blick des Lykantrophen zeigte, dass solche Schwächlinge wie diese Wächter seiner Meinung nach sonst schon längst tot sein müssten. “Und seid dankbar, dass wir dringlichere Aufgaben haben als euch zu zerfetzen. Aber wir werden Euren Geruch nicht vergessen.“

Ein Jammer, dass sie es sich nicht leisten konnten in Taros zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es war klüger die Stadt zu verlassen ohne ein Blutvergießen angerichtet zu haben. Und doch wäre es ihm ein Vergnügen gewesen diesem überheblichen Drow den Kopf von den mickrigen Schultern zu reißen…

Bald nachdem sie die Stadt hinter sich gelassen hatten, bereute Phelan seine Nachsichtigkeit noch mehr. „Sie haben wohl Christian angeschossen“, kommentierte er die Blutspur, die er soeben bemerkt hatte. Zum Glück schien der Magier das Blut nicht allzu schnell zu verlieren. Und es war auf diese Weise besonders einfach ihm zu folgen. Ohne lange zu zögern schlug der Lykan die entsprechende Richtung ein.
Autor: Darius Datum/Zeit: Mittwoch 17 Januar 2018, 02:44
~Runde 6~

Was immer sich ihr Begleiter dabei gedacht hatte einen Schwarzork anzusprechen, so war von Glück zu reden, dass sich Runshak kurz und entschlossen um die Angelegenheit kümmerte. Zu der Sache zuckte er kurz mit den Ohren und wandte dann seine Aufmerksamkeit wichtigeren Dingen zu.

Die dunklen Straßen der Stadt rochen nach allerlei sonderbaren Dingen. Vorallem waren sie jedoch staubig und dieser Staub schien ihm ständig in die Schnauze zu kommen, weshalb er ab und an Luft ausblies, um eben diese wieder freizubekommen. Es war auf jeden Fall besser als niesen zu müssen. Abgesehen von dieser Störung sah er immer mal wieder zum Himmel, wenn er nicht ihre Umgebung am Boden mit Augen nach Gefahren absuchte. Der Geier dort oben erschien sehr echt, was wieder einmal die Potenz des Morphologiezaubers bewies. Ohne Vorwissen, dass es sich bei dem Vogel um Christian handelte, welcher sie durch die Stadt zu einem der Tore führte, hätte er ihn wirklich bloß für einen Schmutzgeier gehalten.

Es war jedenfalls nicht einfach für ihn so ruhig zu bleiben. Äußerlich gab er sich vielleicht so, versuchte den schroffen Lykantrophen zu spielen, der er nun sein sollte, aber innerlich jonglierte er damit, nicht gegen die Gebote des Geas zu verstoßen, seine Ausstrahlung als Drache so gering wie möglich zu halten und sich zum zwanzigsten Mal zu fragen, was er tun sollte, wenn es brenzlig wurde. Wie sehr konnte er Phelan und Lyressa vertrauen? Was war mit den Menschen in der Gruppe? Von allen hier waren Asarra, Aponi'kasa und Christian am Vertrauenswürdigsten, doch keiner von ihnen konnte viel ausrichten ohne ihre Tarnung aufzugeben, welche ohne Zweifel ihr größter Schild sein würde.  Was Runshak und Ragno anging... das würde sich wohl zeigen. Solche und ähnliche Gedanken gingen ihm auf den Weg durch den Kopf, bis sie endlich das Gewirr an Gassen hinter sich ließen und an ein Tor kamen. Drohend bauten sich die Mauern zu beiden Seiten auf und weckten dunkle Erinnerung an die Besetzung von Nuru durch Taros.

Gerade eben noch konnte er ein Knurren unterdrücken, als er die Drow sah welche die Tore bewachten. Niedere Kreaturen in seinen Augen, die wenig besser als hirnlose Untote oder Dämonen waren, doch gefährlich auf ihre Weise. Stattdessen schnaubte er einmal abfällig und empfand fast Mitleid dabei, als Phelan weiter seine Zunge mit deren Sprache verunreinigen musste.

An dem anschließenden Chaos mit den seltsamen Wesen, welche sich durch die Gegend teleportierten, beteiligte er sich nicht, sondern sah entweder passiv zu oder achtete darauf, dass sie nicht plötzlich von hinten Gesellschaft bekamen, während alle Augen auf den Toren oder dem Spektakel ruhten...

~Runde 7~

Obwohl er kein Wort von dem Gespräch verstand, so vermochte er doch den Tonfall sehr wohl einzuordnen und Lyressas Reaktion und Zeichen gaben ihm den Rest. Sie waren soeben beleidigt worden. Nun dann... Drohend schritt er vor und bleckte seine Zähne, ohne Mensch, Ork oder Zwerg Beachtung zu schenken. Ein tiefes Knurren kam aus seinem Maul. Erst als der Drow nachzugeben schien, ebbte es wieder etwas ab. Sein Blick ging zu Aponi'kasa, welche sich der Machtdemonstration angeschlossen hatte. Seine Ohren zuckten kurz verschwörerisch zur Seite, dann wartete er ab, bis die gefangene Asarra mit den Söldnern an ihnen vorbeigegangen waren um wieder die Nachhut mit ihr zu bilden.

Draußen nahm seine Anspannung keineswegs ab. Jetzt waren sie in den Ascheebenen von Taros unterwegs und diese hielten ihre ganz eigenen Gefahren bereit. Ablenkung bot sich jedoch bald danach durch einen starken Blutgeruch, der ihm in die Schnauze stieg und ihn schnüffeln ließ. Die Lösung deises neuen Rästels kam sogleich von Phelan. "Dann sollten wir nach ihm sehen.",  steuerte er seine Meinung mit seiner knurrigen Stimme bei. Keinsefalls konnten sie den erfahrenen Magier und Heiler hier verlieren. Christian war der Einzige in ihrer Gruppe, der es mit ernstzunehmenden Feinden magischer Natur aufnehmen konnte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 17 Januar 2018, 14:01
Die Wichte gerieten in Panik, als der gestohlene Becher von einem Bolzen getroffen wurde. Aponi'Kasa richtete sich zu voller Größe auf und warf dem Zwerg den erbeuteten Geldbeutel zu. Als Lyressa aus der Gruppe trat und ihr einen Wink gab, zuckte die Lykana überrascht mit der Rute. Die Barthaare sträubten sich in Erahnung von Gefahr. Wie selbstverständlich folgte die Dragoleutnant der Aufforderung. Es kam hin und wieder vor, dass sich Serafina über ihre Lanze ärgerte und sich mit einem Knurren Respekt verschaffte. Doch dieses Grollen, wie es Lyressa an den Tag legte, bedurfte einer ganz besonderen Wut. Aponi'Kasa bemühte sich um die richtige Tonlage, immerhin wusste sie nicht worum es ging. Sie sagte sich, dass die Wächter sie daran hinderten zu Endris zu gelangen. Als sie sich auf diesen Gedanken einließ, die Reißzähne fletschte und dem Brummen seinen eigenständigen Fluss erlaubte, erhob sich ein tiefes gefährliches Knurren in ihrer Brust, das sie selbst überraschte. Vor Schreck hätte sie ihre Machtdemonstration beinahe zu früh abgesetzt. Amaroks verschwörerische Geste brachte sie ums Haar zum Lachen.

Dann endlich verließen sie die Stadt. Vor den Mauern drang ein intensiver Blutgeruch in ihre Schnauze. Aponi'Kasa schnüffelte. Ihr Blick wanderte zu Phelan, um seine Befehle abzuwarten. Da er sich der Suche selbst annahm, ließ sich die Lykana wieder nach hinten fallen  um die Nachhut zu bilden. Der metallische Geruch lenkte sie von den Geschehnissen ab, weswegen sie eigentlich in der letzten Reihe marschierte. An sich nicht ihre Art, die Aufmerksamkeit schleifen zu lassen, solange sie im Dienst war. Ob Christian schwer verletzt war? Merdarion, der neben ihr ging, riss sie aus ihren sorgenvollen Gedanken.

"Ob ich etwas...?" Die Lykana warf einen Blick über die Schulter und stockte kurz in ihrem Schritt. Ihre Ohren zuckten bejahend, als ihr das Gefühl wieder in den Sinn kam, das sie in der Stadt gehabt hatte. "Bleib in der Nachhut und achte auf die Umgebung. Bin gleich wieder da", flüsterte sie.

Auf allen Vieren überholte sie in weiten Sätzen die marschierende Gruppe und schloss zu Phelan auf.

"Phelan, die Nachhut meldet eine verdächtige Bewegung", meldete sie ihrem Alpha in halblautem Tonfall, damit der potentielle Verfolger sie nicht belauschen konnte. "Merdarion meint hinter der Gruppe eine große Gestalt gesehen zu haben. Sie ist jedoch wieder verschwunden. Ich hatte schon in der Stadt das Gefühl, dass wir beobachtet und verfolgt werden. Es war als ob ich Schritte hörte, doch es war niemand zu sehen."

Phelan würde wissen, dass sie - die Nachtjägerin - geschärfte Sinne hatte und sich das bestimmt nicht einbildete.

"Wenn ich vorschlagen darf, Christian nicht in Gefahr zu bringen, indem wir den Verfolger zu ihm führen. Solltet Ihr eine Ablenkung in Betracht ziehen, stehe ich zur Verfügung."

Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Mittwoch 17 Januar 2018, 14:18
Den Becher schon abgeschrieben beobachtete Merdarion diesen noch kurz weiter. Mit einem metallischen Geräusch wurde dieser in der Luft von einem Bolzen getroffen, die kleinen Nervtöter stoben darauf davon. Vorsichtig sah der ehemalige Soldat in die Richtung aus der der Bolzen gekommen sein musste, verdammt gute Schützen hatten sie hier. Auf weitere Beweise der Treffsicherheit der Dunkelelfen konnte er gut verzichten. In aller Ruhe ging er zu dem Becher und nahm ihn wieder an sich. Nur keine Schwäche zeigen.

Gerade als er sich wieder erhob sah er das die Situation am Tor fast eskalierte. Soviel zum Thema die Schützen auf den Mauern nicht reizen. Doch seine Bedenken waren überflüssig, die Lykaner setzten offenkundig ihren Willen durch und die Gruppe durfte die Stadt verlassen. Das Gefühl beobachtet zu werden, das Merdarion in der Stadt noch nachvollziehen konnte, ließ auch nicht nach als diese hinter ihnen lag. Laut Phelan war Christian in seiner Vogelgestalt angeschossen worden und so folgten sie der Blutspur. Diese wäre dem Minenbesitzer wohl nicht einmal wirklich aufgefallen. Die trostlose Landschaft zog vorbei und dieses Gefühl das sich beinahe schon wie ein Jucken in seinem Nacken bemerkbar machte ließ Merdarion sich umblicken. Irrte er sich oder war dort eine große Gestalt in einiger Entfernung zu sehen? Als kurz das Visier hob um besser sehen zu können war sie verschwunden. Kurz kratzte er sich an der Stirn, zuckte die Achseln und schloss wieder zu Serafina auf, die wie er wieder die Nachhut bildete. Die Lykanerin schien nichts bemerkt zu haben, vielleicht war es doch seine Einbildung. Andererseits waren sie in Taros, lieber einmal zu vorsichtig als durch Nachlässigkeit sterben. Kurz stubste er seine Gildenschwester mit dem Arm an und hob leicht das Visier. "Ich glaube wir werden verfolgt, bin mir aber nicht sicher." Raunte er ihr zu und deutete mit einem Kopfnicken in die Richtung in der er die Gestalt gesehen hatte. "Wenn ja ist es eine recht große Person."  Dabei beließ er es, zum einen wusste er nicht mehr, zum anderen fand er es selbst hier draußen zu riskant zu viel in der gemeinen Sprache zu reden.

Die Lykanerin machte sich kurz darauf zu Phelan aufzuschließen, derweil behielt Merdarion die Umgebung im Auge, auch versuchte er immer wieder so unauffällig wie möglich besagte Richtung zu überwachen. Derweil lag seine Hand auf den gewohnten Formen des Schwertgriffes. Eine kleine Sicherheit auf die er sich verlassen konnte.
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 17 Januar 2018, 23:28
Je weiter er sich von der Stadt entfernte, desto schwerer fiel es ihm, sich auf den angesteuerten rettenden Felsen zu konzentrieren und auch die Flügelschläge wurden träger. Präparierten Dunkelelfen nicht gerne ihre Waffen mit Giften? Schließlich war er hinter dem Felsen angekommen wo er sich kurz umsah, um sicherzugehen, dass ihn keiner beobachtete. Einige Augenblicke später saß anstatt des Schmutzgeiers ein gerüsteter Mensch auf dem Boden und beschaute sich das ihn getroffene Geschoss genauer. Es war auf jeden Fall mit einer Flüssigkeit getränkt worden, seiner Verfassung nach wohl ein langsam wirkendes Gift, was die Opfer eher lähmen sollte als wirklich direkt töten.

So entfernte er erstmal  mit zusammengebissenen Zähnen den Bolzen, wie er es nur schon allzuoft getan hatte, wenn er Widerhaken befürchtete und nahm danach gleich seine doch letzte Wundbinde und verrieb darauf eine seiner Tarnelen, bevor er die Wunde mit dem Verband umwickelte. Zwar war das nicht die schnellste Methode, aber für einen Zauber war ihm dann doch noch immer zu schwummrig zumute. Außerdem wollte er hier auf die anderen warten, die hoffentlich aus der Stadt kamen und dann aufgrund der hinterlassenen Blutspur seine Fährte aufnehmen konnten. Denn vielleicht hatten diese ja noch Hinweise aufgeschnappt, die er bei der weiteren Erkundung aus der Luft berücksichtigen sollte.



-1 Wundbinde
-1 Tarnele

Giftwirkung neutralisiert ab nächster Runde
+3 LP -> 56/63 LP
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 18 Januar 2018, 10:16
Uff, gerade noch einmal gut gegangen, mit dem wandelnden Schnapsfass zusammen in die Heia, es gab angenehmere Sachen im Leben.
"Mein Retter, mein Held, meine Dankbarkeit wird Dich verfolgen ." Die Ironie konnte nicht verbergen, dass Martina zu Tode erschrocken war. Sie beschloss, dass es nicht das Übelste sein konnte, wenn sie sich weiterhin an der Seite von Runshak aufhielte.
Jetzt zog der Trupp aus der Ansiedlung hinaus. Martina hielt Ausschau und wurde etwas gewahr. "Schau, SCHAU...da, das ist doch ein ..."sie blinzelte einmal kurz, als sie wierder klar sah, sah sie ...nichts mehr. "Runshak...ich schwör's, da war gerade noch ein Ork...da, so ein Ork...so wie ich halt, nur größer, wuchtiger " sie fuchtelte wild mit dem Finger in der Luft "und jetzt ist es weg." Sie sah sich um "Hat das denn sonst niem ...?" ihre Kameraden konnten sie nicht verstehen. "Ich bin doch nicht verrückt, halluziniere nicht ." es klang schon etwas resigniert.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 18 Januar 2018, 21:59
Nachdem sie das Stadttor hinter sich gebracht hatten, hatte Phelan geglaubt die größte Hürde erst einmal überwunden zu haben. Doch so leicht war es wohl nicht, denn schon bald wurde sein Gespräch mit Naveen, der nicht unbedingt glücklich mit seiner Rolle als schweigsamer Dunkelelf war, unterbrochen. “Ich hatte nicht gedacht, dass sich die Elfendialekte so ähnlich sind. Ich denke Du gehst als Einheimischer durch, kein Grund also Dir den Mund zu verbieten“, fügte er noch an, ehe er sich den neuen Problemen zuwandte. Im schlimmsten Fall würde man wohl davon ausgehen, dass der Schneider den Akzent irgendeiner anderen Drowstadt sprach.

Offensichtlich hatten sie in der Stadt mehr Aufsehen erregt, als beabsichtigt. Bei der zusammengewürfelten Gruppe wohl nicht weiter verwunderlich. Und jetzt folgte ihnen wohl jemand. Ein Ork wie die Herrin von Muesig glaubte und Runshak übersetzte. Bei dieser einen Meldung blieb es nicht. Schließlich kam auch Serafina an, um von der Sichtung der Nachhut zu berichten.

Der Leitwolf überlegte kurz und angestrengt, denn es war wohl schnelles und entschiedenes Handeln gefragt. Dann wich er minimal vom bisherigen Kurs ab und führte die Gruppe direkt auf ein paar Felsbrocken, die schroff und spitz wie das Gebiss eines verstorbenen Ungeheuers aus der kargen Landschaft Taros ragten, zu.

Er hoffte, dass Christian in halbwegs gerader Linie geflogen war, dann wäre es kein Problem seine Spur später wieder aufzugreifen. „Wir versuchen es mit einem Hinterhalt“, entschied er. Denn ein Verfolger war im Moment wirklich das Letzte, das sie gebrauchen konnten. „Seid ihr dabei Runshak? Serafina, Du übernimmst so lange für mich.“ Dazu brauchte es jemanden, der in der Lage war die Fährte wieder aufzuspüren. „Naveen kann für die Gruppe sprechen. Halte erst einmal diese Richtung bei, nicht dass der Kerl abkürzt und an uns vorbeiläuft. Wenn ihr diesen Braum“, er deutete auf einen verdörrten Stamm in ziemlicher Entfernung, „erreicht habt, versuche die Gruppe auf Christians Blutspur zurückzuführen.“

Nun kamen sie direkt zwischen zweien der spitzen Felsen hindurch und Phelan bedeutete dem Ork auf der linken Seite in Deckung zu gehen, während er die rechte wählte. „Im Idealfall erwischen wir ihn lebend, ich wüsste gerne wer uns da hinterherschnüffelt“, murmelte er der Grünhaut noch zu, dann schloss er die Schnauze und senkte sogar seine Atemfrequenz um möglichst leise zu sein, während er angespannt die Ohren spitzte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 19 Januar 2018, 17:04
Die Dragoleutnant zuckte mit den Ohren vor und zurück um zu signalisieren, dass sie den Befehl ihres Alphas verstanden hatte und auszuführen bereit war. Gerade, als sie sich an die Spitze der Gruppe setzte, fiel Kommandant Runshak eine Bewegung in der rechten Flanke auf. Er verwies unauffällig auf einen Erdhügel, der sich tatsächlich zu bewegen schien. Noch war die Auffälligkeit weit genug entfernt um keine unmittelbare Bedrohung darzustellen. Aponi'Kasa reagierte ihrem Instinkt entsprechend. Die Schwächeren nach links, die Bewaffneten nach rechts. Mit Lyressa an der Spitze trabte die Lykana auf allen Vieren die marschierende Gruppe entlang bis nach hinten und gab mit halblauter Stimme Befehle.

"Alle Bewaffneten nach rechts. Samul, Ragno, Merdarion. Die Gefangene, die Orkfrau, Amarok auf die linke Seite hinter Lyressa. Naveen nach vorn zu mir. Möglichst unauffällig. Bewegung von rechts. Augenwinkel auf den Erdhügel. Bleibt dabei unbeteiligt. Es soll nicht so aussehen als hätten wir etwas bemerkt. Meldung an mich wenn eine Bedrohung auftritt. Keine eigenmächtigen Handlungen! Bleibt ein wenig auseinander, um keine einheitliche Angriffsfläche zu bieten. Trotzdem in Reichweite eurer Kameraden bleiben."

Aponi'Kasa lief zurück an die Spitze und führte die Gruppe weiter Richtung Baum. Sie merkte sich, in welcher geraden Linie der Blutgeruch führte, um Christian finden zu können. Bis dahin würde sich der Erdhügel, besser gesagt, was sich darunter verbarg, hoffentlich zu Erkennen gegeben haben. Auf keinen Fall wollte sie den verletzten Magier in Gefahr bringen. Mit viel Pech war es ein Angreifer direkt aus dem Boden. Großvater hatte ihr einmal von Sandwürmern erzählt, die in Wüsten lebten, auf Schritte und Töne reagierten und direkt von oben nach ihren Opfern schnappten.

Die Schnauze in den Wind gestreckt, die Ohren hoch aufgestellt, setzte sie ihre schärfsten Sinne voll konzentriert ein, um am Geruch, einem Geräusch oder der Bewegung im Augenwinkel zu erkennen, was da auf sie zu kam.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 19 Januar 2018, 23:06
-- Runde 6 --

Verflixte Zivilisten, dachte Goldauge über das geadelte Orkweib, das den erstbesten Passanten anquatschte. Zu dämlich um sich an einfache Regeln zu halten. Dem Zwerg sollte es egal sein. Er hatte andere Probleme. Tarosianische Wichtel. Diebesgesindel, wie sich herausstellte. Ragnos flache Hand klatschte gegen den Gürtel. Zu spät. Sein Geldbeutel war flöten.

Lästerliche Flüche bis hin zu deftigen Verwünschungen wetterten in Zwergensprache hinter dem Langfinger her. Drohend schüttelte Ragno die Faust. Der Zwerg verspürte das starke Verlangen dem kleinen Dieb den Hals umzudrehen. Ganz langsam seine Kehle zuzudrücken. Bis er an seinen qualvollen Schreien erstickte. Todbringer tat einen Schritt auf die Wichtel zu. Blieb stehen und verstummte. War er übergeschnappt? Was, beim Barte seines Oheims, überkam ihn?

Das Symbol an seinem Arm juckte. Er kratzte sich die Haut ohne es zu bemerken.

Dragoleutnant Serafina machte der Szene ein Ende. Warf ihm seinen Geldbeutel zu. Ragno nickte. Bedanken konnte er sich später. Draußen, vor dem Tor. Sofern die Situation zu retten war. Die Lykantrophen bedrohten die Wachen. Flößten ihnen denselben Respekt ein wie dem kampferprobten Zwerg. Verwünschte Viecher, er traute ihnen nicht über den Weg. Man erzählte sich, zu Vollmond wurden sie zu mörderischen Bestien, die den Freund ebenso zerfetzten wie den Feind. Der Zwerg hob den Blick in den Himmel, als suche er den Mond.

-- Runde 7 --

Weit kamen sie nicht. Die Probleme häuften sich. Ragno warf seinem Hauptmann über die Schulter einen skeptischen Blick aus dem gesunden Auge zu, kratzte sich die Narbe über dem Goldauge und hörte sich an, was Merdarion über einen Verfolger wusste. Der Zwerg legte die Hand auf den Griff der Kampfaxt. Bei Mahal, die Mission lief ganz schön schräg. Der Späher angeschossen und verschollen. Ein unsichtbarer Verfolger. Ein beweglicher Erdhügel. Das glaubte ihm daheim niemand, wenn er das erzählte. Sein Vetter würde ihn umgehend fragen, wie viel Ogerwurz er letzte Nacht gesoffen hatte.

Dragoleutnant Serafina ordnete die Marschkolonne neu. Sie änderten die Richtung. Ragno griff sich vorsorglich einen Armbrustbolzen aus der Schlaufe am Gürtel. Verbarg ihn bis zum Einsatz in der Faust. Links von ihm sein Hauptmann. Der Zwerg grinste. Er konnte Amarok mit dem Goldauge nicht sehen. Links. Rechts behielt er den Hügel im Blick. Wie passend. Was immer sich da draußen verbarg, dem würde der Zwerg schon zeigen was eine Harke ist.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Samstag 20 Januar 2018, 00:24
Es gefiel Naveen nicht.

Taros selbst gefiel Naveen nicht. Heiß, dreckig, düster. Er hätte nicht gedacht, dass eine Landschaft oder eine Stadt ihm derart auf das Gemüt drücken könnte. Tat es aber.

Die Porter gefielen Naveen nicht. Während der Großteil der kleinen, teleportierenden Wesen sich vor Schreck verkrümmelte, als die Wache den Bolzen durch die Luft jagte, blieb das eine kleine Wesen zappelnd in seiner Hand, den Dolch an der Kehle, zurück.
Naveens Griff wurde noch fester, doch dann steckte er den Dolch wieder weg.

"Dein Leben in meiner Hand." zischte er dem Porter grimmig zu. Langsam nahm er ihm die Kette ab, der Druck seiner Hand verstärkte sich abermals.
"Heute scheint der Glückstag der Porter zu sein. Sei froh, dass die Wache so schlecht gezielt hat, sonst wärst du jetzt auch dran.."
Er ließ den Porter los und augenblicklich teleportierte der sich in eine der Seitenstraßen.

Die Kette gab Naveen nicht an Sâmul zurück. Er steckte sie ein.

Offensichtlich gefiel Naveen auch das "Schweigegelübde" nicht. Was in der Sicherheit des Turms noch wie eine gute Idee geklungen hatte, erschien jetzt nicht richtig. Er konnte nicht schweigen. Vielleicht mochte sein Drow eingerostet sein, aber es war da. Und er war bereit es einzusetzen. Als sie die Stadt verließen, setzte er sich also kurzerhand neben Phelan und sprach ihn auf eben jenem dunklen, elfischen Dialekt an.
"Es wird schwer, das Schweigegelübde zu erklären, wenn die Drow schon vor einem Wolf der wilden Jagd nicht den nötigen Respekt haben."
Gemeinsam beschlossen sie, die Idee zu verwerfen und Naveen reihte sich wieder in Asarras Nähe ein.

Was die Amazone sah, gefiel ihm ebenfalls nicht. Leise berichtete Asarra davon, dass sie verfolgt führten. Auch der Elf hatte kurzzeitig das Gefühl gehabt, dass jemand hinter ihnen her war, doch als er sich umdrehte, nicht mehr als einen Schatten gesehen.
Seine Mitreisenden beschlossen gleich, einen möglichen Angriff durch einen Hinterhalt vorzubeugen. Phelan und Runshak verließen die Gruppe, Serafine übernahm das Kommando.

Und ihr Kommandostil gefiel Naveen ebenfalls nicht. Grummelnd folgte er ihren Anweisungen, doch nicht mehr neben Asarra zu laufen, ging ihm gegen den Strich. Angespannt ruhte seine Rechte auf seinem Schwertknauf.
Autor: Sâmul von Gor Datum/Zeit: Samstag 20 Januar 2018, 17:41
Einen Augenblick lang dachte Sâmul darüber nach, einen weiteren Bolzen in seine Armbrust einzulegen und dem diebischen Elfenluder einen Denkzettel zu verpassen, als dieser ungefragt sein Eigentum einsteckte. Allerdings musste er zugeben, dass diesem Elfenschlingel solcher Schmuck sicherlich bestens zu Gesicht stand, er selbst hätte dieses Schmuckstück ja sowieso irgendwann verschenkt und nicht selbst getragen. Sollte Naveen mit dem Schmuck ruhig glücklich werden, er würde wie ein wunderschöner Elfenprinz damit aussehen. So klappte der blonde Mann die mechanische Armbrust lächelnd wieder zusammen, während die Gruppe nun endlich durch das Stadttor nach draußen entlassen wurde.

Dass sie offenbar verfolgt wurden, bemerkte Sâmul selbst nicht, allerdings spürte er durchaus dass der Schattendämon immer unruhiger zu werden schien. Als dann Phelan das Kommando an Serafina übergab, nutzte diese ihre Stellung natürlich sofort aus um Befehle zu geben. Sollte sie ruhig. So ließ sich der blonde Jüngling ein wenig zurückfallen, bis er sich außerhalb der Hörweite der anderen befand. »Was ist denn los?« murmelte er leise wie bei einem Selbstgespräch und fragte Asakku dann direkt: »Was willst du Sâmul sagen?«
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 20 Januar 2018, 17:41
Runde 8


Der Verfolger der Gruppe war entdeckt worden und nun plante man, wie man damit umgehen wollte. Als sie an zwei Felsen vorbei kamen, verschwanden Phelan und Runshak dahinter, während die Anderen weiter gingen. Man hoffte, das es nicht auffallen würde, und änderte die Richtung um Christians Aufenthaltsort  nicht zu verraten.

Phelan und Runshak beobachteten, wie ihre Gefährten weiterzogen. Es mochten vielleicht fünf Minuten vergangen sein – in einer solchen Situation konnten sich Minuten wie Stunden ziehen – in denen die Gestalten der Anderen kleiner und kleiner wurden, als Phelan schließlich Geräusche wahrnahm, die eindeutig nach Schritten klangen die sich näherten. Versteckt hinter den Felsen konnten sie natürlich nichts sehen, aber schließlich hatten die Schritte den Felsen erreicht und gingen daran vorbei. Hatten die zwei geglaubt, sie würden nun jemanden erblicken können, so wurden sie enttäuscht, denn da war – nichts. Zumindest nichts, das einem Menschen, Ork oder Drow ähnelte. Das Einzige, das sie sehen konnten, war wie an einer Stelle etwas roter Sand aufwirbelte, so als ob jemand gerade seinen Fuß dorthin gesetzt hatte. Und Phelan stieg ein Geruch in die Nase, den er sofort mit „Ork“ in Verbindung brachte, und den er auch im Turm schon unbewusst wahrgenommen hatte.

~ ~ ~


Die Gruppe rund um die „Gefangene“ Asarra ließ von Christians Fährte ab und hielt auf den Baum zu, den Phelan Serafina gezeigt hatte. Diese übernahm das Kommando und ordnete die Positionen neu um auf die Gefahr möglichst gut vorbereitet zu sein. Sie hatten etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt, als der Erdhügel deutlich näher gekommen war und für alle klar sichtbar wurde. Er bewegte sich eindeutig auf sie zu und sein Tempo schien dabei zuzunehmen. Es sah aus als ob sich etwas immens Großes unter der Erde entlang buddelte. Nur wenige Minuten später waren sie dem Baum so nah, das sie erkennen konnten das es sich um keinen gewöhnlichen Baum, sondern um etwas anderes handeln musste. Der schwarze Stamm wurde von drei knotigen, ineinander verwundenen Ästen gebildet und hatte etwa eine Höhe von zehn Metern. Dort verzweigten sich die Äste und bildeten jeder etwa zehn blutrote dicke Ranken aus, die bis zum Boden hinab hingen.

Sâmul hatte sich etwas von den anderen abgesetzt und lief so, das niemand seine Worte vernehmen konnte - niemand außer dem Schattendämon, an den sie gerichtet waren. Dieser reagierte auf die Ansprache des Jünglings, löste sich aus seinem Schatten und kroch flink an seinem Bein, der Seite, bis zu seiner Schulter hinauf. Wo er Sâmul berührte verspürte er eine unnatürliche Kühle, und es dauerte trotz der Hitze des Landes einen Moment, bis sie wieder nachließ.

Dämon... großer Dämon...er kommt um Seelen zu holen. Ich kann ihn spüren. Er ist hungrig. Sehr hungrig.

wisperte Asakku leise, und die Worte strichen wie ein kühler Hauch an Sâmuls Ohr vorbei.

Der Erdhügel hatte sie inzwischen fast erreicht und erst jetzt wurde seine wahre Größe deutlicher, doch den Abenteurern blieb nicht viel Zeit um darauf zu reagieren, denn er legte ein immenses Tempo vor und raste förmlich auf sie zu. Und dann war er da. Die Erde bebte unter ihren Füßen als sich etwas seinen Weg daraus hervor bahnte und schließlich an die Oberfläche kam: ein riesiger Wurm, der einem Wüstenwurm ähnelte, jedoch mit deutlich größeren Ausmaßen. Der „Kopf“ des Monstrums öffnete sich ähnlich einer Blüte und legte damit einen aufgerissene Schlund frei. Diesen zierten rundherum messerspitze Zähne und er war riesig, denn der Durchmesser des Ungetüms lag bei etwa fünf Metern. Die Länge war nicht richtig auszumachen, denn nur ein Teil des Körpers schaute aus dem Boden heraus und hatte sich drohend vor der Gruppe aufgerichtet. Das Wesen stieß ein Geräusch aus, das dem Quietschen von Kreide auf einer Tafel glich, auch wenn es sehr viel lauter war und schwankte mit dem Kopf leicht hin und her, als versuche es noch sich zu entscheiden, wen es zuerst verschlingen sollte.

~ ~ ~


Der zurückverwandelte Christian wartete hinter dem Felsen vergeblich darauf, das seine Mitstreiter bei ihm eintrafen. Dafür merkte er, wie die Tarnele ihre Wirkung tat: sein Kopf wurde wieder klarer, das Denken fiel ihm deutlich leichter und er hatte auch nicht mehr das Gefühl sich in einem zähen Sirup zu bewegen wenn er Arme oder Beine hob. Sollte er hinter dem Felsen hervorschauen, so würde er recht weit entfernt den Riesigen Wurm, der die Anderen angriff über dem Boden aufragen sehen. Doch für den Hohentürmler gab es im Moment ein wichtigeres Problem. Hinter ihm hörte er mehrere Geräusche, die Tieren zuzuordnen waren und einem Kichern ähnelten. Eine Gruppe von fünf Hyänen kam auf ihn zu, die sein vergossenes Blut gewittert hatten. Zuerst schienen sie noch unschlüssig zu sein, ob sie angreifen sollten, doch als die erste von ihnen beschloss, das Christian ein verletztes Opfer war und auf ihn zu rannte, folgten ihr die anderen auf dem Fuß.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Sonntag 21 Januar 2018, 14:47
Phelan rechnete damit jeden Augenblick den Verfolger zu sehen zu bekommen. Immerhin waren dessen Schritte schon deutlich zu hören. Und ein Geruch, der die Vermutung, dass es sich dabei um einen Ork handeln sollte, bestätigte, stieg ihm in die Nase. Aber auch als die Schritte schon an den Felsen vorbei waren, war noch immer nichts zu erkennen. Nichts außer aufgewirbelten roten Staub zumindest. Als würde ein Geist dort wandeln. Oder eine andere körperlose Gestalt.

Und doch boten ihn seine Raubtiersinne genug Anhaltspunkte, um die Position des unsichtbaren Verfolgers abschätzen zu können. Ohne lange zu zögern sprang er ihn an und machte sich auf einen Aufprall gefasst. Hoffentlich stürzte er sich nicht direkt in eine seinen Blicken verborgene Klinge…

Der Aufprall kam tatsächlich und sofort versuchte der Lykantroph seinen Kontrahenten Niederzuringen. Das war schwerer, wenn man die Bewegungen des anderen nicht erkennen konnte. Doch das schien der beste Weg zu sein, da es ihm nicht darum ging diesen Ork schwer zu verletzen oder gar zu töten. Im Moment ging es ihm vor allem um Antworten. Und diese wollte er nach Möglichkeit schnell haben. Denn er wollte die Gruppe und den verdächtigen Erdhügel nicht zu lange warten lassen.

Einen seltsamen Anblick musste er für Runshak bieten, wie er scheinbar mit sich selbst rang. “Du kommst vom Turm, oder?“, keuchte er einer Intuition folgend in der Sprache der Dunkelelfen. Und wenige Augenblicke später rutschte dem geisterhaften Verfolger die Kapuze vom Kopf und endlich war etwas zu erkennen. “Warum folgst Du uns? Was willst Du von uns? Wer schickt Dich?“
Autor: Silvana Datum/Zeit: Montag 22 Januar 2018, 13:42
Der Verdacht, es könne auch in Taros Sandwürmer geben - in diesem Fall wohl eher Schwarzerdewürmer - verstärkte sich, als der Erdhügel an Geschwindigkeit zulegte. Ganz deutlich spürte Aponi'Kasa die Gefahr. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Wenn sie nach der Rückkehr aus Taros tatsächlich Hauptmann werden wollte, würde sie nun beweisen müssen wie sie mit solch einer Situation umzugehen verstand. Leider waren die Gefährten alles andere als eine eingespielte Lanze wie ihre Nachtjäger. Nun half nur noch Improvisation.

"Haltet euch bereit!", bellte die Lykana über die Schulter, verließ die Spitze und scherte nach rechts aus. "Stehenbleiben! Verhaltet euch ruhig!"

Den Baum zu erreichen und auf ihm Schutz zu suchen war illusorisch. Das Gewächs gefiel der Lykana so gar nicht. Ehe sie nicht wussten, ob nicht auch von den blutroten Ranken Gefahr drohte, wollte sie niemanden dorthin führen.

Neben ihnen explodierte der Boden. Erdbrocken spritzten in alle Richtungen davon. Aponi'Kasa wartete nicht, bis das Monstrum auf sie herab stürzte. Sie bellte ein paar Befehle, mehr konnte sie nicht tun.

"Die Gefangene zurück außer Reichweite! Fernkämpfer neben Asarra! Zielt auf das Maul! Alle anderen aufteilen! Von der Seite angreifen! Ich lenke es ab!", bellte sie lautstark, um das Kreischen des Untiers zu übertönten.

Die Lykana schüttelte den Schädel, als könne sie die Schmerzen in ihren Ohren damit vertreiben. Mit einem weiten Satz hechtete Aponi'Kasa genau vor das blütenförmige Maul.

"Asarra! Nur im Ernstfall eingreifen. Gebt ihr eine Waffe. Sollte der Panzer undurchdringlich sein, alle zurück zu den Felsen! Bleibt nicht zu dicht beisammen."

Ein Wurm, der unter der Erde lebte, hatte keine Augen. Er hörte die Schritte. Aponi'Kasa wusste von Kaninchen, dass sie bei Gefahr mit den Hinterpfoten trommelten. Dasselbe tat die Lykana nun. Sie hämmerte fest auf den Untergrund, um die Aufmerksamkeit des Wurms auf sich zu lenken. Ein zorniges Knurren drang aus ihrem breiten Brustkorb.

"Los! Zu mir, du gefrässiges Monstrum! Hörst du mich? Hier bin ich!"

Ihr scharfen Sinne versuchten alles wahrzunehmen. Jedes noch so winzige Zucken. Sobald sich das Maul gegen sie werfen würde, sollten die kräftigen Hinterpranken zum Einsatz kommen. Aponi'Kasa kannte ihre Sprungkraft. Fragte sich nur, ob sie auf dem Schädel dieses Ungetüms Halt finden würde. Einen Panzer wie ihn Insekten trugen zu durchschlagen würde all ihre Kraft erfordern. Sie spreizte die langen Klauen an ihren Vorderpfoten.

Sie war bereit.


Fähigkeit Klettern Meister - Sprungkraft bis zu 10 m Höhe anstelle des Erstschlagrechts
Angriff 1 52 
Angriff 2  53
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 23 Januar 2018, 14:43
Es lag etwas in der Luft, auch wenn es Martina nicht nur wegen ihrer Artikulationsbeschwerden nicht recht beschreiben konnte. Doch seit sie die Ansiedlung verlassen hatten und sich dem Freigelände zugewandt hatten spürte er es in seinem linken Ohrläppchen: Entweder wir greifen an oder wir werden angriffen.

Als sich ein Erdhügel schnell, schneller auf sie zubewegte war es noch nicht absehbar, aber auch darüber herrschte schnell Klarheit. Der Wurm, der sich vor ihr und ihren Kameraden aufbaute sah nicht so aus, als wolle er nur spielen.

Die Lykana ergriff als erste die Initiative um den Vorderteil abzulenken und ihn zu attackieren. Das Und der Ruf ‚Auf!‘ war dann das Zeichen, die Waffen zu ziehen und dem überdimensionierten Wurm eins oder mehrere Überzuziehen.

Während von irgendwo ein Bolzen im Leib des Widerlings einschlug hieb Martina von Muesig zwei Mal mit aller Wucht, die ihr zur Verfügung stand auf den Panzer ein. Dabei musste sie nur achtgeben, dass nicht einer ihrer Hinterbeine sie zertrat. Das war keine ungefährliche Sache. "Kuut soh ?" fragte sie den oder die Nächstehende und wurde dabei gar nicht gewahr, dass sie nicht orkisch gesprochen hatte. Es ging zwar immer noch mühsam, aber Kiefer, Kehlkopf, Gaumen und Zunge konnten so synchronisiert warden, dass man sie zwar mühsam, aber verstehen konnte.

Martina von Muesig hat zwei Angriff  2 * 13 +3 AW
Autor: Christian Datum/Zeit: Dienstag 23 Januar 2018, 20:46
Langsam tat die giftneutralisierende Wirkung der Tarnele ihren Dienst, so konnte er bereits klarer denken und auch handeln als einige Minuten zuvor. So wunderte er sich wirklich, wo denn seine Gefährten blieben. Hatten sie vielleicht gar seine Witterung noch nicht aufgenommen trotz der vielen Spürnasen in ihren Reihen?

Ein vorsichtiger Blick aus seinem Versteck heraus offenbarte, dass die anderen wohl gerade mit einem riesigen Wurm zu kämpfen hatten, von dem der Magier bisher nur Geschichten gehört oder besser gelesen hatte. Schon war er drauf und dran, den Gefährten zur Hilfe zu eilen, obwohl dies ihre Tarnung auffliegen lassen könnte, als er von der anderen Seite Gekicher hörte. Mit einem Stirnrunzeln wadnte der Magier des Hohenturms sich um.

Offenbar hatten einige Hyänen seine Ablenkung genutzt, um nahe an ihn heranzukommen. Kaum hatte der ehemalige Statthalter nach Schwert und Schild gegriffen, raste die erste Hyäne auf ihn zu und biss zu, noch bevor er eine schützende Steinhaut um sich legen konnte. Nur gut, dass er dennoch halbwegs gerüstet war, sonst wäre das Bein jetzt wohl durch. So konnte er die Hyäne mit einem Schwertstreich von sich lösen und auch vom Leben befreien, während die anderen Hyänen vergeblich versuchten, ebenfalls ihre Zähne in ihn zu schlagen, jedoch eher noch welche dabei einbüßten. Ein weiterer Hieb seines Schwertes beförderte auch die zweite Hyäne auf den Boden der Tatsachen zurück. Hoffentlich wurde er schnell genug mit den Raubtieren fertig, bevor von den Gefährten noch Opfer zu beklagen waren gegen diesen Riesenwurm...



-11 LP durch Angriff der Hyäne -> 45/63 LP
-9 MP für Steinhaut -> 70 Schutz für Kampf, 38/61 MP

AW 73 und 69 auf Hyänen
Autor: Darius Datum/Zeit: Mittwoch 24 Januar 2018, 22:11
Die Auflösung der normalen Befehlskette war eine gute Idee gewesen, damit die Mitglieder der Wache reagieren konnten, ohne lange auf Befehle warten zu müssen. Dass dann sogleich eine neue Hierarchie festgelegt wurde, konnte Amarok gerade noch so akzeptieren, solange es sich auf ihren Aufenthalt in Taros beschränkte. Momentan war er allerdings nicht von Phelans Führungsstil beeindruckt, der mit Runshak zurückgeblieben war um einen eventuellen Verfolger aufzulauern. Selbst hatte er von diesem nichts gesehen und gerochen hatte er auch nichts, dank der Blutspur von Christian.

Ganz am Ende der Gruppe trottete er den anderen nach, bemüht aufmerksam zu bleiben, obwohl die Atmosphäre von Taros sich als erdrückend herausstellte. Um nicht fahrig zu wirken, unterdrückte er daher alle unnötigen Impulse und Bewegungen, was ihn sehr verschlossen und vorallem still wirken ließ. Den Befehlen von Aponi'kasa kam er nach, vorallem da sich seine helle Seite erhoffte, dass diese Erfahrung ihr später in der Kaserne helfen würde... Doch Darius war nicht hier und Irator tolerierte die Situation nur solange wie es sein musste.

Schritt um Schritt ging es so durch die Tarosische Wüste. Stiefel und Pfoten hinterließen reichlich Spuren im Sand, die der Wind wohl erst in einigen Stunden verwehen würde... kam der Hügel dort näher oder irrte er sich? Nein. Nein, er kam tatsächlich näher. Wurde größer. Viel größer. Er fletschte seine Zähne kurz bevor das Ungetüm aus dem Boden brach. Der ganze Boden bebte und machte es nicht einfach stehen zu bleiben.

Sogleich brach ihre Formation auseinander, als Ponika den riesigen Wurm ansprang um ihn abzulenken. "Bleibt dem Baum fern, sonst wird er euch erwürgen und verdauen" , bestätigte er knurrend ihre Befehle, denn er hatte erkannt worum es sich bei der Pflanze, die gerade mal hundert Meter von ihnen entfernt stand, handelte.

Indes konzentrierte er sich auf das, was unter ihnen lag. Nicht umsonst hatte er seine Sinne so zurückgezogen, aber jetzt brauchte er sie wieder und sein Geist drang in den Boden ein, wo er sogleich von einem überwältigenden Gefühl des Todes begrüßt wurde. Die Zähne zusammengebissen, starrte er auf den Boden, die Arme beschwörend ausgebreitet. So viele Tote lagen unter ihnen im Sand...

Der erste Zauber misslang, obwohl er sich genau an die Anweisungen von Myriel hielt. Trotzdem versuchte er es weiter, begann von Neuem, während der Kampf tobbte und wurde für seine Sturheit belohnt. Magie floss aus ihm und griff hinab. Eine Klaue, verknöchert und blank geschliffen vom Sand brach aus dem Boden hervor. Rasch folgte eine zweite, auf die ein Wolfsschädel folgte. Der untote Lykantroph befreite sich aus seinem sandingen Grab, begierig sich auf sein Opfer zu stürzen. Sand rann aus den leeren Augenhöhlen und zwischen den Rippen hervor, doch das war nicht weiter wichtig.

Ein geistiger Befehl, eher ein Begehren reichte aus, dass sich das Konstrukt gegen den Wurm warf. Mit den Klauen hielt es sich an der harten Haut des Wurms fest, die Zähne wurden als Waffen eingesetzt um sich durch diese zu arbeiten und an das weiche Innere zu gelangen und den Wurm zu töten.

Leider gelang der dritte Versuch ebenfalls nicht und so blieb es bei dem einzelnen Untoten, statt gleich eine kleine Gruppe zur Verfügung zu haben.

AW 25 auf den Wurm
-20 Mana für zwei gescheiterte und einen erfolgreichen Nekromantiezauber auf NORMAL
Skelettwerte: STR 20 LP 20 SW 10
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Mittwoch 24 Januar 2018, 22:34
Noch während sie die Gruppe daran machte die Befehle Aponi‘kasas auszuführen, hatte Merdarionseinen Schild vom Gurt gelöst und in der Hand. In anbetracht der Größe des Hügels malte er sich keine großen Chancen aus dahinter viel Schutz zu finden. Kurz darauf barst das Erdreich und ein Wurm von der Größe eines kleinen Turmes brach heraus. Erdklumpen prallten gegen das Holz und dann zu Boden.

Kurz schien die Zeit langsamer zu laufen, ein Phanomen das Merdarion schon öfter kurz vor dem Zusammentreffen mit Feinden erlebt hatte. Der eigene Atem und Herzschlag waren überdeutlich zu spüren dann ging alles plötzlich wieder ganz schnell. Seine Gildenschwester sprang den Wurm an, die erstn Bolzen flogen über ihn hinweg. Den Schild immer zwischen sich und dem Untier bewegte sich der ehemalige Soldat aus der losen Formation heraus und versuchte zu flankieren.

Ein Schnitt oder Hieb kam bei der Haut und Größe des Wurms nicht in Frage. Beides dürfte nur oberflächliche Wundem verursachen, daher stache Merdarion mehrfach zu und drehte die Klinge beim Zurückziehen nochmals um die Schadenswirkung zu vergrößern.


AW 30
AW 29
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 26 Januar 2018, 19:54
Die Erde bebte. Ragno hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten. Der Zwerg löste die Armbrust vom Gurt. Schnalzte den Bolzen in die Führung. Das Vieh, das sich aus dem Boden grub, war riesig wie ein Berg. Eine Fressmaschine voller Zähne, ähnlich den Konstruktionen der Tunnelbauer rund um Kurbul, die Gerätschaften zum Abbau von Granitfels ersonnen hatten.

Todbringer rannte. Dorthin wohin die Dragoleutnant befahl. Der großmäulige Wächter der "Gefangenen" hatte sich von seinem Hauptmann entfernt, also übernahm es der Zwerg Asarra außer Reichweite des Erdwurms zu scheuchen.

"Zurück. Noch ein Stück. Bleibt hinter mir."

Breitbeinig baute sich der Zwerg vor der Amazone auf. Spannte nun endlich die Armbrust. Zielte auf das Maul, wie von Serafina befohlen. Um ein Barthaar hätte er der Dragoleutnant einen Bolzen in den Schädel gejagt. Der Wurm bewegte sich. Die Lykantrophin leider auch. Sie sprang. Nun knapp verfehlte sie der Bolzen.

"Tatzelwurm und Krötenschleim!"  Der Zwerg fluchte lauthals. "Was soll das werden? Unberechenbare Wolfsviecher!"

Todbringer spannte die Armbrust.

AW 9 Kopftreffer



Autor: Naveen Datum/Zeit: Freitag 26 Januar 2018, 23:21
"Gebt ihr eine Waffe.." äffte Naveen Serafinas Kommando nach. Hätte sie ihn nicht von Asarra weggeschickt, dann hätte die Amazone Sekunden nach Auftauchen des Wurmes ihre Waffen gehabt. Innerlich brodelte Naveen.

Es war dem Glück geschuldet, dass Serafina ihn neben sich hatte laufen lassen und nicht auf der rechten Seite wo Sâmul, Ragno und Merdarion liefen. So war die Distanz, die Naveen zu Asarra hatte noch halbwegs überwindbar. Instinktiv griff er sich ihre Axt, atmete tief durch und suchte den Augenkontakt zur Schwarzhaarigen. Dann warf er ihr die Axt zu, hoffte, dass der Wurf nicht zu kurz gewesen war und widmete seine Aufmerksamkeit wieder voll dem Sandwurm.

Der Elf konnte es nicht wirklich erklären, aber je länger er hier in Taros war, desto größer wurde seine innerliche Wut. Er war gereizt und angespannt und sein erster Stich in das weiche Fleisch des Wurmes war schnell und präzise. Mit dem zweiten setzte er nach und ein wütendes Schnauben entwich ihm.
Autor: Runshak Datum/Zeit: Samstag 27 Januar 2018, 00:10
Glücklicherweise ließ sich der aufdringliche Verehrer von Runshaks Geschichte überzeugen. Andernfalls hätte der Krieger dem tarosischen Ork handfestere Argumente liefern müssen. Das hätte der Gruppe aber nur unnötige Aufmerksamkeit beschert. Die falsche Orkin war jedenfalls dankbar. „Kein Problem.“ antwortete Runshak, als sich der Tarosier zurückgezogen hatte „Vermeide ab jetzt unnötige Unterhaltungen. Wenn wir unerwartete Antworten geben, zieht das nur unangenehme Fragen nach sich.“

Derweil waren Blondie und die anderen mit diesen teleportierenden Plagegeistern fertig geworden. Phelan war dem Tonfall nach gerade dabei, sich mit einem der Wächter auf Dunkelelfisch zu streiten. Dies führte dazu, dass man die Gruppe am Ende aus der Stadt warf – sozusagen. Draußen vor den Toren entdeckte der Anführer des Lykanertrupps schon bald eine Blutspur, die wohl von Christian stammte. Man schlug die entsprechende Richtung ein, um den Magier aufzusammeln.

Unterwegs fiel Runshak einer der Hügel in der Umgebung auf, der sich in Richtung der Gruppe. Zu bewegen schien. Ob das so eine Wanderdüne war, von der Händler aus den Wüstenregionen erzählten? Staubig genug war die Landschaft sicherlich. Allerdings gab es gerade dringendere Probleme.Die Orkin und Phelan hatten einen Verfolger entdeckt. Um mit dem betreffenden kurzen Prozess zu machen, legten sich die beiden erfahrenen Krieger an einem Felsen auf die Lauer.

Runshak konnte noch nichts sehen, da sprang Phelan schon aus seinem Versteck und rammte etwas unsichtbares. Während der Rangelei sagte der Lykaner irgendetwas auf Dunkelelfisch. „Wer bist Du und was willst Du?“ fügte der Soldat auf orkisch hinzu „Rede oder es geht Dir an den Kragen!“
Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 27 Januar 2018, 15:32
Runde 7

Die Spannung stieg innert Herzschlägen, beinahe schien die Luft zwischen dem zusammengewürfelten Trupp verkleideter Dragonier und den Dunkelelfen zu knistern. Asarras Blick flackerte zwischen den Gruppen und der Umgebung hin und her. Zuerst hatte sie es nur auf die ungewohnte Umgebung geschoben, doch das seltsame Prickeln in ihrem Nacken schien sich nicht verflüchtigen zu wollen. Das Zucken ihrer angespannten Oberarmmuskulatur verriet ihre Angespanntheit, während sich die Schwarzhaarige um einen undeutbaren Gesichtsausdruck bemühte. Irgendetwas stimmte hier nicht.

Die Wachen taten, was sie von ihnen erwartet hatte – und ihren eigenen Leuten einige Monde Latrinendienst eingebracht hätte. Sie liessen sie gehen, weil sie zu mühsam waren. Die Disziplin schien auch unter den Dunkelelfen der Côr-Anhänger nicht wahnsinnig ausgeprägt zu sein.

Doch auch nachdem sie die bedrückende Stadt verlassen hatten, wurde die Amazone das seltsame Prickeln nicht los. Hin und wieder warf sie einen Blick zurück und nach einigen Minuten war sie sich sicher. Sie wurden verfolgt. Hin und wieder sah sie aufgewirbelten Sand und Staub leuchten, wo sich ihre Spuren längst gelegt haben mussten, wenn sie auch noch lange nicht verschwinden würden. Und dann, als sie wieder kurz über ihre Schultern zurück linste, sah sie eine grosse, dunkle Gestalt, die sofort wieder mit der Umgebung verschmolz. Ein Ork? Sie wusste es nicht.

Leise berichtete sie Naveen von ihrer Beobachtung. Bald bemerkten auch andere Mitglieder des Trupps den Verfolger, ein Hinterhalt wurde gelegt.
Serafina übernahm das Kommando. Ihre Gildenschwester machte ihre Sache gut, auch wenn sie den Schneider – mit ihren Waffen – lieber in ihrer Nähe gewusst hätte. Gefahr lag in der Luft, dick wie der Rauch eines nassen Holzfeuers. Natürlich war das in Taros wohl keine Seltenheit, aber trotzdem… Irgendwas lief hier grade schief.



Runde 8 

Das Ungeheuer brach aus dem Boden. Der Sand unter ihren Füssen bebte, überall rieselten kleine Flüsschen vom Austrittspunkt des Untiers weg. Asarra schmeckten die Befehle der Lykanerin überhaupt nicht, doch sie war Soldatin. In einer solch unübersichtlichen Kampfsituation war es überlebenswichtig, dass alle Beteiligten berechenbar ihre Aufgaben erfüllten. Also liess sie sich von dem Zwerg aus der unmittelbaren Reichweite scheuchen, auch wenn sie dabei weit weniger Hast an den Tag legte.

Während Ragno seine Armbrust spannte, löste die Amazone flink ihre Fesseln. Der Wurm hatte bereits Treffer eingesteckt, sah aber nicht sonderlich beeindruckt aus. Tarnung hin oder her.

Die Amazone sah wie Naveen bereits auf dem Weg zu ihr war, doch noch blieb etwas Zeit. Sie zog ihre Wurfmesser, zielte sorgfältig und liess die scharfen Klingen über Ragnos Kopf hinweg fliegen.

Aus den Augenwinkeln bemerkte sie wie Naveen ihre Axt zog. Einen Herzschlag später fing sie sie auf. Mit einem wilden Grinsen im Gesicht zwinktere sie Ragno zu. „Auf ins Getümmel – viel Spass!“
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 28 Januar 2018, 00:02
Runde 9


Zwei der fünf Hyänen fielen Christians Schwert zum Opfer. Doch das hielt die anderen drei nicht davon ab dem Hohentürmler weiter zuzusetzen, oder es zumindest zu versuchen. Denn das ihre Zähne keine Chance hatten seine Steinhut zu durchdringen, schienen die Tiere nicht zu verstehen. Sie umzingelten ihn und sprangen immer wieder vor um nach ihm zu schnappen. Eine schaffte es sein Bein zu erwischen, jaulte aber einen Augenblick später vor Schmerz auf als einer ihrer Zähne abbrach und zu Boden fiel. Winselnd zog sie sich zurück und beschloss, dass Christian doch kein so gutes Mahl abgeben würde um noch mehr von ihrem Gebiss zu opfern. Ihre zwei Gefährten waren allerdings anderer Meinung und griffen ihn trotzdem weiter an.

~ ~ ~


Phelan sprang aus dem Versteck hinter dem Felsen hervor ins Nichts, zumindest sah es im ersten Moment so aus. Aber seine Nase und Ohren hatten ihn nicht getäuscht, er prallte auf seinen Gegner und rang mit dem Unsichtbaren, bis diesem die Kapuze vom Kopf rutschte und man einen Ork mit dunkelgrauer Haut erkennen konnte. Er war weder schmächtig noch schwach, und wenn der Lykantroph nicht den Überraschungseffekt auf seiner Seite gehabt hätte, wäre der Kampf vielleicht anders ausgegangen. Doch so hatte er den Ork zu Boden gerammt, bevor dieser überhaupt realisiert hatte, was gerade geschah, und Runshak beeilte sich ihm zu Hilfe zu kommen. Gemeinsam schafften sie es den Ork auf dem Boden festzunageln und versuchten herauszufinden, wer er war und was er wollte. Ihr Gegner wehrte sich überraschenderweise nicht mehr, nachdem er sie erkannt hatte, sondern schnaubte nur verärgert über sich selbst, weil er sich so leicht hatte überrumpeln lassen. Schließlich fing er an zu reden.

Ja, kommen von Turm. Herrin haben Euch geschickt. Ich aufpassen.

Nun mischte sich Runshak auf orkisch ein, und da ihm diese Sprache geläufiger war, wechselte der dunkle Ork sofort hinein.

Grishnak. Ich heiße Grishnak. Wie ich gerade schon sagte wollte ich nur aufpassen das Euch nichts geschieht. Freunde der Herrin sind auch meine Freunde, und ihr müsst Freunde der Herrin sein, sonst wärt ihr nicht in ihrem Zimmer gewesen. Wäre alles glatt gelaufen, hättet ihr mich nicht bemerkt.

Er schnaubte erneut ärgerlich.

Ich scheine eingerostet zu sein. Entweder ich werde langsam alt, oder ich sitze einfach schon viel zu lange untätig in diesem Turm herum. Diese Drow ziehen ja alle den Schwanz ein, wenn man ihnen eins gegen eins gegenüber treten will, keinen Deut Ehre im Leib, sie sind keine Krieger. Und nun sieh mich an, übertölpelt von einem Lykantrophen, pff...

~ ~ ~


Zu Beginn des Kampfes schien Serafinas Plan noch aufzugehen. Der Wurm wandte sich in ihre Richtung und versuchte sie zu packen zu kriegen. Mit einem geschickten Sprung landete die Lykantrophin auf ihm um rammte ihm ihre Krallen in den Schädel. Ein schrilles Kreischen war die Antwort und das Monstrum schlug wild mit dem Kopf um den ungebetenen Gast loszuwerden. Ragnos Armbrustbolzen und Asarras Dolche flogen in den aufgerissenen Schlund, die Schwerter von Martina, Merdarion und Naveen bohrten sich in seinen Leib und hinterließen Wunden aus denen eine schleimige Flüssigkeit lief. Auch das Skelett des Lykantrophen, das Darius beschworen hatte, riss mit seinen Zähnen eine Wunde in den riesigen Körper, ebenso wie Lyressa es neben ihm tat. Doch all das reichte nicht aus um das Ungeheuer zu töten. Es stieß einen weiteren schrillen Schrei aus, der in den Ohren weh tat, das Maul mit den spitzen Zähnen öffnete sich weit und der Wurm bäumte sich ein weiteres Mal auf. Dann stieß er hinab, und da es dieses mal keine Serafina gab, die das Ding ablenkte, richtete es seine Aufmerksamkeit dahin wo es die meisten Bewegungen spürte: auf die Nahkämpfer. Der Schlund raste auf sie zu, riss sie von den Beinen, Zähne schrammten an ihnen vorbei, dann wurde es dunkel. Der Wurm raste ein paar Meter vorwärts, dann bäumte er sich kurz auf und schoss mit dem Kopf voran auf dem Boden zu. Sein Maul stülpte sich über Ragno, grub sich in den Boden und riss den Zwerg ebenso mit sich wie die restlichen Nahkämpfer. Der Kopf verwand unter der Erde und für etliche Wimpernschläge konnte man einen Teil des Wurmkörpers sehen, der sich wie ein Bogen von dem Loch, aus dem er aufgetaucht war, zu dem spannte in dem er sich tiefer in den Boden grub. Es war nicht wirklich auszumachen wie lang er war, aber das sein Körper riesig war, lag auf der Hand. Schließlich verschwand auch seine Schwanzspitze in der kargen schwarzen Erde und hinterließ nichts weiter als ein etwa fünf Meter breites, fast kreisrundes Loch.

~ ~ ~


Um Martina, Merdarion, Naveen, Sâmul, Lyressa und Ragno wurde es dunkel. Sie rutschten an den Zähnen des Wurms vorbei, den Schlund hinunter, wurden durchgeschüttelt und landeten schließlich irgendwo in den Tiefen des Untiers. Der Aufprall hätte schlimmer sein können, denn der „Boden“ auf dem sie aufschlugen war warm und weich, und etwa knöcheltief mit einer Flüssigkeit bedeckt. Sie konnten fühlen wir der Körper des Wurm sich bewegte, doch die Bewegungen waren nicht so ruckartig, das man nicht hätte aufstehen oder laufen können. Seltsamerweise konnten sie nach einer Weile, als sich ihre Augen an die Umgebung gewöhnt hatten, etwas sehen, denn hier herrschte ein schwaches grünes Licht. Es ging von verschieden großen Steinen aus, die kreuz und quer verteilt herum lagen. Lyressa rammte ihre Krallen in eine der „Wände“ und zog sich auf die Füße.

Vermaledeites Mistvieh.

Sie zog die Pfote zurück, die ein schwaches dunkles Rinnsal an der Wand hinterließ und drehte sich zu den Anderen um.

Alles in Ordnung bei Euch? Was machen wir jetzt?

Plötzlich hob sie die Nase in die Luft und schnupperte.

Hier ist noch irgendwer. Irgendwo – da.

Sie deutete in Richtung Wurmende, wo man bei näherer Betrachtung ein Bündel Kleider auf dem Boden liegen sehen konnte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sonntag 28 Januar 2018, 20:28
Das Monstrum hatte keinen undurchdringlichen Panzer. Den riesigen Wurm zu besiegen war illusorisch, das war ihr von vornherein klar gewesen. Aponi'Kasa hoffte allerdings, das Ungeheuer würde sich durch die Schmerzen zurückziehen und verschwinden. Das Kreischen jagte der Lykana eine Welle des Schmerzes durch den Schädel. Die Klauen ins Fleisch gebohrt hielt sie sich auf dem Hinterkopf des Wurms fest, wurde durchgeschüttelt wie ein Reiter auf einem bockenden Pferd und schließlich unsanft abgeworfen. Aponi'Kasa landete geschmeidig auf allen Vieren, gerade als das Vieh nach vorne stieß und sich in die Erde bohrte. Es verschwand!

Doch nicht allein.

Zurück blieben nur die drei Befehlshaber: Die beiden Hauptmänner und die Dragoleutnant. Aus weit aufgerissenen Augen starrte Aponi'Kasa in das gewaltige leere Erdloch. Der Boden unter ihren Pfoten zitterte ein letztes Mal nach. Dann war es totenstill. Sie hechelte von der Anstrengung des Kampfes. Hinter ihrer Stirn rasten die Gedanken. Was hatte sie falsch gemacht? Hatte es überhaupt Alternativen gegeben? Alle Gefährten zurück zu den Felsen zu schicken, während sie selbst das Monstrum auf sich zu lenken versuchte - nein, das Trampeln vieler Schritte hätte den Wurm von der Dragoleutnant fort gelockt. Ihr Blick fiel auf den Baum mit den blutroten Ranken. Hin zu dem Baum, der aussah wie ein gefräßiges Ungetüm - vom Regen in die Traufe, würde Großvater sagen.

Lautes Knurren drang zwischen den gefletschten Reißzähnen hervor. Serafina heulte ihre ganze Verzweiflung, ihren Frust, die maßlose Wut aus sich hinaus. Ihre Pranke drosch auf den aufgewühlten Boden ein, fegte mit den langen Klauen Erde und Kies davon. Wie sie dieses elende Land hasste. Taros, das einem alles entriss und nichts zurückgab. Selbst die Pflanzen hier waren ein unerbittlicher Feind. Aponi'Kasa bernsteinfarbene Iris loderte im Ansturm der niederdrückenden Gefühle.

"Zivilisten. Sie hatten hier nichts verloren", heulte Serafina, als würde ihr dadurch das Herz leichter. Sie hätte nur Soldaten nach Taros führen sollen. Solche, die wussten wie man sich verteidigte. Dann könnte diejenige noch leben, die mit in den Tod gerissen wurde: Lyressa. Ausgerechnet Lyressa.

"Gehen wir!", grollte die Lykana ohne Asarra und Amarok auch nur eines Blickes zu würdigen. "Wir können hier nichts mehr tun. Lasst uns Christian finden."

So hartherzig sie klang, so wund war ihr Innerstes. Taros würde sie verändern, das hatte sie von Anfang an gewusst. Dass es derart weh tun würde hatte sie nicht erwartet. Aponi'Kasa verspürte wenig Lust sich vor Phelan zu erklären. Sie konnte ohnehin nicht verbergen wie erbärmlich sie sich fühlte. Hilflos und zutiefst verunsichert inwiefern sie es hätte besser machen können. Die Ohren hingen schlapp nach unten. Sie wollte nur noch hier weg. Es oblag dem Alpha zu entscheiden ob die Mission abgebrochen werden sollte oder ob sie weiterhin versuchen wollten Endris zu finden. So viele Leben für ein einziges. War es das wert gewesen?
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 30 Januar 2018, 13:11
Sie hatten ihn wütend gemacht, nicht mehr und nicht weniger. Während Merdarion seine Klinge wieder aus dem Leib des Wurmes zog begann sich dieser zu schütteln, der ehemalige Soldat ging auf Grund der Erschütterung in die Knie, das nächste beziehungsweise letzte was er sah war ein Zimmergroßes Maul voller Zähne das auf ihn zuschoss, dann war es dunkel. Etwas schabte über die Ringe des Kettenhemdes, er stieß mit anderen Personen, Erde und Steinen zusammen und schlug schließlich auf einem Untergrund auf. Dieser war weich, und mit zähflüssigem Schleim bedeckt der ekelerregend stank. Dieser verdammte Wurm hatte ihn verschluckt und wie es sich anhörte nicht nur ihn. Schwerfällig richtete Merdarion sich auf und versuchte auf dem glitschigen und sich bewegenden Untergrund nicht abermals zu fallen. Angewiedert strich er den Schleim von Kleidung und Rüstung. Der Schild war immer noch an seinen Arm geschnallt, das Schwert musste er verloren haben, im Schleim tastend fand sich aber glückerweise schnell die gesuchte Klinge. Der Überwurf aus Naveens Schneiderei diente als Lappen und die Klinge war schnell gesäubert und weggesteckt. Erst jetzt bemerkte er das er etwas sah, zunächst nur Schemen, offenkundig seine Gefährten die sich da ebenfalls aufrappelten. Mit zwei Schritten war er bei einem der kleineren Schemen offenkundig Ragno. "Irgendwelche Verletzungen?" Fragte er seinen Freund und reichte diesem die Hand um ihm aufzuhelfen. "Du würdest dich wundern was der Langbeiner sonst noch über Gestein weiß." antwortete er auf die Entgegnung des Zwerges.

Die fremde Lykanerin war bereits auf den Beinen und fluchte. Merdarion zuckte nur mit den Achseln. "Wir können ihn von innen aufschneiden, wenn wir Pech haben wird er dann unser Grab. Diese Tunnel drüften nicht sehr standsicher sein und schnell wieder zusammenfallen." Das war zumindest seine Meinung als Bergmann, bei festem Fels wäre das etwas anderes aber dann wäre der Wurm ja bei weitem nicht so schnell. Es waren Steine die ein grünes flureszierendes Licht von sich gaben, möglichweise auf Grund von Moosen? Sein Interesse war geweckt und gerade wollte er sich einen der Steine genauer ansehen als Lyresse etwas gewittert hatte. Misstrauisch geworden zog er wieder das Schwert und folgte der Lykanerin, die Steine konnten warten. Das Visier störte, machte es noch schwerer zu sehen. Hier drinnen würde ihn eh niemand enttarnen können, daher drehte er Befestigung auf und löste den Gesichtsschutz. Vorsichtig nährte sich der ehemalige Soldat der vielleicht Kindgroßen Gestalt die da in Fetzten gekleidet vor ihnen lag. Unliebsamen Überraschungen vorbeugend immer noch das Schwert in der Hand ging er näher heran. Offensichtlich war es kein Mensch oder Elf, zu schmal zu kahl, die Augenlieder ließen auf übernatürlich große Augen schließen. Möglichweise ein nachtaktives Wesen. Offensichtlich regte es sich aber nicht, beim Niederknien bemerkte er dann doch die flache Atmung.

"Was es auch es es lebt noch, kommt mal her." rief er den anderen zu.

Seine eigenen Fähigkeiten in der Heilung waren nicht sonderlich ausgeprägt, vielleicht konnte einer der anderen besser helfen.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Dienstag 30 Januar 2018, 18:22
"Getümmel? Ich bleibe lieber auf Abstand. Meine Beine sind zu kurz", schrie Todbringer der Amazone hinterher und lachte dröhnend. Ein Fehler. Hätte er sich wie Asarra vom Fleck bewegt wäre er jetzt dort draußen.

Erst hatte es so ausgesehen, als hätte die Dragoleutnant das Vieh im Griff. Es litt Schmerzen und kreischte, dass es einem das Schmalz aus den Ohren quetschte.

"Tauch ab, du Scheusal!"

Ohne mich, hätte er besser gerufen. Wobei bezweifelt werden durfte, dass das Ungeheuer zwergisch verstand. Wie ein Felssturz kam es über ihn. Ragno fühlte sich von dem Füßen gerissen. Er klammerte sich an die Armbrust, drehte sich im Kreis, kotzte als ihm das Essen vom Morgen hochkam, verschoss unnötig den eingespannten Bolzen und plumpste unsanft auf den Allerwertesten. Der Untergrund war schleimig und warm. Schlimmer hätte es nicht kommen können. Kalt und felsig wäre ihm bedeutend lieber gewesen.

"Das bescheuerte Vieh hat mich gefressen! Beim Barte meines Oheims. Mich, einen Umrix. Das glaubt mir in der Binge mein Lebtag keiner."

Neben sich hörte er die rotbraune Lykantrophin.

"Wer immer da noch ist, ist garantiert schon verdaut. Das ist Magensaft, in dem wir da schmoren, Kreuzdonnerwetter! Ein Steinschlag soll dieses Monstrum an der vermaledeiten Rübe treffen!"

Goldauge packte den Arm, der ihm entgegen gestreckt wurde. "Danke, Kumpel."  Der Zwerg hämmerte Merdarion auf die Schulter. "Alles gerade bei dir? Hab mir den Schussfinger gestaucht."

Die Armbrust am Gurt befestigend sah sich der Zwerg um. "Aufschneiden war auch mein erster Gedanke. Du verstehst was von Tunneln? Bist der erste Langbeiner, der mir über den Weg stolpert, der Lehm von Fels unterscheiden kann."

Das Hennasymbol auf Ragnos Arm brannte. Kalte Wut jagte durch seine Adern.

"Habe jedenfalls nicht vor hier drin zu vermodern! Elendes Drecksvieh! Ich werde dir Magenschmerzen verpassen, die du nicht so schnell vergisst."

Ehe er selbst wusste was er tat, hielt der Axt in der geballten Faust und hackte unter wilden zwergischen Flüchen auf die "Wand" ein.

AW 14
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 31 Januar 2018, 23:57
Phelan lächelte bei der Erwähnung der Herrin. Und auch wenn das auf den Wolfslefzen schwer zu erkennen war, war es ein aufrichtiges Lächeln. Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Runshak seinerseits Fragen in der Sprache der Orks einwarf und auch ihr Verfolger zu seiner Muttersprache wechselte.

“Du passt im Namen unserer Herrin auf uns auf? Vielen Dank dafür“, streute er ein, als die beiden Grünhäute verstummt waren. „Ich nehme an, er hat Dir schon gesagt, dass er auf uns aufpassen wollte“, wandte er sich dann auf Dragonisch an Runshak. Es war wohl sicher genug zu verraten, dass sie beide diese Zunge beherrschten. Schließlich war er bei weitem nicht das einzige Mitglied der Wilden Jagd, das im Feindesland rekrutiert worden war. Und bei weitgereisten Orks, wie sie in Söldnerhaufen anzutreffen waren, war es wohl nicht ungewöhnlich, dass sie die eine oder andere Sprache aufgeschnappt hatten.

„Was hat er sonst noch erzählt?“ Nachdem er sich die Übersetzung angehört hatte, dachte er einen Moment nach. „Nicht von irgendeinem Lykantroph, oder glaubst Du die Herrin hätte mich sonst geschickt? Und vor mir kann man sich nicht verstecken, indem man sich nur unsichtbar macht. Dennoch kann ein Freund, der es versteht sich vor den Blicken zu verbergen, nie schaden. Begleite uns doch, anstatt Dich wieder untätig in den Turm zu setzen und weiter zu rosten.“

Er überließ es Runshak zu übersetzen, anstatt erneut sein Drow auszupacken. So wusste der Hauptmann gleich, was Phelan sagte, ohne dass er es in einer zweiten Zunge wiederholen musste. Und es war den Orks gewiss angenehm sich in ihrer Muttersprache unterhalten zu können. Ob Runshak alles übersetzte oder Dinge hinzufügte, kümmerte ihn nicht weiter. Der Soldat wusste wohl besser, welchen Ton man gegenüber einer Grünhaut anschlagen musste.

„Dann sollten wir die anderen nicht zu lange warten lassen“, drängte Phelan zum Aufbruch, als alles geklärt schien. „Der wandernde Erdhügel sah nicht gerade vertrauenserweckend aus. Hast Du einer Ahnung, um was es sich dabei handelt?“ Die ungute Vorahnung bestätigte sich, als sie nach einer kurzen Weile einen Kampfplatz – anders ließ es sich nicht ausdrücken – erreichten.

„Hier wurden viele unserer Mitreisenden vom Erdboden verschluckt“, stellte er fest und sein Tonfall machte deutlich, dass er sich keinen Scherz erlaubt. „Der Drow, der Mensch, der die Gefangene gemacht hat, die Orkin, Lyressa, der Zwerg und die Blechbüchse“, zählte er auf. „Bleiben noch zwei meiner Wölfe und die Gefangene. Sie haben ihren Weg fortgesetzt.“

Es fiel dem Alpha nicht leicht, seine stoische Miene vor ihrem neuen Begleiter aufrecht zu erhalten. Naveen war immerhin ein guter Freund und nicht zuletzt für Lyressa hatte er sich überhaupt erst bereit erklärt, sich auf diesen Wahnsinn einzulassen. Konnte man Serafina und Darius nicht einen Moment alleine lassen? Schließlich waren sie es doch, die so darauf gebrannt hatten nach Taros zu ziehen und die Helden zu spielen. Aber nein, erwischt hatte es andere! Und ihm blieb nur die vage Hoffnung, dass sie es irgendwie überstehen würden…
Autor: Darius Datum/Zeit: Donnerstag 01 Februar 2018, 17:35
Amarok starrte konzentriert auf sein knöchernes Konstrukt, die Arme erhoben und die Finger ausgestreckt. Der Kampf um ihn herum machte es nicht einfacher den Untoten zu dirigieren, als dieser sich mit Klaue and Zahn langsam an dem Wurm hocharbeitete. Die Erde bebte durch die Bewegungen des riesigen Wurms und schüttelte ihn ordentlich durch. Sie mussten nur den Wurm weiter von der Gruppe ablenken.

Was kurz darauf geschah ließ auch geschockt zurück. Das Biest brüllte, stürzte sich auf sie, was einen großen Schatten auf die Gruppe warf. Ihm blieb nichts als mit großen Augen mitzuverfolgen was da geschah, auch wenn er meinte seine eigene Stimme zu hören, die den anderen zurief wegzurennen, bevor ihn die Erschütterung von den Beinen holte. Schmerzhaft legte es ihn der Länger nach hin und es klingelte fürchterlich in seinen Ohren.

Erst kurz danach konnte er sich wieder aufrappeln und sogleich bemerkte er das klagende Heulen von Aponi'kasa. Dort wo ein Großteil der Kämpfer gestanden hatte klaffte nun ein großes Loch im Boden. Gerade so gelang es ihm sich von dem Anblick loszureißen und nachzusehen, wer sonst noch übrig war. Von allen die gekämpft haben, verblieb nur er selbst, Aponi'kasa und Asarra. Seine Nase zuckte kurz und seine Ohren falteten sich zurück als er realisierte wie viele sie hier verloren hatten... und dann begrub Irator diese Gefühle, löschte sie aus. Aus gutem Grund. Sein Blick richtete sich auf den Boden, denn dort unten konnte er noch immer etwas fühlen. Die Verbindung zu seinem Konstrukt war nicht erloschen. Wie er aus eigenen Versuchen wusste, konnte dies nur bedeuten, dass das Skelett nicht zerschmettert worden war. Alles war noch an seinem Platz.

Für einen Moment erwog er, dem Wurm durch das Loch zu folgen, verwarf den Gedanken jedoch schnell wieder. Der Raserei der Lykantrophin schenkte er für den Moment keine große Beachtung. Dazu war er zu fieberhaft am Überlegen. Rasch wandte er sich von dem Loch im Boden ab und ging zu Asarra hinüber. "Sie sind lebend verschlungen worden." , eröffnete er ihr ohne das typische Knurren, sondern ungewöhnlich nüchtern. "Der Wurm entfernt sich von uns. Wenn wir..." , da fuhr ihm Serafina dazwischen. Er sah ihr kurz nach und nickte dann. "Ja, wir sollten Christian finden. Er wird vielleicht helfen können. Nehmt euch eine Waffe Asarra. Wir werden sie wohl früher als später brauchen."
Da die Amazone nicht verletzt war und ihre Art sowieso nicht darauf stand verhätschelt zu werden, kümmerte er sich auch nicht weiter groß um Sie. Es gab da jedoch jemand Anderen, der mehr durch die Ereignisse betroffen war.

Dann folgte er der erst kürlich ernannten Anführerin. Zu gerne hätte er ihr gleich gesagt, was er spürte, aber er musste ersteinmal zu ihr aufschließen. Auf allen Vieren war er ein wenig schneller, daher beeilte er sich um zu ihr zu kommen. "Sie sind nicht tot. Noch nicht. Finden wir Christian, gibt es vielleicht noch Hoffnung für sie." , teilter er ihr knurrend mit, auch wenn sie es vielleicht gerade nicht hören wollte.

Unterdessen hielt er den Kontakt zu dem Lykantrophenskelett, welches sich im Magen des Wurms befand. Dieses richtete sich nun auf, schaute sich scheinbar mit seinen blinden, leeren Augenhöhlen um und reckte alle Gliedmaßen, als sein Beschwörer probierte ob alles noch intakt war. Dann fing es an zu laufen, einfach geradeaus, bis es nicht mehr weiterkonnte. Wer auch immer im Weg stand wurde zur Seite gedrängt, bis es auf fast komische Weise mehrmals gegen die Wand lief. Erst als Amarok meinte, dass es nun weit genug von jedem dort unten weg war, fing das Skelett an mit seinen Klauen auf die Magenwand einzudreschen.

AW 25
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 01 Februar 2018, 22:38
Zwei der Hyänen regten sich nicht mehr, ein weiterer suchte gerade das Weite, nachdem dieser einen Zahn eingebüßt hatte. Bieben somit noch zwei, die kein Einsehen in die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens hatten. Mit einem leisen Seufzen ließ der Retter des Drachenauges sein Schwert auf jeden der beiden Angreifer niedergehen, wonach auch diese keinen Mucks mehr von sich gaben.

Möget ihr im Tod Ruhe finden.

Danach versorgte er seine frische und die einige Minuten ältere Wunde mit seinem beliebten verbesserten Heilzauber. Anschließend sah er hinter dem Felsen versteckt in die Richtung, in der er zuletzt die Gefährten mit einem riesigen Wurm hatte kämpfen sehen. Doch da war kein Wurm mehr und er meinte auch, dass da dort viel weniger kleine Punkte zu sehen waren als noch vor seinem eigenen Kampf mit den wilden Tieren.  Und waren diese paar Punkte nicht sogar zu seiner derzeitigen Position unterwegs?

Kurz überlegte er, seine Deckung aufzugeben, aber sie waren noch nicht so weit von der Stadt entfernt und die Augen der Dunkelelfen waren scharf. Mit einer ganzen Stadt konnte auch er es kaum aufnehmen. So verharrte er eher widerwillig in seiner derzeitigen Lage, bis die anderen zu ihm gefunden hatten. Waren die verschollenen Gefährten noch zu retten? Aber dazu musste er erst wissen, was genau passiert war, denn wenn der Wurm sie zu Mus verarbeitet hatte, konnten höchstens noch die Sänger helfen, wenn überhaupt...



-4 MP für 18 WP mit VHZ -> 63/63 LP, 34/61 MP
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 02 Februar 2018, 09:43
Man mochte der Meinung sein, solch geballte Hiebeskraft spitzer, geschärfter, gefählicher Waffen sollte einen Wurm, auch wenn er monströsen Ausmaßes war, irgendwie ein wenig beeindrucken. Sollte man meine, tat er aber nicht. Stattdessen nur ein paar Löcher, wo die Hiebwaffen aufgetroffen waren, aus den ein komischer Schleim trat. Die Wurfwaffen waren im Schlund verschwunden. Möglichweise hatten sie innen im Körper noch Wunden gerissen, aber wenn dem so war, sehr beeindruckt konnte es den Wurm nicht haben. Ein Schrei des Viehs zerriss die Luft, Martina hielt sich instinktiv die Ohren zu, das sie glaubte ihr Trommelfell würde ansonsten platzen. Aber auch was sie sah, war kein Anlass zur Heiterkeit. Vor ihr bäumte sich der Wurm auf, das Maul wurde groß, größer…und dann wurde vor Martina von Muesig alles schwarz, undurchdringlich schwarz. Das war wohl das Ende und das wo sie noch so ein lange Liste hatte, die sie abzuarbeiten gedachte. Also wenn sie je wieder ihre ursprünglich Gestalt haben würde. Cailín verführen stand da zum Beispiel darauf, unverschämt reich werden (ganz dringlich), Fechtmeister werden. Alles nur eine willkürliche Auswahl von 100 Dingen, die er/sie vor seinem/ihren Ableben erledigt haben wollte. Aber da musste sie schon dazuschauen.
Alles Makulatur, nichts von alledem hatte sie erreicht und schon ging der finale Vorhang zu. War der Tod so sanft? Sie schlug an weichen Stellen auf, sie konnte atmen, auch wenn es etwas komisch roch und glaubte den einen oder anderen Schrei zu hören. Dann lag sie auf einmal regungslos. So oder so, die Reise – das Leben – war wohl zu Ende. Die letzte Frage, was kam jetzt, außer dem Nichts?
Alles in Ordnung bei Euch? Was machen wir jetzt ?“ Wer sprach da im Nichts? Das klang doch… „Lyressa ?“ fragte sie mit unsicherer Stimme. “Ich…Martin…a. hier “ im schwachen grünlichen Licht, das von Steinen ausgesandt wurde, sah er jetzt auch Umrisse von Gestalten.
Wo sind wir ?“ die Erinnerung traf sie mit Wucht. Verschluckt von einem Riesenwurm. Martina erinnerte sich an eine Geschichte, die ihr einmal vorgelesen worden war. Aber da war jemand von einem Fisch verschluckt worden. Und da war eine Lithographie gewesen, wie eine Kerze im Bauch des Fisches brannte. Herr von Muesig hatte das immer belustigt, weil er dachte, damit räuchert man den Fisch von innen. Jetzt war es weniger zum Lachen. Überhaupt, war da so eine Flüssigkeit, die ihr schadete, weil sie von den Zähnen verletzt worden war. Ob die auch entzündlich war? Sie wollte es lieber nicht testen.
Während der Zwerg Ragno wie von Sinnen mit seiner Axt auf die Wand einhieb, schien Lyressa etwas gefunden zu haben. Kleider! „Kleider? Was soll das bedeuten. Wir sollten die Taschen durchsuchen ?“

Krampfhaft überlegte Martina wie sie sich den anderen, die noch da draußen sein mussten bemerkbar machen konnten. Schreien war wohl eher weniger angesagt, außer man wollte die Stimmbänder strapazieren. Sie mussten etwas finden, dass der Wurm sie wieder ausspuckte. Aber Martina hatte nichts, das den Wurm dazu anregen würde.

HvM erleidert - 1 Schaden noch 21 LP
Autor: Naveen Datum/Zeit: Sonntag 04 Februar 2018, 00:14
Der Elf, dessen Haut neuerdings so dunkel wie die Nacht war, hatte gerade sein Schwert zum zweiten Mal aus dem Leib des Wurmes gezogen. Schaden hatte er angerichtet, doch nicht genug. Und auch die Hiebe seiner Mitstreiter hatten nicht ausgereicht um den Kriecher zur Strecke zu bringen. Im Gegenteil, er wirkte wütender denn je.

Naveens Blick glitt zu Asarra. Hatte die Amazone sich von der mühsam ausgeklügelten Fesselung lösen können? Und hatte sie ihre Axt gefangen?
Tatsächlich würde der Schneider später nicht mehr sagen können, ob die Amazone ebenfalls in Kampfhaltung gegangen war.
Denn augenblicklich wurde es schwarz um ihn herum. Und das sowohl sprichwörtlich, als auch bildlich.

Irgendetwas schlug Naveen gegen die Schläfe und augenblicklich hüllte die Schwärze den Schneider ein, wie ein hungriger Wurm.

Er erwachte wesentlich später auf, als die anderen Verschluckten. Der Schädel brummte und Naveen tastete um sich. Er lag auf weichem, klebrigen Untergrund  in einer seltsamen, beißenden Flüssigkeit. Um ihn war es zwar nicht vollkommen finster, aber durchaus dunkel und er meinte leise Stimmen zu hören.
Der Elf richtete sich auf. Martina, Lyressa, Merdarion, Ragno und Sâmul waren bei ihm. Doch Asarra und Serafina fehlten und.. erst jetzt ging Naveen auf, wo er war. Seine Augen wurden groß und er hörte sein Herz schneller schlagen.

"Sind wir.. hat uns..  der Wurm?" Er stellte niemand direktem die Frage und sank wieder auf die Knie.
Sich als Dunkelelf auszugeben war eine Sache. Als Dunkelelf in Taros eine unweit riskantere. Aber als Dunkelelf in einem Wurm, der durch Taros schlängelte, zu hocken - das veranlasste Naveen dazu mit seinem Leben abzuschließen.
Ein dicker Kloß setzte sich in seinem Hals fest.
Die Hand des Schneiders glitt zur Asarras Peitsche, die er an seinem Gürtel befestigt hatte. Ein leises "es tut mir leid" stolperte über seine Lippen und er schlug die Augen nieder, dachte an die Freundin, die er im Stich gelassen hatte.
Als er die Augen wieder öffnete, glitt sein sein Blick zu Ragno.

Der Zwerg bearbeitete das Innere des Wurmes hartnäckig mit seiner Axt. Sollte Naveen es ihm gleich tun?
Er öffnete seinen Rucksack und durchwühlte selbigen. Eine Fackel fiel in seine Hand und wie Martina, so überlegte auch Naveen, ob ein Feuer in dieser Umgebung hilfreich wäre. Doch auch er verwarf diese Überlegung. Dann lag die kleine Phiole mit Waffengift in seiner Hand.
Konnte dieses Gift etwas ausrichten? Er steckte es in seine Tasche. Wenn es schon nichts bei dem Wurm ausrichten mochte, so wollte er es doch für den Notfall bei sich wissen.

Denn eins wusste Naveen gewiss. Verdauen lassen würde er sich nicht. Eher fiel er in seine eigene Waffe.

Dann schritt er in Richtung des Zwerges.
"Tut sich etwas?" fragte er unnötigerweise nach und tröpfelte ein wenig vom Gift auf seinen Flügeldolch.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 04 Februar 2018, 09:53
Den Griff fest um den Stiel der einfachen, aber qualitativ hochwertigen Axt, war Asarra gerade dabei, sich ebenfalls in den Nahkampf zu werfen. Da schrie das Ungetüm, anders konnte die Amazone das Geschehen nicht beschreiben. Der hohe Ton zerriss ihr fast die Trommelfelle, doch das Grinsen auf ihrem Gesicht blieb. Offensichtlich setzten sie im zu. Das war doch ein gutes Zeichen.

Oder auch nicht. Ein Herzschlag später wurde das Grinsen von ihren Lippen gewischt. Der Wurm bäumte sich auf, verschluckte in rasender Geschwindigkeit einen nach dem anderen, dann tauchte er ab. Genau da, wo Ragno gestanden hatte. Der einäugige Zwerg mit dem dreckigen Mundwerk war einfach... weg. Vom Erdboden verschluckt schien plötzlich eine viel zu reale Redewendung zu sein.

Mit klopfendem Herzen sah sich die Kriegerin um. Die adlige Orkfrau Martina weg, das Falkengesicht weg, Sâmul weg, Lyressa weg. Und Naveen weg. Für einen kurzen Moment entgleisten die Gesichtszüge der Amazone, bevor sie sich wieder gefangen hatte. Der Schneider aus Nuru, zu dem sie in den letzten Monden tatsächlich so etwas wie eine kameradschaftliche Freundschaft aufgebaut hatte, war einfach so verschwunden. Und mit ihm ihre Haizahnpeitsche. Gefressen von einem verdammten Wurm.

Äusserlich gefasst, innerlich brodelnd vor Wut, Trauer und Ungläubigkeit, schritt sie ruhig an die grossen Löcher heran. Ein Funkeln erregte ihre Aufmerksamkeit. Langsam hob sie ihre Wurfmesser auf, die viel zu wenig Schaden hatten anrichten können.

Da trat Amarok zu ihr. Seine Worte liessen die Kriegerin sichtlich grösser wirken. "Sie leben? Wie das?", fragte sie den weissen Lykaner. Sie zweifelte nicht an seiner Einschätzung, wusste sie doch dass sich hinter dem weisspelzigen Wolf eigentlich ein mächtiger Drache versteckte.

Die Amazone lief den beiden Wolfsmenschen im Laufschritt hinterher. Zum Glück hatte sie lange Beine, Ragno hätte wohl kaum mit ihnen Schritt halten können. Asarra machte sich keine Illusionen, sie konnte es auch nur, weil die Lykaner noch nicht in ihr volles Tempo verfallen waren. Manche Grenzen galten für ihre Körper einfach nicht. Sie setzte zu einem Sprint an, um zu ihrer Gildenschwester aufzuschliessen.

"Du hättest nichts tun können, das weisst du. Hast es gut gemacht. Hör auf dich zu fragen was gewesen wäre wenn... jetzt zählt nur, was ist." Keuchte die Amazone, während sie mit Serafina Schritt hielt. Natürlich würde es im Moment wenig nützen, aber die Amazone konnte nachvollziehen, wie Serafina sich gerade fühlen musste.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 04 Februar 2018, 20:24
Runde 10


Grishnak erhob sich, als Runshak und Phelan ihm die Gelegenheit dazu gaben. Der Kopf des Orks drehte sich stets in die Richtung desjenigen der sprach, und bereits nach kurzer Zeit würde klar, warum er das tat, denn er sprach plötzlich in dragonisch. Nicht lupenrein, mit starkem Akzent, aber immerhin doch so das man ihn verstehen konnte, wenn man sich darum bemühte.

Grishnak Euch gehen mit. Hügel ist Wurm durch Erde. Viel gefährlich. Besser weit.

Das Phelan und Runshak genau das Gegenteil taten, nämlich auf den Ort des Kampfes zuzugehen, schien dem Ork gar nicht zu behagen. Er grunzte und schüttelte den mächtigen Schädel, trottete den beiden dann aber mehr oder weniger widerwillig hinterher, da ihm seine selbst auferlegte Mission zu wichtig erschien, um sie einfach abzubrechen.

Am Ort des Geschehens fanden sie nur das Loch vor, das der Wurm hinterlassen hatte, und Kampfspuren, die Phelan recht schnell deutete. Sie beschlossen den Spuren von Serafina, Amarok und Asarra zu folgen, deren Vorsprung nicht allzu groß sein sollte.

Tatsächlich war die Dreiergruppe gerade erst bei Christian eingetroffen. Der Hohentürmler hatte inzwischen die Hyänen ohne große Schwierigkeiten besiegt und seine Wunden geheilt. Ihnen blieb etwas Zeit, um Informationen auszutauschen, bevor Phelan und Runshak mit ihrem neuen Begleiter ebenfalls hinter dem Felsen eintrafen. Grishnak hielt ein paar Schritte Abstand zu allen und betrachtete besonders Asarra voller Misstrauen. Die Frau war in der Stadt noch gefesselt gewesen und stand nun bewaffnet zwischen den Anderen, als ob es das normalste auf der Welt wäre. Langsam griff der Ork mit der dunklen Haut nach seinem Morgenstern, ließ die Pranke aber vorerst nur auf dem Griff liegen, ohne Anstalten zu machen loszuprügeln.

Frau wieso ohne Ketten? Herrin Euch Aufgabe welche geben? Nicht Grishnak verstehen. Nun tun was Ihr?

versuchte er es in der Allgemeinsprache, als er mitbekommen hatte, das diese wohl alle Anwesenden verstanden.

~ ~ ~


Im Wurm hatten sich die Augen der Verschluckten inzwischen recht gut an die Dunkelheit gewöhnt, so das sie halbwegs erkennen konnten, wo sie hintraten und was sich um sie herum bewegte. Das beschworene Lykantrophenskelett von Darius, das gemeinsam mit ihnen verschluckt worden war, richtete sich plötzlich auf und machte einige ruckartige Bewegungen, bevor es sich in Bewegung setzte. Ohne Rücksicht auf Verluste rannte es Martina fast über den Haufen, die sich eben erst aufgerappelt hatte, und ging schnurstracks weiter geradeaus, bis es gegen die Wand des Wurminneren rannte, zweimal, dreimal, viermal. Erst dann hob es die Klauen und rammte sie in das weiche Fleisch des Wurms, das hier keine wirkliche Schutzschicht hatte. Ragno hatte scheinbar die gleiche Idee, denn unter wüsten Flüchen drosch der Zwerg mit seiner Axt ebenfalls auf den Wurm ein, was nicht ohne Effekt blieb. Das Monstrum kreischte auf, auch wenn es in seinem Inneren längst nicht so schrill und laut klang, wie zuvor an der Oberfläche. Es machte scheinbar eine scharfe Wendung, um dem Schmerz auszuweichen, denn für einen Augenblick wurde es schwierig sich auf den Beinen zu halten, dann raste es weiter.

Nur mit Mühe hatte Lyressa sich auf den Beinen halten können, indem sie die Klauen in eine der „Wände“ geschlagen hatte. Jetzt ging sie zu Merdarion hinüber, um sich das Wesen anzusehen, das er gefunden hatte, und stolperte dabei über etwas, das in der Flüssigkeit auf dem Boden lag. Verärgert trat sie mit dem Fuß dagegen und eine Spitzhacke schlitterte ein Stück vorwärts, bevor sie sich über das bewusstlose Wesen beugte.

Ihr habt Recht Merdarion, es lebt noch, was immer es ist, aber sein Atem geht nur noch schwach. Mit diesen Klauen bin ich wohl nicht die Richtige um zu helfen. Martin, habt Ihr keinen Heiltrank oder ähnliches dabei? Oder Ihr Merdarion? Wenn Ihr es überhaupt retten wollt, wer weiß was es ist? Ich glaube es macht mehr Sinn, wenn ich Ragno beistehe und diesen Wurm von Innen zerfetze. Ihr mögt mit Eurer Einschätzung Recht haben, das die Gänge vielleicht zusammenbrechen Merdarion, sollten wir hier heraus kommen – aber ein „vielleicht“ bietet eine bessere Überlebenschance als ein „Wir werden bei lebendigem Leibe verdaut“.

Sie bemühte sich zu Ragno zu kommen, was leichter gesagt als getan war, denn der Wurm machte wieder eine Kurve in die Richtung, die der Wunde, die der Zwerg schlug, gegenüber lag. Ob sie diese Reaktion zu ihren Gunsten nutzen konnten?

Worauf wartet Ihr, Naveen war Euer Name, oder? Machen wir Wurmgulasch aus dem Ding.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Dienstag 06 Februar 2018, 13:54
Der kann sich schließlaich an alles gewöhnen und am Ende auch an völlig diffuses Licht. Es gab also ein Skelett, einen Schneider, den er inzwischen gut zu kennen glaubt (Herr von Muesig glaubt so einiges, was nicht zutreffen muss), Ragno – der Zwerg, der sich an der Wand abarbeite, Lyressa – der Grund warum er hier war. Und natürlich Medarion.
Als Martina von Muesig in der Ungewissheit war, ob sie leben oder sterben würde, war ihr der Gedanke von den 100 Dingen durch den Kopf gegangen. Und als es feststand, sie würde vorerst überleben, da war ich eine Kerze im Kopf angezündet worden. Was ist wenn man Punkt 1 + 2 (verführen und unverschämt, schnell reich werden verbinden könnte? Das ‚wie‘ musste er noch genauer ausformulieren, ab das würde er schon irgendwie schaffen.
Wichtiger war, hier erst mal heil rauszukommen. Ein Unterfangen, das schwierig genug zu werden drohte. Zuerst rannte ihn das Skelett über den Haufen und Martina brüllt ihm hinterher, dass er sich wenn er sie schon in so unbekleideten Zustand auf den Boden werfe, sich auch entschuldigen könne. Es schien unbeeindruckt – der Knochenhaufen.
Des Zwergen Beschäftigung an der inneren Wurmwand schien dem Wurm wenig zu behagen. Nur so gefühlt, weil die Bewegungen immer ruckartiger wurden, was die Standfestigkeit auch nicht gerade erhöhte. Lyressa redete ihn direkt an und Martina kann auch als Dame (von Welt) schlecht ‚nein‘ sagen. „Oah Ja, doch, eine Heiltrank, klein, aber fein – den habe ich ." Er musste das sagen, damit nich alle gleichzeitig helfen wollten. Während  die anderen ‚in die Schlacht zogen‘ flöste Martin den Heiltrank dem Wesen ein, von dem niemand wusste, was es ist, wer es ist und wie es reagieren würde. Der Umstand, dass es auch in des Wurmes Magen gelandet war, machte aus ihm noch lange keinen Zechkumpanen.

Der Wurm schien immer verrückter zu werden. Nicht erst jetzt, aber vor allem jetzt - höchste Kutsche, dass sie das unfreiwillige Lager verlassen.

- 1 kl Heiltrank, noch 4 übrig
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 06 Februar 2018, 14:49
Während um ihn herum das Chaos ausbrach sickerte so langsam die Erkenntnis in Merdarions Kopf das dies im schlimmsten Fall das Ende sein konnte und dazu noch nicht einmal ein sonderlich schönes. Das vorher beschworene Sekelett lief scheinbar Amok, Ragno und Lyressa waren ebenfalls der Ansicht den Wurm innerlich zu verletzten wäre eine gute Idee. Der Wurm war offensichtlich anderer Meinung und brachte durch heftige Bewegungen seinen Unmut zum Ausdruck. Neben dem unbekannten Wesen kniend war es nicht ganz so schwer das Gleichgewicht zu halten als wenn er aufrecht gestanden hätte.

Zumindest der verwandelte Adlige half bei der leblosen Gestalt. Das gab ihm selbst Zeit zum Nachdenken: Sie waren im Magen eines riesigen Wurmes und das wahrscheinlich tief unter der Erde. Wenn sie nichts taten würde er sie verdauen. Ihre Möglichkeiten waren begrenzt, denn aus dem Wurm heraus wäre sicherlich kein Problem, aber dann würden mehrere Tonnen Boden sie bald begraben. Dazu kam das so tief unter der Erde und erst recht im Wurm die Luft knapp werden dürfte, ein Problem das auch bei tiefen Bergwerken der Fall war. Das bedeutete aber auch der Wurm musste sicherlich regelmäßig an die Oberfläche......

Weiter kam er nicht denn das Wesen schlug die Augen auf, rabenschwarz, unnormal groß, irgendwie andersartig. Er nickte zu Martin. "Passt ihr auf das hier auf?" Bei der mageren Gestalt und dem Umstand das es gerade noch ohnmächtig war rechnete er mit keiner großen Bedrohung, vielleicht hätte er einmal die Zähne prüfen sollen, zu spät. Mit der Hand an der Schulter der Orkfrau abstützend erhob sich Merdarion wieder und versuchte sicher zu stehen. Wieder eine abrupte Bewegung des Wurmes und da der Minenbesitzer diesmal besser aufpasste merkte er das es eine Art Ausweichbewegung gewesen war. Nun wenn der Wurm sich weg von der vermeindlichen Schmerzquelle bewegte dann sollte es doch möglich sein ihn zu einer Aufwärtsbewegung zu bewegen.

"Versucht es mit dem Boden, wenn wir Glück haben bringt er uns an die Oberfläche." Und wenn wir noch mehr Glück haben spuckt er uns wieder aus..... Sein Schwert rammte er in den weichen Untergrund und ließ es stecken. Beide Hände um das Heft gelegt wartete der ehemalige Soldat ab. Wenn seine Vermutung stimmte, dann dürfte es gleich deutlich schwieriger sein auf den Beinen zu bleiben. Abgesehen davon wollte er Schmerzen verursachen nit das Tier zum Verbluten bringen. Solange das Schwert steckte sollte sich der Blutverlust in Grenzen halten.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Donnerstag 08 Februar 2018, 22:36
Asarra hatte einen Moment gebraucht, um die Situation zu erfassen. Einen viel zu langen Moment, und doch reagierte sie schneller als die Umstehenden. Natürlich wurde der Ork misstrauisch.

Asarra straffte die Schultern, drückte den Rücken durch und bemühte sich um einen hochmütigen Gesichtsausdruck. Das war nicht ganz so schwer, wenn man so gross war wie die muskulöse Kriegerin. Ein amüsiert-blasiertes Lächeln spielte um ihre Lippen (das hatte sie sich bei Ankmir abgeguckt).
"Frau sein bewaffnet weil feige Côr-Anhänger alles Hosenschisser, du Dumpfbacke. Kaum kommt so ein kleines Würmlein haben sie nicht mehr genug Eier in der Hose und Schmalz in den Muskeln um selbst damit fertig zu werden. Nein nein, da muss man hinterrücks überwältige Gefangene zu Hilfe bitten. Wäre deine vermaledeite Herrin mit ihrem feigen Lähmungszauber aus dem Hinterhalt nicht gewesen, hätten mich diese Luschen hier doch niemals überwältigen können. Kein Wunder das euer schwächlicher Gott Nuru nicht halten konnte, wenn er nur so Dumpfbacken beschäftigt wie Euch hier. Der Verfolger ist so auffällig, dass ihn auch ein Blinder erkennen würde, der Möchtegern-Alpha balgt sich selbst mit seinem Verbündeten und überträgt das Kommando einem Welpen, der prompt den halben Trupp umbringt und davor noch die Gefangene befreit... Echt jetzt, so viel zu Lachen hatte ich schon lange nicht mehr."

Asarra lachte höhnisch und griff nach ihrer Axt. Sie hoffte, dass ihre Gefährten den Wink verstanden. Beim ersten Zucken ihrer Freunde drehte sie auf dem Absatz um und rannte davon. Sie hatte ihnen genügend Zeit gegeben um sie schnell einzuholen und überwältigen zu können. Hoffentlich viel der Ork darauf rein. Sonderlich helle schien er nicht zu sein.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 09 Februar 2018, 10:05
"Danke, Asarra."

Die Worte der Gildenschwester, immerhin eine erfahrene Hauptmann, waren Labsal auf Aponi'Kasas verletztem Stolz. Ihr erster eigener Trupp in Feindesland: Aufgerieben! Sie hatte sich auf Dämonen vorbereitet, Dunkelelfen, Schwarzorks, sogar Drachen, aber nicht DARAUF. Die Lykana blieb wortkarg, bis sie endlich den Hohentürmler erreichten.

Wenigstens Christian war wohlauf. Erleichtert atmete die Dragoleutnant auf, würdigte die toten Hyänen nur eines kurzen Blickes, sondern setzte stattdessen den Meistermagier in Kenntnis ihrer Verluste. Die scharfen Sinne der Lykana nahmen instinktiv das Nahen mehrerer Personen wahr, ihrer Rechnung nach um zwei Stiefel zu viel, denn es waren nur Phelan und Runshak zurückgeblieben.

"Vorsicht. Unser Alpha und der Kommandant sind nicht allein", bellte sie halblaut, wohl um zuvorderst Christian, aber auch Asarra und Amarok zu warnen. Dann tauchte die kleine Gruppe auch schon hinter dem Felsen auf.

Ehe sich Phelan über die dezimierte Anzahl der Gefährten wundern konnte, griff der fremde Ork zum Morgenstern. Zum Glück reagierte Asarra ihrer Rolle gemäß. Auch wenn ihre harschen Worte nur gewählt waren um den Côrs-Anhänger zu täuschen, traf Aponi‘Kasa der Vorwurf des "Welpen, der den Tod bringt" doch bis ins Mark. Ansatzlos warf sich die Lykana herum, hechtete mit ein paar kraftvollen Sprüngen hinter der Amazone her und schlug ihr grob mit der Pranke in den Rücken, so dass die Flüchtige nach vorne stolpern und hinfallen musste. Aponi'Kasa war augenblicklich mit einem bedrohlichen Knurren über Asarra, die Reißzähne geifernd gebleckt. Unbarmherzig – so sollte es aussehen - entwand die Werwölfin der "Gefangenen" die Axt, packte Asarras Arme, drehte diese unsanft nach hinten auf den Rücken und riss die Amazone auf die Beine.

„Los, auf, du Missgeburt. Es ist der Welpe, der dich einfängt wie ein Insekt und er kann dich wie ein solches zertreten, wenn du noch einmal dein Lästermaul aufreißt“, grollte sie laut genug, dass der Côrs-Anhänger sie hören konnte. Es war nicht ungewöhnlich, dass Lykaner die Allgemeinsprache gut beherrschten, denn eine eigene Wolfssprache gab es nicht. Dafür gab es die Körpersprache. Siegesgewiss zuckte die Werwölfin mit den Ohren und knurrte zufrieden.

Leise hingegen flüsterte sie: „Entschuldige die blauen Flecken, Schwester. Er glaubt uns sonst nicht.“

Aponi’Kasa stieß Asarra, deren Hände auf dem Rücken sie mit den langen Klauen nicht allzu fest umklammert hielt, vor sich her und schließlich Kommandant Runshak in die Pranken. Die Axt behielt die Lykana bei sich.

„Passt besser auf Euer Weibsbild auf, Söldnerhauptmann. Ein zweites Mal fange ich sie nicht ein. Sie kämpft gut, leider auf der falschen Seite. Wegen ihr habt Ihr ein paar Eurer Leute verloren.“

Sie klang, als wäre ihr dieser Umstand einerlei. Innerlich machte sie sich auf eine Tirade an Vorwürfen von Seiten Phelans gefasst, obwohl es ihrer Meinung nach unvernünftig wäre vor dem fremden Ork wegen ein paar vernachlässigbaren Söldnern großes Aufheben zu machen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Freitag 09 Februar 2018, 21:55
Als sie weiterhin der Gruppe folgten spielte Phelan kurz mit dem Gedanken die Orks abzuhängen, um die anderen vorzuwarnen. Aber nicht beisammenzubleiben, wäre wohl zu unklug gewesen, um nicht verdächtig zu wirken. Vor allem nachdem was mit dem Wurm vorgefallen war. Die anderen würden mit der Situation zurechtkommen müssen. Soviel sollte man von Leuten, die in Taros überleben wollten, erwarten können.

Als er dann die entfesselte Asarra zu Gesicht bekam, begann der Leitwolf dennoch an seinen Gefährten zu zweifeln. Zum Glück reagierte die Amazone schnell, mit scharfen Verstand und noch schärferer Zunge. Ihre Worte trafen und vermutlich nicht nur ihn. Wenn seine Blicke hätten töten können, hätten sie es im Moment vielleicht getan. „Wer sich nicht verteidigen kann, taugt nur als Futter für die Würmer“, warf er mit kalter Stimme ein. Auch wenn es schmerzte so etwas zu sagen. „Zweifle nicht an jenen, die übrig geblieben sind.“

Er überließ es anderen handgreiflich zu werden, denn er war sich nicht sicher, ob er sich im Moment hätte zurückhalten können. Auch eine weitere Erwähnung derer, die es nicht bis hierher geschafft hatten, vermied er geflissentlich. Er konnte es sich nicht leisten vor dem fremden Ork Risse in der Fassade des hartherzigen Alphas zu zeigen. „Wir haben noch viel vor uns. Ihr habt lange genug gerastet.“

Und damit stapfte er wieder voran, in die Richtung in der er Pandeas Festung vermutete. Und er fragte sich warum er das tat. Natürlich hatte er angekündigt als Leitwolf aufzutreten. Und als solcher musste er den unbedingten Führungsanspruch erheben. Doch im Augenblick wünschte er sich, dass ihn jemand angefochten hätte. Jemand auf den er die Verantwortung für das ganze Debakel hätte abwälzen können, um die Last auf seinen Schultern zumindest etwas zu verringern.

Und wer fragte sich, warum er überhaupt hier war. Für Endris? Er empfand gewissen Respekt für den weißen Lykantrophen, aber war das Grund genug sein Leben – und das der anderen – aufs Spiel zu setzen? Für Lyressa? Er hatte ihr helfen wollen, doch nun war sie von einer der alptraumhaften Kreaturen Taros verschlungen worden. Für die Ehre, das Gute, seinen Seelenfrieden? Konzepte, an die er schon lange nicht mehr glaubte. Vermutlich hatte er einfach nur den richtigen Moment verpasst umzukehren.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 09 Februar 2018, 22:01
Schließlich war der zusammengeschrumpfte Trupp bei ihm eingetroffen. Serafina erzählte ihm, was mit den verschollenen Gefährten passiert war, was Christian mit steinerner Miene aufnahm. Vom Wurm verschluckt worden waren sie. Leider kannte der Retter des Drachenauges sich kaum mit dem Verdauungstrakt der Riesenwürmer aus, aber selbst wenn sie an den Zähnen lebend vorbeigekommen waren, würden sie kaum allzulange im Inneren des Wurms überleben können. Und wer wusste schon, wo sich dieser jetzt befand, vor allem wie tief?

Noch ehe er seine Gedanken ausreichend vertiefen konnte, warnte die Lykana sie vor einem Unbekannten, der wohl mit Phelan und Runshak kam. Sogleich verwandelte sich der Magier des Hohenturms in seine für Taros gewählte Tiergestalt des Schmutzgeiers und trippelte in Richtung der weiter entfernten Seite des Felsens, um möglichst nicht vom Gast mit dem Trupp in Zusammenhang gebracht zu werden, sondern sich von dort wieder in die Lüfte zu erheben, um den Anschein zu erwecken, von den bodengebundenen Kreaturen gestört worden zu seiin. Aus der Luft wollte er Ausschau halten, ob er nicht doch einen Hinweis auf den Verbleib dieses Wurmes finden konnte.



-4 MP für Verwandlung in den Schmutzgeier -> 30/61 MP
Autor: Darius Datum/Zeit: Samstag 10 Februar 2018, 00:04
Amarok war nicht sicher, wie die Anderen sich fühlten, doch diese Charade amüsierte ihn sehr. Über die bisherigen Verluste war er nicht traurig. Immerhin war es nichtmal sicher, dass sie jene ganz verloren hatten, die von dem Wurm verschlungen worden waren.

Aponi'kasa gab keine Antwort auf seine Worte, aber es war ihm ehrliche gesagt auch egal. Er spielte seinen Teil, solange er am Ende bekam was er wollte und blieb ebenfalls wortkarg, bis sie Christian fanden. Das Überleben des mächtigen Magiers und Heilers überraschte ihn nicht, aber ein anderes Ereignis war durchaus betrüblich. Die Verbindung zu seinem Konstrukt wurde immer dünner, je weiter es sich entfernt, bis die Verbindung schließlich wie ein Faden riss und er es nicht mehr wahrnehmen konnte. In diesem Fall war es wohl auch zerfallen, jedenfalls war es jedesmal so bei seinen Experimenten gewesen.

Da konnte er auch nichts weiter tun, weshalb er sich eher den toten Hyänen widmete. Ein paar Stücke aus deren Flanken waren gewiss ein guter Proviant und wer wusste schon, was man sonst so daraus machen konnte...

Viel konnte er nicht sammeln, bevor Runshak und Phelan mit Begleitung wieder zu ihnen stießen und er stopfte einige Fleischbrocken und einen der Hyänenschädel in einen Beutel. Wie gut, dass Darius darauf bestand sich stets mit so vielen Gegenständen der Naka Duskeal zu behängen. Gleichgültig stand er wieder aus der gehockten Stellung auf und grüßte seinen Alpha mit einer Entblößung seiner Kehle. Das nachfolgende Schauspiel von Asarra und Serafina, verfolgte er mit unverhohlener Begeisterung. Die Beiden konnten wirklich bösartig sein, wenn sie nur wollten.

Er überließ die Beiden Weibchen ihrem Schauspiel und folgte Phelan, als es dann weiterging, wobei er sich nahe bei Phelan hielt. "Alpha, wenn ihr wünscht, könnte ich die Gefangene gefügiger machen. Sie kann ihr Wissen auch ohne ihre Seele noch preisgeben." , schlug er gespielt unterwürfig vor und warf kurz dem fremden Ork einen herablassenden, wenn auch misstrauischen Blick zu. Wer genau dessen Herrin war würde sich wohl noch herausstellen, aber in diesen Landen konnte das so gut wie jeder sein.

Nebenbei plannte er bereits, was er an kleinen Überraschungen für ihren Aufenthalt in Pandeas Festung noch vorbereiten konnte, denn sie würden gewiss die ein oder zwei Ablenkungen gebrauchen könnten, sobald sie Endris habhaft wurden.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Samstag 10 Februar 2018, 08:53
Das Vieh reagierte. Eine scharfe Kehre riss Ragno von den Füßen. Wieder hockte er auf dem Allerwertesten, diesmal allerdings sehr mit sich zufrieden.

"Und ob sich was tut!",  grölte der Zwerg auf die Frage des Elfen Naveen. Breit grinsend rappelte sich Goldauge auf die Beine. Dabei fiel ihm eine Spitzhacke ins Auge. Mit ausgestrecktem Arm deutete er auf das Werkzeug.

"Schnappt Euch die Spitzhacke, Herr Elf. Was für Felsen gut ist, reicht für einen Wurm allemal. Wir graben uns hinaus wie aus einem verschütteten Tunnel."

Die Werwölfin und Kumpel Merdarion schlossen sich ihnen an.

"Dann los, Freunde, zeigen wir dem verdammten Mistvieh, was eine Harke ist."

Boshaft lachend schwang Ragno die Axt. Hackte auf Wand und Boden ein. Das Hennasymbol auf seinem Arm brannte und feuerte seinen Zorn weiter an.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Sonntag 11 Februar 2018, 00:13
Naveen musste sich ein ums andere Mal fangen, wenn der Wurm eine ruckartige Bewegung machte. Aber nach einigen Schlägen und Merdarions Hinweis, hatten sie heraus gefunden, an welche Stelle sie ihre Hiebe platzieren mussten, damit sich der Wurm in die Richtung bewegte, die ihnen genehm war.

Der Elf sah auf seinen mit Gift beträufelten Dolch und schaute dann zur Spitzhacke, die Ragno ihm anpries. Er nickte. Den Dolch würde er aufbewahren. Für den Fall der Fälle. Dem Fall, dass sie nicht hier herauskamen und dieses Sekret sie alle langsam aber sicher zersetzen würde. Dann würde der mit Gift präparierte Dolch ihm noch gute Dienste erweisen.

Er steckte den Flügeldolch weg und griff sich die Spitzhacke. Sie lag ihm bei weitem nicht so gut in der Hand, wie sein Schwert, aber es kam hier wohl nicht auf Präzision und schönen Stil an, sondern auf einen möglichst großen Schaden.

"Nun denn, Meister Zwerg, ihr gebt den Rhythmus vor!"

Schwer hob der Elf die Spitzhacke über den Kopf und ließ sie zeitgleich mit Ragnos Axt auf den Magenboden des Wurmes knallen. Etwas von der Flüssigkeit spritzte hoch und Naveen musste zusehen, nicht getroffen zu werden. Doch ein jeder Schlag schien eine Reaktion des Tiers nach sich zu ziehen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 11 Februar 2018, 18:12
Runde 11


Als Phelan, Runshak und Grishnak hinter dem Felsen ankamen, hatte Christian sich Dank Serafinas Vorwarnung bereits wieder in einen Schmutzgeier verwandelt und erhob sich flügelschlagend in die Lüfte. Das nun folgende Schauspiel zwischen Asarra und Serafina verfolgte Grishnak genau und schien mit dessen Ausgang nicht ganz zufrieden zu sein, denn er nahm die Pranke vom Waffengriff und stapfte auf die beiden zu. Erstaunlich schnell zog er ein Messer hervor, das plötzlich an der Kehle der Amazone lag.

Aufpassen sollte was Du sage. Herrin beleidige wieder und Grishnak machen du sage kein Wort nie wieder mehr.

Damit zog er ein schmuddeliges, dreckiges Tuch aus der Hosentasche, von dem nur er selbst wusste, wozu er es benutzt haben mochte, und stopfte es Asarra mit seinen dicken und nicht gerade sauberen Fingern in den Mund.

Fessle sie ordentlich, denn wenn sie nochmal entkommt und ich sie einfange, hat ihr letztes Stündlein geschlagen, das schwöre ich Dir.

fügte er an Runshak gewandt hinzu. Asarras Wortwahl hatte dem Ork offensichtlich gar nicht geschmeckt. Auf Amaroks Vorschlag und den herablassenden Blick reagierte er deshalb mit einem dreckigen Grinsen.

Grishnak können helfen mit. Nach funf Finger kaputt sein friedlich Gefangene.

Er lachte grunzend und setzte sich dann in Bewegung, als Phelan den Abmarsch befahl, auch wenn er dem Geier am Himmel einen bedauernden Blick zuwarf.

Warum habe keine Zeit Wolf? Vogelfleisch gut schmecken. Was Herrin sein Aufgabe für Euch?

hakte er noch einmal nach dem Grund ihres hierseins nach, bevor er mit den Anderen gemeinsam den Weg fortsetzte. Stunde um Stunde wanderten sie durch das karge, öde Land, in dem kaum etwas zu wachsen schien. Die Sonne am Himmel stieg immer höher, die Hitze wurde zunehmend unerträglicher. In den Mittagsstunden flirrte die Luft über dem Boden und brannte auf unbedeckter Haut und Köpfen. Grishnak empfahl die heißeste Zeit im Schatten eines Felsens für eine Rast zu nutzen, doch selbst dort dörrte die trockene, heiße Luft die Kehlen aus. Als die Sonne zwei Stunden an ihrem höchsten Punkt vorbei war ging es weiter. Alle Lebewesen schienen sich vor der Hitze zu verstecken, nur um einen Feuertümpel, der zum Glück weit entfernt war, sahen sie ein paar Gestalten herum hüpfen. Grishnak brummte etwas von niederen Dämonen und die Gruppe schlug einen Bogen herum um einen unnötigen Kampf zu vermeiden. Gegen Abend waren sie so weit voran gekommen, das man Padeas Feste in der Ferne bereits erahnen konnte. Sie würden schätzungsweise noch einen bis zwei Tagesmärsche brauchen, um sie zu erreichen.

~ ~ ~


Im Inneren des Wurm kämpfte man darum das Monstrum irgendwie an die Oberfläche zu bugsieren. Merdarion, Ragno, Lyressa und Naveen hieben nach Leibeskräften auf den „Boden“ ein, und da sie es ziemlich simultan taten, ertönte ein weiteres gedämpftes Kreischen, gefolgt von einem Ruck, der sie kurzzeitig von den Beinen holten, denn nun war der Untergrund nicht mehr ebenerdig, sondern hatte in Richtung Wurmmaul einen Anstieg. Lyressa nickte grimmig.

Scheint zu funktionieren. Weiter so.

Sie warteten, bis der Wurm die Richtung wechselte, rammten dann erneut ihre Waffen in seine Gedärme und trieben ihn so immer weiter nach oben. Irgendwann, als sie alle bereits mehr oder weniger schleimbedeckt waren und sie der Kreatur etliche tiefe Wunden zugefügt hatten, ging es scheinbar nicht weiter nach oben.

Gebt ihm den Rest.

knurrte die rotfellige Lykantrophin und ging gleich mit gutem Beispiel voran, indem sie wieder und wieder mit den Klauen auf die Wände einschlug. Es dauerte lange, und ihre Arme wollten sich irgendwann nicht mehr heben lassen, doch trotzdem schafften sie es irgendwie: das riesige Ungetüm segnete das zeitliche. Erschöpft ließ Lyressa die Schleim und blutverschmierten Klauen sinken.

Sehen wir zu, das wir hier heraus kommen. Martin, lebt das andere Opfer noch?

Das tat es. Der eingeflösste Heiltrank hatte seine Lebensgeister wieder geweckt, und große schwarze Augen, die nur aus Pupillen zu bestehen schienen, hatten Martina eine Weile lang still angesehen. Dann, irgendwann auf dem Weg Richtung Oberfläche, hatte es langsam eine Hand gehoben, an der überlange dünne Finger waren und nach Martinas Kopf gegriffen. Die Orkin hätte nicht sagen konnen woran es lag, das sie nicht davor zurück wich, doch der Blick war so eindringlich, fast hypnotisierend gewesen, das sie nicht im entferntesten daran dachte. Als die Fingerspitzen die grüne Haut an ihrer Schläfe berührten, herrschte noch zwei Wimpernschläge lang Stille, dann vernahm Martina eine angenehme, sanfte Stimme in ihrem Kopf:

Warum hast Du mich gerettet Ork? Dein Volk sagt immer wir sind minderwertig, zu nicht mehr gut als Glowen abzubauen. Und jetzt kniest Du hier und kümmerst Dich um mein Wohl nachdem der Rashnarak mich verschlungen hat?





Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 14 Februar 2018, 13:07
Die Axt nutzte Aponi'Kasa, um es Amarok gleichzutun und einige saftige Brocken aus den Hyänen zu hacken. Im Gegensatz zu dem weißen Wolf packte sie auch Gedärme und Mägen ein, denn das war das Schmackhafteste und vor allem die feuchtere Nahrung. Den blutigen Beutel hängte sie sich an den Ledergurt, die Axt steckte sie daneben ohne sie zu säubern. Ein Wolf der Wilden Jagd würde das nicht tun, also tat sie es nicht.

Inzwischen hatte sich Grishnak mit Runshak verständigt und die Gefangene wurde verknotet. Den dreckigen Knebel fand die Lykana übertrieben. Der Fetzen würde in der Hitze das letzte bisschen Feuchtigkeit aus Asarras Mund saugen. Besorgt sah die Dragoleutnant hinter Grishnaks Rücken immer wieder zu der Gildenschwester hin. Wie gehabt übernahm Aponi'Kasa die Nachhut. Möglichst weit weg von Phelan und vorwurfsvollen Blicken. Bisher hatte sich der Alpha gut im Griff. Doch er kochte innerlich, das spürte sie instinktiv, ob wegen ihres Versagens oder Asarras Worten konnte sie nicht einschätzen. Wenn es ihm ähnlich erging wie ihr selbst, hatten die Aussagen der Gildenschwester die Situation nicht gerade erleichtert.

Der Ork fragte nach ihrer Aufgabe. Aponi'Kasa überließ es den Anführern darauf eine befriedigende, nichtssagende Antwort zu finden. In der Hitze des Tages - da machten direkte Sonne oder Schatten nur noch wenig Unterschied - verschwamm das Ziel ebenso vor den Augen wie die Landschaft. Die Luft flirrte. So etwas hatte die Lykana noch nie gesehen. Auch wusste sie jetzt, was Großvater damit gemeint hatte, als er ihr einmal erklärt hatte Hunde würden sich mit Hecheln abkühlen. Laut schnaufend und hechelnd, mit weit offenem Maul und heraushängender Zunge lag die Werwölfin auf dem Bauch im Schatten und wünschte sich Regen, Schnee und sogar den warmen Badezuber von Bre. Die saftigen Gedärme hatte sie bis zum späten Nachmittag längst gefressen, das restliche Fleisch war trocken und zäh, so dass sie bereits zur zweiten Trinkflasche griff um sich die Kehle zu befeuchten. Dabei warf sie einen Blick auf die erschöpfte Asarra.

"Gebt ihr etwas zu trinken. Sonst liefert ihr kein lebend Fleisch sondern gedörrten Fisch bei der Herrin ab. Sehen so Eure Geschenke aus, Söldnerhauptmann?", bellte sie geifernd zu Runshak hin mit einem gespielt demütigen Seitenblick zu ihrem Alpha, damit Grishnak ja nichts an ihrer vorlauten Schnauze zu bemängeln hatte. Es lag an Phelan sie zu maßregeln, sollte es vor dem fremden Ork nötig sein.

Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Mittwoch 14 Februar 2018, 17:02
Seine Vermutungen trafen beide zu. Zum einen gelang es den Eingeschlossenen den Wurm in Richtung Oberfläche zu treiben, zum anderen fiel Merdarion trotz der Vermutung das es kurz darauf holprig werden würde aus. Das hintere Bein fand keinen Halt auf dem glitschigen Untergrund und so rutschte der vermeindliche Ork nach hinten weg. Das Schwert wurde dabei aus der Wunde gerissen, den erhofften Halt gab es leider nicht. Mit einem Fluch und einem tiefen Brummen folgte er der Aufforderung der Lykanerin und trieb die Waffe abermals in das Innere des Wurmes.

Eine gefühlte Ewigkeit später kamen sie zum Halten, der Wurm als solcher sowie das Pulsieren seines Inneren erstarben, sie hatten es geschafft. Blieb zu hoffen das sie sich nicht mehr unter der Erde befanden, denn dann hatten sie sich gerade ihr eigenes Grab geschaffen. Ein kurzer Blick verschaffte dem Minenbesitzer Überblick über die Lage, abgesehen vom Muesig waren alle wie er damit beschäftigt gewesen den Wurm zu töten, der Adlige befand sich bei dem rätselhaften Wesen. Merdarion schaufte und sog Luft in seine Lungen, da entdeckte er einen der leuchtenden Steine, nicht größer als ein Kiesel. Aus beruflicher Neugier und weil er ein Andenken an das Erlebte haben wollte glaubte er ihn auf.

"Wir müssen hier raus." Gut das war keine Meisterleistung dies zu erkennen. Die Wände waren glitschig und weich, die Schwerter sollten deutlich besser geeignet sein das sie schneiden konnten als die Axt. Kurz taxierte er die Wände setzte Sein Schwert dann auf Kopfhöhe an und trieb gut die Hälfte der Klinge in die Wand, dann zog er mit aller Kraft nach unten, öffnete somit die Wand des Magens. Schleim und Blut kamen ihm entgegen. "Könnt ihr helfen?" Mit verreinten Kräften wurde aus dem kleinen Schnitt ein Mannsgroße Wunde die beharrlich vergrößert und verbreitert wurde. Schließlich das kleine Wunder, durch den nächsten Schnitt schnien Sonnenlicht zu ihnen herein, blendete Merdarion so das er kurz stoppte. "Gleich geschafft." murmelte er vor sich hin ehe mit letzter Kraft der Durchbruch erfolgte. Nach Luft ringend und über und über mit Schleim, Magensaft und Flüssigleiten von denen er wirklich nicht wissen wollte was es war bedeckt stolperte er hinaus ins Freie. Noch immer erschöpft Packte er die Aussenränder der Öffnung und hielt sie so gut es ging auf, damit der Rest hinaus konnte. Sie mussten ein jämmerlicher Anblick sein, vom Geruch ganz zu schweigen.

Die Sonne brannte auf sie herab noch immer war die Gegend trostlos, karg, tödlich. Der Wald war verschwunden dafür befanden sich zwei Berge die wahrscheinlich Vulkane waren deutlich näher. "Jemand eine Ahnung wo wir sind?" Fragte er um kurz darauf die entwendete Karte auszubreiten. Nachdenklich begutachtete er das Werk, dann wieder die Umgebung. Schwer zu sagen wo genau sie sich befanden. Wenn die beiden Vulkane die selben auf der Karte waren dann wären sie jetztdeutlich südlicher, der Wald begrenzte das Gebiet im norden. Leider ein ziemlich dickes Wenn aber etwas besseres fiel ihm nicht ein. "Hm wir sollten uns weiter in Richtung Südosten halten." Das war eine grobe Richtung mehr nicht aber Flammenfluss sollte später als Orientierungspunkt dienen können.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 15 Februar 2018, 11:32
Martin …“ diese Anrede war ihm irgendwie gar nicht mehr vertraut, sodass er nur verzögert reagierte. „Leben? Ja, ja, schon.“ Gab er kurz angebunden zurück.

Was war das? Nicht die dünnen Finger, die seinen Kopf berührten verwirrten ihn. Es war die Stimme in seinem Kopf, die er nicht kannte. Noch nie war ihm so etwas widerfahren. „Wie kommst Du, wie kommt Dein Stimme da rein ?“ dabei sah er immer noch in diese großen Pupillen und die Stimme war angenehm. „Geht es Dir gut? Wie ist..Dein Name

Lu´aare “ erklang es in seinem Kopf. „Na schön, ich bin eigentlich oder besser: war zuvor gar kein Ork …“ Lu´aare unterbrach ihn und fragte was er denn sonst sei.

Da er mit gedanklichem Sprechen  nicht wirklich gut ist, nahm er den traditionellen Weg und sprach das laut. Dem Wesen war auch diese Art vertraut, wie es schien.

Das ist eine lange Geschichte. Ich bin ein Mensch oder vielmehr war es einmal. Wir wurden durch ein Portal geschleudert und da habe ich nicht nur die Rasse gewechselt…ich bin auch noch zu einer Frau degener…umgeschlagen .“ Damit schien das Wesen vorerst zufrieden zu sein.

Ich muss Dir noch etwas sagen: Ich kann nicht verstehen, wie man ein Volk über ein anderes stellen kann. Ein unmögliches Verhalten. Innerhalb eines Volkes – ja – das ist etwas ganz Anderes und selbstverständlich. Die Stellung von Geburt an ist festgelegt. Diener oder Herr. Es versteht sich von selbst, dass ich Herr bin oder vielmehr war. Ein menschlicher Herr von adeligem Blute - einer der von MUESIGs .“ Es schien nicht, dass er dem Namen schon einmal begegnet war. Und wenn doch, hatte es Lu’arre nicht beeindruckt oder er hatte ein schlechtes Gedächtnis.

Deine Augen…wer solche Augen hat kann nicht schlecht sein. Aber davon sollte meine Hilfe nicht abhängig sein. Es ist keine große Sache. Kannst Du aufstehen ?“ er würde ein wenig Hilfe leisten, wenn er es nicht alleine bewerkstelligen konnte. Das mussten sie, weil ihr Wirtstier - der Wurm - war inzwischen zerhackstückt. „Raus hier, bevor uns die Decke auf den Kopf fällt .“

Draußen hatte sich nicht allzu viel verändert. Allerdings kam es Martina jetzt heißer vor als er es in Erinnerung hatte und sie merkte, dass ihr Mund ausgetrocknet war. „Lu’aare, weißt Du zufällig, wo es hier etwas zu trinken gibt ?“
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 15 Februar 2018, 20:04
„Ich glaube nicht, dass die Herrin erfreut wäre, wenn ihre Gefangene nicht mehr sprechen kann, wenn sie am Ziel ankommt“, gab Phelan mit einem Tonfall zu verstehen, der keinen Widerspruch duldete. „Ihr wird kein Haar gekrümmt und ihr werden schon gar keine Finger gebrochen.“ Gegen den ziemlich unappetitlichen Knebel unternahm der Alpha allerdings nichts. Das unternahm seine Gildenschwester schon selbst und der Lykan sorgte schnell dafür, dass es bei einer Ohrfeige Retribution von Seiten des Orks blieb. „Ihr wird kein Haar gekrümmt“, wiederholte er eindringlich, ehe er das Handgelenk der Grünhaut wieder losließ. „Nun keines mehr als notwendig zumindest. Ich muss zugeben, dass mir ihr Tonfall auch nicht gefällt. Vor allem das, was sie über die Herrin gesagt hat. Aber Du weißt, dass ihre eigene Ohnmacht aus ihr spricht. Die Herrin hat es nicht nötig eine kleine Kriegerin aus dem Hinterhalt anzugreifen. Doch besagter Kriegerin bleiben im Moment nur ihre giftigen Worte…“

Bei der Frage Grishnaks zuckte der schwarze Wolf mit den Schultern. „Wer kennt schon die Pläne der Herrin? Wir sollen eine Gefangene abliefern und dafür einen anderen Gefangen mit uns nehmen. Und wir sollen das so schnell wie möglich tun. Was interessiert uns der Vogel? Wir haben mehr Hyäne da, als wir essen können oder wollen. Und ich habe Huusch da, falls Du das bevorzugst.“ Mit einem Grinsen, als würde es sich um einen Schatz handeln, zog Phelan einen Brocken des unappetitlichen orkischen Trockenfleisches aus seinem Rucksack hervor. „Willst Du was davon?“

Er selbst drückte das Zeug nur hinunter, weil er hungrig war und weil er sich nicht irgendwelche Krankheiten einfangen wollte, indem er das rohe Fleisch der räudigen Aasfresser verschlang. Um den Geschmack wieder loszuwerden holte er im Anschluss einen Schlauch mit verdünntem Wein hervor und auch davon bot er Grishnak etwas an. Es schien ihm sinnvoll den Ork bei Laune zu halten. Er wollte sich nicht plötzlich dazu gezwungen sehen einen Diener des Schwarzen Turmes beiseite zu räumen, wenn es sich vermeiden ließ. Zumal sich dieser in den öden Landen wohl besser zurechtfand, als sie alle zusammen.

Hier war es zu heiß, zu staubig und zu trocken für seinen Geschmack. Und das nicht nur während der größten Mittagshitze, die sie zumindest im Schatten einiger Felsen verbrachten. Phelan war froh, dass er neben seinen eigenen Trinkflaschen auch den Schlauch aus dem Kasernenbestand in seinem Rucksack wusste. Der dichte schwarze Pelz war in dieser Hitze ein Fluch und die ebenso schwarze Lederrüstung machte es nicht besser. Zwischenzeitlich spielte er sogar mit dem Gedanken sich in seine weitgehend haarlose menschliche Gestalt zu flüchten.

Als Serafina dem Söldnerführer Runshak auftrug der Gefangenen zu Trinken zu geben, warf er ihr einen seltsamen Blick zu. Das war zwar an sich eine gute Idee, aber sie folgte nicht der Hierarchie, die sie zuvor festgelegt hatten. Außerdem gefiel ihm ihre Wortwahl nicht. Sie verriet zu viel über ihre Interpretation wer die Herrin sein mochte und Phelan war für sich selbst zu einem anderen Schluss gekommen. Was würde wohl passieren, wenn Grishnak Zweifel daran bekam, dass sie wirklich im Auftrag der Herrin hier waren?

Dann war die schlimmste Hitze vorüber und sie machten sich erneut auf den Weg. Außer ihnen schien es nicht viel Leben hier zu geben. Nur ein paar Dämonen an den Ufern eines Feuerteiches bildeten eine Ausnahme. Und deren Gesellschaft mieden sie geflissentlich. „Ah, nun haben wir unser Ziel vor Augen“, bemerkte Phelan als er am Abend die schemenhaften Umrisse der Feste am Horizont zu erkennen glaubte.

-2 rt. kl. Braten
-2 rt. Bier
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 15 Februar 2018, 20:51
Während der kleine Truppe sich von den toten Hyänen entfernte, landete der Schmutzgeier wieder, als er sie weit genug entfernt wähnte, damit sie ihn nicht einfangen konnten insbesondere dieser neue Ork, der wohl einer vom Schwarzen Turm war. Viel hatten die anderen nicht übrig gelassen von den Hyänen, aber zumindest für den ersten Hunger und einige weite Kreise in der Luft würde es reichen, wobei der Aasfresser weitere Beute ausmachen konnte, so dass es für den Tag ausreichte. Auch wenn sich der Magier lieber nicht fragte, wie dies für ihn in seiner menschlichen Gestalt schmecken würde, weswegen er mehr den Instinkten des Tieres den Vortritt überließ, solange er sich nicht in unmittelbarer Gefahr befand.

Zwischendurch hielt er Ausschau nach Hinweisen auf diesen riesigen Wurm oder die vermissten Gefährten, aber wie befürchtet konnte er nichts entdecken. Blieb zu hoffen, dass die anderen einfach nur zu weit weg dafür waren, auch wenn die Wahrscheinlichkeit auf deren Überleben noch so gering war. Abends konnte man in der Ferne bereits eine Festung entdecken, bei der es sich wohl um die von dieser Halbgöttin namens Pandea handelte. Er hielt allerdings etwas Abstand zu dieser, damit er nicht wieder von Armbrustbolzen durchlöchert werden würde, sondern erkundete eher die nähere Umgebung hinsichtlich Patrouillen oder ähnlicher Schutzmaßnahmen, wobei er den Sichtkontakt zu der Bodentruppe möglichst nicht verlieren wollte.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 16 Februar 2018, 16:39
Ragno gab den Rhythmus vor. Zähe Sache, das merkte Goldauge gleich. Schlug daher Merdarion und Naveen eine Wette vor: Wessen Arme am schnellsten erlahmten war ein Weichei. Er war siegesgewiss, dass er es nicht sein würde.

Mehrmals hob es sie von den Füßen. Der Magensaft brannte in seinem verbliebenen Auge. Schleim heftete sich an jede Körperstelle. Ragno ahnte, dass es am Ende auf ein Element hinaus lief, dem er lieber aus dem Weg ging: Wasser. Wie recht er haben würde ahnte er erst später. Doch anstelle eines Badezubers begehrte Todbringer in ein paar Stunden gänzlich anderes: Wasser mit Hopfen, auch Bier genannt.

Jetzt galt es erst aus dem krepierten Vieh hinaus zu gelangen. Merdarion säbelte eine Tür in die Wurmwand.

"Scharfes Messer hast du da, Langer. Schneidet das Vieh auf wie Butter. Damaszenerstahl?" Goldauge schlug seinem Kumpel auf die Schulter. ""Schneid nicht zu tief, sonst ersaufen wir noch in seinem Saft. Dann lass ich euch mal machen. Mit meiner Axt komme ich hier nicht weiter."

Der Zwerg klopfte dem Elf auf die Schulter, brummte ein respektvolles "Hast einen ordentlichen Schlag drauf, Kumpel"  und nutzte die Auszeit, die Klinge seiner Waffe an den wenigen trockenen Stellen seines Hemds sauber zu wischen. Er ließ den anderen den Vortritt, vor allem dem Orkweib und dem kleinen Wicht, und krabbelte als Letzter hinaus.

"Verdammt, ich fühle mich wie verdaut und wieder ausgespuckt. Ja, schon gut, so sieht ein jeder aus, der aus einem Wurmmagen kriecht."

Draußen angekommen schüttelte Ragno die Hände aus. Mit seinem Bart war leider nichts zu machen. Völlig verklebt. Der Zwerg schnaubte, blinzelte in die Sonne hinauf und sah sich um.

"Glück gehabt. Er hat sich ausgegraben. Fragt sich nur wo. Weiß einer wo wir sind? Schlage vor, wir machen uns zu der Festung auf, zu der uns das Wolfsfräulein führen will. Wenn die anderen ein bisschen Grips in der Birne haben - was man von Anführern erwarten sollte - dann suchen die nicht nach uns, sondern gehen ihren Weg weiter."

Merdarion hatte einen ähnlichen Gedanken, klappte eine Karte auf und studierte sie. Der Zwerg hielt nichts von Karten. Er richtete sich in der Regel nach der Landschaft, der Sonne, Sternen, natürlichen Pfaden. Auf Ragnos Stirn bildeten sich Schweißperlen. Mit dem Unterarm wischte er sich übers Gesicht und verschmierte den trocknenden Schleim.

"Verfluchte Hitze. Ist das eine Felswüste oder was?"

Er kniff das Auge zusammen und spuckte kräftig aus. 
Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 17 Februar 2018, 19:59
Der Amazone war das gefährliche Funkeln in den Augen ihrer Gildenschwester durchaus aufgefallen, als sie sich umgedreht hatte und losgerannt war. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob man den Jagdinstinkt eines Lykaners ebenso leicht ansprechen konnte wie den eines Hundes.

Asarra hörte, wie sich die Werwölfin abdrückte. Mit zusammengebissenen Zähnen wappnete sie sich innerlich für den Aufprall, doch es trieb ihr trotzdem die Luft aus den Lungen. Ein dumpfes Stöhnen kam über ihre Lippen, als sie auf dem heissen, sandig-felsigen Untergrund landete. Die Kriegerin wollte nicht erfahren, wie es sich anfühlte wenn ihre Gildenschwester ernsthaft jemanden anfiel.

Serafina übergab sie Runshak, der sie sehr gründlich fesselte. Für einen Moment kriegte es die Amazone beinahe mit der Angst zu tun, als der Ork das Seil nicht nur um die Oberarme, sondern auch noch um ihren Oberkörper legte und somit eine ziemlich überzeugende Fesselung vollführte. Als er ihr dann auch noch eine Schlinge um den Hals legte, war auch Asarra klar, dass die angenehmen Zeiten als 'Gefanene' definitiv vorüber waren.

Während sie die Behandlung durch ihre eigentlichen Gefährten gerade so ertragen konnte, platzte ihr bei dem unflätigen, stinkenden Ork beinahe der Kragen. Als er ihr den müffelnden Fetzen ins Maul stiess, riss Asarras Geduldsfaden endgültig. Sie biss ordentlich zu, was ihr natürlich eine Ohrfeige einbrachte. Trotzdem grinste sie den Ork unverfroren an, die blauen Augen funkelten trotzig.

Während des Tages versuchte sie mehrmals, den Knebel mit der Zunge aus ihrem Mund zu bekommen. Doch der Fetzen schmeckte so erbärmlich, dass sie bei der leisesten Berührung würgte. Daher behielt sie lieber das wenige an Flüssigkeit bei sich und ertrug den Knebel zähneknirschend. Wenigstens hatte sie während des Marsches die Gelegenheit gehabt, ihre Fesseln zu erproben. Erleichtert hatte Asarra festgestellt, dass Runshak zwar gründlich gewesen, aber der abschliessende Knoten immer noch leicht zu öffnen war. Trotzdem war es anstrengend, so verschnürt zu marschieren. Lange Strähnen ihres pechschwarzen Haares hatten sich aus dem Zopf gelöst und klebten nun an ihrem schweissnassen Gesicht. Nur ihre eiserne Entschlossenheit hielt sie noch auf den Beinen, als sie endlich eine Rast einlegten.

Erschöpft hatte sie sich in eine hockende Stellung niedergelassen, blieb aber so wachsam wie sie nur konnte. Der fremde Ork hatte alles verändert. Es würde schwierig werden, ständig die Rollen zu tauschen und dabei immer darauf acht zu geben, dass Grishnak nichts mitbekam. Darum hatte die Kriegerin beschlossen, von jetzt an tatsächlich eine Gefangene zu sein. Ihre Gedanken waren kurz zu Suffix geschweift, und zu Caìlin. Die beiden begabten Barden schienen jeweils ganz in ihrer jeweiligen Rolle aufzugehen. Etwas anderes würde ihr selbst auch nicht übrig bleiben.

Dementsprechend trotzig funkelten ihren blauen Augen Irator an, auch wenn sie natürlich nicht davon ausging, dass sie irgendetwas zu befürchten hatte. Nachdem er den Knebel entfernt hatte spuckte sie aus, auch wenn kaum etwas dabei herauskam, so ausgedörrt war ihr Mund. Dankbar schluckte sie das Wasser. Bevor Irator sie jedoch erneut knebeln konnte, murrte sie lautstark "Ich hoffe der Wundbrand frisst dir deinen Finger weg" in Richtung Grishnaks.

Natürlich war nur Sekunden später der Knebel wieder in ihrem Mund. Was dann kam, überraschte die Amazone dann aber doch. Wie hypnotisiert starrte sie auf die blutige Klaue, die sich ihrer Stirn näherte. Was hatte Irator vor? Vergebens versuchte sie sich aus dem eisernen Griff der Klaue zu befreien, nicht einmal zurückweichen konnte sie. Er malte irgendetwas auf ihre Stirn. Und dann sprach er Worte, die ihr Innerstes erreichten. Es fühlte sich an, als hätte er die Klaue durch ihren Schädel direkt in ihr Hirn getrieben und rühre fröhlich darin herum. Asarra wand sich und trat halbherzig nach dem weissen Lykaner, der schon längst wieder ausser Reichweite war.



Autor: Darius Datum/Zeit: Samstag 17 Februar 2018, 22:33
Amaroks schnaubte und zeigte dem Ork seine Zähne in einem gefährlichen Lächeln. Ihm war nicht ganz entgangen, was auch Runshak schon zu einigen Gelgenheiten gesagt hatte. Beide nannten Myriel ihre Herrin. Phelan übernahm alles weitere, was diese Gestalt anging und zeigte sich tatsächlich diplomatisch. Sein Respekt gegenüber dem Lykantrophen wuchs ein wenig, besonders wie er es schaffte mit so vielen Wörtern praktisch nichts zu preizugeben.

Asarra indes hatte wenig Freude an der Situation, aber er hatte sich da schon wieder abgewandt und einen der großen Manatränke von seinen Gürtel genommen. Die Verwandlungen und die nekromantischen Zauber hatten seine Reserven völlig erschöpft, sodass es Zeit wurde einen der Tränke zu sich zu nehmen. Der Korken war schnell entfernt und die Flasche ebenfalls schnell geleert, welche er wieder in die Schlaufe zurücksteckte. Er dachte dabei praktisch, vorallem weil es vielleicht eine Gelegenheit geben mochte, in diesen Landen an seltene Zutaten zu kommen... Das Blut von Werwölfen zum Beispiel.

Über den Tag hinweg wurde es immer heißer. Seine eigene Natur machte ihm hier zu schaffen. Hätte es Schnee gehagelt, wäre der Boden unter ihren Pfoten tiefgefroren, hätte Nebel alles verhüllt, all dies wäre ihm Willkommen gewesen. Nur nicht diese endlose trockene Hitze. Als sie endlich Rast machten, war er schwer am Schnaufen und hecheln um wieder etwas von der Wärme loszuwerden und vergeudete auch keine Zeit dabei, sich an seinen eigenen Vorräten zu bedienen. Vorallem trank er von dem Wasser, welches er extra mitgenommen hatte und goss sich auch ein wenig davon über den Kopf. Erst danach ging es ihm langsam wieder besser und er konnte wieder langsam einen klaren Gedanken fassen.

Was ihm besonders auffiel war wieder die Amazone, der es gar nicht gutzugehen schien und das passte ihm nicht. Sie war einen derjenigen, der er überhaupt traute. Von ihrer Seite hatte er wenig zu fürchten, teilte sie doch seine Einstellung gegenüber allem was aus Taros kam. Viel konnte er jedoch nicht für sie tun... außer, ja außer er tat etwas im Rahmen seiner "magischen und religiösen" Pflicht als Schamane des Rudels.

Ein wenig mühsamer als Irator lieb war, bewegte er sich zu der Gefangenene hinüber und ging vor ihr in die Hocke. Eine Pfote packte sie am Kinn und zwang sie dazu den Kopf zu heben und ihn anzusehen. Mit kaltem, fast klinischem Interesse studierte er die Zeichen der Erschöpfung in ihren Zügen und den Ausdruck von gespielten Widerstand und vorsichtigem Vertrauen in ihren Augen. Es war immer wieder interessant zu sehen, wie hart sie wirklich war, da sich selten ihm gegenüber von ihrer kriegerischen Seite zeigte.

Mit der anderen Pfote entfernte er grob den dreckigen Knebel und ließ sie ersteinmal den Dreck ausspucken, auch wenn es so aussah, als wäre ihr Mund dafür zu trocken. Scheinbar gleichgültig nahm er einen seiner bereits geöffneten Wasserschläuche mit der anderen Pfote und hauchte ihn an. Als Lykantroph besaß er kaum etwas von seinem Drachenatem, aber es reichte um das erwärmte Nass zumindest ein wenig zu kühlen. Dann hielt er ihn an ihre Lippen, damit sie trank. Die Pfote zwang sie leicht den Kopf in den Nacken zu legen und das Wasser floss in ihren Mund, langsam damit kein kostbarer Tropfen davon verschwendet wurde. Erst nachdem er sicher war, dass sie einiges an Wasser getrunken hatte, senkte er den Schlauch wieder und ließ auch wieder von ihr ab. Ein wenig von dem verpackten Trockenfleisch wurde ausgepackt und das saubere Tuch mit Wasser getränkt, welches er ihr dann in den Mund stopfte. Sorgfältig verschloss er seinen Wasservorrat danach wieder und steckte ihn weg, bevor er sich plötzlich mit einer Klaue in den eigenen Arm stach. Wolfsklauen waren dabei nicht so effektiv, aber ein wenig Blut trat aus der kleinen Wunde aus.

Wieder hielt er ihr Kinn in einem festen Griff und brachte die nun blutgetränkte Klaue nahe heran, berührte ihre Stirn damit und begann zu zeichnen. Die dunkle Sprache kannte genügend mächtige Runen für eine ganz Bandbreite an äußerst unangenehmen Effekten, doch diese einfache Zeichnung sollte sie nur als Feind kennzeichnen. Vorallem sollte es beeindruckend für den Rest der Gruppe aussehen, von denen wohl keiner eine echte Ahnung von schwarzer Magie hatte. Kritisch betrachtete er sein Werk, dann sah er ihr nocheinmal in die Augen.

"Haglob fok-zak-Shara. Hagblob durbûrz mat-nar." , kam dann grollend aus seinem Rachen, Worte in einer Spreche welche zischend in die Ohren fuhr und bei jedem schmerzte, der sie hörte und nur einen Funken Gutes in sich sich hatte oder bei Verstand war. Seine dunkle Narbe und das verfluchte Auge pulsierten einen Moment lang und kurz ging kalte Bosheit durch seine Augen, die kein Zeichen seiner hellen Seite in sich trugen. Hier war Irator ganz und gar Herr seines Körpers und es würde so bleiben, bis sie Taros wieder verließen.

Dann ließ er ganz von ihr ab, schnaubte und wandte sich ab. Mit wenigen Schritten gesellte er sich wieder zu seinem Rudel und fraß das Stück Trockenfleisch, welches er ausgewickelt hatte...

Nachdem die Sonne, oder das was hierzulande dafür gehalten werden konnte, weitergewandter war, ging es auch für sie weiter. Der staubige, unfruchtbare Boden wirbelte kleine Wolken bei jedem Schritt auf und doch konnte er beinahe schmecken, wie sehr jeder darauf brannte, endlich die Festung Pandeas zu erreichen. Es würde immerhin Abwechslung von dieser endlosen Einöde bieten, die Côr sein Reich nannte. 

-1 gr. Manatrank,
, +25 Mana
Autor: Runshak Datum/Zeit: Sonntag 18 Februar 2018, 18:32
Der unsichtbare Verfolger entpuppte sich als der Ork, der ihnen im Turm begegnet war. Aber seltsamerweise wollte er diesen ihm völlig fremden Abenteurern helfen. Sollte ihm ein bunter Haufen Fremder nicht irgendwie verdächtig vorkommen? Aber scheinbar zählte für ihn nur, dass die Gruppe in der Stube seiner Herrin erschienen war. War seine Herrin etwa auch Herrin Myriel? Wenn ja, reichte Herrin Myriels Arm sogar noch weiter als den Leuten in Dragonia bewusst war. Jedoch gab es keine Möglichkeit herauszufinden, ob dem so war, ohne die Tarnung der Gruppe auffliegen zu lassen. „Wirklich? Vielen Dank, Grishnak.“ antwortete Runshak auf orkisch „Hoffentlich bekommst Du keine Probleme, weil Du unerlaubt Deinen Posten verlassen hast.“

Um die Unterhaltung nicht unnötig umständlich zu gestalten, einigten sich Phelan und Runshak darauf, Runshak das Reden zu überlassen. Der Soldat würde dann für den Lykaner übersetzen. So fanden die beiden Krieger unter anderem heraus, was es mit dem wandernden Hügel auf sich hatte, den Runshak zuvor schon gesehen hatte. Das war eines der in Taros heimischen Raubtiere.

Wie Phelan am inzwischen verlassenen Kampfplatz bemerkte, hatten die übrigen Abenteuer das ebenfalls herausgefunden. Mehrere Mitglieder der Gruppe waren wohl von der Kreatur verschlungen worden – und so wie es aussah hatten es nur Darius und Serafina geschafft. Das überraschte den Kommandanten der Schwarzklaue nicht wirklich. Die beiden hätten wohl kaum zu ihre derzeitigen Ränge in der Kaserne, wenn sie sich so leicht töten ließen. Was die übrigen betraf, so wurmte ihn am meisten, dass es auch Lyressa erwischt hatte. Der Verlust ihres Führers war nicht unproblematisch. Zwar hatten sie mit Grishnak ortskundigen Ersatz, jedoch traute Runshak dieser Grünhaut nicht. Allein die Tatsache, dass der Kerl eine Art Tarnkappe besaß, bedeutete nichts Gutes. Assassinen und Spione benutzten so einen Kram aber doch keine ehrbaren Krieger, wie er selbst einer sein wollte. Aber vorerst würde der orkische Krieger seinen Artgenossen mitkommen lassen. So konnte man den Kerl wenigstens im Auge behalten.

„Das wird der Herrin nicht gefallen... “ kommentierte Runshak Phelans Aufzählung. Er nahm seinen Helm ab und widmete den Mitreisenden einen Augenblick des Schweigens. Es wäre Grishnak sicher komisch vorgekommen, wenn der Krieger den Verlust der eigenen Söldnertruppe einfach abgeschüttelt hätte. Kurz darauf begannen sie der Spur der verbliebenen Mitstreiter zu folgen.

Wenig später hatten sie zu Asarra, Serafina und Darius aufgeschlossen. Dummerweise hatte jemand der Amazone die Fesseln abgenommen – vermutlich um das Ungeheuer zu vertreiben. Das verwunderte Grishnak nicht zu unrecht. Zum Glück bewies die „Gefangene“ eine schnelle Auffassungsgabe und schauspielerisches Talent. Asarra täuschte bei der Gelegenheit auch gleich einen Gefangenenausbruch vor, der auch gleich von Serafina vereitelt wurde.

Runshak nahm die Gefangene entgegen und riss sie zu Boden. Als er sie mit einer Hand und seinem ganzen Körpergewicht am Boden fixiert hielt, streckte er Serafina die Hand fordernd entgegen. „Seil!“ war zunächst das einzige, was er entgegnen wollte. Er band zunächst die Handgelenke der Amazone zusammen, schlang das lange Seilende so um ihren Oberkörper, dass es auch die Oberarme fixierte und führte es schließlich zurück zu den Handgelenken. Den Abschluss bildete der leicht zu öffnende Knoten, den Naveen zuvor gezeigt hatte. Währenddessen antwortete er auf Serafinas Gequassel: „Vorsichtig, Hündin. Weiber sollte man sehen, aber nicht hören. Du hast nur Glück, dass Dein Anführer Dir diese Lektion noch nicht beigebracht hat... So fast fertig...“ Mit einem zweiten Seil knüpfte der Ork eine Schlinge, die sich nicht zuziehen ließ und legte sie Asarra um den Hals. So konnte man sie nun wie ein Tier an der Leine führen. Es wäre verdächtig gewesen, wenn der Fluchtversuch nicht irgendwelche Konsequenzen gehabt hätte.

Grishnak war wohl von Asarras Wortwahl zuvor schwer beleidigt und beschloss, ihr einen Knebel zu verpassen. Das provozierte einen Biss von der Amazone, den der Ork aus Taros mit einer Ohrfeige quittierte. Phelan ging sofort dazwischen um weitere Schläge zu verhindern. „Grishnak, lass das!“ fuhr Runshak den Artgenossen an. „Du kannst doch nicht einfach unsere Ware beschädigen.“

Auf Grishnaks Frage antwortete der orkische Krieger: „Wir stellen die Befehle der Herrin nicht infrage. Ansonsten ist es, wie der Große sagt.“ dabei deutete er mit dem Daumen in Phelans Richtung. „Nur eine Sache kann ich Dir noch sagen: Wir sollen die Ware so abliefern, wie die Herrin sie uns überlassen hat. Unser Abnehmer hat es nicht gerne, wenn sein neues Spielzeug Gebrauchsspuren hat. Zumindest hat mir das einer der anderen Diener gesagt.“

Etwas später trat Serafina an den Ork heran und trug ihm auf, der Gefangenen etwas zu trinken zu geben. „Die sagt schon bescheid, wenn sie durstig ist.“ antwortete er gleichgültig. Ihm war  zwar auch klar, dass die Amazone Wasser brauchte, aber er konnte sich schlecht vor dem Fremden von der Werwölfin herumkommandieren lassen. „He Grishnak, Du hast nicht zufällig noch 'nen Knebel übrig.“ fügte er auf orkisch hinzu, während er mit Blicken in Richtung der Lykanerin deutete. Derweil hatte Darius zum Glück angefangen, sich um Asarra zu kümmern.

Bei Sonnenuntergang reiste die Gruppe schließlich weiter.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 18 Februar 2018, 22:26
Runde 12


Der Wurm war erledigt und Merdarion schaffte es mit etwas Mühe einen Ausgang in die Innereien des Monstrums zu säbeln, so das sie eine Weile später, wenn auch ziemlich beschmutzt, wieder im Freien standen. Lyressa, die hinter Ragno aus dem Wurm kletterte, entdeckte etwas Glitzerndes in dem schmierigen Schleim und hob es auf um es zu betrachten. Dann warf sie es dem Zwergen zu:

Ich denke ihr könnt damit mehr anfangen als ich.

meinte sie nur und hielt zur Erklärung eine ihre Pfoten in die Höhe. Das was in den Händen des Zwergen landete, war ein breiter Silberring auf dem ein Totenschädel prangte. In den Augenhöhlen, die normalerweise hätten leer sein sollen, saßen zwei grüne Edelsteine, die in den Strahlen der untergehenden Sonne funkelten und glitzerten. Das von Myriel aufgezeichnete Mal an Ragnos Arm wurde warm als er den Ring berührte, gerade so, als ob es auf darauf reagieren würde.

Martina half Lu´aare auf und verließ gemeinsam mit dem Wesen als Letzte den Wurm. Es schien froh darüber zu sein und ließ sich stützen. Erneut erklang die angenehme Stimme in Martinas Kopf:

Kein Ork, sondern ein menschlicher von Muesig. Du bist der erste von Muesig, dem ich begegne. Eine interessante Rasse, die ihr Äußeres so verändern kann. Es hätte große Vorteile, wenn ich das auch könnte.

Als Lu´aare registrierte, das Merdarion einen winzig kleinen Leuchtstein aufgehoben hatte, bückte sie sich mühsam um einen der faustgroßen Brocken aufzuheben. Draußen angekommen ließ Lu´aare Martina los und machte einige noch leicht wackelig aussehende Schritte auf Merdarion zu. Dann hob sie die Hand mit den seltsam langen Fingern um ihn anzufassen, doch durch die Rüstung und den Helm konnte sie keine freie Hautstelle erreichen. Irritiert ließ sie die Hand wieder sinken, sah hilfesuchend zu Martina hinüber und hielt Merdarion dann den Stein hin, den sie selbst an sich genommen hatte.

Martina fragte nach Wasser und Lu´aare nickte langsam. Sie kniete sich hin und fasste mit allen fünf Fingerspitzen der rechten Hand auf den Boden. Einen Augenblick verharrte sie so, dann stand sie auf und winkte mit einem langen Finger, das man ihr folgen sollte. Sie führte sie ein paar Minuten Richtung Norden weiter, bevor sie schließlich stehen blieb und  Martina eine Hand entgegen hielt, da sie recht sicher war sie würde sie auf jeden Fall ergreifen. Die andere Hand streckte sie weitaus zögernder in die Richtung der anderen Abenteurer, sie sollten wohl einen Kreis bilden. Als er vollständig war ertönte aus dem Mund von Lu´aare ein schriller Ton, der etwas unangenehm in den Ohren klang, dann hatten sie das Gefühl der Boden unter ihren Füßen nachgab und sie nach unten fielen. Das Ganze passierte viel zu schnell, als das sie hätten reagieren können, und ehe sie sich versahen landeten sie in einer Höhle tief unter den Erdboden, aus der nur ein ovales, recht gleichmäßig aussehendes Loch hinaus führte. Die merkwürdigen Leuchtsteine, die sie zuvor bereits im Wurminneren entdeckt hatten, waren hier ebenfalls vorhanden, und leuchteten die Höhle mit ihrem Schimmern soweit aus, das man so gerade eben alles erkennen konnte. Sie waren zu gleichmäßig und strukturiert an den Wänden verteilt, als das es natürlichen Ursprungs hätte sein können, und gaben den Blick auf etwas frei, was man als kleinen unterirdischen Teich hätte bezeichnen können. Er hatte eine Größe von etwa fünf Schritten Durchmesser und war höchstens einen Meter tief, doch das Wasser darin war klar und kühl und roch nicht nach Schwefel. Lu´aare schöpfte eine handvoll davon und trank es, wie um zu zeigen das es gut wäre, dann winkte sie die anderen zu sich herüber.

~ ~ ~


Grishnak hatte sich mit Phelans Erklärung zufrieden gegeben. Es war nicht ungewöhnlich das man nur einfache Befehle gab und die Oberen sich über die Hintergründe ausschwiegen, daher hinterfragte er das Ganze nicht weiter. Gefangenenaustausch hörte sich einleuchtend an, und auch das die „Ware“ Asarra nicht beschädigt werden sollte, nahm er hin, auch wenn er etwas von keine Garantie brummte. Das Huusch und den verdünnten Wein von Phelan nahm der Ork erfreut an, und während der Lykantroph es nur aus der Not heraus fraß, schien es Grishnak tatsächlich zu schmecken.

Grishnak lange kein Huusch sehen. Tiere mit viel Fleisch wenig in Taros.

was wohl soviel heißen sollte das man selten in den Besitz von soviel Fleisch kam, das man aus den Resten Huusch machen konnte.
Die abendliche Rast fiel etwas länger aus, da man beschloss die Nacht über weiter zu marschieren, denn die Luft kühlte sich merklich ab. Runshaks Kommentar in Richtung Serafina, die von ihm verlangt hatte die Gefangene ordentlich zu versorgen, quittierte Grishnak mit einem derben Lachen. Amarok hingegen nahm Serafinas Worte ernst und versorgte Asarra zumindest mit Wasser, was ihre Lebensgeister soweit zurück brachte eine bissige Bemerkung Richtung Grishnak von sich zu geben. Der Ork schnaubte:

Haben genug getrunken Weib. Stopfen Maul, sonst Grishnak tun.

Interessiert betrachtete er wie Amarok Zeichen auf Asarras Stirn malte und sein Gesicht nahm dabei einen leicht dümmlichen, aber beeindruckten Ausdruck an. Das die Worte in der schwarzen Sprache wohl eher dazu dienten Asarra zu schützen statt ihr etwas anzutun, verstand der Schwarzork offensichtlich nicht.

Einen mächtigen Schamanen habt Ihr da Runshak. Wir sollten aufpassen, das er uns nicht verflucht.

raunte er den anderen Ork zu, nickte in Amaroks Richtung und schüttelte sich, als wollte er die dunklen Worte, die dieser gesprochen hatte, von sich abperlen lassen. 

Bei Sonnenuntergang brach die Gruppe erneut auf. Der Schmutzgeier drehte unterdessen fleißig seine Runden und bemühte sich dabei möglichst unauffällig zu bleiben. Er hatte genug Nahrung für den Tag gefunden, und war zwischendurch immer wieder gelandet um zu fressen. Seine Bemühungen den Wurm zu finden, der ihre Kameraden verschluckt hatte, blieben leider erfolglos, doch am späten Nachmittag hatte auch er die schwarze Feste am Horizont erblickt und hielt darauf zu. Soweit der Geier sehen konnte entdeckte er keine Patrouillien, auch wenn die Mauern der Feste selbst von Wachen besetzt waren. Was er allerdings feststellte, war das mit der untergehenden Sonne das Land zum Leben erwachte. So wie in Aylann mit dem Sonnenaufgang die Vögel anfingen zu zwitschern, so glühten hier viele Augenpaare auf von Wesen, die sich tagsüber in ihren Verstecken aufhielten. Die Geräusche, die in der Stille der Nacht weit zu hören waren, klangen unmenschlich und teilweise so unheimlich, als hätte man sie aus einem Alptraum entrissen. Je dunkler es wurde, desto stärker glühten die Runen auf Runshaks Armschienen in einem strahlenden Blau, so stark, das er sie als Lichtquelle hätte benutzen können, hätte er sie nicht in weiser Voraussicht abgedeckt. Von oben aus der Luft konnte Christian erkennen, das sich seinen Gefährten eine Gruppe von sechs Reitern näherte. Bei genauerer Betrachtung waren dies aber keine gewöhnlichen Soldaten, denn sie ritten auf Hunden, die aus den Höllenpforten selbst empor gestiegen waren. Sie waren schwarz wie die Nacht, besaßen drei Köpfe, und in Schlund und Augen schien ein Feuer zu brennen, das sich nicht mit logischen Argumenten erklären ließ. Die Reiter selbst waren nur als dunkle Schemen in Rüstung zu erkennen, aber hin und wieder züngelte ein ungesund aussehender oranger Schein aus den Stellen hervor, an denen die Plattenteile nicht durchgängig waren. Hin und wieder blieben sie kurz stehen und die Hunde reckten die Nasen in die Luft, wie um eine Fährte aufzunehmen, und einer von ihnen heulte auf. Dann rannten sie weiter auf den Gefangenentrupp zu.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Dienstag 20 Februar 2018, 12:36
Halb war es Zufall halb bemerkte er eine Bewegung aus der Richtung Martins und des geretteten Wesens. Die Stimme des Adligen hatte er im Hintergrund vernommen, doch nicht die des Fremden. Hätte er einmal besser zugehört. Zumindest drehte Merdarion den Kopf von der Karte weg und blickte in das Gesicht mit den großen Augen. Er blinzelte, überrascht davon das merkwürdige Geschöpf vor sich zu sehen. Dann streckte es auch noch seine Hand nach ihm auf, wirkte verwirrt und sah zu der Orkfrau.

"Muesig? Was will es?" Die richtige Frage wäre wohl eher gewesen was ist es und ist es für uns gefährlich. Und die darauf folgende wäre wahrscheinlich: lässt es unsere Tarnung auffliegen. Doch sie hatten sich schon vorher in der Sprache Dragonias unterhalten daher machte das keinen Unterschied mehr. "Kann es auch sprechen?" Die Antwort des Adligen war merkwürdig, verhielt es sich wie mit den Drachen? Erst jetzt fiel ihm der Stein auf den Lu'aare ihm hinhielt. Für sich selbst beschloss der Mienbesitzer das von dem halben Hemd keine direkte Gefahr ausging also kniete er sich zu ihm herab und kramte in seiner Tasche. Hervor kam das kleine Gegenstück ihres Steines. "Weißt du was das ist? Möchtest du es mir zeigen?" Nun vielleicht würde es ja doch noch reden oder Verbindung mit ihm aufnehmen. Seine Kettenhandschuhe waren Schleimbedeckt, kein sonderlich appetitlicher Anblick und der Rest von ihm auch nicht. Das Visier war noch ihm Rucksack, ob das maskierte Gesicht nun dazu diente Vertrauen aufzubauen bleib abzuwarten. Was er jedoch tat war seine Hand vom Handschuh zu befreien und vorsichtig nach dem Stein in der fremden Hand zu greifen. Dabei berührte er auch ihre Haut und plötzlich war da ein Stimme, sehr sanft und angenehm, und gänzlich anders als er es von Darius kannte.

"Das ist Glowen. Der kleine Stein wird nicht reichen um Dir den Weg zu leuchten, Du musst einen größeren nehmen, der kann mehr Licht speichern. Bist Du auch ein von Muesig? "

"Licht speichern? Danke." er versuchte wie beim Drachen die Antwort in seinen Gedanken zu formen. "Nein ich bin kein Von Muesig" Gottbewahre "Nenn mich einfach..." Verdammt...:"Hebog und wer bist du?"

Nach diesem kurzen Kennenlernen bedeutete Lu'aare ihnen ihr/ihm zu folgen. Scheinbar wusste sie wo es Wasser zu finden gab. Merdarion wunderte sich wo in einer trostlosen Gegend wie hier welches zu finden sein könnte. Trotzdem packte er seine Sachen wieder zusammen, zog Visier und Handschuhe an und folgte dem Rest. Für den Moment bildete er die Nachhut, so hatte er Zeit seine Gedanken zu ordnen. Schon jetzt merkte er das der Schleim auf der Rüstung und den Stoffen trocknete, hoffentlich war er dan leichter zu entfernen.

Weit wurden sie nicht geführt, Lu'aare ergriff Muesigs Hand, sicherlich um ihm etwas mitzuteilen, dann hob es die andere. Sollte das jetzt ein Gruppengespräch werden? Mit einem Brummen zog Merdarion also wieder die Kettenhandschuhe aus, steckte sie an den Gürtel und ergirff die andere Hand. Offensichtlich reichte das nicht. "Sie will einen Kreis." sprach er und hielt dem Zwerg seine andere Hand hin. "Ich hoffe mal wir müssen jetzt nicht auch noch tanzen......" Mussten sie nicht, stattdessen wünschte er sich doch etwas von dem Schleim im Ohr zu haben und dann tat sich der Boden auf. Als hätte die Fallgrube in Isua nicht bereits ausgereicht. Merdarion fiel nicht sonderlich gern ins Ungewisse. Sie fanden sich in einer Höhle wieder und das Licht kam ihm bekannt vor. Er gab es auf, das Visier wanderte diesmal endgültig ins Gepäck. "Jemandem was passiert?"  fragte er während er die Umgebung musterte. Mit wenigen Schritten war er an einer Wand untersuchte diese und die Leuchtsteine, offensichtlich eine natürliche Höhle, doch die Leuchten waren nachträglich angebracht worden. Anders der einzige Ausgang, dieser war eindeutig geschaffen worden. "Was meinst du Ragno? Nach Zwergen sieht das nicht aus.."

Derweil war Lu'aare beim kleine See in der Mitte angekommen und zeigte das das Wasser trinkbar war. Also schloss sich auch Merdarion den anderen an, löschte seinen Durst und spielte mit dem Gedanken zumindest teilweise den Dreck abzuwaschen. Letztendlich entschied er sich aber dagegen, passte sicherlich zur Tarnung wenn sie jetzt auch noch stanken. Doch schabte er so gut es ging den Dreck ab. Nach der kurzen Rast blieben ihnen wohl nicht viele Möglichkeiten um weiterzu ziehen. "Wohin führt uns der Weg" fragte er ihren neuen Begleiter.

Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 21 Februar 2018, 20:09
Weit und breit war keine Spur von diesem Wurm zu entdecken. Also war er entweder zu weit weg oder die vermissten Gefährten hatten es nicht geschafft. Mit einem gedanklichen Seufzer konzentrierte sich der verwandelte Magier des Hohenturms auf seine eigentliche Aufgabe, der Aufklärung des Landes, um Gefahren für die Bodentruppe möglichst früh zu entdecken. Doch erst am Abend wurde es interessant, denn da konnte er am Horizont eine gewaltige Festung entdecken. Das war wohl ihr Ziel. So hielt er Ausschau nach Patrouillen, konnte aber keine ausmachen, die Feste selbst war dagegen recht gut bewacht.

Mit der Nacht krochen dann jedoch Wesen aus ihren Löchern, denen man lieber nicht begegnen wollte. So wie deren Augen leuchteten, waren diese meist dämonischen Ursprungs. Und dann entdeckte er gar sechs Reiter, ein jeder davon auf einem riesigen dreiköpfigen Hund befindlich. Und diese hielten direkt auf die Bodentruppe zu. Direkt nach der Realisierung dieser Gefahr machte der Schmutzgeier kehrt und stieß einen recht krächzenden Ton aus, um seine Gefährten zu warnen.

Allerdings war sich der Retter des Drachenauges wirklich unsicher, ob diese mit den Reitern fertig werden würden, sollten diese wirklich angreifen und nicht nur ein kleines Begrüßungspläuschchen halten wollen, weswegen der Schmutzgeier in Sprintweite landete. Schließlich war es soweit, der erste Reiter griff einen seiner Gefährten an. Jedoch schien es dem erfahrenen Drachenritter eher wie ein Abtasten vorzukommen, mit dem die Dämonen schauen wollten, wie stark ihre Gegner waren, um nicht zuviel Energie zu verschwenden. Die Gegenangriffe schienen fast schon durch die Dämonen durchzugehen, während die Hunde selbst deutlich getroffen wurden.

Da er schon halb mit so etwas ähnlichem gerechnet hatte, nahm der ehemalige Statthalter von Nighton seine eigene Gestalt an und fischte danach eine Weihwasserphiole von seinem Gürtel, da Myriel ihn eindringlich vor dem Einsatz des Sonnenlichtes gewarnt hatte. Sonst würde es hier wahrscheinlich gleich nur so vor Dämonen oder anderen Wesen wimmeln. Ein leichtes Murmeln entfleuchte seiner Kehle.


Und ich habe schon befürchtet, dies würde ein Spaziergang werden.

Stattdessen benetzte Christian seine mittlerweile gezogene Dunkelelfenklinge mit dem paladingeweihten Nass, da er mit dieser noch am besten umgehen konnte - zielen bei der Dunkelheit war seiner Einschätzung nach mit seinen Fernkampfkünsten ohnehin kaum machbar - und näherte sich der Szenerie. Die Kapuze seines schwarzen Umhanges war tief ins Gesicht gezogen, um seinen Gefährten in dieser wahrhaft dunklen Stunde nicht gleich erkannt beizustehen, sich mehr an den leuchtenden Stellen der Widersacher orientierend, da richtige Lichtquellen nur für unnötige Aufmerksamkeit sorgen würden...


-1 Weihwasserphiole
+6 AW gegen Dämonen/Untote mit Dunkelelfenschwert für einen Kampf
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 21 Februar 2018, 22:57
„Ich durfte die letzten Jahre in Dragonia jagen. Dort herrschte nie ein Mangel an fetter Beute“, erklärte Phelan seinem neuen orkischen Freund. Mit Huusch schien er genau das richtige Mittel gefunden zu haben, um ihn von der Geflügeljagd abzulenken. Niemand schien es eilig damit zu haben wieder aufzubrechen. Zumindest nicht solange die Sonne noch am Firmament stand und unbarmherzig herniederbrannte. Die Nacht war die Zeit der Wölfe und auch die Orks schienen sich mit dem Gedanken anfreunden zu können, bei Dunkelheit weiterzumarschieren. Die „Gefangene“ wurde gar nicht erst gefragt.

Wenn man Runshak in seiner schweren Rüstung zu ansah, war unschwer zu erahnen warum auch er nachts Strecke machen wollte. Darunter musste sich die Mittagshitze noch mehr gestaut haben, als unter dem dunklen Leder seines eigenen Brustpanzers.

Dem Leitwolf reichte das spärliche Licht der Gestirne. Hindernisse, über die andere hätten stolpern können, umging er einfach in ausreichendem Abstand. So kamen sie gut voran und der Lykan begann beinahe sich in der ungewohnten Umgebung wohlzufühlen, als ihn der warnende Ruf eines Geiers daran erinnerte, wo sie sich befanden. Auch Serafina hatte etwas bemerkt und so war die Gruppe gewappnet, als die sechs Reiter auf sie zukamen.

Als Schemen noch tieferer Dunkelheit hoben sie sich selbst gegen die allgegenwärtige nächtliche Schwärze ab. Und doch schienen sie innerlich in unheiligem Feuer zu glühen, wie sich manchmal durch Spalten in ihren Rüstungen zeigte. Und es waren keine Pferde, auf denen sie saßen. Nein, sie ritten dreiköpfige Höllenhunde.

Instinktiv schob sich Phelan zwischen Asarra und die Fremden. Mehr der Leitwolf, der ein momentan wehrloses Mitglied des Rudels verteidigt – beziehungsweise der Gildenleiter, der sich für seine jüngere Gildenschwester verantwortlich fühlte – als der Gefängniswärter oder Kopfgeldjäger, der nur aufpasste, dass die „Ware“ unbeschädigt blieb. Ein tiefes Grollen entrang sich seiner Kehle und seine Muskeln waren angespannt, als wolle er jeden Augenblick dem Kampf entgegenspringen, um seine Klauen einen Herzschlag früher ins Fleisch der Angreifer zu graben. Doch die Situation zwang ihn dazu nahe bei der Amazone zu bleiben und abzuwarten.

Er geduldete sich, bis zwei Reiter fast bei ihm waren und ihre Klingen gegen ihn erhoben. Dann drehte er sich weg, um das scharfe Metall wirkungslos am gehärteten Leder seiner Rüstung abgleiten zu lassen. Unter einem der Angriffe schien der Harnisch beinahe nachzugeben. Doch noch hielt er und das bot dem Alpha die Gelegenheit, die er brauchte. Mit vollem Körpergewicht warf er sich auf die Gegner und grub jedem von ihnen eine klauenbewehrte Pranke tief in den Leib. Und dann traf den Reiter, dessen Hieb fast die Rüstung durchbrochen hätte, ein weiterer mächtiger Schlag.

„Zu tief“, dämmerte es dem Krieger erst dann. Seine Krallen waren zu tief in die Bäuche seiner Gegner eingedrungen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Vor allem wenn man bedachte, dass sie beide gerüstet waren. Mit einem Fluch zog er sich einen Schritt zurück und kam dicht vor Asarra zum Stehen, während seine Klauen an einer Phiole an seinem Gürtel nestelten. Er trug sie lange mit sich. Christian hatte sie ihm bei einem seiner ersten Abenteuer überlassen. Warum hatte er sie nie zurückgegeben? Vielleicht hatte der Magier ihm damals versichert, das sei nicht notwendig. Jetzt schien ein guter Moment gekommen das geheiligte Wasser einzusetzen. Er hoffte, dass es seine Macht nicht in der Zwischenzeit verloren hatte. Er verstand zu wenig von solchen Dingen, um das abschätzen zu können.

Während sich das Fläschchen noch weigerte, sich von der Schlaufe am Gürtel zu lösen, sah Phelan aus den Augenwinkeln, dass Runshak mit seinen Angriffen auf eines der Reittiere mehr Erfolg hatte. Das war dann wohl der Ersatzplan.

AWs 82, 78 und 84
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 22 Februar 2018, 10:36
Die Nacht war angenehm kühl gegenüber der unbarmherzigen Hitze des Tages. Aponi'Kasas Lebensgeister kehrten zurück. Als Nachtjägerin mochte die Dunkelheit. Aufmerksam trottete die Lykana am Ende der Gruppe und bildete mit Amarok die Nachhut. Dem verwandelten Drachen schien die Hitze noch mehr zuzusetzen als ihr selbst. Bestimmt war die Bezeichnung EISdrache nicht zufällig. Besorgt sah sie immer wieder zu ihm hin. Gern hätte sie ihn gefragt, was er mit Asarra gemacht hatte. Welches Zeichen und welche Sprache er verwendet, ob er einen Schutzzauber gewirkt hatte? Die Neugier brachte die Lykana schier um den Verstand, doch vor Grishnak, der die Allgemeinsprache verstand, durfte sie sich keinen Fehler erlauben. Der tadelnde Blick von Phelan, als sie Runshak "befohlen"  hatte Asarra zu trinken zu geben, hatte ihr zu verstehen gegeben, dass sie vorsichtiger mit ihren Worten umgehen sollte. Am besten, sie sagte gar nichts mehr.

Leider war dies unmöglich. Die Entscheidung, sich vor Grishnak keine Blöße zu geben oder die Gruppe zu schützen, war schnell gefällt. Etwas kam auf sie zu. Schnell und ohne die Richtung zu ändern. Höllenhunde als Reittiere, die ebenso gefährlich erschienen wie ihre Reiter. Über ihnen kreischte der Geier, der sie begleitete. Aponi'Kasas Ohren schnellten in die Höhe. Sie schnüffelte. Doch es wäre gar nicht nötig gewesen Witterung aufzunehmen. Ihr Instinkt warnte sie vor dem inneren Leuchten, das durch die Rüstungen drang.

"DÄMONEN!", bellte sie in Richtung Phelan, nicht wissend, ob diese Kreaturen Côrs den Lykantrophen der Wilden Jagd gefährlich werden würden.

Phelan und Runshak an vorderster Front waren diejenigen, welche die volle Wucht der heranstürmenden Angreifer abfingen. Die Dämonenreiter jagten direkt in die Gruppe hinein. Zwei von ihnen brachen die Formation der Wölfe auf und gelangten bis zur Nachhut. Amarok war derjenige, den es für Aponi'Kasa zu schützen galt. Wieder ließ der weiße Wolf Skelette an unsichtbaren Magiefäden tanzen. Die Knochengestelle zogen die Aufmerksamkeit der beiden Reiter auf sich. Was der Dragoleutnant ermöglichte von hinten anzugreifen und den geifernden Fängen der Höllenhunde fern zu bleiben.

Mit grollendem Knurren warf sich die Nachtjägerin auf die beiden Angreifer. Innerlich mobilisierte sie jene mentalen Kräfte, die ihr Phelan versucht hatte beizubringen und die er Ogerstärke nannte. Im Angesicht der Gefahr, die ihrem Freund Darius drohte, schien es ihr problemlos zu gelingen, denn sie fühlte sich stark und selbstsicher. Ihre Klauen bohrten sich in die Feinde und drangen ebenso schnell  auf der anderen Seite wieder aus.

Dämonen!, schoss es ihr durch den Kopf.  Nicht umsonst hatte sie vorsorglich vor der Reise eingekauft. 

„WEIHWASSER!“, bellte sie durch den Kampflärm und hoffte, dass die Gruppe genügend bei sich hatte.



-5 Mana für 20 Ogerstärke

AW1=47+20+1=68
AW2 = 47+20+5=72



Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 22 Februar 2018, 13:10
Tatsächlich, der Wurm war nicht nur ausgeknockt, er war total hinüber und so konnten sie ihn gefahrlos verlassen. Er war mit Lu´aare der Letzte, der aus dem Bauch des Getiers kroch.
Was sagst Du da? Na Du bist gut, nein, normalerweise kann ich meine Gestalt nicht verändern, was ich allerdings auch sehr schade finde “ er dachte an seine diversen Verkleidungen. Die bräuchte er dann nicht mehr, wenn er sich wie dieser Magier einfach zu etwas anderen…“es war eher ein unglücklicher Zufall und ich hoffe inständig wieder ich zu werden .“ Er liebte zwar die Frauen, aber selbst eine sein, das ging zu weit.

Merdarion war inzwischen auf das Wesen aufmerksam geworden und fragte ihn „was es wolle “ „Dich heiraten …“ probierte es Martin von Muesig mit einem eher untermittelklassenmässigen Scherz. „Ich fürchte Lu’aare ist wohl Opfer einer Rassenunruhe .“ Aber da waren sie schon in Verbindung und tauschten Steine aus oder so. Und erst da erkannte Muesig, dass Lu’aare mit der Haut in Berührung sein musste, deshalb hatte er ihn angefasst.
Die Frage nach Wasser wurde insofern beantwortet, dass sie den Abenteurern bedeutet Ihr – Lu’aare – zu folgen. Und wollte dann einen Kreis bilden. Dazu machte Lu’arre ein eigenartiges Geräusch – wie auf einem Musikantenstadl, da war auch immer schrille, unzumutbare Musik. „Lu’arre wir haben keine Zeit …“ für Folklore wollte er sagen, was er aber nicht mehr ganz vollenden konnte. Die Erde tat sich so plötzlich auf - schon wieder– sie fielen. Nicht tief hinab, aber tief genug um sich in einer Höhle wieder zu finden. Alle untersuchten sich, ob sie noch alle Gliedmaßen hatten, der Kopf noch auf dem Halse saß und sich niemand das Rückgrat gebrochen hatte. Gut, nichts dergleichen.


Nur ein Ausgang – auch das war nicht neu. Und wieder die Leuchtsstein. Mit denen musste es auch eine Bewandtnis haben, ohne dass Herr von Muesig sie durchschaut hätte. Oder sie waren einfach nur das was sie aussahen: leuchtende Steine. Doch eines war sie ganz bestimmt nicht: ein zufällige Laune der Natur. Dazu waren sie zu gleichmäßig und auch stilsicher angebracht. Und da, da war das Wasser. „Lu’anne “, er konnte ihn ja hören…“danke !“ Vielleicht konnte er…er hatte da einen Plan. Selma war sowieso schon alt und klagte über Wasser in den Beinen. Vielleicht konnte er….aber wer weiß, ob der das überhaupt wollte und ob sie von hier jemals wieder nach Hause zurückkehren würden. Davon waren sie nämlich Meilen weit entfernt.
Er trank begierig von dem kühlen Nass. Danach wischte er sich mit dem Ärmel über die Lippen. „Ja, Merdarion hat recht, was machen wir jetzt mit dem angebrochenen….Weg ?“ Um eine Antwort zu erhalten legte Martin von Muesig seine Hand vorsichtig auf den Unterarm von Lu’aere. Man weiß ja nie, wie zerbrechlich so ein Wesen ist. Vielleicht konnten sie auch nopch etwas Wasser mitnehmen. Schaden konnte das bestimmt nicht.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Donnerstag 22 Februar 2018, 15:40
Ich denke ihr könnt damit mehr anfangen als ich, sprach die Rotbraune ihn an. Ragno zuckte mit den Schultern. Geschickt fing er auf was sie ihm zuwarf. Ein breiter Silberring. Mit Kennerblick drehte der Zwerg das Schmuckstück vor dem verbliebenen Auge hin und her, betrachtete es im Detail von allen Seiten. Keine Zwergenarbeit, das sah man gleich. Smaragde in den Augenhöhlen, sauber geschliffen. Ragno schniefte und spuckte noch einmal aus.

"Danke",  grummelte er hinter der Lykantrophin her. Prüfend schob er den Ring auf den rechten Ringfinger. Zu eng. Auf dem kleinen Finger der linken Hand passte er. Die Edelsteine glitzerten in der Abendsonne. Auf das Anlegen des Silbers reagierte das Hennasymbol, wurde warm und kribblig. Ragno fluchte innerlich. Verdammte Hexe. Was hatte sie ihm da auf den Arm gemalt? Welch Dämonenwerk bohrte sich unablässig in sein Gemüt. Ein letztes Mal spuckte der Zwerg kräftig aus, dann wurde ihm der Mund trocken. Missgelaunt folgte er den Gefährten, die sich zum Kreis versammelten.

"Was soll das werden?",  brummte er unlustig. "Ein Kinderreigen? Habt Ihr keine anderen Sorgen?"

Verdammte Langbeiner. Er griff sich die Flosse von Kumpel Merdarion und lästerte unflätig. Dem Winzling mit den schwarzen Augen schien der Tonfall nicht zu gefallen, denn er schrillte los dass es einem das Trommelfell zerfetzte.

"Was beim stinkenden Arsch eines..." Der Fluch wurde in der Kehle erstickt, denn es ging abwärts. Die Hölle tat sich unter ihnen auf. Genauer gesagt, eine Höhle, die alles andere als natürlich aussah. Das bemerkte sein Kennerblick sofort. Schon wieder auf dem Allerwertesten sitzend kratzte sich Goldauge am Kinn und strich den Bart glatt. Heute war der Tags des A.... So fühlte er sich auch: Am A...

"Hätte ich das gewusst, hätte ich mir ein Kissen mitgenommen. Verflucht noch eins, der nächste, der mich auf den Arsch setzt bekommt die Axt übergezogen. Verdammich eins, Blitz und Donner soll dieses Land treffen."

Mit der Linken samt Totenschädel rieb sich Ragno das Hinterteil, gesellte sich zum Minenbesitzer und bedachte die Wände mit seiner Aufmerksamkeit. "Zumindest keine Zwerge die ich kenne. Den Baustil der Dunkelzwerge kenne ich nicht, Kumpel. Würde aber nicht darauf tippen. Zu ungeschliffen. Siehst du diese Unebenheit. Gibt's nicht bei einem Zwerg. Bei einem Zwerg ist das glatt wie ein Kinderpopo. Auch fehlen die Ornamente. Sieh dir mal den Stein an. Keine Einschlüsse, keine Adern."

Nach Zwergenart strich Ragno über den Fels und leckte sich den Zeigefinger, als prüfe er das Material auf seine Inhaltsstoffe.

Das Wasser ließ er andere vorkosten. Er nahm ein paar Hände voll und beschloss sich nächstens eine Trinkflasche zu besorgen. Entgegen seiner Abneigung wusch sich der Zwerg den Schleim von Gesicht und Bart. Die Zöpfe würde er neu flechten müssen. Vollkommen verklebt. Ragno murrte.

Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen….Weg ?, fragte sie Orkfrau. Ragno hämmerte dem Weibsbild kumpelhaft auf die Schulter.

"Na, was wohl, Gnädigste? Wir schauen wohin er führt. Ist nur ein Tunnel. Oder wolltest du wieder da hoch klettern? Ohne mich."

Sein Zeigefinger wies nach oben ohne den Blick zu heben. Das heile Auge war auf das dunkle Viereck im Fels gerichtet. Goldauge schob den Gürtel zurecht und marschierte drauflos. Er war ein Zwerg. Zwerge fühlten sich wohl untertage. Tunnel, da fühlte er sich gleich wie zuhause.



Autor: Darius Datum/Zeit: Donnerstag 22 Februar 2018, 17:07
Die Hitze des Tages in der Aschewüste wich irgendwann wieder der kühlen Nachtluft. Im Gegensatz zu Sand hielt die Asche die Wärme jedoch ein wenig länger, sodass Amarok nichts blieb als sich weiter voranzuschleppen, bis es ausreichend kühl wurde um sich wieder wohlfühlen zu können. Die ganze Zeit über konnte er an wenig mehr Denken, als die Umgebung so gut es ging im Auge zu behalten und sich von dem Wasser in den Schläuchen abzulenken, welches er zu gerne getrunken hätte. Wer hätte gedacht, dass ihm die Umgebung in Taros viel eher den Garausmachen würde, als jede andere Monstrosität? Jedenfalls verbesserte es nicht seine Stimmung und über die Gefährten machte er sich kaum gedanken, während er sich weiter vorwärts zwang... und sich schwor nach dieser Tortur mehr Kontakt zu seiner inneren Flamme zu suchen, wie Sirnartak Krarkgorol ihm geraten hatte.

Gerade war sein Blick fest auf Asarras Rücken gerichtet, welche gefesselt vor ihm lief, als Ponika laut ihre Warnung herausrief. Plötzlich hellwach sah er sich um und sah dunkle Gestalten auf sie zukommen. Berittene, so schnell wie sie sich bewegten, obwohl Dämonen auch so ziemlich schnell sein konnten. Entschlossen hob er seine Arme und begann den Zauber, um weitere Untote zu beschwören. Immerhin bot Taros genug Material für diese Magie.

Wie zuvor brachen die Überreste eines Wesens aus dem Boden, diesmal ein Ork, den er zwischen sich, Asarra und den Reitern positionierte. Voller Hast versuchte er weitere Untote zu erschaffen, doch er brauchte Zeit für diesen Zauber und schaffte es nicht weitere vollständige Skelette aus dem Boden zu beschwören, bevor die finsteren Gestalten mitten unter ihnen waren...

-15 Mana für 2*Nekromantie auf Normal / 1 mal gescheitert

Skelett: 10 Schutz 30 Lebenspunkte 10 Stärke
Autor: Runshak Datum/Zeit: Sonntag 25 Februar 2018, 00:39
Als Darius Asarra etwas zu trinken gab, führte er hinterher irgendeine Art Ritus mit ihr durch. Runshak konnte sich nicht wirklich einen Reim daraus machen. Vielleicht hatte Herrin Myriel ihm das beigebracht. Grishnak zeigte sich jedenfalls beeindruckt und bemerkte, was für ein mächtiger Schamane der „Lykaner“ doch war. „Der verflucht uns schon nicht.“  antwortete der Soldat aus Nuru „Auf dieser Mission steht auch er im Dienste Herrin – und ein guter Schamane erkennt schnell, wem man sich besser nicht in den Weg stellt.“

Während der abendlichen Wanderung fiel Runshak auf, dass die Runen seiner Handschuhe immer stärker reagierten, je länger die Schatten in ihrer Umgebung wurden. Gut dass er sie vorsorglich mit Stoff umwickelt hatte. Ansonsten hätte das Leuchten wohl schon alles und jeden im Ödland von ihrer Anwesenheit in Kenntnis gesetzt. Schließlich zeigte sich der Grund für die Reaktion. Berittene Dämonen griffen die Gruppe an. Zwei dieser Wesen hielten auf Runshak zu. Allerdings war es für ein Mitglied der Waffenmeistergilde ein leichtes, die Bewegungen der Angreifer zu durchschauen und eine Gelegenheit zum Gegenangriff zu finden.

2x AW 42 auf den Höllenhund (doppelter Schaden)

Als er dem zweiten Angreifer auswich, bot sich eine solche Chance. Je ein Schwerthieb traf das Vorderbein und das Hinterbein auf der Seite, auf der Runshak unter der Attacke hindurch tauchte. Die Treffer brachten das Reittier zum straucheln und zwangen den Reiter zum Absprung. Zwar standen dem orkischen Krieger nun zwei Ziele gegenüber, jedoch wusste er jetzt, dass seine Angriffe Wirkung zeigen würden.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 25 Februar 2018, 08:40
Asarra war beinahe froh, als sie sich endlich wieder in Bewegung setzen konnte. Sie war zwar immer noch erschöpft und ihre Muskeln fühlten sich verkrampft an, doch ein Marsch würde sie besser lockern als herumsitzen. Noch dazu in Fesseln, die sie in eine mühsame Position zwangen. Also lief sie stur ihren Gefährten und Grishnak hinterher, während sie auf die Schritte von Irator und Serafina hinter sich lauschte. Da sie selbst von jeglicher Verantwortung und Aufgabe entbunden war, hatte die Kriegerin mehr als genug Zeit ihre Umgebung und die Abenteurer genau zu beobachten.

Der Schmutzgeier zog noch immer weit über ihnen seine Kreise, doch diese waren gross und er näherte sich ihnen nie weiter, als dass sie ihn knapp hätte erkennen können. Die Schwarzhaarige bezweifelte, das Grishnak ihn überhaupt bemerken würde. Christian machte seine Sache gut. Auch Phelan und Runshak gingen in ihren Rollen auf, die Grünhaut schien sich gut mit dem Schwarzork zu verstehen. Als es dunkler wurde, bemerkte sie wie der Hauptmann aus Nuru hie und da seine mit Lumpen umwickelten Armschienen betrachtete. Sie konnte sich daran erinnern, ihn vor dem Aufbruch dabei beobachtet zu haben, wie er seine Rüstung so präparierte. Warum er das tat wusste sie allerdings nicht mehr.

Hinter ihr liefen die beiden so ungleichen Lykaner. Serafinas Tritte waren kaum zu hören, im Gegensatz zu Irators Schritten. Doch der war ja auch eigentlich ein Drache. Noch immer schauderte Asarra, wenn sie an das Zeichen auf ihrer Stirn dachte. Einen Moment lang hatte sie der weisse Lykaner so kalt angestarrt, dass sie tatsächlich nicht mehr sicher war, auf welcher Seite er stand.

Ihre Überlegungen wurden jäh unterbrochen. Serafinas Gebell löste eine Kaskade von Ereignissen aus. Asarra spähte angestrengt in die Dunkelheit und konnte schemenhaft erkennen, wovor die Späherin die Truppe gewarnt hatte. Sechs alptraumhafte Reiter auf noch hässlicheren Viechern ritten ihnen entgegen. Sofort kam Bewegung in den Trupp. Phelan und Runshak übernahmen die erste Wucht des Angriffs, Irator beschwor wieder ein Skelett, Serafina grif die so abgelenkten Dämonen an. Und alle positionierten sich so, dass sie Asarra von den Gegnern abschirmten. Sie hätte schreien mögen. Sich die Fesseln vom Leib reissen und mit blossen Händen auf die Ungetüme losstürmen. Die blöden Köter erwürgen. Alles war besser, als unbeteiligt in der hintersten Reihe zu stehen und nur hoffen zu können, dass ihre Gefährten selbst mit der Gefahr fertig wurden.

Asarra ballte die Hände so fest zu Fäusten, das sich ihre Fingernägel in die schwieligen Handflächen bohrten. Der Schmerz brachte ihren Verstand zurück. Obwohl unbewaffnet und immer noch gefesselt, ging sie leicht in die Knie und beobachtete das Geschehen mit Argusaugen, immer darauf gefasst notfalls eingreifen zu können.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Montag 26 Februar 2018, 13:33
Runde 11


"Wenn ihr diese Wette verlieren wollt, nur zu, Todbringer!" grummelte Naveen dem Zwergen entgegen und hieb im eintönigen Rhythmus mit. Und jeder Schlag schien etwas zu bewirken.
Zunächst wurde der Stand schwieriger zu halten. Das Wurmvieh raste hinauf. Aber genau jene Tatsache schien ihn und seine Mitstreiter zu beflügeln, das Tier weiter zu quälen.
Und Ragno sollte mit seiner Wette kein Glück haben - keiner von ihnen gab auf. Es war der Wurm, der das Zeitliche segnete und plötzlich jegliche Bewegung einstellte. Ein letzter Ruck und es herrschte Ruhe im Magen des Kriechtieres.

Naveen atmete auf. Jetzt hieß es Daumendrücken, dass das Tier zum Ableben tatsächlich an die Oberfläche getürmt war.
Merdarions Schwert schnitt scharf die Magenwand (und was auch sonst so dahinterlag) des Wurmes auf und tatsächlich musste Naveen ob des plötzlichen Lichtes die Augen zukneifen. Sie hatten es geschafft!
Der Schneider warf die Spitzhacke fort und machte sich dran, den Wurmling zu verlassen, als sein Fuß gegen etwas stieß. Ein Holzkistchen.. nicht so riesig wie eine sagenumworbene Schatzkiste, aber doch groß genug um ein gutes Paar Schuhe zu verpacken. Oder einen Hut, einen kleinen Ballen Stoff. Oder zwei Flaschen Wein. Naveen schüttelte den Kopf.
Er kroch gerade in Taros aus dem Inneren eines Wurmes, aber die Schneiderei (und der Alkohol) waren so sehr in seinen Gedanken verankert, dass er nur in solcherlei Maßstäben messen konnte.

Er nahm das Holzkistchen erst einmal mit und trat nass, kleberig und müffelnd unter die Nachmittagssonne von Taros.

Runde 12


Martina hatte wenig dazu beigetragen, den Wurm ums Eck zu bringen. Naveen hatte allerdings auch nichts anderes erwartet.
Das er/sie in der Zwischenzeit aber auch nicht ganz untätig gewesen war, bemerkte der Schneider erst jetzt. Skeptisch sah er das Wesen an, mit dem sich die verwandelte Orkfrau unterhielt. Das Wesen selbst blieb stumm.
Es dauerte einige Augenblicke, bis Naveen der Grund einfiel. Gedankensprache. Es schüttelte ihn. Er konnte es schon nicht ausstehen, wenn die Drachen in fremden Gedanken rumwirbeln wollten. Da würde er ganz sicherlich nicht dieses fremde, kleine Etwas in seine Gedankenwelt lassen. Was, wenn es Dinge erfuhr, die es nicht erfahren durfte? Was, wenn dieser Kontakt die ganze Mission gefährdete?
Einem Übel gerade entkommen, wäre etwas mehr  Misstrauen vielleicht angebracht...

... dachte er. Aber der Rest schien nicht unbedingt die gleichen Gedanken zu hegen.
Im Gegenteil. Wie das kleine Ding geheißen, packten sich plötzlich alle an die Hände. Die Hitze, der Wurmmagensaft, die Todesangst - hatte sich das auf ihren Verstand ausgewirkt?

Doch es blieb Naveen nicht viel anderes übrig, als sich ebenfalls in diesen Reigen einzugliedern. Lu´aare begann zu kreischen und plötzlich fielen sie alle in die Tiefe.
Hatten sie nicht gerade noch versucht, aus der Tiefe zu entkommen? Naveen landete hart und staunte noch viel mehr, als das Wesen Lu´aare es irgendwie geschafft hatte, sie zu einem Wasserloch zu bringen. War die Skepsis doch nicht angebracht?

Der Schneider wartete nicht lange und kniete sich an das Wasserbecken. Er schöpfte Wasser in seine Hände und trank.
Grob - und mit zwei Schritten Abstand zum Loch um das Wasser nicht zu verunreinigen - reinigte er anschließend Gesicht und versuchte den größten Mief aus seinen Haaren zu bekommen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 26 Februar 2018, 19:31
Runde 13


In der Höhle tranken die Gefährten von dem Wasser und versuchten zumindest den gröbsten Deck loszuwerden. Auch Lu´aare wusch sich Gesicht und Arme, wobei sie darauf achtete das Becken mit dem Wasser nicht zu verschmutzen. Schließlich fragten Merdarion und Martina nach dem Weg, während Ragno sich einfach in Bewegung setzte. Im Prinzip hatte der Zwerg Recht, es gab ohnehin nur die eine Richtung, in die sie gehen konnten, doch Lu´aare beantwortete die Fragen dennoch:

Der Weg führt zu den Anderen.

lautete die etwas kryptische Antwort. Als Lyressa das hörte, entwich ihr ein leises Grollen.

Was immer das auch heißen mag. Kann das Ding uns nicht genauer sagen wo wir sind? Und wie wir zur schwarzen Feste kommen?

Trotz ihres Missmutes schien die Lykantrophin Abstand zu Lu´aare zu bewahren und vermied den Körperkontakt auffällig. Sie stapfte lieber hinter Ragno her und murrte:

Das gefällt mir nicht. Uns könnte jederzeit die Decke auf den Kopf fallen. Und was ist wenn hier noch so ein Wurm rumschwirrt?

Doch alles Meckern half nicht. Sie folgten dem Tunnel, der wie schon die Höhle zuvor mit Hilfe des Glowen notdürftig ausgeleuchtet war. Im Gegensatz zu Martina, Merdarion, Sâmul und Naveen  bewegten sich Lu´aare, Lyressa und Ragno mit traumwandlerischer Sicherheit in dem dämmrigen Licht. Sie schienen jede Unebenheit und jeden Stein deutlich zu sehen und stießen sich auch nicht den Kopf, als sie zu einem Durchgang kamen, der nur etwa einen Meter hoch war und durch den sie krabbeln mussten. Dahinter lag etwas, das man wohl als Kreuzung bezeichnen konnte, denn an dieser Stelle öffneten sich an verschiedenen Stellen mannshohe Durchgänge zu unterirdischen Gängen. Einer von ihnen wies eine Steigung auf, die anderen schienen gerade zu verlaufen. Lu´aare, die zu Martina scheinbar das größte Vertrauen entwickelt hatte da sie so vorsichtig mit ihr umging, legte der Orkin die Hand auf den Arm.

Der, den Du Merdarion nennst, hat vorhin eine Karte gezeigt. Wenn er mir sie gibt kann ich Euch zeigen, wo die Tunnel hinführen. Dieser dort, der nach oben führt, ist ein Ausgang.

Erwartungsvoll richteten sich die großen schwarzen Augen auf Merdarion. Sollte er dazu bereit sein, würde das seltsame Wesen mit seinem Finger darüber fahren und ihnen grob erklären wo unter Taros die Tunnel entlang liefen.

Dort, in den Minen, verborgen vor den Augen der Oberweltler, liegt die Stadt meines Volkes. Das ist der Weg, den ich nehmen werde. Ich muss Ihnen helfen weiter Glowen für die Orks und Drow abzubauen.

Lu´aare griff an ihren Hals und nahm eine Kette ab, die sie in Martinas Hand gleiten ließ. Sie war nur schmal, aber aus Silber gefertigt, und ihr Anhänger sah aus wie eine winzige elfenbeinfarbene Phiole, die von innen heraus leuchtete.

Dieses Land ist gefährlich Von Muesig. Vielleicht vermag dies Dich in der Stunde der Not zu beschützen.

~ ~ ~


Die Reiter waren schneller heran, als ihnen lieb war. Phelan und Runshak schafften es gerade noch so sich in die vorderen Positionen zu schieben, um die ersten Angriffe abzufangen, da preschten die riesigen Höllenhunde auch schon an ihnen vorbei und ihre Reiter schwangen die Schwerter als ob es Sensen wären. Viel Schaden richteten sie so nicht an, aber es sah auch nicht so aus als ob das ihr Hauptziel gewesen wäre. Vielmehr taxierten sie ihre Gegner und versuchten ihre Schnelligkeit und Stärke einzuschätzen. Rushak gelang es einen der Hunde zu Fall zu bringen, Doch Phelans Angriffe verpufften ebenso wie die von Serafina im Nichts, als seine Klauen einfach durch die Reiter hindurch glitten, als seien sie nur ein böser Spuk. Amarok erschuf mit einem Zauber ein Skelett – gerade noch rechtzeitig um es den hinteren beiden Angreifern entgegen zu schicken. Sie holten es mit zwei gleichzeitigen Schlägen von den Beinen und ließen die Hunde einen Bogen laufen, um erneut angreifen zu können. Grishnak stieß einen orkischen Fluch aus, der sich gewaschen hatte.

Seelensauger. Kann töten wenn... wenn...

dem Ork schienen die passenden Worte zu fehlen um Serafina und Amarok zu erklären was er meinte, und sein orkischer Kumpan Runshak war schon zu sehr in den Kampf verstrickt, als das er hätte übersetzen können, denn er stand einem dreiköpfigem Hund gegenüber, der knurrend nach ihm schnappte, und seinem Reiter, der keinerlei Geräusch von sich gab, und ohne große Anstrengung seine Waffe hob um die Grünhaut anzugreifen. Kurzerhand griff Grishnak Asarra an der Schulter und stieß sie so fest in Richtung eines Reiters, das die Gefangene stolpern und zu Boden fallen musste. Dieser hielt an, bevor der Hund sie überrannte, und das Monstrum setzte der Amazone eine Pfote auf die Brust. Geifer tropfte von den Mäulern, der unangenehm heiß auf ihren Brustkorb tropfte. Dann öffnete sich das Visier des Helm, und was dahinter zu sehen war, war nichts als finsterste Schwärze. Sie nahm Asarras Blick gefangen, zog ihre Gedanken irgendwie in sich hinein, dämpfte ihre Gedanken während sich ein stechender Schmerz in ihren Schädel bohrte.

JEEETZT !

Grishnaks Schrei drang nur schwach in Asarras Bewusstsein ein, doch auch wenn die Amazone es nicht wahrnahm hatte der Schwarzork seine Axt gezogen und sprang auf den Rücken des Höllenhundes, der still wie eine Statue verharrte. Binnen eines Wimpernschlags hatte er ausgeholt und köpfte den Reiter, dessen Helm samt Inhalt zu Boden fiel und sich in einer Rauchwolke auflöste. Jetzt erst bäumte sich der Hund auf, Grishnak fiel zu Boden, und der Hund sprang auf Amarok zu, während der andere Reiter heran geprescht kam und Serafina angriff. Tief schlug die Klinge, als er versuchte die Lykantrophin an der Flanke zu treffen um sie zu Fall zu bringen.
Auch Phelan sah sich einem Reiter gegenüber, der auf ihn zugeritten kam. Ohne Kampfschrei, ohne irgendeine Art von Regung, lediglich die Pfoten des riesigen Hundes stampften auf dem Boden. Und dann war er heran, schlug zu und versuchte die Pranken zu erwischen.
Einer letzten beiden Hunde hatte einen der drei Köpfe in die Luft gereckt und schnupperte, witterte das sich ihnen noch jemand näherte. Als könne sein Reiter seine Gedanken lesen lenkte er das Tier in Christians Richtung und rammte ihm die Fersen in die Seiten um es anzutreiben. Die dunkle Klinge sauste auf den Hohentürmler nieder, während der Reiter an ihm vorbei donnerte.
Ein letzter Gegner war noch übrig, doch dieser schien sich nicht in das Schlachtgetümmel stürzen zu wollen, sondern hielt auf Asarra zu, um die noch am Boden liegende Amazone zu attackieren.


Ragno erhält einen Ring mit + 1 Stärke
HvM erhält eine silberne Kette mit einem elfenbeinfarbenen Phiolenanhänger, der von innen heraus leuchtet, gibt + 1 Mut
 Taros.gif
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 26 Februar 2018, 23:28
Kaum war die erste Angriffswelle vorüber, machten die Dämonen einen Bogen, um abermals anzugreifen. Deshalb fehlte es Phelan an Zeit, um sich anzuhören, wie sich diese Seelensauger töten ließen. Zumal Grishnak unter Wortfindungsschwierigkeiten zu leiden schien. Ganz auf die Klinge seines Gegners konzentriert, bemerkte er zu spät, dass es der Ork stattdessen mit einer Demonstration versuchte. Nun war es der Leitwolf, der auf wüste Flüche zurückgriff. Allerdings in seiner eigenen Muttersprache.

Und in diesem Moment traf ihn der Schwertstreich des Reiters deutlich härter, als die Angriffe während der ersten Welle. Hart genug, um durch gekochtes Leder zu dringen und schwarzes Fell zu durchtrennen, bis eine Rippe dem Stahl Einhalt gebot. Mit zusammengepressten Zähnen gelang es dem Lykantrophen endlich die Phiole in die Klauen zu bekommen und zwischen seinen mächtigen Pranken zu zerquetschen, ohne dem splitternden geschliffenen Glas oder der Hitze, die er plötzlich auf seiner Stirn zu spüren glaubte, Beachtung zu schenken. Denn schon sauste die Klinger erneut auf ihn nieder.

Doch diesmal war Phelan besser vorbereitet und die langen Stunden, währen derer er seine Defensive trainiert hatte, zahlten sich aus. Es gelang ihm auszuweichen und er nutzte die Gelegenheit für seinen Gegenschlag. Mit knochenzermalmender Wucht traf seine klauenbewehrte Hand auf den Dämon, der plötzlich an Substanz gewonnen zu haben schien. Gar nicht so übel, dieses Weihwasser.

Doch es blieb keine Zeit sich zu freuen oder sicherzustellen, dass der Gegner auch tatsächlich ausgeschaltet war. Nicht einmal um das kaum minder gefährliche Reittier kümmerte er sich. Denn er hatte nicht vergessen, in was für eine heikle Lage Grishnak seine Gildenschwester gebracht hatte. Später würde er noch ein Hühnchen mit ihm rupfen müssen. Jetzt aber sprang er Asarra zur Seite und stellte fest, dass die Grünhaut immerhin genug Verantwortungsbewusstsein besessen hatte, einen der Dämonen, der der Amazone ansonsten gefährlich geworden wäre, zu enthaupten. Doch schon war der nächste heran und ihn traf der Zorn des Wolfmannes kaum weniger heftig, als seinen Gefährten, der so ungehemmt auf Phelan eingehackt hatte.

-1 Weihwasser
-9 Leben (58/69 LP)
AWs 91 und 89
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 28 Februar 2018, 10:01
Kraftvolle Schläge, die ins Leere gingen. Aponi'Kasa ärgerte sich über sich selbst, dass sie nicht sofort daran gedacht hatte. Für Dämonen galten andere Gesetzmäßigkeiten. Während sich die beiden Reiter auf das Skelett konzentrierten fischte sie mit den spitzen Klauen eine Weihwasserphiole aus einem ihrer Beutel. Sie zu entkorken war nicht die Zeit, also zerquetschte sie das dünnwandige Fläschchen zwischen den Pfoten, benetzte die Klauen mit dem Inhalt und schüttelte die Splitter ab.

In einem Bogen kehrte einer der Reiter zu ihr zurück. Der andere hatte sich auf Asarra gestürzt. Dies gab Grishnak die Möglichkeit den Dämon zu enthaupten. Benutzte der Schwarzork eine spezielle Waffe? Unter seinem Schlag flog der Schädel davon. Für Überlegungen blieb keine Zeit. Dann war der zweite Reiter heran und hieb nach ihr. Tief schlug die Klinge, als der Dämon versuchte die Lykantrophin an der Flanke zu treffen um sie zu Fall zu bringen. Zu lange hatte sich Aponi'Kasa auf das Vorgehen rund um Asarra konzentriert und wich zu spät zurück. All das Training in der Kaserne hatte die Dragoleutnant nicht auf einen Kampf wie diesen vorbereiten können. Man lernte aus der Erfahrung, oder man lernte nie wieder etwas. Andere Möglichkeiten gab es nicht.

Der Rausch, der einen Körper im Kampf erst leistungsfähig macht, verhinderte, dass Aponi'Kasa unter dem wütenden Schmerz den Schweif einzog und sich winselnd davon machte. Sie nahm den harten Schlag gegen ihren Oberschenkel wahr, aber sie fühlte nichts. Die anspannten Muskeln taten noch ihren Dienst. Sie hechtete geradezu auf den Dämon zu, vorbei an der langen blutigen Klinge, vorbei an den geifernden Zähnen des Höllenhunds, und hieb mit wildem Knurren die Klauen in den dämonischen Leib. Und diesmal traf sie auf Widerstand. Die spitzen scharfen Krallen drangen in Fleisch ein und rissen Fetzen heraus.


-15 LP
-1 Weihwasser

AW1 74
AW2 75
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 01 März 2018, 13:51
"Nun ich würde auf die Wesen wir jenes dort tippen." Merdarion deutete nach hinten als Ragno über die Erbauer des Tunnels sinnierte. Sie scheinen gut für ein Leben hier unten angepasst. Viel mehr gab der Stollen aber auch nicht her also ging er wieder zum Wasser und den andern zurück. Nach und nach waren sie also wieder versammelt. Der Bitte von Muesig, der offenkundig der neue Übersetzter von Lu'aare war, kam Merdarion nach und breitete die Karte auf dem Untergrund aus. Sehr sorgsam folgte er mit den Augen den Wegen die das Wesen ihnen aufwies.

"Wohin führen die einzelnen Gänge?" Eines war nach Lu'aares Erklärung klar, diese Tunnel verband alle wichtigen Orte des Landes und es gab sogar einen Ausgang in Richtung Norden. Wenn alle Stricke rissen würden sie sich dort den Weg zurück nach Hause freikämpfen müssen. "Und dort liegt die schwarze Festung?" Dann erzählte das Wesen von einem Dämon. Mit einem leisen Fluch spuckte Merdarion aus. Bisher hatte er nur einem richtigen Dämon gegenübergestanden. Das war Jahre her und er erinnerte sich noch daran das Menir und er dieses Ding kaum hatten töten können. "Weißt du was für ein Dämon wie er aussieht?" Vielleicht ließ sich daran ablesen wie hoch ihre Chancen standen. "Wie sieht es aus mit Weihwasser? Haben wir genügend dabei?" Die Frage ging in die Runde. "Ragno? Ich würde für die stickigen Tunnel nasse Stoffe vor Mund und Nase empfehlen was meinst du?" In seinem Kopf ratterte es schon weiter. Wenn ein Dämon den Weg versperrte, konnte dieser Verstärkung rufen? Und viel wichtiger war es überhaupt möglich ihn zu töten. "Hat sonst jemand noch eine Idee? Im besten Fall kommen wir recht unbemerkt in die Festung herein. Da hätten wir von aussen wahrscheinlich größere Probleme."

Nur am Rande bekam der Minenbesitzer mit das es ein ganzes Volk dieses Wesen gab die dort lebten. Ihr Verlust wäre sicherlich ein herber Rückschlag für Taros. Doch hatten sie gerade keine Zeit ein ganzens Volk aus Taros herauszuführen. Eine andere Idee verstaute er ganz schnell wieder. Es ließen sich nämlich sicherlich die meisten Zugänge einfach verschließen.

Nach der Besprechung füllte Merdarion einen der Schläuche mit reinem Wasser. Dünnbier war sicherlich besser trinkbar aber er wollte es ganz sicher nicht zum tränken des Mundschutzes verwenden. Die Phiole mit Weihwasser hatte er bereits in Griffreichweite verpackt. Soweit vorbereitet konnte es losgehen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 01 März 2018, 15:35
Muesig staunte Bauklötze, als ihm Lu'aare eine Kette schenke. Ihm? "Ich kann nur mit etwas Fliederduft dienen, aber...Na gut, ich verspreche Dir etwas anders: Das mit dem Sklavendasein für andere, das geht gar nicht. Ich werde alles unternehmen, das mir zur Verfügung steht, dass Euch dieses unwürdige Schicksal erspart bleibt oder beendet wird. Skandal das ." Martina war tatsächlich empört. "Können wir dorthin oder ist es empfehlenswert dort eher nicht hinzugehen, zumindest nicht gleich? ." Für eine Antwort führte er seine Hand wieder zu der des Geschöpfes.

"Merdarion, Lu'aare möchte Dir etwas auf der Karte zeigen " informierte er den Soldaten.

Und dann unterhielten sich die beiden.
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 01 März 2018, 22:37
Einer der Hunde hatte ihn wohl gewittert und da diese scheinbar eine Einheit mit ihren Reitern bildeten, bemerkte ihn auch der Reiter des Hundes und griff den Magier aus dem Galopp heraus an, während der Hohentürmler aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse kaum etwas gegen diesen Angriff machen konnte.

Einen solch starken Schmerz hatte der ehemalige Statthalter schon lange nicht mehr verspürt, so war es kein Wunder, dass er kurz aufschrie und somit auch zumindest jeder der Gefährten und dieser Dämonen nun wusste, dass da noch jemand war. Seine Beine gaben nach. Seine Kenntnisse verrieten ihm, dass da wohl mindestens ein Oberschenkelknochen angebrochen war und auch einige Muskelpartien stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Mittlerweile hatte sich der auf dem Boden liegende Retter des Drachenauges wieder gefangen, auch wenn sich vor ihm nun der Dämon aufbaute und sein Helmvisier öffnete. Nichts als finsterste Schwärze war dahinter auszumachen. Etwas versuchte an der Seele des Magiers zu zerren. War dies etwa die Schwärze, die er hier vor sich sah? Aber für den erfahrenen Hohentürmler, der dem Nachtdämon selbst mehrfach gegenübergestanden hatte, war die Abwehr dieses Angriffs auf seine Seele kaum der Rede wert, weswegen er sich zu einem eher gemurmelten Kommentar hinreißen ließ.


Vielen Dank für diesen tiefen Einblick. Doch jetzt bin ich dran.

Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass auch Asarra von einem solchen Dämon mit dem gleichen Angriff beharkt wurde, doch da sie sich kaum so gut gegen derlei Angriffe behaupten konnte, nahm er die Amazone in seine folgende Konzentration mit auf, um zumindest einen Teil ihrer Blessuren auf diese Entfernung zu verringern, während er das Hauptaugenmerk auf die Heilung seiner eigenen schweren Wunden legte. Nachdem Muskeln, Knochen und auch Haut wieder zusammengewachsen waren, legte er noch mit dem Zauber der Steinhaut eine schützende Schicht um sich, jetzt, da er wusste, wie stark der Feind zuschlug. Mit einem leisen Lächeln richtete sich der Entdecker von Arapat Ash'Tamar auf und hieb noch während der Aufwärtsbewegung mit seinem weihwassergetränkten Dunkelelfenschwert nach dem Widersacher.


-51 LP durch Angriff von Dämon -> 12/63 LP
-11 MP für Heilung von bis zu 55 LP -> 19/61 MP, 63/63 LP, Asarra erhält 4 LP zurück
-9 MP für Steinhaut mit +44 Schutz -> 10/61 MP, 70 Schutz für einen Kampf

AW 80 auf Dämon
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 02 März 2018, 16:07
"Macht Euch mal keine Sorgen",  entgegnete Ragno Todbringer den Sorgen der rothaarigen Lykantrophin. "Die Tunnel sind zu schmal und zu niedrig für eines dieser riesigen Wurmviecher. Außerdem ist die Erde zu hart, sonst wäre längst alles eingestürzt." Zur Demonstration klopfte er gegen die Wand. "Sollte sich doch so ein Viech hierher verirren, spüren wir lange vorher die Vibrationen. Fühlt sich an wie ein Erdbeben untertage."

Ragno war kein Tunnelbauer und kein Minenzwerg. Er war Krieger. Doch von Tunnels hatte jeder Zwerg so seine Ahnung. Das lag einem im Blut.

Bis zu einer Kreuzung marschierten der Zwerg und die Werwölfin voraus. Merdarion rückte eine Karte heraus, die er aus dem Turm hatte mitgehen lassen. Der Luaar, oder wie der Kleine sich nannte, malte ihnen ein Tunnelnetz auf. Goldauge kratzte sich am Bart, zwirbelte einen Zopf, zupfte die Härchen zurecht. Dabei dachte er nach.

"Minen, sagt er. Was ist dieses Glowen? Fragt ihn doch mal, Gnädigste", wandte er sich an Martina.

Sein gesundes Auge fiel auf Merdarion. "Wir müssen UNTER dem Flammenfluss durch. Schätze, da geht es tief hinab und auf der anderen Seite wieder hoch. Schätze, da wird uns die Luft knapp. Wir werden genug Wasser brauchen. Nicht nur für die Lappen. Mahal möge uns gewogen sein, dass wir nicht auf den Dämon treffen, wenn wir von der Hitze weichgekocht sind. Der macht sonst Schaschlik aus uns. Schlage vor, sollten wir diesen Weg nehmen, einen Späher voraus zu schicken. Vorzugsweise unsere Wölfin. Kann sich leise bewegen. Riecht den Schwefelgestank eher als wir. Unseren Freunden ist nicht geholfen, wenn wir tot dort ankommen."

Ragno wandte sich an den Schneider. "Herr Naveen, was ist mit Dunkelelfen. Haben die einen guten Draht zu Dämonen?"

Autor: Naveen Datum/Zeit: Samstag 03 März 2018, 00:06
"Es freut mich, dass meine Verkleidung euch so überzeugt, Gevatter, aber ehrlich gesagt, interessieren mich Dunkelelfen einen feuchten Kehricht." Naveen spuckte aus und fuhr fort.
"Ich habe keinerlei Ahnung, wie diese Nachtgesichter zu Dämonen stehen. Wahrscheinlich können sie ganz gut mit ihnen, warum sollte sich das Schlechte nicht wie ein Magnet gegenseitig anziehen?"

Seufzend sah sich der Elf um, während sie weiter durch den Tunnel liefen. Gerade eben hatten sie sich endlich zurück an die Oberfläche gekämpft und nun waren sie schon wieder unter der Erde.
Kein Ort für ihn. Selbst wenn der ein oder andere ihm bescheinigen würde, dass er nicht immer wie ein Elf handelte, so merkte Naveen für sich selbst doch immer wieder, wie ungerne er von Erde umgeben war.
Das war was für Zwerge oder Minenfüchse wie Merdarion. Erde wollte er erst über sich haben, wenn er dem Tod nicht mehr von der Schippe springen konnte.

"Unter dem Flammenfluss... könnte mir wenig Schöneres vorstellen."
Eine Alternative wäre es wohl, diesem seltsamen Wesen in die Sklavenmine zu folgen, einen wirklichen Sinn sah der Schneider darin derzeit allerdings nicht.  Er rieb sich die Stirn.
"Wenn der Rest unserer Truppe noch lebt, treffen wir sie wohl nur in der Feste wieder..  also sollten wir uns wohl auf diesen Dämon und den Flammenfluss vorbereiten.
Ich.. ich kann euch den Späher geben."
Naveen zog sich den Rucksack vom Rücken und kramte. Das Holzkästchen fiel ihm wieder auf. Er würde später hereinschauen.
Dann holte er eine Kappe heraus und hob sie hoch.
" Damit sollte ich nicht zu sehr auffallen..." Es war die magische Kappe, die Naveen auf seinem Dachboden gefunden hatte - und die die seltsame Angewohnheit hatte, einen unsichtbar zu machen.
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 04 März 2018, 01:09
Zumindest erfüllte seine beschworene Kreatur ihren Zweck und fing zwei der Schwerthiebe der dämonischen Reiter ab. Allerdings gingen die Klingen glatt durch die trockenen Knochen des Gerippes, ja, zersprengten es. Das trockene Knacken und Brechen der Alten Knochen jagte ihm einen kurzen Schauer über seinen Rücken und ihm blieb nichts weiter, als seinen rechten Arm zu heben um einige der Knochensplitter von seinem Kopf und vorallem von seinen Augen fernzuhalten. Die Splitter die sich in seinen Arm bohrten bemerkte er kaum, zu fein waren sie. Das Skelett des Orks, jedenfalls das was davon noch übrig war, fiel in sich zusammen oder rollte an ihm vorbei, die Macht die er darin investiert hatte unzureichend um es bei solchem Schaden noch zusammenzuhalten.

Immerhin spürte er selbst keine der Klingen der Reiter, dafür juckte die Asche, welche durch den wilden Kampf aufgewirbelt wurde fürchterlich in seinen Nüstern. Auf die Schnelle konnte er diese Dämonen nicht bannen. Er war nicht Myriel von Alandyos.

Sein Arm sank und ohne innezuhalten, begann er von Neuem mit den Gesten, welche für die Totenbeschwörungen notwendig waren. Amarok wagte es nicht seine Sinne weit auszuwerfen und nahm die nächtsbesten Knochen, welche in diesem höllischen Land unruhig im Boden zu schlafen schienen. Dieses Mal gelang ihm der Zauber ausgesprochen gut. Die Melodie seiner eigenen Seele erfüllte die Knochen mit neuer Macht und vorallem neuen Willen, seinem Willen.

Eins, zwei, dre.... noch mitten in der Beschwörung wurde er von einem der Angreifer bei seinem Zauber unterbrochen. Das Reittier...? Wesen? rannte auf ihn zu, die Fänge gebleckt. Statt in Panik zu geraten, schnaubte er einfach und tat einen Satz zur Seite, der das Vieh an ihm vorbeidonnern ließ. Zugleich brachen die zwei erfolgreich erschaffenen Untoten aus dem Boden in einem Schauer aus Asche. Eines erinnerte an einen Menschen, das Gesicht völlig verrottet, Haut und Kleiderfetzen vereinzelt an den Knochen hängend, und schwere, verrostete Eisenringe um seine Handgelenke und den Hals. Die Ketten schwang es wie Waffen gegen Reiter und Tier, welche ihn angegriffen hatten. Direkt unter dem dämonischen Biest kam ein weiterer untoter Lykan zum Vorschein, dem allerdings einige Rippen und der Schweif fehlte. Für einen kräftigen Biss und reisende Klauenhiebe gegen die Unterseite dieser Dämonen reichte es dennoch. 

Was um ihn herum vorging konnte er nur aus den Augenwinkeln verfolgen. Alles lief gerade zu schnell ab, um konkrete Pläne zu machen. Phelan und Aponi'kasa warfen sich auf ihre Gegner, Runshak und der andere Ork schlugen mit ihren Waffen um sich wie Berserker. Trotzdem war der Ausgang des Kampfes ungewiss... ein brennender Schmerz in seiner Brust, ließ ihn in die Knie gehen. Für einen Moment nur hatte er darüber nachgedacht seine Gedankensprache zu nutzen, um einen Überblick über die Situation zu gewinnen... und da war ein ständiges, wenn auch leises Flüstern in seinen Gedanken...

-21 Mana für drei Zauber (zwei erfolgreiche, einer abgebrochen)
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 04 März 2018, 08:33
Das Gezücht, dass sie da angriff, sah aus wie aus den Niederhöllen selbst. Dreiköpfige Hunde, geritten von Dämonen. Unheiliges Feuer leuchtete nicht nur aus Augen und Rachen der scheusslichen Reittiere, sondern auch zwischen den Rüstungsplatten der Dämonen hervor. Na dann Prost, das konnte ja heiter werden!

Mitten im Kampf kam dem Schwarzork plötzlich irgendeine wichtige Information zu ihren Gegnern in den Sinn, aber er schien Schwierigkeiten damit zu haben, es verständlich zu erklären. Asarra schnaubte entnervt und enthielt sich mit Schwierigkeiten jeglichen Kommentars. Schliesslich durfte sie nicht allzu sehr auf Seiten ihrer Häscher sein.

Ihr Dilemma wurde wenig später gelöst, als Grishnak sie grob an der Schulter packte und so schwungvoll in die Richtung eines Dämons stiess, dass sie stolperte und diesem vor die Füsse viel. Sie fluchte in der Sprache Isuas, konnte sich jedoch nicht einmal mit den Händen abfangen. Mit Ach und Krach rollte sie sich über die Schulter ab, lag aber dann tatsächlich schon beinahe unter dem hässlichen Höllenhund.

Diesen freute das offensichtlich. Die schwere Tatze senkte sich auf ihre Brust, drückte ihr die Luft aus den Lungen und fixierte sie am Boden. Asarra wand sich, versuchte sogar in die pelzige Pfote zu beissen, doch es hatte keinen Zweck. Heisser Geifer tropfte von den Mäulern und liess ihre Haut brennend rot werden, wo er sie traf.
Doch all das verlor an Bedeutung, als der Dämonenreiter mit geöffnetem Visier ihren Blick suchte. In dem Helm war nichts als tiefste Schwärze. Kein Kopf, kein Gesicht, nicht einmal schemenhafte Züge waren zu erahnen. Nur schwarzes Nichts. Wie hypnotisiert verlor sich ihr Blick darin, blendete alles andere um sie herum aus. Hätte sie gekonnt, sie hätte die Hand nach dem seltsamen Schwarz ausgestreckt. Dann plötzlich pochte es erst sachte an ihrer Stirn, dann explodierte der Schmerz. Nur um eine Sekunde später bereits wieder vorbei zu sein. Sie erkannte Grishnak, der dem Dämonenreiter den Kopf abgeschlagen hatte.

Aber wie war das möglich? Die Reiter waren kaum stofflich? Nicht angreifbar ohne Weihwasser? Oder vielleicht doch?

Die Amazone fühlte sich nicht schlechter nach diesem Angriff durch den Dämon, im Gegenteil. Sie war geradezu erfrischt, voller Tatendrang. Vielleicht wär es anders gekommen, wenn sie gewusst hätte, dass das an Christians Heilzauber lag. Vielleicht auch nicht. Sie beschloss ihr Leben aufs Spiel zu setzen für die Chance, eine Schwachstelle gefunden zu haben. So konnte sie wenigstens etwas tun.

Einer der Gegner hielt ohnehin schon auf sie zu. Doch Phelan war zur Stelle und schlug auf den Dämon ein. Asarra liess ihren Blick schweifen während sie sich aufrappelte, erwählte sich den nächstbesten Dämon und beschloss dann zu türmen. Im Kampfesgetümmel zu fliehen war schliesslich eine gute Idee. Ganz zufällig nah an einem der Dämonen vorbei. Blöderweise stolperte sie direkt vor seiner Nase. Wie dumm.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 04 März 2018, 23:25
Runde 14


Im Kampfgetümmel wurde es unübersichtlich. Amarok war dem Angriff des Höllenhundes ausgewichen, was diesen zu einem wütenden Bellen veranlasste. Er drehte um, wie ein Stier der an einem roten Tuch vorbei gerannt war, um Amarok erneut anzugreifen. Doch da standen zwei Skelette zwischen ihnen, die der Bestie entgegen wankten und sie angriffen. Zwei Köpfe packten nach den unheiligen Knochen, zermalmten sie knackend zwischen den scharfen Zähnen, der dritte Kopf schien Amarok höhnisch anzugrinsen. Das Flüstern in Amaroks Kopf wurde lauter. „Nein, Du bist nicht Myriel von Alandyos, aber Du bist Irator, ein mächtiger Drache. Du könntest diese Dämonen besiegen wenn Du all Deine Macht auch nutzen würdest. Stattdessen sperrst Du sie ein und versteckst Dich hinter einem Geas. Glaubst Du deine Meisterin würde sich vor schwarzer Magie verstecken? Wäre sie dann so mächtig?“

Nicht weit von Amarok entfernt kämpfte Serafina gegen einen Höllenhund, auf dessen Rücken noch ein Reiter saß. Die Splitter des Weihwasserfläschchens hatten sich empfindlich in die Ballen ihrer Pfote gebohrt, doch sie hatte keine Zeit auf solche Kleinigkeiten zu achten. Denn die Nadelstiche waren ein Dreck gegen den Schlag, den sie von dem Reiter kassierte. Doch die junge Lykantrophin kniff den Schwanz nicht ein sondern stürzte sich todesmutig auf ihren Gegner. Diesesmal trafen ihre Klauen das Ziel zwischen den einzelnen Plattensegmenten, drangen in den Körper ein und schlugen tiefe Wunden. Doch wenn Serafina mit Schmerzensschreien gerechnet hatte, so wurde sie enttäuscht. Entweder spürte der Dämon keine Schmerzen oder er hatte keine Stimme, denn es drang kein Laut aus dem Plattenhelm den er trug. Stattdessen riss er den Hund herum, so das er Serafina nach ihrer Landung auf dem Boden erneut attackieren konnte. Wieder zielte er dabei eher auf die Beine als auf den Körper, ganz so als habe er nicht vor sein Opfer mit dem Schwert zu töten.

Schwer getroffen war Christian zu Boden gestürzt – ein Bild, das seinen ein Stück weit entfernten Gefährten zum Glück erspart blieb, denn es hätte sie vielleicht im falschen Moment zögern lassen. Doch der Hohentürmler ließ sich nicht unterkriegen, sondern heilte seine Wunden ebenso schnell, wie sie geschlagen worden waren. Eine Steinhaut folgte und dann stand er auf, wie ein Phönix aus der Asche. Der Hund vor ihm trat unruhig von einer Pfote auf die andere, als wisse er nicht genau was nun zu tun sei, denn sein Reiter hatte nicht begriffen, warum der Mensch seiner magischen Attacke hatte widerstehen können und er es nicht schaffte dessen Seele zu verspeisen. Er klappte das Visier seines Helms just in dem Moment wieder hinunter, bevor Christian ihn angriff. Der Schwertstreich saß und ging tief, wie man glühend gelben Flüssigkeit erkennen konnte, die die Beinplatten des Reiters hinablief. Der Treffer riss ihn aus seiner Starre, und er fing an sich zu verteidigen, wobei er nun gezielt auf Christians Oberkörper losging, in der klaren Absicht ihn zu töten.

Die restlichen Streiter standen recht nah beieinander. Phelan hatte zuerst den Dämonen angegriffen, der auf ihn zukam, während Runshak dem Hund, den er zuvor zu Fall gebracht hatte den Todesstoß versetzte. Dann sah der Lykaner das ein zweiter Reiter auf Asarra zuhielt, die noch immer am Boden lag, und er warf sich mit einem weiten Sprung dazwischen. Der Angriff prallte an Phelans Rüstung ab, da der Schlag nicht voll traf, und er nutzte die Gelegenheit auch diesem Dämonen einen Prankenhieb zu versetzen. Doch auch wenn seine Krallen nun auf feste Substanz trafen, so tötete eine Attacke den Reiter nicht und er schlug zurück, und dieses mal kamen seine Schläge schneller und präziser, so das der Wolfsmann voll und ganz damit beschäftigt war sich selbst zu verteidigen, denn auch sein erster Angreifer kam erneut auf ihn zugeritten.
Asarra hatte sich in der Zwischenzeit aufgerappelt und umgesehen, während sie sich einen wahnwitzigen selbstmörderischen Plan zurecht gelegt hatte. Der Dämon, gegen den Runshak kämpfte, stand auf dem Boden, was ihr zumindest die Chance geben sollte sich zu wehren, sollte ihre Idee sich als völliger Schwachsinn entpuppen. Und so rannte sie in seine Richtung los. Der Einzige, dem das im Augenblick Sorgen machte, war Grishnak, denn der Ork ging davon aus das die Amazone tatsächlich türmen wollte. Und eine Gefangene der Herrin zu verlieren war genauso gut ein Todesurteil wie von Dämonen gefressen zu werden. So ließ der Schwarzork Dämonen Dämonen sein und hechtete hinter Asarra her, wobei er wüst auf orkisch schimpfte:

Vermaledeites Weibsbild, bleib stehen. Runshak, halt das Miststück auf, es will fliehen.

Asarra „stolperte“ dem Dämonen direkt vor die Füße. Dieser blieb abrupt stehen und reagierte ähnlich wie der andere Reiter: er rührte sich nicht mehr von der Stelle und hob stattdessen das Visier seines Helmes. Und da war sie wieder, dieser absolute und totale Schwärze, die Asarras Blick gefangen nahm und ihre Seele immer tiefer in sich hinab ziehen wollte...

Runshak sein Kopf, schlag ihm den Kopf ab!

Eine tote Gefangene würde ihnen ebenso wenig nützen wie eine geflüchtete. Zum Glück reagierte der Krieger schnell, hob sein Schwert und schlug zu. Der Helm flog in einem weiten Bogen zu Boden und eine Wimpernschlag später war nichts mehr von ihm übrig außer einem dunklen Rauchwölkchen. Grishnak lachte rauh, das war der Beweis das es seine Rasse war, die zum kämpfen gemacht war.

Guter Schlag. Schnapp Du Dir das Biest, ich helfe dem Wolfsmann.

denn inzwischen war der zweite Reiter bei Phelan angekommen und schlug auf den Lykaner ein. Mit wildem Gebrüll stürmte Grishnak auf ihn zu und hackte auf das vierbeinige Monstrum ein, auf dem der Dämon ritt um ihn zu Fall zu bringen.

~ ~ ~


So etwas wie ein trauriges Lächeln erschien auf Lu´aares schmalen Lippen, als Martina versprach ihr Sklavendasein zu beenden, und sie legte sanft ihre Hand auf seine.

Du hast ein gutes Herz. Mein Volk ist ein friedliches, es würde Euch freundlich empfangen wenn es wüsste das ihr mein Leben gerettet habt. Aber ihr müsstet aufpassen, das die Schwarzorks nicht da sind wenn ihr kommt. Sie halten viele meines Volkes in den Minen gefangen, Alte, Frauen, Männer, Kinder, sie machen keine Unterschiede. Wenn wir ihnen nicht das Glowen, die Leuchtsteine liefern, die sie verlangen, töten sie sie, einen nach dem Anderen, vor unseren Augen. Also tun wir, was sie verlangen. Wir sammeln Glowen und bringen es zu den Orks. Und deshalb muss ich wieder zurück.

Die Wege auf der Karte waren rasch gezeigt und Lu´aare beantwortete auch Merdarions restliche Fragen:

Der Dämon ist ein Torwächter, was sollte es sonst für ein Dämon sein? Es heißt das er nur die durchlässt, die das Passwort kennen, doch genau weiß ich es nicht. Es ist viele, viele Jahre her das wir Glowen in die Feste bringen sollten und nur wenige sind von dort zurückgekehrt. Solltet ihr auf dem Weg Abzweigungen sehen, deren Höhe so schmal ist wie diese aus der wir kamen, so werdet ihr Wasser dahinter finden. Ich wünsche Euch viel Glück.

Man bereitete sich auf den Weg vor so gut man eben konnte, dann brachen sie auf. Lu´aare verabschiedete sich, indem sie die Hand hob, und ging mit erstaunlich langen Schritten, die bei ihrer dünnen Gestalt recht seltsam aussahen, in die andere Richtung davon. Naveen bot an die Vorhut zu spielen, und angesichts der Tarnkappe, die er aus seinem Rucksack hervor zog, hielt Lyressa dies für eine äußerst kluge Idee. So marschierten sie los, ohne ein wirkliches Zeitgefühl zu haben, denn unter der Erde konnte man Tag und Nacht nicht unterscheiden. Sie rasteten, wenn sie hungrig oder müde waren, doch sie hielten die Pausen so kurz wie möglich und sorgten dafür das immer jemand Wache hielt.

Irgendwann, sie hätten nicht zu sagen vermocht wie viel Zeit vergangen war, wurde der Weg abschüssig und die Temperatur nahm zu. Merdarions Idee mit den feuchten Tüchern half, dennoch blieb die Sache äußerst unangenehm und sie kamen sich vor als hätte sie jemand zum rösten über ein Lagerfeuer gehangen. Die Decke des Tunnels war pechschwarz und kochend heiß. Doch wenn man dagegen klopfte war sie fest und wirkte fast wie Gestein. Hin und wieder bröckelte ein Stückchen davon ab und fiel hinunter, und wenn es dabei auf der Haut landete hinterließ es hässliche rote Brandflecken.

Gefühlte Ewigkeiten später waren sie unter dem Flammenfluss hindurch und ihr Weg führte wieder hinauf. Als die Temperaturen wieder erträglicher wurden bat Lyressa Merdarion darum einen Blick in die Karte zu werfen und versuchte mit allen abzusprechen, ab welchem Punkt Naveen allein weiter gehen sollte.

Der Anblick, der den Schneidermeister in der Nähe der dunklen Festung erwartete, war ernüchternd. Der Tunnel, dem sie folgten, führte zu einer Schlucht, deren Boden schlichtweg nicht zu sehen war. Nur ein schmaler Pfad, gleich einer Bücke, führte hinüber zu den unterirdischen Festungsmauern, so das es unmöglich war ungesehen bis zum Tor zu gelangen. Das riesige Tor, gewiss drei Mann hoch, war in das Mauerwerk eingelassen und war fest verschlossen. Davor saß ein Wesen, das an einen Gargoyle erinnerte:  Es hockte auf seinen Hinterläufen, die Vorderbeine fest auf den Boden gestellt, der Schwanz, der in einer scharfen dreieckigen Spitze mündete, malerisch um die Vorderpfoten gelegt. Es hatte große dunkle Schwingen, die im Augenblick angelegt waren, spitz zulaufende Ohren und noch spitzere Reißzähne, die aus den geschlossenen Maul hervor lugten. Als Naveen näher heran ging sah er das die Augen des Torwächters geschlossen waren, so als ob er gerade schliefe. 
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 05 März 2018, 23:50
Seiner gefesselten Gildenschwester zur Seite zu springen, war sicher nett gemeint gewesen, aber es wäre Phelan nun fast zu viel geworden. Auf solch glorreiche Schappsideen kamen normalerweise nur die sogenannten Helden der Geschichte. Und obendrein passte Asarra auch nicht in das typische Schema der Maid in Nöten. Abgesehen davon, dass sie die Fesseln für den Augenblick halbwegs wehrlos machten. Was also hatte er sich dabei gedacht?

Belohnt wurde er für diesen Anflug von hirnlosem Wagemut mit Angriffen von zwei Seiten, was sich selten als günstig erwies. Denn neben dem Reiter, den er angesprungen hatte, war auch derjenige, gegen den er ursprünglich gekämpft hatte, immer noch darauf aus ihm das Fell über die Ohren zu ziehen – oder was auch immer diese Kerle mit ihren besiegten Feinden so anstellten. Die Bezeichnung Seelensauger klingelte ihm in diesem Zusammenhang unangenehm in den Ohren.

Während er versuchte die Attacken, die nun in schneller Folge auf ihn niederprasselten, so gut wie möglich abzufangen, fand er keine Gelegenheit auf die Amazone zu achten. Ansonsten wäre er wohl schockiert gewesen, warf sie sich doch gleich dem nächsten Dämon zum Fraß vor. Zwar unabsichtlich wie es schien, aber wer das Volk dieser Kriegerinnen kannte, wusste, dass es normalerweise nicht ihre Art war während eines Kampfes die Beine in die Hand zu nehmen. Und auch, dass ausgerechnet die geschickte Hauptfrau direkt vor einem Feind auf die Nase fiel, hätte den Wissenden stutzig machen können.

Doch wie bereits erwähnt war der Leitwolf ganz mit sich selbst und seinen beiden Kontrahenten beschäftigt. Und auch deren Reittiere, die zusammengenommen sechs Mäuler voller Reißzähne hatten, durfte man bei der Rechnung nicht ganz außer Acht lassen. Die Versuche des Lykantrophen den Klingen auszuweichen scheiterten und er kassierte drei neue blutende Wunden, die zu der bereits vorhandenen hinzukamen. Mit Flüchen auf den Lippen, die selbst einer Hafendirne die Röte ins Gesicht getrieben hätten, holte er nun seinerseits zum Gegenschlag aus.

Eine Klaue bohrte sich in den Hals eines ohnehin schon verwundeten Angreifers, während er mit der anderen Pranke eine klaffende Wunde in die Seite des Dämons riss. Das schien endlich genug zu sein, um diesem die Lebenslichter auszublasen – oder das unheilige Feuer, das ihn in Bewegung hielt. Heißes Blut rann über Phelans Pfoten, doch es war nicht der richtige Augenblick, um sich mit Kleinigkeiten aufzuhalten.

Stattdessen wirbelte herum, wusste er doch dass noch ein weiterer Gegner auf ihn wartete. Offenbar war Grishnak so zuvorkommend gewesen, diesen abzulenken. Der schwarze Wolf grunzte ein Dankeswort, was nicht bedeutete, dass er darüber vergessen würde, später ein ernstes Wort über den Umgang mit der Gefangenen mit ihm zu wechseln. Dann rammte er seine Krallen so tief wie möglich in den Wanst des Unholds, während die Grünhaut das dreiköpfige Reittier in Schach hielt. Dem kleinen, elfenbeinfarbenen und mit fremdartigen Schnitzereien versehenen Gegenstand, der sich während seines letzten Angriffes an seiner Armschiene verfangen hatte, schenkte Phelan in der Hitze des Gefechts keine Bedeutung…

-27 Leben (31/69 LP)
+8 Leben (39/69 LP)
AWs 86, 82, 85
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 08 März 2018, 12:53
Merdarion schnaubte lediglich als Lu'aare wie selbstverständlich erklärte um welche Art von Dämon es sich handelte. Er hatte einen, genau einen kennengelernt. Doch jetzt diese Unwissenheit weiter auszuführen kam nicht in Frage. Denn selbst wenn ihnen dieses Wesen hier freundlich gesonnen war wusste es nicht woher sie kamen und was sie vorhatten. Und jeder weitere Hinweis darauf könnte ihnen später gefährlich werden. Seine Sachen waren ja bereits zusammengepackt und nach einer kurzen Verabschiedung ging es dann weiter. Diesmal marschierte er vorne mit, den Schild bereits an den Arm geschnallt. Sich noch einmal so überraschen lassen wie durch den Wurm wollte der Minenbesitzer sich nicht. Solange die Luft noch ohne Probleme atembar war fragte er den Adligen. "Was hat sie euch noch erzählt?" Vielleicht würden sie ja das Wissen für eine mögliche flucht nötig haben. Die Bitte Martins überraschte ihn dann doch. „Wenn Ihr einen guten Plan habt, lasse ich mit mir reden.“

Je weiter sie kamen desto schwerer fiel Merdarion das atmen. Frühzeitig das nasse Tuch vorm Mund schaffte dieses nur eine kurze Zeit Kühle Erleichterung, zu schnell wärmte sich das kühle Nass. Die Feuchtigkeit machte das Atmen trotzdem leichter. Der Fels änderte sich wurde poröser, was nicht verwunderte, über ihnen musste der Flammenfluss liegen. Ein dumpfes metallisches Geräusch ließ Merdarion kurz stehen und sich verwundert umsehen. Offensichtlich war ein Stück der Decke herabgefallen und von seinem Helm abgeprallt. Deutlich vorsichtiger und mit einem kritischen Blick in Richtung Decke ging er weiter. Nach reden war ihm nicht zu Mute. Und dann wurde es besser. Mit jedem weiteren Meter nahm die Wärme etwas ab und brannte die Luft weniger in den Lungen. Längst war der Schlauch den er nur für das Tuch vor seinem Mund gefüllt hatte leer. Erschöpft blieb er stehen, wartete bis alle soweit wieder beisammen waren. Ohne ein Wort zu verlieren nickte er und packte die Karte aus dem Rucksack wieder aus. Nachdem sie auf dem Boden ausgebreitet war besprachen sie die Lage. "Du willst da wirklich alleine vor?" Frage Merdarion den Schneider. Die Idee war nicht schlecht, doch das Risiko recht hoch. Dem Mut Naveens zollte er Respekt. "Willst du noch eine Phiole Weihwasser für den Notfall mitnehmen?"

An dem festgelegten Punkt trennten sie sich schließlich, nachdem Naveen aus dem Blickfeld verschwand ließ sich Merdarion mit dem Rücken zur Wand nieder. Fürs erste konnte sein Körper ruhen und dass wahrscheinlich länger als wenige Minuten. Zeit um sich gedanklich zu sortieren. "Lyressa? Kennt Ihr euch drinnen aus? Wisst ihr wo wir Endris suchen müssen?" Der Gedanke blind eine Festung voller Feinde zu durchstreifen behagte ihm nämlich gar nicht.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 08 März 2018, 14:11
Martina musste 2-mal, 3-mal hinhören. Und nein, das bildete sie sich nicht ein, da lag Lu’aares Hand auf ihrer. „Du hast ein gutes Herz .“ Schade, dass man das nicht konservieren konnte, Herr von Muesig hätte es jedem ungefragt bei jedem Besuch vorgespielt. „Du hast ein gutes Herz .“ Eine Existenz eines solchen hätten ihm wohl die Mehrzahl der Bewohner von Dragonien schlechterdings abgesprochen. Oder war er als Frau anders?  stellte er sich bange die Frage.
„Der Kandis ist noch nicht gelutscht…ich verstehe, warum Du zurück musst, aber wir sehen und sprechen uns wieder und dann wirst Du und alle anderen frei sein“ Ein etwas gewagtes Versprechen, aber Martin hatte diese Vision. Man müsste eben dann einen weiteren Trupp zusammenrufen . Daran dachte sie, als sie die dünne, zerbrechliche(?) Gestalt davoneilen sah.

Vorher wurden sie noch mit Informationen versorgt, die sich noch als nützlich erweisen konnte. Die Aussicht einem ausgewachsenen Dämonen genüberzustehen, bereitete Martina Kopfzerbrechen, sie hatte einen solchen noch nie in ihrem Leben gesehen. Gehört hatte sie schon davon, aber nichts Gutes. Und zu dem Passwort, fiel ihr nur ein, dass die Versuche im ehemaligen Schloss gehörig danebengegangen waren. Immer wieder war es zu Irritation und Missverständnissen gekommen.
Sie gingen den beschriebenen Weg ohne dauernd anzuhalten.
Als der Soldat ihn fragte, was denn Lu’aare denn sonst noch erzählt hatte, war sich Martina nicht zu schade ihm alles zu erzählen. Wer wollte konnte das auch mithören! Mit dem Gedanken, das Los dieser Sklaven so bald wie möglich zu ändern. Könntet Ihr Euch vorstellen, bei so etwas wie der Befreiung mitzumachen?“ Es war jetzt mehr eine rhetorische Frage und Martina sagte ihm auch: „Du musst Dich nicht jetzt entscheiden, aber denk darüber nach, eines Tages – vorausgesetzt wir überleben das hier – werde ich Euch wieder fragen und dann brauche ich eine Antwort .“

Es wurde heiß und heißer. Vom Soldaten stammte die Idee Tücher auf’s Haupt auszubreiten. Half’s nicht viel, schadete es auch nicht.
Etwas zu übermütig klopfte Martina an die Decke, die anderen hatten das schließlich auch getan, aber wenn vier einen Fluss trockenen Fußes überqueren, dann muss nicht auch der fünfte…genau so war’s. Ein glühendes Stück bröckelte ab und auf den Rücken der Hand der Adeligen, wo es einen gar hässlichen Fleck hinterließ.
Als Lyressa ihm sagte, dass Naveen ab einem Zeitpunkt alleine weitergehen würde, zeigte sie ihr den Brandfleck…“Das kann ich so nicht lassen, kennst Du jemanden, der so etwas entfernen kann. Ich habe ja damit gar keine Chance mehr bei den Fra…Männern .“

Dass Naveen alleine gehen wollte, behagte die Frau von Muesig ganz und gar nicht. Vielleicht war sie als Frau einfach feinfühliger und der Schneider sowieso ein Liebling der Damen, hatte man ihm einmal gesagt. Und bevor er ging sagte Martina ihm auch noch schnell: „Du, Du hast hoffentlich keinen Knoblauch zum Frühstück gehabt, denn so ein Dämon soll ein feines Riechorgan haben und wenn Du ein-/ausatmest oder Dich anderweitig erleichterst, dann riecht der das bestimmt. Ja, klar! Also keinen Wind fahren lassen und nur durch die Nase atmen und wenn Du etwas Fliederduft brauchst, weißt Du wo Du ihn bekommst

-2 LP noch 19 übrig
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Donnerstag 08 März 2018, 18:48
Es kam, wie es kommen musste: Sein prächtiger Bart wurde von einem glühenden Stück Stein empfindlich angesengt. An den Fingerspitzen fühlte es sich an, als ob Goldauge nach diesem Abenteuer eines der Zöpfchen kürzen müsste. Dies war weitaus schlimmer als das Loch, das ihm ein anderes Steinbröckchen in den Handrücken brannte. Ragno fluchte lästerlich. Dieser Flammenfluss konnte ihm beim Allerwertesten gestohlen bleiben. Er versetzte der pechschwarzen Wand einen Fußtritt und stauchte sich die Zehen. Wütend riss sich der Zwerg das feuchte Tuch von der Nase und klatschte es gegen das kochend heiße Gestein, dass es nur so dampfte. Er beruhigte sich erst wieder, als sie die andere Seite erreichten und sie die stickig heiße Luft hinter sich zurück ließen.

"Puh, bei Mahal, du in deiner Rüstung musst ja weichgekocht sein", keuchte Ragno mit einem Blick auf Merdarion und stützte sich schnaufend auf seine Axt.

Nach einer Lagebesprechung machte sich der Elf unter seiner Tarnkappe auf den Weg.

"Möge Mahal über Euch wachen, Herr Naveen. Legt Euch besser nicht allein mit dem Dämon an. Sondiert die Lage und kommt dann zurück", gab ihm Ragno mit auf den Weg.

Spitzohren neigten zu Theatralik. Unter Garantie würde der Elf versuchen ihnen zu beweisen, dass er der geborene Held war und es allein schaffen konnte. Todbringer hielt wenig von Helden. Helden landeten unter der Erde ehe sie ihren Heldenmut feiern konnten.

Tante Martina hatte noch ähnlich gute Ratschläge parat. Ragno wartete, bis Naveen außer Hörweite war. "Gnädigste, Ihr habt es hier mit einem Elf zu tun. Die sind sich zu fein dafür einen fahren zu lassen. Sie rülpsen nicht und sie furzen nicht, sie fluchen nicht einmal wenn sie sich den Hammer auf den Daumennagel hauen. Viel gewichtiger ist die Frage,  wo hat er diese Tarnkappe her? Es gibt da diese Legende von dem Zwerg mit Namen Alberich, von dem hieß, er besitze eine unsichtbar machende Kappe, die ihm zugleich die Kraft von zwölf Bären gäbe. Besiegt wurde er trotzdem von einem elfischen Paladin, der ihm natürlich die Kappe geklaut hat. So sind sie die Elfen. Die haben es faustdick hinter den Ohren hinter ihrem feinen Lächeln."

Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 08 März 2018, 21:15
Leider hatte der Dämon sein Visier wieder geschlossen, bevor der Magier ihn mit dem Schwert erwischte, sonst wäre der Finstere wohl bereits Geschichte gewesen. So gelang es dem Finsteren dann noch, dem Retter des Drachenauges ein paar Prellungen am Oberkörper zu verursachen, ehe zwei weitere flüssig ausgeführte Hiebe mit dem beweihwasserten Dunkelelfenschwert dem Dämon schließlich den Rest gaben. Da der ehemalige Statthalter vermutete, dass der Höllenhund schwächer als sein nicht mehr existenter Reiter war, schaute sich der Hohentürmler kurz um, soweit die schlechte Sicht dies zuließ.

Serafina schien bereits sehr angeschlagen zu sein und auch Phelan schien geschwächt zu sein, weswegen Christian den Dämonenhund erstmal links liegen oder besser stehen ließ und stattdessen seine heilende Magie auf die beiden Lycaner und sich selbst wirkte mit Fokus auf Serafina. Aus dem Augenwinkel beobachtete er den Höllenhund, denn wenn dieser Anstalten machte, ihn doch noch anzugreifen, wäre dieser als nächstes fällig.



-10 LP durch Angriffe des Dämons -> 53/63 LP
-10 MP durch VHZ mit gesamt 50 WP auf Serafina (32 WP), Phelan (8 WP) und sich selbst (10 WP) -> 0/61 MP, 63/63 LP

2 x AW 78 auf Dämon -> Dämon sollte hinüber sein
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 09 März 2018, 11:34
Er hatte es darauf absehen ihr die Beine abzuschlagen. Wie sollte sie diesen tiefen Schwerthieben ausweichen? Diesmal war der Schmerz wahrhaftig. Die Klinge fuhr ihr in dieselbe Flanke und entlockte der Lykana ein Heulen. Stöhnend warf sie sich herum. Ihre langen Vorderpranken hakten sich im Arm des Dämonenreiters fest, rissen ihn von seinem Reittier und gaben ihm den Rest. Das verletzte Bein gab unter ihr nach. Dann war der Höllenhund über ihr. Mit den kräftigen Reißzähnen riss sie einem der Schädel die Kehle auf, die zweite zerfetzten ihre Klauen.

Runshak sprang ihr bei. Schleuderte den Hund von ihr herunter. Der dritte Schädel war zwar im Moment keine Gefahr mehr, der Blutverlust ihrer tiefen Wunde allerdings schon. Sie spürte einen Blick auf sich und wandte die Schnauze. Ihre bernsteinfarbenen Augen trafen sich mit denen Christians. In all dem Durcheinander hatte sie völlig auf ihren magischen Begleiter vergessen. Der tatsächlich riskierte ihr zu helfen, obwohl er selbst angegriffen wurde. Kraftlos rollte sich die Nachtjägerin herum. Sie spürte das Nachlassen des Schmerzes. Spürte wie das Blut aufhörte das Fell zu durchtränken. Ihre Vorderpfote legte sich kurz an die Brust, jene Stelle, an der ihr Herz schlug, und streckte sich dann nach Christian aus, um ihm über die Entfernung ihren Dank auszusprechen. Einen Moment lang schloss sie die Augen und rappelte sich dann auf die Beine. Testete die Standfestigkeit. Das Fell an ihrer Flanke war verklebt und glänzte rot.

Der Dämonenhund fiel Runshaks Attacke zum Opfer. Auch ihm sprach sie auf dieselbe Weise ihren Dank aus und streckte ihm die mit Herzenskraft gefüllte Pfote entgegen. Ihr Atem ging immer noch schnell und keuchend. Die Barthaare gespreizt sah sie sich aufmerksam um. Asarra lag auf dem Boden, schien aber unversehrt. Grishnak kümmerte sich rührend darum, dass die Gefangene lebend zu seiner Herrin geschafft werden konnte. Aponi'Kasa bleckte die Reißzähne zu einem Grinsen. Einen glühenderen Beschützer hätte sich die Amazone wohl nicht vorzustellen gewagt.

2x VW 24 > -16 LP
+32 LP durch Christians Heilung

1x AW 76 gegen Reiter
1x AW 76, 1x AW 71 gegen Hund
Autor: Darius Datum/Zeit: Freitag 09 März 2018, 12:06
Der Kampf trat für wenige, fast ewige Momente in den Hintergrund für Amarok, als er schmerzverzerrrt auf dem Boden kniete. Das dreieckförmige Geas an seinem Halsansatz pulsierte, ebenso wie der Kristall darunter und die schwarze Narbe in seinem Gesicht, was sich anfühlte, als würde man zugleich heißes Magma durch seine Adern pumpen und ihn mit Eis von außen kühlen. Eine dunkle Stimme von einer Feindin, von dem er nie angenommen hatte diese jemals wiederzutreffen, meldete sich in seinen Gedanken, flüsterte ihn zu, dass er seine Macht entfesseln sollte. Als Drache wäre es so viel einfacher diese Dämonen hinfortzufegen.

Der Schmerz, ausgelöst durch einen Wunsch seine Gedankensprache zu benutzen, wurde noch stärker. Für diesen bloßen Moment, da er an die Möglichkeit dachte... ein tiefes Grollen klang aus seiner Brust und er fletschte die Zähne, biss sie hart genug aufeinander dass es schmerzte und Blut hervortrat um sich wieder die Realität ins Bewusstsein zu rufen, bevor sein Kopf nach oben ruckte, auf der Suche nach einem Ziel an dem er seinen Zorn auslassen konnte. Jeder Wunsch nach seiner Drachenform oder seinen angeborenen Fertigkeiten wurde für den Moment verbannt, tief begraben unter Irators Willen. Mühsam stemmte er sich wieder hoch und konnte endlich wieder sehen, was um ihn herum vor sich gingen, auch wenn sein Schädel noch entsetzlich pochte und das Flüstern hinter seinen Schläfen nicht leiser werden wollte.

Die Überreste seiner Untoten Diener wurden gerade von der Reitbestien mit harten Fängen zerbissen, der er eben noch ausgewischen war und die Verbindung löste sich bereits auf. Die Alten Knochen hatten jedoch ihren Dienst erfüllt ihn selbst vor diesen Angriffen zu schützen und zwei der Köpfe des Höllenhundes waren nun damit beschäftigt die Knochen zu knacken, sodass er die Gelegenheit nutzt und  sich auf das Biest mit Zähnen und Klauen stürzte, begierig ihm die Kehlen aufzureißen.

AW 1: 42
AW 2: 43
Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 10 März 2018, 13:20
Es funktionierte tatsächlich! Der dämonische Reiter liess alles stehen und liegen um sein Visier hoch zu klappen und Asarra anzusehen. Nur das in dem Helm wieder nichts als diese unergründliche, tiefe Schwärze lag. Die Amazone war fasziniert davon, verlor sich darin, suchte nach Gesichtszügen oder wenigstens Schemen wo keine waren. Nur allumfassende Schwärze. Nichts.

Wiederum verblasste die Welt um die Kriegerin. Sie hörte das Klirren der Waffen nicht mehr, oder das Reissen von Fleisch. Das Heulen ihrer verletzten Gildenschwester nahm sie genauso wenig war wie die orkischen Anweisungen Grishnaks für den Nuruer Hauptmann. Sie fühlte nicht mehr die rauen Stricke auf ihrer Haut, nicht mehr das Gemisch aus Sand, Geröll und Asche, das noch immer Wärme abstrahlte. Es zählte nur noch das Schwarz.

Doch es war anders als beim letzten Mal. Jetzt schien sich etwas in ihr Innerstes zu bohren, nach etwas zu suchen, um es ihr zu stehlen. Sie wollte die Augen schliessen, den Blick abwenden, wenigstens den Kopf drehen. Doch sie war so erstarrt wie das Reh beim Anblick eines Wolfes. Keinen Muskel konnte sie mehr rühren, während das Ding in ihr herumwühlte.

Als Runshak ihm endlich den Kopf abschlug, keuchte die Amazone und blinzelte überrascht. Heisser Schmerz pochte zwischen ihren Schläfen, als die Welt um sie herum mit brachialer Gewalt wieder auf sie einstürzte. Waffengeklirr, das Knurren der Wölfe, das Knacken von Knochen. Halt?! Die Dämonen hatten keine.

Asarra blickte auf. Wenige Schritte entfernt wurden Irators Skelette gerade zu übergrossen Kauknochen umfunktioniert. Der Drache in seiner weissen Lykanergestalt griff das Reittier an. Doch es schien noch nicht geschlagen. Entschlossen sprang die Amazone auf und rannte auf den verbliebenen Gegner zu. Kraftvoll sprang sie dem Untier auf den Rücken, klammerte sich mit den Beinen am muskulösen Rumpf fest und schlang dem Tier ihre Fesseln um die verbliebenen Hälse. Dann liess sie sich mit ihrem ganzen Gewicht nach hinten und zur Seite des Kopfes fallen, mit dem der Drachenlykan kämpfte. Das sollte dem Vieh die Luft ordentlich knapp werden lassen.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Sonntag 11 März 2018, 00:19
Das dünne Wesen, dessen Gedankensprache Naveen sich widersetzt hatte, verabschiedete sich von der Gruppe.
Zu Martina schien Lu´aare fast ein inniges Verhältnis entwickelt zu haben. Die beiden wirkten  sehr vertraut miteinander und es schien dem Müsi-Ork regelrecht schwer zu fallen, das Wesen gehen zu lassen. Und abermals wusste Naveen, warum er es bevorzugte, niemanden aktiv in seine Gedanken zu lassen.

Zum Abschied beantwortete die Glowen-Sklavin Merdarion noch einige Fragen. Dann schritt sie davon. Sie selbst wählten die andere Richtung und es wurde wärmer und wärmer.
Offenbar unterquerten sie gerade den Flammenfluss. Hätte irgendwer ihm bereits in der "Laterne" davon erzählt, hätte Naveen ihm wohl einen Vogel gezeigt.

Zu der schier unerträglichen Hitze gesellte sich nun noch eine poröse Felsendecke hinzu. Einige seiner Gefährten wurden von scheinbar heißen Gesteinsbrocken getroffen, doch Naveen hatte Glück. Nur einmal fiel ihm ein Münzgroßes Stück Geröll direkt vor die Füße und dampfte dort fröhlich vor sich her.

Schon zuvor hatten sie auf der Karte einen Punkt auserkoren, an dem Naveen getarnt weiterlaufen sollte, weil sie dem Torwächter gefährlich nah kamen. Und genau an diesem Punkt, traf der Elf noch einige Vorbereitungen.
Er holte aus seinem Rucksack ein kleines Käppchen, verstaute seinen Flügeldolch griffbereit, tränkte einen Wurfsterne in Kontaktgift und befestigte ihn am Körper. Den zweiten Wurfstern, den er herausholte, tränkte er mit dem Weihwasser, welches Merdarion ihm reichte und verstaute ihn ebenfalls.

"Macht euch keine Sorgen, Gevatter Zwerg. Ich lasse euch auch noch etwas übrig. Kommt, sobald ihr meine Klinge hört."
Sprach er mit einem Lächeln auf den Lippen, das von Nervosität keine Spur zeigte. Dann setzte er die Kappe auf und fast augenblicklich verschwand die Gestalt Naveens.

Ihre Lage war ernst - aber als Naveen Ragno und Martina miteinander tuscheln hörte, fast so, als würden sie annehmen, dass er schon kilometerweit weg wäre, da konnte er nicht widerstehen. Wenn er schon starb, dann wollte er es wenigstens mit einem Grinsen auf dem Gesicht. So verpasste er den beiden Herrschaften jeweils einen ordentlichen Klapps auf das Hinterteil. Wer wusste schon... vielleicht verkuppelte er hier Aylanns neues Traumpaar?

Dann lief er in Richtung dunkle Feste. Als sich der Tunnel, dem er folgte, öffnete, stand der Elf urplötzlich und ein wenig wackelig vor einer riesigen Schlucht. Ein schmaler Weg führte über selbige. Sehr schmal. Nicht nur, dass sie hier nicht nebeneinander herlaufen konnten, sobald ein Angriff erfolgte, bliebe kaum der Platz für eine mögliche Verteidigung.
Die gute Nachricht war - hinter dem Steg war das Tor zur Feste. Die Schlechte - auch der Dämon saß dort. Und er war gewaltig.

Die Knie des Schneiders zitterten leicht, als er einen Schritt nach dem anderen über den Steg schritt. Der Wächter schien zu schlafen. Seine Augen waren geschlossen und bisher hatte er Naveen offenbar nicht gewittert.
Auf der Mitte des Steges blieb der Elf stehen. Er atmete tief ein und aus. Was sollte er tun? Er konnte entweder den Steg weiter gehen und mit seinem Dolch, an dem noch das Gift haftete, den Dämon abstechen, er konnte Verstärkung rufen - oder er konnte sein Glück mit den Wurfsternen versuchen.

Langsam tastete er nach den Wurfsternen. Verstärkung würde er rufen, sobald er den Dämon getroffen hatte. Noch wollte er ihn nicht aufschrecken. Voll konzentriert atmete er tief ein und aus und... warf.

AW 22
Jeder Wurf ein Körpertreffer / normaler Schaden
Kontaktgift: Ein vergiftetes Opfer wird teilweise gelähmt und so verlangsamt (für 2 Runden richtet es nur halben Schaden an)


- 1 Aktion Tarnkappe
- 1 Aktion Kontaktgift
- zwei Wurfsterne (regeltechnisch Wurfbeile)







Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 11 März 2018, 15:01
Runde 15


Der Kampf gegen Reiter und Hunde entpuppte sich als zäh, denn die Dämonen waren keine leicht zu besiegenden Gegner. Serafina wehrte sich verbissen gegen Hund und Reiter, selbst als das Bein unter ihr weg knickte und sie am Boden lag schlug sie Klauen und Zähne in die Kehlen des Höllenhundes über ihr und wollte nicht aufgeben. Runshak eilte ihr zur Hilfe und versetzte der Bestie den Todesstoß. Doch noch blieb ihnen keine Zeit zum durchatmen, und der Ork wandte sich dem letzten verbliebenen Reiter zu. Ein schwerer Treffer sorgte dafür, das auch der letzte Seelensauger sich in dunklen Rauch auflöste, Grishnak sorgte dafür das sein Reittier ihm in die Hölle folgte. Hektisch versuchte der Schwarzork Asarra in dem Kampfgetümmel zu finden, um die Runshak sich hatte kümmern sollen – er konnte ja nicht wissen das keine Gefahr bestand das die Amazone wirklich türmte. Erstaunt stellte er fest, das sie sich trotz Fesseln auf einen der verbliebenen Höllenhunde gestürzt hatte um dem weißen Lykantrophen beizustehen. Die Fesseln fest um den Hals des Tieres geschlungen drückte sie ihm die Luft ab, während Amarok auf es einschlug, bis es reglos am Boden liegen blieb und dunkles Blut aus etlichen Wunden sickerte. Grishnak kniff die Augen zusammen. Nur zwei der Hunde lebten noch, einer, der unverletzt schien, hatte sich den schwarzen Lykantrophen als Gegner ausgesucht, und so siegessicher wie Phelan auf das Monstrum zu stolzierte, machte Grishnak sich keine Sorgen darum wer als Sieger aus den Duell hervor gehen würde. Also nahm er sich den letzten Hund vor, der von Christian abgelenkt war und ihm den Rücken zudrehte, und schlug ihm einen der drei Köpfe ab. Das reichte um dem stark angeschlagenen Biest den Rest zu geben. Anstatt erleichtert aufzuatmen, streckte der Schwarzork aber nun Christian seine blutverschmierte Waffe entgegen:

Wer Du sein? Wo Du kommen her?

Noch immer hatte er die Augen misstrauisch zusammen gekniffen und machte ein, zwei Schritte rückwärts, bedacht darauf niemanden aus der Gruppe in seinem Rücken stehen zu haben.

Und warum Gefangene hilfen Schamane, der Fluch gelegt auf ihr? Warum sie nicht flieht?

~ ~ ~


Naveen trennte sich von der Gruppe, nicht ohne Martina und Ragno einen Klaps auf den Hintern zu verpassen. Lyressa war unruhig und schaffte es nicht sich wie Merdarion hinzusetzen und auszuruhen. Sie trat von einer Pfote auf die andere, hatte die Ohren spitz aufgestellt und lauschte, ob sie hören konnte was der Schneider vor ihnen trieb. Merdarions Frage beantwortete sie dennoch, weil es sie ein wenig ablenkte:

Endris wurde in einem der Kerker gefangen gehalten. Ich kenne mich nicht in der gesamten Festung aus, aber sobald wir in einen Teil kommen in dem ich oder er schon einmal war, werde ich den Weg dorthin finden. Allerdings war er das letzte Mal, als ich ihn gesehen habe, nicht mehr dort unten, sondern im Thronsaal von Pandea. Wir können nur hoffen, das sie ihn wieder unten eingepfercht haben, denn sollte er bei Pandea selbst sein können wir einen Befreiungsversuch getrost vergessen.

Martina hielt ihr eine grüne Hand unter die Nase und beklagte sich über den Brandflecken darauf. Lyressa konnte ihre Besorgnis nicht ganz nachvollziehen, denn Lykantrophen trugen ihre Narben stets mit Stolz.

Warum willst Du es entfernen lassen? Es ist der Beweis für eine gefährliche Reise nach Taros – wer würde sich schon so etwas trauen? Glaubst Du nicht das Dein Mut mehr zählen würde als ein Stück glatte Haut? Wenn Du es tatsächlich wegmachen lassen willst frag einen Heiler sobald wir zurück sind, die schaffen mit ihrer Magie doch noch ganz andere Dinge.

~ ~ ~


Naveen hatte inzwischen den Übergang zum Tor erreicht und sich so nah an den Torwächter herangeschlichen, dass er ihn mit seinen Wurfsternen erreichen konnte. Der Schneider atmete tief durch, zielte, warf und traf. Ein Brüllen donnerte durch die Schlucht, das die Wände wackelten und kleine Steine von der Höhlendecke rieselten. Der Dämon riss die Augen auf und faltete seine Flügel auseinander, doch seine Bewegungen schienen träge zu sein, als ob er sich durch einen dickflüssigen Sirup hindurch bewegte. Er schaffte es dennoch mit den Schwingen zu schlagen, was einen ordentlichen Windstoß ergab, doch vom Boden hob er nicht ab. Stattdessen wandte er den Kopf hin und her als suche er nach einem Gegner, den er aber nicht finden konnte, da Naveen nach wie vor unsichtbar war. Mit einem weiteren Brüllen riss er sich träge die beiden Wurfsterne aus der ledernen Haut und warf sie zu Boden.

~ ~ ~


Habt Ihr das gehört? Los, kommt!

Als das Gebrüll des Torwächters ertönte, kannte Lyressa kein Halten mehr. So schnell sie ihre Beine trugen rannte sie den Weg entlang, den Naveen zuvor genommen hatte. Als der Pfad schließlich an der Schlucht endete konnte sie Naveen zwar riechen, aber sehen konnte sie ihn nicht. Dafür sah sie den Dämon, der vor dem Tor stand, und einen aufgeschreckten Pulk Fledermäuse, der genau auf die Gruppe zugeflogen kam. Ihr mit ihrem dicken Fell und Merdarion in seiner Rüstung waren die Tierchen nur lästig, doch Martina in ihrem roten Kleidchen fügten sie den ein oder anderen Kratzer zu. Am interessantesten aber war ihre Reaktion auf Ragno, denn um den Zwerg schienen sie einen Bogen zu machen und behinderten ihn kein bisschen. Eine der Fledermäuse landete sogar auf der Schulter seines tätowierten Armes und schien diesen Platz freiwillig so rasch nicht mehr verlassen zu wollen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Montag 12 März 2018, 00:39
Die Reiter waren so gut wie bezwungen und auch von den dämonischen Hunden stand nur noch einer stolz und unverletzt da. Hund schien eigentlich gar kein passender Ausdruck, denn ihm wohnte eine ursprüngliche Wildheit inne, die eher auf eine wölfische Seite hinzudeuten schien. Und trotz oder gerade wegen seiner zahlreichen Verletzungen, spürte Phelan sein Alphablut hochkochen.

„Der gehört mir!“, rief er bestimmt und begann das Höllentier zu umrunden. Drei lodernde Augenpaare folgten jeder seiner Bewegungen. Offenbar hatte ihn der Dämon als Gegner akzeptiert. Sich ihm frontal anzunähern, um sich mit drei hungrigen Mäulern auseinanderzusetzen, schien wenig ratsam. Der Leitwolf täuschte mal einen Ausbruch nach links und mal einen nach rechts an. Doch er konnte das Biest einfach nicht von der Seite zu fassen bekommen. Zu schnell reagierte es auf jede seiner Bewegungen.

Doch Phelan hatte noch ein Ass im Ärmel. Nach einem Dutzend fehlgeschlagener Versuche, sprang er in hohem Bogen über den Dämonenhund hinweg. Drei Mäuler schnappten nach seinen Hinterläufen, aber sie erwischten nur leere Luft. Dieses Manöver verschaffte ihm mehr Zeit, als er sich erhofft hatte. Die Köpfe schienen sich nicht ganz einig zu sein, in welcher Richtung sie sich zu ihm umwenden sollten.

Gelegenheit genug, das Ungetüm von der Seite her zu packen. Stets darauf bedacht außer Reichweite der 126 schnappenden Zähne zu bleiben. Mit vollem Körpereinsatz gelang es dem Meister des waffenlosen Kampfes seinen tierischen Gegner von den vier Beinen zu stemmen und schließlich auf den Rücken zu rollen.

Natürlich versuchte der Höllenhund dagegen anzukämpfen. Vergeblich. Phelan setzte sein Körpergewicht ein, um ihn in der unvorteilhaften Lage festzuhalten und kniff mit seinem Raubtiergebiss die mittlere der drei gegnerischen Kehlen. Eine unmissverständliche Geste. Als er die Klauen seiner beiden Pranken an die verbliebenen Hälse legte, war offensichtlich, dass er gewonnen hatte. Das Dämonenwesen stieß ein dreifaches Wimmern aus und sein Körper erschlaffte.

Damit war der Kampf für den Leitwolf beendet, und er ließ von seinem Gegner ab. Mit vor Stolz geschwellter Brust richtete er sich auf, um seinen Sieg in die Nacht hinauszuheulen. Um seinen unterworfenen Gegner machte er sich keine Sorgen. Er war instinktiv davon überzeugt, dass dieser seine Niederlage akzeptieren würde.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Freitag 16 März 2018, 08:28
Unzufrieden über die Antwort Lyressas brummte Merdarion und spuckte aus. Seit sie hier unten waren bekam er den Schwefelgeschmack nicht aus seinem Mund. Der Rettungsplan hatte immer mehr Lücken je weiter sie kamen. Die Rast sollte nicht lange dauern, da ein lautes Brüllen ertönte. Die Lykanerin hechtte los noch ehe der Minenbesitzer aufgesprungen war. Mit Schwert und Schild bewaffnet stürmte er den Gang entlangin die Richtung in die zuvor Naveen und dann Lyressa verschwunden waren.

Und dann stand Merdarion in dem Raum mit der Brücke. Schnell versuchte er die Situation zu erfassen. Zunächst der Dämon auf der anderen Seite, eindeutig schon dabei Anzugreifen. Dann kein Zeichen von Naveen, entweder war dieser noch unsichtbar oder schon erledigt. Viele Möglichkeiten blieben ihm nicht entweder direkt angreifen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen unf dem Rest die Möglichkeit bieten sicher zu agieren. Oder aber hier bleiben undhoffen das der Wächter zu ihnen kam, dann hätten sie den Vorteil das er es war der auf der Brücke stand. Das alles in der Hoffnung das kein Angriff aus der Distanz kam. Die zweite Option erschien Merdarion zu unsicher. Mit einem ebenfalls lauten Brüllen stürzt er auf das Ungetüm und auf die Brücke.

Beinahe brachte ihn der Luftstoß des Dämons ins Straucheln. Der Wind traf auf den Schild der besonders viel Angriffsfläche bot. Doch er fing sich lief weiter und kam schließlich in Reichweite. Ein Bolzen flog an ihm  vorbei, offensichtlich war Ragno auch angekommen. Die Fledermäuse die sich aufgeschreckt auf sie stürzten bemerkte er kaum, durch das Kettengeflecht war er vor ihnen sicher. Den Schild seitlich halten um mögliche Angriffe aus dieser Richtung abfangen zu können führt er zwei Schnelle Schnitte in Richtung des Wächters.

AW: 32
AW: 30

-1 Weihwasser
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 16 März 2018, 12:06
Frau von Muesig konnte für Naveen nur hoffen, dass sein Verhalten einen tieferen Sinn ergab, denn ansonsten haut man einer Adeligen nicht einfach auf den Allerwertesten. Ja, man fasst sie nicht einmal ungefragt an.

Lyressa hielt ihr einen Vortrag, wie stolz sie selbst Narben und Verunstaltungen von Kämpfen trage. Divergierender können Meinung schon fast nicht mehr sein. Denn Louanne, da war er sich sicher machte sich bestimmt nichts aus zusammengeflickten Gliedmaßen und Narben, die nachts leuchten. Aber sie behielt das lieber für sich, sie woltle es sich eindeutig nicht mit ihr verscherzen. Und er selbst, enin solche Zierden bräuchte er nicht. Da konnte er sich ja gleich wie ein schaf ein zeichen brennen lassen.

Weitere Diskussionen erübrigten sich sodann sowieso. Ein Brüller, so brüllte kein Naveen, also musst es jemand anderer sein. Wer immer es auch war, er brachte sogar die Wände ein wenig zum Wackeln.

Lyressa reagierte am schnellsten und rannte voraus zu der Stelle…nein, da war eine Schlucht an der der Pfad plötzlich am Ende war. Die Brücke, eine Konstruktion vielleicht von vor seiner Zeit, vielleicht aber auch magisch, wer wusste das schon immer genau? Jedenfalls gab es eh kein zurück und dem Schneider, auch wenn man ihn nicht sah, er musste unterstützt werden. Den fiel Naveen, konnte es ihnen allen so ergehen. Und obwohl er kein er mehr war, sondern eine sie, an sterben dachte er auch als Frau nicht. Und wenn doch, dann nur mit Abscheu.

Keine Frage in Ermangelung von Fernwaffen überlegte sie nicht lange und hoppelte über die Brücke. Aber genau dagegen schien jemand etwas zu haben, denn ein ganzer Pulk Fledergetier stürzte sich auf ihn. Und obschon sich der Fliedermeister nach Kräften erwehren musste und außer einem Kratzer hier oder da kaum etwas abbekam, konnte er aus den Augenwinkeln ein eigenartiges Phänomen sehen. Die gleichen Tiere, die ihn erbittert angegriffen hatten waren bei Ragno lammfromm. Keine Aggressivität, nein, ganz im Gegenteil, es hatte den Anschein, also ob Ragno der Herr dieser Flugtiere sei.

Ragno ?!!!!!“ fragte ein verdutzte Martina von Muesig. Aber sie musste sich auf sich selbst in den Gefahren rundherum konzentrieren. Da konnten solche Sachen nur von der akuten gefahr ablenken. Ein gefährliche Situation.

von Muesig wehrt die Fledermäuse erfolgreich ab, verliert keine LP
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 16 März 2018, 13:09
Der Kampf war geschlagen. Um den letzten verbliebenen Höllenhund kümmerte sich Phelan alleine. Aponi'Kasa tastete an sich herum, konnte aber keine gefährliche Verletzung mehr feststellen. Christians Heilzauber hatte die Blutung gestoppt und die Wunden zumindest oberflächlich geschlossen. Sich bei ihm persönlich zu bedanken - falls er ihre Geste mit der Pfote nicht verstanden hatte - würde sie sich für später aufheben müssen. Denn Grishnak war auf den Meistermagier aufmerksam geworden. Und wenn dem Schwarzork etwas komisch vorkam, war da nie gut. Auch Asarras Verhalten stieß ihm sauer auf und so befanden sich die Gefährten wieder einmal in Erklärungsnot.

Was Asarra anging blieb die Antwort Amarok überlassen. Ob sein Fluch die Gefangene gefügig gemacht oder geschwächt hatte sollte Irator dem Ork besser selbst erklären. Was nun Christian anging war die Angelegenheit weitaus problematischer. Bis Runshak in ein Geschrei ausbrach, wo der verdammte Hurensohn denn bis jetzt gewesen wäre der sie hätte führen sollen, oder jemandem ein anderer Schwachsinn einfiel, würde sich die Lykana Christian gegenüber misstrauisch verhalten müssen.

Daher stellte sie augenblicklich die Rückenhaare drohend auf, knurrte aus voller Brust und schlich auf allen Vieren mit gebleckten Zähnen auf den Magier zu. Dabei schob sie sich zwischen Grishnak und Christian, so dass ihre wuchtige Gestalt die Sicht auf den Hohentürmler verdeckte.

"Wem dient Ihr?", grollte sie um Christian die Möglichkeit zu geben eine einfache und passende Antwort zu finden, die keiner langen Erklärung und keiner komplizierten Lügengeschichte bedurfte.
Autor: Darius Datum/Zeit: Freitag 16 März 2018, 17:12
Zähne und Klauen trafen auf etwas das Widerstand bot und mit bestialischer Freude schlug und biss Amarok auf den höllischen Hund ein. Jeder Biss hinterließ einen furchtbaren Geschmack in seinem Maul, aber das störte ihn nicht, während er den Dämon als Stressventil gebrauchte. Es ging vorallem schnell und er hob seine Schnauze von dem toten Ding, als er keine Regung mehr davon spürte und spie soetwas wie das Blut von dem Vieh zur Seite aus. Grimmige Freude erfüllte ihn und ließ ihn sogar kurz mit seinem Schweif wedeln, denn was konnte es besseres geben als einen toten Feind, den man persönlich vernichtet hatte?

Trotzdem schaute er sich um und seine Ohren drehten sich hierhin und dorthin, während er auf der Brust des gefallenen Dämons hockte. Der Geruch von Blut war schwer in der Luft und einiges davon stammte eindeutig von der Gruppe. Wieder ertönten fremde Gedanken hinter seiner Stirn, lauernd, mal schmeichelnd, mal herausfordernd, aber Irator konnte sie ignorieren. Viele eher interessierte ihn, dass Asarra mit ihrer gezahnten Peitsche dastand, dreckverschmiert und rußig und dem Krach nach zu urteilen, war es ihrem orkischen Begleiter ebenfalls aufgefallen.

Für den Moment zufrieden stieg er von dem dreiköpfigen Hund herunter und sah nicht einmal zu dem Ork, sondern beobachtete Phelan, wie dieser den letzten Verbleibenden Höllenhund in Angriff nahm.

"Sie ist unser. Das Zeichen macht sie mir gefügig, auch wenn am Ende nicht viel von ihrem Geist übrig bleiben wird..." , kommentierte er fast gelangweilt nebenbei, als sei es eine Kleinigkeit, seine Aufmerksmakeit ganz auf den Alpha gerichtet, der mit dem Dämon rang. 
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 16 März 2018, 19:26
Allerdings wurde der Höllenhund von diesem ihm fremden Ork niedergestreckt, bevor jener seine Waffe dem Magier entgegenstreckte. Jedoch brauchte der Retter des Drachenauges wohl einen Moment zu lange für die Antwort, denn Serafina schon sich zwischen ihn und den Schwarzork. In einer nicht so ernsten Situation hätte er die Lycan wohl in die Seite geknufft, aber so verschaffte sie ihm einen Augenblick mehr Zeit, sich etwas auszudenken, während er sich in ihrem Sichtschutz einen Manatrank einverleibte, ehe er dann mit einem leicht süffisanten Lächeln in der Stimme antwortete.

Wem ich diene? Als ob das nicht offensichtlich wäre oder meint ihr etwa wirklich, die Herrin überlässt allein ein paar so abgehalfterten Söldnern und Lycanern diese wichtige Mission? Hat man ja gesehen, was dabei herauskommt. Nur gut für euch, dass der Wurm die Gefangene nicht erwischt hat, sonst wären diese Dämonen eure kleinste Sorge gewesen.

Ein bisschen tat es ihm ja schon leid, jetzt auf dieser Wurmgeschichte herumzuhacken, aber er musste seine Rolle als überheblicher Menschenmagier der Herrin nunmal halbwegs glaubwürdig rüberbringen. So wandte er dann auch ein paar Worte an den Schwarzork.

Und wenn Ihr einen Namen braucht, dürft Ihr mich Lord Dirien nennen. Mein wahrer Name ist allein der Herrin vorbehalten. Und ansonsten agiere ich in Isua, aber für unsere Gefangene hier wurde ich extra herbeordert, falls sie irgendwelche Geheimnisse in ihrer Muttersprache von sich gibt.

Den letzten Satz raunte er leise genug zu, dass es den Anschein machte, er wollte diesen vor Asarra geheimhalten. Hoffentlich gab sich der Schwarzork mit der Erklärung zufrieden, sonst musste er ihn doch noch erstarren lassen, was hier draußen einem Todesurteil gleichkäme.


-1 großer Manatrank -> 61/61 MP
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 16 März 2018, 19:42
"He, sieh dich ja vor", schimpfte Ragno und spähte mit zusammengezogenen Augenbrauen um sich. Wer immer sich hier Späße erlaubte, einen Zwerg am Hintern zu betatschen konnte blutig enden. Sollte es der unsichtbare Elf gewesen sein, würde er ihm hinterher die spitzen Ohren zurecht schnitzen.

Ragno hockte sich zu den Kumpanen, holte ein Stück Kautabak aus der Tasche und hörte sich das Lamentieren der feinen Lady von Muesig an.

"Recht hat sie", sprang Todbringer der Lykantrophin bei, steckte sich den Tabak in den Mund und kaute genüsslich. Fehlte nur ein Krug Bier. "Wer Narben trägt kann etwas auf sich halten. Siehst du das hier?"  Er deutete auf die hässliche Linie, die seine linke Gesichtshälfte zerteilte und ihn das Auge gekostet hatte. "Ohne so eine Wunde warst du nie ein Krieger. Oder einer, der sich auf der falschen Seite der Gefahrenlinie herumdrückt. Seid stolz auf Eure Brandblase, Gnädigste."

Er grinste Martina an und klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter.

Als es losging, raste Lyressa los wie von der Hummel gestochen. Ragno konnte Hummeln nicht leiden. Gemächlich stemmte er sich hoch, nahm die Armbrust vom Schultergurt und legte einen Bolzen ein. Gut gerüstet ist halb gewonnen. Nur nichts überstürzen. Da jemand die Nachhut übernehmen musste, übernahm er sie ungefragt. Das Gebrüll, das ihnen entgegen schlug gehörte zu dem von Luuare erwähnten Dämon. So wie der sich aufregte hatte ihn Naveen schief angepisst. Ragno legte die Armbrust an die Schulter. Zielte.

"Donnerkiesel, Merdarion, zieh den Schädel ein."

Fledermäuse flatterten durch die Schlucht. Genau auf sie zu. Ragno ließ sich nicht stören. Er zielte immer noch. Wartete auf eine Gelegenheit. Auf seiner Schulter bewegte sich etwas. Hakte sich in einem der Zöpfe fest.

"Gnädigste", antwortete der Zwerg auf Martinas entsetzten Schrei. "Würdet Ihr Eure Schulter ein wenig nach links - ja, so ist es gut - danke."  Und Schuss!

Aus dem Augenwinkel schielte der Zwerg auf die Fledermaus. Herr der Fliegertiere. Das hätte ihm gefallen, hätte er Martinas Gedanken gelesen. So aber verzog er nur den Mundwinkel.

"Hör zu, Kumpel, sollte es dir einfallen mir die Frisur durcheinander zu bringen, gibt's Saures. Kautabak gefällig?"

AW 9 Körpertreffer
-1 Bolzen

Autor: Naveen Datum/Zeit: Freitag 16 März 2018, 22:55
Die Wurfsterne hatten getroffen und den Torwächter aufgeschreckt. Zufrieden atmete Naveen ein. Auch schienen Weihwasser und/oder Gift zu wirken. Wirklich behände schienen die Bewegungen des Dämons nicht. Dafür ließ sein Brüllen die ganze Höhle erbeben.

Naveen war sich sicher, dass  dies seine Gefährten auf den Plan rufen würde. Und wenn die kamen, wollte er nicht mehr auf der Brücke stehen. Er war noch nicht bereit, den Schutz der Tarnkappe aufzugeben, wollte aber auch auf keinen Fall unbeabsichtigt im Weg stehen. Nicht auszudenken, wenn ein Brummer wie Ragno in ihn herein rannte.

So nahm Naveen die Beine in die Hand und legte das letzte Stück in Richtung des Torwärters auf der Brücke zurück. Das "rettende Ufer" war nur noch zwei Schritte entfernt, als der Dämon mit den Flügeln schlug. Der Schneider war den Schwingen mittlerweile so nah und diese waren so groß, dass ihn der der Windstoß regelrecht von den Beinen riss.

Irgendwie schaffte es der Elf, sich an den Felsen der anderen Seite festzuhalten, war jedoch so hart gegen die Steine geprallt, dass ihm jegliche Luft aus den Lungen gedrückt wurde. Die Rippen schmerzten. Wenn sie nicht gebrochen waren, so würden sie am nächsten Tag sicherlich in den herrlichsten Farbtönen schimmern.

Bevor er sich wieder hochzog, warf Naveen einen kurzen Blick zurück. Er genügte um zu erkennen, dass Naveens Gefährten in die Höhle gefolgt waren.
Ragno feuerte den ersten Pfeil ab.

Naveen wusste, dass er diese Augenblicke nutzen musste. Der Dämon war abgelenkt und jemand anderes konnte dem Untier nicht so schnell so nah kommen.
Jegliches Stöhnen unterdrückend hob er sich zurück auf die Plattform und zog sein Schwert.

Einen Moment lang sondierte er den Dämon um die richtige Angriffsposition zu finden. Dann schlug er schnell und hart zu und versuchte den Torwächter mit seinen Hieben in die Nähe des Abgrundes zu leiten.
Warum sollte bei ihm nicht das funktionieren, was auch schon beim Wurm Wirkung gezeigt hatte..?

- 7 LE
Schwert auf Meister = Doppelschlag möglich
AW1 = 25
AW 2 =26
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 18 März 2018, 16:21
Runde 16


Der Torwächter konnte Naveen unter seiner Tarnkappe nicht sehen, der weiter auf ihn zueilte. Der Schneider schaffte es hinter den Dämonen zu kommen, da dieser Merdarion ins Visier genommen hatte und langsam in Richtung des Übergangs stapfte. Ragnos Bolzen flog durch die Luft, erwischte den Gargoyle irgendwo an der Seite, und wurde mit einem erneuten Brüllen quittiert. Die Fledermaus auf Ragnos Schulter schien von all dem unbeeindruckt. Sie hatte die Krallen in einen seiner Zöpfe geschlagen und ließ sich auch von den Bewegungen des Zwergen nicht aus der Ruhe bringen, öffnete die Flügel nur ein wenig, um das Gleichgewicht zu halten, und sah Ragno aus schwarzen Augen fast erwartungsvoll an, während ihre Artgenossen immer noch einen Bogen um den Zwerg herum flogen, wenn sie in seine Nähe kamen.

Martina erging es da sichtlich schlechter, denn auf die Orkin nahmen die Tiere keinerlei Rücksicht. Sie musste sich mühsam ihren Weg den schmalen Pfad entlang kämpfen, auch wenn sie keine gefährlichen Verletzungen davon trug.

Martina kommt – nehmt ihr die andere Seite.

rief Lyressa ihr zu, während die Wölfin selbst um den Dämon herum hetzte, so dass sie ihn quasi von allen Seiten einkreisten. In dem Moment schlug Naveen zu. Wie aus dem Nichts schoss plötzlich dunkles Blut aus den Flügeln des Torwächters hervor, die von zwei langen Schnitten zerfetzt wurden. Im Gegensatz zu den Gefährten war dem Höllenwesen nicht klar, was da gerade mit ihm geschah und es wich instinktiv nach vorn aus. Dann drehte es den mächtigen Schädel nach hinten, konnte aber keinen Feind ausmachen. Die Ablenkung nutzte Merdarion als erfahrener Kämpfer aus um mit dem Schwert zuzuschlagen. Seine Klinge fand ebenso wie die von Naveen ihr Ziel und hinterließ tiefe Wunden. Wütend bäumte der Torwächter sich auf und stampfte so kräftig auf den Boden auf, das die Erde erbebte. Sein Schwanz schlug wild durch die Luft und er schlug mit den Pranken nach Merdarion, der ihm am nächsten stand. 

~ ~ ~


Während Phelan mit dem Höllenhund rang versuchte der Rest der Gruppe Grishnak von ihrer Glaubwürdigkeit zu überzeugen. Amarok erwähnte eher beiläufig, das sein Symbol auf Asarras Stirn die Amazone gefügig machen würde während Serafina Christian ebenso misstrauisch begegnete wie Grishnak selbst. Der Hohentürmler versuchte sich an einer rasch erfundenen Lüge, die der Schwarzork tatsächlich zu schlucken schien, besonders da er sich den Anderen gegenüber so abwertend äußerste. An den Kräften des Wolfsschamanen zweifelte der Ork ohnehin nicht, und so war die brenzlige Situation schnell überstanden und Grishnak entspannte sich wieder.

Sagen Schamane, wenn Frau sein unser, Du nicht können machen sie erzählen Geheimnisse?

fragte Grishnak nach, während er die Klinge seiner Waffe säuberte und sie wegsteckte. In der Zwischenzeit hatte Phelan den Höllenhund besiegt und heulte seinen Triumph in die Nacht hinaus. Das riesige Biest akzeptierte seine Niederlage offensichtlich, und es sah schon recht seltsam aus, wie es versuchte sich vor dem deutlich kleinerem Lykantrophen auf den Rücken zu werfen, die Kehlen präsentierte und versuchte ihm die Schnauze zu lecken um sich eindeutig zu unterwerfen.

Nachdem die Streitigkeiten beigelegt waren und alle ihre Wunden versorgt hatten ging es weiter. Der Rest der Nacht verlief ohne weitere Zwischenfälle, und auch wenn niemand zu sagen vermochte ob es an ihrem neuen Begleiter lag oder es sich schlichtweg um Glück handelte, beschwerte sich niemand darüber. Auch der Flammenfluss stellte Dank Christians Teleportationskünsten und der Sprungkraft von Serafina und Phelan kein größeres Hindernis dar, denn sie fanden eine Stelle an der der Fluss nur etwa 13 Meter breit war.
Stunde um Stunde ging es also in mehr oder weniger eintönigem Marsch weiter, bis sie irgendwann in die Nähe der schwarzen Feste ankamen. Wie Christian zuvor schon ausgekundschaftet hatte war sie von hohen Mauern umgeben, auf denen Wachen patrouillerten, und auch das große zweiflügelige Tor war nicht unbewacht. Vier Wachen standen davor, gehüllt in dunkle Plattenrüstungen, die Helme geschlossen, so dass nicht zu erkennen war um welche Rasse es sich handelte.     
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Montag 19 März 2018, 17:27
"Mein Freund, sei gewarnt. Wehe du lässt es dir einfallen was fallenzulassen. Das zieht ziemlichen Ärger nach sich, das kannst du getrost so nehmen wie ich es sage."

Als Zwerg wusste er, wie von Fledermäusen besiedelte Höhlen für gewöhnlich aussahen. Die Flugtiere nahmen es mit dem Aufräumen nicht so genau. Höhlenforscher wateten durch knöcheldicken Unrat und bestialischen Gestank. Gut, ein einziges von diesen Viechern würde jetzt keine großen Haufen machen, aber was seine Zöpfe angelangte legte Ragno Wert auf Sauberkeit. Wobei ihm einfiel, dass er noch die eine oder andere Perle hatte einflechten wollen.

Auf der anderen Seite der Brücke war die Hölle los. Während sich seine Kumpane ins Zeug legten, schob Ragno einen weiteren Bolzen in die Führung. Zielte. Wenn sich jetzt nicht einer unschön bewegte oder der unsichtbare Elf ins Schussfeld geriet, sollte der Dämon der einzige sein der blutete. Der Zeigefinger am Abzugshahn krümmte sich. Und Schuss!

"Wie du siehst, mein Freund, hast du dir den richtigen Zwerg zum Abhängen ausgesucht. Auf der Schulter von meinem Kumpel Merdarion würdest du jetzt ordentlich durchgeschüttelt. Hattest du vor den ganzen Tag an mir zu kleben oder hast du heute noch was besseres vor?"

Goldauge meinte sich düster an Warnungen wie Tollwut und Vampirismus zu erinnern.

"Kommt mir das nur so vor oder können mich deine Kumpels weniger gut leiden?"
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 20 März 2018, 07:41
Als Phelan seinen Kampf endlich fertig ausgetragen hatte, waren die Zweifel des Schwarzorks bereits durch seine Gefährten ausgeräumt worden. Darum nutzte der die Gunst der Stunde, um sich mal seine Wunden etwas näher zu betrachten. Weit kam er damit allerdings nicht. Einerseits lenkten ihn die Unterwerfungsgesten seines neuen dreiköpfigen Freundes ab – bei einem Höllenhund wirkten die doch ziemlich skurril – andererseits fiel ihm nun der elfenbeinfarbene Gegenstand, der sich zuvor an seiner Armschiene verfangen hatte, auf.

Es handelte sich dabei um eine Knochenpfeife, die der Leitwolf mit einem Schulterzucken einsteckte. Einen Augenblick später brach er in lautes Gelächter aus, denn das Dämonenbiest versuchte ihm mit allen drei Zungen gleichzeitig die Schnauze abzulecken. Dieser Versuch war von vorne herein zum Scheitern verdammt und so begannen die drei Köpfe untereinander um dieses Vorrecht zu streiten.

„Ist schon gut!“,  grinste der Alpha und tätschelte die äußeren Hälse, während er das Geschlabber der mittleren Zunge über sich ergehen ließ. „Ihr beherrscht nicht zufällig den Heilzauber, Lord Dirien?“, wandte er sich dann dem Hohentürmler zu. Vielleicht hatte er ja Glück und auch das gehörte zur selbstauferlegten Rolle Christians. Ansonsten konnte er immer noch einen teuren Regenerationstrank einnehmen. Aber irgendwas sollte er unternehmen, ehe der Höllenhund auf die Idee kam, auch noch die Wunden zu lecken.

„Wie heißt du denn, mein Freund?“ Für einen Lykantrophen war es nicht wirklich ungewöhnlich, mit einem Wolfsartigen wie mit einem menschlichen Wesen zu sprechen. Doch wie zu erwarten gewesen war, blieb eine artikulierte Antwort aus. „Ich werde dich Elggur* nennen“, beschloss er kurzerhand. Das Dämonentier hatte nichts dagegen einzuwenden. Oder zumindest fehlten ihm die Möglichkeiten seine Bedenken zu äußern. Und so blieb es dabei.

Es war ungewohnt für Phelan seinen Weg auf dem Rücken eines anderen Wesens zurückzulegen und sich auf fremde Beine verlassen zu müssen. Schon bald wurde die Reibung des Sattels am Hintern ziemlich unangenehm und er begann sich zu fragen, was Menschen an dieser Art der Fortbewegung fanden. Gerne hätte er sich bei Asarra, die er als hervorragende Reiterin kannte, erkundigt, ob er etwas falsch machte. Doch das hätte nicht zu ihren Rollen gepasst.

Zumindest der Gedanke daran, dass er ein ziemlich beeindruckendes Bild abgeben musste, war ihm ein gewisser Trost. Auf ihrer Reise durch die Lande Baals komplettierte sein Wolfshelm die pechschwarze Lederrüstung. Bedrohlich schimmerten die Bernsteinaugen im rötlichen Dämmerlicht durch die Augenschlitze hervor, wie glühende Kohlen. Damit passten sie perfekt zu denen des Höllenhundes. Dazu kam die stolze und aufrechte Haltung, mit der der große, muskulöse Krieger allen Unannehmlichkeiten zum Trotz im Sattel saß, um ein Gesamtbild zu zeichnen, das wohl kaum hinter dem des ursprünglichen Dämonenreiters nachstand.

Dennoch war er froh, als ihm der Flammenfluss eine Ausrede bot, abzusteigen. Er kannte sein Reittier noch nicht gut genug, um seine Sprungkraft abschätzen zu können, und verließ sich lieber auf seine eigenen Beine. Auch wenn er diese nach dem Ritt gründlich lockern musste. Denn der feurige Strom war auch an der schmalsten Stelle, die sie hatten finden können, noch zu breit, um Fehler zu verzeihen. Schließlich war Phelan aber bereit, nahm ein paar Schritte Anlauf und setzte mit einem gewaltigen Sprung über. Andere, die es nicht aus eigener Kraft schafften, waren auf die Hilfe Lord Diriens angewiesen.

Als er sich dann zu Elggur umdrehte, stellte der Lykaner fest, dass es diesem irgendwie gelungen war, ihm zu folgen. „Feiner Hund, das hast du dir verdient.“ Der mittlere Rachen hatte das Stück Trockenfleisch verschlungen, ehe er dazu gekommen war, es in drei Brocken zu zerteilen. Nun, im Endeffekt landete wohl eh alles im gleichen Magen. Dennoch wirkten die anderen beiden Köpfe enttäuscht. „Beim nächsten Mahl“, versicherte er ihnen und kraulte sie hinter den Ohren.

Phelan wartete damit wieder in den Sattel zu steigen, bis sie die schwarze Festung fast erreicht hatten. Dann saß er allerdings um der Wirkung willen auf. Als sie den Schatten der zinnenbewehrten Mauern fast erreicht hatten, bedeutete er seinen Gefährten zu warten und ritt voran, bis ihm die Wachen bedeuteten stehenzubleiben.

Ich bin Reik, Überlebender der Wilden Jagd“, verkündete er in seinem besten Drow. „Ich bin hier, um mich bei meinem Alpha zurückzumelden und um eine Gefangene abzuliefern. Die beiden dort“, er zuckte mit dem Kopf in Richtung der anderen Lykantrophen, „sind mein Rudel. Die anderen sind Söldner, die mit der Bewachung der Gefangenen betraut sind. Sie haben sich auf dieser Reise als wackere und zuverlässige Kämpfer erwiesen.

* Drow für Zerstörer/Mörder

-1 kl. Braten
Autor: Naveen Datum/Zeit: Mittwoch 21 März 2018, 20:45
Der Schlag hatte gesessen und Merdarion hatte nachsetzen können. Dunkles Dämonenblut floss über den Steinboden und benässte Naveens Schuhe.
Die Erde zitterte, als der Torwächter wütend aufstampfte und nur mit Mühe konnte der Schneiderelf dem Schwanz des Tieres ausweichen. Das der getränkte Boden nun gleichermaßen klebrig und rutschig wurde, half beim Ausweichen nicht unbedingt, aber Naveen hatte sich schon mehr als einmal auf sein Geschick verlassen können und so blieb er weiterhin standhaft und vom Schwanz des Tieres unbehelligt.

Dummerweise bemerkte der Elf aber, dass seine Hand wieder sichtbar wurde. Erst nur die vorderen Fingerknöchel, dann der Handrücken, das Gelenk... nach und nach bekam ein jeder Körperteil des Naveen Nebeltaus wieder Kontur. Die Magie des Käppchens war für den Augenblick versiegt.

Der Dämon hatte ihn allerdings noch nicht gesehen, er war zu sehr auf die anderen Angreifer fixiert. Naveen hoffte, dass er diesen Umstand noch einmal für sich ausnutzen konnte und hob sein Schwert gegen den Leib des Ungetüms. Die Hiebe fielen diesmal nicht ganz so fest aus, aber sie saßen. Inständig hoffte der Schneider, dass der Dämon sich vor seinem Ableben nicht noch einmal die Mühe machte und nach hinten sah.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 22 März 2018, 09:42
Gedämpft nahm Merdarion die Kampfgeräusche der anderen durch seinen Helm wahr. Nach seinen beiden Treffen hörte er viel deutlicher seinen eigen Puls klopfen. Alles was weiter als zwei Schritte entfernt war wurde ausgeblendet seine ganze Konzentration richtete sich auf den Dämon vor sich. Er war wieder zurückgewichen, als der Dämon aufstampfte. Beinahe wäre er gestrauchelt, doch es gelang ihm die Kontrolle zu behalten. Im Augenwinkel sah er einen Gegenschlag auf sich zukommen, es blieb nur die Möglichkeit direkt mit dem Schild zu blocken oder zurückzuweichen.

Merdarion entschied sich fürs zurückweichen, die Klaue schnitt vor ihm durch die Luft ohne zu treffen. Das nutzte er aus, den Schild erhoben machte er einen Schritt vor und ließ die Klinge in den Arm des Dämons fahren. Beim Herausziehen rotierte das Schwert in einer kleinen Kleisbewegung und schnitt nochmals in die dunkle Haut. Mit dem zweiten Angriff zog sich Merdarion wieder zurück, da traf ihn der nächste Angriff. Nichts gefährliches, die Klauen schabten über Kettengeflecht, hinterließen eine schmerzende Stelle. Doch bei weitem nichts was ihn ausser Gefecht gesetzt hätte.

Vorsichtig beobachtete Merdarion weiter seinen Gegner, er war sich nicht sicher ob dieser nochmals Angreifen würde. Mehrere Wunden waren bereits sichtbar und über kurz oder Lang sollten sie die Oberhand gewinnen. Denn jetzt war die Zeit ein weiterer Gegner des Dämons.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 22 März 2018, 14:38
Martina von Muesig hatte auch als Ork-Weibchen kein Mitleid mit dem Dämon, das wäre ja noch schöner. Dabei wurde Gehetzten mächtig eingeheizt. Lyressa schlug der Orkin vor den Dämon auch noch von der anderen Seite zu attackieren. Das ließ sich Martina nicht 2 Mal sagen. Und da und dort sah man die Folgen ihrer aller Angriff. Der Torwärter zahlte seinen Blutzoll. Auch wenn dieser nicht wusste wie ihm geschah, sein Lebenswille war ungebrochen und seine Wut auch. Letzteres äußerte sich durch Aufstampfen, dass die Erde nachhaltig erzitterte. Mit seinem Schwanz hieb er nach Merdarion. Ob er damit erfolgreich war, konnt Martina nicht mehr sehen, weil sie nämlich bedenklich wankte und schwankte. Es war nicht leicht das Gleichgewicht wirklich zu halten. Am Ende, die Erde unter ihren Beinen beruhigte sich allmählich wieder und Martina stellte fest: „Nicht umgefallen…ich habe keinen Umfaller gehabt !“

[Kein Schaden Durch Aufstampfen]
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 23 März 2018, 10:57
Christian machte seine Sache hervorragend. Er trampelte auf Serafinas wundem Punkt herum und gab sich abfällig und überheblich. Die Lykana grollte missgelaunt und wandte sich von dem arroganten Lord Dirien ab. Nicht ohne noch einen bissigen Kommentar abzugeben.

"Passt auf, was Ihr über Lykaner sagt, Lord, sonst könnte es sein, dass Ihr morgen ohne Eure Kehle aufwacht und nie wieder etwas zu sagen habt."

Grishnak war's zufrieden und mehr war nicht verlangt.

Phelan hatte ein neues Schoßhündchen mit drei Köpfen. Von hinten sah er recht lustig aus, wie er auf dem dämonischen Vieh voraus ritt. Lykantrophen gehörten nicht auf Reittiere, befand Aponi'Kasa, enthielt sich aber jeglichen Kommentars. Wie gehabt übernahm sie die Nachhut und behielt die "Söldner" im Blick. Unbehelligt setzten sie ihren Weg fort. Das Land gefiel ihr so gar nicht und es wurde nicht besser. Glutheiße Lavaflüsse durchschnitten die karge Ebene. Ihr wurde ein wenig mulmig als sie die "schmalste" Stelle sah, die Phelan mit Anlauf übersprang. Doch sie wollte nicht hinter ihrem Alpha nachstehen und setzte auf dieselbe Weise über. Hinter ihr zischte es, als das Haarbüschel ihrer Schwanzspitze bei der Landung etwas zu tief über die Lava strich. Es stank nach verbranntem Horn. Erleichtert atmete die Nachtjägerin aus, dass es nicht die Pfotenballen gewesen waren. Zufrieden mit ihrer Leistung trabte Aponi'Kasa mit stolzgeschwellter Brust hinter dem Trupp her und hielt weiterhin die Umgebung im Auge.

Der Marsch war öde und schien kein Ende nehmen zu wollen. Und dann endlich: Die schwarze Festung. Mauern über Mauern. Serafinas Mut sank. Wie sollten sie dort drinnen Endris finden ohne Lyressas Führung? Wie überhaupt unbehelligt hinein gelangen? Jedes falsche Wort konnte den Tod bedeuten. Aponi'Kasa hockte sich auf Phelans Weisung in Ruhestellung auf die Hinterpranken und spitzte die Ohren. Aufmerksam sondierte sie die Wälle. Ihre Schnauze nahm jede Witterung wahr. Insgeheim beschloss sie, bei nächster Gelegenheit die Sprache des Feindes zu lernen.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 23 März 2018, 21:12
Die Drohungen der Lycan tat Lord Dirien mit dem Hochziehen einer Augenbraue ab, bevor er sein Schwert ebenfalls säuberte und sich für den Marsch zwischen den als Söldner fungierenden Gefährten und der Nachut platzierte. Denn ein Magier sollte immer den Überblick behalten. Allerdings störte ihn dann doch noch der vorgebliche Alpha des kleinen Rudels, was Lord Dirien mit einem überdeutlichen Augenrollen kommentierte, bevor er sich weiterhin mit einem spöttisch anmutenden Lächeln dazu herabließ, auch verbal zu antworten.

So erstarrt seht Ihr mir gar nicht aus, dass das nicht auch ein Heiltrank regeln könnte. Aber da Ihr diesen entweder verloren habt oder aus lauter Übermut erst gar keinen mitgenommen habt, wir uns aber keine weiteren Verzögerungen durch Verletzte leisten können, werde ich dem Abhilfe schaffen.

Nach einem Fingerschnippen waren dann tatsächlich nicht nur die Wunden des Alphas versorgt, sondern auch der Söldner-Anführer Runshak und die vorgebliche Gefangene Asarra wiesen keine beeinträchtigenden Verletzungen mehr auf.

Können wir dann endlich los oder benötigt noch jemand eine besondere Motivation?

Dass diese von Lord Dirien kaum in Form von Goldmünzen, sondern eher andersartig aussehen dürften, konnten halbwegs versierte Beobachter an leichten elektrischen Entladungen erkennen, die um sein Schwert herumtanzten.

Doch offensichtlich wollte keiner Bekanntschaft damit machen, somit ging es schließlich weiter. Bis sie am Flammenfluss ankamen, wo nach einer möglichst schmalen Stelle gesucht wurde, damit einerseits zwei der Lycaner aus eigener Kraft übersetzen konnten und andererseits Lord Dirien möglichst wenig seiner kostbaren magischen Kraft für die Kurzteleporte aufwenden musste, um sich und die restlichen Mitglieder des Gefangenenüberführungstrupps auf die andere Seite zu bringen.


Ihr könntet wenigstens behaupten, dass ihr für dessen Überquerung einen eigenen Plan hattet, sei er noch so umständlich gewesen...

Ein gespieltes Seufzen ertönte, als auch der letzte Gefährte auf der anderen Seite des Flammenflusses stand. Wenigstens gab es auf dem weiteren Weg keine Hindernisse, bis sie zu dem bewachten Eingang der Feste kamen.

Die überlasse ich jetzt aber Euch, Herr Alpha, sonst kommt Ihr Euch noch gar zu überflüssig vor.

Der Hohentürmler selbst hoffte inständig, dass sie nicht gleich aufflogen, sobald sie im Inneren der Feste waren, denn flüchtend darin herumirren würde höchstwahrscheinlich das Ende bedeuten.


-11 MP -> 50/61 MP
Heilung für Phelan (+30 LP), Asarra (+11 LP) und Runshak (+11 LP)
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 23 März 2018, 22:34
Runde 15


Tatsächlich gelang es Amarok mit ihrer Hilfe, den garstigen Dämonenhund um die Ecke zu bringen. Als die Amazone sich nach dem letzten verbleibenden Untier umdrehte, staunte sie nicht schlecht. Das Vieh lag winselnd auf dem Rücken, Phelan offensichtlich drohend über ihm. Ein Hund war wohl in keiner Gestalt ein ernsthafter Gegner für einen Wolf.

Zum Glück war Asarra zu erschöpft, um sich grossartig Gedanken um die Situation zu machen. Dementsprechend musste sie nur ihren leeren Gesichtsausdruck beibehalten und emotionslos neben dem weissen Lykaner stehen, um den Schwarzork von ihrer Harmlosigkeit und Abhängigkeit zu überzeugen. Und auch Christian machte seine Sache gut. Auch wenn es sicherlich von Vorteil war, das Grishnak nicht der Hellste zu sein schien.


Runde 16


Bald waren sie wieder auf dem Weg. Die Amazone war froh, keinen Knebel mehr in ihrem Mund zu haben. Die Luft war trocken, heiss und staubig. Schon bald fühlte sie sich, als hätte sie die halbe Wüste auf ihrer Zunge. Dennoch schritt sie entschlossen vorwärts, auch wenn sie sich dabei Mühe gab, sich nicht allzu selbstbewusst zu halten. Grishnak schien einfach gestrickt, aber sehr aufmerksam. Sie wollte ihm nicht noch mehr Gründe liefern, ihr das Leben schwer zu machen.

Christians Heilzauber liess die Kopfschmerzen verfliegen. Auch wenn ihr das altbekannte Kribbeln über den Rücken lief und die Welt sich kurz drehte, gewöhnte die Amazone sich doch allmählich an die Nebenwirkungen der magischen Heilung. Gerade hier, in Taros, war sie um jede Hilfe froh, die sie bekommen konnte. Die ganze Aktion war so schon gefährlich genug, darüber war sich auch die magiescheue Amazone im Klaren.

Der Feuerfluss stellte dann allerdings ihre der Not entronnene pragmatische Sichtweise wieder arg auf die Probe. Lord Dirien alias Christian erbot sich, die weniger Sprungkräftigen auf die andere Seite zu teleportieren. Fast hätte sie sich geweigert. Doch sie war nur eine Gefangene. Und ihre Angst vor der Magie würde sie bestimmt nicht vor Grishnak zugeben. Nein, diese Schwäche würde sie dem Feind ganz sicher nicht verraten.

Also bis die Schwarzhaarige die Zähne aufeinander, ballte die gefesselten Hände zu Fäusten bis sich ihre Nägel schmerhaft in die Handflächen bohrten und liess es über sich ergehen.
Zu ihrer eigenen Verwunderung lebte sie noch, als sie auf der anderen Seite des Feuerflusses ankamen. Allerdings war ihr jetzt noch viel schwindliger. Während der ersten Zeit des Marsches stolperte sie häufig, torkelte hie und da sogar leicht. Doch abgesehen davon dass die Schwarzhaarige eine Spur blasser wirkte als sonst, schien ihr nichts zu fehlen.

Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 25 März 2018, 00:01
Amarok hatte erwartet zu sehen, wie Phelan den Dämon vernichtete, daher starrte er ungläubig auf die Szene vor sich. Statt das Monster zu töten... unterwarf er es? Nein, wirklich er unterwarf sich den Dämon, der sich wie ein Hund verhielt. Ein dreiköpfiger Hund, aber trotzdem schleckte das Ding seinem neuen Herren die Schnauze. Irritiert, aber auch nachdenklich zuckte er beifällig mit den Ohren. Es interessierte ihn jedenfalls sehr, warum und wie Phelan dies gelungen war, doch um sich weiter von der fremden, spottenden Stimme in seinem Kopf abzulenken, wandte er seine Aufmerksamkeit zu 'Lord Dirien'. Christian spielte seine Rolle gut, daher tat er es ihm gleich und gab sich unbeeindruckt...

Der weitere Weg durch die Aschewüste wurde wieder größtenteils schweigend verbracht, einerseits wegen ihrer Tarnung, andererseits um Kraft zu sparen. Die Hitze nahm nicht ab und machte ihm jeden Schritt schwer in diesem verfluchten Land. Leider ließ ihn das auch alleine mit seinen Gedanken. Während er am Ende der Gruppe neben Aponi'kasa eine Pfote vor die nächste setzte, war er gedanklich an einem anderen Ort in seinem Inneren. 'Dieses Land zehrt an unserern Kräften, selbst wenn kein Feind gegen uns steht', stellte Darius müde fest, dessen gedankliche Manifestation eingerollt dalag, die Augen fast ganz geschlossen. 'und doch müssen wir tun weswegen wir hierher gekommen sind, bevor wir wieder zurückkehren können. Schlaf weiter.', antwortete Irator streng, der in einem eigenen Körper bedrohlich vor dem erschöpften Teil stand, immer wachsam gegenüber dem, was sich an seine Seele geheftet hatte.
Doch trotz Irators Zusicherung war Darius besorgt, ob sie es schaffen würden. 'Vergiss die Anderen nicht. Frage im Notfall um ihre Unterstützung, bevor es zuviel wird und... trink mehr. Ich glaube nicht, dass wir noch lange hier bleiben werden, wenn wir erstmal die Festung erreicht haben.' Ein langgezogenes Gähnen, entrang sich dem hellen Teil und seine Augenlider wurden wieder schwer... er brauchte mehr Schlaf...

Wieder alleine bewegte Irator den Wolfskörper weiter, doch erst als er die nahende Hitze der Lavaspalte spürte und der Geruch von Verbranntem in seine Schnauze stieg kam er wieder richtig ins hier und jetzt zurück. Ein wenig erschöpft hielt er an und nahm sich eine weitere der Wasserflaschen, öffnete diese und trank erst gierig und dann in kleineren Schlucken. Dann erst schloss er sich der Suche nach einem Weg an ihm vorbei oder über dieses Hindernis hinweg an. Die Suche erübrigte sich recht bald. Phelan und Aponi'kasa setzten mit großen Sprüngen über die Spalte hinweg. 'Lord Dirien' teleportierte den Rest von ihnen hinüber, was sich trotz einer Vorwarnung seltsam anfühlte und ihn etwas schummrig auf seinen Pfoten werden ließ.

Der Anblick der schwarzen Festung weckte seine Lebensgeister wieder. Die Mauern wurden voll Interesse betrachtet, immer auf der Suche nach einer Schwäche, die sich vielleicht ausnutzen ließ. Bis auf das große Tor, auf welches sie nun zuhielten, konnte er jedoch keine weiteren Zugänge entdecken, dennoch fühlte er sich durch die Nähe ihres Ziels besser und gehorchte Phelan, als dieser ihm deutete zu warten. Ebenso wie Ponika ließ er sich dazu auf seine Hinterpranken nieder und verfolgte gebannt die Unterredung, auch wenn er keines der Worte verstand, die von dem Alpha gesprochen wurden.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 26 März 2018, 21:44
Runde 17


Der Kampf gegen den Torwächter nahm ein schnelles Ende. Überrumpelt von Naveens unsichtbarem Angriff und dem Gift, das er benutzt hatte fiel es dem Dämon schwer sich zur Wehr zu setzen. Seine Schläge waren deutlich schwächer als gewöhnlich und jede seiner Bewegungen wirkte, als ob er sich durch eine sirupartige Flüssigkeit kämpfte. Er gab zwar nicht kampflos auf, doch gegen die Überzahl hatte er unter den Umständen keine Chance. Seine Angriffe verpufften mehr oder weniger an Merdarions Rüstung, dafür kassierte er zwei Treffer von seinem Schwert. Recht jagte Lyressa ihm ihre Klauen in die Seite, links wurde er von Martina attackiert. Naveen  wurde zwar langsam wieder sichtbar, doch der Torwächter hatte hinten keine Augen und hatte so seinen Schwertstreichen nichts entgegenzusetzen. Auch Ragnos Bolzen traf und mit einem letzten Zucken der Flügel ging der Dämon zu Boden. Dort verwandelte er sich, die lederne Haut verfärbte sich in ein helles Grau, die Augen verloren ihren Glanz und wurden blicklos.Gleichzeitig verhärtete sich der gesamte Körper, und sollte einer der Gefährten auf die Idee kommen ihn anzufassen oder näher zu untersuchen, so würden sie feststellen, das er zu Stein geworden war und ihm eine daumengroße Kralle an der rechten Pranke fehlte. Diese hatte sich so im Geflecht von Merdarions Kettenhemd verfangen, das sie dort hängen geblieben und abgerissen war. 

Das Fledermäuschen auf Ragnos Schulter schien Gefallen an seinem Sitzplatz zu finden. Es drehte den Kopf und sah den Zwergen so aufmerksam an als dieser sprach, das man meinen konnte es würde jedes seiner Worte verstehen. Dann fiepste es – in einem sehr hohen Ton, der jedoch nicht laut genug war um in den Ohren weh zu tun – und fing an an dem Zopf hochzuklettern bis es so weit oben war, das es sich tatsächlich mit dem Kopf nach unten neben Ragnos Ohr hängen konnte. Die Flügel brav zusammengefaltet wirkte die kleine Fledermaus mit ihrem pelzigen Körper fast wie ein ausgefallener Haarschmuck.

Lyressa interessierte sich nicht besonders für den toten Torwächter. Nachdem sie sich überzeugt hatte, das die Anderen unverletzt waren, ging sie zu dem Tor hinüber und versuchte einen der Torflügel aufzustemmen. Doch ihre Kraft allein reichte dafür nicht aus.

Fasst Ihr mal mit an?

fragte sie knurrend, denn so recht gefiel es ihr nicht, das sie diese Aufgabe nicht allein bewältigen konnte. Mit vereinten Kräften schafften sie es schließlich das Tor zu bewegen. Das Geräusch, mit dem der schwere Flügel über den Boden scharrte, war laut und gewiss weithin zu hören, so dass sie ihn nur so weit wie unbedingt nötig bewegten und sich dann durch den entstandenen Spalt quetschten. Lyressa spitzte die Ohren und schnupperte. Die Luft in dem Gang hinter dem Tor roch muffig und alt. Es war nichts zu hören und wurde nach ein paar Metern stockdunkel.

Hat jemand Fackeln dabei? Oder meint ihr das ist zu riskant?

Der Gang schien endlos lang zu sein und änderte nie seine Richtung. Monoton ging es immer weiter geradeaus, bis man irgendwann anfing daran zu zweifeln das man tatsächlich in den unterirdischen Gewölben der schwarzen Festung war. Die ersten Zweifel wurden laut ausgesprochen, die wage Überlegung wieder umzukehren hing in der Luft, als sich endlich etwas veränderte. Uralte abgetretene Treppenstufen lagen vor ihnen, und leise, ganz leise konnte man von oben Geräusche wahrnehmen. Ein leises Wimmern, hin und wieder ein Schluchzen oder Stöhnen, und irgendwo hinter dem oberen Treppenabsatz musste es auch eine Lichtquelle geben.

Sollte sich jemand so weit hoch wagen, das er über die oberste Stufe blicken könnte, so würde er sehen das sie sich quasi an einer Kreuzung befanden. Auf ihrer Seite ging die Treppe hinab, die anderen drei Gänge waren auf gleicher Höhe angelegt. Aus dem rechten dunklen Gang erklang das Wimmern und Stöhnen, wenn man genauer hinhörte konnte man feststellen, das die Geräusche von mehr als einem Wesen stammen mussten. Der Gang geradeaus war mit Fackeln an den Wänden beleuchtet, der Gang links war dunkel und still.

~ ~ ~


Du willst zu Shir Khan? Was ist das für eine Gefangene?

Die Stimme, die Phelan in Drow antwortete, klang schnarrend und erinnerte entfernt an Kreide die über eine Schiefertafel kratzte. Zwei der Wachen sahen sich an, dann nickte der eine Helm und die andere Wache schob das Tor auf.

Wo hast Du den Höllenhund her? Ich habe noch nie jemand anderen als einen Seelensauger auf diesen Biestern reiten sehen.

Die drei Köpfe des Höllenhundes knurrten drohend als eine der Wachen zu nah an ihn heran kam. So unterwürfig er sich Phelan gegen über auch benahm, so feindselig verhielt er sich allen anderen gegenüber, besonders jetzt, da er die Anspannung seines neuen Herrn zu spüren schien. Und es würde wohl eine Weile dauern, bis er sich wieder entspannen konnte, denn hinter dem nun geöffneten Tor lag ein großer Hof, der jeder Kaserne zur Ehre gereicht hätte. Es gab Dutzende von Orks, die mit Morgensternen und Schwertern trainierten, Drow die mit Bögen und Dolchen auf Zielscheiben warfen und eine Gruppe von Trollen, die einfach auf dem Boden saßen und auf etwas herum kauten, das einmal die Beine von einem kuhgroßen Wesen gewesen sein mussten. Dazwischen liefen Goblins umher, die Eimer mit Wasser trugen, doch das bei weitem skurrilste war die dunkle Festung selbst. Das Gemäuer sah aus als ob es lebendig wäre, denn es war ständig in Bewegung. Überall an seinen Mauern, Zinnen und Türmen schien es irgendwelche Lebewesen zu geben, die in ihren Dimensionen den schlimmsten Alpträumen entsprungen waren. Riesige kindskopfgroße Spinnen hockten in ihren Nestern, schwarze Schlangen mit gelben Augen schlängelten sich wie lebendig gewordenes Efeu an den Wänden empor. Auf den Türmen lagen mehrere Schwarzdrachen und hielten ein Nickerchen. Es gab Schwärme von Nachtfaltern, die tiefviolett blühende Ranken umflatterten, Raben mit rotglühenden Augen die auf den Zinnen saßen und etliches mehr. Und über all dem lag ein dunkler Schleier, der dafür sorgte das kein noch so winziger Fleck der Feste jemals wirklich erhellt werden konnte. Selbst in den Stunden, in denen die Sonne hoch am Himmel stand herrschte hier ein dämmriges Licht, das ihr ihren Namen verliehen hatte. Verantwortlich dafür waren Schattendämonen, die das Mauerwerk wie ein nie enden wollender Strom umflossen und mit ihren Körpern bedeckten.

Zwei der Wachen führten sie über den Hof und ins Innere der dunklen Festung. Da erklang wieder die schon bekannte Stimme in Darius Kopf:

Glaubst Du wirklich, Du wirst hier jemals wieder lebend raus kommen? Vergiss Euren Plan. Siehst Du nicht welche Macht sich hier verbirgt? Schließ Dich ihnen an... 

Als die Tür der dunklen Feste hinter ihnen ins Schloss fiel, fingen alle positiven Gedanken, die sie hatten, ganz langsam an zu verblassen. Die Rollen, die sie zur Tarnung angenommen hatten, schienen mit einem Mal realer zu werden als zuvor. Waren sie nicht tatsächlich hier, um den Hauptmann der Drachenauger Kaserne auszuliefern?
Sie wurden in einen Raum geführt, in dem ein großer Tisch mit Stühlen stand und man wies sie an hier zu warten. Zwei Karaffen  mit einer schwarzen und einer roten Flüssigkeit standen auf dem Tisch und mehrere saubere Becher. Insgesamt führten drei Türen hinein, die eine, durch sie gekommen waren, und die die erste Wache nicht durchquert hatte, eine, durch die die zweite Wache verschwand, und eine dritte, deren goldener Türknauf die Form einer dämonischen Fratze hatte. Und da spürte Serafina wie etwas, das sie schon lange nicht mehr wahrgenommen hatte, an ihren Sinnen zupfte. Ein winziges Licht, in dieser erdrückend wirkenden Düsternis, eine Bindung, die sie längst verloren glaubte. Ein Band, das geschlossen wurde, als sie ins Rudel aufgenommen worden war, schwach, kaum erkennbar, aber nichtsdestotrotz vorhanden. Irgendwo in diesem Gemäuer musste ihr Alpha sein, und er war definitiv noch am Leben...
Autor: Darius Datum/Zeit: Mittwoch 28 März 2018, 00:35
Was immer Phelan den Wachen auch erzählte, es schien zu helfen, auch wenn er einige endlos erscheinende Momente angespannt wartete, die Ohren aufgerichtet und der Schweif ganz still, ob sie ihr Glück nicht schon an den Toren der dunklen Feste verlassen würde.
Erst als die gerüsteten Gestalten sich daran machten ihnen das Tor zu öffnen, entwich seiner Schnauze die Luft, welche er unwillkürlich angehalten hatte und er erhob sich wieder aus seiner hockenden Haltung.

Schon kurz nachdem er das Tor passiert hatte, fühlte er sich jedoch, als wäre er zurück durch die Zeit getreten, als Nuru durch die Tarosier besetzt gehalten wurde. Wachsam glitten seine Augen zuerst über die versammelten Kämpfer. Schwarzorks, Goblins, Trolle, Dunkelelfen... kurioserweise keine Lykantrophen und auch keine Menschen in Sicht. Viel Zeit sich Gedanken zu machen blieb jedoch nicht, denn das Ungetüm einer Festung lauerte nun ohne den Sichtschutz der vorherigen Mauer und baute sich drohend vor ihnen auf. Amaroks Augen weiteten sich leicht, sein Schweif senkte sich bei dem Anblick der sich ihm bot. Die Mauern schienen zu leben, das wenige Licht, welches auf sie fiel regelrecht zu verspeisen und stets war etwas in Bewegung. Spinnen von einer Größe, die ihn unangenehm an das befallene und verlassene Haus in Nuru denken ließen, in welchem es von eben diesen Spinnen gewimmelt hatte. Schlangen von schier endloser Zahl wanden sich überall, mehr als sich erahnen ließen, doch sein Blick wurde besonders zu den Formen gezogen, welche auf den Zinnen schliefen und ihm lief ein Schauer über den Rücken, gefolgt von einem kurzen blecken seiner Fänge. Schwarzdrachen.

So gut er konnte zog Irator seine Ausstrahlung zurück, ließ diese Sinne ersterben und zog sich ganz zurück um nicht doch noch entdeckt zu werden. Tief trank er von seiner Inneren Entschlossenheit, klammerte sich an den Hass den er seit Jahrzehnten hegte. Es half ein wenig und unversehens sprang ihm ein Feind zur Hilfe. Seine Haltung wurde wieder aufrechter und er wandte seinen Blick ab, während er dem Seelenfetzen nur Gefühle Abscheu und Hohn entgegensetzte. Hier war keine Macht, nur Ansammlungen an Sklaven und Trophäen... Dieses Mantra wiederholte er in seinem Kopf, bis seine Pfoten ihn endlich über den finsteren Hof getragen hatten. Für seine Begleiter hatte er kaum Beachtung übrig, zu sehr war er mit sich selbst beschäftigt.

Seine Hoffnung und Zuversicht begannen jedoch zu wanken, sobald die Pforte der dunkle Festung hinter ihnen ins Schloss fiel. Zweifel schlichen sich langsam und verräterisch in seine Gedanken. Was hatte er hier verloren? Die Decke, die Wände, selbst der Boden drückten auf das Gemüt und schienen auf ihn zuzurücken, jede Tür an der sie vorbeikamen wirkte wie ein versiegelter Schlund, bereit aufzuspringen und einen in die Verdammnis zu ziehen. Die anhaltende Stille in seinem Geist und der Zwang diese schwache Form beibehalten zu müssen taten ihr Übriges. Bis sie endlich einen Raum erreichten, in dem er geradeso mitbekam, dass sie hier warten sollten, bis Shir Khan kam, war es ihm schon fast alles gleichgültig geworden. Was brachten schon Furcht, Mut oder Hoffnung... Lustlos irgendwie die Initiative zu ergreifen, sah er kurz zu den Kelchen und trat näher zu dem Tisch. Schwarz und rot war die Flüssigkeit in dem Krug, bestimmt irgendein seltsamer Wein.
Vielleicht ein letzter Trunk, bevor ihn sein Schicksal ereilte? Der Gedanke war fast erheiternd zu nennen, wie sie hier auf ihren Tod warteten.

Diesen Witz wollte er gerne mit dem Ork teilen, diesem Grishnak. Ein trockenes, freudloses, stossweißes Lachen entrang sich ihm, eher wie ein Röcheln. Langsam drehte er sich herum, um dem Spion von Myriel mit seinem verfluchten Auge anzusehen.
"Wisst ihr... wir sind nicht wegen dieser Gefangenen hier. Oh nein..." , langsam schüttelte er seinen Kopf , immer noch nur halb zu der Schwarzhaut gedreht und ein schreckliches Grinsen auf seinen Zügen voller Galgenhumor.
"Wir haben ein ganz anderes Geschenk für Pandea. Eines mit viel Hingabe, voller... Zuneigung, von ihrer lieben Tante. Es ist gedacht für ihr neuestes Schoßhündchen. Nur ein Tropfen... und dann vergessen... hehehe." wieder das trockene Lachen, nachdem er seine Worte fast wie ein Bräutigam vorgetragen hatte, welcher seiner Liebsten ein Geschenk mitbrachte. Am Ende schnappten seine Kiefer einmal geräuschvoll aufeinander, um das elende Geräusch abzuwürgen, welches aus seiner Kehle kam. "Es ist nur gerecht, wenn ihr wisst, warum ihr sterben werdet. Oder vielleicht auch nicht... es ist so oder so egal."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 28 März 2018, 11:13
Angespannt hockte Aponi'Kasa neben Amarok und verfolgte das Geschehen. Phelan schaffte es, die Wachen zu überzeugen die Gruppe einzulassen. Ob sie darüber beruhigt sein sollte, darüber war die Lykana unschlüssig. Das Gemäuer stieß sie ab. Eine Bedrohlichkeit ging davon aus, die beinahe greifbar war. Ein Gefühl, das sich mit Durchschreiten des Portals verstärkte. Die Masse an Kreaturen, die diese Festung besiedelte, überstieg ihre Erwartungen bei weitem. Das Schlimmste aber waren die Mauern, die zu leben schienen. Ihre Schnauze unterschied nach dem unverkennbar intensiven Geruch unterschiedliche Orkrassen. Es stank nach Schweiß, Dreck und - auch wenn sie dessen Unmöglichkeit  besser wusste - nach Hass. Über all dem hing der dichte Odem nach Dämonen, die sich in dem düsteren Schleier aufhielten. Oder selbst diesen Schleier bildeten? Serafina hätte es nicht zu sagen gewusst.

All dies drückte auf ihre Stimmung. Die Dragoleutnant legte flach die Ohren an den Schädel und duckte sich unwillkürlich. Sie fühlte sich verfolgt und angestarrt. Die Rute an die Hinterbeine gedrückt wünschte sie sich weit weg, nur nicht in der Nachhut. Nirgendwo entdeckte sie ein Mitglied der Wilden Jagd. Das harte Schlagen des Tores der Feste weckte das Empfinden von Hoffnungslosigkeit in Aponi'Kasa. Warum war sie hiergekommen? Endris war einer von ihnen. Er würde ihr eher die Kehle herausreißen als sich dem Feind auszuliefern. Welch dumme Jungmädchen-Schwärmerei hatte sie in dieses Höllenloch geführt?

In einem kleinen Raum fand sich die Lykana wieder ohne recht zu wissen, wie sie hierher gekommen waren. Die Erfrischungen auf dem Tisch beachtete sie nicht. Kein Napf lud dazu ein, sich zu bedienen. Aponi'Kasa soff nicht aus Bechern. Sorgen bereitete ihr vielmehr das Verhalten Amaroks. Der verwandelte Eisdrache wirkte seltsam entrückt. Sein Lachen klang wirr und aufgesetzt. Ehe sie ihn daran hindern konnte plapperte er Grinshak gegenüber aus, dass sie den Schwarzork belogen hätten. Hinzu kam die Vorstellung, in Kürze Shir Khan gegenüber zu stehen. Sie waren so gut wie tot. Ein ängstliches Winseln drang aus Aponi'Kasas Kehle. Und dann der Lichtblick, der in ihrem Herzen erwachte.

Ihre Ohren richteten sich steil auf, als hätte sie Witterung aufgenommen. Als hätte sich ein Beutetier gezeigt, das als ausgestorben galt. Die zarte Bindung, die tröstende Rudelmagie weckte die Hoffnung aufs Neue. Freudig wedelte ihre Rute hin und her.

"Er ist hier", raunte sie, ohne jemand bestimmten anzusprechen. "Ich spüre ihn."

Warum ausgerechnet die Tür mit dem goldener Knauf in Form einer dämonischen Fratze sie magisch anzog, entsprang allein Aponi'Kasas Instinkt. Endris lebte! Er würde sich an sie erinnern. Er würde überglücklich sein sie zu sehen. Sie musste zu ihm.

"Er ruft mich." Und schon war sie an der Tür und griff nach dem Knauf.

Eine vertraute Stimme ertönte in ihrem Rücken. Kraftvoll, selbstsicher und keineswegs unterwürfig. Aponi'Kasa warf einen Blick über die Schulter. Asarra hatte beschlossen ihre Tarnung aufzugeben. Besorgt warf die Lykana einen kurzen Blick auf Grishnak. Würde der Schwarzork Mätzchen machen, würden sich Christian oder Runshak um ihn kümmern müssen. Mit einem zustimmenden Zucken ihrer Ohren überreichte die Dragoleutnant der Hauptmann ihre Waffe.

"Deck mir den Rücken", grummelte die Lykana und deutete mit einem weiteren Zucken eines ihrer Ohren ein Zwinkern an.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 28 März 2018, 13:13
Zu viele Angreifer machen den Dämonen zu Brei, so kurz und schmerzlos – für die Angreifer – kann man es zusammenfassen. Er wehrte sich nach Kräften, aber eben genau diese ließen kontinuierlich nach und so kam es wie es kommen musste. Martina glaubte, dass den leblosen Körper jemand angefasst hatte und vermeldete ‚steinhart‘.
DA hatte Lyressa für sie alle eine Arbeit. „Fasst Ihr …?“ Solche Sachen sind nichts für zarte Adelsfrolleinhände. Aber offen opponieren wollte Martina auch nicht. So tat sie ganz geschickt, so als ob….Zum Glück bewegte sich das Tor auch ohne ihre Tatkräftigkeit. Sie putzte ihre Hände am Kleide ab.
Als sie sich durch den Spalt quetschten, mehr hatten sie nicht geschafft mit der Unhilfe von Martina, stellte man Mehrfaches fest: schlechte Luft, hier sollte mal tüchtig gelüftet werden, man hörte nichts, also war ein Jahrmarkt eher unwahrscheinlich und am markantesten: nach einigen wenigen Schritten war die Beleuchtung weg. Es stellte sich die Frage: Fackel oder nicht Fackel.
Hmmm, wenn ich etwas einwenden darf ….“ Martina sprach bewusst betont geheimnisvoll um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Und als sie sicher war, dass alle sich zu ihr zugewandt hatten, ließ sie ihr Finger über den Anhänger, den sie von Lu’aares bekommen hatte. Der Stein leuchtet auf, nicht so penetrant wie eine Fackel, aber genug, dass man sich nicht verlaufen konnte und Hindernissen gut erkennen und um rechtzeitig  auszuweichen. 2 – 3 Mal demonstrierte die Adelige, wie es funktioniert: Anfassen – Stein leuchtet, loslassen – Stein leuchtet auch, aber ganz schwach, für ein Ausleuchten der Umgebung reichte das Letzte nicht, Ersteres schon.
Damit wollten sie den Gang schnell durchqueren. Das ‚schnell‘ konnten sie sich aber bald abschminken. Es war als ob sie den Hafen von Drachenauge durchschreiten würden - es nahm keine Ende. Nur so als Dimensionsvergleich. In der Anwesenheit von Lyressa wagte es Martina nicht ihre gefürchteten Depressionshysterien auszuleben. Hätte jemand das Zeichen zur Umkehr gegeben – und das stand zur Debatte – Martina wäre nicht mitgegangen. Sie dachte an die versklavten Wesen, die 'was war es gewesen?' abbauen mussten.
Nach schier einer Ewigkeit, sie musste lange unterwegs gewesen sein, hatten aber jegliches Zeitgefühl verloren. „Wird es nicht einmal Zeit zu rasten und zu essen ?“ warf Martina in den Gang. Aber da waren Stufen und da waren Geräusche. Ein Wimmern, deutete darauf hin, dass eine oder mehrere Wesen in einer Lage waren, die ihnen alles andere als behagte. „Das sind meine Freunde…“ und es war genau darum, warum Martin es wagte vorsichtig, ganz  behutsam nach oben zu klettern und Ausschau zu halten. Wie sie darauf kam, erklärte sie aber nicht.

Nach einiger zeit hatte er genug gesehen und zog sich wieder zurück. Unten angekommen flüsterte er den anderen die örtliche Gegebenheit zu „Eine Kreuzung ….“ Und wie die Ausleuchtung ausfällt. Nachdem er geendet hatte und es den Anschein hatte, es wusste niemand, was sie nun tun sollten, schlug Martina von Muesig folgendes vor: „Kameraden…ich denke, da benötigt eine Gruppe unser Hilfe. Ich weiß es könnte gefährlich sein, aber wenn wir keinen direkten Angriff wagen, sondern nur einzelne Leute…wenn das Wachen sind, werden es nicht allzu viele sein, außerdem fühlen sie sich hier unten sicher und passen bestimmt nur auf – und das vermute ich jetzt nur – Gefangen auf, dass die für sie schuften. Macht wer mit ?“ Er erklärte, dass er mit Steinchen, die er in Richtung des rechten Gange werfen wollte, von wo das Wehklagen kam, die Bewacher herauslocken wollte und sie dann durch den Gang, wo sie sich aufhielten, durchlotsen wollte, wo sie sie dann einen nach dem andren ausschalten konnten. Es war bestimmt kein guter Plan, aber den einzigen den sie hatte. Und durchführbar hielt sie es.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 28 März 2018, 17:48
Eine Offizierin aus Dragonia“, entschied sich Phelan nach kurzem Zögern mitzuteilen. Den genauen Rang und die Stadt unerwähnt zu lassen, würde genügen müssen. „Und den Hund habe ich unterworfen.“ Er ließ es so selbstverständlich wie möglich klingen. Denn obwohl er es durchaus darauf angelegt hatte, Eindruck zu schinden, wollte er nicht zu sehr auffallen. Das war gar nicht so einfach, denn die eigene Unruhe schien ansteckend auf Elggur zu wirken. Und so knurrte das Ungetüm in drei Richtungen gleichzeitig, während es dem Leitwolf über den Festungshof folgte.

Düster wirkte dieser Ort, als würde ihm ewiger Schatten anhaften wie der Aussatz einem Leprakranken. Dieses verwunschene Stückchen Erde kannte keine Freude, kein Lachen. Da war sich der schwarze Lykantroph sicher. Hier regierte das Klirren der orkischen Waffen, die heftiger aufeinander prallten, als es für Übungskämpfe angemessen schien, die satten Geräusche, mit denen sich die Geschosse der Dunkelelfen in die Zielscheiben, die ihren Feinden nachempfunden waren, bohrten und das gierige Schmatzen der Trolle, die Phelan selbst während sie bei ihrem Mahl beisammensaßen, noch zu überragen schienen.

Und der Raum zwischen diesen Schreckensgestalten war erfüllt von geschäftig umherwuselnden Goblins, Spinnen auf deren Speisekarte Raben und Ratten zu stehen schienen und Schlangen, an deren Giftigkeit der Krieger keinen Augenblick lang zweifelte. Einzig und allein die violetten Blüten und die Falter, die diese umschwärmten, schienen in einem gewissen Kontrast zu ihrer tötlichen Umgebung zu stehen. Und das weckte in ihm nur die Frage, welches verborgene Übel sie bereithielten.

Wie ansteckender Aussatz hatte sich dieser Mantel der Düsternis auch über Phelans Gemüt gelegt. Die Dunkle Festung, welch passende Bezeichnung. Doch warum dagegen ankämpfen? War dies nicht genau der Ort, an dem er sein sollte? Er war endlich angekommen. Schließlich hatte er sich mit Leib und Seele Baal verschrieben, um seine Rache zu bekommen. Oder etwa nicht? Er war zuhause. Er musste nur die Hand nach seinem rechtmäßigen Herrn ausstrecken. Vermutlich würde er dabei nicht glücklich werden. Es war auch nicht seine Aufgabe, glücklich zu werden. Doch wenn er gut diente, konnte er in der Gunst des dunklen Gottes aufsteigen. Ihm eine wichtige Gefangene auszuliefern war ein guter Anfang. Und vielleicht würde er irgendwann zumindest für eine Weile zu Côrs Lieblingsspielzeugen zählen…

Der Höllenhund schien von der erdrückenden Atmosphäre unbeeindruckt zu sein. Und so begann er seinem Herrchen die Pfote zu lecken, um es aufzumuntern. Und der Alpha revanchierte sich, indem er ihm geistesabwesend den entsprechenden Kopf tätschelte. Tatsächlich munterte ihn diese zutrauliche Geste ein klein wenig auf. Weit genug, um sich zu erinnern warum er hier war zumindest. Und vor allem warum er zurück wollte. Er würde Myriel nicht zurück lassen.

Wie ein Mantra wiederholte er diesen Vorsatz im Geiste, bis sie den Raum erreichten, in dem sie warten sollten. Zwei Karaffen standen dort auf einem Tisch bereit. Der Inhalt der einen so rot und verführerisch wie frisches Blut. Doch es war keine Zeit sich über Annehmlichkeiten Gedanken zu machen. Viel wichtiger war es Shir Khan nicht tatsächlich über den Weg zu laufen. Der Alhpa der Wilden Jagd konnte ihrer Fährte natürlich problemlos folgen. Wohin sie sich auch wenden würden. Alles was ihnen bleiben würde, wäre ein kleiner Vorsprung und die Aussicht auf ein Portal. Vorzugsweise galt es dazu durch eine Tür zu verschwinden, hinter der hoffentlich keine Wache auf sie wartete: Die Tür mit der Dämonenfratze!

Und während der Leitwolf über Fluchtpläne nachdachte und sein stummes Mantra vergaß, begann die düstere Atmosphäre dieses Ortes wieder verstärkt in seinen Geist zu sickern und seinen Willen mit fester Hand zu umschließen. Es war die Zeit gekommen seinen Platz zu Füßen Baals einzunehmen und zu dienen, wie es ihm, wie es seinem ganzen Volk, vorherbestimmt war.
Autor: Naveen Datum/Zeit: Donnerstag 29 März 2018, 23:48
Der Dämon fiel schwer zu Boden. Sie hatten es geschafft. Die Textur seiner Haut schien sich zu verändern und ein Zeugnis des Ablebens des einst so kraftvollen Untieres zu werden.
Steinhart kommentierte Martina und Naveen wandte sich schwer atmend ab.
Es war kein Zuckerschlecken gewesen, diesen Dämon zu besiegen. Sie hatten ihre vereinten Kräfte benötigt. Jeder Schlag, jeder Hieb, jeder Bolzen war wichtig gewesen. Und dennoch hatte Naveen eine Ahnung, dass sie großes Glück gehabt hatten und der Torwächter nicht sein volles Potential hatte entfalten können.

Mit ebenso vereinten Kräften schoben sie das Tor auf. Einer nach dem anderen trat dann in den Gang. Es wurde dunkel um sie herum...
"Ich hätte aber auch Fackeln dabei..." nuschelte Naveen, als Martina ihnen die Handhabung ihres Halskettchens demonstrierte. Besonders weit konnte man nicht sehen. Aber wenn seine Kameraden empfanden, dass der Fackelschein sie zu schnell verraten konnte, dann wollte der Elf sich dem nicht widersetzen.

Ein Schritt nach dem anderen ging er hinter dem leuchtenden Stein des Glow her und irgendwann überkam ihn das Gefühl, dass dieser eintönige, gerade und dunkle Gang wohl niemals enden würde.
Doch gerade, als Naveen in das Krakelen über die Sinnlosigkeit ihres Tuns einsteigen wollte, standen sie urplötzlich vor alten Treppenstufen.

Es war Martina, die sich anbot und schnellstens die Stufen erklomm. Naveen staunte. Das hätte er ihr/ihm nicht zugetraut, immerhin konnte niemand sagen, was sie dort oben erwartete. Doch vielleicht hatte der Kampf und der darauffolgende, triste Marsch den Orkadel dazu beflügelt den Vorreiter zu stellen.

Als Martina wieder hinab stieg und berichtete, nickte Naveen wortlos in die Dunkelheit. So lange es ihre eigene Mission nicht gefährdete, konnten sie seinetwegen auch irgendwelchen anderen Gruppen helfen. Es lag ja quasi auf dem Weg.
Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 30 März 2018, 09:24
Gegenteilig zum Rest der Gruppe wurden Asarras Schritte immer sicherer, je weiter sie sich von dem Feuerfluss entfernten. Die Nachwirkungen der magischen Reise verflogen langsam, die Kriegerin fand wieder in ihren gewohnten Marschtritt zurück. Dennoch war es eine Plackerei, Taros war wirklich kein angenehmer Ort für Wanderungen, auch wenn die Umgebung etwas faszinierendes hatte. Ohne die feindliche Besatzung wäre es bestimmt ein spannender Ort gewesen. Andererseits, wie würde Taros wohl aussehen, wenn es nicht der Vorgarten von Côr wäre?

In solcherlei Überlegungen versunken, trugen ihre Füsse sie ganz automatisch mit der restlichen Gruppe mit. Erst als sie in unmittelbare Sichtweite der Mauern kam, riss das schaurige Gebäude Asarra mit Gewalt wieder in die Gegenwart. Hohe, dunkle Mauern, nur ein Tor. Gut für die Verteidigung, doch schwierig wenn man belagert werden sollte. Es würde wohl einen weiteren, kleineren und unauffälligeren Ausgang geben, vermutete die Kriegerin. Erkennen konnte sie ihn jedoch nicht. Was auch nicht weiter wichtig war, schliesslich sollten sie planmässig mittels Portalrolle fliehen. Doch was verlief schon jemals nach Plan? Kurz dachte sie an den Schneider, der zusammen mit ihrer Peitsche verschwunden war.

Ihre Nerven liessen keine Schauspielerei mehr zu. Die Schwarzhaarige mochte nicht mehr unterwürfig auf den Boden starren und die gefügige Gefangene zu spielen. So stand sie aufrecht da, musterte die Wachen und die Tore trotzig. Doch auch dieser sonst so hartnäckige Trotz verflog beim Anblick des Inneren der schwarzen Feste. Die Truppen des Feindes sahen stark und geübt aus, doch das war es nicht, was der Amazone den Atem raubte. Es war die Feste selbst. Die Wände schienen zu leben, ein immerwährend schwarzer Schleier wirbelte darüber - oder darin? Während ungezähltes Gezücht darauf herum kroch. Riesige Spinnen, grösser noch als diejenigen in Isua. Und schwarze Schlangen mit glühenden Augen. Sie spürte wie sich ihre eigene, kleine grüne Schlange ganz tief unter ihrer Rüstung verkrochen und versteckt hatte. Schlaues Tierchen.

Asarra hätte nie für möglich gehalten, dass der Anblick eines Gebäudes einen solchen Horror hätte hervorrufen können. Doch es erinnerte sie an den Tag, als sie Côr gegenüber trat. Die Leichtigkeit, mit der er sie weggefegt hatte. Sie war ein Nichts, eine lästige kleine Fliege verglichen mit der Macht des gefallenen Sängers. Und Pandea war eine Halbgöttin. Wie nochmal waren sie auf die Idee gekommen, sie könnten den beiden ihr Schosstier unter der Nase wegstehlen?

Als die Tür sich hinter der Gruppe schloss, klang es wie das Zuklappen eines Sargdeckels. Sie hatten allesamt ihr Schicksal besiegelt.

Und dann begann Irator zu sprechen. Ihren Auftrag auszuplaudern. In Rätseln zwar, die sie auch nur knapp verstand weil sie wusste was ihr Plan war. Aber trotzdem. Dann kam wieder Leben in Serafinas Haltung. Plötzlich bröckelten auch die grossen, schwarzen Mauern der Verzweiflung und Machtlosigkeit, die sich fest um ihren eigenen Geist gelegt hatten. Mit einem Ruck löste sie die Fesseln und band sich das Seil um den Oberkörper.

"Serafina, ich hätte gerne meine Axt wieder" mit einem gefährlichen Funkeln in den Augen grinste sie ihre Gildenschwester an. Die gefangene Hauptmann verschwand, die Amazone war wieder da.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 30 März 2018, 14:27
Phelan gelang es mit seinen Worten in der für den Hohentürmler fremden Sprache, die Wachen zum Öffnen des Tores zu bringen. Dahinter wurden jedoch zu des Magiers leichter Überraschung keine Heerscharen von Lycanern sichtbar, sondern zahlreiche andere als finster geltende Wesen, von denen die Schwarzorks noch zu den bekannteren gehörten. Mit Trollen hatte auch der Retter des Drachenauges noch nicht sonderlich viele Begegnungen gehabt. Und weiter oben waren die Umrisse von Schwarzdrachen und finsteren Dämonen zu erahnen. Doch sie ließen das etwas beklemmende Gefühl des Hofes hinter sich - wobei sich selbst der Magier beherrschen musste, nicht alles in gleißendes Sonnenlicht zu tauchen -, um ins Innere der eigentlichen Feste zu gelangen.

Hier wurden sie von einem der Wächter in  einen Raum geführt, während der andere noch vor der Tür zu diesem wohl stehen blieb, zumindest kam er nicht mit hinein. Von dem mit ihnen hereingekommenen Wächter wurden sie darum gebeten, hier zu warten, während er selbst Shir Khan höchstpersönlich holen wollte und deshalb durch eine andere der insgesamt drei Türen dieses Raumes trat. Shir Khan...auf den wollte Christian bestimmt nicht treffen und dieser würde ihn wohl jederzeit erkennen oder erschnüffeln, so oft, wie sie bisher aufeinander getroffen waren.

Schließlich war nur noch der unbekannte Schwarzork bei ihnen, der nicht Teil der in Dragonia aufgebrochenen Truppe war. Und Irator hatte nichts Besseres zu tun, als diesem mal eben etwas kryptisch mitzuteilen, was sie wirklich vorhatten. Innerlich augenrollend, beobachtete der ehemalige Statthalter von Nighton nun den Ork namens Grishnak. Eine falsche Bewegung von diesem und dem Magier des Hohenturms würde kaum eine andere Wahl bleiben, als zu versuchen, diesen mit einer Katalepsie zu verzaubern, auch wenn er viel lieber mit Serafina - seiner insgeheim liebsten Lycan -  mitgegangen wäre. Hoffentlich konnte Asarra auch auf sie aufpassen, denn wer wusste schon, was sich hinter einer Tür mit einer Dämonenfratze wirklich verbarg?


Solange ihr unserem Freund hier nicht noch brühwarm verratet, was ich mit diesem Ort mache, wenn irgendetwas richtig schiefgeht. Naja, hoffen wir einfach, dass es nicht ganz soweit kommt.

Ein bisschen schwang bei den Worten immer noch die überhebliche Maske des Lord Dirien mit. Doch wie die Feste auf Kaskaden reinsten Lichtes reagierte, die mitten in ihrem Innersten entladen wurden, wollte er wirklich nicht herausfinden. Denn es war dabei alles möglich, vom wirkungslosen Verpuffen bis zur vollkommenen gegenseitigen Auslöschung. Dass er in dem Fall seine Gefährtin Neome und ihre gemeinsame Tochter Yolmena nicht mehr wiedersehen würde, war dabei mehr als nur wahrscheinlich.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Samstag 31 März 2018, 08:35
Schwer atmend ließ Merdarion seine Klinge sinken. Der Kampf hatte nicht lange gedauert und trotzdem fühlte er sich erschlagen. Das von dem Dämon keine letzten Zuckungen zu erwarten waren war eindeutig. Bisher hatte er selbst nur ein einziges Mal gesehen das sich Stein bewegte und sein Gildenbruder Menir war nicht zu sehen. Nur langsam beruhigte sich sein Herzschlag und die normale Sichtweise trat wieder ein. Offensichtlich war niemand ernsthaft verletzt worden. Routiniert wurde die Schwertklinge an einem dem Kleidungbsfetzen gereinigt und weggesteckt, dann folgte eine kurze Begutachtung des eigenen Körpers. Viel zu oft schätze man die erlittenen Treffer während eines Kampfes falsch ein nur um danach festzustellen das der Knochen doch gebrochen, oder aus einer Wunde unentwegt weiter Blut geflossen war. Doch der Minenbesitzer hatte Glück, seine Hande blieben nur an etwas hängen das sich im Kettengeflecht verfangen hatte. Bei näherer Begutachtung stellte es sich als Kralle des soeben verblichenen Geschöpf der Höllen heraus. Eigentlich ein nettes kleines Erinnerungsstück, für den Fall zumindest das sie es hier wieder herausschafften. Also steckte er die Kralle in seinen Rucksack.

Währenddessen hatte sich die Lykanerin bereits der vor ihnen liegenden Tüt gewidmet, die ganz offensichtlich der Meinung war sich nicht öffnen zu wollen. Der Bitte nachkommend stemmte sich also Merdarion zusammen mit den anderen gegen besagte Tür, die darufhin doch nachgab. Dahinter erwartete sie Schwärze. Vorsichtig schob er sich hinein. Seine Nase war bei weitem nicht so gut wie die eines Lykaners, aber abgestandene Luft kannte er aus den Minen zu genüge. Viel genutzt war der Gang wohl nicht worden, das könnte sich für sie zum Vorteil entwickeln. Solange niemand den toten Dämon fand war der Weg hinein auch ein guter Weg wieder hinaus. Die Hoffnung durch puren Zufall wieder auf Phelan und die anderen zu treffen hatte Merdarion schon wieder aufgegeben. "Lieber keine Fackel, schon einmal von schlagendem Wetter gehört? Ihr doch sicherlich Gevatter. Lasst es uns lieber damit versuchen." Mit damit meinte er den Stein Glow den er dann hervorholte. Zusammen mit der von Martin genutzen Phiole konnten sie dann genügend Helligkeit erzeugen um den Weg fortzusetzten.

Bereits zuvor war das typische Gefühl des Erdrückwerdens aufgekommen. Merdarion kannte dieses aus seinen ersten Besuchen unter Tage, er hatte sich daran gewöhnt. Doch dieser Gang hatte etwas anderes, deutlich bedrohlicheres und der Gedanke umzukehren klopfte leise an die Tüt zu seinem Kopf. Doch was machte es für einen Unterschied, zurück würde beinahe genau so lange dauern wie weiterzugehen und das tat er dann auch. Seit einiges Zeit spielte der ehemalige Soldat schon mit dem Gedanken eine Rast vorschlagen und er war offensichtlich nicht der einzige. Dann war es endlich soweit, sie kamen an einer Treppe an. Zu Merdarions Überraschnung machte diesmal der verwandelte Adlige die Vorhut, als dieser zurückkam und berichtete wiegte der Minenbesitzer nachdenklich den Kopf.

"Ich halte die Idee mit den Steinen nicht so gut. Wenn es Wachen geben sollte, dürften sie hier unten am aller wenigsten mit Eindringlingen rechnen, daher würde ich vorschlagen lieber gleich weiterzugehen. Wenn nämlich nicht alle auf deine Falle reagieren sind die anderen möglichweise durch den Lärm gewarnt. Abgesehen davon schlage ich vor ein oder zwei von uns bleiben hier und sichern den Rückweg, nicht das uns noch jemand in den Rücken fällt." Die Dunkelheit des Ganges bot genügend Deckung und da er offensichtlich kaum benutzt wurde auch genügend Sicherheit. Am liebsten wäre ihm gewesen Lyressa würde zurückbleiben, bei ihr wusste er wo die Loyalität lag und zwar nur bei Endris, doch sie war die einzige die sich halbwegs auskannte. "Also will wer zurückbleiben? Notfalls mache ich das." Und das wirklich ungern. "Wir können aber gerne deinen Plan versuchen." Gab er schließlich an Martin zurück. Zu aller erst verpackte er wieder seinen Stein, sich durch Licht zu verraten war keine gute Idee.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Sonntag 01 April 2018, 11:48
In einem anderen Land als Taros hätte Todbringer das lästige Vieh von seiner Schulter gewischt. Schon hob er die Hand, um die Fledermaus aus seinem Haar zu klauben. Das Mal an seinem Arm pochte. Der Zwerg erkannte nicht den Zusammenhang. Trotzdem ließ er die Hand sinken. Sollte es doch bleiben wo es war. Mit einem Seufzen antwortete Ragno dem hohen Fiepsen.

"Keinen Mucks jetzt, hörst du? Wir schleichen uns in die Festung. Ich rate dir, uns nicht zu verraten."

Ragno folgte den anderen über die Brücke. Den toten Dämon tippte er mit dem Stiefel an. Er rührte sich nicht mehr. Seine Kameraden hatte wirklich gute Arbeit geleistet. Gemeinsam stemmten sie einen Torflügel auf. Durch den schmalen Spalt schlüpften sie in einen finsteren Gang. Merdarion riet von Fackeln ab.

Schlagendes Wetter. Sehr ungesund. Genau wie Metall in einem Gewitter über den Kopf zu halten."

Ragno lief mit der Lykantrophin voran, weil sie beide im Dunkeln besser sehen konnten als die anderen. Außerdem roch die Werwölfin besser und der Zwerg hatte die Armbrust. Damit konnte man Überraschungen rasch zuvorkommen. Dass es hier ungesunde Überraschungen gab, davon war der Zwerg überzeugt. Die Empfindung von Gefahr schwebte über ihnen wie ein angeschlagener Felsüberhang. Ragnos Auge huschte nervös über die schwarzen Wände.

Unbehelligt erreichten sie eine Treppe. Geräusche drangen zu ihnen herunter. Martina machte den Späher und sondierte die Lage.

"Leute, wenn dort oben das ist wonach es klingt, sollten nur wenige Wachen zu erwarten sein. Meine Meinung. Was eingesperrt und am Winseln ist, braucht nur keine doppelte Aufsicht. Ich bin Merdarions Ansicht. Überraschung ist der halbe Sieg. Mit meiner Freundin hier..."

Er klopfte auf die Armbrust. "...können wir die Kerle leise ausschalten. Wolf auf leisen Pfoten sollte auch nach oben. Was ist mit Euch, Herr Elf. Ist Euer Hut noch zu gebrauchen? Ihr habt nicht zufällig Wurfmesser?"

Womit für ihn klar war, wer zurückbleiben und den Gang im Auge behalten würde. Diejenigen, die zu laut oder zu ungeschickt zum Anschleichen waren oder zu nah heran mussten.

Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 01 April 2018, 18:41
Runde 18


Ihr nicht wollen tauschen Gefangene?

Grishnak, der am Tisch stand und gerade etwas von der schwarzen Flüssigkeit in einen Becher goss, sah Amarok skeptisch an. Der weiße Wolf wirkte fast hysterisch wie er da grundlos lachte und seltsame Wahrheiten preis gab, da er glaubte ohnehin bald sterben zu müssen. Doch da stürzte Serafina plötzlich zu einer der Türen, Asarra befreite sich und stand binnen weniger Wimpernschlägen hinter ihr. Ob Grishnak deshalb eins und eins zusammen zählte, oder ob er die ganze Zeit nur den einfältigen Ork gespielt hatte würden sie wohl, wenn überhaupt, erst sehr viel später erfahren. Vielleicht hatte er auch einfach Christian erkannt, der in Aylann mittlerweile eine recht bekannte Persönlichkeit war oder er vertraute darauf, das kein Feind in der Lage war durch ein Portal in den schwarzen Turm zu gelangen. Seine Reaktion fiel jedenfalls ungewöhnlich aus, denn er ging auf Amarok zu und hielt ihm den Becher mit der schwarzen Flüssigkeit entgegen. 

Wenn Herrin Geschenk machen Pandea Grishnak helfen überbringen. Schamane wollen Grishnak Vertrauen, Grishnak wollen Vertrauen Schamane. Hier, trinken!

Dabei ignorierte er Serafina und Asarra völlig, die inzwischen die Tür öffneten und hindurchgingen, er ignorierte Christians wachsamen Blick, der bereit war jederzeit einzugreifen und einen Zauber zu wirken, er sah nur dem weißen Lykantrophen fest in die Augen.

Und wenn Du getrunken, geben ihm Becher. 

Jetzt deutete der Schwarzork auf Phelan, der bereits seit sie den Hof überquert hatten, seltsam apathisch wirkte.

~ ~ ~


Unten im Verließ war überraschenderweise Martina diejenige, die die Initiative ergriff. Sie schlich die Stufen hinauf um die Lage zu sondieren und kam nur wieder kurz hinunter, um sich kurz mit den Anderen abzusprechen. Die Idee mit den Steinchen wurde verworfen, stattdessen stand die Idee im Raum eine Person abzustellen, die den Fluchtweg bewachen sollte. Als Merdarions Blick in ihre Richtung wanderte, schüttelte Lyressa ganz entschieden mit dem Kopf.

Oh, nein, auf gar keinen Fall werde ich hier bleiben. Ich werde Endris hier herausholen, und wenn es das Letzte ist was ich tue. Wenn ich das ganz realistisch betrachte bringt uns eine Wache hier an der Abzweigung ohnehin recht wenig. Wenn Martina und Ragno Recht haben und es nur wenige Wachen gibt werden sie uns so oder so nicht an der Flucht hindern können. Und wenn es viele sind... was will ein einzelner Kämpfer dann gegen sie ausrichten?

Dennoch war es allein Merdarions Entscheidung ob er hier blieb um Wache zu halten, oder bei ihnen blieb. Naveen, Martina und Ragno schlichen jedenfalls so leise sie konnten die Stufen wieder hinauf. Oben auf dem Absatz angekommen wandten sie sich nach rechts zu dem dunklen Gang, aus dem das Wimmern ertönte.  Dort gab es keinerlei Licht, was darauf hindeutete, das sich dort zumindest im Moment keine Wachen aufhielten. Am Ende des beleuchteten Ganges konnten sie jetzt aber einen Durchgang in der Wand rechts erkennen aus dem flackerndes Licht schien, das vermutlich von weiteren Fackeln oder einem Kaminfeuer stammte. Eine Tür gab es dort schon seit langer Zeit nicht mehr, das Holz war irgendwann durch die Feuchtigkeit in den Mauern weg gefault und nicht ersetzt worden. Jetzt konnte man, wenn man lange genug den Gang beobachtete, hin und wieder einen Schatten sehen, der in den Gang geworfen wurde.

Der Gang aus dem das Wimmern erklang war dagegen stockdunkel, so dunkel, das es selbst Lyressa und Ragno schwer fiel darin etwas zu erkennen. Nach ein paar Metern konnte man rechts und links des Ganges Gittertüren ertasten, Gefängniszellen, die aneinander angrenzten. Nicht alle davon waren belegt, doch mindestens sechs der Gitter waren fest verschlossen und aus dreien davon waren Geräusche zu hören. Als die Insassen bemerkten, das sich jemand näherte, verstummten zwei der Stimmen in der Dunkelheit, nur ein Gefangener flüchtete in die hinterste Ecke seiner Zelle und wimmerte flehend mit einem dragonischen Dialekt, der darauf hindeutete das er aus Drachenauge oder der näheren Umgebung stammen musste:

Nein, bitte nicht, nicht schon wieder. Ich habe Euch schon alles gesagt was ich weiß. Ich bin doch nur ein kleiner Hafenarbeiter, ich weiß nichts über die Armeen des Königs oder irgendwelche Söldner.

~ ~ ~


Serafina drehte den Knauf, der wie eine dämonische Fratze aussah. Er drehte sich leicht unter ihrer Pfote und die Tür gab auf ihr Drücken hin nach. Sie gelangte mit Asarra in einen weiteren Raum, größer als der Vorherige, mit einem langen Tisch darin, der entfernt an eine Essenstafel erinnerte. Sie mussten die dunklen Holzbänke an seinen langen Seiten umrunden, um zu der Tür auf der anderen Seite zu gelangen, und kamen dabei an einem der beiden Stühle vorbei, die vor Kopf standen. Er sah aus wie ein aus dunklem Holz gefertigter Thron, mit hoher Rücken und zwei Armlehnen, die irgendwie dunkler wirkten als der Rest des Stuhls. Erst bei genauerer Betrachtung sah man zwei dicke Nägel, die aus den Armlehnen dort heraus ragten, wo man wohl die Hände ablegen würde, und zwei breite Lederbänder, mit denen die Handgelenke festgebunden werden konnten.

Es war keine Zeit um sich näher mit den Möbelstücken zu beschäftigen. Die wenigen Minuten, die Shir Khan brauchen würde um den Raum zu erreichen, in dem sie bis eben noch gewesen waren, waren der einzige Vorsprung den sie hatten. Wenn sie es wirklich schaffen wollten zu Endris zu gelangen, dann mussten sie sich beeilen. Die nächste Tür öffnete sich zu einem breitem Korridor, der nach rechts und links führte. Serafinas Instinkt zog sie nach rechts. Dort gab es geschlossene Türen auf der rechten und linken Seite des Ganges, der irgendwann einen weiteren Rechtsknick machte und nicht weiter einzusehen war. Links führte an dieser Stelle eine Treppe nach unten, von rechts waren leise Schritte zu hören, die sich beständig näherten, und Serafinas Ohren nach von zwei Personen stammten.

~ ~ ~


Zum wiederholten Mal in den letzten Tagen trat Myriel auf die Lichtung und untersuchte den Boden nach irgendwelche Fußspuren. Sie waren zu elft gewesen, wenn sie durch das Portal hier ankamen mussten sie einfach Spuren hinterlassen, die auch ein ungeübtes Auge sehen konnte, zumindest wenn die Spuren frisch waren. Die Lichtung, die die Schwarzmagierin als Ziel für das Portal ausgesucht hatte, war nicht allzu weit von der Stadt entfernt, aber abgelegen genug, das wohl niemand den leuchtenden Kreis bemerken würde. Allmählich wurde Myriel unruhig. Das die Reise mehr als gefährlich war, war von Anfang an klar gewesen, und mit jedem Tag der verstrich schwand die Möglichkeit das der selbstmörderische Plan gelungen war. Eine Wolke verdeckte die Sonne und verdunkelte sie, so das das Licht trüber wurde. Selbst die Natur schien sich der Stimmung der Druidin anzupassen – so dachte sie zumindest. Doch als sie sich umdrehte und der großen Gestalt gewahr wurde, die ihr plötzlich wie aus dem Nichts gegenüberstand, wusste sie das dem nicht so war. Denn dort stand niemand anderes als der Dunkle selbst, der nach ihrem Hals griff und sie an der Kehle empor in die Luft hob, als wäre sie nicht schwerer als ein Blatt Papier.

Hast Du wirklich geglaubt Du könntest Deine Helfershelfer in die dunkle Feste schicken, ohne das ich es bemerke? Meinst Du ich bin so blind, das ich einen Streiter des Lichts nicht bemerken würde, sobald er über meine Türschwelle tritt? Glaubst Du ich würde zulassen das meiner Tochter noch einmal etwas geschieht?
Autor: Christian Datum/Zeit: Mittwoch 04 April 2018, 11:11
Allerdings schien der fremde Ork nicht so recht zu verstehen, was sie wirklich vorhatten, denn unter dem kritischen Blick des Magiers bot dieser den beiden im Raum verbleibenden Lycantrophen etwas zu trinken an, um ihnen seinen Worten nach vollends vertrauen zu können. Um was es sich bei dem Gesöff handelte, wollte Christian nicht wissen, aber da der verwandelte Eisdrache bereits danach griff, bezweifelte der Hohentürmler nicht, dass dieser es auch trinken würde und Phelan würde da kaum zurückstehen. Kurz rollte der Retter des Drachenauges nochmal innerlich mit den Augen, bevor er sich der geöffneten Tür mit der Dämonenfratze zuwandte und wieder mit leicht überheblichem Unterton versuchte, seine Rolle aufrechtzuerhalten.

Während ihr eure Trinkspielchen veranstaltet, sorge ich dafür, dass unser Auftrag ausgeführt wird.

Nachdem er ebenfalls die Tür passiert hatte, zog er diese hinter sich zu, bevor er sich umsah, welchen Weg die beiden Damen vor ihm gegangen sein könnten. Allerdings meinte er, am Ende des Saals jemanden durch die Tür nach rechts abzweigen zu sehen. So lange waren die beiden ja auch nicht weg, so nahmd er Magier an, dass es sich um diese handeln könnte, weswegen er keinen Augenblick zögerte und ihnen nachging, diese thronartigen Sitzgelegenheiten rechts liegen lassend, da er nicht riskieren wollte, bei einem Sprung über die Tafel irgendwo hängen zu bleiben.

Im rechten Gang kamen ihm dann tatsächlich gerade Serafina und Asarra entgegen und machten Anstalten, durch eine der Türen zu gehen, weshalb er sich ihnen mit einem sachten Nicken anschloss. Offensichtlich waren weiter vorne Schritte zu hören gewesen und man wollte durch einen Kampf nicht noch weitere Schergen der Finsternis anlocken.

In dem Raum - wohl eine Art Vorratskammer - war es recht eng, so musste der Magier aufpassen, nicht aus Versehen gewisse Stellen seiner Gefährtinnen zu berühren und dabei gleichzeitig auch nichts umzuwerfen, denn beides wäre wohl mit Lärm verbunden, den es zu vermeiden galt. Er war ganz froh, nicht auch noch einen so guten Geruchssinn wie Serafina zu haben, sonst wäre es sicher noch mehr abgelenkt gewesen. Da genügte ihm schon das, was er mit seiner menschlichen Nase wahrnehmen konnte.
Autor: Darius Datum/Zeit: Mittwoch 04 April 2018, 22:11
Amarok konnte einfach nicht anders als zu leise zu lachen. Der Ork wollte einfach nicht verstehen, genau wie der Rest der Gruppe. Sie wussten doch alle, was hier vor sich ging. Wer in dieser Festung auf sie lauerte. Was machte es da für einen Sinn weiterzugehen... oder sich zu vertrauen. Das Lachen erstarb und er schüttelte fast enttäuscht mit seinem Kopf, bevor er auch das ließ.

"Wie ihr wollt, Ork."  Da es ihm sowieso egal war, willigte er ein. Was gab es noch zu verlieren? Der feste Blick wurde erwidert, als er den Kelch an sich nahm, dann prostete er seinem Gegenüber zu, setzte den Kelch an und legte den Kopf in den Nacken. Ein großer Schluck des Gebräus aus dem Kelch glitt über seine Zunge und er schluckte ein, zwei, dreimal. Einen Geschmack mochte er nicht auszumachen, ja es schien so als sei seine Zunge gar nicht in der Lage etwas zu schmecken. Dennoch lief es heiß und kalt zugleich in seinen Magen, wo das Gebräu schwer liegen blieb.

Zuerst wurden seine Augen dabei groß, bevor sie einen eher stumpfen Ausdruck annahmen und er das Gefäß langsam wieder sinken ließ. Noch immer war darin etwas von dem Trank, doch er fühlte diesen mit mechanischen Bewegungen wieder auf und wandte sich dann um, damit er den aufgefüllten Kelch an Phelan weitergeben konnte. Der weiße Lykantroph hielt 'Reik' den Kelch mit beiden Pfoten hin, die Kehle leicht entblößt, wie es der Rang verlangte. "Alpha. Dies ist für euch. Trinkt, damit wir das Vertrauen des Orks bekommen. Für die Herrin."

Irgendwie fühlte er sich dabei äußerst merkwürdig. Als würde er ein Stückchen neben sich selbst stehen und die Ereignisse eher beobachten, als sie selbst zu erleben. Was zuvor noch so schrecklich und erstickend gewirkt hatte, verlor vieles von seinem Schrecken. Sein Geist klarte ein wenig auf, doch zugleich... zugleich... nein, alles war normal. Kein Grund zur Freude, doch auch die Hoffnungslosigkeit ließ nach.

Nachdem auch der Alpha von dem Trank gekostet hatte, stellte Amarok den Kelch zurück auf den Tisch. Im bleiernen Tonfall meinte er dann in den Raum hinein. "Hier können wir nicht warten. Es wäre angebracht den Anderen zu folgen." Ein wenig klarte sein stumpfer Blick auf, als er den Schwarzork kurz ansah. "Ihr habt mein Vertrauen. Kommt mit uns."

+10 LP während Wirkungsdauer des Trankes
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 04 April 2018, 22:52
Irgendwas stimmte hier nicht und Phelan lehnte sich abermals dagegen auf. Immerhin war er ein Kämpfer. Doch er tat sich schwer, denn er war sich im Moment nicht einmal bewusst gegen was er sich aufbäumte, und was er damit erreichen wollte. Wie Spinnenfäden hatte sich die düstere Atmosphäre dieses Ortes um seinen Geist gelegt und übte ihren zersetzenden Einfluss auf ihn aus.

Dennoch schien die vage Ahnung von Gefahr plötzlich fast greifbar zu werden. So als versetze ihm etwas einen Stich. Doch da war nichts. Zumindest nichts was er sehen, hören oder riechen hätte können. Stattdessen war da ein Gefühl, oder zumindest ein Hauch davon. Ein zweiter Wunsch breitete sich neben demjenigen Baal zu dienen, der noch von einem sanften Brennen auf seiner Stirn unterstrichen wurde, in seinem trägen Geist aus. Der Wunsch heimzukehren. Zurück an Myriels Seite. Sofort. Aber das ging nicht. Er hatte noch was zu erledigen. Was hatte er noch zu erledigen?

Noch etwas fiel dem Wolfsmann beim Gedanken an seine Gefährtin ein. Ein Stein, der helfen sollte dunkles abzustoßen. Mondstein hatte sie ihn genannt. Aber wie funktionierte das gleich wieder? Gedankenverloren hatte er das Kleinod hervorgesucht und schob es nun in Ermangelung einer besseren Idee unter seine Armschiene. So dass es ihn berührte.

Er war gerade damit fertig geworden, als ihm Amarak einen Becher reichte. Phelan war zu beschäftigt mit sich selbst, um sich groß Gedanken darüber zu machen. Und so nahm er einen großen Schluck der schwarzen Flüssigkeit zu sich, ohne darüber nachzudenken. Es half dabei wieder klare Gedanken zu fassen. Denn plötzlich war das Gefühl Baal dienen zu müssen wie durch einen Vorhang von seinem Willen getrennt. Genauso wie das Verlangen sofort zu Myriel heimzukehren.

„Wir sollten den anderen folgen“, bestätigte er mit einer Stimme, deren Gleichgültigkeit sie kalt klingen ließ. „Es ist nicht gut den Abstand groß werden zu lassen. Und wir sollten nicht hier sein, wenn Shir Khan hier eintrifft. Vielleicht lässt sich die Tür so hinter uns verrammeln, dass es uns tatsächlich einen Vorsprung verschafft?“

Es tat gut über den Alten sprechen zu können, ohne dass sich die Furcht kalt um das eigene Herz legte. Natürlich war sie da, aber sie war genau wie die anderen Gefühle auf die andere Seite des Vorhangs verbannt. Sie ließ seinen Verstand unberührt, so dass er klar und nüchtern denken konnte. Im Geiste begann er sogar Möglichkeiten durchzugehen gegen seinen Alpha vorzugehen. Zielgerichtet statt panisch. Aber er musste sich eingestehen, dass auch das seine Chancen nicht wirklich in unerwartete Höhen treiben würde. „Komm mit Elggur, wir sollten hier wirklich nicht länger warten.“

+30 Leben durch Christians Heilung (69/69 LP)
+10 Leben für die Wirkdauer des Trankes (79/69 LP)
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 05 April 2018, 13:38
Missmutig brummte Merdarion in seinen Helm hinein, als Lyressa es ablehnte zurückzubleiben. Der Rest machte sich daran die letzten Studen zu erklimmen und er selbst zögerte. Ehe der letzte der Gruppe aus seinem Sichtfeld verschwand machte er sich dann aber doch auf ihnen zu folgen. Oben angekommen betrachtete er vorsichtig die Gänge. Am wahrscheinlichsten würde unliebsamer Besuch aus dem erleuchteten Gang kommen. Er nahm sich die Zeit diesen zu betrachten und siehe da ein Schemem bewegte sich ab und an. Wieder überlegte er, gesetzt der Fall vor ihnen lag der Kerker würden die Wachen sicherlich herbeieilen wenn sie etwas hörten.

Der Entschluss war gefasst er würde zurückbleiben und Schmiere stehen. Leise zog er das Schwert aus der Lederscheide und stellte sich in den dunklen stillen Gang auf der linken Seite. Wenn ein Wächter nun nach dem Kerker sehen wollte würde er ihm den Rücken zudrehen was die chancen ihn auszuschalten deutlich erhöhte. Kurz bedeutete er den anderen mit einem Handzeichen das er wirklich hier bliebe, dann verschwand er endgültig in der Dunkelheit des Ganges.

Viel Zeit wollte Merdarion seinen Gefährten auch nicht einräumen, einige Minuten. Solange eben wir er dachte das die Gefahr entdeckt zu werden oder Lärm zu veranstalten präsent blieb.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Donnerstag 05 April 2018, 14:04
Nur dass es den Einsatz nicht gefährdete, ließ Martina die Schmach, die ihrem Vorschlag angetan worden war – er war verworfen worden – einstweilen auf sich beruhen. Es war kein Gut Ding mit dieser ganzen Liberalität und Wahl und Mehrheit und jeder darf seine Meinung – und sie sie noch so unsinnig – laut vor allen vortragen. Geistige Luftverpestung. Für sie war es immer richtig gewesen, der Adel weiß alles, der Adel kann alles, der Adel ist schlicht und einfach allwissend sowie allmächtig und daher sind seine Entscheidungen nicht diskutabel. Aber wie gesagt, im Moment war es nicht opportun diese  Weisheit zum Besten zu geben. Den minderbemittelten Menschen war das schwer vermittelbar.
Sie ging mal davon aus, dass sich alle der Entscheidung anschließen würden, was für sie ein weiteres Indiz der Beschränktheit war: Herdentrieb. Wie die Schafe…aber gut damit war gut regieren, Schafe blöken zwar wie blöde, aber eine Schafsrevolution hatte noch niemals stattgefunden.
Eigentlich hätte ja jetzt auch das Stück Gang wohl mit Licht begangen werden, aus ihr nicht nachvollziehbaren Gründen tasteten sie sich durch die Stockfinsternis. Erst nach einigen Metern gab es etwas zu erkennen. Und was man erkennen konnte, waren so eine Art Gefangenenkäfige. Natürlich musste man mit den Gefangenen sprechen, aber leichter gesagt als getan. Mit ihrem Auftauchen verstummten die Stimmen. Nein, doch nicht ganz einer konnte nicht schnell genug weglaufen. So gut man eben in einer Zelle weglaufen kann – er suchte die vielleicht am wenigsten exponierteste Stelle und gab seiner Klage laut.
Suchend blickte sich Martina um und entschied, „Ich rede mit ihr, er wäre nicht der erste der am Busen einer Frau …“ der Einwand kam scharf, aber er kam: „Mit einem Ork auch einem weiblichen…der wird kein Wort sagen .“

Das leuchtete auch Martina ein. Doch noch wollte sie nicht klein beigeben. „Was…was haltet Ihr davon, wenn…ach lasst Euch überraschen

Man sah nicht viel, anfangs, erst nach und nach wurde …auch nichts sichtbar. Es war zum fuchs-teufel-wild-werden, ihre Blendwerk war Murks.

Geplant ware ein gedeckter Tisch mit und gebratenen Tauben…Schinken…perlender Wein….Yasmin-Tee…um nur ein paar zu nehmen. Alles sichtbar und der Duft in der Nase. Aber so...Niete! Den Hohn und Spott konnte er sich auch ausmalen...

Nein, nein, nein - bevor sich noch jemand despektierlich äußern konnte, konzentrierte sich Martina noch einmal und es kostete sie einige Mühe - doch dann stand da ein kleines Tischchen mit einer dampfenden Brühe, dazu frisches Brot und Aufstrich, genau richtig für einen geschundenen Corpus. Geht doch. "Na, wie war's junger Mann? Erzähl mir die ganze Geschichte und Dein Leid hat ein Ende ." Betrug? Ja, aber wenn schon, am Ende würde er mit einem kleinen Heiltrank den Schaden reparieren.

Martina versucht sich an Blendwerk und wie nicht anders zu erwarten, würfelt eine 6 und scheitert
Beim zweiten Versuch (3) klappt es
WP 12 - 4 MP noch 13

Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 06 April 2018, 13:38
Der Raum, der hinter der Tür lag, war leer und wurde rasch durchquert. Nur an dem Stuhl mit den dunklen Armlehnen blieb die Lykana kurz stehen. Sie roch das Blut, das sich ins Holz gesogen hatte und an den Nägeln haftete. Es gruselte sie bei dem Gedanken an diese Art der Folter. Wäre nicht das zarte Licht der Rudelmagie in ihrem Herzen gewesen, hätte sie erneut verzagt. Alles an diesem Ort war voller Schmerz und Leid.

Dem Raum folgten Korridore, einer davon mit zahlreichen Türen. Die Gildenschwestern erreichten eine Treppe. Dort machte Aponi'Kasa Halt. Von leisen Schritten alarmiert ruckten ihre Ohren nach rechts. Sie schnüffelte. Mit der Pranke deutete die Nachtjägerin Asarra kehrtzumachen. Ein warnendes Wackeln mit den Lauschern. Die Schnauze deutete zurück zu den Türen. Auf leisen Pfoten eilte die Dragoleutnant zu den Türen. Geräusche drangen an ihre hochsensiblen Ohren. Aus einem der Räume hörte sie ein prasselndes Feuer und Geräusche, als ob in einer Küche gekocht würde, aber die Gerüche waren nicht mit Fressbarem in Verbindung zu bringen. Wo gehandwerkt wurde, war bestimmt auch ein Koch. Verneinend zuckten die Ohren.

Christian kam ihnen entgegen. Es blieb keine Zeit zu fragen, wo die anderen Wölfe und Grishnak geblieben waren. Aponi'Kasa deutete auf eine Tür, hinter der es ruhig war. Mit Glück ein leerer Raum, mit Pech eine volle Schlafkammer. Das Glück blieb ihnen hold. Es schien sich um eine Vorratskammer zu handeln und war relativ klein. Vollgeräumte Regale befanden sich an den Wänden. Das meiste davon strömte einen penetrant unangenehmen Gestank aus, manches stechend und brennend in der empfindlichen Schnauze. Aponi'Kasa quetschte sich mit Christian und Asarra in den winzigen Raum und unterdrückte ein Niesen. Es gab aber auch Töpfe mit bekannten Gewürzen und großen Fleischstücken. Vom Pfeffer hielt sie sich fern, um ihren Geruchsinn nicht zu verderben.

"Zwei Personen von rechts. Links befindet sich eine Treppe nach unten. Wir sollten warten, bis sie vorbei sind. Ich versuche herauszufinden, wohin sie sich bewegen", erklärte die Lykana ihr Verhalten. "Wir sollten nicht zu lange hierbleiben. Nebenan wird gekocht, aber es riecht nicht nach Fressbarem. Ich nehme an, dass sie dazu diese seltsamen Sachen aus dieser Kammer hier verwenden."

Mit den Ohren an der Innenseite der Tür versuchte sie zu eruieren, was auf dem Gang vor sich ging. Wohin bewegten sich die Personen? Verschwanden sie in Richtung ersten Korridor oder nahmen sie die Treppe?

Zugleich horchte sie auf die Empfindung, welche die Rudelmagie in ihr auslöste. Wohin trieb es sie? Zur Treppe hin? Oder dorthin, woher die Schritte erklungen waren?

Autor: Asarra Datum/Zeit: Freitag 06 April 2018, 21:29
Die Amazone atmete tief durch, als sich ihre Finger um den schlichten Griff ihrer Axt schlossen. Es war eine unbeschreibliche Erleichterung, wieder eine Waffe in der Hand zu halten. Und sich wieder frei bewegen zu können. Noch lieber hätte sie ihre Peitsche wieder gehabt, doch da musste sie sich noch ein bisschen gedulden. Jedenfalls hoffte sie sehr, dass die besondere Waffe den Verdauungstrakt des Erdwurmes überlebt hatte.

Sie nickte nur und folgte ihrer Gildenschwester. Mit geübtem Blick musterte sie ihre Umgebung, wachsam, angespannt. Sie waren noch immer im Herzen des Feindeslands, inmitten einer Festung, in der es von dunklem Ungetier nur so wimmelte. Asarras Herzschlag dröhnte in ihren Ohren, als wolle er allein sie dem Feind ausliefern. Doch das Adrenalin schärfte auch ihre Sinne, und so hörte sie die Schritte ebenfalls, als Serafina sie darauf aufmerksam machte.

So leise sie mit ihren menschlichen Füssen konnte, folgte sie der Lykana zurück in die Richtung der vom Gang abgehenden Türen. Froh um die scharfen Sinne ihrer Gefährtin vertraute sie deren Urteil vollkommen, als sich Serafina für eine der Türen entschied. Die Wölfin mochte jung sein und etwas zu sinnlosem Geplapper neigen, doch wenn es darauf ankam, war sie auch eine erfahrene Kriegerin. Sie hatte auf diesem Abenteuer schon mehrmals ihre rasche Auffassungsgabe unter Beweis gestellt. Asarra würde ihr jederzeit ihr Leben anvertrauen. Was sie ja eigentlich gerade tat, wenn sie so darüber nachdachte.

Der Raum schien als Vorratslager zu dienen. Als Kleines. Zusammen mit Christian, der ebenfalls aufgetaucht war, quetschten sich die drei in den winzigen Raum. Als sie damals aus Isua auszog, um die Welt zu erkunden, hätte sie echt nicht damit gerechnet, in einer Vorratskammer in Taros zu enden.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Sonntag 08 April 2018, 07:56
Merdarion blieb zurück. Ragnos Meinung nach war sein Kumpel der Beste für diesen Posten. Die Spürnase von Lyressa brauchten sie vorne. Leise schlichen sie die Treppe hinauf. Das Verlies war feucht und stank nach Dreck und Schweiß. Es war stockdunkel. Der Zwerg tastete sich mit Lyressa vorwärts. Das Wimmern kam näher. Wachen konnten sie keine entdecken. Aus einer der Zellen kam ein flehendes Bitten in verständlicher Sprache.

"Blitz und Donner",  grummelte Ragno leise vor sich hin. "Was treibt ein Hafenarbeiter in Taros?"

So recht konnte er das nicht glauben. Da es ihm nicht zustand die Wahrheit in den Worten eines Gequälten zu beurteilen, überließ der Zwerg das Reden der Orkfrau. Im Kampf war sie eine Niete, jetzt aber drängte sie sich gewichtig in den Vordergrund. Sollte sie, Ragno hatte ohnehin besseres vor.

"Ich seh mich mal vorne um",  flüsterte er Lyressa zu. "Kommst du mit? Du hast bessere Lauscher als ich. Dort wo das Licht ist, könnten die Wachen sein. Wir sollten herausfinden wie viele."

Und schon machte er sich auf, zu dem Durchgang mit dem flackernden Licht zu schleichen. Sollte es sich um einen Kamin handeln, könnte dies ein Aufenthaltsraum sein.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 09 April 2018, 22:03
Runde 19


Gerade noch rechtzeitig hatten es Serafina, Asarra und Christian in die enge Vorratskammer geschafft. Die Tür hatte sich gerade erst geschlossen, als die zwei Personen, zu denen die Schritte gehörten, um die Ecke bogen. Langsam kamen die Schritte näher, leises, unverständliches  Stimmengemurmel war zu hören, als sie an der Tür vorbei gingen, dann entfernten sie sich im gleichen Tempo wieder. Nichts deutete darauf hin, das sie entdeckt worden waren, alles war gut gegangen. Zumindest dachten sie das, bis Serafina hörte wie eine andere Tür geöffnet wurde und sich schlurfende Schritte näherten. Die Türklinke bewegte sich nach unten und die Vorratskammer wurde geöffnet. Im Türrahmen stand ein Wesen, das eventuell einmal ein Ork gewesen war, zumindest konnte man das aufgrund der grünen Hautfarbe und der übrig gebliebenen Gesichtszüge vermuten. Der Körper selbst war so aufgedunsen, das es wirkte als ob man ihn wie einen Luftballon aufgepumpt hätte. Um den Oberkörper und den fetten Leib hatte das Ding eine lederne Schürze gebunden, die mit dunklen Flecken übersät war. Doch das Schlimmste war der Kopf. Nicht nur, das das rechte Auge irgendwie in Richtung Stirn verrutscht war, und die Nase wirkte als ob sie mindestens zwei Bruchstellen hatte, auf der linken Wange saß eine offenes eiterndes Geschwür, aus dem gelbliche Flüssigkeit herablief. Anstelle des rechten Ohrs ragte ein dünner dritter Arm aus dem Kopf, dessen Hand ein Fleischerbleil umklammerte.

Uuuuuh, was haben wir denn da? Drei schmackhafte Leckerbissen für den alten Braschnek...

Die wulstigen Lippen des Wesens verzog sich zu einem vorfreudigem Grinsen als es zwei große Messer aus den breiten Lederbändern heraus zog, die seine Schürze hielten, dann schmatzte es laut, als würde es schon das frische Fleisch in seinem Mund schmecken, und griff an.

~ ~ ~


Amarok und Phelan tranken das Gebräu das Grishnak ihnen gereicht hatte. Der Ork nickte zufrieden.

Kopf klarer jetzt. Aber gefährlich wenn zuviel. Vorsicht sein.

Die Idee den Anderen möglichst schnell zu folgen, bestätigte Grishnak ebenfalls mit einem Kopfnicken. Sie verließen den Raum durch dieselbe Tür wie Serafina, Asarra und Christian und kamen in denselben Nebenraum. Ohne große Worte darüber zu verlieren verkanteten sie einen Stuhl unter dem Türgriff und stellten schnell noch ein paar andere davor, bevor sie zur nächsten Tür weitereilten. Gerade als sie sie öffnen wollten hörten sie eine Stimme, die so klang als ob sie direkt davor wäre:

Braschnek?

Dann liefen Schritte von zwei Personen in Richtung der Speisekammer an der Tür vorbei.

~ ~ ~


Im zweiten Versuch schaffte Martina es eine Illusion eines kleinen Tischchens zu zaubern, auf dem eine dampfende Brühe stand, deren Geruch durch das Verlies zog. Dazu kam frisches Brot, das so köstlich duftete, das der Gefangene tatsächlich zögernd aus seiner Ecke kroch.

Die ganze Geschichte? Aber die kennt ihr doch bereits. Moment – Du bist keine der Wachen. Wer bist Du?

Sein Blick wanderte zwischen Martina und dem Tisch hin und her, dann beschloss er, das er nichts mehr zu verheimlichen hatte, denn sein einziges Geheimnis, das er einmal beim Kartenspielen betrogen hatte, hatte man schon mit dem ersten gebrochenen Finger aus ihm heraus gequetscht.

Also gut, ich erzähle es nochmal: Ich heiße Johann, ich arbeite in Drachenauge am Hafen. Mir wurde gesagt wann ich ein Schiff beladen oder abladen soll, ich weiß nichts von Söldnern oder Soldaten, außer das es an den Stadttoren immer Wachen gibt, und das Drachenauge auch eine Kaserne hat. Ich weiß auch nichts von irgendwelchen geheimen Botschaften, ich schwöre es, ihr habt den falschen Mann erwischt. Darf ich das jetzt essen?

Im Laufe des Gesprächs erfuhr Martina das Johann vor geschätzt einem Mondumlauf aufgelauert worden war, man hatte ihn k.o. geschlagen und dann hierher verschleppt. Seither stellte man ihm immer wieder dieselben Fragen, die er nicht beantworten konnte, mal mit weniger, aber meistens mit mehr Nachdruck. Der einzige Grund, warum er noch lebte, war wohl die Überzeugung seiner Peiniger das er irgendetwas verheimlichte.   

~ ~ ~


Ragno schlich unterdessen mit Lyressa den Gang entlang zurück, um herauszufinden wie viele Wachen sich in dem beleuchteten Gang aufhielten. Als sie auf dem Treppenabsatz angekommen waren, schnüffelte Lyressa in Richtung des dunklen Ganges: dort musste Merdarion irgendwo stehen, auch wenn sie ihn in der Dunkelheit kaum erahnen konnte. Sie nickte in die Richtung, in der sie ihn vermutete, dann schnupperte sie in die Richtung des Lichtes und flüsterte Ragno leise zu:

Endris ist hier entlang gekommen, vor etwa zwei Tagen. Die Spur ist alt und ich kann nicht sagen in welche Richtung er gegangen ist.

Die Frustration darüber keine eindeutige Antwort zu haben, konnte man ihr deutlich anhören. Für umso wichtiger hielt sie es Ragnos Vorschlag nachzukommen und schlich mit ihm vorsichtig in Richtung der offen stehenden Tür. Vielleicht konnten sie die Wachen ausschalten und so Zeit für die Suche gewinnen.

In der offenen Kammer saßen zwei Männer mit struppigen schwarzen Haaren an einem Tisch, und schoben schweigend Spielfiguren über ein Spielbrett. Hin und wieder stand einer von den beiden auf und rührte in einem Kessel, der über dem Kaminfeuer hing, dann setzte er sich wieder hin. Fragend sah Lyressa Ragno an und machte mit den Klauen eine Bewegung an ihrem Hals entlang, als ob sie sich die Kehle aufschlitzen würde.

~ ~ ~


Merdarion hatte sich ein Stück weit in den stockfinsteren Gang zurückgezogen, so weit, das er vom Treppenabsatz aus nicht zu erkennen war, aber selbst genau mitbekam, was dort geschah. Er sah wie Ragno mit Lyressa wieder aus dem Gang heraus kam, und wie die zwei langsam den beleuchteten Gang entlang schlichen. Sie waren gerade seinen Blicken entschwunden, als er hinter sich ein etwas hörte, das ein weit entferntes Knurren sein konnte, grollend, wie eine Warnung besser nicht näher zu kommen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Dienstag 10 April 2018, 09:53
Gerade, wenn man dachte, es lief alles glatt, genau dann lief alles schief.

"Sie sind vorbei gegangen. Wir können weiter", war Aponi'Kasa - mit einem Ohr an der Tür - überzeugt. Sie schnüffelte. Die Luft schien rein zu sein. Zustimmend zuckten ihre Ohren. Gerade, als sie die Pfote an die Klinke legte, wurde eine Tür geöffnet. Die Pfote ruckte hoch und gab ihren Gefährten den Hinweis, stehen zu bleiben und still zu sein. Sie deutete in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Ein mulmiges Gefühl bemächtigte sich der Lykana. Ausgerechnet aus dem Raum, in dem "gekocht" wurde, näherten sich Schritte.

"Uhh!", japste die Dragoleutnant erschrocken. "Wir bekommen ein Problem."

Da wurde auch schon die Tür aufgerissen. Das erste, was Aponi'Kasa sah, war ein aufgedunsener Fettwanst. Er stank nach Eiter und den undefinierbaren Gerüchen vom Raum nebenan. Dann sah sie das Messer aufblitzen. Eine Klinge sauste direkt auf sie nieder. Sie stand ganz vorne, eingeklemmt zwischen dem Feind und den Gefährten hinter sich, und hatte keine Möglichkeit auszuweichen. Instinktiv, ohne nur einen Gedanken an die magischen Hilfen wie Steinhaut oder Ogerstärke zu verschwenden, warf sich die Lykana nach vorne. Mit schierer Körperkraft warf sie sich gegen den "Koch", um ihn von der Tür fortzudrängen. Ihre Pranken fuhren dem grässlichen Monstrum in den Leib. Sie spürte den Hieb, der sie traf. Fühlte das Eindringen in ihr Fleisch, doch wie schon beim Kampf in der Wüste war da kein Schmerz.

Ihre Reißzähne folgten den Pranken. Brutal biss sie dem Kerl in die Schulter im Versuch, den Angriff auf Asarra abzubremsen. Es schmeckte abscheulich. Sie schüttelte den Schädel, spuckte Fleischfetzen aus und setzte einen weiteren Schlag mit den Klauen.

-19 LP > Rest 28
AW1 48
AW2 49
AW3 48
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 10 April 2018, 21:20
Phelan nickte. Der Kopf war tatsächlich klarer und weitere Worte hätten dieser Information nichts hinzufügen können. Auch hatte er keinen Grund an der Gefahr, die von einer hohen Dosis ausgehen könnte, zu zweifeln. Man war sich einig, den anderen schnellstmöglich zu folgen. Die Stühle, mit denen sie den Weg verbarrikadierten, würden Shir Khan zwar kaum lange aufhalten, doch falls er die Türe aufbrechen musste, und nicht einfach einen anderen Weg nahm, würde sie das Poltern vielleicht vorwarnen.

An der nächsten Türe angekommen, ließ sie erst einmal eine Stimme stutzen. Braschnek, war das ein Name? Jedenfalls gefiel dem Leitwolf die Zielstrebigkeit und Geschwindigkeit, der Schritte, die nun zu hören waren, nicht. „Wir sollten den Überraschungsvorteil zu unseren Gunsten nutzen“, raunte er und öffnete die Tür. Dabei legte er eine Mischung aus Vorsicht, um keine Geräusche zu verursachen, und Eile an den Tag.

Auf möglichst leisen Pfoten hastete er den Schritten hinterher und als er an den beiden Gestalten nahe genug heran war, sprang er den mit den breiten Schultern an. Er hoffte darauf sein Opfer zu überraschen und es in einen Würgegriff nehmen zu können, der ihm genug Vorteil verschaffte, um sein weiteres Vorgehen planen zu können. Und er hoffte, dass seine Gefährten sich derweil um die andere Gestalt kümmern würden.

Er war aber auch bereit notfalls seine ganze Kampfkraft einzusetzen, um die Sache möglichst schnell und vor allem lautlos über die Bühne zu bringen. Er hatte keine Lust in einigen Augenblicken die halbe Besatzung der dunklen Festung auf den Fersen zu haben.

AWs 83, 81, 86
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 11 April 2018, 14:35
Was für ein Duft…nein dieses Mal nicht der Fliederduft.

Der Gefangene verwechselte sie doch tatsächlich, bis er den Irrtum selbst erkannte.
Ich? Ich bin Martin nein, Martina von Muesig, auch wenn ich das Aussehen eines Ork, einer Orkin habe…ich bin von edlem Blut. Aber erzähl ruhig weiter “ Ermunterte sie ihn.
Und so erfuhr sie, dass der Bursche Johann hieß, so etwas wie ein Hafen-Lagerarbeiter war. „Gut…Johann. Ein wenig Geduld noch…Du meinst also Du seist der Falsche…wer wäre denn Deiner Meinung nach der Richtige gewesen und was hätte der erzählen können ?“ fragte sie listig. Sie überlegte, sah in die Runde, aber die Kameraden blieben seltsamerweise stumm, also oblag es ihr allein, was ihr so einfallen wollte oder auch nicht. „Wir sollten Drachenauge warnen .“ Aber wie sie das bewerkstelligen sollten, wusste sie auch nicht.
Haben Dich immer dieselben Leute befragt oder haben die sich abgewechselt. Und Du bist doch ein *hüstel* kluger Mann, hast Du vielleicht aus ihrer Fragerei heraushören können, was sie selbst machen wollten …“ viel Hoffnung auf eine vernünftige Antwort hatte sie nicht. „Wie viele haben Dich verhört? Kennst Du Deine Mitgefangenen ?“ ihr Blendwerk war inzwischen wieder entschwunden…

Und dann wollte sie noch wissen, ob er hier verhört worden war oder woanders und wie es dort so aussah.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 12 April 2018, 10:57
Das Schwarz des Ganges hatte Merdarion schnell umhüllt. Die anderen schritten weiter in Richtung des vermeindlichen Verließes. Es war still, still genug um das eigene Herz und den gleichmäßigen Atem hören zu können. Angespannt und das Schwert in der Hand, bereit sich sofort auf einen Feind zu stürzen, wartete Merdarion in der Dunkelheit. Die Kreuzung war von seiner Position aus gut erkennbar, da zumindest schwach das Licht aus einem der Gänge sie erhellte.

Es konnte noch nicht lange sein das er da stand, als Lyressa und Ragno wieder zurückmarschierten. Die beiden waren an ihren Umrissen gut zu erkennen. Die Lykanerin nickte ihm auch zu, also schien alles in Ordnung zu sein. Nur war damit seine Position hier unnötig gerworden, sollte sie ja vor Angreifern aus dem erhellten Gang schützen. Doch Medarion zögerte und das aus einem einfachen Grund. Der Adlige fehlte, sicherlich war er noch im Verlies beschäftigt..... oder sie hatten ihn einfach dazugesperrt. Der ehemalige Soldat musste grinsen.

Doch dann stellten sich seine Nackenhaare auf, ein noch recht weit entferntes Knurren in einer Tonlage die man beinahe eher fühlte als hörte kam aus dem Gang hinter ihm. Waren sie entdeckt worden? Nein unwahrscheinlich, selbst wenn da ein Lykaner war würde er erstmal nicht wissen ob Freund oder Feind hier stand. Also eher ein zufälliger Laut. Trotzdem war sich Merdarion sicher, die eigentliche Gefähr lauterte da hinter ihm. So leise es ging drehte er sich um, die Finger spielten am Griff seines Schwertes. Dann bewegte er sich ebenso langsam zurück auf die Kreuzung. Sich im Dunkeln zu verstecken brachte gegen Werwesen keinen Vorteil. Dann stellte sich die Frage hierbleiben oder zu wem. Wirklich schwer fiel diese Entscheidung nicht. Er war sich zwar sicher das Lyressa sofort die Seiten wechseln würde, sollte sich für sie ein Vorteil ergeben, aber seinem Kumpel Ragno vertraute er. Also schlich er weiter in Richtung des erleuchteten Torbogens um die beiden zu warnen.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Donnerstag 12 April 2018, 21:13
Zurück beim Treppenabsatz blieb die Lykantrophin stehen. Ragno winkte in den dunklen Gang hinein, auch wenn er Merdarion in der Finsternis nicht sehen konnte. Er deutete etwas von "dort keine Wachen, wir sehen uns hier drüben um". Wäre klug gewesen sich vorher Handzeichen abzusprechen, wie sie Söldner üblicherweise kannten. Merdarion war zwar ein Langer, aber ein fixer Bursche, der würde das schon kapieren.

Lyressa erwähnte diesen Endris, wegen dem sie in diesem Schlamassel saßen. Ob er darüber beruhigt oder beunruhigt sein sollte, würde sich Todbringer überlegen sobald sie dem Werwolf gegenüber standen. Wozu sich unsinnig Gedanken machen. Solange er ihnen nicht in den Rücken fiel, ehe sie ihm erklären konnten warum sie hier waren, war alles astrein.

Sie schlichen zur offenen Tür. Zwei Wachen. Mit denen würden sie kurzen Prozess machen müssen. Lyressa war derselben Ansicht. Ragno nickte stumm. Legte einen Bolzen in die Armbrust ein. Er deutete Lyressa, dass sie mit seinem Schuss angreifen sollte. Er würde folgen. Die Axt war griffbereit. Dann fiel ihm noch etwas ein. Die Fledermaus. Ablenkung erhöhte das Überraschungsmoment. Der Zwerg klaubte den kleinen Freund vom Zopf und schubste ihn schräg von der Tür fort in den Raum. Dann erst gab Ragno Lyressa ein Zeichen, legte an und schoss.

AW 9 Körpertreffer
Autor: Darius Datum/Zeit: Freitag 13 April 2018, 11:43
Den Worten des Orks konnte Amarok nicht unbedingt zustimmen, da es sich nicht anfühlte als sei sein Geist klarer geworden. Eher schien die Welt ihn weniger als zuvor zu kümmern. Hatte er zuviel von dem Gebräu zu sich genommen? Egal, es war besser diesen Raum zu verlassen. Zumindest in dieser Sache waren sie sich alle einig. Er zuckte mit seinen Ohren zur Bestätigung und eilte seinem 'Alpha' hinter durch die Tür.

Der nächste Raum wirkte nicht viel erbaulicher. Statt sich umzusehen, half er lieber dabei Stühle und Möbel vor die Tür zu schieben und sie derart zu verkanten, dass sie die Tür für eine Weile blockieren würden. Dann ging es auch schon, so leise wie möglich, weiter zur nächsten Tür an welcher sie innhielten. Er strengte seine Ohren an, um zu hören was auf der Anderen Seite der Tür vor sich gehen mochte und meinte schwere Schritte und eine Stimme zu hören, jedoch nichts Genaueres.

Den geraunten Vorschlag von Phelan beantwortete er mit wieder nur mit der stillen Körpersprache der Lykantrophen, denn Heimlichkeit schien nun wichtig zu sein, auch wenn es ihm schwer fiel momentan einen konkreten Grund dafür zu nennen. Es war schwer momentan die Motivation aufzubringen, wenn alles sich anfühlte, als würde er einen Schritt neben seinem eigenen Körper stehen.

Die Tür war offen. Verdammt er hatte geträumt und den Moment verpasst in dem Phelan bereits weiter vorgedrungen war. So umnsichtig wie er konnte, hastete er dem Lykantrophen und ihrem orkischen Verbündeten nach zu den zwei Gestalten, mit denen sie bereits rangen. Er ersparte sich einfach die Müge langsamer zu werden, öffnete seine Arme zu einer Umarmung und rannte einen der Gegner einfach um, der noch blöd zu seinem Begleiter starrte. Gemeinsam fielen sie auf den Boden, seine Zähne fest um den Nacken seines Feindes geschlossen.

AW 40
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 13 April 2018, 16:59
Serafina lauschte an der Tür, um herauszufinden, wann die Luft rein sein würde oder besser gesagt der Weg frei von Feinden. Die Lycan gab Entwarnung und hatte auch bereits ihre Pfote am Türgriff, als sie dann doch noch ein kurzes Handsignal zu ihnen gab, was der Magier so interpretierte, dass noch etwas zu hören war. Kaum hatte seine befellte Gefährtin einen verbalen Kommentar von sich gegeben, wurde auch schon die Tür regelrecht aufgerissen und ein Wesen wurde sichtbar, dass wohl noch nicht einmal ein Ork als hübsch bezeichnen konnte.

Der ehemalige Statthalter fragte sich gerade, was für Experimente hier durchgeführt wurden, als das Wesen sie angriff. Der Aufprall der Waffe auf seine Rüstung musste recht heftig sein, denn der Schmerz war als recht dumpf zu beschreiben und entlud sich gerdezu. So musste auch er wieder die Zähne zusammenbeißen. Da die Verhältnisse etwas beengt waren und er seine Gefährtinnen nicht verletzen wollte, konzentrierte der Magier sich auf die nicht lebensnotwendigen Muskeln des Wesens vor ihm und befahl diesen, in ihrer aktuellen Position zu verharren, was auch recht gut zu gelingen schien. Zumindest konnte Serafina sich so in eine bessere Angriffsposition begeben, bei der der nächste Angriff wohl mit einem Genickbruch des Wesens enden würde, während der Hohentürmler versuchte, wieder den überheblichen Untergebenen der Herrin zu spielen. Allerdings schien auch unweit von ihnen ein weiterer Kampf stattzufinden, so versuchte er sich an dem Wesen vorbeizuzwängen, aber dabei möglichst keine ungesunden Dinge abzubekommen. Aber der andere Kampf schien ihm dann doch unter Kontrolle der anderen Gefährten zu sein, weswegen er sich lieber mit spöttischer Stimmlage an sein Opfer wandte, während die beiden Damen versuchten, es zu entwaffnen.


Dir hat wohl niemand beigebracht, dass man einen direkt der Herrin untergebenen Diener weder angreift noch sonstwie stört. Aber ich will mal nicht so sein und werde dich nicht mehr als nötig für die Versäumnisse deiner Ausbilder büßen lassen. Ich werde den Zauber gleich aufheben. Wenn du eine Bewegung machst, die meine befellte Freundin hier als Angriff interpretiert, bist du gleich tot. Wenn du uns alles sagst, was wir wissen möchten, werden wir dich gehen lassen. Wenn nicht, bist du gleich wieder verzaubert.

Er konnte nur für das Wesen hoffen, dass dieses seine Ansage verstanden hatte, sonst wäre es gleich hinüber, besonders ohne dessen Bewaffnung, die sie mittlerweile ein paar Schritt von ihrem Kontrahenten entfernt auf den Boden am Rand des Ganges gelegt hatten.

Bah, nächstes Mal suchen wir uns aber ein anderes Eck, der Pfeffer hat ganz schön gejuckt in der Nase.

Schon konzentrierte sich der Retter des Drachenauges nicht nur auf Asarra, Serafina und sich, sondern auch auf das Monstrum vor ihm, das ihm aufgrund der Katalepsie gerade den Rücken zuwandte. Der verbesserte Heilzauber tat seinen Dienst und befreite nicht nur die Gefährtinnen und ihn von sämtlichen physischen Wunden, sondern auch das Ungetüm aus dessen Starre.

So und jetzt...wo ist Endris? Du weißt schon, dieses neue Spielzeug von IHR.

Falls das Wesen keine Ahnung hatte, von was er sprach oder sich zum - für das Wesen wohl tödlich ausgehenden - Angriff entschied, mussten sie eben wieder selbst weitersuchen und hoffen, dass Shir Khan nicht gerade jetzt um die Ecke bog.


-30 LP durch Angriff des Monstrums -> 33/63 LP
-16 MP für Katalepsie Meister auf Monstrum -> 45/61 MP

Monstrum ist bis zur Heilung durch einen Heilzauber bewegungsunfähig
-10 MP für Heilung von Serafina, Asarra, Christian und Monstrum... -> 63/63 LP, 35/61 MP
Serafina +19 LP, Asarra +0 LP, Christian +30 LP. Monstrum +1 LP und wieder bewegungsfähig, aber in Serafinas Griff
Autor: Asarra Datum/Zeit: Samstag 14 April 2018, 20:42
Es war eng, es war stickig, es roch nach Pfeffer und stank nach anderen unbeschreiblichen Dingen. Die Amazone war sich sicher - sie wollte gar nicht wissen, was da so angenehm duftete. Erleichtert trat sie einen Schritt zurück, um der Lycana den Raum zu geben um die Kammer zu verlassen. Doch statt dass sie sich endlich aus der beengten Situation befreien konnten, trat ein so grässliches Ding in den Türsturz, dass sogar die kampferprobte Amazone einen Moment stutzte und einfach nur gaffte.

Fett, Eiter, Gestank. Sowas hässliches wie das Ding hatte Asarra echt selten gesehen. Noch bevor sie sich wieder gefasst hatte, gingen das Monstrum und die Lycana aufeinander los. Nur Momente später wirkte Christian seine unheimlichen Kräfte und das Ding erstarrte. Die Amazone hatte zwar versucht ihre Axt ebenfalls ins Kampfgeschehen einzubringen, doch dafür waren die Verhältnisse einfach zu beengt.

Serafina und Christian schienen das Ungetüm befragen zu wollen, was Asarra für reichlich überflüssig hielt. Das Ding sah nicht aus, als wäre es sonderlich intelligent. Da ihre restlichen Gefährten ihre Gegner im Griff zu haben schienen, sicherte die Amazone so gut es ging den restlichen Gang ab. Sie besass nicht die scharfen Sinne der Lykana, aber blind und taub war sie auch nicht.

"Beeilt euch, bevor der Oberwolf persönlich aufmarschiert" zischte die Amazone.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 16 April 2018, 20:46
Runde 20


Johann sah Martina an, als ob er eine Falle erwarte und wählte seine Worte mit Bedacht. Er wollte keinen seiner Kumpel in dieselbe missliche Lage bringen, in der er selbst gerade steckte.

Wer der Richtige gewesen wäre? Nun ich weiß nicht. Einer der Söldner oder Soldaten vielleicht? Oder ein Spion. Das Problem an Spionen ist nur, das niemand weiß wer sie sind. Wer soll sonst etwas über die Soldaten des Königs wissen?

Die weiteren Fragen Martinas beantwortete er ebenfalls so gut er konnte. Er war nicht hier verhört worden, man hatte ihn in verschiedene Räume gebracht und auf unterschiedlichste Arten gefoltert, doch es schienen immer die gleichen Folterknechte gewesen zu sein. Man hatte ihn geschlagen, ihm Knochen gebrochen, mit glühenden Eisen bearbeitet, und als das alles nichts half hatte man ihn sogar festgebunden und ihm eimerweise Wasser über den Mund geschüttet während man ihm die Nase zuhielt. Die Fragen hatten sich stets um das Militär gedreht, wieviele Soldaten es gab, wieviel Söldner der König bezahlte und wo sie stationiert waren. Auch die Mitgefangenen waren in unregelmäßigen Abständen geholt worden, doch Johann kannte keinen von ihnen. Ihre Wunden wurden nicht versorgt und entzündeten sich, zu essen gab es, wenn überhaupt, einen undefinierbaren Brei oder steinhartes Brot, das man nur aufgeweicht essen konnte. Beim Thema Essen suchte Johanns Blick das verschwundene Blendwerk.

Wo...wo ist das Essen hin? Es war nur ein Trick, nur ein grausamer Trick...

Dann fing er bitterlich an zu schluchzen und zog sich wieder in die hinterste Ecke seiner Zelle zurück.

* * *


Dank Serafinas Wolfssinnen reagierten sie und Christian schnell. Die Klauen der Lykana gruben sich in das weiche Fleisch der Missgeburt, Christian wirkte einen Zauber und dann stand das Wesen still. Es bewegte sich keinen Millimeter mehr, lediglich das Blut lief weiter aus den von Serafina geschlagenen Wunden. Sie nahmen dem stocksteifen Ding seine Waffen ab, denn wand sich Asarra an ihm vorbei und sah sich auf dem Gang um. Phelan hatte in der Zwischenzeit seinen Gegner recht lautlos von hinten in einen Würgegriff genommen und zu Boden gerungen. Er rührte sich nicht mehr und würde es wohl auch nie wieder tun. Amarok hatte den Zweiten Gegner einfach umgerannt und sich in seinen Nacken verbissen. Grishnak war ihm auf dem Fuß gefolgt, zischte Amarok ein "Kopf weg" zu und schlug dann mit der stumpfen Seite seiner Waffe zu. Der Körper unter Amarok erschlaffte. Grishnak hielt dem weißen Lykaner die Hand hin um ihm aufzuhelfen.  Sein Blick wanderte wie der von Asarra durch den Flur und blieb an der Blutlache unter dem seltsamen Monstrum hängen, die sich langsam, aber stetig vergrößerte.

Unauffällig ist die nicht gerade.

murmelte er auf orkisch. Doch Christian und Serafina schienen ohnehin noch etwas mit dem Ding vorzuhaben. Der Hohentürmler löste den Zauber und fragte nach Endris. Das Ding stieß ein blubberndes Geräusch aus das der aufgeschlitzte Bauch schwabbelte, offensichtlich lachte es. Dann deutete es Christian mit seinem Ohr näher zu kommen, da es ihm antworten wollte, die wulstigen Lippen zu einem breiten Grinsen verzogen, obwohl Serafinas Klauen an seiner Kehle lagen.

Den habe ich gefressen.

Dann passierten mehrere Dinge fast gleichzeitig. Asarra, die sich zur Kreuzung geschlichen hatte, hörte aus der Richtung der hinunter führenden Treppen ein klirrendes Geräusch, so als ob ein Schlüsselbund auf einen Steinboden gefallen wäre. Dann folgte leises Stimmengeflüster - so leise, das es nicht zu verstehen war. Ob sich Wachen in der schwarzen Festung flüsternd unterhalten würden? Die andere Seite des Ganges schien jetzt leer zu sein.

Darius und Phelan, die noch näher an der Tür zu dem Raum standen, aus dem sie gekommen waren, konnten hören wie jemand versuchte die verbarrikadierte Tür zu öffnen. Rufe wurden dahinter laut, ein Poltern ertönte, dann erkannten die feinen Lykantrophenohren eine zumindest Phelan bekannte Stimme, die groben Drow knurrte:

Geht weg und lasst mich das machen.

* * *


Ragno schickte seinen geflügelten Freund vor. Und dann ging alles ganz schnell. Die zwei Verließwächter schauten irritiert zu der flappsenden Fledermaus, die einem von beiden die scharfen Krallen durch das Gesicht zog. Der Bolzen des Zwerges flog, Lyressa sprang hinterher, Ragno zog seine Axt und nach wenigen Lidschlägen fielen die Wärter tot zu Boden. Die zwei hatten erstaunlich wenig Lärm gemacht, bis einer der Männer zu Boden fiel und ein dicker Schlüsselbund, der an seinem Gürtel hing, auf den Steinen aufschlug. Lyressa fluchte leise, dann hielt sie eine Kralle vor die Schnauze und deutete in Richtung der Tür. Sie hatte etwas gehört. Leise schlich sie an der Wand entlang bis zum Türrahmen, machte einen Satz - und schlug beinahe Merdarion mit den Klauen ins Gesicht.

Verdammt noch eins, tu so etwas nie wieder.

zischte sie ungehalten, während die Fledermaus weiter durch den Raum segelte und nach einer Landemöglichkeit suchte. Merdarion berichtete flüsternd von dem Geräusch, das er gehört hatte, und Lyressa zuckte mit den Ohren.

Das muss Endris sein. Ich habe ihn vorhin schon gerochen, auch wenn ich die Richtung nicht festmachen konnte. Die Spur war zu alt. Aber es gibt nicht mehr viele Wölfe der wilden Jagd, und ich kenne keinen anderen, der gefangen gehalten wird. Los kommt - aber seid vorsichtig. Er ist... er ist nicht mehr ganz er selbst.

Sie schlichen zurück in den Gang - war von dort oben gerade ein Geräusch zu hören gewesen? - und beeilten sich zu der dunklen Abzweigung zu kommen. Lyressa bat ihre Weggefährten um etwas Licht, da die Gefängniswächter ausgeschaltet waren, dann gingen sie langsam an einem guten Dutzend leerer Zellen vorbei, bis sie alle das Knurren hörten, das Merdarion zuvor schon vernommen hatte. Dunkel, tief aus der Kehle kommend, und mit einer Warnung darin besser nicht näher zu kommen. Und dann, ganz am Ende des Ganges, entdeckten sie eine belegte Zelle, deren eisernes Tor fest verschlossen war. Der Insasse war ein sehr großer Lykantroph, dessen ehemals weißes Fell jetzt dreck- und blutverkrustet war. Seine vier Beine und der Hals waren mit schweren Metallmanschetten an der Wand festgekettet und in den Augen glomm ein roter Funke, der nur einem Wunsch entsprungen sein konnte: dem Wunsch zu töten.

* * *


Die kräftigen Finger um ihrem Hals drückten unerbittlich zu. Myriel umklammerte die Hand, doch das brachte ihr gar nichts.

Endris...nicht Pandea...

Die Worte waren kaum mehr als ein Röcheln. Ihre Lungen brannten, sehnten sich nach einem erlösendem Atemzug. Sie konnte spüren wie ihre Kräfte erlahmten - nicht das es in diesem Griff einen Unterschied gemacht hätte.

Sie sollen Endris töten? Was hättest Du davon?

Spiel...

Einen langen Augenblick, der ihr wie eine Ewigkeit vorkam, sah der Dunkle Myriel an. Dann fing er an zu lachen, ein boshaftes Lachen, das nichts Gutes verhieß. Dann schleuderte er die zierliche Druidin von sich weg. Der Aufprall auf dem Boden tat weh, und sie hätte wetten können das ihr Arm gebrochen war, doch das war nicht so wichtig, denn sie konnte endlich wieder atmen. Ihr Hals brannte, sie hustete nachdem sie den ersten japsenden Atemzug getan hatte, und es dauerte eine Weile, bis sie die nächsten Worte hervor bringen konnte.

Sollte Pandea es nicht selbst merken, wenn jemand in ihr Heim eindringt? Wie soll sie Euch von Nutzen sein, wenn sie nicht einmal mit einer handvoll Abenteurern fertig wird? Wenn sie sich ihr Spielzeug wegnehmen lässt, ist sie es selbst schuld. Sie sind nicht dort um Pandea anzugreifen, aber wer weiß ob sie es nicht irgendwann tun werden. Sie wissen schließlich von ihr. Sie sollte darauf vorbereitet sein.

Côr schwieg, fast ein wenig zu lange, als wolle er abschätzen wie ernst sie ihre Worte meinte.

Wir werden sehen wie weit sie überhaupt kommen. Und wenn ihr auch nur ein Haar gekrümmt wird, wirst Du bis in alle Ewigkeiten dafür bezahlen.

Dann war der Dunkle so plötzlich verschwunden, wie er aufgetaucht war.
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Donnerstag 19 April 2018, 09:27
Leise Geräusche ertönten aus dem erhellten Raum vor Merdarion. Unsicher ob es siene Gefährten waren oder aber dort bereits ein Kampf tobte schritt er leise weiter. Das Leder seiner Handschuhe knirschte leise, als sich die Hand etwas fester um den Griff seines Schwertes schloss. Noch ein Schritt und er stand im Torbogen bereit sich notfalls ins Getümmel zu stürzen. Doch statt eines Kampfes schoss eine Klauenbewehrte Pfote auf ihn zu. Er zuckte zurück, und beinahe hätte er zugestochen. Um genau zu sein hätte ihn der Treffer wahrscheinlich schneller ausgeschaltet, aber aus der Überraschung heraus wollte sein Schwertarm nach vorne stoßen. So aber hielt er inne, zum Glück war es Lyressa gewesen.

"Hätte ich vielleicht klopfen sollen." brummte er ebenfalls etwas gereizt zurück. Ein Blick durch den raum zeigte das von den Wachen keine Gefahr mehr ausging. Ragno untersuchte bereits eine der Leichen. Der Raum hatte einen weiteren Druchgang nach oben... "Ich glaube am Ende des anderen Ganges ist noch einer von euch. Habe ein tiefes Knurren gehört." Erklärte er kurz und knapp die Situation. Das die Lykanerin sich plötzlich so sicher war welcher ihrer Artgenossen dies sein konnte, verwunderte ihn etwas, gute Nase hin oder her. Trotzdem machten sie sich sofort auf um den Gang zu untersuchen.

Das schwache Licht des Steines reichte aus um sich in dem dunklen Gang zurechtzufinden. Immer wieder ertönte besagtes Knurren und es wurde intensiver lauter, ging einem unter dir Haut. Und dann endete der Gang an einer verschlossenen Zellentür. Das Licht warf durch die Gitterstäbe lange Schatten und trotzdem erkannte Merdarion einen in Eisen gelegten Lykaner. Es brauchte keine große Kenntnis über diese Lebewesen um zu erkennen das es eine der letzten Entscheidungen sien konnte ihn so wie er war loszuketten.

"Ist er das?" fragte er Lyressa. Wäre er doch einfach alleine weitergegangen. Aber nein jetzt hatten sie gleich zwei Mitglieder der Wilden Jagd bei sich, keine guten Vorraussetzungen. Nur mit Ragno hätte er auch einfach einen bereits verstorbenen Endris 'entdecken' können. Sicherlich wäre das die bessere Lösung gewesen. "Bekommen wir die Türe auf?" Die Frage war an den Zwerg neben ihm gerichtet. Er selbst schaute erst einmal ob die Schaniere zu ihnen zeigten und ob sich die Tür nicht notfalls auch einfach aufhebeln ließe. Doch ehe sie mehr Zeit in die Lösung des Problems stecken konnten ertönten Schritte hinter ihnen. Möglichweise der Adlige, vielleicht auch Feinde. Sofort erhob Merdarion wieder die Waffe um sich notfalls direkt nach vorne stürzen und Ragno somit Platz für die Armbrust schaffen zu können.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Donnerstag 19 April 2018, 16:30
Die Wachen waren durch die Ablenkung ohne größere Schwierigkeiten schnell ausgeschaltet. Metall schepperte zu Boden. Todbringer fluchte innerlich. Hoffentlich würde sie das Geräusch nicht verraten. Sein Blick gewahrte einen Schlüsselbund. Genau das, was sie brauchten. Ragno bückte sich und hob ihn auf. Sein kleiner Freund flatterte durch den Raum. Der Zwerg streckte die Hand aus, als sich die Fledermaus an einen Mauervorsprung klammerte, klaubte sie ab und überließ ihr wieder einen seiner Zöpfe.

"Mach dir keine Umstände. Du brauchbarer kleiner Kerl bist eingeladen. Danke für die Hilfe."

Am Gang stieß Lyressa auf Merdarion. Ein Knurren. Aus einem der Gänge. Da es sich nicht näherte konnte man es wagen sich das näher anzuschauen. Die Rothaarige war überzeugt, es handle sich um den Gesuchten. Zwerg, Wolf und Minenbesitzer schlichen zu einem finsteren Verlies. Durch ein Gitter war der Insasse auszumachen. Kein Wunder dass der miese Laune verbreitete. Seine Lage war schlicht gesagt mies.

"Das ist er? Scheint sich nicht über uns zu freuen. Ich halte uns für vernünftig genug, den Burschen erst mal dort zu belassen. Lyressa, du kennst ihn doch. Sag ihm, warum wir hier sind. Sollte er versuchen uns zu fressen, bleibt er hier. Punkt. Ich probiere mal, welcher Schlüssel zur Tür passt."

Zwerge fackeln nicht lange. Wozu sonst sollte ein Schlüsselbund gut sein. Gut möglich, dass dieser auch die Wandeisen sperrte. Von der Treppe her war ein Trampeln zu hören. Das roch nach Gefahr. Vielleicht ließ sich der Bursche in der Zelle als Geisel verwenden. Sollte es der Gesuchte sein war der nicht zum Vergnügen hier. Jemand wollte ihn am Leben halten, genau wie Dragoleutnat Serafina.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Donnerstag 19 April 2018, 21:51
Den Zweck als akustisches Frühwarnsystem erfüllte die verrammelte Tür schon mal. Doch als ein gefährlich leises Knurren erklang, schwand Phelans geringe Hoffnung, der Alpha würde sich vielleicht gerade nicht in der Festung aufhalten. Und seinen Bemühungen würden die Stühle nicht lange standhalten können. War es ein strategischer Fehler gewesen explizit nach Shir Khan zu verlangen? Auf der anderen Seite hatte vermutlich genau dieser Namen ihnen die Türen geöffnet. Denn wer war schon verrückt genug den Alten zu verlangen, wenn er nicht wirklich wichtige Angelegenheiten mit ihm zu klären hatte?

Noch während solche Gedanken durch seine Gehirnwindungen rauschten, nahm Phelan die Beine in die Hand. Er verschwendete keine Zeit darauf den verwandelten Eisdrachen und den Ork darüber zu informieren, was genau los war. Seine Taten sprachen wohl für sich selbst. Als wären sämtliche Dämonen der Niederhöllen hinter ihm her, sprintete er den Gang entlang. Nach erschreckend kurzer Zeit stieß er dabei auf seine übrigen Gefährten. Was hatten sie so lange gemacht? Eine Kaffeepause eingelegt?

Egal, er wollte nur weg von hier. Und wenn er sich dazu an seinen Mittätern vorbeidrängen oder über sie hinwegspringen musste, war das nicht unbedingt schlecht. Jede Person zwischen ihm und Shir Khan würde diesen zumindest kurzzeitig aufhalten.

Interessanter Weise war es nicht Furcht, die Phelan zu dieser raschen Flucht drängte. Zumindest kam es ihm nicht vor. Nein, es war die kalte Logik, die den Platz seiner Gefühle eingenommen hatte, seit der schwarze Trank seine Kehle hinab geflossen war. Es war einfach nicht gut, von dem Alten erwischt zu werden. Also versuchte er ein solches Ereignis zu vermeiden. Und dazu war eben schnelles, fluchtartiges Handeln notwendig.

Instinktiv entschied sich der Wolfsmann für eine Richtung und sprang die Treppe hinunter, wobei er fünf, sechs, sieben Stufen auf einmal nahm. Mit leisem Knirschen landete er schließlich auf dem rauen Steinboden eines gemauerten Ganges, blickte sich kurz um und schon ging es mit beinahe unverminderter Geschwindigkeit weiter. Der Weg führte direkt auf eine verschlossene Tür und Merdarions Schwertspitze zu.

„Oh, ihr habt den Ritt im Wurm überlebt“, meinte der Lykantroph, der gerade noch rechtzeitig abgebremst hatte, emotionslos. „Ich habe den Generalschlüssel.“ Was er damit meinte, wurde klar als er ein Brecheisen von seiner Schlaufe am Rucksack löste. An einem Schlüsselbund herumzufummeln wirkte auf ihn wie Zeitverschwendung.

„Und natürlich werden wir ihn befreien, darum sind wir hier. Er mag Wahnsinnig sein, aber er ist immer noch ein Wolfsmensch. Er wird sich benehmen, wenn es einem von uns gelingt ihn zu unterwerfen. Und wenn es darauf ankommt, kann ich binnen eines Augenblicks mindestens ebenso Kampfwütig sein, wie er.“

Ohne auf einen Einwand der anderen zu warten, knurrte er Endris etwas zu, das sicherstellen sollte, dass ein Rangkampf mit Phelan in den Mittelpunkt seines Interesses rücken würde. Und dass er ihnen bis zum Austragungsort, der selbstverständlich auf der anderen Seite des Portals liegen sollte, folgen würde. Die Augen des schwarzen Alphas huschten zwischen dem einstmals weißen Wolf und Lyressa, die diesen wohl gut genug kannte, um beurteilen zu können, ob die Herausforderung gesessen hatte, hin und her.
Autor: Darius Datum/Zeit: Freitag 20 April 2018, 12:19
Er zog seinen Kopf geradeso zurück, noch den Geschmack von Fleisch und Blut auf seiner Zunge, als die stumpfe Seite einer Waffe auf seinen Gegner niedersauste. Der erschlaffte und entschwand damit aus Amaroks Interesse... Die unmittelbare Gefahr beseitigt, sah er zu den anderen Gefährten. Serafina, Christian und Asarra schienen unverletzt zu sein. Gut. Noch immer ein wenig neben sich, hörte er deren Gespräch, aber auch die Geräusche welche aus dem Raum kamen, den sie gerade erst verbarrikadiert hatten.

Die gedämpften Emotionen halfen ihm dabei klar zu denken. Sie brauchten Zeit. Selbst wenn sie rannten, würden sie eingeholt werden. Ohne lange zu überlegen, öffnete er einen der Manatränke von seinem Gürtel und schluckte den Inhalt in einem Zug, während seine andere Pfote bereits mit dem Zauber begann. In solch einer finsteren Umgebung war die schwarze Magie einfacher, doch seine Hast machte die Sache schwierig, sodass sich Phelans Opfer erst zögerlich und holprig wieder zu regen begann.

"Zu spät. Die Feinde sind hier. Lauft!", Knurrte er tief aus seiner Brust und drängte sich vorbei in den kleinen Lagerraum. Ihn trieb eine Erinnerung, einen nebensächlicher Satz von Serafina. Wölfe und damit auch Lykantrophen waren gegen Pfeffer sehr empfindlich. Das kleine Säckchen, welches er bei sich hatte, würde jedoch niemals ausreichen. Grob schob er sich vorbei und schnüffelte leicht, packte dann einen der Säcke mit dem scharfen Geruch, schnitt ihn mit seinen Klauen auf und eilte zurück auf den Gang. Der Sack wurde dem Zombie in die Hand gedrückt, der damit in Richtung des Raumes wankte, aus dem bereits das Brechen von Holz erklang. Auf seinen Befehl begann der Untote den Sack zu schütteln und weiter zu zerreißen, kleine Wolken an Pfeffer breiteten sich bereits in der Luft aus... doch er blieb nicht um den Effekt zu beobachten, sondern hetzte nun seinerseits in die andere Richtung davon, Phelan und den anderen nach, um selbst nicht Shir Khan in die Klauen zu fallen.

Dadurch holte er die Gruppe gerade ein, als er die spürte wie die Verbindung zu seinem Konstrukt abrupt abbrach...

"Unsere Feinde sind uns dicht auf den Fersen. Wir haben vielleicht nur noch wenige Minuten, bis sie hier sind." , stieß er ein wenig heiser und hechelnd hervor, die Zunge aus dem Maul hängend, bevor er die Pfoten über seiner Schnauze zusammen schlug und einige Male heftig, aber gedämpft, niesen musste.

Kaum dass er sich wieder im Griff hatte, kam sein Blick endlich auf Endris zu liegen. Der weiße Wolf wirkte schmutzig und trug Spuren der Misshandlung durch seine Gefangenschaft. Eine weitere Tasche seines Geschirrs wurde flugs geöffnet und sehr umsichtig entnahm er den gefrorenen Tropfen, den er extra dafür in einem Glasfläschchen verwahrte.

"Wir müssen ihm diesen Tropfen verabreichen. ", meinte er mit einem ebenso leidenschaftslosen Ton, wie der von Phelan zuvor, während er die Flasche hochhielt. "Kementaris Segen sollte das Trauma mildern."

Sein Blick wanderte nun zu Ragno und Merdarion. Wo war der Rest von ihnen geblieben? Verdaut von dem Wurm? Neugierde und Freude über das Überleben der Beiden waren momentan nur Schwache Funken in seinem Geist.

"Sind das alle Überlebenden Ragno?"
, fragte er das Einzige andere Mitglied der Todgeweihten auf dieser Mission, als ob die Antwort auf diese Frage ihn nur wenig interessiert, ob sie nun gut oder schlecht ausfiel. "Wir werden alle hier brauchen. Sobald Endris frei ist, ziehen wir uns zurück und verlassen diesen Ort."

-1 gr. Manatrank
+ xx Mana (25/25)
-7 Mana für 2x Nekromantie (Normal)

ZOMBIE: 10 Schutz 10 LP 10 STR
Autor: Silvana Datum/Zeit: Freitag 20 April 2018, 12:50
Dem Monstrum schien der eigene Tod einerlei. Trotz der Gefahr eines Genickbruchs spuckte er ihnen die Worte quasi ins Gesicht. Serafina schenkte den gehässigen Worten keinen Glauben. Die Rudelmagie war lebendig. Zu keinem anderen Rudelmitglied hatte die Lykana einen derart starken Bezug gehabt wie zu Endris. Daher war sie überzeugt, dass das schwache Band zu ihm führte.

Ehe sie der grässlichen Missgeburt den Hals umdrehen konnte, passierten mehrere Dinge gleichzeitig. Christian beschwor erneut einen Zauber. Wieder schlossen sich ihre Wunden, der aufkeimende Schmerz verebbte. Ihr sensibler Gehörsinn vernahm das drohende Grollen des Einen, dessen Stimme ihr schon auf dem Wolfsfelsen die Nackenhaare sträuben ließ. Shir Khan war nah. Darius bellte eine Warnung. Phelan stieß jeden beiseite, der ihm im Weg stand. Da der schwarze Alpha es verabsäumte Befehle zu geben, ging die Dragoleutnant davon aus, dass ihr Gildenmeister in Panik verfallen war. Anders war sein Verhalten nicht zu interpretieren.

"Wir folgen ihm. Die Richtung ist dieselbe, in der ich Endris wahrnehme. Mit Phelan in der Vorhut wird uns auch niemand überraschend überfallen können", bellte sie Asarra und Christian zu und hetzte los. "Amarok, was tut Ihr noch hier?", rief sie dem weißen Wolf nach einem Blick über die Schulter zu.

Sie raste nach unten, eine lange Treppe hinab, die zu einem Verlies zu führen schien. Den Ausdünstungen nach zu urteilen würden sie dort unten auf lebende Gefangene treffen. Dem bestialischen Gestank nach Exkrementen und eitrigen Wunden folgte frischer Blutgeruch. War Phelan auf die Wachen gestoßen? Nein, dazu war die Zeit zu kurz. Es hatte keine entsprechenden Geräusche gegeben. Aponi'Kasa hechtete hinter Phelan her, nahm im Absprung vor der letzten Stufe eine Kammer und zwei Leichen darin wahr, dann war sie vorbei und stieß in einem dunklen Gang auf eine Gruppe von Leuten, deren Geruch ihr vertraut war.

"Ihr lebt noch!", stieß sie erleichtert hervor, um gleich darauf von einem anderen Ereignis abgelenkt zu werden.

"Endris!" Mit einem Satz war Aponi'Kasa an der Kerkertür, ungehindert der Tatsache, dass sie sowohl Ragno als auch Phelan beiseite rempelte.

"Endris. Ich bin es, Serafina! Ich habe Freunde mitgebracht. Wir sind hier um dich hier heraus zu schaffen. Wir kommen jetzt zu dir hinein."

Sie musste denjenigen weichen, die versuchten die Tür zu öffnen. Etwas stimmte nicht mit ihm. Die Mordgier in seinen Augen beunruhigte sie ungemein. Hatte Pandea tatsächlich seinen Willen gebrochen? Doch nicht Endris! Verzweifelt warf Aponi'Kasa Lyressa einen Blick zu. Was hatte die Rotbraune zu ihr gesagt? Diese Wunden... das war er! Oh, nein.

"Erinnerst du dich an die schöne Zeit in Nuru? An die gemeinsamen Ausflüge durch die Wälder, daran dass du mir das Schwimmen beibringen wolltest", versuchte sie den Alpha zu beschwichtigen. Sie vermied es schmerzliche Erinnerungen wie die Welpen oder andere Rudelmitglieder wie Herma zu erwähnen, auch wenn sie gern gewusst hätte, ob sie auch hier irgendwo waren. Ein zweites Mal würden sie nicht nach Taros kommen können.

+19 LP Heilung Christian
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Freitag 20 April 2018, 16:28
Der Zwerg fummelte eben mit den Schlüsseln herum, da erschien wie aus dem Nichts die verlorene Gruppe. Sie wirkten allesamt gehetzt und machten ordentlich Radau. Offenbar war ihnen die halbe Festung auf den Fersen. Diese Wolfsviecher konnte man einfach nicht allein lassen. Wohl noch nie was von anschleichen gehört. Um sich Zeit zu sparen, zog der Alpha ein durchaus brauchbares Werkzeug.

"Generalschlüssel. Wenn der Lärm Euch nicht stört", ließ sich Ragno vernehmen und zuckte mit den Schultern.

Von der Dragoleutnant wurde Todbringer zur Seite gerempelt, als stünde er gar nicht da. Ja, verdammt, so klein war er nun auch wieder nicht, dass man ihn schlicht übersah! Verärgert warf er Amarok, der als heller Fleck aus dem Dunkel auftauchte, einen Blick zu. Seufzend ersparte er sich das Salut vor seinem Vorgesetzten und schüttelte auf die Frage den Kopf.

"Der Rest der Truppe ärgert gerade die Gefangenen mit ihren Zauberkunststückchen. Kumpel Merdarion, erinnerst du die Gnädigste und das Spitzohr mal daran, dass wir nicht zum Vergnügen hier sind und Gefahr im Anmarsch ist?"

Den Schlüsselbund hochhebend wandte sich Ragno an die Umstehenden.

"Was ist nun? Ich hätte die fast alle durch. Ich wette, es ist dieser hier",  tippte er wahlweise auf einen Schlüssel, den er noch nicht versucht hatte.
Autor: Christian Datum/Zeit: Freitag 20 April 2018, 19:40
Ein bisschen enttäuscht war der Magier dann doch über die mit einem dreckigen Grinsen hervorgebrachte Antwort des Wesens, der selbst der Magier nicht glaubte. Mit einem leisen Seufzen konzentrierte sich der Retter des Drachenauges wieder kurz, wonach das Ungetüm erstmal wieder still stand.

Tja...dann stehst du jetzt eben wieder in der Gegend herum.

Über Phelans plötzliche Hast war der Magier dann doch verwundert. Hatten die empfindlichen Lycanerohren etwas gehört? Serafinas Erläuterung bestätigte dies, weswegen auch der Magier des Hohenturms in Richtung der Treppe eilte.

Na dann los.

Allerdings blieb Darius noch zurück. Wollte der verwandelte Eisdrache den Feind etwa aufhalten? Kurz schaute Christian sich nach dem Gefährten um, der gerade in den Vorratsraum ging. Na hoffentlich hatte er wirklich eine gute Idee, welche ihnen einen deutlichen Vorsprung gab.

Unten angekommen trafen sie auf die vermissten Gefährten Merdarion und Ragno. Und laut dem Zwergen waren auch die anderen dem Wurm wohl entkommen, allerdings bei anderen Gefangenen, weswegen der ehemalige Statthalter von Nighton nach diesen schauen wollte, während sich die anderen um Endris kümmerten. Vielleicht konnten sie ja noch mehr Leute hier herausholen, bevor der Oberalpha der Wilden Jagd - oder was davon übrig war - zu ihnen stieß.



-16 MP für Katalepsie auf Monstrum -> 19/61 MP
Monstrum ist für zwei weitere Runden bewegungsunfähig
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 22 April 2018, 22:02
Christian und Serafina schienen sich immernoch mit der ihrer Meinung nach sinnlosen Befragung des grässlichen Kochs aufzuhalten. Was Amarok und Phelan genau trieben, wusste sie nicht. Doch das Klirren und darauffolgende Flüstern liess sie nicht los, ihre Neugier war geweckt. Sie mussten ohnehin ungefähr in diese Richtung weiter. Daher war sie bereits langsam und äusserst vorsichtig einige Treppenstufen hinuntergeschlichen, als Phelan wie ein schwarzer Blitz an ihr vorbei schoss. Er nahm immer mehrere Stufen auf einmal, die Sprünge - oder vor allem die Landungen - waren gut zu hören. Asarra zuckte mit den Schultern. Na dann, war die Geheimhaltung wohl aufgegeben. Sie sprintete los, und erst einige Momente später, als Serafina an ihr vorbei raste, wurde ihr so richtig klar was das bedeutete.

Shir Kahn. DER Alpha der Wilden Jagd. Sozusagen der Oberwolf aller Oberwölfe. Und noch dazu von der bösen Sorte. Auch die Kriegerin beschleunigte noch eimal, holte alles aus ihren langen Beinen heraus, was sie hergaben.

Stimmen vor ihr liessen sie schon etwas früher bremsen, so dass sie weder Ragno noch Merdarion oder sonstwelche Anwesenden anrempelte. Der Zwerg hatte einen Schlüsselbund in der Hand, Phelan eine Brechstange. Und so wie der Wolf aussah, wäre er vermutlich weitaus schneller. Sie würde sich ihm jedenfalls gerade ganz bestimmt nicht in den Weg stellen.

Asarra schnappte einen Gesprächsfetzen auf und seufzte erleichtert. Es hatten alle überlebt. Wo steckte dieser vermaledeite Schneider? Die Schwarzhaarige wollte ihre Peitsche zurück. Jetzt. Sofort. Und sich vielleicht auch davon überzeugen dass er wohlauf war. Aber vor allem wollte sie ihre Waffe wieder.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Montag 23 April 2018, 10:26
Natürlich war es ein Trick gewesen. Sie musste sich auf die Zunge beiße um nicht das Lied vom „Johann – dumm wie Bohnenstroh“ anzustimmen. Allerdings kam auch keine Antwort mehr, die ihnen irgendwie weiterhelfen konnte. Zumindest drängte sich keine in den Vordergrund.
Dann kam aber auch schon die Meldung: „Die Gnädigste und das Spitzohr…sollen gefälligst …“ der Rest war nicht mehr ganz so nett. Es schien also ganz reale Gefahr in Verzug. Dabei war es nur Christian, der ansonsten ein recht höflicher, anständiger, junger Mann war. So einer, den die Mütter gerne zum Schwiegersohn hätten. Zum Gluck hatte Madame Pumpernickel andre Präferenzen.
Sie kamen gerade noch so rechtzeitig um zu sehen wie ein vom wilden Affen gebissener Phelan mit einem Schlüsselbund auf ein Tür ‚zuflog‘. Oder nein, nein, den Schlüsselbund hatte noch Ragno.
Und in diesem ganz Wirrwar fragte die orkische Martina: „Und was kann ich für Euch tun? Ich kann Euch sagen, was einer Gefangene von sich gegeben hat ?“ wenn es jemanden interessierte, würde er in kurzen Worte informieren. Vielleicht würde ja dem einen oder anderen eine weibliche Orkhand auf dem Arm, dem Haupte oder sonstwo zu einer Heldentat verleiten. Allerdings konnte man bei so einer Hand nicht unbedingt von zart sprechen.  Sie würde aber auch wieder ihren Degen in die Hand nehmen, wenn das vonnöten sein sollte. Da war sie nicht wählerisch in ihren Mitteln. Konnte es sein, dass Weibchen öfter…? Irgendwie spürte sie, dass sie bald einmal Wasser lassen musste. Ansonsten konnte sie für nichts garantieren. Doch nirgends stand ein Hinweisschild, das zu einer Toilette verwies. Den Schneider fragen, verhieß auch keine Lösung des drängenden Problems. Aber vielleicht Asarra so von Frau zu Frau...
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 23 April 2018, 21:54
Runde 21


Im Gang fand eine mehr oder weniger kopflose Flucht statt. Phelan hetzte vor, verfolgt von Asarra, Serafina, Grishnak und Christian, der das seltsame Konstrukt zuvor wieder erstarren ließ. Lediglich Amarok blieb einen Augenblick länger zurück, um einen der Toten wiederzubeleben und eilig einen Sack mit Pfeffer aus der Vorratskammer zu nehmen. Der Pfeffer kitzelte in der Nase, der Untote bekam den Sack in die Hände gedrückt und schon rannte auch der weiße Lykantroph davon, als ob der Leibhaftige hinter ihm her war. Und das war er vermutlich auch – oder zumindest war es nicht weit davon entfernt. Als Amarok um die Ecke bog und die ersten Stufen hinab hechtete hörte er das Geräusch von zersplitterndem Holz. Shir Khan schlug mit all seiner Kraft und Wut gegen die verbarrikadierte Tür und zerfetzte sie mit einigen harten Schlägen so weit, das er hindurch gelangen konnte. Knurrend kletterte er über die davor verkanteten Stühle hinweg, hob die Schnauze und schnupperte, während sein Gefolge sich damit abmühte die restlichen Hindernisse aus dem Weg zu schieben.

Er witterte einen, der zu seiner Jagd gehört hatte, und der tot sein sollte. Dann lag der Geruch von einem in der Luft, den er vor vielen Jahren auf einem Ball gesehen hatte, und den er nicht unterschätzen dufte. Und dann ein Weibchen, eine von Endris Rudel? Wieso hatten die zwei überlebt? Warum tauchten sie hier auf und warum flüchteten sie vor ihm? Das alles ergab keinen vollkommenen Sinn für ihn, doch es lag auf der Hand das sie etwas im Schilde führten, das Pandea nicht gefallen würde. Also würde er sie fangen, ob tot, oder lebendig würde sich noch heraus stellen.

Nachdem er diese Entscheidung getroffen hatte, setzte er den Spuren nach. Er kannte nicht alle von ihnen, doch das spielte keine Rolle. Keiner von ihnen würde das Schloss lebend wieder verlassen...

Mit wenigen Sätzen hatte Shir Khan den Raum durchquert und sprang in den Flur, in dem vor wenigen Minuten noch ein kurzer Kampf stattgefunden hatte. Braschnek stand erstarrt mitten auf dem Flur. Warum bei den Niederhöllen bewegte er sich nicht? Und Erol wankte auf ihn zu, irgendwie schien er ein wenig steif zu gehen. War er betrunken? Da riss Erol plötzlich die Arme nach oben und eine Staubwolke flog auf ihn zu, hüllte ihn ein, und er hatte das Gefühl seine Nase würde explodieren. Ein wilder Niesanfall folgte, unterbrochen von wütendem Heulen und  einem heftigen Schlag, der Erols Leib fast in zwei Hälften teilte. Doch das wirbelte den herumfliegenden Pfeffer nur noch mehr durch die Luft und verschlimmerte das Ganze eher, als es zu verbessern.

~ ~ ~


Unten im Verließ fand ein Wiedersehen statt, das unter anderen Umständen sicherlich herzlicher ausgefallen wäre. Einzig an Lyressas Schwanzwedeln war zu entnehmen, wie sehr sie sich darüber freute Serafina wohlauf wiederzusehen. Sie zog die junge Lykana ein Stück von der Tür weg, damit sie auf welche Art auch immer von Ragno oder Phelan geöffnet werden konnte. Auf Phelans Herausforderung reagierte Endris mit einem aggressiven Knurren und dem Versuch sich von seinen Ketten loszureißen indem er sich heftig nach vorn warf. Das die metallenen Schellen dabei in sein Fleisch schnitten, schien ihn nicht im Geringsten zu interessieren. Die blutunterlaufenen Augen verfolgten jede von Phelans Bewegungen, er geiferte und schnappte in der Luft in seine Richtung. Lediglich als Serafina von Nurus Wäldern sprach flackerte sein Blick für einen kurzen Moment zu der Wölfin herüber, als ob der Hauch einer Erinnerung an ihm vorbei strich. Dann war der Augenblick vorbei und er gebärdete sich wieder wie wild. Lyressa griff nach Serafinas Pfote. Es war schrecklich ihren Alpha so zu sehen. Der Verlust des Rudels musste ihn in den Wahnsinn getrieben haben – das und die Dinge, die ihm hier im Schloss angetan worden waren. Doch die Rudelmagie war noch vorhanden, sehr schwach, kaum spürbar, aber dennoch existent. Wenn sich die Fuchsrote ganz stark darauf konzentrierte konnte sie ihr Band zu Endris spüren, und wenn sie die Augen schloss war da auch irgendwo ein kleines Licht, das sie als Serafina wahrnahm. Wenn sie doch bloß eine Möglichkeit finden würden, dieses Band zu stärken...

Das Eintreffen von Martina und das Öffnen der Kerkertür unterbrach Lyressas Gedankengänge. Amarok hatte etwas von einen Tropfen erwähnt, den sie Endris nur einflössen mussten. Vielleicht war das eine Möglichkeit... das dumpfe Knurren, das hinter ihnen aus dem Gang erklang gehörte zu keinem aus ihrer Gruppe. Es gehörte auch nicht zu Shir Khan selbst. Der Alte war dieses Mal schlauer gewesen. Als er das Schlimmste des Pfefferanfalls überstanden hatte, und nachdem Braschnek seinem ersten Wutausbruch endgültig zum Opfer gefallen war, hatte er einige Handlanger vorgeschickt. Seine eigene Nase würde er wohl noch einige Tage nicht gebrauchen können, doch wofür hatte man einen Jungwolf, der wild darauf war, sich seine Sporen zu verdienen. So hatte er einen der jungen Wölfe aus Endris Rudel vorgeschickt – einen, dem Serafina einst prophezeit hatte, er würde ein mächtiger, starker Alpha werden. Jetzt stand er in dem Gang, nur wenige Meter von Asarra und Merdarion entfernt, und er war nicht allein. Ihm folgte ein Pulk aus Wachen, Drow und Orks, eben alle, die auf das laute Heulen hin herbeigelaufen waren, und hinter ihnen, mit nur wenigen Metern Abstand, konnte man die rotglühenden Augen Shir Khans im Gang leuchten sehen.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 25 April 2018, 22:52
Ob es eine gute Idee gewesen war Endris in diesem Zustand herauszufordern? Es war eine Formelle Angelegenheit und normalerweise hielten sich selbst die wildesten Wölfe an die ungeschriebenen Gesetzte. Doch Schmerz und Verlust schienen den weißen Alpha an einen Punkt getrieben zu haben, an dem man von ihm keinerlei Vernunft mehr erwarten konnte.

Und so musterte Phelan den anderen Leitwolf eindringlich, während er es Rango überließ den richtigen Schlüssel zu finden. Vielleicht war es in diesem Fall klüger auf diesen Tropfen zu vertrauen, von dem Darius gesprochen hatte, anstatt sich auf lykantrophische Etikette zu verlassen. Dennoch murmelte der Krieger: „Bald, unter dem Felsen im Wald bei Nuru, soll sich zeigen wer der stärkere von uns beiden ist. Dort wo uns und unseren Rudeln eine friedliche Zeit gegönnt war.“

Serafina war wohl besser dafür geeignet Worte zu finden, die zu dem weißen Alpha durchdrangen. Und so lenkte Phelan seine Gedanken darauf, wie man ihm seine Medizin schmackhaft machen könnte. Nachdem er kurz überlegt hatte, fügte er sich mit seinen eigenen Klauen eine Wunde am Unterarm zu. „Mit dem Blut eines starken Kriegers, schmeckt dein Wundermittel gewiss besser“, bemerkte er an den verwandelten Eisdrachen gewandt.

Während das Goldauge endlich die Tür aufbekam, war nun auch Shir Khan endgültig heran. Vorläufig ließ er aber seinen Gefolgsleuten den Vortritt. Vielleicht würde er lang genug mit ihnen spielen, dass sie vollenden konnten, wofür sie hergekommen waren.

Wortlos einigte man sich darauf, dass Phelan mit brachialer Gewalt versuchte die Ketten auf einer Seite zu sprengen, während man zeitgleich auf der anderen Seite mit den Schlüsseln sein Glück versuchte. Der schwarze Wolf setzte dort an, wo das Metall in den Fels eingelassen war. So war das Risiko, Endris versehentlich zu verletzten, äußerst gering. Gewaltige Muskeln spannten sich unter seinem dichten Pelz, und es hätte ihn nicht gewundert, wenn sich das Brecheisen unter seiner Anstrengung dauerhaft gekrümmt hätte.

„Wie geht es mit dem Tropfen voran“, stieß er zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Er war zu sehr auf seine eigene Aufgabe konzentriert, um sich selbst ein Bild zu verschaffen. Endris endgültig zu befreien, ehe er sich zumindest etwas beruhigt hatte, schien nicht allzu klug. Und doch mussten sie Parallel an allen Fronten arbeiten, denn da war immer noch Shir Khan, der nicht gerade für seine Geduld bekannt war.

Ein zumindest in Wolfohren unangenehm greller Pfiff zog die Aufmerksamkeit des dreiköpfigen Höllenhundes auf sich. „Hilf dabei uns Zeit zu verschaffen, Elggur! Aber zieh dich zurück, ehe man dich ernsthaft verletzt…“

-2 Leben für die selbstzugefügte Verletzung (77/69 LP)
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 26 April 2018, 13:02
In ihrem Schreck, Endris in Ketten zu sehen, bemerkte Aponi'Kasa Lyressa erst, als diese sie sanft zur Seite zog. Freudig wedelte die Rute der Dragoleutnant, als sie der Rotbraunen gewahr wurde. Freudig stupste Aponi'Kasa die junge Lykana an und hielt deren Pfote umklammert. Den weißen Alpha in diesem Zustand zu erleben zerschnitt ihr das Herz. Schuldgefühle machten ihr zu schaffen, obwohl sie nichts hiervon verschuldet hatte.

Keinen Tag lang, seit sie Endris kannte, war sie gänzlich ehrlich zu ihm gewesen. Hatte in seinem Rudel spioniert und die Informationen der Kaserne zugetragen. Hatte sich mit den Freien verbündet, die unter dem Schutz von Shir Khans Erzfeind standen. Ihre Verbindung zur Rudelmagie war eine verlogene Farce. All dies zog blitzartig an ihr vorbei. Aponi'Kasa ließ die Ohren hängen. In gewisser Weise war sie es Endris schuldig, ihn hier herauszuholen. War es Lyressa schuldig ihren Alpha dem Feind zu entreißen. Selbst wenn der Lohn eine zerfetzte Kehle sein sollte.

Endlich war entschieden worden die Kerkertür mit dem Schlüssel zu öffnen. Aponi'Kasas Herzschlag beschleunigte sich. Und dann waren sie da, Shir Khan und seine Schergen. Angeführt wurden sie - kurz meinte die Lykana ihr bliebe das Herz stehen - von einem der Welpen aus Endris Rudel.

"Oh nein", keuchte sie und riss unbeabsichtigt an Lyressas Pfote. "Warum ER?" Ein gequältes Winseln drang aus ihrer Kehle. Ihr Herz gebot ihr den Jungwolf mit seinem Namen anzurufen. Ihre Ohren zuckten kurz, als sie seine Aufmerksamkeit zu haben glaubte.

"Sieh, was sie deinem Alpha antun. Der dich und deine Schwestern stets beschützt hat. Euch sicher über den Fluss geführt hat. Bitte, lass nicht zu, dass er so leidet. Siehst du nicht, wie sehr Endris Herz für euch blutet? Bitte, hilf uns, denn wir sind nur euretwegen gekommen."

Wenn es eine Möglichkeit gab, das schwache Band der Rudelmagie wieder zu stärken, dann durch IHN, den Jungen, stark und voller Stolz. Aponi'Kasa wartete seine Reaktion nicht ab.

"Asarra, Merdarion, bitte, verschont ihn." Dann warf sie sich herum. Bat Ragno mit flehendem Blick um den Schlüssel. "Das ist meine Aufgabe. Wenn er jemandes Kehle zerfetzen sollte, sollte es die meine sein."

Damit schlüpfte die Lykana hinter Phelan in die Zelle, wissend, Lyressa und Amarok würden ihr folgen. Die Zeit schien sich in die Länge zu ziehen, zu dehnen wie zäher Honig. Aponi'Kasa machte sich erst an der Fußfessel zu schaffen. Bei dem Arm musste sie vorsichtig sein, um nicht in die Nähe von Endris geiferndem Kiefer zu gelangen. In ihren Ohren rauschte es. Sie musste es ihm sagen! Ehe dieser Tag vorüber ging, egal wie er endete, musste sie ihm sagen was sie fühlte.

"Endris, ich bin nur deinetwegen gekommen. Wärst es nötig gewesen, ich wäre für dich durch die Niederhöllen gewandert. Selbst wenn ich heute hier sterbe, an deiner Seite, sollst du wissen, dass mein Herz für dich schlägt seit ich dich kenne."

Furchtlos sah sie ihm in die flackernden Augen. Ungeachtet seiner rasenden Wut streckte sie die Pfote aus, wölbte eine Pfotenhand mit gespreizten dunklen Krallen und legte ihm die Pranke in Höhe seines Herzes an die Brust, um ihm zu zeigen, dass er es war, der ihr alles bedeutete.
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Donnerstag 26 April 2018, 18:09
Ragno juckte der Rücken bei dem Gedanken, diese dreckstarrtende wildgewordene Bestie freizulassen. Zu seinem Leidwesen wollte die Vorgesetzten es so. Der Schlüssel passte, genau wie er vermutet hatte. Bereitwillig überließ er der Dragoleutnant den ganzen Bund. Lieber schlug er sich auf dem Gang mit eine Meute an Drow und Wolfsmenschen als sich in einer kleinen Kammer mit einem tollwütigen Wolf. Auch wenn die Aussicht die Begegnung mit dieser Meute zu überleben prozentual nicht zu ihrem Vorteil stand. So gut konnte jeder Söldner rechnen. Da die Hoffnung aber stets zuletzt starb, war Ragno gewillt eben diese wie gewohnt zu überleben.

Seine Augen glitten über den Feind. Die Auswahl fiel ihm ausnahmsweise schwer. Da die Dragoleutnant das haarige Vieh an der Spitze verschonen wollte, blieb nur derjenige, der sich nach dem Wolf als nächster bewegte. Ragno presste die Armbrust gegen die Schulter und zielte. Schießen würde er, sobald Bewegung in die Sache kam.

Armbrust AW 9 Körpertreffer
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Freitag 27 April 2018, 12:43
Ungläubig sah Merdarion seinen Kumpel Ragno an und verzog dann das Gesicht. Sicherlich wäre es heldenhaft dem laut Amarok heranjagenden Shir Khan entgegenzueilen um den Adligen und den Schneider zu warnen, nur er war nicht heldenhaft. Helden starben und man besang sie, er wollte nicht besungen werden, sterben noch weniger. Sein Chancen gegen denWerwolf musste er nicht ausrechnen. "Verzichte." gab er nur zurück. Sein Wort an Myriel band ihn an Phelan und Endris, an sonst niemanden.

Sei es Zufall oder Fügung, die beiden Vermissten tauchten wieder auf, hinter ihnen kam ein Trupp des Feindes angerannt. Der Gang bot wenig Platz um sich zu verteilen, auch sah der Minenbesitzer keinen Sinn darin, im besten Fall würden sie dann einzeln niedergemacht. An seiner Seite stand seine Gildenschwester Asarra mit der er immer noch kaum mehr als ein paar Worte gewechselt hatte. Blieb zu hoffen das sie noch einmal die Gelegenheit haben würden das zu ändern. Mit einem vernehmbaren Geräusch schloss er sein Visier. Was auch immer da auf sie zukam würde erst an ihnen beiden vorbei müssen. Noch ehe es zum Zusammenstoß kommen konnte rief Serafina ihnen noch etwas zu, Merdarion ließ sich davon ganz sicher nicht beirren. Was auch immer in die Nähe seines Schwertes kommen würde, würde ebendieses auch spüren. Es war ganz sicherlich nicht der Zeitpunkt Gnade gegenüber einem Feind walten zu lassen der in der Überzahl war. Sie hatten auch noch Bogenschützen, verdammt. Hoffentlich bot der Gang wenig Möglichkeiten für sie. Eben in diesem Moment flog auch schon ein Bolzen an ihm vorbei auf die Feinde. Ein Glück das Ragno ebenfalls mitdachte.

"Na dann." kam es dumpf aus seinem Helm in Richtung Asarras. Merdarion nahm einen stabilen Stand ein, das Schild schutzbietend vor sich haltend. Gleichzeitig hob er das Schwert über seinen Kopf, die Klinge direkt nach vorne in Richtung des Ganges gerichtet. Weite Ausholbewegungen konnte er sich hier sparen, schnelle gezielte Stiche würden es tun. Im trüben Licht konnte er noch nicht einmal sehen was sich da genau auf ihn warf. Der Ort seines Schwertes stach zweimal schnell von oben herab um direkt wieder zurückzufahren und den eigenen Kopf zu schützen.

AW1: 29
AW2: 32
VW1: 24
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 27 April 2018, 13:53
Es ging für den Baron alles viel zu schnell, plötzlich waren sie alle wieder da, die alle inzwischen weg waren und in den engen Gängen wurde es noch etwas engerlicher.

Der Krieger Merdarion war schnell derjenige der sich kopfüber einen Friendestruppe entgegenstellte. Jemand war ein ‚Ihr macht die zweite Welle ‘ ein und der Adelige bezog es auf sich. Nicht, dass er zu feige gewesen wäre selbst als Speerspitze zu dinen, war es bestimmt vernünftiger, wenn die besser gerüsteten diese Funktion ausübten.

So war auch Martin von Muesig alsbald in das Kampfgeschehen verwickelt und versuchte so gezielt wie möglich zuzuschlagen. Ob er es vermeiden konnte, selbst getroffen zu werden, würde sich zeigen. Louanne sollte jedenfalls keine Krüppel zum Gatten bekommen.


AW 14
VW 13

LP: 19
Autor: Darius Datum/Zeit: Samstag 28 April 2018, 10:51
Sein kurioser Zustand von gedämpften Gefühlen gewährte Amarok die geistige Ruhe um die Situation ohne Hast zu überblicken und was er sah fügte sich einigermaßen zu dem zusammen, was man erwarten konnte. Endris wirkte gebrochen und wild durch die Folter, was kein Wunder war. Sie hatten sich vielleicht zu viel Zeit genommen um hierher zu kommen. Die kleinen Momente der Klarheit, welche Aponi'kasa aus ihm herauskitzeln konnte gaben jedoch einen soliden Grund für eine Hoffnung auf Heilung, egal wie lange sie auch brauchen mochte.

Die Tür war überwunden noch bevor es zum Kampf mit den Verfolgern kam und Amarok bemerkte noch zufrieden, wie sich Shir Khan im Hintergrund hielt, bevor er sich abwandte und selbst die Zelle mit Endris betrat, während seine Hände und seine Zunge bereits in Bewegung waren. Folgender Gedanke motivierte ihn zur Zeit: Endris war von Pandea unterworfen worden oder so gut wie. Nun... vielleicht konnte genau sie in dieser Situation helfen. Aus undeutlichen Erinnerungen zog er das wenige an Eindrücken heraus, welches er von den Ereignissen unter dem Wolfsfelsen nie wieder vergessen würde.

Zwei Dinge geschahen nun. Einerseits löste sich Amaroks Schatten von ihm und huschte über den Boden auf die Feinde zu. Kurz hinter den Kämpfenden begann er dann aus dem Boden zu wachsen, wurde größer und größer und größer, bis er den Gang auszufüllen schien, ein riesiger Wolf, so schwarz wie die Nacht, der den Blick einiger auf die Zelle nun versperrte. Rote Augen starrten den Tarosiern entgegen, begleitete von einem Maul mit Fängen so groß wie ein Menschenhand... und der Geruch nach Pfeffer ging von diesem Wesen aus.

Amarok selbst legte ein ganz anderes Blendwerk über sich selbst, die mit Phelans Blut verschmierte Phiole in seiner rechten Pfote. Seine Züge wurden weicher, weiblicher, menschenähnlicher und eine Stimme wie sie einem in die Knochen gehen konnte sprach nun direkt hinter Serafina. "Oh mein lieber Endris. Wie hungrig du doch aussiehst. Sieh, deine Herrin hat dir etwas mitgebracht."

Sprach das falsche Bild von Pandea, die samtene Stimme, das unirdische Aussehen und der Geruch von ihr wie versetzt durch die Zeit in das Hier und Jetzt. Irator konnte nicht anders als ein süffisantes aber wolhwollendes Lächeln auf die Züge des falschen Abbildes zu legen. Die bloße Anmaßung die Tochter von Côr derart nachzubilden und für seine eigenen Zwecke zu nutzen... ob es Wahnsinn oder ein Geniestreich war, würde sich noch zeigen.

Natürlich erreichte das Lächeln nicht die Augen, der Ausdruck darin herrisch und erwartungsvoll, wie ein Besitzer der darauf wartete, dass der eigene Hund auf die Belohnung ansprang.

Der Propfen wurde von der Phiole entfernt und der gefrorene Tropfen von Kementaris Segen vor Endris Schnauze gehalten. Selbst wenn der Lykantroph nun zubiss, würde Amarok ihm einfach das Artefakt göttlicher Macht in den Rachen drücken.


-17 Mana für drei Blendwerkversuche:

Nummer 1 (Pandea) für 5 Mana Fehlgeschlagen
Nummer 2 (Pandea) für 5 Mana geschafft
Nummer 3 (großer böser Wolf) für 10 Mana geschafft
Autor: Christian Datum/Zeit: Samstag 28 April 2018, 19:14
Allerdings kam er nicht mehr bis zu den anderen Gefangenen, ehe ihre Verfolger heranstürmten. Leider blieb Shir Khan im Hintergrund und ließ seinen Lakaien den Vortritt. Ein wohl noch junger Lycaner stürmte voran und würde wohl gleich in Merdarions Schwert laufen, egal was Serafina gerade gesagt hatte. Zwar wirkte Darius ein Blendwerk eines großen Wolfes, der den Gang scheinbar versperrte, aber da der Magier des Hohenturms diese ohne Anstrengung durchschauen konnte, wollte er kein Risiko eingehen und konzentrierte sich einen Lidschlag lang auf den Körper des jungen Lycantrophen, um diesen in der Bewegung erstarren zu lassen.

Dies hatte dann die magischen Kräfte des ehemaligen Statthalters recht erschöpft, weswegen er einen seiner Manatränke zu sich nahm. Nur um danach hinter dem großen schwarzen Wolf zwei Sonnenlichter vorzubereiten, um diese auf andere Gegner abfeuern zu können, welche sich von dem Blendwerk nicht beeindruckt zeigten und weiterhin angriffen. Sollte er Shir Khan provozieren, um diesen ebenfalls näher herankommen zu lassen? Allerdings würde es dann zuerst Merdarion und Asarra erwischen. Somit verschob der Hohentürmler die direkte Konfrontation mit dem Anführer der Wilden Jagd erneut, um ihm vertraute Leben zu schützen. Aber eines Tages wäre Shir Khan fällig für seine Taten gegen das Leben selbst...



-16 MP für Katalepsie auf Junglycaner -> 3/61 MP
Junglycaner bis Heilung erstarrt
-1 großer Manatrank -> 61/61 MP
-50 MP für zwei Sonnenlichter mit je 124 AW auf trotz Blendwerk angreifende Gegner -> 11/61 MP
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 29 April 2018, 11:41
Ein kurzer Blick zu Endris, mehr wagte die Amazone nicht. Der weisse Alpha sah fürchterlich aus. Doch die restlichen Lykaner kümmerten sich bereits um ihn, in der einen oder anderen Weise. Für einen Herzschlag blieb ihr Blick an Serafina hängen. Das Leid der Gildenschwester war beinahe körperlich zu spüren, als sie auf den gefolterten Alpha einredete. Asarra hoffte aus ganzem Herzen, dass sie Erfolg haben würde - nicht nur um des Weissen willen, sondern vor allem weil sie befürchtete, dass die herzensgute Serafina daran zerbrechen würde, wenn die Mission scheiterte. Oder sie den Alpha schlussendlich doch umbringen müssten.

Dann waren die Feinde da. Allen voran ein Lykaner, dahinter Dunkelelfen, Orks. Alles weitere verschluckte der düstere Gang, doch irgendwo waren die rot funkelnden Augen zu sehen. Die Präsenz des Anführers der Wilden Jagd war so stark, dass sogar die Amazone sie spürte. Ein grimmiges Lächeln schlich sich in ihr Gesicht, als sie sich neben einem weiteren Gildenbruder in einen tieferen, stabileren Stand begab.

Das Bild hätte unterschiedlicher nicht sein können. Merdarion, schwer gerüstet, mit Helm, Schild und Schwert. Der klassische Krieger. Daneben die grosse, muskulöse Schwarzhaarige in dunkler Lederrüstung, die sie beinahe ein bisschen in den Schatten des Ganges verschwinden liess. Nichts ausser einer Axt am Gürtel und blitzenden Wurfmessern in den Händen. Aber beide waren bereit, für was auch immer da auf sie zukommen würde.




4x AW 38 (evtl.)
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 29 April 2018, 22:33
Runde 22


Der nächste Schlüssel, den Ragno probierte, passte. Die Kerkertür war auf und der erste, der sich in den Kerker hinein wagte, war Phelan. Er versuchte die Brechstande an der Wand anzusetzen, an der die Fesseln in den Stein eingelassen waren, doch Endris ließ es nicht wirklich zu. Er schnappte nach Phelan, sobald dieser dich auch nur ansatzweise in Reichweite befand, und oft genug schlugen die scharfen Reißzähne nur um Haaresbreite vor ihm zusammen.

Serafina entdeckte den Welpen aus Endris Rudel an der Spitze der Gegner, die den Gang entlang eilten. Verzweifelt versuchte sie an ihn zu appellieren von seinem Angriff abzusehen, doch Lyressa legte die Pfote auf Serafinas Arm und schüttelte mit dem Kopf.

Das hat keinen Sinn Serafina. Spürst Du es nicht? Er ist kein Teil mehr von uns. Sein Licht ist verschwunden. Er gehört zu Shir Khan.

Ihre Stimme klang traurig und resigniert. Das Rudel war bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden, und es sah so aus als ob sie der klägliche Rest davon waren. Sie sah wie Merdarion sein Schwert zog und bezweifelte das er den früheren Welpen verschonen würde. Das musste Serafina nicht mit ansehen, und so schob sie die junge Lykana in Richtung Kerkertür. Diese bat Ragno um den Schlüsselbund um kam dann der unausgesprochenen Aufforderung nach. Christian schien derselben Ansicht zu sein wie Lyressa, denn nur einen Wimpernschlag später blieb der junge Wolf wie angewurzelt mitten in seiner Bewegung stehen, denn der Hohentürmler hatte einen Katalepsiezauber gewirkt. Lyressa flüsterte ein leises:

Danke.

in seine Richtung und schlüpfte dann hinter Serafina in die Zelle, die es bereits geschafft hatte, die erste Fußfessel zu lösen und unentwegt auf Endris einsprach. Doch der große weiße Alpha beachtete sie gar nicht, er war viel zu sehr damit beschäftigt zu versuchen Phelan zwischen seine Kiefer zu bekommen. Bis sie schließlich ein Geständnis machte, das Lyressa dazu brachte sich mit gesenkten Ohren auf die Hinterläufe zu hocken. Wie schön, wie perfekt hätte es sein können, wären sie in den Wäldern von Nuru geblieben... Die fuchsrote Wölfin stieß ein klagendes Heulen aus, in dem all ihr Kummer und all ihr Verlust lag. Die tiefe Trauer, die darin lag, erkannten nicht nur Lykanerohren, sondern auch alle anderen Anwesenden, denn ihm folgte ein herzzerreißendes Winseln, mit dem Lyressa sich neben ihrem Alpha auf den Boden legte. Doch es war Serafinas Pfote, die sich auf Endris Brust legte, die den weißen Wolf davon abbrachte nach Phelan zu schnappen und den Kopf zu den beiden Lykantrophinnen zu sehen. Rot unterlaufene Augen sahen Serafina an, und für Sekunden schien die Welt stillzustehen...

Phelan reagierte blitzschnell. Er nutzte die Gelegenheit sein Brecheisen anzusetzen und stemmte sich mit aller Macht dagegen. Ein knirschendes Geräusch teilte ihm mit, das der Erfolg nah war, Er jagte Ellgur in den Gang, er brauchte nur ein paar Sekunden mehr Zeit...

… doch diese Zeit war ihm nicht vergönnt. Während er sich voll konzentriert gegen das Brecheisen stemmte und die Kette endlich aus dem Mauerwerk brach, schoss Endris Kopf wieder herum und packte zu, als ob er nie wieder loslassen wollte. Vielleicht hätte er es auch tatsächlich nicht getan, wenn in diesem Augenblick nicht Amarok eingegriffen hätte. Sein Schatten floss über den Boden in Richtung Gang davon, dann veränderte sich sein eigenes Erscheinungsbild. Die Illusion war verblüffend echt. Er sah nicht nur aus wie Pandea, er roch wie sie, er sprach wie sie und das überhebliche Lächeln auf seinen Lippen machte sein Aussehen perfekt. Wäre Endris im Besitz seiner vollen geistigen Kräfte gewesen und hätte es die vergangenen Monate der Folter und Qualen nicht gegeben, so hätte er das Blendwerk des Eisdrachen durchschaut. Doch sein einst so klarer Geist war nahezu auf die Instinkte einer Bestie zurückgestutzt worden. Er ließ Phelan los und starrte Amarok an, wie ein Gläubiger den Teufel persönlich anschauen würde. Sein Blick flackerte zu Serafina und Lyressa an seiner Seite, und dann zurück zu Amarok, der in seinen Augen Pandea war.
Ein wütendes Knurren ertönte. Der Wunsch dieser Frau die Kehle heraus zu reißen war beinahe übermächtig. Doch es gab etwas, das er noch immer beschützen musste, ganz gleich, was es ihm abverlangte. Endris öffnete wie ein braves Schoßhündchen das blutverschmierte Maul mit den gefährlichen Reißzähnen und ließ sich den Tropfen einflößen.

~ ~ ~


Auf dem Gang rannten die beiden Schwarzorks ungebremst gegen den erstarrten Lykantrophen. Für einen Moment breitete sich Verwirrung aus, da sie nicht wussten, war mit ihrem Anführer geschehen war, dann entschlossen sie sich dennoch einzugreifen – doch bis sie soweit waren , war Ragnos erster Bolzen schon heran geflogen und bohrte sich in den Schwertarm des erste Orks. Dieser brüllte vor Schmerzen, ließ seine Waffe fallen und hielt sich den verletzten Arm. Asarras Dolche jagten hinterher und setzten ihn und den zweiten Ork außer Gefecht. Die drei Wachen hinter ihnen trampelten rücksichtslos über die Gefallenen hinweg. Da schob sich Grishnak kampfbereit zwischen Merdarion und Asarra.

Grishnak auch wollen Spaß.

grunzte der Ork, und dann waren die drei Wachen schon heran. Merdarion setzte ihnen mit gezielten Stichen zu und versuchte sie mit dem Schild zurückzuhalten, Martina setzte ihren Degen geschickt ein und stieß immer wieder durch sich öffnende Lücken zu, versuchte die Schwachpunkte in der Rüstung ihrer Gegner zu erwischen. Und auch Grishnak wehrte sich nach Kräften. Da tauchte der Höllenhund plötzlich wie aus dem Nichts im Rücken ihrer Gegner auf. Die drei Köpfe packten nach  den Beinen der Wachen, und auch wenn ihre Zähne kaum durch die Rüstung drangen, so brachte diese Ablenkung den Abenteurern den winzigen Vorteil, den sie brauchten um tödliche Treffer zu erzielen. Nun standen hinter der Lykanerstatue nur noch die beiden Drow, deren Pfeile durch den Gang surrten. Und Shir Khan, der langsam, beinahe mit gelassener Ruhe den Gang entlang kam, knurrend, seine Gegner taxierend, als ob er überlegte wer sein erstes Opfer werden sollte.

Da entstand das Abbild eines riesigen schwarzen Wolfes in dem Gang, groß, mächtig, doch nicht imposant genug, um den Anführer der wilden Jagd selbst aufzuhalten – wäre da nicht der Geruch nach Pfeffer gewesen. Shir Khan zögerte. Christians Sonnenlichter leuchteten gleißend hell auf und stoben über den Gang, blendeten alles und jeden, Freund und Feind, der sich darin befand. Das Leben der beiden Bogenschützen erlosch wie eine Kerzenflamme im Wind, denn Christians Sonnenmagie war mächtig.

Ihre Augen hatten sich noch nicht ganz von dem hellen Licht erholt, als eine weibliche Stimme erklang, die der von Amaroks Blendwerk zum verwechseln ähnlich klang.

Wer feiert in meinen Kerkern eine Party ohne die Herrin des Hauses eingeladen zu haben?

Pandea stand hinter Shir Khan, der sich auf alle Viere niedergelassen hatte. Sie hielt die flache Hand vor ihren Mund und pustete über ihre Handfläche. Ein eisiger Wind entstand, der durch den Gang strich und den dunklen Schattenwolf von Amarok auseinander fegte und den Blick auf Merdarion, Asarra und Grishnak freigab.

Kümmere Dich um sie. Ich werde mit dem hübschen Streiter des Lichts spielen, der es wagt mir die Stirn zu bieten.

Ein Lächeln umspielte die schwarz gefärbten Lippen, als sie ihren Stab erhob und in die Richtung von Christian deutete. Plötzlich erhob sich ein dunkler Nebel vom Boden, der den Raum um Pandea herum  erfüllte. Hin und wieder erschienen Augen in der Dunkelheit und vermittelten den Eindruck, als ob diese Finsternis aus Dutzenden von Schattendämonen bestand. Unheimliches Wispern lag in der Luft als die Dunkelheit sich verdichtete. Pandea lächelte immer noch. Dann zuckten zwei Blitze über den Gang, die auf Christians Brust gezielt waren.

~ ~ ~


Der Tropfen Kementaris wirkte nahezu sofort. Der Blick des großen weißen Alphas wurde trübe, dann brach er in seinen Ketten zusammen. Der Körper erschlaffte und veränderte sich, wechselte zu seiner menschlichen Form und hing dann kraftlos in den restlichen noch verschlossenen Ketten.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Mittwoch 02 Mai 2018, 00:08
Es war nicht leicht das Stemmeisen anzusetzen. Denn Endris, in dessen Augen deutlich in Pandeas Schrift das Wort Wahnsinn geschrieben stand, schnappte mit seinen Zähnen nach ihm, sobald er auch nur Ansatzweise in deren Nähe kam. Und die Kiefer eines Lykantrophen konnten, wie Phelan nur zu genau wusste, Knochen zermalmen. Er wünschte sich in dem Moment die Schergen Baals hätten den weißen Alpha in straffere Ketten gelegt. Oder er hätte ein längeres Brecheisen mitgebracht. So aber musste er sich in Geduld üben und auf seine Gelegenheit warten. Diese kam, als Serafina ihrem Leitwolf die Pfote auf die Brust legte. Das schien Endris zu beruhigen und der Krieger hoffte, dass es das lange genug tun würde.

Mit gewaltigen Muskeln, die während harter Jahre, in denen immer stärke Gegner den Pfad vor ihm verstellt hatten, gestählt worden waren, stemmte er sich gegen die im Fels verankerten Eisen. Irgendwie hatte er es geschafft jetzt gegen einen der Ältesten, eine Halbgöttin, den Dunklen und die Zeit selbst antreten zu müssen. Welcher Wahnsinn ihn auch dazu getrieben haben mochte. Schon knirschte der Fels und verriet, dass er die Ketten bald freigeben würde. Und doch verlor Phelan den Kampf gegen die Zeit.

Unbarmherzig schlossen sich starke Wolfskiefer um seinen Unterarm, durchtrennten Muskeln und zerbrachen Knochen. Nur mehr ein Streifen Pelz, zerfaserte Sehnen und das Leder seiner Armschiene ließen die Pfote irgendwo unterhalb seines Ellbogens baumeln. Ausgerechnet Pandeas Eingreifen rettete ihn. Zumindest dachte Phelan, dessen Verstand durch den roten Schleier des Schmerzes getrübt dem Blutrausch nahe war, dies für einen Augenblick. Erst beim Anblick des gefrorenen Tropfens dämmerte ihm Darius List, kam aber nicht dazu diese gebührend zu würdigen. Denn ihm war klar, dass sie noch immer keine Zeit zu vergeuden hatten.

Schnell nestelte er mit der gesunden Pfote nach einer Phiole an seinem Gürtel, die er zerbiss, anstatt sie zu entkorken. Er war oft gewarnt worden gebrochene Knochen nicht mit Heiltränken verbinden, ohne sie zuvor zu richten, da fragte er sich was bei einer solchen Verletzung geschehen mochte. Das würde sich später ein wirklich guter Heiler ansehen müssen. Zum Glück kannte er derer zwei und einer war nur ein paar Schritte den Gang hinunter von ihm entfernt. Außerdem brauchte er im Moment jede Unze Kraft, die er aufbringen konnte, um zu tun was notwendig war. Und so fluteten jetzt auch seine eigenen bescheidenen magischen Reserven in seine Venen, um zu reparieren, was möglich war.

Wieder schwollen gewaltige Muskeln an, als wollten sie den Ledernen Brustpanzer sprengen, um das begonnene Werk zu vollenden. Einer der kräftigen Arme war dabei nur ein verkrüppelter Knoten aus wucherndem Fleisch und fehlgeformten Knochen. Aber er hielt der Belastung für den Augenblick stand und das war die Hauptsache.

„Eigentlich hätte ich Dir den Schädel einschlagen sollen“, ließ Phelan den weißen Alpha, der inzwischen erschlafft in seinen Ketten hing, grollend wissen, während er sich hinabbeugte um an einer Fußfessel zu wiederholen, was ihm an einer Handschelle bereits gelungen war. Noch war der Kampf gegen die Zeit nicht gewonnen. Schließlich galt es noch ein Portal zu öffnen und nach Nuru zu entkommen, ehe Pandea das Spiel endgültig zu ihren Gunsten entschied…

- 40 Leben durch Endris Biss (37/69 LP)
- 1 Regenerationstrank
+ 4 Leben (41/69 LP)
- 3 Mana für Regeneration (7/10 MP)
+ 3 Leben (44/69 LP)
Autor: Merdarion Ni Hawk Datum/Zeit: Mittwoch 02 Mai 2018, 09:00
Für einen kurzen Augenblick dachte Merdarion sie hätten eine Chance gehabt. Der Lykaner erstarrte und die beiden Orks fielen noch ehe sie die Gruppe erreichen konnten. Die übrigen Wachen konnten sie auf Distanz halten. Mit dem eintreffen eines weiteren Orks dem der Minenbesitzer vorher keine wirkliche Aufmerksamkeit geschenkt hatte kippte die Situation. Dieser drängte sich zwischen ihn und seine Gildenschwester, was dazu führte das der Schild Merdarions etwas weggedrückt wurde. Schmerz erxplodierte in Merdarions linken Schildarm als ein Pfeil das Kettengeflecht durchschlug sich in seinen Oberarm bohrte, und stecken blieb. Rein instinktiv riss er trotz der Schmerzen den Schild empor damit dieser nicht einfach absackte und machte so den nächsten Fehler. Ein zweiter Pfeil schrammte an seinem Oberschenkel vorbei und hinterließ eine mit Blut gezeichnete Linie auf dem Stoff der Beinlinge die sich langsam vergrößerte. Das hätte der Punkt sein müssen um sich zurückzuziehen, doch gerade da überschlugen sich die Erreignisse. Hinter den Feinden tauchte eine weitere Bestie auf die für Chaos sorgte und direkt vor ihm und Asarra wuchs eine Art Wolf aus den Schatten herbei. Was es auch war es verschaffte ihnen etwas Zeit. Mit zusammengebissenen Zähne riss der ehemalige Soldat den Pfeil heraus, besser die Wunde störte weniger als der Schaft. Dann wurde alles hell........

Nur langsam konnten die geblendeten Augen wieder etwas erkennen, da schalte eine Stimme durch den Gang die jedes Härchen in seinem Nacken sich aufstellen ließ. Noch immer fiel es schwer etwas zu erkennen aber die Schattengestelt vor ihnen verschwand und ein eisiger Lufhauch umwehte sie. Hinter dem größten Werwesen das er bisher gesehen hatte und dem er wirklich nicht über den Weg laufen wollte war eine weitere Gestalt erschienen. Ganz offensichtlich die Hausherrin und damit eine Halbgöttin. Innerlich stöhnte Merdarion auf, das Glück hatte sich gerade endgültig gegen sie gewand.

Verwundet, geblendet und jetzt kam Shir Khan auf sie zu. "Zurück." knurrte Merdarion seinen Begeleitern zu als er langsam weiter in den Gang wich. Er spielte auf Zeit, mehr blieb ihnen auch nicht. Den Werwolf anzugreifen, war Selbstmord, die Halbgöttin anzugreifen ebenfalls. Sein Schwert hielt er weiterhin zum Stich bereit, ganz kampflos wollte er nicht untergehen. Und dann brachte diese Dnkelheit um Pandea etwas anders ihn ihm zum Klingen, tief drinnen vergraben. Es nutzte die Situation, versuchte sich die Schwäche des verletzten Körper zu Nutze zu machen. Ein Glück das niemand unter dem Visier die roten Augen sah oder das leiese Knirschen von Zähnen im Kampf um die Kontrolle.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mittwoch 02 Mai 2018, 12:25
Die Welt um sie herum schmolz zu einem winzigen Punkt. Für Aponi'Kasa gab es nur noch diese Augen, die sie ansahen, die ihr einen Schauer über den Rücken jagten und zugleich die Hoffnung weckten, dass alles gut werden würde.

Lyressas Klage schnitt der jungen Lykana ins Herz. Sie wollte nicht wahrhaben, dass der Jungwolf verloren war, doch die Fuchsrote hatte Recht: Das Band war zerrissen. Tieftraurig fiel Aponi'Kasa ins das Heulen ein, denn sie wusste, dass auch die andere Welpen nicht mehr Teil des Rudels waren. Wie in Trance nahm die Dragoleutnant Endris Biss gegen Phelan wahr. Sie spürte den heftigen Ruck an den Ketten, und doch registrierte sie nicht wie schwer der schwarze Alpha verletzt wurde. Verzweifelt nestelte sie an der Handschelle, die hin und her ruckte, und erst der Tropfen von Kementari beruhigte Endris so weit, dass Serafina den Schlüssel in die passende Öffnung schieben konnte. Der weiße Alpha sank in sich zusammen. Mit einem Klicken sprang die Fessel auf. Neben ihnen entflammte das erlösende Portal.

"Lyressa, schnell, hilf mir ihn zu tragen."

Auch als Mensch war Endris nicht der Leichteste. In Wolfsgestalt aber hätten sie erhebliche Schwierigkeiten gehabt ihn rasch hier fortzuschaffen. Sie packten ihn an Armen und Beinen und schleppten ihn zu dem wabernden Lichtkreis. Keinen Gedanken verschwendete Aponi'Kasa an die Gefährten, die ihre Flucht deckten. Leider mussten diese allein zurecht kommen. Ihre Nachtjäger hätten ohne jeden Befehl gewusst was zu tun war. Merdarion, Asarra, Runshak, Ragno und Christian waren erfahrene Kämpfer, ihnen traute sie zu heil aus diesem Schlamassel herauszukommen. Das hell strahlende Licht empfing sie und schlug tröstend über ihnen zusammen.

Dann endlich spürte Aponi'Kasa Gras unter ihren Pfoten. Tief sog sie die kühle frische Luft in ihre Lunge. Fühlte die leichte Brise im Fell, genoss den Geruch nach Wiesenblumen, hörte das Zwitschern der Vögel. Alles war so intensiv und hoffnungsspendend. Sachte legten sie den menschlichen Endris ins Gras. Aponi'Kasa setzte sich neben ihn und hielt seine Hand. Die Ketten hatten die Haut bis aufs Fleisch aufgescheuert und entzündet.

Sogleich stürzten neue Fragen auf sie ein. Was wurde nun aus ihm? Am besten wäre es ihrer Meinung nach ihn in die Kaserne zu bringen, in eine Kammer, bis sie wussten ob sein Wahnsinn heilbar war. Eines wusste sie gewiss: Endris brauchte ein Rudel. Sein Rudel. Nur dafür lohnte es sich für ihn zu leben und Shir Khan zu widerstehen. Der weiße Alpha war nun ein Gejagter. Das nährte in Aponi'Kasa die Hoffnung, dass Endris bereit wäre sich den Freien anzuschließen. Nicht als Teil des Rudels. Sondern als gleichberechtigter Alpha neben Wamblee im Alten Wald. Mit Lyressa und ihr. Mit einem Schlag erkannte sie, welche Möglichkeit sich für sie selbst bot. Sie konnte eine Freie sein und doch bei ihm bleiben. Die Rudelmagie würde keine Lüge mehr sein. Wamblee würde sie ziehen lassen, das wusste sie. Nun kam alles darauf an, ob Endris dazu bereit wäre. Sanft drückte sie seine Hand und strich ihm über das Gesicht.

Ihr Blick wandte sich zu dem Portal hin. War Amarok zurückgekehrt? Sie hatten nie über das "Danach" gesprochen oder gar ernsthafte Überlegungen angestellt. Jetzt war der einzig passende Zeitpunkt, ehe Endris erwachte oder Merdarion wahnsinnig genug war Gerechtigkeit für dessen Verbrechen zu verlangen.

"Hauptmann?",  wagte sie ihre Gedanken für ihn zu öffnen. "Wohin bringen wir ihn?"
Autor: Ragno Todbringer Datum/Zeit: Mittwoch 02 Mai 2018, 12:57
Sein Bolzen fuhr einem Ork in den Arm. Ragno grinste fies. Dann war der Feind heran. Die Gefährten schoben sich vor ihn. Kein zweiter Schuss möglich. Todbringer zog die Axt.

„Verdammt noch eins, bei Mahal!“, fluchte er gleich darauf. Ein Pfeil streifte ihn an der Beuge zwischen Schulter und Hals. Trat zum Glück nur ein Kratzer. Magie knisterte in dem engen Gang. Kälte, grelles Licht, Ragno hasste es. Man wusste nie, ob man heil aus diesem Zauberkram hervor ging. Das Weibsbild, das hinter dem schwarzen Wolfsvieh auftauchte, brachte Ragnos Blut in Wallung. Das Symbol auf seinem Arm pochte und hämmerte wie verrückt. Da wurde sogar die Fledermaus unruhig und fiepte ihm ins Ohr. Hätte Merdarion nicht zum Rückzug aufgerufen, der Zwerg wäre von Wahnwitz ergriffen nach vorne gestürmt.

„Hey, du, sind deine Eltern Freizeit-Alchemisten? Siehst aus wie ein missglückter Versuch! Wenn du dein Inneres nach außen kehrst, könntest du wenigstens als Vogelscheuche auf den Acker! Noch besser wär ein Loch im Hinterkopf, als Nistkasten für die Krähen!“, brüllte er der Zauberin entgegen und hob die Armbrust.

Hinter ihm drängte jemand zur taktischen Flucht. Denn eine Flucht kam für einen Söldner nicht in Frage. Taktischer Rückzug hingegen war eine gänzlich andere Sache.

„Los, lass uns verschwinden“,   knurrte er seinem Kumpel im Blechkostüm zu. „Sollen die sich ohne uns balgen und Blitze schleudern so viel sie wollen. Solltest aufpassen, dass du in deinem Kessel nicht gegrillt wirst, mein Freund.“

Grinsend schob sich Goldauge rückwärts durch die Kerkertür. Dort war ein Portal. Dasselbe, das sie hergebracht hatte. Wenn das nur gut ging. Hatte er schon in Erwägung gezogen, dass es Fälle gab, in denen Portalreisende in mehreren Einzelteilen auf der anderen Seite ankamen? Das Licht verschluckte ihn. Ragno fluchte.
Autor: Darius Datum/Zeit: Donnerstag 03 Mai 2018, 17:56
Mit gedämpfter Zufriedenheit beobachtete er die Wirkung seiner List und von Kementaris Tropfen auf Endris. Immerhin hatte dieser dadurch Phelan losgelassen. Leider schien er zur Zeit sein Mitleid verlegt zu haben, sonst hätte er sich mehr um das Wimmern von Phelan geschert. Kaum setzte die Wirkung ein und der Lykantroph wurde zum Menschen wurde es urplötzlich ziemlich hell hinter ihm.

Irgendetwas verriet ihm, dass Christians Zauberwahl diesmal zu ihrem Nachteil ausfallen würde... und die dunkle, samtene Stimme, welche kurz darauf durch den Gang schallte, gab ihm Recht dabei. Nun, zumindest hatte er geschafft weswegen sie hierher gekommen waren.

"Es wäre wohl angebracht, wenn ihr uns nun einen Ausgang schafft, Alpha.",  sprach er immer noch mit der selben Stimme der Halbgöttin, welche sich ein paar Meter weiter ein magisches Duell mit Christian lieferte, auch wenn man die Stimme von Amarok durchschimmern hörte, sollte man in der Lage sein das Blendwerk zu durchschauen. Das Verlöschen des großen schwarzen Wolfes im Gang fühlte sich an, als ob jemand die Magie selbst auseinandertrieb und das Blendwerk sich vollständig auflöste. Er nahm dies zum Grund sich umzudrehen um selbst zu sehen, welches Unheil ihnen da drohte.

Ohne den schwarzen Trank wären Irator große Zweifel gekommen hier wieder herauszukommen. aber darüber machte er sich zur Zeit auch keine großen Hoffnungen. Schon beunruhigt aber mit scharfen Verstand versuchte er eine Lösung für ihr Dilemma zu finden und nestelte einen weiteren Trank aus einer der Schlaufen seines Gehänges. Schnell trank er das flüssig Mana und warf die Flasche achtlos zur Seite, wo sie mit einem dumpfen Schlaf aufkam und über den Boden der Zelle davonrollte.

Dann hob er eine Pfote/zarte Hand in Richtung der Gefallenen Drow. In einem Körpoer war Côrs Disharmonie noch zu stark und sein Zauber blieb ohne Wirkung, doch der andere Leib war frei einem neuen Meister zu gehorchen und erhob sich wieder langsam unter seinem Befehl, nur um zwischen Shir Khan und die Gruppe zu treten, wobei der Untote einen rasselnden Atemzug nahm.

"Ihr kommt spät... Tochter des Côr..." Ein wenig änderte Irator die Haltung des Drow, bis dieser ganz aufrecht dastand und bis auf seine blicklosen Augen mochte er durchaus als lebend durchgehen, wäre da nicht die deutliche Ausstrahlung dunkler Magie gewesen, welche von dem Körper ausging. 

"Verzeiht... dass wir nicht... bleiben können." , kamen die Worte ein wenig gepresst heraus, da Irator einfach die Rippen zusammenzog um die Luft aus den Lungen zu pressen. Zudem verbeugte sich der Körper ansatzweise, als würde dessen Meister es wirklich bedauern. Der Drow zog die Klinge an seinem Gürtel und lächelte. "Nur dies... kann ich euch als Geschenk bieten...denkt daran... dass euer Vater niemanden.... außer sich selbst schätzt... Er wird nichts... von Wert.... mit euch teilen... aber vielleicht werdet ihr... einmal ein eigenes Reich... haben... Lebt wohl..."

Mit diesen letzten Worten ließ er den Zombie stehen wo er war um noch eine Sekunde gegen Shir Khan oder gegen einen Zauber von Pandea zu schinden, während die Anderen sich bereits zurückzogen. 

-1 gr. Manatrank

+xx Mana
-15 Mana für 2 Nekromantie

Drowzombie: 10 Schutz 20 Leben 20 STR
Autor: Christian Datum/Zeit: Donnerstag 03 Mai 2018, 21:08
Die Ereignisse überschlugen sich geradezu, daher gelang es dem Retter des Drachenauges erst, nachdem die Drow ihre Pfeile abgeschossen hatten, diese unschädlich zu machen. Doch kaum legte sich das Grell der Sonnenlichter, als eine Stimme ertönte, die selbst ihm eine leichte Gänsehaut bescherte. Pandea selbst war auch sie aufmerksam geworden, wahrscheinlich angelockt von seinem Lichtzauber. Schon bildeten sich Schatten um sie herum, wohl als Abwehr gegen weitere Sonnenlichter, aber der Hohentürmler ahnte, dass diese ihr ohnehin kaum etwas anhaben würden.

Die beiden magischen Blitze schlugen in die Rüstung des ehemaligen Statthalters ein und hinterließen trotz der üblichen Abschwächung heftige Schmerzen, so keuchte Christian auf..


Kein Wunder, dass wir ohne Euch feiern, so wie Ihr Eure Gäste behandelt.

Schon wurde sein Schmerz wieder gelindert durch einen seiner Heilzauber und auch die an vorderster Front stehenden Kämpfer Merdarion und Asarra wurden davon erfasst. Anschließend nahm der Magier routiniert einen seiner Manatränke ein, bevor er spürte, wie hinter ihm ein Portal geöffnet wurde, während Shir Khan auf sie zukam. So würden sie das kaum schaffen, ehe der Anführer der Wilden Jagd auf sie traf, weswegen sich der Entdecker Arapat Ash'Tamars regelrecht in Richtung der eigenen Nahkämpfer stürzte.

Los, weg da, durch das Portal, sonst war es das.

Schon versuchte er die Kämpfer zumindest alle irgendwo zu berühren, um sie mit sich durch das erschaffene Portal zu teleportieren, aber mehr als eine Wunde an seiner Wange kam dabei nicht zustande. So versuchte er sich noch stärker zu konzentrieren, was aber nur eine weitere Wunde - diesmal am rechten Oberarm - nach sich zog. Blockte diese Halbgöttin etwa irgendwie den Kurzteleport? Oder waren ihm die Gewölbe hier einfach zu ungewohnt, war am Ende gar eine Illusion im Spiel, welche den Ort, an dem das Portal stand, anders aussehen ließ als es wirklich der Fall war? Wie auch immer, der Zauber gelang nicht, weswegen er nur noch mehr zur Eile drängte und auch selbst noch mit seinem Schild versuchte, die ein oder andere Lücke zu schließen.


-29 LP durch Angriffe Pandeas -> 34/63 LP
-11 MP für VHZ auf Merdarion (17 LP), Asarra (9 LP) und Christian (29 LP) -> 63/63 LP, 0/61 MP
-1 großer Manatrank -> 61/61 MP
-8 MP durch zwei Kurzteleport-Fehlschläge -> 53/61 MP
-6 LP durch Kurteleport-Fehlschläge -> 57/63 LP
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 04 Mai 2018, 10:28
Die Lage war eigentlich ganz und gar nicht aussichtslos, wenn man es aus ihrer Sicht aus betrachtete. Doch die Gegner hatten noch einige Pfeile – und das nicht nur sprichwörtlich  - im Köcher. Pfisch, pfisch…die Pfeile der Drow waren ziemlich zielsicher. Einer traf auch Martina und auch wenn er er keinen Blutzoll forderte, eine Narbe würde bestimmt bleiben. Eine Narbe bei einem Mann ist eine Zierde, eine Narbe bei einer Frau ist ein eklatanter Schönheitsmakel. Und es war unabsehbar, dass Martina je wieder das –a abstreifen würde können. Es galt also auf sich zu sehen und keine Spuren auf der Haut zuzulassen. Weil sonst konnte sie auch gleich eine Warze auf der Nase spazierentragen, so anziehend würde sie wirken.

Dann wurde es sogar ein wenig humoriger. Wenn auch Humor der eher dunkleren Sorte. Pandea und Christian beharkten sich nicht nur mit allerlei Magiewumms sondern fanden auch noch Zeit für ein wenig Kurzweil.
Aber auch für ihre Unterhaltung war gesorgt Shir Khan…hatte große Lust mit ihnen zu ‚spielen‘. Doch sowohl Ragno als auch Merdarion hatten dazu so gar keine Lust darauf. Jemand sprach von taktischem Rückzug und Martina wohl etwas aus Angst um ihren Teint konnte und wollte ihnen nicht widersprechen. Ein sich hinter ihnen eröffnetes Portal gab ein zusätzliches, nützliches  Argument. Aber halt…Portal…er war als Mensch Martin ins Portal und als Orkin Martina heraus. Ob er…es würde nichts anderes übrig bleiben, als es zu versuchen. So stark auch ihre Zweifel, Unsicherheit und auch Ängste waren.

Also „Hü oder hott “ schrie Martina und irgendwie klang es ziemlich hysterisch als sie sich ins Portal schmiss.

Pfeilschaden 10 - 5 = 5. -5 LP noch 14 LP
Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 06 Mai 2018, 08:17
Ihre Wurfmesser trafen und zusammen mit dem Bolzen von Ragno waren die beiden ersten Gegner bereits Geschichte. Gerade wollte die Amazone ihre Axt aus dem Gürtel nesteln, da passierte unglaublich viel gleichzeitig. So waren nahezu alle - Gefährten wie Gegner - sehr abgelenkt. Die Amazone nutzte die Gelegenheit, um sich ihre Wurfmesser zurück zu holen. Dafür musste sie ein Stück weit dem Gegner entgegen hechten. Mit einem kurzen "übernimm mal kurz" zu Martina, die irgendwo hinter ihr stand, hastete die schwarzhaarige Kriegerin geduckt nach vorne. Man mochte sich vielleicht wundern, dass die Amazone für so etwas schnödes wie Wurfmesser einen solchen Aufwand betrieb, doch sie hatte ihre Gründe.

Tatsächlich erwischte sie die Messer, doch der Rückzug zu ihren Reihen verlief weniger problemlos. Die Bogenschützen hatten sie bemerkt, ein Pfeil prallte an ihrer Rüstung ab, hinterliess aber einen spürbaren blauen Fleck. Der andere schrammte gefährlich nah an ihrem Kopf vorbei und hinterliess einen blutigen Striemen auf ihrer Schläfe. Glück gehabt.

Sie hatte Merdarion noch nicht ganz erreicht, da flutete plötzlich Sonnenlicht den Gang, hell gleissend als wäre es Mittag und man starre hinaus aufs spiegelnde Meer. Mit einer Hand an der Wand bewegte sie sich weiter rückwärts, bemerkte nicht einmal wie sich ihre Pfeilwunden viel zu schnell wieder schlossen. Als sie allmählich wieder etwas sehen konnte, stand sie bereits neben ihrem Gildenbruder.

Taktischer Rückzug. Naja. Wenn es sein musste.

Die Amazone blieb stehen, regungslos, ein wildes Grinsen auf dem blutverschmierten Gesicht. Da war sie, die verdammte Tochter des Bösen, die schon so viel Leid verursacht hatte. Pandea. Während der Zwerg ihr irgendwelche sinnfreien Schmähungen entgegenschrie, taxierte die Amazone sie ganz ruhig. Während sich die Corstochter ganz auf Christian konzentrierte, suchte die Amazone in aller Ruhe ein Wurfmesser hervor und betrachtete es versonnen grinsend. Dann nickte sie zufrieden.

Währenddessen hatte auch Christian zu der Gruppe aufgeschlossen und scheuchte sie alle zum Portal. Wobei nur Asarra das nötig hatte, der Rest nahm von selbst die Beine in die Hand.

Wie Amarok blieb sie noch einen Moment stehen, zog den Splint aus dem Wurfmesser, wog es kurz in der Hand, zielte sorgfältig auf Pandea und warf. "Dein finales Feuerwerk, ich hoffe es trifft deinen Geschmack". Mit einer zweiten Bewegung, die unmittelbar der ersten folgte, warf sie den Silber-Magnesium-Beutel von Myriel hinterher. Das Ding sollte der Explosion des Wurfmessers noch einmal eine ganz neue Note geben.

Ohne auf die Ergebnisse zu warten packte sie Amarok am Arm und liess sich mit ihrem ganzen Gewicht durchs Portal fallen.
Autor: Myriel Datum/Zeit: Montag 07 Mai 2018, 21:44
Runde 23


Nach Endris Verwandlung wurde es leichter die Fesseln zu lösen. Serafina schloss die zweite Fessel auf ihrer Seite auf, während Phelan nach einer notdürftigen Heilung auf seiner Seite die letzte Kette aus der Wand brach. Sein verletzter Arm sah nicht so aus, als könne er Endris mitsamt zwei Ketten an der herausgebrochenen Seite tragen, also kam Lyressa Serafinas Aufforderung nach und fasste mit an. Gemeinsam hoben die beiden Wölfinnen ihren Alpha hoch und trugen ihn durchs Portal, das Phelan geöffnet hatte. Sanft ließen sie ihn ins Gras sinken und Serafina griff nach Endris Hand. Der Alpha war noch immer bewusstlos, sein Atem war schwach. Beunruhigt blickte Lyressa von ihm zu dem Portal, durch das nach und nach auch der Rest der Truppe ausgespuckt wurde.

Was hat er mit ihm gemacht Serafina? Er wird sterben, oder? Sonst hätte er sich nicht zurück verwandelt...

In Lyressas Stimme klang Angst mit. Was sollte aus ihr werden, wenn Endris nicht mehr war? Dann wurden die Augen der fuchsroten Lykana groß und sie deutete mit der Pfote auf das noch geöffnete Portal:

Ach Du liebe Güte. Was in aller Welt ist das?

~ ~ ~


In der schwarzen Feste begann der mehr oder weniger geordnete taktische Rückzug. Die ersten, die den Lykantrophen folgten, waren Ragno und Martina. Christian versuchte Asarra und Merdarion mit sich zu teleportieren, um schneller am Portal zu sein, doch die Zauber misslangen. Ein samtweiches Lachen klang durch den Gang, durchaus angenehm in den Ohren.

Aber, aber, wer wird denn so schnell verschwinden wollen Herr Magier? Der Tanz hat doch gerade erst begonnen.

Christian nahm die Beine in die Hand und drängte auch die anderen mit zurück, und versuchte sie mit seinem Schild zu decken. Doch Merdarion schien seltsam teilnahmslos zu sein. Das er einen Kampf mit seinem inneren Dämon ausfocht, fiel den anderen in der Hektik nicht weiter auf, doch Pandea entging es nicht. Ihre Aufmerksamkeit wandte sich von Christian ab und Merdarion zu. Die Schatten um sie herum breiteten sich weiter den Gang hinunter aus, hatten Merdarion schon fast erreicht. Ihre säuselnde Stimme, süß wie Honig, lockte ihn zu ihr zu kommen.

Oh, welch Überraschung, ein Wesen der Nacht. Sei willkommen in meinem Reich. Komm zu mir, und koste von der Macht, die es Dir gewährt. Werde mein Streiter, und sie werden vor Dir ebenso erzittern, wie sie es vor mir tun. Sie nur, sie flüchten wie ein panisches Rudel Rehe, das einen Wolf erblickt. Sei der starke Wolf, nicht das ängstliche Reh...

Amarok war den Anderen nicht durch das Portal gefolgt, sondern hatte sich an einer der Drow Leichen zu schaffen gemacht. Jetzt stand sie wieder aufrecht im Gang, verbeugte sich und sprach zu Pandea. Die Halbgöttin spürte die schwarze Magie die von ihr ausging und verfolgte deren Spur bis zu dem verwandelten Eisdrachen. Sie fixierte ihn mit ihrem Blick, und einen Augenblick später erklang die samtene Stimme in Amaroks Schädel:

Schwarze Magie, wie interessant. Ich hörte Nekromanten sind in den anderen Reichen nicht sonderlich beliebt. Wollt Ihr nicht bleiben und in meine Dienste treten? Ich würde Eure Fähigkeiten gewiss besser zu schätzen wissen...

In diesem Augenblick flog Asarras Wurfdolch durch die Luft. Die Amazone hatte die Unaufmerksamkeit Pandeas genutzt, den Splint gezogen und gezielt. Der Beutel mit Silberstaub und Magnesium flog hinterher, zu schnell und unerwartet, als das Shir Khan, der die Abenteurer fast erreicht hatte, ihn hätte abfangen können. Asarra riss Amarok mit sich durch das Portal, noch bevor die Waffe aufprallte. Sie traf ihr Ziel und explodierte, es zerriss den Beutel und erneut flammte gleißend helles Licht auf während der Silberstaub sich in alles brannte, was in der Nähe war. Der von Amarok beschworene Drow Zombie löste sich in seine Bestandteile auf. Shir Khan brüllte vor Schmerz, als ihn die Druckwelle in den Rücken traf und fiel zu Boden. Auch die Tochter Côrs schrie – allerdings eher aus Wut als vor Schmerz. Das zuvor so makellose Gesicht war von Silberstaub und Feuer entstellt und ähnelte nun eher einer gruseligen Maske.

Dafür wirst Du büßen...

Auf einen Wink ihres Stabes hin schossen die Schattendämonen vorwärts, auf das Portal zu, während sie selbst vorwärts schritt. Ihre Hand legte sich auf die Schulter des jungen Lykantrophen, dessen Katalepsie langsam wich. Schlanke Finger gruben sich in seine Schulter und hielten ihn fest. Während Pandeas Gesicht sich allmählich regenerierte und wieder zu ungetrübter Schönheit zurückkehrte, alterte der Lykantroph unter ihrer Hand zusehends. Das Fell um die Schnauze herum wurde weiß, der Körper verfiel im Sekundentakt mehr und mehr, bis er sich schließlich zwischen ihren Fingern in Staub auflöste. Pandea gab ein Geräusch von sich, das man eher nach einem guten Essen erwartet hätte, uns herrschte Shir Khan an.

Worauf wartest Du? Ihnen nach.

~ ~ ~


Auf der anderen Seite des Portals, durch das inzwischen alle ihren Weg zurück gefunden hatte, starrte Lyressa noch immer auf den wabernden Kreis. An dessen Rand bildeten sich pechschwarze Schlieren, die mehr und mehr die Form von Händen bekamen. Dann konnte man den ersten größeren Schatten erkennen, in dessen Mitte rot glühende Augen tanzten. Ein zweiter floss quasi über den unteren Rand auf die Wiese, ein drittes Paar Augen leuchtete auf.

Krut bûrzum-ishi !*

Myriels Worte ließen einen eisigen Wind über die Lichtung streifen – oder waren es die Worte selbst, die einen frösteln ließen? Die Schwarzmagierin war auf die Lichtung getreten und hatte eine Hand in Richtung Portal erhoben. Ihre langen schwarzen Haare wehten in seine Richtung, als ob ein Sog von dort ausging.

Weg von dem Portal !

Tatsächlich wurde es von Sekunde zu Sekunde schwieriger sich von der magischen Tür zwischen den Welten zu entfernen, denn es saugte alles in seiner näheren Umgebung an wie ein Wirbelsturm. Die Schatten wurden langsam aber sicher hinein gesogen, bis nur noch winzige Spuren, wie Fingerspitzen von ihnen zu sehen war und sich das Portal endgültig schloss. Mit einem leisen Geräusch plumpsten die Überreste der Schatten auf den Boden, zwei kleine dunkle Kugeln, in denen schwarze Schlieren ihre Kreise zogen, und die vor Merdarions und Darius Füße rollten.
Myriel sah die heimgekehrten Abenteurer an und nickte mit dem Kopf in die Richtung von Phelan und Endris.

Ich glaube dort gibt es Arbeit für Euch Sir Christian.

Sie selbst machte sich daran den Morphologiezauber zu lösen, mit dem sie Martin von Müsig belegt hatte, so das er nur wenige Augenblicke später tatsächlich wieder in seiner eigenen Haut steckte.

~ ~ ~


Einige Tage später saß Endris nicht weit von Myriels Hütte entfernt neben Serafina im Gras. Die Druidin hatte darauf bestanden, das der weiße Alpha dorthin gebracht wurde, und niemand war wahnsinnig genug gewesen sich ihr zu widersetzen. Christian hatte getan was er konnte und anschließend Ruhe verordnet, doch als Endris nach zwei Tagen die Augen wieder öffnete hätte er die Hütte am liebsten sofort verlassen. Zu sehr roch es dort nach Phelan, und es hatte einige Überredungkunst gefordert ihn davon zu überzeugen wenigstens noch eine Weile mit dem Aufstehen zu warten. Jetzt fühlte er sich kräftig genug um sich zu verabschieden, auch wenn seine Wunden noch nicht völlig verheilt waren, und genau das hatte er gerade getan.

Weißt Du Serafina, ich kann mich noch immer nicht an alles erinnern. Der Heiler meinte es wäre eine Art Selbstschutz. Aber ich spüre das uns zwei etwas verbindet, und deshalb möchte ich Dir das hier geben.

Er legte ihr einen Anhänger in die Pfote, der dunkelrot war und die Form eines Wassertropfens hatte. In ihm schwappte eine Flüssigkeit, die ebenso rot war wie der Anhänger selbst.

Pass gut auf Dich auf Serafina. Bis wir uns wiedersehen.

In dem Moment trat Lyressa mit Phelan und Myriel aus der Hütte. Die fuchsrote Lykana drückte Phelan ein Amulett mit Wolfskopf in die Pfote.

Das brauche ich nun nicht mehr. Wir werden vorerst in den Wäldern bleiben und uns eine Höhle suchen, bis Endris vollständig genesen ist. Wer weiß was geschieht, wenn er seine Erinnerungen alle zurück hat.

Den Blick, den sie Endris und Serafina zuwarf, konnte man auf vielerlei Art deuten.

Komm alter Wolf. Wir müssen noch einen Schlafplatz für die Nacht finden.

Endris schnaubte nur als Antwort, und einen Moment später verschwanden die Wölfe im Unterholz...


*Zurück in die Dunkelheit
Autor: Silvana Datum/Zeit: Donnerstag 10 Mai 2018, 22:39
Zuletzt war alles anders gekommen. Herrin Myriel hatte darauf bestanden, Endris in ihrer Waldhütte gesund zu pflegen. Jenem Ort, an dem Serafina den weißen Alpha das erste Mal getroffen hatte. Aponi'Kasa war nicht in die Kaserne zurückgekehrt, sondern war die Tage bis zu seinem Aufbruch bei ihm geblieben. Und bei Lyressa. Die Fuchsrote war außer sich vor Sorge. Anders als Aponi'Kasa, die darauf vertraute, dass Endris wieder gesund werden würde. Christian hatte angedeutet, dass die Heilung schneller voran ging, wenn die beiden Weibchen in der Nähe des Alphas blieben. Dies musste wohl an der Rudelmagie liegen.

Auch hier hatte das Schicksal offenbar etwas anderes für die Dragoleutnant geplant. An die Worte, die sie aus ihrem Herzen gesprochen hatte, konnte er sich nicht erinnern. Zumindest vermutete Aponi'Kasa das, denn sein Verhalten war distanziert und von Unruhe geprägt. Vielleicht lag es aber auch an Phelan. Der Biss in den Unteram hatte das Verhältnis der beiden Alphas nicht gerade verbessert. Traurigkeit nistete sich in Aponi'Kasas Herzen ein. Ihm noch einmal ihre Gefühle zu offenbaren oder die Wahrheit über das Band zwischen ihnen, das aus einer Lüge heraus gewoben worden war, zu gestehen wagte sie nicht. Es hätte ihm bloß das Herz gebrochen und ihn wütend gemacht.

"Du wirst dich erinnern, eines Tages", tröstete sie ihn vertrauensvoll. "Ich werde wiederkommen. Bald."

Es war ein Versprechen, das sie halten würde. Schon um Lyressas Willen. Aber zuvor gab es eine Entscheidung uu treffen. Endris braucht Rudel. Verantwortung. Jemanden, um den er sich kümmern durfte. Da kam Wamblee ins Spiel. Denn auch wenn sich der weiße Alpha weigerte im Alten Wald zu leben, war er nun doch einer der Freien, ob er wollte oder nicht. Denn das waren sie alle, die sich nicht Shir Khan unterworfen hatten.
Autor: Phelan Datum/Zeit: Dienstag 15 Mai 2018, 00:34
Phelan ließ den Lykantrophinnen und dem verletzten Alpha den Vortritt, stürzte sich aber direkt hinter ihnen durch das Portal. Damit hatte er immer noch eine deutlich bessere Ausgangsposition, als die meisten ihrer Gefährten. Kurz war die Versuchung da, den magischen Durchgang gleich hinter sich wieder zu schließen. Doch da noch einige seiner Gildengeschwister auf der anderen Seite die Stellung hielten, war das wohl keine Option.

Und als dann schwarze dämonische Hände durch die Pforte griffen, war es dafür ohnehin zu spät. Es brauchte mehr magisches Talent, um dagegen noch etwas auszurichten. Zum Glück war dieses in Form von Myriel zur Stelle. Trotz des eisigen Schauers, den ihre unverständlichen Worte über den Rücken des Kriegers trieben, hätte seine Freude nicht größer sein können.

Immerhin hatten es alle vor dem magischen Gefecht, das jetzt um das Portal entbrannte, hindurch geschafft. Und Phelan kam der Aufforderung, sich zurückzuziehen, nur zu bereitwillig nach. Dafür der Druidin um den Hals zu fallen, würde später immer noch Zeit sein. Sie mussten nur lange genug überleben. Und es wäre ihm auch lieber, dies in etwas privaterem Rahmen zu tun.

Bevor er sich den Arm von Christian heilen ließ, zückte Phelan sein Jagdmesser um das Fleisch dort, wo es zu einem knotigen Klumpen zusammengewachsen war, zu entfernen. Danach brach er den Knochen, der auch keineswegs gerade zusammengewachsen war, erneut, und überließ den Rest dem erfahrenen Heiler.


Es war ungewohnt mit einem anderen Alpha so dicht aufeinander zu leben. Um ehrlich zu sein, verbrachte er die nächsten Tage nicht viel Zeit in der Hütte und vertagte sein Gespräch mit Myriel. Für ein paar Tage war er wieder mehr Besucher als Bewohner dort. Einen dieser Besuche nutzte Lyrassa, um ihn den Wolfskopfanhänger zurückzugeben.

„Das wäre nicht nötig gewesen, ich erinnere mich kaum mehr, wo ich ihn überhaupt herhabe. Ich hoffe er hat geholfen.“ Doch jetzt würde ihr Endris die Stütze sein, die sie brauchte. Phelans kurzes Zwischenspiel als „Alpha“ war vorüber und mit einem leicht wehmütigen Lächeln blickte er den anderen Wölfen hinterher, als sie zwischen den Bäumen verschwanden. Doch dann nahm er Myriels schmale Hand in seine Pranke und sein Lächeln nahm einen zärtlichen Ausdruck an. Er brauchte kein Rudel, um glücklich zu sein. Hier hatte er alles, was er wollte. Und es galt die kurzen Augenblicke der Ruhe und des Friedens zu nutzen. Das hatte ihn die Vergangenheit gelehrt.


+ volles Leben (69/69 LP) durch Christians Zauber
+ Wolfskopfanhänger
+ 1300 GM
+ 200 EP
+ Höllenhung Elggur, der mit einer Pfeife aus der Hölle gerufen, und auch dorthin zurückgeschickt werden kann
+ Höllenhundpfeife aus Knochen (+1 Schutz, +1 Stärke)
+ 1 Leben permanent durch den schwarzen Trunk aus der Feste
+ „Zeichen von Taros“ Du hast Dich in die Höhle des Löwen gewagt und bist lebend heraus gekommen. Das lässt Dich in auswegslosen Situationen nicht den Mut verlieren und daher darfst Du einmal einen Würfelwurf Deiner Wahl wiederholen.
Autor: Darius Datum/Zeit: Freitag 18 Mai 2018, 15:38
Amarok wurde von Asarra durch das Portal gerissen und landete schwer auf der anderen Seite. Der helle, blaue Himmel über ihm, die weißen Wolken, das Gefühl von Gras in seinem Rücken, die reine Luft, ja das Gefühl nicht mehr in Taros zu sein, prasselten alle zugleich auf ihn ein. Nur für einen Moment lag er dort, doch es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Doch ganz war es noch nicht geschafft.

Das reißen und zerren des Portals war ohrebetäubend und ein Blick in die Richtung reichte aus, um Myriels Aufforderung sofort nachzukommen. Er rappelte sich auf, packte Asarra und sah zu, dass sie beide so schnell wie möglich von dort wegkamen. Dass er sie dabei mit seinem eigenen Körper vor möglichen Gefahren abschirmte, fiel ihm gar nicht auf, zu sehr war er mit dem Portal beschäftigt, aus dem ihnen Dämonen folgten.

Zu ihrem Glück war Myriel eine Meisterin ihrer Kunst und konnte die Dämonen wieder dorthin verbannen wo sie hergekommen waren. "Wir... haben es geschafft." kam eine ungläubige Stimme von irgendwoher, die sich ein wenig rau anhörte und er brauchte einen Moment um festzustellen, dass es seine eigene gewesen war. "Wir haben es geschafft. Wir sind wieder in Dragonia."

Der Abschied von der Amazone war für den Moment kurz. Darius schlief noch und Irator musste sich selbst etwas von dem Stress erholen. Von Ragno und Serafina verabschiedete er sich ebenso knapp, wonbei er es doch noch schaffte ihne zu danken und der Wölfin ihren Stab wiederzurückzugeben. Seine Rolle als Schamane war vorüber.

Dabei stieß er auf die kleine Kugel, von der eine dunkle Aura ausging. Sie fühlte sich widernatürlich und falsch an. Gerade deswegen konnte er sie dort nicht liegen lassen. Während er sie in seinen Pfoten hielt, ging ihm der Satz von Pandea durch den Kopf.

Schwarze Magie, wie interessant. Ich hörte Nekromanten sind in den anderen Reichen nicht sonderlich beliebt. Wollt Ihr nicht bleiben und in meine Dienste treten? Ich würde Eure Fähigkeiten gewiss besser zu schätzen wissen...

Er schüttelte leicht seinen Kopf und schloss seine Pfote, dann ließe er die Kugel in einer seiner Taschen verschwinden. Jetzt galt es zu sehen, wie es Endris erging und er wollte nocheinmal mit Myriel sprechen. Gefasst schritt er hinüber zu der Schwarzmagier, welche ihnen zuerst zutritt nach Taros verschafft und ihnen dann auch noch den Rückzug gedeckt hatte.

"Nun, hier sind wir wieder." , sandte Irator so sachlich wie er konnte und kurioserweise fehlte ein Teil seiner üblichen Kälte. Er klang eher etwas apathisch. "Endris wurde den Klauen Pandeas entrissen."
Ein zahniges Lächeln kam dann doch durch. "Sie wird nicht erfreut sein, dass Shir Khan uns nicht aufhalten konnte, auch wenn ich bezweifle dass wir so viel Glück haben und den Alten Werwolf deshalb los sein werden."


Autor: Asarra Datum/Zeit: Sonntag 20 Mai 2018, 10:32
Nur das Gefühl des weissen Werwolfspelzes blieb, als sich Asarra durch das Portal fallen liess. Alles andere verschwand für einen Moment, ihre Sinne unbrauchbar geworden da es nichts wahrzunehmen gab. Dann fiel sie bäuchlings ins Gras. Grünes Gras. Es kitzelte in ihrem blutverschmierten Gesicht, ein Gefühl, das weder absurder noch schöner hätte sein können.

Es wäre untertrieben gewesen, Asarras Magiesinn als etwas schwach ausgeprägt zu bezeichnen. Ihre Empfänglichkeit für die körperlosen Kräfte war in etwa so stark, wie die eines Maulwurfs für  Sonnenstrahlen. Doch den eigenartigen Sog des Portals spürte sogar sie. Eben noch hatte sie den weissen Lykaner mitgezerrt, jetzt war es umgekehrt. Die erfahrene Kriegerin nahm war, wie der befreundete Drache sie mit seinem Körper gegen die drohende Gefahr abschirmte, sah die langen, schwarzen Schlierenfinger die drohend auf sie zu kamen. Die Zeit schien langsamer zu werden, wie sie es nur in Momenten äusserster Gefahr zu tun pflegte. Eine bekannte Stimme hallte über die Lichtung, in einer Sprache, so finster wie die Schlieren selbst. Während sie beobachten konnte, wie sich das Fell des Drachenlykaner aufstellte, spürte sie selbst wie ein eiskalter Hauch über ihre Haut hinweg strich.

Doch wie man einen Waldbrand manchmal mit gezieltem Feuer seiner Nahrung berauben konnte, so halfen auch die unsäglichen Worte gegen den Schrecken, der ihnen aus Taros folgen wollte. Die Stimme des Drachen klang rau, und auch die Amazone traute sich gerade nicht zu, viele Worte zu verlieren. So nickte sie nur und meinte mit einem kurzen Seitenblick über die Gefährten: "Wir alle, wie mir scheint. Definitiv mehr Glück als Verstand."

Während sich der Drache entfernte, setzte sich die Amazone am Rande der Lichtung ins Gras, lehnte den Rücken an einen Baumstamm und atmete tief durch. Zurück in Dragonia. Keine Gefangene mehr. Geistesabwesend rieb sie sich die Handgelenke, dort wo die Fesseln so lange gesessen hatten. Auch wenn sie nie wirklich eine Gefangene gewesen war, würde sie die Erfahrung so schnell nicht mehr loslassen. 
Autor: Myriel Datum/Zeit: Sonntag 20 Mai 2018, 13:41
Der erste Blick Myriels, nachdem das Portal geschlossen war, galt Phelan. Sie sah das Christian ihrer Aufforderung nachgekommen war und sich um den Lykantrophen kümmerte. Da der Hohentürmler soweit sie wusste stets rechtschaffen und grundehrlich handelte, wusste sie Rion dort in guten Händen. Daher fand Irator ein offenes Ohr, als er auf sie zutrat.

Nein, es wird Pandea nicht schmecken, das Ihr ihr ein Spielzeug entrissen habt. Wie habt Ihr es geschafft?

Das schmale Lächeln auf den Lippen der Schwarzmagierin wirkte gehässig. Es würde Pandea schwach erscheinen lassen, das sie es nicht geschafft hatte die Abenteurer in ihrer eigenen Heimstatt aufzuhalten, auch wenn es erfahrene Kämpfer waren. Côr duldete keine Niederlagen, ganz gleich wie stark der Gegner war. Es war der erste Nadelstich, den sie der Halbgöttin versetzt hatte, und wenn es nach ihr ging, würden es in der nächsten Zeit noch viele weitere werden.

Endris sieht nicht gut aus. Ist er tot?

Selbst wenn es so war, schien es nicht so, als ob diese Tatsache in irgendeiner Art berührte oder nahe ging, denn sie klang nicht besorgt, sondern fragte rein interessehalber nach. Sie verband nicht viel mit dem weißen Alpha, wenn man von der gemeinsamen Abneigung gegen Shir Khan einmal absah.
Autor: Christian Datum/Zeit: Sonntag 20 Mai 2018, 14:37
Christian deckte den Rückzug so gut wie möglich. Als Asarra ihren Wurfdolch warf, taptte auch er durch das Portal, nur um kurz darauf auf weichem Gras zu landen. Endlich waren sie wieder zurück. Die anderen waren ebenfalls  durch das Portal gekommen, aber es schloss isich noch nicht, da schwarze Schatten den Durchgang noch offen hielten. Waren das nicht diese Schattendämonen, welche zu Pandea gehörten? Doch noch ehe der Hohentürmler sein Sonnenlicht beschwören konnte, drangen eisige Worte von hinten an sein Gehör. War das nicht Myriels Stimme gewesen? Sie schien die Schatten damit zurückzudrängen, so über ließ der Retter des Drachenauges ihr diese, bis das Portal endlich geschlossen war.

Zwar bedurfte es der weiteren Worte der Erzmagierin nicht, aber dennoch schaute Christian nach Phelan und Endris. Phelans Verletzung war zwar schwer zu nennen, aber nichts was die heilende Magie nicht wieder hinbekam, auch wenn vorher noch ein Richten der Knochen mit den damit verbundenen Schmerzen notwendig war.

Die körperlichen Blessuren von Endris waren schneller versorgt, aber da dessen Psyche bestimmt stark in Mitleidenschaft gezogen worden war durch Folter und Gehrinwäsche, waren da mindestens einige Tage Ruhe und guten Zuredens in angenehmer Atmosphäre notwendig.


Endris lebt, aber seine Behandlung wird einiges an Zeit beanspruchen.

Myriel bestand darauf, dass diese in ihrer Hütte im Wald nahe Nuru erfolgen solllte, so nickte der ehemalige Statthalter von Nighton nur zur Bestätigung, dass er damit einverstanden war. Kurz kratzte er sich am Hinterkopf, da ihn etwas juckte und er hielt eine ihm bekannt vorkommende Feder in Händen. Offensichtlich hatte sich eine Schmutzgeier-Feder gelöst und sich in seinem Haar verfangen. Mit einem leichten Schmunzeln befestigte er diese an seinem spitzen Hut.

<<--@-->>

Die Nähe der beiden Lycantrophenweibchen tat dem weißen Alpha wirklich gut, so ließ der Magier diese auch so nahe wie möglich an die Schlafstatt seines Patienten heran. Der Alpha schien vieles aus seiner Zeit bei Pandea vergessen zu haben, offensichtlich war es so schrecklich gewesen, dass der Selbsterhaltungstrieb diese Erinnerungen zumindest weit ins Unterbewusstsein zurückgedrängt hatte. Da käme höchstens noch ein Meister der Gedankensprache heran. Der Hohentürmler hatte alles in seiner Macht stehende getan, um die Genesung des Lycaners zu gewährleisten, alles andere würde hoffentlich die Zeit heilen. Die restliche Pflege konnten auch Laien erledigen und Myriel hatte zumindest rudimentäre Kenntnisse der Heilkunst, das reichte dafür vollkommen aus. So verabschiedete Christian sich von den Anwesenden, um selbst zurück nach Sha'Nurdra zu gehen, wo das Haus der Heilung auf ihn wartete.


-alle MP durch Heilung von Phelan, Endris, Christian, etc... -> 0/61 MP, 63/63 LP
-1 großer Manatrank -> 61/61 MP

+1 Geschick permanent
+Schmutzgeier-Feder(+1 LP, +1 Schutz)
+200 EP
+2000 GM
+„Zeichen von Taros“ Du hast Dich in die Höhle des Löwen gewagt und bist lebend heraus gekommen. Das lässt Dich in auswegslosen Situationen nicht den Mut verlieren und daher darfst Du einmal einen Würfelwurf Deiner Wahl wiederholen.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 25 Mai 2018, 11:20
Myriel ?“ Bevor eine Reaktion kam, rief er nochmals „Werte Magierin, Myriel von ?“

Er machte sich an die Angesprochene heran. „Ich…wir kennen uns schon eine ganze Weile und ich …“ er stockte.
Nein, das wird jetzt keine Anma …“ er lächelte „obwohl, so wie Ihr ausseht, aber nein, im Ernst. Es geht um eine Bitte. Ich würde gerne von Euch mein Blendwerk verbessern. Ich habe schon die Grundstufe hinter mir gelassen, möchte aber das Handwerk noch besser beherrschen…wenn Ihr versteht. Man nannte mir Euren Namen, als ich mich informierte, wer mir da weiterhelfen könne. Ihr müsst das auch nicht entgeltlos machen “ er zeigte auf einen an einem Gürtel hängenden Geldbeutel. „Und ich verspreche mehr auf die Objekte zu achten, als auf Euch, auch wenn es mir schwerfallen wird .“
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 26 Mai 2018, 16:42
Noch bevor Irator antworten konnte hörte sie die Stimme des Adeligen, der sie ansprach, als ob nichts wäre. Doch er konnte auch nicht ahnen, dass sie sich mit dem Eisdrachen unterhielt, da dieser ihr lediglich seine Gedanken sandte, daher nahm Myriel ihm die Unterbrechung nicht übel. Sie drehte sich zu dem penetrant nach Flieder dufteten Gesellen um - vermutlich hatte er sich als erstes einparfumiert, nachdem sie ihn zurück verwandelt hatte - und betrachtete ihn nachdenklich.

Werter Herr von - Müsig ist Euer Name, richtig? Es mag sein, das man Euch richtig informiert hat, und ich den Zauber beherrsche, den Ihr zu erlernen wünscht. Es könnte auch sein, das ich in der Lage dazu bin Euch darin zu unterrichten. Aber wenn Ihr der Meinung seid, Ihr könntet meine Dienste mit schnödem Mammon kaufen, dann habt Ihr Euch leider getäuscht. Ich gebe mein Wissen nicht für Gold weiter, denn ich besitze mehr als genug davon.

Das feine, kalte Lächeln, das ihre Mundwinkel umspielte, ließ nichts Gutes erahnen.

Aber so wie ich Euch kennen gelernt habe, seid Ihr ein Mann von Ehre, nicht wahr? Ihr haltet Euch an gegebene Versprechen und versucht sie zu erfüllen, oder?

Diesen Eindruck hatte sie von dem Adeligen tatsächlich gewonnen. Er schob die Arbeit gern auf Andere ab, weil er sich zu fein dazu war, er war hinter jedem Rock her, der nicht bei drei auf den Bäumen war, aber er war kein Halunke, der log und betrog wo er nur konnte. Und da er adeligen Standes war, konnte er ihr vielleicht irgendwann einmal äußerst nützlich sein.

Ich mache Euch einen Vorschlag. Ich zeige Euch, wie Ihr es schafft Euer Blendwerk zu verbessern, und Ihr schuldet mir dafür einen Gefallen, den ich beizeiten einlösen werde. Vielleicht wird es ein gutes Wort beim Statthalter in Drachenauge sein, oder eine Einladungskarte zu einem der Bälle, die in Drachenauge stattfinden.

"Oder ein paar Tropfen Gift im Becher eines hochrangigen Mannes, den ich aus dem Weg räumen will" dachte sie bei sich, doch das sagte sie nicht laut.

Was haltet Ihr davon?




Bezahlt das Gold, das Euch die Fähigkeiten kosten, bitte einfach in der Akademie in Drachenauge
Autor: Darius Datum/Zeit: Samstag 26 Mai 2018, 18:14
Wie hatten sie es geschafft? Das fragte sich Irator auch, nachdem sie es nun tatsächlich getan hatten.
Ein starker Fliederduft stieg ihm plötzlich in die Nase... und erinnerte ihn daran, dass hier noch mehr Naka Duskeal waren, kurz bevor dieser rothaarige Mann an Myriel herantrat um sie um einen Gefallen zu bitten.

Diese Zeit nahm er sich um selbst einen Blick auf Endris zu werfen, denn in bewusstlos in seiner Menschengestalt von Christian behandelt wurde. Offenbar hatte der Tropfen Kementaris eine größere Auswirkung, als zuvor angenommen und arbeitete aktiv gegen den Lykantrophenfluch.

Ohne sich um den Herrn von Muesig zu kümmern, sandte er an Myriel, während er näher an Christian trat, um sich den Zustand des geretteten Lykantrophen genauer anzusehen.

"In Taros tarnten wir uns als ein Lykantrophenrudel, welches verspätet nach Taros kam, während der Rest sich als Söldner ausgab. Euer Diener, Grishnak und Lyressa halfen uns durch Taros bis zur Dunklen Festung von Pandea zu kommen, wo wirr vorgaben die Amazone Asarra, welche einen hohen Rang in der Kaserne von Drachenauge inne hat, ausliefern zu wollen. Wir wurden eingelassen um Shir Khan zu treffen, konnten jedoch schnell genug Endris Zelle im Inneren ausfindig machen, um erst bei dessen Befreiung gestellt zu werden... vielleicht habe ich ihm auch einige handvoll Pfeffer von einem Untoten Konstrukt verabreichen lassen, um etwas Zeit zu schinden... Pandea trat nur ganz am Ende auf den Plan, bevor wir durch das Portal flüchteten." , fasste er die lange Reise durch Taros knapp zusammen und ließ dabei so einige Dinge, wie den Riesenwurm und die Trennung der Gruppe außer acht. Vielleicht auch, weil er noch nicht wusste, wie die Anderen es wieder geschafft hatten zu ihnen zu stoßen.

Mit Blick auf Endris gab er dann auch seine Einschätzung zu der Lage, auch wenn seine Gedanken dabei wieder einen dunkleren Ton annahmen, unnahbarer als zuvor. "Ich glaube nicht, dass er tot ist. Viel mehr dürfte der von Kementari geweihte Tropfen seine WIrkung entfalten und das Trauma kurieren, welches der Verlust seines Rudels bei ihm auslöste. Er war in keiner guten Verfassung, als wir ihn fanden... mir scheint jedoch das Schauspiel ins Nest gelegt zu sein, da eine Illusion und einfache Nachahmung mir erlaubte, Aussehen, Geruch und Klang von Pandea zu imtieren. Er hat brav den Tropfen auf meinen Befehl geschleckt und dabei auch von Phelan abgelassen. Ihr solltet nach ihm sehen lassen, sein Arm sah nicht gut aus, nachdem Endris ihn durchgekaut hat..."
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 26 Mai 2018, 22:43
[Gedankengespräch mit Darius]

Endris hat ihn also so zugerichtet?

Das ließ den weißen Alpha in ihrer Symphatieliste nicht  gerade nach oben steigen. Für einen Wimpernschlag überlegte sie, ob sie den Lykaner dafür töten sollte, kam aber dann zu dem Schluß, das es reichlich unbefriedigend gewesen wäre es jetzt zu tun, wo er schwach und bewusstlos war.

Ich glaube es ist besser wenn Christian sich Rions Arm ansieht. Ihr sagtet ihr habt Pandea per Blendwerk imitiert?

Das amüsierte Myriel sehr, und ihr dunkles Lachen erklang in ihren Gedanken.

Welch glorreicher Schachzug. Sie wird fuchsteufelswild werden, wenn sie das heraus bekommt. Und dann solltet Ihr Euch vor ihr in Acht nehmen.

Irgendwann, so beschloss die Schwarzmagierin für sich, würde sie Côrs Tochter unter die Nase reiben auf welche Art und Weise ihr Schüler sie an der Nase herum geführt hatte. Der Gedanke daran belustigte sie, und so war ihre Laune deutlich besser als sonst.

Apropo Blendwerk, Herr von Müsig hat vor seines zu verbessern und mich gebeten ihm dabei zu helfen. Ich denke ich solllte mich jetzt darauf konzentrieren.
Autor: Suffix Datum/Zeit: Mittwoch 30 Mai 2018, 12:42
Während ihn Myriel ein- und unterwies, wollte er die günstige Gelegenheit nützen und die wichtigen Dinge an der Zauberin studieren, wozu er bisher nicht in der Lage gewesen war, die da wären Busen, Beine, Po – Reihenfolge unwichtig. Leider erwies sich das Unterfangen als wenig ergiebig. Ein langer Rock und Stiefel, und ein Umhang…keine tiefe Einblicke da oder dort. Da blieb nur mehr das Gesicht und dieses war durchaus ansehnlich, wenn da nicht dieses Lächeln gewesen wäre, das der Adelige so gar nicht empfänglich für Komplimente empfand.

Seine ungeteilte Aufmerksamkeit hatte sie wieder als sie von Ehre sprach – seiner Ehre. Er strich sich ums Kinn während er bedächtig den Kopf nickte und bestätigend hinzufügte „…so muss es sein .“

Und er hörte sich den Vorschlag an und an welche Art des Ausgleichs Myriel in etwa dachte. „Das ließe sich ganz bestimmt einrichten und wenn Euch der Sinn nach Geselligkeit steht…aber dieses Angebot hat nichts mit unserem Handel zu tun…ihr wisst, wo ihr mich findet. Zu dem besagten Handel wenn Ihr ausschließen könnt, dass ihr mich nötigt eine Frau mit Bart zu küssen, einen Stall auszuräumen oder einen Hasenstall von Hosensch…Kindern zu unterweisen, dann nehme ich den Vorschlag allergernigst an .“ Und wenn man sich dann näher kennt…kann man auch herausfinden, was jetzt unherausfindbar ist. Aber das behielt er  lieber für sich, mach einer hatte ihm schon wärmstens und innigst empfohlen, er soll gefälligst die Augen und vor allem die Hände von dieser Frau lassen.

Machen wir den Handel? Eingeschlagen ?“ er hielt ihr die Hand ausgestreckt hin, weil er dachte, so besiegelt man Abmachungen, wenn man sie nicht schriftlich darniederlegt. Und wer würde sich für so etwas eine schriftliche Niederschrift antun.
Eine Sache der Ehre. "Wann kann ich anfangen ?"
Autor: Myriel Datum/Zeit: Samstag 02 Juni 2018, 23:56
Myriel ging nicht weiter auf von Müsigs zweideutige Andeutungen ein, sondern ignorierte sie schlichtweg. Stattdessen schüttelte sie leicht mit dem Kopf und meinte:

Nein, ich habe weder etwas mit Kindern, noch mit bärtigen Frauen und schon gar nichts mit dreckigen Ställen zu tun, das kann ich Euch versichern.

Wie er wohl darauf kam sie würde ihn einen Stall ausmisten lassen und dafür ihren Gefallen verschwenden... vielleicht hatte ihm dieser penetrante Fliederduft die Sinne verwirrt. Der Adelige hielt ihr die Hand hin und Myriel ergriff sie und schloss damit den Handel ab.

Wenn Ihr nicht zu erschöpft von Eurer Reise seid, können wir gleich anfangen. Ich denke Sir di Asturien wird sich erst einmal um die Verletzten kümmern wollen, und wir könnten die Zeit solange ausnutzen. Lasst uns an den Rand der Lichtung gehen, dort haben wir ein wenig mehr Ruhe.

Die Druidin führte Herrn von Müsig einige Meter von den Anderen weg, so das sie zwar noch Sichtkontakt zur Gruppe hatten, aber ihre Worte kaum zu verstehen waren. Sie hob ein paar dünne Zweige vom Boen auf, dann blickten die blutroten Augen den Adeligen direkt an.

Ihr sagtet Ihr beherrscht die Grundlagen des Blendwerkes schon? Dann lasst mich mal sehen. Verwandelt diese Äste in Schreibfedern.

Damit legte sie die Äste auf einen großen Findling, der auch als Sitzplatz hätte dienen können.

5 Äste, 5 Versuche Blendwerk darauf zu wirken. Schaun wir mal wieviele Du hinbekommst. Leg bitte dabei fest ob sichtbar und riechbar oder hörbar.
Autor: Darius Datum/Zeit: Sonntag 03 Juni 2018, 20:43
Nun war es soweit. Er hatte Myriel, Sirnartak Krarkgorol und Côr Lachen hören. Damit könnte er glücklich diese Welt verlassen... Der beißende Spott munterte Irator ein wenig auf, der zwar sehen konnte, warum Myriel die Idee für komisch halten mochte, aber da er gerade erst heil mit seinen Schuppen entkommen war, wollte er es nicht unbedingt darauf ankommen lassen die Tochter des Dunklen noch weiter zu erzürnen... sonst mochte sie es sich überlegen das Portal einfach wieder zu öffnen und doch noch einen Bettvorleger aus ihm zu machen.

Vielleicht war er auch einfach zu müde, um ihre Worte würdigen zu können. Der tarosische Trank ließ immer weiter nach und er wollte nicht wach sein, wenn ihm endlich aufging, was er alles getan hatte.

Irator schnaubte gedanklich und antwortete nur. "Ihr werdet ihn unterrichten? Dann warte ich hier... in der Nähe... es wäre nicht verkehrt meine eigenen Fähigkeiten mit dem Blendwerkzauber zu verbessern. Aber das hat Zeit."

Damit beendete er von seiner Seite den Kontakt. Er sendete einfach nichts mehr, obwohl die Verbindung offen war und beendete ebenso seinen Verwandlungszauber. Noch während er sich zu einem schattigen Plätzchen unter den Bäumen am Rande der Lichtung aufmachte, fiel er auf alle vier Pfoten und begann zu wachsen. Hörner sproßen aus dem Schädel, aus dem Rücken brachen Flügel und Schuppen ersetzten das Fell in wenigen Augenblicken. Genüsslich streckte er sich, gähnte und rollte sich dann im Schatten der Bäume ein. Nur Momente danach war er bereits ins Traumland entschwunden und schnarchte vor sich hin...
Autor: Suffix Datum/Zeit: Freitag 08 Juni 2018, 10:39
Erschöpft bin ich nur bei Baroness nach …“ aber die Magierin schien ihm nicht die Person zu sein, die seine Scherze goutierte, noch dass sie sich für seine erotischen Aktivitäten interessieren wollte, wahrscheinlich führte sie ein klösterliches Leben.
Also trabte er Myriel hinterher und fragte sich, wie die ihn einweisen wollte. Am Ziel angekommen hob sie ein paar Ästlein, blickte ihn mit ihren blutrote Augen an und…

Da lagen sie nun und es lag an ihm zu zeigen was er drauf hatte. Es sollte sich weisen: nicht all zu viel. Aber von Anfang an.

Feder 1: Martin von Muesig mühte sich mit dem Zweig, bis es ihm doch gelang eine Feder zu illusionieren, die  hörbar über eine Papierrolle kratzte. Natürlich sah man keine Papier.

Feder 2 + 3: So sehr er sich abstrampelte, Versuch Nummer 2 fiel bevor es sich als Schreibfeder materialisieren konnte vom Stein. Nummer 3 zerbrach vor seinen Augen.

Feder 4: War es  zufällig ein idealer Zweig, was eigentlich keinen Einfluss auf das Ergebnis haben sollte oder spornte ihn die herausfordernde Art, so man die ruhige, sachliche Vorgabe so nennen konnte, heraus, dass diese Feder schon ein kleines Meisterwerk darstellte. Auch hier das charakteristische Kratzen, wenn die Feder das Papier beschreibt

Feder 5: zum Vergessen, vielleicht noch zu sehr von der Euphorie getragen, blieb der Zweig ein Zweig und verwandelte sich niemals in eine Schreibfeder.

Nun? Ich tat wie mir geheißen und mit besten…ich weiß, dass ich noch nichts weiß, meine Werke noch erbärmlich sind, aber deswegen habe ich auch den Pakt eingeschlagen. Lehrt mich es besser zu machen .“ Selbstbewusst baute sich der Adelige neben den Findling auf.

Das Blendwerk sollte sichtbar und hörbar sein.
3+5+5+2+5

Autor: Myriel Datum/Zeit: Mittwoch 13 Juni 2018, 17:46
Irator schien erschöpft zu sein. Ob es daran lag, das die Reise anstrengend gewesen war, oder ob er es nur nicht gewohnt war den Körper des Eisdrachen für so lange Zeit allein zu steuern wusste Myriel nicht. Doch eines wusste sie ganz bestimmt: es war wesentlich weniger zeitaufwendig zwei Personen gleichzeitig auszubilden, wenn sie den gleichen Zauber erlernen wollten, als nacheinander.

„Irator? Darius? Darius! Wacht auf.“

Der schläfrige Drache antwortete nicht sofort, aber zum Glück war der Adelige Herr von Muesig noch eine Weile mit seinen Federn beschäftigt.

„Ihr wollt Euren Blendwerkzauber verbessern? Ich kann Euch zeigen wie. Aber ich möchte, das Ihr mir dafür etwas bringt. Ihr kennt Magnati, nicht wahr? Der Schattendrache hat vor einigen Jahren etwas aus dem alten Hort von Akulatraxas entwendet, etwas, das ihm nicht gehört. In dem Nest dort lagen Eierschalen und ein ungeschlüpftes Ei. Akulatraxas Ei. Er hat es einfach mitgenommen. Ich möchte das Ihr es für mich besorgt. Wie Ihr das anstellt ist Eure Sache. Es sollte eigentlich von keinem großen Wert für ihn sein.“

Die Aufgabe war nicht gerade leicht, aber Myriel war sich sicher das Darius etwas einfallen würde. Herr von Muesig war inzwischen mit seiner Aufgabe fertig und präsentierte zwei Federn die über das Papier kratzten. Abgelenkt von ihrer Unterhaltung mit Darius, hatte Myriel nicht mitbekommen, was mit den restlichen Ästen genau geschehen war, aber davon, das die Zauber misslungen waren, konnte man wohl ausgehen.

Nun, diese zwei Federn sind ganz ordentlich geworden. Und ihr versteht es bereits zwei Sinne anzusprechen, auch wenn Eure Ausbeute noch etwas zu wünschen übrig lässt. Um besser zu werden, müsst ihr lernen Euch besser zu konzentrieren und alle drei Sinne anzusprechen, das Auge, die Nase und die Ohren. Es ist um einiges komplexer solch einen Zauber zu weben. Seht her.

Mit einer Handbewegung und ein wenig eingesetzter Magie stand plötzlich ein Kessel auf dem Findling, in dem eine grüne dicke Pampe. Hin und wieder stieg eine Luftblase nach oben und zerplatzte mit einem schmatzendem Geräusch. Abgesehen davon roch sie äußerst unangenehm nach Stinkefüßen.

Es wirkt so echt, weil es all Eure Sinne anspricht. Und doch...

Ihre Hand fuhr durch den Kessel wie durch Luft, dann ließ sie ihn wieder verschwinden.

...ist all das nur eine Illusion. Jetzt versucht Ihr es. Konzentriert Euch auf den Zauber – auf nichts anderes.

Bitte 1 W6
1 - Du erschafft einen perfekten, blubbernden Suppenkessel, mit einem Inhalt nach Wahl und dazu passendem Duft
2-3 Dir gelingt es einen Suppenkessel zu illusionieren, der blubbert, aber dessen Geruch nicht wirklich zu dem Inhalt passt.
4-5 Suppe und Geruch sind super, aber wie war das noch mit den Geräuschen?
6 - Konzentration – ja sicher, aber gewiss nicht auf den Zauber. Alles verpatzt.