Spiel | Homepage | Regeln | Einloggen | Registrieren

News:

Willkommen, Gast. Bitte Einloggen oder Registrieren.

Legends of Aylann  |  Legends of Aylann - Das Spiel  |  Nuru  |  Nuru (ARCHIV)  |  Thema: In den dichten Wäldern weit vor der Stadt << zurück weiter >>
Seiten: [1] | Nach unten
   Autor  Thema: In den dichten Wäldern weit vor der Stadt (Gelesen 503 mal)
Fhelozar

In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« am: Sa., 09. Apr 2005, 20:41 »

Fhelozar musste eingenickt sein. Als er die Augen aufschlug, war er überrascht, kaum noch die Hand vor Augen zu erkennen. Die Dämmerung war weit vorangeschritten. Zwar war über den Wipfeln der Bäume noch das dunkelblaue Firmament des Himmels zu erkennen, doch hier tief im Wald, unter dem dichten Laub der alten Bäume hatte die Dunkelheit schnell jegliche Farben verschlungen und nur schemenhaft waren die Umrisse der Bäume und Büsche auszumachen.
Das schwarze Haar des Elfen verschmolz mit dem dunklen Stamm, an welchem er lehnte und kaum noch hob er sich von seinem Umfeld ab. Erst als er sich streckte und sich dann langsam erhob, hätte man ihn erkennen können.

Sich die Augen reibend setzte er sich allmählich in Bewegung. Eigentlich hatte er nicht mehr als eine kurze Pause am späten Nachmittag machen wollen, doch die laue Frühlingsluft hatte ihn offenbar so eingelullt, dass er gar nicht merkte, wie er langsam aber sich in einen tiefen Schlaf gesunken war.
Doch was machte es schon. Hatte er nicht alle Zeit der Welt? Und die junge Hochelfe, die seit einiger Zeit nun schon in der Bognerei arbeitete, legte gerade in letzter Zeit eine ganz erstaunliche Geschäftstüchtigkeit an den Tag. Sie würde sich sicher wie gewohnt um die Bognerei gekümmert haben. Er würde sich also für den Rückweg Zeit lassen können. Und für frisches Holz würde er dann einfach am nächsten Tage sorgen.

Mit leichtem Herzen und die beginnende Stille des Waldes genießend, die gewöhnlich zu dieser Zeit zwischen Tag und Nacht eintrat, bahnte sich der Elf seinen Weg durch das dichte Gehölz. Bis ein seltsames Knacken von Ästen die Stelle durchbrach. Es war nicht so regelmäßig wie das Knachen, das entstand, wenn sich eines der Waldtiere hier hindurchschlug.
Lauschend blieb Fhelozar stehen. Vielleicht doch ein Keiler?

Doch nun: Stille. Nichts mehr war zu hören. Der Elf zuckte kurz mit den Schultern und setzte sich erneut in Bewegung, gerade als wieder ein leises Knacken zu hören war. Fhelozar hielt mitten in seiner Bewegung inne und erneut versuchten seine geschärften Sinne, die Dunkelheit zu durchdringen. Und tatsächlich vermeinte er nun ein leises Wimmern zu vernehmen.

Irritiert drehte der Elf seinen Kopf in die Richtung, aus der er vermeinte es zu hören. Ja wirklich. Es war noch immer da.

Vorsichtig bog er einige Zweige zur Seite und schob sich in diese Richtung durch. Seine Augen wurden schmal und die Anspannung ließ eine Falte auf seiner Stirn, direkt zwischen den Augen entstehen. Obwohl es jetzt deutlich zu hören war, konnte er das Geräusch nicht zuordnen. Eine Wildkatze? Nein, das Winseln klang zarter. Vielleicht ein Wolfsjunges? Erneut hielt Fhelozar inne. Es war weniger ein Winseln, als mehr schon ein Wimmern.

Seine Augen zogen sich noch ein Stück weit zusammen. Lag da vorne nicht etwas am Boden? Deutlich zu groß für ein Jungtier. Vorsichtig trat er näher.
« Letzte Änderung: Fr., 07. Okt 2005, 19:20 von Carthangiel »   Gespeichert  
Taríel Eli

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #1 am: Mo., 11. Apr 2005, 05:40 »

Die Nachmittagssonne schien durch die geöffneten Fenster der Bognerei, tauchte alles in warm goldenes Licht, und ließ lange Schatten über dem Boden wandern. Der wahrscheinlich letzte Kunde verließ den Verkaufsraum der Hütte und verschwand schon bald hinter den Bäumen entlang des gewundenen Pfades.

Eli saß nachdenklich am Fenster, den Kopf an die über der Fensterbank liegenden Arme gelehnt, und betrachtete das Spiel von Licht und Schatten an der Borke der Waldriesen. Als sie die Arbeit hier aufnahm, dachte sie wahrhaft nicht, dass es so viel... Freude machen würde, den einfachen Beschäftigungen des alltäglichen Lebens nachzukommen. Es bedurfte nicht viel dazu, mit sich selbst einfach zufrieden zu sein. Wieso hat sie es vorher so verzweifelt gesucht, dieses Gefühl der inneren Ruhe und Gefasstheit?

Sie lächelte traurig. Wenn ihre Eltern sie so sehen könnten... Honighelle Holzspäne im Haar, vor Arbeit und frischer Luft eine Spur leichten Rosas an den Wangen, glänzende Augen... Nur ein Ritt auf dem schnellsten Pferd könnte mit diesem wetthalten. Ja, ihre Eltern. Sie hätten es nicht verstanden und sie hat ihnen bisher nichts erklären können.

Mit demselben Lächeln stand sie auf, als Cuinor den raum betrat. Da wich auch die letzte Spur Nostalgie aus ihren jungen Augen.

Cuinor?

Der Waldelf schaute sie erwartungsvoll an. Sie grinste.

Ich vermute, dass heute eh niemand mehr kommt, aber wirf bitte doch ein Auge auf den Verkaufsraum, falls doch. Es ist noch genug Zeit, in die Stadt zu gehen. Ich nehme auf die bestellten Sachen gleich mit. Und du...

Ihr Grinsen wurde etwas breiter, die Augen blitzten auf.

... könntest vielleicht hier mal den Boden fegen, schau wie es im Zimmer ausschaut!

Begleitet von einem scherzhaft bösen Blick verschwand sie hinter der Tür. Bald eilte die den schmalen Pfad entlang, der nach Nuru geleitete und genoss die Abendsonne.

<---(())--->


Sie hat mehr Zeit gebraucht, als sie vermutete. Als sie die Stadttore der Garnisonstadt passierte, sank schon die Dunkelheit über die umliegenden Wälder. Wälder... Auch an sie musste die Hochelfe sich noch gewöhnen, besonders bei Nacht. Dort, wo sie herkam, gab es keine finstren Nächte, jedes Grashalm schimmerte auch in der Neumondsnacht, wie aus Silber geschmiedet, den nahen, klaren Sternen antwortend, und man schaute auch nachts weit über die Steppe. Hier hatte selbst das Auge der Elfe so seine Schwierigkeiten...

Die Schwestern und Brüder des Waldes kamen mit ihm auch besser aus, wenn Dunkelheit regierte. Ihre Schritte wurden langsamer, bis sie stehen blieb. Dieses Lied des Waldes... auch sie musste es hören können! Alle Elfen waren verwand zu einem Volk, mit einem Ursprung. Tief ihn ihr schlummerte auch das, was die Waldelfen weiterentwickelt hatten. Und sie würde es wecken... nun, es zumindestens versuchen. Ohne Angst schritt sie vom Pfad in die Waldnacht. Viele Geräusche durchwoben mit ihrer Vielfältigkeit die Nachtstille, aber die Stille selbst störten sie nicht, sie bleib unangetastet. Langsam wewöhnten sich Elis Augen und sie erkannte die Schemen.

Schritt für Schritt vertiefte sie sich in den Wald, den sie bei Tag mehrmals durchkämmt hatte. Im Sternenlicht, das spärlich durch die jungen Blätter gelangte, war alles verändert. Staunend schritt sie dahin. Da begriff sie. Den Wald konnte man nicht im Ansturm erobern, selbst beim größten Wunsch. Man musste als Freund kommen, gleichgestellt, dann hatte man Hoffnung, dass er seine Geheimnisse preisgibt.

Plötzlich sah sie etwas Helles vor sich. Ihre Augen waren nun soweit, dass sie mehr erkannten, ihre Schritte waren völlig lautlos über die vermodernden, feuchten Blätter. Ein Gesicht? Etwas bewegte sich da vorne, genauso lautlos, wie sie selbst. Ein Elf, der auch nachts keinen Schlaf findet, lächelte sie. Sie ging auf die vermutete Figur zu und flüsterte mehr, als sie sagte

Sanyasala, fey!

Der Elf drehte sich kurz um, denn er betrachtete etwas am Waldboden. Sie erkannte Fhelozar.

Es ist eine schöne Nacht, ich kehrte gerade aus der Stadt zurück, als ich mir überlegte...

Fhelozar machte ihr mit Augen ein Zeichen zur Stille. Sie hielt inne und hörte... was war das, ein weinerliches Wimmern? Sie verfolgte die Blickrichtung des Elfen und ihr wurde bewusst, dass sie ohne ihren Bogen war. Sie fühlte zwar keine Gefahr, aber...

Wisst ihr, was das ist?

Unwillkürlich stellte sie sich hinter Fhelozar und schaute über seine Schulter. Etwas Dunkles lag auf dem Boden, hinter den vom Elfen zurückgeschobenen Zweigen. Die Quelle der Geräusche. Elis Augenbrauen fuhren zusammen und sie legte ihre Hand auf Fhelozars Schulter. 
« Letzte Änderung: Mo., 11. Apr 2005, 05:43 von princess Eli »   Gespeichert  
Fhelozar

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #2 am: So., 24. Apr 2005, 16:43 »

Die Hand schon nach einigen Zweigen ausgestreckt, die ihm die Sicht versperrten, hielt Fhelozar unvermittelt inne. Kaum  hörbar war das leise Geräusch von leichten Schritten auf feuchtem Laub, dennoch entging es nicht den feinen Sinnen des Waldelfen, wenngleich es nicht allein sein Hörsinn war, sondern ebenso das Gespür für die Anwesenheit eines weiteren Elfen, welches ihm dessen Näherkommen verriet.

Der Elf zog seine Hand wieder zurück und spähte in die Richtung seiner rechten Seite, aus der die Schritte zu vernehmen waren. Eine schemenhafte Gestalt zeichnete sich zwischen den Bäumen ab, die langsam auf ihn zuhielt. Wer auch immer das war, schien ihn noch nicht bemerkt zu haben, aber je näher die Gestalt kam, desto bekannter waren ihm die Bewegungen und die hochgewachsene, aber dennoch zierliche Figur. Als er Eli erkannte, lächelte er kurz, wandte sich dann aber wieder dem Schatten am Boden zu, von dem nach wie vor ein Winseln ausging. Er schob die Zweige erneut zur Seite und richtete seinen Blich gespannt auf den Boden.

Unterdessen war Eli näher gekommen und grüßte ihn leise. Er wandte sich um und deute ihr an, wieder still zu sein. So folgte sie seiner Blickrichtung und bemerkte nun auch die am Boden liegende Gestalt. Sie war zusammengerollt und lag im Schutz eines Busches, den Kopf unter einer wallenden Lockenmähne von dunklem Haar vergraben. Noch immer erklang ein Winseln und Schluchzen. Die Anwesenheit der beiden Elfen schien noch nicht bemerkt worden zu sein.

Fhelozar wandte seinen Kopf wieder zu Eli um, die ihm über die Schulter spähte und ihm eine Frage ins Ohr flüsterte. Der schwarzhaarige Elf schüttelte noch immer schweigend den Kopf.
Einen Moment überlegte er, bevor er sich schließlich vorsichtig unter den Zweigen hindurch schob. Es hatte nicht den Anschein, als würde Gefahr von diesem Wesen ausgehen und so kniete sich der Elf neben es. Noch immer zeigte die Gestalt keine Reaktion und das Schluchzen hielt an.
Sacht schob der Elf daher das dichte Haar etwas zur Seite, um das Antlitz des Wesens erkennen zu können.
« Letzte Änderung: Fr., 07. Okt 2005, 19:20 von Carthangiel »   Gespeichert  
Taríel Eli

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #3 am: Fr., 29. Apr 2005, 08:19 »

Eli sank vorsichtig auf die Knie, als Fhelozar die Zweige wegschob. Nun sah sie deutlich eine kleine Gestalt, zusammengekrümmt und weinend. Das Winseln konnte nichts anderes sein! Ihr Herz zog sich zusammen. Der Elf glitt unter dem Flechtwerk der Blätterzweige hindurch und kniete neben dem kleinen Körper, das sich kaum rührte, nur unaufhörlich schluchzte, schon halb entkräftet. Eli folgte ihm. Es war eindeutig kein Erwachsener, eher ein Kind. Mitleid füllte das Herz der Elfe.

Was war passiert, dass es alleine, nachts im Wald weint? Fhelozar strich das dunkle Haar zur Seite. Das blasse, tränennasse Gesicht eines Mädchens kam zum Vorschein. Einige Grashalme klebten an ihren feuchten Wangen, schwere Tropfen zogen Schpuren über das ungewaschene Gesicht. Es zuckte durch die Berührung zusammen und kniff die Augen zu. Das Weinen wollte nicht aufhören, wie ein kleines Tierchen kauerte sie am Boden. Ein Menschenkind... Das verrieten zumindestens ihr Gesicht und die Ohren, die Statur hätte auch einem Elfenwesen gehören können. Eli tauschte Blicke mit Fhelozar aus. Dann setzte sie sich auf den Waldboden und versuchte mit einer fast mütterlichen Bewegung das Kind in den Arm zu nehmen, um es zu beruhigen. Das Mädchen wehrte sich, halb bewusstlos durch den Geisteszustand.

Fhelozar, hilft mir bitte. Sie sollte jetzt nicht mehr weinen, vielleicht können wir sie beruhigen. Die Menschen sind empfindlicher als Elfen, sie können sich erkälten und krank werden. Besonders die Kinder...

Sie wand sich an das Kind.

Schhhh... habe keine Angst, Mädchen, wir wollen dir nichts tun! Schau, wie schön die Sterne heute sind...sie spiegeln sich auch in deinen Augen... wieso weinst du? Wir helfen dir, beruhige dich etwas, es wird alles wieder gut...schhhhh
  Gespeichert  
Palin Silver

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #4 am: Fr., 13. Mai 2005, 21:17 »

Vieleicht solltet ihr es rein bringen.

Palin, der Elf, kam aus dem Unterholz hervor. Er hatte das geschehen beobachtet. Wie es seine dunkle Erscheinung nicht vermuten lies, war er etwas gerührt von dem Schicksl des Menschenkindes.

Ihr habt recht, sie sind wirklich empfindlich, in der Stadt werdet Ihr doch ein Haus haben und die Eltern können auch nicht weit sein.

Palin ging hinüber zu dem Kind und der Hochelfe. Das Gesicht des kindes war blass und die schweißnassen Haare klebten ihr am Gesicht.

Menschen sind doch berühmt dafür das sie Geborgenheit brauchen, du solltest sie weiter so umarmen. Vieleicht beruhigt sie sich dann bald und dann kann man sie in die Stadt bringen. Was macht sie denn noch so spät hier?
  Gespeichert  
Fhelozar

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #5 am: So., 22. Mai 2005, 20:46 »

Fhelozar beobachtete still, wie Eli mit grazilen, aber dennoch souverän wirkenden Bewegungen sich des jungen Menschenmädchens annahm. Er hielt sich vorerst im Hintergrund, um die Kleine nicht zu erschrecken. Für einen Moment wehrte sie sich, als Eli sie sanft berührte und sie von dem kalten, bereits leicht feuchten Waldboden hochheben wollte, doch bei ihren beruhigenden Worten merkte das Mädchen langsam, dass es niemand war, der ihr etwas Böses wollte. Ihre Gegenwehr nahm ab und vorsichtig trat Fhelozar näher, wie auch Eli mit leisen und beruhigenden Worten:

"Schhhh......tampa tanya.....dina.... uuma dela, ai'edan.*"

Der melodische Klang der elfischen Sprache schien das Mädchen tatsächlich ruhiger werden zu lassen. Leicht hob sie den Kopf und schluchzte nur noch unregelmäßig, während sie die beiden Elfen begutachtete.

Fhelozar lächelte sie an und wechselte nun zur allgemeinen Handelssprache des Landes, die sie sicher verstehen würde.

"Keine Angst, kleines Rosenohr. Wir tun dir nichts. Sag, was führte di...."

Abrupt stockte der Elf, als er hinter sich eine unbekannte Stimme hörte. Er fuhr herum und griff unwillkürlich zu seinem Bogen an seiner Seite, nicht weil er tatsächlich das Gefühl hatte, dass Gefahr drohte, sondern vielmehr aus dem Schrecken heraus, dass er sich durch das Mädchen so hatte ablenken lassen, dass er hier im Wald völlig überrascht werden konnte. Seine Augen verfolgten stumm den Dunkelhäutigen, der langsam näher trat und leise sprach. Seine Stimme klang nicht feindselig, sondern fast schon fürsorglich.
Irritiert blieb Fhelozars Blick auf den seltsamen Spaziergänger haften. Als er näher kam, musste der Elf feststellen, dass es sich unverkennbar um einen Tel'gothrim, einen der Dunklen, handeln musste.

Fhelozar richtete sich auf und blickte den Dunkelelfen zwar nicht feindselig, aber fest an.

"Und was mich ebenso interessieren würde, ist, was ihr so spät noch hier macht."

Für einen Moment hielt er seinen Blick auf Palin gerichtet, bevor er sich jedoch wieder Eli zuwandte, die noch immer das Mädchen im Arm hielt.




"Schhhh.....halt ein....still.....keine Angst, kleiner Mensch."
« Letzte Änderung: Fr., 07. Okt 2005, 19:20 von Carthangiel »   Gespeichert  
Taríel Eli

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #6 am: Mo., 23. Mai 2005, 18:35 »

Das Mädchen betrachtete mit nassen Rehaugen die beiden Elfen, während ihr Brustkorb immernoch unregelmäßig durch das Schluchzen erbebte. Der kleine Körper schien fast zerbrechlich, Eli hatte eigentlich noch nie in ihrem Leben sich eines Kleinen angenommen...könnte man bei ihnen etwas kaputtmachen, wenn man sie zu grob anfasste? Irrsinniger Gedanke, den sie wegscheuchte. Die kleinen nassen Hände suchten Halt und fanden ihn, indem sie sich in die Schulter der Elfe krallten, wie die Hände eines Ertrinkenden, der Rettung sucht.

Eli, heldenhaft dem Schmerz in der Schulter trotzend, strich sanft über ihr Haar, das Kind war gerade dabei das Lächeln Fhelozars zu erwiedern... Auch die Elfe musste ein unpassendes Grinsen unterdrücken. Rosenohr?? Unwillkürlich schaute sie auf das Ohr der Kleinen, das auf der Höhe ihrer Nase schwebte. Kein wirklich sauberes Ohr Menschenohr...aber stimmt, es erinnerte an eine Rose...zumindestens mehr als das Ohr eines Elfen... Ihre philologischen Überlegungen wurden scharf unterbrochen.

Fhelozar fuhr herum und griff zum Bogen. Ein Dunkler erschien, wie immer viel zu lautlos aus der Finsternis der Waldnacht, so dass er selbst den Waldelfen überraschte. Automatisch presste Eli das Menschenkind fester an sich... Seine Worte mochten freundlich klingen...aber...aber die einzige Folge war, dass das Mädchen wieder laut aufschluchzte und bereit war, nochmal von vorne mit dem Weinen anzufangen. Das Kind umarmend, stand die Hochelfe auf.

Könnten die werten Herren die Unterhaltung auf später verschieben? Ich glaube nicht, dass dieses Kind hier Euch zuhören möchte.

Sie versuchte trotz Gereiztheit nicht schroff zu klingen, es hätte auch ihre eigene Reaktion sein können, die das zarte Wesen, das ihren Umhang reichlich mit Tränen benetzte und mit den Knien in den Bauch schlug, erschrocken hatte. Diesmal dauerte es aber kürzer, bis das Menschenkind sich halbwegs beruhigte. Zwei durch die Dunkelheit dunkle Augen schauten Eli von ihrem Umhang aus an, noch gewitterwolkenverhangen. Das Mädchen schluchze noch einmal etwas unsicher, die Elfe stellte sie auf dem Waldboden ab und fasste ihre Schultern.

Hab keine Angst.

Fhelozar stand direkt an Elis Seite...

Schhhh.....halt ein....still.....keine Angst, kleiner Mensch...

Eli wischte die Tränen mit einem kleinen Tuch weg, das zufällig sich in die geräumigen Taschen der Jacke verirrte und recht sauber aussah.

Sei ein grosses Mädchen, weine nicht mehr! Erzähl uns, wo deine Eltern und dein Zuhause sind, und wir bringen dich schnellstens dahin. Einverstanden?

Bei den letzten Worten klang die Verzweifelung der Elfe hindurch, denn die Nase der Kleinen wurde gefährlich weinerlich gerumpft und die Augen füllten sich mit Tränen. Aber das Mädchen überlegte es sich anders. Fest die Elfen anschauend sprach sie mit vom Weinen kläglich belegter Stimme:

Ich habe weder Eltern, noch habe ich...Zuhause.

Sie weinte los, versteckte ihr Gesicht aber fast schon zutraulich in Elis Umhang. Diese schaute Fhelozar verwundert an und zuckte mit den Schultern. Etwas abwesend fuhr sie mit den langen Fingern durch die Kindeshaare... Leise fragte sie den Waldelfen:

Und was tun wir jetzt? Sie scheint nicht in der Lage zu sein, Auskünfte geben zu können... Nehmen wir sie mit zum Forsthaus? Es ist näher als die Stadt und ich habe auch keine Ahnung, wohin wir sie da bringen könnten... Vielleicht ist tatsächlich etwas mit ihren Eltern passiert und sie ist alleine!

  Gespeichert  
Palin Silver

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #7 am: Sa., 04. Jun 2005, 22:10 »

Ich bin nicht erwünscht.

So schoss es palin zuerst durch den Kopf, der Bogen und das gezeter des Mädchens.

Ich werde wieder gehen, vielleicht beruhigt Ihr euch dann, ich wiess das es komisch ist einen Dunkelelfen zu sehen, aber ich verschere Euch das ich nichts böses will. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder einmal wenn es um meinen Ruf besser bestellt ist.

Mit diesen Worten wandte er sich um und verschwand im Unterholz.

Vielleicht bin ich ewinfach noch nicht soweit, ich sollte noch ein wenig warten und diese Leute beobachten.

Das war der letzte Gedanke den er dachte als er sich zurückzog.
  Gespeichert  
Fhelozar

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #8 am: Fr., 07. Okt 2005, 19:47 »

Den Blick noch immer voller Verwunderung schaute Fhelozar den Dunklen wieder an, als er zu sprechen begann. Der schwarzhaarige Waldelf nickte kaum merklich, als der seltsame Waldläufer sein Gehen ankündigte und verfolgte ihn mit seinem scharfen Blick durch das Unterholz, als der Tel'gothrim seinen Weg wieder fortsetzte.

Dann blickte er wieder auf Eli hinunter, die das schluchzende Menschenkind mittlerweile in ihren Armen hielt und noch immer beruhigend auf es einredete. Die warmen und schönen Worte schienen schon ihre Wirkung zu tun, doch plötzlich brach ein neuerlicher Tränenausbruch über Eli herein. Das Kind steckte sein tränenüberströmtes Gesicht in die Falten von Elis Gewändern und schluchzte hemmungslos hinein.

Die Anspannung verzog sich langsam aus dem Gesicht des Elfen und er nickte, als Eli vorschlug, das Kind mit in die Bognerei zu nehmen.

"Hier draußen sollten wir jedenfalls wirklich nicht viel länger bleiben und ein heißer Aufguss von getrockneten Kräutern sollte der Kleinen vielleicht auch helfen, sich wieder zu beruhigen."

Der Elf kniete sich erneut neben Eli und das Mädchen nieder und strich ihm vorsichtig die tränennassen Strähnen aus dem kleinen Gesicht, dass sich immer noch schutzsuchend an Eli presste.

"Lass uns von diesem dunklen Waldstück hier fortgehen. Für diese Nacht wirst du bei uns im Forsthaus bleiben können und dann sehen wir weiter, kleines Rosenohr."

Er lächelte sie zuversichtlich an und tatsächlich schien die Aussicht auf ein trockenes, warmes Nachtlager der Kleinen nicht allzu schlecht erscheinen, denn die Tränen versiegten langsam wieder und nur noch ein regelmäßig auflebendes lautes Schluchzen zeugten von dem vorangegangenen Tränenausbruch.

"So ist's schon besser, kleine Dame."

Fhelozar zwinkerte ihr noch immer lächelnd zu.

"Doch sag uns nun wenigstens einmal, wie man dich nennt."
« Letzte Änderung: Fr., 07. Okt 2005, 19:49 von Carthangiel »   Gespeichert  
Taríel Eli

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #9 am: Fr., 30. Dez 2005, 19:53 »

Das Mädchen schluchzte zur Sicherheit nochmal, bevor es sich die kleine Stupsnase mit dem mäßig dreckigen Ärmel abwischte. Die kleinen Tränenperlen blieben in den dichten Wimpern des Geschöpfes hängen und fingen nun Sternenlicht, das spärlich durch die Zweige drang. Zu dem dunkelhaarigen Elfen aufschauend flüsterte es mit einer Stimme voller Tränenerinnerung...

Mama nannte mich immer...Innelinn.

Eli legte dem Mädchen die Hand auf die Schulter.

Sei stark Tochter des Ostens! Du solltest wirklich mit uns mitkommen, wir wohnen hier ganz in der Nähe in einem sehr schönem Haus... es wird dir sicherlich gefallen... Rosenohr Innelinn.

Die Elfe zwinkerte dem Mädchen zu und zog ihren Umhand aus. Fast mit von sich selbst unerwarteter Zärtlichkeit legte sie den Elfenstoff um die schmalen Schultern des Kindes. Dann sprach sie leise zu Fhelozar.

Soviel ich weiß, heißt "Innelinn" die "Singende" in der Sprache der Ostvölker des Menschengeschlecht... Wobei ich keine Ahnung habe, wie die Kleine hierher gekommen ist...Aber sie erzählt uns bestimmt die Geschichte, wenn sie erstmal sich auf dem Weg der Tränen gefunden hat.

Sie lächelte Innelinn an, das Mädchen lächelte zurück, zaghaft. Die Elfe streckte die Hand aus und umfasste die kalten, nassen Finger Innelinns.

Kommt, wir gehen jetzt alle...nach Hause.
  Gespeichert  
Fhelozar

Re:In den dichten Wäldern weit vor der Stadt
« Antwort #10 am: Fr., 06. Jan 2006, 23:23 »

Etwas unbeholfen kam sich Fhelozar vor, als er schweigend die kleine Szene beobachtete. Seine so gedankenlos gestellte Frage rief unweigerlich Erinnerungen in dem kleinen Wesen hoch, die besser noch ein wenig verdrängt worden wären bis die Kleine sich beruhigt hätte.

Doch Innelinn schien bereits Zutrauen zu der hochgewachsenen Elfe gefasst zu haben. Sie ließ sich von ihr umsorgen und beruhigte sich dabei so schnell wieder, dass schon wenig später ein zaghaftes Lächeln auf dem tränennassen Gesicht erschien.

Fhelozar beobachtete die beiden ganz versunken und verharrte noch einen kleinen Moment als die beiden sich schon Hand in Hand in Bewegung gesetzt hatten und den Rückweg zur Bognerei antraten. Fürsorglich drückte Eli die Äste zur Seite, die dem kleinen Mädchen sonst ins Gesicht geschlagen hätten und so beeilte sich Fhelozar, um die beiden zu begleiten.

Er ging voraus, um den kürzesten Weg durch den Wald auszumachen und schon bald war das erleuchtete Fenster des kleinen Waldhauses der Bogner zu erkennen.
Schnellen Schrittes steuerte Fhelozar darauf zu und noch ehe Eli mit Innelinn an der Hand es erreichte, hatte der Elf es schon betreten und machte sich unverzüglich daran, einen heißen Teeaufguss für die Kleine zu bereiten, die sicherlich schon längere Zeit auf dem kühlen Waldboden gelegen hatte.

Als Innelinn an der Seite von Eli das Forsthaus betrat und sich zögerlich umblickte, lächelte ihr Fhelozar aufmunternd zu und machte sich daran, den Aufguss aus verschiedenen Kräutern zuzubereiten. Bald standen drei dampfende Becher auf dem Tisch, von denen er einen Innelinn hinschob, die noch immer in einer Mischung aus Scheu und Neugierde ihren Blick durch den Raum schweifen ließ.

"Nun, jetzt setz dich erst einmal hin und trink das. Es wird dir gut tun."

Misstrauisch beäugte das kleine Geschöpf den dampfenden Becher und unweigerlich schob sich ein Grinsen über Fhelozars Gesicht.

"Glaub mir, du wirst dich wie neu geboren fühlen. Trink."

Er hob seinen eigenen Becher, grinste Eli ebenfalls zu, setzte ihn schließlich an den Mund und trank in kleinen Schlucken, wie um zu zeigen, dass nichts Schlimmes davon zu befürchten war.
Über den Rand seines Bechers hinweg beobachtete der Elf Innelinn und zögerlich fasste auch diese nun nach ihrem Trunk. Sie schnupperte vorsichtig daran und wagte einen winzigen Schluck. Erwartungsgemäß verzog sich das kleine Gesichtchen.

Entschuldigend zuckte Fhelozar mit den Schultern, noch immer grinsend.

"Nun ja, in der Tat, es gibt Dinge, die besser schmecken."

Doch nun schien auch Innelinn die angenehme Wärme zu verspüren, die von dem würzigen Trank ausging und so wagte sie einen weiteren, diesmal schon etwas größeren Schluck.

"So ist's gut, Innenlinn.
Erzähl einmal, "Die Singende" hat man dich also genannt?"
« Letzte Änderung: Fr., 06. Jan 2006, 23:30 von Carthangiel »   Gespeichert  
Seiten: [1] | Nach oben
Legends of Aylann  |  Legends of Aylann - Das Spiel  |  Nuru  |  Nuru (ARCHIV)  |  Thema: In den dichten Wäldern weit vor der Stadt << zurück weiter >>

Legends of Aylann | Powered by TIBBS 1.35 PE (Personal Edition) (Origin: YaBB SE)
Hosted by www.legends-of-aylann.de - All Rights Reserved.
Take a look at our imprint and data protection policy for further details and credits.

Die Administration distanziert sich ausdrücklich von den hier geäußerten Meinungen. Die Textbeiträge geben nicht die Meinung der Administration wieder. Kontakt: webmaster@legends-of-aylann.de