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   Autor  Thema: Côr vor den Toren! (Der Angriff auf Nuru) (Gelesen 3407 mal)
Nocturne

Côr vor den Toren!
« am: Mo., 17. Apr 2006, 21:17 »

Langsam kehrte der Frühling wieder nach Nuru. Der letzte Schnee war verschwunden und überall spriessten die ersten Blumen aus dem Boden. Die Tage wurden wieder länger und die Temperaturen wärmer. Überall wurde die Sonne mit Freuden begrüßt. Bei vielen Häusern wurden die Schäden durch den Herbst und den Winter behoben oder saubergemacht. Die Kinder spielten in den Gärten oder in den Strassen. Wenn man die Strassen längs ging wurde man von überall herzlich gegrüßt. Das Lachen der Kinder hörte man noch weit entfernt. Auf dem Marktplatz wurden die ersten Stände wieder aufgebaut. Es war Markttag. Jetzt, wo die Strassen wieder passierbar waren, kamen auch die Händler von weiter weg wieder nach Nuru um ihre Waren feil zu bieten. Die Fahnen wurden gehisst. Es war ein richtig schöner Frühlingsmorgen, bei dem das Herz einen Freudensprung machte. In der Stadt konnte man all seine Sorgen vergessen und sich an dem Leben wieder erfreuen.

Aber nicht so in der Löwenfeste. Thorgrim hatte nach der Rückkehr von Kjeldor sofort ein Treffen der Offiziere der Löwenpranke einberufen. Zu wichtig waren die Neuigkeiten der Soldaten. Die ganze Nacht saßen sie zusammen und haben geredet. Nun stand Thorgrim am Fenster und schaute hinaus auf seine Stadt. Mitten im Krieg waren er und sein Bruder nach Nuru gekommen. In Gedanken driftete er ab zu den Tagen als er hier in Nuru angekommen war. Wie sehr hat sich doch die Stadt seit den Tagen geändert. Viele Gesichter, die er kennen und schätzen gelernt hatte sind gegangen und viele sind dazugekommen. Und nun stand wieder ein Krieg vor der Tür. Schweren Herzens drehte er sich wieder zu den Offizieren um und blickte auf die Karte, die auf dem großen Schreibtisch ausgebreitet war. Zu sehen war die die Stadt Nuru bis zu den Grenzländern. Auch die anderen Städte waren dort verzeichnet.

>>Hauptmann Kjeldor, berichtet uns noch einmal, von wo wir den Angriff der Streitmächte erwarten könnten, und wann sie in etwa hier sein würden.<<

bat er und hörte den Worten zu. Innerlich konnte er es immer noch nicht richtig fassen. Sollte der Frieden wirklich bedroht sein?

>>Wir sollten auf jeden Fall die Bauernhöfe um Nuru schnellstens warnen. Alle Bewohner sollen in die Stadt kommen. Schickt Soldaten und Wagen zu den Bauernhöfen, damit die Bewohner ihre wichtigsten Sachen gleich mitnehmen können. Wir werden sie erst mal in der Feste und in dem leerstehenden Gasthaus unterbringen.
Dann holt so viel Lebensmittel, wie ihr bekommen könnt. Alles wird hier im Keller gelagert. Wenn sie uns Belagern sollten, so ist es umso wichtiger, genug Nahrung zu haben. Sobald dies geschehen ist, treffen wir uns wieder hier. Betet zu den Göttern, dass uns genug Zeit bleibt.
Ich will weiterhin, dass die schnellsten Reiter ausgesandt werden, um uns frühzeitig zu informieren, wenn die Armee kommt. Jeder soll ein Horn bekommen, mit dem er Alarm geben kann.<<


Die Offiziere nickten und machten sich so schnell wie möglich auf den Weg zur Kaserne um die Aufgaben an die Soldaten zu verteilen.

~~*~~


In der Stadt war mittlerweile reges Treiben ausgebrochen. Viele Soldaten machten sich mit Wagen auf den Weg aus der Stadt hinaus. Andere Soldaten gingen auf den Marktplatz und kauften Speis und Trank ein, soviel sie bekommen konnten. Auch zur Bäckerei gingen sie, um dort die übrigen Nahrungsmittel einzukaufen. Gegen Mittag machte Thorgrim sich auf den Weg in die Stadt um zu sehen, wie weit die Aufgaben ausgeführt wurden. Er ging gerade in Richtung Stadttor, als ein Reiter wie von den Teufeln verfolgt zu ihm sprintete. Kurz vor ihm riss er an den Zügeln, so dass das Tier aufbockte. Erschrocken sprang Thorgrim ein Stück zurück und zog seine Axt, als der Reiter sein Pferd zügelte. Thorgrim kam der Reiter bekannt vor, doch erkannte er ihn erst, als er von ihm eine Schriftrolle mit dem Siegel aus Sha’Nurdra bekam.

>>Herr, ich bringe euch diese Nachricht aus Sha’Nurdra. Auf dem Wege sah ich eine große Armee auf Nuru zureisen. Sie dürfte bald hier sein.<<

Thorgrim überflog die Zeilen kurz, zerknüllte die Nachricht sofort. Innerlich fühlte er sich so hilflos wie schon lange nicht mehr. In Sha’Nurdra brauchte man seine Hilfe, und er konnte sie nicht beantworten. Zu wichtig war seine Anwesenheit hier.

>>Es seht euch frei zu gehen, oder hier zu bleiben, wenn ihr wollt. Doch kann ich für eure Sicherheit außerhalb der Stadtmauern nicht garantieren. Auf jeden Fall ist meine Antwort auf die Bitte von Sir Elessar ein Nein. Meine Stadt ist selber in Gefahr, wie ihr mitbekommen habt. Ich muss bei den Bewohnern bleiben. Sie vertrauen mir. Sie brauchen mich. Ansonsten wäre ich jederzeit sofort losgereist, um ihm beizustehen. Reorx möge ihm gnädig sein.<<

Mit diesen Worten rannte er so schnell er konnte auf die Wehrmauer hin. Immer mehr Wagen fuhren in die Stadt, von Soldaten begleitet. Die umliegenden Bauern hatten die wertvollsten Sachen in aller Hetze zusammengesucht und sich sofort auf den Weg in die Stadt gemacht. Dort wurden ihnen Plätze in der Feste oder in leerstehenden Gebäuden zugewiesen. Thorgrims Blick wanderte weiter. Soweit er sehen konnte suchte er nach verdächtiger Bewegung. Doch es war nichts zu sehen. Einige Offiziere eilten zu ihm und verkündeten die eine oder andere Nachricht, als er leise ein Horn hörte. Aufgeregt hob er die Hand und verlangte Ruhe. Angestrengt schloss er die Augen und versuchte die Geräusche der Stadt auszublenden. Er wollte gerade aufatmen, als er wieder ein Horn hörte, diesmal näher dran. Dann ein zweites, und drittes.

>>Bei Reorx, sie kommen. Alle Frauen, Kinder und Greise in die Feste! Brecht den Markt ab. Die Pranke soll antreten!<<

Die Offiziere salutierten und drehten sich um, um ihrerseits die Befehle weiterzugeben. In Windeseile verkündete sich nun die Nachricht eines Angriffes. Die Händler packten so schnell es geht ihre Sachen wieder zusammen. Kreischend liefen die Menschen durcheinander und behinderten sich so gegenseitig. Einige Händler versuchten ihr Glück in der Flucht und ritten aus Nuru raus, in der Hoffnung, so dem Angriff zu entkommen. Es dauerte eine Weile, doch dann hatte die Löwenpranke die Situation wieder unter Kontrolle. Langsam aber sicher wurden die Strassen leerer. Die Menschen verschanzten sich in ihren Häusern oder in der Festung. Doch noch waren nicht alle Bürger aus den umliegenden Bauernhöfen in Sicherheit. Immer noch kamen Wagen in die Stadt. Thorgrim hoffte nur, dass ihnen noch genug Zeit blieb.

Dann sah er den ersten Reiter zur Stadt kommen. Wild trieb er sein Pferd immer schneller an., während er gleichzeitig in sein Horn blies. Ein zweiter Reiter erschien, der dritte und der vierte. Als sie die Stadt erblickten warfen sie die Hörner weg, und duckten sich tief über die Hälse der Pferde um noch schneller zu werden.

Und dann sah Thorgrim die Staubwolke hinter ihnen.

Eine riesige Staubwolke erhob sich gen Himmel. Thorgrim konnte sich nicht vorstellen, wie viele das seien müssten.

>>GORDUL!!! Es werden nicht alle schaffen....<<



Post von Thorgrim
« Letzte Änderung: Mo., 17. Apr 2006, 22:21 von Varnayrah Elentári »   Gespeichert  
Rraurgrimm

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #1 am: Di., 18. Apr 2006, 13:11 »

Tage waren verstrichen seitdem ihre kleine Gemeinschaft ihre Aufgabe zur Wiederbeschaffung des angeblichen Erbstückes abgeschlossen hatte. So hatte sich ihr Auftraggeber - welchem sie von vornherein nicht so recht zu trauen bereit gewesen waren - sich rasch als ein Agent mit Namen Narawn aus Taros herausgestellt. Und die von diesem vorher als blutrünstige Räuber dargestellten Orks in den Höhlen nahe Nuru hatten gänzlich andere Absichten mit ihrem Angriff auf ihn beabsichtigt. Als schliesslich alles zwischen den Orks und der kleinen Schar ehemalig von Narawn angeheuerter Freischärler dankbarerweise geklärt worden war - und man zumindest dessen magische Macht nach wie vor in einem Amulett gebunden wusste, welches mit zweien der Orks und einer kleinen Eskorte zur Gilde der Magier in der Königsstadt geschickt worden war - hatte sich ihre kleine Schar schon bald nach der Belobigungszeremonie durch Ingrimmsch voneinander getrennt und jeder war seiner Wege gegangen. Rraurgrimm war jedoch in Nuru verblieben - und dies könnte sich nun als ein fataler Fehler herausstellen.

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Die Vorbereitungen waren unübersehbar: in den ersten Tagen waren es die vielen Boten, welche allein oder in kleineren Gruppen auf schnellen Pferden Nuru verliessen. Die hastig in die Stadt geschafften Vorräte und der erst spärlich tröpfelnde aber dann nicht mehr abreissende Strom von Flüchtlingen war Zeuge davon, dass ausserhalb der Mauern der schon häufig umkämpften Stadt sich etwas zusammenbraute. Und auch wenn man mit dem Lycantrophen nur seltenst ein offenes Wort suchte - bereits aus aufgeschnappten Gesprächsfetzen der Einwohner und der Flüchtlinge wusste er sich bald einen Reim zu machen auf die ungewöhnlichen Ereignisse. Sobald er erfahren hatte, was sich abzuzeichnen begann - stand sein Entschluss fest: die Orks, welche sie zuvor in den Höhlen angetroffen hatten und die dort mit ihrem Stamm zu leben gedachten - mussten ebenfalls von der drohenden Gefahr unterrichtet werden. Ob sie sich dann entschlossen, sich den Verteidigern Nuru's anzuschliessen oder ob sie sich in ihren Höhlen verbergen wollten, welche den Anhängern von Taros jedoch bekannt sein würden - wäre dann ihnen überlassen.

So galt sein erster Weg der Garnison der Löwenpranke. Die Vorbereitungen waren spätestens hier unverkennbar und vermutlich würde man sich nicht um einen einzelnen Zivilisten wie ihn kümmern - nahezu unbekannt ausser für jene, die zufällig bei der Belobigungszeremonie anwesend gewesen waren und zudem einem sehr berüchtigten Volk angehörig. Dennoch vertraute Rraurgrimm auf sein Glück - und darauf, dass Latara ihn auf seinem Pfade schon leiten würde. So wandte er sich unterbrochen von kurzen Pausen in seinem Redefluss denn an einen der anwesenden Wachsoldaten, die nicht mit unmittelbaren Vorbereitungen beschäftigt zu sein schienen: "Ich entbiete Euch meinen Gruss, Krieger der Löwenpranke. Meine Suche gilt einem der... Verantwortlichen dieses Ortes und mein - Anliegen - ist kurz jedoch dringlich - und es wird keine Kräfte der Löwenpranke binden jedoch möglicherweise - in den bevorstehenden Zeiten ein wenig... Abhilfe schaffen können." Aufmerksam sieht er den Wachsoldaten an, der starre Blick der tierhaften Wolfsaugen weicht dem des Wachsoldaten in keinster Weise aus.
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Hardor

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #2 am: Di., 18. Apr 2006, 14:49 »

Hardor breitete gerade seine schwingen aus und flog über die Dächer der Häuser hinweg während die Sonne sich an seinen silbernen Schuppen brach. Eigentlich wollte er nach langer zeit nur den manaturm besuchen dem sicherlich schon jemand anderem gehörte, doch soweit war er nicht gekommen. Auch den grauen Augen des Drachen war das rege treiben hier im Bollwerk Dragonias nicht entgangen und auch die Gespräch die durch die Luft an sein Ohr getragen wurden verhießen nichts Gutes. Abermals versammelte der Erzfeind aus Taros seine Scharen um sich, Wesen die schon Jahre zuvor versucht hatten das Land zu erobern. Zu diesen Zeiten kämpfte auch der geschuppte gegen den Feind denn hier ging es nicht um irgendwelche Angelegenheiten der Zweibeiner. Würde Dragonia fallen, fielen auch die Truppen der Drachenritter und das Böse würde danach trachten auch die Drachen zu vernichten. Er selbst hatte schon von Schwarzdrachen gehört die in den Landend es Vulkans von mächtigen Hexern versklavt wurden.
Plötzlich schallten die alarmierenden Hörner der kühnen Ritter durch die Luft und weckten ein tiefes Grollen aus der Kehle des Drachen als er etwas über den Wall hinausflog. Wie konnten die Truppen des Feindes so schnell marschieren? Augenscheinlich konnte man gerade noch die eigenen Soldaten zusammenziehen und die Bevölkerung retten aber die Verteidigungsanlagen von früher konnte der Geschuppte nicht erkennen.
Nun bemerkte er auch die Reiter die den Alarmruf gegeben hatten, längst hatten sie die Hörner weggeworfen und galoppierten waghalsig auf die Tore zu während hinter ihnen sich eine gigantische Staubwolke gen Himmel erhob und in der sich die heranpreschenden Scharen verbargen, danach lechzend Blut zu vergießen und den Unschuldigen dieses Landes die Kehle durchzuschneiden. Längst hatte dieser krieg keinen Nutzen mehr, gefochten wurde er von den einen um ihr leben zu retten und von den anderen um einfach nur zu töten. Côr wie man ihn wohl inzwischen nannte hatte nur das Ziel die Drachenritter zu stürzen.
So stark wie früher war hardor nicht mehr doch es war sein Wille und der Wind unter seinen Flügeln die ihn immer näher dem Feind entgegen trugen und damit auch den flüchtenden Rittern. So dicht raste er über den Boden dass der Staub ebenfalls aufgewirbelt wurde und wohl würde es so sein dass das reflektierte Sonnenlicht seiner Schuppen den Gegner blenden würde. Immer schneller wurde sein Flug, so schnell er nur konnte und dem Feind entgegen, warum denn nur? Nun es war wohl der hass auf diese einfältigen Wesen die sich solch einem Herrscher anschlossen und vor allen Dingen die Wut. Die ganze Reihe würde er nicht angreifen können und sicherlich besaßen sie auch diese Widerhaken besetzen Bolzen die selbst durch seine haut drangen und das empfindliche Fleisch verletzten.
Nun glitt sein Körper über die Reiter hinweg und fixierte die herannahenden Truppen mit seinem funkelnden Blick, sollten sie ihn nur sehen und vielleicht erkannten sie ihn auch wieder. Wieder einmal kämpfte Hardor gegen die Truppen aus Taros die Nuru bestürmten und mit jedem Augenblick der verstrick wuchs das Feuer in seinem leib. es wartete nur darauf befreit zu werden, hungrig wollte es die Leiber verzerren und Rüstungen zum glühen bringen.
Plötzlich war es dann soweit, die Luft war erfüllt von dem Geschrei der Eindringe und einen Moment später auch von dem Feuer der aus dem Rachen des Drachen auf die feinde herniederging. Wie lebendige Wesen züngelten die Flammen den feinden entgegen ehe auch ihre Macht erstarb und der Sturmsilberdrache versuchte mit Hoher Geschwindigkeit umzukehren. Er drehte seinen gesamten schlanken Lieb und seine Flügelschläge waren so stark noch nie als er sich umwandte, hinauf in die Luft steig und wieder auf die Gebäude der Stadt zurückhielt. Wie ein junger Edeldrache drehte Hardor sich in die Luft, wechselte ständig die Höhen und änderte stetig die Richtung um nicht von tödlichen geschossen oder schmerzenden Zaubersprüchen getroffne zu werden. das letzte mal war er nach einem Anflug von Pfeilen mitten in die Reihen der Orks hernieder gestürzt, doch an dien Tagen war er stark genug gewesen viele von ihnen zu töten und zu verletzen, ja dort hatte die Wildheit der Freiheit von ihm Besitzt ergriffen und solange hatte er den Gegner zerfetzt und angezündet bis er genug Platz hatte zu fliehen, genau wie jetzt, in der Hoffnung den Reitern zumindest einen kleinen Vorsprung gegeben zu haben und dem wunderschönen land zu helfen. ja, er hätte weit ab jeder Zivilisation bleiben können, aber warum? Bestimmt hatten sich die dunkeln Truppen schon überall festgesetzt mit starken Bögen in den Händen und in seiner gegenwärtigen Verfassung war es vielleicht doch besser  über befreundetem Boden zu fliegen. Immer wieder dachte Hardor an Côr, denn er war kein harmloser Gegenspieler. Er war ein Gegner jedes lebendigen Wesens in Aylann.
So stieß der Geschuppte seine ganzen Gedanken mit einem wilden Brüllen in die Welt hinaus, ein Brüllen, das die Feinde in die Knie zwingen sollte, so leicht würden sie nicht siegen.
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Talya

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #3 am: Do., 20. Apr 2006, 17:34 »

Du gehst nicht!

Talya riss Barth an seinem verbliebenen Arm zurück. Ein einzelnes Auge funkelte sie böse an.

>> Und ob ich gehe. Ich bin es der Löwenpranke schuldig.
Der Gesichtsausdruck des Wirten war ernst. Es war schwer zu glauben, dass dieser so verbissene Mann sonst einen Scherz nach dem anderen auf den Lippen hatte.
Talyas Gesichtzüge jedoch waren nicht minder ernst. Die Lippen waren nur noch ein schmaler Strich in dem hellen Gesicht und die dunkeln Augen glühten wie Kohlen.

Das alles war viel zu schnell über sie reingebrochen. Oder aber sie hatte es einfach nicht wahrhaben wollen. Wie lange gingen schon die Gerüchte in der Wirtsstube umher, dass etwas "bevorstünde"? Aber Kolkrabe hatte nicht auf sie gehört. Nicht im Mindesten. Einzig ihre Hochzeit hatte sie in den letzten Tagen beschäftigt.
Wann sie heiraten sollten, wen sie als Zeugen bei sich wissen wollte, was für ein Kleid sie tragen wollte.. unwichtiges Zeug im Anbetracht der jetzigen Situation.

Energisch hielt die Schwarzhaarige Barth an seinem Wams fest. Das Schwert, was der Einäugige fest in der verbliebenen Hand hielt, schlug gegen Talyas Stiefel und die junge Frau sah zu Boden.

Krieg. Schon wieder ein Krieg in Nuru. Keine drei Jahre waren sie verschont geblieben und Talya mochte noch immer nicht an diese Zeit zurückdenken. Wie sehr sich der Einäugige seit dem verändert hatte.


Du bist niemanden etwas schuldig. Schon gar nicht der Löwenpranke. Und erst recht nicht in deinem Zustand. Du gehst nicht!
Barth wollte sich unbedingt wieder der Löwenpranke anschließen. Den ganzen Morgen über hatte er seine Rüstung kampffertig gemacht und den ganzen Morgen über hatte Talya mit Engelszungen auf ihn eingeredet. Doch der Einäugige war stur wie eh und jeh und sich sicher, dass er die einzige Hoffnung Nurus auf einen Sieg war.

>> Mein Zustand? Mädchen, willst du mich einen Krüppel nennen? Ich habe in meinem Zustand schon ganz andere Gegner zu Fall gebracht. Und jetzt geh mir aus dem Weg.

Tränen stiegen vor Wut in Talyas Augen.

Barth, nicht. Denk doch an Helena und dein Enkelkind. Bitte..

Barth holte tief Luft und hob den Kopf empor.

>> Talya Terden. Gerade weil ich an Helena und meinen süßen Enkel denke, muß ich gehen.
Mehr sagte der Wirt nicht, nahm sein Schwert und schob Kolkrabe damit symbolisch zur Seite. Die Wirtin entgegnete nichts mehr sondern machte bereitwillig Platz.

Die Wut, die in ihrem Herzen brannte schien sie einen Augenblick lang zu übermannen, doch wollte sich die junge Wirtin keine Blöße geben. Im Wirtshaus war viel zu tun. Von überall waren Bauern und Händler gekommen, die Schutz innerhalb der Stadtmauern suchten und Orkana war damit beschäftigt, ein Zimmer nach dem Anderen in Schlafräume zu verwandeln.

Müde lächelte Talya, als sie einer jungen Mutter zusah, die im Gewühl ihr Kind stillte. Ein Gutes hatte dieser Menschenauflauf vielleicht - sie brannte nicht unbedingt darauf, den "Einäugigen" erneut als Lazarett erleben zu müssen, da war ihr eine Herberge lieber.

Immernoch am ganzen Körper bebend trat Talya hinter die Theke. Vorsicht war die Mutter der Porzellankiste.

Janina, weißt du, ob wir noch genügend Hochprozentigen da haben? Es gibt kein besseres Desinfektionsmittel als Barths Kräuterschnaps.

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Ethlind

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #4 am: Do., 20. Apr 2006, 19:55 »

Erol war kurz nach der Ankunft gleich auch schon wieder im Tumult verschwunden, das alte Schwert was er irgendwoher hatte fest an seiner Seite. All die Sorgen Ethlinds hatte er einfach so im Wind zerschlagen.

Aber sie hatte mit den beiden Babys genug am Hals auch wenn sich die Orkschamanin als sehr hilfreich erwies, trotz ihrer Abneigung zu den Kleinen durch die leichte Spitze die die Ohren der kleinen jetzt schon aufwiesen. Nun schliefen die beiden in einer Kuhle aus Decken, aneinandergekuschelt und am Finger nuckelnd. Sie waren nicht mehr hungrig und Ethlind hoffte, dass sie einfach schlafen würden, bis alles ausgestanden war. Saskia hatte ihr ebenfalls geholfen, aber sie schien viel mehr zu genießen endlich wieder in der Apotheke zu sein und war deswegen ständig am herumrennen und besonders den Garten begutachtete sie wieder genau. Sie schien ganz zu vergessen in welcher Lage die Stadt im Moment war und das ihr Bruder mit einem Schwert davon gezogen war. Hatte das die kleine denn nicht gemerkt?

&#8222;Olga, ich bitte dich passe auf die Kinder auf, ich muss gehen, ich halte es hier nicht aus.&#8220; sagte Ethlind seufzend zu der Orkfrau in ihrer Sprache. &#8222;Bitte beschütze sie bis zu letzt, und wenn es sein muss flieht, das ist sicher auch Perfel lieber als wenn ihr alle gemeinsam mit der Apotheke draufgeht.&#8220; Sie sah der Orkfrau flehentlich in die Augen, und küsste dann zum abschied noch die drei Kinder. In die kleine Hand Liliens legte sie das Amulett das sie einst vom Vater der beiden bekommen hatte, in lücklichen Zeiten, dem kleinen gab sie die Kette ihrer Mutter in de Hand.

&#8222;Er wird euch daran erkennen fall ich nicht mehr bin meine Kleinen. Ihr sollt nicht elternlos aufwachsen, und ich werde immer über euch wachen meine süßen, wo immer ich auch dann bin.&#8220; flüsterte sie halb menschlich halb in der Sprache der Elfen soweit sie sie bisher erlernt hatte.

Danach wandte sie sich der Türe zu, ihren Stab und ihre Tasche mit sich. Sie seufzte einmal tief und trat dann hinaus ins Chaos was hier heraußen herrschte. Sie sah sich gleich in der nächsten Umgebung um ob es gebrechliche Leute gab, oder alte, denen man helfen musste sich in Sicherheit zu bringen. Jedem dem sie helfen konnte half sie, während sie sich weiter in Richtung der Löwenfeste bewegte.
« Letzte Änderung: So., 23. Apr 2006, 23:26 von Black Rose »   Gespeichert  
Jeremias

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #5 am: Do., 20. Apr 2006, 20:52 »

Jeremias, der junge Bogenschütze sah den Lycantroph zur Kaserne kommen, und blieb kurz stehen um zu fragen, was er wollte. Auch ihm war anzusehen, wie nervös er war. Dies war sein erster Krieg. Sein Soldatenleben bestand bisher nur darin, täglich in der Kaserne zu trainieren, und Erkundungen zu machen. Nun sollte es aber sein, dass er das erste Mal um sein Leben kämpfen musste.

>>Was kann ich für euch tun Fremder? Sagt schnell, denn unsere Zeit ist knapp.<<

erschrocken sprang er zur Seite, als ein weiterer Wagen in die Kaserne raste. Dabei nahm der Kutscher keine Rücksicht auf die Menschen, die auf der Ladefläche sassen, und sich an ihre letzten Habseligkeiten klammerten.
« Letzte Änderung: Fr., 21. Apr 2006, 09:50 von Thorgrim Blutaxt »   Gespeichert  
BloodStorm

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #6 am: Do., 20. Apr 2006, 21:43 »

Er lehnte an einem Pfosten und schaute sich das Treiben der Bewohner an. Es war anderes als sonst und auch einige andere Dinge hatten sich verändert. Geschäfte die er früher täglich besucht hatte waren geschlossen oder hatten den Besitzer gewechselt. Wie lange war es her das er hier war? Er wusste es nicht. Es schien schon eine Zeit gewesen zu sein seit er Ethlind und die beiden Kinder verlassen hatte um auf die Reise zu gehen. Er hatte es nicht mehr ausgehalten. Er war kein sesshaftes Wesen. Etwas tief in ihm wollte raus in die Welt und er konnte diesem Drang nicht länger widerstehen. Es war jedoch nicht der Drang für den er ihn gehalten hatte. Dies musste er bitter auf der langen Reise erfahren. Seine Miene verfinsterte sich bei dem Gedanken der Wahrheit.
Plötzlich sah er das goldene Lichtlein, was über die Menge wild umher schwirrte und auf ihn zu kam. Galantha, war auf seiner Reise gewesen und hatte viele Gefahren mit ihm gemeistert. Sie hatte sich ebenfalls verändert, doch ihre muntere freudige Art ist erhalten geblieben. Er hatte die Fee auf Erkundungsflug geschickt um zu erfahren was diese Unruhe verursachte. Sie konnte viel schneller Informationen herausbekommen und die Wichtigkeit einschätzen. Es erleichterte ihm so einiges und sie war glücklich, wenn sie eine Aufgabe hatte.
Diesmal schien sie etwas aufgeregt zu sein und als sie ihn entdeckt hatte schwirrte sie auch sofort auf ihn zu.

„Man sagt ein Heer käme auf Nuru zu. Wir sollten hier schleunigst weg oder einen sicheren Ort aufsuchen.“

Noq stieß sich vom Pfosten ab und schaute ihn die Richtung der Tore. Zu spät um die Stadt wieder zu verlassen. Nun saßen sie schon fest und er verfluchte sich dafür die Lage nicht zuvor ausgekundschaftet zu haben. Ein sicherer Ort? Die Bognerei war nicht mehr, wobei das wohl auch kein sicherer Ort war. Genauso auch das Häuschen draußen... das Häuschen! Ob es Ethlind mit den Kindern gut ging? Sie war bestimmt schon in die Stadt geflohen und in Sicherheit. Aber konnte er sich da wirklich sicher sein? Wenn das Heer auf die Stadt zu kam, war es wohl schon zu spät. Verdammt!

Er blickte auf sein Pferd. Es hatte sich vom gestrigen ritt erholt und dürfte für einen weiteren Ausflug bereit sein. In der Kaserne würde man wohl mehr wissen doch vielleicht sollte er vorher zu Apotheke, vielleicht war sie bereits dort.
Er ging zu seiner Stute und sattelte sie. Dann führte er sie aus dem Stall und schwang sich auf ihren Rücken. Er suchte nun die Apotheke auf. Galantha flog währenddessen auf eine weitere Erkundung durch die Stadt.
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Neome

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #7 am: Fr., 21. Apr 2006, 10:34 »

Es war ein schlechter Start. Neomes Eintreffen in der fremden Stadt wurde mit Krieg begleitet. Nach dem Einkauf in der Apotheke trat sie vor die Tür des Ladens und beobachtete das Chaos auf den Straßen. Leute rannten hin und her. Gekreische. Kinder brüllten. Informationen wurden über die Köpfe hinweggeschrieen. Von einem Angriff war die Rede.

Neome hatte Angst. Wie nie zuvor in ihrem Leben. Sollte sie sich verstecken? Bloß wo? Sie war fremd hier. Kannte niemanden. Außer die Magierin mit den blauen Haaren, Perfel, konnte sie keinem Menschen trauen. Perfels Aura war gut und fühlte sich warmherzig an. Mit geweiteten Augen stand Neome da und wusste nicht ein noch aus.

Der Wind blies das lange rot-braune Haar über ihre Augen. Zittrige Finger strichen die Strähnen beiseite. Unschlüssig sah sie sich um. Sie würde Perfel bitten sich anschließen zu dürfen. Allein war sie verloren. Die Frau mit den Kindern trat an ihr vorbei und verließ die Apotheke. Auch sie hatte einen Stab, strahlte aber keine starke magische Aura aus. Ein Elf auf einem Pferd ritt heran. Soviele fremde Gesichter.
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Perfel yel Shideh

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #8 am: Fr., 21. Apr 2006, 11:48 »

Eigentlich wollte sich Perfel ja aus dem Kriegsgeschehen heraushalten. Aber da sie nun die Verantwortung für eine mit Menschen, zwei Halbelfen und einer Orkschamanin vollgestopfte Apotheke besaß, musste sie handeln.

Ethlind, die beiden Babys, Erol, Saskia, Olga und nun auch Neome, die junge Magierin, sie alle waren von den Kriegsgeschehnissen eingeschüchtert und wussten nicht so recht, was sie nun machen sollten. Perfel konnte nun nicht mehr so tun, als ob sie der Krieg nichts angehen würde. Ihre Kräfte würden wahrscheinlich nicht ausreichen um die Soldaten Côrs zu vertreiben, aber sie wusste aus verschiedensten Abenteuern, dass die Drachenritter gemeinsam alles schaffen konnten.

Ihren Rucksack auf dem Rücken, den Speer in der Lasche und den Erzmagierstab in ihrer Hand verließ sie die Apotheke. Ein Elf stieg gerade von seinem Pferd ab. Lächelnd begrüßte Perfel ihn. "Wenn Ihr Ethlind sucht, sie ist mit den beiden Babys in der Apotheke. Wahrscheinlich richtet sie sich gerade ihr Zimmer her. Aber geht einfach hinein. Ihr kennt Euch ja noch aus, werter NoQ. Ich muss mich jetzt aber beeilen, denn auf mich wartet der Krieg und die Verteidigung meiner Geschäfte und der Menschen, die hier leben."

Sie winkte dem Elfen zum Abschied zu und machte sich auf, den langen Weg hinauf zur Feste zu gehen. Der Statthalter würde schon wissen, wo er sie einsetzen konnte.

Während ihres Weges gewahrte Perfel die junge Magierin, welche sie in ihrer Apotheke kennen gelernt hatte. "Den Göttern zum Gruße, also habt Ihr Euch doch dazu entschieden, dem Statthalter Eure Hilfe anzubieten ? Falls Ihr nicht wisst, wohin Ihr Euch wenden müsst, dann kommt doch mit mir. Ich kenne Thorgrim persönlich und habe auch schon einiges mit ihm gemeinsam erlebt." Seufzend dachte die Magierin an den beschwerlichen Weg durch den Dschungel als Thorgrim zur gleichen Zeit seinen Bruder und seine Schwester verloren hatte. Nur die Götter wussten, was aus den beiden Zwergen und den anderen Gefährten geworden war. Einzig der Verbleib von Pathelie war kein Geheimnis mehr. Sie war von einer seltenen Krankheit befallen worden und noch als Tote hatte sie Perfel damit angesteckt. Sanft strich die junge Magierin über die Bisswunde an ihrer Schulter. Wären damals nicht Ethlind und Akulatraxas an ihrer Seite gewesen, hätte es Perfel nicht geschafft, lebend aus diesem Albtraum zu entkommen.

« Letzte Änderung: Fr., 21. Apr 2006, 16:30 von Perfel yel Shideh »   Gespeichert  
Rraurgrimm

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #9 am: Fr., 21. Apr 2006, 12:20 »

Als der Bogenschütze sich an ihn wendet und das Wort an ihn richtet spricht aus seinen wenigen Worten das, was wohl alle in Nuru und vermutlich auch andernorts erfasst hat: Sorge. Sorge um die ungewisse Zukunft und der zarte Zweifel, ob die eigenen, so unerprobten Fähigkeiten ausreichen werden um in dem nahenden Sturm zu bestehen oder fortgefegt zu werden vom tosenden Strom der Geschichte. Rraurgrimm erging es da nicht anders als dem jungen Jeremias. Schon setzt er an, um dem Soldaten seine Botschaft auszurichten - dann jedoch bemerkt er dessen entsetzten Blick als eine Kutsche sich ihrer beider Position jäh nähert. Nur mit Mühe gelingt es ihm, sich an die Brüstung zu drücken als das Gefährt mit lautem Donner der Holzräder auf dem steinernen Pflaster an ihnen vorrüberzieht. Einen Moment lang sieht er der bereits in der Kaserne aus der Sicht entschwindenden Kutsche nach - dann klopft er mit langfingrigen Krallenhänden geistesabwesend den Staub vom scheddrigen Mantel und wendet sich wieder Jeremias zu. Trotz der Unterbrechung durch die vorrübersprengende Kutsche müht er sich um kurze, präzise Worte, welche er entgegen seiner sonst gezeigten Art nicht mehr ganz so bedächtig und gewichtig ausspricht - Zeuge der auch auf ihm lastenden Bedrückung: "Auch wenn man sich meiner... - sicherlich nicht mehr erinnert - ich zählte zu jenen, die vor nicht einmal einem Mond durch den - Hauptmann Ingrimmsch ausgezeichnet worden sind für unsere - Taten. In unserer Begleitung waren zwei Orks... - welche alsbald mit einer handvoll Garnisonssoldaten gen Königsstadt aufbrachen um ein wichtiges und von uns gefundenes Amulett - den Magiern zu überbringen. Jene Orks - zählen zu einem kleinen Stamm, welcher in den Höhlen nahe der Stadt lagert. Ob ihrer Lage - haben sie nicht zwingend beobachtet, was Nuru droht... - sind aber in der gleichen Gefahr wie wir. Ich beabsichtige, sie zu warnen - vielleicht werden sie Schutz in Nuru suchen und sich dem Kampf anschliessen..." hier verstummt er einen Moment bevor er leiser fortfährt: "wenn es gelingt, rechtzeitig zurück zu sein."

Ein eindringlicher Blick der tierhaften Wolfsaugen sucht den des jungen Soldaten: "Erinnert Euch daran und tragt die Worte weiter - und wenn sich die Möglichkeit bieten sollte... - lasst uns ein. Die Orks jenes Stammes - boten Beistand an - wir werden sehen, ob sie zu ihrem Wort stehen können." Er neigt sein Haupt etwas zur Seite, den Blick nach wie vor nicht senkend: "Werdet Ihr meine Worte erinnern und weitertragen?"
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Drax Hammerhall

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #10 am: Fr., 21. Apr 2006, 12:59 »

'Wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen!' dachte Drax, während er sich nur noch mühsam einen Weg durch die Menschenmassen bahnte. Hatte er anfangs nur geglaubt, dass der heutige Markttag besonders großen Andrang fand, wurde er bald eines Besseren belehrt. Krieg! Wieder einmal sollte Nuru angegriffen werden. Die Neuigkeiten verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Der Zwerg schaute von seinem Kutschbock herab in die gehetzten Gesichter der Langbeiner. Wieviele von ihnen mochten sich noch an die Schrecken des letzten Kampfes um die Stadt erinnern?

Der Axtmeister überlegte, wie er weiter vorgehen sollte. Zurück zum 'Einäugigen', wo er sich von Talya getrennt hatte? In die Kaserne? In die Feste? Er hatte eh mit Thorgrim sprechen wollen, nur deshalb war er überhaupt in der Stadt. Nun schien es wie eine glückliche Fügung zu sein. Ob sein Häuschen geplündert wurde? "Dann sollen sie mit der sauren Milch glücklich werden!" grinste er sarkastisch und entschied, sich auf den Weg zur Feste zu machen. Mit ein bisschen Glück lief er ja jemanden in die Arme, der Befehle für ihn hatte.

Er schnalzte mit der Zunge und Samman, sein Esel setzte sich samt Kutsche in Bewegung. Langsam ging es besser voran, denn die Gassen leerten sich allmählich. "Bei den Göttern! Das war doch..." Drax fuhr sich über die Augen und schaute noch einmal dem Elfen auf dem Pferd hinterher. Nein, das konnte nicht sein. Dieser Elf war schon seit langer Zeit nicht mehr in der Stadt. Seine Augen mussten ihm einen Streich gespielt haben. NoQ war fort und dieser Elf dort war ein anderer gewesen. Kurz überlegte Drax, ob er nicht die Richtung ändern und dem Reiter folgen sollte, beließ es dann aber bei dem einmal eingeschlagenen Weg in Richtung Feste.

Dort angekommen fragte er die Wache: "Sagt an, wo ist der Statthalter? Finde ich ihn hier, oder in der Kaserne? Oder gar schon auf den Zinnen?"
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Neome

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #11 am: Fr., 21. Apr 2006, 13:25 »

Perfel bot ihr an sie zu begleiten. Neome war dankbar nicht um Unterstützung betteln zu müssen. "Habt vielen Dank. Ihr seid sehr freundlich." Mit raschem Schritt beeilte sich die junge Magiern Perfel zu folgen.

"Ihr kennt sehr viele Menschen hier. Selbst den Statthalter." Neome war ehrlich beeindruckt. "Wie lange lebt Ihr schon in dieser Stadt? Ihr habt erwähnt ebenso wie ich aus einem anderem Land zu kommen." Weitere Worte aus dem Gespräch in der Apotheke fielen ihr ein. "Ihr spracht von einer Magiergilde. Befindet sie sich innerhalb dieser Stadtmauern? Dann müssen ja viele Magier diese Stadt verteidigen. Wer ist Côr? Ein feindlicher Feldherr? Greift er die Stadt öfters an?"

So viele Fragen lagen Neome auf der Zunge, die zu beantworten die Zeit nicht reichen würde.
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Perfel yel Shideh

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #12 am: Fr., 21. Apr 2006, 16:30 »

Neomes Fragen rissen die Magierin aus ihren Gedanken. "Ich lebe schon einige Monde hier in Nuru. Wieviele werden es sein ? Der kommende Sommer wird der dritte, den ich in Dragonia erlebe. Dann müsst Ihr mich unbedingt zur Blumenwiese hinter der Apotheke begleiten. Es ist einfach herrlich, wenn die Schmetterlinge über die blühenden Wiesen fliegen, die Bienen ihren Nektar zusammen suchen." Lächelnd suchte Perfel die gespeicherten Bilder des letzten Sommers in ihrem Kopf.

"Entschuldigt, ich schweife vom Thema ab. Ja, ich kenne den Statthalter von Nuru und noch einige andere Drachenritter. Mit vielen von ihnen verbindet mich der Kampf gegen das Böse. Meine Heimat war eine Insel in Nedyra. Meine Mutter war dort die Königin der Heiler und hätte mir, wenn nicht diese schreckliche Geschichte mit dem Mantikor passiert wäre, sicher das Amt vererbt. Das ist so Sitte bei uns Singh. Aber es kam alles anders und nach langen Reisen bin ich hier in Dragonia gelandet." Ein Schatten zog sich über das Gesicht der Magierin. Sie hatte ihr Heimweh während der letzten Monde in den hintersten Winkel ihres Herzen verbannt. Doch nun keimte es wieder auf.

Mit einer schnellen Handbewegung wischte Perfel dieses schlimme Gefühl aus ihren Gedanken. "Die Magiergilde ? Sprecht bitte nicht so laut unter diesen vielen Fremden ...," flüsternd sprach die Magierin weiter. "Die Gilde ist ein Geheimnis und sollte es auch bleiben. Nur ausgewählte Magier dürfen dort nach einer kleinen Prüfung beitreten. Ich werde Euch noch zur richtigen Zeit alles genau erklären, aber leider ist die Magiergilde in Nighton und im Moment sind nur das magische Baumwesen und die beiden Druidinnen dort. Die meisten Erzmagier sind verschollen .. ich bin als Einzige übriggeblieben."

Abermals schob sich ein Schatten über Perfels Gesicht als sie an Kain und Myriel dachte. Mit klarer Stimme sprach die Magierin weiter. "Côr ? Ich habe ihn noch nicht persönlich gesehen. Man hört nur diese ganzen Schauermärchen über ihn und erst vor kurzem hat er versucht die letzten Einhörner in Sha´Nurdras Wäldern zu vernichten. Einer seiner Schergen - ein Feuerlöwe - war mein Gegner in einer Höhle. Loretus, der Apotheker von Sha´Nurdra und ich haben ihn mit geballter Kraft ausschalten können, aber es war sehr knapp für uns. Hätte dieser Löwe nur über magische Kräfte verfügt, wäre es ein leichtes Spiel für mich gewesen, aber er hatte auch noch physiche Kräfte. Gegen die bin ich leider nicht Immun. Aber angeblich soll Côr ein Wesen sein, welches einem Stier ähnelt und sehr mächtig sein. Naja, wir werden es wohl bald sehen und ich schätze, es wird uns nicht alles gefallen, was wir zu sehen bekommen. Vor meiner Zeit hier in Dragonia gab es schon einmal einen Krieg gegen Côr, aber darüber kann ich Euch nicht so viel erzählen, wie gesagt, es war vor meiner Zeit hier."
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Noq

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #13 am: So., 23. Apr 2006, 13:45 »

Der Elf lächelte nur höfflich die blauhaarige Frau an. Perfel kannte er nicht wirklich gut und wusste sie nicht wirklich einzuschätzen. Er nickte als sie ihm anbot hineinzugehen und schaute ihr noch kurz hinterher, dann betrat er die Apotheke und schaute sich um. Wie es schien war es doch alles wie früher geblieben. Er lauschte. Er hatte irgendetwas gehört und lächelte dann. Es waren Babygeräusche, die von oben kamen. Schnell lief Noq die Treppe hinauf und schaute sich suchend um. Da waren sie und wie es schien ging es ihnen gut. Die Orkfrau kümmerte sich ums sie, jedenfalls roch es hier nach ihr. Er blickte sie eine weile an, dann nahm er sich zusammen und verließ die Apotheke wieder, denn es gab keine Spur von Ethlind und die anderen Personen interessierten ihn im moment nicht wirklich, da es ihnen gut zu gehen schien. Er musste nun nur dafür sorgen das es so bliebe. Er lächte noch einmal kurz zu seinen Kindern und begab sich dann hinaus auf die Straßen.

Hektig! Angst! Man konnte sie beinahe riechen. Es war schon immer so gewesen, wenn eine Stadt angegriffen wurde. Mittlerweile war er es gewohnt und konnte die Ruhe bewahren. Schließlich hatte er nicht mal einen Feind gesehen, geschweige den mit ihm die Klinge gekreuzt. Wer war überhaupt der Feind? Es wär wohl vom nutzen dies zu wissen. Er schwang sich auf sein Pferd und entschloss sich zur Kaserne zu reiten.
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Casandra Aillard

Re:Côr vor den Toren!
« Antwort #14 am: So., 23. Apr 2006, 22:52 »

Der Morgen in der Gilde war wie die meisten anderen davor. Sianna war einige Tage nach dem Totenritual für Sirrah in Nuru aufgetaucht und Casandras Nächte waren seit dem alles andere als ruhig. Das Mädchen litt unter Alpträumen und wachte mehrfach schweißgebadet auf.
So war es kein Wunder das die Stabmeisterin erst gegen Mittag nach einem ordentlichen Bad und in feinem Tuch ihre Räume verließ. An diesem Tag hatte Casandra weder Training noch Unterricht und wollte Amras einen Besuch in der Schneiderei abstatten.

Anders als sonst waren auf den Straßen ungewöhnlich viele Bewaffnete und Soldaten unterwegs. Menschen mit all ihrem Hab und Gut strömten in die Stadt und behinderten die Gerberin immer wieder auf dem kurzem Weg bis zur Schneiderei. Sie konnte einzelne Gesprächsfetzen auffangen in denen von einem Angriff auf Nuru die Rede war, aber meist war das ganze widersprüchlich oder ergab keine Sinn.

Amras war selbst im Geschäft und nach einer herzlichen Begrüßung fragte Casandra ihn nach näheren Informationen zu dem Aufruhr in der Stadt.

>>Ich habe fast den Eindruck die Gilde ist einfach viel zu gut geschützt.
Weißt Du was hier los ist? Die Bewohner der umliegenden Höfe scheinen in die Stadt zu strömen und immer wieder hört man etwas von einem Angriff auf Nuru.
Würdest Du bitte etwas für mich aufbewahren? Erinnerst Du Dich an das Amulett, was ich Dir vor einiger Zeit zeigte. Bitte bewahre es für mich auf. Niemand, aber auch gar niemand darf davon wissen.<<


Casandra zog das geflügelte Einhorn an der Kette heraus, streifte es ab und hielt es Amras entgegen.

>>Ich kann Dir nicht mehr sagen. Je weniger Du weißt, desto einfacher wird es werden. Vertrau einmal auf die Voraussicht Sirrahs.

Und jetzt sollte ich wohl lieber wieder in die Gilde. Thorgrim wird sicher nicht auf die Hilfe der Waffenmeister verzichten und bevor ich auf gut Glück versuche irgendwo meine Hilfe anzubieten, wird dies wohl die beste Lösung werden.
Was wirst Du tun? Wo werde ich Dich finden können?<<


Die Gerberin gab dem Elf einen letzten innigen Kuss und machte sich dann auf den Weg zurück zur Gilde. Dort wollte sie bei den Meistern nachfragen, ob und welche Nachrichten und Anweisungen der Stadthalter für seine Gildenbrüder hatte.

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