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   Autor  Thema: Privaträume der Schmiede in Nuru (Gelesen 3617 mal)
Silvana

Privaträume der Schmiede in Nuru
« am: Sa., 01. Jan 2005, 18:00 »

Ein langer Flur führte auf der linken Seite des Hauses der Länge nach durchs Obergeschoss. Eine Reihe von Türen führten rechts davon zu den einzelnen Räumen. Jahn hatte den Eindruck, dass man durch die Dachschräge schief laufen musste, um sich nicht den Kopf zu stoßen, so knapp lag der Flur an der Außenwand. "Für Zwerge gemacht", schmunzelte er. "Die passen da problemlos drunter."

Zwei der Kammern schienen bewohnt, dann die Türen waren verschlossen, die restlichen standen sperrangelweit offen. "Nun, dann suchen wir uns einfach welche aus." Jahn warf einen kurzen Blick in jeden Raum. "Die größere überlassen wir Silvana." Sein Blick fiel auf die Truhe, die bereits darin stand. "Sie scheint sie ohnehin schon in Beschlag genommen zu haben."

Jahn entschied sich für die kleine Kammer daneben. "Wenn Ihr schon eine Pfeife mit mir rauchen wollt, dann verstinken wir aber eine Kammer", zwinkerte er Mortimor zu. "Achja, ist es in Ordnung, wenn ich Euch duze. Das redet sich leichter."
« Letzte Änderung: Mi., 06. Apr 2005, 08:25 von Silvana »   Gespeichert  
Kain Kharnfeldt

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #1 am: Di., 04. Jan 2005, 12:20 »

Nach einem Runggang durch die Schola, in deren Rahmen Kain zuerst die Küche und anschließend die Stallungen geplündert hatte, preschte er satt und ziemlich zufrieden von dem Gelände fort, wobei der Wind die Mahnungen Baldrichs, den Araber zu schonen und als Ganzes wieder zurückzubringen, unter einem Heulen zurückschlug.
Irgendwo am Ende der Straße, als sich bereits das Steinpflaster zu einem kleinen Hügel erhob, sodass das in der Dämmerung schattengetrübtes Dächermeer dahinter mit seinen zahlreichen aufleuchtenden Fenstern nur von dem erhöhten Punkt aus sichtbar war, wandte er das Pferd, indem er einmal jäh an einer Zügel riss und sich gleichzeitig mit den Fersen in dessen Flanken Halt sicherte. Der dunkelschimmernde Rappe stieg protestierend in der Wende, dass seine Mähne gleichsam mit Kains Umhang durch die eisige Abendluft peitschte, und ließ ein Wiehern über die Ländereien tönen, hinter denen sich das Schulgebäude in der zunehmenden Finsternis erstreckte. Einen Moment lang betrachtete Kain irisirenden Blickes und mit abenteuerlustig verzogenen Lippen die Schola, ehe er das Gewicht verlagerte und das Pferd im Kanter durch die verwinkelten Straßen Nurus preschen ließ.

Ohne sich durchzufragen fand er sich bald in der Straße, wo der Laden stand. Allmählich bremste er das Tempo des Arabers unter ihm ein, wurde nach und nach langsamer und war letztlich mit diesem im Schritt verfallen, als sie sich von unten her den Fenstern im Dachgeschoss der Schmiede näherten. Ein Sprung hinunter, ein Kieselstein und - Klong - ertönte ein dumpfer Laut durch den Schlag gegen die Scheibe. Er horchte einen Moment lang auf irgendeinen Laut und schickte dann ein wenig enttäuscht zwei weitere Steine in Folge gegen das Fenster. Binnen weniger Sekunden hielt er bereits eine Handvoll solcher Steine in der Hand, während der Rappe hinter ihm leise vor sich hinschnaubte...
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Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #2 am: Di., 04. Jan 2005, 12:52 »

Mortimor inspizierte jeden Raum, an dem sie vorbeikamen. Schließlich entschloss er sich für ein kleines Zimmer am Ende des Ganges und winkte Jahn zu ihm er solle folgen.

"Ich denke ich werde dieses nehmen. Hier können wir uns einnebeln wie es uns passt, mich stört der Qualm der Pfeife nicht."

Nachdem er Jahn einen Stuhl hingestellt und es sich im Schneidersitz auf dem Bett bequem gemacht hatte, packte er seine Pfeife aus.

"Also dann, rauchen wir einen! Du kannst mich gerne duzen, mir ist es auch lieber."

Dann begann er den Kopf des Rauchgerätes zu stopfen und entzündete ihn mit einem Streichholz. Als er ein paar mal kräftig daran gezogen und dichte Rauchschwaden in den Raum geblasen hatte, reichte er an Jahn weiter.
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Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #3 am: Di., 04. Jan 2005, 13:46 »

Ja, verfl ... Silvana fuhr aus dem Schlaf und saß mit einem Schlag senkrecht im Bett. Schon wieder dieses Geräusch, als ob etwas gegen eine Glasscheibe klopfte. Ein Vogel vielleicht?

Sie war hundemüde nach der Übersiedlung. Zuvor das Fest im Gasthaus, eine anstrengende Reise mit Umwegen, Kain, der sie wieder einmal durch halb Nuru zum Einkaufen geschleppt hatte - sie hatte sich extra früher hingelegt um sich endlich wieder einmal auszuruhen. Und nun ließ man sie nicht schlafen!

Sie schwang die Beine aus dem Bett, wickelte sich die Decke um den Körper und hielt die mit einer Hand oberhalb der Brust fest, damit die Umhüllung nicht gleich wieder zu Boden rutschte und sie gänzlich entblößt den Blicken feilbot, während sie das Fenster aufriss.

"Was soll das?", schimpfte sie nach unten, als etwas sie schmerzhaft an der Stirn traf kaum dass sie den Fensterflügel aufgeschoben hatte. "Ich werfe Euch gleich etwas viel Schmerzhafteres an den Schädel als einen Stein."

Zuerst entdeckte sie im Dunklen nur den Rappen und ihr erster Verdacht galt Ardon von Morgoth und seinem schwarzen Schlachtross, und sie setzte schon zu einer boshaften Bemerkung an, als sie den hellen Schopf erkannte.

"Kain Kharnfeldt, ich hätte mir denken können, dass du das bist. Was machst du spätnachts unter meinem Fenster? Und wem gehört das Pferd da hinter dir?"



Jahn nahm von Mortimor die Pfeife entgegen und nahm einen Zug. Er hatte fast die Augen verdreht und konnte ein Husten nur knapp unterdrücken. "Du lieber Himmel, was rauchst du da für ein Zeug?"

Der Werkzeugschmied lehnte sich auf dem Sessel zurück und streckte die Beine aus. "Endlich wieder ein bisschen Ruhe. Die Übersiedlung von Nighton hierher war wahrlich anstrengend. Nun zu dir. Du hast das Schmiedehandwerk erlernt? Das ist von Vorteil, dann kann ich dir so manche Arbeit überlassen. Such dir unten eine Werkbank aus, dann kannst du dir dein Werkzeug so richten wie du es brauchst."

Mit der Rechten rubbelte Jahn seine Nase. "Was das Lager betrifft: Wir kaufen erst ein, wenn es nötig ist. Unter 10 Stück pro Rohstoff gehen wir gar nicht einkaufen. Ich schlage vor, die ersten paar Mal schick ich dich zum Einkaufen, und dann übernimmst du allmählich das Lager. Ist dir das recht? Bis auf das Erz, da besteht Gevatter Thorgrim drauf es selbst zu besorgen."
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Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #4 am: Di., 04. Jan 2005, 15:53 »

?Ich weiß es zu schätzen, das ich eine mir zugeteilte Werkbank bekomme, ich bin da aber auch recht flexibel und hätte nichts dagegen, würdet ihr sie mit nutzen. Bei der gemeinsamen Arbeit können wir sicher von einander lernen. Das Lager übernehme ich auch gerne, Gevatter Thorgrim kann sich ja auch weiter um sein Erz kümmern, wenn ihm so viel daran liegt. ?

Jahn reichte die Pfeife zurück und Mortimor klopfte sie aus. Als er sie erneut zu stopfen begann wechselte er das Thema:

?Das Zeug nennt sich übrigens Sativa und wächst nur an gewissen Orten, ich zeige sie dir, wenn es dich interessiert. Ich finde den Rausch dieses Kraut sehr viel angenehmer, als die Bewusstlosigkeit der man sich beim Alkohol hingibt. Auch kann ich dir sicher noch etwas über die Zucht der Pflanze beibringen, es gibt einen speziellen Dünger der die Wirkstoffe effektiv in den Vordergrund der Entwicklung des Sativas stellt.?

Mortimor freute sich jemanden gefunden zu haben, der gespannt und in stiller Aufmerksamkeit seinen Vorträgen über Zucht, Verarbeitung und Einnahmemöglichkeiten des Krautes lauschte. Vielleicht war Jahn auch nur mit offenen Augen eingeschlafen und träumte jetzt von riesigen Stauden, die sich in grauen, den Geist durchdringenden Rauch auflösten und langsam durch die unendlichen Weiten der Schädeldecke schwebten, wie der Nebel, der ihn jetzt umgab.
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Kain Kharnfeldt

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #5 am: Di., 04. Jan 2005, 16:21 »

"Oh",

entfuhr es ihm überrascht, nachdem er nicht mehr in der Lage gewesen war, den letzten Kiesel im Wurf zurückzuhalten. Aus der einen Hand ließ er unbemerkt von Silvanas Blicken die restlichen Steine zu Boden rieseln, während sich das freudige Grinsen umso heftiger auf seine Miene schlug und er - innerlich jauchzend über das Wiedersehen - arglos zuwinkte. Der gereizte Tonfall in ihrer Stimme entging ihm dabei gänzlich.

"Was ich hier tue?"

erwiderte er der Silhouette im Fenster verständnislos und nicht minder entrüstet zugleich. Um die Schwere der Worte zu unterstreichen, tat er eine ausladende Armbewegung, die die gesamte Gasse einschloss - gerade so, als wolle er den Abend über Nuru selbst willkommen heißen. Ein verirrter Lichstrahl eines Laternenpfahls traf kurz auf die obere Gesichtshälfte, als er den Kopf in den Nacken legte und versuchte, ihre Augen im Schatten auszumachen. Im selbstverständlichsten Tonfall der Welt - man hätte meinen können, sie hätte ihn soeben nach seinem Namen gefragt - entgegnete er:

"Ich mache dir meine Aufwartungen!"

Damit verneigte er sich auch schon leicht - wenngleich verspätet - und trat einen Schritt hinter der Grenze des Lichtkegels zurück, um sich lässig mit dem Rücken gegen die Flanke des Rappen zu lehnen und die Arme locker vor der Brust zu verschränken. Es mochten die kargen Gräser gewesen sein, die am Wegesrand zwischen den Fugen des Steinpflasters drangen und das Tier erwartungsvoll daran schnuppern ließen, sodass es nicht auf den Gedanken kam, im entscheidenden Moment zur Seite zu treten.

"Das Pferd ist eine Leihgabe der Schola..."

Verschmitzt schob er den Gedanken an Baldrichs Gesicht weg, nachdem er dem Mentor seinen Wunsch geäußert hatte.

"...was meinst du? Willst du nicht zu mir hinunter kommen?"

So keck die Antwort zunächst gekommen war, so warm und bedenklos sprach er nun die Einladung aus. Indes fiel sein Blick aus ihre Mondbeschienen, bloßen Schultern und dem wolligen etwas, das wohl eine Decke sein musste.

Was sie wohl darunter trug...,

fragte er sich einen Augenblick lang.
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Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #6 am: Di., 04. Jan 2005, 20:13 »

Das muss wohl der Fluch der Zivilisation sein, dachte Silvana und seufzte innerlich. Wie kam er dazu mitten in der Nacht durch die Gassen zu brüllen und ihr den Hof zu machen, so dass alle Welt es mitbekam.

Wohl so manche Frau hätte sich geschmeichelt gefühlt, aber Silvana zog die Ruhe und Intimität vor als aller Ohren kundzutun, wer wem etwas zu sagen hatte. Obwohl, diese geheimnisvoll düstere Atmosphäre außerhalb des Laternenlichts hatte etwas für sich. Sie lehnte sich auf den Fenstersims und hätte beinahe die Decke losgelassen.

?Du bist ein hoffnungsloser Romantiker, mein Lieber. Vergiss nicht, dass du es hier mit einer hartgesottenen Kriegerin zu tun hast. Denkst du, du kannst mich mit ein paar Worten verzaubern??, spöttelte sie.

?Nun, hättest du es mit einer feinen Dame zu tun, dann würde ich dir jetzt eine gute Nacht wünschen. Aber du hast Glück, ich habe gerade nichts vor. Aber gedulde dich einen Augenblick, ich muss mir erst etwas anziehen.?

Sie richtete sich auf, und die Decke verrutschte ein wenig und entblößte eine ihrer Wölbungen bis knapp oberhalb der Knospe. Mit einer energischen Handbewegung warf sie den Wollstoff beiseite, noch ehe sie sich gänzlich vom Fenster entfernt hatte, so gar nicht darauf bedacht, dass sie sich in einer Stadt und somit inmitten von Häusern befand, die allesamt Fenster hatten so wie ihre Kammer auch.

Rasch schlüpfte sie in Hose und Hemd, schnürte ihre Taille mit einem Ledergürtel und marschierte eiligen Schritts zu Kain hinab. Noch ehe sie bei ihm angelangt war, musterte sie den Rappen von oben bis unten.

?Was willst du überhaupt mit diesem Pferd? Das ist doch viel zu dürr.?



Jahn glaubte, sich verhört zu haben. "Du willst dieses Kraut in unserer Schmiede anbauen? Na, ich weiß nicht recht. Da lass mich mal außen vor, schließlich will ich keinen Ärger bekommen. Obwohl, so eine zusätzliche Einkommensquelle."

Das bedurfte allerdings eingehender Überlegungen. Aber dazu fühlte er sich momentan nicht in der Lage. Er fühlte sich seltsam müde und tat sich schwer, Mortimor durch die dichten Rauchschwaden überhaupt noch zu erkennen. "Woher willst du wissen, dass das Zeug überhaupt jemand kaufen will? Es gibt genug Pfeifenkraut auf dem Markt. Davon abgesehen - der Zwerg, Raknar, kann dich wohl nicht leiden. Ich würde an deiner Stelle ein vorsichtig sein."
« Letzte Änderung: Di., 04. Jan 2005, 20:15 von Silvana »   Gespeichert  
Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #7 am: Di., 04. Jan 2005, 21:08 »

"Oh, da musst du mich missverstanden haben, die Planzen sind sehr empfindlich und eine Schmiede wäre sicher nicht der richtige Ort um es anzubauen. Andererseits ist die Schmiede auch nicht gerade klein, man könnte sicher eine Ecke frei räumen, aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Thorgrim oder Silvana sehr entzückt davon wären."

Einen Moment schwieg er um seine Gedanken neu zu ordnen und versuchte nachzuvollziehen, was Jahn bezogen auf Raknar gerade gesagt hatte. Er konnte sich keinen Reim darauf machen. War der Zwerg etwa eingeschnappt, weil Mortimor seine Hilfe zurückgewiesen hatte?

"Wieso meintst du dass der Zwerg mich nicht leiden kann? Ich habe ihm doch noch gar nichts getan?"
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Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #8 am: Di., 04. Jan 2005, 21:17 »

Jahn zuckte mit den Schultern. "War nur so ein Eindruck. Er hat dich so komisch angesehen. Ist irgendetwas vorgefallen, bevor ich angekommen bin?"

Dann fiel ihm etwas ein. "Du lieber Himmel. Heya! Die hätt ich fast vergessen." Er sprang auf und rannte hinüber in seine Kammer, kramte in seinem Beutel und kehrte nach einer Weile in das mit würzigen Schwaden geschwängerte Zimmer zurück. Eine Schlange wand ich um seinen Arm und wirkte reichlich sauer ob der Störung. Ihr Kopf zuckte nervös hin und her, und sie züngelte zuerst an Jahns Gesicht und dann blind in den Raum hinein.

"Das ist Heya, Silvanas Hauspython und exzellente Mäusefängerin. Ich bring sie mal nach unten zur Esse. Sie hat es gern warm."
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Kain Kharnfeldt

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #9 am: Mi., 05. Jan 2005, 20:05 »

"Natürlich glaube ich das...",

antwortete er leise genug auf ihre Bemerkung zu der hartgesottenen Kriegerin hin in die Nacht hinein, dass sie es nicht hören konnte. Es wäre ein Frevel gewesen, sie von ihrem Entschluss, auf die Straße hinunter zu kommen, durch ein unbedachtes Wort abbringen zu wollen.

"Ich erwarte Euch sehnsuchtsvoll",

schickte er anstattdessen feixend nach und sog geräuchvoll die kalte Luft durch die Nase ein, als der Stoff so unangekündigt an ihrer Haut hinab rutschte und sie sich dessen noch unbekümmerter im Halbschatten entledigte. So oft, hatte er bereits Gelegenheit gehabt, ihren Körper bis ins geringste Detail zu studieren und dennoch erhitzte jedes Mal aufs Neue sein Gesicht bei solch einem Anblick.
Mit einem so breiten Lächeln, dass es zwischen Seligkeit und einfältiger Arglosigkeit schwebte, wandte er sich halb zu dem Rappen herum, klopfte ihm auf den Hals und vergrub die Finger in dessen Fell und Mähne.

"Da werden selbst die Götter neidisch, nicht wahr, alter Freund...?"

behauptete er, ehe sich ihnen die Wallonin näherte. Die letzten Meter kam er ihr unwillkürlich entgegen, dass er noch bevor sie ihn erreicht hatte, ihre Elle zu fassen bekam und hauchte ihr in der Begegnung mit frivol geschürzten Lippen ein

"Psst. Beleidige doch nicht ein Reichstier aus der Schola Pacis - es hat ebenso seinen Stolz..."

entgegen, das die ergebene Wiedersehensfreude und nur ansatzweise die Qualen der letzten Stunden, die der Zuneigung entsprangen, reflektierten. Allein ihre Haut unter dem Stoff zu spüren, ließ etwas in seiner Brust einen unfreiwilligen Sprung tun.
Einen weiteren Moment hatte er einen eindringlichen Blick in ihre Augen gewagt, tat einen langsamen Schritt zurück, wobei er beiläufig nach den Zügeln und dem Sattelhorn griff und schwang sich so jäh in der Kehrtwende aufs Pferd, dass es die vorangegangene, fließende Bewegung durchbrach. Kumpelhaft bedachte er den Rappen mit zwei Seitenklapsern und blickte Silvana von der Seite an:

"Außerdem möchte ich mehr Routine mit diesen Tieren zu haben - nun, da im Stall zu Drachenauge mein eigenes heranwächst..."

Verhältnismäßig galant tat er daraufhin, wie um die Worte zu bestätigen, eine leichte Verneigung im Sattel:

"Verehrteste, dürfte ich also bitte, Euch für die nächsten Stunden zu einem unvergesslichen Tanz - einem Tanz, der an die bisher glanzvollsten Zeiten Eures Lebens erinnert, in denen Eure Sinne wie von Trunkenheit rauschten, und Ausblick auf jene werfen soll, die noch vor Euch liegen mögen - zu laden...?"
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Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #10 am: Do., 06. Jan 2005, 20:37 »

Silvana hätte sich ein nächtliches Stelldichein wahrlich anders vorgesellt. Ein einzelnes Pferd für zwei Personen, und so ein schmächtiges noch dazu. Auch wenn es ein wahres Prachtexemplar seiner Rasse war - die Wallonin bevorzugte Rösser mit breitem Brustkorb und stämmigen, trittsicheren Beinen.

In ihrer Heimat hatte sie das Reiten ausgerechnet von den Menschen gelernt, da ihr Volk in den Bergen lebte und keine Pferde hielt. Erst die Nordländer hatten sie in den Genuss der Reitkunst eingeführt ? und zu ihrer eigenen Verwunderung war sie ausgesprochen gut damit zurecht gekommen.

Misstrauisch beäugte sie den Rappen. ?Bist du sicher, dass er uns tragen kann??

Aber Kain war so schnell im Sattel und streckte ihr die Hand hin, dass sie gar keine Wahl hatte.

?Zu welchem Tanz willst du mich denn laden? Zu einem Tanz auf vier Hufen unter dem klaren Sternenhimmel in eiskalter Nacht ? wo bis auf unsere aneinander gepressten Körper nur die Glut des unstillbaren Verlangens nach dir mich wärmt??

Ihre blauen Augen loderten im orangefarbenen Lichtschein der Laterne auf. Ihre Lippen öffneten sich leicht während sie Kain einen lüsternen Blick zuwarf. Geschmeidig ging sie auf ihn zu, griff aber nicht nach seiner Hand, sondern nach dem Sattelknauf. Wenn Kain gehofft hatte, dass sie sich hinter ihm in den Sattel schwang, wurde er herb enttäuscht.

Sie blickte ihm immer noch in die Augen, ehe sie den Kopf in den Nacken warf und laut herauslachte. ?Dann lass dir mal zeigen, wie eine Wallonin reitet.?

Sie hatte den Satz kaum beendet, als sie kerzengerade in die Höhe sprang. Noch im Sprung drehte sie sich um die eigene Achse, grätschte ein Bein über den Kopf des Pferdes hinweg und stieß sich mit beiden Händen am Pferdehals nach hinten. Sie landete auf Kains Oberschenkeln und drückte ihn mit dem Rücken grob nach hinten. Nervös tänzelte das Tier zur Seite.

?Halt dich fest?, lachte sie übermütig, packte die Zügel und presste dem Ross die Fersen in die Flanken. Der Rappe warf wiehernd den Kopf hoch, katapultierte sich mit einem Satz nach vorn und preschte durch die Gassen davon.
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Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #11 am: Di., 01. Feb 2005, 11:25 »

Nachdem Mortimer den großzügigen Lohn entgegen genommen hatte, stieg er die Treppe hinauf in die Privatgemächer um dort sein Gold zu verstauen. Während er den Flur bis zu seiner Kammer hinunter ging, musste er an Jahn denken, als er an dessen Zimmer vorbei kam. Was er wohl grade macht? Wird er es mir übel nehmen, wenn ich ihm seine Stelle als Werkzeugschmied streitig mache? Hinter der Tür ließen sich Schritte vernehmen, von jemandem der nervös im Raum auf und ab ging. Einen Moment lauschte Mortimer und überlegte ob er anklopfen sollte.
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Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #12 am: Di., 01. Feb 2005, 12:38 »

Jahn war wütend. Aufgebracht rannte er auf und ab und drehte seinen Plan mehrmals im Kopf hin und her. Ihm fiel nichts Besseres ein. Schon seit Tagen schwirrte ihm dieser ach so verlockende Gedanke im Gehirn herum. Wo nur dieser Mortimor blieb? Da brauchte er ihn einmal ...

Jahn riss die Tür zur Kammer auf und schrak zurück. Wenn man vom Teufel ...

"Ah, gut dass du da bist. Dich schicken die Götter. Hast du kurz Zeit?" Jahn packte Mortimor am Arm, zerrte ihn einfach in die Kammer und drückte ihn auf die Pritsche hinab. Hinter ihnen krachte die Tür ins Schloss.

"Hör zu, du musst mir einen Gefallen tun." Nervös knetete Jahn seine Finger durch. "Und dass du ja keinem ein Wort davon sagst. Aber ich hab das Gefühl, dass ich dir vertrauen kann."

Jahn beugte sich mit einem verschwörendem Flüstern vor. "Ich brauche Gift. Eines, das schnell und zuverlässig wirkt."
« Letzte Änderung: Di., 01. Feb 2005, 12:39 von Silvana »   Gespeichert  
Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #13 am: Di., 01. Feb 2005, 13:18 »

Überrascht durch das plötzliches aufreißen der Tür schrak auch Mortimer zurück und versuchte den Eindruck zu erwecken, er sei nur Zufällig hier vorbei gekommen. Doch ihm blieb keine Zeit für Erklärungen, als Jahn ihn in seine Kammer zog.

"Was ist in dich gefahren? Du siehst aus als wärest du dem Leibhaftigen begegnet."

Jahn trug sein Anliegen vor und Mortimer konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

"Fragt sich nur welche Götter mich schicken.", gab er zu bedenken. "Gift suchst du also... !? Bekomme ich etwa Konkurrenz? Selbst für einen Meuchelmörder findet sich hier nur wenig Arbeit. Und dich kann ich mit beim besten Willen nicht als kaltblütigen Killer vorstellen."

Plötzlich machte sich ein starrer Ausdruck auf Mortimers Antlitz breit.

"Du wirst doch nicht so töricht sein, und dir selbst das Leben damit nehmen wollen? Und das auf eine so feige Weise!"

Er schüttelte den Kopf und sah Jahn verachtend an.
« Letzte Änderung: Di., 01. Feb 2005, 13:30 von Mortimer Meuchelmort »   Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #14 am: Di., 01. Feb 2005, 13:45 »

Jahn schrak vor Mortimor zurück und tippte sich an die Stirn. "Bist du verrückt geworden? Sehe ich aus, als wolle ich mir das Leben nehmen?"

Ein leises Kratzen ertönte von außen an der Tür. Jahn seufzte, riss die Tür auf und ließ Shanja ein. "Blödes Wolfsvieh, du verrätst uns noch."

Wieder an Mortimor gewandt, fuhr er fort zu sprechen. "Es gebt um diesen verfluchten Burschen, der dauernd um Silvana rumscharwenzelt. Kain Kharnfeldt. Ich kann diesen Kerl nicht mehr ertragen."

Der Werkzeugschmied warf die Arme hoch und rannte wieder auf und ab. "Es ist die einfachste Art und Weise, ihn ein für alle mal loszuwerden. Wenn er das nächste Mal hier auftaucht, selbstgefällig wie ein eitler Geck, dann wird sich sein Grinsen in eine tödliche Grimasse verwandeln."

Vor Mortimor blieb er stehen und packte ihn bei den Schultern. "Und sie wird endlich aufwachen, verstehst du? Ich kenne sie länger als irgendjemand sonst in diesem Land. Sie gehört mir ganz allein." Sein Blick bekam etwas Irres. "Gift ist das einzige, das mir jetzt noch helfen kann."
« Letzte Änderung: Di., 01. Feb 2005, 13:46 von Silvana »   Gespeichert  
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