Spiel | Homepage | Regeln | Einloggen | Registrieren

News:

Willkommen, Gast. Bitte Einloggen oder Registrieren.

Legends of Aylann  |  Legends of Aylann - Das Spiel  |  Nuru  |  Nuru (ARCHIV)  |  Thema: Privaträume der Schmiede in Nuru << zurück weiter >>
Seiten: 1 [2] 3 4 ... 16 Alle | Nach unten
   Autor  Thema: Privaträume der Schmiede in Nuru (Gelesen 3620 mal)
Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #15 am: Di., 01. Feb 2005, 14:21 »

"Daher weht also der Wind!" Mortimer musste lachen.
"Ich hatte bisher nicht das Vergnügen diesen Kain kennen zu lernen, und wie es scheint bleibt mir dazu auch nicht mehr viel Zeit, wenn du es wirklich ernst meinst." Nachdenklich strich er sich übers Kinn und stellte fest, dass er sich seit längerem nicht rasiert hatte.

"Gerne höre ich mich für dich um, doch sage ich dir gleich, es wird nicht einfach sein ein so hochwertiges Gift zu beschaffen. Ich muss gestehen, es selbst schon versucht zu haben, aber vielleicht war die Apotheke auch nicht die richtige Anlaufstelle. Und sollte ich doch etwas finden oder gar selbst eines für dich mischen, wird es sicher nicht billig."

Mortimer wusste, Geld spielte für Jahn in diesem Falle kein Rolle und er war bereit dieses schamlos auszunutzen.

Während er Shanja, die neben ihm auf die Pritsche gesprungen war, hinter dem Ohr krauelte, fragte er mit einem unaufälligen, freundlichen Lächeln: "Was wäre dir die Angelegenheit denn wert?"
  Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #16 am: Di., 01. Feb 2005, 14:54 »

Jahn überlegte. Er brauchte nicht viel. Wenn er sich einschränkte, und mit dem, was er gespart hatte ... Aber egal welche Summe er auch nannte, entweder war sie zu hoch oder zu niedrig und Mortimer würde über ihn lachen.

Seine Lippen öffneten sich, doch er brachte keinen Ton hervor, denn im selben Augenblick schob sich mit einem Knarren die Tür auf, ganz sachte nur - und Jahn verfluchte sich dafür, sie nicht richtig geschlossen zu haben, nachdem er Shanja eingelassen hatte.

Er stand immer noch mit offenem Mund da. Es war müßig ein Wort zu sagen, ein Blick in ihr Gesicht reichte zu wissen, dass sie genug von dem gehört hatte, was er vor ihr hatte verbergen wollen - verbergen musste. Jahn kannte Silvanas Wutausbrüche gut genug, dass ihn diese Stille nahezu in den Wahnsinn trieb.



Mit vor der Brust verschränkten Armen stand sie im Türrahmen. Dabei hatte sie nur nach Shanja sehen wollen. Ihr Blick wanderte erst von Jahn zu Mortimer und dann wieder zurück. In ihrem Kopf rasten die Gedanken, versuchte sie unter zu Kontrolle zu bringen, was dabei war außer Kontrolle zu geraten. Sie schnaubte und machte einen Schritt in den Raum.

"Ich kann nicht fassen, was ich eben hören musste", sagte sie ruhig. Ihre leise Stimme schnitt scharf wie zerborstenes Glas durch die kleine Kammer.

Jahn hob abwehrend die Arme hoch. "Es ist nicht so, wie Ihr denkt", sagte er überflüssigerweise.

"Du wagst es mir zu sagen, was ich denke? Du verlogenes Stück Mensch widerst mich an, seit du in mein Leben getreten bist", spie sie ihm entgegen. "Ich würde dir raten, auf der Stelle dieses Haus zu verlassen, ehe ich etwas zu bereuen habe."

"Das könnt Ihr nicht tun!", widersprach Jahn trotzig. "Ich hab Euch einst das Leben gerettet - erinnert Ihr Euch?" Sein Tonfall troff vor Selbstgefälligkeit.

Silvana ließ die Arme sinken und ballte sie zu Fäusten. Noch immer war sie äußerlich ruhig, auch wenn innerlich ein Orkan tobte - aber sie dachte nicht daran, ein zweites Mal die Beherrschung zu verlieren. Jahn hatte sie einmal provoziert, vor Rhaun, und er würde es diesmal kein weiteres Mal schaffen, wenn er es nicht darauf anlegte. "Wir sind quitt, denn das ist der einzige Grund, warum du in diesem Moment noch am Leben bist." Ihre Augen waren kalt wie blankes Eis.

Jahn stand immer noch auf der Stelle und machte keinerlei Anstalten, ihrer Aufforderung Folge zu leisten. Silvanas Augen verengten sich zu Schlitzen, ein Schritt nach vor, ihre Faust schoss nach oben ... noch ehe sie Jahn auch nur nahe gekommen war, krümmte er sich zusammen und winselte wie ein getretener Köter.

"Vergebt mir."

Silvana hörte ihm gar nicht mehr zu. Sie hatte genug davon, packte ihn am Kragen und schleifte ihn aus dem Raum. Nur einen Wimpernschlag später stand sie breitbeinig vor Mortimer. "Und du, Bursche, wie willst du dich da rausreden?"

  Gespeichert  
Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #17 am: Di., 01. Feb 2005, 15:52 »

Mortimer war dabei sich mit dem Gedanken an ein zweites Zimmer anzufreunden, als Silvana sich vor ihm aufbaute und ihn mit finsterem Blick musterte.

"Ich habe nie beabsichtigt Jahn wirklich Gift zu verkaufen, ohne Zweifel hätte er sich damit nur selbst Leid zugefügt.", beteuerte er mit trockenem Humor, sowie einem unschuldigen Lächeln.

Mortimer zog in ein Tabakblatt gewickeltes Sativa aus seiner Brusttasche und schob sich den Zigarillo zwischen die Zähne, während er gelangweilt weitersprach:

"Mehr als ein überteuertes Schmerzmittel hätte er von mir nicht bekommen. Gift ist zu wertvoll um es an Leute zu verschwenden, die nicht wissen wie man es richtig einsetzt. Und mein Berufsgeheimnis hätte ich ihm nicht für alles Geld der Welt verraten."

Einen Moment später, nachdem er sein Kraut entzündet und einen Augenblick nachgedacht hatte, fragte er neugierig:

"Jahn hat Euch also einst das Leben gerettet ? Euch, der großen Wallonin?", scherzte Mortimer. Er versuchte sich vorzustellen wie Jahn sich heldenmutig für seine heimliche Liebe einsetzte und konnte nicht umhin einem heiseren in Qualm erstickenden Kichern seinen Lauf zu lassen.
  Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #18 am: Di., 01. Feb 2005, 16:31 »

Mortimers Ruhe irritierte sie. Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein? War er dämlich oder überheblich, denn ein Unschuldslamm war er unter Garantie keines. Aber ausnahmsweise glaubte sie ihm sogar. Mortimer war goldgierig und dreist genug, Jahn ein harmloses Kraut anzudrehen und es dann auch noch zu schaffen, seinem Kunden die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn das vermeintliche Gift nicht wirkte.

Shanja räkelte sich neben Mortimer und bohrte die kleine Schnauze unter seinen Ellbogen.

Seinen derben Scherz konnte die Wallonin allerdings überhaupt nicht witzig finden. "Kannst du schwimmen?", fauchte Silvana und dachte voller Wut daran zurück, wie sie Jahn kennengelernt hatte. Hochwasser, ein Fluss, eine Brücke, die unter ihren Beinen weggerissen wurde. Und ausgerechnet dieser bucklige Kerl, der sie aus den Fluten gezerrt und seitdem nicht mehr in Ruhe gelassen hatte.

Aber er war ein ausgezeichneter Graveur.

Immer noch wütend starrte sie auf Mortimer hinab, der es sich sichtbar gemütlich machte, als gehöre das Zimmer bereits ihm. Selbstvertrauen hatte der Bursche, das musste sie ihm lassen. Shanja jedenfalls schien ihn zu mögen. Aber konnte man sich auf das Gespür von Wölfen verlassen?

"Und wann hattet Ihr daran gedacht, Mortimer Meuchemort, mich davon in Kenntnis zu setzen, was da hinter meinem Rücken läuft? Ewig hättet Ihr Jahn nicht vormachen können, dass Ihr außerstande seid ihm Gift zu besorgen."

  Gespeichert  
Mortimor

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #19 am: Di., 01. Feb 2005, 17:04 »

"Ich hätte Euch mit Sicherheit früh genug darüber in Kenntniss gesetzt und es tut mir Leid, dass Eure kleine Romanze so abrupt enden musste. Es lag nicht in meiner Absicht dazu beizutragen."

Mortimer schloss die Augen, lehnte sich zurück und sprach nach einer Weile, so als fiele es ihm erst jetzt ein:

"Nun, es sieht so aus, als hättet Ihr gerade Euren Werkzeugschmied vor die Tür gesetzt." Er öffnete die Augen wieder einen Spalt weit, um sich an Silvanas Reaktion zu laben, bevor er mit dem qualmenden Stummel zwischen den Lippen fuhr fort: "Doch bin ich großzügig und biete Euch meine Dienste als Ersatz an, zu doppeltem Lohn versteht sich."

Er hatte es sich schwieriger vorgestellt an die Stelle des Werkzeugschmiedes zu kommen. Diese Arbeit war genau das was er suchte, um die Leute seiner Umgebung auszuspionieren und dadurch seinen Einfluss auf eben diese geltend zu machen.
« Letzte Änderung: Di., 01. Feb 2005, 17:06 von Mortimer Meuchelmort »   Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #20 am: Di., 01. Feb 2005, 17:19 »

"Romanze?" Silvana war nah dran, Mortimer ins Gesicht zu springen und ihm die Augen auszukratzen. "Euer freches Gesülze könnt Ihr Euch gleich wieder abschminken! Ein Wort noch, und es gibt eine weitere freie Kammer unter diesem Dach!"

Sie hustete und wedelte den Rauch beiseite, hinter dem sich Mortimer wohl zu verstecken suchte. Leider sagte er die Wahrheit. Sie hatte nun keinen Werkzeugschmied mehr. Und sie hatte keine Ahnung wo sich Richart gerade aufhielt. Zur Not hätte sie sogar ihn genommen.

Zu ihrem Entsetzen machte ihr Mortimer genau den Vorschlag, der als einziger in Frage kam. Dieses hinterlistige kleine Biest nützte doch jede noch so winzige Gelegenheit - es war unglaublich. "Oh ja", ätzte sie boshaft. "Sehr großzügig. Aber gut, Ihr sollt die Stelle haben."

Mit einem Ruck wandte sie sich um und stampfte aus der Kammer.
  Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #21 am: Fr., 18. Mär 2005, 20:06 »

Vorgeschichte ab #101


Seine Stimme war so leise geworden, dass sie sich beinahe anstrengen musste, um sie zu verstehen. Ihr sensibles Gehör, das sie sich als Kriegerin antrainiert hatte, verhinderte, dass sie nachfragen musste.

Wer keinen Menschen machen kann, der kann auch keinen lieben.

Eine seltsame Feststellung. Oder nur ein geschickter Weg der Manipulation? Mit ehrlichem Bedauern sah sie ihm nach, als er an ihr vorbei trat und sich gegen den Schreibtisch lehnte. Seltsam. Konnte einem die Nähe eines anderen so schnell vertraut sein, dass sie einem fehlte?

Sie folgte ihm, schwang sich neben ihm auf den Schreibtisch und überkreuzte die Beine vor dem Körper ? eine für sie typische Haltung, die eher zu einem Schneider gepasst hätte denn zu einer Schmiedin. Von der Seite musterte sie seine Silhouette. So wie sie saß, musste er den Kopf zur Seite wenden um sie ansehen zu können.

?Ihr irrt Euch, wenn Ihr glaubt, dass Zeugungskraft und Liebe etwas gemein hätten. Ich habe von Männern gehört, die unzählige Kinder zeugten und doch nie die wahre Liebe fanden. Und ich kannte Frauen, die sich aufrichtig liebten, ohne je die Möglichkeit zu haben, ihre Liebe in einem gemeinsamen Kind zu vereinen. So wie es Eheleute gibt, deren Kindersegen ihnen dennoch nicht dabei hilft, über den Zwang der Ehe hinweg die Liebe zueinander zu finden. Ist es nicht so, dass man Liebe niemals finden kann wenn man sie sucht??

Aufmerksam folgte die Wallonin Etiennes Blick zu seinen Händen. Automatisch hob auch sie die Hände hoch und drehte sie in ihrem Schoß hin und her. Bis auf einige kleinere Narben, die sie sich beim Schmieden an der Esse zugezogen hatte, waren sie immer noch glatt und ansehnlich.

Wie makellos ihre Hände doch gewesen waren, damals, als sie nach Nighton gekommen war. Ihre Hände waren kleiner als die von Rhaun gewesen, und sie waren auch kleiner als die von Etienne. Sie fragte sich, wie stark der Sänger wohl war. Stärke faszinierte sie seit sie geboren wurde. Am liebsten hätte sie die Hände ausgestreckt und sie an den seinen gemessen.

?Liebe und Leidenschaft?? Silvana schob eine Augenbraue hoch und lenkte ihren Blick von seinen Händen hoch zu seinem Gesicht. Das braune Haar umrahmte die wohl geformten Wangen und umspielte neckisch seinen glatten Hals. Im ersten Moment irritierte sie sein wilder Blick. Dieser wollte so gar nicht zu Etiennes sanftem Äußeren passen ? und doch zeigte sich darin sein wahres Wesen ? jenes, das nicht bewusst geformt worden war.

?Denkt Ihr, das eine schließt das andere aus??

Als er darauf zu sprechen kam, wie schade er es fand, die Wallonin erst jetzt kennen gelernt zu haben, musste sie lachen. Ihre dunkle Stimme schwang angenehm voll durch den Raum.

?Verzeiht, werter Etienne, aber seid froh über diesen Umstand. Von Unruhe getrieben reiste ich durch die Lande und ich hätte nicht die Ruhe gefunden, ein solches Gespräch zu führen. Zudem machte ich mir damals nichts aus Menschen. Ich habe Euer Volk gehasst, so wie ich meinen Vater hasse, der mir mein Leben gestohlen hat. Das Leben, das ich gern gelebt hätte.?

Sie lehnte sich ihm entgegen, stützte die Ellbogen aufrecht auf den Oberschenkeln ab, legte die Hände übereinander und stützte das Kinn auf die gebildete Fläche. Ein Flackern trat in ihren Blick, das von ungezähmter Sinnlichkeit zeugte.

Ihre Lippen schoben sich zu einem Schmollmund zusammen, und erst nach einer kleinen Pause fragte sie: ?Wenn Ihr Euch bei der Liebe nicht sicher seid, wie sieht es mit Eurem Hass aus??
  Gespeichert  
Talya

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #22 am: Sa., 19. Mär 2005, 01:24 »

Etienne lächelte, sah aber Silvana nicht an. Ruhig lehnte er neben ihr und sah auf die Dielen des Boden.

>> Die Philosophie scheint euer Steckenpferd zu sein, Teuerste.
Man meint fast den selben Enthusiasmus herauszuhören, wie bei Ordensbrüdern.
Er grinste ein unverschämt schelmisches Grinsen und schielte aus dem Augenwinkel zu Silvana herüber.

>> Nur gefallen mir eure Ansichten besser, als die verstaubter Gelehrter.

Der Hochgewachsene beugte den Kopf ein wenig nach vorne um seine Nackenmuskeln zu dehnen und drehte den Oberkörper dann der Schmiedin entgegen.

>> 4 Dinge gibt es, für die sich das Leben lohnt. Die Liebe, der Waffenklang, der Wein und der Hass.
Und ja, den Hass habe ich am Längsten in mir getragen. Am Stärksten gegen die Frau meines Vaters, aber auch andere Personen in meinem Leben ernteten diesen Hass von mir. Doch Hass verzehrt einen, entstellt die Seele. Weswegen ich auch nach Nuru gekommen bin. Um den Hass zu lindern, zu vergessen. Und ihn vielleicht ein wenig mit der Liebe auszugleichen.

Frech zwinkerte er Silvana zu, stütze sich vom Schreibtisch ab und stellte sich direkt vor sie, sah ihr in die dunkelblauen Augen.

>> Doch zu eurer Frage. Liebe und Leidenschaft. Hand in Hand gehen sie miteinander. Liebe zu einem guten Freund, einem Kind, kommt ohne Leidenschaft aus. Und Leidenschaft. Auch ohne euch zu lieben, wäre es mir nicht unangenehm, eurer Leidenschaft zu erliegen.. Grinste Etienne keck und wieder kehrte dieses leichte Rot auf seine Wangen zurück.

>> Doch die wirkliche Erfüllung findet das suchende Herz wohl nur, wenn beides aufeinander trifft...
  Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #23 am: Sa., 19. Mär 2005, 10:36 »

?Philosophie? Nein, wohl kaum. Ich versuche nur die Welt zu verstehen, in der ich derzeit lebe.? Silvana schmunzelte über seine Vermutung. ?Es ist nicht einfach mit zwei Seelen in einer Brust, vor allem, wenn die eine mit der anderen nicht zurecht kommt. Ich versuche nur die Gefühle zu verstehen, die mich beherrschen seit ich Dragonia betreten habe.?

Sie verfolgte jeder seiner Bewegungen wie die Raubkatze ihre Beute betrachten mochte, und doch war da noch etwas anderes, etwas Sanftmütiges, das sie warm durchströmte.

?Hass, ja, wir kennen ihn wohl alle ? besser als jedes andere Gefühl. Wie einfach es ist ihm zu verfallen. Er ist eine starke Triebfeder und gerade für eine Kriegerin keineswegs ungefährlich. Mit Hass im Herzen ist jeder klare Gedanke blockiert, denn er tötet langsam wie schleichendes Gift jede Faser deines Körpers.?

Silvana hob das Kinn und ließ die Arme auf ihre Oberschenkel sinken. Ihr Rücken straffte sich, doch so wie er vor ihr stand und sie auf dem Schreibtisch saß war sie niedriger als er. Etienne schien an Selbstsicherheit gewonnen zu haben, so wie er sie ansah und auch mit ihr sprach. Ein verschmitztes Lachen trat in ihre Augen und ließ ihr Antlitz ebenso leuchten wie ihren Blick.

?Leidenschaft ohne Liebe, das ist mir nicht unbekannt. Doch ich bin geneigt zu glauben, dass Liebe eine Einbildung der Menschen ist. Denn das, was ich als Liebe interpretiert habe, verursacht unsägliche Schmerzen und zerreißt einen von innen heraus. Wie fühlt es sich an, das, was Ihr als Liebe bezeichnet? Wie erkennt Ihr es? Es muss mehr sein, als einen Gefährten an seiner Seite zu haben. Oder ist es ein Gefühl, das euch Menschen vorbehalten ist? Suche ich umsonst nach dem, was Menschen als die Erfüllung des Lebens bezeichnen??

Auch ohne euch zu lieben, wäre es mir nicht unangenehm, eurer Leidenschaft zu erliegen.

Erst die Färbung seiner Wangen brachte ihr zu Bewusstsein, was er wohl damit angedeutet hatte. Erst hatte es bloß wie ein Beispiel seiner Ausführungen gewirkt. Überrascht lehnte sie sich nach hinten, den Oberkörper hinter dem Rücken mit den gestreckten Armen gestützt, und sah ihm von unten direkt in die Augen. Der Stoff des Hemdes rutschte an den Seiten ihres Körpers hinab und umspannte ihren wohlgeformten Brustkorb. Sie versuchte einzuschätzen, was sie von ihm halten sollte. Auch wenn in ihren Augen ein loderndes Feuer brannte, war sie vorsichtig geworden.

?Ihr habt angedeutet, dass Ihr die Leidenschaft wohl des Öfteren auskostet. Ist es wahrlich das, was Ihr wollt? Oder überdeckt Ihr damit den Hass auf all die Frauen, die so sein könnten wie Eure Mutter war? Verzeiht, wenn ich offen spreche, aber Ihr wirkt stark wie ein Mann und sanft wie eine Frau ? eine Mischung, die ein zerrissenes Wesen wie ich eines bin sehr wohl anziehend findet. Und doch steckt etwas in Euch, das gefährlich wie ein wildes Raubtier ist und im Grunde seine Opfer nur zu demütigen versucht??

Sie musste über ihre Einschätzung lachen. ?Verzeiht mein Misstrauen, werter Etienne, das ist die Kriegerin in mir. Immer auf der Hut vor dem, was ihr allzu fremd erscheint.?
  Gespeichert  
Talya

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #24 am: Sa., 19. Mär 2005, 15:26 »


>> Die Liebe die ich spürte? Ich erzählte euch von der Tochter des Priesters. Jeden Tag, wenn ich sie im Garten sah, wie sie unter den Obstbäumen wandelte oder im Gras saß und las, schien die Freude und Glückseligkeit in mir überzukochen. Mein Herz schien zu zerspringen und jede Zelle meines Körpers vibrierte vor Wonne.
Das Lächeln auf Etiennes Lippen ließen die Kinnpartie noch weicher erscheinen, den Blick noch lebendiger.

>> Doch der Bruder dieses Glückes suchte mich des Nachts heim. Unsagbarer Schmerz überkam mich, nahm meinen ganzen Körper ein. Die Lebensenergie, die ich des Tags zu fühlen glaubte, wurde mir des nachts entrissen. Ich starb tausend Tode bei jedem Gedanken an sie.

Das Lächeln verblasste und eine seltsame Verletzlichkeit stand in Etiennes Augen.

>> Sagen kann ich euch nicht, ob nur die von menschlichem Fleisch dies spüren können ? doch, wenn ihr sagt, es zerreißt euch von Innen, dann kann ich nur erwidern, dass dies die Liebe sein muss.
Er hatte sein Kinn gesenkt und blickte Silvana nun halb von unten an.

>> Nicht das ich mir sicher wäre ? aber für das Kribbeln eines einzigen Tages,  hätte ich  die Schmerzen hunderter Nächte auf mich genommen. Und heißt es nicht, dass es sich lohnt für die Liebe zu sterben? Sobald ihr dieses Gefühl in euch tragt, jegliches Leid ertragen zu können.. solltet ihr die Liebe gefunden haben.

Silvana lehnte sich zurück und Etienne bemerkte ihren abschätzenden Blick. Es erinnerte ihn ein wenig an ein Kaninchen, dass vor der Schlange saß. Voller Unsicherheit und dennoch mit einem unglaublichen Trotz. Er lächelte, richtete sich zu voller Größe auf, blickte Silvana an und legte ihr vorsichtig eine Hand auf das Knie.
Hübsch sah sie aus und er kam nicht umhin, ihren Körper erneut mit seinem Blick abzutasten.
Schnell besann er sich aber wieder seines unfleglichen Benehmens und wanderte wieder hinauf zu ihren tiefen Augen.


>> Sie war nicht meine Mutter, nur die Frau meines Vaters..
bemerkte er geradezu beiläufig und nahm die Hand wieder von Silvana.

>> Und haltet mich nicht für jemanden, der nur auf der Suche nach einem warmen Bett ist..
Er lächelte und die gleiche Sanftmütigkeit wie schon zuvor erschien in seinem Antlitz.

>> In Aramon war ich einer der bekanntesten Sänger ? und zudem erkennen die meisten Damen sehr schnell, dass sie bei mir keinerlei Angst vor ungewolltem Nachwuchs haben müsse.
Er grinste ? manchmal konnten Nachteile zu Vorteilen werden und andersherum.
>> Doch die wenigsten, die mir ihre Leidenschaft anbot, sollte selbige von mir kosten. Zu oft wurde ich verraten und verkauft. Da wird man misstrauisch..
Das Lächeln machte wieder Platz für die Ernsthaftigkeit und Etiennes Blick ließ Silvana keinen Augenblick mehr los.

>> Gebranntes Kind scheut das Feuer.. Und tatsächlich haben mich in ganz Aramon nur wenige Augen so gefesselt, wie die eurigen..
Etienne merkte ein warmes Kribbeln in der Magengegend. Was tat er hier eigentlich? Er kannte diese Frau kaum und dennoch fühlte er sich in gewisserweise zu ihr hingezogen. Doch nicht von ihrem schönen Körper oder dem feurigen Blick.
Ihre Art zu sprechen schien seine Seele zu streicheln und gab eine seltsame Geborgenheit. Kaum einer anderen Dame hätte er wohl so viel von sich nach so kurzer Zeit erzählt. Und dennoch wäre er bei keiner anderen in diese Verlegenheit gerutscht, wenn er auch nur an ihre Rundungen dachte.
Etienne war keiner der Liebesnächte wie Flaschenkorken sammelte ? auch wenn er oft genug die Gelegenheit dazugehabt hätte. Dennoch gab er sich nur selten seiner Schüchternheit hin und begrüßte die weibliche Welt lieber mit einem Lächeln, als mit furchtsamen Blick.

Was machte Silvana so anders? Auch wenn er es war, der vor ihr stand, fühlte er sich wie das Kaninchen vor der Schlange. Gebannt von dieser eleganten Schönheit, gepaart mit dem Blick voll Feuer ? und dennoch nicht sicher, ob es richtig war, solche Gedanken jetzt schon zu hegen..

  Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #25 am: Sa., 19. Mär 2005, 19:41 »

?Ihr seid wahrlich ein erstaunlicher Mann, Etienne. So mancher hätte längst die Flucht vor mir ergriffen.? Silvana zwinkerte ihm zu, richtete den Oberkörper auf und schwang die Beine über die Tischkante - darauf bedacht den Blickkontakt nicht zu verlieren.

?Ihr aber?, fuhr sie fort, die Stimme auf seine Lautstärke gesenkt, ?seid immer noch hier. Wie kommt das??

Ein Moment der Stille trat ein, während eine begierige Sehnsucht sie erfasste. Wild und unbändig war ihr ganzes Wesen, unnahbar und voller Abscheu jeglicher Nähe gegenüber ? und doch war da der Wunsch nach einer Stärke, die ihrer eigenen gewachsen war und ihr eine Geborgenheit vermitteln konnte, die nichts mit Schwäche zu tun hatte.

Etienne strahlte eine solche Stärke aus, die weder Überlegenheit noch Gier nach Macht vermittelte. Sein milder Blick weckte ein nie gekanntes Empfinden in ihr - doch sie war vorsichtig. So sehr sie auch suchte, sie konnte keine Arglist hinter seiner Iris entdecken.

?Wenn Liebe das ist, was Ihr beschreibt?, raunte sie schließlich in die Stille hinein, ?dann ist es nicht das, was ich zu finden gehofft hatte. Wird nicht gesagt, sie sei süßer als jede Frucht und befriedigender denn jegliche Erkenntnis? Wozu Schmerz ertragen, wenn man nicht widergeliebt wird??

Sie schob die Augenbrauen die Stirn hoch und seufzte. ?Wenn sie dem Hass so ähnlich ist, was macht sie dann einzigartig? Vielmehr hatte ich gehofft sie sei der Leidenschaft verbunden, wenn auch nicht so flüchtig.?

Seine Berührung ließ ihr Herz mit einem Mal rasen. Eine angenehme Anspannung lag in der Luft und raubte ihr schier den Atem. Etienne brachte sie zum Lachen, als er seine mangelnde Zeugungskraft als Vorteil bezeichnete.

?Seht Ihr, Ihr seid doch etwas Besonderes. Macht Euch nicht kleiner als Ihr seid. Egal ob Ihr einen Weg gehen müsst, den Ihr nicht selbst gewählt habt ? kann doch alles im Leben zum eigenen Nutzen verkehrt werden. Wer weiß, ob Euer Äußeres ohne diesen Eingriff so ansehnlich, Eure Seele so empfindsam geworden wäre??

Ihr Mund öffnete sich leicht, als sie die Hand hob und den Zeigefinger an sein Kinn legte. ?Bestimmt hättet ihr viel mehr Ecken und Kanten.? Sanft zog sie die Konturen seines Gesichts nach. ?Und hier ?? Sie tupfte an die Unterkante seinen Kinns und verstellte die Stimme zu einem tiefen, fast männlichen Tonfall. ?? eine tiefe Kerbe.?

Zärtlich strich ihr Finger über seinen glatten Hals. ?Ein spitzer Adamsapfel würde einem Betrachter die Augen ausstechen, sofern er nicht von wildem Bartwuchs überwuchert wäre. Wie grässlich?, lachte sie aus vollem Hals und ließ die Hand über seinen Brustkorb nach unten sinken, ehe sie sich zaghaft zurück zog.

?Ihr werdet sehen, alles im Leben hat seinen Sinn.? Und es ist zudem das, was Euch so begehrenswert macht, fügte sie in Gedanken hinzu. Auf seltsame Weise zugleich Mann und Frau ? war es das, wonach sie gesucht hatte? Und doch ? sie wollte niemals eine von vielen sein und sich einreihen in eine Riege von Frauen, die sein Anderssein für ihre eigenen Bedürfnisse nutzten.

Daher riss sie schließlich den Blick von ihm los und starrte auf die Tischplatte vor sich. Seine Empfindungen waren den ihren so ähnlich, dass es schon fast erschreckend war. Wieder entstand Stille zwischen ihnen, in die sich ein seltsames Knistern schlich.
  Gespeichert  
Talya

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #26 am: So., 20. Mär 2005, 14:14 »

>> Die Flucht? Warum sollte ich vor euch flüchten? Ihr ward gastfreundlich und zeigtet keinen Spott, als ich euch von meiner Unvollkommenheit berichtete. Soetwas erlebe ich nicht jeden Tag..
Raunte er.

>> Zudem.. interessieren mich eure Ansichten ob der Liebe. Doch sagt mir, wolltet ihr immer die süße Frucht schmecken? Tag ein Tag aus, dem lieblichen Nektar kosten? Eines Tages würden eure Geschmacksnerven überstrapaziert, der Gaumen würde die ewige Süße leid. Und genau darum ist wohl auch die Liebe an manchen Tagen gar bitter..

Geduldsam ließ Etienne Silvanas Finger über sein Gesicht und seinen Hals streichen. Er hob leicht das Kinn und sah auf die Amazone herab. Die ersten Nackenhärchen stellten sich auf, als sie über seinen Kehlkopf strich und während sich seine Stirn in Falten legte, zogen sich seine Mundwinkel nach oben.

>> Wenn alles einen Sinn hat, einen Sinn, der dem Menschen Befriedigung gibt, so müßten die nächsten Jahre wohl die schönsten meines Lebens werden..
Nach all dem Leid, dass er durchgemacht hatte, glaubte Etienne zwar nicht daran, aber der Optimismus der Wallonin tat ihm gut. Wieder hatte er das Gefühl, dass sie seine Seele streichelte und das Knistern im Raum war für ihn fast schon hörbar.

Zaghaft trat er einige Schritte zurück. Wenn er sich jetzt nicht bald am Riemen riss, würde er sie verschrecken. Am liebsten hätte er gerade schon ihre Hand festgehalten, nur um die zärtlichen Berührungen länger zu spüren. Doch was sollte die hübsche Dunkelhaarige dann nur von ihm halten?
Etienne atmete tief durch, brachte es aber nicht fertig, den Blick von Silvana abzulassen. Sein Herz schien immer lauter zu pochen und er fürchtete, die Amazone könne es hören.


>> Ich will nicht kitschig klingen, würde mir eine Frau wie ihr es seid, wohl auch kaum ein Kompliment abnehmen, welches nicht aus vollem Herzen kommt. Und genauso wenig möchte ich, dass ihr glaubt, nur eure.. Reize würden mich dazu verleiten.
Reize, die wirklich unglaublich sind, fügte Etienne in Gedanken dazu.
>> Aber ihr.. ihr seid wirklich eine wunderschöne Frau. Und ich bedauer, dass die Liebe für euch bisher mehr Schmerz als Freude gebracht hat..
In den Worten Etiennes schwang absolute Aufrichtigkeit mit - und dennoch kam er nicht umhin, sich vorzustellen, wie er Silvana sanft über die Schultern strich, sein Gesicht in ihrem Haar verbarg und..
Er atmete tief ein. Vielleicht würde es Zeit für ihn zu gehen, bevor die ganze Situation in einer Peinlichkeit endete. Wo war nur seine sonstige Selbstsicherheit der Damenwelt gegenüber hin?  Er wußte es nicht. Er wußte nur, dass er den Blick immernoch nicht von der Schmiedin abwenden konnte.
Eine Frau, die er vor wenigen Stunden noch nicht kannte - und die jetzt bereits ein Verlangen in ihm hochrief, welches er schon seit geraumer Zeit nicht mehr gespürt hatte.
  Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #27 am: So., 20. Mär 2005, 17:05 »

?Ach, was ist in dieser Welt schon vollkommen? Sind doch selbst die Ansichten der einzelnen Rassen so verschieden und doch auf ihre Weise irgendwie richtig. Und Eure Ansicht über das, was man Liebe nennt, finde ich ebenso interessiert wie Ihr die meinige.?

Sie hatte seine Beine im Blickfeld und nahm ein wenig enttäuscht zur Kenntnis, dass er vor ihr zurück wich. Hatte sie etwas Falsches gesagt? Das wäre für sie nichts Neues. Kain hatte ihr ständig zu verstehen gegeben, dass sie mit Worten nicht umzugehen wusste.

Oder war es ihre Berührung gewesen? Am liebsten hätte sie sich auf die Finger schlagen mögen. Wie dumm von ihr. Wie konnte sie annehmen, dass Etienne Gefallen daran finden könnte, wo sie selbst sich vor jeglicher Nähe scheute wie ein Kind das Feuer.

Verlegen legte sie den Kopf schief und schielte zu ihm hin. ?Verzeiht, wenn ich Euch zu nahe getreten bin?, lenkte sie ein. Elegant glitt sie vom Tisch und machte einen Schritt zur Seite Richtung Tür. Ihrer Haltung war nicht zu entnehmen, ob sie zu gehen oder Etienne aufzuhalten versuchte.

?Ich möchte Euch keinesfalls daran hindern Eurer Arbeit nachzugehen. Nicht, dass Ihr wegen mir zu spät kommt.?

Einzig ihr Tonfall klang wenig überzeugend. Es war deutlich herauszuhören, dass sie darauf hoffte, er möge bleiben. Sie wusste nicht, ob er ihr überhaupt zugehört hatte. Sein Kompliment überraschte sie und nagelte sie an der Stelle fest. Sie spürte, dass es mehr war als hingesagt um ihr zu schmeicheln. Persönliche Worte nahm sie selten ernst, doch in Etiennes Tonfall lag etwas, das sie aufhorchen ließ.

?Das sagt Ihr mir?? In ihrer Verblüffung blieb ihr im ersten Moment der Mund offen stehen. Haarsträhnen rutschten ihr ins Gesicht und ließen sie blinzeln. Hinter ihrer Stirn rasten die Gedanken und ihr wurde so heiß, dass sie sich am liebsten die Kleidung vom Leib gerissen hätte.

Sie manövrierte sich zielgenau in eine Situation, die nicht ihrer Kontrolle unterlag und sie dennoch magisch anzog. Ihre Atmung beschleunigte sich auf ein Maß, das ihren Brustkorb sich heftig heben und senken ließ. Ihr war, als war sie auf der Flucht vor etwas, das sie gleichzeitig maßlos begehrte.

Ganz langsam schob sie sich näher an ihn heran, ihre Augen auf die seinen gerichtet, als hoffe sie darin eine Antwort zu finden. Er hätte sie in dem kleinen Raum beiseite schieben müssen, hätte er an ihr vorbei zur Tür gewollt.

?Gern möchte ich Euer Kompliment erwidern?, flüsterte sie und streckte zaghaft die Hand aus. Irgendwo zwischen ihrer beider Körper blieb die Bewegung in der Luft hängen.

?Ist es Euch nicht genauso ergangen? Ihr wisst, was ich fühle, so wie ich weiß, was Ihr fühlt. Dann wisst Ihr vermutlich auch, dass ich es nicht noch einmal ertragen könnte. Nicht in dieser Form. Nicht, wenn Liebe unerwidert bleibt. Wie steht es mit Euch??

Ihre Augen wanderten ziellos umher, musterten sein Gesicht, seine Gestalt, während sie seinem Atem lauschte. Sie war nahe genug gekommen, um seine männlichen Duft zu riechen.
  Gespeichert  
Talya

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #28 am: Mo., 21. Mär 2005, 10:54 »

>> Ihr seid mir nicht zunahe getreten, Werteste. Ganz im Gegenteil.
raunte Etienne und ging wieder einen Schritt auf Silvana zu.
Nur noch wenige Zentimeter trennte die beiden Gesichter von einander und einen kurzen Augenblick lang schien für Etienne die Zeit still zu stehen.

Der Duft ihres Haares stieg ihm in die Nase und es fehlte nicht viel, dass Etienne sich dazu hätte hinreißen lassen, diese eigentlich fremde Frau in seine Arme zu schließen.
Und irgendetwas in Silvanas Augen verriet ihm, dass sie es wohl nicht einmal abgelehnt hätte.

Sein Herz pochte, sein Atem schien etwas schneller zu gehen. Erwartung und Vorfreude wurden zu einem unglaublichen Kribbeln, dass vom Brustkorb, in die Unterarme, bis hin zu den Fingerspitzen zu spüren war.

Vorsichtig hob Etienne beide Hände und packte Silvana an den Schultern. In seinem Inneren Auge malte sich aus, wie es wäre, wenn er sie an sich drücken würde, seine Lippen auf ihren weichen Mund drücken würde.. er war versucht, es zu wagen, den Augenblick der Leidenschaft, den er ersehnte herbeizuführen - doch er schluckte schwer und hörte Silvana zu.
"Nicht wenn Liebe unerwidert bleibt.."

Er sah ihr in die Augen, die dieses tiefe, dunkle Blau hatten und langsam formten sich leise Worte auf seinen Lippen.


>> Silvana, ich.. ich würde lügen, würde ich sagen, ihr würdet nicht meinen Geist und Körper erregen. Und doch ist Liebe soviel mehr. Ich..
Er wußte nicht, was er sagen sollte. Ziellos wanderte sein Blick umher, als würden die passenden Worte im Raum herumfliegen.
>> Ich will euch nicht verletzen. Darum.. bitte entschuldigt..

Sanft schob er sie von der Tür fort, öffnete selbige, verneigte sich vor der Schmiedin und griff dabei nach ihrer Hand.
Vorsichtig hauchte er ihr einen Kuss auf den Handrücken, sah ihr dabei aber tief in die Augen. Verlangen war in seinem Blick zu erkennen, wildes Verlangen, welches nur durch jahrelang antrainiertes Benehmen unterdrückt werden konnte.


>> Habt dank und.. auf bald, schöne Silvana..
murmelte Etienne, schnappte sich den Handkarren, prüfte ob er den Topf noch hatte und verließ schleunigst die Schmiede.
Ob es hier in Nuru einen Tümpel gab, in dem er seinen hitzigen Körper abkühlen konnte?
  Gespeichert  
Silvana

Re:Privaträume der Schmiede in Nuru
« Antwort #29 am: Mo., 21. Mär 2005, 12:28 »

Silvana war völlig überrumpelt, als Etienne sie an den Schultern packte. Leidenschaftliches Begehren  flutete durch ihren Körper, und doch war sie einen Moment lang versucht, ihm einen Schlag in die Magengrube zu verpassen.

Widerstandslos ließ sie sich beiseite schieben und sah ihm hinterher. Ihre Muskeln verspannten sich,  und sie nahm wortlos zur Kenntnis, dass er nun doch die Flucht ergriff. Beinahe hätte sie laut aufgelacht, wenn sie nicht zugleich Angst gehabt hätte ihn dadurch zu verletzen.

In ihrem Kopf drehte sich alles, seine Abschiedsworte drangen kaum noch zu ihr vor ... und dann war er fort.



Des Nachts lag sie wach - sein Gesicht und das wilde Verlangen in seinem Blick vor Augen. Seine Nähe hatte etwas in ihr geweckt, das sie nicht benennen konnte. Ihre Bedingung, sich ohne erwiderte Liebe sich nie wieder jemandem hinzugeben, war zu hoch gewesen. Aber sie war den komplizierten menschlichen Empfindungen nicht gewachsen - nicht, wenn niemand ihr dabei half sie zu leiten.

Eine Weile überlegte sie, Etienne im Einäugigen aufzusuchen, verwarf den Gedanken aber wieder. Egal welche Stärke man ihr als Kriegerin zuschrieb - sie musste sich eingestehen, dass sie Angst hatte.



Ein, zwei Tage später - sie wusste nicht mehr genau, wie viel Zeit inzwischen vergangen war - lenkte sie sein Gesicht immer von der Arbeit ab. Sie saß über der Buchhaltung in dem kleinen Büro neben der Treppe und vermochte nicht, sich ausreichend zu konzentrieren.

Sie meinte immer noch seinen Duft in der Nase zu haben - und dort, wo er gestanden hatte, zeichnete sich ein imaginärer Schatten ab. Wie seltsam Empfindungen sein konnten. Silvana schüttelte den Kopf, tunkte die Federspitze in die Tinte und versuchte sich auf die Zahlenreihen zu konzentrieren. Auf dem Flur spazierte Richart mit einem Strauß Blumen vorbei.

"Was machst du da?", rief sie ihm hinterher.
Er steckte den Kopf durch den Türspalt und grinste. "Ich verschönere die Schmiede. Vor allem der Vorraum braucht ein wenig Schmuck. Wollt Ihr auch ein paar Blumen?" Richart schob die Tür auf und hielt ihr den Strauß entgegen.

"Nein, danke", lachte sie und wedelte ihn wie eine lästige Fliege aus dem Raum. "An die Arbeit, Marsch."
Mit der Rechten schob sie sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht und wischte sich ungewollt einen Tintenfleck auf die Wange.
« Letzte Änderung: Mo., 21. Mär 2005, 15:26 von Silvana »   Gespeichert  
Seiten: 1 [2] 3 4 ... 16 Alle | Nach oben
Legends of Aylann  |  Legends of Aylann - Das Spiel  |  Nuru  |  Nuru (ARCHIV)  |  Thema: Privaträume der Schmiede in Nuru << zurück weiter >>

Legends of Aylann | Powered by TIBBS 1.35 PE (Personal Edition) (Origin: YaBB SE)
Hosted by www.legends-of-aylann.de - All Rights Reserved.
Take a look at our imprint and data protection policy for further details and credits.

Die Administration distanziert sich ausdrücklich von den hier geäußerten Meinungen. Die Textbeiträge geben nicht die Meinung der Administration wieder. Kontakt: webmaster@legends-of-aylann.de