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   Autor  Thema: Am Entenweiher (Gelesen 529 mal)
Talya

Am Entenweiher
« am: Mi., 06. Apr 2005, 16:44 »

Der Tümpel lag nicht unweit von Nuru und war keinesfalls schwer zu finden. Allerdings trug er durch seine geringfügige Größe und Unmengen an Wasserlinsen nicht unbedingt dazu bei, dass sich viele Einwohner Dragonias hier her verirrten.

An drei Seiten wurde der Tümpel von dichtem Wald und Gestrüpp eingerahmt, nur am westlichen Ufer befand sich eine üppige Wildblumenwiese.
Zu dieser Jahreszeit blühte allerdings noch nicht viel in der Umgebung des Weihers. Nur einige der niedrigeren Gebüsche zeigten schon erste junge und sattgrüne Triebe.

Der Morgen war noch jung und leichter Nebel lag über dem Weiher.
Etienne stand wie schon so oft zuvor am Ufer und sah auf das grüne Wasser hinab. Unter der Entengrütze war das Wasser fast klar. Die grüne Schicht ließ es nicht zu, dass sich Algen am Boden absetzten - sie entzog ihnen einfach den Sauerstoff.

Schnell legte Etienne seine Kleidung ab, legte sie an das Ufer und stieg in das kalte Nass. Das sehr kalte Nass. Der Sänger holte mehrmals tief und mußte sich dann dazu zwingen, einige lange Schwimmzüge zu tätigen.
Bald schon hingen Wasserlinsen in seinen zusammengebundenen Haaren und auch die ersten Sonnenstrahlen durchbrachen den Morgennebel.
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Silvana

Re:Am Entenweiher
« Antwort #1 am: Mi., 06. Apr 2005, 17:31 »

Etiennes Verhalten in der Apotheke hatte sie verärgert. Zwar hatte sie sich vorgenommen, nichts darauf zu geben, aber ihr Temperament war wieder einmal mit ihr durchgegangen.

Wie so oft war menschliches Benehmen ein unlösbares Rätsel für sie. Erst hatte sie ihn für diskret gehalten, aber nach dem Handkuss und dem Leugnen, dass sie sich kannten, war Zorn in ihr hoch gewallt. Einen Moment lang war sie versucht gewesen, ihm an die Gurgel zu springen. Aber schon allein Perfels wegen hatte sie sich so gut unter Kontrolle gehalten, dass niemandem aufgefallen war wie sehr sie innerlich verletzt war.

Die nächsten Tage hatte sie sich geweigert, den Weiher aufzusuchen. Sie wartete. Am vierten Tag hatte sie den ersten Zinnbecher an die Wand geschleudert. Etienne fand es nicht einmal die Mühe wert, nach ihr zu sehen. Er kam einfach nicht. Sie war verwirrt und zugleich in ihrem Stolz getroffen und fluchte aufs Unflätigste auf das männliche Geschlecht.

Es war Mel das Thuk, ihr neuer Arbeiter, der sie zur Vernunft brachte. ?He, Mädel, der Verputz bröckelt schon ab. Schade um die Becher. Nutzt dir eh nichts. Der kommt nicht, glaub mir.?
?Was verstehst du schon davon??, schnappte sie beleidigt und funkelte ihn aus kalten Augen an.
?Der will sehen, was von dir zu erwarten ist. Mädel, du bist Besitz ergreifend und herrschsüchtig.? Mel kaute auf einem Stück Tabak herum und spuckte einen Teil davon auf den Boden. ?Der hat Angst vor dir. Musst ihm erst beweisen, dass du ihn nicht einsperren willst.?
Irritiert blickte Silvana den Arbeiter an. ?Und wie soll ich das anstellen??
Mel zuckte desinteressiert mit den Schultern. ?Steh hier nicht rum, sondern gib nach.?



Frühmorgens war sie mit einem mulmigen Gefühl losmarschiert. Immer noch hatte sie keinen blassen Schimmer, was Mel gemeint hatte. Die Erleuchtung wollte einfach nicht kommen. Eines stimmte ? von Kain hatte sie stets erwartet, dass er zu ihr kam. Nicht ein einziges Mal war sie ihm nachgereist. War es das, was Mel ihr zu sagen versuchte? War sie zu stolz?

Der Weg, den Etienne ihr beschrieben hatte, war leicht zu finden. Ob er sich gefragt hatte, warum sie sich seit ihrer letzten Begegnung so lange nicht hatte blicken lassen? Ihr Puls beschleunigte sich, als sie über die Waldwiese schritt und von weitem das Plätschern des Wassers hören konnte.

Das Gras unter ihren Stiefeln dämpfte ihre Schritte. Erst entdeckte sie nur den Kleiderhaufen, und einzig die Bewegung der Wasserlinsen verriet ihr, dass sich jemand im Wasser befand. Sie duckte sich, ließ sich am Ufer nieder und stützte die Arme auf die Knie.

?Sieh mal einer an?, sagte sie halblaut in die Stille hinein. ?Der Unbekannte aus der Apotheke. Ich hätte nicht erwartet, Euch hier anzutreffen.?

Einzig das Schmunzeln in ihren Augenwinkeln verriet, dass sie es nicht ernst meinte.
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Talya

Re:Am Entenweiher
« Antwort #2 am: Mi., 06. Apr 2005, 17:44 »

Etienne hielt mit inne und stellte sich auf. Das Tümpel war nicht sonderlich tief und so stand ihm das Wasser nur bis zur Brust.
Er prustete und versuchte sich etwas von der Entengrütze aus dem Gesicht zu wischen.

Als er sah, wer dort am Ufer saß, mußte er grinsen.


>> Silvana!
Ihre leicht spöttelnde Bemerkung nahm der Sänger jedoch kommentarlos hin. Auch weil er sie nicht zu deuten wußte. War sie es zuvor nicht gewesen, die ihn als "fremd" in der Apotheke tituliert hatte? Nur, weil seine Konzentration in dem Augenblick nicht auf ihr, sondern de ausstehenden Besorgungen gelegen hatte?

Er zuckte mit den Schultern. Manchmal waren Frauen durchaus kompliziert. Und Amazonen standen dem wohl in nichts nach.


>> Wollt ihr nicht hereinkommen?

Er machte eine einladende Geste, dehnte dann jedoch den Arm nach hinten und ließ ihn mit solch einer Wucht vorschnellen, dass das Wasser in Silvanas Richtung spritzte.

Er lachte. Sein glockenhelles, kindliches Lachen.

>> Oder fürchtet eine Amazone das kalte Wasser?
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Silvana

Re:Am Entenweiher
« Antwort #3 am: Mi., 06. Apr 2005, 18:08 »

Es waren nicht nur ein paar Wasserspritzer. Eine Fontäne schoss auf sie zu und traf sie mitten auf die Brust. Kälte drang durch den Stoff und raubte ihr für Sekunden den Atem. Instinktiv hatte sie die Hände hochgerissen und hockte nun halb durchnässt da, als wolle sie einen Bären abwehren.

?Kalt nennst du das??, japste sie und schnappte nach Luft. ?Das ist ja eisig. Und ich glaube kaum, dass es etwas tiefer wärmer wird. Davon abgesehen ?? Sie ließ die Arme sinken und beugte sich vor. Der feuchte Stoff klebte an ihrer Haut und ließ ihre Brustwarzen spitz hervortreten.

?Wie tief ist es wirklich??, fragte sie misstrauisch. Ihre Hand wedelte in seine Richtung. ?Stehst du auf einem Fels oder auf dem Grund? Ich habe nicht vor schon beim ersten Schritt zu ertrinken. Na, deine Gänsehaut sieht auch nicht wirklich einladend aus.?

Ihr dunkles Lachen hallte über den Tümpel.

Einen Moment lang war sie versucht, ihn nach seinem seltsamen Verhalten in der Öffentlichkeit zu fragen, aber dann ließ sie es bleiben. Mel hatte vermutlich Recht. Es lag an ihr allein ? sie musste lernen Geduld zu haben.
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Talya

Re:Am Entenweiher
« Antwort #4 am: Mi., 06. Apr 2005, 18:19 »

Etienne mußte bei dem Anblick, dem die Wallonin ihm bot schmunzeln. Langsam schüttelte er den Kopf.

>> Nein, wärmer wird es wohl kaum. Doch ich dachte, Amazonen sind hartgesotten, mylady?
Etiennes Grinsen war breit - und auch, wenn er so ganz ohne Bewegung im Wasser schrecklich fror, überkam ihm eine gewisse Vorfreude, bei dem Gedanken, das die Dunkelhaarige zu ihm steigen würde.

>> Doch dafür ist es tatsächlich nicht tief... Schaut!
Der braunhaarige Sänger ging einige Schritte auf Silvana zu. Das Wasser stand ihm immernoch bis zur Brust.

>> Kommt herein, ich sorge schon dafür, dass ihr nicht ertrinkt.
Sprach er - erstaunlich laut für seine helle Stimme - und hielt Silvana eine Hand entgegen.
Er machte noch einen Schritt und plötzlich war er verschwunden. Geradezu als hätte das Wasser ihn verschluckt. Hatte er doch nur auf einem Felsen gestanden?
Prustend und lachend tauchte Etienne wieder auf. Er stellte sich aufrecht und zwinkerte der Amazone zu.


>> Das war nur ein Scherz, Teuerste. Der Grund ist wirklich eben.
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Silvana

Re:Am Entenweiher
« Antwort #5 am: Mi., 06. Apr 2005, 19:18 »

Der Schreck stand ihr ins Gesicht geschrieben. "Von wegen!", fauchte sie scheinbar ungehalten. "Du glaubst doch nicht, ich würde dich retten? Bist du es wert diese Brühe zu schlucken?"

Ihr Lachen war echt und sie entspannte sich vollends. Sie fühlte sich wieder wie damals in der Schmiede. Das zweite Treffen. Ihr Herz machte einen Satz und hämmerte wild gegen ihren Brustkorb. Was nur hatte dieser Bursche an sich? Er hatte sie tagelang warten lassen, und doch war sie hier. Und bereute keinen Augenblick, dass ihr Zorn verrauchte.

Ohne Anstalten zu machen, tatsächlich ins Wasser steigen zu wollen, schnellte ihr Oberkörper mit ausgestreckten Armen vor. Ursprünglich hatte sie vorgehabt, ihm spielerisch einen Stoß zu versetzen, um ihm seinen Scherz heimzuzahlen. Allerdings hatte sie nicht damit gerechnet, dass das weiche, unterschwemmte Ufer unter ihr nachgeben könnte.

Sie hatte nicht einmal Zeit, einen Schrei auszustoßen noch sich irgendwie abzufangen. Schneller als ihr lieb war versank sie bis zum Grund. Die Wasseroberfläche schlug über ihr zusammen und schnürte ihr die Kehle zu. Zwar war der Tümpel wirklich nicht besonders tief, aber das war nicht das eigentliche Problem. Augen und Mund waren aufgerissen, als sie wieder die Wasseroberfläche durchbrach. Nasse Strähnen klebten neben zahllosen Wasserlinsen auf ihren Wangen fest.

"Bei der Göttin", keuchte sie. "Das ist ja pures Eis! Oder hat mich dieses Stadtleben schon völlig verweichlicht?"

Instinktiv packte ihre Rechte Etiennes Oberarm und zog sich an ihm hoch. In triefend nasser Kleidung stand sie ihm Brust an Brust gegenüber.

"Da fällt mir ein, ich schulde dir noch ein Hemd."

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Talya

Re:Am Entenweiher
« Antwort #6 am: Mi., 06. Apr 2005, 19:33 »

Nun war es an Etienne überrascht zu sein. Sorgend fischte er im Wasser nach Silvana, bis sie endlich prustend wieder auftauchte und sich an seinem Oberarm festhielt.

Einen Augenblick war Sorge und Entsetzen in seinen Augen zu sehen, der jedoch gleich darauf von einem seltsamen Schalk abgelöst wurde.


>> Das ihr euch so schnell zu mir stürzt hatte ich eigentlich nicht erwartet..
Grinste der Sänger frech und strich der Wallonin eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

>> Ihr seid die Hitze des Schmiedefeuers gewöhnt, Silvana, darum kommt es euch derart kalt vor. Eigentlich ist es recht angenehm..
Log Etienne, und verschränkte die Arme vor der Brust. Mit einem schelmischen Lächeln musterte er Silvana.

>> Das Hemd.. ihr habt recht.. nun, ihr könnt es mir natürlich sofort geben, wenn ihr.. du dafür nicht zu verweichlicht bist.
Feixte Etienne und deutete mit dem schmalen Kinn auf das Hemd, dass Silvana am Leibe trug.
Dieses kalte Wasser war unbarmherzig und ließ keinerlei Erregung bei der Vorstellung, von der entkleideten Amazone zu. Dennoch schien es ihm Spaß zu machen, sie derart herauszufordern.
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Silvana

Re:Am Entenweiher
« Antwort #7 am: Mi., 06. Apr 2005, 19:51 »

"Angenehm, ja?" Mit spitzen Fingern strich sie ihm über die Oberarme - wohl wissend, dass die zarte Berührung seine Gänsehaut nur verstärkte. "Warum stehen dir dann die feinsten Härchen zu Berge?"

Unbarmherzig kroch die Kälte ihre Beine hoch. Es würde Tage dauern, die Stiefel wieder ordentlich trocken zu bekommen.

"Mein Hemd willst du haben?" Sie musterte ihn, streckte die Hand aus und fing an mit ausgestrecktem Daumen und kleinem Finger die Spanne seines Brustumfangs abzumessen. "Hm, deine Brust ist zwar flacher als meine, dafür eeetwas breiter", grinste sie. "Und es stellt sich wahrlich die Frage, ob mich mit dem nassen Hemd nicht sogar mehr friert als ohne. Aber ..."

In einer einzigen Bewegung zerrte sie sich den Stoff vom Leib. Zugleich huschte ihr Blick über das Ufer zu seinem Kleiderhaufen. "... es gibt ja genug trockene Sachen hier für mich", lachte sie spitzbübisch.

Ehe er reagieren konnte, klatschte sie ihm das Hemd gegen die verschränkten Arme und machte einen Satz nach hinten. Ihre Rechte griff nach der Uferböschung. Das Gras unter ihren Fingern war feucht und glitschig. Dennoch versuchte sie sich so schnell wie möglich nach oben zu hieven, ehe Etienne sie zurückhalten konnte.
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Talya

Re:Am Entenweiher
« Antwort #8 am: Mi., 06. Apr 2005, 20:12 »

Silvana war schneller als das Etiennen ach ihr hätte greifen können, und so konnte die Wallonin ungehindert am Ufer hinauf klettern.
Mit einer Mischung aus Schadenfreude und Bewunderung sah Etienne ihr zu, wie sie an dem rutschigen Hang abrutschte, nur um beim nächsten Versuch doch auf dem Trockenen zu sein.

Der Blick des Sängers fiel erst auf das nasse Hemd in seinen Händen, dann auf Silvanas nackten Oberkörper. Und wieder wurde sein Grinsen breit.


>> Sofern du vor hast, dich an meinen Sachen zu vergehen, vergiß nicht, dass du mir dann weiterhin ein Hemd schuldest..

Lachte er, warf das nasse Hemd der Wallonin ans Ufer und ließ sich rückwärts erneut ins Wasser fallen.
Er trieb eine Weile an der Oberfläche und sah der fröstelnden Amazone zu. Sie war nunmal hübsch und er sah sie gerne derart unbekleidet vorsicht. Dennoch, es war nicht gerade höflich, eine Dame derart frieren zu lassen.


>> Dort, in der braunen Tasche ist eine Leinendecke. Trockne dich damit ruhig ab...
Rief er mit seiner hohen Stimme, drehte sich dann um und tauchte ab. Der Sänger machte einige lange Schwimmzüge und als die Sonne vollends durch den Nebel durchbrach, glänzten die Wassertropfen, die über seine Schultern glitten wie ein Strom aus silber.

Als er seine Runde gedreht hatte und wieder am Ufer angekommen war, stützte auch er sich am Grashang ab, kletterte jedoch nicht hinaus. Stattdessen strahlte er Silvana an.


>> Es gibt doch nichts erfrischenderes, als ein Bad am Morgen!
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Silvana

Re:Am Entenweiher
« Antwort #9 am: Mi., 06. Apr 2005, 20:36 »

"Wenn du dein Hemd wiederhaben willst, musst du es dir schon wiederholen", erwiderte sie und griff nach der Tasche. "Du weißt ja, wo du mich finden kannst."

Sie zwinkerte ihm zu und zerrte eine dünne Decke hervor. Besser als nichts war es allemal. Während er seine Runden drehte, schlüpfte sie aus den Stiefeln, leerte das Wasser erst aus dem linken, dann aus dem rechten und warf die Schuhe an eine Stelle, an der die ersten Sonnenstrahlen den Tau trockneten.

Das Haar war rasch von der ärgsten Nässe abgerubbelt, dann flog auch die Hose  beiseite und Silvana wickelte sich um die Körpermitte in die Decke ein. Mit einem zufriedenen Seufzen rollte sie sich auf den Bauch und robbte ein Stück auf das Ufer zu.  Den Kopf auf die Hände gestützt, wartete sie, bis Etienne vor ihr auftauchte.

"Tatsächlich? Ich bade auch gern, aber normalerweise ziehe ich dazu meine Kleider aus."

Er stand so knapp am Ufer, dass sie bis auf seine breiten Schultern nur die Oberarme und sein Gesicht sehen konnte. Sie robbte noch ein Stück näher, bis sich ihre Nasen beinahe berührten. Langsam streckte sie die Hände aus und strich ihm mit den Fingern die Haare von den Wangen, zupfte hier und dort eine Wasserlinse aus dem Schopf und zog schlussendlich die Konturen seines Gesichts nach, bis beide Hände sich am Kinn trafen.

Sanft hob sie sein Kinn an. Nur ein schmaler Spalt blieb zwischen ihren Gesichtern. "Willst du nicht herauskommen?"

Ihre Augen wanderten kurz zu seinem Mund, ehe sie den Blick nach oben gleiten ließ und in seiner Iris versank. Die ersten Sonnenstrahlen wärmten ihre Schultern. "Und diesmal kommst du mir nicht einfach davon. Oder hast du Orkana als Wachposten abgestellt?"

Fast ein wenig schüchtern streckte sie ihren Hals und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen.
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Talya

Re:Am Entenweiher
« Antwort #10 am: Mi., 06. Apr 2005, 21:17 »

Etienne mußte herzhaft lachen. Als Silvana ihn jedoch küsste hielt er für einen Augenblick inne und sah ihr tief in die Augen.
Dann entgegnete er leise


>> Darum hat der Wind dich also hergeweht.
Diesmal näherte Etienne sich sanft Silvanas Lippen, küsste sie vorsichtig, sog ihre Unterlippe ein und spielte kurz mit ihr.
Dann ließ er sie wieder los und stemmte sich schlußendlich doch die Uferböschung hinauf.

Sein muskolöser Oberkörper glänzte in der Frühsonne und das Wasser triefte geradezu von seinem Zopf.
Etienne war nicht gänzlich unbekleidet in den See gestiegen. Er trug einen kurzen Lendenschurz aus braunen Leder, der jetzt nass und eng an seinem Körper klebte.


>> Nun.. ich fürchte, ich muß dich jedoch enttäuschen. Das Wasser war... doch ein wenig kalt.
Etienne lächelte verlegen und wrang sich den kurzen Zopf aus. Dann nahm er seine Hose und sah sie an. Eigentlich war er noch zu nass um in die Hose zu steigen. Andererseits war es wohl mehr als unhöflich, Silvana um die Decke zu bitten. Das verbot ihm schon seine gute Erziehung. Bibbernd blieb er stehen und versuchte sich die Wassertropfen mit der blanken Hand von der nassen Haut zu streifen.
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Silvana

Re:Am Entenweiher
« Antwort #11 am: Mi., 06. Apr 2005, 21:42 »

Ihre Augen blitzten auf. Sie antwortete ihm nicht gleich, sondern beobachtete ihn wie er sich aus dem Tümpel schwang. Es war das erste Mal, dass sie sich die Zeit nahm, ihn zu betrachten.

Erst als er ein wenig hilflos über seinen Kleidern stand, rollte sie sich herum und hievte sich hoch. Eine Armlänge vor ihm blieb sie stehen. "Nein, nicht nur darum", erwiderte sie. "Dachtest du tatsächlich, das sei alles, was mich an dir interessiert? Eher hätte ich vermutet, es sei genau umgekehrt, und du seiest derjenige..."

Sie sprach nicht weiter, sondern bückte sich nach seinem Hemd. "Ein Kompromiss", grinste sie. "Du leihst mir inzwischen dein Hemd und ich geb dir die Decke, bis wir beide trocken sind."

Rasch streifte sie das Hemd über, das lang genug war, um ihren Unterleib zu verdecken. Dann wickelte sie die Decke auf und reichte sie ihm hin. Während er sich abtrocknete, wrang sie das Wasser aus ihren Sachen und breitete die Kleidung in der Sonne aus.

"Es wird nicht viel nützen, außer ich bleibe den ganzen Tag hier. Na, was soll's."

Sie ließ sich auf einem halbwegs warmen Flecken Erde nieder und sah zu Etienne hoch. "Darf ich dich um einen Gefallen bitten? Du bist doch Sänger. Würde es dir etwas ausmachen, mir eine kleine Kostprobe deiner Kunst zu präsentieren?"

Wieder war da dieses Gefühl, etwas falsch zu machen. Silvana schaffte es einfach nicht, Etienne einzuschätzen. Was erwartete, oder genauer gesagt, was erhoffte er von ihr? War jegliches Interesse an seiner Person zuviel? Würde er sich dadurch erst recht eingeengt fühlen? Es war unsinnig, danach zu fragen. Daher hoffte sie, dass er ihr auf irgendeine andere Art und Weise zu vermitteln versuchte, wie weit sie gehen durfte.

Ihr Herz klopfte immer noch schneller als üblich. Tief in ihrem Inneren spürte sie, dass sie dabei war mehr als nur einen Mann in ihm zu sehen.

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Talya

Re:Am Entenweiher
« Antwort #12 am: Mi., 06. Apr 2005, 22:02 »

Etienne sah Silvana zweifelnd an. Er wollte nicht, dass ihr kalt war. Dennoch, der Kompromis hatte etwas für sich. Nickend willigte er ein.

Stillschweigend nahm er die Decke und sah Silvana zu. Wie flüssig ihre Bewegungen war, wie hübsch ihr Busen im Einklang hüpfte..
Er wandte sich ab. Hatte sie recht? Wollte er tatsächlich nur das eine von ihr?

Während die Wallonin sich das übergroße Hemd überstülpte und Etienne sich in die bereits leicht feuchte Decke wickelte, antwortete er ihr mit leiser, bedeckter Stimme.


>> Ich habe dir bereits einmal gesagt, dass ich nicht jedem Rock hinterher renne..
Antwortete er ernst.
>> Und auch, wenn ich keine Liebe brauche um Leidenschaft für dich zu empfinden, muß das nicht heißen, dass es nur dein schöner Körper ist, der mich anzieht..

Er setzte sich neben die Wallonin und war einen Augenblick lang still. Unsicher was er sagen sollte - was das Richtige in dieser Situation war. Wenn sie "es" nicht wollte, warum kam sie dann zu ihm? Wenn sie mehr als körperliche Liebe wollte, warum entfing sie ihn dann mit solcher Leidenschaft, ohne wirklich viel von ihm zu wissen?

Es verwirrte Etienne. Die Wallonin war anders, als all die anderen Frauen in seinem Leben. Bisher hatte es nur zwei Sorten gegeben. Entweder, sie wollten nur seinen Körper und interessierten sich nicht für seine Belange - oder aber sie wollten ihn erst besitzen, bevor sie sich der Liebe hingaben. Wissend, dass er nur ihnen gehörte.
Etienne hatte sich nie entscheiden können, was ihm lieber war. Er nahm das Leben wie es kam und handelte meistens danach, was sein Bauch ihm vorgab.

Doch bei Silvana war es anders. Es herrschte keine Klarheit, was sie beabschichtigte - und das war Etienne fremd. Wollte sie tatsächlich all das, was Etienne bereit war zu geben? Das war der Sänger nicht gewohnt...

Der Nebel war gänzlich verschwunden und die Vögel pfiffen laut ihr Lied von den Bäumen. Etienne grinste und drückte sich tiefer in dei Decke.


>> singen soll ich für euch? seid ihr euch sicher? Mein Gesang ist bestimmt gänzlich anders als der, den die Amazonen zu hören pflegen..
Sagte er ruhig und leise, lies der Amazone aber dann doch keine Möglichkeit zu antworten.
Stattdessen setzte er an und begann mit einem hohen, fast weiblichen Ton sein Lied.

Es handelte von einem Mädchen, das Tagsüber eine Eule war und einem Mann, der des Tages zu einem Wolf wurde. Ein Fluch hatte die Liebenden zu diesem schrecklichen Leben gezwungen. Nur des nachts konnten sie sich in Menschengestalt sehen..

Etiennes Stimme war rein, klar und sehr hoch. Er sang aus voller Innbrust und selbst die hohen Töne hielt er lange und ausdauernd durch. Sein Brustkorb bewegte sich trotz der komplizierten Tonfolge gleichmäßig auf und ab und ein friedlicher Ausdruck lag auf seinem Gesicht. Dazu war er gemacht. Das Singen bereitete ihm Freude..

Die Geschichte des Liedes jedoch endete dramatisch. Der Wolf wurde von Jägern erschossen und das Mädchen erdolchte sich des nachts selber um ihrer Liebe zu folgen.

Als Etienne geendet hatte, sah er einen Augenblick lautlos auf den Weiher. Dann blickte er zu Silvana rüber und lächelte ihr leicht zu.


>> Die Decke ist groß genug für zwei und ich bin fast trocken. Darf ich dir ein Stück um die Schultern legen?
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Silvana

Re:Am Entenweiher
« Antwort #13 am: Do., 07. Apr 2005, 12:02 »

Silvana war ehrlich beeindruckt. Es kam ihr keinesfalls seltsam vor, dass Etiennes Stimme so hoch war - dafür, dass er äußerlich ein Mann war. Eher war sie überrascht, dass überhaupt jemand in der Lage war, so hoch zu singen.

Das sagte sie ihm auch, und klopfte dann anerkennend mit beiden Händen auf ihre nackten Oberschenkel. Warum er allerdings ein Lied gewählt hatte, bei dem es um Liebe ging, überstieg ihr Verständnis. Wurde er doch nicht müde ihr zu erklären, dass er mit der Liebe abgeschlossen hatte. Jedenfalls hatte sie es so verstanden.

Als er die Decke anhob, zögerte sie keinen Augenblick und rutschte an ihn heran. Dabei fror sie eigentlich gar nicht mehr und die Strahlen der Frühlingssonne wärmten ihren Nacken. Ihre beider Schultern berührten sich, als sie sich gegen ihn lehnte und die unbekleideten Beine von sich streckte. Die grob gezackte Wunde auf ihrem rechten Oberschenkel, die ihr ein Bergwolf gerissen hatte, war immer noch gerötet, aber inzwischen vernarbt.

"Ich verstehe nicht viel von solchen Klängen, aber selbst ich merke an deinem Gesang, wie viel Liebe zur Musik darin steckt. Wir Wallonen singen nie nur eines Liedes wegen. Unsere Stimmen erklingen nur im Beisein von Tanz oder kurz vor einem Kampf. Und es sind vielmehr rhythmische Klänge, die von Klangtrommeln oder Rasseln begleitet werden."

Sie veränderte ihre Sitzhaltung, um ihm ins Gesicht sehen zu können, und schwang ihre Beine über seine. Die Berührung ihrer Haut mit seiner war ihr seltsam vertraut, und sie hatte das Gefühl, als kenne sie ihn schon viel länger, als es in Wahrheit an Tagen abzuzählen war.

Ein zärtlicher Blick musterte ihn. "Dein Gesang gefällt mir. Singst du auch zu Instrumenten?  Sag mir, drücken deine Lieder deine Stimmung aus oder dienen sie nur der Unterhaltung? Für mich ist Musik ein Spiegel der Seele und steht nie für sich selbst. Davon abgesehen, dass sich meine Stimme nicht zum Singen eignet."

Ihr Finger malte unsichtbare Symbole auf seine Brust und seinen Bauch. Eine Erregung machte sich in ihr breit, die mehr war als nur körperliche Anziehung. Sie fragte sich, ob es ihm ähnlich erging und schielte zwischen den Haarsträhnen zu ihm hin.
« Letzte Änderung: Do., 07. Apr 2005, 12:45 von Silvana »   Gespeichert  
Talya

Re:Am Entenweiher
« Antwort #14 am: Do., 07. Apr 2005, 17:48 »

Etienne schloß die Augen und streckte die Nase der Sonne entgegen. Still blieb er so einen Augenblick lang sitzen - das Kinn gehoben, die Hände auf Silvanas Knieen, die Schultern entspannt.

>> Jedes Lied ist immer ein Teil des Sängers. Aber ich singe nur selten von meinen Gefühlen.

Er atmete ein und fuhr sich dann mit einer Hand über den Zopf.

>> Doch die Menschen, die in unser Schauspielhaus kamen, liebten Geschichten voller Liebe und Verzweifelung. Verliebheit, Herzschmerz und Hass.

Er blinzelte, kniff ein Auge zusammen und sah Silvana daraus an.

>> Zugegeben kann ich nur wenige Lieder, die nicht von großen Emotionen handeln. Vielleicht auch, weil meine Stimme wiederrum nicht zum Schlachtengesang taugt.

Der Brünette grinste ein unverschämtes Grinsen, als Silvana mit ihren Fingern über seine starke Brust und den flachen Bauch furh.

>> Was wird das, Teuerste? Willst du mir genau solche Symbole anhexen, wie du sie unter den Augen trägst?

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