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   Autor  Thema: Die Blumenwiese (Gelesen 571 mal)
Silvana

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #15 am: Di., 28. Jun 2005, 18:40 »

"Du wurdest entführt?" Silvana war ehrlich schockiert. Perfel hatte so schnell gesprochen, dass die Wallonin nur die Hälfte von dem verstand, was ihre Freundin ihr erzählen wollte. "Du hast den Kerl hoffentlich ordentlich getreten. Naja, ein Feuerball ist auch nicht schlecht", lachte Silvana, ehe sie wieder ernst wurde.

"Bist du sicher, dass Magie das richtige für dich ist? Ich meine ... du weißt wie ich dazu stehe, du kennst doch auch die Geschichte von Nedyra und dass es die Schuld der Magier war, dass unsere Welt einer Katastrophe anheim fiel. Zwar hat es mein Volk schlimmer getroffen als deines, aber ... ihr wart einst das Volk der Götter und seid nur noch ein Haufen Piraten so wie wir ein Haufen von Banditen. Jedenfalls in den Augen der Menschen."

Trauer huschte über Silvanas Züge und sie presste die Lippen aufeinander. "Unsere Völker sind nur noch ein Abklatsch ihrer selbst. Wären wir sonst hier in Dragonia?" Mit der Linken strich sich die Wallonin das Haar aus der Stirn, stützte den Ellbogen auf das hochgestellte knie und stützte den Kopf auf dem Arm auf. Langsam schüttelte sie den Kopf. Sie sah Perfel nicht an, als sie weitersprach.

"Magie kann sehr einnehmend sein, gar den Charakter verändern. Ich mache mir Sorgen um dich." Kain hatte sich verändert, und zwar so sehr, dass sie nicht mehr damit klargekommen war. Würde das mit ihrer Freundin auch passieren?
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Perfel yel Shideh

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #16 am: Di., 28. Jun 2005, 19:49 »

Auf die Frage von Silvana, nickte Perfel nur leicht. Immer noch würde sie die Zeit gerne schnell wieder an diesen einen verhängnisvollen Tag zurückdrehen. Der Ring ......

Die junge Heilerin schüttelte traurig ihren Kopf und versuchte sich auf Silvana zu konzentrieren.

"Ich weiß selbst, was die Magie mit uns anstellen kann. Lange konnte ich mich nicht an meine wahre Herkunft erinnern. Meine Mutter hatte damals meine magischen Kräfte mit einem Bannspruch belegt. Aber seit ich hier in Dragonia bin, ist dieser Spruch irgendwie immer schwächer geworden. Plötzlich wusste ich wieder, wer und was ich war. Kannst du dir vorstellen wie das ist, wenn du nur zur Hälfte lebst ?"

Nach ihrem letzten Satz sah Perfel Silvana entschuldigend an. Ja, ihre Freundin wusste sicher, wie das war - war sie doch selbst nur zur Hälfte eine Wallonin .....

"Nedyra ... wie lange ist das her, dass ich dort weg gegangen bin ? Es müssen so an die 12 Jahre vergangen sein. Den Krieg der Magier habe ich nicht so richtig mitbekommen. Aber ich habe Geschichten darüber gehört .... vor sehr langer Zeit haben sich die Magier zu viel herausgenommen und sich und das ganze Land ins Verderben gestoßen. Seit der Zeit wurde unser Dorf immer ärmer und die Männer haben sich dann eine .... naja, Möglichkeit gesucht, für die Frauen und Kinder im Dorf Nahrung aufzutreiben."

Perfel legte sich auf die Wiese und verschränkte ihre Arme hinter ihrem Kopf. "Ich weiß, dass du mit Magie nichts anfangen kannst. Ich weiß auch, dass dich Kain sehr verletzt hat, aber vertraue mir, ich werde mich nicht ändern. Zumindest nicht so, dass wir keine Freundinnen mehr sein könnten."

Die junge Heilerin beobachtete die Wolken, die am Himmel vorbei zogen. "Ich glaube es selbst noch nicht, dass ich magisch begabt bin. Für mich ist das alles noch Neuland. Ich habe erst wieder einen neuen Zauber gelernt, der ist echt lustig." Perfel konzentrierte sich und verwandelte sich vor Silvana in einen kleinen bunten Schmetterling. Einige Augenblicke später saß sie wieder als Singh vor ihrer Freundin. Mittlerweile beherrschte sie diesen neuen Zauber auch ohne Probleme.

Lächelnd ließ sie sich wieder der Länge nach in die Wiese fallen. Schlagartig wurde sie wieder ernst und sah Silvana direkt in die Augen. "Sag, bist du nicht auch neugierig, was aus unserem einst so schönen Land geworden ist ? Ich muss sehr oft daran denken."
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Silvana

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #17 am: Fr., 01. Jul 2005, 19:54 »

"Hat das mit diesem Mernogh zu tun? Willst du deshalb mehr über diese Kräfte wissen? Oder hat Kain ...?" Silvana stockte, hob den Kopf und sah zu Perfel hinüber. Sie konnte sich noch genau erinnern, wie eifersüchtig sie gewesen war, weil sich Perfel zu Beginn von Silvanas Beziehung mit dem Bäcker sich für diesen interessiert hatte. Ob die beiden nun zusammen waren?

"Ja, ich bin nur zur Hälfte Wallonin. Aber ich habe nie nur zur Hälfte gelebt. Im Gegenteil habe ich immer versucht, mehr als das Ganze an mich zu reißen. Aber ich weiß was du mir sagen willst. Die Hälfte Mensch in mir war lange Zeit in meinem Inneren verborgen und hat mir mit seinem Erwachen ziemliche Schwierigkeiten bereitet. So ergeht es dir wohl jetzt mit der Magie. Es ist schwer mit etwas Neuem umzugehen, aber eines Tages wird es dir in Fleisch und Blut übergehen. Ich bete, dass es dich nicht verändern möge, so wie mich mein Menschsein verändert hat und deutlich von den Wallonen unterscheidet."

Dann passierte etwas, mit dem Silvana nicht in hundert Jahren gerechnet hätte. Perfel verwandelte sich, und zwar so schnell, dass die Wallonin die Verwandlung mit den Augen kaum verfolgen konnte. "Aber ... das ist ja ..." Sie kannte diesen Zauber, auch Kain hatte ihn des Öfteren angewandt. Aber im Gegensatz zu Perfel hatte er stets bedrohliche Tiere gewählt. Das war der Moment, in dem Silvana ihrer Freundin vertraute. Das Herz bestimmte, was aus einem wurde und wie man seine Fähigkeiten nutzte, nicht allein das Vorhandensein der Kraft, die man beherrschte. Und Perfel hatte ein gutes Herz.

"Das ...", sagte sie mit einem Lachen in den Augen, "... hätte Etienne auch gefallen. Er mochte alles Schöne wie diesen Schmetterling. Schade, dass ich meinen Liebsten nicht gefunden habe." Eigentlich hatte sie Perfel nie von dieser Liason erzählen wollen. Aber irgend jemandem musste sie es einfach sagen. "Bei der Göttin, ich vermisse ihn mehr als ich sagen kann. Wer hätte das gedacht. Obwohl wir uns nur ein paar Mal begegnet sind, bin ich ihm tiefer verbunden als ich es bei Kain je vermochte. Das bewirkt vermutlich die weibliche Seite an ihm. Du hast ihn kennengelernt, nicht wahr? Er scheint ähnlich für mich zu empfinden, sonst wäre er nicht zurück nach Aramon geflüchtet. Er sagte bei unserem letzten Treffen, dass er Angst habe sich in mir zu verlieren."

Silvana presste die Lippen aufeinander, umschlang die aufgestellten Knie mit den Armen und ließ den Blick gedankenverloren in die Ferne schweifen. "Es gibt soviel, das ich gerne wissen würde. Ob Kain mich je geliebt hat. Ob Etienne je zurückkehren wird. Und ja, was aus unserem Land geworden ist, nachdem die Menschen gegen die Magier einen weiteren Krieg entfacht haben. Ich fürchte, nichts davon werden wir je erfahren."

Aber die Wallonin hatte keine Lust länger Trübsal zu blasen. Sie hatte sich verändert, seit sie die erfolglose Reise durch Aramon abgebrochen hatte. Ein Lächeln zuckte um ihre Lippen, als sie Perfel, die neben ihr im Gras lag und in den Himmel starrte, von der Seite einen Blick zuwarf. "Was siehst du? Liest du unsere Zukunft aus den Wolken?"
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Perfel yel Shideh

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #18 am: Sa., 02. Jul 2005, 18:55 »

"Mernogh ... naja, eigentlich hat es schon vorher begonnen. Aber es hat sicher auch irgendwie etwas mit ihm zu tun. Ich bin mir so hilflos vorgekommen, als er mich entführt hat ... und egal, was ich auch gemacht habe, egal wie ich mich ihm gegenüber verhalten habe, er war nicht abzuschütteln." Ein kalter Schauer lief über den Rücken der jungen Heilerin.

"Nein, Kain hat damit nichts zu tun. Ich habe jetzt durch die Gilde zwar mehr mit ihm zu tun und er hat mir auch einen neuen Zauber gelernt, aber nein ... wir sind nur gute Freunde." Sie wusste, dass Silvana es sicher nicht akzeptieren würde, wenn Perfel mit Kain zusammen wäre. Dazu war sie zu viel Wallonin ... alles was sie jemals besessen hat, gehört auf Lebzeit ihr.

Die Verwandlung in einen Schmetterling fiel ihr nicht schwer. Hier waren einige, die sich die junge Heilerin als Vorlage ansehen konnte. Lächelnd wartete sie auf die Reaktion ihrer Freundin. "Vielleicht kannst du mir nun mehr vertrauen ? Ich werde meine Magie nie für das Böse einsetzen. Das habe ich mir geschworen, als ich sie für mich wiederentdeckt habe ..."

Die Erwähnung von Etienne und dass Silvana ihn als ihren Liebsten bezeichnete ließ Perfel erstarren. Sie hatte ganz plötzlich das Gefühl, dass ihr jemand mit einem Dolch mitten in ihr Herz stach. Perfel versteckte ihre wahren Gefühle und versuchte so ruhig wie möglich zu antworten. Nach den ersten beiden Worten hatte sich die junge Heilerin wieder im Griff.

"Etienne ? Du warst mit dem Sänger zusammen ? Du hast nach ihm gesucht ?" Perfel wusste, dass sie nie eine Chance bei dem Mann gehabt hatte, aber trotzdem wollte sie die Hoffnung nicht aufgeben. Nun war ihre Seifenblase zerplatzt. Silvana .... auch damals bei Kain hatte der Mann ihrer Freundin den Vorzug gegeben ...

"Etienne war schon etwas Besonderes ... seine ruhige Art war einmalig. Ich habe ihn öfter in der Apotheke gesehen, denn er hat sich bei mir immer alle möglichen Dinge gekauft ...." [i]und mir hat er ein Parfum geschenkt[i]

Seufzend wartete sie, dass der Schmerz in ihrer Brust nachließ als Silvana sie nach den Wolken fragte.

Lachend ließ sie ihre düsteren Gedanken ganz verschwinden. "Nein, wenn ich die Zukunft von den Wolken ablesen könnte, dann wäre ich sicher schon reich ...."

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Silvana

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #19 am: Do., 07. Jul 2005, 22:12 »

"Ja, Etienne und ich waren irgendwie zusammen", sinnierte Silvana verträumt. "Wir wollten es nicht, aber irgendetwas hat dafür gesorgt, dass wir einander anzogen wie Licht die Motten, und uns so heftig begehrten, dass wir nicht widerstehen konnten. Ist es nicht seltsam ... wir haben gehofft uns nicht zu verlieben. Es war körperliches Verlangen, mehr nicht, dachten wir jedenfalls."

Ihr Blick streifte Perfel ohne die Freundin wirklich zu sehen. "Nie werde ich seine letzten Worte vergessen. Du bedeutest mir mehr, als die meisten anderen Frauen zuvor. Ich will.. das nicht.. gefährden.."

Silvana sah ihn vor sich, als ob er sich noch einmal zu ihr hinabbeugte, um sie zu küssen. "Kaum habe ich ihn verloren, weiß ich erst ..." Sie unterbrach sich und vermied es, den Satz zu vollenden. "Ich dachte, ich könnte ihn in Aramon finden. Er ist dort aufgewachsen, und ich vermute, dass er zurückgekehrt ist. Aber leider ..."

Ihre Schultern zuckten kurz nach oben, dann ließ sich die Wallonin nach hinten ins Gras sinken. "Du bist die Erste, der ich davon erzähle. Es hat mich verändert. Ich habe aufgehört mit meinem Schicksal zu hadern, aufgehört mich den Menschen anpassen zu wollen. Etienne teilt ein ähnliches Schicksal wie ich. Ich bin die Einzige, die sein Geheimnis mit ihm teilen durfte. Doch im Gegensatz zu mir hat er sich damit abgefunden und sucht nur noch nach den positiven Seiten seines Lebens. Er ahnt nicht einmal, wieviel er mir in den kurzen Augenblicken unseres Zusammenseins gegeben hat. Wie gerne würde ich ihm das sagen."

Wie Schafe auf der Weise zogen die Wolken an ihnen vorbei. "Du würdest reich sein wollen, wenn du in der Zukunft lesen könntest? Gold meinst du? Nein, das würde mir nichts geben. Ich würde gerne wissen, ob ich eines Tages mit jemandem glücklich sein werde oder ob ich als alternde Wallonin zu meiner Sippe zurückkehre."

Die Vorstellung amüsierte sie. Silvana lachte auf. "Vielleicht erleidet meine älteste Schwester bei meinem Anblick einen Herzanfall. Weil ich dann immer noch besser aussehe als sie, trotz der Runzeln und den Hängebrüsten."

Nach einer Weile fiel ihr auf, dass sie die ganze Zeit von sich redete. "Hast du dir je überlegt wie es sein wird alt zu sein? Willst du in die Heimat zurückkehren?"
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Perfel yel Shideh

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #20 am: Fr., 08. Jul 2005, 12:33 »

Er gehörte nie zu Perfel und doch tat es weh, Silvana über Etienne und ihre Liebe zueinander reden zu hören. Warum hatte dieser Mann auch ihr schöne Augen gemacht, wenn er doch mit Silvana - ihrer Freundin - zusammen war ? Konnten Männer sich nicht mit einer Frau begnügen ?

Innerlich vor Traurigkeit zerfließend, lag Perfel auf der Wiese und beobachtete die Wolken. Ihre Gedanken schweiften an den Tag zurück, andem sie Etienne kennen gelernt hatte. Er war ein freundlicher und ruhiger Mann gewesen und dies gefiel der jungen Heilerin vom ersten Moment an. Immer öfter war er in die Apotheke gekommen um sich mit Perfel zu unterhalten. Bei seinem letzten Besuch hatte er ihr ein Parfum geschenkt. Dann war er verschwunden und Perfel hatte sich keine Gedanken darum gemacht. Sie dachte, dass er mit Lady Kolkrabe verreist war .....

Nun hörte sie aber, dass er vor der Liebe zu Silvana geflohen war. "Ich verstehe die Männer nicht. Aber vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich keine Erfahrungen mit ihnen habe. Jedesmal, wenn mir ein Mann gefällt, merke ich, dass er schon an eine Andere gebunden ist. Suche ich mir absichtlich die Männer aus, die nicht zu haben sind ?"

"Ich habe nicht gesagt, dass ich reich sein wollte. Aber kennst du die Lebewesen hier in Dragonia noch nicht ? Die meisten gieren nach Macht und wenn sie wüssten, dass jemand die Zukunft aus den Wolken lesen könnte, würden sie sich gegenseitig mit Gold überbieten. Der, der am Meisten bieten würde, dürfte auch hören, was die Zukunft bringt ..... Eine grausame Welt in der wir Leben. Gold und Macht regieren alles." Ein bitterer Gesichtsausdruck folgte ihren Worten, der aber rasch wieder verschwand.

"Wenn ich bedenke, dass ich mit Nichts aus meiner Heimat fort gegangen bin .... Ich weiß nicht, was mit mir passiert wäre, hätte ich nicht bei so manchen netten Leuten Unterschlupf gefunden. So viel Wärme und Hilfsbereitschaft, die ich von ihnen bekommen habe ... ich denke, das ist der Grund, warum ich heute so bin, wie ich bin. Ich würde mich bis in die Abgründe meiner Seele schenieren, wenn ich diese Wärme und Hilfsbereitschaft nicht weiter geben würde."

Die Gedanken Silvanas über das Alt sein, ließen Perfel schmunzeln. "Falten und Hängebrüste ? Bis dahin ist noch lange Zeit. Ich habe mir noch keine Gedanken über das Alter gemacht. Noch bin ich jung und irgendwann werde ich vielleicht doch den Mann fürs Leben finden .... In meine Heimat zurück kehren ... ich weiß es nicht. Steht unsere Heimat dann überhaupt noch ?"
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Silvana

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #21 am: Sa., 09. Jul 2005, 17:13 »

Silvana rollte sich auf den Bauch, zupfte einen neuen Grashalm aus und steckte ihn sich zwischen die Zähne. Perfels Stimme zitterte ein wenig, als sie davon sprach, dass alle Männer schon vergeben seien, an denen sie Gefallen gefunden hätte. Nachdenklich runzelte Silvana die Stirn, kaute auf dem Grashalm herum und sah kurz zu ihrer Freundin hinüber.

Auch wenn die Aussage allgemein gehalten war ... schwang eine Spur eines Vorwurfs darin mit? Den die Wallonin allerdings nicht nachvollziehen konnte. Kain hatte sie selbst Perfel vorgestellt, als sie mit dem Bäcker längst eine Beziehung eingegangen war, und Etienne, hm, der hatte die Wallonin ein einziges Mal in der Apotheke vor Perfel verleugnet. Weil er nicht wollte, dass jemand von seiner Liasion mit ihr erfuhr. Ob sich ihre Freundin in einem der beiden Fälle etwa Hoffnungen gemacht hatte? Oder einfach nur Gefallen an einem der beiden Männer gefunden hatte? Kain womöglich, mit dem sie jetzt so oft zusammen war?

Wie auch immer, es war nicht zu ändern, und im Grunde lagen sie heute hier zusammen im Gras und waren beide einsam.

"Mach dir über die Männer keine Gedanken. Wenigstens wurde dir noch nie von einem Mann das Herz herausgerissen. Das tut ungleich mehr weh als sich nach jemandem zu verzehren, den man nie besessen ... oder vielmehr geliebt hat."

Silvana zwinkerte Perfel aufmunternd zu. "Ich hoffe, ich habe nichts mit deinem Unglück zu tun", sagte sie leichthin und ohne Hintergedanken. Sie erwartete sich auch keine Antwort, weil sie es gar nicht wissen wollte, wenn es so wäre. Es würde ihr das Herz zerreißen, wenn sie Perfel unabsichtlich weh getan hatte nur um selbst einen Augenblick glücklich zu sein. Obwohl ... wenn sie es recht bedachte, im Grunde ihres Herzens war sie noch immer eine unverbesserliche Egoistin.

Silvana - immer noch auf dem Bauch liegend - winkelte die Beine an, überkreuzte die Knöchel und wippte mit den Unterschenkeln hin und her, während sie den Kopf in die Hände stützte.

"Ich frage mich, was Heimat wohl ist? Der Ort, wo man geboren ist? Oder wo man sich wohlfühlt? Oder wo sich der Geliebte befindet? Oder wo man sich niedergelassen hat. Ich kann es für mich gar nicht entscheiden. Überall und nirgends möchte ich sein, aber Vorliebe habe ich im Moment keine. Kannst du mit deiner Magie an andere Orte reisen? Kannst du sehen, wo sich jemand befindet?"

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Palin Silver

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #22 am: Sa., 09. Jul 2005, 22:53 »

Palin tart aus dem Wald auf die Blumenwiese und sah schon von weitem die beiden Frauen im Gras sitzen, bzw liegen.Er hatte einen Spaziergang gemacht und war zufällig auf diese Wiese gekommen.

Hallo, wie geht es euch? Ich wollte nicht so alleine sein in der Stadt und deshalb ahbe ich mir gedacht ich durchkämme male in wenig die Wälder, und dabei bin ich hierhergekommen.

Mit hohen Schritten bahnte sich der Dunkelelf einen Weg durch die dichten Gräser.

Hallo Silvana, ich weiss wir hatten keinen guten Start, ich hätte nicht so zynisch sein dürfen in der Schmiede, aber Ihr habt mich auch so abschätzig angesehen, wie auch immer, ich bin Elf genug meine Fehler einzusehen und ich will mich hiermit entschuldigen.

Palin sezte sich neben den beiden auf den Boden, er überkreutze die beine und nahm ein kleines Drathding aus seiner Tasche und begann damit herumzuspielen, er machte es nebenbei, er redete auch währenddessen.

Was hat euch denn hierhergetreiben?

Palin erhoffte sich das er in das Gespräch mit aufgenommen wurde r hatte heute Lust zu reden und das wollte er einmal ausleben.
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Perfel yel Shideh

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #23 am: Sa., 09. Jul 2005, 22:59 »

Gerade überlegte sich Perfel was sie ihrer Freundin wohl antworten sollte, als Palin vom Wald auf die Blumenwiese trat. Lächelnd sah sie ihm entgegen und setzte sich dann mit einem Ruck auf.

Seine Entschuldigung Silvana gegenüber, klang aufrichtig. Hoffnungsvoll sah die junge Heilerin zu ihrer Freundin. Nach dieser Entschuldigung des jungen Dunkelelfen konnte auch die Wallonin nicht mehr böse sein. Für die Heilerin war nicht sehr schön, wenn sich Freunde von ihr nicht verstanden. Sie war eine sehr harmoniebedürftige Frau, die diese Spannungen nicht vertrug. So etwas brachte nur Kopfschmerzen und war absolut nicht Gesund.
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Silvana

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #24 am: Sa., 09. Jul 2005, 23:01 »

Silvana lag immer noch auf dem Bauch, als jemand sie ansprach. Sie legte den Kopf in den Nacken und schielte nach oben. Der Ankömmling stand im Gegenlicht, so konnte sie nur seine Umrisse erkennen und musste wegen des grellen Sonnenlichts blinzeln. Auch die Stimme war ihr nicht vertraut.

"Ah, sieh an, das Wiesel." Es hätte abfällig klingen sollen, aber sie war zu gut gelaunt, so verkam es zu einem Scherz. "Der Göttin zum Gruße, Herr Palin."

Sie war alles andere als begeistert, in ihrer Unterhaltung mit Perfel gestört zu werden. Die beiden Frauen hatten sich schon lange keine Auszeit mehr zusammen gegönnt, aber Perfel schien den Burschen zu mögen, also musste sie wohl oder übel mit ihm leben.

"Ihr seid nicht der einzige Dunkelelf, mit dem ich zu tun habe, wenn Ihr das meint. Meine Angestellte ist ebenfalls eine Dunkelelfin und ich komme sehr gut mit ihr aus. Ich mag es nur nicht, wenn man einfach in mein Geschäft platzt ohne mir den nötigen Respekt als Inhaberin einer wohlbekannten Schmiede zu zollen. Ein Gruß wäre zumindest angebracht. Ihr versteht?"

Sie kaute immer noch auf dem Grashalm herum und musterte den Dunkelelf eine Weile, der sich ohne Aufforderung einfach zu ihnen gesetzt hatte. Der Gegenstand fiel ihr auf, den er zwischen den Händen hin und her drehte. "Was habt Ihr für ein seltsames Werkzeug?"
« Letzte Änderung: Sa., 09. Jul 2005, 23:02 von Silvana »   Gespeichert  
Palin Silver

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #25 am: Sa., 09. Jul 2005, 23:19 »

Es ist etwas das ich aus meiner Heimat mitgebracht habe, wir enutzen es um unsere Geschicklichkeit mit den Finger zu trainieren, wir drehen ohne hinzusehen an diesem Drathgestell und man muss die Ringe auseinanderbringen,. Es ist schwerer als es aussieht, aber wenn man es macht dann bleiben dir Finger beweglich. Und es tut mir leid, das ahbe ich schon gesagt.

Palin sah ein wenig zum Wald hinüber, es hatte ihm garnicht gefallen das Silvana seine Entschuldigung nicht annahm, er hatte sich entschuldigt, in seiner früheren Heimat war soetwa ein Frefel, es war etwas so schreckliches das es als Beleidung galt wenn man sagt das sich jemand entschuldigt hätte.
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Silvana

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #26 am: So., 10. Jul 2005, 14:09 »

Er sah sie nicht an, während er mit ihr sprach. Dafür betonte Palin noch einmal, dass er sich entschuldigt habe. Irritiert legte Silvana die Stirn in Falten, rollte sich schließlich herum und setzte sich auf. Es behagte ihr nicht sich tiefer zu befinden als jemand, dem sie nicht vertraute.

Sie kapierte nicht, was der Bursche von ihr wollte. Er hatte sich entschuldigt, gut, sie hatte es gehört und akzeptiert, indem sie überhaupt noch mit ihm redete. Was erwartete er von ihr? Dass sie explizit sagte, dass sie seine Entschuldigung annahm? Hatte dieser Dunkelelf so wenig Selbstbewusstsein, dass ausgesprochen werden musste, was er seinen Gefühlen nicht zutraute. Nämlich zu erkennen, wann jemand positiv auf seine Worte reagierte?

Es war ihr egal, ob er ihre Körpersprache verstand oder nicht. Wenn er noch einmal darauf beharrte, dass er sich entschuldigt hatte und sie dies gefälligst wortstark zur Kenntnis nehmen sollte, würde sie ihm höchstens den Hals umdrehen.  Zugleich ärgerte sie sich, dass Perfel nicht mehr geantwortet hatte.

Ein Schatten huschte auf sie zu, purzelte über ihre Beine, gefolgt von einem doppelt so großen Ungetüm, das sie halb über den Haufen rempelte. "Shanja Tollkind, pass auf wo du hinrennst", lachte sie, erwischte die Wölfin gerade noch am Bein und brachte sie aus dem Gleichgewicht. Kater Kito konnte gerade noch entwischen.

Shanja quietschte und warf sich spielerisch zu Silvana herum, so als wolle sie nach der Hand schnappen, die sie festhielt. Dann hielt die Wölfin in ihrem Spiel inne, sträubte ganz plötzlich die Nackenhaare und fletschte sie Zähne. Ein dumpfes Grollen entwich ihrer Kehle. Noch irritierter als zuvor sah Silvana zu Palin hin, dem diese Drohung galt. Das musste die dunkle Aura der Dunkelelfen sein, welche die Wölfin spürte.
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Perfel yel Shideh

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #27 am: So., 10. Jul 2005, 16:42 »

Obwohl sich Palin mit beiden Frauen unterhielt spukten Silvanas Worte in Perfels Kopf herum ... Mach dir über die Männer keine Gedanken. Wenigstens wurde dir noch nie von einem Mann das Herz herausgerissen. Das tut ungleich mehr weh als sich nach jemandem zu verzehren, den man nie besessen ... oder vielmehr geliebt hat.

Die junge Heilerin überlegte ob Silvana damit recht haben konnte. Konnte es einen größeren Schmerz geben, als den, den sie schon seit einigen Monden verspürte ? War es wirklich schlimmer, wenn das Herz von einem gebrochen wurde, als wenn man nie wirkliche Liebe geben konnte und zurück bekam ? Wenn man sich Nacht für Nacht fragte, wie es wohl sein würde, wenn man sich dem Liebsten ganz hingeben würde ?

Silvanas Lachen riss die junge Heilerin aus ihren trüben Gedanken. Kito und Shanja tollten über die Blumenwiese und hatten übersehen, dass hier jemand saß. Im letzten Moment erwischte die Schmiedin ihre junge Wölfin und hielt sie fest. Lächelnd sah die Heilerin dem Spiel der Beiden zu.

Kito saß neben Perfel und putzte sich, als wolle er damit allen Anwesenden zeigen, dass er damit nichts zu tun hatte. Als ob er vorpielen würde, dass er doch schon die ganze Zeit hier saß. Das dunkle Grollen von Shanja ließ ihn zusammenzucken und näher zu Perfel rücken. Er hatte seine Freundin noch nie so böse erlebt.



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Palin Silver

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #28 am: So., 10. Jul 2005, 19:46 »

Palin wurde angeknurrt, von einer Wöfin die Silvana Shanja rief.

Ist das eure Wölfin, Silvana? Sie hat ein schönes Fell. Aber ich werde das Gefühl immernoch nicht los das Ihr mich nicht leiden könnt. Wenn es nicht so ist so habrt Ihr es nicht ausgesprochen, und das ist bei einem Dunkelelfen schlecht wenn es um Gefühle geht. Mir wurde nie beigebracht Gefühle nur durch das sehen zu erkennen, es war bei uns nicht nötig, wir zeigen eh nie Gefühle.

palin sah die Wölfin nicht direkt an, er wusste das Wölfe dies als provokant ansahen und unterlies es deshalb unterlies er es.

Wie ich sehe misstraut mir eure Wölfin ja auch. Ich kann es ja verstehen, es ist nicht wirklich normal nebeneinem Dunkelelfen zu sitzen.

Er hoffte das sich die Wölfin ein wenig beruhigen würde.
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Silvana

Re:Die Blumenwiese
« Antwort #29 am: Do., 14. Jul 2005, 19:26 »

Silvanas Abneigung übertrug sich offenbar auf die junge Wölfin. Die Wallonin griff dem Tier ins Nackenfell und kraulte sie, um sie zu beruhigen und zur Not dort festzuhalten.

"Sie ist ein ganz besonderes Tier. Mit einem überaus ausgeprägten Gespür für Gut und Schlecht, ja selbst für die Gedanken meiner Seele."

Palin hatte den Blick abgewandt, um Shanja nicht direkt in die Augen sehen zu müssen, und das war auch gut so. Solange er sich ruhig verhielt würde sich Shanja wieder beruhigen lassen.

"Dafür, dass Ihr angeblich keine Gefühle zeigt, habt Ihr aber ein untrügliches Gespür dafür", sagte Silvana süffisant und bleckte die Zähne ganz wie ihre Wölfin. In eben diesem Moment sahen sich die beiden unheimlich ähnlich.

"Sagt mir einen Grund, warum ich Euch leiden können sollte? Was habt Ihr geleistet, das meinen Respekt verdient? Ihr wollt also tatsächlich hören, dass ich Eure Entschuldigung von vorhin annehme. Es ist ungeheuerlich! Wenn dem nicht so wäre, würde ich nicht einmal mehr ein einziges Wort an Euch verschwenden. Ist das deutlich genug oder muss ich es Euch aufschreiben? Sofern Ihr überhaupt lesen könnt", bemerkte sie abfällig. Ihre Stimme triefte vor Spott.

Agarwaen kam ihr in den Sinn, jene Dunkelelfin, die Silvana den Geliebten entrissen hatte. Nie hätte sie gedacht, einmal in derselben Sprache mit einem Dunkelelfen zu sprechen, wie umgekehrt Agarwaen einst zu ihr gesprochen hatte. Die Wallonin hasste diese Frau wie niemanden sonst, und war doch so fasziniert von ihr gewesen. Was war es nur, das diese Wesen in ihr auslösten.
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