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   Autor  Thema: [Abenteuer] Der Traum vom Wissen (Gelesen 5724 mal)
erzählendes Auge

[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« am: Di., 18. Dez 2018, 21:41 »


Seine Augen flogen über die Blätter.
Sie hatte so viel Talent. Er genoss die Wendungen und Wortklaubereien, die Wahrheit und Weisheit. Es gehörte zum besten was er seit langem bekommen hatte.

Plötzlich huschte etwas durch sein Blickfeld, er wandte sich herum und schob das kleine Heftchenbündel von Seiten ohne hin zuschauen wieder dorthin wo er es hergenommen hatte, und richtete den Blick den langen Gang hinunter.

Es war nur ein Schemen, ein Schatten den er sich bewegen sah. Er ging den Gang hinunter und scheute auf die Verzweigung die sich dort anschloss. Und dort war nicht nur ein Schemen, nein mehrere. Kreuz und quer so deutlich wie nichts anderes seit so langer Zeit.

Und mit fast vergessenen Aufregung im Herzen murmelte er:
"Höchst interessant..."



~~~ Prolog ~~~


Die Gruppe der willigen Helfer in der Gastfreundschaft des Hohenturmes und Christian di Asturiens hatte sich erneut zur Sommersonnenwende getroffen. Zum vierten Male. Jahr um Jahr waren sie fast unverrichteter Dinge wieder auseinander gegangen, mit den besten Absichten beim darauf folgenden Treffen mehr vorweisen zu können. Und auch dieses mal schienen die Ergebnisse eines Jahres mehr oder weniger intensiver Recherchen eher spärlich... aber nur auf den ersten Blick.

Hatte Darius selbst während des Jahres weniger Glück, so hatte Christian die Asturien eine Geschichte beziehungsweise ein Märchen über Eulen aufgetan welche die Träume der Kinder an einen sicheren Ort bringen und hatte eine Verbindung zur Symbolik der Hochelfen gefunden wonach Eulen ein Symbol für Wissen und Weisheit seien.

Landolin Dennhardt und Fjalladis Radran hatten einen alten beinahe zerfetzten Bericht, oder ehe einen Antrag eines Ignatius Paracel gefunden. Die Rekonstruktion der beiden ließ auf eine Theorie des Gelehrten schließen die sich auf die Struktur das gesamte Weltgefüges bezog. Er postulierte über die Verbindung des Weltenbaumes zu unserer Welt in von ihm so genannten Knotenpunkten zwischen der magischen Anderswelt und den Schwingungen des Schöpfungsliedes. An diesen Orten konnten besondere und untypische Beobachtungen gemacht werden, so wie an der Dämonenpforte von Taros in der er einen solchen Knotenpunkt sah. Zudem vermutete er, das Elfen und Drachen, die alten Rassen der Welt, sicher über weitere dieser Orte Bescheid wussten.

Zum Schluss ergriff Magnati erneut das Wort oder eher den Gedanken.
Hm... wenn diese Theorie um diese... Knotenpunkte zutrifft und die alten Elfen und Drachen das Wissen darum für sich behielten bis sie nicht mehr waren, wäre dies das gleiche Vorgehen welches sie bei Arag selbst angewandt haben. Es ist ein interessanter Gedanke, dass dies miteinander zu tun haben könnte.

Allerdings enthält eure Rekonstruktion einen Fehler...


meinte der Drache und deutet mit einer Kralle auf eine Stelle des Pergaments.

... hier im letzten Abschnitt spricht 'Die Chance ist groß, dass sich auf der Linie zwischen diesen beiden Punkten ein weiterer Knotenpunkt befinden könnte.'
Diesen beiden Punkten... als wenn ein zweiter bereits bekannt wäre. Welchen könnte er meinen...?


Und nach einer kurzen Pause setzte er hinzu:
Der Turm bei Finkelnest... vielleicht ist er einer.
Auch wenn ich mir in dem Fall recht sicher bin, dass er nichts mit Arag zu tun hat.
Nichts spürte ich dort, noch wurde mir eine andere Verbindung gewahr, die auf Arag hindeutete, genauso wenig wie euch wie ich annehme.


Meinte der Drache mit einem gedanklichen Bild von Fjalladis und Landolin.
Dann bezog er sich auf das Buch Christians:

Es mag nur ein Märchenbuch sein... aber ich selbst hatte eine merkwürdige Begebenheit die dazu passen würde.
Ich hatte gedanklichen Kontakt zu einer altehrwürdigen Drachin. Jedoch nur bruchstückhaft. Vielleicht war es auch eher eine Vision, denn ich bin mir sicher, dass sie nicht mehr lebt... jedoch war es klar von einem Traum zu unterscheiden.
Ich habe einiges nicht recht begriffen, aber sie war 'die Mithrillion', oder etwas in der Art, dann war sie es wieder nicht sondern jemand anders. In jedem Fall schien sie Kontakt zu... Gesandten aus Arag gehabt zu haben die ihre Heimat besuchten, wenn auch vor Äonen.
Und diese Gesandten... besaßen Federn.

Jedoch kann es so einfach wohl kaum sein.

Schloss der Drache und blickte zu den Bäumen die den Hohenturm umgaben.

Magnati hob seinen rechten Hinterlauf nach vorne, balancierte für einen Moment auf seiner linken Seite und nahm mit dem rechten Vorderlauf auf, was sich in der Hinterkralle befunden hatte. Er reichte in die Mitte der Gruppe hinein, öffnete die Pranke und es offenbarte sich....
... ein großes kristallines Drachenei das wie von alleine funkelte und strahlte und im inneren waberte. Jetzt wo es durch die Aura des Schattendrachen nicht mehr verdeckt war, konnten magisch versierte Wesen spüren, dass das Wabern kein Trick oder Materialeigenschaft, sondern definitiv übernatürlichen Ursprungs war.

Dieses Stück befindet sich seit einiger Zeit in meinem Besitz. Hin und wieder, mal mehr mal weniger deutlich ist es mir möglich Visionen zu sehen... Dieses eine mal gelang es mir und ich hatte jenen Austausch über Arag, und mir wurde gewahr, dass wo auch immer dieses Ei hin verbunden ist eine erstaunliche Quelle an Wissen sein muss. Allerdings, wie man es möglicherweise von solch einem Stück Arkanem erwartet, unstet und verworren, hohe drachische Bildgedanken...
Doch mit jedem Augenblick indem ich aktiv versuchte einen Dialog zu führen schwand die Macht dieses Eis erheblich... so dass ich den Kontakt vorsichtshalber abbrach.

Heute würde ich das Risiko eingehen, und die Kraft im inneren weiter strapazieren um uns den Weg zu weisen... jedoch sollten wir unser Ersuchen mit Bedacht formulieren. Wir müssen auch mit einer verworrenen Antwort etwas anfangen können.

Eine zweite Chance bekommen wir vielleicht nicht.



« Letzte Änderung: Mi., 19. Dez 2018, 00:55 von Magnati »
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Christian

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #1 am: Di., 25. Dez 2018, 11:12 »

Nachdenklich blickte der Magier den unvollständigen Text sowie den Text mit den Ergänzungen von Landolin und Fjalladis an. Die Hochelfe war sehr gelehrt und erfahren, deswegen zweifelte er auch kaum an den Ergänzungen, während Magnati Bedenken hatte, da von einem möglichen Knotenpunkt zwischen den beiden Punkten die Rede war, obwohl im Text selbst nur der Ort der Dämonenpforte als bekannt vorkam.

Nun, vielleicht war den Adressaten, also den Erzmagiern, doch ein weiterer Punkt bekannt, was der Absender wusste, aber selbst die Lage des Punktes nicht kannte? Wie dem auch sei, uns sind heute neben der Dämonenpforte auch noch weitere Punkte bekannt, darunter auch die Lage des Weltenbaumes selbst.

Der ein oder andere mochte den Retter des Drachenauges dabei leicht ungläubig anschauen, aber er war ja selbst dort gewesen am Ursprung des Lebens, was ihn in seinen Studien bezüglich des Lebens selbst weit vorangebracht hatte. Magnati zeigte ihnen gar ein ominöses Kristallei, vielleicht kannte es die Lage eines Zuganges zum Arag, in dem sie hofften, ein Heilmittel für Darius zu finden. Oder sollten sie gar das Ei selbst nach dem Heilmittel für den Eisdrachen fragen? Doch wenn die Antworten des Kristalleis wirklich so diffus waren, wollte er da auch nichts riskieren, sondern lieber eine Frage stellen, die möglichst wenige Möglichkeiten für Missinterpretationen bot.

Ich habe eine Idee, doch dazu sollten wir wirklich in den Turm gehen, genauer gesagt in das sogenannte Versuchslabor. Bis auf Magnati waren da auch schon alle drin, Darius dürfte dort insgesamt die meiste Zeit verbracht haben.

Schließlich wollte er das Kristallei nicht allzulange hier draußen auf dem Präsentierteller haben und die Idee von ihm war auch nicht für alle Augen und Ohren bestimmt.

Oh, eine Karte auf Pergament ist dazu viel zu ungenau, ich werde diese direkt aus meinen Gedanken erschaffen.

Dort waren auch Orte vermerkt, die nicht jeder kennen durfte, wenn das Leben selbst nicht gefährdet werden sollte. Und so stieg der Magier des Hohenturms als erster durch die Falltür ins Innere des Turmes, wo er auf die anderen wartete.

Im Versuchslabor selbst wartete er ebenfalls, bis alle sich darin befanden, danach verschloss er die schwere metallverstärkte Eichentür des Raumes, was zumindest eine starke Dämpfung der außerhalb liegenden Einflüsse bedeutete, bevor er ein paar Worte verlor.


Alles, was ihr sogleich seht, darf keinem anderen mitgeteilt werden. Darius, kannst du sie soweit abschirmen, dass sie es nicht mitbekommt?

Erst nach dessen Bestätigung begann der ehemalige Statthalter von Nighton, sich zu konzentrieren, da er die Karte möglichst raumfüllend gestalten sollte. Denn er wollte nicht nur an der Oberfläche kratzen, was die meisten pergamentbasierten Karten taten, sondern er wollte auch Sternenmeer mit dem Land des Sommers und die Niederhöllen darin einbetten, soweit ihm diese bekannt waren, auch wenn er bei letzteren wirklich nur einen sehr kleinen Ausschnitt kannte.

Daneben wollte er auch die ihm bekannten Linien der Magie und der Schöpfung markieren, wobei er den Manabaum selbst recht zentral im Manawald platzierte, da ihm der genaue Standort unbekannt war und der Weltenbaum wurde auch recht grob eine halbe Tagesreise mit einem schnellen Elfensegler südlich vom Golf von Isua platziert. Da war die Dämonenpforte wirklich noch der Ort, der am genauesten eingetragen war. Magisch sehr aktive Orte wie der Manabaum und von diesen ausgehende Linien markierte er blau, schöpferische wie den Weltenbaum in grün und die Dämonenpforte war eher orangerot dargestellt.


So...jetzt sollten wir das Kristallei nach den Zugängen zum Arag befragen, dann können wir diese gelb in der Karte markieren. Und wenn euch noch weitere Orte oder Linien bekannt sind, können wir diese ebenfalls darstellen.

Wobei er für eine Aktualisierung der Karte diese vollständig neu aufbauen musste, da er den Zauber noch nicht so gut beherrschte. Spätestens jetzt sollte aber jedem klar sein, warum dieses Wissen nicht in die falschen Hände geraten durfte, denn mit einer starken Störung an wenigen der dargestellten Orte konnte bereits großer Schaden angerichtet werden, wenn nicht sogar das Leben selbst verändert oder gar vernichtet.


-10 MP für Blendwerk mit 5 Schritt Durchmesser (50 WP)
« Letzte Änderung: Di., 25. Dez 2018, 11:21 von Christian »
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Hibernus

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #2 am: Di., 25. Dez 2018, 16:47 »

Er hatte nicht viel Glück gehabt. Zumindest nicht was die Suche nach einem Mittel für seine eigene Heilung anging. Doch war dies kein so großes Unglück, wie man zunächst annehmen würde, denn er war nicht alleine und Darius sah und hörte mit dankbaren Blick und großer Aufmerksamkeit, was Landolin, Fjalladis, Christian und Magnati herausgefunden hatten über dieses myteriöse Arag... und alles nur um ihn zu heilen und sein Selbst wieder zusammenzuführen.

Die Märchen von den Eulen fand er zwar wenig aufschlussreich, doch war es immerhin ein Hinweis und wenn die Hochelfen diesen Tieren eine solche Bedeutung beimaßen, dann wollte er selbst sich nicht über deren Weisheit stellen. Es zeigte ihm mal wieder, dass man Wissen nicht anhand seines Ursprungs beurteilen sollte.

Der gefundene und ergänzte Bericht den Fjalladis und Landolin gefunden hatten fand er jedoch wesentlich faszinierender, so sehr, dass er flugs seine Gestalt veränderte um die kostbaren Papiere nicht mit seinen Drachenklauen zu beschädigen. Elfenhände eigenten sich sowieso mehr um solche Dinge festzuhalten und er las konzentriert den Brief dieses Ingatius Paracel. Von dem Vorhaben selbst welches darin besprochen wurde bekam er gemischte Gefühle. Die Möglichkeiten waren sicher verlockend, doch ob sich dieser Magier auch mit dem Gedanken aufgehalten hatte, welche Gefahren damit einhergingen, ließ sich aus dem Brief nicht ableiten. Auch den - durch die Arbeit von Fjalladis und Landolin - ergänzten Brief las er, stieß jedoch auf keine plötzliche Offenbarung und gab die Papiere weiter, nachdem er fertig war.

Da er für den Moment so gar nichts beizutragen hatte lauschte er nur den Gedanken von Magnati, als dieser seine eigenen Überlegungen darlegte und auch Christian hatte etwas einzuwerfen. Das was er jedoch offenbarte lag so gänzlich außerhalb seiner eigenen Erfahrungen. Der Weltenbaum? Christian wusste wo sich der Weltenbaum befand, von dessen Wurzeln der Fluss des Lebens selbst entsprang? Er hatte diesen immer für einen eher metaphysischen Ort gehalten, außerhalb dieser Welt, auch wenn er die Legenden der Elfen über die Schöpfung für sehr genau hielt.

Daher konnte man es ihm vielleicht verzeihen, wenn in seinem Ausdruck Verwunderung und etwas Aufregung zu sehen war. Doch nicht nur Christian, sondern auch Magnati förderte ein Wunder zu Tage, welches zuvor von der Ausstrahlung des Schattendrachen versteckt wurde. Ein Ei aus Kristall. Der Anblick selbst war ungewöhnlich genug, doch noch viel seltsamer war, was er davon spüren konnte. Magie ging von diesem Ding aus, wie Wärme von einem knisternden Feuer und nur eine Willensanstrengung seinerseits ließ ihn nicht mehr als einen Schritt näher herantreten, um das Ei in Magnatis Klaue näher zu betrachten.

"Eine Frage? Eine welche durch die Gedankensprache beantwortet wird...?",  konnte er nur halb gemurmelt hervorbringen, ein wenig überwältigt von diesem Ding, welches Magnati nach seinen Worten bereits länger verwahrte. Der Schattendrache war wirklich für Überraschungen gut. Eine gute Frage wollte ihm jedoch für den Moment nicht einfallen, sodass Christians Einwurf seinen Blick von dem kristallenen Ei ablenkte.

Das Versuchlabor von welchem gesprochen wurde kannte er selbst nur zu gut, da er schon ganze Wochen darin verbracht hatte. "Es würde sich auf jeden Fall für ein solches Vorhaben eignen" , stimmte er Christian zu und nicht lange danach fanden sie sich in dem erwähnten Raum wieder. Ein wenig zögerlich war er über die Schwelle geschritten, denn auch die gute Pflege durch die Hohenturmgilde hatte nicht verhindern können, dass er diesen Raum nicht besonders mochte. Sein Rücken verspannte sich leicht und seine Hände ballten sich kurz zu Fäusten, während er sich kurz umschaute. Dieser Ort erinnerte ihn nur zu gut daran, worum es hier ging.

Christians Nachfrage war da schon eine willkommene Ablenkung und er schloss kurz seine Augen, atmete tief durch und konzentrierte sich. Als sich die Augen des verwandelten Drachen wieder öffneten, nickte er entschieden. "Wir sollten für den Moment unter uns sein."

Dann eröffnete sich ihm eine Welt der Wunder. Mithilfe des Blendwerkzaubers wob Christian eine Karte der Welt, welche den Raum aufzufüllen schien. Nicht nur die Kontinente waren darauf zu sehen, sondern auch das Sternenmeer darüber und die Niederhöllen darunter. Zum ersten Male sah er eine solche Darstellung der Welt und er war kurz überwältigt, als er alles dargestellte studierte. Es waren auch Orte darunter, welche ihm nicht bekannt waren, doch ihm fiel auf wie manche Orte wesentlich genauer dargestellt wurden und von seinen eigenen Erfahrungen her, wusste er dass Christian seine eigenen Erinnerungen hierfür benutzte und wohl an diesen Orten selbst gewesen war. Von diesen Orten nahm er daher besonders Notiz. Auffälig waren natürlich der Manabaum, der Weltenbaum und die Dämonenpforte beim See der Tränen, welche farblich markiert worden waren.

"Beeindruckend" , hauchte er wie zu sich selbst und konnte sich kaum von dem Gebilde loslösen.

-1 Mana für Verwandlung,[/color,[color=Blue]+4 CHA während Verwandlung

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Fjalladis Radran

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #3 am: Mi., 26. Dez 2018, 23:31 »

Als Magnati den Turm in der Nähe von Finkelnest erwähnte, schüttelte Fjalladis sachte den Kopf und bestätigte damit seine Aussage, dort nichts wahrgenommen zu haben, das auf den Arag hindeuten mochte.
Bei gefiederten Boten hätte ihr erster Gedanke den Falken Paladins gegolten, doch irgendetwas in ihr bezweifelte, dass ihr lichter Gott Magnati eine Vision gesandt hatte. Bevor sich allerdings größere Spekulationen anstellen ließen, offenbarte der Schattendrache ein höchst außergewöhnliches Ei.

Woher habt Ihr dieses Ei?, wandte sich die Priesterin in Gedanken an Magnati. Dergleichen fiel schließlich nicht vom Himmel und womöglich mochte die Herkunft zumindest einen winzigen Hinweis liefern.

Christians folgendem Vorschlag stimmte sie mit einem Nicken zu, ließ den beiden Drachen jedoch den Vortritt, dem Hohentürmler zu folgen - teils aus Höflichkeit, doch teils auch, um beide im Auge behalten zu können.

Den speziellen Versuchsraum der Hohentürmler kannte die Hochelfe bereits, doch der Zauber, den Christian nach einigen kurzen Absprachen wirkte, beeindruckte sie und unnötig zu erwähnen, dass ihre über die Illusion huschenden Augen das dargestellte Wissen aufsogen wie ein Schwamm, sodass sie kurzzeitig sogar ihre Anspannung ob der beiden Drachen vergaß, von denen einer bei Betreten des Raumes immerhin ein für den argwöhnischen Beobachter durchaus auffällig verkrampftes Verhalten an den Tag gelegt hatte. Dann jedoch zeigte Landolin, wo sich ungefähr der Turm bei Finkelnest befand, und nach kurzem Überlegen und Abwägen steuerte auch die Erzmagierin einige wohlüberlegte Punkte bei.

"Es mögen keine so machtvollen Orte wie der Baum des Lebens sein, doch auch kleinere Orte außergewöhnlicher Magie könnten uns zumindest den Verlauf einiger Linien aufzeigen..."

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Landolin

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #4 am: Do., 27. Dez 2018, 23:59 »

Landolin hatte die Zeit, die die Drachen und Christian benötigten, um den Text aus dem Orden der Weisen zu lesen, dazu genutzt, das Märchen mit den Eulen zu überfliegen. Erwartungsgemäß fand er die darin verborgenen Hinweise auch nach der Lektüre mehr als vage…
Womöglich hatten sie noch immer nicht genug Anhaltspunkte beisammen und das Ganze würde auf ein weiteres Treffen nach einem weiteren Jahr hinauslaufen? Doch noch hatten sich nicht alle geäußert…

Bevor der Schattendrache sich zu seinen eigenen Entdeckungen äußerte, kritisierte er einen Punkt in der angefertigten Rekonstruktion. Der Heiler ging davon aus, dass ihnen nicht nur ein Fehler unterlaufe war, immerhin war der Text nicht allzu gut erhalten gewesen – was genau Magnati meinte, erschloss sich ihm jedoch nicht sofort. Vermutlich lief es darauf hinaus, dass sie die Dämonenpforte in Taros als einzigen bekannten Knotenpunkt des Netzes vorausgesetzt hatten. Daneben wurde ein Baum erwähnt: Der Weltenbaum selbst? Der Manabaum aus Aramon?

“Finkelnest stellt einen magischen Fixpunkt dar, wenn ich Erzmagierin Myriel richtig verstanden habe. Dort war Magie leichter zu nutzen, aber ob es ein Knotenpunkt zum Schöpfungslied war… Unter Drachenauge gibt es einen ähnlichen Ort“, kommentierte der Hohentürmler die Anspielung auf den Turm van Lüpperdams. Kurz darauf brachten ihn jedoch die weiteren Erkenntnisse sowie das mysteriöse Kristallei dazu, in nachdenkliches Schweigen zu verfallen.

Der Vorschlag seines Gildenbruders, die ganze Versammlung an einen geschützteren Ort zu verlegen und eine genaue Karte zu Rate zu ziehen, hielt Landolin für ausgesprochen konstruktiv, weshalb er auch sofort zustimmte. Als zweiter Hausherr bildete er die Nachhut – und betrat als letzter den abgeschirmten Turmraum.
“Es wird die Verbindung zu diesem Ei doch nicht stören, wenn wir es hier befragen, oder?“, wandte er sich an Christian, der die Magie des Raumes am besten kannte.

Die wenig später geschaffene Karte war so detailliert und mit so vielen Orten gespickt, die Landolin nur aus Büchern kannte, dass er sich vorkam, als würde er über Aylann hinwegfliegen – ohne all die unangenehmen Nebenerscheinungen wie Gegenwind und Kälte.
Erst als Fjalladis auf einige weitere magische Orte hinwies, riss er seinen Blick von dem Blendwerk los und bemühte sich, konstruktiv zu sein. Mehr als der Turm bei Finkelnest schien er auf den ersten Blick ohnehin nicht ergänzen zu können…
“Ja, lasst uns das Ei nach den Zugängen fragen“, stimmte er schließlich Christian zu – und fragte sich unwillkürlich, was sie zu sehen bekommen würden, wenn dessen Antworten tatsächlich in hohen drachischen Bildgedanken übermittelt wurden…
« Letzte Änderung: Fr., 28. Dez 2018, 00:03 von Landolin »
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erzählendes Auge

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #5 am: Sa., 05. Jan 2019, 01:56 »



~~~ Runde I ~~~


Nachdem alle gesprochen hatten wurde Christians Vorschlag einer Karte und größerer Diskretion mit breiter Zustimmung aufgenommen.

Magnati beantwortete Fjalladis Frage nur für sie,
Ich habe es aus einer Quelle unweit meines Hortes.

Darius verwandelte sich in seine Elfengestalt und Magnati selbst sich in seine orkische, welche nun das Drachenei mit größter Sorgfalt in beiden Händen hielt. 

Durch die Gänge des Turmes kamen sie schließlich in jenen Raum, welcher Darius unfreiwillig für längere Zeit als zuhause gedient hatte, nach jener ersten wirklich brenzligen Situation mit seinem unliebsamen Gast.

Ein beeindruckender Raum,
musste Magnati zugestehen.
Der Raum war mit elfischen Symbolen vollends verziert und die tiefe Magie des Raumes führte zu einer besonderen Art der Abschirmung, Magie konnte den Raum nicht verlassen, oder in ihn eindringen. Magische Auren konnten nicht erspürt werden. Bis auf den ungebetenen Gast waren sie also unter sich, und Darius tat was in seiner Macht stand, das auch dieser nichts mitbekam.

Die Karte die Christian erschuf versetzte die anwesenden in respektvolles Erstaunen auch die Drachen schienen zumindest überrascht ob der Offenbarung der Position des Weltenbaumes. Oder zumindest der einzig zugänglichen Stelle, wie es Magnati insgeheim vermutete.

Auf Fjalladis Einwand, das "kleinere Orte außergewöhnlicher Magie" ebenfalls Hinweise sein könnte steuerte Magnati bei:

Was ist mit dem Aiyeona.
Er wurde von den Lichtelfen gepflanzt unweit des Anfangs ihrer Geschichte und wuchs wie kein zweiter. Wenn es nur ihre Lieder geschuldet gewesen wäre... hätten sie mehrere solcher Orte schaffen können.

Und hier...
,
meinte der Drache und deutet auf die Mündung des Malye an jenen Ort hin, wo sich die Insel das Drachenbundes befand.
Befindet sich ein auch für Drachen besonderer Ort. Möglicherweise zählt er ebenfalls dazu.

Abgesehen von Christian wussten alle darum, dass sich Magnatis Hort an diesem Ort befand. Die Offenheit, das Christian ihnen so sehr vertraute, die Position des Weltenbaumes zu offenbaren mochte den Schattendrachen angerührt haben. In jedem Fall gab er im Gegenzug allen anwesenden preis, dass diese Insel nicht einfach nur sein Hort und Zuhause war, sondern mehr.

Doch auch mit diesen zusätzlichen Orten sprang der kleinen Gemeinschaft die Lösung nicht unbedingt ins Auge und so wurde auf Magnatis Kristallei weiter eingegangen. Und sie diskutierten eine Weile über die richtige Formulierung, ehe man sich auf eine geeinigt hatte.

Die beiden Drachen verbanden ihrer aller Geist mit der merkwürdigen Präsenz des Eis. Ehe die Frage gestellt wurde:

Wo befindet sich der für uns am leichtesten erreichbare Zugang zum Arag in unserem derzeitigen Dasein?

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Es war warm.
Zunächst schön, dann aber immer heißer... unangenehm. Es brannte auf der Haut.
Mit einem mal waren sie in einem goldgelben Meer welches in höchster aufruhr war. Beinahe siedendheiße haushohe Wellen waren es, in denen sie schwammen und kaum zu atem kamen.
Die Wellen bewegten sie stetig und gewaltig in eine Richtung doch nichts war am Horizont zu erkennen.
Keine Orientierung möglich.

Bis schließlich schräg von vorne eine lange unwirkliche Brandung sich näherte. Riesige grüne Felsen stellten sich den Wellen entgegen. Brandung um Brandung zerschellte an dem grünen Stein und gab keinen Meter nach.
Und so blieb es. Lang. Ohnehin erschien Zeitgefühl als etwas sehr abstraktes und sehr fernes.
Mit einem mal erschien über ihnen ein Pfeil strahlend rot flog er hoch über ihren Köpfen. In seiner Flugbahn erschien ein großes rundes weises Gesicht am Himmel. Den Pfeil auf sich zukommend drehte das Gesicht sich weg, das dunkle Haupt verdunkelte den Himmel, und das letzte Weiß war gerade verschwunden, als der rote Pfeil es zu erreichen suchte.

Plötzlich ergoss sich ein Strom aus Grau zwischen den Felsen hervor, wischte über sie hinweg, riss sie mit sich, durchschlug die Wellen und preschte immer weiter vorwärts zurück in das heiße Wogen und stürtze schließlich inmitten der tosenden See in einen Schlund so schwarz wie die Nacht. Nein dunkler. So abgrundtief Schwarz wie die Urangst das alleine seins, kurz nach der Geburt.
Nur das in dem Schlund nicht die Leere war.
Denn die Leere blickte einen nicht zurück an.


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Und dann war es vorbei.
Die Kraft des Eis war dahin. Das immense Pulsieren war vergangen, der Schein weniger kristallin eher blechern und stumpf. Man konnte es Magnati ansehen, auch in seiner derzeitigen Gestalt, wie sehr ihn das schmerzte, doch gab er sich nur einen Moment diesem Gefühl nachzugehen.

Dann war er wieder da und blickte in die Runde und auf die Karte vor ihnen.
Welchen Ort wollte es uns sagen?






~~~ Irgendwann später in Nuru ~~~


Was Oberbefehlshaber Mum geritten hatte blieb wohl sein Geheimnis. In einem Versuch die noch immer nicht wieder völlig zusammengewachsenen Streitkräfte des Reiches und diejenigen Nurus näher zusammen zu bringen, war Assara mit einigen anderen Offizieren aus den anderen Abteilungen der Drachenauger Kaserne ausgewählt worden auf Völkerverständigung zu gehen. Sie sollten mit ihren fernen Kollegen in Austausch kommen und sich mit den Veränderungen in der Art und Weise wie die Schwarzklaue ihre Dinge handhabte vertraut machen und in Augenschein nehmen.

In der Theorie mochte das gut klingen, praktisch wurden sie seit ihrer Ankunft ständig zu Übungskämpfen herausgefordert.
Nachdem sich Kalaxesch gut geschlagen hatte, war Lance Amstrod gerade im Bogenschießen besiegt worden, da war es an dem zweiten Hauptmann ihre Truppe wieder in Führung zu bringen.

Ein großer Ork namens Perok stand ihr gegenüber. Sie kämpften natürlich nur mit Übungswaffen, aber der Morgenstern aus Hartholz, den er führte sah trotzdem nicht zum Scherzen aus.

"Perok werden, zeigen, das Wache aus Nuru besser sein, als Königshauptmann. Knochenbrecher! "


Und mit diesem Schrei stürzte er auf sie los.


~~~ Auch irgendwann später in Nighton ~~~


Der Tag war schon weit vorangeschritten, als der alte Herr durch die Tür kam. Sein Gesicht war schief und zeugte von einem gut überstandenen aber dennoch recht heftigen Schlaganfall.

Mit kundigem Blick und fröhlichem Interesse besah er sich den Laden und ging den durch die im Boden eingelassenen Steine vorgezeichneten Weg durch den hellen Raum. Dabei stütze er sich auf einen eleganten aber schon sehr alten Gehstock. Im Garten blühte es kräftig und der alte Mann blieb kurz stehen und schaute durch das große Fenster hinaus, ließ den Blick über die thematischen Felder streifen, lächelte verschmitzt und schief und dachte vermutlich an vergangene Tage.

Dann drehte er sich zu dem Verkaufstisch und machte sich bemerkbar.

"Ist die Ladenherrin da?
Prof. Archibald Mordecai, würde sie gerne sprechen."
« Letzte Änderung: Sa., 05. Jan 2019, 16:06 von Magnati »
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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #6 am: Sa., 05. Jan 2019, 13:25 »

"Oh, äh, guten Tag mein Herr", brachte Jack Zweiblum heraus während er überlegte, ob der alte Besucher vielleicht selbst der erwähnte Professor war und von sich selbst in der dritten Person sprach. Jedenfalls war dies keine gewöhnliche Kundschaft, denn erstens sah der Mann nicht so aus, als suchte er einen Blumenstrauß für seine Ehefrau seit vierzig Jahren, und zweitens fragte er ohne Umschweife nach der Ladenherrin, als wüsste er genau über Fräulein Ion Bescheid.
Jack antwortete ihm daher nur knapp: "Gewiss, mein Herr, sie ist im Wintergarten. Ich werde sie sogleich holen. Wen darf ich bitte ankündigen?"

Der Kopf des alten Herren ruckte herum und er starrte Jack Zweiblum irritiert an.
"Professor Archibald Mordecai, wie ich bereits deutlichst erwähnt habe. Qualitätssicherung der Schola Pacis, Fachbereich Garten- und Landschaftsbau."

Jack hob beschwichtigend die Hände und huschte davon. Im Wintergarten suchte er seine Herrin, und fand sie, wie sie gerade einen Kaktus von einer in die andere Ecke verfrachtete.
"Fräulein Ion, da ist ein Professor im Laden. Er hat Fachqualität im Gartenbau und kommt von der Schola Pacis. Er will Euch sprechen."
"Ah, danke Jack. Dann werde ich mal sehen, was ein Professor hier möchte. Würdest du bitte noch die anderen beiden Kakteen zu diesem hier stellen? In der alten Ecke ist es irgendwie zu kalt. Da muss das Glas undicht sein." 

Damit trat sie selbst in den Laden und ging zum Verkaufstisch. Schon überlegte sie, ob sie sich vielleicht dahinter postieren sollte, so als Bollwerk, denn der alte Professor blickte streng zu ihr herüber. Doch dann entschied sie sich, direkt vor ihn zu treten. Sie hatte nichts zu befürchten, vermutlich. Freundlich streckte sie ihm die Hand zum Gruße entgegen.
"Professor Mordecai, freut mich Eure Bekanntschaft zu machen. Mein Name ist Rorokpal Ion ..."
"Ich weiß, wer Ihr seid. Ihr habt Euer Zertifikat zur Pflanzenfachfrau erhalten nach Euren ... Studien bei Chryse Schönlieb. Euer Talent mit den verschiedensten Pflanzen zurecht zu kommen, ist mir schon damals aufgefallen. Leider habt ihr die letzte Phase eurer Ausbildung nach meinem... Ausscheiden aus dem Lehrbetrieb gemacht. Sonst hätten wir uns dort bereits kennen gelernt."
Er lächelte schief, was an seinem überstandenen Schlaganfall liegen mochte, ehe er weitersprach.
"Sicher hat Chryse Euch meine Arbeiten zur Parasitenbekämpfung vorgestellt? Die Aufsätze über natürliche Lebensräume für Grün- und Nichtgrünpflanzen? Wo sind Eure Nachschlagewerke über Pflanzenzucht, von mir verfasst im Jahre ... oh, schon lange her. Ich war ein außerordentlicher Doktorand."
"Äh. Chryse hat viele Dinge davon erwähnt. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass sie Euren Namen genannt hätte- bitte verzeiht, wenn Euch das pikiert."
"Soso. Hat Fräulein Schönlieb als vergessen, ihren Professor zu erwähnen ..."
"Bitte, tragt ihr das nicht nach. Sie wirkte ohnehin recht ... unkonzentriert. Als ich sie im Garten fand, stak sie gerade in einem Beet Eisenhut. Sehr gefährlich, aber auch nützlich, wie ich von ihr gelernt habe."
"Nützlich? Natürlich! Ihr würdet staunen, welches Klientur Bedarf an Akonit hat. Die zwittrigen Blüten des Aconitum sind zygomorph und fünfzählig. Charakteristisch sind die fünf blauen, gelben oder weißen kronblattartigen Kelchblätter. Aber das wisst Ihr sicher. Sehr giftig für Mensch und Tier."
"Also in meinen Garten kommt mir das nicht. Bislang hat auch noch niemand danach gefragt. Eisenhut ist ohnehin nicht sonderlich anspruchsvoll."
"Soso, nicht sehr anspruchsvoll sagt sie. Hat sie denn auch anspruchsvolle Gewächse? Eine Pflanzenfachkraft mit Zertifikat hat die Verpflichtung, ihr Sortiment um seltene und empfindliche Gattungen stetig zu erweitern. Also ... was habt Ihr da für Forschungsarbeit geleistet?"
"Mir sind seltene Samen einer narkotisierenden Pflanze aus dem Dschungel Isuas in die Hände gefallen. Ich erforsche diese noch, bevor ich die Kletterpfllanze wachsen lassen kann." 
"Aus Isua? Interessant. Wie ich sehe, ist bei Euch in der Tat nicht alles verloren. Also schön ... kommen wir zum Grund meines Hierseins. Fräulein Ion, bitte sagt eurem Angestellten, er möge nicht an der Tür dort lauschen! Das ist nun Privatsache."



« Letzte Änderung: Sa., 05. Jan 2019, 13:52 von Rorokpal »
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erzählendes Auge

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #7 am: Mo., 07. Jan 2019, 20:32 »

~~~ Rorokpal ~~~



Prof. Mordecai wartete einen Moment um seinen letzten Worten Wirkzeit zu geben.
Er war ganz außerordentlich zufrieden mit dem Auftreten des Fräuleins, von der Art ihres Umgangs zum einen und der gewandten Fachkonversation zum anderen.

Als er schließlich sicher war, dass sie sich vertraulich unterhalten konnten, begann er.

"Ich möchte in der Tat über eine andere exotische Pflanze reden, über die es nur wenig Aufzeichnungen gibt. Nachdem ich aus dem Lehrbetrieb ausgeschieden war, hatte ich Zeit und Muße mich ein wenig mit den, nun sagen wir, abenteuerlicheren Pflanzen zu beschäftigen. Und dieser einen werden ganz erstaunliche Eigenschaften zugeschrieben. Vermutlich ist auch sie nur ein Mythos, oder zumindest sind die wenigen Erwähnungen gänzlich übertrieben.
Aber Wie auch immer, ich will sie nicht auf die Folter spannen, gnädiges Fräulein:
Ich rede vom Traumzauberbaum  ."


Prof. Mordecai ließ einebedeutungsschwere Pause folgen, nur für den Fall, das Rorokpal angemessen beeindruckt war.

"Jenem Gewächs, dessen Blätter hypnotische Trance ähnliche Eigenschaften zugeschrieben werden, deren Wirkung sich zusätzlich noch ändert je nachdem wann man sie pflückt.
Dieser wechselvolle Metabolismus soll nach einer Quelle sich sogar innerhalb eines jeden Tages vollziehen! Stellen sie sich das vor, solch ein wechselvolles Spiel der inneren Pflanzensäfte in so kurzer Zeit!"


Aufregung spiegelte sich im Gesicht des alten Herren, welche jedoch gleich wieder eingefangen wurde und er mühte sich seine Gelehrten-Contenance zu pflegen.
"Auch wenn ich selbst annehme dass ein wechselnder Metabolismus gekoppelt an den Jahreszeiten sehr viel wahrscheinlicher ist. Vielleicht sogar verteilt über die ganze Lebensspanne eines Baumes. Aber... *chhhr* auch so wäre es *chrrrahh* ganz außerordent....*Hust, hust*"

Prof. Mordecai musste eine Pause machen, in der er hastig ein Taschentuch hervorzerrte und einen Hustenanfall darin versenkte.

"Der Wald in dem ich diese Art vermute ist wenig erforscht, keine größeren Siedlungen darinnen bekannt, lediglich am Rand einige Nomadenlager.
Aber am Rand konnte ich ihn bei meiner ersten Reise dorthin nicht finden. Vielleicht habe ich ihn auch dort übersehen, Sicher kann ich mir nicht mehr sein: Meine Augen sind zu schlecht und meine Finger nicht mehr genau genug für Feldstudien, gerade die rechte Hand... 
Ich musste leider einsehen, dass ich für eine längere Expedition in den tieferen Wald inzwischen zu alt bin..."

In den Augen des Professors spiegelte sich Wehmut bei diesen Worten.

"... zumindest allein.
Und deswegen bin ich hier:
Ich rüste eine kleine Expedition aus, um nicht zu sagen eine sehr kleine, da meine finanziellen Mittel begrenzt sind, und da ich keine herbarischen Aufzeichnungen über den Baum ausfindig machen konnte brauche ich jemanden mit eurer Vielseitigkeit in der Pflanzenkunde um ihn aufzuspüren.
Also um es offiziell zu sagen:
Fräulein Ion, ich möchte, dass ihr mir helft den Traumzauberbaum zu finden."


« Letzte Änderung: Mo., 07. Jan 2019, 22:56 von Magnati »
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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #8 am: Mo., 07. Jan 2019, 21:01 »

"Ich rede vom Traumzauberbaum" sprach der Professor und starrte Rorokpal erwartungsvoll an.
Ich glaube, du sollst Begeisterung zeigen. gähnte Feuer in ihrem Kopf und zog sich entspannt zurück. Offenbar hielt er diese Konversation nicht für sein Bier.
"Der Traumzauberbaum? Arbor somniae magicae?" wiederholte Rorokpal ungläubig. "Aber das ist doch nur ein Märchen unter den Studenten?"
War wohl ein Schlaganfall zuviel für den guten Professor.
Feuer! Wie unverschämt! Und niederträchtig!
Ja, sorry und so. gähnte der Quälgeist abermals.

Professor Mordecai ließ sich nicht ablenken von ihrem Unglauben, zwinkerte lediglich mit den Augen - oder war das wegen seines Zustandes? - und erläuterte die Eigenschaften des Traumzauberbaums, sogar einige Details, die Rorokpal noch nie gehört hatte.
"Niemals! Ein so schneller Metabolismus ... der Baum müsste Temperaturen nahe kochenden Wassers aufbringen, um ihn aufrecht zu erhalten. Dann könnte er freilich kaum intakte Membranen in seinen Gefäßen besitzen ..."

Ah ja, der Professor sprach ihr aus der Seele. Gekoppelt an die Jahreszeiten, viel wahrscheinlicher. Sie nickte bestätigend und freute sich plötzlich, mit einem so erfahrenen Professor eine Fachdiskussion zu führen. Er berichtete von einer früheren Expedition, die ihn zu einem Wald geführt hatte, in dem er den arbor somniae magicae vermutete - doch dann brachte er Rorokpal mit seinem Angebot aus der Fassung.

"Ihr meint, ich solle Euch begleiten auf die Expedition? Ihr habt bereits alles organisiert? Aber ... mein Laden ... Können auch Jack und Lindra übernehmen, so wie sonst immer wenn es eine abenteuerlicfhe Reise gibt. Und natürlich, wie schaut es mit Tagesgeld und Versicherung aus?Nicht dass es eine Rolle spielt, ich komme sowieso mit. Das steht schon mal fest. Es wird doch nicht gefährlich?  Und wenn schon, bin ich auch dafür vorbereitet." sprach sie in einem Schwall und ließ den Professor gar nicht mehr zu Wort kommen, da sie sich selbst alle Antworten auf ihre Fragen gab. Bei dem letzten Satz loderte eine Stichflamme über ihrer Handfläche auf und verschwand sofort wieder.

"Und wann geht es los?"

Einige Vorbereitungen wurden getroffen - ihr Angestellter Jack zog schon seine Augenbraue hoch, als Rorokpal begann, ihre Tasche zu packen. Er wusste bereits, was kam.
"Wieder auf Reisen, Fräulein? Ich hoffe, Ihr wisst dieses Mal, worauf Ihr Euch einlasst. Beim letzten Mal scheint es Euch ja übel erwischt zu haben ... zwei Pfeile in den Bauch ..."
"Danke Jack, für deine Sorge. Ich werde vorsichtiger sein, versprochen. Habe mir extra ein Kettenpanzer zugelegt, damit mir das nicht noch einmal passiert. Aber worauf ich mich einlasse - wer weiß das schon. Alles Gute, Jack. Pass schön auf die Kasse auf. Und die Pflanzen, natürlich."

Dann verließ sie die Gärtnerei und machte sich auf zum Treffpunkt mit dem Professor.

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Landolin

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #9 am: Mi., 09. Jan 2019, 23:39 »

***Noch auf der Aussichtsplattform des Hohenturms***

Für eine kurze Weile hatte sich der nightoner Apotheker tatsächlich der Illusion hingeben können, dass das diesjährige Treffen ausgesprochen konstruktiv verlief: Es hatte einige Hinweise gegeben – vage zwar, aber doch ein Hoffnungsschimmer. Dazu konnte man dem Kristallei womöglich weitere Informationen entlocken, wenn es wirklich die Verbindung zu einer so großen Wissensquelle darstellte, wie Magnati behauptete…
Was Landolin jedoch am meisten beruhigte, war der Umstand, dass sich sowohl Fjalladis als auch Darius sehr professionell benahmen und sich trotz des tiefen Risses in ihrem Vertrauensverhältnis zu keinem unbedachten Wort hinreißen ließen.

Doch natürlich blieb es nicht dabei… Ausgerechnet Magnati goss mit seiner Verwandlung Öl ins Feuer und ließ die Zuversicht des Hohentürmlers in eine angespannte Stimmung umschlagen.
“Ihr gönnt uns erneut nicht den weitaus gefälligeren Anblick eines Markus von Nighton?“, fragte er den Gestaltwandler gespielt beiläufig, konnte eine gewisse Schärfe in seinem Tonfall jedoch nicht verbergen.
“Ich hätte mehr Respekt von Euch erwartet - der Gastfreundschaft des Hohenturms gegenüber – und gegenüber denjenigen, die Ihr um Hilfe ersucht habt.“
Der Schattendrache wusste doch spätestens seit den Geschehnissen um Finkelnest, was Fjalladis von seiner alternativen Gestalt hielt… Warum also provozierte er sie und somit auch Landolin bewusst?
Der Heiler warf der Erzmagierin einen besorgten Blick zu. Die Drachen, die sie so sehr verehrte, machten es ihr in letzter Zeit wahrlich nicht leicht…

***Im Versuchslabor***

Die Karte veränderte sich, um all den genannten Punkten zu entsprechen, die als Schnittstellen in Frage kamen. Landolin konnte die Kunstfertigkeit seines Gildenbruders nur bewundern – doch die Schönheit und Detailgetreue des Modells reichten nicht aus, um einen Zugang zum Arag offensichtlich werden zu lassen. Natürlich nicht, denn dieser Ort war nicht umsonst seit Jahrhunderten verschollen…
Somit war es wohl an der Zeit, das rätselhafte Ei zu befragen.

Die Bilder, die bereits einen Moment nach der Fragestellung einsetzten, waren verwirrend und mit deutlich spürbaren, großteils unangenehmen Gefühlen verknüpft...
Ansteigende Hitze erfüllte sein Denken und verdrängte die Fragen danach, ob es sich bei den gezeigten Bildern um eine Art Erinnerung des Eis handelte oder ob sie aus einer gänzlich anderen Quelle stammten. Wie verloren trieb er in der brühenden Leere, bis endlich eine Reihe Felsen dem Auge halt bot.
Aussagekräftiger wurde der Gedankenstrom dadurch jedoch nicht – oder war ein einfacher Mensch wie Landolin schlichtweg nicht in der Lage, mehr in den abstrakten, drachischen Bildern zu sehen als gelbe Wellen und Gestein?

Da: Ein roter Pfeil und ein sich verdunkelndes Gesicht am Himmel! Der Mond, ganz bestimmt, schoss es dem Heiler durch den Kopf, doch noch ehe er über die weitere Bedeutung dieser Erkenntnis nachsinnen konnte, wurde er von einer zweiten, diesmal grau gefärbten Flut mitgerissen – und diesmal teilten sich die gelben Wellen und gaben einen Abgrund frei, der so bodenlos zu sein schien, dass nicht einmal das Wissen, sich in einer Vision zu befinden, die aufkeimende Verzweiflung gänzlich unterdrücken konnte…


Es fiel Landolin schwer die Eindrücke abzuschütteln – und noch weitaus schwerer, sie mit einem konkreten Ort in Verbindung zu bringen.
Sein Blick wanderte zu Fjalladis und Christian, in der Hoffnung, dass sie als erfahrene Magier mehr mit den erhaltenen Informationen hatten anfangen können, während sein Gehirn langsam damit begann, die verwobenen Bilder aufzuschlüsseln.
Der Abgrund mit dem in der Tiefe lauernden, fremdartigen Bewusstsein… vermutlich der gewünschte Zugang zum Arag, wenn ihre Frage gehört worden war. Und das unerträglich heiße, gelbe Meer – eine Wüste?
Doch noch war der Apotheker nicht bereit, auch nur einen einzigen Verdacht laut zu äußern…

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Hibernus

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #10 am: Do., 10. Jan 2019, 11:21 »

Je länger er Fjalladis, Landolin, Magnati und Christian zuhörte, umso mehr Respekt bekam er vor ihnen. Mehr noch als zuvor, denn sie schienen schon so viele sagenumwobene Orte gesehen zu haben - viel mehr noch als er in den letzten ereignisenreichen Tagen, dass die Karte am Ende durchaus beeindruckend aussah.

"Der Orakeltempel in Isua wäre auch noch ein Ort, der eine große Macht ausstrahlt.",  fügte er hinzu und deutete auf jene Gegend im Herzen von Isua, ein wundervoller doch genauso gefährlicher Ort, wenn auch nur um selbst noch etwas beitragen zu können, nachdem Fjalladis völlig korrekt bemerkt hatte, dass auch Orte von geringerer Macht von Bedeutung sein konnten.

Schließlich war es soweit. Zusammen mit Magnati sponn er eine gedankliche Verbindung zwischen dem Kristallei und den Anwesenden, da die Vision durch die Gedankensprache übermittelt werden sollte. Ein letztes Mal prüfte er, ob er die Aufmerksamkeit der Schwarzdrachin spüren konnte, doch im Moment schien sie zu schwach zu sein um Einfluss zu nehmen.

Trotz seiner Vorbereitung und seiner Erfahrung mit der Gedankensprache war die Vision selbst überwältigend und so überzeugend wie das beste Blendwerk. Von Anfang an war die Erfahrung für ihn unangenehm, da er alle Wärme außer seiner eigenen Flamme nicht besonders schätzte. Es wurde nur schlimmer, da er sich in den endlosen Wogen aus heißem Sand gefangen fühlte. Endlos schien dieser Zustand anzuhalten, bevor hochaufragende Klippen aus gtünem Stein in Sicht kamen, welche den endlosen Wogen standhielten.

Zeit schien fast jede Bedeutung verloren zu haben an diesem Ort, jedenfalls kam er sich irgendwie zeitlos vor. Wie lange hielt diese Vision bereits an? An so viel konnt er sich jedenfalls erinnern, dass dies nur eine Vision war und sie nicht wirklich an diesem Ort waren. Bis plötzlich ein großer roter Pfeil über die Klippen schoss und sein Blick folgte diesem hinauf zum Himmel, an dem ein rundes Gesicht stand, welches sich langsam abwandte. Der Himmel verdunkelte sich ganz, bevor der Pfeil es erreichend konnte. Das Krachen der Klippen lenkte seine Aufmerksamkeit zurück auf die endlosen Wellen. Eine graue Flut ergoss sich über die Wellen aus Sand, riss die Klippen mit sich und teilte dieses merkwürdige, schmerzbringende Meer, bis es sich in einen endlos tiefen Schlund ergoss... das letzte was Sie sahen, sah auch sie und starrte aus der Dunkelheit hinauf.

Wie eine Muschel schnappte die gedankliche Verbindung in diesem Moment zu. Sofort wurden alle Verbindungen zu den anderen Geistern um ihn herum gekappt, auch wenn sein Blick nicht mehr im Jetzt und Hier lag. Er starrte in die Ferne, durch die Wände dieses Raumes hindurch in jenen Abgrund. Seine Augen schienen zwischen Darius und Irator hin und her zuflackern, jene Laune der Magie welche die Anwesenheit des jeweils Anderen verriet und ein dünnes Rinnsal aus Blut floss aus seiner Nase und sein Gesicht herab. Sein Kiefer war so hart angespannt, dass seine Zähne knirschten, seine Hände waren zu Fäusten geballt, ja sein ganzer Körper schien gespannt, als er im Geiste darum kämpfte sich von diesem Anblick wieder loszureißen.

Unversehens war es dann vorbei. Er blinzelte und seine Augen normalisierten sich wieder, sein Blick klarte auf und er sah sich verwirrt um, wie jemand der plötzlich aus einem tiefen Traum erwacht war.

"Das... war mehr als ich erwartet hatte."
, keuchte er und bemühte sich wieder ruhiger zu werden. Warum raste sein Puls nur so?

Um sich wieder zu fassen ging er nocheinmal kurz das Gesehen gedanklich durch. Was hatten diese Bilder zu bedeuten? Normalerweise war die Gedankensprache leicht verständlich und es schwang immer Bedeutung und Absicht dahinter. Doch diesmal war er ratlos.

"Was könnten diese Vision zu bedeuten haben? Handelt sich um einen Ort am Meer? Oder doch eher ein Ort der durch eine Katastrophe vernichtet wurde?"

Noch immer fiel ihm nicht auf, dass seine Nase blutete, als er auf einen Punkt an der Küste Dragonias, nördlich der Elfenwälder deutete. "Ist hier nicht einmal eine Stadt der Elfen ins Meer gestürzt?", fragte er in die Runde bemüht nicht zu zeigen wie sehr ihn die Vision mitgenommen hatte.

-2 Mana für Gedankenverbindungen dank der Hilfe von Magnati
« Letzte Änderung: Do., 10. Jan 2019, 23:30 von Darius »
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Christian

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #11 am: Do., 10. Jan 2019, 21:13 »

Christian schüttelte auf Landolins Nachfrage, ob der Raum die Verbindung zu dem Raum stören würde, kurz den Kopf.

Zumindest unsere Verbindung dazu wird nicht gestört.

Dann gab Darius das Signal und die Karte bildete sich, auch wenn es den Magier sichtlich anstrengte. Schließlich war diese soweit fertiggestellt, wie er sie in seinen Gedanken wahrnahm. Fjalladis meinte, dass auch weniger bedeutende Orte hilfreich wären, um den Verlauf der Linien zu verdeutlichen, weswegen er dann noch ein paar der genannten Orte darauf markierte.

Danach wurde das Kristallei befragt und sie erhalten in gedanken eine Antwort, die von Darius an alle weitergeleitet wurde. Allerdings schienen diese sehr real zu wirken, weswegen auch der Retter des Drachenauges beim Anblick des goldgelben Meeres ins Schwitzen kam. Ein paar Sekunden musste er sich dann doch von dem gezeigten erholen, nachdem die Gedanken mit einem Blick in eine scheinbar zurückblickende Leere geendet hatten.


Das war sehr eindrucksvoll.

Schon besah er sich die Karte und suchte einen Ort, auf den das Gezeigte zumindest halbwegs passen sollte.

In der versunkenen Elfenstadt war ich bereits, dort ist mir neben den Meereselfen und gewaltigen Tintenfischen der Finsternis aber nichts Besonderes begegnet. Ich habe da eher den Wald der Wünsche in Verdacht, schließlich grenzt dieser an die Schildkrötenwüste, welche mit dem goldgelben Meer gemeint sein könnte, und die Drachenberge, welche das grau darstellen könnten, während der Wald selbst grün ist. Und wenn man diese vier Punkte kreuzweise verbindet, treffen sie ziemlich genau auf die andere Seite der Drachenberge von Finkelnest aus gesehen. Aber der rote Pfeil und dieses Mondgesicht sagen mir nichts, es kann aber eine Zeitangabe sein. Vielleicht sollen wir an dem gesuchten Ort bei Neumond vorbeischauen, wenn der Mond am wenigstens zu sehen ist. Aber der rote Pfeil...hmm. Für mich steht dieser in Zusammenhang mit den Schattentänzern, da dieser von ihnen bei Gefahr abgeschossen wird, um alle zusammenzurufen. Doch ich denke, dass er hier wohl eine andere Bedeutung haben könnte.

Noch immer schien er in die Karte versunken. Aber ihm fiel kein anderer Ort auf, der der Vision näher kam, so sah er doch in die Gesichter der Gefährten, ob jemand einen besseren Einfall hatte. Dabei bemerkte er zwar auch das Bluten des verwandelten Eisdrachen, schob dies jedoch auf die für den Drachen sicher noch eindrücklichere Vision, da er diese ja direkt abbekommen hatte und für die Gefährten bestimmt bereits abgemildert hatte, damit sie davon nicht erdrückt wurden.


-1 MP für Ergänzung der Karte -> 54/65 MP
« Letzte Änderung: Sa., 12. Jan 2019, 05:45 von Christian »
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Asarra

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #12 am: Do., 10. Jan 2019, 22:14 »

Diese ganze Mission war irgendwie ein wenig... seltsam. Oberbefehlshaber Mumm hatte allerernstens die Amazone für einen Ausflug nach Nuru ausgewählt, um die dortigen Truppen kennen zu lernen und engere Verbindungen zu knüpfen. Beinahe hätte Asarra ihm offen ins Gesicht gelacht, als sie den Auftrag erhalten hatte. Aber nur beinahe, schliesslich war sie Soldatin und hatte ihre Gesichtszüge in der Regel unter Kontrolle. Dennoch...

Mit Runshak hatte sie bereits einige Abenteuer bestritten und gemeinsame Gegner niedergemacht. Aponi'Kasa war ihre vertraute Gildenschwester. Nuru im allgemeinen ihre Stadt der Wahl, wenn sie nicht im Dienst war und nicht darauf achten wollte, wie sie in der Öffentlichkeit auftrat. Und Darius.. mit dem drachischen Hauptmann der hiesigen Kaserne war sie seit ihrem letzten Ausflug nach Isua weit tiefer verbunden, als sie sich jemals hätte vorstellen können. Ob das mit ein Grund war, dass der Eisdrache nirgends zu sehen war?

Obwohl die grosse Amazone selbst nicht gerade mit einer schmalen Statur gesegnet war, sah sie im Vergleich mit dem Ork doch aus wie eine halbe Portion. Sie grinste allerdings nur und zuckte mit den Schultern. Sollte das Ungetüm doch kommen.

Tatsächlich dauerte es nur einen Herzschlag, da sprang die orkische Wache auf sie los. Die Amazone duckte sich seitlich unter dem Schlag weg, doch die leichte Streifung ihres Oberarms tat entschieden mehr weh, als dass sie erwartet hatte. Asarra biss die Zähne zusammen und drehte sich um, das herausfordernde Grinsen noch immer auf den Lippen. Tatsächlich liess sich der Ork zu einem weiteren überhasteten Angriff verleiten, dem sie mühelos auswich.

"Genug getanzt." Knurrte die Amazone, wobei ihre tiefe Stimme nicht annähernd so beeindruckend klang wie das Grollen des Orks. Mit einer geschmeidigen Bewegung aus der Schulter liess sie ihre Peitsche hervorschnellen, um dem Rüpel den Knüppel aus der Pranke zu schlagen. Dann holte sie mit ihrer Axt aus.

Wer gerne austeilte, sollte auch einstecken können.

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Fjalladis Radran

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #13 am: Sa., 12. Jan 2019, 02:11 »

Mit kaltem Blick nahm die Hochelfe Magnatis Verwandlung zur Kenntnis, doch während Landolin durchaus recht offene Kritik äußerte, starrte sie nur mit ausdrucksloser Miene zu den anderen Anwesenden, als gäbe es den Schattendrachen schlichtweg nicht mehr.

Zumindest schienen die Drachen sich für die Befragung des ominösen Eis kurzfristig wieder auf das Potenzial ihres stolzen Volkes besinnen zu können – und die Vision, die sie alle kurz darauf zu sehen bekamen, war mehr als beeindruckend. Unangenehm, doch beeindruckend, und sie lieferte durchaus einige interessante Informationen. Während Darius und Landolin im Anschluss noch etwas benommen wirkten, tat Fjalladis es dem Magier gleich – ihre Augen huschten sehr gezielt über die durchscheinende Karte und blieben ebenfalls im Bereich des Waldes der Wünsche hängen. Sollte es wirklich ein solcher Hohn sein, dass das, wonach sie all die Jahre gesucht hatten, so dicht vor ihren Nasen beziehungsweise Schnauzen gelegen hatte? Von Nighton aus praktisch nur einen Flug übers Gebirge entfernt?

„In der Vision traf am Ende des Grau der Berge auf das Gelb der Wüste“, schloss die Erzmagierin sich Christians Vermutungen an. „Das wäre dann etwa hier“, meinte sie mit einer Geste auf den entsprechenden Punkt, bevor sie auf eine Stelle tiefer im angrenzenden Wald wies. „Im Wald selbst allerdings soll sich der Brunnen der Wünsche befinden. Sollte es möglich sein, dass er nach Wissen strebenden Wesen Zugang zum Arag zu gewähren vermag...?“

Sie vermied es, Magnati auch nur flüchtig anzusehen, und heftete stattdessen einen aufmerksamen Blick auf Darius, als dieser seine Ideen einbrachte. Ihre Augen folgten seiner Geste jedoch kaum und blieben vielmehr an seinem seit geraumer Zeit zumindest wieder etwas ansehnlicheren Antlitz hängen.

„Ihr blutet“, stellte sie tonlos fest, doch obwohl es im ersten Moment wie eine reine Feststellung klang, so mochte ihr leicht angespannter Unterton doch etwas Alarmierendes an sich haben.

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erzählendes Auge

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #14 am: Mo., 14. Jan 2019, 23:25 »

~~~ Runde II ~~~


Während Magnati die Stufen hinunter in den Gang schritt, der sich von der Plattform in die Tiefe des Turms drehte, wurde er von Landolin angesprochen, auf 'Markus von Nighton'. Magnati hob eine Augenbraue und machte ein unbestimmtes Geräusch linder Überraschung und antwortete dem Heiler in einem privaten Gedanken.

Ihr habt mich also letztes Jahr doch erkannt, als ihr euren Karren kauftet.
Ganz sicher war ich mir nicht gewesen...

Magnati entging der Ton nicht, aber er ging nicht weiter darauf ein. Wer wusste schon was den Heiler jetzt wieder über die Leber gelaufen war.

Aber nein, dies ist nicht der Ort für ihn.

“Ich hätte mehr Respekt von Euch erwartet..."

Etwas straffte sich im Körper der orkischen Hülle und er wurde langsamer.
"... der Gastfreundschaft des Hohenturms gegenüber..."
Mit einem harten, doch leicht irritierten Blick wandte er sich zu Landolin hinunter und blieb stehen.
Des Hohenturms...?
"– und gegenüber denjenigen, die Ihr um Hilfe ersucht habt.“


Daher wehte also der Wind. Magnati schaute Landolin missbilligend an.

Ihr werft mir fehlenden Respekt vor? Was ist mit eurer Respektlosigkeit einer ganzen Rasse gegenüber? Gegenüber Kampfgefährten mit denen ihr Seite an Seite kämpftet? Solch Kritik, vom 'Herrn der schwarzen Reiter', der noch dazu in der orkischen Zunge bemächtigt ist und dessen Kampfgefährten in der dunklen Sprache?
Für mich klingt das widersprüchlich.
Schaut nicht so. Denkt ihr wirklich ich hätte mich mit Zephyrah nicht ausführlich über die Begebenheiten auf dem Weg nach ZeschZach'Arr unterhalten?

Falls ihr hier also eher versucht Fjalladis Schlachten zu schlagen: Ich denke nicht, das dies notwendig ist. Wie viel älter ist sie als ihr? Vier mal?
Und schiebt nicht den Hohenturm vor. Meines Wissens teilt Christian di Asturien diese pauschale Ablehnung nicht.

Ja, ich ersuchte eure Hilfe. Aber ich werde sie mir nicht erkaufen... und auch nicht erbetteln, Landolin Dennhardt.


Damit drehte sich der verwandelte Schattendrache herum und folgte mit längeren Schritten den anderen die inzwischen ein ganzes Stück weiter vorne waren.

~~~~~


Magnati ließ die anderen sprechen konnte jedoch bei vielem nur zustimmen. Der Wald der Wünsche und die Schildkrötenwüste erschienen auch ihm am ehesten dem zu entsprechen. Blieben das weiße Gesicht und der rote Pfeil. Welchen einige als Mond, bzw. als Neumond oder Finsternis ansahen.

Ich halte es auch für sehr wahrscheinlich, dass es sich um eine Ort, und eine Zeitangabe gehandelt hat.
Wenn es nur ein gut versteckter Ort gewesen wäre... vermutlich wäre Arag gefunden worden. Aber wenn man auch lediglich zu einem bestimmten Zeitpunkt den Zugang zum Arag finden kann, macht es dergleichen um ein vielfaches schwerer.

Mit Bewunderung blickte der verwandelte Drache das Ei in seiner Hand an. Sie hatten wahrlich Glück gehabt, das es ihnen nicht nur den Ort gezeigt hatte. Es muss gespürt haben was sie wollten, trotz der viel rudimentären Gedankensprache, welche Darius und Magnati nutzen.

Doch noch galt es den Ort genauer zu finden.
Fjalladis argumentierte:
„In der Vision traf am Ende des Grau der Berge auf das Gelb der Wüste. Das wäre dann etwa hier.“

Magnati ließ die Hochelfe ihre Argumentation beenden, hatte jedoch zweifel.
Nur waren die Felsen grün und nicht grau... ich denke ebenfalls, dass damit der Wald gemeint ist. Was der graue Strom ist... vielleicht ein Wasserlauf?

Wie auch immer würde es für weiter südlich sprechen, so weit weg von den Drachenbergen, dass sie als Orientierungspunkt in der Vision vernachlässigbar waren.


Und so deutete Magnati an der südlichen Hälfte des Waldes entlang.
Auf Fjalladis Kommentar, nahm auch der Schattendrache den Eisdrachen in Augenschein.
Einen privaten Gedanken öffnend schickte er der leicht überfordert aussehenden Elfengestalt ein Bild seines Antlitzes, damit er auch ohne Spiegel wusste, wo das Blut lang lief.

Alles in Ordnung bei euch?

Doch Darius hatte Schwierigkeiten alle im Raum richtig zu verstehen und wahrzunehmen.
Etwas lenkte ab, störte versuchte Aufmerksamkeit zu erregen.
Etwas war aufgewacht.
Ein sich regen im dunklen seines Unterbewusstseins.
Wie Raubtiere in der Nacht außerhalb vom Schein des Feuers des gesunden Geistes.


Nachdem der Schattendrache sich sicher war, dass Darius Zustand nicht kritisch war, wandte er sich wieder der Karte zu.

Wenn das weise Gesicht der Mond ist. Was ist dann der Pfeil...
Von wo kam er überhaupt her, erinnert sich jemand?
Er ist auch gar nicht kleiner geworden während seines Fluges...



~~~ Irgendwann in Nuru ~~~


Perok konnte einen Schrei ob der Strieme die ihm die Peitsche verabreichte nicht verhindern. Und als dann sein Morgenstern aus seiner Hand flog, versuchte er diesen festzuhalten, was ihm jedoch nicht gelang, stattdessen stolperte er, von dem schnellen Angriff überrascht nach vorne, sodass ihn der Angriff mit der stumpfen Axt schwer traf und ihm die Luft aus dem Brustkorb trieb.

Er hatte die kleine Frau unterschätzt. Er durfte nicht noch mehr starke Treffer einstecken sonst ging er hier zu Boden. Das durfte nicht sein!
Der ork ließ das Schild fallen und mit einem Schrei und ein einem erstaunlich großen Satz stürzte sich der Ork auf Asarra. Er war zu nah, als dass sie noch hätte ausholen können. Der Ork riss sie mit sich zu Boden und startete ein Handgemenge, sodass sie die Reichweite und Stärke ihrer Waffen nicht mehr ausnutzen konnte.

Die großen langen Arme schlossen sich um ihren Oberkörper und versuchten ihr die Luft abzupressen. Der ganze Hof johlte ob des gelungenen Konters.


~~~ Irgendwann in Nighton ~~~


Prof. Mordecai war etwas überrascht von dieser Art Selbstgespräch die er beobachtete. Schon begann er sich zu fragen, ob die Kräuterkundlerin sich vielleicht mit bestimmten Pflanzen ein wenig zu sehr beschäftigt haben mochte... aber dann sagte sie zu, was ihn doch sehr erfreute.
Immerhin sollte die Expedition bald losgehen, den Ersatz den er bekommen hätte wäre sicherlich nicht so vielversprechend.

"Das freut mich zu hören. Die Vorbereitungen für die Expedition benötigen denke ich noch zwei Tage, so das Sie alle Zeit haben sich um ihre Angelegenheiten zu regeln.

Der
Hof Lenfold  nahe der Stadtgrenze, von dort werden wir zum Sonnenaufgang losfahren.
Ich erwarte sie dann dort."


Der Professor machte sich auf seinen Weg. Schaute noch einmal in den Garten, wo Spatzen in einer Wasserschale planschten und ein Sperlingskauz auf dem Zaun saß.  Die Sonne schien noch. Es versprach noch ein schöner Abend zu werden.

~~~~~


Der Hof Lenfold lag wenig idyllisch fast genau an der Straße. Er war eine der Höfe wo viele Händler, welche die schwierige Route über die Berge in Angriff nahmen, noch einmal ihre Pferde Heu fressen und Wasser trinken ließen und vielleicht noch eine Brotzeit einnahmen.

Die Sonne schälte sich gerade über die Elfenwälder im Osten, als Rorokpal ankam.
Prof. Mordecai und ein junger schlaksiger Mann standen vor dem Hofhaus und diskutierten miteinander, eigentlich stritten sie. Ziemlich laut.
Beziehungsweise noch versuchte der Professor ruhig zu bleiben.
Der Wagen, den man dahinter sehen konnte, was noch immer nicht fertig beladen und das Pferd war anscheinend noch nicht richtig vorgespannt gewesen, denn das Pferd, ein recht alter Gaul mit grauem Fell, knabberte etwas Gras und hatte die Schlaufen beinahe vollständig abgeschüttelt.


"Supa. Essen für drei und Wasser für vier Tage. Und wat wolln wa dann machn wenn wa mitn ufm Pass festsitzen?"

"Wir werden zwischendurch unsere Vorräte auffrischen müssen, aber wir sollten einen der Zwergenhandelsplätze erreichen, das wird schon, Rudi."

"Und wenn ne Echse nach uns kiecken kommt?
So knausrig wie se mit da Verpflejung sind, hamse bestimmt nich viel für den Fall zurück jehalten..."


Jetzt wurde auch der Professor laut.
"Ja, ein gewisser Student wollte ja unbedingt eine Gefahrenzulage haben, die er auch noch vorher ausgezahlt haben wollte."

"Sie könn' ja och der Kräutahexe wenjer bezahln."

"Also das ist doch! Sie wird mir helfen den Baum zu finden! Darum geht es bei dem ganzen hier! Ein Musikstudent der von seiner reichen Tante abgesägt wurde kann mir da leider nur bedingt weiterhelfen!"


Alles in allem sah es nicht so aus, als würden sie pünktlich loskommen.

« Letzte Änderung: Di., 15. Jan 2019, 09:30 von Magnati »
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