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   Autor  Thema: [Abenteuer] Miasma (Gelesen 2984 mal)
Phelan

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #45 am: Do., 28. Mär 2019, 00:46 »

Runde V


Anstatt sich wirklich auszuruhen, machte Njatescha in der Kathedrale etwa dort weiter, wo sie in der Apotheke aufgehört hatte: Sie ging den Priestern und Heilern so gut sie konnte zur Hand. Und als die ersten Patienten kollabierten, wurde auch jede Hilfe gebraucht. Zumal die junge Adelige in etwa sagen konnte, wie die Waldelfe die Kinder behandelt hatte. In all der Aufregung hatte sie noch gar nicht darüber nachgedacht, ob ihr selbst ein ähnlich drastischer Krankheitsverlauf bevorstand.

Shikra hatte unterdessen den Weg nach Krakingen angetreten, um die Mutter der beiden Sorgenkinder zu besuchen. Trotz der detaillierten Beschreibung war es nicht leicht die kleine windschiefe Hütte unter all den fast identischen Behausungen zu finden. Daher war es kaum verwunderlich, dass sie schließlich an der falschen Tür klopfte. Doch die alte Nachbarin, die ebenfalls nicht wirklich gesund wirkte, konnte die Heilerin dann zum richtigen Bauwerk führen.

Livia, die totenblasse Mutter der Geschwister, musste sich schwer an die Bretterwand lehnen, da sie sich auf ihre zittrigen Beine nicht wirklich verlassen konnte. Wenn sie nicht die vertraute Stimme der Nachbarin gehört hätte, wäre sie vielleicht einfach liegen geblieben. „Was gibt‘s?“, fragte sie und ihre gläsernen Augen schienen durch Shikra hindurch zu blicken. Doch als sie begriff, dass es um ihre Kinder ging, wurde sie gesprächiger. Sie erzählte von den ersten Anzeichen, der Appetitlosigkeit, dem Ausschlag. Dann war das Fieber gekommen. Nach dem Besuch in der Apotheke war es besser geworden, doch als es heute mit voller Wucht zurückgekehrt war, hatte sie ihre Kinder wieder zur Heilerin geschickt…

***

Ein Funke Hoffnung blitzte in den Augen der Orkin auf, als der Kutscher ein gewiss wertvolles Wundermittel hervorholte. Schließlich ging er sogar so weit, es als letzte Chance für ihren Umggar zu bezeichnen. Und tatsächlich reagierte der grünhäutige Hafenarbeiter auf das Fliederöl des Herrn von Muesig: Er regte sich, seine Lider flatterten und dann… würgte er. Wenn ein Ork würgt, dann ist das kein schöner Anblick. Und auch die anderen Sinne müssen sich in solch einer Situation auf unangenehme Überraschungen gefasst machen.

***

Zusammen mit Woizan, der ihr vom Rattenfänger erzählt hatte, erreichte Kaira die Kathedrale. Dort konnten sie auch gleich Landolin dabei helfen kollabierende Patienten zu stabilisieren. Die Möglichkeit, dass bald schon mehr der Kranken ähnliche Symptome zeigen könnten, hing unangenehm in der Luft. Doch zumindest konnte sich die Amazone darauf verlassen, dass weitere Helfer die Stellung im Krankenlager halten würden, während sie hier war.

Zum Glück hatte sich die Lage etwas beruhigt, bis weitere Helfer eintrafen, um die nächsten Schritte im Kampf gegen die Seuche zu besprechen. So konnten sich auch die Heiler zu der kleinen Runde gesellen. Der Vorschlag die doch recht zweifelhaft wirkenden Seuchenärzte zu überwachen, schien zwar keine schlechte Idee zu sein. Doch die Einwände machten schnell klar, dass dafür im Moment die Kapazitäten fehlten. Und auch, dass sich die fremden Quacksalber wohl kaum bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken lassen würden, war sicherlich richtig. Stattdessen wollte man darum die unterschiedlichen Spuren zu den Ratten, den mutmaßlichen Krankheitsüberträgern, weiterverfolgen.

Bevor sich die Versammlung auflösen konnte, erreichte ein Bote die kleine Runde. In Eldanor seien erste Krankheitsfälle aufgetreten. Und obwohl dort die Versorgung mit sauberen Wasser, hochwertiger Nahrung und Heilkräutern gewiss besser war, als in der schon länger betroffenen Unterstadt – einige der Herrschaften Eldanors leisteten sich sogar eigene Heiler – war die Nachricht natürlich äußerst wichtig und dringend.

Und noch eine Botschaft erreichte die Kathedrale nur wenig später. Die Zwerge in Umraschkor hatten begonnen sich abzuschotten. Sie würden sich jetzt um sich selbst kümmern, da ihre Belange ohnehin nicht ernst genommen würden. Und die nahezu tunnelartigen Straßen ihres Viertels waren durchaus dazu geeignet anderen den Zutritt schwer zu machen.

***

Landolin hatte Fjalladis zu der gut versiegelten Ratte geführt. Da die geplanten Rituale wohl eine Weile dauern würden, kehrte er zu den Krankenlagern zurück, während die Erzmagierin ihre Vorbereitungen traf. Erst nachdem sie die gebotene Vorsicht hatte walten lassen und ein Schutzkreis gezogen war, begann sie mit ihrer eigentlichen Arbeit.

Schon bald war die Hochelfe sich sicher, dass sie es mit keinem reinen Shikaranim sondern mit einer Mischung aus Dämon und Tier, die es eigentlich nicht geben sollte, zu tun hatte. Die räudige Gestalt, die so mager war, dass man kaum glauben konnte, dass das Wesen ertrunken und nicht schon längst verhungert war, und der tiefe Purpurton der Augen, gaben aber deutlich Aufschluss darüber, wie stark das dämonische Blut in seinen Adern geflossen sein musste. Solch ein Wesen war gewiss nicht durch Zufall oder eine Laune der Natur entstanden. Dazu passte auch, dass die Rituale darauf hindeuteten, dass die Kreatur nicht in Drachenauge sondern weit im Westen geboren worden war. Ein schwacher Geruch nach Schwefel begleitete diesen Eindruck…

***

Geschickt durchtrennte Domitia mit ihrem Sonnschwert den Leib der leidenden Rattenmutter ohne sich mit dem unangenehm riechenden Blut des Nagers zu besudeln. Auch eines der vollständig entwickelten Jungen im geschwollenen Bauch der Ratte hatte sie mit demselben Streich getötet. Dort wo sich das Dämonenblut und die Klinge trafen zischte es leise und feiner Dunst stieg auf.

Drei weitere magere, rotäugige Kreaturen aus der unheiligen Brut versuchten in dunkle Winkel und Ritzen zu entkommen, doch Myriel war darauf vorbereitet. Bevor sie weit kommen konnten, wurden sie von hungrigen Flammen eingehüllt. Der kurze Augenblick, in dem das Licht der Welt diese Mischwesen erblickt hatte, hatten der Erzmagierin aber gereicht, um einiges zu erkennen: Dies waren keine Halb- sondern vielleicht Vierteldämonen gewesen. Offenbar hatten sie versucht sich den Weg aus dem Mutterleib heraus freizunagen und hätten das Rattenweibchen dabei sicher getötet.

Domitia nutzte die abgedeckte Grube, um sich von dem grausigen Schauspiel, das die Nager geboten hatten, abzulenken. Die beiden Frauen brauchten nicht lange, um direkt über ihnen einen Flaschenzug zu entdecken. Da das Dachgebälk, an dem er befestigt war, etwas morsch wirkte, war er wohl nicht dazu geeignet, um ihm noch große Lasten anzuvertrauen. Aber dazu die Bohlen zu bewegen, war er durchaus noch zu gebrauchen.

Schon bald hatten sie eine Öffnung freigelegt, durch die sie problemlos nach unten gelangen konnten. Und sie hatten auf der richtigen Seite angefangen, denn direkt zu ihren Füßen führte eine Leiter hinab in einen geräumigen Keller, in dem sich große Fässer reihten. Von irgendwoher wehte ein leichter Kanalgeruch zu ihnen und in einem entfernten Winkel glaubten sie das schwache Flackern eines Feuer zu erkennen.

***

Der Weg zum Rattenfänger führte Kaira und Barbelin nach Krakingen. Woizan warnte auch die junge Priesterin vor, dass der Zugang zur Behausung des gesuchten Mannes nicht gerade angenehm war. Wie ernst er das meinte, wurde offensichtlich, als sie den Hauptzufluss des Kanals ins Hafenbecken erreichten. Der Helfer holte eine Laterne hervor und folgte einem schmalen Sims, der wie eine fragwürdige Uferpromenade an dem braunen Fluss entlang unter die Erde führte. Auf diesem bröckelnden Mauervorsprung ging es, ohne das Gewässer überqueren zu müssen, immer nach links. Die Abzweigungen führten sie dankenswerter Weise vom Hauptkanal weg, aber der Geruch war auch hier noch unerträglich genug.

Schließlich erreichten sie einen Abschnitt, an dem der Sims ganz verfallen war. Dafür führte eine Art Hängebrücke über die braune Brühe und direkt auf ein unregelmäßiges Loch in der gegenüberliegenden Wand zu. „Weiter als bis hierher bin ich nie gekommen“, bemerkte Woizan. „Aber es gibt eine Klingel.“ Er deutete auf ein Seil, das von der Decke herabhing.

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Domitia di Asturien

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #46 am: So., 31. Mär 2019, 10:59 »

Die dämonische Brut war vernichtet. Domitia zollte Myriel für deren Wachsamkeit und wohl dosierte Feuermagie verbalen Respekt. Mit einer Gerätschaft aus Seilen und Rollen hoben die beiden Frauen sodann die Bohlen über der Grube hoch und legten eine Leiter frei. Höflichkeit gebietend bot die Freiin ihrer Begleiterin an: "Möchtet Ihr - ?"

Vernünftiger erschien es der Priesterin, sie selbst als Schwertträgerin vorweg steigen zu lassen, indes die Magierin ihren Abstieg von oben hinab sicherte. Am Fuße der Leiter sich in ein Kellergewölbe eingefunden, winkte Domitia Myriel zu, es wäre sicher und sie möge folgen. Die Priesterin klopfte gegen die Fässer deren Inhalt zu erahnen und untersuchte den Boden auf Fußspuren. Wie befürchtet verbesserte sich der scheußliche Odem auch in diesem Raum mitnichten.

"Es wäre begründet das Rattennest ausfindig zu machen." Die Freiin zog erneut das Schwert, löste zudem den Schild vom Haltegurt und deutete mit der Klinge vage auf den flackernden Lichtschein. "Mutmaßlich eine Fackel oder eine Feuerstelle?"

Domitia schritt voran, den Schild erhoben, die Fernkämpferin zu schützen. "Erwägt Ihr, werte Myriel, in diesem kalten Gemäuer vermag sich jener Manne aufzuhalten, den die Frau mit dem Mundschutz so grässlich beschrieb?" 

Der Gestank nach Urin schien sich der Freiin in der Nase festgesetzt zu haben.

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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #47 am: Di., 02. Apr 2019, 13:47 »

Der Ork reagierte…aber wie! Orkartig! Die Fliederkur schlug an, aber irgendwie anders als es sich der Herr von Muesig gewünscht hätte. Er beobachtete Umggar, der in seinem Sprachverständnis immer noch Ungar hieß, genau. Da – die Lider und dann ein unangenehmes Würgen und genauer wollte das nachher niemand beschreiben, auch auf drängende, bohrende Nachfrage nicht. Positiv sollte allerdings vermerkt werden, die Apathie und Reglosigkeit war wie weggefliedert. Ob dieser Effekt allerdings nachhaltig und von Dauer oder ob eine komplette Wiederherstellung gelungen war, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand. Entsprechend vorsichtig ging man mit der Behandlungsmethodik ins Gericht. Auch die Frau Umggar.
Wie auch immer, der Mann musste natürlich auch mit traditionellen Behandlungsformen untersucht werden. Dazu boten sich gleich mehrere Möglichkeiten an: Krankenlager, Kathedrale und natürlich die Apotheke. Letzteres wäre ihm recht gewesen, ja, wenn er nicht auf halben Wege hin nicht auf die Gesuchte gestoßen wäre und da er nicht wusste, wohin sie unterwegs war, fragte er kurzerhand.

Und da habe ich jemanden, den habe ich….ich habe ihn mit Fliederöl behandelt und die Reaktion war…sehr außergewöhnlich, sogar für mich. Aber - er lebt “ fügte er schnell hinzu. Er hoffte, dass sie auf dem Weg zurück zur Apotheke war.

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Myriel

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #48 am: Di., 02. Apr 2019, 19:31 »

Domitia schlug ohne zu zögern zu, erlöste das Muttertier von seinen Leiden und tötete eines der Jungen gleich mit. Das Zischen ihres Schwertes, und das Wissen, das Domitia eine Dienern Paladins war, zeigte deutlich das etwas dämonisches im Spiel war. Die Wesen, die davon huschten, ließ Myriel in Flammen aufgehen. Es roch nach verbranntem Fleisch, Fell und nach etwas Schwefel. Mit ausdruckslosem Gesicht wandte die Schwarzmagierin sich von dem Viehzeug ab und den Bohlen über der Grube zu. Sie hatte genug gesehen.

Es dauerte eine kleine Weile, bis sie es geschafft hatten, sich einen Zugang zu der Grube zu verschaffen. Myriel schüttelte mit dem Kopf, als Domitia ihr den Vortritt anbot.

Nein, nach Euch.

Das schien der jungen Frau recht zu sein, und die Schwarzmagierin registrierte das sie nun ein freiwilliges, lebendiges Schild vor sich hatte. Sie folgte Domitia nach unten und untersuchte mit ihr gemeinsam die Fässer, die dort standen.

Wir werden definitiv nachsehen, wer dort hinten haust. Ich will wissen wer hier Dämonen mit Ratten kreuzt. Die Jungen waren keine reinen Dämonen. Aber sie sind dämonisch genug um reichlich Unheil anzurichten.

Myriel wandte sich von den Fässern ab und drehte sich in die Richtung, in der das Feuer lag. Egal wer dort lebte, schön hatte er es definitiv nicht, oder er empfand andere Dinge als angenehm, als es der durchschnittliche Mensch tat.

Ich hoffe Ihr seid gut gewappnet Domitia. Es mag sein das Euer Glauben heute noch auf die Probe gestellt wird. Lasst uns nachsehen, was es dort hinten gibt.

Und damit setzte sich Myriel in Bewegung.

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Fjalladis Radran

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #49 am: Di., 02. Apr 2019, 20:35 »

Die Rituale vermochten kaum noch etwas Neues über den Rattendämon zu verraten, außer, dass er wohl zur Hälfte Tier gewesen war und dass er wahrscheinlich aus einer nach Schwefel riechenden Gegend weit im Westen stammte, bei der es sich im Grunde nur um Taros handeln konnte. Verärgert brach die Hochelfe ihre Versuche ab. Wo blieben Kaira und Barbelin?
Unter größter Vorsicht verbrannte sie die Ratte, dann trug sie einem vorbeieilenden Adepten auf, Landolin auszurichten, dass sie einige der Seuchenärzte aufzusuchen gedachte. Es mochte schäbig sein, angesichts des in der Kathedrale herrschenden Leides fortzugehen, doch so viel der Hohentürmler sie auch zu lehren versucht hatte, so wenig vermochte die in der Heilkunst doch so reichlich untalentierte Erzmagierin an Krankenlagern zu sitzen, solange die Ursache des Unheils noch nicht gefunden und vernichtet war.

So fragte sie sich denn auch schon bald darauf in der Krakinger Gegend nach Seuchenärzten durch so gut es ging. Wenn nicht das Duo, so mochten vielleicht andere zu finden sein – notfalls auch der Arzt bei der Gebäckdame. Bei einem der gemunkelten Häuser angekommen zog die Priesterin sich in eine etwas entfernte und unterdessen recht finstere Seitengasse zurück. Augenblicke später waberte unauffälliger Rauch die Fassade entlang und glitt durch das baufällige Gemäuer ins Innere. Er, der Rauch, war viele Jahrzehnte durch Aramon gepilgert. Sollten Intrigen gesponnen werden, so verstand er hoffentlich den Dialekt – oder konnte andernfalls in Elfengestalt an die Tür klopfen und normal das Gespräch suchen. Wer waren diese Ärzte? Woher genau kamen sie? Wie hatten sie von der Seuche erfahren? Was wussten sie darüber? Hatten sie so etwas schon einmal gesehen? Wie versuchten sie dagegen vorzugehen? Wie schützten sie sich selbst? Wie genau breitete sich die Krankheit ihrer Ansicht nach aus? Und... welche Anzeichen gab es, dass sie ein falsches Spiel trieben?

– 15 Mana für Morphologie auf Meister

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Shikra

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #50 am: Mi., 03. Apr 2019, 08:22 »

*** vor der Versammlung in Krakingen ***

Eine Zeitlang war die junge Elfe in den Straßen um das Haus Livias herumgeirrt. Als sie sich dann ein Herz gefasst und bei einem der Häuser, die sich zu ähnlich sahen, um sie gut voneinander zu unterscheiden, geklopft hatte, war es natürlich das falsche gewesen. Doch die Bewohnerin zeigte sich hilfsbereit und zeigte der Apothekerin die richtige Türe.
Die Mutter der beiden kranken Kinder sah nicht gut aus, sie wirkte fiebrig, konnte sich kaum auf den Beinen halten und doch konnte sie, als Shikra sie zu ihren Kindern befragte, ein recht genaues Bild des Krankheitsverlaufs zeichnen, welches die Waldelfe bei der späteren Versammlung weitergeben wollte.

Sie holte aus ihrem Rucksack den Trinkschlauch heraus, gab beiden Frauen abgekochtes Wasser zu trinken, ließ ein paar fiebersenkende Kräuter bei der Mutter und versprach am späten Abend nochmals vorbeizuschauen. Sie versäumte es auch nicht, Livia zu erzählen, dass es ihren Kindern wieder besser ging und beide für ein paar Tage im Krankenlager vor der Stadt gut versorgt wurden.


*** danach ***

Nach der Versammlung wollten Kaira und die junge Priesterin aus Nighton einen Rattenfänger aufsuchen. Shikra hatte nicht ganz mitbekommen, warum die beiden das wollten, doch das war für sie im Moment unwichtig und die Information, dass die Zwerge sich nun ausschließlich alleine um die Seuche in ihrem Viertel kümmern wollten, ebenso.
Da Landolin die Nachtschicht für seine Gildenschwester im Krankenlager übernehmen wollte, blieb die Hohentürmlerin aus Drachenauge noch eine Weile in der Kathedrale, da sich leider die Fälle der extremen Verläufe zu häufen begannen und einige zu kollabieren drohten.
Die Erzmagierin hatte also Recht behalten, die Seuche wurde schlimmer und so versuchte die Elfe die Anweisung der Hochelfe so gut es ging umzusetzen: Nicht leiden lassen, die Symptome so gut es möglich war zu behandeln und doch zu akzeptieren, dass eine vollständige Heilung im Moment nicht möglich und auch nicht erwünscht war.

Es war nach kürzester Zeit offensichtlich, dass die Apothekerin sowieso keine Ressourcen und auch keine Kraft mehr hatte oder aufbringen konnte, um alle soweit zu stabilisieren, dass man ihren Zustand als dauerhaft stabil benennen könnte. Zusammen mit den vielen Helfern verteilte sie Wasser, versuchte mit kühlen Tüchern und fiebersenkenden Säften das Fieber der Einzelnen soweit zu senken, dass die Patienten nicht mehr glühten und bei den Ausschlägen gab sie nur noch auf besonders tiefe oder unschöne Stellen eine Salbe.


Sehr viel später am Abend wollte sie ihr Versprechen gegenüber Livia einlösen und vielleicht auch mal für kurze Zeit dem vielen Leid in der Kathedrale entfliehen.
Sie suchte nach Ardir. Sie hoffte er würde sie begleiten und ihr helfen die Mutter der beiden Geschwister und auch die Nachbarin, sofern sie wollte, zum Krankenlager zu bringen. Vielleicht bekam der Halbelf auf diese Weise, mit seiner unbestreitbaren charmanten Art, einen besseren Zugang zu den Bewohnern des Armenviertels. Die Heilerin hatte mitbekommen, dass sich in Krakingen viele Kranke nicht helfen lassen wollten.

Nach ihrem zweiten Besuch, bei dem sie das richtige Haus viel schneller gefunden hatte, wollte sie zurück zur Kathedrale. Dort schienen die Helfer für ein paar kurze Stunden nachts alleine zu Recht zu kommen und so wollte sie sich für vier oder fünf Stunden hinlegen. Sie gab Bescheid, dass sie sich kurz in der Apotheke ausruhen wollte, jederzeit geholt werden konnte und machte sich auf den kurzen Weg zum Turm.


Vor allem müde, aber auch betrübt wegen der vielen Bewohner der Hauptstadt, die sich mittlerweile angesteckt hatten und teilweise schwere Infekte durchstehen mussten, lief sie nach Hause. Dass eine vollständige Heilung im Moment nicht erreicht werden sollte, war für die junge Waldelfe nur ein schwacher Trost. Sie dachte gerade an die vielen Helfer, die sich den ganzen Tag und die ganze Nacht der Gefahr aussetzen sich ebenfalls anzustecken, als sie beinahe mit dem Baron zusammenstieß.
„Martin, so spät noch unterwegs?“
fragte sie überrascht und nickte dann seinen Begleitern zur Begrüßung zu. Bevor sie sich anständig vorstellen konnte, erklärte ihr der Adelige, wen er da im Schlepptau hatte.
„DU hast WAS?“
ihre Stimme war ungewollt laut dabei geworden und sie senkte sie nur, weil sie das Orkpäarchen nicht verunsichern wollte.
„Martin, bei allem nötigen Respekt, du kannst doch nicht jeden, der dir über den Weg läuft, mit deinem Öl überschütten. So viele Helfer sind am Ende ihrer Kräfte, so viele Kranke leiden in den Krankenlagern und du bespritzt die Leute mit Fliederöl.“
So eine harte Reaktion hatte der Pferdezüchter nicht verdient, doch die Apothekerin war müde, erschöpft, wollte nur noch ins Bett und musste sich nun noch mit einem nach Flieder stinkenden Ork auseinandersetzen.

Sie erreichten die Apotheke. Der Verkaufsraum sah unordentlich, fast schon chaotisch aus. Mareika hatte wohl in ihrer Abwesenheit alle Hände voll zu tun gehabt, um die Personen, die Hilfe in dem Turm gesucht hatten, zu versorgen. Das Aufräumen verschob die Elfe auf den nächsten Tag. Im Licht einer Kerze betrachtete sie den kranken Ork, der halbwegs fit wirkte. An den Züchter gewandt sprach sie:
„Er scheint soweit stabil zu sein. Wenn sie wollen können sie gerne hier unten oder im zweiten Stock übernachten, morgen können wir sie zur Kathedrale bringen.“
Und der Baron konnte am Klang ihrer Stimme erkennen, dass sie nicht mehr sauer auf ihn war.
„Wärst du so lieb und kümmerst dich darum?“
« Letzte Änderung: Mi., 03. Apr 2019, 16:44 von Shikra »
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Barbelin Krapper

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #51 am: Mi., 03. Apr 2019, 12:57 »

"Aber natürlich." Die junge Priesterin neigte kurz den Kopf und wandte sich nach dieser Aufgabenzuweisung an Kaira. "Werte Kaira, lasst uns diesen Rattenfänger finden. Habt Ihr einen Ansatzpunkt für die Suche?" Zu ihrem Glück war Einwohner der die Amazone hergeleitet hatte bereit sie zu besagtem Rattenfänger zu führen. "Habt Dank für Eure Hilfe." Dann folgten sie Woizahn auch schon hinaus. Die Gegend wurde zunehmend ärmlicher und bald schon erreichten sie Krakingen. Hier lebten die Ärmsten der Armen, soviel hatte sich Barbelin schon ausmalen können. Und mit jedem Schritt weiter durch dieses Viertel in Richtung Hafen überlegte sie wie diesen Einwohnern denn zu helfen war.

So in Gedanken hörte sie die Warnung Woizans nur mit halbem Ohr. Dementsprechend überrascht wirkte die Priesterin als sie vor dem Eingang in die Kanalisation stand, genauer gesagt dem Ausfluss derselben. Den Ärmel ihres Gewandes vor Mund und Nase haltend ging es hinein in das stinkende Loch. Ohne die Laterne wären sie aufgesmissen gewesen und selbst so suchte Barbelin instinktiv die Nähe ihrer Begleiter und achtete sehr darauf das sie beisammen blieben. "Wie kann denn jemand hier unten leben?" sprach sie ihren Gedanlen laut aus. Argwöhnisch beäugte sie den Sims auf dem sie liefen, hier musste dringend jemand anfangen die Schadstellen auszubessern...

Dann hielt Woizan und der Grund war eindeutig, eine Hängebrücke. "Habt Dank dass ihr uns bis hierher geführt habt, könntet ihr mit der Laterne noch etwas bei uns bleiben?" Hilfesuchend sah sich Barbelin um und entdeckte ein Seil welches in die Dunkelheit führte. Vielleicht war es so etwas wie eine Glocke. "Sollen wir läuten, Kaira ?" Im Stillen schickte sie ein Gebet an Paladin, dieser möge seine Hände schützend über sie halten.

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Landolin

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #52 am: Mi., 03. Apr 2019, 18:21 »

Die Teilnehmer der Versammlung begannen, sich in der Stadt zu verstreuen, um endlich der genauen Ursache der Seuche auf die Schliche zu kommen. Es war einer dieser Tage, an denen man am liebsten an drei Orten gleichzeitig wäre - denn obwohl es genug Arbeit für ein ganzes Dutzend Heiler in der Kathedrale gab, verspürte Landolin den Drang ebenfalls in die Unterstadt aufzubrechen.

Als er schließlich die Mitteilung erhielt, dass Fjalladis die Ratte für nur teilweise dämonisch hielt und den maskierten Seuchenärzten genauer auf die Finger sehen wollte, nahm der Hohentürmler die Unterbrechung zum Anlass, seinen aktuellen Patienten einem Helfer zu überlassen und die Uhrzeit anhand des rasch dunkler werdenden Himmels abzuschätzen. Wenn er Kaira im Krankenlager vertreten wollte, wurde es Zeit aufzubrechen. Mit Shikra war immerhin noch eine Gildenschwester vor Ort und er versicherte sowohl ihr als auch einem der Priester, dass man ihn bei Notfällen jederzeit um Rat fragen durfte.

Die Situation im Krankenlager war heikler, als er gehofft hatte. Auch hier verschlechterte sich der Zustand etlicher Patienten dramatisch, man konnte regelrecht dabei zusehen.
Darum bemüht, trotz der vielen Hilfsbedürftigen nicht in Hektik zu verfallen, begann Landolin mit der Arbeit, wobei er Wert darauf legte, seinen Helfern genau zu erklären, was er tat, um die Kollabierten zu stabilisieren.
Tatsächlich waren einige von ihnen schon bald in der Lage, ihm die Erstversorgung abzunehmen, sodass er sich auf die akuten Notfälle konzentrieren konnte - und ab und an sogar die Zeit fand, die Auren seiner Patienten zu beobachten. Konnte man daran vielleicht erkennen, wer als nächstes zusammenbrechen würde und dem Ganzen vorbeugen?

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Ardir Wintersturm

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #53 am: Mi., 03. Apr 2019, 19:36 »

-.- Nachtrag Runde IV -.-


Ardir kam als einer der letzten in der Kathedrale an. Teils um die illustre Gesellschaft nicht zu stören, aber auch teils weil er sich ein bisschen fehl am Platze fühlte, lehnte er sich also nur unauffällig an eine Wand und hörte zu. Um nicht einzuschlafen - und weil seine Müdigkeit die Neugier doch noch nicht ganz überwog - betrachtete er die Anwesenden.
Da war wieder diese Amazone Kaira, die er als ziemlich wortkarg kennengelernt hatte. Sie sprach von einem berühmten Rattenfänger. Das Getier war offensichtlich ein Hauptgrund für die schnelle Ausbreitung der Krankheit.
Dann war da noch eine eher unscheinbare junge Frau, die anscheinend die Hochelfenpriesterin begleitete. Erst auf den zweiten Blick ging Ardir auf, dass er sie kannte. Nicht nur dass, sie hatten sich sogar im Ring gegenüber gestanden, beim Turnier von Nighton.

Die Hochelfe selbst hatte dabei die Rede gehalten. Ihre kühle Schönheit war wirklich beeindruckend. Ardir war regelrecht fasziniert davon, wie ruhig die Elfe über Dämonen, Seuchenärzte und dergleichen sprach. Wie abgebrüht!

Für den dunkelhaarigen Heiler aus Nighton hatte er nur einen kurzen Blick übrig, bevor sein Blick an Njatescha und der Apothekerin hängen blieb. Das scherzhafte Angebot der ersteren, mit ihr die Matratze zu teilen, hallte noch in seinem Kopf nach. Natürlich hatte er nur gelacht und war danach zurück in sein eigenes Bett auf dem Gestüt, doch vergessen hatte er die Worte nicht...


-.- Runde V -.-


Fjalladis und die Aussicht auf eine dämonische Ratte waren wie Öl im Feuer der Neugier des jungen Halbelfen. Für den Moment war die Müdigkeit wie weggeblasen, als er der Blonden folgte und ihr bei ihren Ritualen zusah. Doch der Zauber des Unbekannten verflog schnell - helfen konnte er da ohnehin nicht, und rumstehen nützte auch niemandem. Also half er stattdessen dabei, die Patienten zu stabilisieren.

Nicht dass er sonderlich nützlich gewesen wäre, doch hier die Stirn abtupfen, da einen Trank einflössen und etliche üble Ausschläge mit Salbe beschmieren lag durchaus im Rahmen seiner Fähigkeiten. Er wusch sich gerade die Hände um die Salbenreste loszuwerden, als Shikra ihn fand und um Begleitung bat.

"Natürlich, meine Liebe. Einer der Karren sollte noch draussen stehen." Der junge Halbelf trat in der zunehmenden Dunkelheit zu dem Ross, dass in der Deichsel stand. Liebevoll strich er ihm über die Stirn und entfernte den Futtersack. "Entschuldige, aber du musst noch etwas weiterarbeiten." Murmelte er, während er routiniert die Gurte des Geschirrs überprüfte. Dann half er Shikra auf den schmalen Bock und schwang sich dann selbst hinauf.

Sie erreichten das Haus der Kindesmutter. Ardir packte alle willigen Bewohner in Decken gewickelt auf den Karren und fuhr dann erneut zum Krankenlager hinaus. Da die Waldelfe direkt zurück in die Apotheke ging, machte sich der Halbelf danach auf den Weg zurück zum Gestüt. Dort versorgte er zuerst einmal die Tiere - die ihre Meinung zu dem verspäteten Futter lautstark kundtaten.
"Ist ja gut, ist ja gut. Ich komme ja" rief der Rothaarige. Als er schlussendlich erschöpft die Tür schloss, fiel er gleich mit den Kleidern ins Bett. Nicht einen Finger konnte er noch rühren, doch seine Gedanken kreisten beinahe endlos um die Kranken und die erschöpften Helfer, bis er endlich doch noch einschlief.

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Phelan

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #54 am: Do., 04. Apr 2019, 00:35 »

Runde VI


Livia war anzusehen, welch großer Stein ihr vom Herzen fiel, als sie hörte, dass es ihren Kindern besser ging und dass sie in guten Händen waren. Und mit ganz einfachen Mitteln sorgte Shikra dafür, dass sich bald auch die Mutter besser fühlte. Wie es an Orten, an denen die Leute so dicht aufeinander lebten wie in Krakingen, der Fall war, erfuhr die alte Nachbarin schnell so ziemlich alles wesentliche über den Besuch der Heilerin. Natürlich sprach sich das dann auch recht schnell herum und als am Abend Ardir mit seinem Wagen in diese Gegend kam, stieß er auf offene Türen. Und auch die Soldaten, die mit der Zählung der Kranken beauftragt waren, bemerkten am nächsten Morgen den Unterschied.

***

Domitia übernahm bei der Erkundung des Kellers die Vorhut, während ihr Myriel mit ihrer Magie wohl effektiv den Rücken decken konnte. Die meisten der großen Fässer klangen recht voll, wenn man an sie klopfte und unter einem, das im Laufe der Zeit einen Riss bekommen hatte, befand sich eine sirupartige Mischung aus Staub und eingetrocknetem Wein. Die Deckung der hier allgegenwärtigen Schatten nutzend näherten sich die beiden Frauen dem Feuerschein.

Dieser entstammte einem kleinen, aus getrocknetem Dreck gefertigten Kamin. Und in seinem Licht zeichneten sich die Umrisse eines kleinen, zusammengekauerten Mannes ab. Mit klauenhaften Händen arbeitete er an etwas, das wie eine überdimensionierte Mausefalle aussah und der Geruch von Kräutern, wie sie auch zur Bekämpfung von Dämonen verwendet wurden, hing in seiner grottenhaften Behausung.

„Bin nicht auf Besuch eingestellt“, sagte er plötzlich und sah aus kleinen dunklen Augen in ihre Richtung. Es sah hier nicht so aus als wäre er jemals auf Gäste eingerichtet – Spinnweben bildeten hier die auffälligste Dekoration - und er wirkte auch nicht wie jemand, den viele Leute freiwillig besuchen würden. Sein Gesicht schien auf den ersten Blick schmutzig zu sein, aber bei näheren Hinsehen erkannte man, dass unregelmäßiger brauner Bartflaum diesen Eindruck erweckte. Die Stimme war schrill und ungewöhnlich hoch für einen Mann. „Tretet doch ein. Kann ich euch etwas zu Essen anbieten?“, es wirkte so, als hätte er einst von Manieren gehört, diese aber nie aktiv angewandt. Mit einer seiner Klauenhände wies er auf zwei kleine, knusprig braune Tierkörper, die auf Spießen über dem Feuer brieten. Die Kleidung des Hausherren war in schmutzigen Brauntönen gehalten und ein guter Teil davon, vom Besatz der Kapuze bis zu den Stiefeln, schien aus Rattenfellen zu bestehen.

Eine gute Weile später war das Tönen einer Glocke in dem Gewölbe zu hören. Weitere Gäste kündigten sich an.

***

An der Grenze zwischen Krakingen und Sahlhausen wurde Fjalladis fündig. Es war unmöglich zu sagen, in welchem der beiden Stadtteile sich das baufällige Gebäude nun befand. Bald darauf kringelte sich ein feiner Rauchfaden an der rissigen Fassade nach oben und drang durch eine Fensteröffnung nach drinnen. Diese war zwar vernagelt, doch die Bretter sollten nur menschliche Besucher und nicht etwa den Wind abhalten.

„Das ist nichtmehr die Seuche, der wir ostwärts gefolgt sind“, meinte eine Frau mittleren Alters im schweren nordaramonischen Dialekt an einen Mann gewandt, der ihr so ähnlich sah, dass er wohl ihr Bruder sein musste. Über der Feuerstelle, in der aromatische Kräuter für zusätzliche Rauchentwicklung sorgten, hingen schwere schwarze Mäntel zum ausräuchern und auf einer Fensterbank lagen zwei Rabenmasken mit übertrieben großen Schnäbeln. „Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Mittel hier helfen. Außerdem vertrauen die Leute hier eher auf diese Hohentürmler. Und diese unverschämten Diebe schaden unserem Ruf. Wir sollten zurückkehren.“

„Aber es lohnt sich doch trotz allem“, wiedersprach er. Sie schüttelte daraufhin nur den Kopf. War das wirklich alles, worauf es ankam? Hatte ihre Mutter ihn gar nichts gelehrt? „Und wir helfen den Leuten, ich bin mir sicher dass wir das tun“, fügte er hinzu, als hätte er ihre Gedanken gelesen. Wie falsch konnten ihre bewährten Methoden bei dieser neuen Seuche schon sein?

***

Mit Livia und einem Dutzend weiterer Kranker kehrten Shikra und Ardir aus Krakingen zurück. Njatescha hatten sie in der Kathedrale gelassen, da sich die Adelstochter für einen weiteren Ausflug zu erschöpft gefühlt hatte. Als sie dem Baron von Muesig begegneten, überraschte er sie mit seinen Berichten über seine Fliederkur. Wobei die Apothekerin wohl nichts verwundert hätte, was mit Martin und diesem speziellen Duft zusammenhing, wenn sie etwas ausgeruhter gewesen wäre. Und so erstaunlich es auch sein mochte: Umggar ging es tatsächlich besser, als man unter diesen Umständen hätte erwarten sollen.

***

„Ich bleibe so lange, wie die Damen meine Dienste benötigen“, versicherte Woizan. Als Barbelin an der Schnur zog, brachte sie dadurch wirklich eine Glocke zum Klingen. Doch noch ehe sie eine Antwort erhielten, wurden sie und Kaira vom panischen Quieken einer Ratte abgelenkt. Diese kam auf dem bröckelnden Überrest des Simses direkt auf die Frauen zugelaufen. Und ihr waren zwei weitere Nager dicht auf den Fersen. Diese waren größer, dafür aber unnatürliche mager. Außerdem gaben sie keinen Ton von sich.

***

Trotz der kollabierenden Kranken hatten die Helfer im Krankenlager dank Landolins Anweisungen die Lage bald wieder im Griff. Nur einer greisenhaften Frau, deren Lebensspanne sich wohl auch ohne die Seuche bereits dem Ende genähert hätte, hatten sie nicht helfen können. Schließlich hatte der Hohentürmler sogar Zeit einem interessanten Gedanken zu folgen: Ließen sich die Anfälle anhand der Auren vorhersehen?

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Kaira

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #55 am: Do., 04. Apr 2019, 14:17 »

Runde V

Woizan führte sie direkt in den Kanal des Hafenviertels. Sie stiegen in den dunklen und muffigen Untergrund. Was da so neben ihnen herschwamm, wollte ma sich besser nicht zu genau anschauen. Kaira war froh, dass sie keine Elfe war, sonst hätte sie vermutlich sehr schnell dazu beigetragen, dass noch weitere unansehnliche Flüssigkeiten von diesem Fluss mitgetragen wurden. Der minzige Geruch, der sie zuvor noch begleitet hatte wurde von den vielfältigen Nuancen des Gestankes überdeckt. Sie tat was sie immer tat, wenn etwas stank, sie ignoroerte es. Nicht selten musste sie von dieser Fähigkeit als Heilerin gebrauch machen, denn nicht weniger selten kamen Verletzte oder Kranke auch in ihrer Apotheke vorbei nachdem sie deutlich zu lange keine Wanne mehr gesehen hatten.


Auf die Frage Barbelins antwortete sie "Gewöhnung...vielleicht ist sein Geist genauso düster wie dieser Ort und er merkt es gar nicht?"


An einer Hängebrückte angekommen nickte sie der Priesterin zu und wartete die Reaktion des Läutens ab, bereit, sich ihren Weg weiter in die "Behausung" zu bahnen, sollte sie ausbleiben.


Runde VI


Eine quieckende Ratte erregte ihrer aller Aufmerksamkeit. Sie rannte wie von Teufel verfolgt um ihr Leben gemeinsam mit zwei weiteren. Kaira schaute erneut, nein tatsächlich schien sie von ihrer eigenen Sippe verfolgt zu werden. Die großen ausgehungerten Nager sahem nicht sehr sympathisch aus. Waren das etwa diese dämonischen Ratten, die sie zu vernichten versuchten?


Aus ihrem Augenwinkel sah sie, dass Barbelin versuchte einen iher Lichzauber zu wirken. Sie konnte sich natürlich täuschen und das Ganze war dem Gestank und den seltsamen Ratten geschuldet, doch der abwesende Blick der Priesterin erinnerte sie deutlich an den den sie im Keller der Ions gehabt hatte. Kaira selbst entschied sich dazu, die Verfolgung mit wissenschaftlichem Interesse zu beobachten und hielt ihren Speer bisher noch locker in den Händen. Ein Rattendämon mehr oder weniger löste ihr Problem auch nicht in Luft auf und sie wollte es nicht riskieren mit einem von diesen Tieren in Berührung zu kommen. Mit etwas Glück hang noch genügend der ätherischen Öle, das im Lager zur Rattenvermeidung eingesetzt wurde, an ihrer Kleidung fest.


« Letzte Änderung: Do., 04. Apr 2019, 14:19 von Kaira »
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Myriel

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #56 am: Fr., 05. Apr 2019, 19:46 »

Bei den Fässern schien es sich um Weinfässer zu handeln. Myriel tat sie schnell als uninteressant ab und drängte Domitia fast vorwärts, bis sie endlich mehr erkennen konnten. Das Feuer flackerte in einem notdürftig errichtetem Kamin, und die Gestalt davor arbeitete an irgendetwas. Myriel verengte die Augen zu schmalen Schlitzen, und ging mit langen Schritten ein ganzes Stück zur Seite, so das Domitia im Ernstfall nicht in ihre Schussbahn geraten würde. Der Geruch von Kräutern hing in der Luft, und das Myriel ihn kannte, und wusste wofür man sie verwendete, hielt sie davon ab das Männlein ohne lange Fragen zu grillen, denn sie hielten Dämonen fern, was nicht dafür sprach das er derjenige war, der sie kreierte.

Was tut ihr da?

fragt die Schwarzmagierin, und beäugte das Gestell, das wie eine überdimensionierte Mausefalle aussah. Auf die Frage nach dem Essen ging sie nicht weiter ein, auch wenn sie registrierte, das Ratte auf dem Speiseplan stand. Sie warf lediglich Domitia einen interessierten Seitenblick zu. Bisher hatte die junge Frau angeekelt auf den Gestank und das Skelett reagiert. Was würde sie wohl zu einem Rattenmahl sagen?

Und was wisst ihr über die dämonischen Ratten? Sind das welche von ihnen?

Myriel ging wie immer vor, direkt, zielstrebig, ohne lange Vorrede, ohne den Austausch von Höflichkeiten. Das der Mann etwas wusste, war klar, also brauchte sie auch nicht lange um den heißen Brei herum reden.

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Domitia di Asturien

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #57 am: Sa., 06. Apr 2019, 19:18 »

Myriel warnte Domitia vor einer Glaubensprobe. Die Freiin nickte lächelnd. "Dies ist mein stetig Los sobald ich Euch treffe, Mylady. Von Euch in Anwendung der Gerechtigkeit gelehrt zu werden wird mir ein Vergnügen sein."

In den Fässern lagerte Wein. Nicht jede Rebsorte zog Gewinn aus langer Lagerung. Bis auf den befremdlichen Bewohner lag der Keller verlassen. Gewappnet gegen einen Angriff betrat die Priesterin leise den erleuchteten Raum, indes sie waren längst bemerkt und wurden freundlich empfangen.

"Paladin zum Gruße", erwiderte Domitia der Höflichkeit gebietend, vermied es indes ihre Identität preiszugeben. Die Einladung zu Speis quittierte das Edelfräulein mit entsetztem Blicke. "Beim Gerechten, Ihr speist -" Domitia schluckte hart mit trockenem Mund. "Ratten?" Angewidert verzog die Freiin das Antlitz. "Tragt Ihr nicht Sorge Euch anzustecken mit gräulicher Krankheit? Warum lebt Ihr in Schmutz und üblem Odem, ohne jeden Komfort?"

So manchen Moment sehnte sich Domitia ins saubere elterliche Anwesen. Dies war einer davon. "Seid Ihr einer derer die man Rattenfänger heißt? Ist nicht die Flöte Euer Werkzeug?"   Die Freiin wies auf die Mausefalle.

Eine Weile später ertönte einer Glocke Klang. Der Mann gab sich verwundert. "Was bedeutet dies Läuten?"  Unerwarteter Besuch? Zuviel der Zufälle. Domitia trat vor den Zugang, Schild und Schwert erhoben, ihren Informanten zu schützen.

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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #58 am: Mo., 08. Apr 2019, 09:55 »

Aber …“ sein Einwand, dass er dem Ork wohl das Ableben erspart habe, ging in der Empörtheit Shikras völlig unter. Sie war einfach nicht von der heilsamen Wirkung seines hervorragenden Fliederöls zu überzeugen. „Du wirst es auch noch verstehen “ grummelte er mehr, als er es Shikra mitteilte. Für alternative Heilmethoden hatte sie nichts über.
Ansonsten war es trübe und es sah traurig aus. Es gab immer mehr Infizierte, mehr Tote und Helfer am Rande der totalen Erschöpfung. Shikra war da keine Ausnahme, was die Erschöpfung anging. „Ich will Dich nicht vom Helfen und Heilen abhalten, aber Du brauchst selbst auch eine Haube Schlaf. Verzeihe liebe Elfe, aber Du siehst schei…scheinbar schlecht aus .“

Schon bald hatte sich ihr Zorn wieder gelegt und sie bat ihn, dass er veranlassen sollte, dass die beiden zur Kathedrale gebracht werden. Für die Nacht war das nicht mehr möglich, aber es war Platz für alle. Da Shikra den Kranken für stabil genug einschätzte, konnte die Überstellung bis zum nächsten Morgen bestimmt verantwortet werden.

Quasi schon im Abgang, wurde ihm noch mitgeteilt, dass ein gewisser Ardir auch hier ist, aber schon ins Bett gefallen war. „Ach der gute Ardir …“ das war alles andere als eine Wurschtigkeit, er freute sich auf das Wiedersehen, auch wenn es nicht die Zeit dafür geben würde, ausgelassen das selbige zu feiern.

Die Handlungen des Barons waren dann insofern von Erfolg gekrönt, dass tatsächlich gleich 3 Gefährte zur Verfügung standen. Damit war diese Sache erledigt.

Zeit für…ja für was denn? Dieses Mal würde er sich mit der Heilerin besser absprechen. Obwohl, nein, dafür würde sie keine Zeit haben. Vielleicht war Ardir besser ansprechbar und hatte einen Einfall.

Dass das mit Ardir nichts warden würde, hatte er alsbald erharen, den der war völlig ausgelaugt im Zuchtstall ins Bett geplumpst und war bislang nicht wieder aufgetaucht. Man konnte es ihm nicht verdenken.

Blieb als Alternative mit Shikra in die Oberstadt gehen und nachzusehen, was lief, was sie weiter tun konnten und sehr verwegen: möglicherweise den Auslöser dieser ganzen Malaise zu finden und zu isolieren.

Er machte Shikra den Vorschlag, aber ohne die Verwegenheit. Nataschja wieder zu sehen, war zwar schön, es gäbe aber sicher bessere Momente, als den jetzigen. Eine herzliche Begrüßung der Adelsdame musste trotzdem sein. Adel verpflichtet! Auf seinsensationelles Fliederöl konnte er dann auch später noch hinweisen.

Also Aufbruch in die Oberstadt, wo Nataschja auch nach ihren Angehörigen sehen konnte.

« Letzte Änderung: Di., 09. Apr 2019, 12:27 von Suffix »
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Barbelin Krapper

Re:[Abenteuer] Miasma
« Antwort #59 am: Mo., 08. Apr 2019, 12:57 »

Das läuten der Glocke ertönte und irgenwie stellten sich Barbelins Nackenhaare auf. Doch es passierte einige Herzschläge lang nichts, dann erscholl das Quieken einer Ratte und überraschte die junge Priesterin so sehr das sie zusammenfuhr und die Hand auf den Dolch legte. Dann entspannte sie sich wieder und wollte sich schon schelten sich so überraschen zu lassen als sie dierekt hinter besagter Ratte etwas anderes auf sie zurennen sah. Zwei abgemagerte... ja was waren das, irgendetwas unnatürliches. Während die Kreaturen vorbeihuschen erkannte die Priesterin was sie da vor sich hatte. Meister Landolin hatte ein solches Wesen mitgebracht ein Dämon oder ähnliches. Solche Höllenbrut musste vernichtet werden, magische Energie lief durch ihre Adern, sammelte sich in den Fingerspitzen und fand kein Ziel und verpuffte. Zu lange hatte sie sich darauf konzentriert und die Ratten waren schon wieder in der Dunkelheit verschwunden.

"Bei Paladin!" Diese Kanalisation musste gereinigt werden, von allem. In Gedanken stellte sie sich eine reinigende Feuer- und Lichtwalze vor die durch alle Kanäle schoss. "Wir sollten weiter." Hier warten wollte sie auf gar keinen Fall. Die Hand nun dauerhaft am Dolchgriff machte sich Barbelin daran die Hängebrücke zu überqueren. Ein Blick auf diese genügte um ihr zu sagen das sie dem ganzen nicht traute, zur Sicherheit setzte sie ihre Füße nahe am Rand in der Hoffnung so keine der Planken zum Brechen zu bringen.

Erst am anderen Ende fiel der jungen Halbelfe auf wie angespannt sie gewesen war, vor ihnen lag noch Dunkelheit. "Paladin zum Gruße, wir kommen in Frieden." rief sie hinein, blieb zu hoffen das der Rattenfänger nicht einfach floh...

Es folgte ein 'Herein' und Barbelin nickte ihren Begleitern zu ehe sie langsam weiterschritt. Vor ihnen schälten sich langsam die Umrisse einer Person mit Schild heraus. Um zu zeigen das sie keine Bedrohung darstellten hob die junge Priesterin kurz die Arme. Erst beim näherkommen erkannte sie Domitia. "Ich bin froh Euch zu sehen, wie kommt ihr hier her..?" Beim Anblick der weiteren Anwesenden erstarb die Stimme. Die Erzmagierin Myriel war jedoch nicht der Grund hierfür, vielmehr die Gestalt welche noch zugegen war. Was bei den vier Göttern war das denn, viel konnte sie so schon nicht erkennen aber ein Gewand welches aus Rattenfell zu stehen schien... ungewollt hielt sich Barbelin wieder den Ärmel vors Gesicht. "Ist das.... seid Ihr der Rattenfänger?"
« Letzte Änderung: Di., 09. Apr 2019, 13:39 von Merdarion Ni Hawk »
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