Spiel | Homepage | Regeln | Einloggen | Registrieren

News:

Willkommen, Gast. Bitte Einloggen oder Registrieren.

Legends of Aylann  |  Legends of Aylann - Das Spiel  |  Nuru  |  Thema: Von Feuern und Feiern << zurück weiter >>
Seiten: [1] 2 3 ... 9 Alle | Nach unten Antwort
   Autor  Thema: Von Feuern und Feiern (Kulturaustausch mit den Grünhäuten) (Gelesen 2284 mal)
Phelan

Von Feuern und Feiern
« am: Do., 30. Nov 2017, 21:41 »

Rion war zwar davon ausgegangen, dass sich Myriel für das orkische Ritual interessieren könnte, für das Urz sich freigenommen hatte. Aber dass ihr Interesse groß genug war, dass sie vorgeschlagen hatte es zu besuchen, hatte ihn dann doch ein wenig überrascht. Da sein Rauswerfer aber tatsächlich eine Art Einladung ausgesprochen hatte, war gegen die Idee allerdings nichts einzuwenden. Zumal ihm jeder Grund recht war, etwas mit der Druidin zu unternehmen.

„Ich habe zwei Kammeraden aus Kasernentagen gebeten in der Roten Laterne für Ordnung zu sorgen, während Urz und ich unterwegs sind“, teilte er seiner Gefährtin mit, als er am Tag vor dem Fest mit einem quiekenden Ferkel unter dem Arm zur Waldhütte zurückkehrte. „Die Feier soll an der Orkhöhle stattfinden – einem spirituellen Ort oder so – wir sollten also bald aufbrechen, wenn wir pünktlich dort sein wollen.“ Immerhin mussten sie dazu erst den Malye überqueren. Glücklicherweise kannte der Lykantroph Schmugglerpfade durch die Sümpfe. Und er hatte vor einigen Jahren am Hafen ein Kanu erworben, das ihren bei diesem Vorhaben wohl gute Dienste leisten würde.

  Gespeichert  
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #1 am: Di., 05. Dez 2017, 17:54 »

Als Myriel gehört hatte, das Rion ihr etwas über ein orkisches Ritual erzählte, war ihre Neugier erwacht. Vor einiger Zeit hatte sie Grimma, eine Orkschamanin kennen gelernt und deren Kräfte waren nicht zu unterschätzen gewesen. Nun dachte sie das es nicht schaden konnte, etwas über orkische Sitten und Gebräuche zu lernen - nur was man kannte und verstand konnte man zur Not aushebeln oder zu seinem eigenen Vorteil nutzen.

Als Phelan zur Hütte zurück kehrte betrachtete die Druidin skeptisch das quietschende rosa Ding, das in wilder Panik unter Phelans Arm herum zappelte und nicht ganz zu Unrecht dachte das sein letztes Stündlein geschlagen hatte, immerhin war sein Träger ein Lykantroph und zartem Fleisch gegenüber gewiss nicht abgeneigt.

Willst Du es wirklich so mitnehmen? Ich meine es ist durchaus ein passendes Geschenk, auch wenn es wohl rasch auf dem Spieß landen wird, aber willst Du Dir das Gehampel und Gegrunze den ganzen Weg lang antun?

Sie runzelte die Stirn und überlegte ob es nicht eine bessere Variante gab ein Ferkel zu transportieren ohne ihm gleich den Kopf abzuschlagen. Mit zusammen gebundenen Füßen in einem Sack vielleicht? Wenn sie ehrlich war, hatte sie schlichtweg keine Ahnung und zuckte letztendlich mit den Schultern.

Von mir aus können wir gleich los, ich habe meine Sachen schon gepackt. Ich hole nur noch meinen Umhang und meinen Rucksack. Müssen wir die Jurte mitnehmen oder bekommen wir auch so ein Dach über dem Kopf?

  Gespeichert  
Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #2 am: Mi., 06. Dez 2017, 19:56 »

„Ein guter Einwand“, gab Rion zu und drehte sich so hin, dass Myriel seinen Rucksack gut erreichen konnte. „Da müsste ein Seil drin sein. Könntest Du mir das schnell geben?“ Sobald dies geschehen war, machte er sich daran das Ferkel gründlich zu fesseln. Zuerst schob er eine Schlaufe über die lange Schnauze und zog sie eng genug, um das Quieken halbwegs zu ersticken. Dann band er dem Tier die Läufe zusammen und hatte noch genug Seillänge übrig, um noch eine Art Halteschlaufe zu improvisieren, die beim Tragen hilfreich sein sollte. „So müsste es besser gehen, oder was meinst Du? Ob es ruhiger würde, wenn wir ihm die Augen verbinden?“

Die Druidin hatte sich bereits gut vorbereitet und so konnten sie recht zügig aufbrechen. „Urz sagte seine Leute hätten ein großes Lager am Fuße des Hügels aufgeschlagen. Wenn wir die volle Gastfreundschaft der Grünhäute genießen – und uns darauf verlassen – wollen, müssen wir also kein eigenes Zelt mitbringen.“

Die Wege, die zu den Schwanenmarschen führten, kannte der Lykantroph wie seine Westentasche. Sie führten durch den Teil des Waldes, der einst sein Revier gewesen war. Damals, bevor sein Rudel dem Ritual zum Opfer gefallen war. Und auch die Erzmagierin war hier alles andere als eine Fremde. Entsprechend sicher bewegten sie sich zwischen den Bäumen hindurch. Nebeneinander, wann immer es die oftmals schmalen und gewundenen Pfade erlaubten.

„Die Orkhöhlen heißen wohl hauptsächlich so, weil sich dort Abbildungen von Tieren finden, die es nur auf den Orkhochlanden gibt. Urz meint aber, die wären schon so alt, dass niemand mehr sagen könne, wer sie wirklich angefertigt hat. Seine Leute haben den entsprechenden Hügel erst vor wenigen Generationen als spirituellen Ort für sich entdeckt. Auch weil er von der Landbevölkerung abergläubisch gemieden wird“, gab Rion bei solchen Gelegenheiten das wenige weiter, was er über das Ziel ihrer Reise wusste.

„Die Gruppe, die wir besuchen, ist kein Clan und keine Sippe im klassischen Sinn. Es gibt wenige, die ihre Herkunft auf den Stamm er Gründer Nurus zurückführen können. Die Stadt ist heute vor allem ein Sammelbecken für Orks, die es aus unterschiedlichen Gründen so weit ostwärts verschlagen hat. Und man hat sich hier wieder zu vertrauten Strukturen zusammengeschlossen. Seine Leute haben einen eigen Schamanen, einen ersten Krieger und so weiter.“

  Gespeichert  
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #3 am: Mo., 11. Dez 2017, 20:00 »

Das Ferkel wurde verschnürt, versuchte aber immer noch sein möglichstes um sich zu befreien und zu fliehen. Myriel schüttelte sacht mit dem Kopf, als Phelan sie fragte ob sie ihm die Augen verbinden sollten.

Ich glaube nicht das das viel bringen würde, es würde Dich immer noch riechen. Es ist doch ganz natürlich das es vor einem Wolf flüchten will.

Wenigstens war das laute Gequietsche durch die Verschnürung in ein dumpfes Grunzen übergegangen. Myriel beschloss das eigene Zelt mitzunehmen - wenn die Orks nur ein Lager aufgeschlagen und dort keine Siedlung hatten, würden sie ihnen nichts besseres zur Verfügung stellen können. Und bei der Jurte war sie zumindest sicher das sie wasserdicht war. 

Gemeinsam suchten sie sich ihren Weg durch den Wald und Rion erzählte ihr was er von Urz über die Orkhöhlen erfahren hatte. Myriel hatte sich diese Höhlen schon längst einmal ansehen wollen, aber irgendwie war immer etwas dazwischen gekommen. Was Rion ihr nun über die Orksippen erzählte, war für sie aber völlig neu.

Du meinst das sie quasi so etwas wie einen neuen Stamm gegründet haben? Das finde ich sehr ungewöhnlich. Auf der anderen Seite ist Nuru so oft von Kriegen gebeutelt worden, das es wohl durchaus Sinn macht aus den übriggebliebenen Mitgliedern einzelner Sippen wieder ein starke große zu machen. Ich hätte nur gedacht das Orks da mehr Wert auf ihren eigenen Stammbaum legen.

Bisher hatte sie nur mit wenigen Orks näheren Kontakt gehabt, und dabei hatten sie auch nicht über solche Dinge gesprochen.

Du kennst Doch Runshak, den Hauptmann der Nuruer Kaserne. Weißt Du zufällig welcher Sippe oder welchem Stamm er angehört?


  Gespeichert  
Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #4 am: Mo., 11. Dez 2017, 23:34 »

„Ja, ich kann nicht so mit Tieren“, räumte Rion ein. Mit dem Gegrunze würde er sich wohl abfinden müssen. Aber es war schon deutlich besser, als dieses nervtötend Quieken. „Soll ich die Jurte tragen?“, fragte er, als sich Myriel entschied das eigene Zelt mitzunehmen. Ihm würde das zusätzliche Gewicht kaum etwas ausmachen.

„Urz meinte, dass er es als Teiloger in den Hochlanden auch nicht leicht haben würde einen Stamm zu finden. In Nuru hingegen gäbe es nicht viele richtige Stämme und auch diese wären nicht sehr groß. Nennenswert wäre nur der von Grosh und das auch vor allem wegen seiner Geschichte. Die städtischen Ersatzsippen nähmen auch jemanden wie ihn beziehungsweise seine Mutter auf. Auch wenn er wohl niemals erster Krieger sein wird…“ Ein wenig fühlte sich der Lykan durch die Schilderung der Grünhaut an die Rudel seines Volkes erinnert. Auch die konnten sehr unterschiedlich aussehen und waren nur in manchen Fällen bereit Fremde aufzunehmen.

„Die Uk’Ra’Nuru sind wohl einer der etabliertesten dieser ‚neuen“ Stämme und bestehen seit mehreren Generationen. Ihre Herangehensweise ist gewiss aus der Not geboren, auch wenn ihre Schamanen betonen, dass dies die Art sei, wie sich die bekannten Stämme ursprünglich gebildet hätten.“ Während Phelan so redete, näherten sie sich langsam den Ausläufern des Sumpfes.

Als die Druidin nach Runshak fragte, schüttelte der Wolfsmann den Kopf. „Natürlich kenne ich ihn, aber außer mit Urz habe ich mich nie mit einem Ork so ausführlich über seine Sippe unterhalten. Wir können allerdings beim Fest nachfragen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Grünhäute alle kennen und genau über ihre Clans und Stämme Bescheid wissen. „

  Gespeichert  
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #5 am: Fr., 15. Dez 2017, 22:33 »

Phelan fragte ob er die Jurte tragen sollte, aber Myriel lehnte kopfschüttelnd ab.

Nein danke, das ist nicht nötig. Dafür habe ich doch Gunther.

Sie deutete in die Nähe der Hütte, machte einige seltsam anmutende Handbewegungen und murmelte ein paar Worte. Ein paar Wimpernschläge später bewegte sich die Erde an der Stelle und ein Skelett kroch daraus hervor, die Überreste eines Diebes, den Phelan ihr vor etlichen Jahren als Geschenk mitgebracht hatte.

Er ist leider nicht sehr gesprächig. Kennt Du ihn noch?

fragte die Schwarzmagierin, während sie dem Knochenmann die Jurte und ihren Rucksack in die Hände drückte und ihm den Befehl gab ihnen zu folgen.

~ ~ ~

Leise waren sie bei ihrem Marsch durch den Wald nicht gerade, aber das war auch gar nicht nötig, denn seit die wilde Jagd verschwunden war, war es einsam hier geworden. Phelans Jagdausflüge trugen zusätzlich dazu bei das selbst Räuber und andere zwielichtige Gestalten den Bereich mieden und so konnten sie sich ungestört unterhalten während Gunther knirschend hinter ihnen her wankte.

Ach, so wichtig ist es nicht. Ich kann Runshak auch selbst fragen, wenn ich ihn das nächste Mal sehe.

Sie hob ihren Rock an, stieg über eine dicke Wurzel und ließ ihn wieder fallen.

Was  feiern wir da eigentlich genau? Wird Urz bei den Kriegern aufgenommen oder so etwas? Um zum Mann gekürt zu werden, dürfte er wohl schon ein wenig zu alt sein.

Sie sah sich um und bemerkte das die Bäume lichter wurden.

Ich glaube bald müssen wir Gunther zurücklassen. Es wäre nicht gut wenn ihn jemand sieht.

- 10 Mana Nekromantie Meister
Skelett mit 30 Schutz, 25 Stärke, 15 Leben
« Letzte Änderung: Fr., 15. Dez 2017, 22:36 von Myriel »
  Gespeichert  
Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #6 am: Sa., 16. Dez 2017, 13:26 »

„Ah, Gunther“, antwortete Rion mit einem Grinsen, während er kurz und vergeblich darüber nachdachte, wie ihn dieser spezielle Geselle damals gleich wieder verärgert hatte. Zu dem Zeitpunkt war er jedoch gewiss ziemlich in Rage gewesen, sonst wäre der Kerl heute nicht hier, um der Magierin das Gepäck abzunehmen. Es war eine eigenartige Erfahrung gefolgt von einem klapprigen Knochengestell durch den Wald zu spazieren, doch der Wolfsmann konnte der morbiden Komik dieser Situation durchaus etwas abgewinnen.

„Sie huldigen der Kraft des Freuer“, erwiderte er auf Myriels Frage. „Sie ermöglicht das Überleben des Stammes im Winter. Und auf den Hochebenen der Orks sind die wärmenden Flammen äußerst kostbar. Dort gibt es kaum Holz und so muss viel Tierdung gesammelt werden… Was Urz betrifft, der ist längst ein angesehener Krieger. Bei den Kämpfen um Nuru hat kaum jemand mehr Dunkelelfen erschlagen, als er. Ich habe das Tischbein, das er benutzt hat, in der Laterne aufhängen lassen. Ein anderes hat er mit Eisen beschlagen lassen und führt es jetzt als Waffe.“ Der Tisch war eh schon kaputt gewesen und hatte schließlich vier Beine.

Zu dem Vorschlag Gunther zurückzulassen, nickte er. „Die Wege, denen wir folgen werden, führen zwar durch einsame Landstriche, aber wenn er nicht gerne rudert, wird er uns wenig nützen. Der ist hohl und unser knochiger Freund sollte genug Platz darin finden.“ Der Lykantroph deutete auf einen umgestürzten Baum, der hier irgendwie deplatziert wirkte. Kein anderer Stamm dieses Durchmessers war in der Umgebung zu erkennen. Auf dem sumpfigen Grund wäre das auch nicht zu erwarten gewesen. Vielleicht hatte ihn ein Hochwasser hier liegen lassen. Oder er war unter viel Mühen hierhergebracht worden. Phelan hielt direkt darauf zu und zog aus der hinter Gestrüpp verborgenen Aushöhlung ein Kanu aus Birkenrinde hervor.

  Gespeichert  
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #7 am: Do., 04. Jan 2018, 20:09 »

Feuer aus Tierdung?

Myriel rümpfte die Nase. Sie hatte zwar schon davon gehört, das man Dung zum verfeuern benutzen konnte, aber sie mochte nicht darüber nachdenken, wie das wohl roch.

Ich hoffe sie frönen nicht den alten Traditionen des Hochlandes und benutzen hier ebenfalls Dung um die Feuer zu schüren.

In dem Fall würde ihr Besuch wohl deutlich kürzer ausfallen als ursprünglich geplant, auch wenn sich ein Fest zu Ehren der Flammen sehr interessant anhörte. Phelan hielt auf einen hohlen Baumstamm zu und Myriel runzelte die Stirn. Ungewöhnlich, das ein derart großer Stamm am Rand des Sumpfes lag. Doch als der Lykantroph sich daran zu schaffen machte, und schließlich ein Kanu daraus hervor zog, verstand sie. Mit wenigen Worten wies sie Gunther an ihr Gepäck abzulegen. Doch wenn Phelan erwartet hatte, die würde den Knochenmann nun in den Baum scheuchen, so hatte er sich getäuscht. Stattdessen fing Gunther mehr oder weniger an sein eigenes Grab zu schaufeln.

Ich will nicht riskieren das ihn irgendein Tier findet und seine Knochen zerbeißt. Gutes Personal ist heutzutage so schlecht zu finden.

gab sie eine Erklärung dazu ab und betrachtete das Boot, das Phelan in Richtung Wasser wuchtete. Sie hätte ein solches Gefährt nicht nötig gehabt - eigentlich hätten sie es beide nicht gebraucht, denn in Drachengestalt hätte die Druidin ihren Gefährten durchaus über den Fluss bringen können - aber da er sich soviel Mühe damit gemacht hatte schwieg sie und trug ihm nur das Gepäck hinterher.

Eine Weile später war das Boot im Wasser, die Rucksäcke waren verstaut und der Knochenmann hatte sich wieder in seine Einzelteile zerlegt. Myriel schob genügend Erde über ihn, das er nicht ohne weiteres entdeckt werden sollte und deutete dann auf das Kanu.

Du weißt wie man mit so einem Ding umgeht?

  Gespeichert  
Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #8 am: Do., 04. Jan 2018, 23:13 »

„Ich glaube nicht, dass sie sich die Mühe gemacht haben eigens Tierdung zu sammeln“, erwiderte Phelan ein wenig erschrocken. An diese Möglichkeit hatte er noch gar nicht gedacht. Torf und Feuerholz waren hierzulande zwar günstig zu haben, aber bei Orks wusste man nie.

„Auf mich wirken die alten eingetrockneten Knochen nicht sehr appetitlich“, gab der Wolfsmann zu bedenken, als der Baumstamm als nicht ausreichend sicher befunden wurde, um dem Knochenmann als Ruhelager zu dienen. Dennoch musste Gunther sein eigenes Grab schaufeln. Nicht zum ersten Mal, wenn sich der Lykantroph recht entsann. Es auch wieder zuzuschaufeln wäre dann doch etwas viel von ihm verlangt gewesen und so half der Krieger Myriel dabei. „Ich bin froh, dass Du nach all den Jahren noch zufrieden mit seinen Diensten bist“, meinte er grinsend.

Ohne auch nur daran zu denken, dass diese Art über den Fluss zu kommen auf eine Erzmagierin umständlich wirken könnte, ließ er das Boot zu Wasser und half der Druidin dabei einzusteigen. „Ich bin schon öfter damit auf diesen Gewässern gerudert“, versicherte er. „Während der Belagerung war es viel Wert unbemerkt über die Schwanenmarschen zu kommen. Und die Sümpfe schienen mir auch als Rückzugsort für das Rudel interessant.“

Es war jedenfalls besser ein paar verborgene Wege zu kennen, als am Rande der Marschen in der Falle zu sitzen. Schließlich hatte sich sein Revier bis in die Ausläufer des Feuchtgebietes erstreckt. Aber das war jetzt nur noch eine Erinnerung und der ernste Gesichtsausdruck, den er bei der Erwähnung der Wölfe gezeigt hatte, war schnell wieder verflogen. Mit langen ruhigen Ruderschläge lenkte er das schmale Boot tiefer in das Geflecht von schilfbewachsenen Kanälen, die das Sumpfland durchzogen. Doch auch wenn er es nicht besonders anstrengend aussehen ließ, war die Kraft, die er in ihr Vorrankommen steckte, nicht zu unterschätzen.

  Gespeichert  
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #9 am: So., 07. Jan 2018, 22:36 »

Wollen wir das Beste hoffen.

murmelte die Druidin den Tierdung betreffend, bevor sie sich von Phelan ins Boot helfen ließ. Sie setzte sich mittig hin, um es ihm einfacher zu machen das Boot zu lenken, und wandte ihm dabei das Gesicht zu, damit sie sich weiter unterhalten konnten.

Nur weil Du die Knochen nicht appetitlich findest, heißt das nicht, das ein ausgehungerter Fuchs das nicht anders sieht. Abgesehen davon dachte ich immer Du magst eher das Fleisch als die Knochen. So kann man sich irren.

Für einen kurzen Moment beugte sie sich über die Wand des Bootes und hielt die Fingerspitzen ins Wasser.

Puh, frisch. Ich wüsste es sehr zu schätzen wenn wir es schaffen nicht zu kentern.

Wirkliche Sorgen machte sie sich darum allerdings nicht. Zum einen sah das, was Phelan tat, recht professionell aus, und zum anderen konnte sie sich jederzeit in ein Tier verwandeln das schwimmen konnte, und dem die Kälte nicht viel ausmachen würde. Die Druidin wischte die Finger an ihrem Umhang trocken und zog ihn enger um sich herum. Dann beobachtete sie den Lykantrophen beim Paddeln. Es schien ihm besser zu gehen, als noch vor einigen Monden. Er konnte das vernichtete Rudel erwähnen ohne das sich dieser verbitterte Unterton in seine Stimme schlich und er danach in dumpfes Brüten verfiel. Auch die Anstrengung des Paddelns merkte man ihm nicht an, obwohl sich das Kanu zügig vorwärts bewegte und es kaum Strömung gab.

Es gibt angenehmere Rückzugsorte als diesen hier, mit modrigem Wasser und Egeln und Mücken, die nur darauf warten einem das Blut aussaugen zu können.

  Gespeichert  
Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #10 am: Mo., 08. Jan 2018, 12:12 »

„Natürlich mag ich Fleisch, aber auch Innereien und Knochenmark gehören zu einer ausgewogenen Mahlzeit“, bekannte Phelan mit einem Schulterzucken. „Ich nehme oft genug menschliche Kost zu mir, dass es vermutlich keine große Rolle spielt. Aber ich habe mir von Rudelmitgliedern, die sich hauptsächlich von rohem Fleisch ernährt haben, sagen lassen, dass es einen schwächt, wenn man zu wählerisch ist.“ Und auch der Instinkt hatte ihn, der als Alpha stets den Vorrang hatte, sofern er an einer Jagd teilnahm, immer dazu geraten sich zuerst auf die Eingeweide zu stürzen.

„Die Gefahr zu kentern ist nicht sehr groß und ich habe selbst auch keine Lust um diese Jahreszeit ein Bad im Freien zu nehmen“, versicherte er Myriel mit einem Lächeln. Dank seines Pelzes war die Gefahr sich zu verkühlen zwar relativ gering, solange er sich dem nassen Element nicht zu lange aussetzte, aber angenehm wäre es trotzdem nicht.

„Siehst Du diesen Hügel da?“, fragte der Wolfsmann und deutete auf eine flache Kuppe, die sich über das Marschland erhob. „Ihn zu erreichen war mein Ziel. Trocken genug, um dort ein halbwegs komfortables Lager aufzuschlagen und dank des Sumpfes leichter zu verteidigen als manche Festung.“ Während er sprach endete der Graben, in dem sie fuhren, unvermittelt in einer Schlammbank und er begann rückwärts zu rudern. „Die Wasserläufe hier verändern sich ständig. Es ist wie ein lebendiges Labyrinth“, erklärte er in entschuldigendem Tonfall und wählte bald darauf eine andere vielversprechende Abzweigung. „Aber wir der Hauptarm des Flusses ist nicht mehr weit.“

  Gespeichert  
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #11 am: So., 14. Jan 2018, 20:32 »

Phelan deutete auf einen Hügel und Myriel drehte den Kopf in die Richtung und versuchte auszumachen, welchen er meinte. Schließlich enddeckte sie eine größere Erhebung, die der Lykaner vermutlich gemeint hatte.

Du meinst als Lager für Dein Rudel? Nunja, sicherlich kein schlechter Platz für ein Lager - aber glaubst Du wirklich das ein Wolfsrudel hier glücklich geworden wäre?

Was hätten sie fressen sollen? Was hätten sie gejagt? Statt hinter Rehen herzuhetzen hätten sie sich hier daran versuchen können Kröten oder Schlammlinge zu fangen. Wohl nicht gerade das, was ein Wolf als eine erfolgreiche Hatz ansehen würde.
Der Wasserweg, auf dem sie fuhren, versandete, und Phelan musste zurück rudern. Myriel zuckte wegen des Missgeschicks nur mit den Schultern und blieb entspannt.

Du wirst schon einen Weg hier heraus finden.

antwortete sie Phelan voller Zuversicht und versteckte ihre Hände unter dem Umhang damit sie warm blieben.

Und wenn nicht wird uns sicher etwas anderes einfallen, um diesen Sumpf in einem Stück wieder zu verlassen.

Schließlich hatte sie die Morphologie noch immer als Ass im Ärmel und machte sich deshalb tatsächlich keine Sorgen.

Was glaubst Du wann wir an der Orkhöhle ankommen? Bei Sonnenuntergang?

  Gespeichert  
Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #12 am: Di., 16. Jan 2018, 00:00 »

Phelan zuckte mit den Schultern. „Eine letzte Rückzugsmöglichkeit muss nicht gemütlich sein. Und wir waren nie verzweifelt genug sie zu benötigen.“ Nein, sein Rudel war auf einem Schlag in fremden Landen ausgelöscht worden. Und kein Schutz, den er hätte gewähren können, hätte sie vor diesem Schicksal bewahrt.

Während das Ferkel im Bug des Bootes weiterhin verzweifelt gegen seine Fesseln anstrampelte, suchte Rion in aller Ruhe einen Weg durch das Geflecht aus Wasserstraßen. Noch ein weiteres Mal mussten sie umkehren, doch dann hatten sie den breiten Hauptarm des Flusses, der sich gemächlich durchs Marschland wälzte, erreicht. Hier waren zum Teil auch größere Boote anzutreffen, doch heute war weit und breit keine Menschenseele zu erblicken.

„Halb haben wir es geschafft und auch die andere Hälfte sollten wir vor Sonnenuntergang hinter uns bringen können“, meinte der Wolfmann und war zuversichtlich es aus eigener Kraft zu schaffen. Auch wenn ihn Myriels Worte daran erinnerten, dass sie über elegantere Möglichkeiten verfügt hätte. Aber manchmal war es nicht so verkehrt auf einfache Hilfsmittel zurückzugreifen. Es war schön in einem Boot zu sitzen und sich in den Augen seiner Gefährtin zu verlieren, während man nebenbei mit langen Ruderschlägen über den Fluss paddelte…

Wie pünklich vor der Dämmerung sie ankommen würden, konnte er nicht sagen. Die Wasserwege am gegenüberliegenden Ufer kannte er weniger gut. Aber er hoffte darauf, dass noch Zeit bleiben würde das Zelt aufzubauen, bevor die Nacht hereinbrach.

  Gespeichert  
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #13 am: Do., 08. Feb 2018, 16:27 »

Sie hatten erst die Hälfte der Strecke zurück gelegt, ihnen blieb also noch Zeit genug um während der Bootsfahrt zu plaudern. Myriel blickte über den Sumpf und stellte fest das es nur wenige Punkte gab, an denen man sich orientieren konnte.

Sag mal hast du eine Ahnung wie sich die Führer im Sumpf orientieren? Zählen sie ihre Schritte? Ich finde hier sieht es überall ziemlich gleich aus.

Sie sah den Lykantrophen an und ihr Blick wurde nachdenklich. Er wohnte jetzt schon eine ganze Weile bei ihr in der Hütte, doch darüber gesprochen hatten sie seit dem Abend an dem sie es beschlossen hatten, nicht mehr.

Rion? Hast Du Deine Entscheidung in den Wald zu ziehen eigentlich jemals bereut?
« Letzte Änderung: Do., 08. Feb 2018, 16:28 von Myriel »
  Gespeichert  
Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #14 am: Fr., 09. Feb 2018, 21:20 »

Phelan zuckte mit den Schultern, während er das Boot in einen vielversprechenden Seitenarm lenkte. „Ich orientiere mich an den Gerüchen.“ Eine Weile ruderte er schweigend weiter. „Ein Schmuggler sagte mir einst, er hätte ein Gefühl dafür. Manchen läge es im Blut“, ergriff er dann wieder das Wort, als wäre er zu dem Schluss gekommen, dass die vorherige Antwort unzureichend gewesen war. „Sein Großvater durchquerte den Sumpf unzählige Male, ehe er eines Tages nicht wiederkehrte. Sein Vater tat es ihm gleich, bis ihn irgendwann der Sumpf verschlang. Und jetzt tut er es ihnen gleich, wenn er nicht in der Zwischenzeit seinen Ahnen gefolgt ist.“ Ja, die Marschen blieben trügerisch, selbst wenn man sie noch so gut zu kennen glaubte. Der ständige Wandel machte es unmöglich ihnen je ihr letztes Geheimnis zu entlocken. Darin glichen sie einem lebendigen Wesen.

Als Myriel auf die Entscheidung jenes Abends zu sprechen kam, konnte sich Rion das Lächeln eines verliebten Mannes nicht verkneifen. Auch wenn es auf seinen wölfischen Gesichtszügen vielleicht nicht zur Geltung kam. Es war richtig, dass er nun mehr Zeit in der Waldhütte verbrachte, als zuvor. Dennoch gab es Wochen, in denen er sich so lange in der Roten Laterne aufhielt, dass es wie eine Spitzfindigkeit schien nun festzulegen wo er nun wohnte, und wo er nur zu Gast war. Doch es war eine Spitzfindigkeit, die ihm viel bedeutete.

„Nein, ich habe diese Entscheidung nie bereut.“ Und im Moment konnte oder wollte er sich auch gar nicht vorstellen, dass er das jemals würde. „Du bist eine wunderbare Frau und ich bin ein beneidenswerter Mann, weil ich Dich an meiner Seite weiß“, sagte er mit einer Bestimmtheit, als würde er eventuellem Widerspruch vorbeugen wollen.

  Gespeichert  
Seiten: [1] 2 3 ... 9 Alle | Nach oben Antwort
Legends of Aylann  |  Legends of Aylann - Das Spiel  |  Nuru  |  Thema: Von Feuern und Feiern<< zurück weiter >>
 

Legends of Aylann | Powered by TIBBS 1.35 PE (Personal Edition) (Origin: YaBB SE)
Hosted by www.legends-of-aylann.de - All Rights Reserved.
Take a look at our imprint and data protection policy for further details and credits.

Die Administration distanziert sich ausdrücklich von den hier geäußerten Meinungen. Die Textbeiträge geben nicht die Meinung der Administration wieder. Kontakt: webmaster@legends-of-aylann.de