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   Autor  Thema: Apothekenturm "Quelle der Heilung" (Apotheke von Shikra) (Gelesen 5087 mal)
LethiaVeritas

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #30 am: So., 06. Mai 2018, 13:39 »

Lethia hörte angestrengt zu als Shikra ihr erzählte, wie sie Turm und Garten bewirtschaftete. Mit großen Augen schaute sie die Waldelfe an und Bewunderung lag in ihrem Blick.
"Und das machst du alles ganz a-aaallein?", wollte sie eigentlich ernst und mit Anerkennung fragen. Doch ein Gähnen bahnte sich seinen Weg als sie "allein" sagte.
Dies schien für Shikra den Ausschlag zu geben und so bot sie der Bardin ein Gästebett an. Lethia nickte stumm. So viel Freundlichkeit konnte man unmöglich ablehnen, zumal ein Bett jetzt die reine Wonne wäre. Die Elfe ließ sich gehorsam führen, während ihre Gedanken auf Abwegen kreisten. Die Überlegungen von dem Zweig kehrten in ihren Kopf zurück und wandelten sich zu Phantastareien im Apothekengarten, wie Shikra dort fröhlich arbeitet.
Es scheint ihr so viel Freud zu bereiten sich um die Apotheke zu kümmern. So etwas könnte ich nicht. Dafür bin ich wohl zu sehr Freigeist um mich an einen Ort zu binden?, überlegte sie.

Plötzlich spürte sie etwas Weiches unter sich. Sie saß auf einem Bett.
Wann sind wir denn hier angekommen?
Die Bardin versuchte sich zu erinnern welchen Weg sie durch den Turm genommen hatten und so merkte sie nicht wie Shikra noch einige Utensilien auf einen Tisch legte. Erst als die Heilerin wieder das Wort an sie richtete blickte die Elfe auf.
"Falls du noch etwas brauchst, findest du mich unten im Verkaufsraum."
"Hantale Shikra."*, bedankte sich Lethia noch bevor ihre Elfenschwester die Tür hinter sich schloss.

Die Bardin entledigte sich ihrer Schuhe bevor sie sich auf dem Bett ausstreckte. Um mehr Kleidung abzulegen fehlte ihre einfach die Kraft und innerhalb kürzester Zeit war sie eingeschlafen. Sie träumte, wie sie mit einer Meute von Wolfshunden auf einer Wiese spielte. Ausgelassen tollten sie umher, bis Lethia einen Ruf vernahm. Es war Shikra die unter einem nahen Apfelbaum saß und sie heranwinkte. Die Elfe folgte dem Ruf und die Hunde folgten ihr fröhlich hechelnd. Die beiden Elfinnen machten ein Picknick und aßen genüßlich die Früchte des Waldes. Lachend und scherzend unterhielten sie sich, während sie gemeinsam Kränze flochten. Lethias Machwerk bestand aus einigen Apfelbaumzweigen und Wildblumen. Gerade als sie die Blumenkrone auf das Haupt der jungen Heilerin setzten wollte, kam eine Brise auf. Shikras braune Haare tanzten mit Lethias goldenen um die Wette und kitzelten die Elfe in der Nase. Sie musste niesen.

Mit einem lauten "Hatschi" erwachte die Elfe im Gästebett. Verschlafen strich sie mit einer Hand die Haare aus ihrem Gesicht und richtete sich auf.
Wie lange habe ich geschlafen?
Sie ging zum Fenster um den Sonnenstand zu überprüfen und musste feststellen, dass die Sonne ziemlich tief stand und einen satten orangefarbenen Schein verbreitete. Die Luft roch frisch, wie im Morgengrauen. Hatte sie etwa anstatt nur einige Stunden doch den ganzen Tag und die ganze Nacht verschlafen?
Sie wandte sich vom Fenster ab und ging zur Waschschale. Zügig verrichtete sie ihre Morgentoilette und streifte sich die frische Tunika über, welche Shikra ihr dankenswerterweise hingelegt hatte. Ihre Haare mit dem Kamm zur Ordnung zu bringen erwies sich als schmerzhaft. Mit einem kritischen Blick betrachtete die Bardin ihr Spiegelbild in der Waschschale. Kurz überlegte sie, ob sie sich die blonden Strähnen flechten sollte. Doch den Gedanken verwarf sie.
Das würde jetzt zu lange dauern und es ist immer einfacher bei anderen die Haare zu flechten als bei sich selbst. Ob ich Shikra bitten könnte?
Lethia lächelte. Warum eigentlich nicht. Bestimmt wäre sie nicht abgeneigt, wenn ich den Gefallen erwiedere.
Dabei musste sie an ihren Traum mit den Blumenkränzen denken. Bevor sie das Zimmer verließ richtete sie noch das Bett. Dann begab sie sich gut gelaunt und summend auf die Suche nach der Turmherrin.

Als sie Shikra fand, platzte die gute Stimmung der Elfe gleich aus ihr heraus.
"Merenye vanima arincen."**, sagte sie strahlend wie die Morgensonne. "Kann ich dir vielleicht bei irgendetwas helfen?"

Sie wartete die Antwort ab, bevor sie weiter sprach.
"Weißt du, ich habe mir überlegt, bei dem frischen Frühlingswind der draußen geht wäre es vielleicht angebracht unsere Haare zu flechten. Dann könnte der Wind weniger damit spielen." Plötzlich verunsichert, ob sie nicht doch zu aufdringlich war, fügte sie noch fragend ein "Wenn dir dies gefallen könnte Sch... Shikra?" hinzu.
Sie ertappte sich dabei Shikra fast mit Schwester angesprochen zu haben. Sie wollte das zarte Band der Freundschaft, welches sie zu der Waldelfe knüpfte, nicht durch ihren jungen Übermut und ihre Unbedachtheit trennen. Daher verkniff sich Lethia jedes weitere Wort und schaute Shikra an. Die kleine Hoffnung in ihrem Blick konnte sie jedoch nicht gänzlich daraus verbannen.

*"Danke Shikra."
**"Ich wünsche dir einen schönen Morgen."
+5 LP durch Shikras Heilung
Status: 10/10 LP
« Letzte Änderung: Mo., 07. Mai 2018, 07:15 von LethiaVeritas »
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Shikra

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #31 am: Do., 10. Mai 2018, 13:07 »

*** Cailin ***

Gebannt hörte die Waldelfe zu, was Cailin zu berichten hatte. Die Druidin wirkte zufrieden. Alles was sie erzählte, konnte Shikra nicht nachvollziehen. Ein Glas zum Singen bringen? Mit einer Faust? Die Bardin wirkte weit weg und die junge Heilerin traute sich auch nicht ihr antworten oder zu wiedersprechen, sie wollte die Schwarzhaarige nicht aus ihrem tief-entspannten Zustand wecken.

Der zweite Teil ihres Monologs hatte die Energien aus Mana zum Thema. Vieles von ihren Aussagen hatte Shikra schon mal wo gelesen oder am eigenen Körper gespürt und doch war die Zusammenfassung, die so einfach und so bildlich von der Bardin vorgetragen wurde, sehr gut. Die Elfe konnte weder Augen noch ihr spitzen Ohren von der Druidin abwenden; diese jedoch schien die Apothekerin kaum noch wahrzunehmen.

Dann war dieser zauberhafte Moment vorbei. Cailin war wieder zurück in den Kellerräumen des Apothekenturms, ihr Schmunzeln ließ erkennen, dass sie gedanklich noch ihrer Reise hinterher hing. Fast ehrfürchtig fragte die junge Waldelfe: „All das habt ihr durch diese Berührung erfahren?“

Irgendwann würde Shikra selbst einen dieser Kristalle berühren, spätestens, wenn der Vorrat für die Tränke aufgebraucht war, doch heute war es ihr genug an Aufregung und neuen Erfahrungen. Sie hatte zum ersten Mal diesen Keller betreten und hatte diese unglaublichen Manakristalle gesehen.

Nachdem sie noch länger in diesem unwirklichen Mana-Raum gestanden und gestaunt hatten, wollte Shikra wieder ans Tageslicht.


*** Lethia ***

Shikra war schon fast an der Türe, als sie ein gesprochenes Wort kurz innehalten ließ. Sie hatte lange mehr kein Wort in elfischer Sprache gehört oder gesprochen. Seit sie in Drachenauge lebte, sprach sie nur die allgemeine Sprache, mit der sich die verschieden Völker in Dragonia verständigen konnten. Sie wollte nicht unnötig in Gesprächen darauf hinweisen, dass sie eine Elfe war.

Die Heilerin antwortete nicht, schloss die Türe und ging hinunter in den Verkaufsraum, um aufzuräumen. Danach verirrten sich ein paar Kunden in der Apotheke und gegen Abend richtete sie etwas zu Essen her, damit Lethia, wenn sie wach wurde, etwas zum Stärken hatte. Doch ihr Gast kam nicht. Ob sie sich nicht traute? Oder ob sie noch schlief? Die Arme musste ja einiges durchgemacht haben, wenn sie so lange schlafen konnte.

Die junge Waldelfe aß und las dabei in einem Buch über verschiedene Arten von Magie. Ein Thema, dass sie immer wieder kurz mal anschnitt, seit sie mit der Bardin Cailin darüber philosophiert hatte und bemerken musste, dass sie, ehrlich, gesagt, keine Ahnung von theoretischer Magie hatte. Dann schloss die die Eingangstür ab, löschte die Lichter und legte sich im dritten Stock zum Schlafen hin.

Mit der aufgehenden Sonne wurde die junge Heilerin wach. Während sie sich wusch und ihre Haare entknotete, dachte sie über ihren Traum nach. Sie hatte von Lethia geträumt. Es war ein schöner Traum gewesen. Die beiden hatten einen schönen Tag im Wald verbracht, hatten viel gelacht und waren sorglos unterwegs gewesen. Vielleicht hatte das letzte gemeinsame Abenteuer diesen Traum beeinflusst.

Gerade als sie die Apotheke für den bevorstehenden Tag vorbereit und ein Frühstück hergerichtet hatte, platzte die Langschläferin herein. In der frischen Tunika mit ihren langen hellen Haaren sah sie fantastisch aus. Sie wirkte ausgeschlafen, sehr ausgeschlafen. Gut gelaunt erwiderte die Apothekerin ihren Morgengruß: „Einen wunderschönen guten Morgen! Hast du gut geschlafen?“ und mit einem Blick auf den gedeckten Tisch und einem Lächeln antwortete sie: „Du könntest mir beim Frühstücken helfen?!“

Während sie aßen – Shikra hatte sich von der guten Laune ihres Besuchs sehr leicht anstecken lassen – fragte Lethia, ob sie sich gegenseitig die Haare flechten könnten. Dabei wirkte die Blonde kurz etwas verunsichert, aber ihr hoffnungsvolles Gesicht sprach Bände. „Das ist eine schöne Idee, das machen wir.“ Dann war es an der Heilerin etwas zweifeln: „Nur, ehrlich gesagt, ich habe das schon lange nicht mehr gemacht.“ Seit sie von ihrer Familie geflogen war, trug sie ihre Haare offen, um in Drachenauge nicht sofort als Waldelfe aufzufallen. „Aber mit ein bisschen Unterstützung wird es schon klappen.“

Nachdem sie fertig mit Essen waren, holte Shikra einen Kamm, Bänder und Klammern und legte die Utensilien auf den abgeräumten Tisch. „Hast du was dagegen, wenn ich anfange?“ Und bevor die Bardin etwas einwenden hätte können, hatte die Waldelfe schon den Kamm in der Hand und fing an die langen blonden Haare zu ordnen.

Es wurde eine einfache Frisur. Eine geflochtene Strähne auf der linken Seite und eine auf der rechten Seite. Dann verflocht sie beide Strähnen noch miteinander. Als sie mit der  rechten Seite begann, fiel ihr eine feine Narbe über dem Ohr auf. Seltsam, warum hatte sie diese Wunde gestern nicht gesehen und warum hatte der Heilzauber dort nicht gewirkt? Vorsichtig strich sie über die Narbe. „Darf ich fragen, woher du diese Narbe hast?“

« Letzte Änderung: Do., 10. Mai 2018, 13:50 von Shikra »
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LethiaVeritas

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #32 am: So., 13. Mai 2018, 11:11 »

"Oh, beim Frühstücken kann ich dir sehr gut helfen.", antwortete Lethia und trat zum Tisch heran. "Geschlafen habe ich hervorragend, vielleicht etwas zu lange. Dafür habe ich jetzt aber genug Energie für den Tag.", sagte sie grinsend. "Ich hoffe dein Schlaf war ebenfalls erholsam?"

Während des Frühstücks brachte die Bardin die Idee des gegenseitigen Haareflechtens vor. Zu ihrer Freude stimmte die Waldelfe zu, wenn auch mit leichten Zweifeln. Darüber musste die Elfe kichern und dann nickte sie.
"Mach dir nichts daraus. Übung haben meine Hände ebenfalls nicht mehr, aber sie werden sich daran erinnern. Zumindest ist es mir so ergangen, als ich einmal einigen Bauernmädchen die Haare geflochten habe. Gemeinsam schaffen wir das."

Nachdem sich beide ausreichend gestärkt hatten und der Tisch abgeräumt war, holte Shikra die benötigten Utensilien und legte sie griffbereit auf den Tisch. Die beiden Elfinnen machten es sich bequem. Lethia genoss das Gefühl der zarten Elfenfinger in ihren Haaren.
Wenn ich eine Katze wäre, würde ich jetzt schnurren.", dachte sie.
Die Finger der Heilerin strichen vorsichtig über ihre rechte Kopfhälfte und ruhte dann auf der Narbe die sich über Lethias rechtem Ohr befand.
„Darf ich fragen, woher du diese Narbe hast?“, fragte Shikra.

Natürlich, daran hätte ich denken müssen, dass ihr die auffällt.
Die Bardin schwieg bevor sie antwortete: "Du erinnerst dich sicherlich, dass ich auf unserer Reise zum Dryadensee davon sprach keine Erinnerung an meinen Familie zu haben. Ich bin der Überzeugung, dass diese Kopfverletzung daran Schuld trägt." Bei diesen Worten hatte sich die Elfe zu der Heilerin umgewandt.
"Es ist jetzt ungefähr 15 Jahre her, dass ich an der Küste von Aramon angespült wurde. Ohne Erinnerung was vorgefallen war, nur mit einem blutenden Kopf und einer schmerzenden Schulter." Sie suchte Shikras Blick. "Die Wunden sind mit der Zeit verheilt, doch die Sehnsucht nach meiner Familie besteht. Ich denke du wirst meinen Schmerz nachvollziehen können, da du deine Familie verlassen hast um die Welt zu sehen." Ein trauriges Lächeln lag im Gesicht der blonden Elfe. Mit einer Hand wischte sie sich eine aufkommende Träne aus dem Auge. Dann atmete sie tief durch.
"Verzeih. Ich wollte die gute Stimmung nicht verderben und Heimweh in dir wecken." Lethia wandte der Waldelfe wieder ihren Rücken zu, damit diese weiter flechten konnte.
"Ich habe mich damit abgefunden unwissend zu sein. Ich sehe nach vorn und suche den Weg der mir bestimmt ist.", die Stimme der Sängerin klang fest. Doch hätte man ihr Gesicht gesehen, so hätte man an ihrer Aussage zweifeln können.

Während Shikra weiter die blonden Strähnen bearbeitete kehrte Lethias Gemütsruhe wieder zurück. "Wie lange lebst du eigentlich schon in der Hauptstadt Shikra? Länger als das halbe Jahr, dass du in der Apotheke arbeitest? Bestimmt ist in dieser großen Stadt viel los."
So plauderten die beiden bis die Waldelfe fertig war.

Lethia erhob sich freudig. "Hast du einen Spiegel Shikra?" Suchend schaute sich die Bardin um. Vor einem Regal mit einigen Phiolen blieb sie stehen und betrachtete ihre Reflexion in dem Glas. Wirklich viel von sich selbst konnte sie nicht erkennen, doch ihre Aufmerksamkeit wurde von dem Sonnenlicht, welches die Flüssigkeit in der Phiole zum Schillern brachte, in Beschlag genommen. Verzückt ergriff sie die kleine Flasche und ging damit zu der Apothekerin.
"Wenn ich schon mal hier bin sollte ich auch einige Tränke kaufen. Meinst du nicht auch? Bei der nächsten Reise mit unschönen Ereignissen bist du vielleicht nicht in der Nähe um mich zu heilen.", scherzte sie. Mit Shikras Hilfe sammelte Lethia einige Tränke zusammen und stellte sie auf dem Tisch zu den Frisierutensilien. "Und den noch.", damit legte Lethia die schillernde Phiole dazu. "Was ist das eigentlich für ein Trank? Und was schulde ich dir für deine Heilung von gestern?"

Nachdem sie den Einkauf erledigt hatte führte die Bardin Shikra wieder zu den Stühlen.
"So und jetzt bist du dran.", sagte sie grinsend.


-240 GM an Shikra
+ 3 kl. Heiltränke (60 GM)
+ 2 kl. Manatränke (40 GM)
+ 1 Gegengift (20 GM)
+ 2 Wundbinden (20 GM)
+ 1 Wiederbelebungstrank (120 GM) (die schöne schillernde Phiole)
« Letzte Änderung: So., 13. Mai 2018, 15:17 von LethiaVeritas »
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Shikra

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #33 am: Di., 15. Mai 2018, 00:00 »

*** Lethia ***

Zuerst erntete die Waldelfe nur ein Schweigen auf ihre Frage nach der Narbe an Lethias Kopf, doch dann begann die Elfe zu erzählen, wie sie vor 15 Jahren ohne Gedächtnis, nur mit einer Wunde am Kopf an einem Ufer zu sich gekommen war. Traurig schaute die Bardin dabei die Heilerin an.

Und Shikra hatte sofort Mitleid mit der armen Sängerin. Intuitiv nahm sie die blonde Elfe in den Arm und sprach leise. „Das tut mir aufrichtig Leid für dich, Lethia.“ Einen Moment schwieg die Apothekerin, um ihre Gedanken zu sortieren: „Ich kann deinen Schmerz sehr wohl nachvollziehen, dennoch wird es anders sein, wenn man sich nicht erinnern kann, wieso es zu einer Trennung kam. Ich weiß zumindest, wo ich sie finden würde, wenn ich sie wieder sehen will“  Sicher war es anders, wenn man den Grund nicht wusste, doch Shikra kannte ja ihre Beweggründe, die sie damals flüchten ließen.

Dann versuchte Shikra ihr etwas Mut zu machen „Elfen leben lange, du wirst sie bestimmt eines Tages wiedersehen, wahrscheinlich suchen sie nach dir. Und du musst dich bitte nicht für deine Trauer entschuldigen!“ Vielleicht kamen ihre Worte bei der blonden Elfe an, zumindest klang sie danach wieder selbstsicherer und ließ sich von der jungen Heilerin die Haare weiter flechten.

„Also ich bin jetzt seit etwa zweieinhalb Jahren hier in Drachenauge. Habe mich zuerst mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten, bis ich den Mut gefunden hatte, hier anzufangen.
Ja hier ist viel los, jeden Tag passiert etwas in der Hauptstadt und dank der Apotheke und ihren Kunden werde ich immer auf dem Laufenden gehalten. Das Problem bei dieser Art der Informationsweitergabe ist nur, dass hier am Ende sehr wenig richtig ankommt. Da haben immer schon mindestens drei Leute ihre eigenen Ideen mit eingebaut. Aber es ergibt tolle Geschichten für Barden. Zum Beispiel wurde einmal ein Schiff im Hafen unter Quarantäne gestellt. Eigentlich eine harmlose Sache, die Besatzung war ein einem tropischen Fieber erkrankt, aber das wäre zu einfach gewesen für die Einwohner Drachenauges“ Mit einem herzlichen Lachen beendete die Heilerin ihre Ausführungen und ihre Flechtarbeit.

Statt eines Spiegels, nutze Lethia eine der Phiolen, um ihre neue Frisur zu bewundern. Was ihr nur schlecht gelang, dabei entdeckte sie aber in den Regalen der Apotheke ein paar Tränke, die sie gut gebrauchen konnte. „Das wird wohl so sein, dass nicht immer ein Heiler in der Nähe ist, umso besser, wenn du dann einen Heiltrank dabei hast. Oder du musst selbst einen Heilzauber wirken.“ Antwortete die Elfe ihrerseits scherzend.

„Das ist ein Wiederbelebungstrank. Ich habe ihn ganz frisch hergestellt, da spiegelt er noch das Sonnenlicht so wunderschön. Für deine Genesung schuldest du mir nichts. Wenn wir als Elfen uns schon zusammen trauen, eine dunkle Höhle zu betreten sollten wir auch bei Tageslict zusammenhalten“ erwiderte die Apothekerin mit einem Lächeln. Dann bedankte sie sich für die Münzen, verstaute diese in der Kasse, die Buchführung würde sie später ergänzen und dann ließ sie sich von der Bardin zu den Stühlen führen und freute sich darauf, wieder einmal nach so langer Zeit geflochtene Strähnen zu bekommen. 

+240 GM in die Kasse
- 3 kleine Heiltränke
- 2 kleine Manatränke
- 1 Gegengift
- 2 Wundbinden
- 1 Wiederbelebungstrank


*** Shikra ***

Es war eine lange Heimreise aus Nighton gewesen. Der Rucksack war von ihren Einkäufen recht schwer geworden und dann hatte etwa auf halben Weg eine dornige Pflanze einen hässlichen Riss hinterlassen. Shikra fühlte sich zwar dadurch nicht schwer verletzt, dennoch sah die Wunde sonderbar aus und sprach weder auf einen Heilzauber, noch auf eine Wundsalbe an. Doch im  Moment freute sie sich einfach nur, wieder im Apothekenturm zu sein, den Rucksack abzulegen und endlich mit dem Kochen der Tränke beginnen zu können. Die Wunde müsste warten können.

Die Waldelfe öffnete die Tür zum Verkaufsraum und freute sich, dass Mareika hinter der Theke stand. Mareika war eine Nachbarin, die den Laden in der letzten Zeit öfters besucht hatte und Shikra hatte sich mit ihr angefreundet. Sie genoss die fürsorgliche Art der dreifachen Mutter, wobei Mareika sehr in ihrer Mutterrolle aufging. Seit ihr Jüngster vor drei Wochen von Zuhause ausgezogen war, hatte sie sich die Elfe als neues zu umsorgendes „Opfer“ ausgesucht. Abgesehen davon hatte sie Spaß die Kunden zu bedienen und war Shikra eine gute Vertretung im Verkaufsraum geworden. Große Beratungen konnte man von ihr nicht verlangen, aber für schnelle Einkäufe war sie der Heilerin eine Hilfe.

„Shikra, du bist zurück. Du siehst müde aus. Warst du ganz alleine unterwegs?“ Die Nachbarin machte ein paar Schritte auf die junge Heilerin zu, doch bevor das Verhör noch weiter gehen konnte, ergiff die Elfe das Wort: „Mareika, schön, dass du da bist. Ja, es war eine längere Wanderung nach Nighton und zurück, aber es ist ja alles gut gegangen.“ Ihren Kratzer ließ sie unerwähnt. „Danke, dass du auf den Laden aufgepasst hast. Heute Nachmittag würde ich gerne ein paar Tränke herstellen, würde das bei dir gehen?“ Eifrig nickte die Verkäuferin und beeilte sich damit, ihr die benötigte Hilfe zu zusagen. „Vielen Dank.“

Und mit diesen Worten trug die Elfe ihre Einkäufe in das Arbeitszimmer, danach stieg sie in den dritten Stock, wusch sich, trank und aß eine Kleinigkeit, um so gestärkt mit dem Brauen der Tränke zu beginnen.
Zuerst pulverisierte sie einige Manakristalle, die Kräuter sortierte sie. Dann holte sie ein paar Bücher und ihre Notizen. Viel hatte Gurs ihr nicht über das Herstellen der Tränke erzählen können, doch zu ihrem Glück waren ein paar sehr brauchbare Rezepte von den Vorbesitzern zu finden gewesen. Es waren zwar nicht ihre ersten Tränke, doch es war ihre erste Charge, die sie als Apothekenbesitzerin herstellte.

Die Elfe liebte diese Arbeiten, das Vorbereiten, das Zusammenstellen, das Lösen, das Mischen, das  Erhitzen, das Abfüllen, das Etikettieren. Viele Stunden arbeitete sie vor sich hin, die frisch eingekauften Rohstoffe wurden schnell weniger. Vielleicht hätte sie mehr einkaufen sollen? Doch ihre finanziellen Mittel hatten gerade so ausgereicht.
Während ihr Hände die teilweise sehr monotonen Arbeiten verrichteten, konnte ihr Kopf seinen Gedanken nachgehen: Sie sollte sich ein Lastentier besorgen. Rorokpal hatte sich wirklich eine schöne Gärtnerei aufgebaut. Gut, dass die Manakristalle, die schon „geerntet“ waren, noch gereicht hatten. Mareika ist wirklich eine große Hilfe, nur ob sie auf Dauer mit ihrer Art klar kommen würde? Sollte sie das Krankenhaus im zweiten Stock wieder eröffnen.

Immer wieder las sie in den Büchern nach, damit die Tränke auch richtig zusammengestellt waren. Am Abend konnte sie auf viele neue Phiolen stolz sein. Ihre ersten eigenen Zubereitungen standen fertig abgefüllt auf dem Tisch. Morgen früh würde sie die Flaschen noch fertig beschriften und die gekauften Stoffe zu Wundbinden zurechtschneiden und -legen.

Als sie am nächsten Morgen erwachte und sich fertig machte, um die Arbeit vom vorherigen Tag zu beenden, musste sie erkennen, dass die Wunde, die sie sich durch die seltsame Pflanze zugezogen hatte, rot und geschwollen war. Es erinnerte an einen Bienenstich, vielleicht eine Vergiftung? Die Elfe beschloss eins ihrer Gegengifte auszuprobieren; schaden sollte es ihr ja nicht.

Stunden später waren die Phiolen fertig und in den Regalen verräumt. Eine Hand voll neuer Tränke packte die junge Heilerin in ihren Rucksack, damit sie bei ihren nächsten Reisen, die hoffentlich nicht zu zahlreich wurden, gut ausgestattet war.

+ 12 kleine Heiltränke (-12 Kräuter, -6 Torf)
+ 8 große Heiltränke (-20 Kräuter, - 12 Torf)
+ 6 Gegengifte (-3 Kräuter, -6 Torf)
+ 4 Wiederbelebungstränke (-40 Kräuter, -8 Torf, -Mana)
+ Manatränke (-Mana)
+ 15 Wundbinden (-3 Stoffe)


für Shikra:
5 kleine Heiltränke
2 große Heiltränke
3 Gegengifte
 
-1 Gegengift
2 Wiederbelebungstränke
3 Wundbinden
2 kleine Manatränke
5 große Manatränke
« Letzte Änderung: Mi., 16. Mai 2018, 00:50 von Shikra »
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Cailín

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #34 am: Mi., 16. Mai 2018, 18:27 »

"Ich würde eher sagen: All das, was ich bisher darüber wusste, ist mir durch diese Berührung erst klar geworden. Die reine Theorie klingt faszinierend, doch erst die Praxis, die Handlung selbst, festigt das Wissen, klärt Unklarheiten und weckt das Verstehen. Ich bin sicher, Euch geht es ebenso bei Euren Rezepten. Jeder Trank, den Ihr nach einer vorgeschriebenen Mixtur erstellt und dessen Wirkung Ihr zu verstehen glaubtet, entfaltet sein geheimes Wissen erst nach dem ersten Selbsttest oder der Rückmeldung eines Patienten. Dann erst versteht Ihr WAHRHAFTIG. Dann erst ist es Euch möglich Korrekturen vorzunehmen und selbst zu experimentieren. Jede Substanz lernt Ihr auf diese Weise kennen. Verzeiht, ich belehre Euch wie eine Schülerin. Das macht das Alter."

Cailín lachte, denn ihre Worte standen in krassem Gegensatz zu ihrem Aussehen. Wirkte sie mit ihren fünfzig Lenzen doch immer noch wie nur halb so alt.

"Wie alt seid Ihr, werte Shikra, wenn ich fragen darf? Euch Elfen sieht man die Jahre ebenso wenig an wie uns Druiden. Immer wieder bin ich erstaunt, wie sehr sich Menschen verändern, wenn man sie eine Weile nicht gesehen hat. Vor allem wie schnell dies vonstatten geht."

Dabei fiel ihr ein, dass auch Merdarion in dieser rasanten Zeitspanne verfallen würde. Eines Tages würde ihr Geliebter nur noch Staub sein. Staub wie dieser hier auf dem Regal. Und sie immer noch jung. Ein seltsamer Gedanke. Nachdenklich strich sie mit dem Zeigefinger beim Hinausgehen über eines der Bretter und betrachtete das Grau auf ihrer Fingerkuppe.

Shikra wirkte erleichtert, als sie sich wieder bei der Tränkeküche einfanden.

"Habt Ihr alle Räume dieses Turm erforscht? Sehr viel Platz für eine einzelne Person. Werdet Ihr Euch Angestellte nehmen? Oder einen Liebsten?"

Das Schmunzeln auf den Lippen der Bardin wirkte keineswegs spöttisch, sie meinte das wie sie es sagte. Dabei wusste sie genau, dass sich Elfen in der Regel nur dann einen Partner suchten, wenn sie eine ewig währende Bindung einzugehen gedachten. Weil das Seelenlied in ihnen erklungen war, oder so ähnlich.
« Letzte Änderung: Mi., 16. Mai 2018, 18:29 von Silvana »
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Shikra

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #35 am: Do., 17. Mai 2018, 00:09 »

Mit großen Augen lauschte die Elfe den Ausführungen der Bardin. Sie hatte Recht. Es gab einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis und das merkte man meist erst, wenn es in der Praxis schief ging.

Als Cailin von ihrem Alter sprach, wirkte die Heilerin irritiert. Sie hätte sie nicht älter als 28 eingeschätzt; was wohl nicht der Fall war. "Bitte, ihr müsst euch für eure Worte doch nicht entschuldigen. Ihr seht eine willige Schülerin vor euch", erwiderte Shikra mit einem Augenzwinkern. "Verzeiht, wenn ich etwas abwesend wirke, ich bin noch ein wenig überwältigt von diesem Raum, diesen Kristallen und euren Worten."

Die Schwarzhaarige wechselte das Thema und fragte nach dem Alter der Elfe. "Ihr dürft. Ich bin 25 Jahre alt. Also selbst für eine junge Elfe zu jung." ein freches Grinsen zeigte sich auf ihrem Gesicht. "Aber ihr habt Recht, Elfen sieht man das Alter kaum an und Euch ebenfalls nicht."
Mit der Vergänglichkeit des Lebens hatte sich die junge Heilerin noch nicht sehr intensiv auseinander gesetzt, wenn man mal gewaltsames Ableben außer Acht lassen würde. Davon hatte sie leider schon zu viele Erfahrungen machen müssen.

Tief atmete Shikra die Luft ein, als sie wieder Tageslicht sah. Obwohl die Luft hier oben sicher nicht anders war, als im Keller, fühlte sich die Elfe gleich ein wohler und frischer.
"Ja, ich denke jetzt kenne ich jeden Winkel des Apothekenturms. Vielen lieben Dank, Cailin. Stimmt, über zu wenig Platz kann ich mich nicht beschweren. Vielleicht lasse ich im zweiten Stock wieder Räume zur Pflege kranker und Verletzter Personen aufleben, aber sicher nicht in den nächsten Monaten. Wenn die Apotheke gut angelaufen ist, werde ich sicher Angestellte brauchen, aber noch suche ich nicht intensiv danach."

Einen Liebsten? Bei vielen anderen hätte die Elfe das Gespräch jetzt abgebrochen oder mit einer allgemeinen Floskel weitergeführt. Doch die Bardin strahlte eine Geborgenheit und Ehrlichkeit aus, dass Shikra ihr antwortete: "Nein einen Liebsten gibt es im Moment nicht und in naher Zukunft wohl auch nicht. Irgendwann, wenn die Zeit eine tiefsitzende Wunde geheilt hat, dann finde ich vielleicht einen Partner, mit dem ich mein Seelenlied teilen werde. Aber dafür müsste ich es erstmal finden." Der letzte Satz wurde von einem Schulterzucken begleitet.

"Hättet ihr jemanden, mit dem ihr euer Seelenlied teilen würdet?" fragte die Waldelfe, vielleicht ein wenig zu neugierig, doch Cailin hatte ja damit angefangen.

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Cailín

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #36 am: Mo., 21. Mai 2018, 09:08 »

"Vielen Dank. Dafür dass ich doppelt so viele Lenze auf dem Buckel habe wie ihr, habe ich mich gut gehalten, wie die Menschen sagen", scherzte Cailín und verneigte sich theatralisch zu dem Kompliment, man sehe ihr das Alter nicht an. Lachend richtete sie sich wieder auf und lehnte sich gegen ein Regal.

"Wenn Ihr dereinst ein bisschen Zeit übrig habt oder Ihr zufällig in Nuru seid, kommt mich doch in meinem Häuschen besuchen. Ich habe die Hütte nun wohnlich eingerichtet und einen Garten angelegt. Sogar eine Harfe darf ich zu meiner Freude mein eigen nennen. Ich erstand sie neulich im Hafen. Es ist jeden Mond aufs Neue spannend, was die Schiffe von ihren Fahren mitbringen. Wart Ihr schon einmal im Hafenbüro einkaufen? Ab und an finden sich dort auch nützliche Kräuter aus fernen Ländern."

Shikra erwähnte eine tiefsitzende Wunde. Cailín hatte sich so etwas ähnliches schon gedacht. Sie hatte in ihrem Leben schon viele Leute kennengelernt, aus verschiedensten Völkern, doch kaum jemand war ohne seelische Verletzung. Gab es so etwas wie ein friedliches Leben überhaupt? Wenn ja, war es dann erstrebenswert? Oder war es vielmehr tödlich langweilig?

"Das Seelenlied wird sich Euch bestimmt zeigen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Sucht nicht verkrampft danach. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einem im Leben alles zum passenden Zeitpunkt über den Weg läuft. Sozusagen. Mir lief ausgerechnet hier, in Drachenauge, ein ehemaliger Soldat über den Weg und raubte mein Herz. Obwohl ich mir geschworen hatte, mich niemals mit einem Sterblichen einzulassen. Mich plötzlich mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen hat so einiges in mir aufgerüttelt. Es ist schön jemanden zu haben, der einem Körper, Herz und Seele wärmt. Doch das Miteinander ist schwierig, sich ganz aufeinander einzulassen birgt die Gefahr, sich selbst zu verlieren."

Cailín sah innerlich das Gesicht ihres Geliebten vor sich. Dem sie schon so viel Kummer bereitet hatte und der sie trotzdem liebte. Sie lächelte gedankenversunken. Schließlich lachte die Bardin herzlich auf. "Merdarion hat es nicht leicht mit meinem freiheitsliebenden, flatterhaften Wesen. Aber Soldaten haben gelernt Geduld zu haben."
« Letzte Änderung: Mo., 21. Mai 2018, 09:08 von Silvana »
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Shikra

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #37 am: Di., 22. Mai 2018, 23:14 »

Eine Einladung, um sich mal Cailins Häuschen in Nuru zu besuchen? Die Elfe strahlte. Sie war neugierig, wie die Bardin ihr Zuhause wohl eingerichtet hatte. Eine Harfe? Da hätte sie der Druidin nicht zugetraut. Das war kein kleines oder leichtes Instrument, was man schnell einpacken und mit sich nehmen konnte. Also war sie vielleicht doch etwas sesshafter, als sie zugeben würde.

"Oh ja, sehr gerne würde ich mir euer Häuschen mit Garten und Harfe ansehen. Vielen Dank für eure Einladung.
Im Hafenbüro war ich schon mal, habe mir sogar eine Hafenlizenz ausstellen lassen. Aber seit dem war ich nicht mehr dort, ich habe mir das letzte Mal ein bisschen Ärger eingehandelt." Die Worte unterstrich sie mit einem unschuldigen Schulterzucken. "Aber ihr habt Recht, ich sollte mal wieder dort vorbeigehen und nach Kräutern Ausschau halten. Das ist ein guter Hinweis."

Cailin unterhielt also eine feste Beziehung. So gerne sie mit ihren weiblichen Reizen spielte, überraschte das die junge Heilerin, doch sie wollte sich kein Urteil erlauben. Sie freute sich für die Bardin, dass sie jemanden hatte, der ihr Geborgenheit bieten konnte.

"Das freut mich für euch. Und auch wenn das Miteinander schwierig sein kann, solltet ihr die gemeinsame Zeit genießen." denn sie kann so schnell vorbei sein. Den letzten Satz sprach sie nicht laut aus, doch die Schwarzhaarige würde ihn ihr ansehen können. Kurz wirkte sie deutlich älter beziehungsweise wie jemand, der schon zu viel für ein Alter erlebt hat.

Dann war wieder die junge fröhliche Elfe da: "Geduld ist gut." sagte sie mit einem Lächeln.

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Cailín

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #38 am: So., 27. Mai 2018, 23:10 »

Interessiert und ein wenig überrascht legte Cailín den Kopf schief. "Ihr habt Euch am Hafen Ärger eingehandelt? Wie das? Habt Ihr mit Pfennigfuchser über die Gebühr debattiert? Diesbezüglich ist er sehr empfindlich."

Die Bardin schmunzelte.

Das Thema Beziehung schien für Shikra eine unangenehme Erinnerung heraufzubeschwören. Zumindest deutete Cailín den Gesichtsausdruck der Elfe entsprechend. Vielleicht hatte sie ebenfalls jemanden verloren, der ihr nahe stand? Die Druidin erinnerte sich an den Gefährten ihrer Jugendjahre, der so brutal und unerwartet aus dem Leben gerissen worden war. Hatte Shikra eine ähnliche Erfahrung machen müssen? Da sie sich noch nicht so gut kannten wie Freundinnen es taten, bohrte die Bardin nicht weiter nach.

"Es genügt, wenn sie einer von uns beiden hat, die Geduld, meine ich", spöttelte Cailín, als sie sah, dass die Elfe wieder lächelte. "Ich gebe zu, dass dies eine neue Erfahrung in meinem Leben darstellt. Bisher habe ich es vermieden mich an jemanden zu binden, wie Ihr Euch denken könnt. Was soll eine wandernde Bardin mit einem Mann am Rockzipfel. Und dann, ganz unerwartet, bei einem Wettbewerb in Drachenauge..."


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Shikra

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #39 am: Mo., 28. Mai 2018, 01:18 »

"Nein, nein. Im Hafenbüro hatte ich keine Probleme. Eher danach als ich mir die Schiffe angesehen und dabei etwas unachtsam seinen Hafenarbeiter angerempelt und so eine Kiste zu Fall gebracht habe. Es war ein Versehen, doch der Mann war anderer Meinung. Ein Minenbesitzer aus Nuru hat mich gerettet."

Die beiden standen weiterhin in der Tränkeküche, als die Druidin von einem Wettstreit in der Hauptstadt erzählte.

"Ein Wettbewerb in Drachenauge? Welche Art von Wettbewerb war es denn? Und habt Ihr gewonnen" fragte die Elfe mit einem breiten Lächeln. Dann fiel ihr aus, dass es doch recht unhöflich war, ihren Gast im Arbeitszimmer stehen zu lassen.
"Kann ich Euch noch etwas zu essen oder zu trinken anbieten? Wollen wir uns nebenan setzen?


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Cailín

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #40 am: Mo., 28. Mai 2018, 10:57 »

"Ein Minenbesitzer aus Nuru hat dich gerettet", wiederholte Cailín die Worte der Elfe. "Sieh an. Es gibt nicht sehr viele Minenbesitzer in Nuru. Das musst du mir unbedingt genauer erzählen. Wie sah er denn aus? Möglicherweise bin ich ihm schon einmal begegnet. Was ist passiert? Ich wittere eine Geschichte, die der Poesie dienlich sein könnte. Hat er dich heldenhaft verteidigt? Mit Schild und Schwert? Den Fäusten? Oder nur mit Worten?"

Merdarion kannte also die Heilerin von Drachenauge, die davon wusste, dass Cailín einen Schwarzmagiertrank eingenommen hatte. Wenn sie sich richtig erinnerte hatte sie ihrem Geliebten dieses Detail vorenthalten. Die beiden Frauen begaben sich in den Nebenraum und machten es sich im Sitzen gemütlich. Cailín bat um ein Glas Wasser. Damit war sie vollauf zufrieden.

"Ein Wettbewerb der besonderen Art. Darunter habe ich mir etwas gänzlich anderes vorgestellt. Mehr der geistigen Art. Dabei war es schlimmer als jede Soldatenausbildung. Robben im Schlamm, hohe Wände erklimmen. Eiswasser und Orkane überstehen. Ohne Merdarion hätte ich diese Tortur wohl kaum überstanden. Und schon gar nicht den ersten Platz erreicht. Wir hatten so eine Art persönlichen Wettstreit. Sehr amüsant. Noch amüsanter war allerdings die Begebenheit um den Hauptpreis."

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Shikra

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #41 am: Do., 31. Mai 2018, 09:37 »

Dank Cailins detaillierten Nachfragen zu Merdarions Rettungsaktion am Hafen, hatte Shikra das Gefühl, dass sie nicht mehr drum rum kommen würde, der Bardin zu erklären, was da genau am Hafen passiert war, wie ungeschickt sie damals in die Auseinandersetzung geriet und wer sie beendet hatte.

"Ja, ihr kennt den Mann. Verzeiht, dass ich euch nicht gleich alles dazu erzählt habe, ich dachte, ich könnte mein Ungeschick kurz halten. Aber bei eurer Hartnäckigkeit..." ein Lächeln folgte den letzten Worten, die klar machen sollten, dass die Elfe keineswegs verärgert war.

"Ich war an dem Tag am Hafenbecken gestanden und habe dabei zugesehen, wie die Schiffe beladen wurden. Ein Schiff ließ aus und, um es besser verfolgen zu können, bin ich ein paar Schritte gegangen, ohne mich umzusehen und rempelte dabei einen Hafenarbeiter an, der daraufhin seine Kiste und ihren Inhalt fallen ließ. Ich wollte mich entschuldigen, er ließ mich nicht und hielt mich fest. Merdarion, den ich damals für einen edlen Kaufmann hielt, ging dazwischen. Er verwies den ekelhaften Kerl schnell in seine Schranken - alleine durch sein sicheres Auftreten."
Das war ein Bild, dass sich der jungen Heilerin eingeprägt hatte, wie sicher der Minenbesitzer auftreten konnte."
"Und dann war er auch schnell wieder weg...," sagte sie mit einem Schulterzucken. "...wiedergesehen habe ich ihn mit euch und Sir Christian in Isua"

Nach den letzten Worten setzte sich etwas in ihrem Kopf zusammen. Der gleiche Mann war offensichtlich Cailins Gefährte. In dem Dschungelabenteuer war sie sich nicht sicher gewesen, aber die Bardin hatte vorhin seinen Namen genannt.

Nach Shikras Geschichte wechselten die beiden zu den Stühlen und nachdem die Elfe zwei Gläser mit Wasser geholt hatte, lauschte sie den Worten der Bardin. Sie wollte unbedingt wissen, was mit dem Hauptpreis passiert war.

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Cailín

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #42 am: Do., 31. Mai 2018, 18:25 »

Cailín lächelte keck, als das Wort hartnäckig  fiel. "Ihr wisst doch, ich liebe gute Geschichten", schmunzelte sie.

Zuletzt lachte sie herzlich los. "Ihr habt ihn für einen edlen Kaufmann gehalten? Und jetzt nicht mehr? Das wird er aber gar nicht gern hören." Die Bardin winkte amüsiert ab. "Ich weiß, was Ihr meint. Er ist wahrlich kein Krämer, aber durchaus Geschäftsmann. Ein ziemlich findiger sogar. Wenn Ihr also einmal Hilfe braucht wendet Euch vertrauensvoll an ihn. Mit besonderen Grüßen von seiner herzallerliebsten Elster."

Zwinkernd erklärte die Bardin diesen Spitznamen. "Als Kind wurde ich Athaíd  gerufen, das heißt Elster in der alten Sprache der Druiden. Wegen meines pechschwarzen Haares und der damals fast weißen Haut", log sie ohne mit der Wimper zu zucken. Shikra zu erzählen, dass sie eine diebische Elster in menschlicher Gestalt vor sich sitzen hatte wäre Cailín im Traum nicht eingefallen.

Nach einem Schluck Wasser berichtete sie von dem Hauptpreis des Wettbewerbs. "Es handelte sich um ein Fohlen, ein kleines Pony, das mit Verkündung des Siegers plötzlich verschwunden war. Diebstahl am helllichten Tag, vor den Augen eines zigfachen Publikums. Dreist. Und wäre fast gelungen. Doch sie hatten nicht mit dem Schneiderelf aus Nuru gerechnet, der die Diebe gestellt und das Fohlen gerettet hat. Welches nun mir zufiel. Als Siegerin. Doch was sollte ich mit einem Pony, wo ich doch gar nicht reiten konnte. Offiziell bin ich von dem Preis zurückgetreten, inoffiziell natürlich nicht. Ich bat die Veranstalter den Siegespreis Merdarion als nächst Platzierten zu übergeben und ihm keinesfalls zu verraten, das es sich dabei um mein Geschenk an ihn für seine Hilfe beim Wettbewerb handelte. Ich nahm an, diesen für mich fremden Mann niemals wiederzusehen und es wäre mir unangenehm gewesen, hätte er gemeint in meiner Schuld zu stehen."

Cailín lächelte. "Aber wie das Leben so spielt, es kam anders. Wir trafen uns in Nuru wieder, zufällig, zwei Mal, und als wir uns in die Augen sahen und jeder in die Tiefe des anderen eintauchte, da traf uns der Pfeil der Liebe mitten ins Herz. Und dann, eines Tages, machte er mir ein Geschenk. Und Ihr werdet nicht glauben, worum es sich handelte. Das herangewachsene Pony. Er schenkte mir mein Geschenk an ihn zurück. Um mir das Reiten beizubringen."

Die Bardin lachte. "Da musste ich ihn wohl oder übel aufklären."




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Lisann

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #43 am: So., 03. Jun 2018, 00:50 »

Es gab etliche Gründe, die für Lisann dagegen sprachen, den Apothekenturm zu betreten. Zum einen waren Tränke unverschämt teuer und eine Investition, die man am liebsten nie einsetzen wollte. Zum anderen kam sie mit der Inhaberin des Geschäftes auf keinen grünen Zweig. Nicht nur, dass es sich um eine Elfe und Kostverächterin handelte – Shikra hatte auch ein Talent für spitze Bemerkungen, die die Bäckerin schlecht einordnen konnte.
Andererseits war es kein weiter Weg bis dorthin und die Heilerin war eine vielversprechende Kundschaft des Wirtshauses. Welche Tränke man auch immer auf Bierbasis braute – Lisann hoffte, dass sie sich gut verkauften. Und dann war da noch der geschenkte Heiltrank… Derartige Gesten verpflichteten ja geradezu zu einem Gegenbesuch.

Die Halbelfe atmete einmal tief durch und betrat dann mit festen Schritten den Verkaufsraum. Der erste Eindruck war erstaunlich hell und freundlich. Der Turm und das Eisentor an sich hatten Lisann anderes erwarten lassen.
“Seid gegrüßt, werte Shikra“, meinte sie mit einem leicht gezwungenen Lächeln. “Schön habt Ihr es hier – und auch der Garten. Die Obstbäume scheinen eine gute Ernte zu versprechen.“
Was redete sie da nur? Als würde sie immer und überall nur an Essen denken…

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Shikra

Re:Apothekenturm "Quelle der Heilung"
« Antwort #44 am: So., 03. Jun 2018, 13:52 »

*** Cailin ***

Shikra wollte schon widersprechen, da winkte die Bardin ab und ließ die Elfe verstummen. Als die Schwarzhaarige fertig war, nickte die Heilerin. „Mit besonderen Grüßen von seiner herzallerliebsten Elster. Gut, das werde ich mir merken.“

Fröhlich hörte sich Shikra die Geschichte um den Hauptpreis an. „Ihr habt gewonnen? Herzlichen Glückwunsch!“ Als sie das Ende der Erzählung hörte musste sie den Kopf schütteln. „Eine unglaubliche Geschichte. Merdarion hatte euch geholfen? Wollte er denn nicht selbst gewinnen?“ fragte sie mit einem Schmunzeln.

„Habt ihr das Reiten nun gelernt? Es gibt ja kaum etwas Schöneres als mit einem Pferd durch die Wälder zu reiten.“ Shikras Gesichtszüge hatten etwas Verträumtes dazugewonnen. Sie erinnerte sich an die Ausritte mit ihren Freunden und den wunderschönen Tag, den sie mit Asarra verbracht hatte.

Kurz war die Elfe aufgestanden und hatte nochmal Wasser geholt und vorsichtshalber doch eine Schale mit Obst mitgebracht.


*** Lisann ***

Es schien ein ruhiger Nachmittag zu werden, das Wetter war schön, da verbrachten die Einwohner von Drachenauge wohl eher ihre freie Zeit im Freien als beim Einkaufen in der Apotheke. Shikra hatte sich mit einem Buch über Heil- und Giftpflanzen in ihre Leseecke zurückgezogen und blätterte in ihrer Lektüre, als jemand den Turm betrat.

Sie legte ihr Buch zur Seite stand auf, trat auf den Kunden zu und erkannte die Bäckerin aus dem Wirtshaus, die die Elfe sogleich grüßte. Die Apothekerin grüßte zurück und wunderte sich etwas über das seltsam verzogene Gesicht der Halbelfe: „Ist alles in Ordnung bei euch? Wollt ihr euch einen Moment setzen?“ Dabei deutete sie auf die Sitzgruppe in der Nische.

„Vielen Dank; ja die Obstbäume waren eine sehr gute Idee meiner Vorgänger.“ Einerseits freute es die Waldelfe, dass jemanden die schönen Bäume und der Garten auffielen, da die meisten Kunden eher durchhetzen, um schnell ihre Tränke zu kaufen. Andererseits wurde sie nicht ganz schlau aus der Bäckerin. Sie war wohl kaum wegen einer bevorstehenden guten Ernte da.
„Ihr dürft gerne, wenn das Obst reif ist, vorbeikommen und euch ein paar Früchte mitnehmen und probieren.“ Dem Satz folgte ein bezauberndes Lächeln, aus dem nicht ersichtlich war, ob das nur ein nettes Angebot war oder wieder mal eine freche Anspielung.

„Ach ja probieren. Vielen Dank für euer Gebäck. Es war wirklich sehr lecker“

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