Thema Zusammenfassung
Thema Zusammenfassung: Privaträume der Schmiede in Nuru
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 01. Jan 2005, 18:00
Ein langer Flur führte auf der linken Seite des Hauses der Länge nach durchs Obergeschoss. Eine Reihe von Türen führten rechts davon zu den einzelnen Räumen. Jahn hatte den Eindruck, dass man durch die Dachschräge schief laufen musste, um sich nicht den Kopf zu stoßen, so knapp lag der Flur an der Außenwand. "Für Zwerge gemacht", schmunzelte er. "Die passen da problemlos drunter."

Zwei der Kammern schienen bewohnt, dann die Türen waren verschlossen, die restlichen standen sperrangelweit offen. "Nun, dann suchen wir uns einfach welche aus." Jahn warf einen kurzen Blick in jeden Raum. "Die größere überlassen wir Silvana." Sein Blick fiel auf die Truhe, die bereits darin stand. "Sie scheint sie ohnehin schon in Beschlag genommen zu haben."

Jahn entschied sich für die kleine Kammer daneben. "Wenn Ihr schon eine Pfeife mit mir rauchen wollt, dann verstinken wir aber eine Kammer", zwinkerte er Mortimor zu. "Achja, ist es in Ordnung, wenn ich Euch duze. Das redet sich leichter."
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 12:20
Nach einem Runggang durch die Schola, in deren Rahmen Kain zuerst die Küche und anschließend die Stallungen geplündert hatte, preschte er satt und ziemlich zufrieden von dem Gelände fort, wobei der Wind die Mahnungen Baldrichs, den Araber zu schonen und als Ganzes wieder zurückzubringen, unter einem Heulen zurückschlug.
Irgendwo am Ende der Straße, als sich bereits das Steinpflaster zu einem kleinen Hügel erhob, sodass das in der Dämmerung schattengetrübtes Dächermeer dahinter mit seinen zahlreichen aufleuchtenden Fenstern nur von dem erhöhten Punkt aus sichtbar war, wandte er das Pferd, indem er einmal jäh an einer Zügel riss und sich gleichzeitig mit den Fersen in dessen Flanken Halt sicherte. Der dunkelschimmernde Rappe stieg protestierend in der Wende, dass seine Mähne gleichsam mit Kains Umhang durch die eisige Abendluft peitschte, und ließ ein Wiehern über die Ländereien tönen, hinter denen sich das Schulgebäude in der zunehmenden Finsternis erstreckte. Einen Moment lang betrachtete Kain irisirenden Blickes und mit abenteuerlustig verzogenen Lippen die Schola, ehe er das Gewicht verlagerte und das Pferd im Kanter durch die verwinkelten Straßen Nurus preschen ließ.

Ohne sich durchzufragen fand er sich bald in der Straße, wo der Laden stand. Allmählich bremste er das Tempo des Arabers unter ihm ein, wurde nach und nach langsamer und war letztlich mit diesem im Schritt verfallen, als sie sich von unten her den Fenstern im Dachgeschoss der Schmiede näherten. Ein Sprung hinunter, ein Kieselstein und - Klong - ertönte ein dumpfer Laut durch den Schlag gegen die Scheibe. Er horchte einen Moment lang auf irgendeinen Laut und schickte dann ein wenig enttäuscht zwei weitere Steine in Folge gegen das Fenster. Binnen weniger Sekunden hielt er bereits eine Handvoll solcher Steine in der Hand, während der Rappe hinter ihm leise vor sich hinschnaubte...
Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 12:52
Mortimor inspizierte jeden Raum, an dem sie vorbeikamen. Schließlich entschloss er sich für ein kleines Zimmer am Ende des Ganges und winkte Jahn zu ihm er solle folgen.

"Ich denke ich werde dieses nehmen. Hier können wir uns einnebeln wie es uns passt, mich stört der Qualm der Pfeife nicht."

Nachdem er Jahn einen Stuhl hingestellt und es sich im Schneidersitz auf dem Bett bequem gemacht hatte, packte er seine Pfeife aus.

"Also dann, rauchen wir einen! Du kannst mich gerne duzen, mir ist es auch lieber."

Dann begann er den Kopf des Rauchgerätes zu stopfen und entzündete ihn mit einem Streichholz. Als er ein paar mal kräftig daran gezogen und dichte Rauchschwaden in den Raum geblasen hatte, reichte er an Jahn weiter.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 13:46
Ja, verfl ... Silvana fuhr aus dem Schlaf und saß mit einem Schlag senkrecht im Bett. Schon wieder dieses Geräusch, als ob etwas gegen eine Glasscheibe klopfte. Ein Vogel vielleicht?

Sie war hundemüde nach der Übersiedlung. Zuvor das Fest im Gasthaus, eine anstrengende Reise mit Umwegen, Kain, der sie wieder einmal durch halb Nuru zum Einkaufen geschleppt hatte - sie hatte sich extra früher hingelegt um sich endlich wieder einmal auszuruhen. Und nun ließ man sie nicht schlafen!

Sie schwang die Beine aus dem Bett, wickelte sich die Decke um den Körper und hielt die mit einer Hand oberhalb der Brust fest, damit die Umhüllung nicht gleich wieder zu Boden rutschte und sie gänzlich entblößt den Blicken feilbot, während sie das Fenster aufriss.

"Was soll das?", schimpfte sie nach unten, als etwas sie schmerzhaft an der Stirn traf kaum dass sie den Fensterflügel aufgeschoben hatte. "Ich werfe Euch gleich etwas viel Schmerzhafteres an den Schädel als einen Stein."

Zuerst entdeckte sie im Dunklen nur den Rappen und ihr erster Verdacht galt Ardon von Morgoth und seinem schwarzen Schlachtross, und sie setzte schon zu einer boshaften Bemerkung an, als sie den hellen Schopf erkannte.

"Kain Kharnfeldt, ich hätte mir denken können, dass du das bist. Was machst du spätnachts unter meinem Fenster? Und wem gehört das Pferd da hinter dir?"



Jahn nahm von Mortimor die Pfeife entgegen und nahm einen Zug. Er hatte fast die Augen verdreht und konnte ein Husten nur knapp unterdrücken. "Du lieber Himmel, was rauchst du da für ein Zeug?"

Der Werkzeugschmied lehnte sich auf dem Sessel zurück und streckte die Beine aus. "Endlich wieder ein bisschen Ruhe. Die Übersiedlung von Nighton hierher war wahrlich anstrengend. Nun zu dir. Du hast das Schmiedehandwerk erlernt? Das ist von Vorteil, dann kann ich dir so manche Arbeit überlassen. Such dir unten eine Werkbank aus, dann kannst du dir dein Werkzeug so richten wie du es brauchst."

Mit der Rechten rubbelte Jahn seine Nase. "Was das Lager betrifft: Wir kaufen erst ein, wenn es nötig ist. Unter 10 Stück pro Rohstoff gehen wir gar nicht einkaufen. Ich schlage vor, die ersten paar Mal schick ich dich zum Einkaufen, und dann übernimmst du allmählich das Lager. Ist dir das recht? Bis auf das Erz, da besteht Gevatter Thorgrim drauf es selbst zu besorgen."
Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 15:53
?Ich weiß es zu schätzen, das ich eine mir zugeteilte Werkbank bekomme, ich bin da aber auch recht flexibel und hätte nichts dagegen, würdet ihr sie mit nutzen. Bei der gemeinsamen Arbeit können wir sicher von einander lernen. Das Lager übernehme ich auch gerne, Gevatter Thorgrim kann sich ja auch weiter um sein Erz kümmern, wenn ihm so viel daran liegt. ?

Jahn reichte die Pfeife zurück und Mortimor klopfte sie aus. Als er sie erneut zu stopfen begann wechselte er das Thema:

?Das Zeug nennt sich übrigens Sativa und wächst nur an gewissen Orten, ich zeige sie dir, wenn es dich interessiert. Ich finde den Rausch dieses Kraut sehr viel angenehmer, als die Bewusstlosigkeit der man sich beim Alkohol hingibt. Auch kann ich dir sicher noch etwas über die Zucht der Pflanze beibringen, es gibt einen speziellen Dünger der die Wirkstoffe effektiv in den Vordergrund der Entwicklung des Sativas stellt.?

Mortimor freute sich jemanden gefunden zu haben, der gespannt und in stiller Aufmerksamkeit seinen Vorträgen über Zucht, Verarbeitung und Einnahmemöglichkeiten des Krautes lauschte. Vielleicht war Jahn auch nur mit offenen Augen eingeschlafen und träumte jetzt von riesigen Stauden, die sich in grauen, den Geist durchdringenden Rauch auflösten und langsam durch die unendlichen Weiten der Schädeldecke schwebten, wie der Nebel, der ihn jetzt umgab.
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 16:21
"Oh",

entfuhr es ihm überrascht, nachdem er nicht mehr in der Lage gewesen war, den letzten Kiesel im Wurf zurückzuhalten. Aus der einen Hand ließ er unbemerkt von Silvanas Blicken die restlichen Steine zu Boden rieseln, während sich das freudige Grinsen umso heftiger auf seine Miene schlug und er - innerlich jauchzend über das Wiedersehen - arglos zuwinkte. Der gereizte Tonfall in ihrer Stimme entging ihm dabei gänzlich.

"Was ich hier tue?"

erwiderte er der Silhouette im Fenster verständnislos und nicht minder entrüstet zugleich. Um die Schwere der Worte zu unterstreichen, tat er eine ausladende Armbewegung, die die gesamte Gasse einschloss - gerade so, als wolle er den Abend über Nuru selbst willkommen heißen. Ein verirrter Lichstrahl eines Laternenpfahls traf kurz auf die obere Gesichtshälfte, als er den Kopf in den Nacken legte und versuchte, ihre Augen im Schatten auszumachen. Im selbstverständlichsten Tonfall der Welt - man hätte meinen können, sie hätte ihn soeben nach seinem Namen gefragt - entgegnete er:

"Ich mache dir meine Aufwartungen!"

Damit verneigte er sich auch schon leicht - wenngleich verspätet - und trat einen Schritt hinter der Grenze des Lichtkegels zurück, um sich lässig mit dem Rücken gegen die Flanke des Rappen zu lehnen und die Arme locker vor der Brust zu verschränken. Es mochten die kargen Gräser gewesen sein, die am Wegesrand zwischen den Fugen des Steinpflasters drangen und das Tier erwartungsvoll daran schnuppern ließen, sodass es nicht auf den Gedanken kam, im entscheidenden Moment zur Seite zu treten.

"Das Pferd ist eine Leihgabe der Schola..."

Verschmitzt schob er den Gedanken an Baldrichs Gesicht weg, nachdem er dem Mentor seinen Wunsch geäußert hatte.

"...was meinst du? Willst du nicht zu mir hinunter kommen?"

So keck die Antwort zunächst gekommen war, so warm und bedenklos sprach er nun die Einladung aus. Indes fiel sein Blick aus ihre Mondbeschienen, bloßen Schultern und dem wolligen etwas, das wohl eine Decke sein musste.

Was sie wohl darunter trug...,

fragte er sich einen Augenblick lang.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 20:13
Das muss wohl der Fluch der Zivilisation sein, dachte Silvana und seufzte innerlich. Wie kam er dazu mitten in der Nacht durch die Gassen zu brüllen und ihr den Hof zu machen, so dass alle Welt es mitbekam.

Wohl so manche Frau hätte sich geschmeichelt gefühlt, aber Silvana zog die Ruhe und Intimität vor als aller Ohren kundzutun, wer wem etwas zu sagen hatte. Obwohl, diese geheimnisvoll düstere Atmosphäre außerhalb des Laternenlichts hatte etwas für sich. Sie lehnte sich auf den Fenstersims und hätte beinahe die Decke losgelassen.

?Du bist ein hoffnungsloser Romantiker, mein Lieber. Vergiss nicht, dass du es hier mit einer hartgesottenen Kriegerin zu tun hast. Denkst du, du kannst mich mit ein paar Worten verzaubern??, spöttelte sie.

?Nun, hättest du es mit einer feinen Dame zu tun, dann würde ich dir jetzt eine gute Nacht wünschen. Aber du hast Glück, ich habe gerade nichts vor. Aber gedulde dich einen Augenblick, ich muss mir erst etwas anziehen.?

Sie richtete sich auf, und die Decke verrutschte ein wenig und entblößte eine ihrer Wölbungen bis knapp oberhalb der Knospe. Mit einer energischen Handbewegung warf sie den Wollstoff beiseite, noch ehe sie sich gänzlich vom Fenster entfernt hatte, so gar nicht darauf bedacht, dass sie sich in einer Stadt und somit inmitten von Häusern befand, die allesamt Fenster hatten so wie ihre Kammer auch.

Rasch schlüpfte sie in Hose und Hemd, schnürte ihre Taille mit einem Ledergürtel und marschierte eiligen Schritts zu Kain hinab. Noch ehe sie bei ihm angelangt war, musterte sie den Rappen von oben bis unten.

?Was willst du überhaupt mit diesem Pferd? Das ist doch viel zu dürr.?



Jahn glaubte, sich verhört zu haben. "Du willst dieses Kraut in unserer Schmiede anbauen? Na, ich weiß nicht recht. Da lass mich mal außen vor, schließlich will ich keinen Ärger bekommen. Obwohl, so eine zusätzliche Einkommensquelle."

Das bedurfte allerdings eingehender Überlegungen. Aber dazu fühlte er sich momentan nicht in der Lage. Er fühlte sich seltsam müde und tat sich schwer, Mortimor durch die dichten Rauchschwaden überhaupt noch zu erkennen. "Woher willst du wissen, dass das Zeug überhaupt jemand kaufen will? Es gibt genug Pfeifenkraut auf dem Markt. Davon abgesehen - der Zwerg, Raknar, kann dich wohl nicht leiden. Ich würde an deiner Stelle ein vorsichtig sein."
Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 21:08
"Oh, da musst du mich missverstanden haben, die Planzen sind sehr empfindlich und eine Schmiede wäre sicher nicht der richtige Ort um es anzubauen. Andererseits ist die Schmiede auch nicht gerade klein, man könnte sicher eine Ecke frei räumen, aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Thorgrim oder Silvana sehr entzückt davon wären."

Einen Moment schwieg er um seine Gedanken neu zu ordnen und versuchte nachzuvollziehen, was Jahn bezogen auf Raknar gerade gesagt hatte. Er konnte sich keinen Reim darauf machen. War der Zwerg etwa eingeschnappt, weil Mortimor seine Hilfe zurückgewiesen hatte?

"Wieso meintst du dass der Zwerg mich nicht leiden kann? Ich habe ihm doch noch gar nichts getan?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 04. Jan 2005, 21:17
Jahn zuckte mit den Schultern. "War nur so ein Eindruck. Er hat dich so komisch angesehen. Ist irgendetwas vorgefallen, bevor ich angekommen bin?"

Dann fiel ihm etwas ein. "Du lieber Himmel. Heya! Die hätt ich fast vergessen." Er sprang auf und rannte hinüber in seine Kammer, kramte in seinem Beutel und kehrte nach einer Weile in das mit würzigen Schwaden geschwängerte Zimmer zurück. Eine Schlange wand ich um seinen Arm und wirkte reichlich sauer ob der Störung. Ihr Kopf zuckte nervös hin und her, und sie züngelte zuerst an Jahns Gesicht und dann blind in den Raum hinein.

"Das ist Heya, Silvanas Hauspython und exzellente Mäusefängerin. Ich bring sie mal nach unten zur Esse. Sie hat es gern warm."
Autor: Kain Kharnfeldt Datum/Zeit: Mi., 05. Jan 2005, 20:05
"Natürlich glaube ich das...",

antwortete er leise genug auf ihre Bemerkung zu der hartgesottenen Kriegerin hin in die Nacht hinein, dass sie es nicht hören konnte. Es wäre ein Frevel gewesen, sie von ihrem Entschluss, auf die Straße hinunter zu kommen, durch ein unbedachtes Wort abbringen zu wollen.

"Ich erwarte Euch sehnsuchtsvoll",

schickte er anstattdessen feixend nach und sog geräuchvoll die kalte Luft durch die Nase ein, als der Stoff so unangekündigt an ihrer Haut hinab rutschte und sie sich dessen noch unbekümmerter im Halbschatten entledigte. So oft, hatte er bereits Gelegenheit gehabt, ihren Körper bis ins geringste Detail zu studieren und dennoch erhitzte jedes Mal aufs Neue sein Gesicht bei solch einem Anblick.
Mit einem so breiten Lächeln, dass es zwischen Seligkeit und einfältiger Arglosigkeit schwebte, wandte er sich halb zu dem Rappen herum, klopfte ihm auf den Hals und vergrub die Finger in dessen Fell und Mähne.

"Da werden selbst die Götter neidisch, nicht wahr, alter Freund...?"

behauptete er, ehe sich ihnen die Wallonin näherte. Die letzten Meter kam er ihr unwillkürlich entgegen, dass er noch bevor sie ihn erreicht hatte, ihre Elle zu fassen bekam und hauchte ihr in der Begegnung mit frivol geschürzten Lippen ein

"Psst. Beleidige doch nicht ein Reichstier aus der Schola Pacis - es hat ebenso seinen Stolz..."

entgegen, das die ergebene Wiedersehensfreude und nur ansatzweise die Qualen der letzten Stunden, die der Zuneigung entsprangen, reflektierten. Allein ihre Haut unter dem Stoff zu spüren, ließ etwas in seiner Brust einen unfreiwilligen Sprung tun.
Einen weiteren Moment hatte er einen eindringlichen Blick in ihre Augen gewagt, tat einen langsamen Schritt zurück, wobei er beiläufig nach den Zügeln und dem Sattelhorn griff und schwang sich so jäh in der Kehrtwende aufs Pferd, dass es die vorangegangene, fließende Bewegung durchbrach. Kumpelhaft bedachte er den Rappen mit zwei Seitenklapsern und blickte Silvana von der Seite an:

"Außerdem möchte ich mehr Routine mit diesen Tieren zu haben - nun, da im Stall zu Drachenauge mein eigenes heranwächst..."

Verhältnismäßig galant tat er daraufhin, wie um die Worte zu bestätigen, eine leichte Verneigung im Sattel:

"Verehrteste, dürfte ich also bitte, Euch für die nächsten Stunden zu einem unvergesslichen Tanz - einem Tanz, der an die bisher glanzvollsten Zeiten Eures Lebens erinnert, in denen Eure Sinne wie von Trunkenheit rauschten, und Ausblick auf jene werfen soll, die noch vor Euch liegen mögen - zu laden...?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 06. Jan 2005, 20:37
Silvana hätte sich ein nächtliches Stelldichein wahrlich anders vorgesellt. Ein einzelnes Pferd für zwei Personen, und so ein schmächtiges noch dazu. Auch wenn es ein wahres Prachtexemplar seiner Rasse war - die Wallonin bevorzugte Rösser mit breitem Brustkorb und stämmigen, trittsicheren Beinen.

In ihrer Heimat hatte sie das Reiten ausgerechnet von den Menschen gelernt, da ihr Volk in den Bergen lebte und keine Pferde hielt. Erst die Nordländer hatten sie in den Genuss der Reitkunst eingeführt ? und zu ihrer eigenen Verwunderung war sie ausgesprochen gut damit zurecht gekommen.

Misstrauisch beäugte sie den Rappen. ?Bist du sicher, dass er uns tragen kann??

Aber Kain war so schnell im Sattel und streckte ihr die Hand hin, dass sie gar keine Wahl hatte.

?Zu welchem Tanz willst du mich denn laden? Zu einem Tanz auf vier Hufen unter dem klaren Sternenhimmel in eiskalter Nacht ? wo bis auf unsere aneinander gepressten Körper nur die Glut des unstillbaren Verlangens nach dir mich wärmt??

Ihre blauen Augen loderten im orangefarbenen Lichtschein der Laterne auf. Ihre Lippen öffneten sich leicht während sie Kain einen lüsternen Blick zuwarf. Geschmeidig ging sie auf ihn zu, griff aber nicht nach seiner Hand, sondern nach dem Sattelknauf. Wenn Kain gehofft hatte, dass sie sich hinter ihm in den Sattel schwang, wurde er herb enttäuscht.

Sie blickte ihm immer noch in die Augen, ehe sie den Kopf in den Nacken warf und laut herauslachte. ?Dann lass dir mal zeigen, wie eine Wallonin reitet.?

Sie hatte den Satz kaum beendet, als sie kerzengerade in die Höhe sprang. Noch im Sprung drehte sie sich um die eigene Achse, grätschte ein Bein über den Kopf des Pferdes hinweg und stieß sich mit beiden Händen am Pferdehals nach hinten. Sie landete auf Kains Oberschenkeln und drückte ihn mit dem Rücken grob nach hinten. Nervös tänzelte das Tier zur Seite.

?Halt dich fest?, lachte sie übermütig, packte die Zügel und presste dem Ross die Fersen in die Flanken. Der Rappe warf wiehernd den Kopf hoch, katapultierte sich mit einem Satz nach vorn und preschte durch die Gassen davon.
Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 11:25
Nachdem Mortimer den großzügigen Lohn entgegen genommen hatte, stieg er die Treppe hinauf in die Privatgemächer um dort sein Gold zu verstauen. Während er den Flur bis zu seiner Kammer hinunter ging, musste er an Jahn denken, als er an dessen Zimmer vorbei kam. Was er wohl grade macht? Wird er es mir übel nehmen, wenn ich ihm seine Stelle als Werkzeugschmied streitig mache? Hinter der Tür ließen sich Schritte vernehmen, von jemandem der nervös im Raum auf und ab ging. Einen Moment lauschte Mortimer und überlegte ob er anklopfen sollte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 12:38
Jahn war wütend. Aufgebracht rannte er auf und ab und drehte seinen Plan mehrmals im Kopf hin und her. Ihm fiel nichts Besseres ein. Schon seit Tagen schwirrte ihm dieser ach so verlockende Gedanke im Gehirn herum. Wo nur dieser Mortimor blieb? Da brauchte er ihn einmal ...

Jahn riss die Tür zur Kammer auf und schrak zurück. Wenn man vom Teufel ...

"Ah, gut dass du da bist. Dich schicken die Götter. Hast du kurz Zeit?" Jahn packte Mortimor am Arm, zerrte ihn einfach in die Kammer und drückte ihn auf die Pritsche hinab. Hinter ihnen krachte die Tür ins Schloss.

"Hör zu, du musst mir einen Gefallen tun." Nervös knetete Jahn seine Finger durch. "Und dass du ja keinem ein Wort davon sagst. Aber ich hab das Gefühl, dass ich dir vertrauen kann."

Jahn beugte sich mit einem verschwörendem Flüstern vor. "Ich brauche Gift. Eines, das schnell und zuverlässig wirkt."
Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 13:18
Überrascht durch das plötzliches aufreißen der Tür schrak auch Mortimer zurück und versuchte den Eindruck zu erwecken, er sei nur Zufällig hier vorbei gekommen. Doch ihm blieb keine Zeit für Erklärungen, als Jahn ihn in seine Kammer zog.

"Was ist in dich gefahren? Du siehst aus als wärest du dem Leibhaftigen begegnet."

Jahn trug sein Anliegen vor und Mortimer konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

"Fragt sich nur welche Götter mich schicken.", gab er zu bedenken. "Gift suchst du also... !? Bekomme ich etwa Konkurrenz? Selbst für einen Meuchelmörder findet sich hier nur wenig Arbeit. Und dich kann ich mit beim besten Willen nicht als kaltblütigen Killer vorstellen."

Plötzlich machte sich ein starrer Ausdruck auf Mortimers Antlitz breit.

"Du wirst doch nicht so töricht sein, und dir selbst das Leben damit nehmen wollen? Und das auf eine so feige Weise!"

Er schüttelte den Kopf und sah Jahn verachtend an.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 13:45
Jahn schrak vor Mortimor zurück und tippte sich an die Stirn. "Bist du verrückt geworden? Sehe ich aus, als wolle ich mir das Leben nehmen?"

Ein leises Kratzen ertönte von außen an der Tür. Jahn seufzte, riss die Tür auf und ließ Shanja ein. "Blödes Wolfsvieh, du verrätst uns noch."

Wieder an Mortimor gewandt, fuhr er fort zu sprechen. "Es gebt um diesen verfluchten Burschen, der dauernd um Silvana rumscharwenzelt. Kain Kharnfeldt. Ich kann diesen Kerl nicht mehr ertragen."

Der Werkzeugschmied warf die Arme hoch und rannte wieder auf und ab. "Es ist die einfachste Art und Weise, ihn ein für alle mal loszuwerden. Wenn er das nächste Mal hier auftaucht, selbstgefällig wie ein eitler Geck, dann wird sich sein Grinsen in eine tödliche Grimasse verwandeln."

Vor Mortimor blieb er stehen und packte ihn bei den Schultern. "Und sie wird endlich aufwachen, verstehst du? Ich kenne sie länger als irgendjemand sonst in diesem Land. Sie gehört mir ganz allein." Sein Blick bekam etwas Irres. "Gift ist das einzige, das mir jetzt noch helfen kann."
Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 14:21
"Daher weht also der Wind!" Mortimer musste lachen.
"Ich hatte bisher nicht das Vergnügen diesen Kain kennen zu lernen, und wie es scheint bleibt mir dazu auch nicht mehr viel Zeit, wenn du es wirklich ernst meinst." Nachdenklich strich er sich übers Kinn und stellte fest, dass er sich seit längerem nicht rasiert hatte.

"Gerne höre ich mich für dich um, doch sage ich dir gleich, es wird nicht einfach sein ein so hochwertiges Gift zu beschaffen. Ich muss gestehen, es selbst schon versucht zu haben, aber vielleicht war die Apotheke auch nicht die richtige Anlaufstelle. Und sollte ich doch etwas finden oder gar selbst eines für dich mischen, wird es sicher nicht billig."

Mortimer wusste, Geld spielte für Jahn in diesem Falle kein Rolle und er war bereit dieses schamlos auszunutzen.

Während er Shanja, die neben ihm auf die Pritsche gesprungen war, hinter dem Ohr krauelte, fragte er mit einem unaufälligen, freundlichen Lächeln: "Was wäre dir die Angelegenheit denn wert?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 14:54
Jahn überlegte. Er brauchte nicht viel. Wenn er sich einschränkte, und mit dem, was er gespart hatte ... Aber egal welche Summe er auch nannte, entweder war sie zu hoch oder zu niedrig und Mortimer würde über ihn lachen.

Seine Lippen öffneten sich, doch er brachte keinen Ton hervor, denn im selben Augenblick schob sich mit einem Knarren die Tür auf, ganz sachte nur - und Jahn verfluchte sich dafür, sie nicht richtig geschlossen zu haben, nachdem er Shanja eingelassen hatte.

Er stand immer noch mit offenem Mund da. Es war müßig ein Wort zu sagen, ein Blick in ihr Gesicht reichte zu wissen, dass sie genug von dem gehört hatte, was er vor ihr hatte verbergen wollen - verbergen musste. Jahn kannte Silvanas Wutausbrüche gut genug, dass ihn diese Stille nahezu in den Wahnsinn trieb.



Mit vor der Brust verschränkten Armen stand sie im Türrahmen. Dabei hatte sie nur nach Shanja sehen wollen. Ihr Blick wanderte erst von Jahn zu Mortimer und dann wieder zurück. In ihrem Kopf rasten die Gedanken, versuchte sie unter zu Kontrolle zu bringen, was dabei war außer Kontrolle zu geraten. Sie schnaubte und machte einen Schritt in den Raum.

"Ich kann nicht fassen, was ich eben hören musste", sagte sie ruhig. Ihre leise Stimme schnitt scharf wie zerborstenes Glas durch die kleine Kammer.

Jahn hob abwehrend die Arme hoch. "Es ist nicht so, wie Ihr denkt", sagte er überflüssigerweise.

"Du wagst es mir zu sagen, was ich denke? Du verlogenes Stück Mensch widerst mich an, seit du in mein Leben getreten bist", spie sie ihm entgegen. "Ich würde dir raten, auf der Stelle dieses Haus zu verlassen, ehe ich etwas zu bereuen habe."

"Das könnt Ihr nicht tun!", widersprach Jahn trotzig. "Ich hab Euch einst das Leben gerettet - erinnert Ihr Euch?" Sein Tonfall troff vor Selbstgefälligkeit.

Silvana ließ die Arme sinken und ballte sie zu Fäusten. Noch immer war sie äußerlich ruhig, auch wenn innerlich ein Orkan tobte - aber sie dachte nicht daran, ein zweites Mal die Beherrschung zu verlieren. Jahn hatte sie einmal provoziert, vor Rhaun, und er würde es diesmal kein weiteres Mal schaffen, wenn er es nicht darauf anlegte. "Wir sind quitt, denn das ist der einzige Grund, warum du in diesem Moment noch am Leben bist." Ihre Augen waren kalt wie blankes Eis.

Jahn stand immer noch auf der Stelle und machte keinerlei Anstalten, ihrer Aufforderung Folge zu leisten. Silvanas Augen verengten sich zu Schlitzen, ein Schritt nach vor, ihre Faust schoss nach oben ... noch ehe sie Jahn auch nur nahe gekommen war, krümmte er sich zusammen und winselte wie ein getretener Köter.

"Vergebt mir."

Silvana hörte ihm gar nicht mehr zu. Sie hatte genug davon, packte ihn am Kragen und schleifte ihn aus dem Raum. Nur einen Wimpernschlag später stand sie breitbeinig vor Mortimer. "Und du, Bursche, wie willst du dich da rausreden?"

Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 15:52
Mortimer war dabei sich mit dem Gedanken an ein zweites Zimmer anzufreunden, als Silvana sich vor ihm aufbaute und ihn mit finsterem Blick musterte.

"Ich habe nie beabsichtigt Jahn wirklich Gift zu verkaufen, ohne Zweifel hätte er sich damit nur selbst Leid zugefügt.", beteuerte er mit trockenem Humor, sowie einem unschuldigen Lächeln.

Mortimer zog in ein Tabakblatt gewickeltes Sativa aus seiner Brusttasche und schob sich den Zigarillo zwischen die Zähne, während er gelangweilt weitersprach:

"Mehr als ein überteuertes Schmerzmittel hätte er von mir nicht bekommen. Gift ist zu wertvoll um es an Leute zu verschwenden, die nicht wissen wie man es richtig einsetzt. Und mein Berufsgeheimnis hätte ich ihm nicht für alles Geld der Welt verraten."

Einen Moment später, nachdem er sein Kraut entzündet und einen Augenblick nachgedacht hatte, fragte er neugierig:

"Jahn hat Euch also einst das Leben gerettet ? Euch, der großen Wallonin?", scherzte Mortimer. Er versuchte sich vorzustellen wie Jahn sich heldenmutig für seine heimliche Liebe einsetzte und konnte nicht umhin einem heiseren in Qualm erstickenden Kichern seinen Lauf zu lassen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 16:31
Mortimers Ruhe irritierte sie. Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein? War er dämlich oder überheblich, denn ein Unschuldslamm war er unter Garantie keines. Aber ausnahmsweise glaubte sie ihm sogar. Mortimer war goldgierig und dreist genug, Jahn ein harmloses Kraut anzudrehen und es dann auch noch zu schaffen, seinem Kunden die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn das vermeintliche Gift nicht wirkte.

Shanja räkelte sich neben Mortimer und bohrte die kleine Schnauze unter seinen Ellbogen.

Seinen derben Scherz konnte die Wallonin allerdings überhaupt nicht witzig finden. "Kannst du schwimmen?", fauchte Silvana und dachte voller Wut daran zurück, wie sie Jahn kennengelernt hatte. Hochwasser, ein Fluss, eine Brücke, die unter ihren Beinen weggerissen wurde. Und ausgerechnet dieser bucklige Kerl, der sie aus den Fluten gezerrt und seitdem nicht mehr in Ruhe gelassen hatte.

Aber er war ein ausgezeichneter Graveur.

Immer noch wütend starrte sie auf Mortimer hinab, der es sich sichtbar gemütlich machte, als gehöre das Zimmer bereits ihm. Selbstvertrauen hatte der Bursche, das musste sie ihm lassen. Shanja jedenfalls schien ihn zu mögen. Aber konnte man sich auf das Gespür von Wölfen verlassen?

"Und wann hattet Ihr daran gedacht, Mortimer Meuchemort, mich davon in Kenntnis zu setzen, was da hinter meinem Rücken läuft? Ewig hättet Ihr Jahn nicht vormachen können, dass Ihr außerstande seid ihm Gift zu besorgen."

Autor: Mortimor Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 17:04
"Ich hätte Euch mit Sicherheit früh genug darüber in Kenntniss gesetzt und es tut mir Leid, dass Eure kleine Romanze so abrupt enden musste. Es lag nicht in meiner Absicht dazu beizutragen."

Mortimer schloss die Augen, lehnte sich zurück und sprach nach einer Weile, so als fiele es ihm erst jetzt ein:

"Nun, es sieht so aus, als hättet Ihr gerade Euren Werkzeugschmied vor die Tür gesetzt." Er öffnete die Augen wieder einen Spalt weit, um sich an Silvanas Reaktion zu laben, bevor er mit dem qualmenden Stummel zwischen den Lippen fuhr fort: "Doch bin ich großzügig und biete Euch meine Dienste als Ersatz an, zu doppeltem Lohn versteht sich."

Er hatte es sich schwieriger vorgestellt an die Stelle des Werkzeugschmiedes zu kommen. Diese Arbeit war genau das was er suchte, um die Leute seiner Umgebung auszuspionieren und dadurch seinen Einfluss auf eben diese geltend zu machen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 01. Feb 2005, 17:19
"Romanze?" Silvana war nah dran, Mortimer ins Gesicht zu springen und ihm die Augen auszukratzen. "Euer freches Gesülze könnt Ihr Euch gleich wieder abschminken! Ein Wort noch, und es gibt eine weitere freie Kammer unter diesem Dach!"

Sie hustete und wedelte den Rauch beiseite, hinter dem sich Mortimer wohl zu verstecken suchte. Leider sagte er die Wahrheit. Sie hatte nun keinen Werkzeugschmied mehr. Und sie hatte keine Ahnung wo sich Richart gerade aufhielt. Zur Not hätte sie sogar ihn genommen.

Zu ihrem Entsetzen machte ihr Mortimer genau den Vorschlag, der als einziger in Frage kam. Dieses hinterlistige kleine Biest nützte doch jede noch so winzige Gelegenheit - es war unglaublich. "Oh ja", ätzte sie boshaft. "Sehr großzügig. Aber gut, Ihr sollt die Stelle haben."

Mit einem Ruck wandte sie sich um und stampfte aus der Kammer.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 18. Mär 2005, 20:06
Vorgeschichte ab #101


Seine Stimme war so leise geworden, dass sie sich beinahe anstrengen musste, um sie zu verstehen. Ihr sensibles Gehör, das sie sich als Kriegerin antrainiert hatte, verhinderte, dass sie nachfragen musste.

Wer keinen Menschen machen kann, der kann auch keinen lieben.

Eine seltsame Feststellung. Oder nur ein geschickter Weg der Manipulation? Mit ehrlichem Bedauern sah sie ihm nach, als er an ihr vorbei trat und sich gegen den Schreibtisch lehnte. Seltsam. Konnte einem die Nähe eines anderen so schnell vertraut sein, dass sie einem fehlte?

Sie folgte ihm, schwang sich neben ihm auf den Schreibtisch und überkreuzte die Beine vor dem Körper ? eine für sie typische Haltung, die eher zu einem Schneider gepasst hätte denn zu einer Schmiedin. Von der Seite musterte sie seine Silhouette. So wie sie saß, musste er den Kopf zur Seite wenden um sie ansehen zu können.

?Ihr irrt Euch, wenn Ihr glaubt, dass Zeugungskraft und Liebe etwas gemein hätten. Ich habe von Männern gehört, die unzählige Kinder zeugten und doch nie die wahre Liebe fanden. Und ich kannte Frauen, die sich aufrichtig liebten, ohne je die Möglichkeit zu haben, ihre Liebe in einem gemeinsamen Kind zu vereinen. So wie es Eheleute gibt, deren Kindersegen ihnen dennoch nicht dabei hilft, über den Zwang der Ehe hinweg die Liebe zueinander zu finden. Ist es nicht so, dass man Liebe niemals finden kann wenn man sie sucht??

Aufmerksam folgte die Wallonin Etiennes Blick zu seinen Händen. Automatisch hob auch sie die Hände hoch und drehte sie in ihrem Schoß hin und her. Bis auf einige kleinere Narben, die sie sich beim Schmieden an der Esse zugezogen hatte, waren sie immer noch glatt und ansehnlich.

Wie makellos ihre Hände doch gewesen waren, damals, als sie nach Nighton gekommen war. Ihre Hände waren kleiner als die von Rhaun gewesen, und sie waren auch kleiner als die von Etienne. Sie fragte sich, wie stark der Sänger wohl war. Stärke faszinierte sie seit sie geboren wurde. Am liebsten hätte sie die Hände ausgestreckt und sie an den seinen gemessen.

?Liebe und Leidenschaft?? Silvana schob eine Augenbraue hoch und lenkte ihren Blick von seinen Händen hoch zu seinem Gesicht. Das braune Haar umrahmte die wohl geformten Wangen und umspielte neckisch seinen glatten Hals. Im ersten Moment irritierte sie sein wilder Blick. Dieser wollte so gar nicht zu Etiennes sanftem Äußeren passen ? und doch zeigte sich darin sein wahres Wesen ? jenes, das nicht bewusst geformt worden war.

?Denkt Ihr, das eine schließt das andere aus??

Als er darauf zu sprechen kam, wie schade er es fand, die Wallonin erst jetzt kennen gelernt zu haben, musste sie lachen. Ihre dunkle Stimme schwang angenehm voll durch den Raum.

?Verzeiht, werter Etienne, aber seid froh über diesen Umstand. Von Unruhe getrieben reiste ich durch die Lande und ich hätte nicht die Ruhe gefunden, ein solches Gespräch zu führen. Zudem machte ich mir damals nichts aus Menschen. Ich habe Euer Volk gehasst, so wie ich meinen Vater hasse, der mir mein Leben gestohlen hat. Das Leben, das ich gern gelebt hätte.?

Sie lehnte sich ihm entgegen, stützte die Ellbogen aufrecht auf den Oberschenkeln ab, legte die Hände übereinander und stützte das Kinn auf die gebildete Fläche. Ein Flackern trat in ihren Blick, das von ungezähmter Sinnlichkeit zeugte.

Ihre Lippen schoben sich zu einem Schmollmund zusammen, und erst nach einer kleinen Pause fragte sie: ?Wenn Ihr Euch bei der Liebe nicht sicher seid, wie sieht es mit Eurem Hass aus??
Autor: Talya Datum/Zeit: Sa., 19. Mär 2005, 01:24
Etienne lächelte, sah aber Silvana nicht an. Ruhig lehnte er neben ihr und sah auf die Dielen des Boden.

>> Die Philosophie scheint euer Steckenpferd zu sein, Teuerste.
Man meint fast den selben Enthusiasmus herauszuhören, wie bei Ordensbrüdern.
Er grinste ein unverschämt schelmisches Grinsen und schielte aus dem Augenwinkel zu Silvana herüber.

>> Nur gefallen mir eure Ansichten besser, als die verstaubter Gelehrter.

Der Hochgewachsene beugte den Kopf ein wenig nach vorne um seine Nackenmuskeln zu dehnen und drehte den Oberkörper dann der Schmiedin entgegen.

>> 4 Dinge gibt es, für die sich das Leben lohnt. Die Liebe, der Waffenklang, der Wein und der Hass.
Und ja, den Hass habe ich am Längsten in mir getragen. Am Stärksten gegen die Frau meines Vaters, aber auch andere Personen in meinem Leben ernteten diesen Hass von mir. Doch Hass verzehrt einen, entstellt die Seele. Weswegen ich auch nach Nuru gekommen bin. Um den Hass zu lindern, zu vergessen. Und ihn vielleicht ein wenig mit der Liebe auszugleichen.

Frech zwinkerte er Silvana zu, stütze sich vom Schreibtisch ab und stellte sich direkt vor sie, sah ihr in die dunkelblauen Augen.

>> Doch zu eurer Frage. Liebe und Leidenschaft. Hand in Hand gehen sie miteinander. Liebe zu einem guten Freund, einem Kind, kommt ohne Leidenschaft aus. Und Leidenschaft. Auch ohne euch zu lieben, wäre es mir nicht unangenehm, eurer Leidenschaft zu erliegen.. Grinste Etienne keck und wieder kehrte dieses leichte Rot auf seine Wangen zurück.

>> Doch die wirkliche Erfüllung findet das suchende Herz wohl nur, wenn beides aufeinander trifft...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 19. Mär 2005, 10:36
?Philosophie? Nein, wohl kaum. Ich versuche nur die Welt zu verstehen, in der ich derzeit lebe.? Silvana schmunzelte über seine Vermutung. ?Es ist nicht einfach mit zwei Seelen in einer Brust, vor allem, wenn die eine mit der anderen nicht zurecht kommt. Ich versuche nur die Gefühle zu verstehen, die mich beherrschen seit ich Dragonia betreten habe.?

Sie verfolgte jeder seiner Bewegungen wie die Raubkatze ihre Beute betrachten mochte, und doch war da noch etwas anderes, etwas Sanftmütiges, das sie warm durchströmte.

?Hass, ja, wir kennen ihn wohl alle ? besser als jedes andere Gefühl. Wie einfach es ist ihm zu verfallen. Er ist eine starke Triebfeder und gerade für eine Kriegerin keineswegs ungefährlich. Mit Hass im Herzen ist jeder klare Gedanke blockiert, denn er tötet langsam wie schleichendes Gift jede Faser deines Körpers.?

Silvana hob das Kinn und ließ die Arme auf ihre Oberschenkel sinken. Ihr Rücken straffte sich, doch so wie er vor ihr stand und sie auf dem Schreibtisch saß war sie niedriger als er. Etienne schien an Selbstsicherheit gewonnen zu haben, so wie er sie ansah und auch mit ihr sprach. Ein verschmitztes Lachen trat in ihre Augen und ließ ihr Antlitz ebenso leuchten wie ihren Blick.

?Leidenschaft ohne Liebe, das ist mir nicht unbekannt. Doch ich bin geneigt zu glauben, dass Liebe eine Einbildung der Menschen ist. Denn das, was ich als Liebe interpretiert habe, verursacht unsägliche Schmerzen und zerreißt einen von innen heraus. Wie fühlt es sich an, das, was Ihr als Liebe bezeichnet? Wie erkennt Ihr es? Es muss mehr sein, als einen Gefährten an seiner Seite zu haben. Oder ist es ein Gefühl, das euch Menschen vorbehalten ist? Suche ich umsonst nach dem, was Menschen als die Erfüllung des Lebens bezeichnen??

Auch ohne euch zu lieben, wäre es mir nicht unangenehm, eurer Leidenschaft zu erliegen.

Erst die Färbung seiner Wangen brachte ihr zu Bewusstsein, was er wohl damit angedeutet hatte. Erst hatte es bloß wie ein Beispiel seiner Ausführungen gewirkt. Überrascht lehnte sie sich nach hinten, den Oberkörper hinter dem Rücken mit den gestreckten Armen gestützt, und sah ihm von unten direkt in die Augen. Der Stoff des Hemdes rutschte an den Seiten ihres Körpers hinab und umspannte ihren wohlgeformten Brustkorb. Sie versuchte einzuschätzen, was sie von ihm halten sollte. Auch wenn in ihren Augen ein loderndes Feuer brannte, war sie vorsichtig geworden.

?Ihr habt angedeutet, dass Ihr die Leidenschaft wohl des Öfteren auskostet. Ist es wahrlich das, was Ihr wollt? Oder überdeckt Ihr damit den Hass auf all die Frauen, die so sein könnten wie Eure Mutter war? Verzeiht, wenn ich offen spreche, aber Ihr wirkt stark wie ein Mann und sanft wie eine Frau ? eine Mischung, die ein zerrissenes Wesen wie ich eines bin sehr wohl anziehend findet. Und doch steckt etwas in Euch, das gefährlich wie ein wildes Raubtier ist und im Grunde seine Opfer nur zu demütigen versucht??

Sie musste über ihre Einschätzung lachen. ?Verzeiht mein Misstrauen, werter Etienne, das ist die Kriegerin in mir. Immer auf der Hut vor dem, was ihr allzu fremd erscheint.?
Autor: Talya Datum/Zeit: Sa., 19. Mär 2005, 15:26

>> Die Liebe die ich spürte? Ich erzählte euch von der Tochter des Priesters. Jeden Tag, wenn ich sie im Garten sah, wie sie unter den Obstbäumen wandelte oder im Gras saß und las, schien die Freude und Glückseligkeit in mir überzukochen. Mein Herz schien zu zerspringen und jede Zelle meines Körpers vibrierte vor Wonne.
Das Lächeln auf Etiennes Lippen ließen die Kinnpartie noch weicher erscheinen, den Blick noch lebendiger.

>> Doch der Bruder dieses Glückes suchte mich des Nachts heim. Unsagbarer Schmerz überkam mich, nahm meinen ganzen Körper ein. Die Lebensenergie, die ich des Tags zu fühlen glaubte, wurde mir des nachts entrissen. Ich starb tausend Tode bei jedem Gedanken an sie.

Das Lächeln verblasste und eine seltsame Verletzlichkeit stand in Etiennes Augen.

>> Sagen kann ich euch nicht, ob nur die von menschlichem Fleisch dies spüren können ? doch, wenn ihr sagt, es zerreißt euch von Innen, dann kann ich nur erwidern, dass dies die Liebe sein muss.
Er hatte sein Kinn gesenkt und blickte Silvana nun halb von unten an.

>> Nicht das ich mir sicher wäre ? aber für das Kribbeln eines einzigen Tages,  hätte ich  die Schmerzen hunderter Nächte auf mich genommen. Und heißt es nicht, dass es sich lohnt für die Liebe zu sterben? Sobald ihr dieses Gefühl in euch tragt, jegliches Leid ertragen zu können.. solltet ihr die Liebe gefunden haben.

Silvana lehnte sich zurück und Etienne bemerkte ihren abschätzenden Blick. Es erinnerte ihn ein wenig an ein Kaninchen, dass vor der Schlange saß. Voller Unsicherheit und dennoch mit einem unglaublichen Trotz. Er lächelte, richtete sich zu voller Größe auf, blickte Silvana an und legte ihr vorsichtig eine Hand auf das Knie.
Hübsch sah sie aus und er kam nicht umhin, ihren Körper erneut mit seinem Blick abzutasten.
Schnell besann er sich aber wieder seines unfleglichen Benehmens und wanderte wieder hinauf zu ihren tiefen Augen.


>> Sie war nicht meine Mutter, nur die Frau meines Vaters..
bemerkte er geradezu beiläufig und nahm die Hand wieder von Silvana.

>> Und haltet mich nicht für jemanden, der nur auf der Suche nach einem warmen Bett ist..
Er lächelte und die gleiche Sanftmütigkeit wie schon zuvor erschien in seinem Antlitz.

>> In Aramon war ich einer der bekanntesten Sänger ? und zudem erkennen die meisten Damen sehr schnell, dass sie bei mir keinerlei Angst vor ungewolltem Nachwuchs haben müsse.
Er grinste ? manchmal konnten Nachteile zu Vorteilen werden und andersherum.
>> Doch die wenigsten, die mir ihre Leidenschaft anbot, sollte selbige von mir kosten. Zu oft wurde ich verraten und verkauft. Da wird man misstrauisch..
Das Lächeln machte wieder Platz für die Ernsthaftigkeit und Etiennes Blick ließ Silvana keinen Augenblick mehr los.

>> Gebranntes Kind scheut das Feuer.. Und tatsächlich haben mich in ganz Aramon nur wenige Augen so gefesselt, wie die eurigen..
Etienne merkte ein warmes Kribbeln in der Magengegend. Was tat er hier eigentlich? Er kannte diese Frau kaum und dennoch fühlte er sich in gewisserweise zu ihr hingezogen. Doch nicht von ihrem schönen Körper oder dem feurigen Blick.
Ihre Art zu sprechen schien seine Seele zu streicheln und gab eine seltsame Geborgenheit. Kaum einer anderen Dame hätte er wohl so viel von sich nach so kurzer Zeit erzählt. Und dennoch wäre er bei keiner anderen in diese Verlegenheit gerutscht, wenn er auch nur an ihre Rundungen dachte.
Etienne war keiner der Liebesnächte wie Flaschenkorken sammelte ? auch wenn er oft genug die Gelegenheit dazugehabt hätte. Dennoch gab er sich nur selten seiner Schüchternheit hin und begrüßte die weibliche Welt lieber mit einem Lächeln, als mit furchtsamen Blick.

Was machte Silvana so anders? Auch wenn er es war, der vor ihr stand, fühlte er sich wie das Kaninchen vor der Schlange. Gebannt von dieser eleganten Schönheit, gepaart mit dem Blick voll Feuer ? und dennoch nicht sicher, ob es richtig war, solche Gedanken jetzt schon zu hegen..

Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 19. Mär 2005, 19:41
?Ihr seid wahrlich ein erstaunlicher Mann, Etienne. So mancher hätte längst die Flucht vor mir ergriffen.? Silvana zwinkerte ihm zu, richtete den Oberkörper auf und schwang die Beine über die Tischkante - darauf bedacht den Blickkontakt nicht zu verlieren.

?Ihr aber?, fuhr sie fort, die Stimme auf seine Lautstärke gesenkt, ?seid immer noch hier. Wie kommt das??

Ein Moment der Stille trat ein, während eine begierige Sehnsucht sie erfasste. Wild und unbändig war ihr ganzes Wesen, unnahbar und voller Abscheu jeglicher Nähe gegenüber ? und doch war da der Wunsch nach einer Stärke, die ihrer eigenen gewachsen war und ihr eine Geborgenheit vermitteln konnte, die nichts mit Schwäche zu tun hatte.

Etienne strahlte eine solche Stärke aus, die weder Überlegenheit noch Gier nach Macht vermittelte. Sein milder Blick weckte ein nie gekanntes Empfinden in ihr - doch sie war vorsichtig. So sehr sie auch suchte, sie konnte keine Arglist hinter seiner Iris entdecken.

?Wenn Liebe das ist, was Ihr beschreibt?, raunte sie schließlich in die Stille hinein, ?dann ist es nicht das, was ich zu finden gehofft hatte. Wird nicht gesagt, sie sei süßer als jede Frucht und befriedigender denn jegliche Erkenntnis? Wozu Schmerz ertragen, wenn man nicht widergeliebt wird??

Sie schob die Augenbrauen die Stirn hoch und seufzte. ?Wenn sie dem Hass so ähnlich ist, was macht sie dann einzigartig? Vielmehr hatte ich gehofft sie sei der Leidenschaft verbunden, wenn auch nicht so flüchtig.?

Seine Berührung ließ ihr Herz mit einem Mal rasen. Eine angenehme Anspannung lag in der Luft und raubte ihr schier den Atem. Etienne brachte sie zum Lachen, als er seine mangelnde Zeugungskraft als Vorteil bezeichnete.

?Seht Ihr, Ihr seid doch etwas Besonderes. Macht Euch nicht kleiner als Ihr seid. Egal ob Ihr einen Weg gehen müsst, den Ihr nicht selbst gewählt habt ? kann doch alles im Leben zum eigenen Nutzen verkehrt werden. Wer weiß, ob Euer Äußeres ohne diesen Eingriff so ansehnlich, Eure Seele so empfindsam geworden wäre??

Ihr Mund öffnete sich leicht, als sie die Hand hob und den Zeigefinger an sein Kinn legte. ?Bestimmt hättet ihr viel mehr Ecken und Kanten.? Sanft zog sie die Konturen seines Gesichts nach. ?Und hier ?? Sie tupfte an die Unterkante seinen Kinns und verstellte die Stimme zu einem tiefen, fast männlichen Tonfall. ?? eine tiefe Kerbe.?

Zärtlich strich ihr Finger über seinen glatten Hals. ?Ein spitzer Adamsapfel würde einem Betrachter die Augen ausstechen, sofern er nicht von wildem Bartwuchs überwuchert wäre. Wie grässlich?, lachte sie aus vollem Hals und ließ die Hand über seinen Brustkorb nach unten sinken, ehe sie sich zaghaft zurück zog.

?Ihr werdet sehen, alles im Leben hat seinen Sinn.? Und es ist zudem das, was Euch so begehrenswert macht, fügte sie in Gedanken hinzu. Auf seltsame Weise zugleich Mann und Frau ? war es das, wonach sie gesucht hatte? Und doch ? sie wollte niemals eine von vielen sein und sich einreihen in eine Riege von Frauen, die sein Anderssein für ihre eigenen Bedürfnisse nutzten.

Daher riss sie schließlich den Blick von ihm los und starrte auf die Tischplatte vor sich. Seine Empfindungen waren den ihren so ähnlich, dass es schon fast erschreckend war. Wieder entstand Stille zwischen ihnen, in die sich ein seltsames Knistern schlich.
Autor: Talya Datum/Zeit: So., 20. Mär 2005, 14:14
>> Die Flucht? Warum sollte ich vor euch flüchten? Ihr ward gastfreundlich und zeigtet keinen Spott, als ich euch von meiner Unvollkommenheit berichtete. Soetwas erlebe ich nicht jeden Tag..
Raunte er.

>> Zudem.. interessieren mich eure Ansichten ob der Liebe. Doch sagt mir, wolltet ihr immer die süße Frucht schmecken? Tag ein Tag aus, dem lieblichen Nektar kosten? Eines Tages würden eure Geschmacksnerven überstrapaziert, der Gaumen würde die ewige Süße leid. Und genau darum ist wohl auch die Liebe an manchen Tagen gar bitter..

Geduldsam ließ Etienne Silvanas Finger über sein Gesicht und seinen Hals streichen. Er hob leicht das Kinn und sah auf die Amazone herab. Die ersten Nackenhärchen stellten sich auf, als sie über seinen Kehlkopf strich und während sich seine Stirn in Falten legte, zogen sich seine Mundwinkel nach oben.

>> Wenn alles einen Sinn hat, einen Sinn, der dem Menschen Befriedigung gibt, so müßten die nächsten Jahre wohl die schönsten meines Lebens werden..
Nach all dem Leid, dass er durchgemacht hatte, glaubte Etienne zwar nicht daran, aber der Optimismus der Wallonin tat ihm gut. Wieder hatte er das Gefühl, dass sie seine Seele streichelte und das Knistern im Raum war für ihn fast schon hörbar.

Zaghaft trat er einige Schritte zurück. Wenn er sich jetzt nicht bald am Riemen riss, würde er sie verschrecken. Am liebsten hätte er gerade schon ihre Hand festgehalten, nur um die zärtlichen Berührungen länger zu spüren. Doch was sollte die hübsche Dunkelhaarige dann nur von ihm halten?
Etienne atmete tief durch, brachte es aber nicht fertig, den Blick von Silvana abzulassen. Sein Herz schien immer lauter zu pochen und er fürchtete, die Amazone könne es hören.


>> Ich will nicht kitschig klingen, würde mir eine Frau wie ihr es seid, wohl auch kaum ein Kompliment abnehmen, welches nicht aus vollem Herzen kommt. Und genauso wenig möchte ich, dass ihr glaubt, nur eure.. Reize würden mich dazu verleiten.
Reize, die wirklich unglaublich sind, fügte Etienne in Gedanken dazu.
>> Aber ihr.. ihr seid wirklich eine wunderschöne Frau. Und ich bedauer, dass die Liebe für euch bisher mehr Schmerz als Freude gebracht hat..
In den Worten Etiennes schwang absolute Aufrichtigkeit mit - und dennoch kam er nicht umhin, sich vorzustellen, wie er Silvana sanft über die Schultern strich, sein Gesicht in ihrem Haar verbarg und..
Er atmete tief ein. Vielleicht würde es Zeit für ihn zu gehen, bevor die ganze Situation in einer Peinlichkeit endete. Wo war nur seine sonstige Selbstsicherheit der Damenwelt gegenüber hin?  Er wußte es nicht. Er wußte nur, dass er den Blick immernoch nicht von der Schmiedin abwenden konnte.
Eine Frau, die er vor wenigen Stunden noch nicht kannte - und die jetzt bereits ein Verlangen in ihm hochrief, welches er schon seit geraumer Zeit nicht mehr gespürt hatte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 20. Mär 2005, 17:05
?Ach, was ist in dieser Welt schon vollkommen? Sind doch selbst die Ansichten der einzelnen Rassen so verschieden und doch auf ihre Weise irgendwie richtig. Und Eure Ansicht über das, was man Liebe nennt, finde ich ebenso interessiert wie Ihr die meinige.?

Sie hatte seine Beine im Blickfeld und nahm ein wenig enttäuscht zur Kenntnis, dass er vor ihr zurück wich. Hatte sie etwas Falsches gesagt? Das wäre für sie nichts Neues. Kain hatte ihr ständig zu verstehen gegeben, dass sie mit Worten nicht umzugehen wusste.

Oder war es ihre Berührung gewesen? Am liebsten hätte sie sich auf die Finger schlagen mögen. Wie dumm von ihr. Wie konnte sie annehmen, dass Etienne Gefallen daran finden könnte, wo sie selbst sich vor jeglicher Nähe scheute wie ein Kind das Feuer.

Verlegen legte sie den Kopf schief und schielte zu ihm hin. ?Verzeiht, wenn ich Euch zu nahe getreten bin?, lenkte sie ein. Elegant glitt sie vom Tisch und machte einen Schritt zur Seite Richtung Tür. Ihrer Haltung war nicht zu entnehmen, ob sie zu gehen oder Etienne aufzuhalten versuchte.

?Ich möchte Euch keinesfalls daran hindern Eurer Arbeit nachzugehen. Nicht, dass Ihr wegen mir zu spät kommt.?

Einzig ihr Tonfall klang wenig überzeugend. Es war deutlich herauszuhören, dass sie darauf hoffte, er möge bleiben. Sie wusste nicht, ob er ihr überhaupt zugehört hatte. Sein Kompliment überraschte sie und nagelte sie an der Stelle fest. Sie spürte, dass es mehr war als hingesagt um ihr zu schmeicheln. Persönliche Worte nahm sie selten ernst, doch in Etiennes Tonfall lag etwas, das sie aufhorchen ließ.

?Das sagt Ihr mir?? In ihrer Verblüffung blieb ihr im ersten Moment der Mund offen stehen. Haarsträhnen rutschten ihr ins Gesicht und ließen sie blinzeln. Hinter ihrer Stirn rasten die Gedanken und ihr wurde so heiß, dass sie sich am liebsten die Kleidung vom Leib gerissen hätte.

Sie manövrierte sich zielgenau in eine Situation, die nicht ihrer Kontrolle unterlag und sie dennoch magisch anzog. Ihre Atmung beschleunigte sich auf ein Maß, das ihren Brustkorb sich heftig heben und senken ließ. Ihr war, als war sie auf der Flucht vor etwas, das sie gleichzeitig maßlos begehrte.

Ganz langsam schob sie sich näher an ihn heran, ihre Augen auf die seinen gerichtet, als hoffe sie darin eine Antwort zu finden. Er hätte sie in dem kleinen Raum beiseite schieben müssen, hätte er an ihr vorbei zur Tür gewollt.

?Gern möchte ich Euer Kompliment erwidern?, flüsterte sie und streckte zaghaft die Hand aus. Irgendwo zwischen ihrer beider Körper blieb die Bewegung in der Luft hängen.

?Ist es Euch nicht genauso ergangen? Ihr wisst, was ich fühle, so wie ich weiß, was Ihr fühlt. Dann wisst Ihr vermutlich auch, dass ich es nicht noch einmal ertragen könnte. Nicht in dieser Form. Nicht, wenn Liebe unerwidert bleibt. Wie steht es mit Euch??

Ihre Augen wanderten ziellos umher, musterten sein Gesicht, seine Gestalt, während sie seinem Atem lauschte. Sie war nahe genug gekommen, um seine männlichen Duft zu riechen.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 21. Mär 2005, 10:54
>> Ihr seid mir nicht zunahe getreten, Werteste. Ganz im Gegenteil.
raunte Etienne und ging wieder einen Schritt auf Silvana zu.
Nur noch wenige Zentimeter trennte die beiden Gesichter von einander und einen kurzen Augenblick lang schien für Etienne die Zeit still zu stehen.

Der Duft ihres Haares stieg ihm in die Nase und es fehlte nicht viel, dass Etienne sich dazu hätte hinreißen lassen, diese eigentlich fremde Frau in seine Arme zu schließen.
Und irgendetwas in Silvanas Augen verriet ihm, dass sie es wohl nicht einmal abgelehnt hätte.

Sein Herz pochte, sein Atem schien etwas schneller zu gehen. Erwartung und Vorfreude wurden zu einem unglaublichen Kribbeln, dass vom Brustkorb, in die Unterarme, bis hin zu den Fingerspitzen zu spüren war.

Vorsichtig hob Etienne beide Hände und packte Silvana an den Schultern. In seinem Inneren Auge malte sich aus, wie es wäre, wenn er sie an sich drücken würde, seine Lippen auf ihren weichen Mund drücken würde.. er war versucht, es zu wagen, den Augenblick der Leidenschaft, den er ersehnte herbeizuführen - doch er schluckte schwer und hörte Silvana zu.
"Nicht wenn Liebe unerwidert bleibt.."

Er sah ihr in die Augen, die dieses tiefe, dunkle Blau hatten und langsam formten sich leise Worte auf seinen Lippen.


>> Silvana, ich.. ich würde lügen, würde ich sagen, ihr würdet nicht meinen Geist und Körper erregen. Und doch ist Liebe soviel mehr. Ich..
Er wußte nicht, was er sagen sollte. Ziellos wanderte sein Blick umher, als würden die passenden Worte im Raum herumfliegen.
>> Ich will euch nicht verletzen. Darum.. bitte entschuldigt..

Sanft schob er sie von der Tür fort, öffnete selbige, verneigte sich vor der Schmiedin und griff dabei nach ihrer Hand.
Vorsichtig hauchte er ihr einen Kuss auf den Handrücken, sah ihr dabei aber tief in die Augen. Verlangen war in seinem Blick zu erkennen, wildes Verlangen, welches nur durch jahrelang antrainiertes Benehmen unterdrückt werden konnte.


>> Habt dank und.. auf bald, schöne Silvana..
murmelte Etienne, schnappte sich den Handkarren, prüfte ob er den Topf noch hatte und verließ schleunigst die Schmiede.
Ob es hier in Nuru einen Tümpel gab, in dem er seinen hitzigen Körper abkühlen konnte?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 21. Mär 2005, 12:28
Silvana war völlig überrumpelt, als Etienne sie an den Schultern packte. Leidenschaftliches Begehren  flutete durch ihren Körper, und doch war sie einen Moment lang versucht, ihm einen Schlag in die Magengrube zu verpassen.

Widerstandslos ließ sie sich beiseite schieben und sah ihm hinterher. Ihre Muskeln verspannten sich,  und sie nahm wortlos zur Kenntnis, dass er nun doch die Flucht ergriff. Beinahe hätte sie laut aufgelacht, wenn sie nicht zugleich Angst gehabt hätte ihn dadurch zu verletzen.

In ihrem Kopf drehte sich alles, seine Abschiedsworte drangen kaum noch zu ihr vor ... und dann war er fort.



Des Nachts lag sie wach - sein Gesicht und das wilde Verlangen in seinem Blick vor Augen. Seine Nähe hatte etwas in ihr geweckt, das sie nicht benennen konnte. Ihre Bedingung, sich ohne erwiderte Liebe sich nie wieder jemandem hinzugeben, war zu hoch gewesen. Aber sie war den komplizierten menschlichen Empfindungen nicht gewachsen - nicht, wenn niemand ihr dabei half sie zu leiten.

Eine Weile überlegte sie, Etienne im Einäugigen aufzusuchen, verwarf den Gedanken aber wieder. Egal welche Stärke man ihr als Kriegerin zuschrieb - sie musste sich eingestehen, dass sie Angst hatte.



Ein, zwei Tage später - sie wusste nicht mehr genau, wie viel Zeit inzwischen vergangen war - lenkte sie sein Gesicht immer von der Arbeit ab. Sie saß über der Buchhaltung in dem kleinen Büro neben der Treppe und vermochte nicht, sich ausreichend zu konzentrieren.

Sie meinte immer noch seinen Duft in der Nase zu haben - und dort, wo er gestanden hatte, zeichnete sich ein imaginärer Schatten ab. Wie seltsam Empfindungen sein konnten. Silvana schüttelte den Kopf, tunkte die Federspitze in die Tinte und versuchte sich auf die Zahlenreihen zu konzentrieren. Auf dem Flur spazierte Richart mit einem Strauß Blumen vorbei.

"Was machst du da?", rief sie ihm hinterher.
Er steckte den Kopf durch den Türspalt und grinste. "Ich verschönere die Schmiede. Vor allem der Vorraum braucht ein wenig Schmuck. Wollt Ihr auch ein paar Blumen?" Richart schob die Tür auf und hielt ihr den Strauß entgegen.

"Nein, danke", lachte sie und wedelte ihn wie eine lästige Fliege aus dem Raum. "An die Arbeit, Marsch."
Mit der Rechten schob sie sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht und wischte sich ungewollt einen Tintenfleck auf die Wange.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 22. Mär 2005, 10:56
Es waren bereits einige Tage vergangen und Etienne hatte beschlossen, der Schmiedin nun doch endlich ihren Handkarren zurückzubringen.
Vor dem Gebäude jedoch zögerte er ein wenig. Wie würde Silvana reagieren, wenn er wieder vor ihr stand? Und wie er? Er hatte einige Zeit und viele Bäder in Nurus eiskaltem Tümpel benötigt um wieder einigermaßen klar denken zu können. Und dennoch, jedesmal, wenn ihr Gesicht sich in seine Gedanken schlich, wurde ihm heiß und kalt.
Wie würde er nur vor ihr dastehen? Verlegen und dennoch voller Wollust.

Wer wußte schon, vielleicht erinnerte sie sich gar nicht mehr an ihn? Vielleicht hatte er all das was geschehen war, überbewertet?
Er war neu in einer fremden Stadt. Wahrscheinlich sog er jedes nett gemeinte Wort auf wie ein Schwamm, dichtete sich selbst seinen Teil hinzu und stand letztendlich wie ein Trottel da.

"Quatsch.." ermahnte er sich selbst und betrat dann endlich das Gebäude. Resignierend nahm er zur Kenntnis, dass Silvana nicht im Verkaufsraum war. Nur ihr Gehilfe, dieser Richart war anwesend. Freundlich, jedoch wortlos nickte Etienne ihm zu und ging dann schnurstracks auf den hinteren Teil der Schmiede zu.

Richart schien einen Augenblick lang verdutzt. Scheinbar fiel ihm nicht ein, wie er Etienne nach solch einer Dreistigkeit rausschmeißen sollte.

Der Handkarren juckelte quitschend hinter dem Hochgewachsenen her und wahrscheinlich verriet er Silvana schon vor dem Klopfen an der Tür, dass Besuch da war.

Ohne eine Antwort abzuwarten, öffnete Etienne die Tür einen Spalt und steckte den Kopf herein. Sein Blick suchte kurz Silvana und als auch sie ihn registriert hatte, raunte er ihr grinsend zu


>> Ich bringe den Handkarren zurück, Teuerste. Wo soll ich ihn abstellen?
Seine Augen waren heute dick mit schwarzem Kohl umrundet, wodurch sie noch größer, heller und wacher wirkten..
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 22. Mär 2005, 12:45
Nicht der Lärm ließ sie aufhorchen, sondern das zaghafte Klopfen. Die Tür schwang bereits auf, als Silvana den Kopf hob. Mit fast allem hätte sie gerechnet, aber nicht mit ihm. Ihr Gesicht hellte sich auf.

"Der Göttin zum Gruße, werter Etienne. Wie schön, dass Ihr den Weg hierher gefunden habt."

Sie zwinkerte, warf die Schreibfeder beiseite und erhob sich. Er hätte nicht bis an ihre Tür kommen müssen, denn Richart war stets in der Schmiede anzutreffen.

"Ich hatte schon Angst, Ihr hättet Euch mit dem Karren aus dem Staub gemacht", grinste sie schelmisch und schob sich an ihm vorbei auf den Flur. Ihre Schulter streifte seinen Brustkorb, und augenblicklich fing ihr Puls an zu rasen. Über die Schulter warf sie ihm einen charmanten Blick zu.

"Wärt Ihr so nett, den Karren nach hinten zu bringen? Folgt mir." Mit geschmeidigem Schritt ging sie voraus den Flur entlang. Selbst hier, in der Stadt, war an ihrer weichen Bewegung erkennbar, dass sie gewohnt war sich im Einklang mit der Natur zu bewegen.

Silvana führte ihn ans andere Ende der Schmiede zum Stall, in dem auch ihre Stute Thalna untergestellt war. "Stellt den Karren bitte dort hin." Sie deutete auf eine freie Ecke direkt neben dem Heu für das Pferd.

Mit dem Rücken lehnte sie sich gegen einen Holzpfosten und verfolgte aufmerksam jede seiner kraftvollen Bewegungen. Ein Kribbeln raste ihre Glieder entlang.

"Wie ist es Euch inzwischen ergangen? Habt Ihr Euch ein wenig in Nuru umgesehen?"

Viel lieber hätte sie etwas ganz anderes gefragt. Aufmerksam musterte sie sein Gesicht. Etwas war anders an ihm. Ehe sie es sich versah, war sie in seinen hellen Augen versunken.

Was, wenn er inzwischen eine andere kennen gelernt hatte? Bei seinem Äußeren und nach dem, was er erzählt hatte, würde es sie nicht wundern. Sie machte sich nichts vor. Wer so sanftmütig war wie er interessierte sich wohl kaum für eine stolze Kriegerin.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 12:14
Etienne tat wie geheißen und zog den Handkarren Silvana folgend hinter sich her. Er mußte sich arg beherrschen, Silvana nicht zusehr anzustarren - da er hinter ihr ging hätte sie zwar wohl kaum gemerkt, wie sein Blick über ihren Körper floh, aber es war ihm selbst unangenehm.
Soetwas gehörte sich nunmal nicht. Auch wenn.. Etienne riss den Kopf hoch. Schon wieder hatte er es getan. Er atmete tief ein und war froh, als sie den Stall erreicht hatten.
Sorgfältig stellte er den Karren ab und drehte sich dann um, blickte Silvana an.


>> Ergangen? Nun, die Tage ziehen vorrüber. Ausser dem "Einäugigen", der Apotheke und eurer Schmiede kenne ich bisher nicht wirklich viel..
Doch, den eiskalten Tümpel - schoss es durch seine Gedanken
>> .. allerdings wird es die Zeit mit sich bringen, dass auch ich mich hier einlebe.
Er lächelte und hatte das Gefühl, dass seine Worte so ohne Bedeutung waren. Im Gegensatz zu seinem letzten Gespräch mit der Schmiedin waren sie nur hohles Gerede. Ohne Sinn und nur zu dem Zweck, kein unangenehmes Schweigen entstehen zu lassen.

Seine hellen Augen glitten wieder über den wohltrainierten Körper der Schmiedin und wieder mußte er sich zwanghaft abwenden.
Um nicht weiter in Verlegenheit zu kommen, schritt er schnell einige Schritte vorwärts, auf Silvana zu und raunte ihr zu.


>> Ich habe euch etwas mitgebracht. Damit ich eure Gastfreundschaft noch öfter auskosten darf.
Er zwinkerte der Dunkelhaarigen keck zu und hielt ihr ein Päckchen Kirschtee hin.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 12:44
Ein herzliches Lachen kam über Silvanas Lippen. Sie griff nach dem Teesäckchen, wobei ihre Finger sachte über seine Handfläche strichen - eine durchaus beabsichtigte Berührung, auch wenn sie wie beiläufig wirkte. Die Wallonin öffnete das Leinen und schnupperte.

"Kirsche? Lest Ihr in meinen Gedanken? Woher wisst Ihr, dass dies meine Lieblingssorte ist?" Es war eine rhetorische Frage, und sie erwartete sich keine Antwort darauf.

Silvana knüpfte das Säckchen wieder zu und wog in der Hand. "Wenn Ihr jetzt ein wenig Zeit übrig habt, würde ich Euch gerne auf eine Tasse einladen. Oder auch mehrere, wie es Euch beliebt."

Das Lächeln auf ihren Lippen zauberte einen Glanz auf ihr Gesicht. Seine letzten Worte bei dem Abschied vor ein paar Tagen fielen ihr ein. Ich würde lügen, würde ich sagen, ihr würdet nicht meinen Geist und Körper erregen

Heute hingegen wirkte er irgendwie abwesend.

"Geht es Euch gut? Ihr seht ein wenig blass aus. Vielleicht ist es besser, wenn Ihr Euch ein wenig hinsetzt. Jedem von uns tut ab und zu eine Pause gut, nicht wahr?", grinste sie und trat auf ihn zu, bis sie nur noch einen Hauch von einer Berührung entfernt vor ihm stand. Ihr dunkler Blick war warm und berückend und musterte sein schönes Antlitz.

Was hätte sie darum gegeben ihn zu berühren. Aber sie war unsicher, ob es richtig war. Würde sie ihn verletzen, weil er womöglich das Gefühl hatte, für sie nur eine willkommene Abwechslung zu sein und nicht mehr?

"Zudem seid Ihr mir noch eine Antwort schuldig."
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 14:09
>> Ein wenig hinsetzen?
Etienne lächelte. Er fühlte sich ganz und gar nicht schlecht - höcstens ein wenig unsicher. Schnell sah er sich um und befand einen der umherstehenden trohballen als gute Sitzgelegenheit.

>> Und schon sitze ich, Teuerste..
Schalk blitzte in seinen Augen auf und er nickte leicht.

>> Wenn ihr so gut seien würdet. Eigentlich habe ich den Tee nur hergebracht, weil ich noch keine Frau getroffen habe, die Kirschtee so perfekt aufbrühen kann wie ihr.
Sein Grinsen war breit, seine Augen leuchteten geradezu und schnell strich er einen dünnen gepflechteten Zopf seines Haares hinter das Ohr. Die kleine, schwarze Perle am Zopfende hatte ihn am Kinn gekitzelt.

>> Eine Antwort bin ich euch schuldig, Teuerste? Helft meinem Gedächtnis auf die Sprünge..
Er konnte sich tatsächlich nicht mehr an eine offenstehende Frage erinnern. Eigentlich war sogar das einzige, woran er sich erinnern konnte ihre dunkelblauen Augen, ihr duftendes Haar und wie ihre Worte sanft seine Seele gestreichelt hatten.

Wieder bemerkte er ein Kribbeln in seiner Magengegend und das unsagbare Bedürfnis, sie zu sich zu ziehen und irgendwo im Stroh zu versinken.
Schnell ballte er eine Faust zusammen und atmete tief ein. Hoffentlich würde sie sein Begehren nicht merken. Hoffentlich riss er sich zusammen..

Sorgsam musterte sein Blick das hübsche Gesicht der Amazone. Und als er den Tintenfleck auf ihrer Wange zum ersten Mal richtig registrierte, zog sich sein Grinsen erneut in die Breite.
Doch er schwieg und sah die Wallonin stattdessen verzückt an.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 15:38
?Naja, eigentlich wollte ich Euch einen Sessel oben in meiner Kammer anbieten, aber wenn Ihr einen Strohballen bequemer findet ??

Sie zuckte mit den Achseln, als ob sie es höchst eigenartig fände, aber über ihren Augen lag ein erfrischendes Lachen. Ihr Blick folgte seiner Bewegung, die sich einen dünnen Zopf hinter das Ohr strich.

?Ich weiß Euer Kompliment zu schätzen, werter Etienne, und Euer Geschenk umso mehr.? Sie verneigte sich vor ihm wie vor einem König und drückte das Teesäckchen an ihr Herz. ?Einen Augenblick Geduld, mein Herr, Ihr werdet sofort bedient.?

Mit wiegendem Schritt marschierte sie in die Werkstätte, nahm den Kessel zur Hand, der stets an der Esse hing und heißes Wasser bereit hielt, und goss zwei Becher Kirschtee auf. Sie ließ sich absichtlich ein wenig Zeit, um sich zu überlegen, wie weit sie gehen durfte. Er war wiedergekommen, und das sollte doch einiges bedeuten. Falls sie sich nicht wieder in der menschlichen Mentalität irrte.

Mit den dampfenden Schalen kehrte sie zurück in den Stall, reichte Etienne eine davon, rückte dann einen der Strohballen zurecht, um ihm schräg gegenüber sitzen zu können, und ließ sich dann nieder.

?Ihr hattet mich etwas gefragt. Achja, die offene Antwort. Nun, ehe Ihr vor ein paar Tagen mein Büro verlassen habt, fragte ich Euch, ob Ihr Leidenschaft und Liebe bewusst voneinander trennt. Habt Ihr Euch nie ausgenutzt gefühlt? Als Spielball all der Frauen, die sich Eures Körpers bedienen? Ist das nicht eine Art Sklaventum, das man sich selbst auferlegt??

Der heiße Dampf des Tee strich warm über ihre Wange. Irritiert legte sie den Kopf schief, als sie merkte, dass Etienne auf eben diese Wange starrte.

?Ist etwas nicht in Ordnung??
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 16:17
>> Nein, nein, alles ist geradezu perfekt.
Antwortete Etienne und sah schmunzelnd über seine Teeschale hinweg. Er pustete den Dampf ein wenig fort und nahm einen kleinen Schluck. Seine graublauen Augen blitzten auf, als er abermals zu Silvanas Wange betrachtete, aber wieder sagte er nichts.

Stattdessen überkreuzte er die Knöchel und streckte die Beine ein wenig aus.


>> Die Menschen haben sich die Natur zu ihrem Sklaven gemacht und Sessel erschaffen. Ist es nicht viel existenzieller nur auf Stroh zu sitzen?
Grinste er und zupfte einen Halm aus seinem Ballen. Die Teeschale stellte er fort, auf den Boden und begann auf diesem Halm herumzukauen.
Etienne wirkte entspannt und mittlerweile gelang es ihm tatsächlich, auch innerlich einen gewissen Grad an Gelassenheit zu erreichen.
Silvana schien nicht verschreckt ob seiner Äußerungen des letzten Males gewesen zu sein und ihre Einladung zum Tee ließ ihn jegliche Befürchtungen zu vergessen..


>> Ausgenutzt? Nein, Teuerste, ausgenutzt kam ich mir noch nie vor. Denn wie ich euch schon erzählte, gehöre ich nicht zu den Männern, die nur die nächste Liebesnacht suchen..
Trotz des eigentlich ernsten Themas grinste Etienne über beide Wangen. Verdammt, fühlte er sich gerade wohl. Das Kribbeln in seiner Magengegend wirkte nicht mehr bedrückend, sondern erfrischend und belebend. Der Duft des Strohes, vermischt mit dem seichten Kirscharoma tat sein übriges dazu.
Und der Fleck auf Silvanas Wange.. sie verlor dadurch nichts von ihrer Begehrlichkeit, wirkte aber dennoch plötzlich viel nahbarer ob des kleinen Mangels.


>> Ich gab mich nie der Leidenschaft hin, nur weil jemand anderes es wollte - auch war es immer mein freier Wille.
Er zwinkerte Silvana zu.
>> Und habe ich nicht erwähnt, dass ich immer das Richtige tue?

Dann wurde sein Gesicht eine Spur ernster und seine Stimme wieder etwas leiser, sanfter.
>> Die Frauen, die ich körperlich geliebt habe, zogen mich - bis auf eine kleine Ausnahme - gleichermaßen an, wie ich sie anzog. Was kann also falsch daran sein, wenn man einmal nicht der Liebe, sondern der Leidenschaft folgt?
Sein Blick suchte Silvanas dunkle Augen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 17:22
?Seht mich nicht so vorwurfsvoll an?, lachte die Wallonin und nahm ein Schluck von dem Tee. ?Ich ziehe Sessel Strohballen unter Garantie nicht vor. Im Gegenteil. Die ersten Tage in der Zivilisation habe ich auf dem Boden geschlafen, und würde es heute noch tun, wäre es passend. Aber meine Arbeiter nehmen mich nur ernst, wenn ich mich wie ihresgleichen benehme.?

Die Anspannung schien von Etienne abzufallen. Deutlich konnte sie spüren, wie er sich ihr gegenüber weniger verkrampfte als noch vor wenigen Minuten. Seine Natürlichkeit reizte sie umso mehr, da sie von dem grausamen Kampf in seinem bisherigen Leben unberührt geblieben war. Ganz im Gegensatz zu ihr. Sie hatte viel von dem eingebüßt, was ihr Leben als Kriegerin ausgemacht hatte. Aber wer wusste schon, welchen Weg sie in Zukunft gehen würde. Vielleicht hatte sie am Ende dadurch sogar zu sich selbst gefunden.

?Tatsächlich? Tut Ihr das? Stets das Richtige? Wie könnt Ihr das wissen? Vielleicht habt Ihr ungewollt schon Dutzende Herzen gebrochen??, lachte sie und schüttelte leicht den Kopf.

Silvana folgte seinem Beispiel und stellte die Tasse auf dem Boden ab. Die Beine breit und auf dem Boden fest verankert und beide Arme auf die Knie gestützt lehnte sie sich ihm entgegen.

?Ich stimme Euch in einem zu: Es ist nichts Falsches daran, sich von der Leidenschaft hinreißen zu lassen. Ganz im Gegenteil. Doch was, wenn sie nur einen winzigen Augenblick währt? Gebt Ihr Euch damit zufrieden? Ja, ich weiß ??

Sie wiegte den Kopf hin und her und schrieb mit der Rechten einige Gesten in die Luft.  ?? dass selbst Liebe vergänglich ist, aber Leidenschaft umso mehr. Und wenn der Durst nicht gelöscht ist, besteht die Gefahr elend zu verbrennen.?

Sie war nahe dran zu sagen, dass sie sich im Moment genau so fühlte. ?Hattet Ihr je das Bedürfnis, mehr zu wollen? Den Wunsch, es ewig andauern zu lassen? Das Gefühl, nicht genug zu bekommen??

Sie ließ sich von seinen blaugrauen Augen einfangen. Im Grunde hätte sie sich die Fragen selbst stellen sollen. Jede einzelne hätte sie mit Ja beantwortet, und genau das war ihr Problem. Eine einzige Nacht würde ihr nicht reichen.

?Ihr seid ein Mann wie ich noch keinen getroffen habe. Ehrlicherweise muss ich sogar zugeben, dass Ihr etwas Besonderes an Euch habt. Die Unruhe, die mich normalerweise treibt, ist in Eurer Gegenwart vergessen, und ich frage mich, ob dies etwas bedeuten mag.?
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 19:46
Etienne grinste und spielte mit dem Halm in seinem Mund.

>> Ich, ein dutzend Herzen gebrochen? Mit Sicherheit nicht mehr, als euresgleichen das meinige gebrochen haben..
Etienne schloß die Augen. Wann brach ein Herz? Wenn die Liebe unerfüllt blieb? Wenn sie gar nicht erst aufkeimen durfte? Wenn die Leidenschaft die Liebe gänzlich vergaß? Er wußte es nicht und fand es mühselig, sich darüber Gedanken zu machen.

Viel lieber wollte er wieder Silvanas schöne, tiefe Stimme hören. So voller Kraft und Wärme. So hielt er auch als sie weiterredete die Augen geschlossen und mußte sich arg abmühen, auch die Bedeutung der Worte zu verstehen und nicht nur ihrem Klang zu verfallen.
Er hatte die Augen gerade wieder geöffnet und vorgehabt, ihr auf ihre Fragen zu antworten, als sich sein Blick mit dem Silvanas kreuzte. ".. ob dies etwas zu bedeuten hat.." Eine Schauer glitt über Etiennes Rücken. Durchaus wohlig und doch seltsam. Er hielt den Blick mit Silvana einen Augenblick zu lange stand und schon war seine Unsicherheit und Verlegenheit wieder da.

Wie schön sie doch war. Wie groß das Verlangen, nicht nur von Leidenschaft zu sprechen, sondern selbiges zu fühlen...


>> Man wünscht sich immer mehr, Teuerste. Nie kann man genug bekommen. Und auch ich bin kein solch rastloser Mensch, der nicht die ewige Zufriedenheit wünscht.
Doch manchmal tut es der Seele besser, wenn sie auch nur für einen kurzen Augenblick sämtliche Liebe verspürt. Manchmal ist es für den inneren Frieden besser, man gibt sich hemmungsloser Leidenschaft hin, als ewig alleine zu verdörren.

Sein Blick war ernst und die graublauen Augen blitzten wie Sterne unter den schwarzen Lidern hervor.
Sie würde ihn herauswerfen. Er wußte es. Sie wollte hören, dass auch er die Liebe suchte, dass er hoffte, sie in der hübschen Schmiedin gefunden zuhaben. Aber das konnte er ihr nicht sagen. Nicht jetzt. Viel zu viele Frauen waren in seinem Leben gewesen und hatten genau das hören wollen. Er hatte es keiner gesagt - und nur so gewährleisten können, dass nur wenige sein Herz brachen.
In gewisserweise war er abgestumpft. Unfähig, das Kribbeln in seiner Magengegend richtig zu deuten und lechzend nach körperlicher Hingabe um den seelischen Durst zu vergessen.

Vorsichtig winkte er Silvana zu sich.

>> Kommt etwas näher, bitte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 23. Mär 2005, 20:25
?Schon meine älteste Schwester warf mir vor, ich würde zuviel denken.? Silvana lachte, aber es klang gequält. ?Niemanden habe ich mehr verehrt als sie. Sie war in allem mein Vorbild. Sie war so stark.?

Schmerzhafte Erinnerungen wurden wach, und Silvanas Blick wurde abwesend. ?Sie nahm sich stets was sie begehrte, ob dies Besitz war oder der Körper eines anderen, oder gar sein Leben. Bis ich eines Tages ihre Grausamkeit erkannte und beschloss, nie so zu werden wie sie.?

Eine Pause trat ein, ehe die Wallonin imstande war weiter zu sprechen. ?Habt Ihr jemals jemandem gesagt, dass ihr Ihn liebt? Ich habe das nie getan.? Sie zuckte mit den Schultern, den Blick immer noch in die Ferne gerichtet. ?Und auch nie erwartet, es je zu hören. Erst vor kurzem dachte ich etwas gefunden zu haben, das zu meinem menschlichen Erbe gehört und das meine Vater wohl für meinen Mutter empfunden haben mag. Um mein Menschsein zu verstehen, dachte ich, ich müsste alles verstehen.?

Sie seufzte und verzog die Lippen zu seinem schiefen Lächeln. ?Innerer Frieden. Ja, vielleicht habt Ihr Recht. Ich sollte wohl aufhören, den Menschen in mir zu suchen ? denn ich würde nicht zögern ihn zu vernichten. Man fühlt, was man fühlt, nicht mehr, nicht weniger, und es bedarf keiner Worte, es zu beschreiben, nicht wahr??

Mit der Faust klopfte sie sich an das Herz. ?Es sagte einem stets, was das Richtige ist, auch wenn der Verstand etwas anderes sieht. Eine völlig fremde Erfahrung für eine Kriegerin.?

Ihr Atem beschleunigte sich, als er sie bat näher zu treten. Sofort war das Misstrauen wieder da. Und doch wurde die Sehnsucht nach ihm nahezu unerträglich. Was für einen Sinn hatte es sich zu überlegen, was der morgige Tag brachte? Es kam ohnehin stets anderes als man sich in seinem schlimmsten Träumen ausmalte.

Ihr Blick blieb an seinen anmutig geschwungenen Lippen hängen, während sie langsam auf ihn zu glitt. Sie machte keinerlei Anstalten mehr, ihre Begierde zu verbergen. Es musste in ihren Augen zu lesen sein, auf ihren vollen Lippen, dem ihm zugewandten Körper. Dicht vor ihm blieb sie stehen, und ihre Oberschenkel berührten seine. Wie ein Schlag schoss unglaubliche Hitze durch ihren Körper.

?Ist dies Eure Tracht als Sänger? Oder bedeutet es etwas??, versuchte sie sich abzulenken und deutete erst auf seine Zöpfe und zeichnete dann vor seinen Augen Kreise in die Luft, um das Kohl zu bezeichnen.

Im Gegensatz zu seiner Schminke waren die schwarzen Symbole unterhalb ihrer Augen für die Ewigkeit gestochen.
Autor: Talya Datum/Zeit: Fr., 25. Mär 2005, 13:59
Etienne spürte Silvanas Gesicht jetzt ganz nah vor seinem. Er spürte, wie ihr warmer Atem über seine Wange strich, ja, spürte gar den Luftzug, als sie die Kohlkreise um seine augen nachzog.

>> Keine Tracht, Teuerste. Sänger tragen keine vorbestimmte Tracht. Sie stülpen das nach aussen, was sie derzeit gedenken zu pflegen...
Er hielt einen Augenblick lang inne und dann zog sich sein Mund zu einem breiten Grinsen.

>> .. oder das, was ihnen schlicht und einfach gefällt.
Der Menschenmann nahm eine seiner geflochteten Haarsträhnen in die Hand und blickte auf die dunkle, schwarze Perle am Ende.
Tatsächlich hatte er am frühen Morgen sich derart zurecht gemacht, weil es ihm für diesen Tag passend schien. Über das Warum hatte er sich dabei keine Gedanken gemacht - genausowenig, wie er sich darüber Gedanken machte, welches Paar Schuhe er anzog.

Das Grinsen noch auf den Lippen, tauchte er den Daumen der rechten Hand in den noch warmen Tee und streckte die Hand dann Silvanas Wange entgegen. Vorsichtig fuhr er mit dem feuchten Daumen über die weiche Wange der Schmiedin. Ein verträumtes Lächeln lag auf seinem Gesicht und als sich die Tinte langsam verflüssigte wischte er den blauen Tropfen mit dem Ärmel seines beigen Hemdes von ihrer Wange.
Er lächelte und zeigte Silvana den blaugefärbten Stoff.


>> Dieser Fleck stand euch gut.. aber so seid ihr noch hübscher anzusehen..
Sprach er und suchte wieder ihren Blick.
Er schien in ihren dunklen Augen zu versinken und langsam legte sich seine Hand auf ihren Oberschenkel.
War jetzt der Zeitpunkt gekommen? Sollte er sie an sich ziehen? Ihren Mund mit seinen Lippen versiegeln? Silvana schien nicht abgeneigt. Dieser Blick sagte soviel und dennoch war da tief in ihrem Inneren dieser Rest von Misstrauen.
Hatte er dieses Misstrauen nicht vielleicht auch verdient?
"Etienne, du denkst zuviel" strafte er sich selbst in Gedanken und sog tief ihren Duft ein.


>> Hier habt Recht, Schönste.. man fühlt, was man fühlt, und es bedarf keiner Worte, es zu beschreiben..
Etiennes Kopf beugte sich Silvana noch ein Stück entgegen und vorsichtig suchten seine weichen Lippen ihren Mund.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 25. Mär 2005, 21:17
?Ihr entscheidet Euch also spontan.? Silvana kopierte seine Bewegung und griff nach einer seiner Flechten. Ihre Gedanken versickerten irgendwo zwischen der Perle in ihrer Hand und der Bewegung seiner Rechten, die in den Tee eintauchte. Was hatte er vor? Ihr Kopf war seltsam leer, und um ein Haar wäre sie zusammengezuckt, als er mit dem Daumen über ihre Wange wischte. Ihre Hand krampfte sich um seinen Zopf, und sie meinte ihr Herz vor Aufregung laut pochen zu hören.

Wie eine Jungfrau kam sie sich vor, und nicht wie eine abgebrühte Kriegerin, die sowohl Himmel als auch Hölle gesehen hatte. Das war der Moment, in dem ihre Stimme versagte. Nicht ein Wispern hätte sie ihrer Kehle abzuringen vermocht.

Allein wie er sie ansah. Unfähig sich loszureißen tauchte auch sie in seine hellgrauen Augen hinab ? bis sie meinte einen düsteren Schimmer hinter seiner Pupille zu erhaschen, ehe die Welt um sie herum in einem verschwommenen Nebel versank.

Aufrecht stand sie vor ihm, der auf dem Strohballen saß, und sah auf ihn hinab. Sein Gedanke war auch der ihre. Als hätten sie einander ein Zeichen gegeben, hob sie mit dem Zeigefinger sanft sein Kinn an und beugte sich zu ihm hinab.

Voller Sehnsucht empfing sie seine Berührung. Ein wohliges Prickeln jagte durch ihren gesamten Körper, und sie erzitterte. Mühsam unterdrückte sie die ausgehungerte Begierde, die sie zu übermannen drohte ? sie wollte ihn keineswegs durch die Heftigkeit ihrer Empfindungen erschrecken. Wenn er so sensibel war, wie sie vermutete, spürte er ihre ungezähmte Natur ohnehin deutlich genug.

Zärtlich strich ihre Rechte seine Kinnpartie entlang bis zu seinem Haar und krallte sich darin fest. Verlangen glühte in ihren Augen auf, ehe sie die Lider schloss und sich ganz diesem ersten Kuss hingab als wäre er der Letzte für den Rest ihres Lebens. Etiennes Lippen waren weich und sanft, und sie wagte es nicht mehr zu fordern ? wagte nicht die ungezügelte Leidenschaft aus ihrem Gefängnis zu entlassen. Die Berührung schien so zerbrechlich, und sie löste sich widerwillig für einen Moment von ihm. Eine Fingerbreit blieben ihre Lippen über den seinen hängen..

?Etienne?, hauchte sie und ließ den Namen auf ihrer Zunge schmelzen wie Honig. Bedeutsam hob sie die Augenlider und suchte seinen Blick. ?Glaubt mir, wenn ich Euch sage, dass Eure Vergangenheit für mich ohne Bedeutung ist.?

Ihr Wispern ging beinahe in ihrem erregten Atem unter. Zärtlich zeichnete ihre Zunge die Konturen seines Mundes nach, ehe sich ihre Lippen auf die seinen pressten und sich sanft öffneten. Sein Duft betörte sie, eine Mischung aus Männlichkeit und Kräutern ? fast wie das Heu zu ihren Füßen. Ihre Linke wanderte zu seinen Fingern hinab, die immer noch auf ihrem Oberschenkel lagen. Behutsam schob sich ihre Handfläche unter seine, und allein die zarte Berührung ihrer Fingerspitzen ließ ihren ganzen Arm in Flammen aufgehen.

Ihr schwindelte, und ihre Finger verschränkten sich fest in seine, als müsse sie sich festhalten um nicht in sich zusammen zu sacken.
Autor: Talya Datum/Zeit: Sa., 26. Mär 2005, 13:09
Etienne genoß die Berührung ihrer Lippen. Er hatte die Augen geschlossen um sich ganz auf diese Empfindung zu konzentrieren.
In der Schmiede schien es aufeinmal so still. Nur sein Herz hörte er pochen und einen Augenblick lang wünschte er sich nichts sehnlicher, als das auch Silvanas es hörte, spürte, mit seinem Herzschlag im Einklang war.

Als sie sich von ihm löste und ihm in die Augen sah, lächelte er nur. Er erwiderte nichts auf ihre Beteuerungen. Sie zählten im Moment nicht. Egal, was auch immer sie jetzt gesagt hätte, er hätte es hingenommen. Er hätte in ihre wundervollen Augen gesehen und einfach nur gelächelt.

Schnell gab er sich Silvanas zweitem Kuss hin. Er spürte ihr ungezähmtes Verlangen, als ihre Hand sich in seinen Haaren vergrub und konnte nicht abstreiten, dass er selbst ebenso empfand. Schon längst schien sich sämtliches Blut seines Körpers auf eine einzige Stelle hinzubewegen.

Etiennes freie Hand wanderte Silvanas Körper hinauf. Strich über ihren Schenkel, ihren Po und blieb dann an der Hüfte hängen.
Mit leichtem Druck zog er sie zu sich herunter. Seine Lippen lösten sich von den ihrigen nicht für einen einzigen Augenblick und zart spürte er ihre Zunge.
Es überwältigte Etienne geradezu. Vorsichtig begann er, mit seiner Zunge Silvanas zu umspielen, zu liebkosen und zu necken. Gleichzeitig rückte er der Schmiedin körperlich immer näher. Sie saß nun neben ihm auf dem Strohballen und er hielt die eine Hand noch immer fest umschlossen, während die andere sie am Rücken festhielt, damit die hübsche Amazone nicht nach hinten umkippte.

Etiennes Hände waren feingliedrig und dennoch stark. Aber er merkte schnell, dass die Stärke der Schmiedin ihm in nichts nachstand. Fest hielt sie seine Hand umschlungen, wie er die ihrige.

Irgendwann lösten sich Etiennes Lippen von Silvanas. Er keuchte, mußte nach Luft schnappen. Die Dunkelhaarige raubte ihm geradezu den Atem. Wieder sah er in ihre Augen und ihn überkam eine seltsame Angst.
Angst, dass er diese Frau verletzen könnte, die ihm zuvor so bereitwillig ihr Herz geöffnet hatte. Angst, dass er sich zu schnell den körperlichen Gelüsten hingab und eigentlich gar nicht wußte, was er dort tat.


>> Ihr.. ich..
Der Sänger fand nicht die richtigen Worte. Ja, er wußte gar nicht, was er tatsächlich sagen wollte!
Also beendete er sein Stottern, zog sie wieder näher zu sich heran und bewegte die beiden ineinanderverschränkten Hände hin zu seinem muskölsem Brustkorb, welcher sich heftigst auf und ab bewegte und in dem sein Herz wild Purzelbäume zu schlagen schien.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 26. Mär 2005, 15:01
Ihr Atem ging so schnell wie seiner, als sie sich voneinander lösten. Seltsam verdreht kauerten sie dicht nebeneinander auf dem Strohballen, um überhaupt zu zweit darauf Platz zu finden.

Ihr ebenmäßiges Antlitz nahm einen schelmischen Ausdruck an. ?Bevorzugt Ihr sanfte oder stürmische Frauen??

Der flammende Blick ihrer Augen ließ die dunkelblaue Iris flackern. Etienne sah ein wenig erschrocken aus, und für einen Moment fürchtete sie, ihn zu drängen. Aber das stimmte nicht, sie hatte sich extra zurückgenommen.

Nachdenklich musterte sie ihn. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal so rücksichtsvoll gewesen war. Widerstandslos ließ sie sich von ihm mit der Rechten umfangen, bis sie sich so nah waren, dass nur noch ihrer beider Hände zwischen ihren Körpern Platz fanden.

Sanft drehte sie die ineinander verschränkten Hände so, dass ihr Handrücken an der Stelle lag, an der sein Herz schlug. Wie heftig es pochte. Genau wie ihres. Ebenso sanft schob sie seine Hand zwischen ihre wohlgeformten Brüste, um ihn spüren zu lassen wie heftig auch ihres schlug.

?Was macht Euch Sorgen??, fragte sie leise und zog die Unterlippe zwischen die Zähne, wie ein Kind, das sich auf seine Arbeit konzentrierte.

Mit dem Zeigefinger der freien Hand zog sie zärtlich die Konturen seiner Lippen nach, zeichnete dann eine imaginäre Linie das sanft geschwungene Kinn hinab und glitt über den Hals und die Wangenknochen wieder hoch bis zu einer Schläfe. Dort fasste sie einen der Zöpfe und ließ ihn leicht durch ihre Hand gleiten.

Als sich ihre Augen wieder mit den seinen trafen, war sie unschlüssig, ob sie etwas sagen sollte. ?Was fürchtet Ihr mehr - das Jetzt oder das Danach??
Autor: Talya Datum/Zeit: Sa., 26. Mär 2005, 18:26
Der Braunhaarige sprach immer äußerst leise, doch wiedereinmal war seine Stimme diesmal nicht mehr als ein Flüstern.
Er hielt seine Hand lange auf Silvanas Herz und spürte ihren Herzschlag, überlegte, wie er auf ihre gestellten Fragen reagieren sollte. Was fürchtete er mehr...?


>> Habe ich euch nicht gesagt, dass ich immer das Richtige tue? Was sollte ich da überhaupt fürchten?
Lächelte er und nahm die Hand von Silvanas Oberkörper. Zärtlich fuhr er durch ihr blauschwarzes Haar, begutachtete die hübsche Schmiedin noch einmal von oben bis unten.

Plötzlich schob er Silvana mit der linken Hand - die immer noch auf ihrem Rücken ruhte - wieder näher an sich.
Wieder waren seine Lippen ganz nah vor ihrem Gesicht. Doch diesmal suchte er nicht die Süße Silvanas Lippen, sondern küßte sie vorsichtig unterhalb des Ohres. Langsam ließ er seine Zunge bis hin zu ihrem Ohrläppchen gleiten, wo er zaghaft zubiß.


>> Das einzige was mir Sorgen bereitet ist, dass ihr es bereuen könntet..
Eröffnete er ihr ehrlich und leicht keuchend.
Und das war es tatsächlich. Etienne hatte keinerlei Ahnung, was sein wohlgeformtes Gegenüber erwartete. Er wußte nur, dass er ein schreckliches Verlangen nach ihr verspürte.

Plötzlich ließ er von ihr ab und stand auf. Seine dunkelumrandeten Augen musterten sie voller Begierde und der Widerwillen, einige Sekunden lang auf ihre Berührungen verzichten zu müssen stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Dann kniete er sich vor sie, packte sie an der Hüfte und zog die Amazone auf sich, während er es sich gleichzeitig auf dem Boden bequem machte.
Während der wilden Küsse war bereits die Schnürung seines Hemdes offengegangen und man konnte die ersten Blicke auf seine durchtrainierte unbehaarte Brust werfen.

Etiennes Lächeln war in gewisserweise schelmisch, gleichzeitig aber voller Ehrlichkeit. Er machte sich keinerlei Sorgen, dass einer von Silvanas Angestellten sie in diesem freizugänglichen Bereich vielleicht erwischen konnte. Dazu war er vielzu erregt und begierig.
Feste hielt er Silvanas Hüften. Gleichermaßen sanft und dennoch voll Entschlossenheit.
Abermals sah er in ihre Augen und sprach


>> Ich will nicht, dass ihr bereut.. oder etwas tut, das euer Herz nicht will...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 26. Mär 2005, 20:11
Das Haar rutschte von ihren Schultern auf den Rücken, als sie den Kopf in den Nacken warf und auflachte. ?Verzeiht, aber ich hätte nicht vermutet, dass Ihr Euch um mich Sorgen macht.?

Ihre Finger kneteten sanft seine Schultern, an denen sie sich abgestützt hatte, als Etienne sie zu sich hinab gezogen hatte. Neugierig sah sie auf ihn hinab - da sie auf seinen muskulösen Oberschenkeln saß, war sie wieder ein Stück höher als er.

Einer ihrer Finger legte sich sanft auf seine Lippen und hinderte ihn daran weiter zu sprechen. ?Nein, sagt nichts mehr. Wer weiß schon, was die nächsten Minuten, die nächsten Stunden, der morgige Tag bringen. Ich würde höchstens bereuen, was ich nicht täte?, raunte sie und ließ den Blick über seinen Oberkörper schweifen. Ihr gefiel außerordentlich gut, was sie sah.

Behutsam glitten ihre Hände seine Schultern hinab, bis ihre Fingerspitzen erstmals nackte Haut berührten. Mit einem leisen Seufzen strich sie zärtlich seine kräftige Brust hinab bis unter den Stoff. Schwer stützten die Arme ihren Oberkörper ab, als sie sich nach vorne lehnte und ihm einen sanften Kuss auf die Lippen hauchte.

Ihre Wangen berührten sich, als sie sich wegdrehte, das Gesicht in sein Haar vergrub und den Kopf auf seine Schulter sinken ließ.

?Ihr könntet mich niemals so verletzen, wie ich erst vor kurzem verwundet wurde. Im Gegenteil ist Euer Hiersein Balsam für mich und lässt vergessen, was mich über kurz oder lang zerstört hätte. Fürchtet nicht, dass ich etwas einfordern könnte, was Ihr nicht zu erfüllen vermögt. Die Zeit wird vieles weisen?, wisperte sie und ließ sich schwer gegen ihn sinken.

Ihre Arme glitten von seiner Brust zu seinem Rücken hin ab und umschlangen unter dem Stoff seines Hemdes seinen glatten Oberkörper. Ihr Herz lag plötzlich an seinem, und sie spürte den Takt ? ein gleichmäßiges Pochen und doch viel zu schnell. Sie hätte Etienne ewig so halten mögen, und wenn es ihm genug gewesen wäre, hätte sie es sogar akzeptiert.

Seine unmittelbare Nähe ließ ihren Körper brennen, und doch erzitterte sie unter der Berührung seiner Hände, die immer noch an ihrer Hüfte lagen, als habe sie Schüttelfrost. Unmerklich hob sie den Kopf und küsste seinen Hals bis hoch zu seinem Ohr.

?Was für dich richtig ist, kann für mich nicht falsch sein?, flüsterte sie, während das Verlangen nach ihm unerträglich wurde.
Autor: Talya Datum/Zeit: So., 27. Mär 2005, 13:51
Silvanas Worte schienen für Etienne fast soetwas wie ein Startschuß gewesen zu sein. Er ließ sein Zögern vollkommen zurück und packte Silvana noch fester, noch verlangender.
Langsam schob er ihr Leinenhemd nach oben, rutschte mit den Händen unter den Stoff und stricht sanft über ihren Rücken. Immer höher glitten seine Hände und das Hemd mit ihnen. Als seine großen Hände an Silvanas Schultern angekommen waren, stülpte er ihre Oberkleidung schnell über den Kopf und warf das Hemd neben sich.

Sofort vergrub sich sein Kopf zwischen Hals und Schulter und liebkoste Silvana zart, während seine Hände weiterhin über ihre Taille streichelten.
Schon jetzt ging Etiennes Atem schwer und wenig später tauchte er von Silvana auf, wie ein Ertrinkender, der nach Luft schnappen mußte.
Er sah Silvana in die Augen, lächelte und zog dann gleichsam sein Hemd über den Kopf aus.

Ein durchtrainierter Oberkörper wurde freigelegt. Tiefe Muskelrillen zeichneten Etiennes Brust und Bauch, während sein gesamter Oberkörper von Narben oder ähnlichen Kampfesspuren unversehrt geblieben zu schien.
Der Braunhaarige küsste Silvana erst vorsichtig, dann immer stürmischer. Er schnappte mit seinen Lippen, nach ihrer Unterlippe, zerrte vorsichtig an ihr und ließ sie dann wieder frei.

Sein küssender Mund wanderte wieder ihren Hals hinab und dann hinauf zu ihrem Ohr. Wieder raunte er kaum hörbar.


>> Wisst ihr eigentlich, wie begehrbar ihr seid? Seit Tagen konnte ich an nichts anderes denken, als an euch..
Etiennes Hände strichen sanft über Silvanas Kurven, die er sich tatsächlich bereits seit Tagen unter der schnöden Kleidung der Schmiedin ausgemalt hatte und die in ihrer Schönheit seine Vorstellung noch um weites zu übertreffen schienen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 27. Mär 2005, 15:50
Die Wahrscheinlichkeit überrascht zu werden war gering. Der Stall lag abgelegen genug, dass selbst die Arbeiter nicht zufällig hereinstolperten. Silvana machte sich daher keinerlei Gedanken, als ihr Etienne das Hemd abstreifte und sich selbst entkleidete.

Begierig betrachtete sie seine nackte Haut. ?Wie makellos Ihr seid?, flüsterte sie und zog mit den Fingern die Muskelrillen nach. Sie vermied es, es als schön zu bezeichnen, da sie unsicher war ob sie es nicht bevorzugt hätte, wenn er ein paar Narben gehabt hätte. So wie sie.

Zahlreiche hell gezackte Streifen überzogen ihre muskulösen Arme und Schultern. Die lange Zeit in der Zivilisation hatte ihre bronzene Haut heller werden lassen, so dass die matt glänzenden Narben weniger stark zur Geltung kamen. Ganz im Gegensatz zu jenem Wulst zwischen ihren Brüsten und jenem auf dem linken Schulterblatt, wo Kains Sense sie durchbohrt hatte. Genau genommen war sie bereits ein Mal gestorben.

Etiennes Liebkosungen gingen ihr tief unter die Haut, machten sie genauso rasend wie das Spiel seiner Lippen. Sie keuchte und presste ihren nackten Oberkörper an seine Brust. Fest gruben sich ihre kräftigen Finger in die Muskeln auf seinem Rücken. Mit der Zungenspitze zog sie die Linie seiner Schulter nach, kostete leidenschaftlich den Geschmack seiner Haut und biss ihn erst sanft und dann etwas fester in die Halsbeuge.

?Und Ihr habt mir meine Nächte geraubt und selbst den Tag zur sehnsüchtigen Qual werden lassen?, antwortete sie ihm.

Ihre Hände erkundeten jedes Stückchen Haut bis sie wie von selbst den Weg an seinen Gürtel fanden und voller Ungeduld daran zu zerren begannen. Wieder küsste sie ihn, diesmal ungezügelt und voller heißem Verlangen und mit jener heißblütigen Urkraft, welche die Wallonin so stolz und einzigartig machte.

Gierig liebkoste sie seinen Hals bis ihre weichen Lippen an seinem Ohr lagen. ?Liebt mich?, hauchte ihre dunkle Stimme, ?liebt mich wie Ihr noch nie ein Frau geliebt habt, mit all der wilden Kraft, die in Eurem begehrenswerten Körper liegt.?
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 28. Mär 2005, 01:23
Ein leichtes Schmunzeln kam über Etiennes Lippen, als er Silvanas Wunsch hörte. Er mochte Frauen, die wußten, was sie wollen - und wie hätte er ihr etwas abschlagen können? Zu groß war sein eigenes Verlangen, zu erregt war er mit jeder Faser seines Körpers.

Etiennes Hände umfassten erneut Silvanas Hände und mit einer spielerischen Leichtigkeit hob er die Schmiedin von sich, bettete sie so sanft es ging auf dem kargen Stallboden. Dann stand er auf und vollendete Silvanas Werk. Mit wenigen Handgriffen hatte sich der Hochgewachsene sämtlicher Kleidung entledigt und beugte sich nun über den Körper der Wallonin.

Schon jetzt schien sie sich unter ihm zu winden, wie eine Schlange im Dickicht. Etienne lächelte und liebkoste Silvanas Körper rund um den Bauchnabel. Dann wanderten seine Hände nun zu ihrer Hose und obwohl Etienne einen Augenblick lang darüber nachdachte, dass es schon seine Vorteile hatte, dass die meisten Frauen sich für Röcke und Kleider entschieden, waren seine Finger so flink, dass auch Silvanas Kleidung wenig später auf einem kleinen Haufen neben den nackten Körper.

Silvanas Körper kam Etienne unglaublich heiß vor. So heiß, dass er meinte, seine Haut würde mit der ihrigen verschmelzen, in der Hitze verglühen. Einen Augenblick lang beschäftigte sich der Braunhaarige noch mit der Schönheit Silvanas Körpers. Küßte und streichelte sie, fuhr zärtlich über die großen Narben, die auf ihn so fremd, aber dennoch nicht befremdlich wirkten.
Seine Zöpfe kitzelten über Silvanas Haut und erst, als Etienne selbst es nicht mehr abwarten konnte, beugte er sich ganz über die Amazone und vereinigte sich mit ihr.

Etienne hatte seinen ganz eigenen Rhythmus. Seine Hüften bewegten sich mal heftig und schnell, dann wieder langsam und sanft.
Er schlang die Arme um Silvana und drehte sich fordernd so, dass auch die hübsche Wallonin jeglichen Spielraum hatte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 28. Mär 2005, 11:40
Zuletzt hatte sie sich in ihrer Jugendzeit von jemandem führen lassen. Etienne war der erste Mann, dem sie gestattete, den Takt vorzugeben. Silvana konnte das warum selbst nicht erklären. Es war ein völlig neues und aufregendes Gefühl, jemanden auf sich zu spüren ? den schweren Körper auf ihrem zu dulden und sich ihm völlig hinzugeben.

Ihre Hände strichen über sein Haar den kräftigen Rücken hinab und pressten ihn mit einer Heftigkeit an sich, dass es ihr unter dem Gewicht seines Körpers den Atem raubte. In wilder Sehnsucht  wand sich ihm ihr Unterleib entgegen, als er zu ihr kam, und die Welt um sie herum verschwamm in einem undurchdringlichen Nebel, in dem Gedanken keinen Platz mehr hatten.

Sie erbebte in Ekstase unter seinen kräftigen Bewegungen und wünschte sich, dass es niemals enden solle. Ihr gesamter Leib stand in Flammen und schien innerlich zu verbrennen. Sie stöhnte unter der furchtbaren Glut und schrie schließlich auf, als eine heftige Welle ihren Körper erschütterte. Kraftvoll bäumte sie sich auf und drückte den Rücken durch, dass sie fast den Boden unter sich verlor.

Die Luft blieb ihr weg und sie spürte nur noch, wie sie Etienne die Finger so heftig ins Fleisch krallte, dass sie für einen Augenblick fürchtete, ihn zu verletzen. Dann war sie bereits wieder in den Taumel aus wilder Leidenschaft versunken, der sie bis hoch in den Himmel hob. Ihre Beine umschlangen seinen Unterleib und sie fing an sich im Gleichklang mit ihm zu bewegen.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 28. Mär 2005, 23:36
Eine Woge der Wonne durchfuhr Etienne, als er Silvanas aufstöhnen hörte. Er bergrub seinen Kopf tief in ihr tiefblaues Haar und ließ sich einen Augenblick von ihren extasischen Bewegungen treiben, bevor er wieder den Rhythmus vorgab.

Etienne konnte man durchaus als ausdauernd bezeichnen, dennoch zauberte die Amazone ihm schnell einige Schweißperlen auf den durchtrainierten Körper. Er begann schwer zu atmen und sein Keuchen hörte nur auf, wenn er der Wallonin zärtlich in Hals oder Schulter biss, oder aber mit Zunge und Lippen ihren Oberkörper erkundete.

Dann, als er zum wiederholten Male mit seiner linken Hand Silvanas Haar durchwühlte, während die rechte seinen Körper leicht abstützte und dabei immer wieder Silvanas Rundungen berührte, konnte der Sänger nicht mehr an sich halten.
Ein unterdrücktes Stöhnen untermalte den Höhepunkt seiner Leidenschaft und während sein Geist von einer unglaublichen Glückseeligkeit durchflutet wurde, verkrampften sich seine so weichen Gesichtszüge und schlußendlich sackte der kräftige Körper des Menschen auf den ebenso muskolösen Körper der Amazone.

Etiennes Atem ging schwer und er benötigte einige Sekunden, bevor er sich von der Wallonin abrollen konnte um sie von dem Gewicht seines Körpers zu erlösen.
Nur wiederwillig schienen sich seine Augen zu öffnen, waren dann jedoch gleich wieder hellwach und inspizierten Silvanas nackten Körper. Er war zuvor der Leidenschaft zu schnell gefolgt, wollte ihre Haut spüren, so dass ihm erst jetzt die gänzliche Schönheit ihres Leibes klar wurde.
Die Narben, die sie zierten, waren für ihn tatsächlich mehr eine Zierde, als Entstellung. Sie machten die Wallonin interessant, verwegen, aufregend..

Ein Lächeln der Zufriedenheit legte sich auf Etiennes Lippen, als er mit seinem Zeigenfinger den Weg von ihrem Hals hinab zu ihrem Nabel nachzeichnete.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 29. Mär 2005, 15:04
Etienne trieb sie von einem Gipfel zum nächsten. So durchtrainiert sie auch war, trat ihr der Schweiß aus den Poren und sie war nahe daran sich die Zunge abzubeißen bei dem krampfhaften Versuch, auf dem letzten überwältigenden Höhepunkt nicht laut herauszuschreien und die gesamte Schmiede zu alarmieren.

Kraftlos sank sie zurück, als Etienne auf sie niedersank. Ihr Atem ging schnell und stoßweise und sie schnappte nach Luft, ehe sich der schwere Körper zur Seite rollte. Langsam hob sie die Lider und starrte zur Decke hoch - den Kopf völlig leergefegt. Reglos verfolgte Silvana die zarte Berührung, die ihren Oberkörper entlang strich. Schwungvoll rollte sie sich zu Etienne herum, stützte den Kopf auf den Arm und sah ihn an.

Ihre dunkelblauen Augen musterten erst sein Gesicht und glitten dann seinen Körper hinab. An einer bestimmten Stelle blieben sie eine Weile hängen, ehe sie den Blick wieder hob.

"Es ist nichts zu erkennen", bemerkte sie und ein interessierter Unterton schwang in ihrer Stimme mit. "Du siehst genauso aus andere Männer, oder irre ich mich da?"

Mit dem Zeigefinger der freien Hand zeichnete sie die Muskeln seines Oberarms nach. "Ich würde zu gern wissen, was du jetzt denkst", murmelte sie und ein spitzbübisches Lächeln schlich sich in ihre Augenwinkel.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 29. Mär 2005, 15:23
Mit einem seltsamen, fast kindlichen Lachen wandte Etienne sich von Silvana ab und ließ sich - den Blick gen Decke gerichtet - auf den Boden zurücksinken.

>> Man hat es nicht unbedingt bei einem Metzger machen lassen! Eine kleine Narbe.. nicht länger als dein Daumen..

Er drehte den Kopf wieder zu ihr und zwinkerte ihr zu.
Fast unbemerkt war er erst jetzt, nach dieser Anstrengung zum persönlicherem "Du" übergewechselt.


>> Ich zeig sie dir ein ander mal..

Dann verschränkte er die Arme hinter dem Kopf und blieb einen Augenblick lang still.
Sein Atem war wieder gleichmäßig geworden und der Braunhaarige fühlte auch, dass sein Herzschlag sich wieder beruhigt hatte.


>> Was ich gerade denke?
Etiennes Mund verzog sich zu einem Schmunzeln.

>> Ich frage mich gerade, ob deine Angestellten uns gehört haben mögen.
Seine Augen funkelten und zeigten, dass es ihm absolut nicht peinlich wäre, wenn es so war.

>> Und ich frage mich.. ob du es wieder tun würdest..
Sein Blick wurde ernster und er sah Silvana tief in die Augen.
Irgendwie schien ein seltsamer Friede in sie eingekehrt zu sein und er genoß den Anblick.

Bevor die Wallonin jedoch antworten konnte, griff er über sie hinüber und fischte aus dem Kleiderberg sein beigefarbenes Hemd.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 29. Mär 2005, 16:16
?Ein ander Mal, soso.? Silvana schob eine Augenbraue hoch und musterte Etienne nachdenklich. War das so dahin gesagt oder meinte er das wirklich? Menschen sagten viel wenn der Tag lang und das Gesprächsthema dünn war.

Eine Weile war sie still und sie lauschte auf das Scharren der Hufe. Thalna schnaubte und polterte kurz gegen die Holzbretter, dann war es wieder ruhig. Silvana war fast sicher, dass Mel da Thuk, ihr neuer Arbeiter, es irgendwie schaffen würde, seine Nase in ihre Angelegenheiten zu stecken. Sie wunderte sich direkt, dass er nicht längst in der Tür aufgetaucht war.

Sie zuckte nur die Achseln und folgte Etienne mit den Augen, als er nach seinen Sachen griff. ?Meine Arbeiter sind loyal genug, sich nicht in fremde Angelegenheiten zu mischen. Etwas anderes würde ich ihnen auch nicht geraten haben?, lachte sie und tat es Etienne nach, schlüpfte in ihre Kleidung und stülpte sich die Stiefel über.

Entspannt und eins mit sich selbst lehnte sie sich gegen den Strohballen und betrachtete Etienne weiterhin mit ihren wachen, funkelnden Augen. Ein wenig nachdenklich legte sie den Kopf schief. Sie konnte überhaupt nicht einschätzen, was nun folgen würde. Ihre Erfahrung mit Männern beschränkte sich auf Kain ? und der war so völlig anders als Etienne.

?Ob ich es wieder tun würde - was für eine Frage?, lachte sie und ihre weißen Zähne blitzten zwischen ihren vollen Lippen auf. ?Du magst Erfahrung mit Frauen haben, aber mit Amazonen hast du keine, das merkt man?, zwinkerte sie. Ihr schönes Antlitz schien in ihrem Seelenfrieden zu erstrahlen, und selbst auf ihre Feinde musste sie in diesem Augenblick wie ein harmloser Engel wirken.

?Glaub mir, ich würde alles in meinem Leben wieder tun, selbst in den Tod würde ich ein zweites Mal freiwillig gehen.? Sie war eine Spur ernster geworden und schob die Unterlippe vor, als müsse sie sich über etwas klar werden.

Schwungvoll stieß sie sich von dem Strohballen ab, trat auf Etienne zu und blieb knapp vor ihm stehen. ?Ich weiß was du meinst, aber ich weiß nicht, wie du darüber denkst, und es liegt mir fern dich in irgendeiner Weise an etwas zu binden, und sei es nur ein Gedanke, der einen Tag um Tag beschäftigt.?

Sie überlegte, ob sie ihn berühren sollte, denn plötzlich hatte sie das Gefühl, eine zerbrechliche Glasscheibe stünde zwischen ihnen, die bei einem falschen Wort, einer falschen Geste in tausend Scherben zerspringen und blutende Wunden zurücklassen würde.

Zaghaft streckte sie die Hand aus und legte ihm die Handfläche an die Stelle, an der sich sein Herz befand. Eine wallonische Geste der Freundschaft, aber sie war unsicher, ob er verstand, was sie damit meinte.

?Ja?, flüsterte sie, ?wenn du es denn wirklich wissen willst. Ja, ich würde es wieder tun. Jederzeit.?
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 29. Mär 2005, 17:41
Ein leichtes Lächeln huschte über Etiennes Lippen..

>> Nein, Erfahrungen mit Amazonen habe ich tatsächlich keine..
was dafür spricht, dass du das nächste Mal führst.

Das Lächeln wurde zu einem frechen Grinsen und schnell hatte Etienne sich seine Sachen übergezogen.
Er betrachtete Silvana noch genüßlich eine Weile, bevor er sich hinab beugte um seine Stiefel zu binden.

Wie beiläufig sprach er weiter.


>> Dann geht es dir wie mir.. Wenn du noch nichts bereut hast in deinem Leben, alles wieder so tun würdest - dann tust du auch immer das Richtige.

Der braune Schopf erhob sich wieder und die graublauen Augen suchten nach den tiefblauen Silvanas.
Einen Augenblick kreuzte sich ihr Blick und dann spürte Etienne die warme Hand der Wallonin auf seiner Brust.
Er lächelte leicht, nahm die Hand von seinem Herzen und hauchte einen Kuss auf den Handrücken.


>> Ich hoffe ihr vergeßt es nicht und wir sehen uns bald wieder..
Etienne wußte selbst nicht, warum er auf einmal wieder auf das "ihr" zurückgriff. Wahrscheinlich, weil er sonst jetzt nicht hätte gehen können. Kaum hatte Silvana sich wieder bekleidet, drehten sich seine Gedanken nur noch um ihren Körper. Die Rundungen, die so geschickt kaschiert wurden, die Sinnlichkeit ihrer Lippen...

Er brauchte diese Floskel des Abstandes. Zumindest jetzt.. jetzt, wo er gehen mußte..


>> Ich.. ich muß.. zurück. In den "Einäugigen".
Plötzlich wieder diese Unsicherheit in seinen Augen. Was sollte er ihr sagen? War es ungehörig, wenn er sie bat, ihn im "Einäugigen" aufzusuchen? Wurde er aufdringlich, wenn er sie fragte, ob er wieder in die Schmiede kommen dürfte? Wollte sie vielleicht doch nur dieses eine Mal..

>> Solltet ihr alsbald Gesellschaft suchen.. ich.. ihr wißt, wo ich zu finden bin..
Raunte er mit seiner leisen, hohen Stimme und ging dann rückwärts in Richtung Tür, ließ Silvana erst aus den Augen, als er sie erreicht hatte und er sich in Richtung Verkaufsraum umdrehte.

Und genau dort stockte sein Atem. Ob er auf Angestellte treffen würde? Was würden sie sagen? Wie würden sie ihn ansehen?
Ungewollt röteten sich die sanften Wangen erneut.

Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 29. Mär 2005, 18:41
?Ich vergesse nie etwas?, erwiderte sie mit fester Stimme und lächelte mild.

Als Etienne die Anrede wieder zu einem förmlichen Ihr werden ließ, wusste Silvana nicht was sie davon halten sollte. Ein verwirrter Ausdruck machte sich auf ihrem Gesicht breit, und sie runzelte leicht die Stirn. Ihre Lippen öffneten sich um ihn zu bitten noch zu bleiben, aber sie behielt die Worte für sich. Sie hatte ihn lange genug von der Arbeit abgehalten und wollte vermeiden, dass er wegen ihr Ärger bekam. Womöglich brachte sie ihn gar in die Verlegenheit ihre Bitte ablehnen zu müssen oder zu wollen.

Reglos sah sie ihm hinterher, doch ehe er sich gänzlich umgewandt hatte, schickte sie ihm ein aufreizendes Lächeln mit auf den Weg.

?Ihr seid jederzeit willkommen in meinem Haus?, versicherte sich ihm und neigte leicht den Kopf zum Abschied.

Erst als Etienne auf den Flur hinausgetreten war, ging sie ihm hinterher. An der Tür zu ihrem Büro blieb sie stehen und wartete, bis er gänzlich aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Richart watschelte mit einem Blumenstrauß an ihr vorbei und bedachte sie mit einem kritischen Blick.

?Schon wieder Blumen??, fragte sie abwesend und starrte immer noch auf die nun leere Stelle, an der Etienne verschwunden war. Zu allem Wohlbehagen stellte sich eine fremdartige Sehnsucht in ihrem Inneren ein, die keineswegs schmerzvoll war, sondern einer wohligen Vorfreude Platz ließ.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 04. Apr 2005, 18:38
Agarwaen

Ihre Kammer war die Größte von allen. Die Dachschräge verlief an einer Seite des Raumes so niedrig, dass sich die hochgewachsene Wallonin bücken musste, wollte sie am Fenster stehen.

"Dieses Haus wurde von Zwergen erbaut", erläuterte sie die seltsame Bauweise und deutete auf einen Sessel. "Setzt Euch doch."

Von einem schlichten Holzregal fischte sie zwei Becher herab sowie einen verschlossenen Krug mit Met. Eine elegante Handbewegung entkorkte den Krug und schenkte großzügig aus. Mit einem zufriedenen Lächeln reichte Silvana Agarwaen den Becher und ließ sich selbst auf dem Bett nieder.

"Unsere Reise in den Manawald liegt noch gar nicht so lang zurück. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in Euch eine verwandte Seele finden könnte. Zwar bin ich nicht ganz so auf das Böse fixiert wie Ihr, aber unser guter Kain sagt mir ja eine gewisse Verschlagenheit nach."

Sie nippte an dem Met und beobachtete Agarwaen über den Becherrand. "Ihr scheint Euch ja exzellent mit ihm zu verstehen. Wie kommt das?"
Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Mo., 04. Apr 2005, 19:14
Mit schnellen Schritten war Agarwaen Silvana in ihre kammer gefolgt und als sie die recht tiefe Decke erkannte mußte sie schmunzeln. Silvana war aber schnell genug ihr zu erklären, dass dieses Haus einst von Zwergen gebaut wurde. Die Erwähnung von Zwergen ließ einen Schauer über ihren Rücken, dieses Pack ..... Doch es erinnerte sie auch an ihre Heimat. Was war bloß mit ihr los, damals hatte sie es kaum erwarten können weg zu gehen und jetzt dachte sie immer wieder an ihre Heimat tief unter der Erde. Schnell schüttelte sie die trüben Gedanken ab und setzte sich auf den ihr angebotenen Sessel.
Als ihr nun der Becher mit dem Met gereicht wurde, konnte Agarwaen nicht anderst und schnupperte daran. Ihr Gesicht verzuog sich etwas, denn der geruch von Met hatte nichts mit Wein gemein.
Sie lauschte Silvanas Worten und prostete ihr zu bevor sie antwortete.
"Ja da habt Ihr wohl recht und ich dachte anfangs Ihr würdet mich hinter dem nächsten Busch erwürgen. Auch mir ist die seltsame Wendung aufgefallen. Warum ich mich nun mit Kain so gut verstehe ist mir noch nicht so ganz klar, denn als ich in seiner Bäckerei anfing löcherte er mich immer mit Fragen, wieso ich nicht in einem Manaturm arbeite oder dort wo man meine Qualifikation besser nutzen kann." Agarwaen zuckte mit den Schultern und trank einen Schluck aus ihren Becher. Etwas bitter aber es schmeckte ihr. Sie hatte nicht gedacht das dieses übelrichtende Etwas wirklich schmecken konnte. Als sie ihre Verwunderung überwunden hatte sprach sie weiter.
"Nun ich konnte ihn darauf keine Antwort geben, wie auch ich war erst seit so kurzer Zeit in Dragonien das ich mich nicht auskannte mit all den anderen Sachen. Ich war schon froh das ich etwas zum arbeiten gefunden hatte. Während dieser Zeit dachte ich das er mich rausschmeißen würde, doch statt dessen verstanden wir uns immer besser.... "
Agarwaen schwieg auf einmal. Warum sollte sie dieser Wallonin alles erzählen wenn sie selbst noch nciht einmal viel über sie wußte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 04. Apr 2005, 19:31
"Seltsame Wendung nennt Ihr es?" Silvana lachte und ließ sich nach hinten gegen die Wand sinken. "Ich muss zugeben, wäre Perfel nicht dabei gewesen, ich hätte Euch hinter dem nächsten Busch erwürgt."

Ein heiteres Schmunzeln lag auf Silvanas Lippen, aber ihr Tonfall verriet, dass sie es durchaus ernst meinte. "Soll ich ehrlich zu Euch sein? Erst dachte ich ernsthaft, es sei Eure Schuld gewesen. Ihr und die düstere Seite in Eurem Wesen. Kain hatte schon immer einen Hang zu Übernatürlichem und der Finsternis. Wir sind uns nur so nahe gekommen, weil wir uns zu Beginn unserer Beziehung ebenso gehasst haben wie am Ende."

Sie zuckte mit den Achseln und nahm einen Schluck Met. "Wäre ich wie Ihr reinen Blutes, hätte mich mein Herz wohl kaum betrogen. Es steckt wenig Mitgefühl und durchaus ein ähnlich dunkles Geheimnis in einer Wallonin wie in Euch. Nur leider wurde ich von Menschenblut verseucht, wie Ihr inzwischen wisst. Einzig der Magie werde ich mich nie verschreiben. Es muss wohl in einem selbst verborgen liegen, um sich dafür begeistern zu können."

Interessiert ließ sie ihren Blick über Agarwaens Körper schweifen. Ihre kraftvolle Gestalt beugte sich der Dunkelelfe entgegen.

"Erzählt mir doch ein wenig von Eurem Volk, von dem ich so gar nichts weiß. Ihr kennt meine Herkunft und wusstet um die Stärke meiner Sippe, aber umgekehrt habe ich nie von Dunkelelfen gehört."

Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Mo., 04. Apr 2005, 20:05
Wieder einmal hatte sie sich nicht in der Wallonin getäuscht. Auch Agarwaen schien es langsam das diese beiden Völker sich nciht ganz unähnlich waren.
"Kain fühlt sich also von der dunkeln Seite angezogen? Welch eigenartiger Punkt..."
Interessirt hörte sie Silvana weiter zu, sollte es auch Dunkelelfen geben die zu einer Hälfte Mensch waren. Agarwaen zog bei dem Gedanken unbewußt eine Augenbraue hoch. Auf sowas würden nur die verweichlichten Verwandten ihrer Art kommen.
Als Agarwaen den interessierten Blick Silvanas, der über ihren Körper streiften, bemerkte konnte sie eine Schauder nicht unterdrücken. Zwar zeigete der zarte Elfenkörper nur wenig von seiner Kraft, doch war er dem der Wallonin trotz allem unterlegen. Als Silvana sich nun vorbeugte, währe Agarwaen um ein Haar aufgesprungen. Sie konnte den Reflex gerade noch damit abtäuschen das sie so tat als währe ihr ihr Becher um ein Haar herunter gefallen.
Ein entschuldigendes Lächeln huschte über das blasse Gesicht der Dunkelelfe. Um sich etwas zu beruhigen trank sie einen kräftigen Schluck aus ihrem Becher.
"Das ihr nicht so viel von den Meine hört, liegt wohl daran das wir Besucher in unseren Städten nicht sehr schätzen. Die Einzigen die unsere Städte betreten sind Gefangene und Sklaven, welche diese  aber nur sehr selten wieder verlassen." Ein mörderisches Funkeln blitze kurz in Agarwaens Augen auf.
"Unsere Städte befinden sich tief unter der Erde. Nur Zwerge schaffen es so tief zu graben und einige unsere Gangsysteme ausfindig zu machen. Aber viele von ihnen fürchten sich vor der Magie die nunmal allgegenwärtig ist. Auch bei uns gibt es Götter doch wie ihr Euch denken könnt nur sehr wenige die für das Gute stehen. Viele der Dunkelelfen beherrschen Magie und die Kampfkust und die Schule die wir durchlaufen ist hart. Nun die meinsten hier oben fragen sich immer wie man so tief in der Erde sehen kann und um ehrlich zu sein weiß ich es auch nicht so genau. Was ich aber weiß ist das ein immerwährendes Zwielich herrscht. nicht wirklich schatten aber auch nicht dunkel. Das ist wohl auch der Grund warum unsere Augen so gut in der Dunkelheit sehen."
forschend blickte Agarwaen in Silvanas Augen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 04. Apr 2005, 21:09
Silvana lächelte versonnen, als ihr Agarwaen von der Art erzählte, wie Dunkelelfen ihre Besucher behandelten. "Nun, eine Wallonensippe hat auch noch nie jemand von der Innenseite des Walls gesehen. Während ihr unter dem Berg lebt, leben wir auf seinem Gipfel. Nur wenige verirren sich dort hin, und niemand ist je zurückgekehrt. Wenn Ihr uns kennt dann nur unserer Raubzüge wegen, nehme ich an."

Agarwaen hatte etwas durchaus Anziehendes an sich, und etwas genauso Erschreckendes. Das Funkeln in ihren Augen war selbst  Silvana nicht geheuer. Welch ungeahnte Kraft lag doch dahinter verborgen. Unheimlich und reizvoll zugleich.

Silvanas Augen verengten sich leicht, und ihre Schultern strafften sich, während sie immer noch vorgebeugt auf dem Bett hockte.

"Ihr könnt im Dunkeln sehen? Welch interessante Zweckmäßigkeit. Und Ihr beherrscht Magie. Euer Körper wirkt um sovieles schwächer und doch strahlt Ihr eine ungeheure Kraft aus." Die Wallonin legte den Kopf schief. "Euch ist das gar nicht bewusst, nicht wahr? Das ist Euer Vorteil. Man sieht Euch Eure Gefährlichkeit nicht an. Mir hingegen ..."

Silvana lehnte sich wieder zurück und trank den Becher leer. "... geht so mancher schon von vorne herein aus dem Weg. Dabei ahnt kaum jemand, welch Gräueltaten diese Hände bereits begangen haben."

Mit einem Zwinkern stellte sie den Becher beiseite und spreizte die schlanken Finger von sich. "Sagt, ist Eure Willenskraft so stark, dass sie der Versuchung wiedersteht, eines Tages denen zugetan zu sein, die Ihr heute noch hasst? Und dachte einst, meine sei es", flüsterte sie.
Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Di., 05. Apr 2005, 17:54
Agarwaen betrachtete die, sich vorbeugende, Wallonin. Ihre Art gefiel ihr, vorallem aber die Kraft und Stärke die sie ausstrahlt und die man auch sah. Sie selbst fühlte sich nicht schlecht aber würde man ihr die Möglichkeit geben den Körper zu tauschen währe sie nicht abgeneigt. In Silvana vereinigte sich viel aus dem man zu Macht gelangen konnte. Schönheit, nicht für jederman aber immernoch genug umn einfluß zu üben. Stärke und das nicht nur körperlich, wie Agarwaen befand. Denn es war immer schwieriger sich selbst etwas einzugestehen und das auch noch vor Anderen, alsstandhaft auf falsche Tatsachen zu klopfen.
So in zuhören und Gedanken, beobachtete sie jede Bewegung die die Wallonin machte.
Gemütlich lehnte sie sich in dem Sessel zurück und trank einen weiteren Schluck. So schnell wie die Wallonin konnte sie das Gebräu nicht trinken.
"Im Dunkeln sehen ist nicht richtig ausgedrückt, denn wenn es wirklich richtig Dunkel ist, also absolut, dann sehen wir auch nicht. Jedoch können wir uns auf unser gutes Gehör verlassen."
Zu dem Rest den Silvana zu ihr gesagt hatte schwieg Agarwaen. Irgendwie wollten ihr nicht die passenden Worte einfallen um etwas zu beschreiben was sie selbst nicht ganz verstand.

Langsam glitt Agarwaen Blick an den gespreitzen Fingern entlang, die Silvana von sich streckte, ehe er wieder zu ihren Augen wanderte.
Die geflüsterten Worte rüttelten etwas wach in ihr. Auch sie hatte sich schon den Kopf über solche Sachen zerbrochen war aber nur zu dem Ergebnis gekommen das sie es nicht wußte.
Langsam zog sie die Schultern hoch.
"Ich weiß es auch nicht. Ich kann es nur hoffen und wenn die Zeit da ist wo sich dies entscheiden wird...."
Agarwaen schluckte hart und blickte traurig auf die Wallonin.
"...... wird sich zeigen ob mir dies erspart bleibt. Leider habe ich das Gefühl, dass auch ich ihm nicht wirklich wiederstehen kann." sprach Agarwaen leise weiter.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 05. Apr 2005, 18:38
Um ein Haar hätte Silvana aufgelacht. Nun war es heraus. Sie hatte es immer gewusst. Ihr Gefühl hatte sie also nicht betrogen. Was auch ihre maßlose Eifersucht erklärte, die immer noch nicht gänzlich abklingen wollte.

Langsam sanken ihre Hände in den Schoß hinab. Unmerklich verengten sich ihre Augen, und die Gesichtszüge verhärteten sich, wenn auch nur eine Spur und für einen unaufmerksamen Beobachter kaum erkennbar. Ihr Herz pochte um einen Takt schneller, als sie antwortete.

"Schon lange habe die diese Vermutung gehegt, und es ist deutlich zu sehen, dass er alles daran setzt, Euch in seinen Bann zu ziehen. Aber lasst Euch gesagt sein, zuviel Selbstsucht steckt dahinter. Er will Euch beherrschen, wie er mich beherrschen wollte. Vielleicht gelingt ihm bei Euch, was ihm bei mir versagt blieb. Er hat mein Herz gebrochen, aber niemals meinen Willen."

Silvana zog die Beine an und verschränkte sie vor dem Körper. Ihre Hände schlangen sich um ihre Unterschenkel. "Er hat nicht einmal gewartet, bis ..."

Sie zögerte und ließ den Satz unvollendet. Ihr wacher Blick fiel auf Agarwaen, die ein unglückliches Gesicht machte. "Ich wünsche Euch viel Glück, meine Liebe. Ihr könnt es brauchen."

So ruhig sie äußerlich wirkte, innerlich tobte ein Wirbelsturm. Ich hatte also doch Recht. Sie hat ihn mir gestohlen.
Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Di., 05. Apr 2005, 19:35
Sofort fiel Agarwaen der Stimmungswechsel von Silvana auf. Ihre Augen die die Ganze Zeit über der Wallonin ihren Körper gehuscht waren, erspähten die leichte Anspannung die nun in den Körper ihrer liebsten Feindin aufkam. Schnell begannen ihre Gedanken das gesprochene noch einmal zu durchsuchen, um den Grund für diese Anspannung zu endecken. Aber sie fand nichts. Diese blöde menschliche Seite. Hätte es was gebracht nicht der Wahrheit zu entsprechen?
Die Antwort auf das was Silvana sagte fiel ihr schwer, da sie die aufkommende Wut und das nicht verstehen unterdrücken mußte. Auch weil sie diese Wallonin nicht noch mehr weh tuen wollte
"Ich weiß das ihr noch immer nicht über euren Schmerz hinweg gekommen seid, auch wenn ihr den äußerlichen Schein wahrt. So hoffe ich doch inständig das euer Zorn nicht auf mir weilt, wo ich doch die Letzte währe die ein soches Band zu jemanden eingeht. Freundschaft alleine ist mir nur wichtig. Nur sie schützt einen vor einem selbst. Kain selbst ist ein interessanter Mensch und ich freue mich das ich ihn schon zu meinen Freunden zählen kann. Aber gewidchtet ihr das gute verstehen nicht all zu sehr?"
Mit müdem Gesicht sah Agarwaen zu Silvana hinüber, die ihre Bein an ihren Körper gezogen hatte. Irgendwie tat sie ihr leid und doch wußte sie wie schwer es war den eigenen Schmerz zu vergessen.
Ächtzend erhob sich Agarwaen und trat direkt vor Silvanas Bett. Sanft legte sie ihr eine Hand auf die Schulter. Ihre Hände stührten den schnellen Puls der das Blut durch den Körper jagte. Erst jetzt fiel Agarwaen auf wie gut sich diese Wallonin unter Kontrolle hatte.
"Lass mich einfach nur ..."
Agarwaen unterbrach sich und zog schnell die Hand zurück. Es machte sie ganz verrückt das Rauschen den Blutes. Versehens hatte einer ihrer scharfen Nägel eine kleine Schramme auf der Schulter hinterlassen. Agarwaen starre einige Sekunden darauf eh sie sich umwant und wieder auf ihren Sessel fallen ließ. Etwas zu fahrig nahm sie den Becher mit dem Met und trank.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 05. Apr 2005, 20:16
?Ach was, Schmerz!? Silvana warf die Arme hoch und funkelte Agarwaen wütend an. Dabei richtete sich ihr Zorn überhaupt nicht gegen die Dunkelelfe. ?Wie würde es Euch ergehen, wenn Euch jemand hinter Eurem Rücken hintergeht??

Gekränkter Stolz wäre wohl das richtige Wort gewesen. Er hatte sie geschlagen, mit allen Regeln der Kommunikation, die einem Menschen zur Verfügung stand. Dabei hatten sie nie wirklich miteinander geredet, sondern stets aneinander vorbei.

?Ihr sprecht von Bande. Ach, wie ähnlich sind wir uns und doch so verschieden. Bande wollte auch ich nie eingehen, also nehmt Euch in Acht vor Euch selbst und nicht vor mir.?

Misstrauisch verfolgte sie die Bewegungen der Dunkelelfe. Die Wallonin straffte die Schultern und hob das Kinn, während ihr Blick an Agarwaen Gestalt hängen blieb, je näher diese kam. ?Und spart Euch Euer Mitleid?, zischte sie wie eine gereizte Schlange.

Agarwaens Hand schien leicht zu zittern, als sie die Finger zurückriss. Der kurze scharfe Schmerz war alles, was Silvana auf den Kratzer aufmerksam werden ließ. Ein finsteres Glimmen trat in ihre Augen, als ihr Zeigefinger über der Wunde einen Tropfen Blut auffing. Hell schimmerte das Rot auf der Fingerkuppe und suchte sich langsam einen Weg zur Handfläche hinab.

Noch immer bewegte sich die Wallonin nicht, sondern starrte die Dunkelelfe einfach nur wortlos an. ?Habt keine Sorge, es ist vorbei?, sagte sie schließlich. ?Mancher Schmerz vergeht langsam, mancher vergeht nie. Aber es ist vorbei.?

Es war unmöglich, die Gedanken der Rivalin zu erraten. Eine düstere Aura schien von Agarwaen zu der Kriegerin herüberzuwehen. Der fahrige Blick, die verkrampfte Haltung ? etwas stimmte mit ihr nicht. Und es war nicht die Erschöpfung allein.

Silvana schwang die Beine vom Bett und rutschte bis zur Bettkante vor. Die Lippen einen Hauch geöffnet, beugte sie sich abermals vor. Ansatzlos zuckte ihr linker Arm vor, packte Agarwaen am Handgelenk und drehte ihr den Arm herum, bis die Handfläche nach oben zeigte. Ohne die Dunkelelfe aus den Augen zu lassen, strich Silvanas blutige Hand noch einmal über die Wunde und ließ schließlich vom Zeigefinger einen Blutstropfen auf Agarwaens Handfläche fallen.

?Das ist es doch, was Ihr in Wahrheit begehrt, nicht wahr??, flüsterte die Wallonin mit flackerndem Blick.
Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Di., 05. Apr 2005, 22:11
In dem Moment da Silvana ihr Handgelenk packte und sie fast mit dem gesammten Sessel umriss, war es mit Agarwaens Selbstbeherschung fast geschehen. Die Müdigkeit, die sich schon seit Stunden zu ihrem Recht meldete, fiel kurz von ihr ab. Der flackernde Blick mit den Silvana sie musterte, warte sie und ohne es zu wollen zog sie ihre hand mit einem kräftigen Ruck aus dem Griff Silvanas.
Ihre Rivalin war aber schneller gewesen und hatte einen einzigen Tropfen Blut auf ihre Handfläche fallen lassen bevor sie ihre Hand frei bekam.
?Das ist es doch, was Ihr in Wahrheit begehrt, nicht wahr?? die Worte hallten in ihren Kopf wieder.
Noch wenige Sekunden stand sie gespannt wie ein Raubtier mit, vor Wut und Mordlust, blitzenden Augen vor Silvana. Dann entspannte sich ihr ganzer Körper wieder. Agarwaen blickte auf ihre Handfläche in der der Tropfen von Blut mittlerweile verlaufen war.
In Gedanken rief sie sich zur Ordnung. Nicht jeder der sie packte oder antippte wollte ihr ans Leben. Sie würde sich noch mehr daran gewöhnen müssen, hier in der Stadt.
Silvana betrachtete sie immer noch mit flackernden Blick. Was Agarwaen nicht unterdrücken konnte war der Ärger über diese ganze Situation. Was erwartete diese Frau von ihr. Sollte sie sich die Hand abschlecken und sie dann anspringen oder kreischend davon rennen. Rätsel über Rätsel.
Ohne weiter nach zu denken gab sie Silvana eine schallende Ohrfeige.
"Ich hoffe jetzt geht es euch wieder besser meine Liebe. Glaubt ihr wirklich das ich auf Blut aus bin. Ich kann es wo anderst leichter her bekommen, ohne dabei auch nur einen Finger krumm zu machen. Bildet euch nur nicht zu viel darauf ein. Das was mich verwirrte war das Leben in euch das brodelt, heißer und lebendiger als ich es je gefühlt habe." Mit ihrer nicht beschmierten Hand zog sie ein Taschentuch hervor und säuberte die andere. "Es tut mir leid das meine Nägel in euere Haut geschnitten haben, wie man sieht ist eben nicht alles was zum Kampf gut ist auch im Alltag nützlich. Auch einige Instinkte, welche mich zu Blut ziehen, will ich nicht verleugnen, doch habe ich sie unter Kontrolle so wie ihr meistens eure Gefühle." Sie blickte Silvana an und dachte nicht im geringsten wieder daran sich hinzusetzten.
"Hoffentlich überwindet ihr bald das, was euch zu solch sinnlosen Mutmaßungen und Beschuldigungen treibt." Agarwaen schüttelte mit dem Kopf das ihre schwarzen Haare in ihr Gesicht fielen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 06. Apr 2005, 08:52
Silvanas Kopf wurde herumgerissen, als Agarwaens Hand sie traf. Dunkelblaue Strähnen fielen ihr ins Gesicht. Der Schlag brannte, war aber nicht weiter schlimm. Nur langsam drehte die Wallonin ihr Gesicht wieder zu der Dunkelelfe herum, ihre Augen jedoch blitzten auf und ein süffisantes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen.

das Leben,  das in Euch brodelt

"Welch interessante Rasse Ihr doch seid", bemerkte die Kriegerin und zog ihre Hand wieder zurück. "Ihr habt mich wieder einmal missverstanden. Ich sprach nicht von mir selbst, sondern von Blut im Allgemeinen. Das könnt Ihr nicht verleugnen. Es ist leicht, in Eurem Gesicht zu lesen", log sie kalt.

Zwischen den Haarsträhnen schielte sie zu der Dunkelelfe hoch und erhob sich dann zu ihrer vollen Größe. Kühl blickte sie auf die Rivalin hinab. "Was erwartet Ihr von mir? Soll ich Euch erfreut in die Arme schließen nachdem Eure Anwesenheit eine letzte Aussprache verhindert hat? Nehmt ihn Euch, ich brauche ihn nicht mehr."

Soweit entsprach es sogar der Wahrheit. Ihr Tonfall klang, als ob sie Agarwaen ein dreckiges Kleidungsstück zugeworfen hätte. Mit der Rechten wischte sie das Haar von Stirn und Wangen und machte dann eine Geste, als wolle sie einen Schwarm Fliegen vertreiben.

"Lassen wir dieses Thema ruhen, es bringt nichts länger zu lamentieren. Auf unsere Reise durch den Manawald habe ich Euch als mutige Frau kennen gelernt, und so etwas gefällt mir." Sie zuckte mit den Schultern. "Ihr habt nicht diese überhebliche Art, die Männer an den Tag legen, wenn es darum geht sich zu prügeln oder jemanden abzuschlachten. Warum seid Ihr überhaupt nach Dragonia gekommen? Doch sicher nicht nur, um die Menschen zu studieren?
Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Mi., 06. Apr 2005, 18:45
Nun da sich Silvana zu ihrer vollen Größe aufgerichtet hatte mußte Agarwaen zu ihr hoch blicken.
"Sollte ich wissen das es eure Aussprache werden würde. Ich kannte euch nicht gut was ich auch jetzt noch nciht behaupten kann und Kain nur aus der Arbeit in der Bäckerei. Aus den paar Mal die wir uns über den Weg gelaufen sind ergibt sich noch kein Muster. Die Einladung kam für mich überraschender als es den Anschein gemacht hat und immer dazwischen zu sitzten wenn man merkt wie die Fronten sich verhärten ist auch nicht das was ich mir für diesen Abend vorgestellt hatte."
Wieder mußte Agarwaen mit dem Kopf schütteln, doch dieses mal versuchte sie es erst garnicht Silvana zu erklären das sie nichts von Kain wollte. Diese Wallonin war noch viel zu festgefahren in ihrer Sicht, die sich zu seinem großen Teil immer noch an Kain heftete.
So war es Agarwaen nur recht das Silvana das Thema, das ihr so sehr an der Seele zerrte einfach hinweg wischte und wieder auf sie lenkte.
Um ihre Gedanken zu ordnen und etwas Zeit zu gewinnnen blickte sie sich interessiert in der Kammer um. Was währe wenn sie nun schon wieder etwas sagte was diese launische Wallonin falsch auslegte. Doch sie wollte es noch einmal versuchen.
"Nun so leicht ist das nicht zu beantworte. Was aber unumstößlich ist, ist die Tatsache das mir in meinen Landen die Zeit sehr lang geworden ist. Es nützt einem nichts wenn alle in die gleiche Richtung denken. So begab ich mich auf den Weg nach oben und man trug mir auf das Menschenvolk etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Doch trieben mich eingen Ziele hinauf die ich zu verwirklichen versuche."
Kurz hielt Agarwaen inne und blinzelte zu Silvana hinauf.
" Was hat euch denn hier her getrieben, doch nciht etwas nur der Krieg der in euren Landen herrschte?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 06. Apr 2005, 20:12
"Langeweile ist wahrlich das Letzte, das mich fortgetrieben hat." Silvana schüttelte nur den Kopf und ließ sich wieder auf das Bett sinken. Viel entspannter machte sie es sich wieder gemütlich.

Eine Geste bedeutete Agarwaen, sich wieder zu setzen, während sie antwortete. "Mag sein, dass ein jedes Volk einmal in eine Starre verfällt. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum Menschen sich ausbreiten wie eine Seuche. Immerhin bewegen sie sich ständig. Euer Volk, mein Volk, wir verlassen unsere angestammten Gebiete nur selten - und jedenfalls nicht um umzusiedeln."

Die Wallonin deutete auf die Flasche mit dem Met. "Wollt Ihr noch etwas trinken?"

Sie schenkte sich selbst noch etwas ein, füllte den Becher aber nicht voll. "Der Krieg war eine Sache. Magie die andere. Der ewige Kampf um Macht und noch größere Macht. Bis zum Gott hat sich der Wolfsmagier erhoben, nicht zuletzt durch die Hilfe desjenigen, der angeblich der Auserwählte war. Nur - auserwählt wofür? Uns zu befreien oder zu vernichten?"

Angenehm floss der Met ihre Kehle hinab. Ihr Blick weilte auf Agarwaen, schien aber durch sie hindurch zu sehen.

"Ihr habt schon Recht. Es war nicht der einzige Grund für mich zu gehen. Ich fühlte mich nicht mehr wohl bei meinem Volk. Die Chance auf den Thron waren und sind gering, und ein Halbblut hätte ohnehin niemand akzeptiert. Vielleicht irre ich mich ja, vielleicht bausche ich diesen Umstand unnötig auf. Vielleicht ..."

Sie zögerte. "... wäre es besser gewesen, mehr zu reden. Wallonen sprechen nicht viel über ihre Empfindungen. Was du nicht sehen kannst erfährst du nie. Darum macht es mir auch so große Schwierigkeiten, mit den menschlichen Andeutungen zurecht zu kommen. Sprich es aus oder lass es ruhen. Wie einfach könnte es doch sein. Ich darf mich ja eigentlich gar nicht beschweren. Habe ich doch angefangen, dieses seltsame Verhalten zu kopieren."

Ihr Lachen erfüllte den Raum. "Wen wundert es, wenn ich mich selbst nicht mehr auskenne. Aber Ihr wirkt überraschend unempfindlich gegenüber solcherlei Manipulation."

Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Mi., 06. Apr 2005, 22:15
Einige Momente erwog Agarwaen sich nicht zu setzten, doch hatte sich Silvana anscheinend wieder beruhigt und so wollte sie es nochmal versuchen. Ihre Geduld ließ aber so langsam nach, nocheinmal würde sie es nicht über sich ergehen lassen.
Langsam ließ sie sich wieder auf dem Sessel nieder. In dem gesagten der Wallonin steckte wirklich viel Wahrheit, denn in der Zeit da sich ihrer Rassen immer weiter vor der Welt zurückzogen breitete sich dieses sonderbare Geschlecht aus und ohne es zu merken schluckte es alle anderen Völker auf und nahm viele deren Eigenschaften mit.
Nun da Silvana sich nocheinmal Met nachgoß und es ihr auch anbot lehnte sie dankend ab.
"Ich denke nicht das ich viel von diesem Zeug vertrage. Habt trotzdem vielen Dank."
Aufmerksam hörte sie Silvana zu wie sie ihre Beweggründe erläuterte die sie nach Dragonia gebracht hatte.
"In jeder Rasse herrscht immer das Streben nach Macht und viele sehen ihre Chance in der Magie. Denn wie ihr schon sagt mögen viele diese Art nicht und fürchten sie sogar. Ihr habt bestimmt schon selbst gesehen wie die Macht verändert,nicht wahr? Könnt ihr dann diesem Auserwählten etwas vorwerfen? Hättet ihr anderst gehandelt an seiner Stelle und seiner Situation?"
Während sie weiter zuhörte spielten ihre Hände mit den leeren Becher. Agarwaen Blick blieb wiedereinmal an dem Gesicht der Wallonin hängen, das durch die dunkeln Haare eingerahmt wurde. Das leichte Rot auf ihrer Wange zeigte immer noch deutlich wo Agarwaen ihr die Ohrfeige versetzt hatte.
"Ich glaub Wallonen sind nicht die Einzigsten die nicht über ihre Gefühle reden. Jedoch mußte auch ich schon feststellen das es manches einfacher macht. Es mir anzueignen .... " Sie schwieg einige Sekunden um nach den richtigen Worten zu suchen.
".. hmmm würde mich zerbrechen, glaube ich. Für Solches ist unsere Rasse nicht geeignet. Zuneigung zeigt man und beredet sie nicht. Es entstehen so viele Missverständnis durch Worte. Für jeden bedeuten sie etwas Anderes und gleichzeitig das Selbe. Genauso gibt es nicht für alles dein Wort. Warum also so etwas bereden wenn es dafür nicht die passenden Worte gibt?!"
Agarwaen legte den Kopf leicht schief und trommelte mit ihren fingern auf den Becher.
"Unempfindlich bin ich höchstwahrscheinlich nicht gegen all dieses seltsame Verhalten, Aber ich bin noch nicht so lange unter den Menschen als das sich soetwas schon auf mich überträgt."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 07. Apr 2005, 17:50
?Wollt Ihr lieber etwas anderes zu trinken? Ich kann Euch von Richart auch was zu Essen machen lassen. Nicht, dass Ihr mir vor der Schmiede kraftlos zusammenklappt. Ihr seht reichlich überarbeitet aus.?

Silvana trank den zweiten Becher leer, während sie Agarwaens Erläuterungen lauschte. ?Ich kann Euch nicht einschätzen, was das Alter betrifft, aber Ihr wirkt erstaunlich welterfahren. Selbst ich, die ich viele Länder bereist habe, habe mir nie so konkrete Gedanken zu diversen Dingen gemacht. Und ich muss zugeben, es gefällt mir außerordentlich, aus welch unterschiedlichen Blickwinkeln Ihr die Dinge zu sehen pflegt.?

Beeindruckt ruhte ihr Blick auf der Dunkelelfe.

?Ob Magie oder körperliche Kraft ? jede außergewöhnliche Stärke neigt dazu, zu seinem eigenen Vorteil genutzt zu werden. Dem kann niemand widerstehen, ich schon gar nicht. Ihr habt Recht, warum sollte ich einem Magier weniger zugestehen als mir selbst. Eine interessante Sichtweise.?

Die Wallonin erhob sich und tat ein paar Schritte durch den Raum, als denke sie über etwas nach. Mit dem Rücken zu Agarwaen blieb sie schließlich stehen.

?Von Euch kann ich wohl noch etwas lernen?, sagte sie halblaut in den Raum hinein.
Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Do., 07. Apr 2005, 20:42
Agarwaen schüttelte den Kopf als Silvana ihr etwas anderes anbot. "Hab vielen Dank, doch etwas anders zu trinken möchte ich nicht. Doch währe ich sehr froh wenn ich ein wenig essen könnte bevor ich mich wieder auf den Wegnach Drachenauge mache. Aber nicht das ihr euch zu viel Mühe macht. "

Nachdem die Wallonin sie anblickte und nach einigen Worten aufstand, folgten die Blicke Agarwaens ihrer Gestalt, so als würde sich Silvana ohne ihren greifenden Blick in Lut auflösen. Sie war wirklich beeindruckend. Als diese halblaut meinte das Sie noch etwas von ihr, Agarwaen, lernen konnte währe Agarwaen fast in lachen ausgebrochen. Da sie sich noch zu gut an den leichten Umschwung von Silvanas Gefühlen erinnerte. Ihr Lachen wurde nur ein leises amüsietes Gucksen.
"Meint ihr nicht das ihr übertreibt? Ich finde euch wirklich bemerkenswert. Bisher habe ich noch niemanden getroffen der so oft seine eigenen Fehler eingesteht. Für mich ist das etwas besonderes, soetwas lernten wir nicht, denn Fehler einzugestehen bedeutet den Anderen zu zeigen das man verletzlich ist. Ihr scheint durch diese Eingeständnisse aber nicht schwächer zu werden."
Agarwaen legte eine kurze Pause ein, strich sich die dunkelen Haare aus dem Gesicht und trat neben Silvana. Mit ihren bernsteinfarbenen Augen guckte sie zu Silvana auf, die die kleine Elfe um etliches überragte, dabei leuchteten ihre Augen vor Begeisterung.
"Ist es euch wirklich so wichtig euren so starken Charakter zu verbiegen und zu ändern nur, weil ihr mit..." Wie sollte sie es nur ausdrücken ohne den schmerzlichen Punkt Silvanas wieder zu treffen. "Bleibt einfach das was ihr seid und gesteht euch zu all dem was ihr anderen gestanden habt, dass ihr ihr seid und nicht das was sich andere von euch wünschen!"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 08. Apr 2005, 16:38
[args, jetzt hat Travar meinen Post verschluckt - neuer Versuch]

"Verletzlich sind wir doch alle. Ihr nicht weniger als ich oder ein erfahrener Krieger, der vom Schlachtfeld abgestumpft erscheint. Es bedarf besonderen Mut seine Fehler einzugestehen. Sie zu leugnen ist die größere Schwäche, denn Demut wiegt schwerer denn Hochmut. Glaubt mir, wo Ihr Schwäche vermutet liegt die wahre Stärke."

Ein mildes Lächeln lag auf Silvanas Lippen, ehe sie die Tür aufstieß und auf den Flur hinaustrat. "Richart!", brüllte sie den Gang hinab. "Bring mir bitte eine Portion von dem, was du heute gekocht hast."

Als sie sich umwandte, fiel ihr Agarwaen interessierter Blick auf. Die orangebraune Iris faszinierte die Wallonin, brannte wie helles Feuer in einem kalten Gesicht und ließ eine ungeahnte Heißblütigkeit erkennen.

"Ich hatte nie vor meinen Charakter zu verbiegen. Das ist auch der Grund, warum es nicht funktionieren konnte. Schmerz entsteht, wenn man mit Gewalt zu brechen versucht, was nicht dafür geschaffen ist. Ich wollte es so sehr ..."

Silvana stand immer noch auf der Schwelle. Ihre Augen schweiften von Agarwaen in Richtung des Fensters und blickten in eine Ferne, die nicht zur Gegenwart gehörte.

"Nennt es Selbstsucht, nennt es Sturheit ... zu spät gestand ich mir selbst ein, dass wir nicht für einander geschaffen sind. Schon vom ersten Tag an war die Bessenheit stärker als die Rücksicht aufeinander."

Ein sanfter Ausdruck legte sich über ihr Antlitz, und sie war schöner denn je. "Im Grunde wollte ich immer nur ihn allein." Die Laute versiegten auf ihren Lippen, einzig ein letztes Wort floß samtweich aus ihrem fein geschnittenen Mund. "Rhaun."
Autor: Agarwaen Datum/Zeit: Sa., 09. Apr 2005, 21:27
So hatte sie das noch nicht gesehen. Das zeigen von Schwächen hatte bei ihr immer nur Hohn und Spott hervorgerufen, doch hier war es irgendwie anderst.
Agarwaen versuchte den Blick Silvanas zu folgen, doch er schien sich in der Unendlichkeit zu verlieren.
Eine Sanftheit zeichnete sich auf dem Gesicht der Wallonin ab, Agarwaen war zutiefst beeindruckt. Doch wand sie ihren Blick ab bevor Silvana wieder aus ihren Erinnerungen aufstieg.
"Rhaun" hauchte Silvana als letzte Worte. Agarwaen war verwirrt, hatte sie nicht von Kain als ihre große Liebe gesprochen?
"Pah von wegen große Liebe!" murmelte Agarawaen leise vor sich hin und nahm wieder platz auf dem Sessel.
Agarwaen ließ das nicht los und so drehte sie sich halb im Sessel um und fragte düster "Rhaun? Wen meint ihr? Ich habe von ihm noch nie etwas gehört!"
[OT sorry ist nen bissel kurz geworden aber ich wußte nicht so recht was ich noch dazu schreiben sollte]
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 10. Apr 2005, 11:46
[OT tut mir leid, der Schluss war blöd gewählt ]

Agarwaens Stimme riss die Wallonin in die Gegenwart zurück. "Was?", fragte sie abwesend. Hinter ihr klapperte Geschirr, und Richart stubste sie an.
"Ihr wolltet etwas zu Essen?"
"Ah, ja." Silvana trat aus dem Türrahmen und ließ ihn vorbei.
Überrascht hielt Richart einen Augenblick in seiner Bewegung inne, als er Agarwaen in der Kammer der Schmiedin sitzen sah.
"Das Essen ist für sie", erklärte Silvana und setzte sich wieder auf die Bettkante.
Richart nickte nur und schob Agarwaen zwei Teller unter die Nase. "Geschnetzelter Hase in Soße und eine Tasse Brotsuppe." Dann fischte er noch zwei Schieben Brot und ein Löffel aus einem Leinensäckchen und reichte es Agarwaen hin. Seine Schultern zuckten nach oben. "Ich wusste nicht, wieviel ihr wollt."
Eigentlich hatte er damit gerechnet, die Speisen seien für Silvana gedacht, und die Schmiedin verzeichnete einen respektablen Appetit. Was er sich bei der zarten Dunkelelfe kaum vorstellen konnte. "Lasst stehen, was Euch nicht schmeckt."
Ein Blick in Silvanas Richtung, dann huschte er aus dem Zimmer und schloss leise die Tür hinter sich.

"Lasst es Euch schmecken", lächelte Silvana. "Richart ist ein ausgezeichneter Koch. Was an seiner Leibesfülle durchaus zu erkennen ist", lachte sie. "Ich weiß nicht, was Ihr normalerweise bevorzugt. Aber ich denke, Fleisch ist nie verkehrt."

Die Wallonin wandte den Blick ab, damit Agawaen nicht das Gefühl hatte, sie werde nach der Art beurteilt, wie und wieviel sie aß.

"Ihr glaubt mir nicht, nicht wahr? Es kommt immer darauf an, wie man seine Schwächen zeigt. Legt Kraft in Euer Eingeständnis, und niemand wird Euch für schwach halten."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 28. Apr 2005, 14:18
[Doppelpost - Zeitlinie MG] Vorgeschichte in der Schmiede

Als MG den Karren in den Stall brachte, entdeckte Femia dort Silvanas Stute. "Ah, Thalna, meine Gute, wie geht es dir. Och, schade, ich habe keine Karotte bei mir. Sie mag Karotten, weißt du?"

Sie streckte dem Pferd die flache Hand hin und ließ Thalna daran schnuppern. Thalna warf den Kopf hoch, schüttelte ihre Mähne und wieherte leise, als wolle sie Femia begrüßen. Dann leckte sie einmal kurz über die Handfläche in der Hoffnung, doch etwas Essbares zu finden.

Femia kicherte und zog die Hand zurück. "Das kitzelt." Sanft strich sie noch einmal über den Nasenrücken, ehe sie sich wieder MG zuwandte. Er hatte offenbar etwas für sie. "Ja?"

Vor Überraschung riss sie die Augen auf. "Oh, die ist aber schön." In ihrer Begeisterung klatschte sie in die Hände, wie sie es immer tat, wenn sie aufgeregt war, und nahm die Blume entgegen. "Was für eine herrliche Blüte. Was ist das?" Sie schnupperte und sog den intensiven Duft auf.

Widerstandslos ließ sie sich von MG in den Arm nehmen und lehnte sich gegen ihn. "Das ist aber ganz lieb von dir. Ich danke dir." Sie liebte seine Aufmerksamkeiten. Ihre großen grünen Augen musterten ihn liebevoll, ehe sie sich zu ihm vorbeugte und ihm einen Kuss auf die Lippen drückte.

"Nun, ich weiß ja nicht, wann Silvana normalerweise zu Abend isst. Ich bin das erste Mal hier bei ihr. Ist sie nicht fantastisch? Wenn sie jemanden mag, dann kann man alles von ihr haben. Sagt Nour. Allerdings ist sie mit ihren Freunden sehr wählerisch", lachte Femia und strich MG in Gedanken ein paar Haarsträhnen aus der Stirn.

"Was möchtest du denn gern machen? Wir sind durch halb Nuru gelaufen und ich gebe zu, mir tun inzwischen die Füße weh. Vor dem Haus ist eine hübsche Veranda. Soll ich Silvana fragen, ob wir etwas zu Trinken haben dürfen und machen es uns ein wenig gemütlich? Oder willst du dir erst die Zimmer ansehen, die wir heute Nacht bewohnen dürfen?"

Dann kam ihr eine Idee. Sanft löste sie sich von MG und griff nach einer Handvoll Heu, das auf dem Boden lag. Sie streckte die Hand aus und schloss die Augen. Femia brauchte sich nur zu konzentrieren. Es war ganz leicht - jetzt, wo sie wusste, worum es ging und was sie vor sich hatte. Die Fäden sponnen sich um ihre Finger, webten das Muster, das aus Heu eben Heu machte. In Gedanken zupfte sie daran herum, schob einen Knoten nach dem anderen an eine andere Position. Als sie schließlich die Augen öffnete, lag anstelle des Heus eine längliche Karotte in ihrer Hand.

"Hier, meine Gute. Damit du nicht glaubst, ich hätte dich vergessen." Mit diesen Worten reichte sie Thalna die Karotte hin und wandte sich mit einem breiten Lächeln zu MG herum.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Do., 05. Mai 2005, 02:14
MG freute es, dass Femia die Blume gefiel.

Das ist eine Orchideenart. "Dactylorhiza sennia" oder so ähnlich heißt sie.

Als MG den Namen der Blume sagte, merkte er schnell selber wie komisch er ihn ausgesprochen hatte und musste anfangen zu grinsen. Er genoss mal wieder den Augenblick Femia im Arm halten zu können.

Ich hatte mit Silvana bis jetzt kaum etwas zu tun, finde sie aber auf den ersten Eindruck sehr nett.

Ungewöhnlich fand MG schon, dass er von ihr eingeladen wurde, die Nacht über hier bleiben zu können, doch er wäre nur ungern ohne Femia zurück nach Nighton gereist. Was war ihm also anderes übrig geblieben, als dem Angebot zuzustimmen. Er strich Femia über die Wange. Wie glatt ihre Haut doch war. MG wollte gerade auf die Frage antworten, was sie jetzt tun sollten, als Femia von ihm abließ und eine bisschen Heu vom Boden aufhob. Dann schloss sie die Augen und konzentrierte sich. Ihre Hand glühte auf einmal und das Heu fing sich an zu verformen. Es nahm die Form einer Karotte an und schließlich war es eine, als das Glühen auch schon wieder abschwächte. MG war sichtlich beeindruckt von dem kleinen Kunststück.

Ich bezweifel, dass du deine Magie jemals für etwas böses einsetzen würdest. Sonst müsste ich ja noch nachher befürchten, dass du mich in einen Käfer verwandelst.

MG musste wieder grinsen, als er sich den Gedanken ausmalte, wie ein Käfer über den Boden zu kriechen.

Ich schlage vor, dass wir erstmal die Zimmer begutachten und danach uns auf die Veranda setzen. Dann kann ich dir auch erzählen, was ich vor ein paar Tagen erlebt habe. Das dürftest du auch noch nicht wissen.

Er konnte ganz genau an Femias Augen erkennen, wie neugierig sie auf einmal war. Er liebte diesen Blick, während auch er ein bisschen das Pferd streichelte. Was für ein schönes Tier, dachte er sich.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 13. Mai 2005, 18:20
"In einen Käfer? Das wäre lustig", kicherte Femia und fiel MG um den Hals. "Dann hättest du vermutlich hier ein paar Punkte, und hier, und hier ..."

Sie tupfte ihm mit dem Zeigefinger erst im Gesicht herum und dann seinen Hals hinab bis zum Brustkorb. Dann erst ließ sie von ihm ab und griff nach der Blume, die er ihr geschenkt hatte und die sie einen Augenblick beiseite gelegt hatte.

"Eine Orchidee." Femia konnte sich kaum satt sehen. "Wunderschön. Ihr Name klingt sehr exotisch. Dakta wie? Na, das merke ich mir sowieso nicht." Sie lachte ihr glockenhelles Lachen und warf den Kopf in den Nacken, dass das lange Haar sie erst wie ein Schleier umfing und dann über ihren gesamten Rücken rutschte.

"Das Zimmer, genau. Lass uns nach oben gehen. Wo immer das ist." Voller Tatendrang lief sie den Flur entlang, vorbei an der Werkstätte, aus der lautes metallisches Hämmern drang, und dann die einzige Treppe hoch, die sich im Haus befand. Die Zimmer waren einfach eingerichtet und sauber und lagen sich auf dem Flur gegenüber. Eine übermütige Bewegung reichte aus, und Femia prallte mit der Stirn gegen die niedrige Dachschräge.

"Aua. Ah, das gibt eine Beule." Die Tränen schossen ihr von der Wucht des Schlages in die Augen. "Wieso ist das hier so niedrig? Ist das für Zwerge gemacht? Wie kann Silvana das aushalten? Sie ist ja noch viel größer als ich es bin." Mit der Rechten rubbelte sie über ihre schmerzende Stirn und sah sich nach einem Wasserkrug um.

"Ich werde nur schnell die Orchidee einwässern, ehe sie verwelkt. Achja, du wolltest mir doch etwas erzählen."

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mo., 16. Mai 2005, 13:36
MG musste lachen, als Femia ihn von oben bis unten mit ihrem Zeigefinger betupfte. Sie hatte ein paar Stellen erwischt an denen MG kitzlig war. Danach gingen sie nach oben. Der Soldat hatte Probleme mit normalen Schritt der Tänzerin zu folgen, also musste auch er laufen. Oben angekommen schaute er sich die beiden Zimmer an.

Die Zimmer sind aber schön...

MG wurde durch ein lautes "Aua" von Femia unterbrochen. Sofort drehte er sich zu ihr um. Sie war mit dem Kopf gegen die Dachschräge geknallt und rieb sich nun mit der Hand über die besagte Stelle. MG ging zu ihr und nahm sie in den Arm. Dann pusstete er sanft auf die Stelle.

Wenn sich da eine Beule bildet, dann aber nur eine ganz kleine.

Mit einer Hand wischte MG Femia die Tränen aus dem Gesicht, die sich gebildet hatten und küsste sie sanft.

Gehts wieder?

Femia nickte und suchte schon nach etwas Wasser für die Orchidee. Dabei erzählte MG ihr, was es neulich auf der Hochebene erlebt hatte.

Ich habe vor ein paar Tagen mit ein paar anderen einen kleinen Orden gegründet. Der nennt sich  "Der Orden des Seins". Wir treffen uns regelmäßig auf einer Hochebene in den Bergen und philosophieren über das Leben oder meditieren. Die Ebene muss ich dir unbedingt mal zeigen. Dort ist es wunderschön. Komplett von den Bergen eingeschlossen mit ein paar Bäumen und einem kleinen Bach. War reiner Zufall, dass wir die gefunden haben. Vielleicht lern ich mit der Zeit dort auch ein wenig die Kunst der Magie.

Man konnte richtig die Freude in MG´s Gesicht sehen, als er von diesem Ort erzählte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 18. Mai 2005, 13:53
Der Wasserkrug war schnell gefunden. Femia stellte die Orchidee in den Krug, zupfte hier und dort die Blätter zurecht und drehte sich zu MG herum, der angefangen hatte ihr von seinem Orden zu erzählen.

Verblüfft starrte sie ihn an. "Du hast einen Orden gegründet?" Der Mund blieb ihr vor Staunen offen stehen, und sie strich sich abwesend über die schmerzende Stelle an ihrer Stirn, während sie überlegte, was er ihr damit sagen wollte. War das so etwas wie eine religiöse Sekte?

"Du meditierst? Aber ... tun das denn nicht nur Priester? Hat das mit deinem Glauben zu tun?" Irgendwie verstand sie nicht, worum es dabei ging. Und es kam ihr irgendwie unheimlich vor. Ihre Gefühle spiegelten sich auf ihrem Gesicht wider - sie konnte MG einfach nichts verheimlichen, dazu war sie ein viel zu offener Mensch - oder genauer gesagt: Druidin.

Als er von Magie sprach wurde sie hellhörig und ließ sich auf die Bettkante sinken. Misstrauisch blickte sie zu ihm hoch und tastete ein wenig hilflos nach seiner Hand. "Das ist doch hoffentlich nichts ... Verbotenes? Heißt das, dass du öfters verreisen wirst?"

Der Gedanke gefiel ihr gleich noch viel weniger.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 18. Mai 2005, 18:23
MG erkannte schnell, dass Femia den Hintergrund des Ordens wohl etwas falsch verstanden hatte. Also setzte er sich neben sie auf das Bett und nahm ihr Hand. Dann versuchte er es etwas genauer zu erklären.

Der Orden hat rein gar nichts mit meinem Glauben zu tun und meditieren tun auch nicht nur Priester. Wir versuchen durch die Meditation unsere Fähigkeiten zu verbessern wie z.B. Wunden schneller zu heilen oder besser mit Rüstungen umgehen zu können. Ich habe mich fürs erste auf den "Waffenlosen Kampf" spezalisiert. Schließlich kann ich als Soldat immer mal in die Lage kommen ohne Schwert kämpfen zu müssen.

Sanft streichelte er ihre Hand und blickte sie beruhigend mit einem Lächeln tief in die Augen.

Auch die Magie geht eher in die passive Richtung und dient eher zur Selbstverteidigung als dem offensiven Angriff oder sogar etwas Verbotenem. Wir treffen uns halt einfach und reden über den Sinn des Lebens oder sonst irgendwas. Menir ist auf die Idee gekommen und ich war natürlich sofort mit dabei. Ich werde auch nicht öfters verreisen. Ich geh hin und wieder mal mit Menir zu dieser Hochebene und treff mich mit dann mit den anderen. Das wird unsere Beziehung in keinster Weise beinflussen.

MG nahm Femia in den Arm und flüsterte ihr leise ins Ohr.

Ich hoffe, ich habe dich mit dieser Nachricht jetzt nicht zu sehr beunruhigt und konnte dir den Sinn dieser Gruppe etwas näher bringen. Glaub mir, es ist nichts schlimmes dabei.

Dann gab er ihr einen langen und zärtlichen Kuss.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 19. Mai 2005, 19:52
Als MG ihr erklärte, worum es bei dem Orden ging, atmete sie hörbar aus. Ihr Herz schlug schneller, während er sanft ihre Hand hielt. Immerhin war das ihre erste Reise mit ihm und plötzlich waren sie sich näher als je zuvor.

"Das klingt schön, und vor allem sehr interessant." Ja, das passte zu ihm. Waffenloser Kampf und Selbstverteidigung. Das war MG, wie sie ihn bisher kennengelernt hatte. Femia fand Gefallen daran, mit ihm zusammen zu sein. Er war so unkompliziert und vor allem so gefühlvoll. Bei dem Gedanken lief sie rot an und senkte rasch den Kopf. Das Haar, das wie ein Vorhang über ihrem Gesicht zusammenschlug, rettete sie vor der Peinlichkeit knallroter Wangen.

"Ihr sprecht dort über den Sinn des Lebens?", murmelte sie und schielte zwischen den Strähnen zu MG hin, der sie hingebungsvoll und in seiner Erzählung versunken ansah. "Dürfen dort auch Frauen hin oder ist das ein Orden für Soldaten? Wo ist denn diese Hochebene? Ist das weit weg?"

Eine seltsame Erregung erfasste sie. Am liebsten wäre sie sofort losgereist, aber sie waren erstens zum Essen eingeladen und mussten zweitens auf MGs Breitschwert warten. Als MG sie in den Arm nahm, fing ihr Herz an zu rasen.

"Es ist alles in Ordnung. Ich habe nicht gleich verstanden, worum es dabei geht. Was solche Gemeinschaften betrifft, bin ich ein wenig misstrauisch." Seine Nähe ließ sie schwindeln. Einen Moment lang war sie im Begriff, ihn wegzuschubsen. Noch nie hatte sie einen Mann so nah an sich herangelassen. Eine unsinnige Furcht schnürte ihr die Kehle zu.

"Meist ... meist haben solche Treffen ... mit ... mit irgendeiner Art von Fanatismus zu tun. Und davor habe ich Angst." Hilflos stotterte sie die letzten Worte und hoffte, dass er ihr Herzklopfen auf ihre Aussage bezog, denn er musste ihren rasanten Herzschlag einfach spüren. Andererseits war ihr seine Nähe angenehm. Er roch so gut und seine Wärme vermittelte ihr ein Gefühl der Sicherheit.

Ehe sie sich in ihrer Unsicherheit von ihm losmachen konnte, beugte er sich zu ihr hinab und küsste sie. Anders als beim ersten Mal. Liebevoll, intensiv und irgendwie fordernd, wenn auch nicht so offensichtlich, dass es unangenehm gewesen wäre. Um Femia drehte sich alles, beinahe hatte sie Angst, sich diesem neuartigen Gefühl hinzugeben, aber dann klammerte sie sich an ihm fest und war gewillt, ihn nie mehr loszulassen.

Als sich MGs Lippen von ihrem Mund lösten und er für einen Moment seine Umarmung löste, kippte sie nach hinten auf das Bett. Eine Weile war es ganz still im Raum, und Femia starrte an die Decke. Ihr Kopf war wie leergefegt, sie konnte nicht mehr klar denken und fragte sich, was hier, an diesem Ort, in diesem Raum, mit ihr geschah. Ängstlich schielte sie zu MG hin, wischte sich die verwirbelten Strähnen von den Wangen und tastete mit der zweiten Hand nach seinem Unterarm. Sanft zog sie ihn an ihre Seite.

"Du ... du hast von einer ... einer Beziehung gesprochen. Was ... nun ... wie ... ich meine, was genau ..."
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: So., 22. Mai 2005, 20:12
Obwohl MG gar nicht mehr mit dem Küssen aufhören wollte, lösten sich ihre Lippen langsam wieder. Femia ließ sich darauf rückwärts auf Bett fallen. Eine beunruhigende Stille lag ihm Raum. MG wusste nicht was er machen bzw. sagen sollte. Er wollte nicht aufdringlich sein und sich einfach neben Femia ins Bett legen. Femia half ihm zum Glück ein wenig auf die Sprünge und zog ihn neben sich auf das Bett. Mit einem Lächeln begrüßte er dies. Femia stellte ihm die Frage wie er sich die Beziehung genauer vorstellte. An ihrem Stottern konnte man erkennen wie aufgeregt sie war. Doch MG ging es nicht besser. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und es kam ihm so vor, dass sie es hören und sehen konnte. Er wusste nicht so recht wie er seine Gefühle in Worte fassen sollte. MG versuchte sich ein wenig zu beruhigen, in dem er Femia streichelte. Seine Hand fuhr behutsam ihren Arm entlang, wechselte auf ihren Oberschenkel und fuhr dann langsam wieder zurück. Dies beruhigte ihn aber nicht, sondern ließ ihn noch nervöser werden. Ohne von den Streicheleinheiten abzulassen, versuchte er auf die Frage einzugehen.

Nunja...Wir sind uns die letzten Tage ja schon sehr viel näher gekommen...und...zwischen uns herrscht nach meiner Meinung mehr als nur eine gute Freundschaft. Oder siehst du das anders?

MG steckte ein Kloß im Hals und wollte erst einamal eine Antwort Femias abwarten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 23. Mai 2005, 16:10
Es kam Femia heiß und stickig vor in dem Raum. Oder war es nur die Aufregung, die ihr die Hitze in die Wangen trieb? Die Berührung seiner Finger auf ihrer Haut war beruhigend und ängstigend zugleich. Ihre grünen Augen schimmerten im Licht der Nachmittagssonne, das über sie hinweg durchs Fenster fiel. Verunsichert suchte sie erst MGs Blick, wandte sich dann aber ab und starrte wieder zur Decke hinauf.

"Ich weiß nicht. Ich ... es ist alles ... so fremd." Sie konnte ihre Empfindungen nicht genau einordnen. Vor allem war sie das erste Mal in der Verlegenheit, sich Gedanken über ihre Beziehung zu einem Mann zu machen. Sie rollte sich zu MG herum, stützte den Kopf auf ihren Arm und sah ihn nachdenklich an. Mit der freien Hand zeichnete sie die Konturen seines Gesichts nach.

"Mehr? Du bist ... der Erste ..."

Beschämt senkte sie den Blick und ihre Finger glitten kraftlos an seinem Hals nach unten auf das Bettlaken. "Jemand hat mir einmal gesagt, wenn ich mit einem Mann zusammen bin, verliere ich meine magischen Kräfte. Ich hatte schon nach deinem ersten Kuss Angst, ich hätte mein Talent verloren."

Die Vorstellung war so absurd, dass sie kichern musste und MG einen schelmischen Blick zuwarf. "Dabei bin ich gern mit dir zusammen. Du bist aufmerksam und nett und sehr klug ..." Sie rollte mit den Augen, als krame sie in ihren Erinnerungen. "... und gutaussehend und mutig und passt auf mich auf ..."

Sie unterbrach sich, weil sie lachen musste. Übermütig stupste sie MG gegen die Brust, dass er auf den Rücken rollte, warf sich mit dem Oberkörper auf seinen Brustkorb und stützte dort die Ellbogen auf, um das Kinn auf die Hände zu stützen. Mit einem Lächeln sah sie auf ihn hinab und ihre grüne Iris sprühte vor Vergnügen.

"Mehr als Freundschaft. Ja, das mag so sein." Schmetterlinge tanzten durch ihren Magen, als ihr bewusst wurde, was das bedeutete. "Du meinst ..." Sie brachte das Wort nicht über die Lippen. So endgültig erschien es ihr. Als ob es das Ende wäre, dabei war es doch erst der Anfang. Liebe? War es das?

"Ich habe keine Erfahrung ... ich ... ähm ... ich ..." Ihr Blick wurde ernst, und sie ließ ihren Kopf auf seine Brust sinken. Direkt unter ihrem Ohr hörte sie sein Herz schlagen. Es raste geradezu, genau wie ihres. "... ich habe Angst."
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 25. Mai 2005, 00:09
MG versuchte Femia mit seinen Blicken und seinen Berührungen zu beruhigen, auch wenn ihm dies nicht gerade sehr einfach fiel. Er selber war ja fast genau so nervös wie sie. Wenn er der Erste war, verstand MG, wieso Femia die Zeit brauchte. MG hatte das Gefühl sie auf eine gewisse Art und Weise gehetzt zu haben und dies wollte er nicht.

Als Femia ihm berichtete, wie ihr jemand mal gesagt hatte, dass sie durch die Liebe ihre magischen Kräfte verlieren würde, überlegte MG einen Moment. Konnte dies wirklich möglich sein. Eine Auswirkung hätte dann doch bestimmt schon stattgefunden, außer sie liebte ihn nicht wirklich. Er verwarf den Gedanken wieder. Das konnte einfach nicht sein.

Ich glaube nicht, dass du durch die Liebe zu einem Mann deine Magie verlierst. Du hast mir doch erzählt, dass Kain dich in die Magie einweisen will und soweit ich mich erinnere ist der doch mit Silvana zusammen. Hat dies seinen Künsten geschadet?

Femia fing an zu kichern und bombardierte MG geradezu mit Sachen, die ihr an ihm gefielen. Vor Scham lief dieser rot an.

Jetzt übertreibst du aber.

Mit einem Lächeln fügte spasseshalber hinzu.

So mutig bin ich nun auch wieder nicht.

MG konnte sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen.

Nachher sagst du noch ich wäre witzig.

Ein weiteres Lachen folgte und MG versuchte sich wieder zu beruhigen. Femia stützte sich auf ihn und er streichelte ihr über die Wange. Es war schön ihr so nah zu sein und ihren Körper zu spüren. Als sie ihren Kopf auf seine Brust legte, nahm er sie in den Arm.

Wofür brauchst du Erfahrung? Und Angst brauchst du auch keine zu haben. Besonders nicht, wenn du denkst du könntest etwas falsch machen. Hör einfach nur darauf, was dein Herz will und du wirst wissen was richtig ist.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 26. Mai 2005, 10:28
Bummbum, bummbum. Eine Weile lauschte Femia angestrengt auf MGs Herzschlag. Ein wenig unregelmäßig, wie ihr schien. Aber das war wahrscheinlich nur die Aufregung. Konnte es sein, dass er genauso nervös war wie sie? Dabei kam er ihr immer so gefasst vor. Ein echter Soldat eben - unerschütterlich bis ins Mark.

Die Vorstellung erheiterte sie. Denn MG war alles andere als unerschütterlich. Denn dann hätte er ein Eisklotz sein müssen. Und das war er ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Noch nie hatte sie jemanden kennengelernt, der so liebevoll mit ihr umging. Sie gab sich seinen Berührungen hin und schloss die Augen. Sachte rutschte sie an seine Seite und blieb in seiner Umarmung fest an ihn gekuschelt liegen.

"Du hast Recht", flüsterte sie. "Wenn jeder Magier, der sich verliebt, seine Kräfte verlöre, gäbe es wohl keine Magier mehr. Und haben Magier nicht auch Kinder?" Der Gedanke beruhigte sie. Wenn sie für MG ihre Kräfte hätte aufgeben müssen, sie hätte es getan. Aber so war es ihr natürlich lieber.

Es war angenehm einfach hier zu liegen und MG so nah neben sich zu spüren. Hoffentlich kam Silvana nicht auf die Idee und suchte nach ihnen. Aber sie hatte ja mit dem Schwert zu tun und war beschäftigt. Sie hätten lieber die Tür abschließen sollen. Andererseits - sie taten ja nichts Verbotenes. Dann fiel ihr etwas ein.

Femia öffnete sie Augen und stützte sich auf, damit sie MG ins Gesicht sehen konnte.  Mit den Fingern strich sie sanft über seinen  Brustkorb und nestelte nervös an einem seiner Hemdknöpfe herum. Ihr langes Haar fiel weich auf seine Schulter herab und streifte seine Wange. Seiner Gesichtsfarbe nach zu urteilen, war ihm wohl genauso heiß wie ihr.

"Sag, wie ist das mit dir? Ich meine, du hattest doch sicher schon Frauen an deiner Seite, nicht wahr? Waren sie hübsch? Was ist mit ihnen passiert?" Es interessierte sie nicht wirklich, aber sie wusste nicht genau, was MG nun von ihr erwartete. Viel lieber hätte sie ihn gefragt: Und was passiert weiter mit uns?

Einer Eingebung folgend beugte sie sich zu ihm hinunter und berührte mit ihren weichen Lippen sanft seinen Mund.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Fr., 27. Mai 2005, 00:39
MG überlegte einen Moment. Sollte er Femia über seine frühere Liebschaft berichten. Es stimmte ja. Sie war nicht die Erste und auf eine gewisse Weise war sie es doch. Es war mit ihr etwas anderes, etwas besonderes. Es bestand eine viel stärkere und innigere Verbindung als zu seiner ersten und bis jetzt einzigen Freundin. Seine vorige Freundin hatte MG natürlich auch geliebt, doch zu dem Zeitunkt war er blind vor Liebe gewesen. Er konnte sich nicht vorstellen, von Femia genau so enttäuscht zu werden wie von Tasla. Die beiden waren vom Charakter einfach zu verschieden. Während Femia ruhig und zuvorkommend war und eine spielerische Art an sich hatte, war Tasla eine herrschende Natur. Sie musste immer das Sagen haben und immer ihren Willen durchkriegen, was sie auf hinterhältige Weise auch immer schaffte. Wenn sie nicht das letzte Wort hatte, gab es immer Streit. Wut und auch Trauer stieg in ihm auf, als er an sie und den Grund denken musste, wieso er nicht mehr mit ihr zusammen war. MG senkte seinen Blick.

Ja, ich stand schonmal jemandem sehr nahe. Ich berichte aber nur ungern darüber. Zuviel Schmerz sind mit ihr verbunden. Mein Vertrauen wurde von dieser Person schamlos ausgenutzt.

MG überlegte einen kleinen Augenblick. Eigentlich konnte Femia es ja erfahren. Ihr vertraute er mehr als jedem anderen. Selbst Menir, sein bester Freund, wusste nichts von dieser Geschichte. Also began er zu erzählen.

Tasla war ihr Name. Sie kam aus der selben kleinen Stadt wie ich. Als ich sie kennenlernte, dachte ich sofort, sie wäre die Frau fürs Leben. Zu dem Zeitpunkt war ich jung und naiv. Es war kurz vor meiner Ausbildung zum Soldaten, als es zu Ende ging.

MG schaute wieder auf und Femia tief in die grünen Augen. Eine Träne rollte seine Wange hinunter. Geschickt wischte er sie mit einer flotten Handbewegung weg und fuhr fort.

Sie war nicht mit meiner Entscheidung einverstanden, dass ich Soldat werden wollte. Sie wollte, dass ich in der Bäckerei ihres Vaters arbeite und diese später übernehme. Es folgte ein heftiger Streit und schließlich verließ ich wütend ihr Haus. Die darauf folgende Nacht habe ich viel nachgedacht. Am nächsten Morgen hatte ich mich schließlich dazu durchgerungen, mich zu entschuldigen, obwohl es ja eigentlich gar nichts zu entschuldigen gab und ihr zu sagen,dass ich ihrem Wunsch nachkommen wollte.

Wieder legte MG eine Pause ein und musste schmunzeln, bevor er trauriger als vorher fortfuhr.

Wie gesagt ich war jung, dumm und naiv. Als ich sie in ihrem Haus aufsuchte fand ich sie mit dem Sohn des Försters im Bett. Sie gestand schon länger etwas mit ihm zu haben. Daraufhin war natürlich sofort Schluss und zwei Tage danach begann ich meine Ausbildung zum Soldaten. Naja, ich kann eigentlich froh sein, dass es so gekommen ist. Sonst hätte ich dich ja nie kennengelernt.

MG legte wieder ein Lächeln auf. Femia ließ ihn mit einem einzigen Blick alle Sorgen und jeden Kummer vergessen, ob sie es nun bewusst tat oder nicht. Als sie seine Lippen sanft küsste, erwiederte MG dies genau so zärtlich. Sein Herz schlug wieder schneller und ihm wurde wieder wärmer ums Herz. Die Geschichte aus seiner Vergangenheit war wie weggeblasen. Der anfangs so zärtliche Kuss wurde leidenschaftlicher. MG drehte sich und Femia zur Seite und lag schließlich nun auf ihr. Seine Küsse gingen den Hals erst langsam hinab und seitlich wieder hinauf. Ihre schwarzen Haare wurden dabei von seinen Fingern umspielt.  An ihrem Ohrläppchen angekommen knabberte er ein bisschen an diesem und flüsterte ihr schließlich leise ins Ohr!

Ich liebe dich!

Er machte sich gar keine Gedanken mehr darum, was er machen sollte oder ob er etwas anderes lieber unterlassen sollte. MG ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Wenn Femia etwas dagegen hätte, würde er es schneller, als ihm wahrscheinlich lieb war, erfahren.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 27. Mai 2005, 16:26
Femia war überrascht, dass MG ihr antwortete. So viel Vertrauen hatte sie gar nicht erwartet. Männer sprachen ihren Frauen gegenüber normalerweise ungern über frühere Liebschaften - schon allein deshalb, um keine unnötige Eifersucht zu wecken. Sie merkte wie schwer es ihm dennoch fiel, sich zurück zu erinnern. Sie konnte ihm seinen Kummer nachfühlen - weniger, weil sie selbst eine ähnliche Situation erlebt hatte. Sie meinte richtig zu sehen, wie es ihm damals ergangen war, als wäre sie mit ihm zurück gereist. Seine Stimme und seine Mimik taten ihr übriges.

Femias Antlitz nahm einen kummervollen Ausdruck an, und sie griff nach der Hand, welche die Träne wegwischte, und drückte sie sanft. Ein überraschtes "Oh!!" entfuhr ihr, als er erzählte wie er Tasla mit einem anderen Mann erwischt hatte. Sie wollte etwas sagen, aber jeglicher Trost kam ohnehin zu spät. Es freute sie umso mehr, dass er die positive Seite seines Dilemmas ansprach.

"Nicht auszudenken, wenn wir uns kennengelernt hätten, und du verheiratet gewesen wärst", kicherte sie und küsste ihn sanft.

Eine neuartige Empfindung erfasste sie wie eine Woge und schwappte heiß durch ihre Adern. Es war so angenehm, ihn zu berühren, ihm nahe zu sein, und sie gab sich diesem Gefühl hin. Was konnte ihr schon widerfahren? Schlimmes hatte sie in MGs Nähe nicht zu erwarten, und allein diese Erkenntnis ließ die Sorge verblassen etwas Falsches zu tun.

Wie von selbst öffneten sich ihre Lippen, und erstmals in ihrem Leben kostete sie einen Kuss auf eine völlig neue Weise aus. Mit geschlossenen Lidern versuchte sie einfach nur noch zu spüren, alles in sich aufzunehmen wie eine durstige Knospe kurz vor der Blüte. Sie fühlte seine Zunge, welche die ihre berührte, und eine nie gekannte Leidenschaft erfasste sie. Ihre Finger, die immer noch seine Hand hielten, krallten sich an ihm fest, als hätte sie Angst ihn in einem Traum zu verlieren.

Sie japste erschrocken auf, als er ihren Körper unerwartet auf den Rücken rollte. Im ersten Moment versteifte sie sich ein wenig, aber seine zärtlichen Küsse nahmen ihr die Scheu und sie entspannte sich wieder. Im ersten Moment begriff sie gar nicht, was er ihr da ins Ohr flüsterte. Die Worte tanzten durch ihr Bewusstsein, und ergaben erst nach einigen Augenblicken einen Sinn. Ihr erster Impuls war ihn zu fragen, ob er sich dessen überhaupt sicher war. Aber wenn er sich sicher war, war sie es dann auch? Wusste sie denn überhaupt was Liebe war?

Sie beschloss, den Versuch zu wagen. MG hatte sich in dieser Hinsicht schon einmal geirrt und lebte immer noch. Was konnte ihr im Ernstfall also Schlimmeres passieren?

Femia zögerte dennoch mit einer Antwort.  "Ich glaube ... ich liebe dich auch", hauchte sie und ihre Stimme zitterte leicht. Kurz öffnete sie die Augen und sah ihn an. Sein Gesicht war ihr so nahe, dass sie seinen Atem an ihrer Wange spüren konnte. Die grüne Iris huschte über sein Antlitz, als müsse sie sich jede einzelne Pore einprägen. Sanft glitten ihre Hände seinen Rücken hinauf bis zu seinem Haar und krallten sich darin fest. Mit einem Lächeln zog sie ihn zu sich hinab und küsste ihn noch einmal. Ihr ganzer Körper vibrierte unter der Berührung ihrer Lippen und sie presste sich der Länge nach an ihn.


Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Sa., 28. Mai 2005, 14:44
Einerseits überascht, andererseits erfreut schaute MG Femia auf ihre Antwort hin an. Sie liebte ihn also ebenfalls. Ihre Stimme war aber nicht das einzigste was leicht zitterte, sonder auch ihr ganzer Körper schien jeden Moment vor Aufregung explodieren zu wollen. MG erging es aber nicht anders. Ihr Atem hatte eine kühlende Wirkung auf seinen immer wärmer werdenen Körper. Er fragte sie erst gar nicht, ob sie das ernst meinte. Das konnte er an ihrem Blick und an dem darauffolgenden Kuss erkennen. Ohne Wiederstand zu leisten, ließ er sich zu ihr wieder herunterziehen und küsste sie ein weiteres Mal.

Ein weiteres Mal umspielte er vorsichtig und einfühlsam mit seiner Zunge die ihre. MG hatte seine Augen geschlossen und ließ sich während des Kusses nur noch von seiner Erregung mitreißen. Seine eine Hand war immernoch von Femia umklammert und er erwiederte den Griff. Er wollte sie nie wieder loslassen. Er wollte nicht schon wieder einen geliebten Menschen verlieren. Seine freie andere Hand fuhr Femias Körper herunter bis zur ihrer Taile. Er umschloss diese und presste sie fest an sich.

MG wollte mehr, doch er zögerte. War Femia denn schon soweit? Wollte sie es auch? Langsam löste er sich recht wiederwillig von ihren Lippen. Seine Haare waren zersaust und er musste recht lustig aussehen. Tief schaute er in ihre Augen und meinte tief in ihre Seele schauen zu können. Obwohl er die Antwort schon kannte, fragte er trotzdem.

Vertraust du mir? Vertaust du mir so sehr wie ein Vogelküken dem Wind, wenn es das erste Mal sein Nest verlässt, um zu fliegen. Du würdest es wahrscheinlich nicht bereuen und könntest jederzeit "Stop" sagen, wenn dir was nicht passt.

Sein Atem war schnell und kurz vor Aufregung und sein Herz rasste. Die Hand, die er um ihre Talie gelegt hatte, hatte er etwas gelockert und streichelte sie nun an dieser Stelle. Mit der anderen Hand fuhr er langsam Femias Arm hinunter.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 28. Mai 2005, 18:34
Ob sie ihm vertraute? Natürlich tat sie das, aber worauf wollte er hinaus? Ihr Herz fing wild an zu pochen. Sie nickte und sah ihn aus ihren großen, grünen Augen an.

"Was ... was hast du vor?"

Ihr bronzefarbener Teint war bleicher als sonst. So erwachsen sie sich fühlte wenn sie vor anderen tanzte oder im Gasthaus den Männern begehrliche Blicke zuwarf, so kindlich hilflos fühlte sie sich nun. Sie wusste, dass es zwischen Mann und Frau mehr gab, als sich in den Armen zu liegen, aber sie hatte sich nie bemüht herauszufinden was.

Ihre Pflegemutter fiel ihr ein. Sie hatte nie viel über ihre nächtlichen Pflichten gesprochen, aber wenn sie es getan hatte dann nur voller Abscheu. Allein das Wort Pflicht hatte Femia stets abgeschreckt.

"Bevor du mich fragst, ob ich Angst habe dabei abzustürzen ... ja, die habe ich. Mehr als du ahnt. Sag mir ehrlich, bitte, wirst du mir ... ich meine ... wird es ... weh tun?"

Das Streicheln seiner Finger auf ihrer nackten Haut - dort, wo die Bluse über die Taille hochgerutscht war - jagte ihr einen angenehmen Schauer durch den Unterleib.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Sa., 28. Mai 2005, 19:22
Femia war verunsichert. Das hätte jeder sofort sehen können. Dies war ja auch verständlich, da sie keine Ahnung davon hatte, was sie erwartete. MG wollte sie beruhigen. Das schlimmste was passieren konnte war, dass sie verkrampft. Doch als sie fragte, ob es weh tun würde, wusste er zuerst nicht was er sagen sollte. Woher sollte er denn wissen ob es beim ersten Mal weh tut.

Nunja...ich würde dir zu gerne sagen, dass es nicht so ist...Aber da ich ehrlich zu dir sein will, kann ich nur sagen, dass ich es nicht weiß.

MG erkannte, dass dies Femia nur noch mehr verunsicherte.

Hab keine Angst. Ich versprechen dir, so vorsichtig wie möglich zu sein. Du weißt, dass ich dir nie absichtlich weh tun würde.

Er stockte einen moment und schaute zur Tür. War da jemand auf dem Flur? Er hörte etwas genauer hin, schien sich aber verhört zu haben.

Warte einen Moment oder willst du überaschenden Besuch kriegen?

MG lächelte, aber anders als sonst. Sein Lächeln hatte eine beruhigende Wirkung. Er stand auf und ging zur Tür, drehte den Schlüssel um, ließ in stecken und legte sich wieder zu Femia ins Bett. Er hatte sich auf die Seite gelegt und war ganz nah an sie gerutscht. Ein weiterer Kuss folgte, langsam und zärtlich. Eins seiner Beine legte er auf Femias Bein, während er mit einer Hand an Schnüren ihrer Bluse spielte. Ein paar schnelle, kleine Handbewegungen und die Bluse öffnete sich wie ein Vorhang zu beiden Seiten. MG streichelte vom Bauch an nach oben Richtung Hals. Seine Augen blieben weiterhin geschlossen. Er veruchte den ganzen Oberkörper zu ertasten. Wenn er mal nicht streichelte oder massierte, hatte er besonderen Gefallen daran gefunden mit dem Zeigefinger wirre Linien auf den Körper zu zeichen. MG öffnete seine Augen und konnte ein Lächeln auf Femias Lippen erkennen.

Das scheint dir ja auf jedne Fall zu gefallen, flüsterte er leise.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 28. Mai 2005, 22:55
Als MG die Tür abschloss war Femia erst recht verwirrt. Taten sie nun doch etwas Verbotenes? Oder ging es nur darum ungestört zu sein? Sie versuchte sich zu entspannen. Es würde schon nicht so schlimm sein. MG würde ihr niemals etwas vorschlagen, was ihr schaden würde. Niemals!

Sie lächelte und beschloss, sich einfach von ihm führen zu lassen. Alles erlebte man irgendwann das erste Mal. Wenn sie daran dachte, wie nervös sie gewesen war, als sie das erste Mal vor Publikum getanzt hatte. Inzwischen war sie begierig darauf, anderen ihre Tänze vorzuführen. Vielleicht war es mit diesem Zusammensein ja ähnlich.

Sie blieb erst einmal auf dem Rücken liegen und beobachtete MG, der um sie herum ging und sich neben sie legte. Er küsste sie zärtlich, und sie vergaß ihre Furcht so schnell wie sie gekommen war. All ihre Sinne konzentrierten sich nur noch auf ihn, der Raum um sie herum war mit einem Mal vergessen, und sie zuckte nur einmal kurz zusammen, als er ihre Bluse öffnete. Seine Berührungen jagten ihr wohlige Schauer über den ganzen Körper - und ganz plötzlich, als hätte jemand eine Erinnerung aus einem anderen Leben geweckt, wusste sie, dass es da noch mehr gab. Etwas, das alles andere als schmerzhaft war. Und sie war bereit alles dafür zu geben es hier und heute zu erfahren.

Femia riss die Augen auf und sah MG an, der sich über sie beugte und ihr etwas zuflüsterte. "Zeig mir, was ich machen muss", antwortete sie ebenso leise und ließ ihre Hände über sein Hemd gleiten. Ihr Atem ging schnell, und ihre Brust hob und senkte sich in rascher rhythmischer Bewegung. Vor Aufregung biss sie sich auf die Unterlippe und zerrte mit zitternden Fingern MG das Hemd über den Kopf.

Sie kicherte leise, als sie sein zerstrubbeltes Haar bemerkte und strich es mit beiden Händen wieder glatt. Sanft glitten ihre Finger an seinem Nacken hinab, die Muskelstränge an den Schultern entlang zu seinem Brustkorb. Hingerissen zeichnete sie die Konturen seines Körpers nach.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: So., 29. Mai 2005, 02:43
Femia hatte wohl alle Furcht überwunden und gab sich den Streicheleien MGs voll und ganz hin. MG musste Lächeln, als er daran dachte, dass er gerade erst angefangen hatte und Femia nicht wusste was noch alles auf sie zukommen würde. Augeregt und zitternd zog sie MG sein Hemd über den Kopf. Sein Oberkörper entpuppte sich als recht muskulös, dafür dass er mit seinem Hemd eher wie das Gegenteil aussah. Ein paar kleine Narben zierten den Brustkorp, die aus Kämpfen in vergangenen Tagen stammten. Die Größte davon zog sich über seinen rechten Oberarm.

MG genoss die Berührungen auf seiner nackten Haut. Es war lange her gewesen, dass ihn jemand so berührt hatte und er hatte schon fast vergessen wie angenehm und wohltuend es doch war.

Er selber ließ seine Hand wieder nach unten wandern. Erst jetzt schaute MG auf Femias frei liegenden Oberkörper mit den wohlgeformten Brüsten. Wie wunderschön und makellos sie doch aussah. Sein Herzschlag sowie sein Atem wurden schneller.

Alles zu seiner Zeit! Erstmal verwöhne ich dich ein bisschen.

Wieder küsste er sie zärtlich am Hals und ging dann weiter über ihre Schulter nach unten, wo er ihren ganzen Oberkörper mit Küssen eindeckte. Auch ließ er seine Zunge über ihren Körper fahren, saugte hier und da mal oder biss sie sogar zaghaft. Seine Hand war währenddessen an Femias Rock angekommen. Schnell suchte sie sich einen Weg durch den Beinschlitz und lag nun genau zwischen ihren beiden Oberschenkeln.
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 29. Mai 2005, 13:59
Liebevoll zog Femia die Narbe an seinem Oberarm nach. Sie würde ihn später fragen, woher er sie hatte. Noch nie hatte sie einen männlichen Körper auf diese Weise berührt, und sie fand Gefallen daran, mit den Fingerspitzen jede Muskelrille nachzuzeichnen und MG sanft zu streicheln.

Sie ließ ihn gewähren, als er ihren Körper mit Küssen bedeckte. Nie hätte sie vermutet, welch wunderbare Empfindungen damit verbunden waren. Ihr Mund öffnete sich leicht und ein sanftes Gurren schlüpfte über ihre Lippen. Sie hielt die Augen geschlossen und genoss jede einzelne Berührung. Ihre Haut schien zu vibrieren und sie krallte sich mit den Händen im Bettlaken fest, um ihren Körper unter Kontrolle zu halten, der von einer unbändigen Erregung erfasst wurde.

Ihr Oberkörper bäumte sich auf und drängte sich MGs Lippen entgegen. Sie wollte mehr davon, mehr von allem, selbst von dem, das noch kommen würde - was immer das auch war. Als seine Hand ihre Oberschenkel berührten raste ein heißer Schauer über sie hinweg, und ein leises Stöhnen entfuhr ihrer Kehle.

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: So., 29. Mai 2005, 23:38
MG drückte die beiden Oberschenkel mit seiner Hand etwas auseinander. Dann erkundete er jeden noch so kleinen Winkel. Seine Finger bewegten sich dabei Mal sehr schnell und ein anderes Mal eher ruhig und einfühlsam.

Ihm wurde immer heißer und MG wollte auch mehr als nur Femia etwas Gutes zu tun. Nicht das er daran keinen Gefallen gefunden hätte, doch innerlich baute sich ein gewaltiger Gefühlsdruck auf, der dadurch nicht abgebaut werden konnte.

Seine Küsse verlagerten sich wieder nach oben bis er ihre Lippen wieder spürte. MG saugte sich regelrecht an ihren Lippen fest. Dies hatte den kleinen Nebeneffekt, dass Femia´s Stöhnen etwas unterdrückt wurde.

Dann nahm er mit seiner freien Hand ihre Hand, die immer noch seine Muskellinien und Narben nachzog und führte sie weiter nach unten. An seinem Bauchnabel stoppte er und wartete darauf, ob Femia selber einen Schritt weitergehen würde. Schließlich würde sie am ehesten etwas Lernen, wenn sie selber ein bisschen ausprobierte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 30. Mai 2005, 12:30
Eine heiße Woge der Lust rollte über sie hinweg, als MG ihren Körper auf eine Weise erkundete, wie es noch nie jemand getan hatte. Ihr Leib erbebte und raubte ihr den Atem. Femia keuchte und schnappte nach Luft, als sie meinte an ihrer eigenen Leidenschaft zu ersticken.

Er küsste sie wieder auf den Mund, und Femia drängte sich ihm entgegen und biss ihn sanft auf die Unterlippe. Ihre Lippen waren weich und fordernd zugleich, und mit jeder Bewegung seiner Hand, die sie streichelte, wurde sie wilder.

Als er ihre Hand nach unten führte, wusste sie sofort, was er ihr damit sagen wollte. Sie strich sanft über seinen Bauch und fuhr dann ein Stück tiefer, bis sie an seinem Gürtel anlangte. Etwas unbeholfen nestelte sie mit einer Hand an der Schnalle und nahm dann die zweite Hand zu Hilfe. Fast hätte sie aufgelacht, weil sie sich so ungeschickt anstellte, wäre ihr Mund nicht durch MGs Lippen versiegelt gewesen.

Sie schaffte es schließlich, ihre Hand unter den Stoff seiner Hose zu schieben. Etwas Hartes drückte sich gegen ihren Oberschenkel, und sie tastete sich langsam vor, bis sie nackte Haut berührte. Ihr weiblicher Instinkt sagte ihr, was sie tun musste. Wie von selbst war die Erkenntnis da, und sie merkte schnell, dass MG gefiel wie sie ihn streichelte.

Ihr Unterleib wand sich ihm entgegen, während sie ihre nackte Brust an seinen Oberkörper presste. Die Berührung ihrer Körper brachte sie schier um den Verstand, und eine weitere Woge packte sie und ließ sie stöhnen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mo., 30. Mai 2005, 20:39
Femia verstand sofort, worum es ihm ging. Obwohl sie nie zuvor einem Mann so nah gewesen war wie MG, war sie ein richtiges Naturtalent. MG gab sich lustvoll ihren Streicheleien hin und es daurte nicht lange bis auch er ein sanftes Stöhnen nicht mehr unterdrücken konnte.

Auch er presste sich fest an Femias Körper. Wenn er es nicht getan hätte, hätte er sich wahrscheinlich nicht mehr halten können. Einige Minuten, die ihm wie Stunden und Tage vorkamen, genoß er einfach nur diese wohltuende Gefühl, das seinen ganzen Körper bis in die Spitzen durchzog.

Dann wollte er den letzten Schritt wagen, verwarf den Gedanken aber sofort wieder. Ihm kam eine bessere Idee, was er machen konnte und wodran er früher schon großen Gefallen gefunden hatte. Er entfernte langsam die Hand zwischen Femias Beinen und zog ihr langsam den Rock aus. Danach entzog er sich ihrer Hand keinen Moment zu früh. Ein paar Momente länger und er hätte sich nicht mehr beherrschen können. Sofort ließ er wieder seine Lippen spielen die sich ihren Körper abwärts bewegten und sich lange um ihrem Bauchnabel aufhielten, bevor sie sich weiterbewegten. Femia spreizte ihre Beine automatisch und schob ihm ihr Becken begierig entgegen. MG´s Kopf verschwand zwischen ihren Schenkeln.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 30. Mai 2005, 22:41
Der Rest war nur noch Ekstase. Femia konnte nicht sagen, wieviel Zeit verging noch ob sie sich immer noch im selben Raum befanden. Sie krallte sich an seinen Schultern fest und bäumte sich unter seiner Liebkosung auf. Ihr Leib wurde von heißen Wellen überflutet und erbebte immer und immer wieder bis ihr die Puste ausging.

Sie keuchte wie nach einem stundenlangen Tanz und verlor sich in ihren Empfindungen.  Was als körperliche Berührung begonnen hatte schien ihre Seele zu umgarnen, hob sie hoch bis unter den Himmel und ließ sie in einem wirren Gespinst aus zarten Fäden zurück. Sie war in dem Muster gefangen und doch sicher geborgen, wollte sich befreien und zugleich für immer dort bleiben. Lust und Leidenschaft brandete über sie hinweg bis sie nicht mehr an sich halten konnte und einen spitzen Schrei ausstieß.

Das Geräusch holte sie in die Wirklichkeit zurück. Ihre Hände krallten sich in MG hellen Haarschopf und zog seinen Kopf von sich fort. Ihr Atem ging stoßweise und sie brachte kaum die Worte hervor.

"Wenn ... du nicht ... aufhörst ... werde ich ... sterben." Ein verklärtes Lächeln lag auf ihren Lippen und ihre grüne Iris schien glitzernde Funken zu sprühen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mo., 30. Mai 2005, 23:50
MG gefiel Femia´s Rekation auf seine Liebkosungen. Dies konnte man schnell an seinem Lächeln erkennen, als sie ihn von sich weg zog. Sein Atem war wieder schneller geworden und sein Herz raste ein weiteres Mal vor Erregung.

Ich glaube kaum, dass du stirbst!

Er legte sich erstmal wieder neben sie und begutachtete ihren makelosen Körperbau. Wie schön sie doch war, besonders wie sie so nackt da lag und sich versuchte zu beruhigen. Ihre Haare waren zersaust und ihre Augen funkelten vor Freude. Es hatte einen guten Grund wieso er nicht sofort weitermachte. MG wusste aus Erfahrung, was für ein mieses Gefühl dies verursacht hätte. Einerseits wunderbar, aber doch etwas völlig anderes, als sie gerade empfandt. Eigentlich mehr ein Kitzeln an einer sehr empfindlichen Stelle.

Beruhige dich erstmal etwas, bevor ich weitermache. Oder hast du noch etwas vor, von dem ich nichts weiß?

Ein konkettes Lächeln schmückte seine Lippen und er strich langsam mit seinem Zeigefinger über ihren nackten Körper.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 31. Mai 2005, 09:09
Femia fühlte sich leicht wie eine Feder und auf seltsame Art befreit. Hätte sie Flügel gehabt, sie hätte davonfliegen mögen. Ihr Atem wurde flacher, und sie rollte sich mit einem glücklichen Lächeln zu MG herum.

"Wenn ich denke, wie sehr ich mich gefürchtet habe", zwinkerte sie. "Ich dachte wirklich, Männer wären die Einzigen die Gefallen daran finden."

Sie ahnte was er mit seinen letzten Worte bezwecken wollte. Weder war es ein Befehl noch eine Bitte, sondern überließ ganz ihr die Entscheidung. Femia antwortete nicht gleich. Ihre Augen glitten über seinen Körper, und im Gegensatz zu ihr war er immer noch zur Hälfte bekleidet. Wie muskulös und gut gebaut er war.

MG streichelte sie immer noch, und sie wünschte er würde nie wieder damit aufhören. Allein der Gedanke, dass sie irgendwann diesen Raum wieder verlassen mussten, erfüllte sie mit Wehmut. Aber noch war keine Eile. Sie hatten alle Zeit der Welt.

Sie streckte ihrerseits die Hand aus und berührte ihn zärtlich, strich mit der Handfläche über seinen Oberkörper und hielt auf seiner Hüfte inne. Ihre Augen suchten seinen Blick. Sie wusste nicht genau, was er nun erwartete oder ob sie etwas falsch machen konnte. "Ich hoffe, du bist nicht von mir enttäuscht, weil ich so unerfahren bin. Sei mir bitte nicht böse, wenn ... wenn es dir nicht ... gefallen sollte."

Ihre Lippen zitterten leicht, als sie ihn küsste. Sie würde einfach versuchen, es ihm gleichzutun. Also rollte sie MG auf den Rücken, drehte sich nun ganz zu ihm herum, dass sie halb auf ihm zu liegen kam, und fing an mit den Lippen seinen Oberkörper zu erkunden. Eine heiße Erregung bemächtigte sich ihrer. Erst war sie noch vorsichtig, wagte es aber dann ein wenig stürmischer zu werden und biss ihn sanft in die Knospen seiner Brustwarzen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Di., 31. Mai 2005, 10:09
MG musste lachen. Femia konnte ja nicht wissen wie nah sie doch auf eine gewisse Weise an der Wahrheit lag.

Du glaubst gar nicht wie recht du haben kannst. Wenn "Mann" nur an sich denkt, hat die Frau keinen Spass daran. Aber das ist zum Glück nicht immer der Fall und dürfte auf uns nicht zutreffen.

Femia strich mit ihrer Hand über seinen Oberkörper genau wie er es immer noch bei ihr tat. An seiner Hüfte stoppte sie und schaute ihn fragend an. Sie hatte wohl immer noch Angst etwas falsch machen zu können. Er erwiederte ihren Blick mit einem Lächeln, dass mehr als tausend Worte ausdrückte. MG hätte ihr nie böse sein können und er wartete gespannt ab, was sie wohl jetzt tun würde.

Nach einem Kuss, drehte sie ihn auf den Rücken und legte sich halb auf ihn. Dann fing sie langsam an seinen Oberkörper mit Küssen zu bedecken. MG gefiel es merklich und bäumte leicht seinen Oberkörper auf und somit ihr entgegen. Seine Fingerspitzen fuhren vorsichtig über Femias Rücken. Er musste sich beherrschen, sich nicht in ihr festzukrallen, als sie in die Knospen seiner Brustwarzen biss. Ein leichtes Stöhnen entfuhr ihm.

Nur weiter so,...du bist auf...dem richtigen Weg!

Ein leichtes Zittern durchzog seinen Körper, weil die schwarzen und silbernen Haarspitzen Femia´s ihn am Bauch kitzelten und eine Woge von Gefühlen freisetzten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 31. Mai 2005, 14:38
Es schien MG zu gefallen. Femias Selbstsicherheit kehrte wieder zurück, und sie ließ sich von ihren Instinkten leiten. Vielleicht war ja alles gar nicht so kompliziert, wie der menschliche Verstand es sich ausmalte. Ihre Finger glitten mal sanft, mal fest über seine Brust, seine Arme, seinen Hals, während sie seine Haut mit Küssen bedeckte und mit ihrer Zunge wirre Muster zeichnete.

Seine Haut schmeckte leicht salzig und roch zwar männlich, aber völlig anders als die Männer, die die Tänzerin im Gasthaus manchmal an sich ziehen wollten. Besser, aufregend, und seine Haut fühlte sich so glatt und doch fest an.

Ihre nackten Brüste streiften seinen Bauch und ihre Knospen reagierten darauf wie seine auf ihren Kuss. Femia hätte nicht gedacht, wie aufregend es sein konnte, jemand anderen zu berühren. Nun war sie endgültig an seiner Hose angelangt, aber wenigstens war der Gürtel bereits offen und erleichterte ihr die nächsten Handgriffe. Weitaus geschickter streifte sie ihm das störende Kleidungsstück vom Leib und blieb einen Augenblick über ihn gebeugt sitzen und betrachtete seine Männlichkeit.

Ihr Atem beschleunigte sich wieder, und ihr Körper schien mit einem Mal in Flammen zu stehen. Ein verräterisches Pochen stellte sich in ihrem Unterleib ein. Aber wie konnte das sein? Sie hatte doch erst vor kurzem ...

Sie machte sich keine weiteren Gedanken. Ihr Blick wanderte hoch zu seinem Gesicht. Wie von selbst glitten ihre Hände seine Oberschenkel entlang nach oben, während sie sich über ihn beugte. Dann schloss sie die Augen und verließ sich wieder auf ihre Intuition. Ihr Herz raste, als sich ihre Lippen um das Zentrum seiner Lust schlossen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 01. Jun 2005, 01:18
Am liebsten hätte MG Femia fest an sich gedrückt, als ihre Lippen und ihre Zunge immer wilder seinen Oberkörper abtatsteten. Dieser Wunsch verstärkte sich nochmal durch ihre nackten Brüste an seiner erhitzten Haut. Er versuchte seinen Wunsch zu unterdrücken indem er seine Hände in die die Bettdecke krallte.

Als Femia ihm die Hose auszog, konnte MG seine Erregung nicht mehr verbergen. Er schaute an sich hinunter und blickte ihr tief in die glitzernden Augen, die ihn mit ihren Blicken zu absorbieren schien. Sie schaute ein letztes Mal zu ihm hinauf bevor sie sich ihrer ganzen Leidenschaft hingab. MG ließ seinen Kopf wieder sinken und schloss die Augen, um sich zu entspannen. Sein Herz raste und es dauerte nicht lange bis aus seinem schneller werdenen Atem ein erstes Stöhen entrann.

Sein ganzer Körper brannte vor Lust und Begierde, die sich immer mehr in ihm staute. Seine Hände krallten sich immer fester in die Decke. Femias Hände, Lippen und Zunge führten ihn direkt in den siebten Himmel, aus dem man nie wiederkehren wollte.

Aus MG´s Stöhnen wurde immer mehr ein Keuchen und er bekam das Gefühl weniger Luft zu bekommen als er zum Leben bräuchte. Kurz bevor sich jedoch in völlige Ekstase begab und der Natur freine Lauf gelassen hätte , entzog er sich elegant Femias Liebkosungen. So wie sie ihn daraufhin anschaute, schien sie sich zu fragen, ob sie etwas falsch gemacht hatte. Ein Lächeln bildete sich auf MG´s Lippen und er keuchte mehr als liebevoll zu ihr zu flüstern.

Komm her!

Langsam zog er sie auf sich und hätte fast doch seine Beherrschung verloren, als die Knospen ihrer Brüste sich ein weiteres Mal spürbar an seinem Bauch rieben. Langsam drehte er sich mit ihr um, so dass er nun wieder auf ihr lag. Langsam und vorsichtig, ohne ihr weh tun zu wollen, vereinigte er sich mit ihr.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 01. Jun 2005, 18:21
MG entzog sich ihr ein zweites Mal. Was sollte sie nun davon halten? Femia war verwirrt und ließ sich widerstandlos von ihm nach oben ziehen. Der Länge nach kam ihr unbekleideter Körper auf seinem zu liegen, und ein heftiges Verlangen bemächtigte sich ihrer, mit dem sie nichts anfangen konnte. Als ob da noch mehr wäre, noch etwas fehlte ... sie wusste es nicht genau.

Ihre Augen funkelten vor Neugier, was nun wohl kommen möge, als MG sie auf den Rücken drehte. Femia schlang die Arme um seinen Oberkörper und ließ die Fingerspitzen sanft über Rücken sowie Oberarme gleiten. Dann ging alles so schnell, dass sie im ersten Moment gar nicht begriff, was mit ihr geschah. MG lag plötzlich zwischen ihren Beinen und ein kurzer, scharfer Schmerz durchfuhr sie. Erschrocken zuckte sie zusammen und quetschte unabsichtlich mit den Fingern MGs Oberarm. Er schien es gar nicht zu spüren, denn er ließ sich nicht beirren.

Ehe sie sich fragen konnte, ob der Schmerz wiederkommen würde und ob dies nun genau jener grauenvolle Teil des Zusammenseins war, den ihre Pflegemutter so verabscheut hatte, wurde sie eines Besseren belehrt. Ihre Begierde steigerte sich zu einem schier unerträglichen Maß, und ihr Becken schien ganz von selbst zu wissen, wie es auf MGs Nähe reagieren wollte.

Es war wie ein sinnlicher Tanz, voller Leidenschaft und Hingabe, der sich in Wellen selbst hochschaukelte und sie in eine andere Dimension entführte. Ihr geschmeidiger Körper fand sehr schnell den richtigen Rhythmus, und sie passte sich MGs Bewegungen an. Wie von selbst schlangen sich ihre Beine um seinen Unterleib und pressten ihn an sich.

Es dauerte nicht lange, bis neue Wogen sie erschütterten und ihr Körper sich heftig aufbäumte. Diesmal glaubte sie endgültig zu sterben, aber es war ein lustvoller Tod, einer der ihr absolute Befriedigung verschaffte. Femia biss sich auf die Unterlippe, um nicht loszuschreien, während sich ihre Hände um seine Unterarme verkrampften. Das einzige Geräusch, das bis zu ihr durchdrang, war MGs stoßweiser Atem. Irgendwann sackte sie mit einem leisen Seufzen zurück auf das Bettlaken und ließ kraftlos Arme und Beine fallen.

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 01. Jun 2005, 21:48
Anfangs bewegte sich MG´s Becken langsam und gefühlvoll. Als aber Femia ebenfalls ihr Becken in gleichem Rhytmus bewegte und lustvoll ihre Beine um ihn schwang, wurden seine Bewegungnen immer schneller. Immer wieder wechselte er den Rhytmus von schnell in langsam und wieder zurück.

MG´s Atem war wieder schnell und keuchend und kleine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn und auf seinem muskolösen Oberkörper. Obwohl sie eine kühlende Wirkung hatten, dachte MG wieder, von innen heraus verbrennen zu müssen. Ein weiteres Mal konnte er nicht wiederstehen und während Femia sich mit ihren Händen in seinen Unterarmen festkrallte, verkündete ein lautes Aufstöhnen den Ausbruch eines Vulkans seiner Gefühle.

Kurz darauf hatte auch Femia dieses Gefühl ein weiteres Mal genossen und fast zeitgleich sackten sie in sich zusammen. MG lächelte entspannt und nachdem sein Atem sich wieder etwas beruhigt hatte, hob er seinen Kopf und schaute Femia mit einem strahlenden Blick in die Augen. Seine Hand fuhr zu ihrer eröteten Wange und streichelte sie liebevoll.

Und? War das jetzt so schlimm?

MG´s Lächeln zeigte, dass er die Antwort bereits kannte und ein leidenschaftlicher Kuss verhinderte eine Antwort ihrerseits. Dann rollte er sich zur Seite ohne Femia´s Blick zu verlieren und ohne mit dem Streicheln aufzuhören, dass langsam runter zu ihrem Bauch fuhr. Kurz blickte MG aus dem Fenster, um eine ungefähre Tageszeit zu erahnen. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und er warf Femia einen fragenden Blick zu.

Was denkst du, wie spät wir es haben? Ob es schon Zeit für das Abendessen ist?

Er bedauerte, dass dieser Nachmittag langsam zu Ende ging, als ihm eine Idee kam.

Was dagegen, wenn wir die Nacht in einem Zimmer verbringen?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 01. Jun 2005, 22:25
Femia schnaufte und blieb unbewegt liegen, bis sich ihr Puls wieder beruhigt hatte. Sein Kuss verhinderte ihre Antwort, und sie war ganz froh darüber. Sie hatte nicht das Bedürfnis darüber zu reden. Nicht weil es so schlimm gewesen wäre, sondern weil sie den schönen Augenblick nicht zerstören wollte. Worte konnten nicht wiedergeben was sie im Moment empfand.

Ihr war plötzlich kalt, als MG sich zur Seite rollte und sie die Wärme seines Körpers schmerzlich vermisste. Femia kugelte sich zusammen, robbte hinter ihm her und kuschelte sich wieder an ihn. Mit dem langen Haar bedeckte sie ihren Unterleib, um sich keine Erkältung einzuhandeln.

"Abendessen?" Sie war viel zu müde, um etwas zu essen, aber wenn sie länger hier blieben würde Silvana misstrauisch werden. Ihre Lider waren schwer wie Blei und am liebsten wäre sie in seinen Armen eingeschlafen. "Wenn du willst sehen wir einfach nach", erwiderte sie halbherzig und lächelte bei seinem Vorschlag mit dem Zimmer.

"Das sollten wir aber niemandem sagen, denn ich glaube kaum, dass Silvana damit einverstanden wäre." Eigentlich wusste sie nicht genau, ob das stimmte. Irgendwie war dieser Tag etwas Besonders und sie wollte unbedingt die Intimität wahren, die dieses Erlebnis - ihr erstes Erlebnis mit einem Mann - umgab.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Do., 02. Jun 2005, 00:09
MG spürte wie Femia leicht zitterte als sie sich an ihn kuschelte. Sofort versuchte er die Decke, auf der sie lagen, über sie beide auszubreiten und nahm sie darauf sofort wieder in den Arm, um sie zu wärmen. Er presste sich dabei fest an sie.

Lass noch etwas warten, bis wir wieder runtergehen und nach dem Essen fragen.

Es war viel zu gemütlich unter der warmen Bettdecke neben dem geschmeidigen Körpers Femias, als das er jetzt sofort aufgesprungen wäre, um nach dem Essen zu fragen. Seine Hände fuhren über ihren nackten Körper und hielten sich besonders lange an ihrem knackigem Po auf, den sie einfühlsam massierten.

Auch MG wären fast wie Femia die Augen zugefallen und er bemühte sich dies zu verhindern. Schließlich wäre es bestimmt mehr als peinlich geworden, wenn Silvana sie hier oben so entdeckt hätte. Aus dem selben Grund konnte MG Femia gut verstehen, dass sie es verheimlichen wollte, wenn sie beide in einem Zimmer schlafen.

Da bin ich deiner Meinung. Muss ja nicht sofort jeder erfahren.

Seine Lider wurden immer schwerer und er schloss schließlich seine Augen. Er wollte ja nicht schlafen, sondern nur ein bisschen dösen und noch ein wenig das Gefühl des Zusammenseins genießen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 02. Jun 2005, 12:31
Dankbar kuschelte sich Femia unter der wärmenden Decke an MG und genoss seine Streicheleinheiten. Ihre Arme umschlangen seinen Oberkörper und die Fingerspitzen strichen sanft seinen Rücken auf und ab. Mit geschlossenen Lidern schnurrte sie leise vor sich hin. Die Wärme und MGs gleichmäßiger Atem lullten sie ein.

Irgendwann schreckte sie hoch und richtete sich auf. Jemand kratzte an der Tür. Shanja! Entsetzt blickte Femia zum Fenster hinaus. Es war inzwischen dunkel geworden. Durch die heftige Bewegung regte sich auch MG neben ihr.

"Wir sind einschlafen", flüsterte sie. "Hoffentlich hat uns noch niemand gesucht. Das Kratzen ist nur Silvanas Wölfin. Sie kann uns hören."

Ihre Linke lag auf MGs Bauch und zog abwesend seinen Nabel nach. "Was machen wir jetzt?" Femia lehnte sich wieder nach hinten, drehte sich halb zu ihm herum und stützte das Kinn auf seine Brust. Mit einem Lächeln sah sie an ihm hoch. "Sollen wir durch das Fenster verschwinden und so tun, als kämen wir aus der Stadt zurück?" Ein schelmischer Ausdruck lag auf ihrem Gesicht.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Do., 02. Jun 2005, 13:35
Durch einen unsanften Ruck wurde MG geweckt. Verschlafen öffnete er die Augen, als ihm einfiel wo er war. Femia bestätigte seinen Gedanken, genau wie ein Blick aus dem Fenster, durch das leichtes Mondlicht fiel.

Eingeschlafen? Und ich hatte mich so bemüht, mich nicht dem Schlaf hinzugeben.

Ein ironisches Lächeln folgte. MG war einfach zu müde gewesen und es war zu gemütlich gewesen, als das er sich länger hätte wach halten können. Femia´s Idee gefiel ihm. Sie hatte so etwas verbotenens an sich.

Warte mal kurz!

Eigentlich mehr als wiederwillig stand er auf und zog sich seine Hosen an, bevor er ans Fenster trat. Es gab anscheinen nur eine Kletterhilfe für Pflanzen, die eventuell zum hinunterklettern geeignet wäre. MG schaute fragend zu Femia.

Der Weg aus dem Fenster wird knifflig. Traust du dir das zu?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 02. Jun 2005, 16:45
Ihr Magen knurrte verräterisch. Femia schmunzelte und griff nach ihrer Kleidung. "Jetzt habe ich auf jeden Fall Hunger. Hoffentlich hat uns Silvana etwas übrig gelassen." Mit flinken Fingern schnürte sie ihre Bluse zu und zupfte den Rock zurecht. Erst dann lief sie zu MG hin und schlang ihm von hinten die Arme um den Körper, während er noch einmal aus dem Fenster blickte, und lehnte sich gegen seinen nackten Rücken.

"Ich hab dir noch gar nicht gesagt, wie schön ich es fand. Nun muss ich die Liste deiner Eigenschaften um die Worte zärtlich und rücksichtsvoll erweitern." Er konnte ihr Lächeln nicht sehen, während sie mit den Fingern über seinen Bauch strich und ihn dann spielerisch in die Brustwarzen kniff. "Nun gut, dann will ich mal sehen."

Sie löste ihre Umklammerung und trat neben ihn ans Fenster. Um besser sehen zu können, stieß sie die Läden auf und beugte sich weit über das Fensterbrett nach draußen. Das lange Haar fiel weich über ihre Schulter und zerrte schwer an ihrem Nacken.

"Die Holzbretter sind zwar sehr schmal, aber du vergisst, dass ich Tänzerin bin. Ich bin gelenkig wie eine Katze. Hab keine Sorge, das schaffe ich schon. Als Kind bin ich oft auf Bäume geklettert, wenn ich mich vor meinem Bruder verstecken wollte."

Schwungvoll drehte sie sich zu MG herum, verlagerte das Gewicht auf ein Bein und brachte so ihren wohlgerundeten Körperbau erst recht zur Geltung.  Mit den Händen fasste sie ihr Haar zusammen, strich sich die zerzausten Strähnen aus dem Gesicht und flocht die dichte Mähne rasch zu einem Zopf.

"Wie sehe ich aus? Schließlich soll man nicht auf einen Blick erkennen, was du mit mir angestellt hast", kicherte sie. Wenn sie ehrlich war, wollte sie viel lieber hier bleiben. Das laute Knurren ihres Magens erinnerte sie daran, dass sie zuerst etwas essen sollte.

"Wenn ich auch nur einen Moment unsicher war, dann weiß ich jetzt mit Bestimmtheit, dass ich nicht mehr einen Tag ohne dich sein kann", flüsterte sie, umarmte ihn und küsste ihn hingebungsvoll auf den Mund.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Fr., 03. Jun 2005, 06:55
Als Femias MG von hinten packte, während dieser am Fenster stand, wehrte er sich kein bisschen. Im Gegenteil drückte er sich sogar an sie und genoss die Nähe ihres Körpers. Bei ihren Worten musste er lächeln auf das ein aufgesetztes "Autsch" folgte, als sie ihm spielerisch in die Brustwarzen kniff.

Das beruht auf reiner Gegenseitigkeit. Mir gefiel es bestimmt genau so gut wie dir.

Während Femia sich ans Fenster lehnte, um selber die Situation begutachtete, umarmte MG sie ebenfalls von hinten. Da ihre Haare über die Schulter fielen, lag der Hals der Tänzerin frei und MG küsste diesen liebevoll. Diese gab sich zuerst hin, doch drehte sich dann blitzschnell um und flocht ihre Haare zu einem Zopf zusammen.

Du siehst genau so gut aus wie immer, wenn nicht sogar noch besser.

Ein einfühlsames Lächeln folgte und MG gab sich vollkommen ihrer Umarmung sowie ihrem Kuss hin.

Ich liebe dich!

MG wartete einige Augenblicke, die ihm wieder wie eine Ewigkeit vorkamen, bevor er sich von ihr wieder löste.

Dann lass mich mal vorgehen. Schließlich muss ich prüfen, ob das Holzgitter auch sicher ist. Außerdem könnte ich dich unten auffangen, falls du fallen solltest.

Ein Grinsen spiegelte sich auf seinen Lippen und er schob seinen Körper durch das Fenster. Das Holz knirschte unter seinem Gewicht und er fragte sich, ob das eine so gute Idee gewesen war. Langsam stieg er hinab, darauf achtend wenigstens ein paar der Blumen stehen zu lassen. Plötzlich fiel ihm etwas ein und er schaute zum Fenster hinauf.

Femia, du musst noch die Tür aufschließen. Sonst kommen wir später nicht mehr in das Zimmer.

Er flüsterte, damit ihn sonst niemand hörte, doch Femia schien es verstanden zu haben und verschwand von dem Fenster. MG wollte den nächsten Schritt tun und erwischte ein Stückchen morsches Holz, das unter seinem Gewicht brach. Er rutschte ab, flog den letzten Meter im freien Fall und landete auf seinem Hosenboden

Autsch!
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 03. Jun 2005, 12:03
Femia meinte immer noch das angenehme Prickeln am Hals zu spüren, wo MG sie geküsst hatte. Sie blickte ihm hinterher, als er sich aus dem Fenster schwang.

"Halt, warte, du hast dein Hemd vergessen", raunte sie, huschte zum Bett zurück, um es zu holen, und warf ihm das Kleidungsstück zu. "Sei vorsichtig." Ihr Herz klopfte vor Aufregung und sie sah ihm mit bangem Gesichtsausdruck nach.

Sie nickte nur, als MG sie zur Tür schickte. So leise wie möglich drehte sie den Schlüssel herum und wollte gerade zurück zum Fenster laufen, als sie von draußen nur noch ein Knacken und dann einen Aufschrei hörte. Ihr Herz machte einen Satz. Mit ein paar Sprüngen war sie am Fenster und lehnte sich hinaus. "Ist alles in Ordnung?", rief sie halblaut nach unten. Es war finster, und sie konnte nur MGs Schemen erkennen. "Hast du dich verletzt?"

Dann fiel ihr etwas ein. Was, wenn jemand MGs Schrei gehört hatte. Wie sollten sie erklären, dass sie aus dem Fenster kletterten? Ihr Puls raste immer noch und sie rannte zurück zur Tür. Wieder abzuschließen war die einzig vernünftige Alternative. Femia zog den Schlüssel ab und ließ ihn ins Dekollete gleiten. Ihre Bluse war eng genug geschnürt, dass der kleine Gegenstand zwischen ihren Brüsten gut aufgehoben war. Wenn sie nun gefragt würden, konnten sie immer noch behaupten, jemand hätte sie irrtümlich eingeschlossen.

Sie schob den Rock bis über die Knie hoch und steckte die Rockzipfel am Gürtel fest. So hatte sie auf alle Fälle mehr Bewegungsfreiheit. Geschmeidig schwang sie sich aus dem Fenster und griff nach den Holzstreben. Sie waren schmäler als sie zuerst gedacht hatte. Vorsichtig hievte sie sich nach draußen und warf die Fensterläden hinter sich zu. Nun musste sie nach unten, ob sie wollte oder nicht. Es war höher als vermutet. Ihr Zopf pendelte über ihren Rücken, während sie sich Fuß um Fuß nach unten tastete. An dem morschen Holzbrett, das MG durchgetreten hatte, rutschte sie ab. Ein heiserer Aufschrei entschlüpfte ihr, ehe sie sich mit den Fingern gerade noch abfangen konnte. Ein Holzspann fuhr ihr schmerzhaft ins Fleisch. "Aua."

Blind tastete sie mit den Füßen nach unten, fand aber keine weitere Steighilfe. Hilflos warf sie MG einen Blick über die Schulter zu. "Ich stecke fest."
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: So., 05. Jun 2005, 15:35
Mit schmerzverzogenem Gesicht stand MG wieder auf und rieb mit einer Hand über sein schmerzendes Hinterteil. Als er sich seine Hände dann etwas genauer anschaute, merkte er, dass sie leicht bluteten. Dann schaute er wieder zum Fenster hinauf und versuchte so leise zu bleiben, dass gerade Femia ihn hörte.

Geht schon! Ich schein mir nichts gebrochen zu haben.

Er bekam mit wie Femia einen Moment vom Fenster verschwand. War vielleicht jemand auf sie aufmerksam geworden und hatte an die Tür geklopft? Doch dies war wohl nicht der Fall, weil Femia kurz darauf wieder am Fenster erschien und ebenfalls sich daran machte hinunter zu klettern.

Sei vorsichtig! Nicht das du auch noch schneller hier unten bist, als uns beiden lieb ist.

MG wischte sich kurz den groben Schmutz seiner Hände an seiner Hose ab und hob dann schnell sein Hemd auf, das er nicht zu fassen bekommen hatte und somit auf den Boden gefallen war. Er warf es sich über die Schulter und positionierte sich dann sofort unter Femia und achtete gespannt auf jeden ihrer Schritte. Mit jedem Schritt bangte er darum, dass sie nicht abrutschen möge und als dies dann doch der Fall war, hob er sofort reflexartig seine Arme, um sie aufzufangen. Doch sie fiel nicht sondern konnte sich gerade noch halten.

Alles in Ordnung?

Sein Herz raste vor Aufregung, als sie dann sagte, dass sie fest hing und nicht weiterkam. MG streckte ihr seine Arme entgegen kam aber nur bis zu ihren Knöcheln. Er konnte sie also nicht einfach so herunterheben. Es blieb nur eine Möglichkeit. Sie musste springen.

Spring! Ich fang dich dann auf.

Femia zögerte im ersten Augenblick, sprang dann aber doch. MG fing sie sanft auf und setzte sie auf dem Boden ab. Als er seine Hände von ihrer Hüfte entfernte, konnte er leicht zwei rote Handabdrücke auf ihrer dunkelroten Bluse erkennen.

Ich glaube ich habe dir gerade deine Bluse versaut. Tut mir leid.
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 05. Jun 2005, 18:12
Spring? Im ersten Moment dachte Femia sie höre nicht richtig. "Bist du verrückt geworden?", raunte sie halblaut und sah sich nach allen Seiten um. Es war weit und breit niemand zu sehen, also musste es schon recht spät nachts sein. Keine Gefahr, sie bei ihrem seltsamen Ausflug zu ertappen. "Na, gut", resignierte sie, drehte sich um soweit es auf den schmalen Holzlatten eben ging und ließ dann einfach los.

Sie fiel mehr als dass sie sprang und landete zu ihrer Verblüffung zielgenau in MGs Armen. Ihr Gewicht oder vielmehr der Schwung riss ihn beinahe von den Füßen. Sanft lief er sie zu Boden gleiten. Sein Blick auf ihre Hüften irritierte sie erst, dann riss sie erschrocken den Mund auf.

"Du liebe Güte, bist du verletzt?" Besorgt packte sie seine Finger und drehte die Handflächen nach oben. "Oje, was machen wir denn da?" Ihr Herz fing vor Aufregung an zu rasen. Das hatte sie nicht gewollt. Zuerst konnte sie keinen klaren Gedanken fassen, hob seine Hände an ihre Lippen und küsste sie. Dann fiel ihr etwas ein.

"Warte, ich will etwas versuchen." Sie verschwieg ihm, dass sie noch nie versucht hatte jemanden zu heilen. Ihr Puls schnellte in die Höhe, als sie die Augen schloss und sich auf seine Hände konzentrierte. Sanft strichen ihre Finger über die aufgeplatzten Hautstellen, und sie meinte das zerrissene Gewebe vor sich zu sehen. Blutrot stachen die zerfetzten Fäden aus dem regelmäßigen dunklen Muster heraus. Vorsichtig berührte Femia die jeweiligen Enden und verknüpfte sie zaghaft. Hoffentlich verursachte sie MG keine Schmerzen und machte alles nur noch schlimmer.

Das Schlagen von Pferdehufen dröhnte durch die Gasse und verschwand dann um eine Ecke. Für einen Moment verlor Femia die Konzentration und meinte MGs Hände nicht mehr in den ihren zu spüren. Sie musste sich beherrschen nicht entsetzt die Augen aufzureißen. Ihre Gedanken zitterten genau wie ihre Hände, während sie den letzten Faden verknüpfte und langsam die Lider hob.

MGs Hände waren noch dort, wo sie hingehörten. Die Schürfwunden hatten aufgehört zu bluten und bildeten bereits rotgeränderte Narben. Femia atmete erschöpft auf und bemerkte erst jetzt ihren eigenen Schmerz. "Ich habe einen Splitter im Finger. Das tut ganz schön weh." Sie hob die Hand und zeigte MG die pochende Wunde.

"Wir sollten uns beeilen und zum Vordereingang zurückkehren, ehe jemand Verdacht schöpft." Sie kicherte leise. "Soetwas habe ich bisher noch nie gemacht. Und ich dachte immer Soldaten wären gesetzestreu und unfähig zu schwindeln." Sie zupfte die Rockzipfeln vom Gürtel und strich den Rock glatt. Ihre Augen suchten MGs Blick, und eine unheimliche Sehnsucht nach seiner Nähe erfasste sie. "Ich freue mich schon auf heute Nacht." Mit einem Zwinkern drückte sie ihm einen Kuss auf die Lippen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Di., 07. Jun 2005, 00:54
Als Femia seine offenen Handflächen sah, erschrak sie und packte behutsam seine Hände mit den ihren. Vorsichtig zog sie sie an sich und küsste sie sanft. Dann schloss Femia ihre Augen und konzentrierte sich. MG´s Hände fingen an zu kribbeln und er konnte beobachten, wie sich die Wunden langsam schlossen.

Nachdem Femia fertig war und ihre Augen wieder öffnete, bestand nur noch eine Rötung, wo MG kurz vorher noch geblutet hatte. Einerseits war MG erstaunt, andererseits hätte er sich denken können, dass Femia die Fähigkeit hatte Wunden zu heilen. Er lächelte sie an.

Danke sehr. Ich wusste ja gar nicht, was du schon alles mit deiner Magie anstellen kannst. Zeig mir mal deinen Finger.

Femia hätte sich wahrscheinlich genau so gut selber von dem lästigen Splitter befreien können, doch MG wollte sich revanchieren. Vorsichtig betrachtete er die Fingerspitze und hatte auch schnell den Übeltäter entdeckt. Der Splitter ragte ein kleines Stückchen aus der bronzenen Haut heraus, so dass MG ihn fassen und vorsichtig heraus ziehen konnte. Sofort küsste er ihren Finger an der Stelle, an der kurz vorher noch der Splitter gewesen war.

So, jetzt hätten wir deine Wunden auch versorgt.

Er musste auf Femias Bemerkung lachen, versuchte dies aber möglich leise zu halten, damit nicht jeder sofort auf sie aufmerksam wurde.

Ich bin doch gesetztestreu. Wo haben wir den bis jetzt etwas Verbotenes angestellt? Ich kenne auf jeden Fall kein Gesetz, dass jemandem verbietet aus einem Fenster zu klettern. Genau so habe ich ja auch bis jetzt in keinster Wesie geschwindelt. Noch nicht jedenfalls.

Als Femia MG leicht küssen wollte, umarmte dieser sie und presste sie fest an sich. Der Kuss dauerte länger und war intensiver, als Femia zuerst gewollt hatte, doch sie gab sich voll und ganz hin. MG kam der Gedanke mit ihr sofort wieder hoch ins Zimmer zu klettern, verwarf ihn aber wieder. Silvana würde sich bestimmt schon Sorgen machen und wartete gepannt auf die Beiden. Langsam lösten sie sich wieder von einander und MG nahm Femia in den Arm, bevor sie sich auf den Weg zur Vordertür zu machten. Seine Hand streichelte dabei ihre Taile. An der Tür angekommen klopfte MG erst an und öffnete sie dann. Somit hatten sie die Schmiede auch schon wieder betreten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 07. Jun 2005, 18:23
Es war kühl hier draußen, vor allem wenn man sich nicht viel bewegte. "Gut, dass wir gleich wieder in die Wärme kommen, ich habe meinen Umhang oben gelassen." Femia fröstelte, schlug die Arme um den Oberkörper und rückte nah an MG heran. "Achja, falls jemand etwas bemerkt haben sollte, ich habe die Tür zur Kammer wieder verschlossen. Wir können immer noch behaupten, jemand hätte uns unabsichtlich eingeschlossen. Und andernfalls habe ich den Schlüssel bei mir."

Sie zwinkerte, zeigte auf ihren Brustansatz und beschrieb mit einer Geste einen fallenden Gegenstand in ihr Dekollete hinein. "Hier kann ihn weder jemand stehlen noch kann er verloren gehen. Jedenfalls solange mir niemand die Bluse aufschnürt." Femia kicherte und schlüpfte vor MG in den Verkaufsraum der Schmiede. Drinnen war es dämmrig, aber nicht finster. Das Feuer der Esse schimmerte bis in den Vorraum, und es war noch immer das Hämmern der Schmiede zu hören.

"Sie arbeiten immer noch?" Erstaunt trat Femia näher und versuchte die Identität des Schemens auszumachen. Der Größe nach zu urteilen war es Malmar. Aber wo war ...

"Ah, da seid ihr ja!"

Silvana kam regelrecht aus dem Boden geschossen. Femia japste erschrocken auf und meinte ihr Herz springe ihr jeden Moment aus dem Körper. Ihre Hand presste sich gegen die Brust, unter der es heftig pochte. "Du liebe Güte, Silvana, Ihr habt mich zu Tode erschreckt."

Die Wallonin grinste. "Verzeih, meine Liebe, aber ich hatte euch bereits vermisst." Sie warf MG einen abschätzenden Blick zu. "Nicht, dass ich euch kontrollieren möchte. Aber eine junge Dame in deinem Alter sollte ..."
"Wir waren nur in der Stadt", sagte Femia hastig und Hitze schoss ihr in die Wangen. "Das ist doch nicht verboten, nicht wahr? Ich bin das erste Mal in Nuru. Es ist ja sooo aufregend. Wenn ich gewusst hätte, was ich hier alles erleben würde, wäre ich schon viel früher gekommen." Sie drehte sich zum MG herum und lächelte verschwörerisch. Bis auf den Ausflug in die Stadt hatte sie die volle Wahrheit gesagt.

"Ich wusste nicht, wann ihr kommen würdet", erwiderte Silvana mit einem undeutbaren Gesichtsausdruck und wandte sich an MG. "Möchtet Ihr in Eurer Kammer oder mit uns zusammen speisen?" Damit war deutlich, dass sie keinesfalls vor hatte, Femia mit MG allein in einem Raum unterzubringen.

Die Wallonin wartete die Antwort des Soldaten ab und ging dann voraus die Treppe hoch. Femia zwinkerte MG zu, griff unbemerkt nach seiner Hand und drückte sie. "Sie ist misstrauisch", flüsterte sie, "aber sie hat nichts bemerkt. Meinst du nicht auch? Ist schon lustig, dass wir vor kurzem noch da oben waren und keiner weiß davon." Sie kicherte, zog MG ein Stück hinter sich her, ehe sie seine Hand los ließ und züchtig vor ihm her die Treppe hochstieg. Mit den Händen hob sie leicht den Rock an, um nicht über den Stoff zu stolpern, und ließ ihre Hüften anmutig bei jedem Schritt zur Seite schwingen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 08. Jun 2005, 00:13
Nachdem sie den warmen Verkaufsraum der Schmiede wieder betreten hatten, schaute sich MG wie Femia nach einem bekannten Gesicht um. Ein dämmriges Licht sowie ein lautes Hämmern drang aus der Schmiede.

So wie es aussieht, arbeiten die Beiden...

MG wurde von Silvana unterbrochen, die urplötzlich vor Femia stand. Er fragte sich, wieso er sie nicht kommen gesehen hatte. Musste wohl an dem doch recht dunklem Raum liegen. Femia erklärte derweil, was sie angeblich mit MG unternommen hatte. Er erkannte sofort die Zweideutigkeit in ihren Sätzen und fing an zu grinsen. Dann wandte er sich an Silvana.

Ich hoffe, wir haben euch mit unserer langen Abwesenheit nicht zu große Sorgen bereitet. Doch ich war schon öfters in Nuru und hatte Femia viel zu zeigen. Leider haben wir nicht alles geschafft, was es eigentlich zu sehen gab. Eventuell können wir davon noch etwas zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Er musste ein weiters Mal in Richtung Femia lächeln, bevor er fortfahren konnte. Ein weiteres Mal hatte er in seinem Leben nicht gelogen.

Ich würde mich über ein gemeinsames Essen freuen. Ehrlich gesagt, habe ich einen Bärenhunger. Der gemeinsame Nachmittag war wohl doch anstrengender gewesen, als zuerst angenommen.

Während Silvana schon mal die Treppe hinaufging, zwinkerte Femia ihm zu und griff seine Hand. Erst als die Schmiedin sicher aus ihrer hörweite war, antwortete MG.

Ich glaube sie ahnt etwas, nur beweisen kann sie es nicht. Wir sollten heute Abend aufpassen und uns erstmal jeder in unser eigenes Zimmer legen. Ich komm dann später zu dir herüber.

MG zwinkerte Femia zu und ließ sich bis zur Treppe ziehen. Dann löste Femia ihre Hand und ging schwungvoll und aufreizend vor ihm die Treppe hinauf. Ein weiteres Lächeln huschte über MG´s Lippen, als er sich dachte, was er deswegen am liebsten sofort mit ihr getan hätte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 09. Jun 2005, 20:39
Auf dem Treppenansatz angekommen blieb Femia stehen, um auf MG zu warten. Sie zwinkerte ihm zu und folgte mit federndem Schritt der Wallonin. Ihr langer Zopf wippte sachte hinter ihrem Rücken hin und her. Die Kammer der Schmiedin war schlicht, aber gemütlich eingerichtet. Verkohlte Holzscheite glosten in einem schmalen Kamin und strahlten eine angenehme Wärme ab - nicht zu heiß, sondern für den kleinen Raum gerade richtig.

Femia sah sich um und setzte sich erst auf Silvanas Aufforderung hin auf einen der beiden gepolsterten Stühle, die sich an einem quadratischen Tisch gegenüber standen.  Sie wählte jenen, der dem Kamin am nächsten stand. Sie zitterte immer noch und die Gänsehaut hielt sich hartnäckig auf ihrer Haut; wohl mehr vor Aufregung als vor Kälte.

Die Wallonin ließ sie beide für einen Augenblick allein, um das Abendessen zu holen. Femia wartete, bis MG sich ebenfalls gesetzt hatte, und streckte ihm auf dem Tisch die Hände entgegen.

"Silvana fühlt sich verpflichtet auf mich zu achten. Meine Mutter hat ihr das Versprechen abgenommen. Aber seit kurzem weiß ich, ich bin bei einer Pflegefamilie aufgewachsen und diese Frau nur meine Pflegemutter ist. Gilt diese Vereinbarung dann überhaupt noch? Bin ich nicht alt genug allein zu entscheiden, mit wem ich zusammen sein will?", flüsterte sie und tastete nach seinen Fingern. "Auch wenn diese Heimlichtuerei einen gewissen Reiz hat." Erst als sie Silvanas Schritte hörte, zog sie rasch die Hände wieder zurück.

Es gab Dinkel-Eintopf mit Brot als Vorspeise und gegrilltes Schweinefleisch mit Erbsen. Zwar war Femias Portion um einiges kleiner war als die von MG, doch sie meinte keinen so großen Hunger zu haben um die Menge zu schaffen. Der erste Bissen belehrte sie eines Besseren. Sie hatte Hunger - und zwar einen beträchtlichen. Auch wenn Silvanas Kochkünste denen von Idith nicht das Wasser reichen konnten. Walloninnen kochten eben nicht gerne - diese hier jedenfalls nicht.

Silvana hatte schon gegessen, langte nach drei Bechern auf einem der Regale neben dem Schrank und wandte sich an erst an MG und dann an Femia. "Was wollt ihr trinken?"

Femia entschied sich für Traubensaft. Während sie aßen machte es sich Silvana mit überkreuzten Beinen auf dem Bett gemütlich, nahm eine weiche Wildlederhose zur Hand, die ganz offensichtlich ihr selbst genörte, und machte sich daran eine aufgeplatzte Naht zu reparieren.

"Wie hat dir Nuru gefallen?", fragte sie wie beiläufig, warf ihren beiden Gästen einen kurzen Blick zu und widmete sich wieder ihrer Arbeit. "Im Gegensatz zu Nighton ist diese Stadt einfach nur laut. Wäre meine Arbeitsstätte nicht hier, ich würde keinen Tag länger bleiben."

Femia nickte, schluckte den Bissen hinunter und antwortete so unverfänglich wie möglich. "Ich habe es mir völlig anders vorgestellt. Aber immer, wenn man bestimmte Erwartungen hat, werden sie von der Tatsache in den Schatten gestellt." Sie warf MG über die Krümmung der Gabel hinweg einen verführerischen Blick zu und streckte unter dem Tisch ein Bein aus. Wie unabsichtlich berührte sie mit dem Fuß MGs Bein. Ihr Puls beschleunigte sich wieder, und sie spürte Wärme in ihre Wangen aufsteigen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Sa., 25. Jun 2005, 01:36
Nachdem sich Femia auf einen der beiden Stühle gesetzt hatte, machte es sich auch auch MG ihr gegenüber bequem. Silvana hatte währendessen den Raum schon wieder verlassen. Wahrscheinlich holte sie das Essen. MG fragte sich was es wohl geben würde, als er die Berührung Femia´s Hände spürte. Er schaute ihr leicht verträumt in die grünen Augen. Sie fing an von ihrer Pflegemutter zu berichten und was für ein Versprechen diese Silvana abgenommen hatte. Als Femia geendet hatte, antwortete MG.

Nunja, eigentlich ja schon, auch wenn es nur deine Pflegemutter war. Aber ich glaube kaum, dass deine Pflegemutter etwas gegen unsere Beziehung hätte.

Ein Lächeln spiegelte sich auf MG´s Lippen.

Trotzdem sollten wir Silvana bei einem passendem Moment von uns erzählen. Was will sie denn auch dagegen tun? Es muss ja nicht unbedingt heute sein.

MG zwinkerte Femia zu, die auch sofort wieder ihre Hände zurückzog, da sich ihnen Schritte näherten.

Als Vorspeise stellte Silvana etwas auf den Tisch, das MG stark an das Essen in der Kaserne erinnerte. Da MG es für unhöfflich fand, den Eintopf gar nicht erst zu probieren, löffelte er sich ein wenig auf den Teller und nahm sich eine Scheibe Brot. MG war überrascht, wie gut es doch schmeckte, im Gegensatz zu dem wie es aussah. Sofort nahm er eine weitere Portion und wandte sich an Silvana.

Ich muss sagen, der Eintopf ist einfach vorzüglich.

Als die Vorspeise vertilgt war, nahm MG sich das Schweinefleisch vor. Femia war schon fertig mit dem Essen. dies war ja auch kein Wunder. Sie hatte um einiges weniger auf dem Teller gehabt als er. MG schob ihr die Hälfte von seinem Fleisch rüber.

Du siehst immer noch hungrig aus. Nimm noch etwas von meinem.

Als er von Silvana gefragt wurde, was er trinken wolle, antwortete MG mit einem Becher Wein. Er legte das Besteck zur Seite und nippte an seinem Becher. Wieder etwas abwesend scheinend, blickte MG dabei auf die glühenden Holzscheite im Kamin. Nur beiläufig bekam er die Frage Silvanas sowie die Antwort Femias mit. Erst die Berührung ihres Fusses ließ seinen Blick auf sie abschweifen und er musste lächeln. Schnell warf er ihr mit seinen Lippen eine Kuss zu. MG merkte wie sich seine Wangen erwärmten und er konnte sich denken, wie rot sie wohl gerade leuchten würden. Er hoffte, dass silvana das nicht sehen würde oder sie den wein dafür verantwortlich machte. Er versuchte sich abzulenken und sprach Silvana an.

Falls ihr es noch nicht wisst. Im nächsten Monat wird von Sir di Asturien und mir in Nighton ein kleines Turnier veranstaltet. Ich hoffe mal ihr werdet auch dort erscheinen. Es wäre wirklich bedauerlich, euch nicht dabei zu haben.

Sein Blick glitt wieder zu Femia und MG nippte ein weiteres Mal an seinem Wein. Dabei glitzerten seine blauen Augen über den Becherrand.

Dich hole ich natürlich vorher ab und wir gehen zusammen dahin oder hast du schon was besseres vor?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 25. Jun 2005, 18:54
Sie aß alles auf, jeden Bissen. Das Sättigkeitsgefühl machte sie träge, und Femia lehnte sich zurück, griff nach ihrer Halskette und spielte gedankenverloren mit dem Silberdrachen, den MG ihr geschenkt hatte. Sie lächelte über MGs rote Wangen und genoss die zarte Berührung unter dem Tisch.

Die Worte, die MG an Silvana richtete, plätscherten an ihr vorbei und verloren sich irgendwo zwischen dem vergangenen Nachmittag und einer ungewissen Zukunft. Schon in ihrer Kindheit hatte sie sich angewöhnt einen Tag um den anderen zu leben und jeden Augenblick zu genießen. Es gab kein Morgen und keine Sorgen um das was sein könnte. Nun grübelte Femia erstmals darüber nach ob dieser Nachmittag mit MG weitreichendere Folgen für sie haben würde. Würde dieser Tag ihr Leben verändern? Würde sie weiterhin so unbekümmert mit den männlichen Gästen umgehen können wie bisher? Es war ihr ein leichtes, Beruf und Privatleben zu trennen, aber würde MG das auch so sehen?

Shanja schlich sich in die Kammer ihrer Herrin und schnüffelte unter dem Tisch zuerst an MGs Stiefeln und folgte dann Femias wohlgeformter Beinlinie. Eine feuchte Schnauze stubste sie an und riss sie aus ihrer Grübelei.

"Oh, schön dich zu sehen, Mädchen." Femia ließ den Arm sinken und streichelte sanft durch das drahtige Fell. "Du wirst erwachsen, du bist lange nicht mehr so flauschig wie früher", behauptete die Tänzerin und strubbelte Shanjas Stirnhaar.



Aufmerksam musterte Silvana erst Femia, ehe sie die Naht kontrollierte, die sie mit regelmäßigen Stichen erneuert hatte. Sie mischte sich nie in die Angelegenheiten anderer, aber Femia war in ihren Augen viel zu vertrauensselig und dementsprechend leicht zu beeinflussen. Die Begebenheit mit der schwarzen Rose war ihr noch in deutlicher Erinnerung. Auch wenn sie darum nur Vermutungen anstellen konnte, war ihr Femias kurzzeitige Veränderung noch immer nicht geheuer.  Die Wallonin wusste nur zu gut um die Faszination des Bösen, und sie akzeptierte wenn sich jemand der Gewalt verschrieb - was sie aber nicht akzeptierte war Manipulation sowie geistige oder körperliche Vergewaltigung.

Dementsprechend misstrauisch war sie auch MG gegenüber - ein Mann blieb immer ein Mann, und Gelegenheiten boten sich viele auf längeren Reisen. "Ihr seid doch der Soldat, der sich beim Kostümfest mit dem Bluthund derer von Morgoth geprügelt hat", sagte sie anstatt ihm auf seine Frage das Turnier betreffend zu antworten. "Ein wehrhafter Begleiter auf Reisen ist für eine Frau von großem Nutzen, doch bedarf es auch eines gewissen Maßes an Vertrauen, sich einem Stärkeren auszuliefern."

Ihr dunkler Blick schien MG zu prüfen. "Interessant vor allem, dass Femia Euch begleitet und nicht umgekehrt."



"Lady Silvana!", rief Femia entrüstet aus und umklammerte den Silberdrachen, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. "Unterstellt Ihr MG etwas unehrenhafte ..."

Sie unterbrach sich, als Silvanas überraschter Blick sie streifte und sie bemerkte, dass sie sich zu heftig eines Vorwurfs ereiferte, den es nicht gegeben hatte. Beschämt zog Femia die Beine unter ihren Sessel zurück und senkte die Lider. Gab es soetwas wie Moral überhaupt? Ihre Pflegemutter war eingekerkert gewesen hinter Gitterstäben aus Moral und Schamgefühl. Femia konnte sich beileibe nicht vorstellen, dass sich Silvana gesellschaftlich auferlegten Vorschriften beugte. Nicht diese Frau.

Trotzig reckte Femia das Kinn. Ihre grüne Iris versprühte helles Feuer. Sie würde MG nicht verraten, einfach weil die Heimlichkeit sie reizte, aber würde sie direkt gefragt werden, würde sie ihre Gefühle keinesfalls verleugnen.



Silvana lächelte nur und wandte sich wieder MG zu. "Ein Turnier? Wie interessant. Beim letzten Mal bin ich ja nicht gerade durch glanzvolle Taten aufgefallen", grinste sie, faltete die Lederhose zusammen und legte sie fein säuberlich neben sich auf das Bettlaken.

"Ich werde auf jeden Fall kommen. Ihr müsst mir nur sagen, wann genau es stattfindet, damit ich rechtzeitig anreisen kann. Mal sehen, in welche Kampfgruppe ich diesmal falle und ob das Los es diesmal gut mit mir meint. Fernkampf werde ich mir diesmal noch schenken, so gut beherrsche ich die Armbrust noch nicht."

Ihr offener Gesichtsausdruck zeigte weder einen Vorwurf noch sonderliches Misstrauen. Sie wollte erst sichergehen, ehe sie MG beurteilte. "Werdet Ihr auch antreten? Oder seid Ihr nur Veranstalter?"
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: So., 26. Jun 2005, 00:50
MG musste schmunzeln, als Silvana ihn auf den Vorfall mit Morgon ansprach. Gleichzeitig musste er aber auch an ardon denken. Dies müsste das letzte Mal gewesen sein, dass er was von ihm gehört hatte. Er schien wie von der bildfläche verschwunden zu sein. Schnell hatte sich MG wieder aus seinen Gedanken gelöst, um Silvana nicht all zu lange auf eine Antwort warten zu lassen.

Nunja, eigentlich habe ich mich ja nur verteidigt. Er hatte schließlich damit angefangen. Es tut mir übrigens immer noch wahnsinnig Leid, dass es überhaupt so weit gekommen ist.

Auf die zweite Bemerkung ging MG nicht sofort ein, sondern machte erst eine kurze Pause. Er musste einen Moment überlegen, wie er am besten darauf einging bevor er einfach darauf los quatschte.

Vertrauen ist nach meiner Meinung einer der wichtigsten Sachen, die das Leben zu bieten hat und man muss viel daran arbeiten, um sich das Vertrauen eines Menschen zu verdienen. Ihr könnt euch sicher denken, wie wichtig es besonders als Soldat ist sich auf seine Kameraden im Kampf verlassen zu können.

Auf die letzte Bemerkung hin, hatte sich sein Verdacht endgültig bestätigt, dass Silvana ihm kein bisschen vertraute. Dies war ja auch kein Wunder. Sie kannte ihn schließlich so gut wie gar nicht. Sonst wüsste sie bestimmt, was für ein Mensch er war und würde nicht veruchen ihn zu provozieren. MG blieb gelassen wie immer und wollte schon antworten, als ihm Femia ins Wort fiel. Sofort schaute er zu ihr rüber. Sie war auf die Provokation hineigefallen und hatte ohne zu überlegen geantwortet. Er versuchte die Situation noch zu retten.

Eigentlich stimmt das ja nicht so ganz. Ich habe Femia bei ihren Erledigungen in Sha'Nurdra begleitet und sie gefragt, ob sie auch mit mir nach Nuru kommen wollte, da ich ja bei euch mein Schwert umschmieden lassen wollte und sie noch nie in Nuru gewesen war. Sie hätte ja auch jederzeit ablehen können.

MG fragte sich was Silvana wohl gerade dachte, als sie anfing zu lächeln. Hatte sie sich schon ein Bild von ihm gemacht oder war sie sich noch unschlüssig. Er wollte nicht, dass sie etwas Falsches von ihm dachte.

Silvana kam währenddessen wieder auf das Turnier zu sprechen. Sie würde gerne mitmachen, auch wenn es nur beim Nahkampf war und nicht beim Fernkampf.

Wenn ich selber genau weiß, wann es stattfindet, gebe ich euch gerne sofort Bescheid. Ich werde natürlich auch selber mitmachen und wer weiß...vielleicht kämpfen wir ja sogar gegeneinander.

Etwas berührte MG am Bein und als er unter den Tisch schaute, bemerkte auch er die junge Wölfin. Er hatte sie überhaupt nicht hineinkommen sehen. Mit einem verführerischen Lächeln schaute er zu Femia, die Shanja am streicheln war.
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 26. Jun 2005, 17:19
"Gegeneinander?" Silvana schmunzelte und nippte an ihrem Becher mit Met. "Ja, warum eigentlich nicht." Sie zuckte mit den Schultern. "Letztes Mal musste ich gegen jemanden antreten, der mir sehr am Herzen lag, aber diesmal bleibt mir das zum Glück erspart. Wie ist das eigentlich für Euch? Wenn Ihr Euren Kameraden so sehr vertraut, wie könnt Ihr dann in einem Turnier wertfrei gegeneinander antreten?"

Sie hatte sich schon immer gefragt, wie dieses Rudelverhalten von Männern zustande kam. Wallonen kämpfen zwar auch in der Gruppe, aber stets jede für sich. Das lag wohl daran, dass Wallonenangriffe keiner bestimmten Taktik folgten. "Vertrauen ist wahrlich eine seltsame Sache. Kann man sich je sicher sein? Wurden nicht Menschen von ihren besten Freunden verraten und hintergangen? Und von Blut ist dicker als Wasser halte ich auch wenig. Ich kenne mehr verfeindete Familien als intakte."

Über den Becherrand beobachtete sie jede Regung des Soldaten. Noch hatte er ihr keinen Anlass gegeben schlecht über ihn zu urteilen. Im Gegenteil schien er ein sehr friedliebender Mensch zu sein, etwas das sie ganz und gar nicht erwartet hatte. Es schien wohl wirklich zu stimmen, dass man Fremde immer erst nach dem eigenen Maßstab beurteilte. Wer soviel Gewalt gesehen hatte wie sie vermutete immer zuerst das Schlechte.



Femia kam sich maßlos dämlich vor. Silvana versuchte MG zu prüfen, es war ganz deutlich zu erkennen, aber sie war wie ein blindes Huhn in die Fallgrube getappt. Wenn die Wallonin jetzt nicht erkannte, wie es um sie beide stand, musste sie schon blind und taub sein.

Die Tänzerin zog die Hand von Shanjas Fell zurück und bemerkte beim Aufrichten MGs Blick. Er hatte die Situation grandios gerettet. Wieviel welterfahrener er doch war im Gegensatz zu ihr. Furchtlos reiste er durch die Lande, fand auf jede Frage, für jede Situation die passenden Worte, die richtigen Gesten ... und sie war so unerfahren und naiv, dass sich selbst Silvana verpflichtet sah sie zu beschützen. Dabei war gerade die Wallonin jemand, die sich normalerweise um niemanden kümmerte als um sich selbst.

Femia versuchte sich in einem hingerissenen Lächeln, aber sie spürte dass es kläglich misslang. Sie presste die Lippen aufeinander, machte eine bedauernswerte Miene und zuckte leicht mit den Schultern, so dass nur MG erkennen konnte, dass sie sich im Moment alles andere als wohlfühlte.

"Ich komme gerne mit zum Turnier", sagte sie, nur damit sie überhaupt etwas sagte, und zeichnete mit fahrigen Bewegungen Kreise auf die Tischplatte.

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mo., 27. Jun 2005, 01:45
Ein weiteres Mal musste MG lächeln, als Silvana ihn fragte, wie er gegen seine Kameraden kämpfen konnte, wenn sie sich doch so sehr gegenseitig vertrauten.

Das ist keine schwere Frage. Als Soldat wird man nicht nur geschult zu töten, sondern auch wie man seinen Gegener einfach nur kampfunfähig macht ohne ihn töten zu müssen. Bei einem Übungskampf zwischen Soldaten ist es sowieso egal, da mit Übungswaffen gekämpft wird, doch bei einem Turnier wie diesem sieht es schon ganz anders aus. Da müssen wir immer darauf achten unsere Gegner auszuschalten ohne ihm ein wirkliches Leid zuzufügen. Doch wie gesagt werden wir in so etwas geschult und so kann man mit einem ruhigen Gewissen in den Kampf gehen. Für den äußersten Notfall stehen ja auch noch ein paar Heiler bereit.

MG achtete nach seiner kleinen Ansprache viel mehr auf Femia, als auf den interessierten Blick Silvanas, der auf ihm ruhte. Er konnte nicht nur sehen, dass sie sich nicht wohlführte, sondern es auch schon fast spüren. Es musste mit ihrer vorschnellen Antwort zu tun haben. Nur zu gern hätte er sie sofort tröstend in seine Arme geschlossen, doch dies war in der momentanen Situation nicht möglich. MG versuchte ein Halt noch ein paar Minuten durch mit seinen Lippen zu formen, doch er bezweifelte, dass sie es verstanden hatte. Also versuchte er sie auf eine andere Weise ein wenig zu beruhigen, indem er unter dem Tisch mit seinem Fuss ihre Wade streichelte und sie ein weiteres Mal anlächelte. MG war es in diesem Moment ziemlich egal, ob die Schmiedin dies mitbekam.

Silvana kam währenddessen ein weiteres Mal auf das Thema Vertrauen zu sprechen, wodrauf MG sich wieder an sie wandte.

Ihr könnt mir glauben, dass ich nur zu gut weiß, was es heißt, von einer Person der man vertraut veraten zu werden. Doch auch das gehört nach meiner Meinung zum Leben dazu. Eine völlig falsche Reaktion darauf wäre, niemanden mehr vertrauen zu wollen. Ich weiß ja jetzt nicht, was ihr in eurem bisherigen Leben alles erlebt habt, doch ich weiß, dass auch ihr weiterhin anderen Personen vertraut und sei es nur, dass ihr Malmar einen Teil eurer Arbeit anvertraut. Dies ist auch eine Art des Vertrauens.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 27. Jun 2005, 12:24
"Ihr scheint Euer Leben ja sehr gelassen hinzunehmen. Bewundernswert." Silvana stellte den Becher beiseite, schwang die Beine vom Bett und rutschte bis an die Bettkante vor. "Als Halbblut in einer Sippe aufzuwachsen, die sehr viel auf die Reinheit des Blutes hält, hat mich zwar für das Leben gestählt, aber auch sehr hart gemacht wie Ihr Euch denken könnt. Vertrauen war für mich nie ein Thema. Aber vielleicht habt Ihr Recht. Es macht Sinn im Kleinen zu beginnen."

Die letzten Worte konnten alles bedeuten - sich auf seine Bemerkung zu Malmar beziehen oder auf seine Gefühle für Femia. Silvana war nicht blind. Im Gegenteil konnte sie sogar ganz deutlich spüren, was hier vor sich ging. Und es hatte sie nun wirklich nicht zu interessieren. In Femias Alter war sie selbst der Beziehung zu ihrer Cousine längst wieder überdrüssig gewesen, die alles andere als liebevoll verlaufen war. Noch heute trug sie Narben vom derben Liebesspiel auf ihren Schultern.

"Wünscht Ihr noch einen Nachtisch, ehe Ihr zu Bett geht?" Die Wallonin erhob sich, schob die Teller ineinander und trug das schmutzige Geschirr zurück in die Küche.



Femia atmete hörbar aus, als Silvana den Raum verließ. "Sie weiß es, nicht wahr?", flüsterte sie MG über den Tisch hinweg zu. "Was also noch viel sagen." Sie zuckte mit den Achseln, fand ihre Fassung wieder und lächelte. Die Berührung unter dem Tisch jagte ihr ein Kribbeln über die Haut. Rasch beugte sie sich über die Tischplatte, streckte die Hände nach MG aus und schickte ihm einen Luftkuss.

"Wirst du wirklich gegen sie antreten? Im Turnier? Denkst du, wird sie dich mehr achten, wenn du sie besiegst?" Mit ihren großen Augen sah sie MG erwartungsvoll an. "Ist es nicht interessant. Sie beharrt mit aller Macht darauf, eine Frau zu sein, und benimmt sich doch wie ein Mann. Ist das, weil sie eine Amazone ist? Manchmal wünschte ich, ich wäre auch so stark wie sie. Und dann wieder denke ich, dass ihr Stolz ihr viele schöne Stunden stiehlt, nicht wahr?"

Die Erinnerung an den wunderschönen Nachmittag war wieder da und schien sie von innen heraus zu wärmen. Die Glut im Kamin war erloschen und ließ Femia frösteln. "Hab ich dir schon gesagt, wie sehr ich dich begehre?", hauchte sie voller Inbrunst.

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Di., 28. Jun 2005, 10:40
MG lehnte dankend den Nachtisch ab. Die Vor- und Hauptspeise hatte ihn zu sehr gesättigt, als das er jetzt noch etwas runter bekam. Silvana räumte darauf das drdckige Geschirr vom Tisch und bevor MG sie fragen konnte, ob er helfen sollte, war sie auch schon verschwunden. Dann wanderte sein Blick wieder zu Femia.

Und wie sie es weiß, sagte er mit einem Lächeln. Ich glaube auch nicht, dass sie etwas dagegen hätte, sonst hätte sie etwas gesagt.

Bildlich fing MG den Luftkuss von Femia mit einer Hand auf und drückte diese dann fest gegen seine Brust. Dann warf er ihr auf die gleiche Weise einen Luftkuss zu.

Das wird sich zeigen, ob ich gegen sie antrete. Doch wenn werde ich wohl nicht als Sieger davonschreiten. Amazonen sind sehr hartnäckige Gegner auch wenn man es am Erscheinungsbild vielleicht nicht ansehen möchte. So sehe ich das jedenfalls. Wie es tatsächlich läuft, sehen wir ja dann beim Turnier.

MG zwinkerte Femia zu. Sie schien etwas gedankenabwesend zu sein. Doch schließlich sprach sie ihn ein weiteres Mal an. MG lächelte ironisch bei seiner Antwort.

Nö, das hast du heute noch nicht gesagt! Ist ja klar! Kaum Blut geleckt und schon kannst du nicht mehr genug bekommen.

Ein kurzes Lachen folgte, was MG relativ leise zu halten veruchte, bevor er ernsthafter fortfuhr. Seine blauen Augen glitzerten förmlich dabei.

Habe ich dir denn schon gesagt, wie sehr ich dich begehre?

Am liebsten wäre er sofort mit Femia wieder auf das Zimmer verschwunden, doch einen kleinen augenblick mussten sie sich wohl noch gedulden.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 28. Jun 2005, 15:55
Kaum Blut geleckt und schon kannst du nicht mehr genug bekommen.

"Och, du bist gemein!" Mit einem Lachen griff Femia nach ihrem Becher und setzte dazu an, ihm das halbvolle Gefäß an die Brust zu schleudern, doch dann überlegte sie es sich anders und trat ihm unter dem Tisch gegen das Schienbein. Aber nur leicht, denn sie wollte ihm ja nicht wehtun.

"Du willst doch wohl nicht behaupten, dass du es nicht auch willst. Ich seh's an deinen Augen." Sie streckte ihm die Zunge raus, verschränkte die Arme vor der Brust und gab sich gespielt beleidigt. Selbst als er ihr ernsthaft versicherte, dass sie mit ihrer Begierde nicht allein war, schnaufte sie nur lautstark und blickte absichtlich in eine andere Richtung. "Jetzt kannst du lange warten. Auf Knien wirst du mich noch anflehen, dir nachzugeben."

Allzulange hielt sie diese Scharade allerdings nicht durch und fing wieder an zu kichern. Sie griff nach seinen Fingern und drückte sie. "Da fällt mir eine der Dirnen ein, welche ein Haus in der Nähe unseres Dorfes hat. Man erzählt sich, dass sie Männer mit der Peitsche auf die Knie zwingt und sie wie einen Hund durch das Zimmer jagt. Kannst du dir das vorstellen?"

Femia ließ MG wieder los und hielt sich eine Hand vor dem Mund, um nicht laut loszulachen. "Würde dir sowas gefallen?", feixte sie. "Ich frage mich schon lange, ob die Kunden dieser Dirne von dieser seltsamen Behandlung Striemen davontragen und ob ihren Ehefrauen das je aufgefallen ist. Was vermutlich wenig ändert, denn die Frauen in unserem Dorf haben ohnehin nicht viel zu bestimmen."

Femia schnitt eine Grimasse und war dankbar, dass Nighton soviel liberaler war als das abgeschottete Dorf am Rande der Drachenberge.

Kurz darauf kam Silvana zurück und war offenbar überrascht, ihre Gäste noch anzutreffen. "Ihr seid noch hier? Ich hätte vermutet, ihr hättet Euch schon zurückgezogen. Braucht ihr noch etwas?" Ihr Blick wanderte von MG zu Femia. "Was nicht heißt, dass ich Euch aus meiner Kammer vertreiben will."

"Es wäre doch unhöflich gewesen, einfach zu gehen", antwortete die junge Tänzerin höflich und nickte MG zu. "Nicht wahr? Aber das Essen war vorzüglich, danke sehr." Rasch trank sie ihren Becher Traubensaft leer, verschränkte die Hände in ihrem Schoß und blieb abwartend sitzen. Nun lag es ganz an MG, wie der Abend weiter verlief.

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 29. Jun 2005, 01:08
Schützend nahm MG die Hände hoch, als Femia dazu ansetzte ihm den Traubensaft entgegenzuschütten. Doch sie setzte den Becher wieder ab und trat in dafür leicht gegen das Schienenbein. Es tat zwar nicht wirklich weh, doch trotzdem riss er die Agen weit auf und setzte ein schmerzverzogenes Gesicht auf.

AUA!

Femia stellte sich sturr und blickte beleidigt an MG vorbei. Dieser merkte, dass es nur gespielt war, da Femia arge Probleme damit hatte ein ansatzweises Lächeln zu verkneifen. Doch er spielte mit.

Ich soll auf Knien rutschen? Wenn du das willst...

MG stand von seinem Stuhl auf kniete sich neben den Tisch vor Femia hin. Jetzt konnte sie sich erst recht kein Kichern verkneifen und nahm seine Hände, die er bittend vor ihr hin hielt. Femia kam auf eine Dirne zu sprechen, die sie aus ihrem Dorf kannte. MG staunte im ersten Moment antwortete dann aber mit einem verschmitzten Lächeln, während er sich wieder auf seinen Platz setzte.

Ich glaube nicht, dass es mir gefallen würde. Probiert habe ich es aber noch nie und wer weiß, vielleicht bekommst du mich ja mal dazu.

Kurz darauf kam Silvana wieder und schien sehr erstaunt die Beiden noch hier anzutreffen.

Wie Femia schon sagte, wäre es unhöflich gewesen, einfach zu verschwinden. Doch nun, wo ihr ja wieder da seid, können wir euch noch eine gute Nacht wünschen.

MG erhob sich von seinem Platz und Femia tat es ihm gleich, nachdem sie ihren restlichen Traubensaft hinuntergestürtzt hatte. Zusammen verließen sie den Raum. MG machte sich Gedanken, ob er direkt mit Femia auf ein Zimmer verschwinden sollte oder später zu ihr gehen sollte. Er drehte sich um und schaute ob Silvana sie noch zu ihren Gemächern bringen wollte oder sie direkt in ihrem Zimmer blieb.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 29. Jun 2005, 11:28
Femia drehte sich genau wie MG noch einmal nach Silvana um. Sie hatte ihnen eine gute Nacht gewünscht und kam ihnen nicht nach. Die Tänzerin atmete hörbar aus. "Zum Glück. Ich hätte nicht gewusst, wie ihr erklären soll, dass ich eines der Zimmer abgesperrt habe."

Mit Zeigefinger und Daumen langte sie in ihr Dekollete, biss sich auf die Unterlippe, als sie nicht gleich fand was sie suchte, und fischte dann den Schlüssel zwischen ihren Brüsten hervor. Kaum hatte sie aufgesperrt und die Tür einen Spalt aufgeschoben, dröhnten Silvanas Stiefel über den Holzboden des Flurs.

Femia schreckte hoch, als sie die Wallonin erblickte, die auf sie zukam. Ihre Wangen flammten auf, als habe Silvana sie bei etwas Verbotenem erwischt. "Gute Nacht", sagte sie schnell, warf MG einen bittenden Blick zu, huschte in ihre Kammer und schlug die Tür hinter sich zu.

Silvana grinste, als sie an MG vorbei kam, und klopfte ihm im Vorübergehen auf die Schulter. "Ihr solltet Euch ausschlafen, sonst könnt Ihr womöglich morgen Euer Breitschwert nicht halten." Damit steuerte sie auf die Treppe zu und verschwand nach unten in der Schmiede, wo noch Arbeitsgeräusche zu  hören waren.

Femias Herz raste. Mit dem Rücken lehnte sie sich von innen gegen die Tür und atmete ein paar Mal kräftig aus und ein. Was war nur los mit ihr? Wieso getraute sie sich nicht offen einzugestehen, was sie für MG empfand? Weil es in ihrem Dorf nicht erlaubt gewesen war, eine Beziehung zu einem Mann zu haben, ehe man verheiratet war? Aber das hier war Nuru, und auch in Nighton nahm das niemand so genau.

Ihre Hände zitterten. Was, wenn MG ihre Reaktion nun falsch verstanden hatte? Ihr Puls, der sich eben noch beruhigt hatte, schnellte wieder hoch. Aufgelöst rannte sie in der Kammer auf und ab, presste die Finger ineinander und quetschte sie, bis sie sich weiß verfärbten.

Ein paar Minuten vergingen, die ihr wie Stunden vorkamen. Er kommt nicht, dachte sie entsetzt. Jetzt ist er böse auf mich.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Fr., 01. Jul 2005, 01:26
Mit lüsterndem Blick beobachtete MG Femia genau, wie sie in ihrem Dekollete nach dem versteckten Schlüssel suchte.

Soll ich dir vielleicht dabei helfen?

Doch Femia hatte auch schon gefunden, wonach sie suchte. Sie hatte die Tür noch nicht mal richtig geöffnet, als Schritte über den Flur hallten. MG drehte sich ein weiteres Mal um und sah Silvana, die auf sie zukam. Von der Seite bekam er nur ein schnelles "Gute Nacht" mit, bevor Femia in dem Raum verschwunden war. Währenddessen hatte die Schmiedin ihn erreicht und klopfte ihm ermunternd auf die Schulter.

Ihr habt recht. Ich wünsche euch noch eine angenehme Nacht!

MG ging zu dem Zimmer, das gegenüberlag und legte seine Hand auf die Türklinke, betätigte sie aber nicht. Stattdessen schaute er Silvana hinterher, die die Treppe hinunter ging. Er wartete ab, bis sie nicht mehr zu sehen war. Dann schlich MG leise hinterher und überprüfte, ob sie nicht sofort wieder hoch kam. Doch Silvana kam nicht. Also ging er wieder zu Femias Zimmer, öffnete schnell und leise die Tür und huschte durch den Spalt, bevor er sie genau so schnell wieder schloss. Als er sich umdrehte, stand Femia auch schon direkt vor ihm.

Sie ist nach unten gegangen und wird nicht vermuten, dass ich hier bin.

Sofort schloss MG Femia in die Arme und küsste sie zärtlich erst auf den Mund und dann begierig den Hals entlang. Dann flüsterte er ihr leise ins Ohr.

Und? Machen wir da weiter, wo wir eben aufgehört haben?
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 01. Jul 2005, 11:35
Hinter ihrem Rücken knarrte leise die Tür. Femia wirbelte herum und sprang auf MG zu, als dieser durch den Spalt schlüpfte. Ihre Hände waren immer noch ineinandergekrallt, als sie die Arme in Brusthöhe hochhob. "Du bist gekommen."

Ihre Worte drückten bedingungslose Hingabe aus. Ehe sie es sich versah, drückte MG sie an sich, und sie schlang die Arme um seinen Rücken und erwiderte seine heftige Berührung, als hätten sie sich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Sein Kuss war heiß und fordernd. Femia stöhnte leise, als MG sie auf den Hals küsste.

"Wo haben wir denn eben aufgehört?", hauchte sie, ließ den Kopf in den Nacken sinken und entblößte ihren schlanken Hals. Der lange Zopf zerrte schwer an ihrem Hinterhaupt, und da MG sie ohnehin festhielt, ließ sie den Soldaten los, griff mit den Händen hinter sich und löste das Haarband. Ihr ganzer Körper folgte der Bewegung, bog sich ebenfalls nach hinten und presste zugleich ihren Unterleib gegen den von MG.

Eine wilde Erregung durchzuckte sie. Femias Blick wurde sinnlich, sie lachte kurz auf und ließ ihre Hände über MGs Hintern gleiten. "Gibt es da noch mehr, das du mir zeigen willst?"

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Sa., 02. Jul 2005, 03:02
Langsam entfernte sich MG mit seinen Lippen von Femia´s Ohr und widmete sich stattdessen wieder ihrem freiliegendem Hals. Ihr an ihn gepressten Unterleib ließ seinen Körper innerlich vor Erregung erzittern. MG löste eine Hand von ihrer Taile und fuhr Femia damit fast schon abwesend durch die langen schwarzen Haare.

Es gibt noch so vieles, was du noch nicht kennst und selbst ich weiß lang nicht alles. Willst du nicht irgendetwas ausprobieren? Du kannst dabei deiner Fantasie eigentlich freien Lauf lassen.

Leicht biss MG in den geschmeidigen Hals und öffnete dann vorsichtig mit seinen Zähnen die Schnüre der roten Bluse. Immer mehr kamen Femia´s Brüste zum Vorschein, entblösten sich aber nicht ganz.

MG suchte sich eine Stelle aus, die nicht jeder auf anhieb sehen könnte und bis auch dort hinein. Diesmal etwas fester, wobei er zusätzlich noch leicht saugte. Als er sich wieder löste, hatte sich auch schon ein kleiner Bluterguss gebildet. MG konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.

Entschuldigung! Ich konnte nicht anders.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 02. Jul 2005, 16:44
Ein leises Stöhnen entwich Femias leicht geöffneten Lippen bei MGs Liebkosungen. Erst als er sich entschuldigte, riss sie überrascht die Augen auf. "Was ist los?" Mit den Augen suchte sie die Stelle, an der er sie zulässt geküsst hatte. Ein dunkler Fleck hatte sich auf ihrer Haut gebildet.

"Was ... hast du mit mir gemacht?", rief sie erschrocken aus. "Das verschwindet doch wieder, nicht wahr?" Sie warf ihm einen scheelen Blick zu und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. ?Na, warte ?? Ohne Rücksicht darauf, ob er die Stelle würde verbergen können oder nicht, küsste sie ihn unterhalb des Ohres und saugte sich, genau wie er es bei ihr getan hatte, an seiner Haut fest. Der Fleck, der daraufhin entstand, war dunkler und größer als ihrer. Erschrocken fuhr ihre Hand zu ihrem Mund hoch.

?Oh, entschuldige.? Offenbar war die Haut am Hals empfindlicher als an ihrer Brust. Mit einem Kichern wand sich Femia aus MGs Armen und huschte aus seiner Reichweite. Damit  er nicht auf die Idee kam, sie einzufangen, hob sie den Zeigefinger und deutete ein eindeutiges Nein.

Ihr Blick nahm etwas Anrüchiges an, schien zugleich zu verführen und zu verschlingen. Ihr Kinn senkte sich bis das dunkle Haar ihr schönes Gesicht umrahmte. Langsam beugte sie sich nach vorne, doch nur so weit, dass ihre Brüste nicht komplett aus der halboffenen Bluse quellen konnten, sondern nur neckisch versprachen, dass ein Stück tiefer aufgerichtete Knospen auf ihre Enthüllung warteten. Dann streckte sie die Arme zur Seite weg und begann sich ganz langsam zu bewegen, seitlich erst, als wolle sie MG umkreisen, dann in geschmeidigen Bewegungen auf ihn zu und wieder von ihm fort.

Ihre grünen Augen funkelten in brennender Verheißung, ihre Lippen öffneten sich und die Finger krallten sich fest in die Falten ihres Rockes und schwangen sachte den Stoff hin und her, um die Beine fast bis zum Ansatz zu enthüllen und dann wieder zu verbergen. Femias Bewegungen wurden zu einem Tanz der Leidenschaft, schlangengleich verstand sie sich zu winden, ihre Hüften in herausfordernder Art zu schwingen und ihren Rücken durchzustrecken, um ihre Brüste in vollendeter Weise zur Geltung zu bringen.

Es war fast wie ein Rausch, der sie immer schneller werden ließ, ihre Drehungen hatten etwas Wollüstiges, Begehrenswertes, bis sie mit den Fingern nach den Schnüren ihrer Bluse griff, sie endgültig auflöste und den Stoff von ihrem Oberkörper streifte.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 06. Jul 2005, 00:46
Leicht rieb sich MG über die Stelle unter seinem Ohr, an der Femia ihm einen Knutschfleck verpasst hatte. Wie groß er wohl sein mochte? Bestimmt größer als der auf Femias Brust, so wie die ihn anschaute. Ein ironisches Lächeln umspielte seine Lippen.

Das glaub ich dir auf Wort, dass es dir Leid tut. Na warte...

Schnell fuhr er seine Arme nach ihr aus, doch Femia war schneller und sprang flink ein paar Schritte zurück. Sofort hob sie den Finger und deutete ein "Nein!" an. MG lächelte und verschrenkte die Arme vor seiner Brust.

Was wird das denn jetzt?

Femia antwortete nicht, sondern senkte ihr Haupt, bevor sie sich nach vorne beugte. Entspannt drehte MG seinen Kopf seitlich und begutachtete begierig ihre Brüste, die fast aus ihrem Halt herauszufallen schienen. Dann fing Femia an sich geschmeidig erst um MG rum, aber darauf auch auf ihn zu und wieder von ihm fort zu bewegen. Jedesmal wenn sie sich auf ihn zubewegte, streckte MG seine Arme nach ihr aus ohne Femia aber ernsthaft in diese einfangen zu wollen. Er genoß lieber diese stimulierenden Bewegungen ihres Körpers, die immer mehr in einen Tanz übergingen.

Dies ging eine ganze Weile so und MG musste sich beherrschen nicht sofort über Femia herzufallen. Sie verstand es halt mit ihrem Körper umzugehen und ihre weiblichen Reize auf die Männer wirken zu lassen. Als Femia jedoch die Bluse letztendlich komplett von sich streifte, war es um den Soldaten geschehen. Mit zwei großen Schritten stand er direkt vor der Tänzerin und hatte sein Hemd über seinen Kopf gestreift. Sofort schloss er sie leidenschaftlich in seine Arme und drückte sie fest an sich. Die Berührung ihrer Brüste auf seiner nackten Haut ließ sein Herz rasen und seinen Atem schneller werden. Außerdem hatte sich eine Beule in seiner Hose gebildet, die Femia wohl kaum nicht bemerken konnte.

Ich liebe dich!

Mehr brachte MG nicht raus, bevor er Femia innig küsste.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 07. Jul 2005, 13:42
Ihre Arme schmiegten sich um seinen nackten Oberkörper. Sie kam nicht dazu ihm zu antworten, denn seine Lippen umschlossen nach seinem neuerlichen Bekenntnis ihren Mund. Wieder schrumpfte die Umgebung um sie herum auf diese eine Berührung zusammen. Ihr Kuss wurde zu einem berauschenden Verlangen, sie verschmolzen miteinander, als wäre dies die einzig mögliche Vereinigung um Eins zu werden.

Wie von selbst winkelte sich Femias Knie an, wanderte behutsam die Außenseite seines Schenkels hinauf, blieb neben MGs Hüfte hängen und ihr Unterschenkel schlang sich um seinen Hinterleib. Durch die Bewegung klafften die geschlitzten Rockbahnen auseinander und die Tänzerin spürte MGs Ausbeulung hautnah am unbekleideten Unterleib.

Am liebsten wäre sie mit ihm zusammengewachsen, um ihn jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde an sich zu spüren, seine Haut zu berühren und ihn zu schmecken, zu riechen und am Ende ganz zu verschlingen.

Zwischen zwei Küssen schnappte Femia kurz nach Luft, wie ein Ertrinkender, der einerseits leben, andererseits in diesem süßen Ozean aus Lust versinken wollte. "Willst du hier stehen bleiben?", keuchte sie, ehe sich ihre feuchten Lippen wieder auf die seinen pressten.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Sa., 09. Jul 2005, 19:16
Wieder pressten sich ihre Lippen fest aneinander. MG hatte das Gefühl, dass ihm der Atem wegblieb, als sich ihre Zungen ein weiteres Mal berührten. Seine Hand wanderte zu dem Oberschenkel, der sich um sein Bein gewunden hatte und krallte sich leicht darin fest. Ihm kam eine Idee. Für einen Moment konnte er seine Lippen von ihr lösen, um ihr zu antworten, bevor sie wieder mit einander verschmolzen.

Wieso eigentlich nicht?, hatte er ihr ins Ohr geflüsstert.

Langsam fuhr seine Hand ihren Oberschenkel weiter nach oben. Sein Herz raste. Die Hand glitt behutsam zwischen MG´s Hose und Femia´s nackter Haut. Schnell war die Hose geöffnet und ein Stück nach unten gezogen. Die restlichen zwei Handbewegungen gingen realtiv fix. Es war schön Femia wie so nah zu sein. Dann griff er an ihr anderes Bein und deutete an, dass sie auch dieses um ihn schlingen sollte. Er würde sie mit seinen Armen zusätzlich stützen. Ein weiteres Mal konnte MG sich von Femias Lippen lösen. Diesmal aber nicht um etwas zu sagen, sondern um seine Erregung durch ein leichtes Stöhnen deutlich zu machen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 09. Jul 2005, 23:35
Diesmal war es völlig anders als am Nachmittag. Ihr erstes Mal war zärtlich und gefühlvoll gewesen, dies hier war pure Lust. Nicht einmal ihrer gesamten Kleidung entledigten sie sich. Femia lernte, dass es mehrere Arten von körperlicher Liebe gab und sie fand es atemberaubend schön. Was immer das Leben für sie bereit hielt, diese neuen Erfahrungen würde sie nie wieder vergessen können, und mit ihnen auch nie wieder den Mann, mit dem sie dies teilen durfte.

Femia vertraute MG, verschränkte ihre Arme in seinem Nacken und schlang nun auch das zweite Bein um seinen Unterleib, sodass sich die kräftigen Muskeln ihrer durchtrainierten Oberschenkel gegen MGs Hüften pressten. Sie keuchte, als sich seine Finger in ihre Haut quetschten um sie festzuhalten, ein süßer Schmerz, der rasch von etwas viel Aufregenderem verscheucht wurde.

Das schwarz glänzende Haar floss weich MGs Schultern hinab, während sich ihre Stirn in seine Halsbeuge vergrub und die junge Tänzerin der vollkommenen Verbindung entgegenfieberte. Sie war der Knoten, der sie beide aneinander fesselte und zugleich etwas Wunderbares öffnete, und sie konnte es kaum noch erwarten. Ihr Leib brannte und drängte sich dem entgegen, das sich im Moment noch hart gegen die nackte Haut ihres Unterbauchs drückte. Instinktiv stützte sie sich mit den Armen auf MGs Schultern ab, um in eine höhere Position zu rutschen. Ihre Schenkel zitterten unter der Anstrengung.

Sanft biss sie MG ins Ohrläppchen. ?Ist das ? nicht zu anstrengend  ? für dich??, stieß sie atemlos hervor und küsste ihn auf den Hals. Immerhin musste er fast ihr ganzes Gewicht halten, auch wenn sie recht zart gebaut war.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mo., 11. Jul 2005, 01:25
MG musste grinsen und stöhnte ein weiteres Mal leicht auf, als Femia ihn ins Ohrläppchen biss. Mehr keuchend antwortete er auf ihre Frage und das lag gewiss nicht daran, dass Femia zu schwer war. Eher fieberte MG erregt wie er war dem einen Moment der völligen Verschmelzung entgegen, genau wie es die Tänzerin gerade tat, während sie sich an seinem Hals ausließ.

Ach wo! Ich bin ja...relativ gut...durchtrainiert...das klappt schon. Du könntest mir aber ein bisschen zur Hand gehen. Meine sind...wie soll ich sagen...etwas verhindert.

Wieder ein Mal konnte sich MG ein Lächeln nicht verkneifen. Die angespannten Muskeln seiner Arme setzten sich deutlich auf seiner Haut ab. Femia fuhr mit einer Hand zwischen die fest aneinander gepressten Körper und ein Wärmestoss durchfuhr MG als sie ihn an seiner empfindlichsten Stelle berührte. Dieses Gefühl wiederholte sich ein weiteres Mal...diesmal noch um einiges stärker..., als sie seine Männlichkeit zwischen ihre Schenkel führte und sie schließlich in ihr versank. Dies wurde durch ein lautes Aufstöhnen beider noch einmal deutlich unterstrichen.

Oh Mann...jetzt weiß ich was mir die letzten Stunden gefehlt hat.

Langsam ließ MG in rythmischen Bewegungen Femia auf und ab bewegen. Seine Hände vergruben sich dabei geradezu in ihrem wohlgeformten runden Hintern. Ein betörender Duft stieg ihm in die Nase und ließ seine Sinne zusätzlich verrückt spielen.

Du machst mich...zum glücklichsten Mann...auf der ganzen Welt!, stöhnte er, bevor er seinen Kopf in ihrer Brust vergrub und diese mit Küssen übersähte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 11. Jul 2005, 15:53
Femia brachte keinen sinnvollen Ton mehr über die Lippen. Sie befolgte MGs Anleitung und versank nur Augenblicke später in einem Taumel der Glückseligkeit. Für sie fühlte es sich komplett anderes an, als er diesmal in sie eindrang. Um vieles intensiver, als tauchten sie besonders tief in einen Ozean aus wollüstigen Gefühlen, die Femia erfassten wie ein Strudel.

Eine Moment lang stockte ihr der Atem, um dann umso heftiger und stoßweise über ihre Lippen zu stürzen und einen Schwall lustvoller Laute ins Freie zu schwemmen. Sie konnte nicht anders als sich aufzubäumen, den Kopf in den Nacken zu werfen und den Rücken durchzustrecken. MGs Küsse stachelten sie noch weiter an, bis sie nicht mehr an sich halten konnte.

Ihre Finger krallten sich in seine Schultern, dass sie Angst hatte ihn zu verletzen. Ein unaussprechlich faszinierender Rausch erfasste sie, ihre Bewegungen waren wie automatisiert und sie konzentrierte sich nur noch auf ihr Empfinden, das sich ins Unerträgliche steigerte und mit einer Heftigkeit explodierte, dass ihr gesamter Körper verkrampte und sie fürchtete, mitsamt ihrem Geliebten nach hinten zu kippen.

Sie hatte keine Ahnung, ob dies tatsächlich geschah oder nicht. Sie spürte jedenfalls keinen Aufprall, denn sie verlor sich im Höhepunkt ihrer eigenen Lust.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 13. Jul 2005, 02:35
MG´s Becken bewegte sich immer schneller und stieß feste gegen den Unterleib von Femia. Jede dieser Bewegungen kam einem unendlich scheinendem Glücksgefühl gleich, das sich nicht in seinem Körper gefangen halten lassen wollte, sondern immer weider versuchte aus diesem Gefängnis zu entfliehen.

Tief krallten sich Femia´s Finger in seinen Schultern fest, als wenn sie Angst hätte MG in diesem Moment der vollkommenden Lust verlieren zu können. Obwohl sich ihre Fingernägel tief in seine Haut gruben und ein brennendes Gefühl auslösten, verzog er keine Miene. Dafür war MG viel zu tief in einem Meer aus Verlangen und Begierde versunken. Viel mehr tat er ihr es sogar gleich und packte mit seinen Händen ebenfalls fester zu, auch wenn er Femia keinen noch so kleinen Kratzer zufügte.

Ein weiteres Mal ließ MG seine Lippen über ihren leicht verschwitzten Körper gleiten und ein etwas salziger Geschmack breitete sich auf seiner Zunge aus. An den Knospen Femia´s Brüste hielt er inne und saugte sich daran fest. Immer wieder biss er dabei leicht zu, wodurch Femia noch erregter wurde, als sie sowieos schon war und dezent aufstöhnte.

Dies ging soweit, bis sie schließlich ihren Höhepunkt erreicht hatte und sich ihr ganzer Körper lustvoll in MG´s Armen verkrampfte. Dieser ließ der Tänzerin aber nur eine kurze Verschnaufpause, nachdem er sie langsam von sich gehoben und aufs Bett gelegt hatte. Er musste bei ihrem Blick, der vollkommene Zufriedenheit ausstrahlte, grinsen.

Und das war jetzt nur eine weitere Möglichkeit unsere Liebe körperlich auszudrücken. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Was versuchen wir als nächstes?

Im Laufe der restlichen Nacht, probierten die Beiden noch die verschiedensten Möglichkeiten aus, von denen Femia bei manchen nicht die einzigste war, die diese für unmöglich hielten. Auch MG lernte während dieser Nacht etwas Neues. Außerdem wurde auch MG ein Höhepunkt nicht verwehrt. Genau wie Femia, erlebten er noch so manch ersehnten Gefühlsausbruch. Erst als der Morgen langsam anfing zu dämmern und die ersten Sonnenstrahlen den Raum erhellten, schliefen sie Arm in Arm recht müde und doch mit einem erholten Gefühl ein. Viel Zeit blieb ihnen nicht für einen ausreichenden Schlaf bis sie zum Frühstück geweckt werden sollten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 14. Jul 2005, 17:42
Allmählich zweifelte sie daran, dass jene Frau, die sie Mutter genannt hatte, ihren Ehemann je geliebt hatte. Nichts hatte Femias Pflegemutter mehr gehasst als jenes Zusammensein, dass der jungen Tänzerin gerade die letzten Kräfte raubte und sie von einer Woge der Glückseligkeit zur nächsten trieb.

Wenn sie nach ihrem gemeinsamen Nachmittag noch an der Liebe zu MG gezweifelt hatte, dann war sie nun sicher, ihn wahrhaft zu lieben. Denn sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass man solch intensive körperliche Gefühle und Begierden für jemanden empfinden konnte, dem man nicht auch seelisch verbunden war.

Die Nacht schien kein Ende zu nehmen, und mit ihr auch das Verlangen nicht, das die beiden füreinander empfanden. Aus Lust wurde Neugierde, aus Neugierde wurde Erschöpfung, und irgendwann schlief Femia in MGs Armen ein und träumte davon, ihn an der Hand zu nehmen, mit ihm zum Mond zu fliegen und dort fest umschlungen den Sorgen der Welt auf ewig zu entfliehen.


**  Der Beginn einer Leidenschaft   **
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 01. Aug 2005, 13:59
Monatelang hatte er nichts von sich hören lassen und jetzt stand er so einfach in ihrer Tür.
Die Haare waren lose zu einem Zopf gebunden, aus dem mehr als eine Strähne ragten. Das schmale Gesicht war noch ein wenig schmaler geworden und die Augen schwarz mit Kohl umrandet.
Etienne Prem trug eine schwarze Tunika auf seiner braungebrannten Haut.

Wie oft hatte er sich vorgestellt, wie ein Wiedertreffen aussehen würde? Würde sie ihn hassen? Ihn anschreien? Oder ihn voller Freude in die Arme schließen? Er wußte es nicht. Er wußte nur, dass sie sich alles erlauben konnte. Es war durchaus nicht die feine Art gewesen, sie damals am See alleine zurückzulassen - und wenig später war seine Abreise so überstürzt gekommen, dass er sich nichteinmal bei ihr hatte verabschieden können.

Etienne atmete noch einmal tief durch, richtete die Knopfleiste der Tunika und strich die losen Strähnen zurück.
Als er in die Schmiede schritt räusperte er sich leise mit seiner hohen Stimme....
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 01. Aug 2005, 15:20
Offenbar war die Bluse beim Waschen eingegangen. Sie hatte schon vorher Silvanas Körperform auffallend betont, aber jetzt saß sie richtig knapp. Auch wenn dies durchaus seinen Reiz hatte, vor allem an der hochgewachsenen Amazone. Jedenfalls besser als das überweite Männerhemd.

Silvana legte die Lederarmbänder an und wandte den Kopf nach Shanja, welche die Nase in die Luft reckte und auf den Flur hinaus schnupperte. "Was ist los? Ist ein Kunde gekommen?"

Rasch zog sie die seitliche Schnürung der engen Lederhose fest, schlüpfte in die Stiefel und warf das Haar in den Nacken. Beschwingt federte sie die Treppe hinab und hoffte inständig, dass ihr Arbeiter Malmar zurückgekehrt war, der seit Wochen abgängig war. Oder zurmindest Richart, ihr bisher zuverlässigster Angestellter.

Schon einen Gruß auf den Lippen spazierte sie in den Vorraum und erstarrte. Weder brachte sie im ersten Moment einen Ton heraus noch vermochte sie auch nur einen weiteren Schritt zu tun. Sie erkannte ihn sofort wieder. Ihr Puls schnellte in die Höhe, während sie ihn aus großen, dunklen Augen anstarrte.

"Du ... bist zurück?" Die Frage war ebenso dämlich wie sie sich anhörte. "Ich habe dich gesucht ... in Aramon", flüsterte sie und war alles, was sie herausbrachte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 01. Aug 2005, 15:45
Etienne blieb im Türrahmen stehen und musterte Silvana einen Augenblick lang. Sie hatte sich verändert.. oder sah sie in real schon immer hübscher aus, als in seiner Erinnerung?

Der brünette Sänger nickte ruhig. Ja, er war wieder da.
"Ich.. ich war nicht in Aramon."
Sprach er gewohnt leise und wußte, dass diese Antwort genauso überflüssig war, wie ein sechster Zeh.
Sie hatte ihn gesucht. Ein warmer Schauer überkam Etienne und ein Lächeln setzte sich auf die sanften Gesichtszüge.
Doch er bewegte sich keinen Meter vor. Gerne hätte er die Wallonin umarmt, doch empfand er es nach dieser Zeit nicht richtig.
Wer wußte schon, vielleicht hatte sie ihr Herz bereits an einen anderen Mann verloren?

Etienne hatte nie gewußt, ob er mehr als ein Zeitvertreib für Silvana gewesen war - doch Silvanas letzte Worte zeugten von Gegenteil.

"Ich war in Rotfels."
Seufzte er leise. Er dachte an den Frühsommertag am Entenweiher. Wie frei hatte er mit der Amazone lachen und scherzen können. Und jetzt? Jetzt war er wieder in die Rolle des ruhigen.. Fremden verfallen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 01. Aug 2005, 16:11
Fast war sie geneigt ihm zu sagen, dass sie wochenlang durch Aramon gereist war auf der Suche nach ihm. Und sich dabei verändert hatte. Erkannt hatte, dass es nicht wichtig war, ob sie ein Halbblut war oder nicht ... und seither versucht hatte, ihrer Herkunft gerecht zu werden.

Ihre Lippen blieben verschlossen. Sie würde es ihm sagen, aber nicht jetzt. Versonnen hing ihr Blick an seinem hübschen Antlitz. Wie sehr hatte sie ihn doch vermisst. Aber vielleicht würde er sich eingeschränkt fühlen, wenn sie ihm ihre wahren Gefühle für ihn vermittelte. Immerhin hatte er immer offen gelassen, ob er in ihr nur eine Geliebte gesehen hatte oder vielleicht doch auch eine Freundin.

"Rotfels? Wo ist das?" Sie tat einen zögerlichen Schritt in seine Richtung. "Willst du etwas zu trinken? Oder musst du schon wieder gehen?"

Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 01. Aug 2005, 16:30
"Es ist... weit fort.."
Nur zögerlich antwortete der Sänger, ließ Silvana aber nicht aus seinem Blick. Er nickte und trat dann endlich auch einen Schritt auf sie zu.

"Ich habe Talya Terden begleitet. Ich.."
Etienne sah in die wunderschönen Amazonenaugen und langsam aber sicher taute er auf.
"Wir mußten überstürzt abreisen. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich solange fort sein würde.."

Einen weiteren Schritt tat der Brünette auf Silvana zu. Mit Unschuldsmine sah er sie an, bevor er vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter legte, die andere an ihre Hüfte und sie dann sanft an sich drückte.
Er umarmte sie - nicht so leidenschaftlich wie Liebende, aber auch nicht kühl wie Fremde.
Leise seufzte er.. "Ich habe dich vermißt."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 01. Aug 2005, 16:47
Sie hörte nur halb hin. Seine Worte waren wie durch ein Kissen gedämpft. Alles was sie wahrnahm beschränkte sich auf seine Augen, auf den Duft seiner Haare, seiner Haut, die Sehnsucht nach seinem Körper und seiner Seele.

"Es erschien mir ewig", hauchte sie, ehe Etienne auf sie zutrat und sie sanft an sich zog. Ihr Herz schien mit einem Mal in ihrem Hals zu schlagen, das Blut rauschte laut durch ihre Ohren, und konnte nur noch an eines denken: Er war wieder da, und sie würde darum kämpfen ihn nicht noch einmal zu verlieren.

"So wie ich dich", antwortete sie, strich ihm mit der Rechten eine verirrte Strähne von der Wange, während sich die Linke um seine Taille schlang.

Ihr Atem beschleunigte sich, und sie senkte die Lider um ihn nicht unentwegt anzustarren, ehe sie es wagte, mit ihren Lippen zärtlich nach den seinen zu suchen.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mo., 01. Aug 2005, 17:16
Da MG ja sowieso gerade in Nuru war, konnte er auch Silvana eben einen Besuch abstatten. Er stand an der Tür und hatte die Klinke schon in der Hand, als ihm der Gedanke kam, dass sie vielleicht gar nicht da war. Er überlegte einen Moment, entschloss sich aber die Tür einfach zu öffnen, um nachzuschauen.

Als MG sie öffnete, war er einen Moment erschrocken, was er dort hinter der Tür vorfand. Silvana in den Armen eines ihm unbekannten Mannes und als wenn das noch nicht genaug war, küsste sie ihn gerade. Eigentlich sollte MG es egal sein, was er sah. Schließlich hatte er ja selber eine Freundin, die er über alles liebte. Doch sein Herz sah es nicht ganz so wie sein Verstand, sondern schmerzte regelrecht in seiner Brust. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, die er dort im Türrahmen stand und die Beiden anstarrte, als er merkte, dass die Wallonin ihn  mit ihren dunkelblauen Augen entdeckt hatte. Sie schien genauso erschrocken zu sein ihn zu sehen.

Entschuldigt! Ich wollte nicht stören.

Er drehte sich um und wollte schon die Tür hinter sich wieder zuziehen.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 02. Aug 2005, 08:52
Etienne genoß das Gefühl von Silvanas Lippen auf seinen und erwiderte ihren Kuss sanft und doch voller Hingabe. Aufgeregt beschleunigte sich der Takt seines Herzens. Sollte es wahr sein? Hatte sie tatsächlich auf ihn gewartet? Und würde sie ihm seinen Fortgang verzeihen?
Etienne drückte die Amazone etwas näher an sich und fuhr ihr mit der anderen Hand sanft über das Haar.

Erst als er bemerkte, wie Silvana sich von ihm löste und ihm über die Schulter blickte, öffnete auch er die Augen und drehte sich um.
Er kannte den Mann in der Tür nicht - aber er erkannte diesen Blick.
Voll Sorge und.. hatte Silvana sich doch in der Zwischenzeit einen Gefährten gesucht?
Etiennes Herz schnürte sich zu und er trat symbolisch einige Schritte von der hübschen Amazone fort.

Langsam schüttelte er den Kopf. Unsicher ob es aus einer seltsamen Traurigkeit geschah oder um den Fremden damit anzudeuten, dass er nicht störte. Doch die leise Stimme erhob Etienne nicht.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 02. Aug 2005, 15:17
Sie war bereit, ihm zu verfallen. Oder war das nur die Sehnsucht, die sich mit Etiennes Hiersein nur verstärkte, weil sie ihm einfach nur noch nahe sein wollte? Silvana genoss den sanften Druck seines Körpers, der sich an sie presste und verwünschte die vielen Tagen und Wochen, wo sie ohne ihn hatte leben müssen.

Leider war ihr nur dieser erste Moment ihrer Wiedersehensfreude vergönnt. Sie fühlte sich angestarrt, mehr noch, verurteilt. Verärgert öffnete sie die Augen, um sie dann erschrocken aufzureißen und sich beinahe an ihrem eigenen Speichel zu verschlucken, hätte sich Etienne nicht von ihr gelöst.

Silvanas Herz machte einen Satz und sprang bis in ihren Hals hoch. Unangenehm brandete die Hitze des schlechten Gewissens von innen gegen ihre Wangen. Umso kälter  jagte dafür ein Schauer durch ihren Leib, als Etienne von ihr zurücktrat.

Mit halboffenem Mund starrte sie MG an, der sich längst wieder umgedreht hatte. Musste er sie ausgerechnet heute besuchen? Warum nicht gestern, oder morgen? Warum jetzt? Sie hatte MG nie von Etienne erzählt, weil es einfach nicht wichtig gewesen war. Egal wie sehr sie einander im Geiste je begehrt hatten, sie waren die ganze Zeit über vergeben gewesen ... sie beide.

Ihr Brustkorb hob und senkte sich in raschem Rhythmus, als sie Etiennes Bewegung folgte und sich mit einem kühnen Schritt an seine Seite begab.

"MG, wie schön Euch zu sehen. Ihr stört keineswegs", log sie und ging sicherheitshalber zum Gegenangriff über. Es blieb ihr auch gar nichts anderes übrig. Ihr blutete das Herz bei dem Gedanken MG verletzen zu müssen. "Wie geht es Eurer bezaubernden Gefährtin?" Das letzte Wort betonte sie, sodass in Etienne gleich gar keine Zweifel aufkamen. "Kommt Ihr als Kunde oder als Freund vorbei? Darf ich vorstellen, dies ist Etienne, ein schmerzlich vermisster Heimkehrer."

Sie kam sich vor wie eine Verräterin und konnte MGs Blick nicht länger ertragen, daher wandte sie rasch den Kopf zu dem Sänger um und schenkte ihm ein warmes Lächeln.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Di., 02. Aug 2005, 17:32
MG drehte sich wieder um, als Silvana sagte er würde nicht stören. Er wusste, dass dies gelogen sein musste, so wie sie Etienne gerade geküsst hatte, auch wenn sie jetzt ein paar Schritte aus einander standen. Eigentlich wollte MG nur noch weg, raus aus der Schmiede, raus aus Nuru. Andererseits hielt es ihn hier auch irgendwie fest, so sehr er jetzt auch allein gewesen wäre und über alles nachdenken wollte.

Da ich gerade sowieso in Nuru war, wollte ich mal schauen wie es euch geht. Doch die Frage hat sich ja gerade beantwortet.

Eigentlich war es ja genau anders herum gewesen und den letzten Satz bereute MG schon, bevor er ihn überhaupt zu Ende gesprochen hatte. Er mochte Silvana sehr viel mehr, als er eigentlich dürfte und nur weil er jetzt wusste, dass sie vergeben war, musste er sich um so mehr beherrschen seine wahren Gefühle nicht zu zeigen.

Femia geht es sehr gut. Sie wartet schon eifrig auf meine Rückkehr.

Silvana kam ihm sehr kalt vor, auch wenn dies ja begründet war. Doch trotzdem konnte er sich nicht vorstellen, dass ihre Gefühle zu ihm nur vorgespielt waren oder sie sogar gar keine für ihn empfunden hatte. Oder vielleicht doch? Hatte er sich so sehr in ihr geirrt? Sein Herz zog sich zusammen und schmertzte bei dem Gedanken. Das seine Wangen nicht mit Tränen benetzt wurden, konnte MG noch gerade so vermeiden. Doch seine Augen verschwammen hinter einem dünnen Tränenschleier, auch wenn es Silvana und Etienne nicht sehen konnte, da die Sonne in seinem Rücken sein Gesicht nur erahnen ließ.

Die Schmiedin war inzwischen ein paar Schritte auf ihn zugekommen, drehte sich aber wieder zu Etienne um. Entweder wollte oder konnte sie ihm nicht mehr in seine kaum zu erkennenden Augen blicken.

Seid ihr wirklich sicher, dass ich nicht bei irgendetwas störe?
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 03. Aug 2005, 10:30
"Nein."

Flüsterte Etienne. Er brauchte seine hohe Stimme auch gar nicht zu erheben - in dem Raum herrschte so eine merkwürdige Totenstille, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

"Ihr stört nicht. Im Gegenteil"
Etienne trat einen Schritt auf MG zu.

"Etienne. Etienne Prem. Ich.. arbeite im "Einäugigen"."
Er blickte zurück zu Silvana. Irgendetwas stimmte an dieser Situation nicht. Silvanas Besuch schien vergeben zu sein und trotzdem lag etwas im Raum, das da nicht hingehörte. Etienne fühlte sich fast schon fehl am Platze. Ob MG vielleicht ein Verflossener Silvanas war?
Der Braunhaarige reichte dem Mann vor ihm die Hand.

"Ich war lange Zeit auf Wanderschaft.."
Der dunkle Schopf neigte sich leicht und schon drehte der Sänger sich erneut zu Silvana um.

".. und wollte mich nur kurz zurückmelden. Aber es ist mir eine Freude, einen Freund Silvanas kennenzuleren." Etienne flüsterte immer noch und fühlte sich kurzzeitig gewillt, die beiden alleine zu lassen. Vielleicht hatten sie etwas zu besprechen? Vielleicht hatte Silvana sich doch mehr verändert, als er gedacht hatte? Vielleicht hatte ihn selbst die lange Reise mit der Wirtin des "Einäugigen" aber auch verändert..?
Etienne wußte es nicht. Und in ihm machte sich ein Gefühl breit, das er nur selten verspürte. Hilflosigkeit.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 03. Aug 2005, 15:50
Doch die Frage hat sich ja gerade beantwortet.

MGs patzige Antwort verriet wie verletzt er war. Silvana musste zurück an den Tag im Badehaus denken, als er ihr seine Gefühle gestanden hatte trotzdem er vergeben war. Jetzt tat es ihr leid ihm nicht alles von sich erzählt zu haben. Er hatte nicht einmal geahnt, dass sie im Herzen vergeben war.

Wenn es eine Situation gab, in die Silvana nie hatte geraten wollen, dann war es diese. Gegen jeden noch so übermächtigen Feind wäre sie angetreten, aber sich hier und jetzt zu entscheiden, das wollte sie einfach nicht. Genauso, wie sie für nichts in der Welt Etienne verlieren wollte.

Etiennes Unsicherheit war ebenso deutlich zu spüren wie MGs Schmerz. Weder besaß Silvana die Erfahrung noch die Weltgewandtheit, diese Situation in eine unverfängliche Bahn zu lenken. Egal was sie jetzt tat oder sagte ... es würde irgend jemanden in diesem Raum falsch sein.  Daher sah sie sich veranlasst, zum einzig möglichen Mittel zu greifen, das ihr überhaupt in den Sinn kam.

"Habt Ihr einen Augenblick Zeit? Ich habe etwas für Euch. Einen Moment bitte, ich bin gleich wieder da", wandte sie sich distanzierter als beabsichtigt an MG. Dann tat sie etwas, das sie unter normalen Umständen kaum gewagt hätte. Silvana ergriff Etiennes Hand, bat ihn mit einem hilflosem Blick ihr zu folgen und führte ihn nach hinten in jenes Büro, in dem sie sich kennengelernt hatten.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 03. Aug 2005, 16:13
Ein wenig perplex griff Etienne Silvanas Hand und folgte ihr, wie ein Kind, das in den Hort geführt werden mußte.

In ihrem Büro angekommen, verschränkte der Sänger vor sich die Arme und musterte Silvana. Sie wirkte.. überfordert. Also hatte er richtig gedeutet. Der Fremde war nicht einfach nur ein Freund. Es war mehr zwischen den Beiden. Unausgesprochen und doch so sichtbar, dass Etienne es gar nicht hätte missverstehen können. Oder lag dies an seiner doch eher sensiblen und empfänglichen Art?

Schnell löste er die Verschränkung vor seinem breiten Brustkorb wieder und trat auf Silvana zu. Vorsichtig legte er ihr den Zeigefinger auf die hübschen, vollen Lippen.

"Pscht... Du brauchst mir nichts sagen oder erklären. Komm mit dir selbst ins Reine und du wirst das Richtige tun."
Flüsterte er ihr zu und bewunderte noch einmal ihre hübschen tiefblauen Augen. Er war damals gegangen ohne zu wissen, was er für die Amazone genau empfand. Und oftmals hatte er sich in den letzten Monaten gefragt, was er herausgefunden hätte, wenn ihn Talya nicht mitgenommen hätte.
Silvana schien ihn zu verstehen. Ein seltsames Gefühl für jemanden, der noch nie verstanden wurde.
Aber liebte er sie? Wie tief waren seine Gefühle für sie tatsächlich? Etienne hatte gehofft, er würde es jetzt herausfinden können. Doch plötzlich schien das alles nicht mehr so einfach...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 03. Aug 2005, 16:28
Ihr Atem ging schnell, stoßweise fast. Es war wie ein Kampf, ein Kampf gegen sich selbst und dem, was sie fühlte. Zuviel für eine Wallonin die gewohnt war, ihr Innerstes zu unterdrücken.

Silvanas Augen hingen an Etiennes graublauer Iris. Behutsam legte sich ihre Hand auf die seine, schob sanft den Finger von ihren Lippen fort und küsste die Fingerkuppe, ehe sie ihm antwortete.

"Ich weiß nicht, was das Richtige ist. Du ahnst nicht, was es mir bedeutet, dass du zurückgekehrt bist. Es gab keinen Augenblick, an dem ich nicht an dich gedacht hätte, und egal was in deiner Abwesenheit vorgefallen sein mag oder auch nicht, es hat keinerlei Bedeutung für das, was zwischen uns gewesen ist und wieder sein kann. Sofern du dies noch willst."

So sehr sie sich freute, ihm endlich wieder nah sein zu können, etwas war plötzlich zwischen ihnen, wie eine Mauer, die es erst einmal einzureißen galt. Wieso konnte nicht alles einfach so sein wie vor seinem Weggang? Warum war das Leben dermaßen kompliziert?

Eine seltsame Furcht ergriff sie, etwas, das sie nicht kannte oder je verspürt hatte. Sie ließ Etiennes Hand los und strich ihm sanft über die Wange. "Ich bitte dich, geh nicht wieder fort, nicht jetzt."
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 03. Aug 2005, 22:11
Etienne lächelte leicht und nahm ihre Hand in die seinige.

"Sei unbesorgt, Silvana.." raunte er.
"So schnell hatte ich nicht vor, wieder von hier zu verschwinden."

Er küsste ihr sanft die Hand und nickte dann leicht Richtung Tür.

"Doch jetzt lass deinen Gast und Freund nicht länger warten. Ob er sonst nämlich nicht vielleicht die Flucht ergreift.. dafür kann ich bei seinem Gesichtsausdruck nicht garantieren."

Er ließ die Hand erst los, als Silvana sie schon fast komplett zurück gezogen hatte, sah ihr einen Augenblick hinterher und nahm dann auf dem Schreibtisch der Schmiedin Platz.
Ja, hier hatten sie sich damals kennengelernt...
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Mi., 03. Aug 2005, 22:45
Für einen Moment konnte MG seine Gefühle unterdrücken und reichte Etienne die Hand. Er wollte schließlich nicht unhöflich wirken, nachdem sich dieser ihm vorgestellt hatte.

Mein Name ist MGDiablo. Ich komme aus Nighton und bin Oberleutnant in der dortigen Kaserne.

Damit zog MG auch schon wieder seine Hand zurück. Für einen weiteren Moment breitete sich wieder eine unangenehme Stille in dem Raum aus, die glücklicherweise nicht lange anhielt, da Silvana ihn ansprach.

Sicher. Einen Moment werde ich wohl erübrigen können.

Sofort verschwand die Schmiedin mit Etienne in ihrem Büro und MG stand alleine in dem Verkaufsraum. Was die Beiden wohl ohne ihn zu besprechen hatte? Es ging MG zwar überhaupt nichts an, doch die Ungewissheit fraß ihn regelrecht innerlich auf. Er war ein weiteres Mal versucht einfach zu gehen, blieb aber trotzdem stehen, da er Silvana versprochen hatte zu bleiben. Geduldig wartete er, bis die Wallonin wieder zu ihm kommen würde.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 03. Aug 2005, 23:08
Sie warf Etienne über die Schulter einen unsicheren Blick zu, ehe sie den Raum verließ. Was jetzt folgte war schlimmer als alles, was sie bisher in ihrem Leben tun musste. Als Wallonenkriegerin hatte sie wahllos getötet, ohne Mitleid oder eine Empfindung für das Leid ihrer Opfer. Doch heute, hier, in diesem Moment, zerriss es ihr das Herz, einem Freund die Wahrheit sagen zu müssen.

Ihr hübsches Antlitz nahm einen gequälten Ausdruck an, als sie zurück in den Vorraum schritt. Silvana schaffte es nicht länger, die Distanzierte zu spielen. Wo war nur die hartgesottene Amazone geblieben, die sich um nichts und niemanden kümmerte?

Schweigend trat sie auf MG zu und sah ihm unverwandt in die Augen, die sie im Gegenlicht nur sehen konnte, weil sie nahe genug an ihn herantrat. Sie konnte sein Haar riechen und dachte zurück an den Tag im Badehaus.

"Es tut mir leid", flüsterte sie, als hoffte sie damit ihren Worten die Härte zu nehmen. "Ich hätte Euch von ihm erzählen sollen. Doch ich konnte nicht ahnen, dass er zurückkommen würde. Dies alles hat nichts mit Euch zu tun oder dem, was uns verbindet."

Sie wollte noch mehr sagen, schluckte aber nur den Kloß hinunter, der in ihrem Hals steckte, und streckte zögernd die Hand nach ihm aus.
Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Do., 04. Aug 2005, 02:19
Es dauerte nicht lange, bis sich die Tür wieder öffnete und Silvana in den Verkaufsraum schritt. MG wusste instinktiv, was jetzt kommen würde und dieses Gefühl wurde noch verstärkt, als er in ihr Gesicht sah, das recht betrübt wirkte. Ihre Worte waren mehr ein Flüstern, doch für MG sehr gut verständlich. Er antwortete ihr sehr ruhig und mit einer tröstenden Stimme, obwohl er diese fast genau so nötig gehabt hätte.

Ihr braucht euch deswegen doch nicht bei mir zu entschuldigen. Es ist vielleicht besser so, wenn ich dabei an Femia denke.

MG fiel es schwer diese Worte auszusprechen und am liebsten hätte er die Wallonin sofort freundschaftlich umarmen wollen. Bevor er fortfahren konnte musste er erst einmal kräftig schlucken.

Ich werde dann wohl besser mal wieder gehen. Ich hoffe doch, dass wir eine gute Freundschaft weiterhin aufrecht erhalten können.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 04. Aug 2005, 07:41
"Der Gedanke an die Vernunft ist auch kein Trost", erwiderte sie halblaut, als er von Femia sprach, und verzog den Mund zu einem Lächeln, das kläglich misslang.

In ihr tobten die widersprüchlichsten Empfindungen, bis ihr schließlich ein verwegender Gedanke kam. Sie war Wallonin, warum sollte sie sich den gesellschaftlichen Zwängen der Menschen einfach kampflos ergeben? Keinesfalls hatte sie vor, mit den Gefühlen von MG oder Etienne zu spielen, dazu war ihr Charakter viel zu geradlinig, aber hatte nicht Etienne selbst einmal zu ihr gesagt, sie solle glücklich mit dem sein, das sie besaß? Wer behauptete, dass Glück auf einen einzigen Punkt konzentriert sein musste?

Zögernd streckte sie die Hand aus und legte die Handfläche an jene Stelle von MGs Oberkörpers, hinter der sich das Herz befand. Sie spürte das Pochen, das viel zu schnell war, und meinte sich an ihm zu verbrennen.

"Eine wallonische Geste der Freundschaft. Ich nehme die Eure an, wenn Ihr auch die meine wollt."

Ihre Hand lag immer noch an derselben Stelle, als sie sich ganz spontan nach vorne beugte und ihn zart auf den Mund küsste. Eine flüchtige Berührung bloß, aber ausreichend, dass ihr heiß und kalt zugleich wurde. War dies nicht vielmehr ein Anfang denn ein Abschied?

"Ich werde Euch in der Kaserne besuchen." Ein Versprechen lang in ihrer dunklen Stimme, und ein schalkhafter Ausdruck trat in die dunkelblaue Iris ihrer Augen.

Autor: MGDiablo Datum/Zeit: Do., 04. Aug 2005, 12:10
Zaghaft legt Silvana ihre Hand auf seine Brust, was einen heißen Gefühlsstoß durch MG´s Körper jagte. Auch er zögerte erst einen Moment, bevor er ebenfalls seine Hand behutsam auf die Kleidung über ihren Brüsten legte.

Nur zu gerne nehme ich eurer Angebot der Freundschaft entgegen.

Dann passierte etwas, womit MG nicht gerechnet hatte. Die Wallonin beugte sich zu ihm vor und drückte ihm einen kurzen und doch sehr zärtlichen Kuss auf seine Lippen, den er ebenso erwiederte. Wie lange schon hatte er sich diesen Kuss herbeigesehnt und für einen kurzen Augenblick erfüllte ein Feuerwerk von Glücksgefühlen sein Herz mit Freude. Doch leider endete der Kuss genau so schnell wie er begonnen hatte und ihre Lippen trennten sich wieder von einander.

Ich werde auf euch warten.

MG löste seine Hand langsam und etwas widerwillig wieder von ihrer Brust, setzte ein Lächeln auf, dass aber immer noch etwas gespielt aussah und verließ die Schmiede. Er machte sich auf den Rückweg nach Nighton und hatte vieles, wodrüber auf seiner Reise nachzudenken hatte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 04. Aug 2005, 16:23
Er ging ohne einen Gruß. Silvana presste die Lippen aufeinander und blieb noch eine Weile unbeweglich im Vorraum stehen und starrte hinter MG her, auch wenn sie ihn längst nicht mehr sehen konnte.

Einerseits fühlte sie sich zerrissen, von wilden Hunden zerfleischt und in alle Winde zerstreut, achtlos weggeworfen und schließlich vergessen. Dabei bestand kein Grund dafür. Etienne war zurückgekehrt - etwas das sie sich mehr gewünscht hatte als alles andere.
Anderseits schien eine Last von ihren Schultern genommen, weil sie einen Weg gefunden hatte, MGs Gesellschaft nicht gänzlich aufgeben zu müssen. Es blieb immer noch das Training in der Kaserne.

Schwungvoll drehte sie sich herum. Etienne wartete auf sie. Mit raschen, geschmeidigen Schritten kehrte sie zurück zum Büro und blieb auf der Türschwelle stehen, um den hübschen Sänger von oben bis unten zu betrachten, der sich entspannt gegen den Schreibtisch gelehnt hatte. Ein Schmunzeln zierte Silvanas volle Lippen.

"Nun denn, Weitgereister, wünscht du Speis und Trank oder steht dir der Sinn nach anderem?"
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 04. Aug 2005, 20:14
"Etwas anderes im Sinn?"
Etienne lachte leise. Das Lachen klang noch immer glockenklar...

"Oh ja, das habe ich." Er deutete ihr mit dem Zeigefinger an, näher auf ihn zu zutreten. Als die hübsche Amazone nur noch wenige Schritte von ihm entfernt stand, griffen seine feingliedrigen Hände an ihre Taille und er zog sie sanft näher an sich.

Doch keine weitere Liebkosung folgte. Etienne sah Silvana still und wortlos ins Gesicht, musterte sie haargenau. Sein Lächeln war sanft, verträumt und dennoch lag in seinem Gesichtsausdruck auch eine gewissen Melancholie verborgen.
Dieser Moment schien fast ewig zu dauern, bis er schlußendlich doch das Wort erhob.

"Erzähl mir von dir. Was ist in den letzten Monaten aus dir geworden...?"
Etienne wußte nicht, was ihn dazu bewog, diese Frage zu stellen. Als er die Schmiede betreten hatte, wären ihm mit Sicherheit ganz andere Dinge im Bezug auf die Wallonin in den Sinn gekommen. Jetzt aber... er fühlte sich fern. Ferner als in den ganzen letzten Wochen und Monaten. Und doch wußte er nicht warum...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 04. Aug 2005, 21:00
Sie folgte seiner Aufforderung und trat ohne Hintergedanken an ihn heran. Etiennes Nähe war alles, was sie sich für diesen Augenblick wünschte, und doch war da diese Wand zwischen ihnen.

Widerstandslos ließ sich Silvana von ihm festhalten, betrachtete jede Linie, jede noch so winzige Falte, jede kaum wahrnehmbare Unregelmäßigkeit in seinem Gesicht, die aus einer schönen Larve erst ein Antlitz entstehen ließen. Sie mochte, was sie sah, sowie es umgekehrt ebenso der Fall zu sein schien.

Und doch waren seine Augen eine Spur zu traurig. Hatte es mit MG zu tun? Konnte Etienne spüren was in ihrem Innersten vorging?

Ihre Unterarme stützen sich auf seine Schultern, während ihre Fingerspitzen seinen Nacken streichelten. Nachdenklich sah sie auf ihn hinab, wie er so vor ihr an der Tischkante lehnte, fing im selben Moment an die Widersprüchlichkeit ihrer Gefühle vor ihm, aber auch vor sich selbst in ihrem Herzen zu verschließen und wieder jenen Panzer aufzubauen, der jede Wallonin umgab. Ihre Verletzlichkeit schien ihn zu irritieren, also verschloss sie sich instinktiv vor ihm.

"Ich habe aufgehört mit meinem Schicksal zu hadern und versuche nicht mehr darauf zu achten, ob ich mich wie ein Mensch verhalte oder eine Wallonin." Sie zögerte, ehe sie die nächsten Worte aussprach. " Und erstmals in meinem Leben habe ich die Einsamkeit kennengelernt."
Autor: Talya Datum/Zeit: So., 07. Aug 2005, 22:39
Etienne schmunzelte und sah Silvana weiterhin an.
"Einsam bist du also gewesen?" Zärtlich griff er nach einer ihrer Hände, die sie hinter seinem Nacken verschränkt hielt und holte sie wieder nach vorne. Er küßte vorsichtig ihre Fingerknöchel und liebkoste dann die Innenseite ihres Handgelenkes.

"Einsam sollst du niemals sein, meine schöne Silvana."
Seuselte er leise. "Und ich bin froh, wenn du immer mehr zu dir selbst findest. Zu der Frau, die ihrem Herzen und nicht dem Zwang ihrer Herkunft unterliegt."
Das Lächeln des Sängers entblößte strahlende Zähne.
Tatsächlich. Vielleicht war dies die Veränderung gewesen, die er geglaubt hatte an ihr zu spüren. War die Amazone tatsächlich mehr im Einklang mit sich selbst, ihrer menschlichen und wallonischen Seite, als damals, wo er sie das letzte Mal gesehen hatte?

"Ich meinte es ernst, als ich sagte, ich habe dich vermißt.."
Sprach der Brünette ernst und warf der Dunkelhaarigen einen tiefen Blick zu. "Deine Berührungen, deinen Duft, unsere Gespräche.."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 08. Aug 2005, 20:17
"Warst du denn nie einsam in den letzten Monaten?", fragte sie ohne Hintergedanken, denn würde er mit einem Nein antworten, könnte sie ihm keinen Vorwurf daraus machen. Sie wusste darum, was er von den Menschen hielt, die ihm nie Vertrauen entgegengebracht hatten. Er war wie sie, unverstanden und jeglichem Gefühl gegenüber misstrauisch.

"Mag sein, dass ich nicht mehr dieselbe bin, die du zurückgelassen hast. Aber wer sagt denn, dass man sich stets zum Schlechten wandle", schmunzelte sie und genoss die Berührung seiner Lippen an ihrer Haut. Ihre freie Hand glitt über seine Schulter nach vorn, strich sanft den makellosen Hals entlang und zog die weich geschwungenen Konturen seines Gesichts nach.

Die Wallonin labte sich an seinen Worten, die bis in ihre Seele drangen, und tauchte in die bläuliche Iris seiner Augen bis tief in jede Gefilde hinab, wo reine Sinnlichkeit und die Lust nach dem Leben lagen.

"Wie steht es mir dir? Hast du dich gar nicht verändert? Vermag eine Reise spurlos an dir vorüberzugehen? Erzähl mir davon. Wie ist es dir ergangen?"

Doch ehe er ihr antworten konnte, küsste ihn noch einmal zärtlich auf die fein geschwungenen Lippen und sog begierig sog den Duft seines Haares ein.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 09:00
Der braunhaarige Sänger genoss den sanften Kuss, erwiderte ihn aber nur zaghaft.

Als sich Silvanas Lippen von seinen lösten, lachte Etienne sein leises, kindliches Lachen.
"Verändert? Ich weiß nicht, ob ich mich verändert habe.."
Sorgsam strich er mit der linken Hand längs Silvanas Hüfte, während die Rechte langsam Silvanas Hand wieder der Freiheit entließ und sich dann ihren Weg über die starken Arme der Schmiedin hin zu ihrer Schulter bahnte. Angekommen spielten die schlanken Finger verträumt mit einer dunkelblauen Haarsträhne.

"Doch einsam, nein, einsam war ich nie. Die Erinnerung an dein Antlitz hat mich jederzeit begleitet."
Etienne seuselte und sein Griff um Silvanas Hüfte wurde etwas fester.
Als er ihr in die Augen blickte, fragte er sich, was der fremde Soldat wirklich für ein Freund Silvanas gewesen war. Ein Verflossener? Ein Liebhaber? Ein Verehrer? Etienne fühlte einen Hauch von Eifersucht in sich aufsteigen. Ein Gefühl, was er eigentlich sehr selten empfand. Doch die Frage, wie der Fremde zu der Wallonin stand, war für ihn schlimmer als es die Gewissheit gewesen wäre, dass sie sich einen neuen Gefährten gesucht hatte.

"Aber mir ist es gut ergangen. Ich habe Land und Leute kennengelernt und bin mir über vieles klarer geworden. Es war eine schöne Zeit, aufregend, voller Neuerungen und interessanten Menschen."
Einen Augenblick lang mußte Etienne an die Schwester Talyas denken, die er in Rotfels kennengelernt hatte, doch schnell glitt sein Blick wieder auf Silvanas Gesicht und er küßte ihr zärtlich die Stirn.

"Doch freue ich mich wieder hier zu sein. Wegen dir."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 16:32
An Etiennes Kuss spürte Silvana ganz deutlich, dass etwas zwischen ihnen war, das es früher nicht gegeben hatte. Vor seinem Weggang waren sie beide unsicher gewesen, was sie voneinander zu erwarten hatten. Doch jetzt war da etwas, das sie nicht in Worte fassen konnte. Eine Art Distanz, eine Entfremdung, als ob etwas oder jemand zwischen ihnen stand. Und sie konnte sich nicht vorstellen, dass es mit MGs Auftauchen zu tun hatte. Oder doch?

Sie erinnerte sich daran, was er ihr über andere Frauen erzählt hatte. Er war nie ein Kostverächter gewesen, und während sie zwar einen anderen begehrt hatte, sich ihm aber nie hingegeben hatte, hätte sie beim Blick in Etiennes Augen schwören können, dass er keinen Augenblick gezögert hatte seine Vorzüge diversen Damen angedeihen zu lassen.

Auch wenn sie es nicht sicher wusste, allein der Gedanke kränkte sie. Seine zärtlichen Berührungen kamen ihr mit einem Mal schal vor. Interessante Menschen. Natürlich, dachte sie verächtlich und entwand sich sanft seiner Umarmung, schritt auf einen Wandschrank zu, riss ungestüm die Türen auf und griff nach zwei Gläsern und einer Flasche Met.

"Möchtest du etwas trinken?", fragte sie abwesend, wartete seine Antwort gar nicht ab, sondern schenkte einfach ein. "Ich war einst oft auf Reisen, und es gibt wahrlich viel zu sehen in der Welt. Leider bin ich hier gefangen, obwohl ich nicht einmal genau weiß warum." Sie machte ein nachdenkliches Gesicht und reichte Etienne den Met hin. Ob sie ihn einfach fragen sollte? Oder war es kleinlich, ausgerechnet von ihr, einer Wallonin, die selbst eine völlig eigene Meinung zum Thema Treue hatte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 16:42
Etienne hätte Silvana gerne festgehalten, doch die Schmiedin war schneller und wendiger als er es in Erinnerung hatte. So sah er ihr verzückt zu, wie sie ihren athletischen Körper in Richtung des Schrankes bewegte und nach zwei Gläsern griff.

Eigentlich, ja eigentlich hatte er keinen wirklichen Durst gehabt. Met machte ihn oftmals melancholisch. Doch es wäre ihm unhöflich erschienen, Silvanas Gastfreundschaft abzuweisen. Ausserdem brauchte er sich ja nicht gleich betrinken...

"Gefangen? Silvana, du bist so eine starke, schöne Frau, wer sollte dich gefangen halten, wenn nicht du selbst?
Aber ich bin froh, dass du nicht fort gegangen bist.. Das ich mich jederzeit wieder freuen konnte, nach Nuru zurückzukehren."

Etienne stand auf und ging der Wallonin entgegen um ihr das Glas abzunehmen. Als er ihr wieder nah kam, griff er erneut an ihre Hüfte und seuselte leise.

"Und ich dachte, die Vorfreude auf dich hätte meine Erinnerung beschönigt - doch du bist noch immer so wunderschön wie damals.."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 17:03
"Oh ja, natürlich", grinste Silvana und ein schelmischer Ausdruck trat in ihre Augen. "Selbst entscheiden zu können, wann man zurückkehrt ist allemal schöner als auf jemanden warten zu müssen. Wärst du ein paar Wochen früher gekommen, wäre ich tatsächlich nicht hier gewesen. Immerhin war ich eine Weile in Aramon unterwegs, wenn auch gänzlich umsonst."

Sie ließ es zu, dass er sich ihr erneut näherte und sie an der Hüfte umfasste. Seine Nähe machte sie trunken, noch ehe sie einen Schluck Met zu sich genommen hatte.

Mit einem Lächeln hielt sie Etienne ihr Glas entgegen und prostete ihm zu. "Lass uns auf deine Rückkehr trinken und dass es die richtige Entscheidung war."

Ihr Pulsschlag beschleunigte sich, während sie seine stattliche Gestalt und die zugehörigen, fast schon zu sanften Gesichtszüge betrachtete.

"Du hast ebenfalls nichts von deiner Anziehungskraft eingebüßt", zwinkerte sie und nippte an ihrem Glas. Wie gern hätte sie sich an ihn gepresst, aber sie war unsicher, ob er das überhaupt wollte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 18:44
"Und du bist noch immer genauso verführerisch und sinnlich..."

Raunte Etienne der Wallonin zu und zog sie ein wenig näher zu sich.
Dann löste sich seine Hand von ihrer Hüfte und strich Silvana vorsichtig ein paar Haarsträhnen hinter das Ohr, nur um gleichdarauf den Hals der hübschen Schmiedin zu küssen.

".. und wie mir scheint, bin ich nicht der Einzige, der dies bemerkt hat."
Etienne flüsterte es nur - leiser, als ein normales Flüstern des Hochgewachsenen. Und trotzdem hätte er sich in diesem Moment selbst auf die Zunge beißen können.
Warum hatte er nicht einfach für sich behalten können, was er geglaubt hatte zu sehen? Vielleicht hatte er sich geirrt und Silvana und diesen MG verband tatsächlich nicht mehr als eine Freundschaft. Es war zu früh um voreilige Schlüsse zu ziehen - und doch.. nun war es raus. Etienne hielt den Atem an, während seine Lippen noch langsam das zuende führten, was er begonnen hatte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 19:03
Silvana blieb fast das Herz stehen. Sie schnappte nach Luft und versteifte sich, dass Etienne es einfach merken musste. Ihre Finger krampften sich um das Glas in ihrer Hand und zerdrückten es wie Papier. Mit einem Klirren zersprang das Glas und schnitt ihr schmerzhaft in die Handfläche.

"Verflucht!" Unsanft schob sie Etienne beiseite und schüttelte die Scherben zu Boden, und mit ihnen einen Schwall mit Met vermischtem Blut. Mit aufgerissenen Augen starrte sie auf die Schnittwunden, ehe sie ihren Blick wieder auf Etienne richtete.

"Du meinst MG, es kann gar nicht anders sein. Bist du etwa eifersüchtig auf einen Mann, dessen Freundschaft mir sehr viel bedeutet und der mir ein guter Trainingspartner ist. Da ist nichts gewesen, und wenn er mich um meines Körpers Willen begehrt stört das weder mich noch dich."

Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 20:13
Ehrlich erschrocken fuhr Etienne zurück und sah mit aufgerissenen Augen auf Silvanas Hand.
Er hatte sie nicht derart... ja.. entsetzen wollen? Dem jungen Sänger fiel es schwer, die Reaktion der Wallonin nachzuvollziehen. Seine Bemerkung mochte vielleicht nicht ganz passend gewesen sein, in einem Moment wie diesem - aber trotzdem hatte Silvana heftiger reagiert, als es bei einem "normalen Freund" üblich sein mochte.

Langsam vermischten sich das dunkelrote Blut mit dem süßklebrigen Met. Etienne griff sich ins Haar und löste das helle Haarband. Sofort vielen die dunklen Haare bis über seine Schultern.
Wortlos griff er Silvanas Hand, besah sie sich um nicht noch weitere Splitter mit einzubinden und wickelte sein Haarband um die Handfläche der Amazone.

"Am Besten reinigst du es nachher mit etwas Hochprozentigen. Wundbrand ist schmerzhaft."

Mehr sagte der Brünette nicht, als er zur Tür ging. Er öffnete selbige und warf nur noch einen Blick über die Schulter.

"Nein, es stört mich wohl wahrhaftig nicht, Teuerste. Und doch möchtet Ihr nun vielleicht lieber alleine sein.."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 21:42
Schweigend ließ sie sich verbinden, aber Etiennes Gesichtsausdruck gefiel ihr gar nicht.  So hatte sie sich ihr Wiedersehen wahrlich nicht vorgestellt. Wut stieg in ihr auf. Am liebsten hätte sie irgendetwas gegen die Wand geschleudert. Heute lief aber auch alles schief. Erst war sie gezwungen gewesen sich zu entscheiden, und nun entglitten ihr beide.

Mit düsterer Miene starrte sie Etienne hinterher. Etwas zerquetschte ihr das Herz im Leib und sie hätte schreien mögen. Als er die Tür öffnete wandte sie den Blick ab und starrte auf das Tuch auf ihrer Handfläche, das sich langsam rot färbte.

"Ist es das, was wir uns von unserem Wiedersehen erwartet haben? Uns Vorwürfe zu machen, was während der Abwesenheit des anderen passiert sein mag? Habe ich dich gefragt, ob du eine andere Frau kennengelernt hast? Ich kann nur für mich sagen, dass ich dich nicht vergessen habe und dir selbst körperlich treu war, auch wenn dies nicht der Auffassung einer Wallonenfrau entspricht. Wenn du gehen willst werde ich dich nicht aufhalten."

Sie hob den Kopf und sah ihn mit einem gequälten Gesichtsausdruck an. "Doch ich habe dich nicht gebeten zu gehen. Aber würde es helfen dich zu bitten zu bleiben und mir zu vertrauen?"

Erst da fiel ihr auf, dass er sie gesiezt hatte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 22:01
Etienne blieb stehen, drehte sich vollends um und lehnte sich gegen den Türrahmen. Zögernd schüttelte er mit dem Kopf.

"Nein, Silvana, ich mache Dir keinerlei Vorwürfe. Wie sollte ich auch? Es wäre durchaus legitim gewesen, wenn du dir einen neuen Gefährten gesucht hättest - schließlich hatte ich nichtmal ein Wort des Abschiedes für die übrig."

Seine Stimme war ruhig und trotz der unmännlichen Höhe sehr warm.

"Und war ich jemals dein Gefährte? Gehörten wir beiden jemals ganz dem anderen?"
Er schüttelte abermals den Kopf. "Du weißt, dass ich mir darüber nie im klaren war. Das viel mehr in mir dich will, als ich eigentlich zugeben mag. Viel mehr, als es vielleicht für uns beide gut wäre."

Der Grauäugige bändigte eine wirre Haarsträhne, in dem er sie hinter sein Ohr schob.
"Ich mache dir keine Vorwürfe, Silvana. Im Gegenteil. Richte dich nachdem, was dir richtig erscheint. Es stört mich nicht, wenn du etwas für ihn empfindest."
Etiennes Herz schlug bis zum Hals. Bis eben hatte er noch an die Worte geglaubt, doch jetzt, als er sie tatsächlich aussprach, brannten sie ihm auf der Zunge wie Gift.

"Du bist eine wunderbare Frau, Silvana. In jeglicher Hinsicht. Und.. es macht mich stolz, wenn dich jemand so voller Bewunderung ansieht, wie dieser MG gerade - und gleichzeitig..."
Etienne zögerte, senkte den Kopf und schlug sich auf die Brust. ".. tut es hier drinnen weh."
Etienne wußte, dass er sich irgendwo wiedersprach, aber... das alles schien auf einmal so kompliziert.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 09. Aug 2005, 22:21
Die Wunde in ihrer Handfläche fing an zu pochen, aber Silvana gestattete sich nicht dem Schmerz die Oberhand zu geben. Sie sah sich nach einem Fetzen um, während Etienne sprach, fand schließlich ein Tuch, das sie zum Säubern der Tintenfeder benutzte, und presste sich den Stoff auf die Wunde.

Mit einem entschlossenen Schritt trat sie an den Sänger heran. Es war nicht die Zeit um noch länger zu zaudern. Dunkle Haarsträhnen rutschten ihr über die Stirn.

"Nein, wir gehörten uns nie ganz, weil wir uns immer noch selbst gehören. Du bist nicht anders als ich ... hast dieselbe Furcht dich in dem anderen zu verlieren, weil wir uns dabei selbst verlieren könnten. Aber ist nicht dies genau das, was es so schön zwischen uns macht? Weil wir einander verstehen, weil wir uns ähnlich sind? Wozu diese Furcht? Wozu dieses ewige Misstrauen?"

Nun sprach ganz die Wallonin aus ihr, diejenige, die es für denkbar hielt mehrere Personen zu lieben und doch für jede von ihnen da zu sein und Körper und Seele zu teilen. Sie konnte es, aber konnte er es auch?

"Es gibt nie ein Zuviel, solange ich dich nicht an eine Verpflichtung binde. Was ich niemals tun würde. Bei jedem anderen würde ich es versuchen, aber nicht bei dir. Niemals bei dir, weil ich dich damit nicht halten könnte."

Für eine Wallonin ein großes Zugeständnis, das musste selbst ihm klar sein.

"Ich weiß, dass es weh tut", flüsterte sie und streckte die unverletzten Finger nach der Hand aus, der immer noch auf seiner Brust lag. Sanft zog sie seinen Arm ein Stück von seiner Brust fort und verschränkte ihre Finger in den seinen.

"Ich kenne diesen Schmerz, glaub mir, und ich würde alles darum geben um ihn dir nehmen zu können. Aber was geschehen ist, ist geschehen, auch wenn es ohne mein Zutun geschah, weil ich stets daran glaubte, dass du zurückkehren mögest. Auch wenn mir klar war, dass du wegen mir erst gegangen bist. Ist es für dich so erschreckend, mich mehr als nur körperlich zu begehren?"
Autor: Talya Datum/Zeit: Mi., 10. Aug 2005, 00:18
Abermals zögerte Etienne. Glaubte sie, er wäre wegen ihr gegangen? Nun, in gewisserweise mochte diese Sichtweise wohl zutreffen - aber bisher war sie Etienne nicht ein einziges Mal klar geworden.
Die "Flucht" war ihm nicht ungelegen gekommen, ja manchesmal hatte er begrüßt, dass er sein Herz nicht zu einer Entscheidung zwingen mußte, sondern sorglos durch die Gegend wandern und feiern konnte. Aber sie war immer noch zufällig gewesen. Weil er gebraucht wurde.. oder doch nicht?

Dann huschte ein leichtes Lächeln über die hohen Wangenknochen.
"Erschreckend würde ich dazu nicht sagen - aber glaube mir, du bringst in mir die widersprüchlichsten Gefühle zutage.
In dem einen Augenblick macht es mir nichts aus, dir den Rücken zu kehren und wieder Herr meiner selbst zu werden - im nächsten Moment, möchte ich dir vollkommen und ganz verfallen..."

Etienne zog Silvana zu sich und legte ihr den Arm um die Hüfte.
"Du machst mich noch ganz und gar verrückt." Raunte er ihre zärtlich ins Ohr und deutete dann auf die verletzte Hand.
"Tut es sehr weh? Vielleicht solltest du einen Heiler aufsuchen.."

Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 11. Aug 2005, 21:55
Silvana war überrascht, wie offen er über seine Gefühle sprach. Sie selbst hatte schon viel mehr preisgegeben, als sie ihm gegenüber hatte zugeben wollen. Widerspruchslos und mit unverhohlenem Begehren im Blick ließ sie sich erneut an ihn ziehen.

Sie lächelte, als er ihr etwas ins Ohr flüsterte. "Du hast mein Leben bereits durcheinander gebracht. Und bringst doch das Positive in mir zum Vorschein. Früher hätte ich keinen Deut darum gegeben, ob du vorhin gegangen wärst. Doch jetzt ..."

Ihre warme, dunkle Stimme schwang leise über ihn hinweg, während sie die Stirn gegen seine lehnte. Sachte schüttelte sie den Kopf. "Schmerz behindert mich in keinster Weise, ich fürchte nur, dass ich eine Narbe zurückbehalten werde, falls die Wunde tief ist und genäht werden müsste."

Wo doch ihre Hände bis auf ihr Gesicht das einzige war, das bisher makellos und von Narben verschont geblieben war.

"Oder soll ich sie in Erinnerung an dich behalten?", schmunzelte sie.

Sie waren sich nun sehr nah, und Silvanas Brustkorb senkte sich in raschem Rhythmus auf und ab, während das Blut siedend heiß durch ihre Adern schoss und ein unstillbares Verlangen nach Etienne sich ihrer bemächtigte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Fr., 12. Aug 2005, 11:22
Etienne nahm die verletzte Hand in seine Hand und küßte Silvanas Fingerspitzen sanft. Dann nahm er die Stofffetzen von der Wunde und besah sich selbige intensiv.

"Es sieht nicht wirklich tief aus - aber ich kenne mich mit Verletzungen kaum aus."
Sprach er gewohnt leise. "Und was ich auf keinen Fall will, ist dass diese Hände auch nur einen Makel bekommen."

Er lächelte Silvana an und strich ihr mit der freien Hand sanft über das Gesicht.
"Lass uns lieber einen Heiler aufsuchen. Nicht, dass du morgen keinen Schmiedehammer mehr halten kannst.. oder dir der Wundbrand hinausgeschnitten werden muss."
Das Lächeln blieb weiter auf den weichen Gesichtszügen, aber ein unweigerlicher Ernst lag in Etiennes Blick.
Er spürte, wie Silvanas Körper sich näher an ihm drängte und der süße Duft ihres Haares schien ihm fast die Sinne zu rauben - aber dennoch war in diesem Moment die Sorge in ihm größer.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 12. Aug 2005, 16:33
Die Blutung war fast zum Stillstand gekommen. Es waren mehrere kleinere Schnitte, kaum der Rede wert, und eine etwas längere, die auch am stärksten geblutet hatte.

"Da sind wir einer Meinung", lachte sie. "Auch mir ist es ein Anliegen, meine Hände makellos zu halten. Welch unseliges Missgeschick."

Rasch wandte sie den Kopf ein Stück und küsste die Hand, die ihre Wange streichelte. Innerlich kämpfte sie mit der Entscheidung, denn der Gang zu einem Heiler würde bedeuten, dass sie sich aus der gemeinsamen Zweisamkeit bewegten, die sie so sehr herbeigesehnt hatte.

"Nun gut, du hast ja Recht", gab sie schließlich nach und sog den Duft seiner Haut ein, was ihr Begehren nur noch mehr steigerte. Sie wollte ihn küssen, aber sie wagte es nicht, nachdem beide Küsse seit seiner Rückkehr so halbherzig geendet hatten.

"Willst du hier warten, während ich rasch die Wunde nähen lasse?" Sanft strich ihre gesunde Hand eine Haarsträhne hinter sein Ohr.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 15. Aug 2005, 12:10
"Wenn du es möchtest, so werde ich hier auf dich warten."
Raunte Etienne und fing Silvanas gesunde Hand ein, um ihr abermals einen Kuss zu geben.

"Ich habe lange genug auf diesen Zeitpunkt gewartet, glaubst du, da würde ich den erstbesten Augenblick nutzen um abermals zu verschwinden?"

Etienne warf Silvana einen tiefen Blick zu und versuchte in ihren Augen zu lesen, was sie gerade dachte. Es war für ihn immernoch wie ein Wunder, dass sie nicht verärgert über seinen Fortgang war - er selbst wäre es gewesen - und dass sie einen anderen für ihn fortgeschickt hatte.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 18. Aug 2005, 21:02
[OT sorry, Stress ]

"Gut, dann mach es dir gemütlich. Es wird nicht lange dauern." Mit einem bedauernden Lächeln entzog sie sich ihm, schob mit dem Stiefel die Glasscherben auf einen Haufen und überlegte, ob sie Richart bitten sollte den Boden zu kehren.

"Oder willst du lieber in meiner Kammer warten? Dort ist mehr Platz, du kannst dich auch gern auf meinem Bett ein wenig ausruhen. Möchtest du wirklich nichts zu essen? Richart ist wieder aus Aramon zurückgekehrt und bereitet die herrlichsten Speisen für jeden Gaumen. Ich werde ihm Bescheid geben ... "

Sie unterbrach sich, weil sie dabei war Etienne völlig zu überfahren. Eine typisch wallonische Eigenschaft, und die einer Arbeitgeberin. Sie war es gewohnt Befehle zu geben und andere einzuteilen.

"Die Kammer ist die Treppe hinauf, die letzte Tür links. Soll ich dich nach oben begleiten? Ansonsten laufe ich los und bin in wenigen Minuten wieder hier. Die paar Stiche sollten rasch erledigt sein."

Sie drehte die verbundene Hand hin und her und warf Etienne dann einen unsicheren Blick zu. Was hatte er sich wohl erwartet, als er die Schmiede nach so langer Zeit wieder betreten hatte? Dass sie ihn hochkant aus dem Haus werfen würde? Toben, wüten, ihm Vorwürfe machen würde? Das lag ihr nicht. Nicht, wenn es um Dinge ging, die ihre Gemütswelt betraf.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 22. Aug 2005, 14:13
Etienne lachte, zog Silvana etwas näher zu sich und küßte sie sanft auf die Stirn.

"Sorge dich nicht um mein Wohlergehen, Teuerste. Ich finde mich schon zurecht. Und nun gehe, bevor du mir mein Hemd vollblutest."

Er grinste, zwinkerte ihr zu und deutete auf das leichte Rot, dass ihre blutende Hand auf seinem Hemd zurückgelassen hatte. Es war nicht viel Blut - und doch war es für den Sänger ein ungewohnter Anblick. Er, der noch in keine Schlacht gezogen war und der Gewalt gänzlich abgeschworen hatte, konnte auf seiner reinen Kleidung sonst nur Blut sehen, wenn ihm durch ein Ungeschick die Nase blutete - oder er sich an einem zu scharfen Messer schnitt. Aber das Blut eines fremden... doch, Silvana war ja gar nicht fremd!

Er sah die hübsche Wallonin hinauseilen und sah sich in ihrem Arbeitszimmer um. Nun, ob er hier wartete oder tatsächlich hinauf in ihre Kammer ging - was machte das schon für ein Unterschied?
So schlurfte der hochgewachsene Sänger durch die Räume der Schmiede und suchte Silvanas raum.

Zufällig kam er dabei an - war es die Speisekammer oder die Küche? - an einer Tür vorbei, vor der ein Schemel stand. Und eben auf diesem Schemel stand ein großer Korb voller Leckereien. Scheinbar hatte Silvanas Arbeiter Einkäufe getätigt...

Etienne schmunzelte und nahm einige Kleinigkeiten aus dem Weidenkorb und ging hinauf. Im Zimmer angekommen setzte er sich auf das Bett der Schmiedin und zog sich sein Hemd über den Kopf weg aus. Eingehend betrachtete er den Blutfleck...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 24. Aug 2005, 10:50
Silvana machte sich auf den Weg zur Apotheke. Von ihrer Freundin Perfel ließ sie sich die Wunde säubern und dann nähen, doch sie war außerstande nur ein Wort über die Ursache dieser Verletzung zu verlieren. Zwar gestand sie den Glasbruch, aber nicht den Grund dafür. Dabei hatte sie Perfel von Etienne erzählt, damals, auf der Blumenwiese, aber nun war er wieder hier und es war anders gelaufen als erhofft. Sie musste erst mit sich selbst ins Reine kommen, ehe sie darüber sprechen konnte.

Den Kopf voller rasender Gedanken kehrte sie in die Schmiede zurück. Ein schmaler Wundverband zierte ihre Rechte und die Naht sandte ein schmerzhaftes Pochen ihren Unterarm hinauf.

Tatsächlich war das Arbeitszimmer leer, daher eilte Silvana die Treppe hinauf und blieb kurz im Türrahmen ihrer Kammer stehen. Etienne saß auf ihrem Bett und starrte sein beschmutztes Hemd an. Ihr Puls schnellte in die Höhe, als sie seinen muskulären Oberkörper in seiner Nacktheit betrachtete.

Leise trat sie näher und ließ sich vor dem Sänger in die Hocke sinken. Von unten hinauf musterte sie sein Gesicht und wand ihm mit einem Lächeln das Hemd aus den Fingern. "Ich werde es dir ersetzen", zwinkerte sie.

Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 25. Aug 2005, 09:14
Etienne zuckte leicht zusammen, als Silvana den Raum betrat. Er war in seinen Gedanken versunken gewesen und tatsächlich ein wenig überrascht, dass die hübsche Schmiedin so schnell wieder zurück war.

"Wie geht es deiner Hand?" Fragte der Sänger besorgt und legte die Stirn in Falten. Gleichdarauf griff er Silvana zärtlich bei den Handgelenken und zog sie zu sich auf das Bett.
Einen sanften Kuss hauchte er auf jedes Fingerknöchel, bevor er mit einem verschmitzten Grinsen den Kopf schüttelte.

"Nein, Teuerste, ersetzen mußt du mir nichts. Ich war schließlich der Auslöser dieses... Missgeschickes. Und wenn jemand etwas ersetzen müßte, so wäre ich dies. Ich hoffe, es handelte sich nicht um teures Glas.."

Ein tiefer Blick folgte den leisen, so hohen Worten und Etienne strich sanft über die kräftigen Oberarme der Schmiedin.
Er spürte den Blick Silvanas auf seinem Oberkörper und überlegte abermals, was sie wohl bei seinem Anblick dachte. Er war gut trainiert, durchaus - und auch die lange Abwesenheit hatte nichts daran geändert. Dennoch empfand er sich selbst als... nicht vollendet. Wieviele Männer die er kannte waren mit Narben überzogen? Zeugten von vielen Schlachten und Gefahren.
Und er? Seine Haut war unbeschädigt wie die eines Neugeborenen, sah man von der einen, pikanten Stelle ab.

Etienne lächelte, beugte sich zu Silvana vor und küßte sie ohne ein weiteres Wort zu verlieren vorsichtig am Hals.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 25. Aug 2005, 11:00
"Teures Glas, nein, soetwas besitze ich nicht. In einer Schmiede muss man ständig damit rechnen, dass etwas graziles zu Bruch geht", schmunzelte Silvana und ließ sich widerstandslos neben den Sänger aufs Bett ziehen.

Dann entdeckte sie die Leckereien, die Etienne offenbar bei Richart ergattert hatte. "Hast du wirklich keinen Hunger? Ich kann Richart bitten uns etwas ..."

Weiter kam sie nicht, denn das Wort blieb ihr zwischen den Lippen hängen und wollte nicht mehr hinaus, als Etienne sie am Hals küsste. Ein brennend heißer Schauer jagte ihr den Rücken hinab und lähmte sie für einen Augenblick.

Und während sich ihre Finger in die seinen verschränkten und sie die Augen schloss, musste sie an MGs enttäuschtes Gesicht denken.
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 25. Aug 2005, 11:13
"Hunger?"

Etienne schaute auf und machte ein halbwegs erstauntes Gesicht. Dann schmunzelte er und griff zu einem der Gläser, dass er stibitzt hatte.

"Du hast recht... ich habe Hunger... Hmm... süßen Hunger."
Raunte er und öffnete seine Diebesgut.
Er steckte den Zeigefinger in das Glas und zog ihn umhüllt mit goldenem Honig wieder hinaus. Genußvoll leckte er die süße Masse ab und lächelte Silvana an.

"Und du, Teuerste? Hunger?"
Abermals tauchte er den Finger ein und streckte ihn dann Silvana entgegen. Sein Schmunzeln ließ kleine Grübchen in den Mundwinkeln entstehen und seine Augen blitzten vor Vergnügen auf.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 25. Aug 2005, 12:36
"Ach, so ist das", lachte sie, als Etienne ein Glas Honig öffnete. "Du bevorzugst Süßes."

Ihr dunkler, verschmitzter Blick folgte seiner Bewegung und blieb auf seinen begehrlichen Lippen hängen, als er sich den Honig vom Finger leckte.

Sie antwortete ihm nicht auf seine Frage, die ohnehin keiner wortwörtlichen, sondern einer mündlichen Antwort in anderer Form bedurfte. Kurz schlug sie die Augen nieder, beugte sich ihm entgegen und öffnete leicht den Mund, ehe sie mit der Zunge die Süße berührte und den Honig samt seinem Finger zwischen die Lippen schob. Ihr funkelnder, heißblütiger Blick tauchte tief in seine blaugraue Iris ein, während sie sich das Naschwerk auf der Zunge zergehen ließ und ein heißes Verlangen nach ihm sie packte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 25. Aug 2005, 13:38
Der Zusammenschluß von Silvanas weichen Lippen um Etiennes Finger ließ ihn erschaudern und er beugte sich vor um selbige Lippen zu küssen, sobald sie sich wieder von ihm gelöst hatten.
Warm und süß schmeckte die Amazone - und Etienne erinnerte sich, dass dies auch schon ohne Honig immer der Fall gewesen war.

Etienne schien sich gar nicht mehr von Silvana lösen zu wollen und so packten seine starken und doch so feingliedrigen Hände die hübsche Wallonin an der Schulter und drückten sie sanft hinab auf das Bett. Der Sänger verlor nicht wirklich viel Zeit, sondern schob sich gleich auf den Körper der Schmiedin, liebkoste erst ihren Hals und hielt dann inne um in die dunklen Augen zu blicken.

"Hatte ich dir schon gesagt, dass ich dich vermißt habe?" Raunte er ihr sanft zu und wickelte sich eine Strähne von Silvanas blauem, lockigen Haar um den Finger.
Wie weich es war.. und wie wunderschön es ihr Gesicht einrahmte. Einen Augenblick lang reiste Etienne zurück. Erst zu der hübschen Kelaya in Rotfelst - hatten ihre dunklen Locken ihn vielleicht nur an Silvana erinnert? - dann zu dem Zeitpunkt, wo er die Schmiedin zum letzten Mal gesehen hatte.
Am Entenweiher. Silvana trug sein Hemd und er spürte auf seiner Haut die ersten Sonnenstrahlen...

Etienne schloß die Augen und atmete tief durch. Seine Hand jedoch suchte ohne Umschweife den Weg unter Silvanas Bluse.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 06. Sep 2005, 17:18
Etienne roch, schmeckte und fühlte sich genauso an wie früher, ehe er nach Rotfels gegangen war. Wie schon damals ließ ihm Silvana widerstandslos die Führung, genoss das Gewicht seines muskulösen Körpers auf dem ihren und vergrub die Finger in seinem Haar.

Verspielt zupfte sie an ein paar Strähnen, als er sich von ihrem Hals löste. "Du sagst es unentwegt", lächelte sie.

Ihre bandagierte Hand streichelte seinen Rücken entlang, während sie seine Finger auf ihrer nackten Haut genoss. Nie hätte sie gedacht, dass sie sich eines Tages so sehr nach einem Mann sehnen würde.

?Was hast du gedacht dass passieren würde, als du heute hierher gekommen bist? Dachtest du, ich wäre wütend auf dich? Verletzt? Hätte dich inzwischen vergessen? Genauso gut hätte ich gar nicht hier sein können.?

Sanft zeichnete sie mit der unverletzten Hand die Konturen seines Gesichts nach. ?Ich war sehr enttäuscht, als du ohne Abschied fortgegangen bist, das kannst du dir wohl denken. Und eine Weile dachte ich, es wäre meine Schuld gewesen.?
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 08. Sep 2005, 08:59
Etienne seufzte, doch seine Lippen wurden von einem verträumten Lächeln umspielt.
"Es war eine seltsame Fügung des Schicksals, dass ich mit Talya ging. Und hätte ich gewußt, dass ich derart lange fortbleibe.."
Sanft strich der Braunhaarige Silvana über die Wange.

"Wer weiß, ob ich dann überhaupt mitgegangen wäre."
Er schürzte die Lippen und hauchte Silvana einen sanften Kuss auf. Mit Sicherheit hätte er sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und er bereute keinen einzigen Tag, den er in der Ferne verbracht hatte. Doch die Nähe der Wallonin ließ ihn bereuen, dass er solange nur von ihr hatte träumen können.

"Was ich erwartet hatte?" Etienne verlagerte ein wenig sein Gewicht, so dass Silvana nicht mehr die ganze Schwere seines Körpers spüren mußte. "Erwartet hatte ich nichts. Nur hätte ich alles verstanden. Und ich hatte eine gewisse.. Angst.."
Etienne wich dem Blick Silvanas absichtlich aus und küsste stattdessen erneut ihren Hals und Nackenbereich. Nur sehr leise sprach er weiter.
"Die letzten Tage waren furchtbar. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie du mich empfangen würdest und wie ich reagieren täte. Und die größte Sorge dabei war nicht, dass du mich anschreien oder dein Lager vielleicht bereits mit jemand anderen teilen würdest - ich hatte Angst, dass du mich nicht mehr sehen willst und mich mit keinem Blick oder Wort mehr beachtest."
Etienne wühlte sein feingeschnittenes Gesicht tief in Silvanas blauschwarze Haarpracht.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 10. Sep 2005, 17:19
Silvana lachte auf, als Etienne von seinen Befürchtungen sprach. "Dich ohne ein Wort zu verstoßen käme einer Flucht gleich, und Wallonen flüchten niemals, vor nichts und niemandem. Lieber stelle ich mich einer Konfrontation als nicht zu wissen, was der andere zu sagen hat."

Ihre Hände glitten über seinen Rücken, als er sein Gesicht in ihrem Haar vergrub. Fast kam es ihr so vor, als ob er ihr auswich. Aber sie machte sich keine weiteren Gedanken darum. Wichtig war nur, dass er wieder da war.

Die Wärme seines Körpers ließ sie erschaudern. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren presste sie sich an ihn, vergrub ihre Hände in seinem Haar und zog sanft sein Gesicht zu ihm hoch, um ihn leidenschaftlich auf den Mund zu küssen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 10. Sep 2005, 17:26
Die Tür zu Silvanas Kammer stand halb offen, als Richart den Flur entlang kam. Für einen Moment meinte er Stimmen gehört zu haben, doch dann war es plötzlich still und er war sicher sich getäuscht zu haben.

Höflich klopfte er an, ehe er die Hand an die Tür legte und sie aufdrückte. Verblüfft blieb er im Flur stehen, Gevatter Drax hinter sich, als er Silvana erblickte.

Sie war nicht allein.
Autor: Talya Datum/Zeit: Sa., 10. Sep 2005, 21:33
Etienne erwiderte den Kuss voller Begierde und begann an Silvanas Bluse herum zu nesteln. Gerade, als er dabei war Knopf drei zu öffnen, hörte er ein seltsames Geräusch.
Silvana richtete zuerst den Blick zur Seite und Etienne folgte ihr.

Verdammt, jemand stand in der Tür. Silvanas seltsamer Gehilfe. Schnell rollte sich der hochgewachsene Sänger von der schönen Schmiedin und legte ein verlegenes Lächeln auf. Irgendwie kannte er diese Situation nur zu gut. Erst war es Orkana gewesen, die ihn und Silvana mit ihrer kräftigen Stimme aus jeglicher Leidenschaft gerissen hatte, dann seine eigenen widersprüchlichen Gefühle am Entenweiher. Doch das war schon lange her und eigentlich hatte Etienne gehofft, heute würde er bekommen, was er schon so lange begehrte.

Prüfend richtete er den Blick auf Silvana. Ob sie soetwas wie Scham verspürte? Nur gut, dass der plötzliche Besuch nicht 10 Minuten später gekommen war - dachte Etienne und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: So., 11. Sep 2005, 10:59
Drax folgte Richart auf dem Fuße. Ein Klopfen, die Tür ging auf und...

... der Zwerg prallte gegen Richarts Rücken, denn der war abrupt stehen geblieben.

"Was ist?" fragte er etwas unwirsch und rieb sich die Nase. Dann lugte er um den nicht unbeträchtlichen Leib des Schmiedes herum und erblickte Silvana, deren Bluse halb geöffnet war. Er schob den Kopf weiter vor und seine Mundwinkel zuckten unwillkürlich nach oben.

'Soso, Silvana hat also auch ein Privatleben' dachte er verschmitzt. Irgendwie hatte der Zwerg die Schmiedin bisher immer nur geschäftigt erlebt. Und der Jüngling war Etienne wenn er sich nicht irrte. Was hatte der mit Silvana zu schaffen? Er erinnerte sich an seine ersten Gedankengänge damals im 'Einäugigen', warum seine Kolkrabe den für menschliche Verhältnisse hübsch zu nennenden Mann eingestellt hatte. Auch wenn der jetzt eigentümlich grinste. Aber egal! Er wollte ja nur seine Fragen loswerden. Das Herz des Zwergen schlug bis zum Hals.

"Ähem" räusperte er sich "Ich wollte nicht weiter stören. Ich wollte Euch nur sprechen." sprach er zu Etienne gewandt. "Wenn Ihr hier fertig seid, meine ich. Also...ich warte dann unten... fügte er hinzu, brach dann aber ab.

Er zog Richart am Ärmel und verließ zusammen mit dem Gesellen das Zimmer wieder.

"Habt Ihr davon gewusst Richart?" fragte er den Dicken auf dem Weg nach unten.
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 11. Sep 2005, 20:52
Erst war Silvana so verblüfft, dass sie kein Wort über die Lippen brachte. Dann stieg Zorn in ihr auf ... Zorn auf sich, da sie vergessen hatte die Tür zu schließen ... Zorn auf Richart, der einfach in ihre Kammer platzte als wäre es die seine ... Zorn darauf dass er ausgerechnet in diesem Moment jemanden im Schlepptau, vor dem sie Respekt hatte. Sie hasste nichts mehr als in ihrem Privatleben gestört zu werden ... aber vor Drax sich als etwas anderes zu präsentieren als die hartgesottene Wallonin war ihr mehr als zuwider.

Verärgert schnellte ihr Oberkörper hoch, ungeachtet dessen, dass die halboffene Bluse einen tiefen Einblick gewährte. Aufrecht blieb sie im Bett sitzen und starrte Drax schweigend an, der mit einem dämlichen Grinsen sein Anliegen vorbrachte, als hätte er eine Audienz bei ihr. Nicht einmal zu einem Gruß war sie fähig. Ihre dunklen Augen blitzten, und wären die Blitze echt gewesen wäre Richart auf der Stelle tot umgefallen.

Kaum waren die beiden Störenfriede verschwunden, drehte sie sich zu Etienne herum und verdrehte die Augen. "Unser Wiedersehen steht unter keinem guten Stern. Eine Störung nach der anderen. Ich bin wahrlich versucht entweder jemanden zu erwürgen, uns einzuschließen oder einen Ort aufzusuchen, wo uns niemand finden kann."

Sie schnaubte und strich Etienne verspielt über den Handrücken. "Was willst du also tun? Nach unten gehen?"

Natürlich würde er das tun. Es war unhöflich Drax warten zu lassen. Silvana überlegte, ob sie Etienne begleiten sollte. Es war vermutlich das Beste. Immerhin taten sie nichts Verbotenes, auch wenn der Sänger stets darauf bedacht gewesen war ihre Verbindung nicht publik zu machen. Hatte sich dieser Umstand geändert oder war es ihm immer noch unangenehm, mit der Schmiedin in Verbindung gebracht zu werden?
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 11. Sep 2005, 20:57
Mit halboffenem Mund stand Richart in der Tür. Er merkte erst, dass sich Drax an ihm vorbeidrängte, als der Zwerg sein Anliegen vorbrachte. Silvanas Blicke bohrten sich in Richarts Stirn und schienen ihm ein Loch in den Schädel zu brennen.

Peinlich berührt zuckte er zurück, und obwohl er sich entschuldigen wollte brachte er keinen Laut heraus. Er war froh, als Drax ihn am Ärmel packte und mit sich schleifte.

"Ja ... ich meine ... ich habe geahnt, dass die beiden sich sehr nahe stehen. Aber das ist lange her. Ich ... ich wusste nicht, dass Etienne wieder hier ist", stammelte der Arbeiter, folgte Drax die Stufen hinab und führte ihn dann auf die Veranda. Es war ein lauer Sommertag und es ließ sich hier draußen gut aushalten.

Richart brachte einen Humpen Bier für Drax und setzte sich ihm gegenüber auf einen Sessel. "Silvana wird mir die Leber herausreißen und an ihre Wölfin verfüttern", jammerte er. "Vor Monaten, da war Etienne ein paar Mal hier, aber ich habe mich nicht weiter darum gekümmert ... und als er dann verschwand war Silvana reichlich unleidlich."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Mo., 12. Sep 2005, 09:20
Irgendwie konnte einem Richart schon ein wenig leid tun. Silvanas Blick war da mehr als eindeutig gewesen.

"Nunja, es ist ja auch ihre Sache. Tut mir leid, wenn Ihr Unannehmlichkeiten wegen mir habt. Ich hätte Euch nicht bedrängen sollen, Silvana sofort zu sehen. Vielleicht sollte ich Eurer Schmiedin erklären dass ich Euch bat, sie zu stören. An meiner Leber wird sie sich ja hoffentlich nicht vergreifen."

Drax griff zum Bier und hing seinen eigenen Gedanken über das Geschehen nach. Irgendwie war es schon merkwürdig, die Wallonin so zu sehen. Gab sie sich doch sonst so hart und auch ein wenig unnahbar. Und der Zwerg war bisher immer davon ausgegangen, dass Silvana keine Männer mochte. So konnte man sich irren. Dies zeigte aber einmal mehr, dass Drax sich mit dem Gebaren der Langbeiner nach wie vor nicht so recht auskannte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 12. Sep 2005, 10:48
Erst jetzt sah Etienne den Zwergen hinter Richart und schlagartig wurde ihm klar, was es mit dieser Störung auf sich hatte.
Etienne hätte Meister Drax eigentlich eine Nachricht von Talya überbringen sollen - doch sein erster Weg hatte ihn zu Silvana geführt und die Wirtin vollkommen vergessen lassen.
Der Dunkelhaarige zuckte mit den Schultern und zog sich sein Hemd wieder über. Mit einem Hundeblick bedachte er Silvana und sprach dann leise

"Es ist wohl besser, wenn ich sofort herunter gehe. Es wäre wohl unangebracht, den Zwergen warten zu lassen.."

Der Sänger seufzte, beugte sich jedoch erneut zur Wallonin vor um ihr einen sanften Kuss zu geben. Dann strich er die braunen Haare zusammen und band sie wieder zu einem mehr oder weniger ordentlichen Zopf.

"Aber du hast recht. Vielleicht sollten wir danach einfach einen ungestörteren Ort aufsuchen."
Lächelte er und zwinkerte Silvana zu, bevor er ihr aufhalf.
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 18. Sep 2005, 14:11
Richart winkte ab. "Macht Euch keine Gedanken. Silvana ist verrückt nach meinen Kochkünsten. Damit kann ich sie jederzeit wieder um den Finger wickeln", grinste der Arbeiter und sprang sofort auf, als er Schritte aus der Werkstatt hörte.

"Ich werde wieder zurück an meine Arbeit gehen. Immerhin geht es mich ja nichts an, was Ihr hier zu besprechen habt. Wenn Ihr noch Bier oder etwas zu essen wollt ruft nach mir."
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 18. Sep 2005, 14:16
Silvana knöpfte die Bluse zu, fuhr sich mit beiden Händen durchs Haar und erwiderte Etiennes sanften Kuss ebenso kurz.

"Wenn es dir nichts ausmacht begleite ich dich. Sofern Drax nichts dagegen einzuwenden hat. Wir werden ja sehen."

Die Wallonin reichte Etienne die Hand und hievte sich vom Bett hoch. Flur, Treppe und Werkstatt schritt sie geschmiedig wie eine Wildkatze voran, ließ dem Sänger aber die letzten Schritte hinaus auf die Veranda den Vortritt.

Drax wartete bereits auf sie, und Silvana blieb erst einmal abwartend stehen, ob er nicht vielleicht allein mit Etienne sprechen wollte.

"Der Göttin zum Gruße, Gevatter. Welch überraschende Ehre deines Besuchs."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Di., 20. Sep 2005, 20:22
Irgendwie war die Situation merkwürdig. Drax wusste nicht so recht warum. Also tat er das, was er eigentlich ganz gut konnte: Er ignorierte alles andere und kam zum Punkt.

"Soso, eine Ehre ist es also." Drax grinste. "Dabei muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mein Besuch gar nicht Dir galt, sondern deinem... Besuch." Der Zwerg nickte hinüber zu Etienne und sprach dann an beide gewandt weiter:

"Wisst ihr, Talya hat mir einen Brief geschrieben. Sie schreibt darin, dass sie bald zurückkommt und dass Etienne schon vorausgereist ist. Und ich wollte Etienne eigentlich nur fragen, ob er weiß, wann Talya genau wiederkommt, ob es ihr gut geht, ob ich ihr entgegenreisen soll und was sie so erlebt hat."

Drax Stimme verriet sehr deutlich, dass er aufgeregt war.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mi., 21. Sep 2005, 13:49
Sie fühlte sich unwohl. Silvana stieg von einem Bein aufs andere und wandte den Blick ab, um Drax nicht zu kompromittieren. Er war in einer privaten Angelegenheit gekommen und hatte sie in einer fast schon intimen Situation angetroffen. Auch wenn der Zwerg kein Wort darüber verlor, würde er sich so seine Gedanken machen. So wie die Wallonin es seltsam fand, ihn in Sorge um eine Frau zu erleben. Es stand deutlich in sein Gesicht geschrieben. Daher tat sie das, was sie am besten konnte ... sie zog sich zurück.

"Ich lasse euch dann wohl am besten allein. Wenn ihr etwas zu trinken wünscht ruft einfach nach Richart. Ich bin in meinem Büro zu finden."

Sie lächelte verkrampft und neigte vor Drax den Kopf, warf Etienne dann einen letzten zärtlichen Blick zu und wandte sich etwas zu hastig um. Es wirkte beinahe wie eine Flucht. Mit raschen Schritten verschwand sie in der im Inneren der Werkstatt.
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 22. Sep 2005, 12:24
Etienne hob die Augenbrauen. Dies war fast schon eine bizarre Situation - insbesondere, wenn er an eines der vielen Gespräche dachte, dass er vor nicht allzu langer Zeit mit Talya geführt hatte.

Sie waren noch nicht in Rotfels angekommen und hatten Rast in einem recht unwegsamen Gelände gemacht. Weit und breit hatte es kein Gasthaus gegeben, so dass sie beschlossen hatten, unter freiem Himmel zu campieren. Die Nacht war klar gewesen und das Feuer loderte hoch.
Sie hatten lange in die Flammen gestarrt und gesprochen - Talya hatte ihm erzählt, wie sehr ihr Herz an Drax hing und dass sie fürchtete, ihr Vater würde einen Zwergen an ihrer Seite nicht dulden. Und sie erzählte Etienne von einer Angst, von der sie zuvor wohl noch niemanden erzählt hatte. Schon damals hatte Etienne schmunzeln müssen - hatte Kolkrabe doch tatsächlich Befürchtungen, Silvana könne Drax den Kopf verdrehen. Sie hatte von dem Einsturz des Turmes erzählt und wie Silvana sich um Drax gekümmert hatte - oder wie sie Seite an Seite neben ihn in der Zwergenbinge gekämpft hatte. Kummer war in Talyas Augen zu erkennen gewesen und dennoch hatte Etienne nichts von seiner Liasion mit Silvana erzählt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er befürchtet, die Schwarzhaarige könne dies als Bestätigung nehmen und die hübsche Wallonin für ein männerfressendes Untier halten.

Doch jetzt, hier - nein, zwischen dem Zwergen und Silvana.. seiner Silvana, konnte nichts sein. Dem war Etienne sich sicher. Er spürte nicht den seltsamen Schmerz, den MG noch vor wenigen Augenblicken in ihm ausgelöst hatte.

"Gevatter Drax, verzeiht, dass ich euch nicht sofort aufgesucht habe.
Eurer Talya geht es gut, dies kann ich euch versichern. Sie läßt euch ausrichten, dass ihr euch keine Sorgen machen sollt und das sie es kaum erwarten kann, wieder bei euch zu sein."

Nervös stieg Etienne von einem Bein auf das andere. Er wollte wieder zurück zu Silvana und hoffte inständig, diese Aussage würde dem Zwergen genügen. Sicher hätte er noch mehr berichten können, aber dies waren Nebensächlichkeiten. Silvana war ihm jetzt und im Moment wichtiger.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Fr., 23. Sep 2005, 19:02
Talya ging es gut. Das Herz des Zwergen machte einen Sprung vor Freude und Erleichterung. Doch beim nächsten Satz dieses Jünglings übernahm wieder Trotz das Kommando. 'Ich soll mir keine Sorgen machen? Aber sicher mache ich mir Sorgen! Wie lange ist es her, dass Du Schnösel sie das letzte mal gesehen hast?!' dachte Drax grimmig, beherrschte sich aber. Sie freute sich bald wieder bei ihm zu sein. Das stimmte den Zwergen wieder versöhnlicher. Und weiter? Wann kam sie an?

Erwartungsvoll sah Drax Etienne an, der aber schien mit seinen Augen und Gedanken schon wieder bei der Schmiedin zu sein. Mit polterndem Tonfall holte ihn Drax wieder zurück:

"Und weiter? Wann kommt sie? Wann hast Du sie das letzte mal gesehen? Welche Route wird sie nehmen? Reist sie ganz alleine? Hat sie jemanden zur Begleitung mit? Wie ist es ihr ergangen in Rotfels?"

Der Zwerg hatte so viele Fragen und sie schienen alle aus ihm herauszusprudeln.

"So sag doch wenigstens, wann sie wieder hier sein wird!" bat Drax. Es war fast ein Flehen.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 26. Sep 2005, 16:22
Die graublauen Augen des Sängers kullerten leicht, bevor er mit einem Seufzen dem Zwergen zu nickte und zur weiteren Berichterstattung ansetzte.

"Das letzte Mal sah ich Talya vor gut einer Woche. Wir trennten uns an einer Weggabelung ausserhalb Dragonias. Sie wollte einen befreundeten Weinbauern besuchen, während ich es vorzog, nach Nuru zurückzukehren.
Verzeiht mir, wenn ich dies sage, aber eure Gefährtin schien mir keinerlei Begleitung mehr nötig zu haben. Auf unserer Wanderung konnte sie weitaus mehr... Getier in die Flucht schlagen, als ich.."

Etiennes Stimme kam wieder nur einem Flüstern gleich. Er fühlte sich noch immer unwohl, wenn er mit seiner hohen Stimme vor Fremden sprach.

"Wann sie wieder kommt.." Etienne schüttelte den Kopf und hob gleichzeitig die Schultern ratlos in die Höhe. "Ich weiß es nicht..  ich glaube nicht, dass sie noch für lange Zeit fortbleiben wollte. Bei unserem Abschied erwähnte sie mehrfach, dass ich euch ausrichten solle, dass sie euch vermißt, Gevatter. Andererseits.."

Etienne strich sich über das unbehaarte Kinn und fing an zu grübeln.. dann schüttelte er abermals - aber weniger entschieden - den Kopf.

".. nein, nein, das hat mit Sicherheit nichts zu bedeuten. Sie wird bestimmt bald schon wieder hier sein."
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Mo., 26. Sep 2005, 18:50
Konnte der Kerl nicht deutlicher sprechen? Was flüsterte der denn so? Es war ja zum aus der Haut fahren! Drax Beherrschung war nurmehr eine bröckelige Fassade. Er drohte schier zu platzen, er wollte Etienne am liebsten kräftig durchschütteln. Aber noch hatte sich der Zwerg im Griff. Er wollte schließlich keine Szene in der Schmiede machen.

"Andererseits?" echote Drax und sein Bart begann gefährlich zu zittern. "Was andererseits? Was hat was zu bedeuten? So sprich doch endlich Kerl!" Die Hände des Zwergen ballten und öffneten sich rythmisch. Dann schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf.

"Achso, Du willst Geld für Deine Informationen. Keine Sorge, Du sollst bezahlt werden!" grollte der Zwerg. Darauf hätte er ja auch gleich kommen können. Das stockende Vortragen war nichts mehr als ein Signal, dass ein wenig Gold den Besitzer wechseln sollte. Normalerweise hätte sich Drax nicht ohne Handel darauf eingelassen, aber wenn es um sein Edelsteinchen ging, lagen die Dinge eben anders. Demonstrativ klopfte er auf die Geldbörse an seinem Gürtel um zu beweisen, dass den Worten durchaus Taten folgen konnten.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 27. Sep 2005, 11:14
Etienne starrte geradezu ungläubig auf Drax Geldbeutel und es war unverkennbar, dass der Sänger einige Sekunden benötigte um die Geste des Zwergen zu begreifen. Dann schüttelte er mit offenem Mund den Kopf - erst zögerlich, dann aber so heftig, dass sich einige weitere Strähnen aus seinem nur provisorisch zusammengebundenen Zopf lösten.

"Nein, nein, Gevatter Drax" sprach der hochgewachsene Sänger jetzt ein wenig lauter, dafür aber auch um einiges quiekender.
"Nein, ihr müßt mich nicht bezahlen.. ich.."
Etienne drehte sich um. Alles was er wollte war doch zu Silvana zurück und nicht irgendwelche Goldstücke. Doch innerlich resignierte er fast schon. Es kam immer etwas dazwischen. Bisher waren ihm und Silvana erst ein einziger Moment in vollkommener Einsamkeit gewährt gewesen und danach wurde alles chaotisch.

"Talya bat mich nur um etwas. Aber wie ich erwähnte, es heißt bestimmt nichts. Sie wollte bald wieder kommen."
Etienne nickte heftig und seine Stimme fand langsam die Ruhe wieder.

"Sie bat mich darum vorab schoneinmal die Augen offen zu halten für.. für einen Pächter des Einäugigen."
Nun war die Stimme wieder ganz ruhig und leise und Etiennes graublaue Augen hatten sich in zwei schmale Schlitze verwandelt.
"Diese bitte klang nur sehr nebensächlich und schien mir nicht weiter wichtig. Ich dachte, es sei nur ein Ulk - aber jetzt wo ich so vor euch stehe, beschäftigt es mich doch.."
Der Sänger strich sich wieder einmal über das Kinn und musterte den Zwerg vor sich eindringlich.
"Sie wird wieder kommen - sicherlich. Und bestimmt auch bald. Aber.."

Etienne traute sich nicht, seine Gedanken laut auszusprechen. Hatte Kolkrabes Bitte vielleicht zur Folge, dass sie nur einen Pächter suchte um Nuru endgültig den Rücken zu kehren? Aber sie hatte doch so oft erwähnt, wie sehr sie sich nach dem Zwergen und Nuru sehnte..
Oder wollte sie einfach mehr Zeit für sich haben, ohne sich um die Geschäfte der Schenke zu kümmern?
Etienne wußte es nicht und er ging instinktiv einen Schritt zurück - befürchtend, dem Zwerg könne seine Auskunft nicht gefallen.
Autor: Drax Hammerhall Datum/Zeit: Di., 27. Sep 2005, 19:39
Die Tonhöhe Etiennes mißfiel dem Zwergen zunehmend. Und wenn er diese Wörtchen "bald" und "aber" noch ein einziges Mal hörte...

Drax erschrak vor sich selber. Da gruben sich die Zwerge geduldig über die Jahrhunderte durch das Gestein und er verfiel hier in Panik, weil er vielleicht ein paar Tage länger warten musste, bis seine Talya wiederkam. Er musste sich zusammenreißen, auch wenn es schwer fiel.
Etienne sah inzwischen ein wenig so aus, als ob er sich vor dem Zwergen fürchtete, denn er brachte  Abstand zwischen sich und Drax. Der hob beschwichtigend die Hände. Er würde sich hier nicht vor einem Langbeiner die Blöße geben. Außerdem war es zweifelhaft, ob ein wenig Durchschütteln etwas anderes aus dem schmalen Hemd herausgebracht hätte außer "bald" und "aber"

"Sei bedankt Etienne für die Nachrichten. Auch wenn ich immer noch nicht weiß, wann Talya wieder in Nuru sein wird, so freut es mein Herz doch unendlich, dass es ihr gut geht."

Er nickte dem Menschen zu und machte sich daran, die Schmiede zu verlassen. Es war ja in der Tat so, dass der Zwerg schon dankbar dafür war, überhaupt etwas von Talya erfahren zu haben. Nur hatte dieser Brief doch so unendlich viel mehr an Hoffnung in Drax geweckt. Und so schwankte der Zwerg zwischen Glückseligkeit und brennender Ungeduld gepaart mit gewaltiger Unruhe.
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 29. Sep 2005, 12:08
Etienne nickte Drax noch einmal zu und fuhr sich dann erleichtert über die Stirn. Er war froh, dass der Zwerg endlich Ruhe gab.
Er selbst hatte in den letzten Wochen und Monaten festgestellt, dass Kolkrabe einen beachtlichen Dickkopf besaß und äußerst eigensinnig war. Selbst wenn sie dem Sänger genaue Zeiten gegeben hätte, hätte sie sich wohl kaum daran gehalten.

Der Brünette sah dem Zwergen noch ein wenig hinterher, schmunzelte - Silvana und ein Zwerg. Was könnte eine solche Frau nur von einem zu kurz geratenem Steineklopper wollen. Welch absurde Idee. - und drehte sich um, um Silvana zu folgen.

Suchend schaute er sich in den Werkräumen der Schmiede um.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Fr., 07. Okt 2005, 11:16
Es dauerte eine Weile, bis Silvana Etienne entdeckte. Sie kroch einer Kriegerin unwürdig zwischen den Werkbänken auf dem Boden herum, bis sie endlich entdeckte, was sie suchte.  Ein dickes Schwanzende verriet den Flüchtling.

"Ha, da bist du ja. Du dachtest wohl, du könntest mir entwischen." Silvana packte die Schlange am Hinterleib und zog sie mit einiger Anstrengung unter der Esse hervor. "Hier ist es reichlich gefährlich für dich, meine Gute. Mach dich lieber auf die Jagd nach den Mäusen, die im Hinterhof ihr Unwesen treiben."

Das Gesicht verrußt und eine Schlange um den Unterarm gewickelt rappelte sie sich hoch und sah sich dem Sänger gegenüber.

"Ah, Etienne. Ist Drax schon gegangen?"

Neugierig streckte Heya den schlanken Pythonhals in Etiennes Richtung vor und züngelte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 10. Okt 2005, 08:43
Hatte Etienne soeben noch verzückt auf Silvanas Hinterteil geguckt, so trat er jetzt wieder einige Schritte zurück.
Unruhig musterte er die Schlange und antwortete der Wallonin dann:

"Ja, Meister Drax ist wieder fort."

Seine Stimme klang dabei noch einen Tick höher als normal - beinahe piepsig.
Die Schlange beunruhigte den Sänger. Er hatte keine wirklich Angst vor ihr, dennoch war ihm ungut in der Gesellschafte des Zünglers. Und er konnte nicht verstehen, was Silvana dazu bewegen mochte solch ein Ungetüm auf dem Arm zu tragen, bzw. es sich überhaupt in der Schmiede zu halten. Der Braunhaarige schüttelte sich und blieb still - die Augen starr auf die Schlange gerichtet.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 10. Okt 2005, 11:21
Ein breites Grinsen stahl sich auf Silvanas Lippen. Etiennes Abneigung gegen Heya malte sich deutlich in sein Gesicht, und seine Stimme klang schon fast ein wenig hysterisch, wie kurz vor dem Überschnappen zu einem entsetzen Aufschrei.

Nun hatte er etwas eindeutig Weibliches an sich, was Etienne nur umso begehrenswerter für die Amazone machte.

"Du magst wohl keine Schlangen", lachte die Schmiedin, schob den Leib der Python zu einem Knäuel zusammen und setzte ihn dann auf einen Balken oberhalb der Werkbank ab. "An die Arbeit, Mädchen."

Die Wallonin zwinkerte dem Sänger zu, tat einen geschmeidigen Schritt auf ihn zu, bis ihre Nasenspitzen sich beinahe berührten und versank für einen Moment in den hellen Augen ihres Gegenübers.

"Heya ist ein heiliges Tier für uns Wallonen. Ich werde es dir gern erklären, wenn du möchtest."
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 10. Okt 2005, 12:16
Etienne rümpfte ein wenig die Nase. Die Schlange kroch hier tatsächlich einfach so herum. Wer wußte schon wo sie gerade gewesen war, als er mit Silvana.. zwischen dem Heu..
Etienne versuchte an etwas anderes zu denken und erwiderte den Blick. Für einen kurzen Augenblick versank er in den schönen Augen der Amazone und legte dann seine Arme um sein Gegenüber.

Von Schlangen wollte sie ihm erzählen? Nun, er konnte sich mit Sicherheit schönere Dinge vorstellen, die es anzustellen gab, aber dennoch nickte er leicht den Kopf.

"Ein heiliges Tier? Mein Orden.." Etienne stockte. Sein Orden? Es war doch schon lange nicht mehr "sein Orden". Nur die Stätte, an der er aufgewachsen war, jedoch glaubenstechnisch nicht weiter von Bedeutung. Warum hatte er dann diese Worte gewählt? Um mit Silvana mitreden zu können? Um ebenfalls eine Religion anbieten zu können? Er wußte es nicht und so setzte er den Satz einfach fort.

".. kennt nicht die Verehrung von Tieren oder Pflanzen. Heilig sind bei uns nur Menschen, die in ferner Zeit ein gutes und rechtschaffendes Leben gelebt haben. Heiler oder Priester zum Beispiel."

Er zuckte mit den Schultern, ließ Silvana aber nicht mehr los.
"Warum ein Tier? Was kann ein Tier Gutes tun?"
Mittlerweile war echtes Interess aus der Stimme des Sängers herauszuhören.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 15. Okt 2005, 21:12
?Ihr bezeichnet Menschen als heilig?? Fassungslosigkeit klang aus Silvanas Stimme. Ihre Pupillen waren im Dämmerlicht der Schmiede groß und dunkel, während sie in Etiennes Augen zu lesen versuchte, ob er ihr einen Bären aufband. Aber er schien es durchaus ernst zu meinen.

Sie ließ sich gegen seine starken Arme sinken, die sie umschlungen hielten, und wand ihm nun ihrerseits die Arme um den Nacken. ?Menschen sind fehlbar, eitel, selbstsüchtig und voller Neid, was sollte daran Gutes sein. Und sag mir nicht, es gäbe Menschen, die all diese Tadel abgelegt hätten, denn dies erscheint mir unmöglich. Tiere hingegen ??

Sie überlegte, wie sie es formulieren sollte, spitzte die Lippen und rollte die Augen nachdenklich von links nach rechts. ?Bleiben wir doch gleich bei der Schlange?, beschloss sie schließlich. ?Du siehst in ihr nur das Tier, das fast jeder fürchtet, weil sie ein Raubtier ist, manchmal sogar giftig, und sich wehrt, wenn man ihr zu nahe kommt. Vielleicht verabscheust du sie sogar, weil sie auf dem Boden kriecht.?

Ein mildes Lächeln legte sich auf Silvanas volle Lippen. ?Was niemand bedenkt, Schlangen sind sehr nützliche Tiere. Vertilgen sie doch Mäuse und Ratten, welche die Menschen um ihre Nahrungsmittel, Getreide oder den Gemüseanbau bringen oder gar Krankheiten übertragen. Heya hält unsere Schmiede und vor allem den Stall von Ungeziefer frei.?

Die Wallonin schmiegte sich näher an Etienne heran, starrte aber an ihm vorbei in die Ferne, während sie fortfuhr. Ihre Stimme hatte einen milden Klang angenommen, ganz so als vermittle sie einem Zögling die Wichtigkeit der wallonischen Religion.

?Das erklärt natürlich noch nicht, warum die Schlange für mein Volk heilig ist. Es gibt viele nützliche Tiere, die den Menschen in symbiotischer Weise unterstützen. Die Schlange ist ein weibliches Zeichen. Sie verkörpert Fruchtbarkeit, Weisheit und die weibliche Lebens- und Schöpfungskraft. Wenn sie sich häutet ist ihre Ähnlichkeit mit der Frau, die sich so wie die Mondin (Anm. der Mond) in regelmäßigen, wiederkehrenden Zyklen erneuert, am deutlichsten zu erkennen.?

Silvanas Blick wanderte zurück zu Etiennes Antlitz. Aus dem wehmütigen Lächeln wurde ein verlegenes Grinsen. ?Entschuldige falls ich dich langweile. Das sind die Momente, wo mir mein Volk am meisten fehlt. Jeder Feiertag, jede wichtige Station in meinem Leben ? es ist niemand da, mit dem ich die Rituale durchführen kann außer mit mir selbst. Wir sollten lieber von etwas anderem sprechen. An welches stille Plätzchen hättest du denn gedacht, um endlich ein wenig Zeit für uns zu finden??
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 20. Okt 2005, 17:14
Etienne schüttelte den Kopf.

"Nein, nein, es interessiert mich durchaus, woran du glaubst. Es langweilt mich keinesfalls. Du weißt, dass ich in einer Abtei groß geworden bin. Dort wird man immer nur auf den einen, den vermeindlich richtigen Glauben hingewiesen. Anderes scheint gar nicht zu existieren. Gut, die Elfen und Zwerge mögen ihre eigenen Götterwesen haben, aber viel mehr wird nicht akzeptiert."

Der Sänger hielt Silvana einfach nur fest, ohne sich weiter zu regen. Seine Stimme war ruhig und gleichmäßig. Langsam hob und senkte sich der Brustkorb.

"Ich habe diesen Glauben abgelehnt, nachdem ich das Kloster verließ. Denn so gut konnte dieser Glauben nicht sein, wenn er mir.. das antat.."
Er schüttelte leicht den Kopf.

"Und du hast Recht. Menschen sind eitel. Selbstsüchtig. Sie streben nach Reichtum und Macht, strotzen nur so vor Gier und Neid. Und doch, soll es einige Ausnahmen geben - und daran glaubt der Orden. An das Gute, das Reine, das Richtige. Auch wenn sie manchmal davon geblendet werden und sich der anderen Seite zuwenden.."

Er zuckte mit den Schultern. Silvanas Glaube schien ihm elementarer, bodenständiger und nützlicher. Dennoch - der Vergleich mit dem Wesen der Schlange und dem der Frau ließ ihn die Stirn runzeln.
Er kam nicht drum herum - aber Schlangen mochte er einfach nicht.
So nickte er dankbar und fasste Silvana an der Hand.

"Weg von hier, wo uns niemand stören kann, niemand suchen wird."
Etienne überlegte einen Augenblick.
"Weißt du, ob die "rote Laterne" noch in Nuru ihre Pforten geöffnet hat? Der alte Brom schuldete mir eigentlich noch einen Gefallen..."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 25. Okt 2005, 12:01
"Die rote Laterne?" Silvana dachte angestrengt nach. "Wie du weißt meide ich Orte, an denen sich zuviele Menschen auf einen Fleck einfinden."

Oder wusste Etienne das gar nicht? War es vielmehr MG, der sie bis ins Innerste kannte, und nicht der Sänger? Wie lange hatten sie sich gekannt, ehe er nach Rotfels gegangen war? Zu wenig Zeit, um sich überhaupt kennenzulernen.

Im Grunde wussten sie beide gar nichts voneinander. Ein wenig aus ihrer Vergangenheit, das war aber auch schon alles. Es war ein Spiel der Sinne gewesen, aber allmählich wollte sie mehr. Sie wollte wissen wer dieser Etienne Prem in seinem tiefsten Innersten war.

"Das letzte, das ich von Brom gehört habe, ist schon eine ganze Weile her. Damals musste ihm ein Bein abgenommen werden, soweit ich mich erinnere. Irgendeine Schmuggelaffäre, als der Wachturm eingestürzt ist." Silvana zuckte mit den Schultern, ließ zu, dass Etienne sie an der Hand fasste, wie Liebespaare es taten, wenn sie durch die Gassen schlenderten.

"Wir sollten einfach nachsehen", schlug sie vor. Sie wollte nur noch raus aus der Schmiede, wo sie heute keine Ruhe fand. Alles in ihr sehnte sich danach Etienne zu berühren und ihm nahe zu sein.

Autor: Talya Datum/Zeit: Fr., 28. Okt 2005, 11:22
"Das sollten wir wohl."
Wisperte Etienne, umfasste Silvanas Hand ein wenig fester und zog sie an sich. Die frei Hand legte er um die Hüfte der Schmiedin, schloß die Augen und küsste sie dann abermals - diesmal gefühlvoller und voll von Leidenschaft.

Er wollte die letzten Momente vergessen. Erst dieser seltsame Soldat, dann der Zwerg. Er wollte nicht noch weitere Störungen in Kauf nehmen. Silvana sollte jetzt ihm gehören - Etienne erschrak fast über diesen Egoismus, der auf einmal in ihm aufstieg. Egoismus und Trotz. Er war jetzt bei der Schmiedin und nicht dieser.. langsam lösten sich die zarten Lippen des Sängers wieder und Etienne führte Silvana aus der Schmiede.
Im Flüsterton erzählte er ihr von Brom.

"In der roten Laterne gibt es einige sehr schöne, ruhige Zimmer - und ich könnte dafür wetten, dass man uns überall, aber nicht dort such."
Das Lächeln des Sängers ließ seine Züge noch viel weicher und zarter erscheinen.
"Zweimal habe ich bereits bei Brom als Badner ausgeholfen. Du mußt wissen, dass der Zwerg ganz wild hinter Janina her ist. Nach ihrem Fortgang kam er immer und immer wieder zu mir und fragte wo sie sei und das er eine Aushilfe suchte. Aber psst.."

Etienne legte seinen Zeigefinger auf die gespitzten Lippen. "Kolkrabe sollte davon lieber nichts erfahren."
Als sie auf der Straße standen schmunzelte der Sänger wieder.

"Wir könnten uns auch erneut am Entenweiher niederlassen - aber ich fürchte zu dieser Jahreszeit ist es nicht nur zu kalt zum Baden, die Enten würden uns wohl keine Ruhe lassen, wenn wir einfach so am Ufer säßen.."
Autor: Silvana Datum/Zeit: So., 30. Okt 2005, 18:52
"Enten geben einen herrlichen Braten ab. Richart würde sich freuen, wenn wir ein paar davon mitbringen", grinste Silvana, entzog Etienne sanft die Finger, die immer noch in seiner Hand lagen, und spannte eine unsichtbare Armbrust.

Die Gestik war nur ein Vorwand, um ihn nicht merken zu lassen wie unangenehm es ihr war auf der Straße händchenhaltend mit einem Mann gesehen zu werden - auch wenn es inzwischen auf den Abend zuging und die Menschen bereits von den Gassen in die wohlig warmen Häuser flüchteten.

"Die rote Laterne habe ich noch nie betreten. Bisher. Ich würde sehr gern die Zimmer einmal von innen sehen." Silvana musterte Etiennes sanfte Züge, sein weiches braunes Haar, die kunstvollen Zöpfe an den Schläfen, und bewunderte aufs Neue diese geschlechtslose Schönheit, die sie so maßlos anzog. Zugleich Mann und Frau, und auch wieder nicht. Niemals hätte sie ihm diesen Gedanken verraten können ohne ihn zu kränken. Er fühlte sich als Mann und wollte auch unbedingt einer sein. Für die Wallonin aber war er der Inbegriff eines Gefährten, der ihr niemals den Rang des Stärkeren würde streitig machen um sie zu beherrschen.

Für heute aber würde sie sich führen lassen. Zwar kannte sie den Weg, doch ihr dunkler Blick verriet dem Sänger überdeutlich, dass er die Richtung wählen sollte.
Autor: Talya Datum/Zeit: Do., 03. Nov 2005, 14:21
Auf dem ganzen Weg fiel es Etienne schwer, den Blick von Silvana zu lassen. Das zarte Licht der Dämmerung ließ ihre Gesichtzüge so sanft erscheinen und gaben ihr gar das Aussehen einer Göttin gleich.

Als sie kurz vor der Laterne waren, zog der Sänger die Wallonin an sich und legte ihr zärtlich den Zeigefinger auf die Lippen.

"Lass mich zuerst mit Brom reden. Ich hole dich dann herein."
Schmunzelte er und drückte ihr dann einen sanften Kuss auf die Lippen, bevor Silvana irgendetwas entgegen konnte.
Etienne war sich nicht wirklich sicher. Er wußte, dass es vielen Menschen geradezu peinlich war, wenn man sie in der Nähe von Broms Etablissement sah - ob Silvana da auch zu gehörte?
Schnell entfernte er sich von der Wallonin und betrat die "Rote Laterne" durch den Haupteingang.

Es dauerte nur einige wenige Augenblicke, als der Sänger wieder heraus, auf Silvana zu schritt. Ein schelmenhaftes Grinsen lag auf seinem Gesicht und er legte den Arm um Silvana.
Ganz leise flüsterte er ihr etwas zu.
"Wir sind keine gewöhnlichen Kunden Broms - drum lass uns den Hintereingang nehmen." Ein Zwinkern folgte der Bemerkung und sanft schob der Sänger Silvana in Richtung der Hintertür.

Man mußte zwei Stufen hinabsteigen und die Tür war eher niedrig, so dass Etienne den Kopf einziehen mußte. Innen führte ein schmaler Gang abermals einige Stufen hinab, bevor eine schwere Tür den weiteren Zugang versperrte.
Etienne zauberte einen kleinen Schlüssel aus seiner verschlossenen Faust hervor und öffnete die Tür.
"Doppelt gesichert - damit niemand ohne zu zahlen an Brom vorbeikommt." Kicherte er und ließ Silvana den Vortritt auf den prächtigen Flur der "Roten Laterne".

Der Boden war mit einem roten Teppich ausgelegt. Nicht von allerhöchster Qualität aber doch recht wohnlich. Überall an den Wänden hingen kleine Öllämpchen und die Wallonin konnte mindestens 6 Zimmertüren zählen.

"Was hälst du von einem Dampfbad, mein Herz? Oder möchtest du eine der Tänzerinnen tanzen sehen? Sie würden dir gefallen.." Seuselte der Sänger zaghaft in das Ohr der Amazone.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 10. Nov 2005, 17:25
Der Hintereingang war ihr ganz recht. Weniger, weil sie nicht gesehen werden wollte, sondern weil Silvana keinerlei Lust hatte sich quer durch die Gaststube an unzähligen Leibern vorbei zu quetschen um zu den Zimmern zu gelangen. Genau wie Etienne musste sie den Kopf einziehen, um nicht gegen den niedrigen Türrahmen zu prallen.

?Wo sind wir hier? Befinden wir uns im Untergeschoss des Hauses?? Sie vermied das Wort Keller, das ihr gar zu unbehaglich geklungen hätte. Als sich der pompöse Flur mit dem roten Teppich vor ihr auftat, begriff sie endlich, wo sie hier waren. Als ob der Name des Gasthauses nicht schon alles gesagt hätte. Aber sie war Wallonin, solche Etablissements waren bei ihrem Volk gänzlich unbekannt.

Tänzerin? Dampfbad? Silvana war wahrlich keine Kostverächterin, nie gewesen, und Luxus war ihr ebenfalls nicht fremd. Sie verstand es stets zu genießen und sich zu nehmen, wonach ihr gelüstete.

Ein begehrlicher Ausdruck schmückte ihre schönen Züge, als sie an Etiennes starke Brust schmiegte und ihm die Arme um die Hüfte schlang. ?Warum sich entscheiden? Nehmen wir doch beides.?
Autor: Talya Datum/Zeit: Fr., 11. Nov 2005, 11:07
Etienne schmunzelte und hauchte Silvana einen sanften Kuss auf die Wange.
"Dir soll heute jeder Wunsch erfüllt werden."
Flüsterte er sanft und öffnete eine der Türen. Hinter ihr kam ein gemütliches Kaminzimmer zum Vorschein.
Die Wände waren nicht verkleidet und auf dem Boden lagen kalte Steinfliesen, welche jedoch nicht im Geringsten kalt oder ungemütlich wirkten, was durchaus auch an den vielen Tierfällen, die auf dem Boden, vor dem Kamin lagen liegen konnte.
Im Kamin prasselte ein kleines Feuer und die einzige, zusätzliche Lichtquelle in diesem Raum bestand aus zwei Kerzenleuchtern, die an der Wand befestigt waren.
Eine schwere Eichentür schien in ein Nebenzimmer zu führen.

Etienne deutete auf einen rotbrauenen Paravent, der eine kleine Ecke des Zimmers abteilte.
"Leg ruhig schonmal ab. Ich werde Brom nur eben Bescheid geben, dass wir eines der Mädchen zum Tanz wünschen."
Der Braunhaarige lächelte und war auch wenig später wieder aus der Tür verschwunden.

Neben dem Paravent lagen auf einer schmucklosen Truhe Stoffe in verschiedenen Größen und Arten - scheinbar um sich selbige um den Leib schwingen zu können, bevor es zum Dampfbad ging.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Di., 15. Nov 2005, 19:06
Wie eine Blinde ließ sich die Wallonin von Etienne führen. "Du kennst dich in diesen Räumlichkeiten erstaunlich gut aus." Ein wenig verwunderte sie das, auch wenn er angedeutet hatte, dass er Brom manchmal ausgeholfen hatte.

Der Raum, in den er sie führte, hatte etwas Wildes, Naturverbundenes ... kahle Wände, kühle Fliesen und überall Felle. Es gefiel ihr. Leises Knistern war der einzige Laut, es roch nach Holz und Kerzenwachs und das Rotorange der Flammen tanzte durch den dämmrigen Raum und die Wände empor.

Silvana schmiegte sich an Etiennes Seite und küsste sanft seinen Nacken. "Wieviel weißt du von mir, auch wenn ich nur wenig preisgegeben habe? Dein Wahl hätte nicht besser sein können." Ein wenig enttäuscht blickte sie ihm hinterher, weil er so schnell wieder aus ihrer Nähe verschwand. Den Paravent brauchte sie nicht. Erstens war sie allein, zweitens hatte sie noch nie Hemmungen gezeigt sich vor anderen auszukleiden.

Schwungvoll warf sie ein Kleidungsstück nach dem anderen beiseite, schob die Bluse vom Oberkörper, streifte die Hose von den langen Beinen, und trippelte nackt auf die Truhe zu, griff nach einem hellen Stoff, schlang ihn eng um die Hüften und verknotete die Enden in der Taille. Einen dünkleren Stoff wickelte sie lose um den Busen, knüpfte auch hier die Ecken zusammen, hob dann die Arme über den Körper und drehte sich schwungvoll um die eigene Achse. Sanft schmiegte sich der seidige Stoff an ihren Körper, betonte jede Linie in angenehmster Weise und fühlte sich herrlich weich an auf der Haut.

Wie das Lagerfeuer ihrer Sippe knisterte das Kaminfeuer, das Lied der Heimat entstand in ihrem Kopf, bereitete sich bis in die Spitzen ihrer Glieder aus und ließ sie schließlich tanzen.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 15. Nov 2005, 23:39
Heimlich still und leise war Etienne wieder ins Zimmer getreten. Diesmal hatte er jedoch nicht die Tür genommen, durch die sie beide in das Zimmer eingetreten waren, sondern die zweite Tür im Raum.

Gegen den Türrahmen gelehnt sah er Silvana lächelnd einige Minuten zu, bevor er ihr applaudierte.

"Das war wunderschön.." Raunte der Brünette der Wallonin zu, schritt hinter sie und legte die muskulösen Arme um ihre Taille. Zärtlich ließ er seine Lippen über ihre nackte Schulter gleiten und sog dabei Silvanas einzigartigen Duft ein.

"Kommst du mit mir? Sonst können wir das Dampfbad gleich hier einnehmen." Flüsterte er mit seiner unvergleichlich leisen und sanften Stimme und deutete auf die noch immer geöffnete Tür, durch welche sich Nebelschwaden langsam ihren Weg in das Zimmer bahnten.
Bevor Silvana irgendetwas erwidern konnte, zog sich der Sänger sein Hemd über den Kopf, schlüpfte rasch aus den Hosen und griff ebenfalls nach einer der Stoffbahnen. Es bedurfte nur wenigen Handgriffe, bis er sie sich um die Lenden gewickelt hatte und erneut Silvanas Hand umfasste. Sanft zog er die Schmiedin hinter sich her.

Mit der Türschwelle hatten sie auch eine Temperaturschwelle überschritten. War es in dem Kaminzimmer noch heimelig warm gewesen, herrschte im Dampfbad eine Hitze mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Sofort stiegen dem Sänger Schweißperlen auf die Stirn. Doch Etienne lächelte, setzte sich auf eine der Holzbänke und zog Silvana zu sich auf den Schoß.
"Wird mir vom Dampf so furchtbar heiß oder bist du das?" Seufzte er leise und begann erneut damit zärtlich ihre Schulter zu liebkosen.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 17. Nov 2005, 19:29
Der Applaus ließ sie innehalten. Ihr war warm geworden, und ihr Atem ging schneller als sonst und hob ihren Brustkorb aufreizend auf und ab. Silvana schenkte Etienne ein sinnliches Lächeln, sank leicht in die Knie und breitete kurz die Arme aus, als nehme sie sein Kompliment in Ehrfurcht entgegen.

"Ein Mann, der den Tanz zu schätzen weiß. Du überrascht mich stets aufs Neue." Mit den Augen folgte sie seiner Bewegung und lehnte sich gegen seinen muskulösen Oberkörper, als er sie von hinten umfasste. Ihre Finger strichen sanft über seinen Handrücken und kraulten die Unterarme hinauf.

Seine Küsse reizten all ihre Sinne, jagten ihr heiße Schauer durch den gesamten Körper, und hätte er sie nicht losgelassen, um sich auszukleiden und sich mit einem anderen Stoff wieder zu verhüllen, hätte sie auf Dampfbad und Tänzerin verzichtet. Mit einem Lächeln streckte sie die Hand nach ihm aus und ließ sich führen. Sie liebte Dampfbäder, kannte sie dies doch aus ihrer Heimat.

"Bei meiner Sippe wird diese Art des Bades zur Reinigung von Körper und Seele genutzt. Die Schamanin vollführt vor der Tür das Ritual der Öffnung des Geistes, damit jeder schlechte Gedanke, alles was die Beweglichkeit des Körpers und die Freiheit der Seele blockiert, abfließen kann. Schmutz, der aus allen Poren dringt", lachte sie und sank auf seinen Schoß.

Kleine Schweißperlen zierten Etiennes Gesicht. Mit spitzen Finger strich die Wallonin über die roten Wangen, verwischte die einzelnen Tropfen und malte Kreise auf seine Haut, bis er sich über ihre Schulter beugte.

Ein tiefes Schnurren drang aus Silvanas Kehle, während ihre Rechte über seinen Oberschenkel streichelte und sie sich gegen ihn lehnte. Genussvoll schloss sie die Augen. "Sei vorsichtig, was du mit deinen Küssen von meiner Haut auf deine Lippen aufnimmst. So manch lustvoller Gedanke mag darin verborgen liegen", gurrte sie leise.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 28. Nov 2005, 14:32
Etienne hielt inne und strich dann sanft über die Taille der Amazone.

"Lustvolle Gedanken also?"
Seuselte er ihr ins Ohr.
"Dann sollte ich sie wohl nicht weiter von deiner Haut küssen. Will ich doch, dass du jeden einzelnen behälst und auslebst."
Vorsichtig strich der Sänger eine dunkelblaue Haarsträhne hinter Silvanas Ohr und liebkoste sanft ihr Ohrläppchen.
Etiennes Atemzüge wurden tiefer und immer wieder stieß der trainierte Oberkörper an den Körper der Schmiedin.

"Wie sehr ich dich begehre.." Sprach der Dunkelhaarige als seine Hand langsam Silvanas Körper hinabfuhr und sich ihren Weg durch die Stofflagen, die den Amazonenkörper verhüllten bahnte.
Beinahe kühl konnte Silvana Etiennes feingliedrige Hand auf ihrem Oberschenkel spüren, während Etienne nun doch wieder damit begann, die feuchtglänzende Haut der Amazone zu küssen.

Plötzlich durchdrang ein Zischen - wie wenn Flüssigkeit auf einen heißen Stein tropft - durch den Raum und die Luft wurde noch vernebelter. Zeitgleich stieg ein süßlich-herber Duft von Honig und Rosenholz auf und weckte in Etienne ein immer stärker werdendes Verlangen. Seine Linke strich weiterhin Silvanas Obeschenkel, während die Rechte ihren Körper aufwärts erkundete.
Autor: Silvana Datum/Zeit: Do., 01. Dez 2005, 17:47
Welch herrlicher lustvoller Duft. Silvana roch an Etiennes Haut, sog den lang vermissten Geruch seines makellos schönen Körpers tief in sich hinein, vergrub die Nase in seinem Haar und durchwühlte die langen Strähnen mit der Rechten, ehe sie den Griff verstärkte und seinen Kopf in den Nacken zurückschob, dass er ihr ins Gesicht sehen musste. Sie nützte den kurzen Moment, in dem ihr Körper seine Lippen schmerzlich vermisste, zerrte den hinderlichen Stoff über die Knie hoch und schwang ein Bein auf die andere Seite seiner Schenkel.

Wie auf einem Stuhl saß sie nun auf seinem Schoß, sah ihm erst forschend in die Augen, als suche sie etwas darin, ein Gefühl oder eine Absicht, die mehr war als bloßes Verlangen. Es gab nichts, das sie jetzt noch hätte sagen mögen. Sanft senkte sie die vollen Lippen auf seine, doch schon die erste sinnliche Berührung ließ das Begehren in ihr explodieren. Leidenschaftlich, ja beinahe gierig küsste sie ihn, liebkoste mit der Zungenspitze die seine, und ertrank in einem Schwall überschwappender Sinnlichkeit.

Ihre dunklen Augen versanken nun vollständig in den seinen, verloren sich im Wirrwarr ungeklärter Fragen und Ängste, Hoffnungen und Träume. Ohne ihr Zutun strichen ihre Hände seine Arme hinab, kraulten liebevoll über Handrücken und Finger.
Autor: Talya Datum/Zeit: Fr., 02. Dez 2005, 11:52
Etienne keuchte auf und zog Silvana näher zu sich. Ihre Lippen waren so süß und hatten gleichzeitig schon den salzigen Geschmack des Schweißes aufgenommen.
Die Intensität ihrer Küsse und die nebelartige Luft in dem kleinen Raum nahmen ihn vollständig den Atem - Etienne fühlte sich voller Tatendrang und gleichzeitig seltsam erschöpft.

Seine Erregung wuchs weiter stetig an und doch lösten sich seine Lippen vorsichtig und doch voller Bestimmtheit von den Lippen Silvanas.

"Du.. " Er mußte ersteinmal tief durchatmen.
"Noch nicht.. nicht hier.." sprach er sanft und seine eigenen Worte schienen ihm imaginäre Wunden zuzufügen, die in der Nebelluft brannten. Dennoch schien es ihm gleichzeitig äußerst verlockend, den Moment der Einigkeit noch länger hinauszuzerren, Silvana und sich selbst unter dem Verlangen beinahe vergehen zu sehen.

Zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, während die andere Hand jetzt absichtlich von ihrem Körper abließ.
Er schmunzelte und die nächsten Worte kamen nur einem Flüstern gleich. "Diese Hitze.. ist nicht gut für's Herz."
Sanft legte er seine Hand jetzt auf Silvanas Brust - und wieder schien es, als wolle das Verlangen ihn übermannen. Und doch blieb der Sänger stark...
Autor: Silvana Datum/Zeit: Mo., 05. Dez 2005, 17:54
Heftiges Begehren loderte in ihren Adern, schoss brennend heiß durch ihren Körper und raubte ihr das Wahrnehmungsvermögen. Es existierte nur noch die berauschende Berührung ihre Lippen, die samtweiche, feuchte Haut unter ihren Fingern, und die drückende Hitze fiel erst wie ein Raubtier über sie her, als sich Etienne von ihr löste.

Silvana schnappte nach Luft und lehnte sich schwer gegen Etiennes Brustkorb. Ihr schwindelte, sie war diese Hitze nicht gewöhnt. "Du ...hast recht", gestand sie mehr sich selbst ein, aber es war eine Qual sich von ihm zu lösen. In ihrem Unterleib pochte wildes Verlangen, als sie langsam von seinem Schoß neben ihn auf die Sitzbank glitt und sich nach hinten sinken ließ. Einzig ihre Beine lagen nun quer über seine Schenkel gebreitet, während der lose Stoff an ihren Hüften verrutschte und mehr freigab als verbarg und deutlich werden ließ, dass Wallonen bis auf den Kopfbereich gänzlich unbehaart waren.

Silvana schloss die Augen und ließ die Arme über den Rand der Sitzbank hängen. "Dieses Dampfbad macht müde und lässt selbst wilde Tiere zahm werden", lächelte sie sanft.
Autor: Talya Datum/Zeit: Mo., 05. Dez 2005, 23:30
"Zahm? Gerade eben warst du noch alles andere als zahm.."
Seuselte der Sänger und malte mit seinem Zeigefinger nicht vorhandene Linien auf Silvanas Schenkel.
Sein Brustkorb hob sich schnell auf und ab und noch immer konnte er die Erregung, die die Wallonin über ihn gebracht hatte nicht im mindesten verbergen.

"Doch glaube mir, dass ist nur eine Taktik der Mädchen. Die Hitze macht zufrieden und so mancher Mann hat hier schon für ein ausgedehntes Nickerchen tief in die Tasche greifen müssen."

Vorsichtig schob Etienne Silvanas Beine von seinen und kniete sich vor sie hin. Sanft küßte er erst ihr rechtes, dann ihr linkes Knie.
"Drum lass uns nicht hier drin ausharren, bis auch dir die Lider zufallen. Ich habe heute noch viel mit dir vor."

Sprach er und umpackte die Schmiedin, hob sie hoch und trug  sie vorsichtig auf beiden Armen aus dem Dampf.
Eine weiter Tür öffnete sich und gleich wurde es um einiges kühler - und dennoch angenehm.
Etienne rannen die Schweißtropfen von der Stirn - weniger vom Fliegengewicht Silvanas, als vom Dampfbad - als er die Dunkelhaarige wieder absetzte.

"Ich habe dir doch erzählt, dass ich hier als Badner gearbeitet habe. Was hälst du also davon, wenn ich dir meine Künste darbiete?"
Mit einem charmanten Lächeln deutete der hochgewachsene Mann auf eine mit Wasser gefüllte Eisenwanne. Die Wasseroberfläche war über und über mit roten Rosenblättern bedeckt und leichter Dampf stieg mit einem zarten Duft nach oben.
Etienne löste sein Hüfttuch, wischte sich damit die letzten Schweißperlen von der Haut und stellte sich nackt hinter die Wanne.
"Madame, sie dürfen Platz nehmen."
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 10. Dez 2005, 18:22
Zutiefst zufrieden. So hätte sie ihren Zustand beschreiben mögen. Silvana wischte sich das feuchte Haar aus der Stirn und richtete sich auf, ließ zu dass Etienne sie einfach hochhob und aus der Dampfkammer trug. Das Maß an Vertrauen, dass sie ihm damit schenkte, überraschte sie selbst.

Silvana lehnte die Stirn an seine Schläfe und flüsterte in sein Ohr: "Schätze diesen Augenblick, denn nie zuvor durfte ein Mann mir den Boden unter den Füßen rauben."

Der Temperaturunterschied im Folgeraum jagte ihr einen angenehmen Schauer über die schweißbedeckte Haut. "Wie angenehm kühl es hier ist." Eine Weile hielt Silvana noch Etiennes Oberarm umklammert, ehe sie ihn freigab nachdem er sie abgesetzt hatte.

"Als Badner, ja, das hast du erwähnt." Silvana erinnerte sich an fast alles, was ihr der Sänger je von sich erzählt hatte. Ihre dunkelblaue Iris folgte seiner Bewegung, sah, wie er das Hüfttuch beiseite warf, sah seine Männlichkeit, sah das dampfende Wasser, das ihrer harrte. Rosenblätter. Ein Lächeln schmiegte sich an ihre Lippen, ließ das Gesicht erstrahlen und gab Silvanas Blick etwas Sinnliches.

"Man sagt, Rosen seien das Sinnbild der Vollkommenheit", hauchte sie in Etiennes Richtung und spitzte die Lippen. Bedächtig, als sei er unsicher, ob er den Körper freigeben sollte, glitt der feine Stoff von Silvanas Busen, die Hüfte hinab und verlor sich unter ihren Beinen, als sie aus dem zusammengefalteten Tuch stieg und die letzten Schritte nackt zurücklegte.

"Man sagt, Rose mache die Haut glatt wie Seide, und die entspannende Wirkung der Rose sei sehr angenehm, vor allem, wenn man noch einen Teelöffel Honig in das Rosenwasser einrührt."

Die Wallonin streckte die Hand aus, berührte Etienne mit den Fingerspitzen sachte am Kinn, strich seine Gesichtskante entlang bis hoch zur Schläfe und die Wange wieder hinab, ehe sie sich von ihm löste, in die Wanne stieg und sich schlangengleich bis zum Hals in das Rosenwasser gleiten ließ.
Autor: Talya Datum/Zeit: Di., 13. Dez 2005, 14:28
"Honig habe ich zwar nicht.."
Seuselte Etienne "dafür aber den größten Schwamm in ganz Nuru."
Mit einem breiten Grinsen holte der Sänger fast magisch einen großen, feinporigen Schwamm hinter seinem Rücken hervor.
Silvanas Schönheit, als sie in die dampfende Wanne stieg, raubte ihm fast den Atem, doch der Dunkelhaarige riß sich zusammen.
Er hatte nicht sehr oft als Badner für Brom gearbeitet, aber schnell gelernt, dass man jegliches Begehren für einige Momente verdrängen konnte.

Als die Schöne vor ihm in der Wanne saß, hauchte er ihr zart und galant einen Kuss auf den Handrücken und trat dann hinter sie.
Vorsichtig fuhr er mit dem Schwamm über Silvanas Schulter ihren Oberarm entlang um sich danach jeder einzelnen Fingerspitze zu widmen.
Ein zarter, nach Mandeln duftender Schaum bildete sich auf der Haut der Schmiedin.

"Warum hast du dir noch nie zuvor von einem Mann den Boden rauben lassen, Liebste? Sollten Göttinnen wie du nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit angebetet und hochgepriesen werden?
Ein jeder Mann würde höchstes Glück erfahren, dich auf seinen Armen zu tragen.."
Die hohe und dennoch warme Stimme Etiennes klang ganz nah an Silvanas Ohr und so konnte die Schmiedin auch das schwere Schlucken hören. Etienne zögerte, auch wenn seine Hand den Schwamm weiter entlang Silvanas Konturen fahren ließ.
Er wußte nicht, ob er dies jetzt fragen sollte, doch ein wenig beschäftigte es ihn schon. Liebte Silvana ihn nur körperlich? War sie so sehr Amazone, dass sie an ihrer Seite nur eine Frau duldete? Aber warum hatte er selbst dann diesen Stich gefühlt, als der fremde Soldat Silvana besucht hatte? Wäre Eifersucht in diesem Fall nicht gänzlich unbegründet?

Zärtlich strich der Sänger der Wallonin eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Nein, es war besser, wenn er ihr diese Fragen nicht stellte. Sie empfand etwas für ihn, dass konnte er spüren, sehen, fühlen. Und das wollte er auch nicht in Frage stellen.

"Ist dir das Wasser auch warm genug, Schönste?"
Autor: Silvana Datum/Zeit: Sa., 17. Dez 2005, 17:10
Silvana schloss die Augen und genoss Etiennes Berührungen. "Es ist lange her, dass ich mich einseifen ließ", schmunzelte sie. Ihre Lider flatterten ein wenig. "Meine Cousine sagte stets, dies stehe einer Königstochter zu. Dabei freute sie sich viel mehr auf das, was stets folgte."

Die Wallonin blinzelte zu Etienne hin. "Ich blieb selten allein in der Wanne. Wieviele Frauen hast du bisher auf diese Weise verwöhnt?", grinste sie frech, räkelte und entspannte sich wie schon lange nicht mehr und ließ die Beine auseinanderfallen, dass die angewinkelten Knie den Wannenrand berührten.

"Sich tragen zu lassen, erfordert ein hohes Maß an Vertrauen", beantwortete sie seine Schmeichelei. "Selbst für eine Göttin, und erst recht für eine Kriegerin, die gewohnt ist auf eigenen Füßen zu stehen."

Sachte hob sie die Lider und äugte zu ihm hoch. Das schwere Schlucken, das seinen Worten gefolgt war, ließ sie vermuten wie ernst ihm diese Aussage war. Kein dahingesagtes Schmeicheln, kein Necken oder Umgarnen, er meinte offenbar ernst, was er ihr eben gesagt hatte.

Forschend blickte sie ihm ins Gesicht. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, merklich, da sich auch ihre Atmung verstärkte. Ein Glitzern lag in ihren Augen, als er ihr die Haarsträhne von der Wange schob. Seine Berührungen hatten sich mit einem Schlag verändert. Es war kein reines Begehren mehr.

Was tun? Ein falsches Wort, eine falsche Geste, und der Augenblick zerbarst in tausend kleine Scherben. Ihre Lippen öffneten sich, aber sie brachte keinen Ton hevor. Daher hob sie nur die Hand, strich ihm mit feuchten Fingern über die Wange, beugte sich dann vor und küsste ihn, zärtlich, liebevoll, sinnlich aber ohne Forderung, was keinen Zweifel daran ließ, wie viel der Wallonin der Sänger inzwischen bedeutete, und dass sie alles für ihn getan hätte, hätte er es von ihr verlangt.