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   Autor  Thema: [Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit (Gelesen 2836 mal)
Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #75 am: Mo., 11. Feb 2019, 14:24 »

Sie musizierten und tanzten und das Fest war nicht enden wollend. Auch wenn es dem Herrn von Muesig deuchte, dass das nicht sein konnte. Aber Gegenwehr war nicht nur zwecklos, sie brachte auch gar nichts. Seine Beine führten ein Eigenleben.

Dann spielte etwas Anderes in seinem Kopf, eine tiefe Stimme trug etwas vor
Ein Rätsel – ich liebe Rätsel “ des Adeligen Kopf begann zu arbeiten. „Vielleicht ein Tombolallos…am Marktplatz in Drachenauge werden Lose verkauft…ich habe es selbst gesehen, obwohl…ich habe noch niemals…. Man kratzt auf dem Pergament Talg weg und es erscheint: Leider nein “ er hatte es mit eigenen Augen gesehen. „Aber dass die ein ganzes, ausgewachsenes Pferd ausmachen sollen ?“ bestimmt hatten die Tanzgesellen auch eine Meinung dazu.

Aber wo war er? Der Satür war angekündigt oder zumindest sollte der mit großer Wahrscheinlichkeit genau hier erscheinen, aber da waren nur 4 – auch Rabea konnte sich dem Ganzen nicht entziehen - völlig verrückte, entrückte Musikanten und Tänzer.

Wie lange würde das andauern? Alles war so verworren und irreal und doch spielte es sich vor seinen Augen ab. Da war nichts erfunden oder erstunken und erlogen.

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Shikra

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #76 am: Mo., 11. Feb 2019, 14:45 »

Die Party erreichte ihren Höhepunkt und Shikra war mitten drin.
Die Harfe hatte sie schon vor Minuten oder Stunden beiseitegelegt und tanzte voller Begeisterung mit den anderen über die Wiese. Sie ließ sich von Martin umherdrehen, wirbelte mit Rorokpal über die Gräser und Blumen und sprang mit Rabea von Stein zu Stein. Immer intensiver und wilder wurde das Flötenspiel, das die drei seit einiger Zeit begleitete und die Waldelfe gab sich nur allzu gerne dem vorgegeben Takt hin.
Sie fühlte sich frei und glücklich. Sie ließ sich durch und durch von der Musik leiten, lachte, tanzte und tobte mit dem weiten Rock ihres Kleides um die Wette.

Die Apothekerin hatte jedes Zeitgefühl verloren. Es war nur wichtig, dass die Musik nicht aufhörte und sie weiter tanzen konnten. Sie bildeten einen Kreis in der Mitte der Lichtung, Shikra nahm den Baron an die eine und die Druidin an die andere Hand und so drehten sie ein paar Runden im Zentrum der Sommerwiese, als plötzlich das wunderbare Flötenspiel stoppte und die vier zum Stehen kamen.
Den ersten Moment nutzte die Waldelfe um tief Luft zu holen. Ihre Muskeln zitterten und ihre Wangen glühten, da konnte das aufkommende Lüftchen kaum Abkühlung verschaffen. Shikra wartete sehnsüchtig darauf, dass die Flöte wieder zu spielen begann, doch stattdessen hörten sie eine sonore Stimme und ein fruchtiger Geschmack breitete sich aus. Er versprach ein gemütliches Beisammensitzen, den feinen Genuss von Brombeeren und Honig und Erfrischung.

Auf das Rätsel reagierte die Heilerin aus Drachenauge mit einem Schulterzucken.
„Da haben die Herren wohl Pech gehabt.“
kicherte sie. Damit war das Thema für sie beendet, die Ausführungen der drei anderen verfolgte sie nicht weiter. Sie wollte weiter fröhlich über die Wiese toben.
Aber das Flötenspiel machte keine Anstalten wieder zu erklingen. Sie wurde unruhig, wollte sich bewegen, wollte feiern, wollte wieder die Unbeschwertheit genießen, die sie noch vor ein paar Minuten tief in sich gespürt hatte.

„Komm Martin, lass uns weiter tanzen.“
Voller kindlichem Übermut zog sie am Arm des Pferdezüchters, versuchte ihn zum Weitertanzen zu bewegen. Doch ohne die fantastische Musik der Flöte machte es nur halb so großen Spaß. Daher flehte sie die Gärtnerin aus Nighton an:
„Kannst du es noch einmal mit der Flöte probieren? Wir wollen doch weiter feiern und ohne sie geht es nicht. Bitte, mach, dass sie wieder spielt.“

Doch keiner der beiden schaffte es, das Glück und die Freiheit, die die wilde Melodie ausgelöst hatte, wieder zu entfesseln. Verzweiflung und Wut schlichen sich in ihre Gedanken. Verzweiflung darüber, dass sie nie wieder so glücklich sein würde, wie eben noch beim Tanzen und Wut darüber, dass es keiner schaffte, die Musik wieder erklingen zu lassen. Wollten die drei etwa gar nicht, dass die Flöte noch einmal spielen durfte? Fast schon misstrauisch blickte sie von dem Adeligen zur Prinzessin und weiter zur blonden Magierin.
Noch einmal versuchte sie ohne Begleitung der Flöte in den Tanz zurückzufinden, doch es gelang ihr nicht wirklich.

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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #77 am: Mo., 11. Feb 2019, 15:26 »

Die Party war in vollem Gange. Egal wie fantastisch sie sich das bunte Treiben, die Musik, den blumigen Duft, das weiche Gras unter den Füßen und den rasch rotierenden Reigen vorgestellt hätte - es wäre dem, was gerade auf der Lichtung geschah, nicht gerecht geworden. Rorokpal war in völlig ausgelassener und freudig erregter Stimmung und wusste instinktiv, dass es allen so ging, was die Wirkung noch potenzierte. Dieser sonderbare emotionale Zustand war nun auch auf die Elemente übergegangen, die nun wie ein bunter Wirbelwind in Rorokpals mentalen Garten mit ihr tanzten und juchzten, allesamt wie Kinder im Spiel.

Dass die Musik weiterspielte, obwohl sie alle nunmehr tanzten und damit wohl kaum Trommel oder Harfe klingen, geschweige denn in eine Flöte pusten konnten, fiel ihr nicht auf. Auch der neue Gast auf der Lichtung fiel ihr nicht auf, schien seine Stimme doch einfach hierher zu gehören. Wie die Steine, wie die Blumen, nichts war daran seltsam. Dennoch hielt sie inne, machte einen Schritt in Richtung der Stimme und blieb stehen. Ihre Beine wollten nicht so recht - sie wollten ...
Tanzen - ist mein ganzes Leben!
Tanzen - das ist, was ich mag!
Tanzen - ich würd' alles geben!
Tanzen - nur den ganzen Tag!
Die Musik setzte nicht aus, doch schien sie nur in ihrem Kopf zu sein, wie ihr plötzlich bewusst wurde. Das merkte sie insbesondere daran, dass sie klar die Worte verstand, die wie schwerer Wein an ihr Ohr drangen.
Igitt! Wein im Ohr, Styropor!
Wein im Kuss, Hochgenuss.
Wein im Bett klingt auch ganz nett.
Schhht mit Wein, lasst es sein! übertönte Rorokpal die schlechteste Reimstunde aller Zeiten. Stattdessen hörten sie nun einen ganz anderen Reim:

„Es bringt den Reiter um sein Roß,
Den Edelmann um sein Schloß;
Den Bauern um seinen Ackerpflug:
Wer das errät, der ist wohl klug.“


Die Musik im Kopf und das Gefühl, als sollte sie lieber weitertanzen erschwerten zwar das grundsätzliche Verständnis des Rätsels, aber irgendwie war es doch durchgesickert und sofort kamen fröhliche Antworten von allen Seiten.

Ein Erdrutsch! Ein-deu-tig.
Ein Brand! Kein Zweifel. Brennt Stall, Schloss und Ackerflug nieder.
Dann geht auch Sturmflut. Eine wirklich kräftige.
Ich mag den Sturm in diesem Vorschlag ...
„Kannst du es noch einmal mit der Flöte probieren? Wir wollen doch weiter feiern und ohne sie geht es nicht. Bitte, mach, dass sie wieder spielt.“, sagte Shikra zwischendrin und trug ein wenig zu ihrer Verwirrung bei, da Rorokpal nie die Flöte gespielt hatte. Da war doch diese von da drüben gekommen ...
Hmmm, oder es ist etwas ganz anderes. Ihr denkt alle so ... elementar. Wie wäre es mit ... dachte sie und sprach schließlich an die Stimme gewandt:
"Im Glücksspiel, mein lieber Freund, hat schnell der Gegner abgeräumt. Ob Pferd, Pflug oder Pfefferhaus, oft geht man da ärmer raus." reimte sie spontan, denn etwas anderes ließ diese fröhliche Stimmung gar nicht zu.
"Jetzt bin ich dran." rief sie begeistert hinterher und holte Luft:
„Welcher Igel,
eins, zwei, drei,
legt' ein Mahagohni-Ei?“

"Na, wer weiß es? Ihr dürft auch mitraten, Freunde. Geschätzter Baron, die Trombosalos ist eröffnet!"

« Letzte Änderung: Mo., 11. Feb 2019, 15:56 von Rorokpal »
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Ponika

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #78 am: Mo., 11. Feb 2019, 18:23 »

Hätte Ponika gewusst, wie lustig es andernorts zuging, sie wäre auf gar keinen Fall dem schönen Jonathan und der schweigsamen Tordis gefolgt. Denn lustig war es auf dem Regis Caput nicht gerade. Ponika hing - buchstäblich - in der Luft.

Ein positiv Denker hätte gesagt: Schöne Aussicht. Genießt man nicht alle Tage.
Der Melancholiker hätte seufzt: Na gut, das war's dann. Adieu schöne Welt. Bestimmt wird mich niemand vermissen.
Der Phlegmatiker: Windig hier oben.
Der Choleriker: @%&^@§%!!!
Ponika rief schlicht und ergreifend: "Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!"

Sie brüllte bis die Lungen einen Atemzug einforderten. Ponika sog tief die eisig kalte Luft ein und setzte zu einem neuerlichen Schrei an, da spürte sie den Flügelschlag. Die Gestaltwandlerin verschluckte sich, hustete und spuckte Speichel aus, der irgendwo tief unter ihr im Weiß des glitzernden Gipfels verschwand. Der Herzschlag des Mädchens raste und jagte rauschendes Blut durch ihre Ohren. Es war ein Wunder, dass sie den Greif überhaupt sprechen hörte. Der Mund war staubtrocken, die Augen tränten. Ponika wischte sich mit dem Unterarm übers Gesicht. Dann erst wurde sie der sanft glühenden Gestalt gewahr, die vor ihnen schwebte. Falls Jonathan gerade den Grund ihres Hierseins nennen wollte, war er einen Deut zu langsam.

"Oooooooooooooooh, du bist aber schöööööööön. Ich habe noch nie einen Greif gesehen. Du bist genauso golden wie die Sonne. Das ist sehr hübsch. Großvater sagt, Königsgreife sind mancherorts die Hüter des Lebensbrunnens. Oder von Gräbern. Oder von Lebensbäumen. Wegen ihrer Stärke und Wachsamkeit haben sie meist eine Wächterrolle inne. Du auch? Was bewachst du denn? Kommen hier oft Basilisken vorbei, die du abwehren musst? Wir dachten, da du so stark und weise bist, kannst du uns vielleicht helfen herauszufinden, warum in Mythia alles kaputt geht und die arme Frau Königin krank ist."

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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #79 am: Di., 12. Feb 2019, 10:18 »

Waren die beiden – Rorokpal und Shikra – von allen guten Geistern verlassen? „Ich meine …“ er beließe es bei den beiden Worten. Aber was sollte er selbst sagen. Seine Beine bewegten sich nach wie vor zu einer imaginären Musik.
Shikra war ganz versessen mit ihm zu Tanzen. Ob das wirklich ihr freier Wille war? Zweifel waren angebracht. Andereseits, er sah sich durchaus als einen anmutigen Tänzer.
"Heißt es nicht in Schenken: Ich wette Ross, Hof und Acker ….?“

Und dann kam da noch ein Rätsel. Inzwischen war die gute Laune Shikras verflogen, aber Rorokpals Rätsel interessierte sie nicht. Es war nicht sein Verdienst, dass er die Lösung kannte. Kinder von Bediensteten hatten – als er noch klein war - aus Kastanien und Zweiglein mit geschickten Fingern Figuren hergestellt. Die stachelige Schalen dienten als Helme. Die Kinder nannten sie ‚das Stachelhelm-Streimacht‘. „Kastanie “ stieß er hervor, sodass es vielleicht noch Rorokpal hören konnte, aber auch nur wenn sie wollte.
« Letzte Änderung: Di., 12. Feb 2019, 10:20 von Suffix »
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Arinna

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #80 am: Di., 12. Feb 2019, 14:07 »

War der Weg durch den Fluss zuerst noch recht einfach zu bewältigen gewesen, so wurde es zunehmend schwieriger. Die Strömung wurde schneller, die Wasserwirbel, die sich durch Findlinge bildeten, gefährlicher, und nur weil Arinna sich schließlich vollends auf den Instinkt des Tieres verließ, schaffte sie es überhaupt irgendwie heil in dem ersten kleinen Teich anzukommen. War sie gerade tatsächlich einen kleinen Wasserfall hinunter geplumpst?

Schnaufend krabbelte der erschöpfte kleine Otter neben dem Prinzen ans Ufer. Selbst zum schimpfen hatte er momentan keine Kraft mehr. Und während sich der Blick des Prinzenotters auf die Kelpie richtete, der dieses Fangen spielen scheinbar Spaß machte, richtete sich die Aufmerksamkeit des Otterweibchens auf ein dickes Schneckenhaus, das sie entdeckt hatte. Zuerst beschnüffelte sie es nur, dann wurde dem Ottergehirn klar, das das etwas zu fressen war. Die Frag war nur: wie kam man heran? Die Schnecke hatte sich bei der ersten zarten Berührung mit der schwarzen Nase blitzschnell in ihr Haus verkrochen. Also leckte das Weibchen an der Öffnung, doch das brachte effektiv nicht allzu viel. Dann fing es an unter dem Haus zu graben, lief aufgeregt im Kreis darum herum, grub wieder – ohne Erfolg. Als sie schließlich dazu übergegangen war auf der harten Hülle des Leckerbissens herum zu beißen, in der Hoffnung so endlich an den Inhalt zu gelangen, hörte sie ein Pfeifen aus dem Wasser. Sie drehte den Kopf in die Richtung. Die anderen Otter waren schon wieder unterwegs und tauchten einer nach dem Anderen ab. Enttäuscht warf Arinna einen letzten Blick auf die Schnecke, bevor sie wieder ins Wasser platschte. Sie fand, das sie nach einer solchen Anstrengung durchaus etwas zu fressen verdient hatte.

Sekunden später war auch sie untergetaucht und versuchte durch den Tunnel zu gelangen. Er wurde immer schmaler, und sie stieß ein paar Mal mit dem Schwanz an, was sie ganz schön ins Trudeln brachte. Zu ihrem Glück, wie sie im Nachhinein feststellte, denn dadurch kam sie an den oberen Tunnelteil, in dem sich Luftblasen befanden, die sie zum atmen benutzen konnte. Wer wusste, was passiert wäre, wenn sie sie nicht gefunden hätte, denn der Weg durch den Tunnel war lang – zu lang um ihn mit einem Atemzug bewältigen zu können, auch wenn der kleine Otterkörper verdammt lange tauchen konnte.

Der nächste Teich, indem sie auftauchte, befand sich in einer Höhle. Das komische Ding, das sie verfolgten, und für das ihr kein Name einfallen wollte, sah schon wieder völlig anders aus. Aber das Otterweibchen wusste instinktiv, das es das gleiche Ding war. Und sie wusste auch, das sie keine Lust mehr zum spielen hatte, denn das letzte Stück Weg war für ein Spiel viel zu gefährlich gewesen. So schwamm sie geradewegs auf das magische Wesen zu, auch wenn ihre Schnurrhaare und der Rest des kleinen Körpers dabei zitterten, und versuchte es mit der Nase anzustupsen. Ob es sich nun wieder verwandelte und davon lief? 

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Askladd

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #81 am: Di., 12. Feb 2019, 22:39 »

Furcht durchströmte den Leib des goldenen Otters. Sollte dies nicht der Bachlauf ohne Stromschnellen sein? Oder hatte sich Christian geirrt? In seiner Angststarre ließ sich Askladd erst nur treiben, aber nach ein paar schmerzhaften Zusammenstößen mit den Findlingen setzten die Überlebensinstinkte des Marders ein. Die schnelle Strömung machte es schwer die teilweise recht schmalen Lücken rechtzeitig zu erreichen, doch irgendwie schafften sie es hindurch ohne völlig zu Brei zerschlagen worden zu sein. Der Nordotter wollte schon aufatmen, als ihm auffiel, dass etwas nicht stimmt. Wo war der Grund des Bachlaufes plötzlich hin verschwunden? Erst als er mit einem Platschen durch die Oberfläche eines Teiches schlug, dämmerte ihm was hier los war. Ein Wasserfall also auch noch! Hoffentlich hatten sie es jetzt überstanden.

Das war wohl zu viel gehofft, denn etwas überflutete den Bogner, dass er fast das Gefühl hatte darin zu ertrinken. Ein Präsenz oder so etwas. Das musste die Kelpie sein. Wie die anderen Otter suchte auch der Goldene das Heil am Ufer und sah den Wassergeist von dort aus mit schwarzen Knopfaugen an. Irgendwas an der Gestalt ließ ihn ahnen, dass sie in ihm so etwas wie Frühlingsgefühle geweckt hätte, wenn er sich in seinem menschlichen Körper befunden hätte. Doch bei dem Grummeln, das er in seinem Ottermagen fühlte, handelte es sich um etwas anderes. Was genau wurde ihm bewusst, als er die Otterdame, die mit einer Schnecke beschäftigt war, beobachtete. Er hätte jetzt auch gerne eine Schnecke gehabt. Doch da der Prinz und Christian schon wieder in den Teich eintauchten und die Kelpie irgendwohin verschwunden war, pfiff er Arinna stattdessen eine Aufforderung zu ihm zu folgen.

Da Markus extra nochmal Atem geschöpft hatte, tat Askladd das auch. Dann tauchte er in einem Wirbel von Luftblasen, die von seinem glatten Felle abperlten, in das kalte Nass. Am Grund des Gewässers angekommen öffnete sich ein schwarzer Schlund vor ihnen. Darum hatte der Prinz also nochmal Luft geschnappt. Alles in dem goldenen Wassermarder sträubte sich dagegen sich dort hinein zu wagen. Doch er hörte nicht auf sein Gefühl.

Endlos schien sich der Wasserweg durch undurchdringliche Dunkelheit zu winden. Nur die Strömung und die Barthaare halfen dabei die nächste Biegung zu erahnen. Da er es aber eilig hatte, um nicht zu ertrinken, stieß sich Askladd immer wieder die empfindliche Nase an harten Felsbrocken. Plötzlich war dann Christian unter ihm und drängte ihn zum Auftauchen. Warum? Über ihnen gab es doch nur undurchdringlichen Stein. Hauptsächlich weil er nicht glaubte sich dagegen wehren zu können ließ sich der goldene Otter trotzdem in die Richtung dirigieren und war entsprechend überrascht, als sein Kopf unerwartet die Wasseroberfläche durchbrach. Wie kam die Luft hierher? Doch wichtiger war, dass man sie atmen und sich kurz keckernd austauschen konnte.

Dann ging es weiter und als sie das nächste Mal auftauchten sahen sie durch eine Öffnung vor sich Tageslicht. Die Höhle war verhältnismäßig geräumig und der Ausblick war fantastisch. Askladd entschied, dass er den Wasserfall vor ihnen auf keinen Fall hinabstürzen durfte. Und da war auch wieder die Geisterfrau. Nur dass sie jetzt wie aus Wasser gemacht schien. Er folgte Arinna, die sich der Kelpi annäherte. Ganz so dicht wie sie wagte er sich an die Herrin dieses Gewässers allerdings nicht heran. In einigem Abstand verharrte er und stieß einen fragenden Ton aus.

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Merdarion Ni Hawk

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #82 am: Mi., 13. Feb 2019, 08:46 »

"Na also." mit breitem Grinsen präsentierte Merdarion den einen Stein der etwas schwerer als die übrigen gewesen war. Rein Interesse halber hielt diesen nochmal ins Licht der Fackel und konnte immer noch keinen Unterschied feststellen. Kurz kam der Gedanke in seinen Kopf das es doch schade wäre die übrigen Steine einfach so liegen zu lassen, doch wie würde die Prinzessin reagieren, nein lieber ließ er diese wo sie waren und überreichte besagte Adligen den Stein. "Hier, versucht es."

Der Stein passte doch es passierte nichts. Gerade zogen sich schon die ersten Sorgenfalten auf Merdarions Stirn und er wollte schon überprüfen ob es wirklich der richtige Stein war, als dann doch etwas geschah. Hatte de Stein gerade... Dann flutete Licht die Höhle und das letzte was der Minenbesitzer sah war seine eigene Hand die er schützend vors Gesicht hielt.

Dunkelheit, für einen Moment kam die Angst auf erblindet zu sein, die anderen bewegten sich nicht sonderlich weit von ihm. "Könnt ihr etwas sehen?" Probeweise machte Merdarion einen Schritt, stieß an eine Wand, blieb an diese gelehnt, tastete um sich. Dabei streifte seine Hand kurz den Stoff von Kleidung, wie es schien handelte es sich um die Prinzessin, ansonsten war da nur Fels, so als säßen sie in einem Loch. Gleichzeitig bemerkte er die Unruhe die seine Gildenschwester ergriffen hatte. "Chiamara?" An sie heran kam er nicht, dafür stand Eleonora zu sehr im Weg. "Beruhig dich und reiß dich zusammen, wir müssen einen Weg hier heraus finden." seine Stimme klang etwas gepresst.

Nochmals suchte Merdarion die Felswände ab, es ging nur nach oben und auch dort herrschte Dunkelheit. "Ich fürchte wir müssen klettern..."


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Chiamara

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #83 am: Mi., 13. Feb 2019, 12:58 »

Zum Glück hatte Merdarion den korrekten Stein sehr schnell gefunden. Die Prinzessin setzte den Stein in die entsprechende Lücke und alle drei starrten die Wand an in der Hoffnung, dass sich ein Tor oder ähnliches öffnen würde.
Gerade drehte sich die Ostländerin zu den beiden neben ihr Stehenden, als ihr eine Bewegung an dem Auge auffiel. Erst hielt sie es für eine Täuschung, aber als der Stein zu glühen begann und immer heller wurde, war sich die blonde Frau sicher, dass die Bewegung vorher echt war.

Es war fast zu spät die Hände vor das Gesicht zu legen, da sie schon geblendet worden war, machte es aber trotzdem. Noch durch ihre dünnen Hände war das Licht zu erkennen – bis es plötzlich dunkel war. Nicht einfach ein wenig dunkel. Es war schwarz. Noch war dies nicht so erschreckend, daher antwortete sie ihrem Gildenbruder auch noch recht locker mit einem: “Pechschwarz… Wie in einem Grab.“

Dass dies sogar sein könnte spürte sie erst kurze Zeit später. Um genau zu sein direkt danach als sie versuchte einen Weg zu finden. Jedoch spürte sie nur unebenen rauen Stein. Rund um sie herum. Nur neben ihr waren ihre Begleiter.
Leere breitete sich in Chiamara aus. Leere und Kälte und plötzlich war sie nicht mehr bei den anderen beiden.

Die Kälte kam ganz unvermittelt und zog durch ihre Glieder. Erst ging sie auf die Knie, unfähig auch nur einen Schmerzensschrei über die Lippen zu bringen. Dann stürzte sie vollends auf den Boden.
Mit all ihren Kräften versuchte sie sich gegen diesen Frost zu wehren. Ihr inneres Feuer, das ihr immer geholfen hatte Magie zu wirken, setzte sie gegen die Kälte ein. Doch fühlte sie kaum einen Unterschied. Ihre Arme waren wie steif gefroren und auch ihre Beine fühlten sich wie Eisklumpen an.

Und so blieb sie liegen. Sie gab auf. Irgendwie wollte sie auch nicht mehr gegen all das ankämpfen…..


Krampfhaft vergrub sie die Hände in den Boden. Die ehemalige Soldatin hatte gar nicht gespürt, wie sie auf den Boden gefallen war. Jedenfalls soweit es in dieser Enge ging. Nichts von der Wärme, die sie umgab. Chiamara spürte nur Kälte.
Wieder kämpfte sie gegen etwas an, was in ihrem Innern tobte. Diesmal jedoch wollte sie nicht aufgeben.
“Halts Maul, Merdarion,“ schnauzte sie ihn an. Beruhigen – wenn das so einfach wäre.
Sie schrie auf. Mehr ein Aufschrei der Gegenwehr als ein Laut des Schmerzes. Stemmte sich auf alle viere, weinte, fluchte. Sie schlug sogar ihre Stirn gegen die Seitenwand nur um sich aus diesem Dilemma zu befreien.
“Ich schaffe es,“ presste sie durch ihre Lippen. Die Vergangenheit bewältigen.
Neu starten. Hatte das nicht auch Myriel zu ihr gesagt, als sie die Runen auf die Schulter bekam?
Stand nicht der Phönix auch für diesen Neubeginn? Er lässt alles hinter sich, wenn er verbrennt und erwächst neu aus der Asche. Oder ähnlich.

Kurz darauf wieder auf ihren Füßen stehend fröstelte sie immer noch, aber sie stand. Wenn auch auf zittrigen Beinen.
Leise sprach sie sich das schlechte Gewissen ab um endlich dieses Höhlenproblem abschließen zu können.
“Ich bin nicht verantwortlich für den Tod der Nururer Bürger. Dieser Krieg zwischen den Dienern der Götter lag nicht im Ermessen des Hauptmanns. Ja ich habe eine Herzensentscheidung getroffen und habe gezweifelt. Aber jetzt zweifle ich nicht mehr. Ich lasse es hinter mir.“

Ihre Stimme wurde mit jedem Wort kräftiger und lauter. Und ihr Feuer verdrängte die Kälte in ihrem Körper. Sie versuchte einen Feuergeist zu erschaffen, damit sie vielleicht würden sehen können, wie hoch und breit dieser Schacht nach oben verlief. Jedoch hatte sie kein Glück, hatte ihre Energie wohl mit dem inneren Kampf verbraucht. Tief atmete sie durch.

“Glaubst Du wirklich, dass wir klettern müssen? Warum denn? Was bezweckt der Phönix damit uns daran zu hindern zu ihm zu kommen? Immerhin hast du das Auge schon gefunden. Was wissen wir über den Phönix?“
Klar wollte sie raus, aber nicht durch eventuell sinnlose Kletterei.
“Nicht dass ich nicht klettern wollte, aber… ich glaube ich bin da gerade gedanklich leider etwas zu spirituell unterwegs. Tut mir leid. Also klettern?“



- 2 Mana für zwei verpatzte Feuergeister
« Letzte Änderung: Mi., 13. Feb 2019, 12:59 von Chiamara »
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Tordis

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #84 am: Mi., 13. Feb 2019, 16:20 »

Kalt.. Tordis zuckte nur mit den Schultern.
Sicher war der Weg zum Gipfel mühsam, kalt und windig gewesen. Aber wirklich kalt war ihr nicht. Sie mochte es, wenn das Klima etwas rauer wurde. Wenn der Wind schnitt, die Kälte die Finger steif machte und es um einen herum so ruhig wurde, dass man das Gefühl hatte, die eigenen Gedanken würden Substanz annehmen.

Und so war Tordis auch Wortlos hinter dem Kronprinzen und Ponika hergestapft. Sie war nicht auf große Gespräche aus, genoss nur den beschwerlicher werdenden Aufstieg.
Als sie aus dem Einheitsgrau plötzlich durch die Wolkendecke brachen, den knallblauen Himmel über sich und den Gipfel quasi vor sich hatten, schnappte Tordis nach Luft.
Es war nicht nur ein majestätischer Anblick, es war auch ein unglaubliches Gefühl, dass die Nordländerin durchfloss. Sie fühlte sich mutig, konnte die Welt umarmen, war aber auch gleichzeitig unglaublich klein und verloren.

Vor ihnen lag eine Höhle. Ob dort der Greif hauste? Wo lebte ein Greif? In einer Höhle? Hatte er einen Horst? Sie würden es herausfinden. Tordis hielt den Atem an, als hinein gingen - doch sie trafen keinen Greif an. Ein kleines Stück erleichtert schnappte die junge Frau nach Luft.

"Was.. was steht da?" neugierig schaute die junge Frau auf die Inschrift. Vorsichtig fuhr sie mit den Fingerspitzen über die feinen Linien.
Gemeinsam suchten sie nach der Lösung des Rätsels und Tordis nickte heftig mit dem Kopf, als Ponika vom Wind sprach. Ja, nur Wind konnte die Lösung sein. Aber was bedeutete das? Auf jegliche, von Jonathan vorgetragene Worte geschah nichts. Es öffnete sich keine geheime Kammer, es zauberte sich kein unsichtbarer Greif herbei. Nichts passierte...

Bis irgendwer von den Dreien die Idee hatte gegen die Inschrift zu pusten. Mit voller Inbrust pustete und blies Tordis mit. Sie ließ ihren Atem erst wie ein laues Lüftchen, dann wie eine heftige Windböe über den kalten Stein gleiten.

Plötzlich schien es, als wäre sie selbst vom Wind ergriffen worden. Sie wirbelte umher, flog in die Luft, wusste nicht wo oben wo unten ist, merkte wie der Wind an ihren Haaren und ihrer Kleidung zerrte und hatte für einen unendlich langen Augenblick das Gefühl tief zu fallen.

Doch... sie fiel nicht.. Tordis brauchte einige Zeit um sich zu orientieren. Sie.. schwebte? Unter ihr der Berg und... die Nordländerin verkrampfte einen Augenblick. Wieviele hundert, gar tausend Meter mochte es hinab gehen? Was geschah hier?
Für einige Sekunden rang Tordis mit den Tränen, ihre Magengrube wollte ihr weiß machen, das sie Angst hatte. Ihre zitternden Hände wollten ihr weiß machen, dass sie Angst hatte. Der Tränenschleier vor ihren Augen wollte ihr weiß machen, dass sie Angst hatte. Aber Tordis wollte keine Angst haben. Sie schluckte. Einmal. Zweimal... und irgendwann hatte sie das Gefühl, ihre Gefühle im Griff zu haben.
Das war doch schon mal etwas.. wenn man nicht die Situation im Griff hatte, doch wenigstens die eigenen Körperfunktionen irgendwie unter Kontrolle zu behalten und es nicht irgendwo unter sich schneien zu lassen...

Als Tordis soweit war, erkannte sie auch, dass der Greif vor Tordis und ihren zwei Weggefährten flog.
Und während Ponika schon wieder von ihrem Großvater faselte (wie viele Geschichten hatte Tordis sich schon auf dem Weg hier hoch von ihm anhören müssen?) nickte Tordis nur bescheiden mit dem Kopf.
"Ja, wir brauchen euren Rat und eure Hilfe.." flüsterte sie sanft und war sich sicher, dass ihre Worte mit dem nächsten Windstoß weggetragen wurden, bevor sie auch nur den Greif erreichen konnten.

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Merdarion Ni Hawk

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #85 am: Do., 14. Feb 2019, 14:58 »

Merdarion verkniff sich einen weiteren bissigen Kommentar und ließ Chiamara gewähren. Weghören konnte er allerdings kaum, so eng wie das Loch in dem sie steckten war. Doch fürs Erste merkte er sich nur ihre Worte die sie gegen Ende laut aussprach. Derweil suchten Seine Hände die Wände ab, normler Stein, nichts auffälliges.

"Warum klettern? Wir sind im Dunkeln, um uns herum Fels, ich sehe nur den Weg nach oben. Für jeden anderen Vorschlag bin ich aber offen. Hast du einen Portalzauber zur Hand?" Das schiefe Lächeln das er dabei zog blieb in de Dunkelheit verborgen, immerhin hatte er sogar eine Protalrolle, aber nicht dabei. "Also entweder das hier ist eine Falle und wir haben etwas bei dem Mechanismus falsch gemacht, oder aber das hier ist eine Prüfung. Das schmeckt mir beides nicht..."

Probeweise stemmte der Minenbesitzer ein Bein gegen die Wand und drückte seinen Rücken gegen die andere. Würde der Abstand ausreichen? "Aber was wäre das für eine Prüfung? Ein Phoenix ist ein Feuervogel.... kann einer von euch Feuer herbeirufen?"
« Letzte Änderung: Do., 14. Feb 2019, 15:40 von Merdarion Ni Hawk »
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Chiamara

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #86 am: Do., 14. Feb 2019, 15:37 »

"Spürst du es nicht? Nach unten hin verjüngen sich die Wände nach oben werden sie weiter. Wir wissen nicht, wie hoch es geht. Was, wenn es oben zu weit ist, dass man sich nicht mehr an den Wänden hochschieben kann? Probiere es aus, dann kannst Du uns Bescheid geben."
Immerhin funktionierte ihr Hirn wieder.

Zähneknirschend vernahm Chiamara die spöttischen Worte ihres Gildenbruders.
"Nein, kein Portalzauber. Aber mir gehört da einen Schmuckstück, dass den Aufstieg einfacher machen würde. Leider habe ich den nicht mitgenommen."
Sie konnte doch nicht immer alles komplett einpacken. Sie war ja kein Packpferd.

"Und ja, ich kann Feuer herbeirufen. Leider hat genau das nicht geklappt. Zwei Versuche und null Erfolg."
Fast glaubte sie, dass beide dachten, dass sie zu nichts zu gebrauchen wäre.

"Mir scheint es eine Prüfung zu sein. Welche auch immer. Der Phönix lässt alles hinter sich wenn er in Feuer aufgeht und erwächst aus seiner Asche neu. Vielleicht sollen wir auch mit etwas abschließen, was uns quält. Ich habe es schon gemacht. Mein Desaster in Nuru. Und du?"

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Christian

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #87 am: Do., 14. Feb 2019, 20:32 »

Zuerst verlief der gewählte Flusslauf recht gleichmäßig, doch dann wartete eine regelrechte Hindernisstrecke auf sie, so dass auch der erfahrene Hohentürmler sich fast ausschließlich auf die Instinkte des Tieres verlassen musste. Zumindest bis sie einen kleinen Wasserfall hinunterstürzten. Aber um zu überlegen,l ob dies nun das Ende wäre, dafür war Fall zu kurz und brach bereits wieder durch die Wasseroberfläche. Und eine mächtige Präsenz trieb die Otter aus dem Wasser, auch wenn diese mit der von Kementarî nicht ganz mithalten konnte.

Der Ottermagier sah dann ebenfalls wieder zum Wasser, nachdem er festen Boden unter den Füßen hatten. Die im Teich sichtbare Frau war hübsch anzuschauen, verschwand aber nach einer Runde Lächeln und Winken wieder unter Wasser. Also nichts wie hinterher, aber Arinna-Otter und Askladd-Otter brauchten wohl einen Moment länger weswegen der Christian-Otter kurz auf diese wartete, aber dennoch aufpassen musste, nicht den Kontakt zu Prinz und Kelpie gänzlich zu verlieren.

Der Tunnel war wirklich eng, aber die flinke Gestalt des Otters glich seine sonst etwas behäbige Art in seiner eigenen Gestalt mehr als aus. So konnte er doch eine Spur seiner eigenen Sinne benutzen und erkannte dadurch frühzeitig, dass der Askladd-Otter so seine Schwierigkeiten hatte. Er musste ihn gar auf die Luftblase an der Tunneldecke hinweisen, damit dieser nicht noch erstickte. Schließlich kamen sie aber alle wohlbehalten im nächsten Gewässer an, welches auf der anderen Seite von einem Wasserfall zum Tal hin begrenzt wurde. Da sollten sie nun wirklich nicht hinunterstürzen.

Aber da die gesuchte Kelpie es sich nun am Ufer gemütlich gemacht hatte, schien da derzeit kaum notwendig zu sein. Arinna-Otter näherte sich dieser bereits, gefolgt vom Askladd-Otter, der aber dann doch etwas Abstand hielt zu dem überweltlich wirkenden Wesen. So machte es sich der Ottermagier neben dem goldfarbenen Otter gemütlich und fiepte auch einmal kurz zu Arinna, aber ob das jetzt ermutigend wirkte, darüber würden sich wohl die Gelehrten streiten müssen. Danach fiepte er noch kurz zu dem Otterprinzen.


Schwimmen zu großer Otterschwester, ihr sagen, Gewässer im Tal zu schwach.

Ja, die Ottersprache war wirklich recht eingeschränkt, aber wenn er sich zurückverwandelte, würde die Kelpie bestimmt Reißaus nehmen.

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Ardir Wintersturm

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #88 am: Di., 19. Feb 2019, 21:24 »





•°o.O Runde 7  O.o°•












•°o.O Der Satyr O.o°•






Die vier Festenden schienen sich kaum aus dem Zauber des Moments lösen zu können. Ein grollendes Lachen fuhr über die Lichtung, die Bäume bewegten ihre Äste im Takt, die Girlanden flatterten. Nur der blonden Druidin gelang es, sich für eine Antwort genügend in den Griff zu bekommen. Auch die Prinzessin versagte, leistete vergeblich Wiederstand gegen ihre noch immer zuckenden Beine.

„Genau richtig!“ Nun erinnerte die dunkle tiefe Stimme an einen frischen Frühlingsmorgen. Als der Adlige Herr von Müsig dem Satyrn allerdings mit des Rätsels Lösung zuvor kam, hüpfte eine empörte Gestalt auf den Rothaarigen zu.

Wie die anderen Naturgeister schien auch er keine vollends stoffliche Gestalt zu besitzen. Die Ziegenbeine, der Oberkörper eines Mannes und die langen Hörner auf seinem Kopf waren zwar durchaus deutlich. Doch seine wilde Mähne schien aus dicken Winden zu bestehen, die definierten Muskelpakete aus dunkelgrünen Lianen, das Fell erinnerte an frisches Gras und die Hufe waren eindeutig von Rinde überzogen. Doch all das schien seltsam durchscheinend, als sähe man die Gestalt durch einen feinen Schleier.

„Nanana, wie unhöflich. Dem Gastgeber einfach so den Spass zu klauen.“ Tadelte der Satyr, schnipste mit den Fingern und erlöste die Anwesenden so von seinem Zauberbann. „Nun meine Lieben, was führt euch denn in mein bescheidenes Anwesen? Meinen Waldpalast? Mein einmaliger Ballsaal? Steht euch der Sinn nach Festlichkeiten, nach Abenteuer, nach romantischem Flair?“

Rabea schüttelte energisch den Kopf, eine ungewohnte Ernsthaftigkeit hatte die lebensfrohe Prinzessin erfasst. Furchtlos baute sich die Schwarzhaarige vor dem Satyrn auf, dessen Gestalt sie um mindestens einen Kopf überragte.

„Wir sind nicht zum Spass hier. Meine Mutter liegt im Sterben, und ihr müsst uns helfen.“
Die wilde Satyrgestalt betrachtete die kleine Prinzessin scheinbar belustigt. „Was kümmert mich deine  Mutter? Oder deren Mutter? Oder du? Ihr werdet es vermutlich nie verstehen.“ Seine moosigen Augen suchten nacheinander den Blick der Dragonier, hielt Shikras Blick einen Moment zu lang. „Sie ernten nur, was sie gesät haben.“

Und dann war die Gestalt verschwunden, so plötzlich, wie er aufgetaucht war. Während die anderen scheinbar unbehelligt da standen, rankten sich beinahe unmerklich kleine Schlingpflanzen an Rorokpals nackten Füssen empor. Bis sie die Verwirrung endgültig abschütteln konnte, hatten sie bereits ihre Knie erreicht. In ihrem Kopf flüsterte die dunkle Stimme. „Du hingegen, du gefällst mir. Ich fühle… eine Vertrautheit, eine Verbindung! Bleibe bei mir, ich will wissen, WAS du bist“.








•°o.O Der Königsgreif O.o°•






Wenn der Greif über Ponikas Redeschwall überrascht war, liess sich das aus der fremdartigen Gestalt jedenfalls nicht herauslesen. Scheinbar aufmerksam hörte er sowohl ihr, als auch Tordis zu. Dann bohrte sich der Blick des leuchtenden Wesens tief in die stechend braunen Augen des Thronfolgers. Mit einem Mal, begleitet von einem Schrei des Entsetzens, fiel Jonathan.

Er hatte sich heiser geschrien, seine Kehle brannte, die Augen tränten, der Gipfel kam immer näher. Gleich, gleich würde er aufschlagen. Jonathan schloss die Augen.
Wieder schwebte er in der Luft, wieder im Angesicht des Greifen, wieder waren die beiden Dragonierinnen an seiner Seite. Kaum einen Herzschlag zuvor schien es von oben, als wäre der Prinz auf den gewaltigen Klüften weit unter ihnen zerschellt. Nur das Entsetzen auf seinem Gesicht zeugte noch von dem Erlebten.

Der Greif jedoch schlug ungeduldig mit dem langen Löwenschwanz. „Was für eine Ironie, dass ihr ausgerechnet uns um Hilfe bittet. Vielleicht, ja vielleicht“ der Adlerkopf schien zu seufzen, „hätten mich eure Mühen einst gerührt. Doch nach dem Verrat? Und noch dazu einer von deinem Blut? Natürlich, natürlich. Wärt ihr nicht gewesen, hättet ihr nie so weit gehen müssen. Dann würde ich noch in Mythia wandeln, und ihr hättet all diese Probleme nicht. Aber dann, ja dann, wärst du auch nichts mehr als ein einfacher Bauer.“
Die lichthaften Flügel schlugen, Wind wirbelte umher und erfasste die drei Reisenden. Im nächsten Moment lagen sie alle wieder in der Höhle.








•°o.O Die Kelpie O.o°•






Die vier seltsamen Otter meisterten den Hindernislauf, der ein wilder Gebirgsbach darstellte, erstaunlich gut. Die Kelpie war erstaunt, bisher hatte sie die meisten allzu neugierigen Wesen bereits vor dem Tunnel abgehängt, doch diese Gruppe schien selbst der enge Durchgang nicht abhalten zu können.

Fasziniert blieb sie also, wo sie war, als der Arinna-Otter sie sachte anstupste. Die Otternase der jungen Frau fühlte sich seltsam kalt und nass an, obwohl sie eigentlich schon beinahe wieder trocken war. Gleichzeitig überlief sie ein Schauer, ein Gefühl, für einen kurzen Moment zwischen den Welten gewesen zu sein. Nicht wirklich weg, aber auch nicht wirklich da.
„Ihr müsst keine Angst haben. Sagt, wer seid Ihr?“ Fragte sie neugierig, liess den Blick über die vier schweifen. Die wässrigen Augen blieben an Markus hängen. Plötzlich zischte und brodelte es, anstelle der Wasserfrau stand da plötzlich ein reptilhaftes Pferd, mit Schuppen statt Fell, einem Flossenkamm auf dem Rücken, Wasserpflanzen anstelle von Mähne und Schweif. Am beängstigenden aber war das grosse Maul, besetzt mit scharfen Zähnen und die schlitzförmigen, gelben Augen. „Du! DU WAGST ES?! WIE KANNST DU NUR!“ Ihre Stimme schwoll an wie ein Bach bei einer Springflut. Markus war so schockiert, dass er die Kontrolle über den Zauber verlor, so dass er und die beiden Dragonier sich wieder in ihrer menschlichen Gestalt fanden. Christians unbeholfene Otterworte erreichten die Kelpie wie von fern. „ER MUSS SICH NICHT WUNDERN WENN DAS LAND VOR DIE HUNDE GEHT, SO LANGE WIE SIE UNS, ES, SCHON SCHÄNDEN.“ Brauste die Stimme, während sich der Flossenkamm auf ihrem Rücken bedrohlich aufstellte.

Markus hob völlig überfordert mit dem Ausbruch die Hände, ein unbeholfener Versuch die Kelpie zu beschwichtigen. „Ich, wir..“ er räusperte sich befangen. „Meine Mutter ist krank, das Land ebenso. Wir suchen Hilfe. Sie sagte, wir müssen Euch finden…“ Doch sein nervöser Erklärungsversuch wurde erneut von der rasenden Kelpie unterbrochen. „Wieso sollte es mich kümmern, WENN AUSGERECHNET DEINE MUTTER den Löffel abgibt? Ihr seid selbst schuld. Alles hat seinen Preis. Und Macht, du naiver kleiner Junge, Macht hat den Grössten.“
Wasser brach von allen Seiten auf sie ein. Wirbelte sie herum, presste ihnen die Luft aus den Lungen. Langsam wurde alles schwarz.

Hände, Stimmen. Sie wurden gezogen, gehoben, getragen. In trockene Sachen gehüllt. Als die kleine Gruppe zum nächsten Mal die Augen aufschlug, waren sie am Ufer des Silberquells, vielleicht zwei Wegstunden von Avera entfernt, umgeben von besorgten Fischer die sie gerade eben aus dem Fluss gezogen hatten.








•°o.O Der Phönix O.o°•






Die blonde Prinzessin schien Chiamaras Zusammenbruch und die kurze Kabbelei der beiden Dragonier gar nicht zu beachten. Leise summte sie vor sich hin, tastete dabei mit den Händen scheinbar in der Luft herum und murmelte manchmal kurz einige unverständliche Worte.

Eleonora lachte kurz. „Vielleicht sollten wir uns auch anzünden? Und aus unserer Asche neu entstehen…“ für einen Moment klang die Prinzessin so, als ob sie das wirklich ernst meinen würde. Dann schüttelte sie den Kopf und lauschte den weiteren Theorien.
„Mit etwas abschliessen, ja, hmmm. Nur mit was? Es klebt kein Blut an meinen Fingern, und ich lechze auch nicht danach. Doch Blut ist Wärme, Wärme ist Feuer. Vielleicht eine Blutschuld? Ein alter Fluch? Ein Zauber, der die Äonen überdauert?“

Plötzlich war die Blonde wieder still, doch Chiamara und Merdarion konnten hören, wie sie sich bewegte. Auf den Stein zu. Dann packte sie Chiamara an der Hand und zog sie einfach durch den Stein. Die langen Finger der anderen Hand schlossen sich um Merdarions Handgelenk, zogen, nein führten den ehemaligen Soldaten. Doch der Stein vor ihm schien unnachgiebig. „Ein Abschluss, ein Eingeständnis, eine Wiedergeburt.“ Schien die Stimme der Prinzessin vor ihm aus dem Stein zu flüstern.

Die beiden blonden Frauen fanden sich in einer unerträglich heissen Kammer wieder, in deren Mitte ein Feuer loderte. Erst als auch der letzte im Bunde über die Schwelle trat, wandte sich die Prinzessin wie selbstverständlich an das Feuer und sank auf die Knie.

„So ehrerbietig, wie ungewohnt… Nun, hat euresgleichen endlich erkannt, was für einen schwerwiegenden Fehler ihr gemacht habt? Es wundert mich, dass irgendeiner von euch sich überhaupt noch an uns erinnert, wie lange schon? Zu viele eurer lächerlich kurzen Jahre.“ Zischte eine Stimme, knisterte, knackte. Das Feuer in der Kammer flatterte plötzlich mit den Flügeln, jede einzelne Feder umgeben von einer Flammenzunge, doch das Glühen schien schwach, das Feuer kurz vor dem Ausgehen. „Aber ich kann euch nicht helfen, nicht so. Sühnt eure Schuld, dann bewahrt ihr euch vielleicht vor dem Untergang.“
Flammen loderten plötzlich bis unter die Decke, züngelten an den Kleidern der Abenteurer entlang, brannten heiss auf ihrer Haut. Rauch füllte ihre Lungen, ihre eigenen Schreie die Ohren.

Eleonora blinzelte. Sie stand vor dem Höhleneingang, die tief stehende Abendsonne blendete. Ungläubig besah sie sich ihre Hände, Arme. Doch nirgends eine Spur von Verbrennungen, nicht einmal ihr Haar war angesengt. Ebenso unversehrt waren ihre beiden Begleiter.
« Letzte Änderung: Di., 19. Feb 2019, 21:24 von Asarra »
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Ponika

Re:[Abenteuer] Reise in die Unendlichkeit
« Antwort #89 am: Mi., 20. Feb 2019, 11:03 »

Obwohl der Königsgreif niemanden von ihnen angriff fing Jonathan an zu schreien. Im nächsten Moment fiel er. Erschrocken japste die verwandelte Lykana auf und griff unbewusst nach Tordis Arm, als wolle sie sich an der Reisegefährtin festhalten ehe sie gemeinsam in die Tiefe stürzten. Jonathan zerschellte auf dem Gipfel des Caput Regis.

"Oooh, das tut bestimmt weh." Ponika kniff die Augen zu, wappnete sich innerlich gegen den Fall, spürte wie jemand gegen ihren Unterarm drängte und zog erschrocken die Hand zurück. Sie blinzelte. Jonathan schwebte neben ihr als wäre nichts geschehen. Augenblicke später befanden sie sich wieder in der Höhle.

"Oha, äh, wie geht das denn jetzt?" Suchend sah sich die Blonde um. Vom Greif keine Spur. Verdutzt sah Ponika zu Jonathan hin. "Ähm, naja, das war dann wohl nichts. Was meinte der Greif denn von wegen Verrat? Stammt deine Familie von Bauern ab? Das ist doch nicht schlimm, dafür braucht man sich nicht zu schämen. Ich war früher auch ein einfaches Schäfermädchen und jetzt bin ich Hauptmann. Wieso habt ihr den Greif denn weggeschickt, wenn er doch auf Mythia aufgepasst hat?"

Fragend sah die Blonde zu Tordis hin. Bestimmt hatte die Nordländerin eine Meinung dazu.

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