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Legends of Aylann  |  Legends of Aylann - Das Spiel  |  Abenteuer in Legends of Aylann |  Abenteuer  |  Thema: [Abenteuer] Der Traum vom Wissen << zurück weiter >>
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   Autor  Thema: [Abenteuer] Der Traum vom Wissen (Gelesen 5725 mal)
Arag

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #210 am: Mo., 25. Mai 2020, 01:02 »


~~~ Runde XXIX ~~~




~~~ Im grünen Gang ~~~


Die Maske schmiegte sich an die Haut der jungen Druiden. Ihre Nase zog den Duft des Holzes ein und wie eine Welle begann von ihren Lungen ausgehend ihr ganzer Körper zu kribbeln.
Und dann war da die Sicht, die sich ihr bot. Der Gang war ganz in Grün gekleidet, wo lebloses Geäst gehangen hatte, waren buschige Ranken zu sehen, die sich nach oben und nach unten schlangen. Die Holzregale, obgleich schon vorher ansprechend natürlich geschnitten, waren nun stellenweise übersät in Moos und schienen auszutreiben.
Der Gang in dem Rorokpal stand war noch zu erkennen, aber wenn sie zurück schaute, in Richtung des großen Raumes, sah es dort leblos und öde und uneinladend aus. Der Gang hingegen verhieß Spannung, Wissen, Vergnügen gar.

Eine der Zeichnungen, von einem Hasen, die so lebensecht gewirkt hatte, schien sich nun sogar zu bewegen. Währen die Grenzen des Papiers nicht gewesen, sie hätte bei einem Vergleich mit einem wirklich Hasen Schwierigkeiten gehabt zu sagen, welches welches ist.

Und dann waren da die Reliefs... die nicht mehr wie Reliefs wirkten, sondern wie Fenster in eine andere Welt. Eine Welt die sie nun mit kennenden Augen sah, als wenn sie schon einmal hier gewesen wäre.
Hatte sie vorher nicht genau mit dem Finger darauf zeigen können, ob sich etwas bewegt hatte oder nicht, scheinen die Reliefs jetzt vor Leben nur so zu sprudeln.
Sie wusste um das kleine feenartige Volk, welches in vollem Einklang mit ihrer Umgebung lebte. Dass es lebensfroher im Frühling war und stiller im Winter. Dass es sich nur so sehr vermehrte, wie die Bäume wuchsen die sie bewohnten. Sie wusste um die Verbindung.
Sie wusste es, ganz sicher! Es musste ihr nur wieder "einfallen"...

Der Gang lag vor ihr und schien mit jedem Schritt mehr Einblick in diese Welt zu geben. Nur womit sollte sie anfangen?


~~~ Im hinteren Gang ~~~


Das geflügelte Wesen stand in der Luft. Seine Flügelpaare bewegten sich in einer Wellenförmigen  geschmeidigen Abfolge von Bewegungen, die den Körper in der Luft stehen ließ.
Als Assara sich niederließ flog es an eine Stelle schräg gegenüber im Gang und landete auf einem hellen rundlichen Ding welches nahe der Spitze aus einem Haufen Gerümpel hervorlugte, der sich sonst aus Büchern, Brettern und Resten einer Sitzbank und daher auch Stoff zusammen zu setzen schien, wenn sie sich nicht irrte.
Das kleine Vogelwesen sah sie abschätzend an, ließ seinen von links nach rechts kreisen um sie im schlechten Licht aus verschiedenen Winkeln zu betrachten.

Schließlich fasste das kleine Wesen augenscheinlich vertrauen und flatterte zu Asarra hinüber, als diese ihren Wasserschlauch löste und einen Schluck nahm. Zunächst noch vor ihr, schien die Scheu, wenn sie denn je bestanden hatte, verflogen zu sein, denn es flatterte auf ihr Knie und sah sie mit erwartungsvollen Augen an. Jetzt wo es ihr so nahe war und sie es in Ruhe näher betrachten konnte, stellte es sich als etwa Katzengroß heraus. Alle Flügelpaare hatten eine kleine Kralle am Gelenk, die durch das Federkleid hindurchlugten und wie man sie von Fledermäusen kannte. 
Wenn man sich erst mal an die ungewöhnlichen Körperformen gewöhnt hatte erkannte man die Schönheit und Eleganz des Tieres, das seine vielen Extremitäten perfekt zu beherrschen schien.

Nachdem Asarra dem Wesen etwas zu trinken gegeben hatte, krächzte es schrill, dass es ein wenig in den Ohren ziepte. Wäre es ein Vogel, würde es wirklich nicht Gesund klingen, aber Körperhaltung und Gebaren schienen eher eine positive Stimmung zu vermitteln.

Am Haufen, an dem das Wesen gesessen hatte geriet etwas ins Rutschen und die eine Flanke der Häufung senkte sich ab. Die weisliche Kugel drehte sich und gab mehrere Wölbungen und eine dunkle Vertiefung preis. Es war ein Schädel. 

~~~ Auf der großen Plattform ~~~


Arags Gesicht verzog sich zu einem Lächeln, das aber nicht die Augen erreichte, als er die überforderte Fjalladis Antworten hörte.
Mit warmer süßer Stimme antwortete er:

"Oho ja, uhunschätzbar. Es gibt keinen Gegenwert, den dies hier ahaufwiegt.
Und Zeit ist dohoch wahrlich kein Hindernis für euch, ohoder?"


Doch bevor Fjalladis groß antworten konnte schob sich Darius zwischen den Blick Arags und der Hochelfe. Zum ersten mal zuckte etwas hartes durch das Gesicht der großen Eule, aber es war sogleich wieder verschwunden, als der Blick sich auf den Eisdrachen einstellte.

"Wir benötigen Wissen, Arag. Darüber wie wir unseren Geist heilen können. Uns läuft die Zeit davon. Ich kann sie nicht mehr lange abwehren.
Ich muss darauf bestehen dies zuerst zu... lösen... bevor..."


Arag schien das wegdriften von Darius bzw. von Irator zunächst nicht zu bemerken.

"Ich hab mir schon gedacht, dass dies eure Motivation ist. So einen Fall wie euch... gibt es nicht allzu häufig. Eine Zweiteilung ist schon selten... aber warum 'sie'?"

Die Eulengestalt stutze und schien nun zu bemerken, dass etwas nicht stimmte.

"'Sie nicht mehr abwehren'.
Soll das heißen diese dritte Facette ist... ist gar nicht..."


Das allwissende Arag schien überrascht. Eine Emotion die man dem Wesen bis gerade eben nie zugetraut hätte. Während Landolin, der herbeieilende Christian und die ob des Stimmungswechsels auch wieder zu sich kommende Fjalladis, versuchten den gedanklichen Kontakt zu Darius nicht zu verlieren, nagelte Arag die Szenerie mit einem Blick fest, in dem es nach einem Moment von Magie nur so knisterte.
Und dann hatte Arag eine Erkenntnis:

"Sie ist gar kein Teil von euch... sie ist eine...
Was habt ihr getan?"


Arag breitete die Flügel aus und in einem Kreis um die Gruppe herum begannen sich plötzlich Stein und Sandbrocken aus dem Boden nach oben zu türmen. Eine Kreisrunde Mauer erhob sich um sie, in Windeseile schob sie sich in die Höhe und formte eine Kuppel um sie herum. Verteilt durch die ganze Wand waren Kristalle verstreut, die zumindest etwas Licht zum Teil von außen hindurch ließen, oder selbst emittierten, sodass sie nicht in völliger Dunkelheit gefangen waren.

Arag ließ die Flügel wieder sinken. Weiße blitzartige Konturen waren an den Rändern der tiefen Augen auszumachen. Arags Schnabel zitterte, die Stimme grollte unheilvoll und hatte so gar nichts mehr mit der netten schrulligen Eule zu tun, die ihnen vor nicht allzu langer Zeit noch Eis und Getränke kredenzt hatte. 

"Ihr habt eine Baalskreatur... eine Schwarzdrachin in meine Bibliothek gebracht!?!
Ihr habt sie unter meinen Bund geschmuggelt! Ihr...!"


Plötzlich wechselte die Stimmung, Arag erschrak, der Blick hob sich von der Gruppe vor ihnen ab und bekam etwas ungemein besorgtes, gar panisches.

"Nein. Ich habe sie rein gelassen. Ich war nicht vorsichtig genug, ich...
Was wenn..."


Die Gestalt drehte sich herum breitete die Flügel aus und stieß sich kraftvoll ab. Die Wand ihres plötzlichen Gefängnisses viel Augenblicklich wieder in Sand zusammen um die Gestalt hindurch zu lassen. Arag schoss den großen Gewölbetunnel entlang, zu dessen Eingang er sie gebeten hatte.
Hinter ihm begann sich der Sand wieder aufzutürmen und die Lücke wieder zu schließen.
« Letzte Änderung: Mo., 25. Mai 2020, 01:02 von Magnati »
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Christian

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #211 am: Sa., 27. Jun 2020, 03:23 »

Der Magier hatte die Gruppe um Darius und Arag erreicht, aber die Stimmung schien gerade umzuschwenken.

"Sie ist gar kein Teil von euch... sie ist eine...
Was habt ihr getan?"


Sollte das etwa heißen, dass dieser Arag erst jetzt realisierte, dass Darius den Überrest der Existenz einer Schwarzdrachin in sich trug? Und er dachte, Arag wüsste alles, welch Ironie des Schicksals. Blitzschnell wurden sie mit ihrem Gastgeber in einem kuppelartigen Gebilde aus Stein, Sand und Kristallen eingesperrt, so dass selbst die Magie gedämpft wurde, aber nicht so stark, dass der Hohentürmler nichts machen könnte, so blieb er noch recht gefasst, trotz der nun grollenden Stimme des Eulenwesens.

"Ihr habt eine Baalskreatur... eine Schwarzdrachin in meine Bibliothek gebracht!?!
Ihr habt sie unter meinen Bund geschmuggelt! Ihr...!"


Naja, sie waren davon ausgegangen, dass Arag das bereits bei ihrer Ankunft gewusst hätte, so hatten sie ihn kaum mit den Details langweilen wollen. Aber nur, weil man von etwas ausging, hieß es nicht, dass es auch so war, so sollte sich der Magier wohl in Zukunft vornehmen, auch bei angeblich allwissenden Wesen doch alles genauer auszuführen, sie würden ihm ja hoffentlich rechtzeitig mitteilen, wenn sie das doch bereits wussten, ohne dabei zu genervt zu wirken. Aber Arag schien bereits wieder seine Stimmung zu ändern und gab sich jetzt selbst die Schuld dafür, nicht vorsichtig genug gewesen zu sein.

"Nein. Ich habe sie rein gelassen. Ich war nicht vorsichtig genug, ich...
Was wenn..."


Genau, schaut ruhig nach, ob die Schwarzdrachin Eure Geheimnisse bereits ausgekundschaftet hat, während wir hier auf unseren Freund aufpassen.

Mit einem Seufzen schaute der Retter des Drachenauges ihrem Gastgeber hinterher, bevor er sich doch auf den Eisdrachen konzentrierte, während Fjalladis doch versuchte, hinter Arag die Kuppel zu verlassen, vielleicht wollte sie selbst nach Lösungen für Darius suchen, nachdem sich der Hüter allen Wissens als doch nicht so wissend herausgstellt hatte. So war er mit Darius und seinem Gildenbruder alleine.

Darius, bist du noch da? Keine Sorge, wir sind bei dir.

Er wiederholte die Worte in Gedanken, um zu sehen, ob der geschuppte Freund noch bei Bewusstsein war oder doch die Finsternis bereits die Oberhand gewonnen hatte, wobei er auch seine Hand nach ihm ausstreckte, um auch körperlich eine Verbindung aufbauen zu können, um vielleicht mit etwas Magie nachzuhelfen.

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Darius

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #212 am: Sa., 27. Jun 2020, 10:42 »

Am Ende war es zuviel. Die kräftezehrende Reise hatte seinen Widerstand geschwächt und den dämonischen Wächter seines Geistes bereits aufgezehrt. Nichts und Niemand stand mehr zwischen ihm und den Resten der Schwarzdrachin. Sein Geist flackerte zwischen den Beiden Teilen hin und her, die versuchten sich immer enger umeinander zu schlingen, um einen gemeinsamen Widerstand bieten zu können.

In diesem gefährlichen Moment reagierte Arag völlig falsch. Zwar nicht gegenüber dem, was sein eigentliche Aufgabe zu sein schien, aber zumindest gegenüber dem jungen Eisdrachen. Darius bekam nur mit, dass ihn das legendäre Wesen, welches seine Rettung hätte bringen sollen, ihn in diesem Moment im Stich ließ. Von den Gefährten, welche hierher gekommen waren um ihm zu helfen, war nur ein Bruchteil vorhanden. All dies traf ihn schwer. Er hatte keine Kraft mehr, um sich weiter aufrecht zu halten, auch wenn sein Herz vor Angst wild hämmerte.

Die Spannung floss einfach aus seinem Körper und er sank nieder auf den Boden. Jeden Funken seiner Kraft brauchte er nun für sich selbst. Als letzte, äußere, Aktion versenkte er die Verbindung zu den Gefährten tief in deren Geist. Es fühlte sich an wie ein eisiger Dorn. Sie waren sein Anker zur Realität. "Wir... werden niemals... aufgeben.", sandte er.  Dann nahm er nichts mehr von außen war, als die Kuppel sich wieder vollendst schloss...

--- Im Geist des Drachen ---

'Es gibt nur einen Feind. Der Feind ist Côr. Es gibt nur einen Feind. Der Feind ist Côr. Es gibt nur einen Feind. Der Feind ist Côr...', der Gedanke wiederholte sich endlos, wie ein Mantra. All seine Frustration, seine Trauer, Hass und Zorn flossen in diesen einen Gedanken. Alles was ihm angetan wurde, legte er dort hinein, wie ein Bollwerk. Die Schwarzdrachin war eine Dienerin des Gefallenen. Seine gesamte Antipathie lag darin. Alles an ihr widerstrebte ihm.

Es brauchte nur einen einzelnen Schritt um vollständig der Obzession durch diesen Gedanken anheim zu fallen. Er kannte die Methode. Er kannte die Worte. Irator kannte Sie. Darius hingegen suchte in seinen Erinngerungen nach etwas gänzlich Anderem. Sie rangen bereits mit der Drachin, weshalb er sie nicht erst suchen musste. Stattdessen sandte er ihr jeden Moment, jeden Augenblick des Versagens, den er von Côr und seinen Fehlern finden konnte und schleuderte ihr diese entgegen. 

Sein Verlust bei Nuru, als seine Geschwister ihn zurücktrieben. Tangalur und der Schatten des Nachtdämons, die bei der Jagd auf die Rosenkraniche von Kementari versagten. Wie sie später wieder bei der Entfesselung des Ygramul aufgehalten wurden. Den Wutschrei des Gefallenen, als er die steinerne Abbildung seiner Tochter umstieß. Der Tod seiner Diener unter seinen Klauen. Schwarzdrachen, Drow, Lykantrophen, Dämonen, Orks. Sie alle fielen und flohen vor ihm in diesen Erinnerungen. Nie war er dabei alleine. Wie eine Waffe gebrauchte er die Gefühle von Stolz, von Kameradschaft, von Freude. Alles was der Schwarzdrachin fremd sein mochte.

"Nie hat ER einen Sieg von Dauer errungen! Nie werden seine Diener es tun! Ihr seid nur eine weiter Sklavin seines Willens!"
, schleuderte er ihr entgegen als geistigen Eisatem. Seine Hoffnung ruhte auf den Naka Duskeal die ihn hierher begleitet hatten. Mit denen er schon so viel durchgestanden hatte. Seine Hoffnung ruhte auch auf Magnati. Wo Arag versagte musste sein Mentor und Gildenbruder eine Lösung finden. Er musste ihnen nur genug Zeit verschaffen...
« Letzte Änderung: Sa., 27. Jun 2020, 10:43 von Darius »
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Asarra

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #213 am: Sa., 27. Jun 2020, 22:18 »

Einmal mehr schloss die grosse Kriegerin eine ungewöhnliche Freundschaft an einem noch ungewöhnlicheren Ort. Als das seltsame Eulenwesen sich vorsichtig näherte und schlussendlich sogar auf ihrem Bein sass, fühlte sie sich plötzlich an einen dunklen Stollen und einen Tatzelwurmwelpen erinnert. Das Tierchen stand dem inzwischen gross gewordenen Ungetüm in Seltsamkeit jedenfalls um nichts nach. Ein katzengrosser Körper mit 6 Flügeln, krallenbewehrt wie die Flughunde in Isua. Noch nie hatte die Amazone etwas ähnliches gesehen.

"Na Kleines, was bist du denn du?" fragte sie das Wesen, füllte ein wenig Wasser in den Deckel ihres Trinkschlauchs und stellte es dem Eulenwesen hin. Erst da viel ihr Blick, zuvor gefesselt von dem fremdartigen Tier, auf den Schädel. Freigelegt grinste er ihr entgegen.

Ein ungutes Gefühl in der Magengrube liess sie aufstehen. "Entschuldige Kleines, darf ich mal?" sanft bedeutete sie dem Tier, ihr Bein zu verlassen. Plötzlich stellten sich ihr alle Nackenhaare auf, die Hände wieder auf den Waffengriffen. Mit einem Schritt war sie bei dem Haufen Schrott, packte den Schädel und besah sich ihn kurz. Sie wusste nicht, was sie sich davon erhoffte. Selbst wenn der Schädel irgendwelche Verletzungen aufweisen würde, was würde ihr diese Information schon helfen? Aber nicht einmal diesen Gefallen tat er ihr. Am Schädel hing zwar auch noch der Rest des armen Kerls, doch es gab keine Hinweise auf äussere Gewalteinwirkung. Ein paar alte Brüche, ja, aber nichts, was die Zeit offenbar nicht schon geheilt hatte.

Ein Buch fiel ihr ins Auge, mehr ein Heft, Notizen, vielleicht ein Tagebuch? Asarra blätterte wahllos durch, überflog einen Eintrag. Offenbar hatte jemand hier eine längere Zeit verbracht, und die nächste Öffnung abgewartet, um zurückzukehren. Von einer Karte war auch die Rede, mit der der Autor wohl zurückkehren wollte - aber wie wollte er das, ohne sie mitnehmen zu können, was er ebenfalls explizit erwähnte?

Der Amazone schwindelte. Wieder schienen ihr ein Heer Riesenameisen den Rücken hochzukrabbeln. Sie steckte die Kladde ein und beschloss, zurück zu kehren.

"Na, weisst du was hier passiert ist? Ein seltsames Heim hast du dir auserkoren. Gefällt's dir hier? Begleitest du mich zurück?" Vielleicht wurde sie ja verrückt, jetzt sprach sie schon mit einer sechsflügeligen Katzeneule. Sie war sich nicht sicher, ob sie eine Antwort erwartete. Das liess sie endgültig an ihrem Verstand zweifeln.
« Letzte Änderung: Mo., 29. Jun 2020, 20:41 von Asarra »
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Landolin

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #214 am: Di., 30. Jun 2020, 01:12 »

Landolin hatte sich so sehr auf den abdriftenden Geist des Eisdrachen konzentriert, dass ihn Arags kippende Stimmung kalt erwischte. Während sich um die kleine Gruppe herum bereits Stein und Sand auftürmten, wandte sich der Heiler bestürzt zu ihrem Gastgeber um. Es war eine Sache, wenn ein angeblich nahezu allwissendes Wesen jemandem Baldrian-Ysop-Kirschmischungen anbot, aber ihnen vorzuwerfen, dass sie eine Schwarzdrachin eingeschmuggelt hätten…
Konnte es wirklich sein, dass Arag nicht gewusst hatte, mit welchem parasitischen Geist Darius belastet war? Dieser Gedanke hätte vermutlich die gleiche Besorgnis bei dem Hohentürmler auslösen sollen, die das Eulenwesen zeigte, doch dazu waren die möglichen Konsequenzen zu abstrakt. Stattdessen fühlte er bittere Enttäuschung in sich aufsteigen: Wenn Arag nicht einmal wusste, was für ein Problem vorlag – wie sollte man dann eine Lösung dafür finden?

Womöglich waren es ganz ähnliche Überlegungen, die den jungen Eisdrachen kraftlos zusammensinken ließen, während die Eule dicht gefolgt von Fjalladis aus der Kuppel ausbrach. Mit etwas mulmigem Gefühl beobachtete Landolin, wie sich die letzten Lücken über ihnen immer weiter schlossen. Wenigstens waren die Lichtverhältnisse ganz brauchbar und auch die geistige Verbindung schien noch nicht gänzlich abgerissen zu sein. Der Apotheker trat ein wenig zur Seite, um seinem erfahreneren Gildenbruder mehr Platz zu bieten, achtete aber darauf, den Kontakt zu den kühlen Schuppen nicht zu verlieren. “Ja, wir sind noch bei Euch“, bestätigte er dabei Christians Worte in beruhigendem Tonfall.

Kurz bevor sich die Kuppel endgültig über den Dreien schloss, grub sich ein Gedanke so rabiat und eisig in Landolins Geist, dass er sich im ersten Moment instinktiv widersetzte. Die Botschaft, die darin mitschwang, sorgte jedoch dafür, dass der Heiler seinen Widerwillen so gut er konnte unterdrückte. Im ersten Moment mochte sich die verstärkte Verbindung brennend kalt und fremd angefühlt haben, doch es war erträglich – und sie stellte einen Weg für den Heiler dar, Unterstützung zu bieten. Den eigentlichen Kampf musste der junge Drache weiterhin alleine austragen, doch er sollte wissen, dass er nach wie vor Verbündete hatte.

Leider versiegten die bewussten, verständlichen Gedanken viel zu schnell. Zurück blieb zwar eine Art Verankerung, doch daran allein konnte Landolin nicht abschätzen, wie es um den Patienten stand. Hin- und Hergerissen, ob eine Einmischung seinerseits die Sache womöglich nur schlimmer machen würde, setzte er schließlich zu einer Suggestion an, um der schwindenden Verbindung zu folgen. Tatsächlich stand ihm der Geist des Jungdrachen völlig offen.
Bleibt standhaft!, sandte er, legte so viel Vertrauen und Zuversicht in die Worte, wie er nur konnte. Als jedoch jegliches Zeichen für eine Resonanz ausblieb, erkannte er seinen Fehler: Darius‘ und Irators geteilter Geist stand ihm nicht offen, er war leer. Die oberen, für Landolin erreichbaren Ebenen des Bewusstseins zeigten keinerlei Spuren der vertrauten Persönlichkeiten. Doch halt – auch das stimmte nicht ganz.

Verunsichert ließ der Hohentürmler seinen eigenen Geist verharren, fragte sich, ob es  nicht womöglich doch Irator war, den er spürte. Im nächsten Moment zog er sich so abrupt vor der fremden, abstoßenden Präsenz zurück, dass man es eigentlich nur als Flucht bezeichnen konnte.
“Ich fürchte, die Schwarzdrachin gewinnt die Oberhand“, teilte er Christian mit, während er versuchte, seine Atmung zu beruhigen. “Und mir fällt nichts ein, das ich tun könnte, um Darius zu helfen.“ Hoffentlich würde er nicht doch noch auf das alte Versprechen zurückkommen müssen, das die absolut letzte Maßnahme darstellen sollte und die Arbeit und die Hoffnungen von Jahren zunichtemachen würde.

- 5 Mana für Suggestion
« Letzte Änderung: Di., 30. Jun 2020, 21:34 von Landolin »
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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #215 am: Di., 30. Jun 2020, 12:26 »

Die Maske hatte einen erstaunlichen Effekt. Glücklicherweise fühlte sie sich immer noch Frau ihrer Sinne, allerdings beeinflusste sie allein der visuelle Eindruck so sehr, dass sie, sogar wenn sie gewollt hätte, auf keinen Fall den grünen Gang verlassen wollte. Nur ein leichtert Zweifel nagte an ihr, hauptsächlich deshalb, weil sie sich wohl erinnerte, dass sie eigentlich wegen Darius hier war. Aber die Geschichte mit ihm würde wahrscheinlich eine gewisse Zeit dauern, und die Schleiereule hatte auch nicht überhastet gewirkt. Sie durfte sich also genügend Zeit für all diese möglichen Entdeckungen nehmen, wie sie befand.

Und zu entdecken gab es vieles. Der Gang pulsierte, die Artefakte, Reliefs und Bücher wirkten durch die Augenschlitze der Maske praktisch lebendig, und vor einem ganz bestimmten Relief blieb sie sogar mit offenem Mund stehen. Da war Feenfolk, frei und unbekümmert, glücklich. Rorokpal meinte, sie müsste nur die Hand ausstrecken, um eine von ihnen zu berühren. Durch die Maske sah das alles vollkommen real aus, wie ein Fenster in eine andere Welt. Doch sie fasste nicht in diese Welt hinein. Ihr war, als würde dies etwas stören. Vielleicht war es nur Einbildung, aber sie glaubte, Melodien zu hören. Leise, feine Töne aus dem Off, die sie noch nie gehört hatte. Sie hatte auch nicht den Eindruck, dass sie tatsächlich mit den Ohren hörte.

Darauf aufmerksam geworden, stellte sie immer mehr Verbindungen zwischen diesen Tönen und dem Sprung eines Hasen, dem Wiegen der Bäume im Wind und schließlich ihrem eigenen Herzschlag fest. Was war das? Dieses ... fantastische Lied einer Schöpfung, in der alles vollkommen im Einklang war. Die gesamte Natur fügte sich harmonisch ein und resonierte mit ihr. Die Elemente waren in eine Art Trance gefallen, in einem perfekten Gleichgewicht schienen sie nun in Rorokpal zu ruhen. Allein, das Lied hatte vier Takte, doch sie gestattete sich nur drei zu hören. Das erzeugte eine unangenehme Dissonanz in ihr selbst, weshalb sie wieder weghörte.

Dann nahm sie sich ein Buch und begann vorsichtig die Seiten umzublättern. Es schien beinahe wie ein Lehrbuch des Ordens der Weisen, nur viel, viel genauer und detaillierter. Jede Seite enthielt eine minuziöse Zeichnung des Körperaufbaus eines Hasen, aber jeweils ein anderes Detail: Da war das Fell, die nächste Seite zeigte die Haut mitsamt seiner gesamten Textur, es folgten Muskeln, Blutbahnen und Organe sowie Nerven - und schließlich sah Rorokpal sogar ein feines, unwirkliches Netz aus Linien. Es war sehr undeutlich, dennoch wusste die Adeptin des Ordens der Weisen sofort, was sie sah. Das Mana-Netzwerk des Tieres. Mit feuchten Augen betrachtete sie den Fluss der reinen Magie, wie er auf dieser Seite dargestellt war. Beinahe war ihr, als bewegte er sich sogar. Sie könnte sich jetzt in diesen Hasen verwandeln, so sehr studiert hatte sie ihn, das war ihr klar.

Doch da waren noch mehr solcher Bücher, über Füchse. Über Katzen, Giraffen und sogar ... Drachen. Neugierig blätterte sie auch dieses Buch durch und lernte etwas Wunderbares. Doch sie fand auch Werke über fantastische Wesen wie die Feen, welche sie im Relief gesehen hatte. Diese waren in ihrer Struktur, in ihrem Körperbau so seltsam, dass sie es nicht verstand. Vielleicht irgendwann einmal, aber im Moment fiel ihr etwas anderes ins Auge. Die Feen trauerten, alle zusammen, über einen großen Verlust. Mitfühlend blätterte Rorokpal weiter, gebannt von dem was auf der nächsten Seite stand. Die Bäume ... sie wären krank! Die Gärtnerin rief sich das Wunder des Traumzauberbaumes ins Bewusstsein und fragte sich, was genau an diesem krank sein könnte. Oder sollte es ihn so gar nicth geben? Was war die Krankheit?

Sie musste weitersuchen, weiterlernen! Sie vergass die Zeit, sogar, dass sie eigentlich eine andere Mission hatte ...


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Fjalladis Radran

Re:[Abenteuer] Der Traum vom Wissen
« Antwort #216 am: Di., 30. Jun 2020, 21:26 »

Bevor die Hochelfe Arag antworten konnte, ergriff Darius das Wort und lenkte das Gespräch sehr schnell in eine Richtung, die alarmierend genug war, um Fjalladis endgültig aus ihren abgeschweiften Gedanken zu reißen. Wie war es möglich, dass der Eulenkreatur, die doch über solch immenses Wissen verfügte, der tatsächliche Zustand des Eisdrachen all die Jahre und selbst jetzt aus der Nähe ein Geheimnis geblieben war? Innerhalb weniger Augenblicke formte sich eine Kuppel um sie herum, die zwar nicht unmittelbar bedrohlich wirkte, jedoch spürte die Erzmagierin sehr schnell ihre magischen Kräfte schwinden und sie wollte es nicht erst darauf ankommen lassen, welche Zauber und Fallen Arag noch gegen sie einzusetzen gedachte.

Kurzentschlossen eilte sie dem panisch entfliehenden Gastgeber hinterher. Ein Morphologiezauber erschien ihr angesichts der Kuppel zu unsicher, also verlieh sie ihrem Körper mithilfe ihres magischen Dolches die notwendige Kraft, die Lücke in der Kuppel zu durchqueren, bevor diese sich wieder aufgebaut hatte. So weit sie es bis dahin aus den Augenwinkeln hatte sehen können, schien die Kuppel die schlimmsten aller Gäste erst einmal nur festsetzen, ihnen aber nicht schaden zu sollen, daher überließ die Priesterin ihre Gefährten zunächst einmal sich selbst und machte sich daran, dem Eulenwesen durch den großen Tunnel zu folgen. Dazu überprüfte sie auch, ob die Magie außerhalb der Kuppel wieder ein sicheres Verwandeln zuließ, denn als Falke würde sie Arag zweifellos rascher eingeholt haben.

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