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   Autor  Thema: [Abenteuer] Das Ende der Welt (Gelesen 703 mal)
Merdarion Ni Hawk

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #15 am: Di., 04. Jun 2019, 16:10 »

Mit keiner Mine ließ sich Merdarion anmerken das er die Einladung Domitias durch Christian bedenklich hielt. Dies hatte zwei Gründe, zum Einen hatte er bedingt durch den Tod seines Neffen und Beerlis Skrupel jemanden unerfahrenen auf eine gefährliche Reise mitzunehmen, zum anderen und die Tatsache das eine Paladinpriesterin bedenklich nahe an Cailins herankam, die wie er wusste sicher nicht im Sinne des Sängers handelte.

Cailins Stimme riss ihn jedoch sofort aus den Gedanken. Ihre recht realistische Einschätzung der Lage und vor allem das Eingeständniss das es wahrscheinlich kein Gegenmittel geben würde bewirkte ein kurzes Zucken seiner Augenlieder und ein leises Knurren aus seiner Kehle. Die heilerischen Bemühungen Christians hatten zumindest so weit den Zustand der Bardin verbessert das sie sich selbstständig bewegen konnte. "Wir müssen zumindest damit Rechnen das er lügt. Was genau ist dieses Theriak?" Nach einer kurzen Erklärung nickte er kurz. "Wir sollten uns beeilen das Portal sollte noch offen sein." Unbewusst hielt er sich näher als sonst an Cailin, so als befürchte er sie könnte jeden Moment fallen.

Auf dem Rückweg zur Apotheke spürte er Angst und Zorn in sich wogen. Angst seine Liebe zu verlieren und einen Zorn auf die Person die ihre das angetan hatte. Und noch etwas bemerkte er, es war nicht diese unkontrollierte heiße Wut der Bestie, vielmehr sein eigener kalter Zorn und die Gewissheit das derjenige zahlen würde. Zu ihrem Glück war das Portal immer noch offen und so traten sie gemeinsam hindurch. Das gewohnte Umfeld seines Zimmers wirkte etwas beruhigend. Von draußen erscholl die Stimme Oliviers. "Das sollte er sein, geht schon einmal vor ich komme sobald ich alles habe." Entgegen seiner Aufforderung hielt seine Hand noch immer die Cailins und Blick suchte den ihren, versuchte in ihren Augen zu lesen was sie dachte. Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen hob Merdarion ihre Hand an seinen Mund und küsste diese sacht.

Wenig später ertönten die schweren Schritte des Minenbesitzers auf den Holzstufen hinab zum Hof. Aus dem Kaufmann war ein in Stahl gekleideter Kämpfer geworden. Schwert und Beiwaffe am Gürtel, den Schild über dem Rucksack auf dem Rücken, dort baumelte auch der Helm. Über dem Panzer war ein einfarbiger Überwurf um den Stahl vor direkter Hitze durch die Sonne zu schützen. Sehr genau musterte Merdarion die kleine Gruppe die sich da zusammengefunden hatte, bei den meisten wusste er was sie leisten konnte, worauf er sich verlassen konnte oder auch nicht. Sein Blick blieb nach Domitia auf dem Halbelfen ruhen und es dauerte bis er sich erinnerte wo er ihn schon einmal gesehen hatte. Olivier verkündete ein Portal öffnen zu wollen und scheiterte sogleich daran, der Bardin gelang es deutlich besser. Als der Riss in der Realität sich auftat verspürte das Falkengesicht ein ungutes Gefühl, wie von selbst schlossen sich seine Hände um die von Cailin und das Gefühl wurde schwächer. Als sich ihre Lippen wieder lösten verspürte er eine neue Kraft in sich, es würde kein Wanken und kein Zögern geben. "Dann mal los."

Die schwüle Luft war das erste was er spürte, dann folgte die Hitze, das Licht und die Erkenntnis das die Zeit wohl wieter gelaufen war. Kurz traten sein Kiefer deutlicher hervor als er die Zähne zusammenbiss. Mit Augen die alles kritisch musterten und versuchten jedes kleine Detail aufzusaugen folgte Merdarion Olivier auf dem weg zu dessen Kontaktmann. Unter anderen Umständen hätte er diese Stadt als das gesehen was sie war, eine gute Möglichkeit Geschäfte zu machen und seinen Einfluss zu vergrößern. Gerade jetzt sah er sie aber eher als Bedrohung und nicht von ungefähr lag seine Hand scheinbar entspannt auf dem Knauf seines Schwertes.

Vor einer Seilerei blieb die Gruppe stehen, Olivier trat ein, doch Cailins Aufmerksamkeit schien in eine andere Richtung zu gehen. "Wohin?" Fragte er sie knapp, denn eins stand für ihn schon fest, er würde sie begleiten.

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Domitia

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #16 am: Mi., 05. Jun 2019, 16:01 »

In erzwungener Ruhe packte Domitia die Ausrüstung, gewandete sich in Hosen, Wams und Rüstung, schnallte Schild und Schwertgurt um. Bei der Überbrückung weiter Strecken durch ein magisches Portal handelte es sich für die Paladinnovizin um ein Novum. Vertrauensvoll gab sie sich in Paladins Obhut. Mangels Unkenntnis möglicher Nebenwirkungen zeigte sich die Freiin sorglos. In Nighton begrüßte sie freudigen Ausdrucks alle Anwesenden, die sich zur Begleitung bereit machten. An Ardir erinnerte sich die Novizin vom Turnier und neigte vor ihm aufs herzlichste erfreut den Kopf.

Das Portal zu einem weit entfernten Ort im Süden indes bereitete Cailin offenbar Sorge, so reichte Domitia eine Hand ihrem Vetter, die andere einer der Damen, zur Bildung einer Personenkette. Auf tiefe Schwärze folgte dem Schritt in das magische Tor das helle Licht des Sängers. Die Lider verengt blinzelte Domitia in die strahlende Kraft der im Zenit stehenden Sonne. Die Temperaturen lagen in ungewohnt hohem Bereich. Die Augen mit der Hand beschirmt reihte sich die Novizin in vorderste Reihe ein, Olivier zu der Stadt befragend um deren Charakter zu erfassen, um zuletzt offenen Mundes, bis ins Mark erschüttert ob der beschriebenen Unredlichkeit sowie dem fehlenden Gottvertrauen vor einem Handwerksladen zu stehen zu kommen. In dem Artefakt sah Domitia somit großes Übel, das auszumerzen sie sich schwor.

Im Laden bediente ein freundlicher Junge. Die Erkundigung Oliviers indes versprach wenig Hoffnung auf Erfolg. Rorokpal versuchte sich im Kauf eines Seils näher zu erkundigen, in ungeduldiger Art, den Jungen ob der Beweggründe belügend. Dessen Antwort abwartend hob Domitia, einem Einfall folgend, die flache Hand in die Höhe, Einhalt gebietend, indes verborgen Rorokpal verschwörerisch zuzwinkernd. Die Novizin rückte den Schild zurecht, den Falken auf der Vorderseite zu zeigen, einem Ausweis entsprechend.

"Paladin zum Gruße, junger Herr",  schmeichelte sie dem Jüngling in milden Worten und wandte sich an Rorokpal. "Werte Dame, verzeiht mein Vordrängen. Darf ich mich ausweisen: Priesterin des Paladin, Streiterin des Gerechten. Im Auftrag des Obersten Judikats zur Untersuchung einer Schandtat abgestellt. Junger Herr, ich wünsche den werten Herrn Geschäftspartner des werten Herrn Jemand, so unverhofft aus dem Leben gerissen, zu sprechen. Er mag Auskunft geben über mögliche Hintergründe des schändlichen Verbrechens. Es ist unumgänglich den Aufenthaltsort Eures Arbeitgebers zu kennen. Indes, fällt Euch in selbiger Weise Wichtiges ein, das zur Aufklärung führen mag? Eure Mitarbeit wäre mir hilfreich. Möge Paladin Euch segnen."

Domitia hoffte die nötige Autorität in die lange Rede gelegt zu haben und schlug mit gütigem Lächeln das Kreuzzeichen über dem Jungen.

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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #17 am: Mi., 05. Jun 2019, 19:37 »

Wäre da nicht das Zwinkern gewesen, hätte Rorokpal dem Ansinnen der Priesterin ohne mit der Wimper zu zucken geglaubt. So fragte sie sich, ob die angebliche Anweisung eines Judikats womöglich nicht gänzlich der Wahrheit entsprach. Jedenfalls schien dieser Grund bei Weitem dringender und glaubhafter als ihr eigene Täuschung, die sie versuchte. Sie hoffte auf den Sinn nach einem guten Geschäft, die Priesterin wohl auf die Ehrbarkeit und Frömmigkeit des Jungen. Eines von beiden würde bestimmt Erfolg haben.

Um selbst nicht in Vergessenheit zu geraten, stellte sie sich neben die Priesterin und klopfte mit den Fingern auf den Tresen.
"Hrrm-Hrmm.", räusperte sie sich und starrte den Jungen eindringlich an.

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Christian

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #18 am: Do., 06. Jun 2019, 20:06 »

Zumindest hatte sein Zauber die Bardin mittlerweile soweit stabilisiert, dass sie wieder selbst laufen konnte. Außerdem erwähnte sie Theriak als mögliches Gegenmittel, immerhin war dieses als eine Art Wundermittel bekannt. Allerdings war auch dessen herstellung sehr komplex, dagegen war die Herstellung eines Wiederbelebungstrankes geradezu ein Kinderspiel.

Theriak ist so eine Art Allheilmittel, aber sehr schwer zu beschaffen oder herzustellen.

Im Haus der Heilung packte er kurzerhand die Abschrift der Rezeptur des Theriaks ein, die er hier hinterlegt hatte, auch wenn er nicht wirklich damit gerechnet hatte, sie jemals zu benötigen. Aber wenn dieser Kerl, der ihr das angetan hatte, wie von Merdarion befürchtet, kein Gegenmittel besaß, war es vielleicht besser, doch Ausschau nach den gut 64 Ingredienzien zu halten. Ein paar der üblicheren dieser, welche sie vorrätig hatten, packte er einfach mit ein, die exotischeren Zutaten mussten an einem anderen Ort gefunden werden. Nicht einmal im Garten von Lessien waren alle aufzufinden und das hieß schon etwas. Schließlich trat er, nachdem auch Domitia eingetroffen war, zuletzt durch das Portal nach Nighton.

Offensichtlich hatten sie so ziemlich alle Heiler um Hilfe gebeten, denn neben der ortsansässigen Rorokpal befanden sich auch seine Gildenschwestern Shikra und Kaira in der Gaststube. Nur Landolin fehlte, aber da er um die Schwierigkeiten zwischen ihm und Merdarion wusste, wunderte ihn das auch nicht sonderlich. Oder der Heiler war einfach nicht anzutreffen gewesen. So begnügte er sich damit, Shikra nach Waldelfenart zu umarmen und Kaira zuzunicken, bevor er auf deren Fragen einging.


Ich kenne mich mit Heilpflanzen nicht so gut aus wie Lessien, aber Mandragora zur Verzögerung der Giftwirkung sollte uns zumindest etwas Zeit erkaufen. Aber die letztendliche Heilung erfordert wirklich mindestens Theriak, da selbst der Entgiftungszauber nicht ausreichte.

Falls sich die beiden relativ neuen Mitglieder seiner Gilde schon etwas mit den Studien beschäftigt hatten, würden sie wissen, dass es ein wirklich sehr spezielles Gift sein musste, wenn nicht einmal der Entgiftungszauber auf dem höchsten Niveau es neutralisieren konnte. Doch dann trat Olivier vor und wollte eine dem Magier etwas seltsam vorkommende Portalrolle nach Tarasun anwenden, scheiterte daran jedoch. Doch bevor der Retter des Drachenauges seine Hilfe - ob jetzt in Form der Anwendung dieser Spruchrolle oder einer seiner eigenen - anbieten konnte, schnappte sich bereits seine Patientin die Portalrolle und öffnete das Portal. Zumindest war man sich darüber einig, dass man sich beim Durchschreiten festhalten sollte, so ergriff der Magier neben der Hand seiner Base die Schulter von Merdarion, da dieser mit beiden Händen seine Gefährtin festhielt.

Die Luft war recht warm, außerdem kam ihm der Ort grob bekannt vor, es schien sich wirklich um die isuanische Hafenstadt zu handeln. Die Sonne stand schon recht hoch, sie hatten also einige Zeit beim Durchgang des Portals verbracht. Tja, so war das, wenn man Dinge zweifelhafter Herkunft benutzte. So folgte er mit den anderen dem Schankwirt zu einem Seilerladen. Dort angekommen, nahm auch der Magier des Hohenturms den Quacksalber wahr, der ein angebliches Heilmittel namens Driakel anbot. Ein leises Seufzen trat über seine Lippen. Und wo wollte Cailín jetzt hin? Da sich bereits einige der Gefährten daran machten, die Seilerei zu belagern, wollte Christian seiner Patientin folgen, seinen Gildenstab auf dem Rücken, wo dieser ihn weithin als Mitglied der Hohenturmgilde kundgab.


Ich schaue mal, ob ich ein paar Zutaten für das Theriak bekomme. Bis nachher.

Der Markt von Tarasun war wirklich etwas unübersichtlich, so war es nicht einfach der Bardin zu folgen. Doch schließlich kam auch er an einem vielversprechend aussehenden Kräuterstand an, wo er gleich mal sein Rezeot hervorkramte, um nach den noch fehlenden Ingredienzien zu fragen oder zumindest zu erfahren, wer das Gewünschte hier auf dem Markt haben könnte. Da er des Isuanischen mächtig war, versuchte er es der Höflichkeit halber zuerst in der Landessprache, nur falls die Gegenüber diese nur schwer verstand, würde er auf das Dragonische wechseln.

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Ardir Wintersturm

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #19 am: Do., 06. Jun 2019, 22:24 »

Ardir folgte der Gruppe zunächst einmal mehr im Hintergrund. So ganz schlau wurde er aus diesem Unterfangen nicht, doch es schien Shikra wichtig zu sein. Und jetzt einfach zu verschwinden, nein, das brachte er dann doch nicht fertig.

Im Hof der hiesigen Taverne trafen sie dann auf besagte vergiftete Bardin. Diese Cailìn schien allerdings dafür erstaunlich munter zu sein, was die viel beleseneren Damen auch bemerkten. Man erging sich im Fachsimpeln, während ein Kerl in Rüstung  auftauchte und ihn und die blonde Freiin die er am Turnier kennengelernt hatte mehr als nur kritisch musterte. Ardir erwiederte den Blick offen und nickte unverbindlich.

Dann zog etwas anderes seinen Blick in den Bann. Ein vor magischer Energie nur so sprühendes Portal, doch es fühlte sich irgendwie... hinterhältig an. Besser konnte Ardir das seltsame Gefühl nicht beschreiben, dass ihm da den Rücken hochkroch wie eine abenteuerlustige Spinne.

Dem Rat folgend nahm er Shikra bei der Hand und streckte die andere nach einem Umstehenden aus. Sie landeten in einer fremden Stadt, am anderen Ende der bekannten Welt. Die Stadt der Abenteuer... Ardir grinste.

Bevor sich die Bardin vollends davonmachen konnte wandte er sich kurz an sie. "Verzeiht Gnädigste, ich bin bei weitem nicht so erfahren auf diesem Gebiet wie Shikra, die Lady Ion oder die Amazone Kaira. Doch kam ich nicht umhin zu denken, dass ein Weidenrindenaufguss sowohl gut gegen erhöhte Körpertemperatur wirken, als auch die angesprochene Ausscheidung anregen würde." Er zuckte mit den Schultern und lächelte dann etwas verschmitzt. "Jedenfalls ist das die Erfahrung eines einfachen Stallburschens".
« Letzte Änderung: Do., 06. Jun 2019, 22:38 von Asarra »
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Shikra

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #20 am: Fr., 07. Jun 2019, 17:19 »

Die Waldelfe staunte nicht schlecht, als ihnen Cailin im Hof der Taverne entgegengestürmt kam. Shikra streifte die Kapuze vom Kopf, musterte die Bardin kurz und atmete innerlich auf, ehe sie sie begrüßte. Anscheinend hatte ihr Gildenbruder ganze Arbeit geleistet und die Sängerin war schon auf dem Weg der Besserung.
Doch leider währte die Erleichterung nur kurz, denn mit den nächsten Worten klärte sie die Schwarzhaarige über ihren aktuellen Zustand auf und damit war klar, dass ihre gesundheitliche Lage weiterhin kritisch war, wenn es noch nicht einmal dem Gründungsmitglied der Hohentürmler gelang einen wirksamen Entgiftungszauber zu wirken. So ruhte Cailins Hoffnung weiterhin auf einem Wundermittel names Theriak.

Nach und nach erschienen weitere bekannte Gesichter, die die Bardin unterstützen wollten. Nur allzu gerne erwiderte die Heilerin Christians Begrüßung, obwohl sie, wie es ihr Gildenbruder das letzte Mal genannt hatte, nicht unter sich waren. Domitia, die einen sehr kämpferischen Eindruck mit Rüstung und Schild machte, wurde freudig begrüßt, Merdarion, dem man die Sorge um seine Geliebte gut ansehen konnte, ebenso. Es waren sicherlich keine leichten Stunden für den ehemaligen Soldaten.

Als Cailin auf ihre Studien von Giften und Gegengiften zu sprechen kam, überlegte Shikra lang, doch eine Pflanze, die hohes Fieber verursachte wollte ihr in diesem Moment nicht einfallen, aber hatte die Bardin nicht eben Mandragora erwähnt? Da flammte eine Möglichkeit in ihren Gedanken auf.
„Alraunen sind doch Nachtschattengewächse. Nachtschattengewächse können zum Beispiel auch Fieber verursachen, allerdings haben sie eine große Anzahl an weiteren negativen Wirkungen. Da dürfte das richtige Maß schwer abzuschätzen sein.“
Kairas Anregung gefiel der Waldelfe.
„Das ist eine gute Idee. Also zum Beispiel Löwenzahn oder Mariendistel, die können dem Körper bei der Entgiftung helfen.“
Mit Rorokpals Einwänden konnte die Elfe allerdings nur wenig anfangen. Scheinhunger?


Olivier bereitete den Aufbruch nach Tarasun, den Ort an dem er die Drahtzieher vermutete vor und doch war es die schwarzhaarige Druidin, die das Portal öffnete. Fasziniert betrachtete die junge Heilerin das blau-orange farbene Gebilde, ehe Ardir sie an die Hand nahm und durchführte. Ängstlich schloss Shikra die Augen, kurz bevor sie durch das magische Tor trat und öffnete diese auf der anderen Seite nur vorsichtig.
Dafür spürte sie einen angenehmen lauen Wind im Gesicht und hörte viele Stimme, die durcheinander sprachen, roch fremdartige Gerüchte. Sie waren auf dem Weg zu einem großen Marktplatz.

Während Rorokpal und Domitia mit Cailins Wirt die Seilerei betraten, suchten die übrigen das bunte Markttreiben auf. Zu Shikras Erstaunen konnte sogar Ardir einen Vorschlag für Cailins Genesungsmöglichkeiten beisteuern. Als er sich dann allerdings als einfachen Stallburschen darstellte, musste die Apothekerin grinsen und den Kopfschütteln. Da verkaufte sich gerade einer unter Wert.

Nebenan versuchte ebenfalls jemand etwas zu verkaufen. ‚Driakel‘ hieß das besagte Heilmittel gegen gelähmte Beine, doch so recht glauben wollten die Leute im Umfeld dem Verkäufer noch nicht. Shikra schaute sich die einzelnen Stände etwas genauer an. Sie war nicht auf der Suche nach etwas Bestimmten, da waren Christian und die Bardin deutlich besser vorbereitet. Der Hohentürmler hatte eine Liste mit Zutaten, die er suchen wollte und Cailin schaute sich nach einem Mandragora-Extrakt um. So nutzte die elfische Heilerin die Zeit, um die vielen exotischen Auslagen zu betrachten. Womit konnte man der Bardin wohl am besten helfen?

Einem kurzen Scheppern folgte ein langer Fluch. Die Elfe hatte mal wieder nicht geschaut, wo sie hingelaufen war und hatte es geschafft, den armen Mann, der in seinem Wägelchen in der Nähe des ‚Driakel‘ blieb, so anzustoßen, dass er das Gleichgewicht verloren hatte. Während sie sich gleich entschuldigte, sah die Hohentürmlerin aus den Augenwinkeln heraus, wie sich der Mann erstaunlich schnell wieder aufrappelte. Schnell brachte sie ein paar Meter Abstand zwischen sich und dem Wägelchen. Verletzt sah der ehemals Gelähmte glücklicherweise nicht aus, doch konnte man von dem einen oder anderen Passanten ein amüsiertes Lachen hören. Shikra schaute sich nach den anderen um. Hatte sie sie etwa aus den Augen verloren?
Nein, dort entdeckte sie Ardir und schloss schnell zu ihm auf.
„Waren die anderen erfolgreich mit ihrer Suche?“
Und noch bevor der Halbelf antworten konnte, fasste sich die Heilerin an die Stirn und rief:
„Wie konnte ich das vergessen. Ich habe ja eine Alraune in meinem Rucksack. Schnell, lass uns Cailin suchen, vielleicht kann sie sie brauchen.“
« Letzte Änderung: Fr., 07. Jun 2019, 18:17 von Shikra »
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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #21 am: Fr., 07. Jun 2019, 17:41 »

In Neu-Fliederen

„Nein, Nein, Nein – wie oft soll ich es Dir noch sagen, dass mich Dein Gedankenband – wie Du es nennst – nicht veranlasst, ohne Sinn und Verstand sofort aufzubrechen! Ich werde hier gebraucht!“ Das war etwas viel Text für den Jaguarkrieger. Amote verstand nur, dass der Herr von Muesig nicht bereit war, seinen Ausführungen zu folgen. „Medizifru Hilf brauch" hatte er immer wieder herausgequescht. Er hatte bald herausgefunden, wer diese ‚Medizifru' war: die Apothekerin Shikra. Was nicht sehr schwer gewesen war. Seit deren Abreise hatte er das Wort ‚liebn' öfter ausgesprochen als ‚Hunger‘ oder ‚ich muss mal‘.

Aufgeregt streckte Amote den Arm aus – unzweifelhaft in Richtung Süden. Martin tippte sich auf die Stirn: „Deine Angebetete, also Shikra in dort" Sein Arm deutete nach Osten.  „3 Sonnenaufgänge" Einmal mehr musste sich der stolze Krieger ob der Sturheit des Milchbrotes geschlagen geben. Mit dem deutlich hörbaren „Amote nicht verruck" trollte dieser sich.

Der Adelige indessen war erleichtert. Denn im Grunde lief alles auch ohne ihn hier ganz und gar gut. Die Zöglinge wurden von den Priesterinnen hervorragend versorgt und eine temporäre Abwesenheit würde nicht wirklich ins Gewicht fallen. Doch gerade heute – nein. Vivienne hatte ihm für heute Abend eine Überraschung angekündigt und dabei…so kann nur eine Frau lächeln, die etwas ganz Besonderes präsentieren wollte. Er konnte das Aufziehen der Dämmerung nicht mehr abwarten. Da konnte er den Liebestollen und seine Spinntastereien einfach nicht gebrauchen.

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Silvana

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #22 am: Sa., 08. Jun 2019, 10:03 »

Runde 3


Vor der Seilerei schlug Cailín den Gefährten vor sich nach den persönlichen Erledigungen an derselben Stelle wieder zu treffen. Dann zerstreute sich die Gruppe in alle Winde. Rorokpal und Domitia nahmen sich als einzige der Suche nach dem Artefakt an.

Der sommersprossige Junge lächelte geschäftsmäßig die hübsche Dame an, die mit dem ehemaligen Wirt des "Trägen Ochsen" gekommen war und sich nun nach Seilen erkundigte. Auf die Frage nach dem Herrn zuckte er wie bereits vor Olivier die Achseln, pries das eine oder andere Seil, erklärte je nach Dicke und Reißfestigkeit wofür es geeignet war bei einer so gefährlichen Beschäftigung wie einer Ausgrabung auf sumpfigen Untergrund, und schob dann wie zufällig die offene Hand mit nach oben gerichteter Handfläche über den Tresen - was jeder halbwegs vernunftbegabte Tarasunier in selbiger Weise interpretiert hätte.

Da aber - der Junge hätte geschworen, die bewaffnete Dame im Hintergrund gehöre zu den beiden Personen, mit denen sie eingetreten war - wurden sie rüde unterbrochen. Der Angestellte sah seine Felle davon schwimmen als plötzlich von Ableben und Untersuchung die Rede war. Hastig zog der Junge die Hand zurück als hätte er sich verbrannt. Verdammt und zugenäht! Eine Schnüfflerin!, stand einen unbedachten Moment lang deutlich in seine entgleisten Gesichtszüge geschrieben. Als wolle er sich das Bild auf dem Dreiecksschild genauer ansehen, schob er sich bedächtig seitwärts bis vor eine halb offen stehende Tür links vom Tresen - durch denen Spalt im dahinter liegenden Raum sich den Papierstapeln und dem Schreibtisch nach zu urteilen ein Büro befand - murmelte ein "Hübscher Geier" über das goldene Vogelbild auf dem Schild, und zog dabei hinter dem Rücken so unauffällig wie möglich die Tür zu und drehte den Schlüssel herum. Dabei nickte er häufig und deutlich zu der Rede der Priesterin, grinste sein unschuldigstes Jungenlächeln und meinte dann schulterzuckend:

"Weiß nichts über Jemand. Bin hier nur angestellt. Der Herr ist auswärts.  Macht manchmal im Ochsen Halt. Vielleicht holt Ihr ihn noch auf der Straße ein. Kann Euch nicht weiterhelfen."

Dieser Paladin konnte ihm kreuzweise den Buckel runter rutschen. In Tarasun betete ein jeder zu seinen eigenen Göttern. Den Gewichtigsten davon kannte ein jeder unter dem wohlbekannten Namen Mammon. Schon wandte sich der Lehrling wieder zu der Ausgräberin herum, die ungeduldig auf den Tresen klopfte. "Für welches Seil habt Ihr Euch entschieden?"

Olivier reagierte geistesgewärtig, trat auf Domitia zu und sagte eindringlich: "Aber ich könnte Euch helfen, Verehrteste. Wollen wir?" Er deutete auf den Ausgang zur Straße.

~~~ °° Auf dem Markt °° ~~~


Die Stärkung durch Christians Entgiftungsversuch hielt erwartungsgemäß nur eine gewisse Zeitspanne. Die grauenhafte Mittagshitze in Isuas Süden brachte Cailíns kranken Körpers ins Schwitzen. Auf wackeligen Beinen, auf Merdarion gestützt, steuerte die Schwarzhaarige eine Marktbude an, an deren Stangen unzählige Kräuterbüschel befestigt waren. Die Bardin überließ es den kräftigen Armen ihres Geliebten und von Kaira sie durch das Gedränge zu schleusen. Aus fiebrig glänzenden Augen starrte Cailín die Kräuterfrau an, suchte krampfhaft nach isuanischen Worten und fragte schließlich stockend nach Weidenrinde, Mariendistel und Mandragoraextrakt. Kairas Ansatz, die Organe vor der zerstörerischen Wirkung zu bewahren, gab Cailín Hoffnung diese unleidige Geschichte nicht als lebendes Wrack abzuschließen.

Die Frau hinter dem Verkaufsstand war in mittlerem Alter, die Haut von der Sonne gegerbt. Stumm betrachtete sie die Kundin, ehe sie auf Isuanisch fragte: "Sumpffieber?" 

Cailín schüttelte den Kopf. "Gift."

Die zahlreichen Augenfältchen der Kräuterfrau vertieften sich, als sie die Lider zusammen kniff. Sie lehnte sich vor, deutete mit einer Geste an Cailín möge sich nähern, griff nach dem Gesicht der Kundin, prüfte die Schleimhäute der Innenseite der Augenlider und der Lippen. "Punktelle Blutungen. Tippe auf den Hellen Riesenskorpion." Als sie merkte, dass die Begleiter der Kundin ihre Sprache nicht beherrschten, wiederholte sie das Gesagte in akzentbehafteter Allgemeinsprache. Den Kopf schüttelnd fügte sie an: "Stich oder Einnahme? Ihr solltet längst..." Sie verstummte.

Cailín lächelte schief. "Einbringung. In die Blutbahn. Ich vermute, das Gift wurde verdünnt verabreicht."

Schweigen. Die Menge im Hintergrund lärmte. Von der anderen Seite drang amüsiertes Lachen zu ihnen. Sie konnten von ihrem Standort aus nicht sehen, wie der Gelähmte von einer tolpatschigen Elfe von seinem Wägelchen gestürzt wurde. Wie der Kranke sich auf die Beine rappelte, sich sein Gesicht verfinsterte, während die Miene des Herrn mit dem Monokel versteinerte. Beinahe wäre ihm das Fläschchen mit dem Driakel aus der Hand gerutscht. Wie dem so plötzlich Geheilten nach dem langen Sitzen das Blut in die Beine schoss, es schmerzhaft kribbelte, er unruhig zappelte, einer Eingebung folgend die Arme hoch warf und rief: "Ein Wunder!"

Aus der umstehenden Menge entgegnete jemand: "Aber er hat das Driakel noch gar nicht eingenommen!"

"Da seht Ihr es!", rief geistesgegenwärtig der Mann mit dem Monokel. "Driakel wirkt bereits sobald man willens ist es zu nehmen. Hier, schnell guter Mann, trinkt es, Ihr seid noch recht schwach auf den Beinen."

"Ein Wunder?", murmelte eine Frauenstimme. "Hilft das auch meinen faulen Alten aus dem Bett zu kriegen? Das wäre mal ein Wunder. "

Die Flasche hochhaltend stieg der Verkäufer darauf ein. "Aber ja, gute Frau. Ich sehe schon, der Wunder werden heute noch viel mehr. Driakel, gute Leute, seht her!" Sein Arm wies auf den Geheilten neben dem Wägelchen, der ausgelassen auf der Stelle tanzte. "Ein Wunder!"

"Ja, ein Wunder!", rissen nun auch weitere die Arme hoch. "Ein Wunder! Ein Wunder!"

So schallte es bis zum Stand der Kräuterfrau. Cailíns Wangenmuskel zuckte. "In welcher Dosis, was schätzt Ihr, gute Frau?"

Die zuckte mit den Achseln. "Ihr lebt noch..."  "Dunkle Magie." "Ah."  Wieder Schweigen. "Ich kenne die Handschrift. Ihr habt Euch mit der falschen Person angelegt, meine Liebe." Nachdenken. "Ich schätze 15 Einheiten."

"Welche Ingredienzien könnten eine erhöhte Körpertemperatur bewirken?", hakte Cailín nach. Die Frau sprudelte ohne Nachdenken heraus: "Ingwer, roter Pfeffer, Seidelbast, Beinwell, Nelke."

Cailín war überzeugt, sie brauchten eine Giftpflanze. Vor ihren Augen drehten sich bunte Kreise. Sie fühlte wie ihr der Mund trocken wurde. Hustend bat die Bardin Merdarion um Wasser. Ihr abwesender Blick wanderte fragend zu Kaira.

Ein paar Stände weiter, einem Sammelsurium von Gläsern und Schüsselchen, Bechern und Säckchen, fanden sich die seltsamsten tierischen Ingredienzien von getrockneten Echsenfüßen bis Krötenschleim, Insektenflügeln bis hin zu...

"Das Gift eines Pfeilfrosches", las der Verkäufer auf Isuanisch von der Liste, die der gerüstete Wanderer  ihm unter die Nase hielt. "Gift einer Riesenameise."  Er nickte. "Hab ich beides vorrätig. Macht die Unze..."  Er nannte einen halbwegs vernünftigen Preis, wenn auch erkennbar überteuert. "Hm..."  Er kratzte sich am Kinn neben dem Spitzbart. "Krokodilfleisch bekommt Ihr beim Metzger. Fellbüschel eines Moschusochsen. Macht das halbe Dutzend..." Wieder eine überhöhte Summe. Der Mann wusste genau, dass er der einzige auf dem Markt war, der solche Waren anbot. "Schuppe einer Krustenechse. Könnte ich besorgen. Vielleicht. Wird so an die zwei, drei Wochen dauern."  Der genannte Preis war astronomisch. Der Verkäufer zuckte mit den Achseln. "Ist nicht ganz leicht da ranzukommen."

Nicht weit schoben sich Ardir und Shikra durch die wogende lärmende Menge. Ringsum wurde gefeilscht, gedroht, geschimpft, gejammert und die Arme hochgeworfen, ehe man sich einigte. Es mochte sein, dass Ardir ein sanftes Streichen hinter sich fühlte. Mochte sein, dass Shirka einen Blick in hastig abgewandte Augen erhaschte. Mochte sein, dass ihr die Bewegung, die geduckte Schnelligkeit, mit der das dunkelhaarige Mädchen hinter einer Reihe von Frauen, in engen Kleidern und Tontöpfe auf dem Kopf balancierend, eintauchte... mochte sein, dass ihr dies auffällig erschien.

Unweit davon passierte gerade ein Mann in einem grünen Wams, ein hübscher Barett mit Feder auf dem Kopf, auf einem grauen Esel reitend das Osttor.


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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #23 am: Sa., 08. Jun 2019, 23:29 »

"Für welches Seil habt Ihr Euch entschieden?" fragte der Junge spitzbübisch, sobald Domitia von Olivier hinausbegleitet wurde. Wider Erwarten hatte der Auftritt der Priesterin wenig Erfolg gehabt, wenn nicht sogar den Sommersprössigen verschreckt. Frömmigkeit war also keine seiner Tugenden. Da der junge Verkäufer scheinbar keine Verbindung zwischen Rorokpal und der Priesterin sah (oder deutlich aufmerksamer und gewitzter war, als es den Anschein hatte), war noch nicht alles verloren. Rorokpal überlegte eifrig, wie sie mit dieser Entwicklung umgehen sollte.
"Ich, äh ...Schnüffeln  hier öfter irgendwelche Priesterinnen herum?" fragte sie geradeheraus, obwohl Domitia das wohl immer noch hören konnte. Dann viel die Ladentür zu und sie waren allein. Der junge Verkäufer warf ihr einen amüsierten Blick zu.
"Eigentlich nicht. Ihr scheint Euch einen interessanten Zeitpunkt für Eure ... Ausgrabung ausgesucht zu haben."
"Ja richtig, die Ausgrabung. Ich brauche Seile für ..."
"Das Artefakt im Sumpf."
"Und da es so groß ist und man sich ordentlich Absichern muss bei sumpfigem Untergrund ..."
Rorokpal verstummte, als sie bemerkte, wie wenig der Junge ihr die Geschichte abkaufte. Sie machte sich gerade zu Affen, und das, wo er gut fünf Jahre jünger als sie war.
"Also gut Bürschchen, lassen wir das mit dem Sumpf. Ich will Infos über Artefakte. Selbst wenn sie im Sumpf wären..."
"Da kann ich leider überhaupt nicht helfen. Seht, dies ist doch nur eine kleine Seilerei und ich bin nur ein Lehrbursche."

Dabei streckte er die Hand abermals aus und lächelte Rorokpal abwartend an. Es war eindeutig, was er wollte.
"Ich verstehe. Hier." raunte sie und kramte aus ihrer Tasche ein paar Goldmünzen hervor. Zehn, um genau zu sein. Schneller als sie gucken konnte, verschwand das Geld, dann lag die leere Hand wieder auf dem Tresen.
"Wie gesagt, hier gibt es nichts außer Seile. Definitiv keine Informationen über wertvolle Artefakte."
Rorokpal legte Zähneknirschend vierzig weitere Goldmünzen in seine raffgierige Hand. Auch diese Summe verschwand in nur einem Moment. Die Hand lag wieder da und der Junge zog rotzfrech die Nase hoch.
"Immerhin ist das hier eine ehrbare und gesittete Stadt, wo alles seinen rechten Platz hat. Vor allem Qualität, die ist nahezu unbezahlbar."
"Ehrbare Stadt, dass ich nicht lache. So, Freundchen, nimm alles was ich gerade dabei habe und beantworte mir endlich womit und mit wem dein Herr Geschäfte macht."

Nachdem insgesamt 100 GM über den Ladentisch gegangen waren, war der Junge plötzlich wie ausgewechselt. Er winkte Rorokpal näher zu sich und senkte die Stimme.
"Ich weiß ehrlich nicht, was der Herr für ... andere Geschäfte betreibt. Allerdings ... war dieser Jemand in den letzten Wochen öfters hier und die beiden haben im Büro etwas äußerst Wichtiges besprochen. Das weiß ich, weil der Herr immer nervöser geworden ist. Das war wohl größer als erwartet. Ob es sich um ein Artefakt handelte, oder was für eines, weiß ich nicht. Von einem Schließfach in einem Kontor haben sie gesprochen."

Rorokpal zog eine Augenbraue hoch.
"Ein Schließfach? Und wo ..."
"Nein, mehr kann ich Euch nicht sagen. Näheres müsstet Ihr den Herrn selbst fragen."
"Und der ist wo?" 
Der Junge räusperte sich und schien zu überlegen, ob er diese Information auch auspacken sollte. Er entschied sich.
"Der ist gerade zu einem Treffen außerhalb des Osttors unterwegs. Ach verdammt, worauf hat er sich eingelassen? Was, wenn ihm dasselbe wiederfährt wie diesem Jemand? Wenn der Laden geschlossen wird? Wo soll ich dann arbeiten?"
"Worauf auch immer er sich eingelassen hat, auch ich habe schon bald meine eigenen Finger in diesem Spiel. Wenn Ihr noch etwas wisst, das mir helfen mag, so hilft dies auch Eurem Herren - und damit Euch selbst. "

Zwar ohne Seil, aber mit einigen neuen Informationen verließ Rorokpal den Laden. Suchte Olivier und Domitia sowie die anderen. Zu Domitia sagte sie:
"Heute gab es Informationen gegen Gold, morgen klappt es vielleicht mit Eurer List."
Wobei ihr immer noch nicht eindeutig klar war, ob Domitia tatsächlich eine List angewandt hatte, oder ob es so einen Judikar wirklich gab, der überregionale Befugnisse hatte. Da sie selbst wenig mit Kirche und dem Glauben am Hut hatte, wusste sie es schlichtweg nicht.


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Domitia

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #24 am: So., 09. Jun 2019, 13:43 »

Paladin strafte den Schwindel seiner Streiterin umgehend. Misstrauen und Ablehnung waren die Antwort auf Domitias Schauspiel. Sie schämte sich solcherart List überhaupt in Betracht gezogen zu haben. Ihre Wangen färbten sich rot, von Scham erhitzt einerseits, vom Entsetzen über die Verderbtheit, die bereits diesen armen Halbwüchsigen erfasst hatte, andererseits. Widerspruchslos folgte die Freiin Olivier ins Freie.

"Ist Euch der werte Herr Seiler persönlich bekannt, werter Olivier? Ich halte es für undurchführbar eine äußerlich unbekannte Person ausfindig zu machen."

Ihr Begleiter berichtete, mit dem Herrn ein Mal geschäftlich zu tun gehabt zu haben, vermochte den Namen zu nennen - Mortimer Michaelides, genannt die Ratte, woraufhin die Novizin kopfschüttelnd und resignierend die Luft ausstieß, und beschrieb den Mann als klein wie ein Zwerg und rund wie ein Fass. Den Blick zum übervölkerten Marktplatz richtend bezweifelte Domitia, dieser Beschreibung entsprechend den Herrn ohne nähere Kenntnis seines Reiseziels einzuholen.

Da Rorokpals Handeln zu besseren Erfolg geführt hat, wagte die Freiin die ihres Erachtens wichtigste Frage: "Habt Ihr herausgefunden wohin Herr Michaelides unterwegs ist? Olivier, wann habt Ihr den Herrn zuletzt gesehen? Hat er inzwischen abgenommen, trägt er Bart oder keinen Bart, langes oder kurzes Haar, womöglich Glatze? Ist sein Alter bekannt? Nicht unwichtig die Haarfarbe, die Frisur, Kleidung, ob zu Fuß oder mit Pferd, Kutsche gar? Wie sollen wir ihn finden? Rorokpal, habt Ihr  dies erfragt?"

Über die Unwürdigkeit Antworten zu erkaufen schwieg die Priesterin. Sie fürchtete noch mit schlimmerer Verderbtheit konfrontiert zu werden, sollte diese Stadt der Beschreibung Oliviers nur zur Hälfte entsprechen. Hier tat priesterliches Wirken Not.

"Gibt es in Tarasun eine Kirche?", drängte es sie in Erfahrung zu bringen.

« Letzte Änderung: Mi., 12. Jun 2019, 17:25 von Domitia »
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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #25 am: So., 09. Jun 2019, 18:03 »

Was für eine Überraschung! Mit einem seligen Lächeln sass der ehemalige Pferdezüchter in Erinnerung versunken. Gestern, kurz nach Eintritt der Dunkelheit hatte sich Vivienne…. „Müsse, jetz.“ Die Brachialsprache Amotes wischte Vivienne gnadenlos vor seinen Augen fort. Vor ihm stand ein zum Abmarsch und zu allem Entschlossenen bereiter Jaguarkrieger.

Irgendwann war jedweder Widerstand zwecklos. Mit einem tiefen und langen Seufzer erhob sich Herr von Muesig um danach nachzusetzen: „Nicht allein gehen.“ Er konnte ihn unmöglich alleine fortgehen lassen und sei es nur um zu sehen wie unrecht er hatte, aber das behielt er bei sich. „Hier waren, muss“ er deutete ein Schnurknoten an, was wohl Zusammenpacken bedeutete und auch so verstanden würde. Amotes Miene entspannte sich sofort ein wenig und er nickte.

Keinen halben Tageslauf später – natürlich hatte er sich von Vivienne noch verabschiedet, seine Helferinnen angewiesen und seine Kleinen nochmals geherzt – war auch er reisetauglich. Inzwischen hätten sich 5 andere Jaguaris zu Amote gesellt. Auf Martins fragenden Blick erklärte Amote: „Kenne Weg, Schikra wier alei.“ Was wohl bedeutete, die Begleiter würden sie kurz vor dem Ziel – das für ihn aber nach wie vor nur eine Illusion war – verlassen und zurückkehren. Er zückte nur mit den Schultern, was Amote als Einverständnis deutete.

Zu Pferd war in diesem Dschungel nicht voranzukommen. Doch mit er ihm schon bekannten Technik, sich mit Fassen, Schwingen und Loslassen vo Schlingpflanzen, die von den Bäumen hingen, kamen sie erstaunlich – wahrscheinlich nur für ihn verwunderlich – schnell und gut voran. Die jungen Jaguarkrieger schwätzen ohne Unterlass. Nur Amote war wortlos in Gedanken versunken. Und Herr von Muesig natürlich, der von dem Wortschwall nichts verstand. Mehr als einmal beobachtet er Amote. Der tat so, als bemerkte er das gar nicht. Und dem Adeligen blieb nicht verborgen, dass Amote ganz genau wusste, was er tat.

Als es dämmerte, schlugen sie ein Lager auf. Schon bald darauf dämpfte ein Kessel über einem entfachten Feuer. Als gerade die Essensverteilug stattfinden sollte, begann es in einiger Entfernung im Unterholz zu knacken und rumoren. Das musste ein grosses Tier sein. Jeder griff zu seinen griffbereiten Waffen. Das Unheil – und es sollte sich wirklich um eines handeln – näherte sich rasch. Die Blasrohre angesetzt, Bögen gespannt, der Adelige mit dem gezückten Degen, entschlossen sich der Bestie entgegenzuwerfen. Da teilte sich das Gebüsch und vor ihnen richtete sich ein Felstroll auf. Nein, nicht irgendeiner, sondern Thorkk. Er strahlte und grinste wie ein Hutschpferd: Thorkk gewinnt Schnitzenjagen. Nix Spuren sucht  - nur ohren.“ Er legte die riesige Pratze hinter sein Ohr. „Laut als wie Wäsch Wasch Weiber“ er machte den Kessel aus „Ah das  Schatz" sofort rannte er noch immer an den wie Wachsfiguren stehenden Männern vorbei, schnappte sich den Kessel und trank ihn aus. „AAAAAH, so Spiel Hunger macht. Nicht stehen, nextes Spiel.“ Er warf den leeren Kessel achtlos beiseite.

Den hatte er gerade noch gebraucht. Eine Vielzahl von Problemen sah er auf sich zukommen. Dass er das Abendessen soeben vernichtet hatte, war eher lässlich. Volkes Küche verträgt sich nicht mit aristokratischer Kulinarik. Aber, sonst, er musste zurück! Schnell,gleich, sofort!

Man kann es kurz machen, der Felstroll weigerte sich einfach dem Befehl „Schleich di (=Hau ab)“ Folge zu leisten. Nachts passierte nichts mehr. Amote wollte oder konnte nicht schlafen und hatte die komplette Nachtwache übernommen.

Als es am nächsten Morgen weiterging, folgte ihnen Thorkk in 20 Meter Abstand. Man konnte ihn singen hören „Auf Lauer an Mauer liegt Thorkk, schau nur Thorkk, wie Thorkk tanz kann…“ Stundenlang…. Nicht nur Herr von Muesig war schon zur Hälfte mehr als genervt. Man entschloss sich schliesslich zu einem Friedensangebot. Er dürfte mit, wer er nur mit diesem Gejohle aufhöre. So viel zur konsequenten Felsentroll-Erziehung.

Anderntags sahen sie es – Wasser, sehr viel Wasser. Doch das viele Wasser hatte eine Grenze auf einer Seite – ein Strand mit Booten. Und es gab Dächer und unter den Dächern, zwischen den Häusern in den Gassen bewegten sich Menschen.

„Hier sein" war die knappe Bemerkung von Amote. Herr von Muesig wunderte sich über gar nichts mehr und kommentiert das nicht. Er verstand auch so, dass sich Shikra hier aufhalten soll. Obwohl er so eine Blödheit selten erlebt hatte, war seine Devise: jeder macht sich eben so gut es geht zum Affen. Amote tuschelten etwas mit seinen Begleitern, worauf diese sich anschicken zurückzukehren. „Und der da?“ warf der Adelige eilig ein. Wie ein Pfeil von der Sehne antwortete Amote: „Nicht sein Kraut uns, Dein Kraut" damit war diese Diskussion auch schon wieder beendet. Und da standen sie jetzt wie die Ölgötzen - Amote, Thorkk, Herr von Muesig.

Auch wenn kein befestigtes, bewachtes Tor zu sehen war, bedeutete das nicht, dass es das nicht gab und Fremde vor dem Tor, waren immer so eine Sache. Einheimische und Fremde nicht immer friktionsfrei. Aufknüpfen dann fragen, war die sicherere Methode, derer sich gerne bedient wurde.

„Zu Wasse" schlug Amote vor. Noch bevor Herr von Muesig reagieren könnte, erklärte Amote: „Schaue Wasse, seh Wasserberg zu". Herr von Muesig Strich sich ratlos übe sein blaues Haar. Nach einer unerträglich langen Pause stimmte er zu. Er hatte gedankenschnell einen Plan entwickelt. Nur Thorkk protestierte: „Wasserberg macht Fels zu Sand" Die beiden anderen beachteten ihn nicht weiter und begann mit dem Abstieg, worauf der Felstroll es vorzog, zu folgen.

Unten angekommen – es war tatsächlich ein Sandstrand – holte er ein paar lose Holzplanken und ein unbrauchbares halb im Wasser liegendes Netz zu sich, ehe sie sich erschöpft an einem lecken, alten, ausgedienten Boot niederließen. „Wir flüchtig…von..vor Kapaun. Ganz bös Onkel. Ganz viel Wind, Wasserberge, Bootbruch. Wollen Schutz, Friede.“ Ob das die beiden verstanden? Er musste das Risiko eingehen. Reden würde sowieso er, wenn er auch gar nicht wusste, welche  Sprache hier gesprochen wurde. Und dazu der Schiffbruch. Man konnte ihnen gewisse Reisestrapazen nicht absprechen. Aber Seenot? Das kümmerte Herrn von Muesig nicht weiter. Vielleicht musste eine Illusion her….abwarten und Wasserberge zusehen, so unrichtig lag Amote damit gar nicht. Vom gleichmässigen Rauschen des Wassers und dem vor und zurück der Wellen döste der erste Bürger Neu-Fliederens ein. Amote ruhte mit offenen, aber wachen Augen, Thorrk liess mit Lachen Steine auf dem Wasser tanzen.


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Christian

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #26 am: Mi., 12. Jun 2019, 21:06 »

Da Merdarion mit Cailín und Kaira am Kräuterstand bereits nach Reagenzien Ausschau hielten, versuchte er erst am Stand mit den tierischen Bestandteilen sein Glück. Und bis auf Krokodilfleisch und die Bestandteile aus der Schildkrötenwüste hatte er auch alles da. Nur der Preis war dann doch recht hoch. Von den Nebenständen bekam er mit, wie die Leute teilweise mit den hanebüchensten Begründungen den Preis herunterhandeln wollten.

Jetzt bin ich extra den weiten Weg hierher gekommen in die große Stadt und bekomme hier solche Wucherpreise vorgesetzt? Und dann ist noch nicht mal alles da. Außerdem, was wird dann aus dem Pony für meine kleine Tochter? Wollt Ihr wirklich der Grund dafür sein, dass ein kleines Mädchen weint?

Er versuchte, möglichst viel Verärgerung in seine Stimmlage zu packen, ohne dabei laut loszulachen. Denn für gewöhnlich hätte er dem Herrn eine solche Summe an Münzen einfach ohne großes Trara  vor die Nase geknallt, aber da das Handeln hier ja zum guten Ton zu gehören schien, wollte er auch nicht ganz unhöflich sein. Tatsächlich ging der Händler noch deutlich vom zuerst genannten Preis herunter.

Ahja, das hört sich schon viel besser an. Dann klappt das auch mit dem Pony. Aber wo ich hier das Klapperschlangen- und Skorpiongift herbekommen kann, wisst Ihr auch nicht?

Ob er es in der kurzen Zeit noch bis Tasel schaffen würde, um auch die beiden fehlenden tierischen Gifte noch zu bekommen? Wobei, mit einer Portalrolle auf jeden Fall. Aber vielleicht fand er die Sachen doch noch hier, bevor oder nachdem er dem Metzger einen Besuch abstattete...

Kaum hatte der Magier seine Beute verstaut, trat Merdarion zu ihm und äußerte, dass Cailín und Kaira wohl etwas herausgefunden hatten. So entschied er sich dann doch dazu, erst noch bei den Damen vorbeizuschauen.
« Letzte Änderung: Do., 13. Jun 2019, 19:32 von Christian »
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Merdarion Ni Hawk

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #27 am: Do., 13. Jun 2019, 17:48 »

Mit wachsender ungeduld verfolgte Merdarion das Gespräch zwischen der Kräuterhändlerin und Cailin. Und selbst als die Frau in die Allgemeinsprache wechselte gelang es ihm nur schwerlich zu folgen, kurz gesagt er konnte hier nicht wirklich helfen. Als seine Liebste ihn dann bat etwas zu trinken zu besorgen nickte er, froh doch etwas beitragen zu können. "Ich bin gleich zurück." Einen Wasserschlauch hatte er ja dabei und ein Brunnen sollte auf einem Marktplatz ja eigentlich schnell zu finden sein.

Kaum das er und Kaira losgegangen waren heften sich zwei kleine Bettelkinder an ihre Fersen, zupften an den Kleidern und verlangten offensichtlich nach Almosen. Merdarion lächelte milde, legte jedoch sogleich seine Hand auf die Geldkatze. Dann nahm er einige Münzen heraus und warf sie den Kindern hin. Nicht etwa weil er sie zu gering schätzte, vielmehr war ihm die Gefahr das eines der Kinder sie ablenken wollte damit das andere sich in der Zeit etwas deutlich teurerers klauen konnte zu hoch. So aber mussten die Kinder von ihnen ablassen um an die Münzen zu kommen oder Gefahr laufen mit leeren Händen dazustehen.

Wenige Schritte weiter entdeckte er Christian der in unerwartet lautem Tonfall mit einem Händler diskutierte. Als Merdarion herantrat schienen die beiden sich jedoch bereits geeinigt zu haben. "Machst du Fortschritte?" Fragte er den Hohentürmler. "Ich glaube Cailin und Kaira haben etwas über das Gift herausgefunden..." die Aussage implizierte das er selbst keine Ahnung hatte. Daher wand er sich dann endlich dem Brunnen zu und kehrte schlussendlich zu Cailin zurück. "Hier, trink." Währendessen ließ er seinen Blick wieder über die Menge bis er schließlich brummte. "Wir sollten die anderen wieder aufsuchen, ich hoffe sie haben etwas herausgefunden."


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Shikra

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #28 am: Fr., 14. Jun 2019, 07:16 »

Nachdem sich die Apothekerin hinter die erste Reihe an Schaulustigen in Sicherheit gebracht hatte und während sie sich nach den anderen umsah, hörte sie zu, wie der Wundermittel-Verkäufer die unglückliche Situation wirklich geschickt rettete und wahrscheinlich an diesem Tag einige seiner Mogelpackungen verkaufen würde. Ein Grinsen zeigte sich in den Gesichtszügen der Elfe bei so viel Geschäftssinn.

Ardir hatte sie zwar gefunden, doch die anderen hatten sich über den Markt so verteilt, dass Shikra sie auf Anhieb nicht ausmachen konnte. Ob die anderen in der Seilerei an Informationen gekommen waren, fragte sich die Apothekerin als sie ihren Blick über den Markt in Richtung des Geschäfts wandern ließ. Eigentlich war sie recht überzeugt, dass Rorokpal – auf ihre Art und Weise – dabei recht erfolgreich sein könnte.
Sie hielt weiterhin Ausschau nach der schwarzhaarigen Druidin, um ihr vom Inhalt ihres Rucksacks zu berichten, doch weder Cailin, noch Merdarion oder Kaira schoben sich in ihr Blickfeld. Ihren Gildenbruder sah sie kurz an einem der Stände und er schien fleißig einzukaufen, dabei wollte ihn die Waldelfe im Moment auch nicht stören.
Immer wieder hatte sie sich nach dem jungen Pferdezüchter umgesehen, um ihn nicht auch noch aus den Augen zu verlieren.

Immer weiter tauchte die Apothekerin aus Drachenauge in die fremdartige Welt des exotischen Marktes ein.  Es gab so viele interessante Dinge zu sehen und zu hören und mehr als einmal musste sich die Hohentürmlerin ermahnen, dass sie ja eigentlich die schwarzhaarige Druidin suchte und sich nicht von den Marktständen, Verkäuferinnen oder Auslagen ablenken lassen sollte.

Die junge Heilerin hatte das unbestimmte Gefühl, dass jemand unmittelbar hinter ihr stand, doch als sie sich umdrehte, war dort niemand. Ein paar Schritte weiter sah sie ein dunkelhaariges Mädchen auffällig unauffällig zwischen ein paar anderen Frauen verschwinden. Sie schüttelte noch den Kopf. Was hatte sie sich denn da eingebildet, doch schon im nächsten Moment merkte sie, dass ihr Beutel, den sie mit ein paar Münzen am Gürtel trug, nicht mehr an seinem Platz war.
„Das darf doch nicht wahr sein, wie kann man so frech sein?“
Sie schaute zu Ardir. Hatte er etwas davon bemerkt?
„Die Kleine hat meinen Geldbeutel.“
Ohne groß darüber nachzudenken, dass es wenig sinnvoll war in der großen Menschenmenge das diebische Mädchen zu verfolgen, wollte Shikra die Kleine verfolgen. Kurz blickte sie nochmal zu dem rothaarigen Halbelfen, dann richtete sie ihre Schritte auf die Stellen, wo das Mädchen verschwunden war.


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Kaira

Re:[Abenteuer] Das Ende der Welt
« Antwort #29 am: Fr., 14. Jun 2019, 19:48 »

Um sie herum war das Gebrabbel, Gefeilsche und Gejammere unzähliger verschiedener Sprachen wahrzunehmen, das sich zu einem monotonen Singsang vermischte und sie einzuhüllen versuchte. Hier und dort rempelten Menschen sie mit ihren Einkäufen an, versuchte ein Huhn zu fliehen oder schob ein Händler, seine Waren anpreisend, einen Wagen vor sich her. Während Merdarion Cailin stützte, versuchte Kaira vorneweg die Menge etwas zur Seite zu schieben. Sie beobachtete kurz darauf die Konversation zwischen ihr und der Kräuterfrau, keines einzigen isuanischen Wortes mächtig. Zu ihrem Glück wechselte diese alsbald in die Allgemeinsprache.

„Ein Skorpiongift also… Für ein solches Antidot verwenden wir gewöhnlich unter anderem Weinraute, man sagt es hilft bei Schlangen- und Skorpionbissen. Mit welchem Verlauf haben wir bei diesem Gift des weißen Skorpions zu rechnen?“ Sie schwieg und dachte nach. Wenn es möglich war, sollte sie davon etwas besorgen. Etwas zupfte an dem Ende ihrer Lederrüstung. Ein kleines großäuiges Mädchen mit dunkelbraunem feinem Haar und zerrissener Kleidung hielt sich daran fest. Die Amazone, mit wichtigeren Dingen beschäftigt entließ ein „Tsch tsch…“ gemeinsam mit einer wedelnden Handbewegung und drehte sich alsbald wieder zurück zur Gruppe. „Welche Symptome hast du selbst festgestellt? Sicher erkennst du sie leicht aus den Beschreibungen deiner Bücher?“

Kaira hörte sich ihre Beschreibungen an und schloss sie mit einem „Gut“,  ab. „Dann schlage ich folgende Vorgehensweise vor: Je 5 Bund Mandragoraextrakt, Weidenrinde, Mariendistel und Goldrute, um die Entgiftung, Blutreinigung und Symptomlinderung anzuregen. Dazu…“ sie zog das u lange und ließ sich erneut von dem Kind ablenken, das hinter ihr stand. Entnervt drehte sie sich um und begrüßte es mit einem Schnaufen begleitet von einem unmissverständlichen „Was?!“. Sie griff instinktiv nach ihrem derzeit nicht gerade üppigen Gold, doch es war noch da. Das Mädchen erkannte, dass es bei dieser hochgewachsenen Frau, die gerade recht ungeduldig mit ihrem Speer auf den Boden stampfte und den Staub der Straße aufwirbelte, kein Geld zu holen gab. Große Augen blickten hinauf, verengte Augen hinab.

In ihrem Gedächtnis nach ihren Kenntnissen über Giftpflanzen kramend schlug sie dann wieder an die anderen gewendet vor: „Dazu vielleicht Tollkirsche, Mohn, die Zwiebel einer Amaryllis Belladonna und…nunja… Efeu oder Alpenfeilchen?“ sie blickte fragend in die Runde. Es gab tausende giftige Pflanzen, doch die meisten erzeugten Durchfall oder Lähmungen, von denen Cailin bisher verschont geblieben war, vermutlich teilweise der Tatsache geschuldet, dass das Gift nicht über das Verdauungssystem aufgenommen wurde.

Neugierig wandte sie sich ein letztes Mal an die Kräuterfrau bevor sie weiter gingen und fragte deutlich leiser als zuvor noch, „Was wissen Sie über den, der das veranstaltet hat?“

Nachdem sie dann an dem Stand Rat und Kräuter erhalten hatten soweit möglich, führte sie die schwache Bardin weiter durch die Menge.  „Wir sollten die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen und mehr als einen Stand aufsuchen. Vielleicht wissen sie dort noch mehr oder haben noch mehr der benötigten Kräuter.“ Sicher war es unangenehm für Cailin, doch man sollte sich bei einer solchen schwerewiegenden Angelegenheit nicht nur auf ein oder zwei Heiler verlassen. Wenn sie Christian wieder fand, wollte sie ihn ebenfalls fragen, was er von ihrem Ansatz hielt und ob er Weinraute bereits ausprobiert hatte.
« Letzte Änderung: Fr., 14. Jun 2019, 19:51 von Kaira »
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