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   Autor  Thema: [Abenteuer] Wie gegen Windmühlen (Gelesen 2931 mal)
Christian

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #150 am: Fr., 22. Mai 2020, 16:12 »

Und da war auch schon das Floß, so beschleunigte der kleine Hai mit der Kugel im Maul, bevor er die Wasseroberfläche durchbrach, um dadurch auf das Floß zu springen. Erst als er dort gelandet war, entließ er die Kugel und verwandelte sich zurück. Schnell nahm er danach wieder die Kugel an sich, damit Kenechukwu sie nicht wieder von Bord warf. Die Algen auf seinem Helm abzupfend, lauschte er dem wieder erwachten Æthriker, der betonte, warum das Ganze so verheimlicht worden war. Ja, was der Bauer nicht kennt und so. Dass beinahe Menschen aus Unwissenheit gestorben wären aufgrund der fehlenden Sicherungsmaßnahmen und das da wohl jemand nicht darauf geachtet hatte beim Aktivieren, erinnerte ihn wieder an Max.

Ja, dass Max im Aktivierungsbereich war, hat bestimmt nicht gerade geholfen.

Am Ende der Floßfahrt war dann klar, dass jemand die Kugel wieder aktivieren sollte. Schon wollte der Magier sich entkleiden, als Rorokpal sich meldete, weswegen er kurz innehielt, als auch der Æthriker sich zu Wort meldete und was er zu sagen hatte, ließ Christian dann doch recht belämmert dreinschauen. Nur jemand, der seine eigene Lebenszeit opferte, konnte die Zeitkugel aktivieren. Schon meinte der Robenträger, dass er es wieder selbst machen würde, wobei dieser bestimmt sien Leben lassen würde, als die Priesterin namens Barbelin sich freiwillig meldete.

Bah, ich mag diese Zeitkugeln immer weniger. Dann werde ich aber zumindest als Hai bei Euch sein, damit Ihr Euch an mir festhalten könnt, um der Kuppel so schnell wie möglich zu entkommen.

Sie konnte nicht schwimmen und was, wenn sie sich nicht am Hai festhalten konnte? Schon wurde vorgeschlagen, dass man doch das Boot an einem Seil festbinden und dieses dann nach der Aktivierung ans Ufer ziehen könnte. Ja, das sollte besser gehen. So nahm der Hohentürmler sein im Rucksack befindliches Seil zur Hand und befestigte dieses am Ruderboot, auch wenn dieses seine besten Jahre schon hinter sich gehabt hatte, dafür sollte es noch ausreichen. Die noch junge Priesterin entledigte sich der bei diesem Vorhaben überflüssigen Rüstung, während Kenechukwu bereits auf und davon war.

Lasst ihn ziehen, soll der Dschungel über ihn richten.

Kurze Zeit später half der Magier noch dabei, das Ruderboot mit der Halbelfe darauf anzuschieben. Vielleicht würde sie die Alterung besser als ein Mensch überstehen, aber dennoch waren es ein paar ihrer besten Jahre, die verloren sein würden. Danach blieb nur noch, abzuwarten, bis sie ein Zeichen davon sahen, dass die Kuppel aktiviert worden war, wobei er jedoch selbst ebenfalls seine Rüstung auszog und beiseite legte. Spätestens, als man die Kuppel sah, begann auch der ehemalige Statthalter möglichst gleichmäßig am Seil zu ziehen.

Hau-ruck, Hau-ruck.

Es sollte ein möglichst gleichmäßiger Rythmus sein, damit das Seil nicht zu sehr strapaziert wurde, um doch zu früh zu reißen bei dieser schnellen Alterung. Doch es half alles nichts, das Seil riss, noch bevor die Priesterin aus der Kuppel war.

Das darf doch nicht wahr sein. Bin gleich wieder da.

Schon begab sich der Retter des Drachenauges ins Wasser und verwandelte sich dabei in den bereits zuvor gewählten Hai, um möglichst schnell bei der Priesterin zu sein. Da tauchte ihr Boot aus der Kuppel auf. Fast wirkte es, als ob das Boot sinken würde, so legte der Hai etwas an Tempo zu, um zu versuchen, das sinkende Wassergefährt noch anzustoßen, aber es ging schließlich doch ein paar Schritt vor dem Ufer unter. So begab sich das Tier direkt zur strampelnden Barbelin, damit sich diese zumindest dieses kurze Stück an ihm festhalten könnte.

Ein bisschen triefte der Magier dann doch, als er sich wieder zurückverwandelte, nachdem die Priesterin am Ufer war, aber das hielt ihn nicht davon ab, gleich nach der Halbelfe zu sehen, ob ihr mehr fehlte als knapp über einem Dutzend Lebensjahre.



-1 Seil
-4 MP für Verwandlung in hundsgroßen Hai -> 43/67 MP
« Letzte Änderung: Sa., 23. Mai 2020, 20:41 von Christian »
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Shikra

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #151 am: Sa., 23. Mai 2020, 18:55 »

Der Geruch des goldenen Frühstücks zauberte der Heilerin, die gerade dem jungen Max zusammen mit Martin vor dem Zelt erklärte, warum Sonne und Wärme so wichtig für die Echsen war, ein glückliches Lächeln aufs Gesicht.
„Danke, Lo’Sha. Es duftet herrlich. Wir haben gut geschlafen.“
Das weitere Gespräch mit ihrem geschuppten Freund überließ sie dem Baron, der einen viel besseren Zugang zu ihnen hatte. Erst als er sein Rätsel stellte, wurde die Apothekerin wieder hellhörig. Sie war auf die Antwort des ehemaligen Pferdezüchters gespannt.

„Meinst du wirklich? Ich hätte gesagt, dass jeder der drei Männer einfach ein Hühnchen bekommen sollten.“
Für sie war es ziemlich schnell ersichtlich gewesen, dass es sich um Großvater, Vater und Sohn gehandelt hatte und damit stand einer fairen Verteilung nichts im Wege.

Sie waren schon eine gute Weile wieder durch die leuchtend grüne Landschaft gewandert, hatten dabei keinerlei Probleme mit etwa 40 Personen durch den Urwald vorranzukommen, als ein einziges Geräusch der alten Schamanin dafür sorgte, dass alle sofort stehen blieben. Schnell wurden sie auf die zusammengebrochene Hanne aufmerksam gemacht.
Dem fragenden Blick der alten Echse hielt die elfische Heilerin mit unbewegter Miene stand. Sie würde niemanden zum Sterben zurücklassen. Sie würde alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um die vermeintliche Schwarzmagierin wieder reisefähig zu bekommen.
„Könnten wir eine kurze Pause einlegen?“
Zeit für eine Antwort gab sie keinem.
„Dankeschön.“

Und schon war sie zu der Stelle geeilt, an der Hanne zusammengebrochen im Dreck lag. Shikra kniete sich zu ihr, konnte schon ein paar der entzündeten und nässenden Mückenstiche entdecken, eine kurze Berührung verriet ihr, dass ihre Körpertemperatur zu hoch war.
Martin war so unvorsichtig gewesen und ihr gefolgt, daher spannte sie ihn gleich zur Unterstützung ein.
„Kannst du zwei Decken holen?“
Die erste wurde, etwas abseits, auf dem Boden ausgebreitet und zusammen schafften sie die Vergiftete dorthin, sodass sie etwas weicher liegen konnte. Die Waldelfe ging, instinktiv richtig, davon aus, dass Hanne von einem oder mehreren Tieren gebissen oder gestochen worden war und jetzt ihr Körper mit Gegenwehr beschäftigt war und hoffte, dies vielleicht mittels ihres in der Gilde erlernten und dank Landolin intensiv verbesserten Heilzauber zu unterstützen.

Gründlich suchte sie den Körper des Ordensmitglieds nach Hinweisen ab. Da dies ohne Robe sehr viel einfacher war, zog sie diese vorsichtig aus und deckte sie mit der zweiten Decke so zu, dass sie Stück für Stück ihre Haut nach Bissen oder Stichen untersuchen konnte. Dem Blick der Patientin wich sie, so gut es ging, aus.
Sie entdeckte viele Mückenstiche und drei Zecken, die sich an Hannes Blut sattgegessen hatten. Daher ließen sie sich auch recht einfach aus der Haut entfernen. Der dritte Biss zeigte einen unschönen roten Rand, den die Elfe daran erinnerte, dass diese Spinnentiere auch unschöne Krankheiten übertragen konnten. Sie holte eine Phiole mit Gegengift aus ihrem Rucksack und drückte sie dem Baron in die Hände.
„Kannst du ihr das vorsichtig in kleinen Schlucken geben? Ich versuche derweil die vielen kleinen Stiche und Bisse zu verschließen.“
Während sie ihre heilende Wärme mit der Schwarzmagierin teilte, sich dabei besonders um die schon früh aufgetretene Wanderröte konzentrierte, hoffte sie, dass Hannes Körper und das Antidot die Heilung unterstützen konnte.

Sie brauchte erstaunlich lange, um den Heilzauber zum Abschluss zu bringen und das gab dem Pferdezüchter die Zeit, den Schlangenbiss zu entdecken, den die Waldelfe nicht so richtig in ihre Behandlung miteingeschlossen hatte.

„Gut, dass du den noch entdeckt hast. Sieht nach dem Biss einer Schlange aus, oder?“
Zwar schien auch dort das eingeflößte Gegengift schon seine Wirkung zu entfalten, dennoch war das umliegende Gewebe recht angegriffen, sodass die Apothekerin ein zweites Mal auf ihre Fähigkeiten als Hohentürmlerin zurückgriff und mit einer zweiten kleine Woge an arkaner Energie dafür sorgte, dass Blutgefäße, Hautschichten und Muskelstränge wieder, ohne Narbenbildung, in ihren ursprünglichen Zustand versetzt wurden.

Zum Schluss holte sie ihren Trinkschlauch und gab der angeschlagenen Patientin Wasser zu trinken.
„Langsam und vorsichtig, damit du dich nicht verschluckst.“
Für einen Moment sah es so aus, als ob Shikra noch gerne einen weiteren Satz gesprochen hätte, doch dann stand sie auf, deutete Martin, dass er bei ihr bleiben sollte und wandte sich an die alte Echsenschamanin.
„Es wird ihr bald besser gehen. Sie wird es überleben.“
Kurz nahm ihr Blick fast etwas Herausforderndes an, dann fragte die Apothekerin aus der Hauptstadt:
„Können wir ihr noch eine kurze Rast ermöglichen?“


- 1 Gegengift
- 3 Mana für Zeckenbiss
- 3 Mana für Schlangenbiss
« Letzte Änderung: Sa., 23. Mai 2020, 19:43 von Shikra »
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Askladd

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #152 am: So., 24. Mai 2020, 14:30 »

Askladd war froh darüber, dass sich klügere Leute als er auf dem Floß befanden, die entscheiden konnten, was mit der Zeitkugel geschehen sollte. Er wusste und verstand davon einfach zu wenig, um sich guten Gewissens in das Gespräch einmischen zu können. Stattdessen versuchte er so gut wie möglich das Wasser aus seiner Kleidung und den langen Haaren zu wringen.

Letztendlich verstand es Sir Christian besser zu überzeugen als der junge Echsenmann und das spiegelte auch die Einschätzung des Bogners wider. Es war wohl kaum jemand geeigneter als der erfahrene Magier und anerkannte Held Dragonias, um die richtigen Schlüsse aus der unübersichtlichen Informationslage zu ziehen. Als der, dem Anschein nach greisenhafte, Æthriker jedoch zu verstehen gab, dass jemand mit begrenzter Lebensspanne einen Teil davon opfern musste, erschrak der Förster. Konnte ein Zauber, der seinem Anwender so etwas abverlangte, überhaupt „gut“ sein?

Und insgeheim war er erleichtert darüber, dass der Anhänger des Geheimordens es als seine Aufgabe ansah das Werk zu vollenden. Doch Barbelin erwies sich da als weitaus edler und selbstloser als der blonde Hüne. Mit einer Mischung aus Verständnislosigkeit und Hochachtung sah Askladd die junge Halbelfe an. Gab es irgendetwas, das sie tun konnten um sicherzustellen, dass der Preis, den sie dafür zahlen würde, nicht zu hoch ausfiel?

Es war Arinna, die eine Idee dazu lieferte. Wieder einmal war der Nordmann froh darüber eine Weggefährtin für diese Reise gefunden zu haben, die so pragmatisch an die Lösung der anstehenden Probleme heranging. Am Ufer angekommen, machten sie sich sogleich an die Vorbereitungen. Wie auch Barbelin und Christian legte der Bogner seine Rüstung ab. Er würde seine Kräfte brauchen, um dabei zu helfen das Boot wieder an Land zu ziehen. Gerne hätte er ein paar Planken des einzigen Gefährts, das ihnen zur Verfügung stand, ausgetauscht. Aber dafür blieb leider keine Zeit.

„Bronwe ist ein zuverlässiges Rückpferd. Vielleicht könnte auch er helfen das Boot zu ziehen?“, warf er noch eine Frage auf, die kurz diskutiert wurde. Doch die Abenteurer kamen zu dem Schluss, dass sie so sanft wie möglich ziehen mussten, um den Plan nicht zu gefährden. Da vertrauten sie dann doch lieber ausschließlich auf ihre eigene Muskelkraft.

„Versuch nicht nur aus den Armen heraus zu rudern, sondern lege die Kraft deines ganzen Oberkörpers in die Ruderschläge“, gab der Förster Barbelin noch einen letzten Ratschlag mit auf den Weg. Dann konnte er nur noch gebannt zusehen, wie sie ihrem Ziel entgegenruderte, sich an der Zeitkugel zu schaffen machte und wie sich schließlich eine dieser unheimlichen und gefährlichen Kuppeln um sie herum schloss. Das war das Zeichen, auf das sie gewartet hatten. Mit einer hoffentlich guten Mischung aus der notwendigen Vorsicht und gebotenen Eile begannen sie an dem Tau zu ziehen und alles schien gut zu gehen, bis es mit einem plötzlichen Schnalzen riss.

„Bei allen vier Winden…“, fluchte der Nordmann in der Sprache seiner Väter und machtlose Tränen standen ihm in den blaugrauen Augen. Doch da durchbrach der marode Kiel die Kuppel und Barbelin, die mit ihren ungezähmten Haaren und gebrochenen Fingernägeln einen wilden Anblick bot, kam mit aller Macht auf sie zugerudert.

Nach einem unheilvollen Knirschen legte sich der Rumpf des kleinen Bootes immer tiefer ins Wasser und wie auch Chrisitan zögerte Askladd nicht lange. Bis zur Brust stapfte er ins Meer, um der Halbelfe eine helfende Hand reichen zu können, als die Nussschale in Ufernähe endgültig versank.

„Gut dass du es geschafft hast“, sagte er, als sie ein wenig später um ein wärmendes Feuer saßen, in dem durch die Anomalie hertransportiertes Strandgut verbrannte. Sobald ihre Kleider trocken waren, gab es neue Probleme zu lösen. „Wie kommen wir alle nach Hause? Wir haben nur zwei Pferde.“ Zudem Tiere, die er nicht zurücklassen würde. Von der Entfernung und dem unwegsamen Gebiet, das zwischen hier und Dragonia lag, ahnte Askladd zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #153 am: So., 24. Mai 2020, 15:31 »

Maiskolben zum Frühstück! Eine Köstlichkeit, die der Baron angemessen zu schätzen wusste: „Glücksslichssss sssschaetztztetzen darfsssss sssisssssssch, wetztzt einen Lo'ssssssche alsssss Morgenmaltztztztzeitztztz-Verssssorgertztztz hatztztztz“ lobte er Lo'Sha.

Die aufgehende Sonne deutete an, dass es mit der Nachtkühle, die sich aber immer noch ziemlich warm angefühlt hatte, bald vorbei sein würde. Keine Echse, der dies Schuppensaussen verursacht hätte, so und nicht anders fühlten sie sich echsenwohl. So erzählte es ihm sein verbliebener Spurenleser und Martin hatte keinen Grund dies anzuzweifeln. Und dann kam, was sich in diesem Auftrag als fast schon unausweichlich und unersetzlich erwiesen hatte: ein Rätsel. Nichts ersetzt ereignislose Zeiten besser, nach der Devise:

Gibt es gerade kein Gemetzel, schafft Abhilfe nur ein knackig Rätsel.

Hmm, 4 ….3….nicht geschnitten. HuZos?“ er meinte, die Hühner aufgeteilt in Zonen. Das Kopfschütteln der Waldelfe bedeutete: geht nicht, ist auch schneiden. Wo sie recht hat, hat sie recht. Und hatte selbst gleich auch eine Lösung parat, die den Baron nicht wenig erstaunte, aber restlos überzeugte. „Keine Frage, dass dies des Rätsels Lösung ist….aber ich habe auch noch eine Antwort auf die Frage, wenn es wirklich 4 Personen wären und nur 3 Hühner im Angebot sind. Nun…ich würde dann die Tiere entbeinen, das gewonnene Fleisch in einen Gemeinschaftstopf schmeißen, aus dem sich dann alle 4 gleichermaßen bedienen können. So um den kaufmännischen Daumen, kriegt dann jeder einen Anteil, der ungefähr drei Viertel eines Gesamthuhnes entspricht. Nix geschnitten, Problem gelöst.“ Herr von Muesig grinste sich eines, denn am Ende fiel ihm immer etwas ein, auch wenn es komplett daneben liegen mochte. „Die 3 Bürzel sind für die Fische, wenn sie sonst niemand mag.

Leider kam dann doch noch so etwas wie ein Gemetzel. Symbolisch. Es gab ein mächtiges Problem mit Hanne. Ausgerechnet! Es wäre auch gar nicht aufgefallen, wenn sie nicht theatralisch zusammengesackt wäre. Und wenn jemand nur die leisesten Anzeichen einer Schwäche offenbart, darf der/diejenige mit dem entschiedenen Auf- und Eintreten der Apothekerin rechnen. Zudem hatte er die stumme Kommunikation zwischen Shikra und der weisen Frau nicht mitbekommen. Nicht, dass der Adelige etwas dagegen einzuwenden gehabt hätte und ihre Pflegeopfer gewiss auch nicht. Also lag die Beklagenswerte da und was Herr von Muesig sah, ließ ihn die Feststellung von sich geben: „So findest Du keinen passenden Deckel. Das wird so nichts.“. Anstatt seine dunkle Prophezeihung zu bestätigen, teilte ihn Shikra sogleich zu Handlangerdiensten ein. Decken holen zum Beispiel. Zwischendurch konnte er immer mal einen längeren Blick auf den malträtierten Corpus werfen. Zecken, Mücken, Spinnen hatten sich darin verbissen und ihr Werk unübersehbar vollbracht. „Stets zu Diensten, so lange ich nicht einen Felsblock bergan rollen muss oder einen Wald entbäumen.“ nahm die Phiole, wohl ein Gegengift, gegen was auch immer, entgegen und tat wie geheißen, nämlich portionsweise verabreichen. Shikra unterdessen machte erfolgreich ausgiebig Gebrauch von ihren Heilzaubern.

Hier scheint eine Schlange ein Leckerli vermutet zu haben und hat kräftig zugebissen.“ deutete auf die Stelle, die ihm eigenartig vorgekommen war. Also musste da auch noch Heilmagie eingesetzt werden. Natürlich nicht von ihm, der kann doch so etwas nicht.
Zum Abschluss gab es etwas aus den Trinkvorräten und da sah die Sache schon viel besser aus. „Beeindruckend…und es sieht so einfach aus. Wie Brezelbacken…Ja, gut, ich bleib bei der Bemitleidenswerten, auch wenn ich nicht weiß…wie ich sie unterhalten kann. Hanne?““ Den Vorschlag noch etwas zu rasten unterstützte er bedingungslos.

Hanne, kennst Du ‚Alles was Flügel hat fliegt'?“ ein bisschen Ablenkung konnte nicht schaden.
« Letzte Änderung: So., 24. Mai 2020, 18:33 von Suffix »
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Arinna von Hohenfels

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #154 am: Di., 26. Mai 2020, 10:50 »

Max? Ihr habt Max gefunden? Welch ein Glück.

Erleichterung machte sich in Arinna breit, denn immerhin waren sie aufgebrochen um den kleinen Jungen, der im Körper eines Mannes steckte, zu suchen. Seine Mutter würde Freudentränen vergießen, wenn sie ihn wiedersah. Man einigte sich recht schnell darauf das es das Richtige war die Kuppel erneut zu aktivieren, und als sie mit dem Floss am Ufer angelangten floh der Echsenmann, der als Einziger dagegen gewesen war. Instinktiv zog Arinna ihren Bogen und legte einen Pfeil an, doch dann ließ sie ihn schnell wieder sinken. Das Echsenwesen hatte ihr Leben gerettet als es sie aus dem Wasser zog, und soweit sie es verstanden hatte, hatte es nichts weiter getan als anderer Meinung zu sein. Das war ihrer Meinung nach kein ausreichender Grund ihm einen Pfeil in den Rücken zu jagen.

Die anschließende Diskussion darüber wer die erneute Aktivierung der Zeitkuppel übernehmen sollte sorgte allerdings schnell dafür das die Erleichterung Arinnas über Max gesundes wieder Auftauchen von einem unangenehm flauen Gefühl im Magen ersetzt wurde. Arinnas Blick huschte zu dem alten Mann herüber. Wer auch immer von ihnen die Kugel aktivierte, er würde genau so enden, alt, verbraucht, um viele seiner Lebensjahre beraubt. Betreten sah die junge Bognerin zu Boden. Es war wahrscheinlich das Richtige es zu tun, und sie wusste das sie dieses Opfer bringen sollte, und dennoch zögerte sie, denn der Aethriker bot sich an zu tun was getan werden musste. Arinnas Augen wurden groß. Das konnte er auf keinen Fall überleben. Das war wohl auch den Anderen klar, insbesondere Rorokpal, die indirekt durch ihr Tun die Verantwortung für seinen Tod haben würde. Im Gesicht der Bognerin spiegelte sich Mitgefühl für die Magierin wieder. Wie sollte man mit so einem Wissen weiter leben?
Die Rettung kam in Form von Barbelin, die sich anbot die Aktivierung zu übernehmen. Tapfer legte die Priesterin Paladins alle überflüssige Kleidung ab, die sonst zum Teil sicher zerfallen würde.

Aber Barbelin, ihr könnt doch nicht schwimmen. Was ist wenn das Boot genauso zerfällt wie es die Kleidung tun würde?

Der Entschluß der Priesterin stand jedoch felsenfest, zumindest war das der Eindruck, den sie auf Arinna hinterließ. Wenn sie es schafften das hier heil hinter sich zu lassen musste sie Elessar unbedingt von der Tapferkeit Barbelins berichten.

Nun gut, aber dann lasst uns wenigstens ein Seil am Boot befestigen, damit wir Euch helfen können schneller aus der Kuppel zu kommen.

schlug die Dunkelhaarige anschließend vor, und zumindest dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung. Christian hatte eines dabei, dass sie sorgfältig festbanden. Mit dem Seil in den Händen stand Arinna am Ufer und sah Barbelin nach, wie sie davon paddelte. Hoffentlich ging alles gut. Sie erreichte die vorgegebene Stelle und die Bognerin machte sich bereit zu ziehen. 3,2,1... gemeinsam mit Askladd, Christian und Rorokpal zog Arinna Barbelin aus der Gefahrenzone, so schnell sie es sich trauten. Erst sah es gut aus und das Boot mit der Priesterin darin glitt zügig über das Wasser, doch dann gab es einen Ruck und Arinna taumelte zwei Schritte zurück weil es keinen Gegenzug mehr gab und prallte gegen Askladd, der sich hinter ihr positioniert hatte. Das Seil war gerissen! Und das Bott sah so aus, als ob es langsam aber sicher mit Wasser voll lief, denn es lag immer tiefer im kühlen Nass.

Oh mein Gott! Barbelin! So tut doch was, sie kann nicht schwimmen! Helft ihr!

Aufgeregt lief Arinna am Ufer hin und her und war drauf und dran selbst ins Wasser zu gehen, was vermutlich nur zwei ertrunkene Frauen zur Folge gehabt hätte.

Rorokpal, könnt Ihr das Boot nicht mit einem Windzauber voran treiben? Oder Barbelin Flügel wachsen lassen, wie bei einer Verwandlung?

sie deutete Christian hinterher, der bereits in Fischform auf dem Weg zu Barbelin war.

Um Himmels Willen. Sie kentert. Barbelin! Beeilt Euch.

Zur Untätigkeit am Ufer verbannt konnte Arinna nur zusehen wie Christan und Askladd der Priesterin halfen das rettende Ufer zu erreichen, an dem sie stand und Barbelin einen stützenden Arm reichte.

Paladin sei Dank, Ihr habt es geschafft. Geht es Euch gut?

Bis auf einige fehlende Jahre, mit denen sie gerechnet hatte, und zu langen, teils abgebrochenen Fingernägeln und ziemlich langen Haaren fehlte der Priesterin zum Glück nichts. Auch das Aktivieren der Kugel hatte besser geklappt als befürchtet, denn sie hatten keinen neuen Zeitwirbel ausgelöst. Sie verbrachten noch einige Zeit damit Sachen zu trocknen und sich auf die Rückreise vorzubereiten, und als Askladd sagte er wolle den Rückweg mit den Pferden antreten, beschloss Arinna ihn zu begleiten und ihm Gesellschaft zu leisten.

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Christian

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #155 am: Di., 26. Mai 2020, 18:17 »

Aber bis auf die Lebensjahre, etwas zu lange Haare und abgebrochene Fingernägel fehlte der Priesterin nichts. Askladd und Arinna wollten wohl direkt nach Hause zurückkehren mit den beiden Pferden, wobei es sich bei einem um Shikra ihres handelte, wo auch immer das hergekommen war. Somit blieben noch Barbelin, Rorokpal, der Kuttenträger und Christian selbst.

Also ich werde zum Orakeltempel gehen, das habe ich Shikra und dem Herrn von Muesig versprochen. Dort wird dann die letzte Kugel aktiviert und dann sehen wir, was wirklich passiert. Werte Rorokpal, wenn die verehrte Barbelin und unser Æthriker-'Freund' ebenfalls dorthin mitkommen möchten, wäre es dann möglich, dass Ihr Euch in ein größeres Flugwesen verwandelt, damit Ihr diese ebenfalls schnell durch die Lüfte mitnehmen könnt? Ein Portal möchte ich aufgrund der instabilen Verhältnisse verständlicherweise nicht öffnen, solange die Angelegenheit nicht behoben ist.

Seitdem diese magische Greifenfeder ihre Wirkung verloren hatte, konnte er selbst sich nur noch in die üblichen kleinen Tiere verwandeln. Falls die Adeptin des Ordens der Weisen trotz ihrer indirekten Schuld bei Barbelin nicht damit einverstanden wäre, müsste man diese wohl doch mit Askladd und Arinna gehen lassen, denn er wollte diese ungerne alleine durch den gefährlichen Dschungel ziehen lassen.

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Barbelin Krapper

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #156 am: Mi., 27. Mai 2020, 09:39 »

In so kurzer Zeit war der Körper der jungen Halbelfe um die gleiche Zeit geälter die sie bereits auf dieser Erde gewandelt war. Durch das Altern waren Barbelins bisher gut erkennbaren jugendliche Züge stark zurückgegangen. Auf Grund des elfischen Erbes ihres Vaters zeigten sich keine Fältchen oder Ähnliches, jedoch erkannte man nun eindeutig eine erwachsene Frau. "Mir... geht es gut, danke." versuchte sie sich und Arinna zu beruhigen.

Noch immer triefend nass war sich die Priesterin nicht sicher was sie nun tun sollte. Der Sohn war gefunden worden und damit am Leben. Mit Christian war einer der mächtigsten Magier des Landes, wie es hieß, daran diese Gefahr für sie alle abzuwenden.  Und dennoch hatten sie alle für die Aktivierung dieser Kugel etwas anderes benötigt...

"Wenn Ihr erlaubt würde ich Euch gerne begleiten." bot sie dem Hohentürmler an. Vorher jedoch wickelte sie sich in ihren Umhang und wechselte darunter das nasse Untergewand gegen das etwas weniger nasse Obergewand.

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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #157 am: Fr., 29. Mai 2020, 15:47 »

Runde 21

Arinna, Askladd, Barbelin, Christian

Rorokpal war sprachlos, als Barbelin das Ruder übernahm. Sie war bereit, den alten Æthriker zu retten, indem sie ihre eigene Zeit hergab. Die Druidin war nicht sicher, ob sie selbst so eine edelmütige Entscheidung treffen hätte können – ihr eigenes Angebot war zum Teil der Tatsache geschuldet, dass sie, wie der alte Mann korrekt schlussfolgerte, nicht ihre eigene Zeit hergab. Das war in der Tat eine raffinierte Methode, um eine leichtfertige Aktivierung einer Zeitkugel zu verhindern. Wer würde schon freiwillig sein eigenes Leben hergeben? Nun, außer der Æthriker selbst und Barbelin, wie es schien. Sie fühlte sich ein wenig hilflos und war sehr dankbar, als Arinna das mit dem Seil vorschlug. Wenigstens konnten sie so die junge Priesterin ein wenig unterstützen.

Nicht allzu viel später tauchte die blitzübersäte Zeitkuppel über dem Wasser auf, und auf Christians Hau-Ruck hin zog Rorokpal mit am Seil – bis es riss. Das war zu erwarten gewesen, dennoch schlug ihnen allen das Herz bis über beide Ohren. Rorokpal knetete nervös ihre Hände und starrte auf die Stelle, wo Barbelin gleich auftauchen müsste.

Das Boot trat aus der Kuppel aus und Barbelin ruderte weiter. Und ruderte, doch das Boot hing recht schief. Lief es etwa voll Wasser? Natürlich, wie viele Jahre waren für die Priesterin und das Holz wohl vergangen? Arinna rief Rorokpal etwas zu - ob sie Barbelin nicht Flügel wachsen lassen könne. Das mit dem Wind dagegen war eine gute Idee, allerdings hatte sie keine magische Energie mehr übrig, denn wie zuvor Christian hatte die erste Kuppel auch ihr sämtliche Energie entzogen. Deutlich schneller sogar, da sie bei weitem nicht auf die enormen Reserven zurückgreifen konnte wie der Retter des Drachenauges.

„Ich ... ich kann nicht. Kein Mana...“ antwortete sie Arinna und begann, aus ihrer Tasche einen großen Manatrank hervorzukramen. Ihre Hände zitterten so sehr, dass ihr das Fläschchen beinahe entglitt. Da hatte sich Christian bereits verwandelt, wieder in den Hai, und schwamm zum Boot, um Barbelin sicher an Land zu bringen. Als Rorokpal ihr Mana aufgefrischt hatte, war die Gefahr jedoch schon vorrüber. Mit vereinten Kräften und einigen von Barbelins Jahren hatten sie es geschafft. Die Kuppel war wieder aktiviert. Askladd half der Priesterin an Land und Rorokpal eilte ihr sofort zur Seite, um die langen Haare zu bändigen. Auch sah sie die blutenden Fingernägel und fragte, ob sie etwas gegen eine Heilung einzuwenden hätte. Da fiel ihr ein, dass Christian das wohl viel besser konnte und bot statdessen an, die nassen Haare zu kürzen.

„Ähm, Fräulein Barbelin? Ich ... schulde Euch etwas ... Besonderes. Es war meine Schuld und Ihr ... habt es auf Euch genommen. Wenn es irgendetwas gibt, dass ich für Euch tun kann?“

Nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, besprachen man sich über das weitere Vorgehen. Christian schlug vor, sie möge sich in ein größeres Flugwesen verwandeln und die Gruppe mit zum Tempel nehmen, wo die vierte Kugel aktiviert werden solle.

„Größeres Flugwesen? Ich persönlich kenne keines, welches in der Lage wäre Euch in voller Rüstung, und ... wo ist eigentlich Euer Reitkamel? ...alle mitsamt der Pferde durch die Luft zu tragen.“

Wie sich herausstellte, wollten Arinna und Askladd aber ohnehin nicht mit zum Tempel, sondern zurück nach Dragonia und Bericht erstatten. Auch Shikras Pferd wollten sie mitnehmen. Der alte Æthriker winkte ebenfalls ab.

„Nein, ich werde weiterhin hier bleiben und auf die Zeitkuppel aufpassen. Falls noch einmal irgendwelche neugierigen unsterblichen Wesen kommen und versuchen, mein Opfer und das der werten Priesterin zu unterminieren. Und natürlich unvorsichtige Reisende davor warnen, sich der Kuppel zu nähern.“

Damit blieben nur Barbelin und Christian, und das traute sich Rorokpal dann doch zu. Sie würde es mit der weißgeschuppten Drachengestalt versuchen, welche sie auf dem Flug von Evol nach Gemsthur ausprobiert hatte. Diese war im Grunde Darius Körperbau nachempfunden, denn sie vermochte es nicht, sich selbst eine ausgedachte Form zu geben. Das war Meister-Niveau. Man verabschiedete sich, und bald darauf gingen sie verschiedene Wege.

Eine weiße Drachendame flog gen Osten, auf ihrem Rücken zwei Passagiere. Zwei Reiter ritten Richtung Norden, am Ufer entlang und wenn sie ein wenig die Sterne deuten konnten, dann wussten sie, dass noch einige Tage bis zur Hauptstadt vor ihnen lagen. Und ein einsamer alter Mann blieb zurück, sah auf die Kuppel auf dem Wasser und machte sich eine Notiz auf einem Stück Pergament, welche er mit einem Briefvogel von seinem Lager an jemanden verschickte. Er nickte zufrieden.


Shikra, HvM

Trotz ihrer Differenzen nahm sich Shikra sofort der angehenden Æthrikerin an. Auch der Baron ließ sich nicht lumpen und besah sich die Frau. Wäre da nicht der Schlangenbiss an ihrem Bein gewesen, hätte er die Aussicht vielleicht sogar genießen können, so aber gab es allerhand zu tun. Das Antigift zeigte rasch seine Wirkung, ebenso wie die heilenden Energien Shikras. Herr von Muesig fragte, wohl mehr zur Ablenkung, ob Hanne „Alles was Flügel hat, fliegt“ kennen würde, was jedoch nicht der Fall war. Zumindest zuckte sie mit dem Kopf, was man als Verneinung auffassen könnte. Sie schien jedoch langsam das Bewusstsein wieder zu erlangen und formte ein Wort.

„W ... wasser.“

Während Hanne sich erholte, trat Maza´haresch an die Dragonier heran. Sie sog an ihrer Pfeife und betrachtete die Genesende.

„Dassss hätte ich nicht vermocht.“, sagte sie anerkennend in Shikras Richtung, jedoch auch wie jemand, der eben genau wusste, was innerhalb seiner Fähigkeiten lag und was nicht und darauf stolz war. Und die zur Schau gestellte Heilmagie, welche die schwere Krankheit und den hofffnungslosen Zustand umgehend aufgehoben hatten, gehörten wohl nicht zu ihren Talenten. Auch Herr von Muesig kam nicht um einen Kommentar herum, Shikras Fähigkeit zu loben. Hörte man da etwa den gut versteckten Wunsch heraus, dass er selbst auch etwas mehr über Heilung wissen würde?

Als Shikra nach ihrer Patientin sah, öffnete diese die Augen und blickte die Waldelfe an.  Mit schwacher Stimme flüsterte sie etwas, doch erst, als Shikra näher kam, konnte sie es verstehen.

„Ich ... wollte nicht, dass dem Jungen so etwas passiert. Ich hatte mich vergewissert ... es war so früh am Morgen. Er ist mir nachgeschlichen und ich habe es nicht gemerkt. Als die Kugel aktiviert war, musste ich kämpfen um herauszukommen. Er wusste nicht, was mit ihm geschah ... es tut mir so Leid.“

Tränen stahlen sich in ihr sonst so unbewegtes Gesicht.

„Ich bin Max und seiner Mutter hinterher nach Drachenauge gefolgt, dann euch zurück. Ich hatte gehofft, etwas tun zu können. Ich hatte meinen Posten am Liansee verlassen. Alles danach ist meine Schuld ...niemand war da, um die Leute zu warnen.“

Sie sah Shikra mit großen Augen an und zum ersten Mal konnte man sehen, dass die Frau wahrscheinlich erheblich jünger war, als ihr Körper den Anschein machte. Natürlich, sie war ja auch gealtert bei der Aktivierung ihrer Zeitkugel. Wie alt mochte sie in Wahrheit sein?

„Ihr ... habt mir das Leben gerettet ... ich stehe in Eurer Schuld. Danke.“

*


Die Reise konnte langsam weitergehen, und trotz des kurzen Intermezzos mit Hanne, welche ihre gehässige Art mittlerweile abgelegt hatte, erreichten sie den Orakeltempel ohne weitere Zwischenfälle nach nur zwei weiteren Nächten.

Etwa zur gleichen Zeit sah man ein weißes Ungetüm durch die Wälder brechen. In einem selbstmörderischen Bremsmanöver landete ein völlig erschöpfter Drache vor ihnen und versetzte sämtliche Echsen sofort in höchste Alarmbereitschaft. Sie zischten und riefen, bildeten einen Verteidigungsring um die Ältesten und setzen an, den vermeindlichen Angreifer zu attackieren. Da verschwand der Drache, und aus der Luft fielen drei Personen. Christian, Barbelin und Rorokpal, die schwer atmend auf dem Boden liegen blieb.

Die Reise mit den beiden Passagieren auf ihrem Rücken war wohl das anstrengenste, das Rorokpal je durchgestanden hatte. Nach einer knappen halben Stunde Flugzeit war das zusätzliche Gewicht auf ihrem Rücken unerträglich geworden, und sie musste eine Pause machen. Dies ging so weiter, doch wurden die Abstände zwischen den Pausen immer kleiner, und schon bald hatten sie eine Nacht lang rasten müssen. Und dann noch eine. Beinahe drängte sich der Verdacht auf, dass man vielleicht zu Fuß doch schneller wäre, aber da sie bereits den alten Rastplatz bereits passiert hatten und niemand mehr da war, war der Echsen-Tross wohl schon weitergezogen. Irgendwie hatte Rorokpal durchgehalten, mit heraushängender Zunge war sie durch die Luft geflogen und versuchte die vielen kleinen schwarz-weißen Sterne zu ignorieren, die vor ihren Augen wanderten. Als sie den Tempel sah, hatte sie alle verbleibenden Kräfte mobilisiert, hatte zur Landung angesetzt, ein paar Bäume mitgenommen und die Verwandlung gelöst. Immerhin durfte sie nicht in einer solchen einschlafen, das wäre nicht gut. Damit war sie fertig und überließ alles andere ihren Gefährten. Sie wunderte sich kurz, warum unter den Echsen der Umhangversteher von Muesig war, aber dann schlief sie auch schon ein, mitten auf dem Vorplatz zum Tempel.

Der Orakeltempel – noch vor nicht allzu langer Zeit waren Shikra, Christian und der Herr von Muesig hier erst gewesen, mit den Amazonen und deren heimliche Schatten, die Jaguarkrieger. Die Gärten auf den kleinen Terassen, welche die große Treppe zum Tempel umzäunten, waren verwildert seit der jadegrüne Hochelf (eigentlich ein ältester Drache) hier nicht mehr residierte. Überhaupt wirkte der Tempel deutlich verlassener als beim letzten Mal, als sie sofort von einer Hohepriesterin begrüßt worden waren.

Maza´haresch beäugte den Tempel ein wenig misstrauisch, ließ diesen dann aber links liegen. Offenbar war die stufenförmige Pyramide selbst gar nicht das Ziel. Wie als folgte sie einer unsichtbaren Spur führte sie die Gruppe zu einer nahegelegenen Höhle, die sich in eine Felswand hinein erstreckte.

„Hier drinnen mussss die vierte Zzzeitkugel in zzzzwei Tagen aktiviert werden. Wir werden diesssse Posssition schützzen, bewachen und unsere Misssssion erfüllen. Baut ein Lager, verteidigt essss.“, erläuterte sie und es klang, als erwartete sie tatsächlich einen Angriff. Oder wurde sie langsam aber sicher paranoid? So kurz vor dem Ziel mochte das schon sein...


Arinna, Askladd

Manchmal im Leben begenete man einer Person, verbrachte ein wenig Zeit mit ihr, und trennte sich dann wieder im Guten oder im Schlechten, ohne sie jemals wieder zu sehen. Doch manchmal ...

„Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ erklang eine Stimme und aus dem Unterholz tauchte ein grobschlächtiger Mann mit einer Augenklappe. In den Händen hielt er eine gespannte Armbrust, und mit einem Mal tauchten noch weitere Männer auf, ebenfalls mit gezogenen Waffen. Sechs, sieben acht. Arinna und Askladd, die gerade auf eine Lichtung ritten, waren umzingelt. Der Mann schien sie zu kennen, aber beide konnten sich sicher sein, den Angreifer nie gesehen zu haben.

„So, dann steigt mal von euren Gäulen, Hände immer schön da, wo ich sie sehen kann. Dass ich euch noch einmal treffe, wahrlich, die Götter haben ein einsehen. Ihr wisst wahrscheinlich gar nicht, mit wem ihr es zu tun habt? Nun, das macht nichts. Ihr müsst nur wissen, dass ihr meinen Bruder auf dem Gewissen habt.“

Den beiden wurden die Hände gebunden und Knebel in den Mund gesteckt. Anschließend ließ man sie wieder auf ihre Pferde, die man allerdings an einen Karren anleinte. Auf diesem saß, ebenfalls gefesselt und geknebelt ... Kenechukwu. Mit wilden Blick sah er die beiden Neuankömmlinge an und wand sich, wofür er sich einen kräftigen Hieb mit einer Keule einfing. In dieser Truppe setzten sie sich in Bewegung, einem unbekannten Ziel entgegen.

Der grobschlächtige Mann mit der Augenklappe ließ sich neben Kenechukwu nieder, nahm ihm den Knebel aus dem Mund und begann mit ihm zu sprechen. Erst herablassend und teilweise belustigt, am nächsten Tag wurde ihre Gespräch aber ernster und schließlich ... klopfte er dem Echsenschamanen auf die Schulter. Bald darauf wurden ihm die Fesseln abgenommen und er lief freiwillig mit den Männern mit. Er begann sich einen Speer zu schnitzen, und der Mann mit der Augenklappe sah zufrieden zu. Die Richtung änderte sich, und der kleine Zug ging Richtung Osten. Hin und wieder warf man einen mahnenden Blick auf Askladd und Arinna und legte eine Hand auf die Armbrust. Die Botschaft war eindeutig. Versucht zu fliehen, und ich durchlöchere euch mit Bolzen. Niemand legt sich mit Borchert und seinen brutalen Banditen an.
« Letzte Änderung: Fr., 29. Mai 2020, 15:53 von Rorokpal »
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Arinna von Hohenfels

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #158 am: Gestern um 01:01:00 »

Rorokpal schaffte es nicht Barbelin zu helfen, da ihre magische Energie erschöpft war. Arinna hatte zu wenig Ahnung von Magie um zu wissen, das ein Manatrank ausreichen würde um sie aufzufrischen, denn sonst hätte sie wohl gefragt warum Rorokpal während der ganzen Diskussion zuvor nicht auf die Idee gekommen war einen zu trinken. So jedoch ging sie davon aus das die junge Frau völlig erschöpft war und sich erst ausruhen musste, und stieß lediglich einen unfeinen Fluch zwischen den Zähnen hervor. Zum Glück schaffte Barbelin es mit Christians und Askladds Hilfe heil ans Ufer. Nachdem sich alle halbwegs beruhigt, getrocknet und etwas ausgeruht hatten, trennte sich die Gruppe. Rorokpal würde Barbelin als Drache auf ihrem Rücken mitnehmen und Christian würde selbst fliegen, wenn Arinna es richtig verstanden hatte. Für sie und Askladd blieb nur die Möglichkeit zu Pferd zu reisen, und da der Nordmann ohnehin nicht vor hatte Shikras oder sein Pferd hier zurückzulassen, bot es sich an das Arinna ihn begleitete.

Eine ganze Weile kamen sie gut voran. Sie orientierten sich an den Gestirnen um sich irgendwie in der fremden Umgebung zurecht zu finden, was ihnen relativ gut gelang. Doch irgendwann trat ein Mann aus dem Unterholz, und mit ihm noch einige Andere und versperrten den beiden Bognern den Weg. Der Mann mit der Augenklappe behauptete das sie seinen Bruder getötet hätten, und in dem Moment wurde Arinna klar, das es sich um Borchert handeln musste und das sie in Gefahr waren. Sie griff nach ihrem Bogen, doch noch ehe sie den ersten Pfeil auf die Sehne gelegt hatte, wurde sie schon von kräftigen Händen vom Pferd gezerrt. Dann spürte sie einen heftigen Schmerz an der Schläfe und es wurde dunkel.

Als Arinna wieder zu sich kam dröhnte ihr Schädel und ihre Handgelenke schmerzten, auch wenn sie im ersten Moment nicht wusste warum. Außerdem hatte sie einen ekeligen Geschmack im Mund. Nur zögernd öffnete sie die Augen und fand sich am Boden wieder, die Hände gebunden und einen Knebel im Mund. Ihre Haare klebten auf der Seite ihres Kopfes, an dem es schmerzhaft pochte, und sie konnte nur vermuten das es vom Blut kam. Doch man ließ ihr keine Zeit um halbwegs wieder klar im Kopf zu werden sondern setzte sie wieder auf Shikras Pferd. Zum Glück war Feya ihr scheinbar wohlgesonnen und blieb ruhig, so das sie sich auf der Stute halten konnte obwohl ihre Hände gefesselt waren. Trotzdem jagte jeder Hufschlag einen stechenden Schmerz durch ihren Schädel und es dauerte eine ganze Weile bis sie die gesamte Situation überhaupt erfasst hatte. Feya war an einem Karren angeleint, dem sie zwangsweise folgte, und auf dem Karren lag ein Echsenmensch. Wenn sie sich nicht irrte, war es derselbe, den sie am Fluß kennengelernt hatte, doch sicher war sich Arinna nicht. Er schien ebenso wie sie gefangen genommen worden zu sein und die Bognerin warf ihm einen mitleidigen Blick zu. Doch nach ein paar Stunden war sie eher neidisch auf Kenechukwu, denn sie hätte nur zu gern die Augen geschlossen und einfach etwas geschlafen um das Dröhnen in ihrem Kopf abzumildern. Auf dem Pferderücken ließ sich das allerdings nicht so leicht bewerkstelligen. Als ihm am nächsten Tag nach einem Gespräch mit Borchert die Fesseln abgenommen wurden und er sich gar einen Speer schnitzte, sah Arinna den Echsenmann nur noch ungläubig an. Wie konnte er sich nur mit diesem Gesindel verbrüdern?

-3 LP

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