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   Autor  Thema: [Abenteuer] Wie gegen Windmühlen (Gelesen 3715 mal)
Rorokpal

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #180 am: Mo., 22. Jun 2020, 10:26 »

Runde 24


Wie gegen Windmühlen


Das Kampfgeschehen vor der Höhle, in welcher die vierte Zeitkugel jeden Moment aktiviert werden sollte, war ziemlich unübersichtlich. Es war ein Geben und ein Nehmen, Angreifer überwunden die Barrieren an diversen Stellen, doch die Verteidiger reagierten schnell und kompromislos. Eine alte Fehde zwischen den zwei Echsenstämmen schwelte seit Langem und feuerte nun die Kampfbereitschaft enorm an. Als die Angreifer mitbekamen, wie ihre eigenen Leute in das feindliche Lazarett gezogen wurden, konnten sie sich nicht vorstellen, dass man ihnen dort tatsächlich helfen wollte. Ihnen schwebten wohl finstere Rituale und Nekromantie vor, während Shikra tatsächlich drinnen ihre heilende Magie anwandte.

Draußen, vor und hinter den Barrieren, starben jedoch weiterhin Krieger. Der Baron von Muesig hatte vor dem Eingang des Lazaretts Stellung bezogen und rief gerade nach Thorkk, da musste er sich auch schon gegen einige Angreifer zur Wehr setzen.

Barberlin verzichtete underdessen auf magische Angriffe und setzte sich mit ihrer Waffe zur Wehr, und das mit gutem Erfolg. Ungläubig sah der Echsenkrieger auf den Baselard, den die scheinbar so schmächtige Halbelfe ihm gerade durch die Lederrüstung in den Bauch gestoßen hatte. Er ging vor ihr auf die Knie. Doch schon war der nächste Angreifer heran, und Barbelin musste sich diesem zuwenden.

Das Trompeten der Waldelefanten war ein Schock, jedoch nicht für die Angreifer. Diese johlten und fühlten sich ihrem Sieg schon fast gewiss. Die Verteidiger feuerten ihre nutzlosen Pfeile auf die Dickhäuter ab. Stück für Stück ließen sie sich zurückdrängen. Mehr und mehr wichen sie von den Barrieren zurück, bildeten eine Linie, Rücken an Rücken – direkt vor dem Höhleneingang. Von oben kamen mittlerweile keine Angreifer mehr, diese waren alle besiegt oder hatten sich der Reihe der Rot-Streifen Echsen angeschlossen. Beinahe schien es, als ginge der Plan Kenechukwus und des verfeindeten Echsen-Stammes auf. Jedoch ...

Borchert und seine Männer tauchten nicht auf. Damit war auch Plan A vom Tisch, denn Maza´haresch dürfte wohl immer noch die Zeitkugel haben. Doch auch Plan B war so deutlich schwieriger, denn jetzt mussten alle in die Höhle getrieben werden, ohne dass ein Großteil in die andere Richtung auswich, in der eigentlich Borchert und seine Schützen sein sollten. Die Banditen waren jedoch in ein eigenes Problem verwickelt. Im Dämmerlicht waren sie aufgebrochen, hatten Askladd und Arinna an einen Baum gebunden. Danach waren sie vorsichtig der Spur der beiden falschen Dragonier gefolgt, über den Tempelvorplatz in den Dschungel auf der anderen Seite. Die feindlichen Jäger waren tatsächlich weg!

Borchert atmete erleichtert auf und winkte seine Männer heran. Man hörte bereits das Kampfgeschehen, dass nicht allzu weit vor ihnen stattfand. Borchert hob seine eigene Armbrust, richtete sie nach vorne und spielte nervös am Abzug herum. Geduckt ging er weiter, die anderen folgten ihm. All seine Sinne waren auf den Kampf vor ihm gerichtet. Eine kleine Bewegung, und er würde sofort schießen. Mit einem Angriff von hinten rechnete er jedoch nicht.

Christian, der Retter des Drachenauges und Zerstörer von Gasthäusern erkannte, dass sie in der Falle saßen. Die Waldelefanten waren zu groß, zu stabil und zu träge. Nichts würde sie so einfach aufhalten können, außer ...
Seufzend ließ er die Nacht noch einmal zum Tage werden. Gleißendes Licht erstrahlte, so dass jeder in der Nähe instinktiv die Augen schließen musste, als blickte man überraschend in die Sonne. Eine gewaltige Welle der Magie ging ringförmig von Christian aus, und der eine Waldelefant verglühte. Eine Brandspur zeichnete den Boden, umzäunt mit lauter kleinen Feuerchen. Ein gewaltiges Loch gähnte in der Barriere, doch von dem Elefanten auf der anderen Seite war nichts mehr zu sehen. Die Kämpfe kamen schlagartig zum erliegen. Einige schlugen sich die Hände vor die Augen, als schon eine zweite grelle Lichtexplosion von dem Magier ausging, diesmal in die andere Richtung. Der zweite Elefant versuchte zu bremsen, auszuweichen wie es ihm sein Instinkt befahl, doch seine eigene Trägheit war zu groß. Die Lichtkugel traf ihn und ...

Zumindest war es schnell gegangen. Man rieb sich die Augen, versuchte die tanzenden Sterne loszuwerden. Danach starrten Angreifer wie Verteidiger ungläubig auf die Aschereste, die kurz vor den durchlöcherten Barrieren auf dem Boden schwelten. Christians Stimmung war offenbar ziemlich schlecht, denn ein weiterer Echsen-Krieger, immmer noch mit erhobenem Sax vor dem Kriegerhäupling am Eingang stehend, musste ebenfalls dran glauben. Danach trank der Hohentürmler einen Manatrank und funkelte in die Menge. Die Botschaft war klar. Der Rot-Echsen Clan hatte den Kampf verloren. Sie hatten sich die falschen Verbündeten augesucht. Es gab nur noch eine kleine Hoffnung.

*


Mit einem letzten kräftigen Beinstoß durchbrach Kenechukwu die Wasseroberfläche. Er hatte es geschafft. Er war in der Höhle. Innerlich beglückwünschte er sich, dass er vor einer gefühlten Ewigkeit die verborgenen Wege ausgekundschaftet hatte. Der unterirdische See führte nach draußen, und er hatte den zweiten Eingang gefunden. Jetzt hatte er ihn genutzt, um sich unbemerkt von allen in die Höhle einzuschleichen. Seinen Körper hatte er mit Gänseschmalz eingerieben, um mit dem Wärmeverlust im Wasser zurecht zu kommen. Außerdem versuchte er das schreckliche Jucken zu ignorieren, welches von seiner neuen Tätowierung auf seinem Kopf ausging. Man tat, was man tun musste. Jetzt schlich er durch die finsteren Gänge zu dem Ort, wo er zweifelsohne Maza´haresch finden würde. Er betete inständig, dass er noch nicht zu spät war. Er ließ einen kleinen Feuerfunken in seiner rechten Hand entstehen und betrachtete das Flammentatoo, das seinen Unterarm umgab. Nur ein einziger, kraftvoller magischer Stoß, und die alte Hexe wäre besiegt. Wenn er sie überraschen konnte. Er musste ihr ja nur die Zeitkugel abnehmen.

Seine Zunge schnellte zwischen seinen Lippen hervor. Ahhh, dieser Pfeifengeruch! Die alte Schamanin war nahe. Tatsächlich,  nach der nächsten Biegung konnte er sie sehen. Sie saß auf dem Boden, alt und gebrechlich. Paffte ihre olle Pfeife. Sie blickte in die entgegen gesetzte Richtung, dorthin, wo der vermeintlich einzige Höhleneingang war. Es war soweit. Die Haupthöhle war recht groß, doch er sollte Maza´haresch erreichen können mit seiner Magie. Zur Sicherheit schlich er noch ein wenig näher heran. Es musste schnell gehen, sonst könnte sie sich am Ende noch verteidigen. Er ließ sich von Magie erfüllen, allem, was er jemals gehabt hatte. Das war nicht viel. Aber es würde reichen. Schon stellte er sich vor, wie die Alte im Feuer verging.

Die älteste Schamanin fuhr herum und sah ihn direkt an.

„Da bisssst du ja.“, rief sie erfreut.

Kenechukwu blieb wie angewurzelt stehen.

„Du sssoolltesst wisssssen, dasssss es hier drinnen keine Gänsssse gibt.“

Ihre Zunge schnellte hervor und der junge Schamane erinnerte sich daran, dass er über und über mit Gänseschmalz eingeschmiert war. Offenbar hatte die Alte das bereits gewittert und Eins und Eins zusammengezählt. Er hatte kein Zeit mehr. Er trat einen Schritt auf sie zu. Jetzt oder nie. Er streckte die Hand in ihre Richtung aus. Magie floss, Feuer loderte ...

„Und ssssso sssschließt sssssich der Kreisssss.“ grinste die alte Schamanin.

Maza´haresch hielt eine faustgroße, silberne Kugel in die Höhe, drehte diese ein wenig nach links gerade in dem Moment, da Kenechkwus Feuerzauber auf sie traf. Die Zeitkugel absorbierte die Magie, die Kombination war richtig eingestellt. Ein Flimmern ging durch die Luft, und die Kugel begann zu schweben. Entsetzt starrte Kenechukwu auf die entstehende Kuppel. Maza´haresch grinste noch immer, noch diesesmal nur deshalb, da ihr Skelett gar nicht anders konnte. Die Kuppel erfasste auch den jungen Schamanen, doch dieser wusste, was geschah und wandte sich um, um zu fliehen. Er konnte spüren, wie etwas nach seiner Zeit griff, doch er war nahe genug am Rand, um zu entkommen. Er glitt auf dem feuchten Stein aus, stieß sich kräftig den Kopf. Doch die Kuppel dehnte sich nicht weiter aus. Er würde überleben. Aber  - er hatte versagt!

Vor der Höhle war es bereits dunkel, als ein Beben durch Raum und Zeit ging. Wider allen Umständen und Hindernissen war es nun vollbracht. Alle vier Zeitkugeln waren aktiviert worden. Hanne tauchte hinter einem Felsblock auf (denn an den Kämpfen hatte sie sich nicht beteiligt) und rief erleichert:

„Geschafft! Das Band wird geknüpft!“

**


Etwas geschah! Von West nach Ost, vom Liansee bis zum Orakeltempel erschien ein grünliches Leuchten am Himmel. Genauso, wie es Shikra und von Muesig bereits Tage zuvor gesehen hatten. Langgezogene Schwaden bildeten sich aus und tauchten Silberdung in ein unheimliches Licht. Von den hohen Türmen des Ordens der Weisen aus konnte man den Streifen sehen, wie er das Firmament überspannte. Ein älterer Mann saß am Ufer des großen Wasser südlich der S´inh Hügel und beobachete das Phänomen aufmerksam. Die Schwaden waren in Bewegung, schienen langsam zu rotieren, wie eine gewaltige Walze.

Rorokpal hatte alle Mühe, Max zurückzuhalten. Sie hatte entschieden, dass der Junge hier beim Waisenhaus bleiben sollte, solange es bei der Höhle so gefährlich war. Dieser wollte jedoch unbedingt zu Shikra und Hanne, ihnen beistehen. Die Gärtnerin hielt das für keine gute Idee. Also blieb sie bei ihm und versuchte ihn so gut sie konnte abzulenken.

„Das scheint dann wohl dieses Band zu sein, dieses grüne Leuchten am Himmel. Wusstest du, dass es ein Land gibt, in dem so etwas regelmäßig vorkommt? Das hat etwas mit Sonnenlicht zu tun, dass auf die Luft trifft. Und natürlich dem unsichtbaren Schild der Sänger, welches gefährliche Dinge im Licht auf Kreisbahnen lenkt.“

Das Leuchten war eigentlich recht schön, fand Max. Doch auch Rorokpal konnte sich gut vorstellen, dass gerade viele Leute voller Erstaunen gen Himmel starrten und sich Gedanken über die Wunder der Natur machten. Vielleicht nahm der eine die Hand seiner Liebsten, und zwei Streithähne hielten inne, um gemeinsam dem friedlichen Schauspiel beizuwohnen.

***


Die Schwaden bewegten sich, begannen zu rotieren. Schneller, schneller und sie wurden immer dichter. Auch das Leuchten nahm zu, bis das Phänomen mehr einem erstarrten Blitz am Himmel glich. Irgendwie begann das Ganze bedrohlich zu wirken. Max griff nervös nach Rorokpals Hand und biss sich auf die Unterlippe. Mit großen Augen starrte der nach oben. Die Adeptin konnte den weiß-grünen erstarrten Lichtblitz deutlich in seinen Pupillen sehen, wie er das ganze Firmament überspannte. Etwas stand unmittelbar bevor, das konnte man jetzt spüren.

Und etwas geschah. In einem Moment verdichtete sich der stehende Blitz zu einer einzigen gleißend weißen Linie, danach riss diese an anzähligen Stellen auf. Absolute Schwärze war dahinter, das Chaos. Nein, nicht absolut, da waren Augen. Rot blinkend. Gelb strahlend, wie eine Warnung. Und dazwischen waren dunkle Schemen, die sich nicht natürlich bewegten. Wie ein mechanisches Räderwerk, erfüllt von einem unheiligen Leben. Immer die gleichen Bewegungen ausführend, und jedes Mal, wenn das Ding aus dem Riss in diese Welt ragte, ließ es etwas fallen.
Es waren gelbe Fässer. Unheilvolle Behälter für ein großes Übel. Was sonst sollte es sein. Und jedes dieser Fässer trug ein einziges Zeichen wie ein finsteres Versprechen. Eine Warnung: eine schwarze Windmühle.


Credit: Die Helfer Wiens
 

****


Doch die Fässer fielen nicht auf den Boden, wie es alle fallenden Dinge sonst tun würden. Sie wurden von einer unsichtbaren Kraft abgelenkt, manche nur wenig, manche mehr – doch sie alle steuerten zielsicher auf die Zeitkuppeln zu. Sie stießen in die schwarze Mitte der Kuppel am Liansee, sanken tief in das lichtschluckende Zentrum der Kuppeln bei den Hügeln von Nedamon und über dem Wasser bei den S´inh Hügeln. Auch wurden zahlreiche Fässer durch den Höhleneingang ins Innere getrieben, so dass die wachenden Krieger zur Seite springen musste, um den Eingang freizugeben.

Welches Chaos diese schwarzen Windmühlen auch immer bringen mochten, dem Sog der Zeitkuppeln widersetzten sie sich nicht. In rasender Geschwindigkeit vergingen Jahre, Jahrhunderte. So schnell, dass nicht einmal Licht aus der finsteren Mitte der Kuppeln entkommen konnte. Und schließlich war es vorbei. Es kamen keine neuen Fässer aus dem Riss, obgleich Tausende gefallen sein mussten. Das mechanische Räderwerk verharrte still, rote Lichter blinkten und alle Risse schlossen langsam. Kurze Zeit später war der Himmel im Osten wie im Westen wieder dunkel. Die Nacht kehrte zurück.

Kaum war das letzte Licht vom Himmel verschwunden, schalteten sich auch die Zeitkugeln wieder ab. Zuerst die bei Silberdung. Einfach so, von einem Moment zum nächsten war sie nicht mehr als eine schön verzierte Metallkugel, die dumpf auf dem Boden aufschlug. Ein Boden, der Millionen Jahre älter war, aber das war ihm nahezu egal. Es war nicht mehr als ein Wimpernschlag für die Natur. Von den Fässern jedoch ... gab es keine Spur. Nur brauner Staub zierte die Erde.

Die Höhle rumpelte, bebte. Stützende Strukturen waren gealtert, und nun konnte der Berg sein eigenes Gewicht nicht mehr halten. Brauner Staub wirbelte auf, als erste Felsbrocken niederstürzten, dann brach alles ein. Der Krieger-Häuptling schickte sich an, Maza´haresch zu retten, doch es war zu spät. Der Eingang zur Höhle war blockiert. Er wusste nicht, dass die alte Schamanin längt zu Staub zerfallen war. Die verbleibenden Rot-Echsen dagegen flohen. Die Schlacht war verloren, und etwas Schreckliches war geschehen. Etwas unheimliches hatte seinen Weg in diese Welt gesucht und es war besser, weit weg von diesem Ort zu sein.

Max starrte immer noch in den Himmel und fragte mit zitternder Stimme:

"S-sind wir daran Schuld?"

Rorokpal wirkte erschüttert.

"Lass uns die anderen suchen! Schnell jetzt.", rief sie dem Mann neben sich zu.
« Letzte Änderung: Mo., 22. Jun 2020, 10:32 von Rorokpal »
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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #181 am: Do., 25. Jun 2020, 12:03 »

Es war also geschehen, während der Adelige davon – selig dahinkomatierend  - gar nichts mitbekommen hatte. Damit war es aber noch nicht beendet. Einzelne feindliche Krieger wollten das Ende aus welchen Gründen auch immer so nicht hinnehmen und waren noch immer zu allem bereit. Ein solcher hatte es auf den Herrn von Muesig abgesehen.

Da Thorkk für faire Spielregeln bekannt ist hat er den Adeligen kurzerhand wieder aus der Waagrechten in die Senkrechte gestellt. Solches Handeln hat eine stimulierende Wirkung auf Schlummernde, der Herr von Muesig nicht ausgenommen. Vielleicht war es aber auch der Zuruf: „Bunte Echse mit Zahnstocher“ Viel Zeit zum Überlegen blieb nicht, denn die Echse, deren Lanze auf ihn zielte, war schon heran. Ein Handgriff, 1000 mal geübt, der Degen lag in der Hand, eine Abfolge von Angriffssequenzen folgte, zwischendrin schnell einmal dem Lanzenstoß ausgewichen, dann war der Kampf auch schon zu Ende. Für den Gefallenen würde auch Shikra nichts mehr ausrichten können, so zugerichtet wie sie, die Echse, war. Wieder einmal überlebt, Triumpf fühlte er keinen. „Danke….Thorkk“ wusste er, wem er es verdankte.

Zeit, sich umzusehen. Nur noch vereinzelte Geplänkel. Von den riesigen Ungetümen war nichts mehr zu sehen. Christians Magie war nicht nur für Abrissarbeiten gut, sondern auch zum Eleminieren von Elefanten. Die Sache war zweifellos entschieden. HALT! Was war mit der Zeitkugel? Beim Rundblick konnte er die maza'haresch nicht ausmachen, was aber nichts heißen musste. Es dunkelte bereits.
Die Antwort auf die ungestellte, offene Frage offerierte der Himmel. Ein gewaltiges Schauspiel, wie es der Adelige in Ansätzen schon ein zwei Tage vorher gesehen hatte. Mit dem Unterschied, dass es sich dieses Mal nicht so schnell verflüchtigte. Die Schwaden, eindeutig Figuren bewegten sich nach einem eigenen Rhythmus, der aber für menschliches Gehör unhörbar war. Immer ekstatischer wurden de Bewegungen. Dann ein Blitz, Schwärze, Augen… was zum 5 beinigen Hund war das. Schwarze rotierende Flächen. Dies Erscheinung würde noch Generationen beschäftigen. War es aus der Zukunft, ein Menetekel? Herr von Muesig hätte gelogen, wenn er das was sich ihm darbot, auch nur ansatzweise verstanden hat. Oder ja,  doch, die schwarze Windmühlen. Doch noch war es nicht zu ende. Fässer fielen vom Himmel, aber andere, nicht solche, die er aus Weinkeller kannte. Sie landeten auch nicht an Ort und Stelle. Wie von einer unsichtbaren Hand wurde sie zu einem anderen Ziel geleitet. Einige fielen dann doch vor dem Eingang zur Höhle herab, landeten aber nicht dort sondern glitten in die Höhle hinein. So viel Fantasie besaß sogar Martin, dass die anderen ‚Fässer‘ wohl zu den anderen Zeitkugeln hinzogen. Nachdem erlöschen des Lichts am Himmel, ihn also wieder Dunkelheit umgab, spürte er, wie die Erde zu beben begann. War nun die des Weltuntergangs gekommen, wie er bereits oft und öfter prophezeit worden war? Getöse wie es ein Steinschlag auslöst. Schreie von dort, wo sich der Höhleneingang befinden musste. Wenn der Berg in Bewegung geraten war, gab es für die in der Höhle befindlichen Wesen keine Rettung. Es sei denn, sie hatten sich vorher ins Freie retten können.
Die Erde, auf der Herr von Muesig stand, beruhigte sich wieder. Der Weltuntergang war wohl ein weiteres Mal abgesagt worden, aber es war etwas passiert. Er entzündete eine Fackel und begab sich in Richtung der Höhle, machte aber nach einigen Schritten halt. Wo einmal ein Eingang gewesen war, war nun…kein Eingang mehr. Wüsste er es nicht besser, könnte man behaupten, da wäre nie ein Eingang gewesen. „War's das?“ fragte er sich selbst. Hatte er das Richtige forciert? Oder wäre es doch anders herum, alle Zeitkugel deaktivieren, besser gewesen? Eine Frage, die nicht nur ihn noch länger beschäftigen wird. Zumindest darüber hatte er Gewissheit.

Er musste die anderen suchen, es konnte sein, dass noch weitere Unannehmlichkeiten drohten. Was wusste er schon!


« Letzte Änderung: Do., 25. Jun 2020, 12:11 von Suffix »
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Shikra

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #182 am: Fr., 26. Jun 2020, 01:02 »

Es war nicht Amote, der, animiert durch Shikras Sorge, den Baron am Boden liegend fand, sondern der Steintroll. Der Elfe fiel ein riesiger Stein vom Herzen, als sie Martin wieder aufrecht stehend sah. Als er jedoch mit seinem Degen, zugegeben sehr gekonnt, auf eine Echse losging, drehte sie sich weg und schaute im Inneren des Lazaretts nach dem Rechten.
Denn während ihre Freunde vor der Felsenwand tobten, versuchte die Apothekerin und Hohentürmlerin die Verluste – sowohl auf der Seite der Echsenschamanin, als auch auf Seite der rot tätowieren Echsen – möglichst gering zu halten. Schnell verband sie eine blutende Wunde; ihren Heilzauber benutzte sie nur noch bei kritischen Verletzungen, um nicht zu schnell an ihre magischen Grenzen zu gelangen. Das hatte sie schon damals bei der Schlacht gegen die Schlangenwesen gelernt und auch Landolin hatte mal was in diese Richtung erwähnt.

Nachdem wieder alle im Krankenlager befindlichen Patienten, deren Anzahl in der letzten Stunde ordentlich gestiegen war, halbwegs versorgt waren, nahm sie wieder mit gespanntem Bogen ihre Beobachtungsposition ein. Mehr als einmal hatte sie einen Arm, der Barbelin, Martin, Amote oder Christian gefährlich werden konnte, anvisiert, hatte sich jedoch nicht getraut, die Sehne loszulassen - aus Angst, doch die eigenen Leute zu verletzen. Glücklicherweise kamen besagte schützenswerte Freunde auch gut alleine zurecht.
Einmal zückte sie sogar ihren Dolch, als eine rotmarkierte Echse direkt auf den Eingang des Lazaretts zuhielt. Wie einst von der jungen Priesterin aus Nuru gezeigt bekommen, hob sie die Hand, die den Griff des Jagdmessers umfasste, neben ihr rechtes spitzes Ohr, doch wich der gegnerische Krieger von dem so hell erstrahlenden Licht ihres Gildenbruders zurück und Shikra kam nicht in die Verlegenheit, ihre Waffe in einem anderen Lebewesen zu versenken.

Die Sonnenlichter beendeten die kriegerische Auseinandersetzung recht zügig und sehr effektiv. Was danach alles passierte, bekam die Heilerin gar nicht alles richtig mit, da sie sich immer wieder von den Verletzen ablenken ließ, doch das ein oder andere Detail wurde ihr später noch berichtet.
Die Kämpfe kamen zum Erliegen und plötzlich war Hanne bei ihr und sprach:
Geschafft. Das Band wird geknüpft.
Shikras Blick wanderte nach oben, wo der Nachthimmel wieder von den ‚Bollerlichtern‘ des ehemaligen Pferdezüchters erhellt wurde. Weiße und grünliche Streifen wanderten über die Dunkelheit, begannen sich zu drehen, wurden heller und heller und offenbarten Chaos und rot funkelnde Augen, wie die Elfe sie schon ein paar Tage zuvor gesehen hatte.
War dies nun ein gutes oder schlechtes Zeichen?

Ein lautes Stöhnen hinter ihr forderte ihre Aufmerksamkeit und so löste sie sich von dem unheimlichen Anblick und kümmerte sich um einen Schattenkrieger aus Amotes Dorf, den ein Speer böse an der linken Seite erwischt hatte. Sie konzentrierte sich auf das Verletzungsmuster, schloss für einen Moment die Augen und sah dann zu, wie sich die Rippen ausrichteten und der Stich verheilte.
Draußen wurde es auf einen Schlag wieder dunkel, nachdem vereinzelt erstaunte oder ängstlich klingende Rufe erklungen waren.
Sie kehrte wieder zum improvisierten Eingang zurück und wurde von Amote und seinen kräftigen Armen in Empfang genommen. Aufgeregt berichtete er von gelben fliegenden Fässern. Shikra war sich sicher, es falsch verstanden zu haben, aber im Moment war nur wichtig, dass es vorbei und er bei ihr war.

Vorbei war es zumindest solange, bis die Höhle einstürzte. Laut und staubig schloss sich der Riss in der Felsenwand und zusammen rannten sie an die Unglückstelle, bei der sich auch die übrigen eingefunden hatten.
„War jemand in der Höhle?“
fragte sie mit sorgenvoller Stimme. Anscheinend war nur die alte Echse in der Felsenwand gewesen, um die letzte Zeitkugel zu aktivieren. Und für sie würde jede Hilfe zu spät kommen, denn die Zeitkuppel hatte ihr wohl alle übrigen Lebensjahre abverlangt. Eine Welle von Schuldgefühlen, aber auch von Dankbarkeit brach über die junge Waldelfe hinweg. Sie hatte der weisen Frau nicht vertraut. Sie hätte die Kugeln lieber deaktiviert und doch hatte sich die unsympathische Schamanin für alle geopfert. Und zumindest für den Moment sah es so aus, als ob sie damit das Richtige getan hatte.

Shikra entdeckte Martin, umarmte ihn glücklich und vergewisserte sich, dass es ihm und dem kindlichen Troll gut ging. Nach Barbelin schaute sie ebenfalls:
„Seid ihr wohlauf?“
Hanne kam dazu und die Apothekerin schloss auch sie in eine über das Ende der Zeitkuppeln glückliche Umarmung.
Danach trat sie zu Christian.
„Geht es dir gut? Dein Sonnenlicht war…“
zerstörerisch, brutal, völlig übertrieben, sehr effektiv, genau im rechten Augenblick, unsere Rettung,…
„beeindruckend wie immer.“
Seine junge Gildenschwester fragte sich, wie der Magier es schaffte, ein so großartiger Heiler und Lebensretter zu sein und doch auf dem Schlachtfeld mit erforderlicher Härte und Berechnung sein kriegerisches Talent unter Beweis zu stellen. Kurz tauchte der Gedanke bei ihr auf, dass sie selbst, trotz der vielen und auch angenehmen Übungen mit Bogen und Dolch, nie eine wahrhafte Kämpferin werden würde.
„Was wird jetzt aus den Zeitkugeln? Können sie nochmal für jemanden gefährlich werden oder ist es für immer vorbei? Maza´haresch hat sich für uns und das Leben aller geopfert, das war eine sehr große Tat.“
gab sie zum Schluss zu.

„Ich sehe nochmal nach den Verwundeten und dann müssen wir nach Arinna und Askladd suchen. Vorhin hatten zwei Angreifer Teile ihrer Ausrüstung. Hoffentlich ist den beiden nichts zugestoßen.“
Jetzt, da sie sich die Zeit nehmen konnte, sich zu überlegen, was es bedeutete, wenn andere die Rüstung des Nordmanns und den Umhang der Bognerin trugen, wurden die Szenarien, bei denen die beiden unbeschadet aus der Sache gekommen waren, immer weniger.
„Hoffentlich leben sie noch.“
der letzte Satz war nur noch geflüstert, damit das Gegenteil nicht eintreten konnte.


- 5 MP für 20 LPs durch VHZ

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Christian

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #183 am: Sa., 27. Jun 2020, 04:11 »

Die beiden Waldelefanten und auch dieser eine gegnerische Echsenkrieger, der sich danach noch nicht einsichtig gezeigt hatte, vergingen im Sonnenlicht, so dass nur etwas Asche übrig blieb. Da hatte der Magier es wohl doch wieder etwas übertrieben, daher hoffte er, dass die Seelen der fehlgeleiteten Elefanten zumindest zu Kementarî kamen, was mit der Seele des rot markierten Echsenkrieger geschah, interessierte ihn dagegen nur peripher. Und dann tauchte Hanne auf und rief aus, dass es geschafft sei, das Band würde geknüpft. So scahute auch der Retter des Drachenauges nach oben zum grünlichen Gebilde, nachdem er den Manatrank geleert hatte und beobachtete das Schauspiel aufmerksam, jederzeit bereit, einem auftauchenden Übel Paroli bieten zu können.

Nachdem sich weiße Risse  wie zu einer anderen Dimension gebildet hattten und der dahinter liegenden Schwärze rot und gelb leuchtende Augen zu sehen waren, wurden von einem nur schemenhaft erkennbaren Gebilde Fässer ausgesondert, welche zu ihnen herunter auf den Höhleneingang zuschwebten, als ob diese von der mittlerweile gebildeten Zeitkuppel angezogen werden würden. Auf diesen war auf gelbem Grund eine schwarze Windmühle abgebildet, zumindest erinnerte das Zeichen an sowas. Was sich wohl in diesen Fässern befand, dass es der Zeitkuppeln bedarf? Was verging mit der Zeit? Vielleicht sollte etwas zersetzt werden, wie es ja auch mit sterblichen und anderen Überresten geschah, nur dass es eben sehr lange dauerte und mit Hilfe der Zeitkuppeln beschleunigt werden sollte? Aber das war alles nur Spekulation, wichtig war nur, dass es keine bleibenden Schäden hinterließ.

Schließlich war es vorbei, die Risse schlossen sich und der Himmel glich wieder dem Antlitz einer herkömmlichen Dschungelnacht. Die rot markierten Echsen flohen endlich, sie hatten nicht erreicht, was sie wollten. I der Näöhe rumpelte es gewaltig, offensichtlich hatte der Zahn der Zeit dann doch zu sehr an der Höhle genagt.


Bah, das auch noch. Wer war noch in der Höhle?

Angeblich nur die Weise Echsenfrau, von der aber nicht mehr viel übrig sein dürfte, wenn diese während der ganzen Zeit in der Zeitkuppel gewesen war.

Dann sollte man zumindest diese Zeitkugel sichern, ich möchte nicht in 10.000 Jahren neue herstellen, wenn sowas nochmal bevorsteht.

Aber Hanne meinte, das sowas nicht mehr vorkommen sollte, da alle auch zukünftigen solchen Ereignisse mit diesem einen Mal aufgrund der in den Zeitkuppeln vergangenen Zeit abgehandelt sein sollten.

Nun, dann eilt es nicht sonderlich, aber dennoch möchte ich die Zeitkugeln nicht unbeaufsichtigt wissen. Also wenn diese hier niemand bergen und in verantwortlich damit umgehende Hände geben möchte, sollte zumindest immer jemand ein Auge darauf haben, dass auch kein anderer dieser habhaft wird.

Dennoch wäre es ihm lieber, diese früher oder später besser gesichert zu wissen, bevorzugt natürlich in seiner Truhe im Hohenturm, bei der er sicher war, dass zumindest die Novizen aufpassen würden, dass da niemand einfach so drangehen würde.

Gibt es noch Verletzte?

Damit wandte sich der Magier von den Überresten der Höhle seiner Gildenschwester zu und tappte mit dieser und dem Herrn von Muesig zum Lazarett. Auch Arinna und Askladd tauchten auf, was war denn denen passiert?

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Askladd

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #184 am: Sa., 27. Jun 2020, 15:49 »

Es war leichter sich an Brochert und seine Spießgesellen anzuschleichen als Askladd zu hoffen gewagt hätte. Mit einer Bedrohung von hinten schienen sie überhaupt nicht zu rechnen – warum auch, sie hatten ihre Gefangenen gefesselt zurückgelassen – und die Förster waren es gewöhnt sich im Wald zu bewegen. Vor allem Arinna, die zudem noch Waldläuferin war. Und Askladd setzte seine Schritte genau wie ihre, duckte sich dabei so tief er konnte unter herabhängenden Ästen hindurch und zog seine breiten Schultern so weit wie möglich ein.

So kamen sie den Räubern Stück für Stück näher, bis sie aus der Deckung eines dichten Gestrüpps heraus freie Schussbahn auf ihre Rücken hatten. Ein schlechtes Gewissen wegen der etwas hinterhältigen Kampfweise hatte der Hüne aus dem Norden nicht. Nicht diesen Leuten gegenüber. Also nickte er nur, als die Bognerin ihm bedeutete, dass sie angreifen sollten und seine Lippen formten: Übernimm Du Brochert. Dann entsicherte er seine Armbrust und legte an.

Seine ersten beiden Bolzen trafen zwei der Räuber in den Hinterkopf. Nicht einmal ein Helm konnte davor wirklich schützen. Und da sie nun ihre Anwesenheit eh verraten hatten, gestattete er sich ein zufriedenes Schnauben. Die Gauner waren in wilder Panik und Arinna hatte ebenfalls sehr gute Arbeit geleistet. Der nächste Bolzen drang einem der Männer, der gerade Deckung suchte, tief in die Schulter. Mit etwas Glück war auch der nun kampfunfähig.

2x Kopftreffer 1x Körpertreffer AW 23
« Letzte Änderung: Sa., 27. Jun 2020, 15:50 von Phelan »
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Arinna von Hohenfels

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #185 am: So., 28. Jun 2020, 10:22 »

Das Überraschungsmoment war ganz auf Arinnas und Askladds Seite. Sie schafften es recht problemlos der Spur von Borchert und seinen Männern zu folgen, denn sie hatten sich keine Mühe gegeben ihre Spuren in irgendeiner Art zu verwischen. Warum sollten sie auch, immerhin waren sie hier die Angreifer und nicht die Verfolgten. Voll konzentriert auf das, was sich vor ihnen befand, bemerkten sie die beiden Bogner erst als die ersten Pfeile und Bolzen bereits flogen, denn Arinna und Askladd hatten das Glück der Stunde ausgenutzt um einen Vorteil gegen die Überzahl an Männern zu haben. Auf ein Zeichen hin waren sie gemeinsam hinter den Bäumen herausgetreten und hatten das Feuer eröffnet.

Arinnas erste Pfeile galten Borchert selbst, der nach dem zweiten schwer verwundet zu Boden ging. Sofort schwenkte die junge Frau um und nahm sich einen der anderen Männer vor, der den Angriff realisiert und sich zu ihnen umgewandt hatte. Auch dieser Pfeil saß, und mit ruhiger Hand, wie sie es schon viele hundert Male geübt hatte, zog sie einen weiteren Pfeil aus ihrem Köcher. Sie war schneller als Askladd, der seine Armbrust neu spannen musste, und visierte einen der Männer an, der gerade einen Gegenangriff starten wollte. Mit einem leisen Sirren flog der Pfeil durch die Luft und landete mit einem matschenden Geräusch im Auge ihres Ziels, bohrte sich tief in das dahinter liegende Gewebe. Er kippte nach hinten wie ein Sack Kartoffeln und landete mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden. Blut sickerte auf die Erde, doch Arinna achtete nicht darauf. Die Lippen zu einer dünnen Linie zusammengepresst griff sie nach einem weiteren Pfeil und legte ihn auf die Sehne. Auch Askladds Bolzen hatten einige Männer das Leben gekostet. Würde es noch Gegenwehr geben?

2 x AW 23 auf Borchert
1 x AW 23 auf Mann 1
1 x AW 23 doppelter Schaden auf Mann 2
- 4 Pfeile
« Letzte Änderung: So., 28. Jun 2020, 10:22 von Myriel »
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Barbelin Krapper

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #186 am: So., 28. Jun 2020, 21:29 »

Die unglaubliche Machtdemonstration Christians hatte den Kampf beinahe sofort beendet. Doch nun starrten beinahe alle zum Himmel hinauf. Es schien Barbelin als versuche etwas das Band der Spähren zu zerreißen. Als schließlich unzähliche Augen auf sie herabstarrten war sich die junge Priesterin sich das gerade die Niederhöllen versuchten hier einzudringen.

Doch was konnte sie tun, sie war nur eine, noch nicht einmal ein Paladin. Statt die Augen angsterfüllt abzuwenden straffte sich Barbelin. Mit fester Stimme rief sie den Sänger des Lichts an.

"Paladin, stehe uns bei und halte deine Hand schützend über deine Schöpfung!"

Wie schon mehrmals zuvor schien ihr Geber gehör zu finden, denn sie fühlte sich auf einmal sicherer und geborgen. Die fliegenden gelben Fässer schienen etwas gefährliches zu sein, doch sie wurden weggesogen. Unfähig dem ganzen Spektakel einhalt gebieten zu können suchte der Blick der Halbelfe ihre Gefährten, alle waren noch auf den Beinen.

Das laute Krachen, welches beim Einsturz der Höhle ertönte brachte Barbelin wieder ins Hier und jetzt. Schnell eilte sie in Richtung des Lazaretts in welchem sie Shikra vermutete, um dieser zu helfen.

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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #187 am: Mo., 29. Jun 2020, 19:06 »

Runde 25 – Epilog

Arinnas erster Pfeil traf Borchert, verfehlte nur knapp sein Herz. Dieser gab einen erstickten laut von sich und ging in die Knie. Dabei zog er den Abzug seiner Armbrust, so dass sich der Bolzen ins Nirgendwo aufmachte. Mit einer Hand am Boden wandte er sich um, suchte nach dem Schützen in der Dunkelheit. Er hatte Schwierigkeiten, jemanden zu erkennen. Da! Zwei menschliche Schatten. Waren das etwa ...

Ein zweiter Pfeil sauste heran und traf kritisch. Vor Borcherts Augen wurde es schwarz. Mit einem röchelnden Geräusch fiel er um. Dabei brach er einen Pfeil ab, aber das war für ihn ohnehin unwichtig. Er würde nicht mehr aufwachen. Doch auch Askladd hatte die Gunst der Stunde genutzt und bereits zwei Bolzen abgefeuert, die zwei der Banditen ohne Umschweife ins Jenseits beförderten. Dies reichte den verbleibenden Banditen aus, um auf das Kämpfen zu verzichten, und lieber das Weite zu suchen. Allein, sie kamen nicht weit. Ein weiterer Bolzen, weitere Pfeile. Die beiden ehemaligen Gefangenen machten keine halben Sachen.

Als der letzte Bandit fiel, tauchte erst ein greller Lichtblitz den Wald in ein schattenverzerrtes Abbild seiner Selbst, dann folgte ein zweiter und ein dritter. Anschließend wurde es ruhig. Kampfes Lärm verebbte. Vorsichtig konnten Arinna und Askladd zu den anderen aufschließen, gerade rechtzeitig, um dem seltsamen Ereignis am Himmel beizuwohnen.

*

Es war vorrüber. Ein junger Mann in einer Robe war als erster an der Stelle am Liansee, wo die Zeitkugel sich eben deaktiviert hatte. Man beobachtete ihn argwöhnisch, doch ohne einzugreifen. Der Schreck saß noch zu tief. Der Mann nahm ohne Furcht das Artefakt vom Boden, das eben noch einen Spalt im Himmel verursacht hatte, und seltsame gelbe Fässer aufgesaugt hatte. Auch Winfried, der Schreiberlehrling aus Nighton, war rechtzeitig zur Stelle bei den Hügeln von Nedamon um die dortige Zeitkugel aufzulesen. Ob er jedoch zu Melforn zurückkehren würde, war nicht einmal ihm klar. Jemand musste einen neuen Kurs berechnen, so viel war klar. Der alte Æthriker am Ufer der Wasser von S`inh seufzte. So einen nützlichen Zauber wie der Retter des Drachenauges kannte er nicht. Die Zeitkugel würde vermutlich lange Zeit am Grund verweilen, bis sie eines Tages irgendwo wieder auftauchen würde. Er war sich sicher, dass jemand berechnen konnte, wo das wäre. Er selbst vermochte das nicht.

Christian sorgte sich ebenfalls um den Verbleib der vierten Zeitkugel, welche unter den Trümmern der Höhle vergraben war. Er schlug vor, jemand sollte ein Auge darauf haben. Lo´sha senkte schnell den Blick, denn er fürchtete, das der Adelige ihm diese Aufgabe auftragen würde. Dann würde er es tun. Allerdings würde er lieber zurückkehren, seinen lädierten Arm auskurieren und dann neben Ran als Jäger weiterarbeiten. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass er zu Hause immer noch unerwünscht wäre, jetzt, da die Mission ein voller Erfolg war. Oder war sie das? Warum sahen alle so irritiert aus? War das Ereignis nicht das Gewünschte?

*

Die Echsen begannen, die Spuren des Kampfes zu beseitigen. Gefallene zusammenzutragen und ihnen die letzte Ehre zu erweisen. Aus den Pfählen und Holzbauten der Verteidigungsanlange errichten sie Scheiterhaufen, auch für die Echsenkrieger der Rotstreifen. In der Dunkelheit leuchteten die Feuer, und leiteten die Seelen der tapferen Krieger in die nächste Welt. Nachdem sie diese gerettet hatten, wie man ihnen versicherte. Tatsächlich wirkten nur wenige davon überzeugt, das Richtige getan zu haben. Zu abstrakt war das Ereignis gewesen, und doch zu real und unheimlich, um es einfach zu vergessen.

Aus Richtung der Waisenhauses tauchten zwei Gestalten auf, ein Mann und eine Frau. Es waren Max und Rorokpal. Sobald der Junge Shikra sah, stürmte er auf sie zu, sein Gesicht strahlte überglücklich, dass es ihr gut ging. Aus seiner Kehle ertönte ein Lachen, glockenhell, wie der reine Ton eines unbefangenen Kindes. Und im Wiederhall dieses Klanges schien er jünger zu werden, mit jedem Schritt, den er der Waldelfe näher kam. Ein Kind war es schließlich, welches Shikra um den Hals fiel. Hanne starrte Max sprachlos an. Sie rieb sich die Augen, als vermutete sie, es handle sich nur um einen Traum.

„War das ... der Klang eines Sängers?“ hauchte sie überwältigt. Max Eltern würden überglücklich sein.

*

Am nächsten Morgen wurde es wurde Zeit, aufzubrechen. Die Dragonier wollten zurück nach Hause, nicht jedoch bevor der Kriegerhäuptling der Echsen einige Belohnungen verteilte. Ohne ihre Hilfe hätten sie es nicht geschafft, dessen war er sich sicher. Bei all den Irrungen und Wirrungen, die es bis zum gestrigen Abend gegeben hatte – er neigte das Haupt, auch in Richtung von Askladd und Arinna, nachdem er in groben Zügen erfahren hatte, was die beiden durchgestanden hatten. Und welche Rolle sie gespielt hatten, als sie durch ihr beherzten Eingreifen die Falle des Rotstreifen-Clans entschärft hatten. Der Verlust von Maza´haresch schien ihm nicht viel auszumachen – oder er versteckte es sehr gut. Wahrscheinlich hatten sie und er mit diesem Ausgang gerechnet. Dennoch, da Kenechukwu nun abtrünnig war, fehlte ihnen im Dorf ein wichtiges Element, ein weiser Schamane. Schon fiel sein Blick auf Rorokpal, die immer noch den ledernen Brustharnisch mit den Symbolen einer Weisen Frau trug.

Diese schüttelte unmerklich den Kopf und versteckte sich unauffällig hinter Christian, ehe sie lautstark rief:
„Vergesst es! Bitte.“

Reisen durch Portale sollten jetzt wieder sicher sein, immerhin waren die Krümmungen des Raums, welche von den Wesen hinter dem Riss erzeugt worden waren, nun ausgebügelt. Der Krieger bot den Dragoniern eine Portalrolle an, die nach Nuru führen würde. Ein Geschenk von Maza´haresch.

*

Der Älteste der Æthriker saß im Schneidersitz über seinem Klemmbrett. Er las einge Berichte, und kritzelte etwas auf eine vollgeschriebene Seite. Er malte einen roten Blitz neben eine Gleichung und starrte sie beinahe hasserfüllt an. In kleinen Buchstaben kritzelte er eine Notiz.

Order den Weisen. Pah.


Wie auch immer, die kleine Divergenz war ausgebügelt worden. Aber das war nicht sein Verdienst, dessen war er sich bewusst. Allerdings würde das nie jemand erfahren.
« Letzte Änderung: Mo., 29. Jun 2020, 19:55 von Rorokpal »
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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #188 am: Mi., 08. Jul 2020, 12:51 »

Nun war es tatsächlich vorbei. Herr von Muesig atmete mehrmals heftig durch. Bis zum Ende war er unsicher gewesen, die richtige Sache zu unterstützen und aktiv zu betreiben. Das gab er auch Christian zu verstehen und bedankte sich auch, dass er ihm geholfen hat. Der hatte dann auch gleich ein Ansinnen. Er wollte die letzte Zeitkugel wieder bergen lassen. Damit nicht noch etwas Unvorhergesehenes passieren könnte. Verständlich. Thorrk würde den Felseingang schon freilegen können. Nach einer Nachdenkpause hatte der Adelige eine andere Lösung, die er Christian mitteilte. „Keiner hat mehr getan, um die Aktivierung der Zeitkugeln zu ermöglichen und ich könnte mir auch keinen sichereren Ort als Deine Obhut vorstellen….aber ich denke, es wäre nicht rechtens. Die Kugel ist Eigentum der Echsenwesen und dorthin soll sie auch wieder gelangen. Sie sind in der Vergangenheit sehr verantwortungsvoll damit umgegangen und ich haben keinen Zweifel, dass sie das auch in Zukunft tun werden. Wer auch immer der weisen Frau nachfolgt. Ich hoffe Du verstehst das und bist mir deswegen nicht gram.“ Er gab dem Steintroll den Auftrag, den Eingang freizuräumen…“Wetten, Du schaffst das!

Sie waren nun ganz in der Nähe der Verletzten und Verwundeten, um die sich Shikra mit Leibeskräften abmühte. „Noch eins bleibt zu tun. Hier sieht es aus wie sau. Ich habe Shikra versprochen….sie ist da verständlicherweise etwas sensibel…versprochen, die gefällten Bäume wieder aufzuforsten. Du könntest mir dabei behilflich sein, wenn wir kurz zu einer Gärtnerei könnten und mit den Setzlingen wieder zurück. Ansonsten würde das ewig dauern. Ginge das?

Dann sah er der Apothekerin bei ihren Bemühungen zu. Er staunte noch immer wie sie leichte Wunden mit links, wie es schien, heilen konnte. Humpelnde konnten plötzlich wieder normal gehen, ausgerenkte Gelenke konnte augenblicklich wieder eingesetzt werden. So etwas könnte er auch brauchen. Die Priesterinnen waren gut darin kleine Verletzungen zu verbinden, Wunden auszuspülen und zu desinfizieren, aber es waren immer langwierige Verfahren. „Apothekischte Apothekerin aller Apotheker, wie zum Henker stellst Du das an? Ich…würde das auch gerne können, aber  ich fürchte ich bin der untalentierteste Heiler, den man sich nur vorstellen kann. Trotzdem…ich würde das auch gerne versuchen, gibt es die Möglichkeit mich in das Geheimnis einzuweihen und…ja, es wäre so hilfreich…

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Shikra

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #189 am: Fr., 10. Jul 2020, 00:44 »

Der Riss war wieder verschwunden, die Höhle war über der selbstlosen weißen Echsenschamanin zusammengebrochen und damit war es erstmal vorüber und zu Ende.
Und doch war dies erst der Anfang einer recht ereignisreichen Nacht, bei der Shikra später nicht mehr so genau sagen konnte, was wann passierte.

An die Zeitkugeln verschwendete sie keine weiteren Gedanken. Offensichtlich hatten sie ihr Ziel erreicht und die Elfe wollte zumindest glauben, dass sie schlussendlich das Richtige getan hatten. Sowohl Christian, als auch Martin fühlten sich berufen, sich um den sicheren Verbleib der Artefakte zu kümmern, sodass die Apothekerin sich wieder den Verwundeten zuwenden konnte. Mehr oder minder die ganze Nacht hindurch kümmerte sie sich liebevoll um die Verletzten, unterbrach diese Tätigkeit jedoch ein paar Mal.

Recht bald, nachdem etwas Ruhe auf dem Kampfplatz eingekehrt war, hörte die Shikra ein kindliches glückliches Lachen und erblickte Max, der auf sie zugestürmt kam. Doch es war nicht der junge Mann, der sie umarmte, sondern ein Junge von etwa sieben oder acht Jahren versuchte seine Arme um den Körper der jungen Heilerin zu schlingen. Shikra hob ihn hoch und drehte sich mit ihm ein paar Mal um die eigene Achse.
„Das ist ja unglaublich.“
Strahlend blickte sie von Hanne zu Rorokpal und wieder zurück. Die Elfe schaffte es nicht in Worte zu fassen, wie glücklich sie war, dass der Sohn der Wirtsleute seine verlorene Kindheit wieder zurückbekommen hatte.
„Wie…?“
sie beendete die Frage nicht und sowohl die Adeptin des Orden der Weisen noch die sympathisch gewordene Robenträgerin konnten sie spontan beantworteten.
„Ich freue mich, dass du da bist, Max. Geht es dir gut? Hast du gut auf Rorokpal aufgepasst? Wie wäre es, wenn du bei den anderen Jungs noch ein bisschen schläfst und morgen früh bringe ich dich wieder zu deinen Eltern?“
Obwohl sie sich über die Anwesenheit und die Verwandlung des jungen Mannes freute, wollte sie ihn nicht unbedingt zwischen den Verletzen und Verstorbenen wissen. Er sollte lieber in der angenehmen Atmosphäre des Waisenhauses warten.

Während sie einen Schnitt säuberte und mit einer von der Halbelfe gereichten Wundbinde versorgte, konnte sie mithören, wie Martin bereits die Aufforstung mit ihrem Gildenbruder besprach und organisierte. Shikra lächelte dankbar vor sich hin, als sie die Enden der Wundauflage verknotete. Man konnte über den Adeligen mit seiner Fliederwolke sagen und denken, was man wollte, aber eigentlich war er ein gutherziger und zuverlässiger Freund. Und das wurde der jungen braunhaarigen Elfe in diesem Moment mal wieder sehr bewusst.
Mit Christians Unterstützung würde der Dschungel hier bald wieder in grünen Farbtönen leuchten und all das Blut, das Leid und den Tod verdrängen.

Von dem aufgeregten Wiehern der Pferde hinter dem improvisierten Krankenlager hellhörig geworden, schaute die Heilerin nach draußen und entdeckte zwei ihr bekannte Silhouetten: Arinna und Askladd lebten!
Überglücklich rannte sie auf die beiden zu, stockte kurz, als ob sie Bedenken hätte, sich ihnen weiter zu nähern, doch dieses Mal waren es wirklich die echten und schon musste der Nordmann eine lange und feste – zumindest für die zierliche Waldelfe – Umarmung über sich ergehen lassen, ehe die Bognerin aus der Elfenstadt an der Reihe war. Darüber, dass sie die Freunde, die sie schon auf dem Heimweg vermutet hatte, mitten im Urwald Isuas wiedertraf, wunderte sie sich schon gar nicht mehr.
„Ich bin so froh euch zu sehen. Was ist passiert? Ich hatte richtig Angst um euch. Dort drüben…“
sie deutete ungefähr in die Richtung aus der vorhin die Banditen mit Askladds Rüstzeug aufgetaucht waren.
„… bin ich vorhin von irgendwelchen miesen Verbrechern angegriffen worden und die hatten eure Statur und deine Rüstung und deinen Umhang. Zum Glück haben sie euch nichts getan. Ihr seid doch unverletzt, oder?“
Schnell musterte sie die beiden, konnte allerdings in der Dunkelheit keine schwerwiegenden Verletzungen erkennen.
Sie zeigte den beiden die Stelle, an der die Echsenkrieger kurzen Prozess mit den verkleideten Angreifern gemacht hatten, damit die beiden ihr Eigentum wieder an sich nehmen konnten.
„Max ist auch hier und stellt euch vor, er ist wieder ein normaler Junge, kein Kind im Körper eines Mannes. Ist das nicht großartig? Ich werde ihn morgen nach Hause begleiten. Kommt ihr vielleicht mit?“

Und dieser frohen Botschaft überließ sie die beiden erfolgreichen Fernkämpfer sich selbst und der wohlverdienten Ruhe, während sie selbst wieder zu Barbelin und Christian schaute. Zusammen versorgten sie noch einige Verletzungen, bis es Zeit wurde sich gebührend von den gefallenen Kriegern zu verabschieden.
Mit ausdruckloser Miene verfolgte sie das in Brandsetzen der Scheiterhaufen. Amotes Anwesenheit nahm sie kaum wahr. Zu viele hatten ihr ohnehin schon recht kurzes Leben zu früh beenden müssen. Wahrscheinlich war es für die Krieger sogar eine Ehre im Kampf gestorben zu sein, doch Shikra tat sich nach wie vor schwer damit, dass Menschen und auch Echsen so schnell dabei waren, sich gegenseitig umzubringen.
Sie entdeckte Lo’Sha, der mit seinem verletzten Arm eine Schonhaltung eingenommen hatte und löste sich behutsam aus der Umarmung des Schattenkriegers. Vorsichtig stellte sie sich neben ihn und legte eine Hand auf die gesunde Schulter, um ihm mit etwas Mana eine Linderung zu verschaffen. Einen Atemzug später war der verwundete Arm wie neu.

***

Langsam wurde es ruhiger im Lazarett. Viele der Schwerverletzten waren mittlerweile behandelt worden und doch kamen immer wieder neue Patienten, die Risse, Quetschungen oder Schnitte zu versorgen hatten.
Mit dem ehemaligen Pferdezüchter hatte sie nicht gerechnet. Anscheinend hatte er ihr eine Weile lang bei ihrer Arbeit zugesehen und dabei den Entschluss gefasst, sich in den Grundzügen des Heilzaubers unterweisen zu lassen.
Trotz ihrer Müdigkeit brachte Shikra bei seiner ausgefallenen Anrede ein Grinsen zustande.
„Apothekischte Apothekerin aller Apotheker? Jetzt übertreibst du.“
Sachte schüttelte sie den Kopf.
„Und jetzt untertreibst du. So schwierig ist der Heilzauber nicht. Und ein richtiges Geheimnis ist es auch nicht.“
Wahrscheinlich konnte sich Shikra, die ihre magischen Heiler Fähigkeiten mehr so nebenbei entwickelt hatte, nicht so recht vorstellen, wie es war, wenn man einen solchen Zauber ganz neu erlernen musste. Sie selbst hatte ihn nur durch viel Training mit ihren Gildenbrüdern verfeinern und verbessern müssen.
„Kannst du deine arkanen Kräfte in dir spüren? Für mich fühlt es sich wie eine innere Wärmequelle an, die irgendwo hier…“
sie legte ihre Hand auf Höhe ihres Bauchnabels.
„… zu finden ist. Oder anders: wie gehst du denn sonst vor, wenn du einen Zauber wirkst?“

***

Bis spät in die Nacht hinein hatten sie sich um die Verletzungen gekümmert und kaum hatte sich die junge Elfe zum Schlafen hingelegt, war es auch schon wieder hell und ein neuer ereignisreicher Tag kündigte sich an.
Nach dem Frühstück bat der Kriegerhäuptling der Echsen die Abenteurer aus den vier großen Städten zu sich, um sich für ihre Unterstützung zu bedanken. Es war ein eigenartiges Schauspiel. Es wurden Geschenke verteilt und als Shikra an der Reihe war, bedankte sie sich für den Lederhut und versuchte möglichst schnell wieder aus der Mitte der Aufmerksamkeit zu verschwinden. Während die anderen ihre Gaben überreicht bekamen, drehte sie die Kopfbedeckung gedankenverloren in ihren Händen und entdeckte eine hübsche Stickerei auf der anderen Seite; sie zeigte eine tropische Blüte, deren Namen sie nicht kannte. Gesehen hatte sie die feinen rosa-weißen Blüten jedoch schon ein paar Mal. Vielleicht konnte ihr Amote sagen, wie sich die Pflanze nannte.

Kurz darauf öffnete sich das Portal nach Nuru, von wo aus sie nach Silberdung weiterreisen wollte. Der Abschied von ihrem Jaguarkrieger fiel recht kurz aus, denn sie hatte einen aufgeregten kleinen Max an der Hand. Bei ihrem nächsten Besuch, das nahm sie sich fest vor, würde sie mehr Zeit mit ihm verbringen. Dass ihre nächste Reise zu Martin und Amote, die sie gemeinsam mit Domitia antreten würde, eine so traurige Angelegenheit werden würde, konnte sie zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht wissen.

Nach und nach verabschiedete sie sich von Rorokpal, Hanne, Christian, Martin, Barbelin, in Silberdung von Max und seinen Eltern und zum Schluss von Arinna und Askladd.


+ 1720 GM
+ 1 verstärkter Damenhut mit Stickerei (regeltechn. Lederhelm) (+1 Schutz), Zusatz: +1 Schutz,+1 CHA, +1 INT; Bonus: 2x Zeitumkehr: Shikra kann aufgrund der Lebensjahre, die sie in der Zeitkuppel geopfert hat, ein unmittelbares Ereignis aufgrund einer zu treffenden Entscheidung voraussehen. Dieses erscheint ihr dann wie eine Vision der nahen Zukunft, in Folge dessen sie sich entsprechend anders entscheiden kann (SL-Entscheid)

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Herr von Muesig

Re:[Abenteuer] Wie gegen Windmühlen
« Antwort #190 am: Gestern um 11:14:20 »

Wie es mir geht, wenn….nun, ich überlege nicht lange. Ich konzentriere mich auf das, was ich erzählen will, wen ich täuschen will und was ich damit erreichen will und dann lege ich los. Ist bei mir wohl eher eine Kopfsache….“ er blickte auf die auf der vermutlichen Höhe ihres Bauchnabels ruhenden Hände „[/i]… als ein Bauchgefühl. Aber ich fürchte, da komm ich bei Heilversuchen nicht weiter, stimmt's? [/i]“ am Ende klang er doch schon resignativ, der Adelige.

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