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   Autor  Thema: [Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze (Gelesen 3034 mal)
Myriel

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #120 am: Do., 23. Jul 2020, 22:41 »

Myriel verzichtete darauf Xintan den Ring aus der Hand zu nehmen, den er so sorgsam gehütet hatte. Stattdessen tippte sie nur mit dem Zeigefinger auf die beiden freien Stelle und fragte:

Und welche Position davon soll er besetzen?

Anschließend nahm sie eine der beiden Schatullen entgegen und nickte zum Zeichen, das sie ihre Funktion verstanden hatte. Den beiläufig fallen gelassenen Satz zur Stärke des Alphas und seines Rudels kommentierte sie nicht weiter. Phelan selbst war stark, und um das fehlende Rudel würde sie sich Gedanken machen, wenn sie aus diesem Hornissennest heil heraus gekommen war.

~ ~ ~


Darius nahm Myriels Angebot an. Geduldig wartete die Schwarzmagierin bis der Eisdrache ihr das Bild von seinen Wünschen sandte und versuchte es dann so detailliert wie möglich umzusetzen. Als sie fertig war begutachtete sie Ihr Werk und antwortete:

Wenn man es nicht anders kennt sind diese Sinne völlig ausreichend. Manchmal kann es sogar nützlich sein unempfindlicher zu sein, denn wenn ein Lykaner gewisse Mixturen zubereiten müsste würde er mit einigen Gerüchen gewiss Schwierigkeiten bekommen.

Sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und fuhr fort:

Was die Traditionen der Drow angeht: Sie sind freizügiger als viele andere Rassen. Und sie werden Euch wie ein Raubtier verbal oder vielleicht sogar körperlich zerfleischen wenn sie eine Schwäche an Euch entdecken. Also zeigt keine Schwäche und gebt ihnen keine Angriffspunkte.

Viel mehr konnte sie Darius nicht mit auf den Weg geben, denn an einem Ball hatte sie in Taros bislang selbst nie teilgenommen.

Nachdem auch Myriel sich zurecht gemacht hatte, trafen sie in dem mittigen Raum wieder auf Sâmul. Die Reaktion des jungen Mannes auf die neue Gestalt des Eisdrachen war unerwartet, aber wenn die Schwarzmagierin den Blick zwischen den beiden Männern hin und her schweifen ließ konnte sie sie durchaus verstehen. Sein Grinsen in ihre Richtung konnte man auf verschiedene Arten deuten, und Myriel begegnete ihm mit einem kühlen Lächeln und sagte trocken:

Und ich dachte es würde nicht auffallen das ich einen ebenso gut aussehenden Begleiter haben wollte wie Euch.

Es war nicht ganz klar ob sie es ernst oder sarkastisch meinte, denn Sâmul sah in dem feinen Zwirn, den Anethe ihm zur Verfügung gestellt hatte, tatsächlich sehr gut aus.

Doch nun sagt mir lieber ob Ihr eine Hundertschaft der Bastardgarde oder ein Dutzend Elitekämpfer befehligen wollt Sâmul.

kam sie zu den eigentlich wichtigen Dingen, und stellte ihm nun die Wahl, die ihr Xintan gelassen hatte. Dann ging sie auf einen der Tische zu um sich einen Becher mit Wein zu nehmen und ihn in Sâmuls Richtung zu heben, als wolle sie ihm zuprosten.

Ich sagte doch ich gebe Euch eine Armee, Sâmul aus der Fremde.

fügte sie mit einem Funkeln in den Augen hinzu, das deutlich machte das sie ihr Gespräch auf den Klippen in Drachenauge nicht vergessen hatte.

~ ~ ~


Im Gegensatz zu Anethe war Myriel geradezu schlicht gekleidet, auch wenn sie mit Hilfe ihrer Magie sicherlich ein wundervolles Ballkleid hätte zaubern können. Doch sie hatte ein eng anliegendes schwarzes Kleid aus teurem Stoff gewählt, dessen Rock erst knapp über den Knien weiter wurde, so das sie darin laufen konnte ohne Trippelschritte zu machen. Die einzigen anderen Stellen, an denen der Schneider sonst noch mehr Stoff als nötig verwendet hatte, waren die Trompetenärmel. Die langen, pechschwarzen, leicht gelockten Haare der Druidin fielen ohne jeglichen Haarschmuck einfach offen über ihre Schultern hinab. Während sie mit Darius hinter Anethe und ihrem Gefolge her schritt wirkte sie fast unauffällig, auch noch als sie Xintan eingeholt hatten. Die Schwarzmagierin warf dem Drow einen Blick zu, der vermuten ließ das sie verstand warum er hier war, fast als hätte sie erwartet, das er ihr seinen Arm bot um ihr Bündnis zu unterstreichen. Das er es nicht tat, lag vielleicht daran das sie nicht halb soviel hermachte wie die herausgeputzte Anethe, als sie an den Lykantrophinnen vorbei zum Eingang des Ballsaals gingen. Doch das änderte sich, als Myriel den Ballsaal betrat. Sie streckte den Rücken noch ein wenig mehr durch und setzte ein kaltes, überlegenes Lächeln auf. Sie war hier als die Hohepriesterin Côrs, diejenige, die einen Teil seiner Essenz in sich getragen hatte und lange Zeit seine Stimme gewesen war. Sie hatte ihrem Gott einen neuen Körper geschenkt, und die Drow hier hatten das nicht vergessen. Und Myriel hatte nicht vergessen, das es viele kritische Stimmen gegeben hatte, die nicht verstanden hatten warum der dunkle Gott ausgerechnet sie erwählt hatte. Genau deshalb verzichtete sie jetzt darauf ihre magische Aura zu unterdrücken, wie sie es sonst immer tat. Jeder im Saal, der ein wenig magisches Talent hatte, würde ihre Stärke spüren können, das dunkel durchwirkte magische Gespinst sehen, das sie umgab wie ein Leuchtfeuer. Die roten Augen der Druidin schienen ebenso zu glühen wie es die zwei Augen in ihrem Schatten taten, der plötzlich sehr lebendig wirkte, weil sich der Dämon darin nicht mehr völlig verbarg.

Sie hatten noch keine zwei Schritte gemacht, als bereits der erste Drow auf sie zukam. Die Druidin nickte ihm hoheitsvoll zu.

Erfreut Euch kennenzulernen werter Szurivan . Habt Dank für Eure Einladung.

Gesang setzte ein und Tänzer betraten die Tanzfläche. Doch all dem schenkte die Schwarzmagierin keine große Beachtung, auch wenn die Drow offenbar sehr viel Wert auf eine möglichst perfekte Darbietung von dem was sie als Kunst betrachteten legten. Myriels Blick fixierte sich auf die drei Gestalten die sich ihnen näherten, denn sie war gespannt darauf was die Namenlosen von ihr wollten.
« Letzte Änderung: Do., 23. Jul 2020, 22:46 von Myriel »
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Christian

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #121 am: Sa., 25. Jul 2020, 14:02 »

Ja die Drachin hatte ihn eindeutig erkannt, so antwortete er dieser mit einem etwas schmunzelnd wirkendem Gedanken.

Xiyren!

Doch da die Edeldrachin sich anschließend bemühte, auf Art der Naka Duskeal zu sprechen, wohl auch um ihre neue Kameradin mit einzubeziehen, blieb dies vorerst der einizige Gedanke, den er an sie richtete. Stattdessen lauschte er den Worten der beiden weiblichen Wesen. Offensichtlich meinte ein Alpha, es wäre wieder Zeit für ein Rudel Lycantrophen in Dragonia, aber die eingesetzten Methoden missfielen dem Retter des Drachenauges dann doch deutlich. Außerdem wiesen die Katapulte auf etwas Größeres hin. So ließ der ehemalige Statthalter von Nighton Daodra dann doch hinsitzen, bevor er von diesem stieg und erstmal vor Marget stand, wobei er dann doch mal sein Visier hochklappte, was ein leicht nachdenklich wirkendes Antlitz zutage förderte.

Ja, man nennt mich offiziell Sir Christian di Asturien, meine Freunde nennen mich Christian. Gegen Euren Willen wollten sie Euch in einen Lycantrophen verwandeln, das ist wirklich nicht nett. Das hört sich ja fast nach einem Alpha der Wilden Jagd an. Und besonders wenn ich mir diese Holzstämme ansehe, die, wie Ihr mir bestätigt habt, auch zum Bau von Katapulten benutzt werden können, deutet dies auf eine größere Angelegenheit hin.

Danach ging er - in Anbetracht der offensichtlich größeren Angelegenheit vielleicht doch etwas zu gemächlich - auf den gefesselten Mikael zu und sah diesem direkt in die Augen.

Mikael, möchtest du etwa nicht deine Seele erleichtern? Was hat Conrad dir versprochen, was du bekommst? Stärke oder gar wirkliche Macht? Und wer soll dir diese verleihen, hmm?

Kurz wartete der Hohentürmler ab, ob Mikael bereits etwas preisgeben wollte, bevor er weiter zu dem Gefangenen sprach.

Wenn ich in all diesen Jahren eines gelernt habe, dann auch, dass dir jemand anderes höchstens so viel Macht gibt, dass dieser dich noch kontrollieren kann. Wahre Macht muss man sich selbst erarbeiten. Von anderen sollte man höchstens ein paar Ideen mitnehmen, wie man noch mehr Macht erlangen kann, aber sich niemals von ihnen oder ihrer Macht abhängig machen. Also raus mit der Sprache, was hat dieser Conrad vor, nachdem er euch alle seinem Willen unterworfen hat? Will er etwa Nuru oder gar Drachenauge belagern?

In seinem letzten Satz schwang deutlich der Zweifel mit, wie das mit einem einzigen Rudel Lycaner bewerkstelligt werden sollte. Vielleicht wurde ja noch auf Verstärkung aus Taros gewartet? Und ohne die derzeit in den Ostlanden beschäftigte königliche Armee würde die Abwehr einen größeren Angriffes zumindest sehr hohe Verluste fordern. Somit zählte jede Schwächung der feindlichen Armee, die man dieser bereits im Voraus zufügen konnte.

Werte Xiyren, könnt Ihr vielleicht diese Karren mit den Baumstämmen loswerden? Am besten ohne Feuer, wir möchten ja nicht den ganzen Alten Wald abbrennen.

Vielleicht konnte sie die Karren einfach im Malye treiben lassen oder so, wobei diese doch schwer beladen waren. Ansonsten müsste Daodra wohl einen nach dem anderen zum Fluss befördern, was recht lange dauern dürfte.

Und dann sollten wir mal schauen, wo dieser Conrad sich herumtreibt.

Was er mit diesem machen würde, wenn sie ihn finden sollten, war eine andere Sache.

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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #122 am: Sa., 25. Jul 2020, 17:40 »

❖ Im Tempel von N'Xar'Ruul ❖


»Hm, das erklärt natürlich einiges. Eigentlich sogar alles. Wobei Sâmul sicher nicht erwartet hätte, dass die blasse Frau tatsächlich auf solcherlei Taschenspielertricks zurückgreift und sich mit einer Kopie zufrieden gibt. So hübsch und adrett sie auch sein mag. Auf der anderen Seite ist es ja auch mal ganz nett, wenn Sâmul nicht erst in den Spiegel schauen muss, um solch eine wundervolle Haarpracht und ein edles Antlitz zu erblicken...«

Der blonde Jüngling grinste die Hexenmeisterin noch immer an und auch bei ihm war nicht ganz klar, ob diese Worte nun tatsächlich ernst gemeint waren oder eher scherzhaft dahingesagt. Die folgende Frage der Schwarzmagierin wischte das Grinsen aus dem Gesicht des Blonden, auf dem sich nun wieder das undurchschaubare und für den Jüngling so typische Lächeln zeigte.

»Das ist keine einfache Entscheidung. Der Krähenmann steckt oft im Detail. Sâmul hat bereits äußerst gründlich darüber nachgedacht. Natürlich sind ein Dutzend Elitekämpfer eine extrem effiziente und schlagkräftige Streitmacht, selbst wenn es sich dabei nur um Dunkelelfen handelt. Solche Krieger kann man wie ein Skalpell einsetzen und an der richtigen Stelle angesetzt, können sie einen derartig verheerenden Schaden anrichten, der die Moral eines jeden Gegners völlig zerstören kann. Doch zählen derartige Krieger sicher nicht nur wegen ihrer reinen Kampfkraft zur Elite, sondern auch wegen ihrer unerschütterlichen Loyalität und Treue ihren Befehlshabern gegenüber, denn sie sind nicht nur mit Schwüren an diese gebunden, sondern auch mit ihrem Blut. Solche Bande lassen sich nur schwer lösen und sie werden ihrem neuen Befehlshaber nur so lange folgen, wie es ihre wahren Herren erlauben. Offen gesagt, nur Narren würden den wunderbaren Zusagen dieser hohen Drowherren in ihren finsteren Hallen trauen. Sâmul traut ihnen jedenfalls nicht. Wenn es ihnen nutzt, werden sie jeden verraten und ihre Elitekrieger sich gegen ihre vormaligen Verbündeten wenden.«

Sâmul machte eine kurze Pause, er schien offenbar keine spontane Entscheidung wie sonst so oft zu treffen, sondern sich seit dem Treffen mit dem Herrn des Hohen Hauses Xint tatsächlich so einige Gedanken gemacht zu haben. Etwas, was man diesem teilweise doch sehr verschroben wirkenden Wahnsinnigen wohl nur schwerlich zutrauen würde, wenn man ihn nur flüchtig kannte. Doch er lächelte noch immer.

»Bei dieser Hundertschaft der Bastardgarde hingegen handelt es sich vermutlich nur um bessere Nachtwächter. Wer weiß, ob diese ›Gardisten‹ jemals einen echten Kampfeinsatz außerhalb dieser Stadt erlebt haben. Der Krähenmann jedenfalls mag keine Bastarde, er bevorzugt die Reinheit der Schöpfung. Auch Sâmul mag Mischlinge nicht unbedingt, vereinen sie doch in der Regel nur die schlechten Eigenschaften ihrer Ursprungsvölker. Andererseits würde es Sâmul schwer fallen positive Eigenschaften der Drow aufzuzählen, also handelt es sich hierbei vielleicht um eine der berühmten Ausnahmen von der Regel. Ihre Blutsbande sind auf jeden Fall viel dünner als die dieser Elitekrieger. Unter Umständen sind sie bereit einem neuen Herrn vollumfänglich zu dienen und ihre alten Herren für immer hinter sich zu lassen. Sâmul würde daher vermutlich die Hundertschaft wählen, aber nicht wegen ihrer Anzahl oder ihrer Fähigkeiten. Vielleicht gibt es hier unten aber auch noch ein paar versklavte Kämpfer, die sich als Lohn für ihre Freiheit in meinen... unseren Dienst stellen.«

Als Myriel ihm zuprostete, nickte der blonde Jüngling leicht und klatschte dann urplötzlich freudig in die Hände. Sofort war da wieder dieser verschrobene Sonderling, obgleich er doch eben noch sehr detailliert seine Abwägungen dargelegt hatte.

»Oh, Sâmul erinnert sich. Sâmul erinnert sich an jede Einzelheit!« Sein kindisches Lächeln verschwand genauso plötzlich wieder und für einen kurzen Augenblick zeigte sich ein sinistres Grinsen auf seinen Lippen. »Diese Welt hat vergessen sich zu fürchten...«



❖ Der Ball im Hohen Haus Szu ❖


Das Lächeln auf den Lippen des blonden Jünglings schien noch eine Spur fröhlicher zu werden, als er Anethe in ihrer durchaus außergewöhnlichen Aufmachung erblickte. Kurz ließ Sâmul seinen Blick über die zierliche Priesterin wandern, über ihre hochgesteckte und sich wie von Zauberhand immer wieder leicht bewegende Haarpracht und auch über das mit unzähligen kleinen Schuppen besetzte Klreid, dass die zierliche Gestalt der Priesterin betonte. Ihm schien das, was er da gerade zu sehen bekam, sichtlich zu gefallen.

Als Anethe ihn mit einem eher angedeuteten aber recht koketten Knicks begrüßte, wanderte der Blick des Blonden kurz zu ihren beiden Begleiterinnen, die hörbar nach  Luft schnappten. Er konnte ja nicht genau wissen, warum die beiden Priesterinnen so pikiert reagierten, ob es nur an dem deutlich gezeigten Interesse an einem Mann lag oder doch an der Tatsache, dass es sich bei ihm um einen Menschen handelte.

Doch schnell konzentrierte sich seine Aufmerksamkeit wieder völlig auf Anethe, während er die beiden anderen Dunkelelfinnen vollkommen zu ignorieren schien. Wie als wollte er die beiden anderen Drowpriesterinnen damit provozieren, verneigte er sich nun seinerseits leicht vor der hohen Priesterin und ergriff ihre Hand, um einen sachten Kuss auf die Außenseite zu hauchen. Wieder einmal zeigte sich, dass der blonde Jüngling die Traditionen des Hofzeremoniells offenbar sehr genau konnte oder sie zumindest intensiv studiert hatte, denn der Handkuss entsprach den Gepflogenheiten mächtiger Fürstenhöfe, zumindest der Menschenreiche, ob dies für Drow auch galt, war ihm allerdings nicht bekannt.Doch so ganz hielt er sich nicht daran, denn seine Lippen berührten die Außenseite von Anethes Hand deutlich sichtbar und dies wäre eigentlich ein unverzeihlicher Fauxpas, der einen mittelschweren Skandal auslösen könnte, wenn man dies bei der falschen Dame gewagt hatte. Allerdings machte es auch deutlich, dass der blonde Jüngling keinerlei Berührungsängste zu haben schien. Als er sich wieder aufrichtete, was es Sâmul, der nun seinerseits Anethe seinen Arm zum Unterhaken anbot.

»Wie könnte Sâmul das vergessen, ist das doch eigentlich der wahre Grund, warum er unbedingt diese Festivität besuchen wollte. Nur ein absoluter Tölpel würde die Gelegenheit mit euch zu tanzen ungenutzt verstreichen lassen. Nur eine einzige Sache könnte Sâmul so etwas Wichtiges vergessen lassen und das ist ganz allein euer entzückender Anblick, bei dem sicher ein jeder Mann all seine Pflichten vergessen könnte.«

Gemeinsam mit Anethe setzte sich Sâmul in Bewegung. Wieder ging es hinab in den Ratssaal unter dem Tempel und vor dort aus in einen anderen der fünf Gänge. Als sie dort später auf Xintan trafen, nickte Sâmul diesem leicht zu, schien sich dann aber nicht mehr weiter um den schmächtigen Drow zu kümmern, genau wie dieser sich nicht mehr um den blonden Menschen. Da sie durch den Gang direkt ins Haus Szu gelangten, mussten sie nicht erst durch den Haupteingang und passierten daher auch nicht die dort kontrollierenden Wachen, so dass niemand von ihnen seine Waffen ablegen musste. Sâmul hatte seinen verzierten Säbel allerdings auch im Tempel gelassen und trug lediglich den Knochendolch offen sichtbar an seiner Seite. Es war zwar nur eine Ritualklinge, aber jeder konnte sie sehen. Die gefährlichste Waffe in ihrem Besitz waren sowieso Myriels Hexenkräfte und die konnte ihr niemand abnehmen.

Kurz musterte Sâmul die Halbdrow am Eingang, als Xintan deren Funktion als Krieger der Bastardgarde erklärte. In etwa so hatte er sich das bereits vorgestellt. Sie dienten nur als etwas bessere Sklaven und nur ein Teil ihres Blutes schützte sie vor diesem elenden Schicksal. Nicht dass Sâmul Mitleid hätte, aber diese Erkenntnis konnte durchaus nützlich sein. Kurz wanderte sein Blick zu Myriel, ehe er durch die Ankunft eines hochgewachsenen Drow wieder abgelenkt wurde. Offenbar ihr heutiger Gastgeber. Als Xintan ihn vorstellte, nickte er leicht und lächelte sein so typisches wie unergründliches Lächeln.

Als dann die Musik einsetzte, wanderte Sâmuls Blick kurz hinauf zu dem kahlköpfigen Menschenchor, ehe er wieder grinsend in Anethes Richtung blickte. »Ihr wärt überrascht, was Menschen noch so alles vollbringen können. Ihre große Schwäche ist leider ihre geringe Lebensspanne, aber manchmal ist das auch eine Stärke. Zumal Ihr Sâmul noch nie habt singen hören. Aber deshalb ist Sâmul ja auch nicht gekommen.« Kurz wanderte sein Blick zu der Fläche, wo nun zwei Mädchen mit zwei Jünglingen eine Art von tänzerischer Aufführung darboten, ehe seine Aufmerksamkeit von den drei Gestalten in ihren grauen Gewändern abgelenkt wurde. »Warum mnennt man sie die Namenlosen?« fragte er Anethe interessiert, während die drei näherkamen.

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Fjalladis Radran

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #123 am: So., 26. Jul 2020, 22:44 »

Am nächsten Morgen brachte eine der Druidinnen des Ordens der Priesterin den Brief des Hauptmanns und dessen Inhalt bestärkte die Hochelfe in ihrem nicht gänzlich leichtgefallenen Entschluss. Wie verabredet traf sie sich mit Landolin, um dem Lykaner einen weiteren Besuch abzustatten, und erzählte ihm auf dem Weg von ihren Plänen, in der Akademie von Drachenauge Rat zu suchen, da das Zusammenführen der magischen Gegenstände und Personen ohnehin ein wenig Zeit in Anspruch nehmen würde. Was den Lykaner anging, hielt sie sich weitgehend im Hintergrund, zog sich recht bald zurück und ließ nur ein kurzes Schreiben an Hartmann weiterleiten, in dem sie ihm förmlich wie stets für seine Bemühungen dankte und ihn über ihre nächsten Schritte informierte. Anschließend suchte sie noch einmal Kirche und Ordenshaus auf, um sich auf ihre Reise vorzubereiten, dann machte sie sich auf den Weg.

Bereits am frühen Nachmittag erreichte die Hochelfe in Gestalt eines weißen Gerfalken die Hauptstadt Drachenauge. Nach einem kurzen Abstecher in die Kathedrale, bei dem sie natürlich auch über die aktuellen Entwicklungen im Süden berichtete, machte sie sich umgehend auf den Weg in die Akademie. Den Fachleiter Andriel kannte sie bereits seit ihrer eigenen Zeit in Drachenauge und nicht zuletzt in ihrer Funktion als Erzmagierin hatte sie mehr als einmal mit ihm über die Interpretation einer alten Schriftrolle debattiert oder über den Abschriftenaustausch seltener Werke der beiden Bibliotheken verhandelt.

Mit ihm zu arbeiten erwies sich auch dieses Mal als sehr angenehm, wobei ihr natürlich auch die eigenen Forschungen über Magierwaffen und ähnliche Magiespeichersysteme zugute kamen. Entsprechend mühelos ließ sie ein wenig ihrer Magie in den angebotenen Rubin fließen und schob den Stein mit ernstem Blick zu dem Elfen zurück.

„Gleichförmige Gebilde wie solche Edelsteine bereiten mir wenig Sorge, denn sie sind von Natur aus gut geeignet und zumindest einige Magiekundige, die in Nighton vielleicht ihre Unterstützung anbieten, sollten dergleichen bereits kennen, finden sie doch auch etwa in Magierwaffen häufig Verwendung. Doch wer weiß, welche Objekte der Stadt für dieses Vorhaben zur Verfügung gestellt werden? Sind auch sie nur Gefäße der Magie oder wohnt ihnen womöglich eine ganz eigene Kraft inne, die das Gleichgewicht stören könnte? Wie gut werden die weniger erfahrenen Magier damit umgehen können? Doch hoffe ich zumindest, dass ich dank der guten Ratschläge, die Ihr mir bereits gegeben habt, eine geeignete Anordnung werde aufstellen können...“

Mit nachdenklich zusammengezogenen Augenbrauen holte die Erzmagierin eines der vor ihnen ausgebreiteten Pergamente näher zu sich heran, auf dem sie bereits vor der Reise einige Entwürfe notiert hatte. Basierend auf vergleichbaren Zaubern, magietheoretischen Abhandlungen namhafter Magier wie Talven oder Rianon und der schwarzmagisch angehauchten Schrift hatte sie Modelle zurechtgelegt, bei denen die magischen Gegenstände entweder gesammelt im Zentrum oder aber teils im Zentrum und teils als Begrenzung angeordnet wurden und über Vor- und Nachteile hatte sie mit Andriel bereits im Zuge der Berechnungen diskutiert. Objekte am Rand zu platzieren machte die Kuppel zweifellos erst einmal stabiler, doch wurde eines entfernt – was bei einem Angriff durchaus zu befürchten war – so konnte das ganze System auch leicht gestört werden.

Zur Aktivierung der Kuppel schwebte ihr vor, auf einen bewährten Pentagrammmechanismus zurückzugreifen, bei dem im Zweifel auch eine magieunkundige Person relativ einfach einen fehlenden Bestandteil einsetzen konnte, um so einen Energiekreis zu schließen, der dann den eigentlichen Zauber aktivierte. Auf diese Weise würden die doch eher knappen Magiekapazitäten möglicherweise nicht unnötig früh erschöpft werden.

+ 20 Weihwasserphiolen
– 500 GM
– 5 Mana für Morphologie auf Normal
« Letzte Änderung: So., 26. Jul 2020, 22:58 von Fjalladis Radran »
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Myriel

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #124 am: Mo., 27. Jul 2020, 08:19 »

Im Tempel von N'Xar'Ruul


Das würde sie auch nicht tun.

antwortete Myriel auf Sâmuls Bemerkung hin, er hätte nicht gedacht das sie sich mit Kopien zufrieden gäbe, und ließ offen ob es nicht doch Amaroks eigene Vorstellung gewesen war, die sie nachgebildet hatte. Der Eisdrache hatte sich, zumindest wenn sie sich richtig erinnerte, einen ganz anderen Abenteurer als Vorlage ausgesucht.

Aber manchmal muss man den Läufer in Gefahr bringen, wenn man die Dame schlagen will.

fügte sie noch hinzu und hörte dann aufmerksam Sâmuls Überlegungen zu den Truppen zu, zwischen denen er auswählen durfte. Der blonde Jüngling dachte trotz seines Alters sehr strategisch und war gewiss nicht dumm, denn er dachte sogar an die Zukunft. Ein kühles Lächeln umspielte Myriels Lippen, als sie Sâmul antwortete:

Eine kluge Wahl. Es wäre gewiss angenehmer in Zukunft mit Euch zu verhandeln als mit einer Drow Priesterin...

Das Klatschen des plötzlich wieder kindisch wirkenden Mannes war ein krasser Gegensatz zu seinen klaren und logischen Abwägungen, doch sein letzter Satz machte zumindest für Myriel deutlich, das dies nur eine Fassade war, hinter der ein gefährlicher Geist steckte, der ein guter Verbündeter sein konnte, solange man die gleichen Ziele verfolgte.

Dann wird es Zeit es ihr in Erinnerung zu rufen.

fügte die Schwarzmagierin seinen Worten hinzu und trank einen Schluck von dem Wein aus ihrem Becher.

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Darius

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #125 am: Mo., 27. Jul 2020, 13:51 »

Tempel von N'Xar'Ruul


Irgendwie hatte er damit gerechnet und konnte nur mit den Schultern zucken, als Myriel ihm erklärte, dass er keine Schwächen zeigen sollte, nur um dann ihre Ignoranz gegenüber den Gepflogenheiten und Tänzen bei dem kommenden Ball der Dunkelelfen zuzugeben.

"Ich bin einzig und alleine euretwegen hier, Myriel. Ich werde tun was ich kann, um euch zu unterstützen, ohne euch dabei im Wege zu sein. Was die Tänze angeht, so wird sich zeigen, ob ich überhaupt in die Verlegenheit kommen werde.",  sandte er ihr zur Antwort, bevor Irator hinzufügte.

"Die fehlerhafte Auffassung der Drow, was Schwäche betrifft, ist mir bewusst. Mehr als das brauche ich euch bei jedoch bei Verstand. Traut nicht einen von ihnen länger, als unbedingt nötig und seid die Erste, welche die Klauen in ihren Rücken versenkt. Erinnert euch stets daran, wer eure wirklichen Verbündeten sind... und seid euch im Klaren, dass ich da sein werde, wenn ihr am Abgrund straucheln solltet." Sein blick hielt den von Myriel für einige Sekunden, bevor er ein leichtes Lächeln zeigte. "Wollen wir uns dann zu dem Fest begeben? Ich fürchte unsere Gastgeber werden sonst ungeduldig, auch wenn es in manchen Kreisen Mode ist, ein wenig zu spät zu kommen."

Nocheimal sah er an sich herunter. Oh, dieses Kostüm würde defintiv auffallen. Ein Sieg des Guten Geschmacks über die Monotonie.

Das folgende Treffen mit Sâmul war so einprägsam wie immer. Der Naka Duskeal hatte wirklich eine leicht cholerische Ader, die ihm eines Tages vielleicht einen Herzinfakt einbringen konnte. Wer wusste das schon. Menschen waren ja so schon kurzlebig. Er nahm die Tirade huldvoll hin und nickte nur sachte. "Wie ihr meint Sâmul. Ich habe immerhin andere Gewänder gewählt, damit Anethe uns nicht verwechselt. Ich würde euch ungern euer Rendevouz versagen, wie die Aramonier es ausdrücken würden."

Was Sâmul dabei machen würde, überließ er ganz dem Naka Duskeal. Das Ergebnis konnte nur zufriedenstellend sein.

Seine Gedanken zu dem Angebot an Truppen von Myriel waren dagegen erstaunlich tiefgreifend und er konnte ihm nur zu der gewonnene Einsicht gratulieren. Eine Elitetruppe mit fremder Loyalität war tatsächlich weniger lohnen, als schlechtere Truppen mit geringerem Pontential aber loßer Gehormsakeit gegenüber fremden Herren. Elfen hatte er selbst bisher nicht angeführt. Er kannte sich eher mit Orks und Menschen aus, aber nicht auf diesem Maßstab. Ein General war er wirklich nicht.

"Eure Gedanken sind gut. Lasst eurer Vorstellung ruhig freien Lauf." , pflichtete er Myriels Einschätzung bei. "Falls ihr einen guten Einfall habt, so scheut euch nicht dies mitzuteilen Sâmul. Ich werde euch mit Freuden unterstützen."
Sein Tonfall unterschied sich deutlich von seinen Worten, denn er war keiner Verblendung anheim gefallen, was Sâmul anging. Er war hier genau am richtigen Ort. Hier konnte er soviel Unheil stiften wie er wollte und Darius würde keine Träne für seine Opfer vergießen. Nicht wenn er vorhatte auch den Dunkelelfen das Fürchten zu lehren.


Haus Szu


Sie wurden tatsächlich von Anethe persönlich abgeholt und er konnte nicht umhin, als sie selbst zu mustern. Die Käfer die sich in ihrem Haar tummelten waren ein interessanter Schmuck. So etwas hatte er noch nie gesehen. Auch ihre Kleidung war von hoher Kunstfertigkeit, wenn auch so arm an Farben wie der Rest ihres Volkes. Hätte er nicht gewusst, dass ihre Anmut ein gänzlich verdorbenes Herz barg, hätte er sie als schön bezeichnen können.

Das Zwischenspiel zwischen ihr und Sâmul konnt er daher getrost ignorieren. Die beiden Begleiterinnen der Priesterin ähnelten jener, welcher er das Herz genommen hatte. Zumindest was ihre Haltung anging. Ihre empörten Blicke waren amüsant. Eine Dunkelfe, die sich für einen Menschen interessierte. Wo hatte er das nur schonmal gehört?

Der Gedanke erheiterte ihn und die Heiterkeit war auch im Folgenden bitter nötig. Gemeinsam ging es zu dem Ball in Hause Szu. Er würde sich all diese Namen für später merken müssen, wenn er keine Möglichkeit bekam in der Zwischenzeit etwas aufzuschreiben.

Schon auf den Weg in den Ballsaal kam ihnen eine Sonderbehandlung zugute. Sie mussten weder Waffen abgeben, noch musste er selbst hier draußen auf Myriel warten. Sein Blick wurden nur kurz von den Leibwächtern der verschiedenen Adligen angezogen, bevor er auf zwei Lykantrophinnen hielt, die gerade angeleint wurden, wie gewöhnliche Hunde. Zu seiner Überraschung suchten sie seinen Blick und es lag so etwas wie Sehnsucht darin. Was bei allen Sängern mochte die Beiden nur auf ihn aufmerksam gemacht haben?

Sie brauchten nicht lange um den Raum zu passieren, weshalb er nur eine kurze Zeit hatte um mit dem Gedanken zu spielen etwas für die Lykantrophen zu tun. Doch wie er es drehte und wendete... auf der Stelle ergab sich ihm kein Vorteil. Vielleicht konnte er sie ja später erwerben? Sie sollten doch bereits ein Rudel zusammen bekommen und Myriel hatte unmissverständlich vor Phelan dafür einzusetzen. Bei ihm wären sie sicher gut aufgehoben. Er sollte es später zur Sprache bringen.Vorerst zwinkte er ihnen nur zu.

Die folgenden Dinge waren wesentlich grotesker. Wieder zeigte sich das fragile Ego der Dunkelelfen, als Anethe - natürlich zu Sâmul gewandt - erklärte, dass die Menschensklaven jeweils nur einen Ton von unglaublicher Klarheit vorbringen konnten. Alles um Waldelfen, die nicht anwesend waren, neidisch werden zu lassen. Welche bedauernswerte Kreaturen. Der Musik haftete Schönheit an. Immerhin bestand noch eine Verwandtschaft zu dem Volk der Sänger, doch der Quell dieser Töne haftete in seinen Ohren auch eine gewisse Qual an. Den Verrenkungen der knochenlos wirkenden Tänzer sah er eher desinteressiert zu. Ihm fiel auf dass kein Dunkelelf selbst sang oder tanzte. Zumindest noch nicht.

In Ermangelung eines Stuhles, da Myriel, Sâmul und Anethe bereits saßen, blieb er selbst stehen. Seine Aufmerksamkeit wurde schließlich von den Namenlosen eingenommen, die mit der abenteuerlichen Farbwahl ihrer Gewänder durchaus auffielen.

"Ich bewundere diese Namenlosen bereits jetzt für ihre rebellische Ader. Dieses Grau ist geradezu eine Herausforderung zwischen den ganzen dunklen Schwarztönen." , meinte er äußerst trocken in Myriels Gedanken.  "Sagt Myriel, ich habe zwei Lykantrophinnen beim Hereinkommen bemerkt. Denkt ihr wir könnten diese erwerben? Phelan könnte Lykantrophen mit Ortskenntnis brauchen."
« Letzte Änderung: Mo., 27. Jul 2020, 14:00 von Darius »
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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #126 am: Mo., 27. Jul 2020, 17:34 »

Was auch immer diese dämonische Brutmutter zu erreichen gesucht hatte, mit vereinten Kräften konnten sie dieser recht nachdrücklich einhalt gebieten. Dennoch war Rorokpal überrascht, als die Dämonin zerplatzte, und aus ihrem Inneren lauter kleine beflügelte Wesen flatterten. Ob das eine Art von Magie war? Oder ihre Kinder? Sie versuchten zu entkommen, soviel war klar. Nun, sollten sie, es gab für die Druidin keinen Grund, die Kleinen daran zu hindern. Vielleicht wusste sie auch einfach nicht, das für Dämonen und deren Nachwuchs Hopfen und Malz verloren war. Der Ruf des Tavernenbesitzers, welcher offenbar ebefalls siegreich aus seinem Kampf hervorging, forderte das Gegenteil. Auch Merdarion begann sofort, nach den Fledermäusen zu schlagen.

Rorokpal zuckte mit den Achseln. Vielleicht war es besser so. Viel interessanter war für sie im Moment jedoch, dass Caya nicht auf einem Baum saß. Der bewegte sich nämlich, griff behände nach einem Wolf an seinem Fuße und zerschmetterte diesen. Die junge Frau ließ sich von dem Baumhirten - nichts anderes konnte das hölzerne Wesen sein, auf den Boden absetzen.

Caya sank zu Boden, mit beiden Händen auf die Erde gestützt, und schien einen Zauber wirken zu wollen. Doch die Geschehnisse auf der Lichtung nahmen sie zu sehr mit, wie es aussah, denn sie übergab sich vehement. Rorokpal trat zu ihr, legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sprach beruhigend auf sie ein.

"Schh-schh, alles gut. Wir haben alles im Griff, mach dir keine Sorgen. Das Schlimmste ist überstanden."

Hoffte die Gärtnerin, wusste es aber freilich nicht. Allerdings half es Caya jetzt vielleicht.

"Du hast doch gerade einen Heilzauber versucht, wenn ich mich nicht irre, oder? Darf ich fragen, wieso? Dir scheint es doch soweit gut zu gehen."

Sie erfuhr von der Bitte des Baumhirten und Cayas Ansinnen, die verderbte Erde zu reinigen. Zugegeben, die Idee war brillant, wenn es etwas gab, dass man mit Heilmagie reparieren konnte. Sie selbst hätte es ja eher mit Weihwasser probiert - welches sie von Lady Fjalladis erhalten hatte. Vielleicht war es einen Versuch wert.

"Das ist äußerst gewissenhaft und vorbildlich, werte Caya." sagte Rorokpal anerkennend.

"Wenn du erlaubst, lass es uns doch zusammen versuchen. Ich stelle dir einen Teil meiner Magie zur Verfügung, wie bei der Heilung lasse ich sie in dich fließen, aber du führst sie weiter. Und dadurch lerne ich vielleicht auch, wie du den Boden heilen möchtest. Dann mache ich das gleiche."

Sie wollte schließlich sicher stellen, dass Caya nicht einem zu großen magischen Strom ausgesetzt war. Da hatte jeder seine eigene Schwelle, wie sie wusste. Die Druidinnen fassten sich an den Händen, und legten jeweils die andere Hand auf den Boden, genau, wie es Caya zuvor schon gemacht hatte (allerdings ein Stückchen weg von der Stelle, die jetzt feucht und säuerlich war).

Dann ließ sich Rorokpal von ihrer Magie erfüllen und formte die Heilmagie, die sie schon oft angewandt hatte. Als sie jedoch versuchte, diese an Caya zu übertragen, verpuffte das Geflecht wieder. Sie hatte es wohl zu früh losgelassen. Aufmunternd lächelte sie Caya an, um ihr zu zeigen, dass sie sich von dem Fehlschlag nicht unterkriegen ließ, und versuchte es noch einmal. Diesmal klappte es auch. Das feine Geflecht entstand, wurde zwischen ihnen gehalten und langsam, aber bestimmt, übergab Rorokpal die Kontrolle von einem Teil an Caya. Jetzt konnte diese damit anstellen, was sie wollte.

Aufmerksam sah Rorokpal zu, was Caya als nächstes Tat, und folgte ihrem Beispiel. Der Heilzauber sank in den Boden ein und für einen Moment vergaß Rorokpal, dass sie auf einem Schlachtfeld waren. Der Askpekt der Erde in ihr resonierte stark mit ihrem Vorhaben und sie fühlte sich als wäre sie genau am richtigen Platz.

Anschließend kramte sie ein weiteres Fläschchen aus ihrem Rucksack und leerte es in einem Zug. So ein intensiver Manaverbrauch war ihr schon seit Längerem nicht mehr untergekommen.


-20 MP für 1 verpatzten und 1 erfolgreichen Heilzauber mit 60 WP
-1 kl. Manatrank, +10 MP
« Letzte Änderung: Mo., 27. Jul 2020, 23:00 von Rorokpal »
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Caya Eibenstein

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #127 am: Di., 28. Jul 2020, 07:04 »

Caya bemerkte eine Hand auf ihren Schultern, als sie beschämt und noch völlig benommen auf die Erde vor ihr starrte.

Sie hörte die Stimme von…Rorokpal? Ja das musste ihre Stimme sein! Sie drehte sich leicht zu ihr um. Rorokpal beruhigte sie und sagte, dass nun nichts mehr passieren konnte. Caya versuchte nicht in Richtung Phelan zu blicken und schaute zu Rorokpal.

„Entschuldige…Ich konnte nur diesen Anblick…nicht ertragen… Seit…Seit wann bist du hier? Hast du die Feuerbälle geworfen?“ Ja das musste einfach so gewesen sein…wer sonst hätte dies vollbringen können? „Vielen Dank!“

Die Druidin fragte, ob und warum Caya einen Heilzauber gewirkt hatte.

„Ja…das stimmt. Nein, ich bin nicht verletzt! Es geht mir gut! Austrenis hat mich gebeten, ob ich versuchen könne die verbrannte Erde zu heilen…und ich hab es versucht…aber…ich kann mich einfach nicht genug konzentrieren! Es tut mir so leid! Er hat uns so sehr geholfen! Und ich…“

Rorokpal unterbrach sie und lobte sie. Auch wenn Caya selbst nur wenig auf ihre Leistung stolz war, wirkten die Worte wie eine Salbe! Aufgrund der Geschehnisse war sie noch viel zu durcheinander um klare Gefühle in einem Lächeln wiedergeben zu können.

„Danke!“

Doch statt aufzugeben, schlug die Druidin vor, dass sie es gemeinsam versuchen könnten und sie ein Teil ihrer Magie in Caya einfließen lassen könnte. Rorokpal würde es ihr dann gleich tun. Caya war eigentlich nicht wirklich bewusst gewesen, was genau sie da tat. Sie hatte es einfach getan und versucht sich dabei auf das Lied des Waldes zu konzentrieren. Das Lied sollte auch wieder in der Erde zu spüren sein! Ja!

„Wirklich? Du, du hast noch genug Kraft? Danke!“

Die junge Bäckerin erhob sich, und nahm eine Hand von Rorokpal. Dann knieten sie sich gemeinsam auf die Erde und legten die jeweils freie Hand auf die verkohlte Erde. Wieder schloss die junge Druidin ihre Augen und wartete auf Rorokpals Kraft, denn sie selbst war leider zu schwach für einen erneuten Zauber gewesen. Dann merkte sie plötzlich, wie der Zauber die Hand der erfahrenen Druidin durchströmte und…wie er plötzlich wieder verschwand…

Caya blickte besorgt auf und sah in Rorokpals Augen. Diese wirkte jedoch nicht beunruhigt und lächelte sie an. Diesmal konnte auch Caya ein leichtes Lächeln nicht mehr zurück halten.

Sie schloss erneut die Augen, grub die Hand tief in die Erde, atmete tief durch und konzentrierte sich auf die Melodie des Waldes. Und diesmal wurden ihre Hand, dann ihr Arm und schließlich ihr ganzer Körper von Magie durchströmt! Sie dachte an den Wald, wie er zuvor gewesen sein musste. Voller Grün, mit kräftigen Bäumen, Pflanzen und gesunder, lockerer Erde und ließ die Kraft durch ihre Hand in den Boden übergehen.

„Bitte hilf diesem Wald!“ Schickte Caya dem Zauber als leise Bitte mit.
« Letzte Änderung: Do., 06. Aug 2020, 16:14 von Caya Eibenstein »
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Myriel

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #128 am: Di., 28. Jul 2020, 19:23 »

Myriel hielt Darius Blick ohne mit der Wimper zu zucken stand. Ihr Schüler ahnte noch nicht, das seine Loyalität noch auf eine weitaus härtere Probe gestellt werden sollte, als es in dieser Drowstadt der Fall war.

"Ich vertraue keinem von ihnen, ebenso wenig wie sie mir trauen. Dennoch werden wir ihre Stärke brauchen, so wie sie die meine, wenn wir bestehen wollen. Und wenn mein Plan fehlschlägt, werden sie von nichts gewusst haben."

Die Druidin zuckte gedanklich mit den Achseln. Wenn man die Möglichkeit dazu hatte, schon man in Taros den schwarzen Peter ohne zu zögern weiter. Nur so konnte man überleben.

~ ~ ~


Später im Ballsaal wandte sich Darius erneut an sie, als sie den Namenlosen entgegen blickten.

"Ich weiß nicht ob sie käuflich sind. Versucht Euer Glück in meinem Namen."

antwortete sie dem Eisdrachen in Gedanken und winkte ihn dann so zu sich heran das sie ihm etwas ins Ohr flüstern konnte, da sie nicht den Verdacht aufkommen lassen wollte, sie könnten anders als verbal kommunizieren.

Ihr Besitzer ist dort drüben. 200 Goldmünzen in Edelsteinen wären ein fairer Preis. Lasst Euch nicht übers Ohr hauen.

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Merdarion Ni Hawk

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #129 am: Di., 28. Jul 2020, 22:41 »

Merdarions Augen hatten sich gerade erst wieder an die Dunkelheit, welche vom Sonnenlichzauber durchbrochen worden war gewöhnt, als Rorokpal ihren Feuerball entfesselte. Dem Minenbesitzer blieb nichts anderes übrig, als den Arm schützend vor die Augen zu halten. Das half zwar gegen das Licht, keinesfalls jedoch gegen den Schrei, den der Dämon ausstieß. Gerade als es nicht mehr aushaltbar wurde verstummte er. Dafür stieg der Geruch von verbranntem Fleisch in die Nase. Angewiedert drehte sich Merdarion kurz zu Seite uns sah zu Caya herüber. Im Augenwinkel bemerkte er jedoch weitere Bewegung im Bereich des Kadavers.

Es wuselte, kleine Dämonenbrutlinge suchten sich ihren Weg ins Freie und begannen mit ihren Flügeln zu schlagen. Nicht nur er selbst erkannte die Gefahr, Phelan befahl ebenfalls die Dämonen anzugreifen. Sie waren zu klein für einen Sonnenlichtzauber und zu viele. Mit einem tiefen unzufiredenen Murren zog der Minenbesitzer die Waffen blank und bewegte sich auf den stinkenden Kadaver zu.

Bei so kleinen Zielen ging es um Schnelligkeit und eine saubere Schnittbahn, nicht um Kraft. Das silberne Langschwert zerteilte ohne Widerstand einen der Dämonen, der gerade versuchte vom Boden abzuheben. Zwei weitere fielen kurz darauf, als sie den Fehler machten Merdarion zu nahe zu kommen.


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Xiyren

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #130 am: Di., 28. Jul 2020, 23:28 »

Das seltsame Reittier von Christian fiel Xiyren erst jetzt auf. Andererseits hatte sie sich noch nicht genug mit Pferden auseinandergesetzt, um mit Sicherheit behaupten zu können, dass es seltsam wäre. Und Naka Duskeal ritten Xiyrens Wissen nach ja auf Pferden. Momentan gab es aber auch wichtigere Dinge, um die sie sich zu kümmern hatte, als mehr über Pferde zu lernen.

Als Christian „wilde Jagd“ erwähnte, horchte die Jungdrachin auf. Hatten vorhin nicht Leo und Phelan schon darüber gesprochen?
~Äh… Vorhin hatten ein netter Lykaner und ich schon zwei andere Wolf-Naka Duskeal aufgehalten, da wurde ‚Wilde Jagd‘ auch schon erwähnt.~, teilte sie dem Naka Duskeal vorsichtshalber gedanklich mit. Es klang zumindest wichtig, auch wenn die Jungdrachin selbst nur so mäßig verstand wieso. Der Naka Duskeal-Katzen-Mensch-Magier-Heiler würde hoffentlich mehr mit dieser Information anfangen können.

Eigentlich hatte Xiyren vorgehabt Mikael böse anzugucken während Christian ihn Sachen fragte. Jeder, der sie kannte, wüsste, dass sie ein freundlicher und umgänglicher Drache war, aber Mikael kannte sie nicht, beziehungsweise hatte dieser sie bisher nur erlebt, wie sie sich Zähne gebleckt auf ihn gestürzt und anschließend bedroht hatte. Bestimmt könnte sie ihn so dazu bringen mehr zu erzählen. Allerdings fragte der Magier, bevor sie ihren besten bösen Blick aufsetzen konnte, ob sie stattdessen die Karren beseitigen könne.
Kein Feuer…“, selbst in ihrer Drachengestalt konnte man ein leichtes Schmollen heraushören. Sie hatte noch kein Feuer, weswegen ihr eh nichts anderes übriggeblieben wäre, aber Christian hatte sie unbeabsichtigt daran erinnert, dass sie noch kein Feuerspeien konnte, obwohl das in den Büchern jeder Drache zu können schien. „Kann Karren ziehen?“, bot sie ihre einzige andere Idee an, als Drache hatte sie schließlich zumindest etwas Kraft. Man hörte trotzdem heraus, dass sie nicht glücklich war.

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Landolin

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #131 am: Do., 30. Jul 2020, 00:45 »

Obwohl Landolin mit seinem ersten Versuch, eine eigene Variante des Gegenmittels herzustellen, nicht wirklich zufrieden war, füllte er den Trank ab und nahm ihn mit in Richtung Schwarze Feste. Er hätte den ganzen Tag experimentieren können, ohne ein Ergebnis zu erzielen, von dem er sich mehr Erfolg versprach und hätte dabei nicht nur seine eigene Zeit vergeudet.
Etwa auf halbem Weg wartete bereits die Hohepriesterin Nightons auf ihn, um gemeinsam nach dem Gefangenen zu sehen.

Lykantrophie im Allgemeinen oder sein eigener Versuch, einen Wolfsmenschen zu behandeln, stellten kein Gesprächsthema dar, das der Heiler mit Fjalladis zwei Tage lang in Folge erörtern wollte. Die weniger heikle Wahl waren sicherlich magische Schutzkuppeln und Gegenstände, die für deren Erschaffung nützlich sein mochten.
“Das Aufrechterhalten einer so großen Kuppel dürfte weitaus schwieriger sein als das Errichten an sich. Ich wünschte, ich hätte mehr Ahnung davon, was man dafür alles benötigt – oder wüsste jemanden, den man als Experten auf diesem Gebiet befragen kann.“
Landolin hatte an diesem Morgen kurz an den Artefaktschmied Urol gedacht, der vor einiger Zeit zur Arbeit an der lüpperdamschen Uhr gezwungen worden war. Allerdings war dieser inzwischen sicherlich zurück in den Nordlanden. Die naheliegende Wahl war daher die drachenaugener Akademie und genau dort wollte die Hochelfe Rat suchen.
“Sind solche Kuppeln eigentlich rein auf Schutz ausgelegt? Oder kann man sie auch taktisch nutzen, etwa indem man einen Teil eines feindlichen Heeres von den restlichen Truppen abtrennt?“ Dazu musste die Kuppel auch von innen her stabil sein und am besten ein Stück in den Boden reichen…
Vermutlich hatte bislang noch niemand nennenswerte Experimente in diese Richtung angestellt, doch derartige Gedankenspiele – so abwegig sie auch sein mochten – lenkten den Heiler davon ab, Fjalladis gegen jede Vernunft nach Drachenauge begleiten zu wollen.

***

“Sie hat mir Euren Dank ausgerichtet und es hat mich sehr gefreut zu hören, dass es Euch besser geht. Aber noch mehr freut es mich zu sehen, dass die Besserung anhält.“
Der Apotheker betrat mit einem angedeuteten Lächeln die Zelle, dicht gefolgt von der gerade erwähnten Hohepriesterin.
“Ihr habt Recht, Janus: Wir haben noch keine Neuigkeiten, was Wolfingen betrifft. Ich kann nur wiederholen, für wie wichtig ich Geduld in dieser Sache halte. Ihr nützt Eurer Nicht nichts, solange Ihr selbst ein gefährliches Biest in Euch tragt. Eure Fortschritte seit gestern sind jedoch beachtlich – und vielleicht kann ich Euch in dieser Hinsicht noch zusätzliche Hilfe gewähren.“
Kurz schilderte Landolin, was er über die Selbstversuche des lykantrophischen Heilers herausgefunden hatte und da Janus eigenen Experimenten gegenüber aufgeschlossen war, reichte er dem Gestaltwandler den nachgebrauten Trank.
“Esst erst einmal in Ruhe. Glaubt mir, so viel Baldrian auf nüchternen Magen wollt Ihr nicht versuchen.“
Während ein Wächter dem Lykaner Schinken servierte, verabschiedete sich der Hohentürmler von Fjalladis: “Mach Dir nicht zu viele Sorgen. Ich bin nicht völlig naiv, was Lykantrophen angeht. Wenn der Keim nicht zu kontrollieren ist, werde ich Janus‘ eigenem Wunsch nachkommen. Er wird nicht zur Gefahr für andere werden. Ich hoffe, Du hast indessen viel Erfolg in Drachenauge.“

***

Bildete sich der Frischverwandelte die Besserung seines Zustandes nur ein oder war er wirklich stabiler? Er wirkte zumindest weniger nervös… Allerdings wusste Landolin nicht so recht, was er mit der Aussage anfangen sollte, dass zwei blutige Steaks mehr Wirkung zeigten als das Gegenmittel.
Der Heiler nahm sich viel Zeit, um seinen Patienten zu beobachten und dessen Verhalten besser kennenzulernen. Wenn er Janus ablenken wollte, spielten sie ein paar Runden eines in Nighton geläufigen Würfelspiels, das auch zu zweit gut funktionierte und bei dem man einige Zeit mit Kopfrechnen verbringen konnte. (Man addierte und multiplizierte dabei gleichartige Augenzahlen; darauf, die Differenz in Münzen auszubezahlen, wurde diesmal verzichtet.)
Wenn er den Wolfsmenschen dagegen reizen wollte, stellte der Apotheker Fragen zu dessen Nichte, der verstorbenen Schwester und Wolfingen. Es dauerte einige Stunden, ehe die Nervosität zurückkehrte, zusammen mit vermehrtem Schwitzen und Zittern.
Vielleicht war der Anteil an Mohn etwas zu hoch gewesen? Stattdessen würde Landolin versuchsweise die Menge an Baldrian erhöhen, in der simplen Hoffnung, dass die Bestie dadurch tiefer ‚schlafen‘ würde.
“Ich komme heute Abend mit einer abgeänderten, hoffentlich besser wirksamen Rezeptur zurück“, verabschiedete er sich schließlich von Janus. Immerhin war dieser nicht der einzige Patient, den es in Nighton und Umgebung gab…

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Chiamara

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #132 am: Do., 30. Jul 2020, 14:38 »

Runde X


Dieses Ungetüm hätte sie voll im Griff gehabt. Chiamara schnaubte, als ein Feuerball an ihr vorbei rauschte und dem Lykantrophen den letzten Rest gab. Doch war die Kriegerin oft genug in Auseinandersetzungen, wenn man solchen Angriffen noch diese Umschreibung zugestehen konnte, verwickelt gewesen, dass sie wusste, dass man um jede Unterstützung glücklich sein musste, die man bekam. Eventuell braucht man seine restlichen Kräfte noch später.

Die Müllerin hatte schon längst nach den nächsten Angreifern Ausschau gehalten, nachdem sie Rorokpal dankend zugenickt hatte. Kurz wurde sie von einem grellen Licht geblendet, was auf einen Zauber hindeutete. Viel hatte sie nicht mitbekommen, was während des Kampfes um sie herum geschehen war. Nun aber, als sich die Augen nach mehrfachen Blinzeln wieder an die Dunkelheit gewöhnt hatte, konnte sie ein Blick auf das werfen, was sich unter der schwarzen Erde befunden hat. Kurz hatte sie darüber nachgedacht sich auf diesen Ungetüm zu stürzen, aber Merdarion und Rorokpal schienen ganz wild darauf zu sein, diesem Unterweltwesen den Garaus zu machen.
Daher blickte sie sich weiter um.

Gefunden hatte sie weitere angriffslustige Wölfe, die schon ziemlich geschwächt waren und ihr einziges Zutun eine Art Gnadenstoß war. Sie wusste nicht, was sie geschwächt hatte, aber das sollte auch egal sein.

Runde XI


In der Zwischenzeit schien sich alles normalisiert zu haben. Der sogenannte Alpha-Wolf lag tot vor Phelans Füßen. Ihr Gildenbruder war gerade dabei ein Nachtmahl zu sich zu nehmen und seinen Sieg damit offenkundig zu machen.
Sein treuer Höllenhund und ein weiterer Lykantroph erwehrten sich ihren Gegnern genug und auch Caya schien in Sicherheit auf diesem Baumwächter.

Sich zu dem Kreischen, welches ein Wohlklang in ihren Ohren, da es von dem Niedergang einer Bestie kündete – auch wenn es schmerzhaft laut war -, wendend konnte sie nun erkennen, warum es sehr aufgeblasen und rundlich wirkte. Das Dämonenwesen hatte kleine fledermausähnliche Flugtiere gezüchtet, die jetzt wie wild herum flatterten und fliehen wollten.
Kurzerhand griff sie ihre Schwerter wieder fester und konzentrierte sich auf jedes einzelne Viech um es auch richtig treffen zu können. Der Minenbesitzer machte es ihr vor und sie zog entsprechend nach und schlug auf diejenigen ein, die Merdarion nicht angriff. Im Weg stehen musste man sich ja nicht.

AW:59, 55, 55

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Darius

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #133 am: Do., 30. Jul 2020, 19:59 »

Myriel nahm seinen Vorschlag an, die beiden Lykantrophinnen zu erwerben, auch wenn es nicht gegeben war, ob diese überhaupt zum Verkauf standen. Er beugte sich jedenfalls vor, als sie ihn zu sich winkte, um die Scharade noch eteas weiter leben zu lassen.

Er nickte sachte auf ihre Worte. "Sehr wohl, Herrin." , flüsterte er zurück und wandte sich dann ab, um zu dem Tisch herüberzugehen, an dem der momentane Herr dieser Lykantrophinnen saß. Der Drow war so dunkel gekleidet wie der Rest der Gäste, wenn auch längst nicht so fein, wie Anethe oder Xintan.

Da er in diesem Saal so sehr auffiel, wie eine brennende Kerze in völliger Dunkelheit, musste er nicht auch noch auf sich aufmerksam machen, als er an den Tisch des Dunkelelfen herantrat und sich, ganz leicht und gerade genug um höflich aber nicht unterwürfig zu erscheinen, verneigte.

"Meine Herrin, die Hohepriesterin Myriel, wünscht eure Lykantrophinnen zu erwerben. Ein Preis von 170 Goldmünzen in Edelsteinen, für je eine Exemplar, wäre wohl angemessen."


Ganz bewusst blieb er stehen, da er so den Sitzenden problemlos überragen konnte. Er fragte nicht erst, ob der Drow überhaupt verkaufen wollte oder ob er mit dem Preis einverstanden war. Solch eine Blöße wollte er sich nicht geben... und er hatte absichtlich mit einem zu geringen Angebot begonnen, damit er Verhandlungsspielraum hatte.
« Letzte Änderung: Fr., 31. Jul 2020, 08:03 von Darius »
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Secundus M Hora

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #134 am: Sa., 01. Aug 2020, 11:32 »

Runde XII



N’Xar’Ruul


„Die mächtigere Position“, Xintan tippte mit einem seiner langen dürren Finger auf den mittleren Knoten, „Ist auf jeden Fall die, die Akelah einst inne hatte. Wenn die Alten den Talisman wirklich verstehen würden, würden sie darauf bestehen, dass ich den Posten mit einem von ihnen besetze. Und sie würden sich gegenseitig an die Gurgel gehen, um auf ganz wölfische Art zu regeln, wer von ihnen würdig ist Akelahs Nachfolge anzutreten. Einen Alpha aus dem Geflecht zu lösen und an anderer Stelle wieder einzubinden, würde die Sache für mich aber nur komplizierter machen. Und warum sollte ich das  tun?“

Er hatte gerade die Möglichkeit die Karten neu zu mischen und dadurch einen Trumpf in der Hand, den er nicht herschenken würde ohne einen Vorteil daraus zu ziehen. „Akelahs Nachfolge anzutreten ist aber auch die größtmögliche Provokation gegenüber Pandea. Aber spielt das noch eine Rolle?“ Wenn sich jemand mit den Alten gegen sie verbündete und zudem zu Myriels Gefolge gehörte, waren das wohl schon mehr als genug Gründe, um der Halbgöttin ein gewaltiger Dorn im Auge zu sein. „Und der Wolf, der diese Position einnimmt, muss auch stark genug sein, um sie auszufüllen. Ansonsten überwiegen die Nachteile die Vorteile.“

~~~

Anethe schien mit Sâmuls Manieren sehr zufrieden zu sein. Mit einem zufriedenen Lächeln hakte sie sich bei ihm unter und schmiegte sich mit der Anmut einer Raubkatze an seine Seite, von der sie auf dem Weg zur Festivität um keine Haaresbreite wich. „Sollte mein Anblick Euch verwirren, dann sei Euch das verziehen“, gestand sie ihm mit einem glockenhellen Lachen zu, das einen Mann fast vergessen lassen konnte, mit wem er es zu tun hatte.

Xintan kommentierte bei ihrem Zusammentreffen die demonstrative Vertrautheit seiner Cousine zu dem Menschen nicht. Er selbst verhielt sich deutlich distanzierter. Er suchte zwar Myriels Nähe, um das Bündnis, das nun zwischen ihnen bestand, zu betonen, kam ihr aber dabei nicht näher, als es sich zwischen reinen Geschäftspartnern gehörte.

„Oh, ich wäre nicht überrascht, wenn Ihr Dinge vollbringen solltet, die ich anderen Menschen nicht zutrauen würde“, versicherte die Drowpriesterin ihrem Begleiter. „Und der Grund dafür, dass wir sie die Namenlosen nennen, ist recht banal: Sie haben ihre Namen abgelegt. Sie wollen damit ihre Gleichheit und Austauschbarkeit unterstreichen.“ Anethe sprach laut genug, dass auch Myriel und Amarok sie verstehen konnten. Der Saal war riesig und die Shaiith mussten ihn fast vollständig durchqueren. Das verschaffe ihr Zeit für eine Erklärung.

„Ihr Schicksal ist eng mit Pandea verbunden und sie sind mutiger geworden, seit sie zurückgekehrt ist.“ Mehr musste sie wohl nicht sagen, um ihre neuen Verbündeten zur Vorsicht zu gemahnen. „Ihre Vorfahren haben verzweifelt versucht die Halbgöttin zurückzubringen und dabei Kräfte geweckt, die sie nicht beherrschen konnten. Ihre eigene Stadt wurde zerstört und es heißt Côr selbst musste eingreifen, um den Prozess, den sie in Gang gebracht hatten, zu stoppen. Seit sie diese Katastrophe über sich gebracht haben, sind sie nirgendwo willkommen. Auf sich gestellt haben sie einen für Dunkelelfen ungewöhnlichen Weg gewählt: Gemeinschaft – eine extreme und bedingungslose Form davon. Es heißt, sie hätten einen einzigen miteinander verbundenen Verstand geschaffen, der sie auf einigen Gebieten zu extrem mächtigen Magiern macht. Sie stehen unbedingt zu ihrem Wort, legen es aber stets zu ihren Gunsten aus. Sie sind inzwischen ebenso gefürchtet wie unbeliebt. Und ihr Ruf hat ihnen Bündnispartner eingebracht, deren Gier nach Macht die Bedenken ausräumt."

Anethe wich ein paar Schritte zurück und zog Sâmul mit sich. Offenbar plante sie sich so weit wie möglich aus der Begegnung zwischen Myriel und den Shaiith herauszuhalten. „Es ist so aufregend hier, man weiß gar nicht wo man hinsehen soll“, bemerkte sie und lenkte den Blick ihres Begleiters auf den Tisch, auf den Amarok gerade zuhielt. „Der Besitzer der Wölfinnen heißt Tarkin, er steht einem der geringeren Häuser vor.“

Die Kleidung des besagten Drow ließ darauf schließen, dass er sich durchaus mit den Patriarchen der hohen Häuser messen wollte. Und der Mann neben ihm, war sogar noch besser gekleidet –vergleichbar mit Xintan, Szurivan und Sâmul. Doch die edlen Stoffe waren auch schon alles an ihm, das gut aussah. Der Dunkelelf war abgemagert und sah aus als hätte er eine schwere Krankheit hinter sich und wäre gerade erst dem Tod von der Schippe gesprungen. Nein, es war fast noch schlimmer: Eher als wäre das Ringen mit Gevatter Tod noch nicht entschieden. „Rate mal, wer da beim Herrn der Tark sitzt. Auf diese Begegnung bin ich wirklich gespannt.“ Bei diesen Worten war ein boshaftes Glitzern in Anethes schönen Augen nicht zu verkennen.

~~~

Im Gegensatz zur hohen Priesterin rückte Xintan sogar noch näher an Myriel heran, als die Namenlosen sie erreichten. Und auch der Gastgeber Szurivan war mit einer Maske abweisender Höflichkeit, die auf die Drow in Grau gerichtet war, keine zwei Schritte von seinen Ehrengästen entfernt.

Die Ähnlichkeit der Shaiith beschränkte sich nicht auf ihre Kleidung. Auch ihre Statur war sehr einheitlich und die Augen, die das Einzige waren, das die Gesichtsschleier freiließen, wiesen alle den gleichen Pinkstich auf. „Wir sind hier, um Euch unsere Ehrerbietung zu erweisen, ehrenwerte Hohepriesterin“, ergriff einer der Namenlosen mit vollkommen gleichtöniger Stimme das Wort. „Erlaubt uns Euch ein Geschenk zu machen. Euer Leben ist kostbar und darum bieten wir Euch einen Leibwächter. Wir haben ihn von seinem Willen befreit und er ist einzig und allein darauf eingeschworen seinen Herren vor Feinden zu beschützen. Er kennt keine Furcht, keinen Schmerz und braucht keinen Schlaf. Ein sehr nützliches Werkzeug und eine Ware, die uns einen hohen Preis einbringen würde. Sollen wir ihn hereinbringen?“

~~~

„170 Goldmünzen?“ Der herausgeputzte Drow klang nicht wirklich überzeugt. Doch Myriels Name ließ ihn zögern, ehe er fortfuhr. „Das sind die einzigen Lykantrophinnen der Stadt und ich hänge wirklich sehr an ihnen. Wenn Ihr Eurer Herrin ausrichten könntet, dass es mir sehr leid tut…“

Der magere Drow, der mit am Tisch saß, klatschte in die Hände. „Nichts wofür Ihr Euch entschuldigen müsstet, werter Tarkin. Und es ist ja auch nicht so, als ob ihr auf Almosen angewiesen wärt.“ Von dem Mann ging ein Duft aus, der an die Salben erinnerte, mit der manche Stämme der Schildkrötenwüste ihre verstorbenen Fürsten einbalsamierten. „Und solltet Ihr wirklich irgendwann Eure beiden hübschen Wölfinen verkaufen wollen, bin ich bereit 1000 Goldmünzen in Edelsteinen für sie zu bezahlen.“


Wolfingen


Margret sah Christian erstaunt an, als er von der wilden Jagd sprach, ebenso wie Xiyren gedanklich darauf reagierte, aber das konnte die junge Frau ja nicht wissen.

Sagt Sir Christian, was ist diese wilde Jagd? Und warum wollen sie Menschen in Lykaner verwandeln, die das nicht wollen? Ich verstehe das nicht so ganz. Der Lykaner, der Xiyren geholfen hat mich zu retten, hat auch schon davon gesprochen. Phelan war sein Name.

Mikael hingegen wirkte deutlich verschlossener als die junge Frau. Er hatte die Augenbrauen finster zusammen gezogen und sah Christian mit Zweifeln im Gesicht an, als dieser versuchte Conrad schlecht zu reden.

Was soll er mir schon geboten haben? Einen Platz in seinem Rudel und damit Sicherheit für mich und meine Familie. Was soll ein einfacher Holzfäller wie ich mit irgendwelcher Macht? Ich will nur das wir hier in Ruhe leben können und niemand meine Frau belästigt, wenn sie Beeren sucht oder im Fluss badet.

Nun sah er Christian störrisch an.

Sie werden gen Drachenauge ziehen und letztendlich ganz Aylann unterwerfen Es gibt mehr Wölfe als nur ihn, und sie werden bald hier sein. Das hat Conrad so gesagt und ich glaube ihm.

Margret wippte unterdessen von den Zehenspitzen auf die Fersen und wieder zurück.

Kann ich Dir bei den Karren helfen Xiyren? Ich könnte sie an Dir festbinden, wenn es dann einfacher für Dich wird sie zu ziehen. Wo sollen wir sie überhaupt hinbringen?

fragte sie dann wieder an Christian gewandt und fügte hinzu:

Ich könnte Euch zeigen wo Conrad und die Anderen sind. Und Mikael kennt den Weg auch.


Die Akademie zu Drachenauge


Es bereitete Fjalladis keinerlei Schwierigkeiten ihre Energie in dem Rubin zu speichern, ohne ihn zu überladen. Andriel nickte zufrieden. Nichts anderes hatte er von einer Erzmagierin erwartet, die sich bei ihren Forschungen derart mit Magierwaffen beschäftigte.

Nun, Ihr habt gewiss Recht Lady Fjalladis, je reiner der Gegenstand ist, umso besser wird er geeignet sein, weil er die Magie unverfälscht wieder abgeben kann. Normalerweise präferiere ich Kristalle und Edelsteine, aber wir werden damit arbeiten müssen, was wir zur Verfügung haben. Ich kann Euch allerdings einen Kristall zur Verfügung stellen, auch wenn er allein längst nicht ausreichen wird um die Kuppel zu errichten.  Und Ihr sagt das Hauptmann Hartmann einen Angriff oder ähnliches befürchtet? Ich werde Meister Anduil einen Boten schicken, ich denke er sollte davon erfahren wenn Unheil im Verzug ist.

Er hielt einen Moment inne und sah nachdenklich aus dem Fenster.

Auch in Drachenauge scheint etwas vor sich zu gehen, aber es ist nicht konkret greifbar. Ich fürchte es kommen dunkle Zeiten auf uns zu. Ich werde Euch nach Nighton begleiten und Euch unterstützen so gut ich kann, wenn Ihr es erlaubt. Wir sollten keine Zeit vergeuden. Ist es Euch Recht wenn wir bei Sonnenaufgang abreisen? Ich werde dafür sorgen das man Euch ein Zimmer für die Nacht herrichtet, so ihr dies wünscht.


Nighton


Als Landolin an Abend wieder bei Janus vorbei schaute, lag der Mann zusammengekauert auf dem Boden und schlief. Er erwachte erst als die Wache Landolin über die Geschehnisse des Tages berichtete. Das Zittern hatte noch einige Stunden angehalten, und der Schweißfilm auf der Haut des Gefangenen hatte schließlich dafür gesorgt das er fror. Also hatte man ihm eine Decke besorgt, und nach einer Weile war er erschöpft eingeschlafen.
Als Janus die Augen aufschlug und den Hohentürmler ansah, waren diese wieder klar und doch schien er nicht ganz er selbst zu sein, den ihre Farbe hatte sich eindeutig verändert und besaß nun einen starken Gelbstich. Auch klang seine Stimme etwas tiefer als noch am Morgen, zumindest war das die einhellige Meinung der Wachen. Trotz allem war er bereit das zweite Gebräu zu sich zu nehmen und nach einigen Minuten veränderte sich sein Verhalten zusehends, wurde weniger raubtierhaft und der Mann wirkte völlig entspannt.

Ich weiß nicht was Ihr mir da verabreicht habt Herr Dennhardt, aber ich fühle mich gut. Fast wieder ganz wie ich selbst.

Janus lächelte Landolin an und schien geduldig darauf zu warten ob der Heiler noch Fragen an ihn hatte.


~ ~ ~


Um die Mittagszeit des nächsten Tages klopfte es an der Tür des Ordens der Weisen. Ein paar Wachen brachten die bereits eingesammelten Gegenstände und eine Liste, auf der sich die Namen der Freiwilligen befanden und erklärten sich bereit sie zusammen zu holen, sobald alles vorbereitet war. Ebenso versicherten sie das immer noch nach weiteren Gegenständen gesucht wurde, um die Arbeit des Ordens so weit es möglich war zu unterstützen.


Im alten Wald


Der Kampf zwischen den Lykanern war entschieden. Die überlebenden Wolfsmenschen akzeptierten Phelan als ihren neuen Alpha, und der Besitzer der roten Laterne ging dazu über sie in seinem Rudel willkommen zu heißen. Er tat es auf seine ganz eigene Weise, indem er sie mit seinem Blut zeichnete und neue Rudelbindungen schuf wo die alten zerrissen waren. Er selbst befand sich dabei als Alpha in der Mitte und knüpfte ein Band zu jedem der Lykantrophen, die vor ihm knieten. Es war nicht so, das er dadurch ihre Gedanken hören konnte, oder genau gewusst hätte wo sie sich aufhielten, aber selbst wenn er die Augen schloss konnte er ihre Anwesenheit und ihre ungefähre Entfernung spüren und war erfüllt von dem Wissen das sie da waren und das es ihnen gut ging. Auch die Bindungen, die sie teilweise untereinander verknüpften konnte er fühlen, wenn er sich ganz genau darauf konzentrierte, und dabei merkte er das von einer Wölfin ein Band abging zu dem er noch keinerlei Kontakt hatte, obwohl inzwischen alle anwesenden Wölfe bis auf Leo an sich gebunden hatte. 

Merdarion und Chiamara versuchten unterdessen über die kleinen, fliegenden Dämonen Herr zu werden. Geschickt sausten ihre Klingen durch die Luft, zerteilten einen Dämon nach dem anderen in zwei Hälften, die noch leicht zuckend zu ihren Füßen auf den Boden fielen, und schafften es dabei genug aufeinander zu achten, dass sie sich nicht in die Quere kamen. Gemeinsam schlugen sie eine breite Schneise in den flüchtenden Pulk, während sich eine schwarze, schmierige Flüssigkeit auf dem Boden unter ihren Füßen verteilte, doch ein ganzer Teil flatterte hektisch rechts und links an ihnen vorbei. Phelan schickte den bereits gebundenen Teil seines Rudels aus um ihnen zu helfen, doch wie er bereits vermutet hatte waren sie noch nicht lange genug in ihrer Wolfsgestalt um so effektiv zu sein wie er es selbst gewesen wäre. Immerhin trugen sie dazu bei die Dämonenbrut weiter zu dezimieren, und letztendlich war es nur ein halbes Dutzend, das es schaffte von der Lichtung zu entkommen. Joshka sah ihnen stirnrunzelnd hinterher.

Sollen wir ihnen folgen?

~ ~ ~


Caya versuchte das Kreischen und Flattern um sich herum zu ignorieren und Austrenis Wunsch nachzukommen. Doch die Ablenkung wurde spätestens mit den Blutstropfen die sie trafen und dem Bild von Phelan, der sich an seinem besiegtem Gegner gütlich tat, zu groß. Doch nachdem der Würgereiz endlich nachgelassen hatte, bekam sie unerwartete Hilfe in Form von Rorokpal. Sie verband ihre Kraft mit der von Caya und gemeinsam gab es für die beiden Druidinnen nur noch die vor ihnen liegende Aufgabe die Erde zu heilen. Vergessen waren das Schlachtfeld und die Dämonen um sie herum, vergessen das Blut, das langsam auf Cayas Arm trocknete und der aufgeplatzte Körper, der nur wenige Meter von ihnen entfernt lag. Rorokpal stimmte sich völlig auf Erde ein, und Caya versuchte mit Hilfe ihrer Heilmagie den Prozess umzukehren, der dafür gesorgt hatte, das der Boden verdarb. Austrenis, der hinter den beiden Frauen stand, schien irgendwie zu spüren was vor sich ging. Der riesige Baumhirte beugte sich über Rorokpal und Caya, schirmte sie mit seinem Körper und den Armen, die sich plötzlich wie ein Geflecht verzweigten und mit den Spitzen in den Boden eindrangen, von der Umgebung ab, so das sie fast ganz eingeschlossen waren, nur ein schmaler Durchgang, durch den eine jede von ihnen würde schlüpfen können, blieb frei. Dann fing Austrenis an in einem tiefen, volltönenden Ton zu brummen, und Rorokpal spürte das der Aspekt der Erde in ihr auf dieses Geräusch reagierte, sich im Einklang damit befand. Und dann geschah es. Der schwarze Rand der dunklen Fläche veränderte sich, färbte sich langsam wieder in ein gewöhnliches braun. Erst war der Prozess langsam, doch er beschleunigte sich mit jedem weiteren Moment den die Frauen ihren Zauber aufrecht erhielten, und schließlich blieb nur eine kleiner schwarzer Fleck zurück, die Stelle, an der die Dämonin aus der Erde gebrochen war. Der Rest der Lichtung war zwar kahl, doch sie sah wieder fruchtbar aus und es würde nicht lange dauern bis sich die ersten Gräser und Moose ausbreiteten. Der Baumhirte knarzte sein Caya schon bekanntes Hrmmm, humm und sagte;

Habt Dank kleine Wesen. Ich werde eine Weile hier bleiben und mich ausruhen.

Und dann schlossen sich seine Augen, und er bewegte sich nicht mehr. Fast hätte man glauben können das hier, mitten auf der kahlen Lichtung, ein seltsames Gestrüpp gewachsen war. 


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