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   Autor  Thema: [Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze (Gelesen 1167 mal)
Merdarion Ni Hawk

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #60 am: Fr., 22. Mai 2020, 09:38 »

Das Baumwesen konnte sprechen. Merdarion schätzte die Chancen hier ohne Kampf herauszukommen nun deutlich höher ein. Auch schien es auf Caya recht freundlich zu wirken, doch als es seine Zweige nach der jungen Bäckerin ausstreckte konnte der Minenbesitzer den kurzen Impuls nicht unterdrücken, wenige Millimeter zuckte sein Schwert wieder empor, ehe er sich unter Kontrolle hatte und es ganz sinken ließ. Aus dieser Position war es immer noch gut möglich mit einem sauberen Unterhau die Bäckerin von dem Baumwesen zu trennen.

Doch seine Vorsicht schien unbegründet, vielmehr schien eher die Neugier das Wesen zu bewegen. Als der Waldschrat dann jedoch seinen Verdacht bestätigte, nämlich dass Werwesen in der Gegend waren die ihrer Göttin, gemeint konnte nur Pandea sein, huldigten knurrte der Minenbesitzer kurz. Doch dann keimte eine kurzer Gedanke in seinem Kopf. Der Feind meines Feindes war doch meist ein Freund...

"Nein, ich bin kein Wolfskind. Vielmehr habe ich ihnen schon gegenübergestanden. Wir können dir und dem Wald helfen sie loszuwerden."

bot er zunächst vage seine Hilfe an, alles weitere würde von der Reaktion des Wesens abhängen.

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Phelan

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #61 am: Fr., 22. Mai 2020, 19:26 »

„Göttin?“ Phelan schnaubte verächtlich. „Halbgöttin – ein Mischling.“ Aber leider nur halb sterblich. Es wäre so viel einfacher gewesen, wenn sie nach Akelahs Dolchstoß einfach bis in alle Ewigkeit tot geblieben wäre. Doch sie war zweifellos mächtig und der schwarze Wolfsmann wollte sich gar nicht ausmalen wie sehr.

Als sich Leo zu winden begann und sogar den Drachen biss, versetzte ihm der Krieger einen kräftigen Tritt. „Gib ruhe Welpe, oder ich schlage dir doch gleich den Schädel ein. Ich soll ein Verräter sein, nur weil ich Pandea nicht folge wie ein gut abgerichteter Hund? Und was ist mit Shir Khan, der den Tod der meisten seiner Wölfe ungesühnt lässt?“ Mit angewidertem Gesichtsausdruck spuckte er auf den Boden.

„Naka Duskeal schlüpfen nicht aus Eiern sondern werden als fertige kleine Naka Duskeal geboren“, erklärte Phelan in Gedanken ohne die beiden fremden Lykaner dabei aus den Augen zu lassen. „Und Wolfs-Naka Duskeal entstehen aus anderen Naka Duskeal, die von Lykanern gebissen wurden. Viele sterben dabei, aber gewisse Rituale helfen dabei die Chance zu überleben zu erhöhen. Pandea ist die Tochter Côrs und die Wilde Jagd ist das Rudel, das ihr treu ergeben ist. Ein Rudel von Wolfsmenschen ist mit einer besonderen Magie verbunden. Es liegt vielleicht daran, dass die ersten von uns – Shir Khan ist einer von ihnen – durch Zauberei erschaffen wurden. Durch die Verschmelzung von Mensch und Wolf. Ein schlechter Leitwolf kann sein Rudel über diese Bindung zwingen böse Dinge zu tun.“

Nach allem was sie nun zu hören bekamen, konnte man diesen Conrad durchaus als schlechten Leitwolf bezeichnen. „Nur ein unfähiger Alpha muss Zwang auf sein Rudel ausüben.“ Phelan musste es wissen, er war einige Zeit selbst ein unfähiger Alpha gewesen – noch nicht bereit für das Rudel, das er geerbt und inzwischen verloren hatte. Für ihn stand nun fest, dass dieser Möchtegernleitwolf den bevorstehenden Kampf nicht überleben würde. „Ich werde Conrad besiegen und dann werdet ihr zu meinem Rudel gehören.“ Der schwarze Lykan schien nicht ansatzweise daran zu zweifeln, dass es genauso kommen würde. „Ob dich das dann auch zu einem Verräter macht, Leo?“ Eine gewisse Häme war in der leicht knurrigen Stimme nicht zu überhören. „Wo ist denn wohl der beste Ort, um Conrad herauszufordern? In Wolfinggen oder wartet er noch in seinem Versteck im Wald auf Margret? Egal, vor mir kann er sich nicht verstecken.“

Dann wandte er sich an die Frau, die inzwischen zumindest zu dem Drachen gewisses Zutrauen gefasst hatte. „Gibt es Verletzte im Dorf? Ich weiß zwei oder drei Dinge über Heilkunde.“ Falls jemand seine Hilfe benötigte, war das wohl dringlicher als Conrad zu finden. Im Zweifelsfall konnte er wohl einfach in Wolfingen auf den Alpha dieses Waldes warten. Ein dominanter Wolf blieb in einem fremden Revier nie lange unbemerkt.

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Caya Eibenstein

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #62 am: Sa., 23. Mai 2020, 18:06 »

Als ein lautes Knarzen und anschließendes Knacken zu hören war, schaute Caya in Richtung des Baumwesens. Dann vernahm sie eine beruhigende, sehr alte Stimme. Die ersten Worte bestanden aus einem lang gezogenen Hmmmm und einen Hummm, fast so als müsste es erst nochmal nachdenken, bevor es redete oder sich noch unschlüssig war…Aber es wirkte nicht bedrohlich, ganz im Gegenteil... Es hörte sich eher an wie ein alter Mann, der noch etwas Gedenkzeit brauchte, jedoch viel, viel lauter und kräftiger…

Das war das erste Mal für Caya, dass sie so ein Baumwesen sah und daher etwas ganz Besonderes für sie!

Ihr Großvater hatte ihr einst von Baumhirten erzählt, die sich um die Wälder und Bäume kümmerten…sie sollen aussehen, wie laufende Bäume und nichts anderes war dieses Wesen doch oder? Aber vielleicht war es auch wieder einer seiner Geschichten, die er sich an langen Abenden ausgedacht hatte…?

Nachdem auch Caya das Wesen angesprochen hatte, wandte sich sein Kopf zu ihr und ein Arm kam langsam auf sie zu… „Was hat er denn vor? Wollte er etwa? Er ist ganz nett! Es ist ein Baum! Er tut dir nichts!“ redet sie sich ein und verharrte auf dem moosigen Untergrund und wartete ab. Kurz bevor der große Arm sie erreichte, sprießten mehrere Triebe aus ihm heraus und legten sich geradezu behutsam um Cayas Körper. Erst hatte sie ihre Muskeln angespannt, da sie nicht wusste, wie stark er sie festhalten würde, denn als Baum war es vielleicht schwer einzuschätzen, was stark und was schwach für ein kleines Menschlein war…Doch als sie merkte, wie vorsichtig er war, entspannte sie sich wieder.

Dann redete er sie direkt an. Wieder begann er mit einem Humm und einem mhmm. Er hatte erkannt, dass sie die Kraft der Sonne in sich trug, obwohl ihr der Zauber nicht gelungen war…er musste es gespürt haben…

Sie nickte ihm nur leicht zu, so fasziniert war sie von ihm.

Er schaute sie nun direkt an, hob sie hinauf und betrachtete sie von allen Seiten. Die junge Druidin konnte ein Grinsen nicht verkneifen.
"Sie wurde angeschaut, als wäre sie etwas ganz Neues…etwas Unbekanntes…aber vielleicht war sie das auch für ihn? Nein…sicher nicht…er musste bestimmt schon sehr alt sein und hatte sicher schon fast alles gesehen…"

Das ungute Gefühl und die Angst, die sie noch vor wenigen Minuten gespürt hatte, war gänzlich verflogen. Jetzt in den Händen dieses uralten, kräftigen Wesens gehalten zu werden, ließ sie Sicherheit und Geborgenheit verspüren.

Das Wesen griff ebenfalls nach Chiamara und fragte anschließend, ob sie ein Wolf werden konnte. Dann schien der sprechende Baum wieder in Gedanken zu verfallen und legte deutlich hörbar den Kopf schief.

Wieder fing er an zu reden und fragte, ob Merdarion ein Wolfskind wäre und erzählte, dass sie angefangen hätten, den Wald zu besudeln und Rituale abhalten würden, die den Wald sterben ließe. Er schreit. Er schreit vor Schmerzen. Konnten sie es nicht auch hören?

Merdarion antwortete ihm und bot ihm unsere Hilfe an. Doch Caya hörte nur halb zu.

„Der Wald schrie? Sie führten Rituale durch? Der Wald stirbt?“ Wieder bekam die junge Bäckerin eine Gänsehaut. Sie wollte gar nicht wissen, was diese Ungeheuer für Rituale durchführen…Doch sie wird nicht zulassen, dass sie den Wald vernichten würden! Diese Monster mussten gestoppt werden! Unter allen Umständen!

Caya schloss die Augen, atmete tief ein und versuchte zu hören oder zu spüren, wie der Wald unter den Ritualen litt…

Nachdem sie wieder ihre Augen geöffnet hatte sagte sie zu dem Baumhirten:

„Wir werden euch helfen, diese Ungeheuer zu vertreiben! Alles, was in unserer Macht steht! Wir lieben den Wald und wir werden es nicht zulassen, was hier geschieht!“
  Caya legte ihre rechte Hand auf den „Arm“ des Wesens und schaute dem Baumhirten voller Zuversicht in seine großen, glühenden Augen.

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Rorokpal

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #63 am: Mi., 27. Mai 2020, 22:24 »

Langsam ließ Rorokpal den feinen Sand auf die noch feuchte Tinte rieseln und beobachtete, wie sich die feinen weißen Körner mit der blauschwarzen Flüssigkeit verbanden. Die Seelenruhe, in der sie das gerade tat, könnte dem zu schnellen Schlussfolgerungen neigenden Geist zu der Annahme verleiten, dass der Druidin äußerst langweilig wäre. Tatsächlich überprüfte sie gleichzeitig, ob der handgeschriebene Text umfassend und korrekt war, sowie den hohen Ansprüchen des Ordens genügte. Immerhin wollte sie einen Beitrag zur Ordens-Bibliothek leisten, selbst, wenn es nur eine erste kurze Abhandlung über den dubiosen Geheimbund der sogenannten Æthriker war, über den sie unlängst gestolpert war.

Jemand verlangte nach einer Adeptin des Ordens, doch ihr stand gerade nicht der Sinn nach einer Führung oder was auch immer man ihr angedeihen wollte. Erst nach einer geraumen Weile erinnerte sie sich daran, dass sie zur Zeit die einzige Adeptin war, da Cailín ja verschwunden war. Also ließ sie das nun trockene Pergament los, so dass es sich zusammenrollte wie eine lebendige Schlange und kam dem Ruf nach, nicht ahnend, in welche Angelegenheit sie da hineinstolperte...

Wenig später lief sie, wohl als Begleitung oder so etwas, neben Erzmagierin Fjalladis im Eilschritt zur Kaserne von Nighton wegen einer wichtiges Unterredung. Offenbar war Lady Fjalladis bestellt worden, diese hatte sich dann aber entschieden, Rorokpal mitzunehmen. Womöglich gedachte sie, die Druidin im Thema Diplomatie und Politik zu unterweisen, da sie hier große Schwächen erkannt hatte. Sie wurden sofort in die Kaserne zu Hauptmann Hartmann vorgelassen und namentlich begrüßt. Dies nahm Rorokpal schon einmal wohlwollend zur Kenntnis. Der Hauptmann fasste kurz zusammen was vorgefallen war. Dass die Bürgerwehr Nightons einen Lykaner aus einem Dorf namens Wolfingen in der schwarzen Feste festgesetzt hatte, und dass er sehr unruhige Zeiten vermutete. Insbesondere erwähnte er etwas über Schutzkuppeln über den anderen großen Städten, welche es im Handwerksstädtchen Nighton jedoch nicht gab.

Da Rorokpal sofort damit beschäftigt war, einen völlig unpassenden Kommentar* zu unterdrücken, welcher nur der sprichwörtlichen Feder von Feuer entspringen konnte, blieb es vorerst an der Erzmagierin, das Gespräch zu führen. Die Adeptin hatte ohnehin nichts Konkretes über diese Schutzkuppeln der anderen Städte beizutragen, außer, dass es sie wieder an diese Zeitkuppeln erinnerte. Wie viele Geheimbündnisse es wohl zum Schutze aller, oder zumindest einiger, gab?




*Wenn ein Lykaner-Problem auftritt, dann würde ich empfehlen, zuerst einmal in Dörfern namens Wolfingen, Wolfshausen oder Wolfsburg nachzusehen und diese bei Bedarf abzufackeln.

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Fjalladis Radran

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #64 am: Sa., 30. Mai 2020, 19:06 »

Die Dringlichkeit, mit der Hauptmann Hartmann den Orden der Weisen um ein Treffen bat, überraschte Fjalladis und kurzentschlossen schickte sie Salina nach einer der jungen Druidinnen – und wäre es nur für den Fall, dass sie diese gegebenenfalls irgendwelche für die Unterredung benötigten Dokumente holen lassen konnte. Nach einer knappen doch förmlichen Begrüßung lauschte die Erzmagierin mit unbewegter Miene den Ausführung Hartmanns – nur bei der Erwähnung Nurus verengten sich ihre Augen leicht. Nachdem er geendet hatte, schwieg sie einige Momente lang nachdenklich, die der Unruhe des Hauptmanns nicht gerade abträglich wirkten, und erwiderte dann:

„Um eine solche Kuppel zu erschaffen und dauerhaft aufrecht zu erhalten bedarf es einer enorm mächtigen magischen Quelle und dazu einer Reihe geübter Magier und Priester oder spezieller Runenvorrichtungen, die die Magie in den erforderlichen Bahnen halten. Es gibt Schriften darüber, doch in solch großem Maße wurde im Orden in den vergangenen Jahren nicht experimentiert, da uns die benötigten magischen Quellen fehlen.“

Für Rorokpal mochte unausgesprochen in der Luft hängen, dass es dem Orden in den vergangenen Jahren nicht zuletzt auch an ausreichend fähigen Mitgliedern gemangelt hatte... Fjalladis selbst hatte zwar Erfahrungen mit kleinen Kuppeln aus Licht, die Dämonen und ähnliches wahlweise ein- oder aussperren – oder zumindest abschrecken – konnten, doch um so etwas für eine ganze Stadt umzusetzen waren ganz andere Kräfte vonnöten.

„Habt Ihr noch andere Informationen aus Nuru? Gedenkt Ihr, jemanden dorthin zu entsenden?“ So sehr ihr die orkverseuchte Stadt auch missfiel, so war sie doch nicht gänzlich frei von Personen, um die sie sich sorgte.

„Und dieser gefangene Lykaner in der Schwarzen Feste... Ich vermute, dass man sich bereits um ihn... kümmert...?“ Das letzte Wort kam mit kurzer Verzögerung, schien jedoch nicht direkt doppeldeutig gemeint zu sein.

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Landolin

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #65 am: Sa., 30. Mai 2020, 23:52 »

Bislang war es einer der eher ruhigeren Nachmittage gewesen. Nicht so ruhig, dass es sich gelohnt hätte, größere Aufgaben anzugehen, aber es war immer wieder genug Zeit, um ein Buch in die Hand zu nehmen und ein paar Seiten darin zu lesen. Landolin hatte sich für ein Kapitel über zwergische Kräuterkunde entschieden, das ihm der hiesige Schmied vor einiger Zeit übersetzt hatte. Der Inhalt war durchaus  interessant – doch der Stil war reichlich ungewohnt und wirkte für einen Menschen so hölzern, dass eine Unterbrechung hie und da ganz angenehm war.

Durch das Auftauchen eines Vertreters der Bürgerwehr verbesserte sich die Laune des Apothekers nicht gerade, vor allem, da der Name Merdarion NiHawk fiel. Die Nachricht, dass sich ein frisch verwandelter Lykaner in der schwarzen Feste aufhielt, schien jedoch tatsächlich relevant zu sein.
“Ich werde Euch begleiten. Die Aussichten auf Heilung dürften allerdings verschwindend gering sein.“ Zumindest, wenn die Angaben des Mannes der Wahrheit entsprachen. Allzu gut kannte sich dieser offensichtlich nicht mit Lykantrophen aus…

Überraschenderweise war der Frischverwandelte in erstaunlich gutem Zustand. Dass Eisenfesseln für Lykantrophen nicht schädlicher waren als für Menschen – wenn auch genauso zurückhaltend – war dem Hohentürmler durchaus bewusst gewesen. Die Wunde jedoch wirkte nicht, als hätte sie der Mann erst kürzlich erlitten…
Vorsichtig näherte sich Landolin dem Verletzten, um bei einem möglichen Aggressivitätsausbruch noch rechtzeitig ausweichen zu können. “Mein Namen ist Landolin Dennhardt. Ich bin der hiesige Apotheker und würde mich gerne um Eure Wunde kümmern. Ist das für Euch in Ordnung?“
Eine Weile lang versorgte er die ohnehin gut verheilende Verletzung, ehe er sich erneut an den Lykaner wandte: “Darf ich fragen, was Euch widerfahren ist?“ Bei diesen Worten streckte er seinen Geist tastend nach dem des Frischverwandelten aus und sandte ihm die Botschaft: Antworte wahrheitsgemäß!
Sollte sich der Mann als gesprächig erweisen, würde der Heiler auf diese Weise hoffentlich in Erfahrung bringen können, ob es sich bei diesem um ein zufälliges Opfer oder im schlimmsten Fall um einen Spion handelte. Woher stammte er? Was war ihm zugestoßen und wie war er entkommen? Und was hatte er für die Zukunft vor? Wenn er nicht in sein bisheriges Leben zurückkehren wollte oder konnte, wäre vermutlich Drachenauge die nächstliegende Wahl. Seit den Lykantrophenüberfällen vor gut zehn Jahren waren dort Wolfsmenschen ein weniger seltener Anblick als anderswo…

- 5 Mana

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Sâmul von Gor

Re:[Abenteuer] Fadenspiele - Andere Schauplätze
« Antwort #66 am: Gestern um 00:04:13 »

❖ Interludium - Die zerbrochene Klinge ❖


Sâmul beobachtete Myriel bei ihrer Giftmischerei und für einen kurzen Moment wirkte es so, als würde er nervös zippeln und zappeln wollen, aber nur für einen Augenblick, dann war er wieder vollkommen ruhig und lächelte sein so typisch aufgesetzt-freundliches Lächeln. Als die Hexenmeisterin sich ihm dann näherte und ihren Kopf an sein Ohr neigte, grinste er sie breit an und erwiderte ihren Blick aus seinen stahlblauen Augen.

»In dem Fall gebührt der blassen Frau unserer aller tief empfundenes Mitleid. Wenn Sâmul nicht Sâmul wäre, wäre Sâmul lieber an jedem anderen Ort der Welt, als in Sâmuls Kopf zu stecken. Viel zu blutig und viel zu laut dort drinnen, ständig diese grenzenlosen Gewaltfantasien und dann auch noch dieses enervierende Geschrei vor schier endlosen Schmerzen und Qualen. Außerdem befindet die blasse Frau sich dort in schlechter Gesellschaft, in wirklich sehr schlechter Gesellschaft...«

Der blonde Jüngling grinste noch immer breit, während Myriel ihm die Geschichte der zerbrochenen Klinge berichtete, aber ein Blick in seine Augen verriet, dass er ihr trotz des Faxenmache-Gesichts aufmerksam zuhörte.

»Was für die einen ein Fluch ist, mag von anderen wie ein Segen wahrgenommen werden. Und ist nicht der freie Wille der größte Segen? Stell dir nur vor welch zerstörerische Dynamik sich entwickeln könnte, die die Welt aus den Fugen heben könnte. Die einzige Frage, die sich Sâmul jetzt noch stellt, ist: wo befindet sich der zweite Teil der Klinge?«



❖ Die Reise nach N'Xar'Ruul ❖


Als sich Anethe während der Fahrt in der Kutsche seitlich an ihn anlehnte, legte der blonde Jüngling seinen Arm in fast schon vertraulich wirkender Art und Weise um die Hohepriesterin des Côr, als wären die beiden ein Liebespaar oder etwas ähnliches. Im Gegensatz zu den anderen in der Kutsche anwesenden Personen schien Sâmul keinerlei Probleme mit der Nähe der Drow oder gar Berührungsängste zu haben. Seine Mundwinkel zuckten kurz, während er dem weiteren Gespräch lauschte und einen Moment musste er bei den Worten Anethes schmunzeln. Offenbar machte sich die Hohepriesterin keine Vorstellung davon, was sich Sâmul so alles vorstellen konnte, aber er kommentierte die Anmerkung nicht weiter. Auch Myriel ging nicht weite rdarauf ein und so verebbte das Gespräch auch bald darauf wieder. Wenig später schlief Anethe an seiner Seite ein, aber auch Sâmul hatte seine Augen mittlerweile wieder geschlossen und schien seinerseits zu schlafen.

Als sie dann schlußendlich an ihrem Ziel angekommen zu sein schien, löste sich Sâmul wieder von der Drow an seiner Seite und schnappte sich seinen Rucksack. Dann erst öffnete er die Tür und stieg als erstes aus der Kutsche heraus ins Freie. Davor wartete er auf seine dunkelelfische Begleiterin und half dieser wie gewünscht beim Aussteigen, obwohl dies eigentlich vollkommen unnötig war, so anmutig und grazil wie die zierliche Drow sich trotz der langen Fahrt auch jetzt noch bewegte. Erst als die Hohepriesterin ausgestiegen war, sah sich Sâmul einen Augenblick um, wobei er seine Eindrücke einfach nur lakonisch mit einem »Hübsch!« zusammenfasste. Als Myriel Anethe, nachdem sie selbst ausgestiegen war, anbot ihr Sâmul für diese Nacht zur Verfügung zu stellen, zuckten die Mundwinkel des blonden Burschen nur kurz spöttisch, aber es sagte nichts weiter dazu. Die blasse Frau mochte ihm Anweisungen geben und er mochte sie befolgen, aber auch dies hatte seine Grenzen.

Noch immer schweigend beobachtete Sâmul, wie Anethe das fledermausartige Wesen aufhob und diesem mit einer geübten Bewegung den Hals aufschlitzte. Er war sich sicher, dass es der Hohepriesterin nicht schwer fallen dürfte, auch einem Menschen auf diese Art auszuschalten, wenn es ihr nutzte. Er versuchte kurz die Runen zu erkennen, die sie aus dem Blut des Wesens auf den schwarzen Felsen schrieb, wobei das natürlich in der Dunkelheit und bei diesem Untergrund doch recht schwierig war.

Als sich dann ein Durchgang öffnete und die Drow diesen durchquerte, folgte ihr Sâmul scheinbar ohne jedes Zögern. Zumindest mochte es für Anethe so wirken, Myriel und Amarok konnten jedoch sehen, dass der Blonde seine Schritte auf den Treppenstufen doch etwas vorsichtiger setzte als es der Fall wäre, wenn er der Hohepriesterin vor sich zu hundert Prozent vertraute. Erst als Myriel den leicht flackernden Feuerball erschuf, war auch die Illusion wieder perfekt und der blonde Jüngling folgte ihrer gemeinsamen Führerin mit nun tatsächlich vollkommen selbstsicheren Schritten.

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