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   Autor  Thema: im Wald bei Drachenauge (Gelesen 1145 mal)
Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #60 am: Do., 16. Mai 2019, 22:02 »

Shikra gehörte wohl zu den Leuten, die alles gerne selbst probierten und obwohl sie sich beim Zerlegen des Fisches nicht sonderlich geschickt anstellte, nickte Askladd anerkennend. Immerhin hatte sie nicht den einfachen Weg gewählt und einen Brocken von ihm stibitzt, anstatt sich ihren eigenen Fisch vorzunehmen.

Während die Waldelfe den Geschmack wieder aus ihrem Mund spülte, naschte der Nordmann einen Brocken nach den anderen. Den Käse, den Winterrettich, das Frische Brot, die Marmelade und die anderen Leckereien schien er völlig vergessen zu haben.

„Wenn wir im Norden etwas haben, dann ist es Platz“, erklärte er zwischen zwei Happen. „Und man hängt die Fische an hölzerne Gerüste. Darum wird gar nicht so viel Fläche benötigt. Bei uns standen sie auf einer felsigen Höhe an der Küste.“ Auf der kargen, windigen Kuppe hätte man sonst nicht viel anfangen können. „Natürlich muss man ein wenig aufpassen, dass einen nicht die Tiere die ganzen Fische wegessen.“

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Shikra

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #61 am: Mo., 20. Mai 2019, 13:09 »

Während Askladd davon berichtete, wie bei ihm Zuhause der Fisch getrocknet worden war, ließ die Waldelfe ein Bild von dem felsigen Ort mit einem Holzgerüst vor ihrem geistigen Auge entstehen. Sie malte sich aus, wie die vielen Fische im Wind schaukelten und ein einzelner Mann gemütlich daneben saß und darauf aufpasste. Er wirkte sehr entspannt und der Welt und sich zufrieden, fast so wie der Nordmann, der gerade erzählte und immer wieder ein Stückchen Fisch zu seinem Mund beförderte.

Dann ließ Shikra das Träumen und wendete sich wieder dem Esstisch zu. Ganz so einseitig wie der Bogner probierte sich die Heilerin nicht durch die vielen Leckereien, die vor ihr ausgebreitet lagen. Hier schnitt sie eine Ecke vom Käse ab, dort holte sie sich etwas Marmelade aus einem Glas. Vorsichtig verstrich sie die gesalzene Butter auf dem frischen Brot und streute etwas Schnittlauch darüber.
Sie versuchte sogar noch zweimal ein Stücken von dem getrockneten Fisch und dazu jeweils einen mundfüllenden Schluck des Bieres, kam allerdings zu dem Schluss, dass es  – zumindest für sie – nicht unbedingt sein musste, dass man die armen Wassergeschöpfe aus ihrem Reich heraus angelte und ein halbes Jahr zu trocknete.
Shikra hatte eine viel größere Freude daran, die verschiedenen Speisen zu kombinieren und dabei herauszufinden, wie sich der Geschmack veränderte.

Zum Schluss musste sie noch die dunkelvioletten Früchte probieren. Mit einem kleinen Messer halbierte sie das Obst, das innen intensiv gelb leuchtete und schwarze Kerne hatte. Mit einem Löffel versuchte sie das Fruchtfleisch zu lösen und probierte es dann. Es schmeckte herrlich erfrischend.
„Askladd, das musst du auch versuchen.“
Sie tauchte den Löffel ein zweites Mal in das gelbe Innere und hielt ihn dem Blonden zum Probieren hin.

Mit etwas Geschick hatte die Apothekerin drei der Samen aus dem fruchtigen Nährboden gefischt, war aufgestanden, hatte den Nordmann mit einem Lächeln, dass kleine Kinder aufsetzen, wenn sie was im Schilde führen, angeschaut und steuerte nun auf die Ecke des Forsthauses zu, dass wohl am ehesten die Nachmittagssonne abbekommen würde. Schnell war ein kleines Loch in den Boden gegraben und dort gab die Heilerin die Samen hinein und bedeckte sie mit etwas Erde.
Ihre Hände an der Tunika abwischend kam sie zum Tisch zurück, setzte sich wieder, naschte noch ein bisschen Käse und strahlte den Gastgeber an.
„Mit etwas Glück, treiben die Kerne aus.“

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Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #62 am: Mo., 20. Mai 2019, 23:18 »

Getreu dem Motto „sauer macht lustig“, verzog Askladd das Gesicht, als Shikra ihn mit der ungewohnten Frucht fütterte. Und das obwohl der Geschmack eigentlich recht angenehm war. Er hatte nur überhaupt keine Vorstellung gehabt, auf was er sich gefasst machen musste.

Als er die gärtnerischen Bemühungen der Waldelfe beobachtete, musste der Förster schmunzeln. „Ich bin schon sehr gespannt, wie die Bäume aussehen, an denen solche Früchte wachsen“, sagte er, obwohl er wusste dass viele exotische Gewächse nicht winterfest waren und hier in Dragonia nicht gedeihen würden. Doch die Apothekerin hatte eine geschützte Stelle gewählt und der Versuch konnte nicht schaden. Wenn er gelang, würden ihn die besonderen Früchte jedes Jahr wieder an diesen gemeinsamen Nachmittag erinnern.

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Shikra

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #63 am: Di., 21. Mai 2019, 21:29 »

Askladds Grimasse brachte die Apothekerin herzlich zum Lachen. Offensichtlich kam der fruchtige Geschmack eher überraschend für den Bogner und das Grinsen in Shikras Gesicht brauchte eine ganz Weile bis es wieder verschwunden war.

Es schien den Nordmann nicht zu stören, dass die Elfe an seinem Haus Bäume pflanzte.
Da Shikra selbst nicht wusste, dass die Früchte von einer Kletterpflanze stammten und daher aus den Samen nie ein Baum wachsen würde, konnte sie seiner Neugier nur zustimmen.
„Vielleicht finde ich in der Akademie ein paar nützliche Informationen über die Pflege des Baumes oder ich frage mal Rorokpal, wenn ich sie das nächste Mal sehe.“

Sie löffelte das Innere der violetten Frucht zusammen mit dem Bogner fertig aus, dann naschte sie nochmals ein bisschen Brot und sogar nochmals ein ganz kleines Stück von dem Fisch. Als sie nach einer Ecke von dem Käse greifen wollte, zog sie ihren Arm jedoch wieder zurück.
Sie würde heute keinen Bissen mehr hinunter bekommen. Sie war satt; satt und zufrieden.
Glücklich lehnte sie sich zurück und genoss die Sonnenstrahlen.

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Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #64 am: Do., 23. Mai 2019, 07:35 »

Askladd nickte bekräftigend, als Shikra ihren Entschluss kundtat. Mehr über die Frucht, deren Samen sie gepflanzt hatte, zu wissen, würde dabei helfen bessere Wachstumsbedingungen zu schaffen. Er wäre gerne einfach sitzen geblieben, räumte aber doch schnell die übrig gebliebenen Speisen in die Vorratskammer, in der es schön kühl war.

Dann nahm er wieder neben der Waldelfe Platz, ließ sich die Abendsonne aufs Gesicht scheinen und schloss die Augen. Kurz musste der Bogner sogar eingeschlafen sein, denn als er sie wieder aufschlug, tauchte der Sonnenuntergang den Himmel in strahlendes Rot. „Wie schön!“, bemerkte er angetan und gemeinsam mit der Apothekerin sah er sich das Schauspiel an. Erst als die Dämmerung endgültig die Oberhand gewann, fiel ihm ein, dass die Abende hier nicht so lange dauerten, wie in seiner Heimat, wo sich die Sonne nie weit vom Horizont entfernte.

So unwillkommen der Gedanke im Augenblick auch war: Shikra würde sich beeilen müssen, wenn sie vor Einbruch der Nacht die Stadt erreichen wollte. „Soll ich Dich noch nachhause begleiten?“ Fragte er leicht verlegen. Er wollte wirklich nicht den Eindruck erwecken er wolle sie loswerden. Aber eine Dame wie sie wollte für die Nacht sicher in ihre eigenen vier Wände zurück. „Ich hätte auch ein Gästezimmer“, merkte er dennoch an.

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Shikra

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #65 am: Mo., 03. Jun 2019, 15:41 »

Für einen kurzen Moment wollte Shikra ebenfalls aufstehen und Askladd beim Aufräumen helfen, doch als sie sah, wie gut er alleine zurechtkam und weil es gerade sehr gemütlich war, einfach dazusitzen und in den Wald zu schauen, blieb sie, wo sie war.
Und es dauerte auch nicht besonders lange, bis der Nordmann wieder auftauchte und sich neben sie setzte. Zusammen verfolgten sie das atemberaubende Schauspiel, das eine sich den Baumwipfeln nähernde Sonne im Frühling bieten konnte.
Oder zumindest eine der beiden verfolgte es zur Gänze, während der andere erst beim farblichen Höhepunkt, der sich in rot und lila Tönen zeigte, wieder einstieg.
„Ja, fantastisch, oder? Ich könnte eigentlich jeden Tag dabei zusehen.“

Sie beobachtete gerade eine Eule, die langsam ihre Flügel ausbreitete und sich auf die nächtliche Jagd vorbereitete, als der Bogner wieder zu sprechen anhob und sich einen verwirrten Blick der Apothekerin einfing.
„Nach Hause?“
Shikra schaute sich um und schien jetzt erst zu bemerken, dass es tatsächlich ein sinnvoller Einwand des Nordmanns gewesen war.
„Du hast Recht.“
Rief sie überrascht aus.
„Bald ist es zu dunkel für den Heimweg. Aber…“
Die Apothekerin dachte einen Moment über sein Angebot nach. Wenn er sie nach Hause begleitete, müsste er selbst den Rückweg im Dunklen zurücklegen und das wollte sie nicht. Als er sein Gästezimmer erwähnte, nickte die junge Heilerin.
„Wenn das für dich passt? Dann muss heute keiner von uns beiden alleine durch den dunklen Wald wandern.“

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Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #66 am: Di., 04. Jun 2019, 19:16 »

Askladd entspannte sich, als Shikra auf seinen Vorschlag einging. „Dann können wir ja in Ruhe den Abend genießen.“ Ein wenig später konnten sie die Flugkünste von Fledermäusen im Dämmerlicht bewundern. Zuvor war schon eine andere nächtliche Jägerin in Gestalt einer Eule an ihnen vorübergeflogen.

Mit der Sonne war auch die Frühlingswärme geschwunden und der Nordmann rutschte etwas näher an die Waldelfe heran. Er schenkte sich Bier nach und setzte dazu an auch den Krug der Apothekerin zu füllen, aber der war ohnehin noch relativ voll. Also lehnte er sich zurück, nippte am Schaum und hielt nach den ersten Sternen Ausschau.

„Ja, man könnte jeden Tag dabei zusehen“, antwortete er ziemlich verspätet und bezog sich dabei nicht nur auf den Sonnenuntergang. Der gesamte Wechsel von Tag und Nacht hatte etwas beinahe magisches an sich und ließ ihn an schaurig schöne Geschichten aus dem Norden denken. „Mein Vater sagte einst, dass ein Mann zwischen Tag und Nacht bisweilen einen Blick auf seinen Fylgja erhaschen kann“, entsann er sich einer dieser Legenden.

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Shikra

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #67 am: Sa., 08. Jun 2019, 21:10 »

Die elfische Heilerin hatte ihre Beine angezogen, sodass ihre Füße mit auf der Bank ruhten und ihre Arme die Knie umschlingen konnten. Ihr Rücken lehnte zur Hälfte an der Lehne der Holzbank zur Hälfte an der Schulter des Nordmanns und ihr Blick war in den Nachthimmel gerichtet. So beeindruckend ein Sonnenaufgang sein konnte, die beginnende Nacht konnte wunderbar mithalten.

Ganz langsam wurde die Elfe von einer angenehmen Müdigkeit erfasst und musste hin und wieder aufpassen, dass ihr nicht die Augen zufielen. Doch als Askladd seinen Vater erwähnte, kam wieder etwas Leben in die junge Heilerin, zumindest setzte sie sich kurz auf, nahm einen Schluck vom Bier und fragte:
"Seinen Fylgja? Was ist das Askladd?"
Als der Bogner zu erzählen begann, ließ sich Shikra wieder nach hinten sinken und hörte dem Nordmann zumindest eine Weile recht aufmerksam zu.

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Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #68 am: Sa., 08. Jun 2019, 23:40 »

Askladd legte seinen Arm um die Schulter der Waldelfe, um die kühle Nachtluft zumindest ein wenig von ihr fernzuhalten, ehe er sich räusperte und zum Erzählen ansetzte. „Die Fylgjur sind Geister, die beschützen. Doch wie die meisten Wesen aus den Geschichten des Nordens, sind sie nicht ausschließlich gut zu den Menschen. Bei der Geburt ihrer Schützlinge sind sie stets anwesend, werden aber nicht erkannt. Sie können in jede Gestalt annehmen. Auch die von Tieren. Später sieht man sie dann nur noch in Träumen. Darin zeigen sie sich ihrem Schützling als Frauen oder als sein Seelentier. Dann trifft man sie wieder, in der Stunde des eigenen Todes. Sie holen einen ab und geleiten einen ins andere Land.
Die Fylgjur lieben ihren Schützling, doch anderen gegenüber können sie grausam und rachsüchtig sein. Vor allem wenn sie ihr Mündel in Gefahr glauben. Manchmal sind sie auch eifersüchtig. Die Frau eines Onkels meines Vaters starb drei Wochen nach ihrer Hochzeit an einer Krankheit, die sich niemand erklären konnte, bis ein Seher feststellte, dass die Braut seiner Fylgja missfallen hatte.
Und manchmal, so sagte mein Vater zumindest, sieht man diese Geister in der Zeit, in der der Tag vergeht und die Nacht geboren wird…“


Shikra war während seiner Erzählung so still gewesen, dass sich der Bogner versicherte, ob sie nicht inzwischen eingeschlafen war. Es war ein langer Tag gewesen und es war Schlafenszeit geworden. Also trank er sein Bier aus und stellte den Krug zur Seite.

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Shikra

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #69 am: Mi., 12. Jun 2019, 00:09 »

Shikra war noch ein wenig näher an den Nordmann gerutscht, denn mittlerweile war von der Wärme, die die Sonne an diesem wunderschönen Frühlingstag gespendet hatte nichts mehr zu spüren. Als Askladd von Sagengestalten aus dem hohen Norden berichtete, lauschte die Heilerin gebannt und ließ vor ihrem geistigen Auge passende Bilder entstehen.

In einer Wiege liegt ein Säugling und wird von den übrigen Familienmitgliedern fröhlich begrüßt. Im Hintergrund steht eine unscheinbare Frau, die sich in einen Vogel verwandelt, der dem Bussard von mittags sehr ähnlich sieht. Dieser verwandelt sich in eine Möwe, die an den Steilklippen entlang fliegt.
In einem Bett liegt ein alter Mann und die unscheinbare Frau, die liebevoll auf ihn herabblickt, reicht ihm die Hand, um ihm aufzuhelfen.

Die Apothekerin schreckte hoch, als der Bogner nach seinem Krug griff.
"Das tut mir leid für deinen Onkel, ich hoffe seine Frau wird wieder gesund."
Bei den Worten, die nicht ganz zu dem passten, was Askladd erzählt hatte, erweckte die Elfe den Eindruck, als ob sie noch im Halbschlaf wäre. Ein kurzes Gähnen folgte, ehe sie den Blonden angrinste, als ihr klar wurde, dass sie wohl kurz weggenickt war.
Die Müdigkeit hatte nach dem langen Tag, der noch in Nighton begonnen hatte, dann doch gesiegt.
"Ohje, ich glaube ich bin kurz eingedöst, obwohl ich eigentlich noch gerne ein bisschen was über die Fylgjur hören möchte. Hast du deine schon mal bei Dämmerung gesehen?"
Man konnte der Apothekerin zwar ansehen, dass sie ehrlich interessiert an Askladds Erzählung war, allerdings würde sie wohl nicht mehr lange die Augen offen halten können.

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Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #70 am: Mi., 12. Jun 2019, 12:52 »

Askladd zog Shikra etwas fester an sich, als sie sich wärmesuchend an seine Seite schmiegte. Wenn er vorher mitgedacht hätte, hätte er Decken aus dem Haus mitbringen können, denn irgendwie wollte er noch nicht, dass der Abend endete. Andererseits mussten sich die Elfe und er am nächsten Tag wieder um ihre Geschäfte kümmern und da war es besser, wenn sie nicht zu müde waren.

„Ist das so?“, erwiderte er, als die Apothekerin mit schlaftrunkener Stimme von seinem Onkel sprach. „Ich kann Dir mehr über die Fylgjur erzählen, wenn wir beide nicht mit der Müdigkeit ringen. Es war ein langer Tag, aber es war sehr schön ihn mit dir ausklingen zu lassen. Das sollten wir wiederholen. Du weißt, dass Du hier jederzeit willkommen bist…“ Schließlich war Shikra hier ihm Wald genauso heimisch, wie er.

„In der Dämmerung ist es leicht Dinge zu sehen und im Norden kann die Dämmerung sehr lang sein“, antwortete er nachdenklich auf die Frage der Waldelfe. „Man kann sich allerdings nie sicher sein, ob diese Dinge tatsächlich da sind oder ob einem die Phantasie einen Streich spielt. Wie mein Seelentier wohl aussähe? Mein Oheim, von dem ich das Handwerk gelernt habe, sagte das seine sei ein Dachs. Und mein Vater fühlte sich dem Bären verbunden. Aber ein Tier, das man in der Dämmerung sieht, kann ebenso gut einfach nur ein Tier sein.“ Besonders in den dünn besiedelten Nordlanden. „Soll ich dir das Gästezimmer zeigen, bevor wir hier draußen einschlafen.“ Es war eindeutig zu kühl, um das zu riskieren.

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Shikra

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #71 am: Sa., 15. Jun 2019, 08:01 »

Kurz wollte Shikra protestieren, als Askladd sie auf einen anderen Abend mit seinen Geschichten über nordische Geisterwesen vertrösten wollte, doch der Bogner hatte Recht. Würde er weiter von den Fylgjur erzählen, würde Shikra wieder einschlafen und hatte dann auch nichts von den schönen Erzählungen.
"Hmm, ja. Das wäre wohl sinnvoller."
Der Nordmann lud die Elfe ein, einen solchen Abend gerne jederzeit zu wiederholen und lockte damit ein dankbares glückliches Lächeln auf das müde Gesicht der jungen Heilerin.
"Das wäre wunderbar. Vielen lieben Dank."

Bevor die beiden ins warme Haus gingen, ließ sich der Förster doch noch dazu hinreißen ein paar Worte über seinem eigenen Schutzgeist beziehungsweise den Fylgjur seiner Familie zu verlieren. Neugierig hörte die Elfe zu, als Askladd von den Schutztieren in seiner Familie erzählte.
"Faszinierende Wesen. Dachse sind geschickte Baumeister und Bären starke Beschützer."
Shikra schien einen Moment nachzudenken.
"Ich kann mir eine so lange Dämmerung gar nicht richtig vorstellen. Was das wohl für ein Gefühl ist, auf sein Seelentier zu treffen?"

Der Bogner erwähnte nochmals das Gästezimmer und Shikra nickte. Bevor sie beide in der Kälte die ganze Nacht verbrachten, sollten sie lieber ein paar Stunden schlafen und sich aufwärmen. Vorsichtig stand die Apothekerin auf, nahm beide Krüge, um sie nach drinnen zu bringen, in die Hand und ließ Askladd vorausgehen.
« Letzte Änderung: Sa., 15. Jun 2019, 08:06 von Shikra »
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Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #72 am: Mi., 19. Jun 2019, 19:08 »

Askladd nickte, auch er fand den Gedanken an weitere solche Abende sehr angenehm, und hielt Shikra seine Hand hin um ihr aufzuhelfen. Kurz dachte er über die Charakterisierung der Tiere durch die Elfe nach, dann stimmte er mit einem leisen Brummen zu. Gerade Bärenmütter konnten kompromisslose Beschützerinnen sein, wenn es um ihren Nachwuchs ging.

„So eine lange Dämmerung muss man erlebst haben“, sagte der Bogner, versuchte sich aber doch an einer Erklärung: „Stell dir vor, jemand würde die Sonne gefangen halten. So dass sie für viele Stunden zwischen Tag und Nacht schwebt.“ Kein Bild, mit dem er besonders zufrieden war…

„Und das Seelentier zu treffen… Ich nehme an es ist wie einer lange vermissten Schwester zu begegnen. Und zugleich ist es vermutlich beunruhigend. Schließlich bedeutet eine solche Begegnung normalerweise, dass der Tod vor der Tür steht.“ Mit einem Schulterzucken versuchte er die Gedanken an die Geister seiner Heimat abzuschütteln und setzte sich in Bewegung.

Das Gästezimmer war klein und enthielt nicht viel mehr als ein schmales Bett und einen Stuhl, auf dem eine Waschschüssel stand. Doch es sah gemütlich und sauber aus. „Ich bringe noch einen Krug mit Wasser. Hast Du ansonsten alles, was Du brauchst?“

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Shikra

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #73 am: Heute um 09:40:07 »

"Vielleicht können wir ja mal eine solche Dämmung zusammen erleben?"
schlug die junge Heilerin vor, denn sie konnte sich eine längere Phase in der die Sonne bereits am Untergehen war und es trotzdem noch hell blieb, immer noch nicht recht vorstellen, trotz der tollen Erklärungsversuche des Nordmanns.
Mit einem Lächeln griff die Elfe nach dargeboten Hand und ließ sich aufhelfen.
Als der Bogner davon sprach, dass man bei Begegnung seines Schutzgeistes vermutlich erst einmal mit einer Todesangst zu tun bekam, erschrak die Apothekerin kurz. Stimmt, Askladd hatte davon erzählt, dass das Schutztier beim letzten Atemzug dabei war und doch war bei Shikra die romantische Vorstellung einer ständigen Begleiterin hängengeblieben.

Als die Apothekerin das Bett in dem kleinen aber feinen Gästezimmer sah, fielen ihr schon fast im Stehen die Augen zu. Sie hatte gar nicht gemerkt, wie müde sie war, doch als jetzt die Schlaffstätte zum Zum Ausruhen einlud, brauchte es nicht mehr viel, um tief und fest zu schlafen.
"Das ist ein sehr schönes Gästezimmer, vielen Dank, Askladd. Mehr brauche ich nicht."
Den Worten folgte eine dankbare Umarmung des Blonden und keine Minute später saß die Elfe auf dem Bett, hatte ihre Stiefel ausgezogen und ließ sich auf die Matratze fallen.
Ob oder wann der Nordmann noch mit einem Krug Wasser nochmals ins Zimmer geschaut hatte, bekam die Heilerin nicht mehr mit.

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Askladd

Re:im Wald bei Drachenauge
« Antwort #74 am: Heute um 18:51:55 »

„Dazu müsstest du mit mir bis in die Nordlande reisen“, gab Askladd mit einem halb unterdrückten Gähnen zu bedenken. Und er war sich nicht sicher, ob er dorthin zurückkehren wollte. Sein Leben war bestimmt nicht schlechter geworden, seit er in Dragonia angekommen war.

„Dann schlaf gut und bis morgen“, sagte der Bogner, als sich Shikra mit dem Gästezimmer zufrieden zeigte. Die Umarmung der Elfe erwiderte er zögerlich, indem er ihr eine große schwere Hand für einen langen Moment auf den Rücken legte. Bei dem langlebigen Volk aus den Wäldern wurde mit solchen Gesten wohl großzügiger umgegangen, als im kalten Norden.

Am nächsten Morgen stand ein gefüllter Krug vor der Tür zu Shikras Zimmer. Askladd hatte sein Versprechen also nicht vergessen. Danach war aber auch er bald in sein Bett gefallen. Der lange und bis in die späten Abendstunden ausgekostete Tag hatte ihn müde und ziemlich zufrieden zurückgelassen.

Die Tage eines Försters begannen früh und so war der Nordmann zur Morgendämmerung schon wieder in der Küche anzutreffen. Ein kräftiges Frühstück sollte ihm und seiner Besucherin Kraft für den Tag geben. Dazu schlug er erst einmal ein paar Eier in die Pfanne.

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