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   Autor  Thema: Von singenden Sehnen und schnappende Fallen (Ausbildung für Cranneg) (Gelesen 564 mal)
Cranneg Koglarn

Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« am: Mi., 27. Mär 2019, 14:04 »

Es schneite nicht mehr. Cranneg war schon früh am Morgen gewesen um ein paar Fallen auszulegen, nur um vom Schnee wieder in die Stadt und seine Schmiede getrieben zu werden. Dort konnte er immerhin ein frisches Fass Bier in Empfang nehmen. Doch nun schaute er von einem Amboss auf. Das Heulen des Windes hatte nachgelassen. Er räumte Hammer und Zange weg, bevor er eines der kleinen Fenster öffnete. Das Wetter draußen sah wieder besser aus.

Er sputete sich seinen Schafsfellmantel anzulegen und schloss hinter sich ab. Seine Stiefel knirschten im Matsch und Schnee, unter dem das Straßenpflaster begraben lag. Doch schon nach wenigen Minuten ließ er das Stadttor hinter sich und bog ab in den Wald, wo er hoffte das wenigsten eine seiner Fallen etwas gefangen hatte. Hier und da fand er Pfotenspuren von Tieren. Mit geröteten Wangen und einem leichten Nebel bei jedem Atemstoß wischte er den Schnee über der ersten Falle beiseite. Leer. Das Fangeisen war wohl zu offensichtlich gewesen. Auch die nächste Falle, ein ausgelegtes Netz mit einem Köder aus Speck hatte nichts gebracht, außer dass das Netz feucht geworden und der Speck fort war.

Der Zwerg brummelte und fluchte leise vor sich hin. Vielleicht sollte er doch besser mit seiner Armbrust auf Jagd gehen. Anscheinend verlor er sein Gespür dafür, wo Fallen am besten zu platzieren waren. Mit einem Seufzen begann er die Teile wieder einzusammeln und beschloss sich fürs nächste Mal einen besseren Plan zu überlegen.

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Shikra

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #1 am: Do., 28. Mär 2019, 23:18 »

Sie hatte Nighton schon fast erreicht und hinter lag ein wunderbarer Spaziergang durch verschneite Wälder. Glücklicherweise hatte sich die junge Heilerin aus Drachenauge beim Bestaunen der funkelnden Eiszapfen und den glitzernden Schneeüberzüge der einzelnen Bäume nicht verlaufen.

Gut gelaunt wollte sie das letzte Stück bis zur Handwerker-Stadt zurücklegen, um sich dann in einem kleinen Gasthaus etwas aufzuwärmen. Zwar störte sie die winterliche Kälte kaum, doch nach ein paar Stunden im Freien, war ein warmer Tee eine willkommene Wärmequelle.

Leise hörte sie eine Stimme, die unverständlich vor sich hin grummelte. Als die Elfe näher kam, konnte sie den ein oder anderen Fluch heraushören und nach der nächsten Wegbiegung konnte sie den Verursacher der schlecht zu verstehenden Worte ausfindig machen.

Ein armer kleiner Zwerg hatte sich wohl in einem Netz, welches ein Wilderer nur schlecht am Wegesrand versteckt hatte, verheddert. Dem Fluchen und Seufzen nach zu urteilen, konnte er sich selbst nicht aus der misslichen Lage befreien. Shikra bekam Mitleid mit dem kleinen Mann und eilte zu ihm hin, um zu helfen.
"Wartet, ich helfe euch. Wie konntet ihr nur in diese offensichtliche Falle stolpern?"

Sie hatte ihren Bogen zur Seite gelegt und stand nun neben Cranneg und versuchte herauszufinden, wie sie ihn am besten von dem Netz befreien konnte.
"Cranneg? Ihr?"
fragte die Apothekerin, die zwar den Zwerg wiedererkannt, aber immer noch nicht begriffen hatte, dass er eigentlich gar keine Hilfe benötigte, verdutzt.

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Cranneg Koglarn

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #2 am: Fr., 29. Mär 2019, 09:44 »

Die unerwartete Stimme brachte Cranneg aus dem Konzept und er zuckte zusammen, als er so unvermittelt angesprochen wurde. Hier draußen hatte er nicht unbedingt mit Gesellschaft gerechnet und... ach bei Mahal, jetzt hatte er seine Hand auch noch in dem Netz verheddert. Unwirsch wandte er sich an die Gestalt, welche dachte einem Zwerg helfen zu müssen.

Sein Mund klappte wieder zu, als er die Elfe sah, die ihn wohl kannte und er brauchte selbst einige Momente um sich wieder zu erinnern. "Shikra." , grüßte er nur knapp mit einem Nicken, vorallem weil sich sein Mund durch den Schreck doch sehr trocken anfühlte und räumte das Netz weiter auf, während er seine rechte Hand befreite. "Mahal zum Gruße."

Seine Wangen glühten und er konnte fühlen wie ihm heiß vor Scham wurde. Ihr Kommentar mit der offensichtlichen Falle ging ihm doch sehr nahe. Was sollte er jetzt weiter sagen? Lügen wollte er keinesfalls und sie würde es ihm wahrscheinlich auch nicht abnehmen. So räusperte er sich nur, grummelte eine Verwünschung in seinen Bart und wandte sich ganz zu ihr um.

"Das war meine Falle.",  gab er zu, das Gesicht ausdruckslos, wie zu den Gelegenheiten da sein Oheim wieder einmal seine Arbeit kritisierte. Sollte er sich vielleicht rechtfertigen? Nein.

"Darf ich fragen was euch heute Morgen hierher geführt hat?"
« Letzte Änderung: Fr., 29. Mär 2019, 10:04 von Darius »
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Shikra

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #3 am: So., 31. Mär 2019, 15:20 »

Bevor Shikra dem Zwerg eine einigermaßen sinnvolle Hilfe sein konnte, hatte dieser sowohl seine Hand befreit, als auch das Netz mit einigem Geschick zusammengepackt.
"Eure Falle? Warum..."
Doch bevor die Elfe die Frage nach dem Nutzen einer Falle, mit der man oder Zwerg sich selbst fangen könnte, vervollständigen konnte, kam der Heilerin aus Drachenauge die Idee, dass der Schmied wohl nicht mit Absicht in sein Netz geraten war, zumal sein Gesicht, soweit man oder Elfe das trotz Bart beurteilen konnte, ziemlich rot angelaufen war.

"Dürft ihr."
beantwortete sie daher lieber seine nächste Frage, als auf die Netzfalle weiter einzugehen. Und nach einem kurzen Moment fuhr sie fort:
"ich bin für ein paar Tage in Nighton und der verschneite Wald lud geradezu zu einem morgendlichen Spaziergang ein."
Eigentlich wollte sie, wie sie es morgens häufig tat, ein paar Pfeile mit ihrem Bogen verschießen, doch das hatte sie schlichtweg vergessen, als sie das herrliche Zusammenspiel von Sonne und Eis bestaunt hatte.

Mittlerweile war die Waldelfe wieder auf den Weg, der sich durch die Bäume schlängelte, zurückgekehrt und blickte auf die Stelle, wo eben noch, leicht erkennbar, das Netz gelegen hatte.
Wider Erwarten machte es der Apothekerin Spaß sich mit dem Zwerg zu unterhalten und daher fragte sie nochmals nach seiner Falle.
"Was wolltet ihr denn mit eurer Falle fangen?"

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Cranneg Koglarn

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #4 am: Mo., 08. Apr 2019, 11:58 »

Cranneg stieß unbewusst einen kleinen Seufzer der Erleichterung aus, als Shikra nicht weiter nach dem Netz fragte. Die ganze Sache war einfach peinlich für ihn.

"Soso, es hat euch einfach nach Nighton verschlagen?"
, fragt er von sich aus auf ihre Erzählung und dachte sich seinen nächsten Teil dabei nur. Flatterhafte Elfe. So einfach konnte er selbst nicht reisen. Zumindest nicht ohne einen handfesten geschäftlichen Grund.

Er beobachtete sie jedoch, als sie die Stelle begutachtete, an welcher er das Netz - er hätte sich wirklich einen besseren Ort dafür aussuchen sollen - ausgelegt hatte und hob eine Hand um sich etwas verlegen am Hinterkopf zu kratzen. "Ich hatte auf keinen großen Fang gehofft. Ich habe mich nur schon länger nicht mehr am Fallen stellen versucht..." , versuchte er ihre Frage abzuwiegeln. Da war er dann doch zu stur um den offensichtlichen Fehler einzugestehen. Ein Netz war wohl nicht die richtige Wahl gewesen, wenn er kleine Tiere wie Kanninchen fangen wollte.

Irgendwie wollte er sich dennoch  ihr gegenüber rechtfertigen. "In den Stollen war es einfacher eine Falle zu verbergen als hier an der Oberfläche. Ich hatte eigentlich einiges an abgestorbenen Laub und Schnee über die Falle gestreut, aber der Wind scheint alles über Nacht fortgeweht zu haben." , erklärte er so sachlich wie er konnte, auch wenn seine Wangen immer noch glühten und er sich fühlte wie ein Bartling, der gerade erst mit seiner Ausbildung anfängt.

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Shikra

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #5 am: Do., 11. Apr 2019, 07:11 »

„Nein, nicht einfach so. In Nighton kann man seltene Kräuter von sehr guter Qualität kaufen. Rorokpal hat da wirklich ein geschicktes Händchen. Und wenn Herr Dennhardt ein wenig Zeit hat, lohnt es sich auch bei ihm vorbeizuschauen. Gerade bei schwierigen Rezepturen kennt er sich super aus.“
Offensichtlich reiste der Zwerg gerne einfach mal so in andere Städte, wenn er bei anderen ebenfalls davon ausging.

„Aber dann habt ihr früher regelmäßig Fallen ausgelegt?“
Ihre Neugier konnte man fast nicht überhören. Die Jungs aus dem Nachbardorf hatten sich ebenfalls am Fallenlegen versucht; mit ausgefallenen Mechanismen und sehr kreativen Materialien. Aber viel gefangen hatten sie trotzdem nicht. Shikra hatten damals die Geduld und der Erfindungsgeist der Jugendlichen fasziniert.

Als der Zwerg noch röter wurde, begann sich die Elfe Sorgen um seine Gesundheit zu machen. Vertrug er die Kälte nicht, oder hatte er vielleicht so früh am Tag schon getrunken? Unauffällig überprüfte sie, ob man den Alkohol riechen konnte. Oder hatte sie ihn mit der Frage nach ‚früher‘ gar beleidigt. Sie konnte schlecht abschätzen, wie alt Cranneg war, obwohl sie ihn als noch nicht so alten Zwerg einschätzte. Aber sie hatte von Barbarossa ja schon gelernt, wie empfindlich das kleine Volk auf ihr Alter reagieren konnte. Wobei… der Runarch war wirklich schon ein bisschen betagter gewesen.

Überrascht hörte die Heilerin, dass man in den unterirdischen Gängen der Zwerge ebenfalls Fallen aufbauen konnte. Welche Tiere man dort wohl – außer Maulwürfen – fangen konnte.
„Aber ihr könnt einen Stollen doch nicht mit einem Wald vergleichen. Unter der Erde ist es dunkel und erdig und…“
Sie suchte nach einem Wort, dass halbwegs sachlich klang, denn mit ‚dreckig‘, ‚öde‘, ‚gruselig‘, oder ‚düster‘ würde sie dem Schmied sicherlich unhöflich erscheinen und das wollte sie nicht. Er konnte ja nichts dafür, dass er ein Zwerg war und lieber im Dunklen lebte.
„…und der Wald ist lebendig und farbenfroh und vielfältig und faszinierend und wunderschön.“
Sie meinte an der Miene des kleinen Mannes erkannt zu haben, dass er den Unterschied verstanden hatte.
„Ich glaube, ihr solltet ein Gefühl für den Lebensraum hier bekommen, bevor ihr eure Fallen gut tarnen könnt.“

Während sie den letzten Satz sprach, kam ihr eine Idee, wie sie dem Zwerg den winterlichen Wald, mit all seinen Verstecken näher bringen könnte, vorausgesetzt er war kein Spielverderber.
Sie schnappte sie sich das Netz mit einem Lächeln aus seinen Händen und war kurz darauf im weißen Dickicht verschwunden, doch bevor Cranneg zu recht wusste, was los war tauchte sie schon wieder zwischen zwei tief hängenden Zweigen auf.
„Habs versteckt. Keine zehn Schritte von hier.“
sprach sie mit einem breiten Grinsen und blickte ihn erwartungsvoll an. Sollte er auf das Spielchen keine Lust haben, würde sie ihm natürlich zeigen, in welche Astgabel auf Zwergenarmhöhe sie das Netz gelegt hatte.


Bitte mit 1W6 würfeln
1: das Versteck war keine große Herausforderung für Cranneg
2-3: nach ein paar Minuten findet Cranneg das Netz
4-5: puh! Es gibt doch sehr viele Verstecke in unmittelbarer Nähe, doch der Zuall lässt den Zwerg nicht im Stich
6: alberne Elfe. Wie soll man in diesem riesigen Wald überhaupt was wiederfinden?
« Letzte Änderung: Do., 11. Apr 2019, 07:13 von Shikra »
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Cranneg Koglarn

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #6 am: Do., 18. Apr 2019, 11:13 »

Shikras Vergleich hinkte etwas und ihm wurde klar, dass sie mit der Welt unter den Bergen wohl so wenig anzufangen wusste wie er mit einem Wald. Allerdings erst als er einige entschiedene Worte heruntergeschluckt hatte. Was war so viel schöner daran durch eine Gegend zu stapfen, in der alles so weit und offen war, anstatt durch die Kavernen und Höhlen unter der Erde zu wandeln?

Zu Gegenworten kam er dadurch nicht mehr, denn die Elfe hatte ihm schneller als er kucken konnte das Netz aus den Händen genommen und war damit zwischen den Bäumen verschwunden. Etwas verdattert stand der Zwergenschmied da. Das war ja doch die Höhe! Als ob...! Seine Hände verkrampften sich und seine Miene war grimmig, als er Verwünschungen in seinen Bart grummelte und sich umsah, ob er die Elfe zwischen all den Bäumen wiederfinden konnte.

Diese erschien jedoch kurz darauf wieder und erschreckte ihn mit ihrem unvermittelten Auftauchen, als sei sie gerade aus dem Boden gesprossen. Freudestrahlend erzählte sie ihm, dass sie das Netz für ihn versteckt hätte und sah ihn dann erwartungsvoll an. Für einige Momente sah er sie streng an, dann senkte er seinen Blick, seufzte und nickte einfach. "Na gut. Ich mach das Spielchen mit. Warte hier. Ich will nicht auch noch nach einer Elfe suchen müssen, nachdem ich das Netz gefunden habe.",  sprach er und stapfte durch den Schnee davon. Diesmal war er mit seinen Verwünschungen über Pflanzen, den Himmel, Wurzeln und flatterhafte Elfen nicht ganz so leise.

Die Suche lief nicht gut für ihn. Er sah wirklich überall nach. An den Wurzeln von Bäumen. Unter Anhäufungen von Schnee. Er schreckte einige Tiere aus dem Winterschlaf auf, als er selbst in Löchern in der Erde nachsah. Nirgends konnte er sein Netz wiederfinden. Es war zum Haareraufen! Nach einer Viertel Stunde lehnte er sich ratlos, entnervt und ein wenig erschöpft an einen Baum um sich zu sammeln und nachzudenken. Wo könnte sie das Netz versteckt haben? Es waren laut Shikra nur zehn Schritt gewesen... doch wer wusste schon was für ein Spitzohr ein Schritt war?

Er sah nach oben und blinzelte ins Sonnenlicht, um zu sehen wie spät es war, als er das Netz bemerkte, welches in Reichweite über ihm am Baum hing. Seine Augen wurden kurz groß, dann machte er sich wortlos daran, es von dort herunterzuholen und wieder einzuwickeln. So kam er wieder zu Shikra zurück und räusperte sich bevor er anfing. "Gut, das war ein wenig frustrierend, aber das Versteck war gut gewählt. Wie hast du das gemacht Shikra? Ich muss mindestens zweimal an dem Baum vorbeigegangen sein, ohne das Netz zu bemerken und ich bin normalerweise nicht so blind." , fragte er sie beeindruckt von ihrem Einfallsreichtum.


OOT:Eine 4 gewürfelt. Das fängt gut an. 
« Letzte Änderung: Do., 18. Apr 2019, 11:13 von Darius »
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Shikra

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #7 am: So., 21. Apr 2019, 09:35 »

Die Elfe schaute dem schimpfenden Zwerg hinterher und grinste. Offensichtlich waren die kleinen Männer schnell in diesen Zustand zu versetzen und irgendwie hatte Shikra den Eindruck gewonnen, dass Elfen das besonders gut beeinflussen konnten. Etwa eine Minute lang dachte die Heilerin darüber nach, ob auch weibliche Zwerge am liebsten grummelten und fluchten, dann schaute sie sich um, wo Cranneg blieb. Doch so schnell tauchte er nicht wieder auf.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrte der Schmied erfolgreich zurück. Die Apothekerin hatte sich die Zeit mit dem Bau eines kleinen Schneemannes vertrieben und schaute sich gerade nach ein paar Zweigen für die Arme um. Natürlich blieb sie dabei genau dort, wo sie sich vor etwa fünfzehn Minuten getrennt hatten.
„Ihr wart erfolgreich. Herzlichen Glückwunsch.“
Und zur Abwechslung waren in ihrer Stimme weder Ironie noch Sarkasmus zu hören, sondern nur ehrliche Freude für den kleinen Mann aus Nighton.
„Wie ich das gemacht habe? Ich habe gar nicht so groß dabei nachgedacht.“
Tat sie oft nicht, wenn sie im Wald unterwegs war. Shikra überlegte einen langen Moment, steckte dabei die fehlenden Ärmchen in die obere, etwas kleinere Schneekugel und antwortete dann etwas ausführlicher:

„Zuerst einmal habe ich versucht, selbst kaum Spuren zu hinterlassen, um zu dem Baum zu gelangen, dann hat die Rinde farblich ganz gut zum Netz gepasst. Bei der Höhe habe ich gehofft, dass Ihr eher erst einmal den Boden absucht und zum Schluss versuchte ich mit ein paar Zweigen und ähnlichem das fremde Netz so zu gestalten, dass es so aussieht, als ob es dazugehört. Ja, ich glaube so ungefähr. Wobei – zum Fangen von Tieren war es da oben nicht so gut platziert. Aber das war ja auch nicht das Ziel.“
Und dabei konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ein kurzes und fast schon versöhnliches Grinsen, denn die Waldelfe hatte Gefallen daran gefunden, mit dem Zwerg zwischen den Bäumen Verstecken zu spielen.
„Wollt ihr mir eure Fallen einmal zeigen, dann könnten wir zusammen überlegen, wie man die am besten, abhängig von den verschiedenen Tierarten, tarnen könnte?“

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Cranneg Koglarn

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #8 am: Fr., 24. Mai 2019, 10:09 »

Cranneg konnte nur in seinen Bart brummen und zu Shikras Erklärung nicken. Er hatte sich selbst zu sehr auf die Methoden aus seiner Heimat verlassen. Mit Fels ließen sich selbst komplexe Fallen relativ einfach verbergen. Hier an der Oberfläche war er schlicht nicht auf die Idee gekommen seine Umwelt in solch einer Weise in seine Fallen einzubinden um sie zu tarnen.

Dem Schneemann schenkte er nur einen kurzen Blick. Solche hatte er selbst auch schon gebaut, bevor er seine Lehre angefangen hatte. Was ihn jetzt interessierte war, wie er mit seinen Werkzeugen umgehen sollte, um eine effektive Falle zu stellen. Dazu griff er zuerst die Schlaufen seines Rucksacks und streifte diesen ab, bevor er ihn öffnete und herausnahm, was er an Fallen dabeihatte. Da war ein Wolfshaken, eine Bärenfalle, Kaltropen, Ein langes Seil und kleine Schaufel mit dabei. "Ich dachte zwar daran es ersteinmal mit der Jagd zu versuchen, aber ich habe hier schon genug erlebt, um auch andere Fallen in Erwägung zu ziehen." , erklärte er ihr mit einem Fingerzeig auf das Seil. "Über kurz oder lang will ich Fallen gegen größere Dinge bauen. Menschengroß. Ich denke dass wird uns durchaus helfen können, Shikra. Nur wie... da muss ich mir noch etwas einfallen lassen."

Er schüttelte leicht seinen Kopf und fuhr sich mit einer Hand durch seinen Bart, bevor er sich wieder aus seiner hockenden Stellung erhob. "In engen Tunneln ist es einfacher eine Falle zu stellen, als hier oben, wo soviel Platz ist.",  stellte er nüchtern fest. "Da wirst du wohl mehr Erfahrung haben."

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Shikra

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #9 am: Sa., 08. Jun 2019, 22:46 »

"Mit der Armbrust seid ihr ja recht effektiv."
bestätigte die Elfe dem Zwerg die Idee es mit der Jagd zu versuchen. Allerdings schaffte sie es auch mit den wenigen Worten auszudrücken, dass sie nicht viel vom Schießen mit einer Armbrust hielt. Aber damals in der Höhle des wünscheerfüllenden Steine hatte Cranneg fast im Alleingang die vielen Gegner ausgeschaltet.

Shikra schaute sich mit einer gewissen Ablehnung die verschiedenen Fallen des Zwergenschmieds an. Die meisten Geräte waren darauf ausgelegt, das gefangene Tier an empfindlichen Stellen zu verletzen und durch das Verursachen von schlimmen Schmerzen an der Flucht zu hindern. Da war die einfache Jagd mit dem Bogen und ein geübter Einsatz des Jagdmessers eine gnädigere Art.

"Wie hattet ihr euch das mit diesen Fallen vorgestellt? Wie oft schaut ihr nach, ob sich ein Tier darin verfangen hat?"
Shikra würde es von seiner Antwort abhängig machen, ob sie dem kleinen Mann ein paar Tipps zum Aufstellen einer Bärenfalle geben würde. Das war zumindest das einzige Gerät, dessen Handhabung sie kannte und bei dem sie sich vorstellen konnte, wie man die Chance auf einen Fang erhöhen könnte.

Dann wandte sie sich der Schaufel und dem Seil zu. Damit ließen sich bestimmt Fallen konstruieren, die weniger grausam waren.
"Menschengroß finde ich gut. Am einfachsten dürfte ein großes Loch im Boden sein, doch da kommt ihr im Winter nicht sehr weit."
Die gute Laune der Apothekerin aus Drachenauge kehrte zurück, als sie sich vorstellte, wie der Zwerg mit der Schaufel bei gefroren Boden versuchte ein mannshohes Loch zu graben.

"Dann doch am ehesten mit dem Seil? Vielleicht die Ziele damit zu Fall bringen? Man kann sicher das Seil so über einen Pfad spannen, dass es nicht sofort erkannt wird und das gewünschte Opfer stolpern lässt."
Mit der Vorstellung irgendwelche Banditen oder Wilderer mit den Fallen zu erwischen, tat sich die Waldelfe bedeutend einfacher und so wartete sie Crannegs Reaktion auf die Idee mit dem gespannten Seil ab.


falls der Zwerg sich mit der Idee anfreunden kann, darf er gerne versuchen das Seil so zu spannen und zu verstecken, dass es die Elfe nicht sieht, wenn sie den Weg abläuft.
Bitte mit 3W6 würfeln
1: das Seil sieht Shikra schon von Weitem
2: kurz vor dem Stolpern kann sie die gespannte Schnur entdecken
3: Shikra sieht das Seil zwar nicht, stolpert allerdings auch nicht
4: aus dem Gleichgewicht kommt sie, kann ihren Sturz aber noch abfangen
größer gleich 5: sehr gut getarnt, du bekommst die Elfe zu Fall
Beim zweiten Versuch darfst du plus 1, beim dritten Versuch plus 2 addieren
 

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Cranneg Koglarn

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #10 am: Mi., 26. Jun 2019, 22:47 »

So ganz entging dem Zwergenschmied nicht, dass Shikra weder von seinem Umgang mit der Armbrust noch von den Fallen für die Tiere begeistert war. Die Armbrust war nunmal vielleicht nicht die traditionelle Waffe der Elfen... und das mit den Tieren konnte er auch noch irgendwo verstehen. Sie sollten zumindest nicht lange leiden, nachdem sie in die Falle getappt waren.

Er ging aber nicht darauf ein, schon deshalb weil ihm bewusst war, dass er seine Probleme mit Worten und den Umgang mit Anderen hatte. Stattdessen antwortete er auf ihre Frage, wie oft er nachsah, ob sich ein Tier in einer seiner Fallen verfangen hatte. "So oft wie es meine Arbeit in der Schmiede zulässt. Da ich die Fallen nahe der Stadt aufstelle, brauche ich nicht lange um hierher zu laufen. Ungefähr alle zwei bis drei Stunden.", teilte er der Waldelfin mit, wobei er jetzt nicht unbedingt erpicht darauf war ihren Vorstellungen in irgendeiner Weise zu genügen. Immerhin war dies nur eine Versuchsreihe von ihm.

Ihre Idee mit der Schaufel und dem Seil war jedoch nicht schlecht und er betrachtete selbst die Gegenstände, bevor er das Seil in die Hand nahm. Er testete seine Festigkeit mit seinen schwieligen Händen und nickte, begleitete von einem zustimmenden Brummen. "Tja, das könnte funktionieren. Ich würde es einmal versuchen."

Kurz sprach er sich mit der Waldelfe ab, wo der Weg verlaufen sollte, der mit Fallen ausgelegt werden sollte. Dann verschwand er in diese Richtung und machte sich an die Arbeit... denn er hatte da schon eine Idee, wie er seine Fallen am besten tarnen konnte.

Die erste ließ er so offensichtlich zurück, dass selbst er sie hätte sehen können. Die zweit wurde schon ein wenig besser versteckt, auch wenn der Winkel ungünstig war um jemanden zum Stolpern zu bringen... und bei der Dritten legte er sich ins Zeug.

"So, da bin ich wieder. Ihr könnt es jetzt versuchen Shikra. Die Fallen sind alle versteckt."

OT: Würfe: 1, 3, 6.
« Letzte Änderung: Mi., 26. Jun 2019, 22:47 von Darius »
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Shikra

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #11 am: So., 30. Jun 2019, 17:32 »

Von seinen zwei bis drei Stunden, die er brauchte um wieder nach seinen Fallen und den darin möglicherweise leidenden Tieren, schien die Elfe nicht begeistert zu sein. Ehe hätte sie lieber gehört, dass der Zwerg in der Nähe warten und sofort eingreifen würde, wenn ein Tier so unvorsichtig gewesen und in die Bärenfalle getappt wäre.

Und so konzentrieren sich die beiden lieber auf die Möglichkeiten, die ein Seil bot, um unliebsame Wesen abzuwehren oder eben kleine Waldelfen zu Fall zu bringen.
Während die Apothekerin aus Drachenauge darauf wartete, dass der Fallensteller von seinem Versteckspiel zurückkehrte, verpasste sie ihrem Schneemann noch einen Schal aus kleinen Kiefernzapfen, die man mit etwas Geschick ineinander verkeilen konnte.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, Shikra wollte schon nachsehen gehen, ob der Zwerg sich nicht selbst in den Seilen gefangen hatte und sich nun aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte, kam der kleine Schmied zurück und lud sie ein, den besprochenen Weg abzulaufen.

„Das erste habe ich schon gefunden, das war viel zu einfach.“
hörte man ihre Stimme durch die mehr oder weniger kahlen Bäume hindurch schallen. Das zweite hingegen hatte sie nicht sofort erkannt, doch glücklicherweise hatte der Bärtige das Seil so ungeschickt gespannt, dass die Heilerin auch damit keine Probleme bekam.
„Das zweite konnte mich auch nicht aufhalten.“
Langsam zweifelte die ehemalige Waldbewohnerin, ob Zwerge überhaupt in der Lage waren, gute Fallen beziehungsweise schöne Verstecke in freier Natur zu bauen oder zu finden. Als nächstes hörte der Zwergenschmied ein eher walduntypsisches Geräusch, das sehr verdächtig nach einer jetzt am Boden liegenden Elfe klang.

Ihr Gesicht war Rot vor Wut, weil sie nicht besser auf den Weg geachtet und wie ein Frischling gestolpert war und vor Scham, weil es einem Zwerg gelungen war, sie zu Fall zu bringen. Sie blieb noch einen Moment auf dem Boden sitzen, um sich etwas zu beruhigen, dann stand sie auf, wischte Schnee und Dreck so gut es ging von ihren Kleidern und kehrte, ihren Unterarm, der Bekanntschaft mit einer Wurzel gemacht hatte, massierend, zu dem Verursacher der Stolperfalle zurück.

„Das letzte Seil war gar ganz gut versteckt.“
gab sie, etwas säuerlich, zu.

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Cranneg Koglarn

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #12 am: Fr., 05. Jul 2019, 22:29 »

Cranneg konnte sich gerade so beherrschen, als Shikra sich anschickte den Parcours zu durchschreiten, den er geschaffen hatte. Er verriet jedoch nichts. Sollte sie sehenden Auges in seine Fallen laufen. Nur ein schwaches Zucken seiner Mundwinkel gab Preis, was er dachte, als sie laut damit angab, wie schlecht seine erste Falle war. Er musste zugeben, dass er nicht mit voller Absicht die Falle so einfach platziert hatte. Die gewählte Stelle war einfach schlecht für eine Falle gewesen. Aber er hatte schnell gelernt.

So lehnte sich der Zwerg jedoch nicht gegen den Baum, auf welchem sie sein Netz versteckt hatte, sondern stand starr da und lauschte mit vor der Brust verschränkten Armen auf ihre nächste Reaktion. Die zweite Falle war ebenso ineffektiv, aber immerhin war sie besser versteckt. Darauf kam es ihm momentan auch am meisten an. Er musste lernen eine Falle gut zu verstecken, bevor er sich Gedanken über bessere Fallen als ein gespanntes Stolperseil machen konnte.

Sein warmer Atem stieg in Wolken in die kalte Luft, bis er das Geräusch hörte, auf welches er gewartet hatte. Es war sehr, seeeehr schwer kein Feixen zu zeigen, als Shikra mit hochrotem Kopf zurückkam. Nun, vielleicht zeigte sich ein bisschen etwas davon. Er war schließlich auch kein Bartling mehr.

"Habe ich also deine Prüfung bestanden?" , fragte er die Waldelfe mit einer gehobenen Augenbraue. Nach eingen Momenten, indem er es sich erlaubte diesen kleinen Sieg auszukosten, zeigte er sich jedoch etwas versöhnlicher und hielt Shikra seine recht Hand hin. "Vielen Dank für diese Lektion, Shikra. Die Oberfläche steckt für mich noch voller Überraschungen. Da ist guter Rat willkommen."
« Letzte Änderung: Fr., 05. Jul 2019, 22:38 von Darius »
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Shikra

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #13 am: Do., 18. Jul 2019, 00:24 »

„Kann man so sagen.“
Shikra war im Moment nicht danach, den Zwerg ordentlich und umfangreich zu loben, obwohl er es verdient hätte, denn seine Taktik war voll aufgegangen. Stattdessen wurde die Röte in ihrem Gesicht eine Spur dunkler, doch als er ihr seine Hand darbot, gab sich die Elfe einen Ruck und ergriff Crannegs rechte Hand.
„Doch durchaus, ihr seid recht geschickt an die Aufgabe herangegangen.“
Als er dann von der Oberfläche und ihren Überraschungen sprach, musste die Heilerin aus Drachenauge fast schon wieder ein bisschen grinsen.
„Es hat sogar ein bisschen Spaß gemacht, eure Stolperfallen zu suchen.“

Die Apothekerin schien über etwas nachzudenken und brauchte ein paar Herzschläge, ehe sie ihre Gedanken sortiert hatte und in Worte packen konnte.
„Also im eher kargen winterlichen Wald kommt ihr offensichtlich schon gut mit euren Seilen zurecht, doch im Frühling oder Sommer sehen die Wälder ganz anders aus. Da wäre es angebracht, nochmals auszuprobieren, ob ihr mit den veränderten Lichtverhältnissen und den vielen Blättern und den vielen Farben ebenso zu Recht kommt.“
Die junge Heilerin musterte den Zwerg aufmerksam. Konnte er nachvollziehen, was sie meinte?

Ganz verstehen konnte die Waldelfe ihr Verhalten gegenüber dem kleinen Zwergenschmied zwar nicht, doch bot sie ihm an, ihn im frühen Sommer nochmals zu besuchen, um sich gemeinsam die Möglichkeiten eines voll erwachten Waldes anzusehen.

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Cranneg Koglarn

Re:Von singenden Sehnen und schnappende Fallen
« Antwort #14 am: Fr., 13. Sep 2019, 19:39 »

Shikra schien ihm nicht weiter böse zu sein, was ihn auch befremdet hätte. Immerhin hatte sie ihm diese Aufgabe gestellt und er hatte sie erfüllt, wie sie es wollte.

"Das Verstecken der Fallen hat einiges an Erfindungsgeist von mir abverlangt. Besonders weil es nur Seile waren.", kommentierte er ihre Worte, dass es ein wenig Spaß gemacht hätte mit einem einvernehmlichen Nicken.

Dann überraschte Sie ihn doch mit ihrem Angebot. Es später noch einmal zu versuchen, wenn die Wälder nicht so kahl, sondern im vollen Saft standen oder bunte Blätter alles verdeckten.

Er brummte kurz nachdenklich. "Ja, ja das klingt gut. Lass es uns dann nochmal versuchen. Dann habe ich auch mehr Mittel, als nur Schnee zum Arbeiten. So, jetzt reicht es aber. Wir müssen uns hier draußen nicht weiter den Hintern abfrieren. Kommst du noch mit in die Schmiede auf ein heißes Getränk? Kannst dich gerne ein wenig aufwärmen, bevor du weiterziehst.",  bot er ihr seinerseits an, da sie auch einfach so geholfen hatte ohne etwas zu verlangen.
« Letzte Änderung: Fr., 13. Sep 2019, 19:39 von Darius »
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