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   Autor  Thema: Von Feuern und Feiern (Kulturaustausch mit den Grünhäuten) (Gelesen 1643 mal)
Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #75 am: Mo., 03. Dez 2018, 22:06 »

Es iritierte Myriel ein wenig, das Urz sie in das Freund sein einbezog, denn bisher hatte sie nicht sonderlich viel mit dem Ork zu tun gehabt. Sicher, sie hatte ihn oft in der roten Laterne gesehen, aber über mehr als ein paar höfliche Grußformeln waren ihre Gespräche kaum hinaus gegangen.Dennoch versuchte sie es sich nicht anmerken zu lassen.

Ich würde mich freuen, wenn wir tatsächlich Glück haben. Aber ganz unabhängig davon höre ich mich auch gern an, was Ihr mir berichten könnt, Urz.

Die Grünhaut ließ sich nicht lange bitten, und gab gleich eine Geschichte über eine Schamanin zum besten. Sie war unterhaltsam, wenn auch vermutlich mehr eine Sage als eine wahre Begebenheit.

Eine interessante Geschichte. Und sie enthält einiges an Wahrheit.

Myriel griff nach einer von Phelans Pfoten und strich sanft über die rasiermesserscharfen Krallen.

Sie sind tatsächlich tödlich. Und die Stacheln des Stachelschweins schmerzen. Was mir neu ist, ist der Zauberschutz durch die Hörner des Springbocks.Was ist das für ein Zauber?

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Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #76 am: Di., 04. Dez 2018, 21:17 »

„Da ich euch als Freunde vorstellen werde, werdet ihr nicht viel Glück brauchen. Es gibt im Orkischen kein Wort für Bekannte und ich mich deshalb nicht weit aus dem Fenster lehnen. Wir haben es gern einfach und unterteilen die Welt in Familie, Stamm, Freude auf einen Seite und Fremde, für die wir nichts tun, auf der anderen Seite. Und natürlich kennen wir auch Feindschaft.“ Es war wohl dem Zufall oder der Tatsache, dass er mehr mit Menschen zu tun hatte, als viele seiner Stammesbrüder, geschuldet, dass Urz das erklärte. Denn Myriel hatte ihre Überraschung über seine Wortwahl gut verborgen.

Interessant, dass es bei ihnen so wenig Worte für die vielfältigen Beziehungsebenen, die die Menschen ersonnen hatten, gab. Manche hätten es wohl als Beleg für die Primitivität der Grünhäute gesehen, aber in Phelans Augen spiegelte es eher die unterschiedliche Mentalität wieder. Sie scheuten nicht davor sich klar zu positionieren und anstatt jemanden einen entfernten Bekannten zu nennen gaben sie offen zu, dass ihnen der Betreffende vollkommen egal und dadurch in gewisser Weise fremd war.

Der Tiermann genoss die zärtliche Geste der Magierin, auch wenn sie auf den ersten Blick nur dazu diente ihre Aussage über Wolfsklauen zu unterstreichen, und erwiderte sie in dem er ihre Hand leicht drückte.

„Das mit dem Springbock“, ging Urz auf die Nachfrage der Druidin ein, „ist folgendermaßen: Einst trug ein Teufel einem bösen Geist namens Ushkur auf die Tiere der Steppe zu erschrecken. Der Geist – eine Art verderbter Ahne, der zu Lebzeiten schlecht zu seinem Stamm gewesen war – erschreckte den Esel. Dem Esel blieb seine Stimme im Hals stecken und er bringt bis heute nur noch unschöne Laute hervor. Der Geist erschreckte den Emu. Der Emu steckt heute noch den Kopf in den Sand, wann immer er sich daran erinnert. Als der Morgennebel vom Fluss heraufstieg traf der Geist auf dem Springbock. Er sah dessen Hörner und hielt ihn für den Teufel, der nach ihm suchte, weil er mit seinem Werk unzufrieden war. Er erschreckte sich. Er kehrte zitternd in die Hölle zurück. Seither schützen die Hörner des Springbocks vor bösen Geistern und ihren Zaubern. In den Geschichten anderer Stämme ist es die Schildkröte, von denen die Schamanin den Schutzzauber stiehlt.“

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Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #77 am: Mi., 19. Dez 2018, 16:22 »

Das sie kein Glück dafür brauchten, um der Mutter von Urz etwas Zeit zu stehlen, quittierte Myriel mit einem knappen:

Umso besser.

Die folgende Geschichte über den Springbock verfolgte sie dafür umso interessierter. Auch wenn sie nicht glaubte das die Magie wirklich so entstanden war, so konnte Urz gut erzählen und die Geschichten waren sehr kurzweilig.

Es muss ein kurzsichtiger Geist gewesen sein, wenn er Teufelshörner mit denen eines Springbocksverwechselt.

schmunzelte die Druidin, als der Ork seine Erzählung beendet hatte.

Die Schildkröte erscheint mir deutlich einleuchtender. Ihr dicker Panzer und ihre Fähigkeit sich dort hinein zu verkriechen geben einen ordentlichen Schutz. Aber was weiß ich schon von schamanistischen Bräuchen?

Sie wandte sich an Phelan.

Ich nehme an fürDich sind die Kämpfe heute Abend am interessantesten?

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Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #78 am: Mi., 19. Dez 2018, 22:34 »

„Ich glaube ja, dass erst die Zaubermittel entdeckt und dann Geschichten darum gesponnen wurden, warum  sie wirken“, räumte Urz ein. „Die Schamanen probieren viel, aber sie beginnen ihre Versuche gern mit Ausgangsstoffen, die ihnen für den gewünschten Effekt naheliegend erscheinen. Auch Glaube und Symbolik scheinen eine wichtige Rolle spielen. Jeder Stamm hat etwas andere Zaubermittel mit unterschiedlichen Effekten. Daher unterscheiden sich auch die Geschichten um ihre Entstehung. Sie nennen immer nur eine wichtige und offensichtliche Zutat, ohne etwas über die Herstellung zu verraten. Hier in Nuru nutzt meine Mutter übrigens Ziegenschädel für den Schutzzauber und die Stacheln von Igeln für den Schmerzbringer…“

Bei der Frage nach den Kämpfen zuckte Phelan mit den Schultern. „Das Finale könnte interessant werden.“ Die beiden Krieger, die es unter sich ausmachen würden, schienen ja schon festzustehen. Dass dabei das reine Können nur einer von mehreren Faktoren war, störte den Wolfmenschen und das war ihm auch anzumerken. Bei seinem Volk hätte musste selbst ein Ältester eine Niederlage fürchten und akzeptieren, falls es einem jüngeren Lykaner gelang stärker zu werden. Allerdings war das bislang nur eine theoretische Möglichkeit.

Während Urz seine Mutter fragte, wann sie Zeit finden würde, spazierten Myriel und Phelan über dem Festplatz und der Tiermann probierte noch ein paar andere Fleischsorten. Die Jäger der Orks hatten sich wirklich alle Mühe gegeben den Tisch für die Tage des Festes reich gedeckt zu halten. „Das ist wirklich gut, willst Du auch was davon?“, fragte Phelan, nachdem er von einem Nagetier am Spieß gekostet hatte. Er hatte lieber nicht nachgefragt, um was genau es sich dabei handelte.

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Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #79 am: So., 30. Dez 2018, 23:13 »

Ziegenschädel und Igelstachel? Tatsächlich?

Myriel zog aus dieser Tatsache allerdings völlig andere Schlussfolgerungen als Urz. Wenn die "offensichtlichen" Zutaten so einfach austauschbar waren, dann waren sie mit ziemlicher Sicherheit nicht diejenigen, die dem entsprechendem Zauber Macht verliehen, auch wenn es für Unwissende den Anschein machen mochte. Die eigentlichen, wichtigen Zutaten mussten andere sein. Für die Schwarzmagierin hörte es sich fast so an wie die Kunststückchen der Gaukler, die durch die Lande zogen. Sie lenkten ihr Publikum mit großen Gesten und Getöse ab, um unbemerkt ihre Tricks vertuschen zu können. Taten die Schamanen etwas ähnliches? Und wenn ja, warum?

Phelans Interesse an den heutigen Kämpfen hielt sich in Grenzen. Die Erkenntnis, das die Kämpfe nicht unbedingt den stärksten Ork als Anführer hervorbringen würden, hatte ihn offensichtlich desillusioniert.

Hast Du gedacht, die Orks würde ihre Stammeshäupter ebenso auskämpfen wie die Lykantrophen?

Das war wohl utopisch. Myriel glaubte das keine andere Rasse so nah an dem tierischen Verhalten geblieben war, wie es die Gestaltwandler waren, was daran liegen mochte, das ihre Instinkte noch derart stark ausgeprägt waren. Sie schlenderte weiter durch das Lager, ließen sich hier und da etwas von den Kochstellen reichen, wenn es besonders gut roch, und zeigten sich dabei relativ offen. Die Reise zu der Heimat der Echsenwesen schien Spuren hinterlassen zu haben, die ihnen selbst gar nicht bewusst waren.

Wenn Du sagst das es gut ist gern.

erwiderte die Druidin auf die Frage ihres Gefährten und hinterfragte dabei ebenso wenig wie er, um welches Tier es sich genau handelte. 
« Letzte Änderung: Mo., 31. Dez 2018, 01:22 von Myriel »
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Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #80 am: Mo., 31. Dez 2018, 00:54 »

„Vielleicht habe ich auch nur gehofft, dass Orks weniger Politik im Sinn haben, als die Menschen.“ Manchem mochte das Ränkespiel der Menschen zwar feiner vorkommen, als die Gepflogenheiten der Orks, aber Phelan sah da wenig Unterschied. Wer Vorteile genoss, versuchte sich diese weiterhin zu sichern. Und der angebliche Ehrenkodex war dabei nur Fassade und Mittel zum Zweck, solange er für einen selbst nützlich war.

Myriel war bereit von dem Fleischspieß zu probieren und da der Wolfsmann gewöhnlich über den größeren Appetit verfügte, genehmigte er sich noch einen ordentlichen Bissen, ehe er ihn weiterreichte. Die Druidin war gerade fertig damit und der Krieger kaute auf einem neuen Fleischbrocken herum, der aber nicht so gut war, dass er ihn weiterempfohlen hätte, als Urz zu ihnen zurückkam.

„Mutter wünscht euch gleich zu sprechen“, er wirkte ein wenig überrascht darüber. „Sie bittet euch in die Höhle zu kommen – dabei handelt es sich um den spirituellsten Ort hier am Hügel. Wenn ihr mir bitte folgen würdet…“

Der Eingang zur Grotte war etwas abseits des Lagers und normalerweise wohl durch ein kleines Gebüsch recht gut verborgen. Heute war er jedoch von zwei Fackeln flankiert und damit gut sichtbar. Flackernder Feuerschein verriet Phelan, dass sie im Inneren kein eigenes Licht brauchen würden. „Die Höhle hat keine Abzweigungen, ihr könnt sie also nicht verfehlen.“ Seinen Worten nach, würde sie Urz nicht weiter als bis hierher begleiten.

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Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #81 am: Mi., 02. Jan 2019, 20:52 »

Myriel nahm das Fleisch entgegen, das Phelan hr reichte und pprobierte. Es war wirklich gut, und die Druidin musste zugeben, das der Gestaltwandler ihren Geschmack inzwischen recht gut kannte. Denn von dem nächsten Fleisch, das für ihre Nase nicht sonderlich gut roch, weil es irgendein Gewürz enthielt, das sie nicht sonderlich gern mochte, bot er ihr erst gar nichts an. Dafür kam Urz zurück, und die Nachricht, die er übermittelte, war erstaunlich erfreulich.

Nun, wenn sie jetzt Zeit für uns hat, sollten wir sie nicht warten lassen. Gewiss muss sie später noch etliche Vorbereitungen treffen. Kommst Du Rion?

Sie folgten Urz durch das Lager und mussten noch ein Stück Wiese überqueren bevor sie zum Eingang der Grotte kamen. Myriel verstand durchaus, das dieser Platz ein wenig abgelegen lag, denn es gab viele Rituale die starke Konzentration erforderten und bei denen die Geräusche aus dem Lager für eine unwillkommene Ablenkung gesorgt hättte.

Ihr begleitet uns nicht?

fragend sah die Druidin den großen Ork an, der neben den Fackeln stehen geblieben war. Ein wenig seltsam fand sie das schon, aber die Sitten und Gebräuche der Orks würde sie so akzeptieren wie sie waren. Immerhin war sie heute hier nur Gast.

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Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #82 am: Do., 03. Jan 2019, 13:27 »

„Ich glaube meiner Mutter schwebt so etwas wie ein Gespräch zwischen weisen Frauen vor. Das geht mich ihrer Ansicht nach wohl nichts an“, erklärte Urz mit einem Schulterzucken. „Die Gastfreundschaft gebietet es aber auch Phelan zu empfangen und zu verlangen ohne euren Gefährten zu ihr zu kommen, würde wohl auch nicht gerade das Vertrauen stärken.“ Fast glaubte Phelan so etwas wie Mitleid in den Augen seines Rauswerfers zu erkennen, weil er diesem Fachgespräch nicht würde entgehen können. Dennoch war der Wolfsmann fest entschlossen an Myriels Seite zu bleiben.

Der Gang führte geradewegs in den Hügel hinein, ehe er sich zu einem Gewölbe weitete, auf dessen Ausmaße der unspektakuläre Höhleneingang nicht hatte schließen lassen. In der Mitte brannte ein lebhaftes Feuer und der flackernde Schein schien die Malereien zum Leben zu erwecken. Wildesel, Rentiere, Orkantilopen und Moschusochsen schienen den Betrachter tatsächlich in das Hochland, das gemeinhin als die Heimat der Grünhäute galt, zu entführen. Aber auch andere, seltsamere Tiere mischten sich darunter. Groß und skurril, Wesen die kein lebender Mensch je gesehen hatte. Zottlige Tiere mir langen krummen Zähnen oder Hörnern auf der Schnauze…

Nahe des Feuers saß eine alte runzlige Orkfrau mit geschlossenen Augen. Außer ihr befand sich niemand in dem großen Gewölbe. „Seid mir willkommen fremde Schamanin. Euer Erscheinen füllt die Ahnen mit Aufregung“, grüßte sie ohne ihre Lider zu öffnen.

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Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #83 am: Fr., 11. Jan 2019, 18:24 »

Myriel warf Phelan nach Urz Worten einen Blick zu.

Wenn Du lieber mit Urz durch das Lager ziehen willst soll mir das Recht sein. Ich glaube nicht, das mir hier eine Gefahr droht.

Was der Wolfsmann wohl in zwei verschiedene Richtungen interpretieren konnte. Sie überließ es ihm ihr zu folgen oder es zu lassen, und ging langsam in die Höhle hinein. Dort befanden sich mehr oder weniger kunstvolle Malereien von Tieren an den Wänden, die Myriel durchaus betrachtete, während sie sich langsam dem Feuer näherte.
Die Mutter von Urz war alt, soviel war klar, auch wenn Myriel nicht zu sagen vermochte wie viele Lenze sie wohl schon gesehen haben musste. Auch wenn die Schamanin die Augen geschlossen hielt legte Myriel die Handflächen vor der Brust zusammen und verneigte sich leicht.

Seid gegrüßt, Mutter des Urz. Habt Dank, das Ihr die Zeit findet uns zu empfangen. Es mag sein, das ich dem ein oder anderen Eurer Ahnen bereits begegnet bin und sie sich an mich erinnern. Ich habe das Reich der Toten vor einer Weile schon einmal besucht.

gab sie zur Antwort auf die Worte der Greisin.

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Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #84 am: Sa., 12. Jan 2019, 15:59 »

„Wir sehen uns später“, sagte Phelan zu Urz und nahm Myriel bei der Hand. Damit hatte er seine Entscheidung wohl deutlich genug gemacht. Gemeinsam gingen sie in die Höhle und auch dem Wolfsmann war sein Interesse an den fremdartigen Tieren anzusehen. Vor der alten Schamanin angekommen folgte er dem Beispiel seiner Gefährtin und verneigte sich respektvoll.

„Auch den Krieger Grüße ich. Ihr behandelt meinen Sohn gut, dafür danke ich euch“, sagte Grashna, ehe sie sich wieder der Druidin zuwandte. „Die Ahnen sind aufgeregt, weil ihr Interesse zeigt.“ Nun endlich öffnete sie ihre Augen. Sie waren ungewöhnlich blass, wirkten zugleich blind und so, als ob sie damit sehr gut sehen könnte. „Auch ich habe vor vielen Jahren nach Grovsk mit den hundert Köpfen gefragt. Damals sagten mir die Ahnen ich solle die fremde Schamanin um Hilfe bitten, wenn sie fragt warum wir ihn so in Stich lassen. Ich hatte mit der weisen Frau eines anderen Stammes gerechnet und nicht mit der eines andern Volkes. Heute waren die Ahnen dann gesprächiger. Sie sagen die Götter halten uns von dem Land fern, in dem sie ihn gefangen halten. Sie wissen, dass wir Grund haben ihm unseren Dank zu erweisen…“

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Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #85 am: Mi., 30. Jan 2019, 16:06 »

Wenn Eure Worte wahr sind, habt Ihr viel Geduld bewiesen.

Myriel betrachtete die milchig weißen Augen der alten Schamanin, die eigentlich hätten blind sein sollen. Sie sahen ihr dennoch direkt ins Gesicht.

Ihr sagt die Götter halten Euch fern von Grovsh obwohl ihr Grund habt ihm dankbar zu sein. Haben die Ahnen  Euch einen Grund dafür genannt? Und wie soll ich Euch bei Eurer Suche nach ihm helfen? Bis Urz die Geschichte erzählte, hatte ich noch nie von ihm gehört.

Sie hatte nicht einmal ansatzweise eine Idee, wo man nach dieser Mythengestalt suchen sollte. Und welchen Göttern sie bei dem Versuch ihn zu finden auf die Füße treten würde. Doch hatte sie das schon einmal von irgendetwas abgehalten?

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Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #86 am: Mi., 30. Jan 2019, 23:35 »

Geduld hörte sich so positiv an. Doch Grashna hatte sich oft gefragt, ob die Schamanen ihres Volkes zu feige gewesen waren. Hätten sie sich über den Willen der Ahnen hinwegsetzen und zumindest versuchen sollen dem Feuerbringer schon früher zu helfen?

„Die Flammen waren ein Schatz der Götter und sie waren nicht bereit ihn mit uns zu teilen“, erklärte die alte Orkin. „Bevor wir das Feuer hatten, waren wir wie Kinder – oder wie Tiere, wenn man es zynischer ausdrücken möchte. Unschuldig, nicht für unsere Taten verantwortlich, doch auch nicht in der Lage selbst für uns zu sorgen. Manche Sagen die Götter hätten das Feuer mit uns geteilt, wenn wir bereit gewesen wären. Es heißt auch vor der Gabe des Feuers wären wir von einem Stamm gewesen. Erst durch dieses Geschenk sollen wir uneins geworden sein. Einer der Söhne des alten Jägers soll so verrückt nach dem Geschmack gebratenen Fleisches geworden sein, dass er eine seine Schwestern über dem Feuer röstete und aß. Er wurde zum ersten Oger. Es gibt viele solche Geschichten und keiner kennt mehr die ganze Wahrheit.“

Nachdenklich schien die alte Schamanin mit ihren blinden Augen die Malereien an den Höhlenwänden zu betrachten. „Die Ahnen sagen Ihr könntet Orte erreichen, die uns Orks verwehrt bleiben. Ihr müsstet euch dazu auf Pfade jenseits dieser Welt begeben. Doch das müsst Ihr nicht heute entscheiden. Eine solche Reise bedarf vieler Vorbereitungen und Ihr müsstet Helfer finden, denen ihr bei einem solchen Vorhaben vertrauen wollt.“

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Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #87 am: Sa., 09. Feb 2019, 15:42 »

Kanibalismus unter Orks war nun nicht gerade etwas, das Myriel schockierte. Runshak, einer der wenigen Orks, den sie bislang näher kennen gelern hatte, aß auch alles was ihm vor die Nase kam und genießbar erschien. Im Dschungel hatte er sogar einer ihrer Gegnerinnen das Herz entrissen und es roh verspeist. Das sich ein Ork deshalb in einen Oger verwandelte hielt sie eher für unwahrscheinlich. Dennoch hätte man die Sage überprüfen können, doch es erschien der Druidin klüger den Vorschlag zu unterlassen. Stattdessen gab sie Antwort auf die Worte der Ahnen.

Wenn Eure Ahnen das Totenreich meinen, oder das, was die Menschen als Hölle bezeichnen, dann haben sie Recht. Ich bin an beiden Orten schon gewesen. Doch die Reise dorthin ist mehr als gefährlich, und man tritt sie nicht ohne trifftigen Grund an. Und auch nur, wenn das, was man dadurch gewinnen kann, den Preis der Reise wert ist.

Der Blick von Myriel lag auf der Schamanin. Bisher klang es nicht so, als ob sie irgendeinen Gewinn aus dieser Reise ziehen konnte. Nur um eine Legende der Orks zu verfolgen, die vielleicht nur eine Erfindug war, würde sie diesen Weg sicher nicht auf sich nehmen.

Abgesehen davon vertraue ich niemanden.

Ihr Blick wanderte zu Phelan.

Nun, fast niemandem.

schränkte sie einen Wimpernschlag später ein. Auch wenn sie es nach Möglichkeit vermied es zu tun, war ihr doch bewusst, das sie ihm bedenkenlos ihr Leben anvertrauen konnte und er es mit seinem eigenen beschützen würde wenn es hart auf hart kam. 

Ich habe das Gefühl Eure Ahnen ähneln ein wenig einem Orakel. Sie machen nur wage Andeutungen, und man muss sich den Rest selbst zusammen reimen.

Langsam setzte Myriel sich der Schamanin gegenüber in den Schneidersitz. Sie glaubte an die Geisterwelt. Seit sie aus dem Totenreich zurück gekehrt war, hatte sie oft genug selbst welche gesehen. Wenn sie also sagten, es hatte einen Grund, das sie hier war, dann würde sie sich auch die Zeit nehmen herauszufinden, worum es sich handelte.

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Phelan

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #88 am: So., 10. Feb 2019, 16:11 »

„Vielleicht ist es einer dieser Orte. Vielleicht haben wir Orks auch unsere eigene Hölle.“ Grashna schien sich tatsächlich nicht ganz sicher zu sein. „Und ich werde Euch zu keiner Entscheidung drängen. Schon gar nicht zu einer raschen. Ihr müsst selbst abwägen wie wertvoll es für Euch sein könnte einem Feuerbringer zu begegnen und ihm Grund zu geben Euch dankbar zu sein. Und was ein dankbarer Orkstamm für Euch tun könnte. Aber ja, Ihr müsstet einen großen Teil der Gefahren auf Euch nehmen, während wir einen Großteil des Nutzens davon hätten.“ Einer klugen Frau wie Myriel etwas vormachen zu wollen, wäre Unsinn gewesen und womöglich als eine Beleidigung gewertet worden.

Die Schamanin folgte dem Blick zu Phelan und der Einschränkung, die die Druidin daraufhin machte. Welchen Unterschied ein kleines Wort wie fast doch bedeuten konnte. „Es gibt viele Arten von Vertrauen“, gab sie zu bedenken. „Manchmal reicht das Vertrauen darauf, dass Euch jemand von Nutzen sein kann, wenn Ihr Eure Karten richtig ausspielt. Phelan würde Euch sicher gerne den Rücken decken. Doch auf dieser Reise, würden euch seine Fertigkeiten alleine nicht reichen.“ Der Wolfsmann nickte bedeutungsschwer. Er würde für Myriel tun, was in seiner Macht stand.

„Und Eurer Einschätzung der Ahnen kann ich nur zustimmen. Ich würde mir oft klarere Worte von ihnen wünschen. Sie sagen mir nur, dass Ihr dieser Aufgabe wohl gewachsen wärt. Gründe dafür zu finden, warum Ihr Euch dieser Sache stellen sollt, überlassen sie uns. Falls es denn Gründe gibt. Im Prinzip ist es nicht Euer Problem, ob das Leid des Grovsh noch einige Jahrhunderte andauert, bis sich die nächste Gelegenheit ergibt. Und wir Orks sind es, die ihm dankbar dafür sein müssen, dass er uns über die Tiere erhoben hat. Und doch ist es unwahrscheinlich, dass sich unsere Stämme einig werden in dieser Sache zusammenzuarbeiten. Was hält die Sache also für Euch bereit? Vielleicht den Funken göttlichen Feuers…“

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Myriel

Re:Von Feuern und Feiern
« Antwort #89 am: So., 17. Feb 2019, 13:42 »

Ein Funken göttlichen Feuers...

wiederholte Myriel nachdenklich. Wie viel Macht ein Gott einem Menschen verleihen konnte, hatte sie lang genug am eigenen Leib erfahren. Es war berauschend und durchaus ein Zustand, den sie nicht ablehnen würde wenn man ihn ihr erneut anbieten würde. Myriel faltete die Hände in ihrem Schoß.

Nun, das wäre durchaus ein erstrebenswerter Lohn. Wenn ich nur auf die Fähigkeiten meiner Mitstreiter vertrauen soll, könnte es durchaus im Bereich des Möglichen liegen das ich Euch helfe. Gibt es denn irgendwelche Anhaltspunkte, an denen man die Suche beginnen könnte?

Gewiss hatte die alte Schamanin im Laufe der Jahre des Wartens ein paar Dinge in Erfahrung bringen können, und jeder Hinweis, den sie geben konnte, würde ihr selbst Arbeit ersparen.

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