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   Autor  Thema: Waldpilze sammeln (Gelesen 2142 mal)
Barbarossa

Waldpilze sammeln
« am: Fr., 24. Jan 2020, 21:10 »


~~~ Ein Tag im milden Winter ~~~


Es war schon ein merkwürdiger Winter gewesen.
Sicherlich der wärmste seitdem er unter dem Berg hervor gekommen war.
In den letzten Tagen hatte es dann doch einmal geschneit, aber inzwischen war um Nuru herum bereits alles wieder geschmolzen. Die Schrecken des Winters schienen dieses Jahr nicht einzuziehen. Gut für die Armen und Beladenen.

Und dennoch. Die Ernten waren lange her und die Lageräpfel wurden auch nicht besser, daher hatte sich Barbarossa heute auf in den Wald gemacht. Hier unter den Wipfeln waren hie und da sogar noch einige Stellen, auf den Nordseiten der Bäume, in denen sich etwas dreckiges Weiß hielt. Aber deswegen war er nicht hier.

"Ahhh, ja. Da ist ja einer."

Mit einem kleinen Messer trat er an einen der Bäume heran und löste einen Baumpilz vom Stamm. Unter dem Berg gab es viele Pilzsorten, Wurzeln und ähnliches. Aber diese hier schienen ihm passend, sie waren eine Verbindung vom erdigen und der Pflanzenwelt darüber. Er setzte den Rucksack ab und verstaute den großen Pilz.
Er war schon eine Weile im Wald, hatte den Weg verlassen und inzwischen war hier auch kein geschnörkelter Waldweg mehr zu sehen. Nur knorriger Baum an jüngerem Baum. Durchmischt mit Nadelbaumen... nein, -bäumen! Der Wald von Nuru war ziemlich groß.
Angst hatte er allerdings nicht. Einem Wolf konnte er sich erwehren und der Tag war noch jung, gerade einmal Mittag. Und der Mythrillion war mit ihm. Wer sollte gegen ihn sein...

Barbarossa nahm seinen Rucksack wieder auf den Rücken und den Runenstab in die Hand. Dort drüben versteckte sich noch einer und vielleicht ja sogar einige Haubenpilze dazu. 
Der alte Zwerg summte ein kleines Preislied und stapfte weiter durch den Wald.

« Letzte Änderung: Fr., 24. Jan 2020, 21:10 von Magnati »
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Myriel

Re:Waldpilze sammeln
« Antwort #1 am: Di., 28. Jan 2020, 11:59 »

Es war einer der wärmeren Wintertage, einer, an dem der Wind nicht schneidend und eisig ins Gesicht blies und dafür sorgte das man binnen kürzester Zeit das Gefühl hatte die Nase müsse jeden Moment abfallen. Es war windstill, und die Sonne schickte sogar ein paar Strahlen vom Himmel, die allein schon durch ihr Licht den Eindruck hinterließen sie würden wärmen. Myriel zog es nach draußen. Sie wollte sehen wie weit die Natur bereits war, wie es um die Triebe der Bäume stand und ob schon man bereits die ersten zarten Blätter von Schneeglöckchen erkennen konnte. Es galt ihre Vorräte aufzustocken soweit es noch ging, bevor sie wieder nach Taros zurückkehren würden, denn sie wusste nicht wie lange sie beim nächsten Mal die vertrauten Gefilde Dragonias verlassen würde.

Bedacht setzte sie einen Fuß vor den nächsten, ohne wirklich in Eile zu sein, denn eine Verletzung zu riskieren ohne das es einen triftigen Grund dafür gab wäre einfach nur dumm gewesen. Sie hörte ein Tschilpen und sah in den Baum hinauf, in dem sie seinen Ursprung vermutete, konnte den Vogel aber nicht entdecken, bis ihn irgendetwas erschreckte und er wild Flügel schlagend zwischen den Blättern aufflog. Die Schwarzmagierin drehte den Kopf als sie etwas hörte, das wie das Stapfen von Stiefeln und noch etwas anderes klang – sang dort etwa jemand? Die Stimme klang tief, fast brummig, und sie konnte die Worte des Liedes nicht verstehen. Wen hatte es so tief in den Wald verschlagen, in dem vor einigen Monden noch Teile der wilden Jagd gehaust hatten? Sie ahnte mehr als sie es wusste, das Phelan dieses Gebiet zu seinem Revier gemacht hatte, und dafür sorgten das sich weder Wegelagerer noch Diebe darin aufhielten. Nicht, das Myriel sich nicht hätte selbst schützen können, doch wann immer er etwas in dieser Richtung tun konnte, ließ der Lykantroph es sich nicht nehmen, selbst wenn er nie ein Wort darüber verlor.
Umso überraschter war die Druidin jetzt eine Stimme zu hören, die so offensichtlich abseits des Weges durch den Wald marschierte. Neugierig geworden lenkte sie ihre Schritte in die Richtung, bis sie nahe genug heran gekommen war um die nur klein gewachsene Gestalt zu erkennen, die sich gerade in Richtung Boden bückte. Es war ein Zwerg, und dazu noch einer den Myriel sogar von einer ihrer Reisen kannte. Der kleine Feuergeist Ifrit, der Diener dieses Zwerges, war ihr in lebhafter Erinnerung geblieben.

Seid gegrüßt Barbarossa.

Sprach sie ihn an, als sie noch in einigen Metern Entfernung zu ihm stand.

Was treibt euch in die abgelegenen Wälder rund um Nuru? 

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Barbarossa

Re:Waldpilze sammeln
« Antwort #2 am: Do., 30. Jan 2020, 22:39 »

Tatsächlich! Zwar keine Haubenpilze aber dafür eine Gruppe Pfifferlinge. ... nein, Pfefferlinge. Oder doch nicht?
Na, wie auch immer. Tief nach vorne gebückt, wischt er mit einer Hand etwas Matsch davon und begann sie unten abzuschneiden, da hörte er plötzlich etwas:

"Seid gegrüßt Barbarossa.

Was treibt euch in die abgelegenen Wälder rund um Nuru?"


Barbarossa drehte den Kopf zu Seite und sah von ihm aus von links nach rechts stehend eine lange völlig in dunklen Farben gekleidete Gestalt. Die Stimme kam ihm bekannt vor. Und auch wenn seine Augen nicht mehr die allerbesten auf Entfernung waren, so war er sich doch ziemlich sicher, wer dort stand.

"Lady... Alandyos?
Lady Alandyos!"


Der alte Zwerg ließ die halb abgeschnittene Gruppe Pilze liegen, und ließ das kleine Messer fallen. Mit einer Mischung aus Ächzen und Schnaufen erhob er seinen Oberkörper und überbrückte die paar Schritte zwischen ihnen mit einem Lächeln im Gesicht, dass man trotz der vielen Barthaare als echt erkannte, denn um Augen und Stirn zeigten sich viele Falten.

"Es ist eine Freude euch einmal wieder zu sehen."

Und das war es tatsächlich. Sie war die größte Magierin, die er je gesehen hatte und, was vielleicht sogar noch wichtiger war, eine ungemein faszinierende Person, wie der Runarch fand. Und möglicherweise in größerer Not nach dem Licht des Mythrillion als jeder andere dem er über dem Berg begegnet war...

Barbarossa blieb mit ausgebreiteten Armen stehen, was man als Einladung zu einer Umarmung verstehen konnte, wenn man denn wollte, aber der Zwerg hatte den rechten Arm ein Stück weiter vorne platziert, sodass er auf die Regungen seines Gegenübers achten konnte.
Myriel von Alandyos war nicht bekannt dafür Gefühle allzu offen vor sich her zutragen, das hatte er selbst erlebt, aber er war sich auch ziemlich sicher, dass dies nicht alles war.
Dennoch, sollte sie ihm nur die Hand reichen, konnte er diese mit beiden Händen schütteln.

"Und zu meinem Glück, keine Langohren in der Nähe, die eure Aufmerksamkeit ok--okku... belegen. Verzeiht, einige Wörter wollen mir nach wie vor nicht einfallen...

Ich suche nach Pilzen. Ein wenig Abwechslung zu der allmählich ungenießbaren Winterkost und auch ein wenig an die alte Heimat erinnern.

Aber was macht ihr hier im Wald?
Ich muss zugeben, ich hatte erwartet euch früher zu sehen, jetzt wo ich in Nuru wohne.
Angeblich seid ihr manchmal in der Stadt... naja, wohl zu anderen Tageszeiten als ich."


Und dann viel ihm etwas ein, und seine braunen Augen wurden groß und fast feixend meinte er.

"Sagt nicht... ihr seid die 'böse Waldhexe'?!"
« Letzte Änderung: Do., 30. Jan 2020, 23:35 von Magnati »
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Myriel

Re:Waldpilze sammeln
« Antwort #3 am: Mo., 03. Feb 2020, 15:25 »

Der Zwerg erkannte sie sofort und ließ, wonach auch immer er sich gerade gebückt hatte, einfach auf dem Waldboden liegen. Seine Freude darüber sie zu sehen überraschte Myriel, denn eine solche Reaktion erntete sie nur äußerst selten. Dennoch wirkte sie nicht gespielt, da das herzliche Lächeln bis in die Augen des Zwergen reichte. Er breitete seine Arme aus, fast als wolle er sie umarmen, doch das war der Druidin  dann doch etwas zuviel des Guten. Sie streckte ihm die Hand als Kompromiss entgegen, und auch um eine Umarmung zu vermeiden, denn diese Nähe ließ sie nur von Phelan zu.

Okkupieren heißt das Wort, das ihr sucht werter Barbarossa. Ah, Pilze sucht Ihr. Ein paar findet man immer, wenn man weiß wo man suchen muss.

Das Lächeln der Schwarzmagierin war kühl, aber immerhin lächelte sie, ein wenig amüsiert über die herzliche Begrüßung des Zwergen.

Mir geht es ähnlich wie Euch, ich bin den Winter leid und wollte sehen welche Pflanzen von der Sonne angelockt bereits sprießen. Doch bisher habe ich nur wenig entdecken können.

Sie ließ seine Hand wieder los und machte einen Schritt in die Richtung, aus der er gekommen war, den Blick suchend auf den Boden gerichtet.

Was habt Ihr schönes gefunden?

Die Information das der Runarch jetzt in Nuru wohnte war der Druidin neu. Sie scherte sich recht wenig um das Geschwätz der Leute, und seit Phelan nicht mehr so oft die Laterne aufsuchte bekam sie noch weniger Tratsch mit als sonst. Über eines wusste sie allerdings recht gut Bescheid und daher bestätigte sie Barbarossas Vermutung mit einem Nicken.

Da meine Hütte nicht sehr weit von hier steht, nehme ich an das ich damit gemeint bin. Die meisten Menschen meiden diese Gegend, und ich muss gestehen ich bin nicht sehr böse darüber.

Sie war schließlich nicht in den Wald gezogen weil sie die Gesellschaft von anderen Wesen so sehr liebte.

Ich wusste gar nicht das ihr in Nuru lebt. Ich bin selten in der Stadt, meist nur um den Markt oder den Magierzirkel zu besuchen. Was hat Euch in die Stadt der Orks getrieben? Die Nähe zu den Zwergenbergen?

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Barbarossa

Re:Waldpilze sammeln
« Antwort #4 am: So., 23. Feb 2020, 01:48 »


Nur eine Hand, wie erwartet. Aber Barbarossa legte ihr kurz die zweite warme schwielige Hand auf, ehe er sie losließ.

Auch Lady Alandyos war auf der Suche nach Pflanzen, wenn vermutlich auch keinen Pilzen.
Und vermutlich war sie auch bedeutend wählerischer als er. Auf die Frage, was er bereits gesammelt hatte, war ihm dann schon wieder leicht peinlich zumute. Er sammelte für eine Pilzpfanne und nicht für ein deliziöses Ragout, geschweige denn einen Zaubertrank...

"Oh, ährmm, nichts besonderes. Ein paar Schwefelköpfe und da drüben gerade eine Kolonie Pfefferlinge für die der Laub genügend Schutz geboten hat.
Und eine Reihe von Baumpilzen. Sie sind den meisten Menschen suspekt habe ich den Eindruck, weil sie nicht den Bildern in Märchenbüchern entsprechen... diese Einreibpinsel.
Dabei sind sie sehr lecker!"


Barbarossa gluckste bei der Bestätigung, seiner Vermutung und klopfte mit seinem Runenstab ein paar mal auf den Waldboden. Ja, das Myriel nicht allzu gerne unter Leuten war, darauf hätte er wetten können.

"Ich wusste gar nicht das ihr in Nuru lebt. Ich bin selten in der Stadt, meist nur um den Markt oder den Magierzirkel zu besuchen. Was hat Euch in die Stadt der Orks getrieben? Die Nähe zu den Zwergenbergen?"

"Ohh nein, eher das Gegenteil.
Hier im Westen der Berge... werden sie doch nicht einmal von den Menschen 'Zwergenberge' genannt. Es gibt wenig direkte Zugänge zu alten Bingen meiner Heimat. Ihre Zahl nimmt in Richtung des Sonnenuntergangs sowieso schon ab. 

Nein, in Nighton war ich der alten Heimat viel näher in mehrerer Hinsicht. Und auch zu nah... die regelmäßigen Konvois direkt aus Kurbul, die Neuigkeiten aus der alten Heimat... nein, das wollte ich nicht, für meinen Aufenthalt hier oben. Außerdem war ich eh meist unterwegs.
Zufällig wurde mir dann eine Verwalterstelle angeboten, als ich mir Rüstzeug zulegte...
Trotz Grosh, ist die Zwergengemeinde der Stadt die zweitgrößte in Dragonia, soweit ich weiß. Und viele leben sehr... separiert von ihrem Volk, ihrer Kultur. Die Zwerge in dieser Stadt können einen Runarchen brauchen, und ich das Geld."

Schloss er lapidar ab.
Als Zwerg war es ihm nicht unangenehm über Gold und seine Vorzüge zu reden. Von seiner Schwärmerei für die junge Lotte erzählte er zunächst einmal nichts... sie war ihm selbst auch ein wenig peinlich.

"Hab ich euch richtig verstanden? Ihr sucht auch Pflanzen? Wollen wir vielleicht gemeinsam gehen?"
fragte Barbarossa, während er sich umdrehte und zu seinen Sachen zurück ging, die er so achtlos hatte fallen lassen. Er suchte nach dem Messer lieber solange er noch daran dachte, nicht dass er es hier ließ.

"Und wie geht es eigentlich eurem felligen Freund?  Fehlan... oder Rion? Ich gebe zu mich verwirrt das ziemlich, wie nennt ihr ihn?"


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Myriel

Re:Waldpilze sammeln
« Antwort #5 am: Di., 25. Feb 2020, 12:55 »

Die Hände des Zwergen, die ihre Rechte umschlossen, waren von jahrelanger Arbeit rauh, trocken und warm. Als er ihre wieder los ließ zog die Druidin sie zurück und ließ sie unter ihrem Umhang verschwinden damit sie nicht kalt wurde. Barbarossa war also auf Pilzsuche. Nun, die optimale Jahreszeit war es dafür nicht, aber ein paar Sorten ließen sich fast immer finden, besonders wenn man Baumpilze mit einbezog.

Einfaltspinsel.

Korrigierte Myriel das falsche Wort sachlich, und ohne weiter darauf einzugehen.

Ihr habt Recht Barbarossa, Baumpilze sind durchaus genießbar wenn man sie lange genug kocht. Viele Menschen vertragen sie aber selbst dann nicht gut und bevorzugen leichter verdauliche Arten. Steinpilze, Pfifferlinge, Maronen, Pilze, die eindeutig wie Pilze aussehen. Es liegt zum Teil auch daran das viele nicht wissen welche genießbar sind und sie eher stehen lassen als sich zu vergiften.

Die Druidin zuckte mit den Schultern. Wenn man sich ein wenig auskannte war der Wald durchaus in der Lage einiges zur Ernährung beizutragen.
Barbarossas Ausführungen zu seinem Umzug verfolgte sie schweigend bis er damit fertig war.

Das hört sich so an als ob ihr von Eurer Heimat nichts mehr sehen und hören wolltet. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Sie folgte dem Zwergen zu der Stelle, an der er sein Messer hatte fallen lassen und setzte hinzu:

Verzeiht wenn es unwissend klingt, aber was bedeutet der Begriff Runarch eigentlich genau? Ist es eine Bezeichnung für einen zwergischen Priester oder hat er noch eine tiefere Bedeutung?

Sie wartete geduldig bis Barbarossa Messer und auch Pilze aufgesammelt hatte.

Wir können gern ein Stück zusammen gehen. Vier Augen sehen mehr als zwei sagt man. Meinem Gefährten geht es gut. Ich nenne ihn Rion, das war der Name den er vor seiner Verwandlung getragen hat. Die meisten Anderen nennen ihn Phelan, was in erster Linie daran liegt das er es so will. Und in zweiter vermutlich daran das sie ihn nur selten in seiner menschlichen Gestalt sehen.

versuchte sie sich halb an einer Erklärung, bevor sie nach ihren Röcken griff um besser neben dem Zwergen durch das Unterholz gehen zu können.

Ist es immer noch Ifrit, der zu Euch eilt wenn ihr nach einem Feuergeist ruft? Ich habe noch nie zuvor erlebt, das jemand immer denselben Geist beschworen hat, und dazu noch einen, der so etwas wie einen eigenen Willen hat.

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Barbarossa

Re:Waldpilze sammeln
« Antwort #6 am: So., 21. Jun 2020, 21:58 »

Auf die Berichtigung von Myriel hin, hielt er kurz inne und runzelte die Stirn.

"Einfaltspinsel?
... warum sollte man einen Pinsel falten?
Wenn ich dagegen einen Pinsel mit der falschen Tinktur einreibe, kann ich ihn tatsächlich nicht mehr benutzen um meine Artefakte abzustauben.
Das leuchtet doch viel mehr ein! Nah, wie auch immer..."


~~~~~



"Das hört sich so an als ob ihr von Eurer Heimat nichts mehr sehen und hören wolltet. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?"


Barbarossa blickte Myriel kurz an, versuchte abzuschätzen, ob es sie tatscählich interesierte oder ob sie nur höflich sein wollte. Aber dieser Blick und die auf ihn zumeist immer noch emotionslose Ausdruck in ihrem Gesicht, erinnerte ihn wieder mit wem er sprach.
Eine höffliche Floskel mochte er noch erwarten, eine höffliche Nachfrage mit der Möglichkeit einer längeren Antwort... eher nicht.

Der alte Zwerg blickte in die Baumwipfel und dazwischen in den Himmel.

"Wisst ihr, es kam mir immer komisch vor, wenn ich las, dass hier oben der Himmel seine Farbe ändert?
Nicht viele Händler verirrten sich nach Magmoror von der Oberwelt und auch Schriftzeugnisse waren spärlich. Aber es gab sie und als Bibliothekar bekam ich diese auch zu Gesicht. Und was ich da laß war wie eine Märchenwelt... nur dass ich wusste, das es sie so, oder so ähnlich tatsächlich gab.
Aber ich hatte lange nie angenommen, dass ich sie sehen würde. Ich bin bis vor einigen Jahren nie auch nur in einer anderen Binge gewesen."


Barbarossa bückte sich und suchte das Messer.

"Mein Leben verlief in einer sehr ruhigen vorgezeichneten Bahn. Runarchen sind in meiner Heimat hoch angesehen, und meine Eltern waren Stolz als ich in diese Kaste eintreten durfte. Ich war gewissenhaft, aber weder talentiert in den Runen oder Artefakten, noch besonders ehrgeizig oder... mutig. Geschweige denn Abenteuerlustig.
Und so verlief dann auch meine Berufung, stetig zwar, aber vergleichsweise langsam.

Schließlich wurde ich 'Leiter der Abteilung für alte Schriften und Restauration'. Eine ehrbare Aufgabe, speziell in meiner Heimat, aber so filigran, kleinteilig, daher langsam und... wie sagt man... ohne viel Abwechslung, dass sie eigentlich keiner machen möchte. Und dann kann sie auch manchmal sinnlos sein: Eines der Bücher, welches ich über Jahre hinweg restaurierte, zeigte ich einem Freund, sobald ich eine saubere Abschrift davon hatte. Dieser eröffnete mir, dass es sich um eine veraltete und überholte Schmiedeanleitung handelte. Hm."


Er zuckte mit den Schultern, wischte das Messer sauber und verstaute es, genau wie den Pilz, den er abgeschnitten hatte.

"Ich übte dieses Amt fast sechs Dekaden lang aus. Es gibt auch nicht mehr viel was nach einem Abteilungsleiter kommen mochte. Eigentlich nur den Oberbibliothekar. Durchaus eine Stelle mit Priviegien. Man gehört damit zum obersten Kreis der Runarche des Feuers. Und da auch Alter und Erfahrung bei der Ernennung eine Rolle spielten, ich war der am längsten amtierende Leiter ... galt es als sehr wahrscheinlich, wer der nächstes Oberbliothekar werden würde...
... und dann wäre es das gewesen. Ich hätte auch mein restliches Leben zwischen den Folianten meiner Bibliothek verbracht. Denn ich war alt geworden.

Aber als mir das klar wurde, also so wirklich klar wurde, merkte ich einen gewissen Wiederwillen...
Und dem Mythrillion sei dank, fand ich den Mut nachzusehen... ob ich da vieliecht doch etwas verpasste."


~~~~~


"Ist es immer noch Ifrit, der zu Euch eilt wenn ihr nach einem Feuergeist ruft? Ich habe noch nie zuvor erlebt, das jemand immer denselben Geist beschworen hat, und dazu noch einen, der so etwas wie einen eigenen Willen hat."


"Ja, ist er. Und manchmal wünschte ich, ich könnte einen anderen Geist rufen, hrrrha.
Aber ich verstehe was ihr meint. Ich selbst habe ihn oft gefragt, wo er eigentlich herkommt, aber für derlei ist sein Gemüt dann doch zu eingehränkt. Aber er erkennt Feuer und Flammen in unserer Welt als... nun, sehr ferne aber doch ihm ähnliche Wesen.
Ifrit und seinesgleichen kommen von einem Ort, wo das Element des Feuer über alle Maßen dominant ist, das Atamyreum. Und dort konnten sie sich anscheinend 'besser' entwickeln. Zumindest ist das meine Theorie... Ahh!"


Barbarossa machte ein wedelnde Handbewegung und beugte sich hinunter und erntete eine kleine Kolonie Haubenpilze, die an einem Baum hervorlugte.
Während er nach unten gebeugt mit dem Messer hantierte fuhr er fort.

"Aber bevor ich wieder in Schwafelei verfalle, möchte ich auch einmal eine Gegenfrage stellen:
Alandyos, ist das eure Heimat? Wo liegt sie? Und warum seid ihr von dort weggegangen?"


« Letzte Änderung: So., 21. Jun 2020, 22:07 von Magnati »
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Myriel

Re:Waldpilze sammeln
« Antwort #7 am: Di., 30. Jun 2020, 22:20 »

Myriel verzichtete darauf Barbarossa zu erklären, das das Wort „Einfaltspinsel“ von Einfältigkeit kam und man damit einen nicht sonderlich klugen Menschen bezeichnete. Sie war viel mehr an der Geschichte des Zwergen interessiert, und daran was er aus seiner Heimat zu erzählen hatte. Das, was sie zu hören bekam, mochte auf den ersten Blick langweilig erscheinen, doch die Schwarzmagierin hörte dem Runarchen mit voller Aufmerksamkeit zu. Das es Zwerge gab, die den blauen Himmel noch nie gesehen hatten, weil sie ihr gesamtes Leben in einer Binge verbrachten, fand sie ebenso faszinierend wie die Information das sie Bücher restaurierten und auf diese Weise uraltes Wissen aufbewahrten. Das mochte in Barbarossas Fall mit dem alten Schmiederezept recht unnütz gewesen sein, aber es gab gewiss auch Schriften über die Geschichte der Zwerge, alte Kriegsfehden, Clans und vieles mehr. Und Wissen war Macht, das war zumindest Myriels Ansicht.

Ihr habt einiges aufgegeben für etwas von dem ihr nicht sicher wusstet das es existiert und ob es Euch gefällt. Ihr seid ein Rebell Barbarossa.

Ein feines Lächeln umspielte die Mundwinkel der Druidin, das zeigte das sie diese Aussage nicht bitterernst meinte. Dennoch, das diese Entscheidung eine Menge Mut gefordert hatte, war nicht zu bezweifeln.

Sie gingen ein Stück weiter und der alte Zwerg entdeckte einige weitere Pilze für seine Sammlung als er ihr gerade von Ifrit erzählte. Myriel machte ihn noch auf ein paar Maronen-Röhrlinge aufmerksam und dann stellte Barbarossa ihr einige Gegenfragen, die dafür sorgten das die Schwarzmagierin innehielt und ihn nachdenklich ansah.

Wisst Ihr Barbarossa, danach hat mich schon seit viele Jahren niemand mehr gefragt. Nicht einmal Rion...

Sie ging ein paar Schritte weiter und setzte sich dann auf einen umgefallen Baumstamm um ihre Gedanken ein wenig zu sortieren, bevor sie einen Teil ihrer eigenen Geschichte erzählte.

Ihr habt Recht, Alandyos ist meine Heimat. Es liegt weit südlich von Dragonia, ein wundervolles Land das überwiegend aus einer sanften Hügellandschaft mit saftigen grünen Wiesen besteht. Auf ihnen stehen einzelne, jahrhundertealte Bäume, deren Geschichte eng mit meinem Volk verbunden sind. Sie haben viel gesehen, diese Bäume, und wenn man ihren Stamm berührt kann man sie manchmal sprechen hören oder Kraft aus ihnen ziehen. In der Geschichte meines Volkes heißt es, das sie, oder zumindest ein Teil von ihnen, einst selbst Druiden waren. Wenn man bei Sonnenaufgang auf einem dieser Hügel sitzt, mit dem Rücken an einen Baum gelehnt, hat man das Gefühl das es keinen friedvolleren Ort auf der ganzen Welt geben könnte. Es ist als ob der Baum einen umarmt und vor allem beschützt, das einem schaden könnte...

Die Druidin hatte den Blick zum Himmel gerichtet und sah aus, als ob sie an einen sehr lang vergangenen Moment zurückdachte. Die Kälte war aus ihren Zügen gewichen, und sie wirkten weicher als sie es sonst taten. Als sie das letzte Mal von ihrer Heimat erzählt hatte, hatte sie erwähnt das sie diese Sonnenaufgänge vermisste, und vielleicht tat ein Teil von ihr das noch immer.

Warum ich von dort fortgegangen bin wollt Ihr wissen? Nun, die Magie hat in meiner Familie eine lange Tradition, und so ist es wohl nicht verwunderlich das meine Eltern beide Magier sind. Mein Vater hat sich der guten Magie verschrieben, die Heilung und Leben bringt, etwas, das eigentlich typisch für das Volk von Alandyos ist. Meine Mutter hingegen praktizierte schwarze Magie seit ich denken kann. Fragt mich nicht was die beiden zusammen gebracht hat, aber es sah für mich immer so aus als ob sie ohne einander genauso wenig auskommen konnten wie miteinander. Jedenfalls stritten sie sich wie die Kesselflicker als ich alt genug dazu war in der Magie unterwiesen zu werden, weil mir jeder von ihnen seine Weg weisen wollte. Ich habe ein wenig von beide gelernt, dann entschieden meinen eigenen Weg zu gehen und bin nach Aylann gekommen um mich hier in den arkanen Künsten weiterzubilden ohne weiter der Zankapfel zwischen ihnen sein zu müssen.

Danach war noch viel mehr passiert, ihre Mutter war ihr nach Aylann gefolgt und hatte sich weiter in ihr Leben eingemischt, hatte versucht ihre eigene Macht mit Hilfe eines schwarzen Kristalles zu verstärken, den Myriel selbst letztendlich zerstört hatte. Unbewusst ballte sie die Hand zur Faust, die damals von den Splittern zerschnitten worden war. Lange Jahre hatte sie dieses schwarze Mal getragen, das seinen Teil dazu beigetragen hatte, das sie selbst sich den dunklen Mächten zugewandt hatte. Das, und das Blut ihrer Mutter... Ihre Mutter wäre heute furchtbar stolz auf sie , wenn sie sie sehen könnte, doch Jalidee war damals gestorben, getötet von Ardon von Morgoth und Drax Hammerhall.

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