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   Autor  Thema: Von Reisen und Schwertern (Nach dem Tag der Toten) (Gelesen 131 mal)
Arinna von Hohenfels

Von Reisen und Schwertern
« am: Fr., 01. Nov 2019, 16:16 »

Es dauerte eine ganze Weile, bis die Priester ihre Gespräche beendet hatten. Nida hatte auch für Arinna ein Bett für die Nacht gerichtet, doch die junge Frau hatte in dem fremden Zimmer umgeben von Steinwänden nicht schlafen können und war leise wieder nach draußen geschlichen. Dort hatte sie sich einen Baum in der Nähe von Shi´ouya gesucht und war hinauf geklettert um die Sterne zu betrachten, bis sie irgendwann, drei Meter über dem Erdboden und angelehnt an den dicken Stamm einer Eiche, doch noch in einen leichten Schlaf fiel.

Die Dunkelhaarige hielt sich auch den überwiegenden Teil restliche Zeit, die sie noch in Nuru verbrachten, in der Nähe der weißen Stute auf. Dort fand sie auch Elessar vor, als er bereit war nach Sha´Nurdra zurückzukehren. Arinnas Bestechungsversuche mit Äpfeln schienen gefruchtet zu haben, denn als der Paladin vorschlug gemeinsam zu reiten und die junge Frau sich mit leisen, beruhigenden Worten dem Pferd näherte, scheute es nicht zurück. Trotzdem wartete sie, bis Elessar ihr zunickte, bevor sie sich geschickt auf den Pferderücken schwang. Sie war das Reiten ohne Sattel und Zaumzeug durchaus gewohnt, war sie doch auf den Weiden ihres Vaters oft genug auf den Rücken eines Pferdes geklettert um für die Zeit eines heimlichen Ausrittes den Zwängen ihres Lebens zu entfliehen. Doch jetzt, vor Elessar sitzend, bemüht darum, den Paladin nicht mehr als unbedingt nötig zu berühren, wirkte sie steif und angespannt.

Im Schritt ging es durch die Gassen Nurus, bis sie das Stadttor hinter sich gelassen hatten. Als Elessar Shi´ouya dahinter zu einem leichten Trab antrieb, und Arinna der Stute in den Rücken fiel anstatt auszusitzen, gab sie die steife Haltung dann doch auf. Gezwungenermaßen rutschte sie näher an den Paladin heran um sich dem Rhythmus von Pferd und Reiter anzupassen und Shi´ouya nicht unnötig weh zu tun.

Erst nachdem sie schon eine kleine Weile unterwegs waren drang Elessars Körperwärme durch ihre Kleidung am Rücken, und Arinna wurde bewusst wie durchgefroren sie eigentlich war. Der Winter hielt langsam Einzug und sie würde sich einen dicken Umhang zulegen müssen, den sie bisher noch nicht gebraucht hatte. Doch es war nicht nur die Kälte, die dafür sorgte, das die junge Frau deutlich schweigsamer war als sonst, und das Lächeln aus ihrem Gesicht verschwunden war. Noch immer klebten die Erlebnisse auf dem Friedhof an ihr wie zäher Sirup und ließen sie frösteln, wann immer sie an den Anblick der alten Hexe dachte. Sie war froh über die Nähe des Elben hinter sich, die zumindest für den Moment Schutz und Geborgenheit versprach. So ließ sie sich von seiner Wärme Trost spenden und rückte auch nicht wieder von ihm ab, als er ein frei laufendes Jungpferd entdeckte und Shi´ouya in den Schritt zurückfiel.

Gemeinsam schafften sie es den pechschwarzen jungen Hengst wieder einzufangen. Arinna lockte das Tier mit leisen Worten und der bewährten Futtermethode, während Elessar sich ihm vorsichtig von der Seite näherte und schließlich den Strick ergreifen konnte, der an seinen Hals gebunden war. Sie beschlossen eine Rast zu machen, und es stellte sich heraus, das dies eine gute Idee gewesen war, denn so fand sie der Züchter, dem das Jungpferd gehörte. Elessar reichte die Belohnung des Mannes an Arinna weiter, die zu ihm aufsah.

Danke. Das wäre nicht nötig gewesen.

Fahrig strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und versuchte sie hinter dem Ohr zu bändigen, nur um festzustellen das sie dazu zu kurz war weil die Hexe sie abgeschnitten hatte, und das wohl auch noch eine Weile so bleiben würde. Für einen Augenblick war Arinna versucht sich an den Paladin zu lehnen um Zuflucht bei ihm zu suchen, doch dann senkte sie den Blick und drehte sich zu Shi´ouya um.

Wir sollten weiter reiten, wenn wir heute noch in Sha´Nurdra ankommen wollen.
« Letzte Änderung: Fr., 01. Nov 2019, 16:17 von Myriel »
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Elessar Eledhwen

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #1 am: Fr., 01. Nov 2019, 20:56 »

Am Tag seiner Abreise traf Elessar Arinna, als er gerade zu Shi’ouya eilte – fast gewann er den Eindruck, dass sie ihn dort erwartet hatte – und so unterbreitete er der jungen Frau selbstverständlich den Vorschlag, dass sie mit ihm gemeinsam zurück nach Sha’Nurdra reiten könne, da seine Stute sie beide ohne Probleme tragen könne.

Obwohl Shi’ouya in seiner Gegenwart auch Fremden gegenüber selten große Scheu zeigte, war er überrascht, wie zutraulich sie sich gegenüber Arinna verhielt. Er gewann den Eindruck, dass die junge Frau sich wohl während der letzten Tage, die er in Nuru mit Fjalladis und Barbelin in der Weihehalle verbracht hatte, des öfteren in Shi’ouyas Gesellschaft aufgehalten hatte und so ermutigte er sie mit einem Nicken.

Arinna schwang sich geschickt auf den Rücken der Stute, als hätte sie nie anders reiten erlernt. Als der Elf ebenfalls auf dem Rücken Shi’ouyas saß, wirkte sie jedoch im Gegensatz dazu wieder seltam steif, so dass Elessar sich erst einmal wunderte und ohne etwas anzumerken seiner Stute mit einem Schenkeldruck zu verstehen gab, dass die Reise beginnen könne. Im Schritt erreichten sie das Stadttor Nurus und erst dann verfiel die Stute in einen leichten Trab.

Die junge Frau wurde langsam lockerer und rutschte nach hinten, um sich näher an Elessar zu schmiegen. Auch wenn sie es offensichtlich tat, um Shi’ouya weniger zu behindern, genoss der Paladin die Nähe, zumal er bemerkte, dass die junge Frau total durchgefroren war. Bei jedem Atemzug schmeichelte der leichte Duft der Kräuterseife, mit dem sie ihre Haare gewaschen haben musste, seine Nase und nur zu gerne hätte er einen Arm um sie gelegt, um sie zu wärmen, doch er hielt sich zurück. Ihre Schweigsamkeit zeigte deutlich, dass etwas sie bedrückte, aber er wollte sie nicht drängen, ihm davon zu erzählen.

Unvermittelt entdeckten sie ein frei laufendes Jungpferd und er gab Shi’ouya zu verstehen, den Trab zu verlangsamen. Es dauerte eine Weile, bis es Arinna gelang, das Jungtier mit leisen Worten und einem Apfel soweit zu beruhigen und zu locken, dass Elessar sich langsam von der Seite nähern konnte, um das Seil, das um den Hals des Tieres gebunden war, zu ergreifen.

Die Gelegenheit für eine Rast nutzend führte dazu, dass der Züchter, dem das Jungpferd gehörte, sie fand und ihnen eine Belohnung für das Tier aushändigte. Elessar war versucht, den Züchter zu überzeugen, ihm das Tier für Arinna für einen gewissen Obolus zu überlassen, doch der Finderlohn machte ihm klar, dass er sich nicht auf einen Handel einlassen würde. So gab er den Gedanken auf und händigte stattdessen Arinna die Belohnung aus. Sie würde das Gold sicherlich brauchen können und sei es lediglich, um für eine zukünftige Anschaffung eines Reittieres zu sparen.

Ihre Verlegenheit bereitete ihm etwas Unbehagen, denn sie bedankte sich kurz und wandte sich ab, um lediglich anzumerken, dass sie ihre Reise in die Stadt des Lichts fortsetzen sollten. Da er unsicher war, wie er reagieren sollte, schwang er sich auf den Rücken seiner Stute, reichte ihr die Hand, um ihr zu helfen und alsbald setzten sie ihren Weg schweigend fort.

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Arinna von Hohenfels

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #2 am: Sa., 02. Nov 2019, 10:00 »

Arinna ergriff Elessars dargebotene Hand und ließ sich von ihm auf den Pferderücken helfen. Diesesmal versuchte sie gar nicht erst von ihm abzurücken, da es ohnehin vergebliche Liebesmüh sein würde. Abgesehen davon hatte der Paladin selbst keinerlei Anstalten gemacht mehr Abstand zu wahren, so dass sie davon ausging das er die Notwendigkeit ebenso bemerkt hatte wie sie - oder das Elfen was Körperkontakt anging vielleicht ebenso ungezwungen waren wie im Bezug auf unbekleidetes Baden.

Für einen Moment schloss die Dunkelhaarige die Augen, als sie sich an Elessar lehnte, in der Gewissheit das er, hinter ihr sitzend, nicht bemerken würde wie sehr sie gerade seine Nähe suchte. Dann setzte sich Shi'ouya in Bewegung und sie ritten schweigend weiter.

Arinna empfand die Stille, die auf der Reise herrschte, nicht als unangenehm. Je länger sie unterwegs waren, je weiter sie Nuru hinter sich ließen, desto mehr verblasste der Schrecken des Erlebten und wurde von einem Gefühl der Sicherheit ersetzt. Und als die Elfenwälder schließlich in Sicht kamen war sie soweit, das sie das Schweigen leise brach.

Elessar?

Sie sparte sich die Frage, ob sie ihn etwas fragen durfte, denn in den vergangenen Monden hatte sie gelernt das die Antwort darauf immer "ja" lautete.

Seid Ihr schon oft solch mächtigen Wesen wie dieser Hexe begegnet? Ich meine ich hatte den Eindruck das wir sie nicht hätten bezwingen können, selbst wenn wir es versucht hätten.

Das war die erste Frage die sie seit geraumer Zeit beschäftigte. Wie ging man mit einem Gegner um, der unbesiegbar schien? Wer, wenn nicht der Paladin der hinter ihr saß, vermochte diese Frage zu beantworten, wo er doch schon so viele Abenteuer erlebt hatte. Die zweite hingegen war deutlich persönlicherer Natur.

Habt Ihr eine Ahnung warum sie ausgerechnet mich ausgewählt hat um ihr einen Preis dafür zu geben uns freizulassen?

Noch war der jungen Frau nicht bewußt, dass sie nicht die Einzige gewesen war, der die Hexe diese Frage gestellt hatte.

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Elessar Eledhwen

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #3 am: Mo., 04. Nov 2019, 14:03 »

Nachdem Arinna mit Elessars Hilfe wieder auf Shi'ouyas Rücken saß, setzten sie ihren Weg schweigend fort. Die junge Frau war diesmal gleich an den Paladin herangerückt und Elessar ließ sie gewähren. Abgesehen davon, dass er nichts gegen einen Körperkontakt einzuwenden hatte, genoss er ebenso ihre Wärme wie sie wohl seine.

Arinna brach das Schweigen erst, als die Wälder um Sha'Nurdra bereits in Sicht kamen und der Elf antwortete ebenso leise wie sie ihre Frage gestellt hatte:

"Sie war mit Sicherheit sehr mächtig und möglicherweise hätten wir sie tatsächlich nicht besiegen können, aber wäre es zu einem Kampf gekommen, dann hätte ich wie immer in solchen Situationen auf meinen Herrn vertraut. Wie sonst hätte ich sonst in Kämpfen gegen Côr und seine unzähligen Dämonen bestehen können, die allesamt ebenfalls sehr mächtig sind und vielen als unbezwingbar angesehen werden?"

Er lachte kurz auf und fügte hinzu:

"Und wer weiß, möglicherweise war vieles auch nur Blendwerk und sie war am Ende doch nicht so mächtig. Möglicherweise hatte sie dann doch die Furcht ergriffen, dass unser unerwarteter Verbündeter Gevatter Tod sie besiegen könnte."

Er war sich nicht sicher, ob dies den Tatsachen entsprach, doch warum sollte er Arinna unnötig ängstigen, da sie die Gefahr unbeschadet hinter sich gelassen hatten. Ihre zweite Frage erstaunte ihn dann umso mehr und er versuchte erst gar nicht, seine Überraschung zu verbergen, als er entgegnete:

"WIe kommt Ihr auf die Idee, dass Ihr den Preis gezahlt habt? Ich habe..."

Er machte eine kurze Pause und fuhr dann fort:

"Einen Augenblick... wir hätten das Thema ansprechen sollen, bevor wir uns voneinander verabschiedet haben. Möglicherweise hatte die Hexe uns mit einem Zauber belegt und mit uns allen gesprochen... "

Er schüttelte den Kopf und fragte dann vorsichtig:

"Was hat sie denn von Euch verlangt?"

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Arinna von Hohenfels

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #4 am: Mo., 04. Nov 2019, 20:49 »

Arinna klang nachdenklich, als sie Elessar immer noch leise sprechend, antwortete:

Ich bewundere Euren unerschütterlichen Glauben. Ihr verliert nie Eure Zuversicht, Ihr zweifelt nie an Eurem Herrn. Ich wünschte ich könnte das von mir auch behaupten.

Auch wenn ihr Glaube an Paladin gewachsen war, seit sie in Sha´Nurdra weilte, so fehlte ihr immer noch das Vertrauen ihr Schicksal blind in die Hände eines Gottes zu legen. Vielleicht, weil sie die Wunder, von denen Elessar ihr erzählt hatte, nicht selbst miterlebt hatte. Auch wenn sie ihm jedes seiner Worte glaubte war es etwas anderes ein Wunder zu erleben und die Macht eines Gottes hautnah zu erfahren oder nur davon erzählt zu bekommen.

Vielleicht habt Ihr Recht, und vieles war tatsächlich nur ein Blendwerk. Diese Totenschädel auf dem Zaun um ihre Hütte...

Sie fröstelte und rieb sich mit einer Hand über den Arm, die andere in Shi´ouyas weicher Mähne vergraben. Die Köpfe waren zu klein gewesen, um von erwachsenen Menschen zu stammen. Entweder die Hexe hatte Schrumpfköpfe aus den Trophäen besiegter Feinde gemacht oder...

Ich mag nicht darüber nachdenken woher sie stammen. Dieses ganze Haus war mehr als gruselig.

Auch wenn die Suppe gut gerochen hatte, nachdem Arinna in einem Töpfchen auf einem der Regale ein Dutzend Augen von was auch immer entdeckt hatte, hatte sie sich den Inhalt des Kessels lieber nicht genauer angesehen. Es würde besser sein die Erinnerungen daran ganz weit weg zu sperren, bevor sie sie nachts in ihren Träumen verfolgten.

Auf ihre zweite Frage reagierte der Paladin mit unverhohlener Überraschung. Seine Vermutung sickerte nur langsam in Arinnas Gedanken ein und sie brauchte einen Augenblick, um das ganze Ausmaß zu begreifen. Wenn er Recht hatte, wenn die Hexe wirklich mit allen gesprochen hatte, damit jeder seinen eigenen Preis zahlte... dann war sie tatsächlich sehr dumm gewesen. Sie hatte geglaubt das Schicksal der ganzen Gruppe wäre von ihrer Entscheidung abhängig gewesen. Es war ihr wichtig erschienen das sie ins Reich der Lebenden zurückkehrten – das er ins Reich der Lebenden zurückkehrte, um seinen Weg weiter gehen zu können, ein Licht, das die Welt erhellte, das Böse ausmerzte, von seinem Gott gesegnet. Doch diese Gedanken behielt sie für sich. Seine letzte Frage hang noch immer in der Luft, und sie hatte schon viel zu lange gezögert um sie leichtfertig genug zu beantworten, das man hätte glauben können sie wäre sich der Schwere ihrer Entscheidung nicht bewusst. Dennoch verschwendete sie nicht einen Gedanken daran Elessar anzulügen, auch wenn ihre Körpersprache deutlich machte, das sie damit rechnete das er sie schelten würde, denn sie hatte die Schultern nach vorn gezogen und hielt den Kopf gesenkt.

Nichts, was nicht wieder nachwachsen würde.

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Elessar Eledhwen

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #5 am: So., 10. Nov 2019, 15:19 »

Arinna Worte hallten in Elessars Ohren nach, als sie ihre Schulter nach vorne zog und den Kopf senkte. Hatte sie gerade noch seine Nähe gesucht und sich gegen ihn gelehnt, so schien sie sich nun in Erwartung seiner Reaktion auf ihre Antwort, von ihm zurückzuziehen. Ungläubig fragte er:

"Nichts, was nicht nachwachsen würde? Ihr habt Ihr eine Strähne Eures Haars überlassen?"

Der Paladin ergriff zögerlich ihre Schulter und zog sie sachte wieder an sich, während er leise in ihr Ohr sprach:

"Nun, damit habt Ihr der Hexe eine gewisse Macht über Euch gegeben und wir müssen entweder dafür sorgen, dass sie keine Gelegenheit erhält, diese Macht für ihre Zwecke zu nutzen oder wir müssen eine Möglichkeit finden, diese Macht wie einen Fluch zu brechen!"

Er machte eine Pause, um seine Gedanken zu ordnen und fuhr dann fort:

"Ich bin sicher, dass es da Möglichkeiten gibt, einen Gegenzauber oder auch einen Schutzzauber. Wir könnten Telora im Tempel fragen, ob sie möglicherweise etwas in den alten Schriften in unserer Bibliothek finden könnte und wenn nicht, dann könnte ich eine alte Bekannte um Rat bitten."

Ganz wohl war ihm bei dem Gedanken nicht, da er sich nie ganz sicher war, ob diese "Bekannte" Rat oder Hilfe ohne jeglichen Hintergedanken oder Gegenleistung böte, doch andererseits konnte er allen Unkenrufen zum Trotz - und von diesen gab es eine Menge - nichts Schlechtes über die Magierin sagen. Mochten die Gerüchte auch noch so dunkel sein, zwischen ihnen herrschte eine gewisse Art an Respekt und auch ein gewisses Maß an Vertrauen - so dieses Wort tatsächlich das Richtige war - und bisher hatten sie bei jedem Zusammentreffen das gleiche Ziel verfolgt. Und wenn es auch jeder vor eigenem Hintergrund verfolgte, so wurde am Ende doch erreicht, was erreicht werden musste. Allerdings musste er sich auch eingestehen, dass das letzte Zusammentreffen auch fast ein Jahrzehnt zurücklag und er nicht wusste, was in dieser Zeit alles geschehen sein mochte, aber das war etwas, worüber er sich zu gegebener Zeit Gedanken machen müsste.

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Arinna von Hohenfels

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #6 am: Mo., 11. Nov 2019, 20:31 »

Arinna nickte nur stumm um Elessars Vermutung zu bestätigen, ohne den Versuch sich heraus zu reden oder zu erklären. Ein Donnerwetter oder ähnliches erwartend versteifte sie sich, als sich die Hand des Paladins auf ihre Schulter legte,  doch anstatt laut zu werden zog er sie einfach wieder sanft zu sich. Die junge Frau lehnte den Kopf an seine Schulter und schloss die Augen um ihre aufsteigenden Tränen, geboren aus einer Mischung von Angst und Erleichterung, zu unterdrücken. Elessars leise Stimme an ihrem Ohr half ihr dabei und sie ließ sich von der Sicherheit, die er ausstrahlte, einhüllen wie von einer warmen Decke. Ein leises:

Ich weiß.

war vorerst alles, was sie zu seinen Befürchtungen sagte, denn sie war sich darüber bewusst wie trügerisch die Sicherheit war, in der sie sich gerade wiegte. Und dennoch drang seine Zuversicht zu ihr durch, der feste Glaube man würde eine Möglichkeit des Schutzes finden, durch einen Zauber, ein Amulett oder etwas ähnliches. Und selbst wenn nicht, wie viel beziehungsweise welche Art von Macht war überhaupt möglich? Und welche Ziele verfolgte eine Hexe?

Vielleicht sind Sorgen auch überflüssig. Ich meine ich bin weder Stadträtin, noch Heilerin des Königs oder habe sonst Einfluss auf wichtige Dinge. Was würde es ihr schon bringen eine einfache Bognerin zu behexen?

Eine Überlegung, die Arinna durchaus realistisch fand, auch wenn sie bereits vermutete das sie nicht als Argument zählen würde. Auf dem Friedhof hatte es gewirkt als wolle diese Frau nur ihre Langeweile vertreiben. Vermutlich brauchte sie keinen trifftigeren Grund um einen Zauber zu sprechen. Die junge Frau seufzte leise. Nichts zu tun war einfach keine Option.

Ich werde Telora in der Bibliothek helfen, wenn ich darf.

Selbst wenn ihr kein Einblick in alte oder wertvolle Dokumente gewährt werden sollte, so konnte sie doch zumindest bei heraussuchen und wegräumen helfen.
« Letzte Änderung: Mo., 11. Nov 2019, 20:32 von Myriel »
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Elessar Eledhwen

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #7 am: So., 17. Nov 2019, 17:48 »

Arinnas Worte, was die Hexe für Vorteile haben könnte, wenn sie die junge Frau als einfache Bognerin behexte, rissen Elessar aus seinen Gedanken an Myriel. Der Priester beantwortete ihre Frage nicht, um sie nicht noch mehr zu beunruhigen. Wer wusste schon, welche Pläne die alte Hexe vom Friedhof verfolgte? Alleine der Gedanke, dass sie Arinna als Faustpfand benutzen mochte, um beispielsweise ihn gefügig zu machen, verursachte ihm ein gewisses Unwohlsein, denn er würde es auf keinen Fall zulassen, dass ihr etwas zustieß und alles in seiner Macht Stehende zu ihrem Schutz tun. Und dies sicherlich nicht nur, weil er es ihr versprochen hatte. Arinnas folgende Worte waren eine willkommene Ablenkung von diesen Gedanken und so entgegnete er gespielt übermäßig erstaunt:

"Ihr seid der alten Sprache mächtig, auf dass Ihr die alten Schriften selbst durchforsten könnt?"

Um ihr zu zeigen, dass er sie lediglich necken wollte, fügte er leise lachend hinzu:

"Freilich gibt es aber auch Bücher und Pergamente in der Handelssprache, bei denen Ihr helfen könnt. Ich glaube, Telora wird erfreut sein, wenn Ihr Eure Hilfe anbietet."

Inzwischen war auch das Stadttor in Sichtweite gekommen und Shi'ouya beschleunigte mit einem freudigen Wiehern wieder ihren Schritt. Elessar quittierte ihr Wiehern, indem er zu Arinna sprach:

"Shi'ouya scheint sich ebenfalls zu freuen, dass wir wieder zuhause sind."

Auch wenn sie den Paladin in jede Gefahr begleitete, fühlte sich die Stute in Sha'Nurdra und den umliegenden friedlichen Wäldern einfach am wohlsten.

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Arinna von Hohenfels

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #8 am: Mo., 18. Nov 2019, 11:19 »

In der alten Sprache? Nein, natürlich beherrsche ich diese nicht, ich meinte ...

Elessars leises Lachen unterbrach sie. Arinna drehte den Kopf zur Seite, der noch immer an seiner Schulter ruhte, um den Paladin aus den Augenwinkeln ansehen zu können. Seinem amüsiertem Gesichtsausdruck nach war ihm vollkommen klar gewesen, was sie gemeint hatte.

Ihr neckt mich.

stellte sie dann, fast erstaunt, fest, und ein leichtes Lächeln schlich sich in ihre Züge, das mit jedem Moment, der verging, einen Deut zufriedener aussah. Es gab da so ein Sprichwort bei den Menschen... Langsam hob sie ihre Hand in die Richtung von Elessars Gesicht, doch in diesem Moment wieherte Shi´ouya und beschleunigte ihr Tempo. Blitzschnell griff Arinnas Hand in die Mähne der Stute, was immer sie vorgehabt hatte war vergessen, und sie sah sich aufmerksam um. War ein Raubtier in der Nähe, das die Stute gewitterte hatte? Ein Rudel Wölfe vielleicht? Doch Elessar kannte die Stute gut genug um ihr Verhalten erklären zu können. Arinnas Anspannung legte sich wieder.

Uma, Zuhause.

wiederholte die junge Frau leise, überrascht darüber, das es sich tatsächlich wie ein nach Hause kommen anfühlte, deutlich stärker, als das in Hohenfels jemals der Fall gewesen war.

Zuhause ist, wo Dein Herz ist.

murmelte sie vor sich hin. Sie fühlte sich wohl in der Elfenstadt und hatte ihre Entscheidung hierher zu kommen noch keinen Wimpernschlag lang bereut, daher konnte sie die Stute gut verstehen.
Es dauerte nicht mehr lange bis sie durch das Stadttor ritten, und auf dem Weg zum Tempel auch am Aiyeona vorbei kamen. Dort war ein neues Plakat angebracht worden, und Arinna deutete mit dem Finger darauf.

Seht nur, es gibt einen Wintermarkt in Hohenweiler. Wisst Ihr, was es damit auf sich hat? Ob es eine Art von Jahrmarkt ist? Wo genau liegt Hohenweiler?

Der Gedanke an das fahrende Volk ließ die Augen der jungen Frau voller Vorfreude glänzen und ihre interessierten Nachfragen machten deutlich, das sie mehr als nur in Erwägung zog sich dieses Spectaculum anzusehen.

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Elessar Eledhwen

Re:Von Reisen und Schwertern
« Antwort #9 am: So., 24. Nov 2019, 15:25 »

Bald ritten sie durch das "Stadttor" in der großen Hecke, die die Stadt des Lichts umgaben und winkte Elessar den dort Wachen haltenden Elfen lächelnd zu, dann setzten sie ihren Weg zum Tempel fort. Als sie am Aiyeona vorbeikamen, wies Arinna plötzlich auf ein neues Pergament, das am dortigen Anschlagbrett befestigt war. Elessar hatte nicht darauf geachtet, doch die junge Frau hatte die Einladung sofort entdeckt und fragte ihn schon nach Hohenweiler und dem dort stattfindenden Wintermarkt in einer Art und Weise, die darauf schließen ließ, dass sie sich dieses Ereignis ungern entgehen lassen würde. Der Paladin, der sich - wie er sich unverhohlen eingestehen musste - in der Gesellschaft seines Schützlings nur zu wohl fühlte, wollte ihrer Vorfreude keinen Dämpfer verpassen und sie schon gar nicht enttäuschen, doch er ließ sie ein wenig zappeln und antwortete erst, als er ihr vor dem Tempel angekommen vom Rücken Shi'ouyas half:

"Hohenweiler liegt am Rande der Elfenwälder in Richtung Drachenauge, es ist ein kleiner verschwiegener Ort mit einigen kleinen Häuschen und einem wunderschönen See. Da der Ort und der See am Rande der Wälder liegen, hält der Winter dort gemeinhin ebenso Einzug wie in den anderen Regionen Dragonias."

Arinnas Gesichtsausdruck sprach Bände und so fügte Elessar lächelnd hinzu:

"Ich weiß nicht, was es mit dem Wintermarkt auf sich hat, aber wenn Ihr wünscht, würde ich Euch bei einem Besuch begleiten. Da wir allerdings ein paar Stunden unterwegs sein werden, schlage ich vor, dass wir erst morgen nach Sonnenaufgang aufbrechen. Dann können sowohl wir als auch Shi'ouya uns von der jetzigen Reise erholen und alles für den Marktbesuch vorbereiten."

Nach Arinnas Zustimmung begaben sie sich in den Tempel und nachdem sie gemeinsam mit Georg und Telora gespeist hatten, verabschiedete Elessar sich von allen und begab sich noch in den Altarraum, wo er erst die Kandelaber anzündete und dann ein Gebet sprach, in dem er den Gerechten um Beistand beim Schutz aller ihm Anvertrauten, insbesondere seiner Schutzbefohlene Arinna und seiner Novizin Domitia bat. Dann schritt er zu seinem Gemach und legte sich zur Ruhe.





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