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   Autor  Thema: Der Garten der Stille (Gelesen 6534 mal)
Suffix

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #270 am: Fr., 10. Jun 2011, 14:08 »

Nachdem er seine ‚Aufgabe’ sehr locker, was die Art und Weise der Ausführung betraf, gelungen war, schickte sich Sheherazade an, ähnliches zu vollbringen. Suffix hatte keinen Neid auf sie, er freute sich, dass ihr diese Fähigkeit mit Leichtigkeit von der Hand zu gehen schien.
Suffix lachte vergnügt, aber leise, vor sich hin, wie sie den Luchs Varnayrahs dazu brachte mit ihr zu tanzen. Suffix hätte am liebsten applaudiert, ließ sich aber dazu nicht verleiten. Womöglich würde das auch die Konzentration beeinträchtigen.

Als sie damit am Ende angekommen war, verteilte die ehemalige Regentin verbale Zensuren, die Suffix ob ihrer Stimmigkeit, was ihn anbetraf, ziemlich unvorbereitet traf. Er fühlte sich ein bisschen durchschaut, registrierte aber für sich, dass eine Diskussion darüber im Moment nicht erwünscht war. So schluckte er die trotzige Erwiderung „Ich bin nun einmal der, der ich bin“ einfach hinunter.
Die Worte über Sheherazades Temperament waren auch wohl dosiert und in Harmonie gespendet. Und auch hier lag sie nicht grundverkehrt.

Während Suffix die Worte noch wirken ließ, erklärte ihnen Varnayrah bereits die nächste Aufgabe. Und die hatte es in sich. Sie sollten sich…gegenseitig stärken.

Da Suffix sich zuvor doch ein wenig arg schnell positioniert hatte, war es Ehrensache, dass er jetzt Sheherazade den Vortritt gewähren wollte.

Die zögerte ein wenig, verständigte sich mit ihrer beider Lehrerin mittels Blickkontakt. Danach richtete sich ihre Aufmerksamkeit auf ihn. Sie begann sich zu bewegen zuerst etwas zögerlich, dann wurden die Bewegungen flüssiger, geschmeidiger und obwohl sie Suffix nun schon mehrmals beobachten hatte dürfen und wusste welches Potential sie abrufen konnte, brachte sie es fertig, Suffix immer wieder aufs Neue zu erstaunen. Ihr Anblick, der Anblick ihres Tanzes, ihre Ausdruckskraft machte ihm Freude, aber nicht nur das, eine seltsame Art von Ermunterung schien sich seiner zu bemächtigen. Trau Dir doch mehr zu schien die Botschaft. Verwirrt blickte er um sich, nicht ganz verstehend was da passierte. Währendessen sich die Schwingungen in ihm weiter ausbreiteten und sie taten ihm so gut, widerstandslos ließ er sich treiben. So sehr, dass er es ganz übersah, dass Suffix ihren tanz beendet hatte. Das Gefühl zu großen befähigt zu sein, das aber blieb. Und so war es nur zu verständlich dass er spontan sagte: „Ja, selbstverständlich, ich kann!“ wobei das Ziel seines Könnens offen blieb.
Ich bin ja keiner, der mit großen Worten herumwirft, aber liebe Sheherazade, Dir beim Tanzen zu zusehen, erfüllt mich immer wieder mit großer Freude und heute hat er mir sogar Mut gemacht“.
Doch musste er die Komplimente, so berechtigt sie aus seiner Sicht auch waren, erst einmal ruhen lassen, denn nun lag’s an ihm, die gestellte Aufgabe anzugehen.
Suffix nahm sich Zeit, denn er wusste, das war keine Sache, die er auf die leichte Schulter nehmen konnte.
Er sah sie an, aber sein Blick schien durch sie hindurchzugehen. Er kannte sie nun schon eine ganze, gute Weile und es war eine Bekanntschaft, die über das bloße 'man kennt sich' hinausging. Trotz ihrer Verschiedenheit waren sie einander gut Freund. Es hatte ja nicht viel gefehlt, dass sie sogar noch viel mehr gewesen wären, aber es war anders gekommen.
Er glaubte auch zu wissen, dass ihr das viele gedankenlose Gerede, diese abstrusen Gerüchte über ihre Person tierisch auf die Nerven gingen. Vielleicht konnte er sie (be)stärken, dies zu ignorieren oder gefasster aufzunehmen.

Hör diese Töne, hör diese Stimm
die Leute reden viel
es ist nicht, es ist nicht so schlimm
die Leute reden viel zu viel

Deine Kraft, Dein Wissen, Dein Verstand
die Leut haben immer g’redt
leisten dieser Schandtat Widerstand
die Leute werden immer zu viel redn.

Lass Dir die Wut darob nicht ansehen
die Leut, die Leut sie reden halt
Gerüchte und Reden kommen und gehen
geredet die Leut über jeden ham.


Es war ein mantra-artiger Vortrag, den Suffix mit seltsamer Eindringlichkeit tätigte. Ziel war es ihre Intelligenz zu heben um die Sache leichter zu verstehen und so gestärkt über den Dingen zu stehen. Schon während er Zeile um Zeile vortrug bemerkte er eine Blockade, ein Widerstand, deren Quelle er aber nicht verorten konnte. Er gab nicht auf, ließ nicht nach in seinem bemühen und seinem bestreben. Doch es gelang ihm nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Doch teilweise kam er durch, das spürte er ganz fest. Er war gespannt, was Sheherazade dazu sagen würde. Und würde Varnayrah ihre Bemühungen loben oder hatte würde sie noch Spielraum für Verbesserungen sehen?

[Suffix steigert INT bei Sheherazade +6 = Expertenniveau]
« Letzte Änderung: Fr., 10. Jun 2011, 14:10 von Suffix »
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Varnayrah Elentári

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #271 am: Di., 13. Sep 2011, 21:08 »

Sehr aufmerksam war Varnayrah zunächst dem Tanz der Sheehrazade gefolgt, und den Erfolg - den sie wohl auf irgendeine geheimnisvolle Weise durchaus deutlich wahrnahm - quittierte sie mit einem Nicken und einem leichten Lächeln. "Da gibt es nichts mehr zu zu sagen.", bemerkte sie leise. "Unzweifelhaft hast du den Bogen heraus, Sheherazade. Halte nur an deinem eigenen Weg fest. Das ist das allerwichtigste."

Mehr sagte sie nicht, dann wandte sie sich mit einem aufmunternden Blick Suffix zu. "Du bist an der Reihe." Mit geschlossenen Augen lehnte die Windsängerin sich ein wenig zurück und konzentrierte sich voll und ganz auf Suffix' Gesang. Sie bemerkte recht schnell, dass es ihm nicht gelang, seine Fähigkeiten im vollen Maße auszuschöpfen. Etwas schien ihn zu hindern, auch wenn es ihr schwerfiel zu bestimmen, was das war. Es war keineswegs so, dass er seine Sache schlecht machte, nein, überhaupt nicht, der letzte Schliff fehlte nur noch. Varnayrah ließ den Gesang noch eine Weile nachklingen, als Suffix schon verstummt war. Nein, sie fand es wirklich nicht leicht, den Fehler zu bestimmen, der arin lag. Diese Musik war ihr in ihrer Art auch zu fremd. Schließlich versuchte sie eine Erklärung.

"Nun, Suffix, das war gut, aber nicht so meisterlich, wie es hätte sein können. Ich... finde es nbicht ganz einfach, eine Erklärung dafür zu finden. Es gibt einfach zuviele Faktoren, die eine Rolle spielen. Ist da vieleicht etwas in eurer beider Vergangenheit, was ... hemmend wirken könnte? Und... da muss ich jetzt raten, aber nunja, und nimm es mit nicht übel, wie sicher bist du dir deiner Fähigkeiten? Ich habe manchmal erlebt, dass Menschen, die unsicher sind, viel reden, auch versuchen aufzufallen, um genau das zu überspielen... aber grade bei dieser Art Liedmagie - oder Tanzmagie in Sheherazades Fall - ist man am besten, wenn man in sich ruht und dadurch nach außen strahlt." Sie sah den Barden mit schiefgelegtem Kopf an. "Ergibt das Sinn? In der Menschensprache finde ich es bisweilen schwer auszudrücken, was ich wirklich meine. Nun... versuch es einfach nochmal." Ermutigend lächelte sie ihn an.

--------------------
1-4: Schlachtgesang gelngt meisterlich
5: Schlachtgesang gelingt auf Expertenniveau
6: misslungen
« Letzte Änderung: Di., 13. Sep 2011, 21:08 von Varnayrah Elentári »
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Suffix

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #272 am: Do., 15. Dez 2011, 12:18 »

Es war wirklich nicht einfach, herauszufinden, was Varnayrah im übermitteln wollte. Für ihre Verhältnisse druckste sie ziemlich herum. Wäre es nicht um eine so wichtige Sache gegangen, hätte Suffix bestimmt lachen müssen und wahrscheinlich hätte er sie damit aufgezogen. Ja, ganz bestimmt hätte er das.
Der Hilfe heischende Blick zu Sheherazade brachte auch nicht die erhoffte Lösung. So kehrte er zu dem lächelnden Antlitz von Varnayrah zurück und rekapitulierte ihre Worte. Versuchte etwas hinter die Aussagen zu spähen.
Vergangenheit. Suffix hatte eigentlich nicht besonders viel Vergangenheit. Vielleicht würde er in der Zukunft mehr Vergangenheit haben, aber momentan war da nicht viel. Vielleicht war ja genau das das Problem.

Retour - zurück an die Stelle
Wo alles anfing an der Schwelle
suche Ursprung such die Quelle
Verlassnes Haus, verlassne Zelle.

Bringe die Gedanken an das Licht
ohne Vergangenheit geht es nicht
wo der Grössre den Kleinern sticht
Wo man leicht den Stab mal bricht

Drum wirke jetzt, drum wirke nun
Erhöhe was des Menschen tun
gibt ihnen Kraft, gib ihnen Geschick
erhöh den Mut um diesen einen Tick

Erhöh den Verstand bei dieser Frau
erhöh ihn zu dem Zeitpunkt g’nau
dass sie vor Intelligenz nur so strotzt
und die Gegnerschaft nur noch glotzt.


Das schien dieses mal richtig gut gelungen zu sein. Vielleicht war es wirklich kein so ein schlechter Rat, die Faxen ab und an ein wenig sein zu lassen. Andererseits liebte er gerade dies an seinem Beruf.

[Suffix gelingt der Schlachtgesang meisterlicht und erhöht die INT von Scheherazade temporär um +10]

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Elessar Eledhwen

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #273 am: Fr., 17. Mai 2019, 10:27 »

Elessar war an diesem Tag schon sehr früh aufgestanden und als die Sonne an einem wolkenlosen Himmel aufging, machte der Paladin sich auf zum Garten der Stille, um dort zu meditieren. Obwohl es in der Stadt des Lichts das ganze Jahr über hier und da grünte, prangten die Blätter der Bäume mit fortschreitendem Frühjahr mehr und mehr in noch saftigerem Grün und die Vögel wetteiferten mit ihren Konzerten im Schatten der Äste. Zu dieser Tageszeit war außer den tierischen Bewohnern noch niemand unterwegs und so würde er eine Zeit lang ungestört sein.

Er wanderte den Pfad entlang in Richtung der Quelle im Zentrum, setzte sich mit dem Rücken zur die Quelle umfassenden Mauer in das vom Morgentau noch feuchte Gras, schloss die Augen und genoss die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Kurz schweiften seine Gedanken zurück zu seinem ersten Aufenthalt hier im Garten, als er und Carthangiel aus Nighton zurückgekehrt waren und bei einem abendlichen Spaziergang im Mondlicht zueinander gefunden hatten. Fast fünfzehn Sonnenläufe waren seither vergangen und wieder einmal musste er sich eingestehen, dass sein Leben seit dem Verschwinden Carthangiels leerer geworden war. Und wie immer in solchen Momenten gemahnte er sich an seine Pflichten und die Gefahren, die diese mit sich brachten und unterdrückte den Wunsch nach Zweisamkeit. Noch immer zehrte er an der Folter und den Schmerzen, die ihm die Jahre seiner Gefangenschaft beschert hatten, auch wenn er es nicht einmal sich selbst gegenüber nur ungerne zugeben mochte.

Er lauschte eine Weile dem Gesang der Vögel, dann blendete er seine Gedanken aus, verlor sich in der Leere seines Geistes und suchte das Zentrum in seinem Innersten, dieses helle Licht im Nichts, das ihn seinem Herrn nahebrachte und zumindest zeitweise Erlösung von allem Leid und allen Seelenqualen versprach.

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Arinna von Hohenfels

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #274 am: Mo., 20. Mai 2019, 20:13 »

Es hatte nur wenige Tage gedauert bis Arinna ihr Schlafdefizit wettgemacht hatte. Seitdem ließ sie sich morgens vom Gesang der Vögel wecken, die stets die ersten Sonnenstrahlen des Tages ankündigten. Es gab keine andere Stadt, die Arinna kannte, in der mehr der kleinen befiederten Freunde zwitscherten, und obwohl sie nun bereits einige Wochen in Sha'Nurdra lebte fand sie es jeden Tag aufs neue faszinierend. Flink kleidete sie sich an. Seit sie mitbekommen hatte, das es bei den Elfen durchaus üblich war auch Frauen in Hosen zu sehen, bevorzugte sie eben solche aus einem weichen, hellbraunen Wildleder. Sie waren deutlich praktischer zum Klettern, und auch dabei hatte sie in dieser Stadt Gleichgesinnte gefunden. Je mehr sie darauf achtete, umso mehr Elben entdeckte sie in den Bäumen und inzwischen hatte sie ein Spiel für sich daraus gemacht zu zählen, wie viele sie auf dem Weg zur Bognerei finden konnte.

Doch heute hatte sie frei und einen, ein wenig unangenehmen Gang vor sich. Sie wollte Elessar aufsuchen um ihm zu sagen, das sie die Gastfreundschaft des Tempels nicht mehr in Anspruch nehmen musste - und dann war da noch etwas anderes, das ihr seit dem Abend an dem die Geschichtenerzählerin in der Stadt weilte auf dem Herzen lag. Im Tempel fand sie den Paladin allerdings nicht, doch Telora kannte ihn gut genug um zu wissen, wo Arinna nach ihm suchen musste. Also lenkte sie ihre Schritte in den Garten der Stille. Es dauerte nicht lange, bis sie Elessar in der Nähe der Quelle entdeckte. Er schien tief in seiner Meditation versunken zu sein, die Sonnenstrahlen verliehen seinem Gesicht einen goldenen Schein, fast so als ob sein Gott ihm seine Hand aufgelegt hätte. Er wirkte so... friedlich?... entspannt? Arinna hätte es nicht in Worte fassen können um es angemessen zu beschreiben, aber wenn sie die Dinge bedachte, die er ihr erzählt hatte erschien es ihr nicht richtig ihm diesen Moment des Seelenfriedens zu rauben indem sie ihn unterbrach. Also blieb sie in einigen Schritten Entfernung stehen ohne ihn zu stören und setzte sich einfach ins Gras. Sie zog die Knie an, umschlang die Beine mit den Armen und legte ihr Kinn darauf, während sie darüber nachdachte, wie sie ihre Worte am Besten wählen sollte.

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Elessar Eledhwen

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #275 am: Fr., 07. Jun 2019, 14:33 »

Er war bereits eine Zeit lang in Meditation versunken, als er im Unterbewusstsein spürte, dass sich jemand in seiner Nähe befand. Lange Jahre der Meditation und seine Erfahrungen mit der Weitsicht, der Fähigkeit der Paladin, durch möglichst tiefe Meditation Körper und Geist zu trennen, um den Geist auf Erkundung zu senden, hatten ihn gelehrt, dass er quasi immer ein Auge - selbst wenn es nur sein "innerstes Auge" war - auf seine Umgebung richten musste. Da ihm hier im Garten der Stille wie in der gesamten Stadt keine Gefahr drohen würde und er von der anwesenden Person nicht direkt angesprochen wurde, ließ er sich die Zeit, um seine Übungen zu beenden, dann löste er sich mit einem gedachten Seufzen von seinem innerlichen Frieden, kehrte langsam an die Oberfläche seines Bewusstseins zurück und öffnete die Augen.

Ein paar Schritte von ihm entfernt saß Arinna still im Gras, hatte die Beine angezogen, mit den Armen umschlungen, das Kinn auf die Knie gelegt. Die Sonne war inzwischen etwas höher gestiegen und strahlte die junge Frau von hinten an, so dass ihr dunkler Haarschopf fast von einem güldenen Lichtkranz umgeben schien, was ihre jugendliche Schönheit nur noch mehr unterstrich. Statt des Kleides, das sie von Telora erhalten hatte, trug sie inzwischen fast nur noch Hosen aus Wildleder, aber auch das tat ihrem liebreizenden Anblick keinen Abbruch. Sie betrachtete ihn... nachdenklich? ...und so lächelte er ihr lediglich grüßend zu und wartete, dass sie das Wort ergriff.

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Arinna von Hohenfels

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #276 am: Mi., 12. Jun 2019, 15:30 »

Es dauerte eine ganze Weile, bis Elessar seine Meditation beendet hatte, aber das machte Arinna nichts aus. Als er die Augen schließlich öffnete, glaubte sie sich die passenden Worte zurecht gelegt zu haben, nur um dann festzustellen, das dem doch nicht so war. Nun, dann würde sie einfach reden, wie ihr der Schnabel gewachsen war, das konnte sie ohnehin am besten. Die junge Frau erwiderte Elessars Lächeln und stand auf um die wenigen Schritte zu ihm zu überwinden und sich ihm direkt gegenüber zu setzen. Der Garten der Stille hatte seinen Namen gewiss nicht deshalb, damit man sich über größere Entfernungen lautstark unterhielt, daher sprach Arinna recht leise, als sie das Wort ergriff:

Guten Morgen Herr. Ich habe Euch gesucht um mit Euch zu sprechen, aber ich wollte Eure Übungen nicht stören. Ihr saht so friedlich aus.

stellte sie fast schon entschuldigend fest und ließ unerwähnt, das sie glaubte das Elessar jeden Augenblick, den er wirklichen Frieden fand, gut gebrauchen konnte.

Ich wollte Euch erzählen das Vinyaral zufrieden mit meiner Arbeit ist - so zufrieden, das er sich entschlossen hat mir die Bognerei zu überlassen um sich für eine Weile anderen Dingen zu widmen. Manchmal glaube ich, das ein Menschenleben für einen Elfen nicht mehr als ein Wimpernschlag ist.

fügte sie nachdenklich hinzu und runzelte die Stirn, bevor sie wieder sie wieder zum Thema zurückkehrte.

Jedenfalls bedeutet das, das ich nun in der Bognerei wohnen kann und Eure Gastfreundschaft nicht länger in Anspruch nehmen muss. Ich werde später meine Sachen hinüber bringen, aber zuerst wollte ich mich nochmals bei Euch für Eure Hilfe bedanken. Ihr habt mir den Neuanfang hier in Sha´Nurdra sehr leicht gemacht.

Ihr Lächeln war ein wenig zaghaft, obwohl sie sich darüber freute das Vinyaral ein solches Vertrauen in sie setzte. Doch es gab noch etwas anderes, das ihr auf dem Herzen lag. Arinna senkte den Blick und sah auf ihre Hände.

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Elessar Eledhwen

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #277 am: Do., 13. Jun 2019, 13:25 »

Elessar lauschte ihren Worten, dann nickte er und erwiderte:

"Ich kann verstehen, dass Ihr auf eigenen Füßen stehen wollt und somit freut es mich, wenn Ihr nun Eure Bestimmung und auch eine neue Bleibe in der Bognerei gefunden habt, auch wenn ich es andererseits begrüßen würde, wenn Ihr weiterhin im Tempel wohnen würdet. Aber das Priesterhandwerk ist natürlich nicht für jeden geeignet und wenn man sich nicht dazu berufen fühlt, sollte man sich auch nicht zwingen, daran festzuhalten."

Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu:

"Euch hier aufzunehmen, war das Geringste, was ich nach Eurer Ankunft zu tun vermochte und das Wichtigste ist, dass Ihr Euch bewusst seid, dass Ihr auch in Zukunft jederzeit auf mich zählen könnt! Wann immer Ihr meine Hilfe benötigt, lasst es mich einfach wissen."

Da sie nicht sofort antwortete und stattdessen den Blick senkte, um auf ihre Hände zu schauen, gewahrte Elessar, dass sie wohl noch etwas anderes ansprechen wollte und sprach sanft:

"Mich dünkt, dass Ihr noch etwas auf dem Herzen habt. Wollt Ihr mir nicht verraten, was es ist?"

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Arinna von Hohenfels

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #278 am: Do., 13. Jun 2019, 23:49 »

So gern ich auch bei Euch im Tempel geblieben wäre Herr, ich bin nicht zur Priesterin bestimmt, und es wäre falsch gewesen etwas vorzutäuschen.

Arinnas Stimme war immer noch leise, als sie Elessar direkt in die Augen sah. Sie zögerte bevor sie weiter sprach, fast als wäre das noch nicht alles gewesen was sie dazu zu sagen hätte, überlegte es sich dann aber anders.

Erinnert Ihr Euch an die Geschichtenerzählerin, die vor einer Weile in der Stadt war? Ich bin wie viele Andere auch zu ihrer Vorstellung eingeladen worden und irgendwie war es als ob ich mitten in ihrer Geschichte stecken würde anstatt ihr nur zuzuhören. Es hört sich bestimmt seltsam an, und das war es auch, doch ich bin nicht verrückt. Sir Christian hat es ebenfalls miterlebt, und auch ein Bogner aus Drachenauge, der Askladd heißt. In dieser Geschichte gab es einen Prinzen, der Askladd und mich in Fischotter verwandelt hat weil er wollte das wir einer Kelpie folgen. Er hat uns weder vorgewarnt, noch um Erlaubnis gebeten. Ich habe in dieser Gestalt fast eine Schnecke gefressen und wir wären beinahe ertrunken als die Kelpie den Prinzen entdeckte und uns alle mit einer riesigen Welle fort spülte. Als ich endlich meine normale Gestalt wieder hatte war ich so furchtbar wütend, weil dieser Prinz einfach über uns bestimmt hat, nur weil er der Prinz war und glaubte es zu dürfen. Was wäre gewesen wenn er gestorben wäre und wir den Rest unseres Lebens Fischotter geblieben wären?

Sie sah wieder auf ihre Hände hinunter, konnte Elessars Blick nicht halten, weil sie sehr wohl wusste das ihr weiteres Verhalten nicht richtig gewesen war.

Ich habe ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen und seine Nase verletzt. Sir Christian hat sie wieder geheilt. Ich weiß das es falsch war. Aber ich schaffe es einfach nicht in solchen Situationen ruhig zu bleiben und überlegt zu handeln. Wie... wie schafft Ihr das Herr? Ihr wirkt immer so ruhig und besonnen und trefft überlegte Entscheidungen.

Wie gern sie doch auch dazu in der Lage sein würde...

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Elessar Eledhwen

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #279 am: Mo., 17. Jun 2019, 13:59 »

Zögernd berichtete Arinna, was ihr auf dem Herzen lag und nachdem sie geendet hatte, blickte sie wieder unter sich, diesmal vor Scham über ihr Verhalten. Elessar strich ihr sacht über das Haar und sprach leise:

"Grämt Euch nicht! Euer Verhalten mag auf den ersten Blick falsch gewesen sein, aber wenn man bedenkt, was der Prinz Euch angetan hat, ist Eure Reaktion nicht mehr als... menschlich."

Er benutzte absichtlich dieses Wort, da nicht nur er, sondern wohl jeder Elf anders reagiert hätte, aber daran gab es auch nichts zu tadeln, da dieses unterschiedliche Verhalten einfach in der Natur des jeweiligen Volkes begründet lag. Als sie wieder aufblickte und ihn fragte, wie er es schaffte, in jeder Situation ruhig zu bleiben, lachte er auf und antwortete:

"Glaubt mir, manchmal ist es auch für mich nicht so einfach! Auch ich fühle mitunter Zorn und hege ab und an durchaus den Wunsch, diesem freien Lauf zu lassen, aber neben dem Widerspruch zu meinem - unseren - Wesen hat mich auch meine Erfahrung gelehrt, dass es meist keine gute Idee ist, unbesonnen und intuitiv zu handeln. Und Erfahrung erlangt man mit dem Alter, ebenso wie Weisheit und das lange Leben der Elfen bringt da selbstverständlich große Vorteile."

Er machte eine kurze Pause und fuhr dann fort:

"Zudem half und hilft mir die Meditation, ein großes Maß an innerlicher Ruhe zu erlangen und dadurch ist meine Geduld fast grenzenlos. Meditation wäre beispielsweise eine Methode, die jeder Mann und jede Frau erlernen kann und möglicherweise könnte dies auch ein Weg für Euch sein, wenn Ihr eine Möglichkeit finden wollt, ruhiger und besonnener zu werden."

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Arinna von Hohenfels

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #280 am: Di., 18. Jun 2019, 14:21 »

Elessars sachte Berührung spendete Arinna mehr Trost als sie erwartet hatte und seine verständnisvollen Worte sorgten dafür, das sie sich traute scheu wieder aufzublicken. Er sprach davon das ihre Reaktion menschlich sei und lachte als sie ihn fragte wie er so ruhig bleiben konnte. Die Erklärung die er anschließend gab klang einleuchtend: er war ein Elf, seine Rasse wurde damit groß Gefühle nicht unbedingt zu zeigen, es lag ihnen quasi im Blut. Abgesehen davon war er wesentlich älter als sie, was ihr zwar durchaus klar gewesen war, worüber sie sich aber noch keine weiteren Gedanken gemacht hatte. Liebe Güte, für menschliche Verhältnisse war sie erwachsen, aber auf ihr Gegenüber musste sie wirken wie ein kleines Kind.

Wie alt seid ihr eigentlich Herr, wenn ich das fragen darf, oder ist es bei den Elben eine Beleidigung nach dem Alter zu fragen? Ich weiß das manche Menschen auf diese Frage recht empfindlich reagieren, aber ich weiß nicht wie Elben mit ihrem Alter umgehen. Ich habe noch nie einen darüber reden hören.

stellte sie dann stirnrunzelnd fest. Nachdenklich hörte Arinna sich an, was Elessar über die Meditation erzählte und sagte dann:

Es hört sich so an als ob es ein möglicher Weg wäre. Würdet Ihr mir beibringen wie man so etwas macht?

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Elessar Eledhwen

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #281 am: Di., 18. Jun 2019, 15:33 »

Elessar lachte kurz auf, als Arinna nach seinem Alter fragte und wissen wollte, ob es ungebührlich ist, einen Elfen nach dem Alter zu fragen.

"Auch solche Reaktionen sind wieder eher menschlich, denn für uns ist das Alter - auch wegen unserer langen Lebensspanne - nichts, worüber man reden müsste. Und natürlich dürft Ihr fragen! Ich wurde zu Beginn dieses Sonnenlaufes 154 Jahre alt und was für Euch als Mensch schon ein undenkbares Alter sein mag, ist für uns Elfen mehr oder weniger erst der Beginn des Erwachsenenalters, ja, in den Augen manches Altehrwürdigen eher noch nicht einmal das Ende der Jugend."

Meditation als Weg zur Besonnenheit schien für Arinna interessant zu klingen, denn sie bat ihn darum, sie anzuleiten und so entgegnete er mit einem zustimmenden Nicken:

"Gerne kann ich versuchen, Euch in die Lehre der Meditation einzuführen. Es ist eigentlich nur ein Weg der absoluten Konzentration und tieferen Entspannung und es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, diesen Weg zu beschreiten: entweder ihr konzentriert Euch lange genug auf einen fixen Punkt, beispielsweise die Flamme eines Talglichtes oder ähnliches oder Ihr schließt die Augen und konzentriert Euch auf einen Punkt in Eurem Geist. Dabei solltet Ihr nach Möglichkeit an nichts denken, Euren Geist nach und nach leeren und Euch somit den Weg zum Zentrum Eures Seins ebnen. Sobald Ihr diesen Weg gefunden habt und beschreitet, könnt Ihr absolute Ruhe und Geborgenheit finden und Eure Seele kann sich von allen Qualen befreien."

Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu:

"Das mag sich nach grauer Theorie anhören, wenn Ihr es noch nicht versucht habt, aber für mich ist dieses Zentrum meines Seins wie ein helles Licht im Nichts und dort zu verweilen bedeutet in der Tat Linderung und Reinigung zugleich."

Er verstummte, während er versonnen lächelte, da er seinen Worten nichts hinzuzufügen hatte.

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Arinna von Hohenfels

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #282 am: Di., 18. Jun 2019, 21:05 »

154 Jahre?

Arinnas grüne Augen wurden groß. Das war eine sehr lange Zeit.

Ihr könntet mein Ur-ur-ur-urgroßvater sein – habe ich ein ur vergessen? Aber Ihr seht nicht wie ein Urgroßvater aus – nein, beileibe nicht.

Er wirkte nicht einmal so alt wie ihr Vater, besonders nicht wenn er lachte und der traurige Schatten aus seinen Zügen verschwand, der manchmal auf dem schönen, ebenmäßigen Gesicht lag. Er würde sie tatsächlich für ein Küken halten, er konnte gar nicht anders.

Arinna zog erneut die Beine an, schlang die Arme darum und legte den Kopf auf ihre Knie, während sie Elessar bei seinen Ausführungen über die Meditation zuhörte. Wenn er ihr etwas erklärte hang sie an seinen Lippen, fokussierte sich völlig auf ihn und bekam kaum noch etwas von ihrer Umgebung mit. Sie wirkte als wollte sie sich jedes seiner Worte so gut einprägen, das sie es niemals wieder vergaß, was ihrer menschlichen Natur zufolge völlig utopisch war.

Ein helles Licht im Nichts.

wiederholte Arinna leise und lächelte dann.

Ich wüsste keine treffendere Beschreibung für Euch Herr.

Da es hier und jetzt kein Talglicht gab, beschloss die junge Frau es einfach mit den geschlossenen Augen zu versuchen. Sie senkte die Lider, ohne groß darüber nachzudenken in welcher Position Elessar selbst zuvor gesessen hatte und ob es möglicherweise von Bedeutung war. Einige Momente lang saß sie völlig ruhig, dann kitzelte eines ihrer Haare durch einen leichten Windhauch an ihrer Nase. Zweimal zog sie die Nase kraus, dann gab sie schließlich auf und rieb mit der Hand darüber.

Es hört sich leichter an, als es wirklich ist.

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Elessar Eledhwen

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #283 am: Do., 20. Jun 2019, 08:44 »

Nachdem sie ihrer Verwunderung über sein Alter Ausdruck verliehen hatte, lauschte sie gebannt seinen Ausführungen bezüglich der Meditation. Sie hing geradezu an seinen Lippen und schien ihre Umgebung völlig auszublenden. Ob ihres Kompliments leuchteten Elessars Augen kurz erfreut auf, doch bevor er etwas entgegnen konnte, schloss Arinna die Augen, um sich erstmals an der Meditation zu üben.

Belustigt beobachtete der Elf ihre vergeblichen Versuche in völlige Konzentration zu versinken, da sie das Kitzeln eines Haares an der Nase zu stören schien. Als sie wieder die Augen öffnete und meinte, dass es gar nicht so leicht sei, antwortete Elessar:

"Nun, der menschlichen Natur entsprechend könnt Ihr natürlich nicht erwarten, dass es Euch beim ersten Versuch gelingt. Ein wenig Übung und Geduld gehören schon dazu und möglicherweise funktioniert es mit dem erwähnten Fixpunkt ja besser."

In Anspielung auf ihre Fokussierung auf ihn während seiner Ausführungen fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu:

"Aber nicht, dass Ihr mich als Fixpunkt erwählt, da ich sonst ebenfalls meditieren müsste, um lange genug für Euch unbeweglich zu sitzen."

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Arinna von Hohenfels

Re:Der Garten der Stille
« Antwort #284 am: Fr., 21. Jun 2019, 08:37 »

Oh, Geduld ist die herausragenste meiner Tugenden.

antwortete Arinna mit einem Blick gen Himmel und lachte dann.

Aber ich werde es schon noch lernen. Der Weg ist das Ziel, so heißt es doch, und wenn ich besonnener handeln will ist Geduld zu haben sicher nicht die schlechteste Eigenschaft, die ich mir aneignen kann.

Elessar schlug vor die Methode mit dem Fixpunkt zu versuchen, riet ihr aber davon ab ihn als Fixpunkt zu wählen.

Meditation scheint mehr Arbeit zu sein, als Vergnügen. Wenn es Euch unangenehm ist, das ich Euch ansehe Herr, dann hättet Ihr das aber auch einfach so sagen können, ich nehme es Euch nicht übel. Ich glaube nämlich nicht, das eine Kerzenflamme absolut still steht.

gab sie verschmitzt zurück, um ihm seine Neckerei heimzuzahlen, und ließ den Blick über ihre Umgebung wandern. Kurz blieb er am Wasser hängen, doch der Teich erschien ihr zu groß als das man sich darauf gut fokussieren konnte. Schließlich wählte sie eine kleine lilafarbene Kleeblüte aus, die dicht vor ihr auf der Wiese wuchs. Sie war angemessen klein, und selbst wenn der Wind sie bewegte, würde sie wohl nicht mehr schwanken, als es das Licht einer Kerze tun würde.

Gibt es noch etwas anderes, das ich beachten sollte? Eine bestimmte Körperhaltung, die man leichter über einen langen Zeitraum halten kann, oder etwas in der Art?

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