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   Autor  Thema: Der 'Heilige Orden der Zwölf' (Gelesen 6615 mal)
Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #180 am: So., 01. Mär 2009, 21:02 »

Elessar betrat den Versammlungsraum und hielt an dem großen runden Tisch der Zwölf kurz inne, zu lange war es her, dass er und seine Gildenbrüder sich hier versammelt hatten und er wusste noch nicht einmal, wie es ihnen seitdem ergangen war. Der einzige Paladin, den er über die Gabe noch spüren konnte, war Amras, der in Nuru lebte, von den anderen gab es seit geraumer Zeit keine Spur.

Nach einem stillen Gebet zu ihrem Herrn, dass er über die Seelen seiner Brüder wachen möge, trat der Priester an die Truhe, in der das Gildengold aufbewahrt wurde und legte einen Beutel mit 1200 Münzen hinein. Dann verließ er gemessenen Schrittes den Raum.



Elessar verliert 1200 GM (Jahresbeiträge 2008 und 2009)

  Gespeichert  
Amras

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #181 am: Di., 03. Mär 2009, 12:38 »

Nun rächte sich der Umstand, dass Amras ein neues Pferd hatte. Der Hengst hatte sich vor einer Schlange erschrocken und selbst die ruhige Hand des Elfen hatte es nicht beruhigen können. Es buckelte und warf dabei den Paladin von seinem Rücken. Amras fiel dabei so ungünstig, dass sich eine Wurzel in seinen Rücken bohrte. Zum Glück war nichts gebrochen, aber es schmerzte so sehr, dass er die weitere Reise nur im Schritttempo fortsetzen konnte.

Am Tempel angekommen, begab sich Amras zuerst in die Gildenkammer und hinterlegte dort einen Ledersack mit Gold. Danach ging er zum Altar und verfiel in ein Gebet. Er bat um Kraft für die bevorstehende Zeit - die für ihn im Moment in einem dunklen Schleier der Ungewissheit lag - und für das Wohlergehen von seinen Gildenbrüdern  und eines guten Verlaufs von Lady Neomes Schwangerschaft.

Anschließend konzentrierte er sich auf die ihn umgebene göttliche Kraft,

Handauflegen würfelte mit 1D6 eine 5 {5}

aber sowohl seine innere Aufgewühltheit, als auch der pochende Rücken hinderten ihn daran sich ausreichend zu konzentrieren. Langsam erhob er sich, dachte kurz darüber nach ob ein Heiltrank vielleicht doch besser sei beschloss dann aber, der Natur seinen Lauf zu lassen und es von alleine Heilen zu lassen.
Er verließ den Tempel und machte sich auf den Weg nach Nighton

Amras verliert 600Gm (Beitrag 2009)
« Letzte Änderung: Di., 03. Mär 2009, 12:41 von Amras »
  Gespeichert  alea jacta est  
Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #182 am: Sa., 07. Mai 2011, 22:54 »

Ungewiss des Ausgangs seiner Reise in die Ostlande betrat Elessar den Versammlungsraum der Ordensbrüder, setzte sich einen Moment an den runden Tisch, der schon seit vielen Mondläufen keine Ordensbrüder mehr gesehen hatte und sprach im Stillen ein Gebet an seinen Herrn. Dann schritt er zur Truhe mit dem Gildengold und legte einen Lederbeutel mit Goldstücken hinein. Anschließend verließ er eilends den Raum und machte sich auf den Weg zum Aiyeona.




Elessar verliert 1200 GM (jahresbeiträge 2010 und 2011)

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Domitia

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #183 am: Di., 12. Mär 2019, 13:31 »

~*~


Am zehnten des Lenzmondes reiste Domitia von Drachenauge nach ShaNurdra.  Das beschädigte Kettenhemd zog sie nach der Ankunft aus und ließ es im Mandra'lar Sama zurück. Mit Erreichen des Tempels trug die Priesterin die Ledergewandung der Elfen, welche sie nach dem Schiffbruch erhielt. Das Schwert mit eingraviertem Sonnensymbol hing im Schwertgehänge, an der Seite der Holzschild, um die Schultern der dunkelrote Mantel.

Die Bisswunde an der linken Hand pochte. Zu stolz die Verwundung während der Reise einzugestehen war Domitia von der Apotheke fortgegangen. Welch Dummheit! Unvorbereitet einem verdächtigen Geräusch nachzugehen! Mit Betreten des Paladintempels besann sie sich, der Fuchs könne an der Tollkrankheit leiden und sie mit dem Biss infiziert haben. Im Inneren des Tempels hinter dem Portal stehen bleibend und das Zeichen Paladins schlagend, inspizierte Domitia die Bissverletzung. Die Stelle war stark gerötet und schmerzte grell. Ausgerechnet an diesem besonderen Tag! Warum hatte sie in der Apotheke nicht nach einem Heilmittel gefragt? Die Freiin hätte sich ohrfeigen mögen.

Paladin, befreie mich von meinem unangemessenen Stolz.

  Gespeichert  
Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #184 am: Mi., 13. Mär 2019, 11:39 »

Am zehnten Tag des Lenzmonds erwartete Elessar wie einige Tage zuvor in Drachenauge besprochen im Tempel des Paladin in Sha'Nurdra, um die junge Priesterin als Novizin in den Orden der Zwölf aufzunehmen. Am Tag zuvor hatte er den Versammlungsraum hergerichtet, den Tisch von den dicken Lagen Staub, die sich während seiner langen Abwesenheit - und der Abwesenheit der anderen Ordensbrüder und -schwestern - angesammelt hatten befreit, die dort aufbewahrten Kriegshämmer poliert und die Talglichter in den Kandelabern erneuert. Zudem standen einige steinerne Platten mit kaltem Wildbret, Käse, Nüssen und frischem Obst, sowie Tonkrüge mit Wasser und Met bereit, um die - wenn auch aufgrund nur zweier Teilnehmer kurz ausfallende - Zeremonie mit einem kleinen Mahl beschließen zu können.

Nun kniete der Priester in ein Gebet versunken am Altar, als er ein schwaches Gedankenmuster spürte und sich die Tore des Tempels bereits öffneten und Domitia eintrat. Da die Gabe in Domitia vor kurzem erst erwacht und sie noch nicht im Umgang damit geübt war, hatte sie sich ihm weder mitteilen können, noch hatte er genau spüren können, was geschehen war, doch Elessar spürte, dass etwas nicht stimmte. Er erhob sich und schritt zu der jungen Priesterin, die am Tor stehengeblieben war und ihre Hand zu betrachten schien.

"Paladin zum Gruße, werte Domitia! Es erfreut mein Herz, dass Ihr den Weg zur rechten Zeit..."

Als sein Blick auf die Hand fiel und er die vor Wundbrand gerötete Wunde erblickte, stockte er und ließ sich vor ihr auf ein Knie nieder und ergriff vorsichtig die Hand, wobei er sprach:

"Das schaut nicht gut aus, lasst mich Euch helfen!"

Elessar hielt die rechte Handfläche über die Wunde und konzentrierte sich kurz auf sein Innerstes, bis das Domitia bereits bekannte weiße Leuchten erklomm und die Wunde samt komplettem Handrücken langsam in ein gleißendes Licht tauchte. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis sich die roten Wundränder entfärbten, die normale Farbe gesunder Haut annahmen und die Wunde sich komplett schloss, dann wies nichts mehr auf die Verletzung hin. Der Paladin ließ Domitias Hand los und erhob sich mit einem Lächeln.

"Was war geschehen? Das hätte Euch fast Euren großen Tag verderben können!"






Ele Handauflegen SN würfelte mit 1D6 eine 1 {1}

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Domitia

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #185 am: Mi., 13. Mär 2019, 18:33 »

"Paladin zum Gruße, werter Elessar Eledhwen! Mein Herz jubiliert im Gedanken an den heutigen Tag. Oh!"

Unversehens kniete Elessar vor ihr, ergründete die Verletzung an ihrer Hand und kurierte diese ebenso mit Paladins Kraft wie vormals das steife Bein. Beschämt färbten sich Domitias Wangen rot.

"Es beschämt mich bei jedem Besuche Eurer Heilkraft zu bedürfen. Die Schuld ist bei mir selbst zu suchen. Auf dem halben Wege von Drachenauge hierher vernahm ich verdächtige Geräusche. Ich vermeinte jemand bedürfe der Hilfe, indes ich irrte. Ein Fuchs war es, den ich aufscheuchte und um seine Beute brachte. Zum Danke hinterließ er mir dies Geschenk. Es könne die Tollsucht in ihm stecken, ermahnte ich mich mit Eintritt in den Tempel. Wie leichtsinnig mein Handeln. Den Schild bereit zu halten wäre angeraten ehe ich den Geräuschen nachging."

Prüfend wiegte Domitia die Finger, indes der Schmerz war verschwunden, die Haut hell und samtig wie zuvor. Lächelnd blickte die Freiin zu Elessar hoch.

"Dieser  - mein - großer Tag ist gerettet - Paladin und Ihr, werter Elessar, seid bedankt." Stolzgeschwellter Brust hob die Priesterin das Kinn an. "Ihr seht mich voller Vorfreude. Was ich sehnlichst wünschte wird heute Bestimmung."  Domitias Finger umschlossen das Heft des Schwerts. "Ihr batet mich zu entscheiden. Den Weg des Schwertes wähle ich im Stande des Ordens, indes ich einst mit Eintritt in den Priesterstand den Weg des Wortes im Dienste der Kirche zu gehen beschloss."

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Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #186 am: Fr., 15. Mär 2019, 16:27 »

Elessar deutete eine Verbeugung an und antwortete lächelnd:

"Werte Domitia, es muss Euch nicht beschämen, wenn Ihr meiner Heilkräfte bedürft! Der Gerechte gab mir die Kräfte, damit ich sie auch einsetze, wenn es vonnöten sei."

Und als die junge Priesterin ihm seine Wahl verkündete, nickte er zustimmend und sprach voller Güte:

"So sei es! Und Ihr habt auf Eurem Weg hierher hoffentlich bereits die erste Lektion gelernt: der Weg des Schwertes bedeutet nicht immer Kampf, sondern oftmals auch Verteidigung. Besonnenheit und die Bereitschaft zur Verteidigung hätten Euch möglicherweise Eure Verletzung erspart!"

Er deutete der jungen Frau ihm zu folgen und führte sie links an den Bankreihen vorbei in den rückwärtigen Teil des Tempels und durch die Flure zu einem Raum, den nur die Mitglieder des Ordens betreten durften. Nachdem sie den Raum betreten und Elessar die Tür geschlossen hatte, konnte Domitia die Gegebenheiten in Augenschein nehmen.

In dem Raum war ein schwerer runder Tisch aus dunkler Eiche aufgestellt, um den zwölf Stühle mit hoher Lehne aus dem gleichen Holz standen. Einer der Stühle war prunkvoller als die anderen und hatte eine höhere, weitaus kunstvoller verzierte Lehne und war wie der Stuhl links davon etwas nach hinten gerückt; die zwei Stühle rechts davon standen vornüber gekippt mit der Lehne an den Tisch. Zudem konnte man an den Plätzen in die Tischplatte eingearbeitete, kunstvolle Schnitzereien erkennen; die gleichen Intarsien fanden sich bei näherem Hinschauen auch an den jeweiligen Waffenköpfen der Kriegshämmer, die auf dem Tisch an den acht anderen Plätzen lagen. Sie waren aus den verschiedensten Materialen gefertigt und man ahnte beim ersten Blick, dass ihnen magische - oder besser göttliche - Kräfte innewohnen mochten. Während ein Teil der Hämmer komplett aus Metall geschmiedet war, besaß ein anderer Teil Schäfte aus dunklem, fast blauschwarz schimmernden Eschenholz, die wohl in einem besonderen Verfahren gehärtet und mit den massiven, geschmiedeten Waffenköpfen fest verbunden waren; die Schäfte maßen ein bis anderthalb Armlängen und waren in der Länge somit mit schweren Kriegsäxten vergleichbar.

Elessar umfasste mit einer Handbewegung den Raum und erklärte feierlich:

"Ihr befindet Euch nun im Versammlungsraum des Heiligen Ordens der Zwölf! An diesem Tisch erhalten Anwärter bei der Erhebung in den Novizenstand ihren Gildenring und Novizen bei der Ernennung zum Paladin ihren geweihten Umhang und ihren Kriegshammer. Und bei allen Versammlungen können die Mitglieder des Ordens hier gemeinsam ihre Beschlüsse fassen."

Der Elf machte eine kurze Pause und fuhr dann leiser fort:

"Unglücklicherweise müssen wir aus gegebenem Anlass die heutige Zeremonie allein durchführen, so dass wir uns nicht allzu streng an das Protokoll halten müssen. Ich würde Euch daher gerne mehr über die Örtlichkeit berichten und auch eingehender auf Fragen Eurerseits eingehen."

Er wies auf den Tisch und erklärte weiter:

"Wie Ihr seht, sind oder besser waren seit der Neugründung unseres Ordens bisher lediglich vier Plätze unserer Runde fest besetzt, weil die anderen Ordensbrüder und -schwestern - fünf an der Zahl - nicht über das Novizentum hinausgekommen sind. Sie haben entweder ihre Studien abgebrochen oder sind verschollen. Die beiden gekippten Stühle repräsentieren die Plätze meiner Brüder Amras und Kjeldor, die beide ebenfalls seit Jahren verschollen sind. Derzeit vermag niemand zu sagen, ob sie im Kampf gegen das Böse gefallen sind. Der Gerechte sei ihrer Seele gnädig, wenn dem so sein sollte!"

Elessar trat an den Tisch an den linken der beiden zurück gerückten Stühle und legte die Hand auf die Schnitzerei in der Tischplatte, wobei er fortfuhr:


"Die Intarsien auf dem Tisch repräsentieren die Aufgaben und Ehrentitel der Mitglieder und jedem neuen Mitglied, das die Paladinweihe erhält, wählt eine Aufgabe im Orden und erhält einen Ehrentitel, so dass ihm oder ihr der Platz mit dem entsprechenden Symbol gebührt. Dieses hier repräsentiert meine Aufgabe als Hüter des Wissens und der Artefakte, weswegen mir der Titel 'Geist der Zwölf' verliehen wurde."

Mit einem Augenzwinkern flüsterte er, als wolle er seine Worte vor jemand oder etwas verbergen:

"Auch wenn es heißt, dass man seine Aufgabe und den damit verbundenen Titel wählt, bin ich fast überzeugt, dass man von der Aufgabe, dem Titel - oder besser dem zugehörigen Kriegshammer - gewählt wird! Mir war es jedenfalls damals so, als würde mir der Kriegshammer, den ich nun im Kampf führe, ein Zeichen senden, dass er mich erwählt hat, als ich ihn berührte."

Er wies auf die auf dem Tisch liegenden Kriegshämmer und wurde wieder ernster:

"Eine dieser mächtigen Waffen wird eines Tages die Eure sein. An dem Tage, an dem Ihr in den Stand eines Paladins erhoben werdet, wird sie Euch während der Feierlichkeiten überreicht werden und Ihr erhaltet hernach die Möglichkeit, Euch im Umgang damit auszubilden. Doch ich kann Euch versichern: bis dahin ist es noch ein weiter und beschwerlicher Weg! Doch ist es mir eine große Freude, dass ich Euch als Euer Lehrmeister auf diesem Weg begleiten darf und ich hoffe, es ergeht Euch ebenso!"

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Domitia

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #187 am: Sa., 16. Mär 2019, 09:37 »

Besonnenheit. Oh, daran mangelte es ihr. Jugendlicher Überschwang nannte es Vater. Domitia sinnierte wie alt Elessar sein mochte. In seiner Güte klang er wie Vater, in seinem Wohlwollen wie der ältere Bruder. Still folgte sie dem Elf in die Räumlichkeit, die dem Tempel angeschlossen war. Elessars Feierlichkeit wirkte ansteckend. Ehrfurchtsvoll nahm die Freiin die Ausstattung, die Gestaltung, die Wirkung des Versammlungsraums in sich auf. Domitia setzte ihre Schritte leise und bedächtig, beugte sich über die Tischplatte und bewunderte die fein gearbeiteten Intarsien. Sie scheute sich die Schnitzereien zu berühren, die dazu einluden ihre Ränder nachzuziehen.

Wie bei einer Trauerfeier senkte die Priesterin den Kopf, da Elessar von den verschollenen Mitgliedern sprach. Gerne hätte sie jeden persönlich kennengelernt. Domitia schlug das Zeichen des Paladin und bat den Gerechten im Namen der Vergangenen um Milde in der Beurteilung begangener Taten.

Geist der Zwölf, murmelte die Freiin und nickte sacht. Ihre braungrünen Augen legten sich auf Elessars fein geschnittenes Antlitz. Lächelnd gestand Domitia ein wie vollendet der Titel ihm stand.

„Ganz wie das Sonnenschwert mich erwählte“, flüsterte sie. „Ich ermesse, es ist wie Ihr sagt.“

Sie inspizierte die Kriegshämmer. Würde sie in der Lage sein diese Waffe zu schwingen, deren Handhabung gänzlich von der Fechtkunst mit der Klinge abwich? Elessar dämpfte ihre Vorfreude und lenkte diese zurück in realistische Bahnen. Ein langer beschwerlicher Weg. Domitia hatte gelernt sich zu gedulden.

„Ja!“,  sprach sie aus vollem Herzen. „Es ist mir eine Ehre von Euch zu lernen. Möge Paladin mir den Mut schenken in seinem und in Eurem Sinne zu handeln.“

Ihre Augen wanderten zu den Intarsien auf dem Tisch. Welches davon wohl ihr zugedacht war? Nach der Zeremonie würde sie mit Elessar über ihre Sorge sprechen. Darüber, dass Gerechtigkeit eine Münze mit zwei Seiten war, wie sie von Myriel von Alandyos erfahren hatte.

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Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #188 am: Sa., 30. Mär 2019, 16:09 »

Hocherfreut über Domitias Worte nickte Elessar und rückte den Stuhl zu seiner Linken etwas vom Tisch zurück, so dass er seinen Kriegshammer quer auf die Sitzfläche legen konnte, wobei der Waffenkopf zu der jungen Priesterin wies. Dann sprach er feierlich:

"Nun denn, lasst uns beginnen, damit Ihr Euch alsbald Euren Studien widmen könnt! Kniet bitte nieder! Da Ihr noch keinen Platz an der Tafel der Zwölf habt und Euch somit noch keine Intarsie zugewiesen ist, legt bitte Eure linke Hand auf die Intarsie meines Kriegshammers."

Der Elf gab Domitia einen Augenblick Zeit, dann fuhr er fort und fasste noch einmal die Eigenschaften, die einen würdigen Diener Paladins auszeichneten, zusammen und verdeutlichte in einigen Sätzen die wesentlichen Aufgaben des Ordens; zuletzt sprach er:

"Werte Domitia, wir haben uns heute hier versammelt, um Euch als Novizin in den Heiligen Orden der Zwölf aufzunehmen. Es ist Brauch, die Aufnahme in unseren Kreis mit einem Schwur zu besiegeln, der auch von den Ordensbrüdern mit jedem neuen Mitglied erneuert wird, um die Gemeinschaft zu stärken und unsere Einigkeit zu verdeutlichen.

Ein jeder von uns wird mit diesem Schwur an sein Wort, überall und jederzeit für das Gute einzustehen, gebunden und nur durch den Tod wird man von diesem Schwur wieder befreit. Seid Ihr gewillt, diesen Schwur abzulegen?"

Um den Anfang zu machen, legte Elessar daraufhin die linke Hand auf die Intarsie in der Tischplatte vor seinem Platz und die rechte Hand auf das Herz und sprach: “So sei es!“ Dann blickte er erwartungsvoll und mit einem aufmunternden Lächeln zu Domitia.

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Domitia

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #189 am: Di., 02. Apr 2019, 20:19 »

Domitia befolgte Elessars Anweisungen. In Ehrfrucht erschaudernd sank sie auf die Knie nieder, berührte mit der linken Handfläche die Intarsie des Kriegshammers und schluckte vor Aufgeregtheit den letzten Speichel. Ihr Mund war trocken. Die Finger der rechten Hand fühlten den aufgewühlten Herzschlag. Den Kopf gesenkt, die Augen andächtig geschlossen, lauschte Domitia auf Elessars feierliche Worte. Ja, wollte sie auf die Frage hin laut rufen, ja ich will! Doch Paladin gebot ihr Geduld, es hätte geklungen wie ein Eheversprechen, indes wartete sie ab bis sie Elessars Blick auf sich ruhen fühlte.

Die Freiin öffnete tief atmend die Lider, hob den Kopf und blickte dem Geist der Zwölf fest in die Augen. Ihre Stimme ertönte gefestigt in der geheiligten Stille des Raumes:

„So sei es!“

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Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #190 am: So., 21. Apr 2019, 14:58 »

Domitias Stimme klang fest und sicher, als sie den Schwur leistete und so nickte Elessar zustimmend, legte den Kriegshammer beiseite auf den ihm zugehörigen Platz auf dem Tisch und erhob sich. Er reichte der jungen Priesterin die Hand und half ihr ebenfalls auf die Beine, dann nahm er einen gülden funkelnden Gegenstand aus seiner Tasche und hielt ihn ins Licht der hellstrahlenden Kandelaber, die den Gegenstand erhaben aufblitzen ließen und als Ring zu erkennen gaben. Der Paladin steckte ihn an den Ringfinger von Domitias Hand, die er noch immer hielt und der Ring schmiegte sich - wie von Zauberhand oder mit der Hilfe göttlicher Macht - um den Finger, als sei er nur für seinen Träger gemacht und Elessar sprach feierlich:

"Nun, da Ihr den Schwur geleistet, heiße ich Euch willkommen im Heiligen Orden der Zwölf! Als Novizin tretet Ihr ab heute in den Dienst des Gerechten darselbst und Kraft Eurer Studien und Verdienste in den kommenden Monden und Sonnenläufen vermögt Ihr alsbald in den Stand eines Paladin erhoben zu werden. Es erfüllt mein Herz mit Stolz und Dankbarkeit, dass Ihr meine Schülerin sein wollt und ich gelobe, dass ich Eure Ausbildung mit bestem Wissen und Gewissen vorantreiben werde, damit Ihr Euer Ziel schnellstmöglich erreicht!"

Der Priester ließ Domitias Hand los, trat einen Schritt zurück und deutete eine Verbeugung an, dann fuhr er mit einem herzlichen Lächeln fort:

"Und da heute ein besonderer Tag ist, werden wir den Abend mit einem Festmahl verbringen, bevor Ihr Euch ab dem morgigen Tag Euren ersten Studien widmen könnt. Ich habe übrigens mit Vater Gregorius besprochen, dass er Euch für den Rest des Ostermondes und den gesamten Wonnemond von Euren Verpflichtungen in der Kathedrale befreit, so dass Ihr nicht ständig in die Hauptstadt und wieder zurückreisen müsst. Ihr könnt Euch ab morgen oder auch bereits heute Nacht Gedanken machen, womit Ihr Eure Studien beginnen und auf welche Themen Ihr Euch in den nächsten Wochen konzentrieren wollt."

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Domitia

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #191 am: Mi., 24. Apr 2019, 19:15 »

Vor Aufgeregtheit pochenden Herzens hielt Domitia Elessars Hand. Atemlos bewunderte sie den glitzernden Ring im flackernden Schein des Kandelabers. Das Überstreifen des Rings gemahnte sie an ein Versprechen, ähnlich einer Ehe bindend zwischen Schülerin und Meister. Feierlich antwortete die Novizin:

"Seid bedankt für Euer Vertrauen und die Ehre nun als ein Mitglied des Heiligen Ordens der Zwölf zu gelten. Mit eisernem Willen und freudigem Herzen werde ich die Studien betreiben, auf dass Ihr den Ernst meines Entschlusses, Paladin zu Diensten zu sein, daraus ersehen könnt. Möge ich mich in den kommenden Sonnenumläufen Eurer Aufmerksamkeit als würdig erweisen."

Glücklich lächelnd sank Domitias freigegebene Hand herab. Verstohlen strich sie mit dem Daumen auf der Innenseite der Handfläche über das kühle Metall an ihrem Ringfinger. Die Nervosität legte sich. Sie war Novizin, beschreitete den Weg zum Paladin! Ihr Vertrauen in die gedeuteten Zeichen war gerechtfertigt.

"Vater Gregorius ist ein gütiger Mann. Möge Paladin stets über sein Haus wachen."

Strahlenden Auges, die Hände vor dem Schoß verschränkt, wartete Domitia den Sitten gemäß höflich darauf zum Festmahl geleitet zu werden.

"Mit außerordentlichem Vergnügen nehme ich die Einladung zum Festschmaus an, verehrter Elessar. Werden wir alleine speisen oder erwartet Ihr Gesellschaft?"  Wie selbstverständlich hob sie den rechten Unterarm. Als Edeldame war sie gewohnt beim Herrn untergehakt zu Tisch zu schreiten.


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Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #192 am: Mo., 29. Apr 2019, 17:50 »

Als Domitia den Unterarm hob, um sich zum Festmahl leiten zu lassen, musste Elessar schmunzeln. Es würde noch eine Zeit lang dauern, bis die junge Priesterin genug Demut gelernt hätte, um auf ihre adligen Attitüden bewusst zu verzichten. Doch er gönnte es ihr auch, da er wusste, wie schwer es fiel, im Angesicht des Gerechten auf Gewohnheiten und liebgewonnene Gepflogenheiten zu verzichten. So lächelte er freundlich und bot ihr den Arm, wobei er antwortete:

"Damit wir nicht nur zu zweit speisen müssen, habe ich Telora und Georg zum Essen gebeten. Auch wenn sie nicht direkt zum Orden gehören, genießen die beiden mein vollstes Vertrauen und sind immer willkommene Gäste. Sie sollten inzwischen alles vorbereitet haben, so dass wir sogleich beginnen können."

Er führte sie zur Tür hinaus und in einen Raum zwei Türen weiter, wo Telora und Georg bereits an einer gedeckten Tafel Platz genommen hatten. Zwischen zwei großen Kandelabern, die mit jeweils einem Dutzend Talglichtern bestückt waren, die hell leuchteten und den Raum in ein warmes Licht tauchten, standen Platten mit kross gebratenem Wildbret und anderem Fleisch, mit frischem, noch dampfenden Gemüse, Obst, Nüssen und Brot, sowie Krüge mit Wasser, Met und dunklem Bier. Als der Paladin mit seiner Schülerin eintrat, erhoben sich die beiden und neigten zur Begrüßung das Haupt, wobei beide sprachen:

"Paladin zum Gruße, Elessar und Domitia!"

An Domitia gewandt brachten dann beide ihre Glückwünsche zum Ausdruck und baten die beiden Gäste zu Tisch, damit das Mahl beginnen konnte.

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Domitia

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #193 am: Do., 02. Mai 2019, 16:02 »

Strahlenden Antlitzes schritt die blonde Priesterin in elfischen Beinkleidern neben Elessar her zum Speisesaal. Mutter wäre beschämt angesichts der unangemessenen Gewandung. Im Tempel gab man sich indes ungezwungen. Die Freiin begrüßte Telora und Georg aufs Herzlichste, nahm dankend die Glückwünsche entgegen und nahm der Etikette entsprechend an der Seite ihres Lehrers an der Tafel Platz. Der Höflichkeit gebietend erkundigte sie sich zuvorderst nach dem Wohlbefinden der beiden Tempelpriester.

Domitia nahm sich von jeder Speise, kleine damenhafte Häppchen, und wählte etwas dunkles Bier zum Wildbret. Vor dem Essen bat die Priesterin darum, im Namen aller ein Dankesgebet für das Mahl sprechen zu dürfen. Anschließend schlug sie mit gesenktem Kinn und geschlossenen Augen das Zeichen des Paladin und segnete die Speisen. Beim Essen schwieg Domitia vornehmlich, wie es im Elternhause üblich war. Es oblag dem Vorsitzenden der Tafel das Gespräch zu eröffnen oder das Mahl in Stille zu verbringen. In Gedanken legte sich die Freiin die Frage zurecht, die Myriel in ihr aufgeworfen hatte, entschied sich jedoch dagegen diese auszusprechen. Mehrere Wochen mit Elessar erbrachten genügend Zeit die Zweifel zur Sprache zu bringen. Dies private Zusammentreffen wollte die Novizin ungern mit einem schwermütigen Thema belasten. Indes beschloss sie Elessar in dieser ungezwungenen Atmosphäre näher kennenzulernen.

Einleitend lobte sie Zusammenstellung und Geschmack der Speisen, erkundigte sich bei Georg nach einem Buch, von dem sie Vater Eusebius hatte sprechen hören. An Elessar gewandt wagte sie zu fragen: "Ihr erzähltet mir, Ihr wäret vor fünfzehn Sonnenläufen in diese Lande gereist um den Orden neu zu gründen. Aus welchen Landen stammt Ihr, werter Elessar, so ich dies fragen darf?"

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Elessar Eledhwen

Re:Der 'Heilige Orden der Zwölf'
« Antwort #194 am: Mo., 06. Mai 2019, 17:35 »

Das Mahl begann, nachdem Domitia ein Gebet gesprochen und die Speisen gesegnet hatte und alle unterhielten sich über die unterschiedlichsten Themen. Irgendwann im Laufe des Abends fragte Domitia Elessar nach seiner Herkunft und der Elf hob seinen Humpen mit Met, prostete allen der Reihe nach zu, wobei er Domitia bewusst zum Schluss wählte, damit er ihr nach einem Schluck antworten konnte:

"Nun, ich stamme aus den Ostlanden, aber außer dem Namen des Dorfes, in dem ich geboren wurde, kann ich Euch nicht sagen, wo dieser Ort zu finden ist... falls er überhaupt noch zu finden ist, denn er ist auf keiner mir bekannten Karte verzeichnet. Möglicherweise war das Dorf seinerzeit auch einfach zu klein, um überhaupt Erwähnung auf einer Karte zu finden."

Er machte eine kurze Pause, wobei er einen weiteren Schluck von seinem Met nahm und fuhr dann fort:

"Mein Heimatdorf sollte irgendwo in den nördlichen Grasebenen von Al'Andur liegen oder gelegen haben, denn nachdem es in meiner Jugend von Dunkelelfen überfallen wurde und alle, sogar Frauen und Kinder regelrecht dahin gemetzelt worden waren, fand mich ein Priester des Ordens des Lichtes schwerverletzt auf und nahm mich mit in seinen Tempel. Der Tempel des besagten Ordens wiederum liegt im Silmataurea, dem Wald des Sternenlichts, im nordwestlichen Zipfel Al'Andurs.

Im Tempel wurde ich geheilt, wuchs dann dort auf und begann bereits nach kurzer Zeit, mich in den Lehren ihres Glaubens zu vertiefen, weil sie mir neuen Halt und ein neues Ziel in meinem noch jungen Leben gaben. Sie lehrten mich die alten Schriften ihres Glaubens zu lesen und zu verstehen und trainierten mich auch im Umgang mit Waffen und dies war sozusagen der Ausgangspunkt meines neuen Seins im Dienste des Gerechten. Viele Reisen und noch mehr Gefahren führten mich seitdem im Laufe vieler Jahre endlich in die Stadt des Lichts und zur Gründung des Ordens..."


Elessar stellte den Humpen auf den Tisch und fügte mit einem Lächeln hinzu:

"...und Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie glücklich es mich macht, dass ich bisher allen weiteren Gefahren trotzen konnte, um Euch nun als Novizin im Orden begrüßen zu können!"

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