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   Autor  Thema: Die rote Laterne (Gelesen 14479 mal)
Hibernus

Re:Die rote Laterne
« Antwort #405 am: Mi., 08. Mai 2019, 12:05 »

Dieser Besuch war wesentlich philosophischer geworden, als er es sich vorgestellt hatte. Der Eiswurz war jedoch gut dabei seine eigene Zunge zu lockern und seine Überzeugungen einmal zu diskutieren und eine andere Meinung zu diesen Themen zu hören.

Dem Lykantrophen hörte er tatsächlich auch gerne und aufmerksam zu, so sehr dass er das Glas in seiner Hand ganz vergass.

"Das ist eine Sache, die mich seit meiner Ankunft hier verwundert hat", warf er ein. "Diese anderen Götter. Sie dürften jünger sein als die Vier Sänger, da ihre Anhänger erst später entstanden sind, besonders was die Orks, Zwerge und auch eure Art betrifft. Der Älteste von allen soll Paladin sein, der zuerst aus dem Sternenmeer seine Stimme erhob. Es kann durchaus sein, dass ich eines Tages die Antworten auf eure Fragen finden werde Rion. So oft wie wir den Sternensängern über den Weg laufen, ergibt sich vielleicht einmal die Gelegenheit sie direkt zu fragen."


Für den Moment konnte er jedoch nicht mit Bestimmtheit sagen, wie dies alles vor sich gegangen ist. Er würde nur die Erzählungen von Drachen und Elfen wiedergeben und nicht aus eigener Erfahrung sprechen können.

Stutzig machten ihn nur die Hinweise von Rion über die Verstümmelung der Sternensänger untereinander.

"Nun, die meisten Tugenden werden doch von ihren Priestern gepredigt, oder nicht? Wie man sich verhalten soll, wann man Opfer zu bringen hat und wann es gilt sich selbst für andere zurückzunehmen oder einzusetzen, um als gut zu gelten. Diese Dinge sollten daher auch von den Sternensängern selbst zu erwarten sein, sonst wären es am Ende nur hohle Phrasen."
, war seine Einschätzung dazu.

"Sagt Rion, ihr habt jetzt mehrmals erwähnt dass die Sternensänger sich gegenseitig verletzt und verstümmelt hätten... und dass eine Seite in vier Teilen am Boden gelegen hätte. Vielleicht bin ich selbst dafür zu spät gekommen, aber was hat es damit auf sich?" ", sandte er an den Mann, denn er fand dass diese Sache vielleicht nicht für alle hörbar diskutiert werden sollte. "Ich selbst habe nur Gerüchte gehört und vielleicht den ein oder anderen Hinweis aus Gesprächen bekommen. Wie ist das mit Côr passiert?"

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Rion

Re:Die rote Laterne
« Antwort #406 am: Fr., 10. Mai 2019, 19:17 »

Rion lehnte sich in seinem Stuhl zurück und runzelte die Stirn. „Erwartet ihr eine ehrliche Antwort von den Sängern? Würdest ihr denen, die sich daran gewöhnt haben euch zu verehren, sagen, dass ihr die Welt fertig vorgefunden und durch euren Gesang nur ein wenig zu euren Gunsten verändert habt, wenn es so wäre? Ich bin nicht alt genug, um zu beurteilen wer zuerst hier gewesen ist, und nicht mehr jung genug, um bedingungslos zu glauben, was man mir erzählt. Vielleicht haben die ursprünglichen Schöpfer die Welt verlassen, weil sie andernorts besseres zu tun hatten.“

Als der Eisdrache die Tugenden der Priester und den Willen der Götter in Beziehung zueinander brachte, verzogen sich die Lippen des Pächters zu einem spöttischen Grinsen. „Ja, dann wären es nur hohle Phrasen“, bestätigte er sachlich. „Und nicht viele Leute haben sich ausführlich mit den Göttern unterhalten. Ihren sterblichen Vertretern mag viel Spielraum zur Interpretation bleiben. Hier kommt doch wieder der Glauben ins Spiel, denn damit werden die Lücken in dem, was wir über die Sänger wissen, gestopft.“

Als ihn Hibernus in Gedanken auf die Seelentrennung des Dunklen ansprach, überlegte der Gestaltwandler kurz. Nein, er hatte nicht zu viel verraten. Dieser „Sieg“ war damals kein Geheimnis gewesen. An solch einem Erfolg hatte man das ganze Volk teilhaben lassen. “Ihr habt nicht mitbekommen, dass Côr fast bezwungen war und der Halbelfenkönig einer Weissagung nach das Werk vollenden würde? Prophezeiung und Propaganda haben mehr als nur die Anfangsbuchstaben gemeinsam. Ich weiß nicht genau, wie die Seele zerteilt wurde. Damals war ich noch ein Welpe. Aber ich habe mehr als ein Gerücht über Seelenträger gehört. Ein Wunder, dass keine offene Hexenjagd daraus wurde. Und mit dem Ritual, das Baal wieder einte, begann die Belagerung von Nuru. Beide Seiten standen – mal wieder – für eine finale Schlacht bereit. Doch dann erstarkte Côr zu alter Macht, schuf die Kuppel, zog sich nach Taros zurück und beendete damit den Kampf.“ Und das obwohl damals drei Götter gegen ihn standen.

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Hibernus

Re:Die rote Laterne
« Antwort #407 am: Mo., 20. Mai 2019, 13:06 »

"Eine ehrliche Antwort?" , fragte er laut, auch wenn er eher darüber nachdachte und rieb sich sein Kinn. "Nein." , meinte er schließlich und schüttelte leicht belustigt seinen Kopf. "Eine solche Antwort wird wohl niemand bekommen. Einzig Draak könnte mir erzählen was wirklich geschehen ist und er ist von der schweigsamen Sorte. Daher muss ich wohl auch glauben, was mir erzählt wurde, bis ich Beweise für das Gegenteil finde wie ich sie hier in Nuru gefunden habe."

Er hatte allerdings nicht vor näher darauf einzugehen was er damit meinte, sondern stimmte Rion im Allgemeinen zu, dass niemand eine solche Antwort von den Sängern bekommen würde. Lieber hörte er dem zu was der Lykantroph zu erzählen hatte und musste einige Male dabei auch an Fjalladis denken. Sie war sein Bild einer Priesterin der Sänger... und manchmal schwer zu verstehen.

"Das kann ich selbst bestätigen. Jeder scheint eine andere Interpretation zu haben, was bei solch aktiven Vorbildern recht erstaunlich ist. Würden sie sich nicht in die Angelegenheiten ihrer Anhänger oder in die Geschicke der Welt einmischen, dann würde ich einen solchen Unterschied besser verstehen können..." , meinte er mit einem Schulterzucken und einem verlegenen Lächeln.

So viel Kontakt zu den Naka Duskeal hatte er dann doch nicht um sie derart begreifen zu können. Er hatte lieber Klarheit, als sich in Vermutungen zu versuchen, selbst wenn die Wahrheit unschön war.

So fand er die folgenden Gedanken von Phelan sehr erleuchtend. Niemand hatte ihm jemals direkt von diesem Thema erzählt und es half ihm besser zu verstehen, was damals in Nuru geschehen war. "Nein, ich hatte das nicht mitbekommen. Côr war für mich eine entfernte Gefahr. Nur seine Diener waren mir bekannt. Nachrichten kamen immer ein wenig spät in den Adlerbergen an und ich war... länger mit anderen Dingen beschäftigt, als mir Gedanken um solche Weissagungen machen zu können. " Kamen seine Gedanken ein wenig träge, als er überlegte, nur um in Verwirrtheit und dann in Belustigung umzuschlagen, als Phelan die Beziehung zwischen Propaganda und Prophezeiung gegenüberstellte.

"Über diese Seelenträger habe ich allerdings das ein oder andere vernommen, aber nie genaueres, auch nicht was ihre Identität anging. Das Ritual habe ich jedoch gesehen oder zumindest dessen Nachwirkungen. Eine solche Säule aus Magie war schwer zu übersehen."
, stellte er trocken fest und entschied sich ganz bewusst dafür sich diese Bilder nicht in Erinnerung zu rufen, da sie sonst in Kontakt miteingeflossen wären.

Trotzdem seufzte er vernehmlich und nahm noch einen Schluck von dem Eiswurz. Wenn es so weiterging würden sie die ganze Flasche leer bekommen. "An jenem Tag habe ich selbst versagt. Aber vielleicht war es auch mein Glück gerade in jener Woche nicht in Nuru gewesen zu sein. Chiamara de Lorn hatte mich nur einige Wochen zuvor eingestellt und ich war noch... ich glaube, rot? blau? egal, ich war noch unerfahren was meine Pflichten anging und war damit beschäftigt meinen Hort zu verlegen. Vielleicht hätte ich ihr helfen können, wenn ich vor Ort gewesen wäre..."

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Rion

Re:Die rote Laterne
« Antwort #408 am: Mo., 20. Mai 2019, 23:44 »

„Die Wiedererweckung des Sängers war tatsächlich angemessen beeindruckend.“ Wenn Rion sich zurück erinnerte, war da aber vor allem die Sorge um Myriel. Sie kannte sich so gut mit solchen Dingen aus, wie kaum ein anderes Wesen. Von den Göttern vielleicht abgesehen, doch der Gestaltwandler war sich nicht so sicher, ob diese tatsächlich immer so genau wussten, was sie taten. Aber was die Überlebenschancen der Seelenträger betraf, hatte sich die Erzmagierin zum Glück geirrt.

„Du hast nichts versäumt“, erwiderte der Pächter, als Hibernus erklärte, was er zu dieser Zeit gemacht hatte. „Krallen, die bereits gewetzt worden waren, sind nicht zum Einsatz gekommen. Letztendlich haben die Sänger die Sache unter sich geregelt und für dich oder mich wäre zwischen ihren Fronten der denkbar ungünstigste Aufenthaltsort gewesen. Und ich glaube nicht, dass du Chiamara helfen hättest können. Ich glaube nicht, dass sie zu diesem Zeitpunkt Hilfe wollte.“

Auch die Erinnerung, wie er seine Gildenschwester in einen fremden Sarg gebettet und zurückgelassen hatte, war nach all den Jahren noch ziemlich lebendig. Er versuchte sie mit einem Glas Eiswurz aus seinen Gedanken zu schwemmen. Als das nichts half, schenkte er ein weiteres nach.
« Letzte Änderung: Mo., 20. Mai 2019, 23:44 von Phelan »
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Hibernus

Re:Die rote Laterne
« Antwort #409 am: Fr., 24. Mai 2019, 10:59 »

Rions Aussage konnte er nur offenherzig bestätigen. Vor einem der Sänger zu stehen - selbst wenn diese eher uninteressiert waren - konnte bereits lebensbedrohlich sein. Sich zwischen ihnen zu befinden, wenn sie tatsächlich kämpften? "Ich hätte den ganzen Konflikt wohl verschlafen, wenn Shartol nicht alle Drachen zu sich gerufen hätte. Mir persönlich hat die Schlacht um Sha'Nurdra bereits gereicht. Mit den Ishtotim Dämonen dort habe ich viel zu gute Bekanntschaft geschlossen... und auch später bei Nuru habe ich mich eher bedeckt gehalten. Viel konnte ich am Ende nicht ausrichten, doch ich habe das ein oder andere Leben retten können und das genügt mir."

Er seufzte, als Rion ihm deutlich sagte, dass Chiamara wohl nicht seine Hilfe gewollt hätte. "Sie war... ist eigen und unabhängig." Seine Mundwinkeln hoben sich jedoch direkt danach. "Am Anfang habe ich sie für eine der Amazonen gehalten, bis sie mir sagte, dass sie keine von diesen Volk der Kriegerinnen sei."

Ein weitere Schluck Eiswurz und er legte das Thema beiseite, sonst würde es ein melancholischer Abend bleiben. "Immerhin hat mir mein Aufenthalt hier in Nuru viel eingebracht. Nicht zuletzt die Bekanntschaft mit euch und dieser feinen Gaststätte.", meinte er schmunzelnd mit einem kurzen Blick auf den Raum."Es ist schon eine Sache von eurer Art zu wissen und euch zu tatsächlich zu treffen. In den Adlerbergen habe ich jedenfalls keine Lykantrophen angetroffen. Ihr seid ein guter Kampfgefährte, nur überboten von euren Fähigkeiten als Gesprächspartner." , setzte er ernsthaft hinzu. Phelan hatte ihn noch nie enttäuscht, aber auch etwas gelehrt mit seiner neutralen Haltung. Jedes Wesen hatte seinen Willen und diesen zu respektieren gehörte wohl auch dazu.

"Nun würde ich aber gerne wissen, was eure Rote Laterne so zu bieten hat. Das letzte Mal bin ich hier mit Runshak in die Wanne gestiegen. So schnell habe ich noch nie etwas über Orks gelernt."
, er lachte leise  "Wäre eine Massage möglich, wie in dem Badehaus in Drachenauge? Ich bin noch unentschieden, ob ich diese Form beibehalten soll oder mir die Schuppen scheuern lassen möchte."

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Rion

Re:Die rote Laterne
« Antwort #410 am: Di., 28. Mai 2019, 22:33 »

Aus der Schlacht um Sha’Nurdra hatte sich Phelan gleich komplett herausgehalten. Und es war durchaus klug von Darius gewesen sich in Nuru bedeckt zu halten. „Der schlaue Fuchs überlebt den mutigen.“, bemerkte der Wirt und stieß mit dem Hauptmann an. Bei dem kurzen Wortwechsel über Chiamara war ihm anzumerken, wie nahe die Sache auch ihm ging – vielleicht konnte man sogar erahnen, dass seine Versuche zu helfen gescheitert waren.

„Vor einigen Jahren noch, hätte ich mich an dieser Stelle beeilt zu betonen, dass ihr in mir keinen typischen Vertreter meiner Art gefunden habt“, stellte Rion mit einem Augenzwinkern fest. „Heute muss ich allerdings einräumen, dass es selbst dem stursten Wolf bei einigen der Eigenarten, die uns im Blut liegen, nicht dauerhaft gelingt sie zu unterdrücken. Vor allem dann nicht, wenn er den Duft der Autorität geschnuppert hat. Ich beginne so zu sein, wie ein Lykantroph, der Meinung vieler meiner älteren Brüder nach, sein sollte. Und ich weiß nicht, ob mir das gefällt.“ Obwohl es sich verdammt gut anfühlen konnte.

Dann musste der Gestaltwandler tatsächlich schmunzeln. „Als Gesprächspartner konnte ich noch keinen Ruhm erwerben.“ Und auch der als Kämpfer war eher von der glanzlosen, verblassenden Sorte. Doch Drachen hatten eben eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Und sie vergaßen nicht so schnell, wie die Menschen.

„Es kann sehr aufschlussreich sein eine Kreatur außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes zu studieren“, lachte der Pächter, als der Eiself den Orkkommandanten im Waschzuber erwähnte. „Und in diesem Haus macht der Zauber der klingenden Münze fast alles möglich. Nur keine Scheu, die Mädchen hier sind kräftiger, als sie aussehen.“

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Hibernus

Re:Die rote Laterne
« Antwort #411 am: Fr., 07. Jun 2019, 21:23 »

Phelans lockerer Spruch mochte nett gemeint sein, doch Darius war da anderer Auffassung. Nur musste er diese gerade jetzt nicht teilen. Er glaubte auch, dass Rion ihn gut genug kannte um sich etwas Ähnliches denken zu können.

Stattdessen bemerkte er, dass die Sache mit Chiamara auch Phelan irgendwie nahe ging. Die Beiden schienen sich auch von früher zu kennen. Da konnte er selbst wahrlich nicht mit einer langen Bekanntschaft mit ihr angeben. Es war eher eine flüchtige Bekanntschaft gewesen, bevor sie für Jahre für ihn verschollen blieb. Darauf nahm er noch einen Schluck von dem Eiswurz und hörte dem Lykantrophen zu.

"Hmmm, ja, auf Dauer ist es schwer seinem eigenen Wesen zu widersprechen. Aber da seid ihr wohl ein so typischer Lykantroph,
wie ich ein typischer Drache bin.", schnaubte er belustigt und wohl ein wenig zynisch, als kurz Irator durchschlug. "Macht und Autorität über Andere sollen angeblich die stärkste aller Drogen sein, wenn man erstmal von ihnen gekostet hat. Es ist schwer sowas wieder aufzugeben und ihr wirkt nicht wie jemand auf mich, der sich lange als Untergebener verdingt, wenn es ihm nicht schmeckt."

Das Schmunzeln war dann... ach es war ungezwungen und Hibernus konnte es nur erwiedern. "Ich finde ihr seid auf einem guten Weg dahin. Als Gesprächspartner." Und er schätzte den Lykantrophen wirklich. Für jede Einzelne seiner Taten, von Zesch'zach'arr, über Nuru, bis hin zu den kleinen Begegnungen zwischendrin. In seinen Augen war er sehr verlässlich.

"Da habt ihr allerdings Recht... und fast Alles für ein paar Münzen?",  fragte er zurück, erstaunt was man hier wohl alles geboten bekam. "Dann würde ich ihre Dienste gerne in Anspruch nehmen.  Wisst ihr, mich würd es nicht überraschen, mehr Drachen in Geschäften wie diesen anzutreffen." , meint er dann nachdenklich, und sah kurz zu den Anderen Tischen."Andere Drachen sind weniger offen, was ihre Gestalten angeht oder es liegt ihnen mehr als mir daran es zu verbergen... es ist schwer die eigenen Schuppen sauber zu halten, wenn nur Wasser und die eigene Zunge zur Verfügung stehen. Da lobe ich mir den Erfindungsreichtum von euch Naka Duskeal."

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Rion

Re:Die rote Laterne
« Antwort #412 am: Sa., 08. Jun 2019, 18:17 »

Auch nur die Idee Darius als einen typischen Drachen zu bezeichnen, entlockte Rion ein Grinsen. Allein schon, dass er sich so oft und gern mit Naka Duskeal abgab, sprach gegen diese Aussage. „Es ist weniger schwer Autorität auf mich auszuüben, als ihr vielleicht denkt. Es liegt mir im Blut die Überlegenheit des Stärkeren anzuerkennen. Werden bei der Demonstration dieser überlegenen Stärke gewisse Regeln beachtet, braucht es eine gute Portion Sturheit, um nicht meinem Instinkt zu folgen. Ich glaube ich habe einen ganz ordentlichen Soldaten abgegeben, solange ich noch geeignete Offiziere über mir hatte.“

Als der Eiself von der Möglichkeit, dass sich andere Drachen unter den Gästen der roten Laterne befanden, sprach, fragte sich der Pächter wie viel er vom eigentlichen Zweck dieses Lokals tatsächlich begriffen hatte. „Ich bin mir sehr sicher, dass sich kein anderer Drache in dieser Schankstube befindet“, erklärte er und winkte Bre an den Tisch heran. „Der Herr möchte ein angenehm kühles Bad nehmen. Und sein Rücken müsste geschruppt werden. Vor allem die Stellen, die er mit seiner Zunge nicht erreicht.“
« Letzte Änderung: Sa., 08. Jun 2019, 18:17 von Phelan »
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Hibernus

Re:Die rote Laterne
« Antwort #413 am: Mi., 12. Jun 2019, 14:32 »

Darius konnte, nachdem er ein wenig über Rions Gedanken nachgedacht hatte, nur zustimmend nicken. So ganz war es natürlich nicht dasselbe, aber ein solches Verhalten konnte er sowohl bei Menschen als auch Wölfen feststellen. Bei einem würdigen Kandidaten, der stärker, geschickter, erfolgreicher oder klüger waren, ordneten sie sich leichter unter. Trotzdem...

"Oh, ich denke nicht, dass ihr nicht dazu fähig seid. Ich halte euch nur aufgrund eurer Erfahrungen für Unabhängiger Rion. Mir selbst wurde erzählt, dass dies bei Drachen nicht der Fall ist. Wir ordnen uns ungern unter, was mehr zutrifft, je älter wir werden... bei mir scheint dies noch nicht der Fall zu sein, da ich praktisch erst das Alter hinter mir gelassen habe, in dem ich den Hort meiner Eltern verlassen hätte. Wäre ich als Mensch geboren worden, würde ich jetzt wohl als Jugendlicher durchgehen."

Warum er dies erklärte? Vielleicht um es sich selbst begreiflicher zu machen oder weil er es mochte Wissen weiterzugeben, zu sehen wie es sich auf diese Weise mehrte, anstatt es für sich zu behalten. Es konnte auch daran liegen, dass seine angeblichen Verbündeten in Dragonia verblüffend wenig über seine Art zu wissen schienen.

Seine letzte Vermutung, dass sich doch einige Artgenossen ab und an in solchen Geschäften wie diesem Tummeln mochten, unter welcher Gestalt auch immer, schien aus welchem Grund auch immer auf wenig Gegenliebe zu stoßen. Er nahm einen großen Schluck von dem Eiswurz, dass es so richtig in seiner Kehle brannte, als Rion Bre herbeirief, damit er sein Bad bekam... dass Details mit der Zunge musste er natürlich dabei erwähnen. Gespielt beleidigt streckte der dem Lykantrophen die Zunge heraus, dafür dass er ihn so verraten hatte, bevor er sich mit einem charamanten Lächeln Bre zuwandte. "Seid gegrüßt, Bre. Ich möchte tatsächlich die Dienste der Roten Laterne in Anspruch nehmen, um etwas zu entspannen und meine Schuppen und Klauen pflegen zu lassen."

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Bre

Re:Die rote Laterne
« Antwort #414 am: Mi., 12. Jun 2019, 17:39 »

„Da habt ihr ja schon viel Verantwortung für euer Alter zu tragen, Herr Hauptmann“, stellte Rion mit einem Zwinkern fest. Als kurz darauf das Thema zur Pflege von Schuppen und Klauen überging, reagierte Bre mit einem entschuldigenden Lächeln. „Wenn ihr eure wahre Gestalt bevorzugt, bin ich wohl nicht die geeignetste Person, um für euer Wohlergehen zu sogen“, stellte sie fest. „Wärst Du so gut Utz dabei zu helfen den großen Zuber aus dem Schuppen zu holen und mit frischen Brunnenwasser zu füllen, Rion?“, fragte sie mit einem Lächeln, zu dem ein Mann kaum Nein sagen konnte. „Unser Rauswerfer kümmert sich bestimmt auch gern, um eure Schuppen und Klauen. Er pflegt auch die Hufe unseres Esels.“ Sie hoffte, dass ihr der ehrenwerte Drache verzieh, dass sie da eine Parallele zog. Aber das Utz einen störrischen Esel mit reiner Muskelkraft ruhig halten und gleichzeitig mit dem Hufmesser arbeiten konnte, machte ihn in ihren Augen zu dem qualifiziertesten Drachenwäscher des Hauses.

Wie die meisten Dinge in der roten Laterne, geschah es am Ende, wie die rothaarige Verwalterin sich das vorgestellt hatte. Nachdem der Ork dem Hauptmann den schuppigen Rücken mit der Wurzelbürste und viel Kraft geschruppt hatte, sah sie aber selbst nochmal nach dem ungewöhnlichen Kunden um die etwas delikateren Arbeitsgänge selbst vorzunehmen. Hier und da hatte sich etwas zwischen den Schuppen verfangen, das sich mit schlanken Fingern entfernen ließ und am Ende rieb sie den Drachen noch mit einem Öl ein, das leicht nach Bergblumen duftete. Es verlieh den Schuppen einen edlen Glanz. „Das macht dann 90 Goldstücke“, entschied sie mit dem Gefühl, dass der Preis nicht überzogen war.

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Darius

Re:Die rote Laterne
« Antwort #415 am: Di., 18. Jun 2019, 13:41 »

"Die habe ich allerdings. Es ist eine wahre Freude." , sandte er zurück, wobei er sich schon ein wenig sarkastisch anhörte. Seine Stelle in der Kaserne hatte viele Vorteile und war sicher auch wichtig, aber an manchen Tagen fragte er sich, wie ein andere Drache mit all diesen Aufgaben wohl zurecht kommen würde.

Doch zuerst wandte er seine Aufmerksamkeit nun Bre zu, sonst wäre er sich unhöflich vorgekommen. Er konnte auch nicht anders, als am Ende abzuwinken. Sie hatte ihn keineswegs mit dem Vergleich beleidigt, ob absichtlich oder unabsichtlich. "Das ist vollkommen angemessen, werte Bre. Wenn Utz Erfahrung in der Pflege von Horn hat, dann bin ich mit seinen Diensten zufrieden."

Außerdem wusste er, dass Orks genug Kraft hatten, um seinen Schuppen ordentlich scheuern zu können. Er war da nicht so empfindlich und ohne einigen Druck würde er von der Behandlung nur sehr wenig spüren. Dabei war er doch gerade hier um sich ein wenig verwöhnen zu lassen. So kam es dann auch, dass er im Hof der Roten Laterne wiedefand. Der große Zuber war beeindruckend und die Temperatur des Wassers war für seinen Empfinden angenehm. Er überließ Utz ganz seiner Arbeit und bewegte sich nur, wenn der Ork eine Stelle nicht leicht erreichen konnte. Da machte es ihm auch nichts aus, wenn der Ork auf seinem Rückenkamm herumkraxelte. Dafür bekam er auch seine Hörner poliert, eine Stelle an die er selbst gar nicht herankam, außer wenn er sich wie ein Hirsch im Frühling an einem Baum scheuerte.

Es war jedenfalls eine angenehme Zeit und er bekam sogar von Bre eine Sonderbehandlung. Die Menschenfrau entfernte am Ende seines Bades noch geschickt kleine Steinchen und Pflanzenreste, die sich immer mal wieder in den Schuppen verfingen... das duftende Öl war dann allerdings neu für ihn und er war sich nicht sicher, ob ihm sein neuer Duft nun besser gefallen sollte. Der neue Glanz seiner Schuppen überzeugte ihn jedoch von der Behandlung, wärhend er sein Spiegelbild im Wasser des Badezubers begutachtete.

Dann ging es zur Bezahlung. 90 Goldstücke. So viel. Fast war er versucht mit ihr zu feilschen. Allerdings kam ihm dann der Gedanken, dass er diese Behandlung gerne noch öfters erfahren würde. So zwei, dreimal im Jahr wäre es schon nicht schlecht. Der Drache sah die Frau einfach wortlos an, bevor er seinen Kopf zu einem Nicken senkte. Das Gold wurde zu Tage gefördert. 105 Goldmünzen. "Seht es als Trinkgeld für Utz an und als Dank für die Erfüllung meines Wunsches. Ich werde eure Dienste weiterempfehlen. So entspannt wie ich mich jetzt fühle, könnte die Rote Laterne unter meinen Artgenossen beliebt werden."

Natürlich war das abwegig, aber alleine der Gedanken amüsierte ihn. Warum auch nicht? Als Drache hing er zwar an jedem einzelnen Goldstück seines Hortes, aber er war reich wie ein Fürst, im Vergleich zu einem normalen Naka Duskeal. Ältere Drachen hätten einen noch größeren Hort.

-105 GM

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