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   Autor  Thema: Kinder schwarzen Blutes (Gelesen 82 mal)
Phelan

Kinder schwarzen Blutes
« am: Sa., 18. Jul 2020, 23:32 »

Seit sie aus dem Geisterwald zurückgekehrt waren, war die drückende Atmosphäre der dunklen Lande für Phelan noch schwerer zu ertragen. Er mochte es nicht sich dauernd beobachtet zu fühlen. Er mochte es nicht, nur als der mit Zähnen und Klauen bewehrte Schatten hinter Myriel aufzutreten, der zu knurren begann, sobald ihr jemand mit schlechten oder unklaren Absichten zu nahe kam. Nicht, dass es ihn gestört hätte zu knurren und seinen Beschützerinstinkt tatsächlich einmal auszuleben, aber er spielte gerade eine Rolle, reduzierte sich selbst auf ihren Leibwächter oder Wachhund und wollte mal wieder spüren, dass er viel mehr war als das, dass die Hohepriesterin für ihn viel mehr war, als eine Frau, die er zu beschützen geschworen hatte.

Doch die düstere Umgebung zerrte an ihm und machte es zunehmend schwerer die kleinen Gesten, die nur sie und er zu deuten wussten, in ihren Tagesablauf einzubauen. Vielleicht war es auch leichter ihre unsichtbaren Masken und Panzer, hinter denen sie kalt und gefühlslos wirkten, nicht zwischenzeitlich bewusst aufzuweichen, nur um sie anschließend wieder binnen eines Herzschlages zurechtzurücken. Leichter und zugleich auch unerträglich schwer… In Phelan wuchs seit Tagen das dringende Bedürfnis heran etwas Warmes und Lebendiges zu zerfleischen. Tage in denen sich der Wolfsmann hauptsächlich gelangweilt hatte, während Myriel ihren Hexentrank braute, der Tangalurs Armee noch unbesiegbarer machen sollte.

Darum war der einstige Alpha mehr als erleichtert, als die Schwarzmagierin ihr Werk vollendete und den Vorschlag machte den schwarzen Turm für eine Weile zu verlassen. Auch wenn es dabei darum ging der Einladung eines Dunkelelfen zu folgen, den Phelan nicht sonderlich gut leiden konnte und der nur mit seinem Werk angeben wollte.

Tangalur hatte das Ort seines Schaffens sinnvoller weiße nahe an die Residenz seiner wichtigsten, wenn nicht sogar einzigen, Verbündeten gewählt. Also hatten sie vom schwarzen Turm aus nicht weit. „Wenn du willst, kannst du auf Elggur reiten“, machte der Lykaner einen vorsichtigen Vorschlag. Er selbst würde laufen, Bewegung würde ihm dabei helfen etwas von dem Druck, den er in seiner Magengrube spürte, abzubauen. Außerdem war der Höllenhund wehrhaft, ziemlich auf Myriel fixiert und ein durchaus angemessenes Reittier in der staubigen roten Wüste Toros’, wie Phelan fand.

Kaum eine halbe Stunde später standen sie am Rand einer Grube, die wie eine Wunde in der Wüste klaffte. Die steilen Wände aus dunklem Basalt ließen einen Steinbruch vermuten. Vielleicht war hier das Baumaterial für die schäbige Stadt, die den schwarzen Turm umgab, abgebaut worden. Einer Ahnung folgend, dass dies für eine ganze Weile die einzige Gelegenheit sein würde, um an die Vertrautheit zwischen ihnen zu erinnern, bot Phelan seiner Gefährtin die Pranke an, um ihr beim Absteigen behilflich zu sein. Das nächste Wegstück brachten sie besser zu Fuß hinter sich.

Im Laufe von Jahrzehnten oder Jahrhunderten, in denen der Steinbruch wohl nicht mehr intensiv genutzt worden war, hatte roter Staub die Grube halb zugeweht. Es war nicht schwer einen Weg hinab zu  finden, zumal sie nur Schleifspuren im Sand zu folgen brauchten. In letzter Zeit waren hier wohl regelmäßig schwere Lasten transportiert worden. Doch dann endete die Spur und Phelan fand sich vor einer steil vor ihm aufragenden Basaltwand wieder. Einige Augenblicke lang war er verwirrt, dann bemerkte er ein schwaches Lächeln, das Myriels Mundwinkel umspielte. Er drückte auf den Fels vor ihm und spürte Widerstand, der wie eine Seifenblase zerplatzte. Als seine Pranke in das Gestein eintauchte, wusste er, dass er es mit einer Illusion zu tun hatte. Er war gespannt was genau der Drowmagier dahinter verborgen hatte.

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Myriel

Re:Kinder schwarzen Blutes
« Antwort #1 am: Di., 21. Jul 2020, 21:27 »

Fünf Tage hatte Myriel sich in den Raum zurückgezogen, den sie dazu benutzte Tinkturen zu mischen und Tränke zu brauen. Etliche seltsame Apparaturen standen dort auf mehreren Tischen verteilt und in den Regalen standen viele Dutzend Tiegeln, Töpfen und Phiolen mit den unterschiedlichsten, teils seltenen Zutaten. Mehrere Bücher und Pergamentrollen lagen auf den Tischen verteilt, manche davon aufgeschlagen, als hätte die Schwarzmagierin gerade darin gelesen. Sie hatte Anweisungen gegeben das sie nicht gestört werden wollte, und auch wenn Phelan sich darüber hätte hinwegsetzen können, so hatte er es nicht getan. Seine Nase würde es ihm gewiss danken, denn die scharfen und stechenden Gerüche mancher Elixiere, die Myriel mit einem offenen Fenster in Zaum zu halten versuchte, mussten für eine Lykanernase äußerst unangenehm sein.

Jetzt hatte sie ihr Werk endlich vollendet. Die Geisterpilze, die sie gemeinsam mit Phelan gesammelt hatte, würden dafür sorgen das die neu erschaffenen Krieger sämtliche Erinnerungen an ihre alten Bindungen verloren. Mitgefühl, Erbarmen oder Zuneigung waren Empfindungen, die vollkommen ausgemerzt wurden. Myriel hatte sich weitestgehend an Tangalurs altes Rezept gehalten, das die Orks stärker, schneller und schmerzunempfindlicher werden lassen würde. Perfekte Krieger, ausdauernd und unerbittlich.

Die Schwarzmagierin verpackte die gefüllten Flaschen sorgfältig in einer Kiste, die mit Sägespänen ausgepolstert wurde. Sie verließ sich nicht darauf, das jemand anderes Tangalur das wertvolle Gebräu bringen würde, dazu war es zu wichtig. Also suchte sie ihren Gefährten auf, um ihn zu fragen ob er sie zu dem Drow begleiten würde und Phelan stimmte zu. Ein paar Stunden später standen sie vor dem dunklen Turm und zurrten die Kiste sorgfältig an Elggurs Sattel fest. Das Angebot auf dem Höllenhund zu reiten nahm Myriel an, musste dann aber feststellen das Phelan selbst es vorzog zu laufen. Selbst diese, durchaus erklärbare Nähe, gestattete er ihnen nicht, und manchmal fragte die Druidin sich ernsthaft ob sie überhaupt noch zusammen waren, auch wenn keiner von ihnen jemals laut etwas von Trennung gesagt hatte. Die Distanz, die der Wolfsmann aufrecht erhielt, schmerzte sie auf eine Weise, die sie nicht in Worte fassen konnte, wie eine Wunde, die bei vielen kleinen Gelegenheiten immer wieder aufgerissen wurde und deshalb niemals richtig verheilte. Den Rest des Weges sinnierte sie dumpf darüber ob ihr Vorhaben diesen Preis wert war und beschloss letztendlich das sie Pandea dafür bluten lassen würde – im übertragenen Sinne, und wenn sich die Möglichkeit dazu ergab, auch wortwörtlich. 

Als sie am Steinbruch ankamen und Phelan ihr die Pranke reichte um ihr von Elggur zu helfen, ergriff Myriel sie und ließ sich von dem Höllenhund gleiten. Der Schwung, den sie dabei bekam, sorgte dafür das sie dicht vor dem Gestaltwandler auf dem Boden landete und gegen ihn gedrückt wurde. Und als sie zu ihm aufsah, die Hand auf seiner Lederrüstung liegend, die seine Wärme von ihren Fingern fern hielt, und merkte wie hart und angespannt sein Körper war, da begriff sie das er keine andere Wahl hatte als derart Abstand zu ihr zu halten. Sie weilten inzwischen seit Wochen in diesem ungastlichem Land, und jede noch so kleine Berührung hätte dazu führen können das der Damm brach, den er mühsam in all der Zeit errichtet hatte, um niemandem zu zeigen das sie einander deutlich mehr bedeuteten, als sie zugeben wollten. Myriel öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch dann machte sie nur schweigend einen Schritt zurück, weil sie das Gefühl hatte, das unter Umständen auch Worte reichen würden um dafür zu sorgen das dem Lykantrophen der Rest der Welt völlig egal war.

Still folgte sie Phelan, der die Kiste an sich genommen hatte, den Weg hinab durch den roten Staub. Als er stehen blieb zuckte ein schwaches Lächeln um ihre Mundwinkel und sie nickte leicht in die Richtung der Wand. Tangalur war ein begnadeter Magier und hatte ein Blendwerk erschaffen um unliebsame Besucher fernzuhalten. Der Gang, den sie durch die falsche Wand betraten, war breit und dunkel. Myriel ließ einen Feuerball über ihrer Handfläche erscheinen und ging an Phelan vorbei um dafür zu sorgen das er sehen konnte wohin er seine Füße setzte.

Wenn wir hier fertig sind müssen wir einen Abstecher zu meiner Hütte machen. Ich muss noch ein paar Dinge von dort holen.

sagte sie dabei wie beiläufig und hoffte das ihr Gefährte verstand das sie bewusst nicht von „ihrem“ Heim gesprochen hatte, denn auch hier hatten die Wände Ohren.
Sie mussten eine ganze Weile laufen, bis sich sie schließlich flackernden Feuerschein in der Ferne wahrnahmen, an der Stelle, an der sich eine riesige Höhle auftat. Der Blick, der sich ihnen darbot, war beeindruckend. Rechts und links führten Pfade zum tiefer liegenden Boden der Höhle hinab, die von dem Weg, auf dem sie gerade standen wie von einem Ring eingekreist wurde. Auf dem gesamten tiefer liegenden Boden standen dicht an dicht dunkle, etwa menschengroße Gebilde, die von einer zähen Masse umschlossen waren. Sie waren mit klebrigen Fäden am Boden befestigt, so das es fast so aussah als hätte eine riesige Spinne sorgfältig und Reihe für Reihe ihre schwarzen Eier abgelegt. Zwischen ihnen huschten ein paar schmale Drow hindurch, die hin und wieder stehen blieben um etwas genauer zu betrachten. Da erklang eine Myriel und Phelan wohlbekannte Stimme:

Willkommen in meinem Reich. 

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Phelan

Re:Kinder schwarzen Blutes
« Antwort #2 am: Do., 23. Jul 2020, 07:18 »

Als Myriel aus dem Sattel stieg und dabei mehr Schwung gewann, als Phelan erwartet hatte, wollte er sie von ganzem Herzen auffangen, während sein Verstand ihm sagte, dass es besser wäre auszuweichen, um jede Berührung zu vermeiden. Ein Dilemma das den inneren Zwiespalt der letzten Tage und Wochen recht gut repräsentierte. Letztendlich lähmte es ihn und als sich die Schwarzmagierin an seine Brust stützte, um nicht zu stürzen, hatte er das Gefühl, dass sie verstand wie es ihm ging. Er war dankbar dafür, dass sie sich jedes Wort verkniff, das all seine Mühen zunichte hätte machen können. Das all den Schmerz und die Bitterkeit vergeblich gemacht hätte. Und zugleich wünschte er, sie hätte seinen Panzer durchdrungen, auch wenn dieser unter dem Druck der darin eingeschlossenen Gefühle in tausend Stücke zersprungen wäre.

Allein die Wärme ihres Körpers zu spüren, machte es so unsagbar schwer nicht seine starken Arme um sie zu legen, nicht in seine menschliche Gestalt, die besser für Zärtlichkeiten geeignet war, zu schlüpfen, keinen Kuss von ihr einzufordern. Seine Gefühle und damit auch seine Natur so einzukapseln, erinnerte an die Zeit, zu der er seine wölfische Seite tief in seinem Innersten vergraben hatte. Ihn fröstelte beim Gedanken, welch verheerende Folgen das hätte haben können. Etwas, das ihm erst voll bewusst geworden war, nachdem ihn Myriel längst dazu gebracht hatte den Wolf als wichtigen Teil seines Selbst zu akzeptieren.

Doch im Moment konnte er sich nur voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren und alles andere in den Hintergrund drängen. Das Gewicht der Kiste in seinen Pranken wog dabei weit weniger schwer, als die Last der unsichtbaren Rüstung, mit der er sich vor der Schwarzmagierin abschirmte. Ihre Worte waren da wie ein warmer Sommerregen auf verdorrter Erde. Gierig sog er sie in sich auf und zumindest in seiner Vorstellung war ganz klar, was geschehen würde, sobald sie Taros hinter sich ließen und in ihr Zuhause zurückkehrten – und sei es nur für einen Tag. Der Damm würde brechen und sie würden wieder fühlen, wirklich fühlen, wie wichtig sie einander waren, würden es sich zeigen…

Dann straffte er seine Schultern und verbannte auch diese Vorfreude tief in sein Innerstes. Sie würden gleich einem gefährlichen Verbündeten entgegentreten. Da wollte er Stärke und Selbstsicherheit ausstrahlen. Alles andere musste warten.

Es war schwer zu sagen, wozu der breite Gang einst gedient hatte. War hier vielleicht eine Ader eines besonderen Minerals verlaufen? Vielleicht das Drachenglas, das den schwarzen Turm schmückte? War er Teil einer längst vergessenen unterirdischen Festung? Hatte Tangalur diesen Ort zufällig gefunden oder hatte er ihn aus alter Zeit gekannt? Sicher war nur, dass der Stollen nicht frisch angelegt worden war. Und vermutlich wussten nicht um diesen Tunnel, sonst hätte sich der Drow hier nicht sicher gefühlt.

Und dann betraten sie eine Kaverne, die allein durch ihre Dimensionen jede Frage nach ihrem Ursprünglichen Zweck aus den Gedanken fegte. Der Weg, auf dem sie standen, zog sich wie die Schlinge eines Henkers, um das unterirdische Gewölbe. Von hier aus hatte man einen guten Blick auf den tiefer liegenden Höhlenboden und die, durch das unstete Licht unzähliger Fackeln eindrucksvoll in Szene gesetzten, Reihen aus überdimensionierten klebrigen Insekteneiern. Wenn in jedem davon ein Orkkrieger heranwuchs – und davon ging Phelan tatsächlich aus – dann hatten sie eine Armee vor sich. Zumindest wenn alle, oder auch nur ein nennenswerter Anteil, dieser Kreaturen auch tatsächlich schlüpften. Und genau eine solche hatte Tangalur seiner Verbündeten versprochen.

„Habt Dank für Eure Gastfreundschaft.“ Der schwarze Wolf hatte den Blick immer noch auf die seltsamen Kokons und die Drow, die wie Brutpfleger in einem übergroßen Bienen- oder Ameisenstock dazwischen herumwuselten, gerichtet. Er versuchte nicht zu beeindruckt zu wirken. Das war schwer, denn wenn diese Krieger nur halbwegs das hielten, was ihr Schöpfer versprochen hatte, würde er wohl nie ein Rudel führen, das sich mit dieser Armee messen konnte. Und ihm war jetzt klar, warum Kiste, die er trug, so schwer war. Es galt ein komplettes Heer mit der darin enthaltenen Tinktur zu versorgen.

„Von hier hat man wirklich einen außergewöhnlichen Ausblick. Wann schlüpfen denn Eure Krieger. Es würde mich interessieren, wie sich einer von ihnen in einem Zweikampf schlagen würde.“

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Myriel

Re:Kinder schwarzen Blutes
« Antwort #3 am: So., 26. Jul 2020, 22:16 »

Tangalur erwiderte Phelans Dank mit einem schlichten Kopfnicken. Das Lächeln in seinem Gesicht wirkte nicht echt, und es war klar das diese beiden Männer wohl nie gute Freunde werden würden. Sie arbeiteten nur zusammen, weil die Umstände es erforderten.

Es ist ein andauernder Prozess werter Phelan. Die ersten erschuf ich vor Jahren, ihr solltet die Letzten ihrer Art, die die Kämpfe überlebten, aus den dunklen Turm kennen. Sie dienen Eurer Gefährtin. Hier sind die ersten vor einigen Wochen vollendet gewesen. Sie trainieren in einer der hinteren Höhlen, falls Ihr den Wunsch verspürt sie Euch anzusehen.

Das Angebot ging wohl an beide, denn der Blick des Drow wanderte von dem Gestaltwandler zu Myriel hinüber. Die Schwarzmagierin wirkte relativ unbeeindruckt, vermutlich war sie über das Tun Tangalurs besser informiert gewesen als Phelan.

Genau deshalb sind wir hier, weil wir sehen wollten wie weit Eure Bemühungen fortgeschritten sind. Wir haben das Serum mitgebracht. Ich wäre gern bei den ersten Versuchen dazu dabei.

Ihr Tonfall machte deutlich, das es keine Bitte oder Frage war ob sie dabei sein durfte, sondern eine klare Feststellung das sie es tun würde. Man sah Tangalur an, das ihm der bestimmte Ton nicht gefiel. Dennoch deutete er eine Verbeugung an und antwortete:

Ganz wie ihr wünscht.

Er führte sie den Weg entlang bis an das andere Höhelnende. Während sie dort entlang gingen und den Kokons näher waren, konnte man erkennen, das sich nicht alle im selben Stadium zu befinden schienen. Manche waren noch durchscheinend, als wären die Gestalten darin nur von einer hauchdünnen Schicht bedeckt, andere waren so tiefschwarz, das man ihr Inneres nicht erkennen konnte. Hin und wieder sah man wie sich das Wesen im Inneren bewegte, doch es wirkte träge und langsam.
Am Ende der Höhle angekommen führte Tangalur seine Besucher durch einen Durchgang im pechschwarzen Gestein. Es folgte ein gewundener Gang, von dem mehrfach weitere Gänge abzweigten. Sie hielten sich erst rechts, dann links und kamen anschließend in einem Gewölbe an das man offensichtlich zu einem Trainingsplatz umfunktioniert hatte. Hier befanden sich etwa zwei Dutzend schwarzhäutige Orks, die miteinander rangen, oder mit Knüppeln auf einander einschlugen. Hin und wieder erklang ein vereinzelter Kampfschrei, oder das dumpfe Klatschen, wenn eine Faust oder ein Knüppel auf Fleisch traf, doch sonst war es erstaunlich ruhig.

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Phelan

Re:Kinder schwarzen Blutes
« Antwort #4 am: Mi., 29. Jul 2020, 00:59 »

„Oh, bei den Schwarzhäuten aus dem dunklen Turm handelt es sich um solche Veteranen?“ Natürlich kannte der einstige Offizier einen gestählten Krieger, wenn er einen sah. Doch falls er diese Hintergrundgeschichte früher gekannt hätte, hätte er der Versuchung, sich mit einem von ihnen zu messen, wohl nicht widerstehen können.

Dass Myriel bestätigte, dass sie die neu erschaffenen Orks sehen wollten, ersparte es Phelan selbst etwas zu sagen und dadurch sein Interesse zu deutlich zur Schau zu stellen. Eine solche Genugtuung wollte er Tangalur nicht gönnen. Er folgte seiner Gefährtin einfach wie ein treuer Schatten – etwas, das er sich inzwischen mehr zur Gewohnheit gemacht hatte, als ihm lieb war – und bemühte sich das wölfische Grinsen, das ihm übers Gesicht huschen wollte, zurückzuhalten. Es war herrlich mitanzusehen, wie die Schwarzmagierin allein durch ihren Tonfall deutlich machte, dass sie hier die eigentliche Herrin war – und wie sehr Tangalur daran zu schlucken hatte.

Doch der Dunkelelf beugte sich. Myriel war nicht nur die mächtigste Verbündete, die er hatte, sie war die einzige. Er war ein Werkzeug, das Côr entsorgt hatte, und hatte es nur ihr zu verdanken, dass er wieder frei unter der Erde wandeln konnte. Und er würde es nach seinem letzten Scheitern verdammt schwer haben andere Bündnispartner in Taros zu finden. Niemand hier umgab sich gerne mit Versagern – oder jenen die als solche gebrandmarkt waren.

Der Gestaltwandler musterte die Kokons, die sie passierten, eingehend. Der Drow hatte wohl die Wahrheit gesagt, man konnte die verschiedenen Stadien des Prozesses deutlich erkennen. War Phelans eigenes Volk in einer ähnlichen Halle geschaffen worden? In einem viel kleineren Maßstab oder mit einer sehr hohen Sterberate…

Tangalur führte sie in ein Labyrinth aus gewundenen Steingängen, das sie schließlich auf den Übungsplatz der neu geschaffenen Orkkrieger führte. Sie wirkten stark und zäh und steckten selbst Schläge mit der Keule ein, ohne Schmerzenslaute von sich zu geben. Phelan musste bei ihrem Anblick widerwillig einräumen, dass er verstehen konnte, warum Myriel diesen Drow als Verbündeten hatte gewinnen wollen: Er verstand sein Handwerk. Und diese Krieger waren noch nicht einmal fertig.

„Wenn Ihr das Serum testen wollt, sollte ich womöglich die Stärke eines von ihnen überprüfen bevor und nachdem er es genommen hat“, wagte der Lykantroph einen Vorschlag. Vor allem seinen wölfischen Anteil juckte es beim Anblick solch starker Gegner in den Klauen. Und es war eine gute Gelegenheit Tangalur daran zu erinnern, dass die Hohepriesterin mehr starke Krieger befehligte, als jene die er für sie schuf. Krieger die ihr - und nur ihr - loyal waren.

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